Mat 1:1 Geschlechtsregister Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams. Mat 1:2 Abraham zeugte Isaak, Isaak zeugte Jakob, Jakob zeugte Juda und seine Brüder, Mat 1:3 Juda zeugte Perez und Serah von der Thamar, Perez zeugte Hezron Hezron zeugte Ram, Mat 1:4 Ram zeugte Amminadab, Amminadab zeugte Nahesson, Nahesson zeugte Salma, Mat 1:5 Salma zeugte Boas von der Rahab, Boas zeugte Obed von der Ruth, Obed zeugte Jesse, Mat 1:6 Jesse zeugte David den König. David der König zeugte Salomo von dem Weib des Uria. Mat 1:7 Salomo zeugte Rehabeam, Rehabeam zeugte Abia, Abia zeugte Asa, Mat 1:8 Asa zeugte Josaphat, Josaphat zeugte Joram, Joram zeugte Usia, Mat 1:9 Usia zeugte Jotham, Jotham zeugte Ahas, Ahas zeugte Hiskia, Mat 1:10 Hiskia zeugte Manasse, Manasse zeugte Amon, Amon zeugte Josia, Mat 1:11 Josia zeugte Jechonja und seine Brüder um die Zeit der babylonischen Gefangenschaft. Mat 1:12 Nach der babylonischen Gefangenschaft zeugte Jechonja Sealthiel, Sealthiel zeugte Serubabel, Mat 1:13 Serubabel zeugte Abiud, Abiud zeugte Eliakim, Eliakim zeugte Asor, Mat 1:14 Asor zeugte Zadok, Zadok zeugte Achim, Achim zeugte Eliud, Mat 1:15 Eliud zeugte Eleasar, Eleasar zeugte Matthan, Matthan zeugte Jakob, Mat 1:16 Jakob zeugte Joseph, den Mann Marias, von welcher ist geboren Je sus, der heißt Christus. Mat 1:17 Alle die Geschlechter nun von Abraham bis auf David sind vierzehn Geschlechter, und von David bis auf die babylonische Gefangenschaft sind vierzehn Geschlechter, und von der babylonischen Gefangenschaft bis auf Christum sind vierzehn Geschlechter. Mat 1:18 Christi Geburt aber verhielt sich so: Als nämlich seine Mutter Maria dem Joseph verlobt war, ehe sie zusammenkamen, fand sich's, daß sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Mat 1:19 Joseph aber, ihr Mann, welcher gerecht war und sie nicht beschimpfen (bloßstellen) wollte, war willens, sie insgeheim aufzugeben. Mat 1:20 Indem er aber dieses gedachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sprach: Joseph, du Sohn Davids, scheue dich nicht, Maria, dein Weib, anzunehmen; denn das in ihr gezeugt ist, ist von dem Heiligen Geist. Mat 1:21 Und sie wird einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen; denn Er wird sein Volk selig machen (retten) von ihren Sünden. Mat 1:22 Dies ist aber miteinander geschehen, auf daß erfüllt würde, was geredet ist von dem Herrn durch den Propheten, der da spricht: Mat 1:23 Siehe, die Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden seinen Namen heißen Immanuel, das ist verdolmetscht: Mit uns Gott! Mat 1:24 Da aber Joseph von dem Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm sein Weib an Mat 1:25 und erkannte sie nicht, bis daß sie ihren ersten Sohn gebar, und hieß seinen Namen Jesus. Mat 2:1 Da aber Jesus geboren war zu Bethlehem in Judäa, in den Tagen Herodes'des Königs, siehe, da kamen Weise von den Morgenländern gen Jerusalem und sprachen: Mat 2:2 Wo ist der wirklich geborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern gesehen in dem Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten. Mat 2:3 Da aber Herodes der König es hörte, ward er bestürzt und ganz Jerusalem mit ihm, Mat 2:4 und versammelte alle die Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volks und forschte von ihnen, wo Christus soll geboren werden. Mat 2:5 Sie aber sagten ihm: Zu Bethlehem in Judäa. Denn also ist geschrieben durch den Propheten: Mat 2:6 Und Du Bethlehem, du Gegend Judas, bist mitnichten die geringste unter den Fürsten Judas; denn aus dir wird herkommen ein Herzog, der mein Volk Israel weiden wird. Mat 2:7 Da berief Herodes die Weisen insgeheim und vernahm genau von ihnen die Zeit, da der Stern erschienen, Mat 2:8 und sandte sie gen Bethlehem und sprach: Ziehet hin und forschet genau nach dem Kind; und wenn ihr' findet, so bringet mir Nachricht, auf daß auch Ich komme und dasselbe anbete. Mat 2:9 Sie aber, als sie den König gehört hatten, zogen hin; und siehe, der Stern, den sie in dem Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er kam und stand oben über, da das Kind war. Mat 2:10 Da sie den Stern sahen, freuten sie sich mit einer sehr großen Freude; Mat 2:11 und gingen in das Haus und sahen das Kind mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und taten ihre Schätze auf und brachten ihm Geschenke dar, Gold und Weihrauch und Myrrhen. Mat 2:12 Und als sie göttlichen Befehl im Traum empfangen, nicht wieder zu Herodes umzukehren, zogen sie hinweg durch einen anderen Weg in ihr Land. Mat 2:13 Da aber dieselben hinweggezogen waren, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph im Traum und spricht: Stehe auf und nimm das Kind und seine Mutter und fliehe nach Ägypten und bleib allda, bis ich dir sage; denn es wird Herodes das Kind suchen, dasselbe umzubringen. Mat 2:14 Und er stand auf und nahm das Kind und seine Mutter bei Nacht und entwich nach Ägypten. Mat 2:15 und blieb allda bis auf den Tod des Herodes; auf daß erfüllt würde, das von dem Herrn geredet ist durch den Propheten, der da spricht: Von Ägypten her habe ich meinen Sohn so genannt. Mat 2:16 Alsdann da Herodes sah, daß er von den Weisen angeführt war, ergrimmte er sehr und sandte hin und brachte alle die Knäblein um, die zu Bethlehem und in allen ihren Grenzen waren, vom Zweijährigen und darunter, nach der Zeit, die er von den Weisen genau vernommen hatte. Mat 2:17 Da ist erfüllt, das geredet ist von Jeremia dem Propheten, der da spricht: Mat 2:18 Eine Stimme in Rama hat man gehört, Weinens und Klagens die Menge; Rahel beweinte ihre Kinder, und sie wollte sich nicht trösten lassen, weil es mit ihnen aus ist. Mat 2:19 Da aber Herodes gestorben, siehe, da erscheint der Engel des Herrn dem Joseph im Traum in Ägypten Mat 2:20 und spricht: Stehe auf und nimm das Kind und seine Mutter und ziehe in das Land Israel; denn sie sind gestorben, die dem Kinde nach dem Leben trachteten. Mat 2:21 Und er stand auf und nahm das Kind und seine Mutter und kam in das Land Israel. Mat 2:22 Da er aber hörte, daß Archelaus König über Judäa sei anstatt Herodes' seines Vaters, fürchtete er sich, dorthin zu gehen; und als er einen göttlichen Befehl im Traum empfangen, entwich er in die Gegenden Galiläas Mat 2:23 und kam und nahm seine Wohnung in einer Stadt, die da heißt Nazareth; auf daß erfüllt würde, das geredet ist durch die Propheten: Er wird Nazarenus genannt werden. Mat 3:1 In denselben Tagen aber kommt Johannes der Täufer an und predigt in der Wüste Judäas Mat 3:2 und spricht: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Mat 3:3 Denn dieser ist', von dem Jesaja der Prophet geredet hat und gesprochen: Es ist eine Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn; machet richtig seine Steige. Mat 3:4 Er aber, Johannes, hatte sein Kleid von Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Lenden; seine Nahrung aber war Heuschrecken und wilder Honig. Mat 3:5 Da ging zu ihm hinaus Jerusalem und das ganze Judäa und die ganze Gegend um den Jordan Mat 3:6 und ließen sich taufen im Jordan von ihm und bekannten ihre Sünden. Mat 3:7 Als er aber sah viele der Pharisäer und Sadduzäer zu seiner Taufe kommen, sprach er zu ihnen: Ihr Otterngezüchte, wer hat euch gewiesen, vor dem künftigen Zorn zu fliehen? Mat 3:8 So bringet denn würdige Frucht der Buße; Mat 3:9 und lasset euch nicht dünken, bei euch selbst zu sagen: Zum Vater haben wir den Abraham. Denn ich sage euch, es kann Gott aus diesen Steinen dem Abraham Kinder erwecken. Mat 3:10 Es liegt aber auch die Axt schon an der Wurzel der Bäume; ein jeder Baum nun, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Mat 3:11 Ich zwar taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker denn ich, dessen Schuhe zu tragen ich nicht genugsam bin; der wird euch mit dem heiligen Geist und Feuer taufen. Mat 3:12 Es ist die Worfschaufel in seiner Hand, und er wird seine Tenne durch und durch reinigen und den Weizen in seine Scheuer sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. Mat 3:13 Alsdann kommt Jesus an von Galiläa an den Jordan zu Johannes, daß er sich von ihm taufen ließ. Mat 3:14 Aber Johannes wehrte ihm und sprach: Ich bedarf, daß ich von dir getauft würde, und Du kommst zu mir? Mat 3:15 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Laß es jetzt zu. Denn also steht es uns wohl an, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Da läßt er es ihm zu. Mat 3:16 Und da Jesus getauft war, stieg er alsbald herauf von dem Wasser; und siehe, es taten sich ihm die Himmel auf, und er sah den Geist Gottes her abfahren als wie eine Taube und über ihn kommen. Mat 3:17 Und siehe, eine Stimme aus den Himmeln sprach: Dies ist mein ge liebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Mat 4:1 Da ward Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, auf daß er von dem Teufel versucht würde. Mat 4:2 Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn endlich. Mat 4:3 Und es trat zu ihm der Versucher und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, daß diese Steine Brote werden sollen. Mat 4:4 Er aber antwortete und sprach: Es ist geschrieben: Nicht von dem Brot allein lebt der Mensch, sondern von einem jeglichen Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht. Mat 4:5 Da nimmt ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellt ihn auf den Anbau des Tempels Mat 4:6 und spricht zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so laß dich hinab. Denn es ist geschrieben: Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf daß du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest. Mat 4:7 Jesus sprach zu ihm: Wiederum ist geschrieben: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. Mat 4:8 Wiederum nimmt ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Königreiche der Welt und ihre Herrlichkeit Mat 4:9 und spricht zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Mat 4:10 Da spricht Jesus zu ihm: Hebe dich weg, Satan. Denn es ist geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen. Mat 4:11 Da verläßt ihn der Teufel; und siehe, es traten Engel zu ihm und dienten ihm. Mat 4:12 Da er aber hörte, daß Johannes überantwortet war, entwich er nach Galiläa Mat 4:13 und verließ Nazareth und kam und nahm seine Wohnung zu Kapernaum, die da liegt am Meer, in den Grenzen Sebulon und Naphtali, Mat 4:14 auf daß erfüllt würde, das da geredet ist durch Jesaja den Propheten, der da spricht: Mat 4:15 Das Land Sebulon und das Land Naphtali, am Wege des Meers über den Jordan, das Galiläa den Nationen zu, Mat 4:16 das Volk, das in Finsternis saß, hat ein großes Licht zu sehen bekommen, und die da saßen in der Gegend und Schatten des Todes, denen ist ein Licht aufgegangen. Mat 4:17 Von der Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Mat 4:18 Als er aber an dem galiläischen Meer ging, sah er zwei Brüder, Simon, der da heißt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die warfen das Garn in das Meer; denn sie waren Fischer. Mat 4:19 Und er spricht zu ihnen: Gehet mir nach, so werde ich euch zu Menschenfischern machen. Mat 4:20 Sie aber verließen alsbald die Netze und folgten ihm nach. Mat 4:21 Und da er von dannen weiterging, sah er zwei andere Brüder, Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, in dem Schiff, mit Zebedäus, ihrem Vater, daß sie ihre Netze zurecht machten; und er berief sie. Mat 4:22 Sie aber verließen alsbald das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach. Mat 4:23 Und Jesus ging umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Versammlungen und predigte das Evangelium des Königreichs und heilte alle Seuche und alle Krankheit in dem Volk. Mat 4:24 Und sein Gerücht ging aus in ganz Syrien; und sie brachten zu ihm alle Kranken, mit mancherlei Seuchen und Qual behaftet, und Besessene und Mondsüchtige und Gichtbrüchige; und er machte sie gesund. Mat 4:25 Und es folgten ihm viele Haufen Leute von Galiläa und den Zehn Städten und Jerusalem und Judäa und jenseits des Jordans. Mat 5:1 Da er aber die Haufen Leute sah, ging er auf den Berg hinauf; und als er sich gesetzt, traten seine Jünger zu ihm. Mat 5:2 Und er tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach: Mat 5:3 Selig sind die Armen am Geist; denn ihr ist das Himmelreich. Mat 5:4 Selig die Trauernden, denn Sie werden getröstet werden. Mat 5:5 Selig die Sanftmütigen; denn Sie werden die Erde erben. Mat 5:6 Selig die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn Sie werden gesättigt werden. Mat 5:7 Selig die Barmherzigen; denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren. Mat 5:8 Selig die Reinen am Herzen; denn Sie werden Gott sehen. Mat 5:9 Selig die Friedensstifter; denn Sie werden Söhne Gottes genannt werden. Mat 5:10 Selig die Verfolgten um Gerechtigkeit willen; denn ihr ist das Himmelreich. Mat 5:11 Selig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und reden alles Böse wider euch, so sie daran lügen, um meinetwillen. Mat 5:12 Freuet euch und frohlocket, weil eures Lohns viel in den Himmeln ist. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch waren. Mat 5:13 Ihr seid das Salz der Erde. Wenn aber das Salz dumm wird, womit wird es gesalzen werden? Zu nichts taugt es hinfort, denn daß es hinausgeschüttet und von den Leuten zertreten werde. Mat 5:14 Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt nicht verborgen sein, die oben auf einem Berge liegt. Mat 5:15 Man zündet auch nicht eine Kerze an und stellt sie unter das Kornmaß, sondern auf den Leuchter, so leuchtet sie allen denen, die in dem Hause sind. Mat 5:16 Also lasset euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen. Mat 5:17 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzuheben; ich bin nicht gekommen es aufzuheben, sondern zu erfüllen. Mat 5:18 Denn amen ich sage euch, bis daß Himmel und Erde vergehe, wird ein einziges i oder ein einziges Strichlein nicht vergehen von dem Gesetz, bis daß es alles geschehe. Mat 5:19 Wer nun ein einziges von diesen geringsten Geboten auflösen und die Leute also lehren wird, wird der Geringste heißen in dem Himmelreich; wer es aber tun und lehren wird, der wird groß heißen in dem Himmelreich. Mat 5:20 Denn ich sage euch, wenn eure Gerechtigkeit nicht völlig sein wird, mehr denn der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Mat 5:21 Ihr habt gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht morden; wer aber mordet, wird des Gerichts schuldig sein. Mat 5:22 Ich aber sage euch, daß ein jeder, der sich über seinen Bruder erzürnt, des Gerichts schuldig sein wird; wer aber zu seinem Bruder sagt, du Raka, der wird des Rats schuldig sein; wer aber sagt, du Narr, der wird zu der heißen Feuerhölle schuldig sein. Mat 5:23 Wenn du nun deine Gabe zu dem Altar hinbringst und erinnerst dich daselbst, daß dein Bruder etwas wider dich habe, Mat 5:24 so laß daselbst deine Gabe vor dem Altar und gehe hin, versöhne dich vorher mit deinem Bruder, und alsdann komm und bringe deine Gabe dar. Mat 5:25 Sei willfährig deinem Widersacher geschwind, solange du auf dem Wege mit ihm bist, auf daß dich nicht der Widersacher überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener und werdest in den Kerker geworfen. Mat 5:26 Amen ich sage dir, du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du den letzten Pfennig bezahlest. Mat 5:27 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen. Mat 5:28 Ich aber sage euch, ein jeder, der ein Weib sieht, ihr zu begehren, der hat schon die Ehe mit ihr gebrochen in seinem Herzen. Mat 5:29 Wenn aber dein rechtes Auge dich ärgert, so nimm es heraus und wirf' von dir. Denn es ist dir zuträglich, daß ein einziges deiner Glieder verloren gehe, und nicht dein ganzer Leib in die heiße Hölle geworfen werde. Mat 5:30 Und wenn deine rechte Hand dich ärgert, so haue sie ab und wirf sie von dir. Denn es ist dir zuträglich, daß ein einziges deiner Glieder verloren gehe und nicht dein ganzer Leib in die heiße Hölle geworfen werde. Mat 5:31 Es ist aber gesagt: Wer sein Weib von sich scheidet, gebe ihr einen Scheidebrief. Mat 5:32 Ich aber sage euch: Wer sein Weib von sich scheidet, es sei denn von wegen der Hurerei, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Ab geschiedene freit, der bricht die Ehe. Mat 5:33 Wiederum habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt ist: Du sollst nicht falsch schwören; du sollst aber dem Herrn deine Schwüre abstatten. (einlösen) Mat 5:34 Ich aber sage euch, daß ihr ganz und gar nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist der Thron Gottes; Mat 5:35 noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel; noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs. Mat 5:36 Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören, denn du kannst nicht ein Härlein weiß oder schwarz machen. Mat 5:37 Es sei aber eure Rede ja, ja; nein, nein; was darüber ist, ist von dem Argen. Mat 5:38 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Auge um Auge, und Zahn um Zahn. Mat 5:39 Ich aber sage euch, daß ihr nicht widerstehen sollt dem Argen; sondern wer dich auf deinen rechten Backen schlägt, dem biete auch den andern dar. Mat 5:40 Und wer mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem laß auch den Mantel; Mat 5:41 und wer dich in der Fron eine Meile weit nimmt, mit dem gehe zwei. Mat 5:42 Wer dich bittet, dem gib; und wer von dir entlehnen will, von dem wende dich nicht ab. Mat 5:43 Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst lieben deinen Nächsten und hassen deinen Feind. Mat 5:44 Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; und bittet für die, die euch Schaden tun und euch verfolgen, Mat 5:45 damit ihr Söhne werdet eures Vaters, der in den Himmeln ist, weil er seine Sonne aufgehen läßt über Böse und Gute und Regen gibt über Gerechte und Ungerechte. Mat 5:46 Denn wenn ihr liebet, die euch lieben, was habt ihr für Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Mat 5:47 Und wenn ihr nur eure Freunde grüßt, was tut ihr Übriges? Tun nicht auch die Heiden also? Mat 5:48 So sollt nun Ihr vollkommen sein, wie euer Vater, der in den Himmeln, vollkommen ist. Mat 6:1 Sehet euch vor, daß ihr eure Gerechtigkeit nicht tut vor den Leuten, euch vor ihnen sehen zu lassen; wo nicht, so habt ihr keinen Lohn bei eurem Vater, der in den Himmeln ist. Mat 6:2 Wenn du nun Almosen gibst, so sollst du nicht vor dir her trompeten, wie die Heuchler tun in den Versammlungen und auf den Gassen, auf daß sie von den Leuten gepriesen werden. Amen ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Mat 6:3 Du aber, wenn du Almosen gibst, so laß deine Linke nicht wissen, was deine Rechte tut, Mat 6:4 auf daß dein Almosen im Verborgenen sei; so wird dein Vater, der im Verborgenen sieht, es dir vergelten Mat 6:5 Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, indem sie gern in den Versammlungen und an der Ecke der Gassen stehen und beten, auf daß sie vor den Leuten scheinen. Amen ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Mat 6:6 Du aber, wenn du betest, so gehe in deine Kammer und schließ deine Türe zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; so wird dein Vater, der im Verborgenen sieht, es dir vergelten. Mat 6:7 Wenn ihr aber betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden mit ihren vielen Reden erhört werden. Mat 6:8 So sollt ihr ihnen nun nicht gleichen. Denn es weiß euer Vater, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet. Mat 6:9 So betet nun Ihr wie folgt: Unser Vater in den Himmeln, es werde geheiligt dein Name; Mat 6:10 es komme dein Reich; es geschehe dein Wille, wie im Himmel, so auch auf der Erde. Mat 6:11 Unser täglich Brot gib uns heute; Mat 6:12 und lasse uns unsere Schulden nach, wie auch Wir unseren Schuldnern nachlassen; Mat 6:13 und bringe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns von dem Argen. Mat 6:14 Denn so ihr den Menschen ihre Fälle (Fehltritte) nachlasset, so wird auch euch euer himmlischer Vater nachlassen; Mat 6:15 So ihr aber den Menschen nicht nachlasset, so wird auch euer Vater eure Fälle nicht nachlassen. Mat 6:16 Wenn ihr aber fastet, so nehmet kein saures Gesicht an wie die Heuchler; denn sie verstellen ihre Angesichte, auf daß sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Amen ich sage euch, sie haben ihren Lohn dahin. Mat 6:17 Du aber, wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, Mat 6:18 auf daß du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, der im Verborgenen ist; so wird dein Vater, der im Verborgenen sieht, es dir vergelten. Mat 6:19 Sammelt euch nicht Schätze auf der Erde, wo sie Motten und Rost verwüsten und wo Diebe einbrechen und stehlen; Mat 6:20 sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost verwüsten und wo Diebe nicht einbrechen noch stehlen. Mat 6:21 Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein. Mat 6:22 Die Leuchte des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; Mat 6:23 wenn aber dein Auge schalkhaftig ist, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie ist die Finsternis so groß? Mat 6:24 Niemand kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben; oder wird es mit einem halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Mat 6:25 Darum sage ich euch: Sorget nicht für eure Seele, was ihr essen und was ihr trinken werdet, noch für euren Leib, womit ihr euch kleiden werdet. Ist nicht die Seele mehr als die Nahrung? und der Leib mehr als die Kleidung? Mat 6:26 Sehet auf die Vögel des Himmels: sie säen nicht, sie ernten auch nicht, sie sammeln auch nicht in die Scheuern; und euer himmlischer Vater nährt sie. Seid nicht Ihr viel mehr denn sie? Mat 6:27 Wer aber unter euch kann mit seinem Sorgen zu seiner Länge eine einzige Elle zusetzen? Mat 6:28 Und was seid ihr um Kleidung besorgt? Betrachtet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen. Sie arbeiten nicht und spinnen auch nicht. Mat 6:29 Ich sage aber euch, daß auch Salomo bei aller seiner Herrlichkeit nicht angezogen war als Eine von diesen. Mat 6:30 So aber das Gras auf dem Felde, das heute steht und morgen in einen Ofen geworfen wird, Gott also kleidet: wird er nicht vielmehr euch kleiden, ihr Kleingläubigen? Mat 6:31 So sollt ihr nun nicht sorgen und sagen: Was sollen wir essen? oder was sollen wir trinken? oder was sollen wir anziehen? Mat 6:32 Denn nach allem diesem trachten die Nationen; denn es weiß euer himmlischer Vater, daß ihr des alles bedürfet. Mat 6:33 Suchet aber zuvor das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit, so wird euch dieses alles zugegeben werden. Mat 6:34 Denn der morgende Tag wird für sich selber sorgen. Es ist genug für den Tag seine eigene Plage. Mat 7:1 Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Mat 7:2 Denn mit welchem Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welchem Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. Mat 7:3 Was siehest du aber den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist; den Balken aber, der in deinem Auge ist, nimmst du nicht wahr? Mat 7:4 Oder wie wirst du sagen zu deinem Bruder: Laß mich den Splitter aus deinem Auge ziehen? Und siehe, der Balken ist in deinem Auge. Mat 7:5 Du Heuchler, ziehe zuvor den Balken aus deinem Auge, und alsdann wirst du dazu sehen, daß du den Splitter aus dem Auge deines Bruders ziehest. Mat 7:6 Ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben; und eure Perlen sollt ihr nicht vor die Schweine werfen, auf daß sie dieselben nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch hauen. Mat 7:7 Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan werden. Mat 7:8 Denn ein jeder, der da bittet, empfängt; und der da sucht, findet; und der da anklopft, dem wird aufgetan werden. Mat 7:9 Oder welcher Mensch ist unter euch, den sein Sohn bittet um ein Brot; wird er ihm einen Stein bieten? Mat 7:10 Und so er um einen Fisch bittet, wird er ihm eine Schlange bieten? Mat 7:11 So nun Ihr, ob ihr schon arg seid, wisset gute Gaben euren Kindern zu geben, wie viel mehr wird euer Vater, der in den Himmeln ist, Gutes geben denen, die ihn bitten! Mat 7:12 Alles nun, das ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, tut auch Ihr ihnen also. Denn dies ist das Gesetz und die Propheten. Mat 7:13 Gehet ein durch die enge Pforte. Denn weit ist die Pforte und breit ist der Weg, der in das Verderben hinführt; und viele sind, die durch dieselbe eingehen. Mat 7:14 Aber eng ist die Pforte, und schmal ist der Weg, der in das Leben hinführt, und wenige sind, die dieselbe finden. Mat 7:15 Sehet euch aber vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind' reißende Wölfe. Mat 7:16 An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Liest man auch von Dornen eine Traube oder von den Disteln Feigen? Mat 7:17 Also ein jeglicher guter Baum bringt feine Früchte; aber der faule Baum bringt arge Früchte. Mat 7:18 Es kann ein guter Baum nicht arge Früchte bringen, noch ein fauler Baum feine Früchte bringen. Mat 7:19 Ein jeglicher Baum, der nicht feine Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Mat 7:20 Darum an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Mat 7:21 Nicht ein jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird in das Himmelreich kommen, sondern der tut den Willen meines Vaters, der in den Himmeln ist, dieser wird in das Himmelreich kommen. Mat 7:22 Viele werden zu mir sagen an Jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, und in deinem Namen Teufel (Dämonen) ausgetrieben, und in deinem Namen viel Gewaltiges getan? Mat 7:23 Und alsdann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch niemals gekannt; weichet hinweg von mir, ihr Übeltäter. Mat 7:24 Einen jeden nun, der diese meine Reden hört und tut sie, den will ich gleich machen einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute. Mat 7:25 Da fiel der Regen und kamen die Ströme und wehten die Winde und stießen an dasselbe Haus; und es fiel nicht; denn es war auf den Felsen gegründet. Mat 7:26 Und ein jeder, der diese meine Rede hört und sie nicht tut, wird gleich werden einem närrischen Mann, der sein Haus auf den Sand baute. Mat 7:27 Da fiel der Regen und kamen die Ströme und wehten die Winde und stießen an dasselbe Haus; und es fiel, und sein Fall war groß. Mat 7:28 Und es begab sich, da Jesus diese Reden vollendet hatte, entsetzten sich die Haufen Leute über seiner Lehre; Mat 7:29 denn er lehrte sie als einer, der Gewalt hatte, und nicht wie die Schriftgelehrten. Mat 8:1 Da aber von dem Berge herabging, folgten ihm viele Haufen Leute nach; Mat 8:2 und siehe, ein Aussätziger kam und betete ihn an und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen. Mat 8:3 Und Jesus streckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach: Ich will, sei gereinigt. Und alsbald ward sein Aussatz gereinigt. Mat 8:4 Und Jesus spricht zu ihm: Siehe zu, daß du es niemand sagest; sondern gehe hin, zeige dich dem Priester und opfere die Gabe, die Mose befohlen hat, zum Zeugnis für sie. Mat 8:5 Da er aber einging zu Kapernaum, kam ein Hauptmann zu ihm, der bat ihn Mat 8:6 und sprach: Herr, mein Knecht liegt zu Hause gichtbrüchig und wird heftig gequält. Mat 8:7 Und Jesus spricht zu ihm: Ich will kommen und ihn heilen. Mat 8:8 Und der Hauptmann antwortete und sprach: Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach gehest; sondern sage es nur mit einem Wort, so wird mein Knecht gesund werden. Mat 8:9 Denn auch Ich bin ein Mensch unter einer Botmäßigkeit und habe unter mir Kriegsknechte; und sage zu diesem: Gehe hin, und er geht; und zu einem andern: Komm, und er kommt, und zu meinem Knecht: Tue das, und er tut'. Mat 8:10 Da aber Jesus es hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die da nachfolgten: Amen ich sage euch, auch nicht in Israel habe ich so großen Glauben angetroffen. Mat 8:11 Aber ich sage euch, viele werden von den Morgenund Abendländern daherkommen und mit Abraham und Isaak und Jakob in dem Himmelreich zu Tisch gesetzt werden; Mat 8:12 die Kinder aber des Reichs werden hinausgeworfen werden in die äußere Finsternis; da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Mat 8:13 Und Jesus sprach zu dem Hauptmann: Gehe hin, und wie du geglaubt hast, geschehe dir. Und sein Knecht ward gesund zu derselben Stunde. Mat 8:14 Und da Jesus in des Petrus Haus kam, sah er dessen Schwiegermutter liegen, mit einem Fieber behaftet, Mat 8:15 und er rührte ihre Hand an, und das Fieber verließ sie, und sie stand auf und diente ihm. Mat 8:16 Da es aber Abend geworden war, brachten sie ihm viele Besessene; und er trieb die Geister aus mit einem Wort, und alle, die sich übel befanden, heilte er; Mat 8:17 auf daß erfüllt würde, das geredet ist durch Jesaja den Propheten, der da spricht: Er hat unsere Schwachheiten hingenommen und unsere Schmerzen getragen. Mat 8:18 Da aber Jesus viele Haufen Leute um sich sah, hieß er hinüberfahren. Mat 8:19 Und ein Schriftgelehrter trat hinzu und sprach zu ihm: Meister, ich will dir folgen, wo du hingehst. Mat 8:20 Und Jesus spricht zu ihm: Die Füchse haben Löcher, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, da er das Haupt hinlege. Mat 8:21 Ein anderer aber von seinen Jün gern sprach zu ihm: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Mat 8:22 Jesus aber sprach zu ihm: Folge mir, und laß die Toten ihre Toten begraben. Mat 8:23 Und als er in das Schiff trat, folgten ihm seine Jünger. Mat 8:24 Und siehe, ein großes Ungestüm entstand im Meer, also daß das Schiff von den Wellen bedeckt ward; Er aber schlief. Mat 8:25 Und die Jünger traten hinzu, weckten ihn auf und sprachen: Herr, hilf uns, wir kommen um. Mat 8:26 Und er spricht zu ihnen: Was seid ihr furchtsam, ihr Kleingläubigen? Da stand er auf und bedrohte die Winde und das Meer; und es ward eine große Stille. Mat 8:27 Die Menschen aber verwunderten sich und sprachen: Was ist das für einer, daß beides, die Winde und das Meer, ihm gehorchen? Mat 8:28 Und als er hinüber kam in das Land der Gergesener, begegneten ihm zwei Besessene, die kamen aus den Gräbern heraus und waren sehr grimmig, also daß niemand durch denselben Weg hinzureisen vermochte. Mat 8:29 Und siehe, sie schrieen und sprachen: Was haben wir mit dir zu tun, Jesu, du Sohn Gottes? Bist du hierher gekommen, uns vor der Zeit zu quälen? Mat 8:30 Es war aber ferne von ihnen eine Herde von vielen Schweinen an der Weide. Mat 8:31 Die Teufel aber baten ihn und sprachen: Wenn du uns austreibst, so erlaube uns, in die Herde Schweine zu fahren. Mat 8:32 Und er sprach zu ihnen: Fahret hin. Da fuhren sie aus und fuhren in die Schweine; und siehe, die ganze Herde stürzte sich über den jähen Abhang in das Meer, und starben in den Wassern. Mat 8:33 Die aber weideten, flohen und gingen hin in die Stadt und sagten alles an und die (Dinge) der Besessenen. Mat 8:34 Und siehe, die ganze Stadt ging heraus Jesu entgegen; und da sie ihn sahen, baten sie, daß er von ihren Grenzen weggehen möchte. Mat 9:1 Und er trat in das Schiff und fuhr herüber und kam in seine eigene Stadt. Mat 9:2 Und siehe, sie brachten ihm einen Gichtbrüchigen, der lag auf einem Bett. Und da Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Sei getrost, Kind, erlassen sind dir deine Sünden. Mat 9:3 Und siehe, etliche von den Schriftgelehrten sprachen bei sich selbst: Dieser lästert. Mat 9:4 Und da Jesus ihre Gedanken wußte, sprach er: Warum denket ihr Arges in euren Herzen? Mat 9:5 Denn welches ist leichter zu sagen: Erlassen sind deine Sünden; oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Mat 9:6 Auf daß ihr aber wisset, daß der Sohn des Menschen Macht hat auf der Erde, Sünden zu erlassen: da spricht er zu dem Gichtbrüchigen: Stehe auf und hebe dein Bett auf und gehe in dein Haus. Mat 9:7 Und er stand auf und ging hin in sein Haus. Mat 9:8 Da aber die Haufen Leute es sahen, fürchteten sie sich und priesen Gott, welcher dergleichen Macht den Menschen beschert habe. Mat 9:9 Und da Jesus von dannen fortging, sah er einen Menschen über dem Zollwesen Mat 9:10 Und es begab sich, da er zu Tische saß in dem Hause, siehe da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesus und seinen Jüngern. Mat 9:11 Und da die Pharisäer es sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Mat 9:12 Da es aber Jesus hörte, sprach er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Mat 9:13 Gehet aber hin und lernet, was das ist: Barmherzigkeit habe ich gern und nicht Opfer. Denn ich bin nicht gekommen, Gerechte, sondern Sünder zu berufen. Mat 9:14 Da treten zu ihm die Jünger des Johannes und sprechen: Warum fasten Wir und die Pharisäer viel, deine Jünger aber fasten nicht? Mat 9:15 Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitleute Leid tragen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, und alsdann werden sie fasten. Mat 9:16 Niemand aber flickt einen Flekken von ungewalktem Tuch auf ein altes Kleid; denn das, womit man es ergänzt, reißt vom Kleid, und es wird ein ärgerer Riß. Mat 9:17 Man tut auch nicht neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißen die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche werden verderbt; sondern man tut neuen Wein in neue Schläuche, so werden beide miteinander erhalten. Mat 9:18 Da er dieses zu ihnen redete, siehe, da kam ein Oberster, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, meine Tochter ist eben jetzt gestorben; aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie leben. Mat 9:19 Und Jesus stand auf und folgte ihm und seine Jünger. Mat 9:20 Und siehe, ein Weib, das zwölf Jahre den Blutfluß gehabt, trat von hinten zu und rührte den Saum seines Kleides an. Mat 9:21 Denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Kleid anrühren werde, so wird mir geholfen sein. Mat 9:22 Jesus aber wandte sich um und sah sie und sprach: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen. Und das Weib ward gesund von derselben Stunde an. Mat 9:23 Und da Jesus in des Obersten Haus kam und sah die Pfeifer und das Volk mit seinem Getümmel, Mat 9:24 sagt er zu ihnen: Gehet beiseite; denn das Mägdlein ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Mat 9:25 Als aber das Volk ausgetrieben war, ging er hinein und faßte sie bei der Hand, und das Mägdlein stand auf. Mat 9:26 Und dies Gerücht kam aus in dasselbe ganze Land. Mat 9:27 Und da Jesus von dannen fortging, folgten ihm zwei Blinde nach, die schrieen und sprachen: Erbarme dich unser, du Sohn Davids. Mat 9:28 Da er aber in das Haus kam, traten die Blinden zu ihm, und Jesus spricht zu ihnen: Glaubet ihr, daß ich dieses tun kann? Sie sprechen zu ihm: Ja, Herr! Mat 9:29 Da rührte er ihre Augen an und sprach: Nach eurem Glauben geschehe euch. Mat 9:30 Und ihre Augen wurden geöffnet; und Jesus bedrohte sie und sprach: Sehet zu, niemand soll des inne werden. Mat 9:31 Sie aber gingen aus und machten ihn ruchbar in selbigem ganzen Land. Mat 9:32 Da sie aber ausgingen, siehe, da brachten sie ihm einen stummen besessenen Menschen. Mat 9:33 Und als der Teufel (Dämon) ausgetrieben war, redete der Stumme, und die Haufen Leute verwunderten sich und sprachen: Niemals ist es also in Israel gesehen worden. Mat 9:34 Aber die Pharisäer sprachen: Durch den Obersten der Teufel (Dämonen) treibt er die Teufel aus. Mat 9:35 Und Jesus ging umher durch alle Städte und Flecken, und lehrte in ihren Versammlungen und predigte das Evangelium des Reichs und heilte alle Seuche und alle Krankheit. Mat 9:36 Da er aber die Haufen Leute sah, jammerte es ihn ihrethalben, denn sie waren abgemattet und erlegen wie Schafe, die keinen Hirten haben. Mat 9:37 Da spricht er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist zwar groß, aber die Arbeiter sind wenig. Mat 9:38 So bittet nun den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende. Mat 10:1 Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, daß sie dieselben austrieben und heilten alle Seuche und alle Krankheit. Mat 10:2 Der zwölf Apostel Namen aber sind diese: Der erste Simon, der heißt Petrus, und Andreas, sein Bruder; Jakobus, des Zebedäus Sohn, und Johannes, sein Bruder; Mat 10:3 Philippus und Bartholomäus; Thomas und Matthäus, der Zöllner; Jakobus, des Alphäus Sohn, und Lebbäus Mat 10:4 Simon von Kana und Judas Ischariot, der ihn auch verriet. Mat 10:5 Diese Zwölf sandte Jesus und gebot ihnen und sprach: Auf keinen Weg der Nationen sollt ihr hingehen, und in keine Stadt der Samariter sollt ihr eingehen; Mat 10:6 gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Mat 10:7 Indem ihr aber gehet, so predigt und sprecht: Es ist nahe herbeigekommen das Himmelreich. Mat 10:8 Kranke macht gesund, Mat 10:9 Ihr sollt euch kein Gold anschaffen noch Silber noch Erz in eure Gürtel, Mat 10:10 keine Tasche auf den Weg noch zwei Röcke noch Schuhe noch einen Stab; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert. Mat 10:11 In welche Stadt oder Flecken ihr hineingeht, da erkundigt euch, wer darin es wert ist; und daselbst bleibet, bis ihr auszieht. Mat 10:12 Indem ihr aber in das Haus hin-eingeht, so grüßet es. Mat 10:13 Und wenn es das Haus wert ist, so soll euer Friede über dasselbe kommen; wenn es aber nicht wert ist, so soll euer Friede zu euch umkehren. Mat 10:14 Und wer euch nicht aufnimmt noch eure Reden anhört, aus demselben Haus oder Stadt gehet aus und schüttelt den Staub von euren Füßen. Mat 10:15 Amen ich sage euch, erträglicher wird es haben das Land der Sodomer und Gomorrer an dem Gerichtstag als dieselbe Stadt. Mat 10:16 Siehe, Ich sende euch wie Schafe mitten unter den Wölfen. So werdet nun klug wie die Schlangen und fromm wie die Tauben. Mat 10:17 Hütet euch aber vor den Menschen. Denn sie werden euch überantworten in die Rathäuser, und in ihren Versammlungen werden sie euch geißeln; Mat 10:18 und ihr werdet dazu vor Landvögte und Könige geführt werden um meinetwillen, zum Zeugnis für sie und für die Nationen. Dies ist in den folgenden Zeiten geschehen, auf welche in dieser Rede mit gesehen wird. Mat 10:19 Wenn sie euch aber überantworten, so sollt ihr nicht sorgen, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch zu derselben Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt; Mat 10:20 denn Ihr seid es nicht, die da reden, sondern der Geist eures Vaters ist es, der in euch redet. Mat 10:21 Es wird aber überantworten ein Bruder den andern zum Tode, und der Vater das Kind; und es werden sich empören die Kinder wider die Eltern und sie zum Tode bringen. Mat 10:22 Und ihr werdet gehasset sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig (gerettet) werden. Mat 10:23 Wenn sie aber euch verfolgen in dieser Stadt, so fliehet in die andere. Denn amen ich sage euch: Ihr werdet mit den Städten Israels nicht fertig werden, bis der Sohn des Menschen kommt. Mat 10:24 Ein Jünger ist nicht über den Meister noch ein Knecht über den Herrn. Mat 10:25 Genug ist es für den Jünger, daß er werde wie sein Meister und der Knecht wie sein Herr. Haben sie den Hausvater Beelzebub geheißen, wie viel mehr werden sie es seinen Hausgenossen tun? Mat 10:26 Darum sollt ihr sie nicht fürchten. Denn es ist nichts Verdecktes, das nicht entdeckt werden wird, und Geheimes, das nicht bekannt werden wird. Mat 10:27 Was ich euch sage in der Finsternis, das saget in dem Licht; und was ihr in das Ohr hört, das predigt auf den Dächern. Mat 10:28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können; fürchtet aber vielmehr den, der beides, Seele und Leib, verderben kann in der heißen Hölle. Mat 10:29 Werden nicht zwei Sperlinge um ein Kreuzerlein verkauft; und einer von ihnen wird nicht auf die Erde fallen ohne den Willen eures Vaters; Mat 10:30 an euch aber sind auch die Haare des Hauptes alle gezählt. Mat 10:31 So fürchtet euch nun nicht; es ist an euch mehr gelegen als an vielen Sperlingen. Mat 10:32 Einen jeden nun, der mich bekennen wird vor den Menschen, werde auch Ich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist; Mat 10:33 wer mich aber verleugnen wird vor den Menschen, den werde auch Ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist. Mat 10:34 Ihr sollt nicht wähnen, daß ich gekommen sei, Frieden zu bringen auf die Erde; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern ein Schwert. Mat 10:35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien gegen sei nen Vater und die Tochter gegen ihre Mutter und die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter; Mat 10:36 und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein. Mat 10:37 Wer Vater oder Mutter lieb hat über mich, ist mein nicht wert; und wer Sohn oder Tochter lieb hat über mich, ist mein nicht wert; Mat 10:38 und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, ist mein nicht wert. Mat 10:39 Wer seine Seele gefunden hat, wird sie verlieren; und wer seine Seele verloren hat um meinetwillen, wird sie finden. Mat 10:40 Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Mat 10:41 Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen, wird eines Propheten Lohn empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen, wird eines Gerechten Lohn empfangen; Mat 10:42 und wer einen einzigen von diesen Kleinen nur mit einem Becher kalten (Wassers) tränken wird in eines Jüngers Namen, amen ich sage euch, er wird nicht um seinen Lohn kommen. Mat 11:1 Und es begab sich, da Jesus seinen zwölf Jüngern Befehl zu geben vollendet hatte, ging er von dannen weg, zu lehren und zu predigen in ihren Städten. Mat 11:2 Johannes aber, da er im Gefängnis die Werke Christi hörte, sandte durch seine Jünger, Mat 11:3 und ließ ihm sagen: Bist Du, der da kommt, oder sollen wir eines andern warten? Mat 11:4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und saget Johannes an, was ihr höret und sehet: Mat 11:5 Blinde bekommen das Gesicht und Lahme gehen; Aussätzige werden gereinigt und Taube hören; Tote werden erweckt und Armen wird das Evangelium verkündigt. Mat 11:6 Und selig ist, der sich an mir nicht ärgert. Mat 11:7 Da aber diese hingingen, fing Jesus an zu reden zu den Haufen Leuten von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu schauen? Ein Rohr, das sich vom Wind hin und her wehen läßt? Mat 11:8 Ferner, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Menschen mit weichen Kleidern angetan? Siehe, die die weichen Kleider tragen, sind in den Häusern der Könige. Mat 11:9 Ferner, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Einen Proheten? Ja ich sage euch, auch mehr als einen Propheten. Mat 11:10 Denn dieser ist's, von dem geschrieben ist: Siehe, Ich sende meinen Engel vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir zuichten wird. Mat 11:11 Amen ich sage euch, es ist unter allen, die von Weibern geboren sind, kein Größerer aufgekommen als Johannes der Täufer; aber der Kleinste in dem Himmelreich ist größer denn er. Mat 11:12 Aber von den Tagen Johannes'des Täufers bis jetzt dringt sich das Himmelreich mit Gewalt heran, und die Gewalt anlegen, reißen es hin. Mat 11:13 Denn alle die Propheten und das Gesetz haben bis auf Johannes geweissagt; Mat 11:14 und so ihr' wollt annehmen, Er ist Elia, der da kommen soll. Mat 11:15 Wer Ohren hat zu hören, der höre. Mat 11:16 Wem soll ich aber dies Geschlecht vergleichen? Es ist Kindern gleich, die an dem Markt sitzen und ihren Gesellen zurufen Mat 11:17 und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Trauerlieder gesungen, und ihr habt nicht geklagt. Mat 11:18 Denn es kam Johannes und aß nicht und trank auch nicht; so sagen sie: Er hat einen Teufel (Dämon) Mat 11:19 Es kam der Sohn des Menschen und aß und trank; so sagen sie: Siehe, ein Mensch, der ein Esser und Weintrinker, ein Freund der Zöllner und Sünder ist; und die Weisheit hat sich zu rechtfertigen von ihrer Kinder wegen. Mat 11:20 Da fing er an, es den Städten vorzuhalten, in welchen seine meisten mächtigen Taten geschehen waren, daß sie nicht Buße getan hätten. Mat 11:21 Wehe dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wären zu Tyrus und Sidon die mächtigen Taten geschehen, die bei euch geschahen, so hätten sie vorzeiten im Sack und Asche Buße getan. Mat 11:22 Doch ich sage euch: Tyrus und Sidon werden es erträglicher haben am Gerichtstag als Ihr, Mat 11:23 Und Du, Kapernaum, die du bis an den Himmel erhöht bist, wirst bis zur Hölle hinabgestoßen werden; denn wären zu Sodom die mächtigen Taten geschehen, die in dir geschahen, sie wäre bis auf den heutigen Tag geblieben. Mat 11:24 Doch ich sage euch: Das Sodomer Land wird es erträglicher haben am Gerichtstag als Du. Mat 11:25 Zu derselben Zeit antwortete Jesus und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du diese Dinge vor Weisen und Verständigen verborgen hast und hast sie Unmündigen entdeckt. Mat 11:26 Ja Vater; denn also war es ein Wohlgefallen vor dir. Mat 11:27 Alle Dinge sind mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als der Vater; und den Vater erkennt auch niemand als der Sohn und wem der Sohn es will entdecken Mat 11:28 Kommet her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, so will Ich euch beruhigen. Mat 11:29 Nehmet mein Joch auf euch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und niedrig im Herzen; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Mat 11:30 Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht. Mat 12:1 Zu derselben Zeit ging Jesus an den Sabbaten durch die Saat; seine Jünger aber waren hungrig und fingen an, Ähren auszuraufen und zu essen. Mat 12:2 Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was nicht erlaubt ist zu tun am Sabbat. Mat 12:3 Er aber sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, da ihn, und die mit ihm waren, hungerte: Mat 12:4 wie er in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die ihm zu essen nicht erlaubt war, noch denen, die mit ihm waren, sondern den Priestern allein? Mat 12:5 Oder habt ihr nicht gelesen in dem Gesetz, daß an den Sabbaten die Priester in dem Tempel den Sabbat entheiligen und unschuldig sind? Mat 12:6 Ich sage aber euch, daß hier ein Größerer ist als der Tempel. Mat 12:7 Hättet ihr aber erkannt, was das sei: Barmherzigkeit habe ich gern, und nicht Opfer, so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt! Mat 12:8 Denn der Sohn des Menschen ist ein Herr des Sabbats. Mat 12:9 Und da er von dannen ging, kam er in ihre Versammlung. Mat 12:10 Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand; und sie fragten ihn und sprachen: Darf man an den Sabbaten heien? auf daß sie ihn verklagen möchten. Mat 12:11 Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch wird unter euch sein, der ein einziges Schaf hat, und so dieses an den Sabbaten in eine Grube fällt, wird er es nicht ergreifen und ihm aufhelfen? Mat 12:12 Wie viel mehr ist nun an einem Menschen gelegen als an einem Schaf? Darum darf man an den Sabbaten Gutes tun. Mat 12:13 Alsdann spricht er zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus, und sie ward wieder gesund gemacht wie die andere. Mat 12:14 Die Pharisäer aber gingen hinaus und hielten einen Rat wider ihn, wie sie ihn umbrächten. Mat 12:15 Da aber Jesus es wußte, wich er von dannen; und es folgten ihm viele Haufen Leute, und er heilte sie alle. Mat 12:16 Und er untersagte ihnen ernstlich, daß sie ihn nicht offenbar machen sollten; Mat 12:17 auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch Jesaja den Propheten, der da spricht: Mat 12:18 Siehe, mein Knecht, den ich erkoren habe; mein Geliebter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich will meinen Geist auf ihn legen, und er wird das Gericht den Nationen verkündigen. Mat 12:19 Er wird nicht zanken noch schreien; und seine Stimme wird niemand auf den Gassen hören. Mat 12:20 Kein zerstoßenes Rohr wird er zerbrechen, und keinen glimmenden Docht wird er auslöschen, bis daß er ausführe das Gericht zum Sieg. Mat 12:21 Und auf seinen Namen werden die Nationen hoffen. Mat 12:22 Da ward ein Besessener zu ihm gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, also daß der Blinde und Stumme beides redete und sah. Mat 12:23 Und alle Haufen Leute entsetzten sich und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Davids? Mat 12:24 Aber die Pharisäer, da sie es hörten, sprachen: Dieser treibt die Teufel (Dämonen) nicht anders aus als durch Beelzebub, der Teufel (Dämonen) Obersten. Mat 12:25 Da aber Jesus ihre Gedanken wußte, sprach er zu ihnen: Ein jegliches Reich, so wider sich selbst zerteilt ist, wird verwüstet; und eine jede Stadt oder Haus, so wider sich selbst zerteilt ist, wird nicht bestehen. Mat 12:26 Und wenn der Satan den Satan austreibt, so ist er wider sich selbst zerteilt. Wie wird denn sein Reich bestehen? Mat 12:27 Und so Ich durch Beelzebub die Teufel (Dämonen) austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden dieselben eure Richter sein. Mat 12:28 So aber im Geiste Gottes Ich die Teufel (Dämonen) austreibe, so ist ja das Reich Gottes bereits über euch gekommen. Mat 12:29 Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und sein Geräte wegrauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, da er dann sein Haus berauben wird? Mat 12:30 Wer nicht mit mir ist, ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. Mat 12:31 Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen erlassen werden; aber des Geistes Lästerung wird den Menschen nicht erlassen werden. Mat 12:32 Und wer ein Wort reden wird wider den Sohn des Menschen, dem wird' erlassen werden; wer aber wider den heiligen Geist reden wird, dem wird' nicht erlassen werden, weder in der jetzigen Weltzeit noch in der zukünftigen. Mat 12:33 Entweder machet den Baum gut und seine Frucht gut; oder machet den Baum faul und seine Frucht faul; denn an der Frucht kennt man den Baum. Mat 12:34 Ihr Otterngezüchte, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn aus dem Überfluß des Herzens redet der Mund. Mat 12:35 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz Gutes hervor; und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz Böses hervor. Mat 12:36 Ich sage euch aber, um ein jegliches unnützes Wort, das die Menschen reden, davon werden sie Rechenschaft geben am Gerichtstag. Mat 12:37 Denn aus deinen Reden wirst du gerechtfertigt werden, und aus deinen Reden wirst du verdammt werden. Mat 12:38 Da antworteten etliche von den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprachen: Meister, wir wollen von dir ein Zeichen sehen. Mat 12:39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das arge und ehebrecherische Geschlecht trachtet nach einem Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden als das Zeichen Jonas des Propheten. Mat 12:40 Denn gleichwie Jona war in dem Bauche des Walfisches drei Tage und drei Nächte, also wird der Sohn des Menschen in der Mitte der Erde sein drei Tage und drei Nächte. Mat 12:41 Die Männer von Ninive werden aufstehen am Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt Jonas; und siehe, mehr denn Jona ist hier. Mat 12:42 Die Königin von Mittag wird auftreten am Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verurteilen; denn sie kam von den Enden der Erde, die Weisheit Salomos zu hören; und siehe, mehr als Salomo ist hier. Mat 12:43 Wenn aber der unreine Geist von dem Menschen ausgegangen ist, so zieht er durch Örter, wo kein Wasser ist, sucht Ruhe und findet sie nicht. Mat 12:44 Alsdann spricht er: Ich will umkehren in mein Haus, davon ich ausgegangen bin; und wenn er kommt, so findet er' müßig (unbenützt), ausgekehrt und geschmückt. Mat 12:45 Alsdann geht er hin und nimmt mit sich sieben andere Geister, die ärger sind denn er selbst, und sie gehen da ein und wohnen allda; und wird das Letzte desselben Menschen ärger, als das Erste war. Also wird es auch diesem argen Geschlecht gehen. Mat 12:46 Da er noch zu dem Haufen Leute redete, siehe, da standen seine Mutter und Brüder draußen und suchten mit ihm zu reden. Mat 12:47 Da sagte jemand zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen mit dir zu reden. Mat 12:48 Er aber antwortete und sagte zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter? Und wer sind meine Brüder? Mat 12:49 Und er reckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe meine Mutter und meine Brüder. Mat 12:50 Denn wer den Willen tun wird meines Vaters, der in den Himmeln ist, derselbe ist mein Bruder und Schwester und Mutter. Mat 13:1 An demselben Tage aber ging Jesus aus dem Hause und setzte sichan das Meer. Mat 13:2 Und es versammelten sich zu ihm viele Haufen Leute, also daß er in das Schiff trat und sich setzte; und alles Volk stand auf dem Ufer. Mat 13:3 Und er redete zu ihnen vieles in Gleichnissen und sprach: Siehe, es ging der Sämann aus zu säen. Mat 13:4 Und indem er säte, fiel etliches an den Weg; und es kamen die Vögel und fraßen es auf. Mat 13:5 Anderes aber fiel auf die felsigen Orte, wo es nicht genug Erde hatte; und es ging bald auf, darum daß es keine tiefe Erde hatte; Mat 13:6 da aber die Sonne aufging, ward es versengt; und dieweil es nicht Wurzel hatte, ward es dürre. Mat 13:7 Anderes aber fiel unter die Dornen, und die Dornen wuchsen auf und erstickten es. Mat 13:8 Anderes aber fiel auf das gute Land und gab Frucht, das eine hun dertfältig, anderes aber sechzigfältig, anderes aber dreißigfältig. Mat 13:9 Wer Ohren hat zu hören, der höre. Mat 13:10 Und die Jünger traten hinzu und sprachen zu ihm: Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen? Mat 13:11 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Euch ist's gegeben, daß ihr die Geheimnisse des Himmelreichs erkennet, jenn aber ist's nicht gegeben. Mat 13:12 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und wird Überfluß bekommen; wer aber nicht hat, von dem wird auch das, was er hat, genommen werden. Mat 13:13 Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehend nicht sehen und hörend nicht hören noch vernehmen. Mat 13:14 Und wird erfüllt an ihnen die Weissagung Jesajas, die da spricht: Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht vernehmen; und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht gewahr werden. Mat 13:15 Denn das Herz dieses Volkes ist dicht geworden, und mit den Ohren haben sie übel gehört, und ihre Augen haben sie zugehalten; auf daß sie nicht etwa sehen mit den Augen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen vernehmen und umkehren, und ich sie heilen möge. Mat 13:16 Eure Augen aber sind selig, daß sie sehen; und eure Ohren, daß sie hören. Mat 13:17 Denn amen ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben begehrt zu sehen, was ihr seht, und haben' nicht gesehen; und zu hören, was ihr hört, und haben' nicht gehört. Mat 13:18 So höret denn Ihr das Gleichnis von dem Sämann. Mat 13:19 Wenn irgend jemand das Wort des Reichs hört und nicht vernimmt, so kommt der Arge und raubt, was in seinem Herzen gesät war. Dieser ist', der an dem Weg besät ist. Mat 13:20 Der aber auf die felsigen Orte besät ist, der ist', der das Wort hört und es bald mit Freuden annimmt; Mat 13:21 aber er hat nicht Wurzel in sich, sondern er hält eine Zeitlang; kommt aber Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen, so ärgert er sich bald. Mat 13:22 Der aber unter die Dornen besät ist, der ist', der das Wort hört, und die Sorge dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums erstickt das Wort, und gelangt zu keiner Frucht. Mat 13:23 Der aber auf das gute Land besät ist, der ist', der das Wort hört und vernimmt; welcher denn Frucht trägt, und bringt das eine hundertfältig, anderes aber sechzigfältig, anderes aber dreißigfältig. Mat 13:24 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist verglichen einem Menschen, der guten Samen auf seinem Acker säte. Mat 13:25 Indem aber die Leute schliefen, kam sein Feind und säte Unkraut mitten unter den Weizen und ging davon. Mat 13:26 Da nun der Samen grünte und Frucht brachte, da erschien auch das Unkraut. Mat 13:27 Es traten aber die Knechte des Hausvaters herbei und sprachen zu ihm: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinem Acker gesät? Woher hat er denn Unkraut? Mat 13:28 Er aber sprach zu ihnen: Ein feindseliger Mensch hat dieses getan. Die Knechte aber sprachen zu ihm: Willst du denn, daß wir hingehen und es zusammenlesen? Mat 13:29 Er aber sprach: Nein; ihr möchtet, indem ihr das Unkraut zusammenleset, zugleich mit demselben den Weizen samt der Wurzel ausreißen. Mat 13:30 Lasset beides miteinander wachsen bis zu der Ernte; und zu der Ernte Zeit werde ich zu den Erntern sagen: Lest zuvor das Unkraut zusammen, und bindet es in Bündlein, dasselbe zu verbrennen; aber den Weizen sammelt in meine Scheuer. Mat 13:31 Ein anderes Gleichnis legte er ihnen vor und sprach: Das Himmelreich ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und säte es auf seinem Acker; Mat 13:32 so zwar kleiner ist als alle Samen; wenn es aber erwachsen ist, so ist es größer als die Kohlkräuter und wird ein Baum, daß die Vögel des Himmels kommen und wohnen auf seinen Ästen. Mat 13:33 Ein anderes Gleichnis redete er zu ihnen: Es ist gleich das Himmelreich einem Sauerteig, welchen ein Weib nahm und in drei Maß Mehl vermengte, bis daß es ganz durchsäuert war. Mat 13:34 Dieses alles redete Jesus in Gleichnissen zu den Haufen der Leute, und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen; Mat 13:35 auf daß erfüllt würde, das gesagt ist durch den Propheten, der da spricht: Ich werde meinen Mund auftun in Gleichnissen; ich werde herausschütten, was von der Gründung der Welt verborgen war. Mat 13:36 Da ließ Jesus die Haufen Leute und kam in das Haus; und seine Jünger traten zu ihm und sprachen: Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker. Mat 13:37 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen. Mat 13:38 Der Acker ist die Welt. Der gute Same, diese sind die Kinder des Reichs; das Unkraut sind die Kinder des Argen. Mat 13:39 Der Feind, der sie gesät hat, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende der Weltzeit. Die Ernter sind die Engel. Mat 13:40 Gleichwie man nun das Unkraut zusammenliest und mit Feuer verbrennt: also wird es auch am Ende der Weltzeit sein. Mat 13:41 Der Sohn des Menschen wird seine Engel senden, und sie werden zusammenlesen aus seinem Reich alle die Ärgernisse und die das Unrecht tun, Mat 13:42 und sie werden sie in den Feuerofen werfen; allda wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Mat 13:43 Alsdann werden die Gerechten hervorleuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters. Wer Ohren hat zu hören, der höre. Mat 13:44 Abermals ist das Himmelreich gleich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn; und vor der Freude darüber geht er hin, und alles, was er hat, verkauft er und kauft denselben Acker. Mat 13:45 Abermals ist das Himmelreich gleich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte; Mat 13:46 und da er eine einzige kostbare Perle fand, ging er hin und verhandelte alles, was er hatte, und kaufte dieselbe. Mat 13:47 Abermals ist das Himmelreich gleich einem Netz, das ins Meer geworfen ward und von jeder Gattung zusammenbrachte; Mat 13:48 und als es voll ward, brachten sie es an das Ufer herauf und setzten sich und lasen die Guten zusammen in Gefäße, aber die Faulen warfen sie hinaus. Mat 13:49 Also wird es sein am Ende der Welt. Die Engel werden ausgehen und die Argen mitten aus den Gerechten aussondern Mat 13:50 und sie in den Feuerofen werfen. Da wird sein das Weinen und da Zähneknirschen. Mat 13:51 Spricht zu ihnen Jesus: Habt ihr dies alles vernommen? Sie spechen zu ihm: Ja, Herr. Mat 13:52 Er aber sprach zu ihnen: Darum ist ein jeglicher Schriftgelehrter, den das Himmelreich zum Jünger bekommen, einem Menschen gleich, der eine Haushaltung führt, welcher aus seinem Schatz Neues und Altes herausgibt. Mat 13:53 Und es begab sich, da Jesus diese Gleichnisse vollendet hatte, zog er von dannen weg Mat 13:54 und er kam in sein Vaterland und lehrte sie in ihrer Versammlung, also daß sie sich entsetzten und sprachen: Woher hat diser diese Weisheit und mächtige Taten? Mat 13:55 Ist dieser nicht des Zimmermanns Sohn? Heißt nicht seine Mutter Maria und seine Brüder Jakob und Joses und Simon und Judas? Mat 13:56 Und seine Schwestern, sind sie nicht alle bei uns? Wo hat den dieser dieses alles her? Mat 13:57 Und sie ärgerten sich an ihm. Jesus aber sprach zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends unwert als in seinem Vaterland und inseinem Hause. Mat 13:58 Und er tat daselbst nicht viel mächtige Taten um ihres Unglaubens willen. Mat 14:1 Zu derselben Zeit hörte Herodes der Vierfürst das Gerücht von Jesu, Mat 14:2 und sprach zu seinen Bedienten: Dieser ist Johannes der Täufer. Er ist von den Toten erweckt worden, und darum wirken die ächtigen Taten in ihm. Mat 14:3 Denn Herodes hatte Johannes gegriffen, ihn gebunden und im Gefängnis eingelegt, von wegen Herodias, seines Bruders Philippus Weib. Mat 14:4 Denn Johannes sprach zu ihm: Du darfst sie nicht haben. Mat 14:5 Und er hätte ihn gern getötet, fürchtete sich aber vor dem Volk, denn sie hielten ihn für einen Propheten. Mat 14:6 Da aber der Jahrestag des Herodes begangen wurde, tanzte die Tochter der Herodias vor ihnen und gefiel dem Herodes;. Mat 14:7 daher er ihr mit einem Eid zusagte, ihr zu geben, was sie begehren würde. Mat 14:8 Und wie sie von ihrer Mutter zuvor angewiesen war, sagt sie: Gib mir hier auf einer Platte das Haupt Johannes des Täufers. Mat 14:9 Und es war dem König leid; aber um der Eide willen und derer, die mit zu Tische saßen, befahl er, daß man' geben sollte, Mat 14:10 und sandte hin und enthauptete den Johannes in dem Gefängnis. Mat 14:11 Und sein Haupt ward auf einer Platte hergetragen und dem Mägdlein gegeben; und sie brachte es ihrer Mutter. Mat 14:12 Und seine Jünger kamen herzu und nahmen den Leib und beguben ihn; und sie kamen und verkündigten es Jesu Mat 14:13 Und da es Jesus hörte, wich er von dannen zu Schiff an einen einsamen Ort besonders; und da die Haufen Leute es hörten, folgten sie ihm zu Fuß von den Städten. Mat 14:14 Und da Jesus ausging, sah er viel Volks, und es jammerte ihn derselben, und er heilte ihre Kranken. Mat 14:15 Und da es Abend war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Der Ort ist wüste, und die Stunde ist schon vorbei; entlasse die Haufen Leute, daß sie hin in die Dörfer gehen und sich Speise kaufen. Mat 14:16 Jesus aber sprach zu ihnen: Es ist nicht not, daß sie hingehen; gebt Ihr ihnen zu essen. Mat 14:17 Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben hier nichts denn fünf Brote und zwei Fische. Mat 14:18 Er aber sprach: Bringet mir sie her. Mat 14:19 Und er befahl, man sollte die Haufen Leute sich auf das Gras lagern lassen, und nahm die fünf Brote und die zwei Fische, sah auf gen Himmel und segnete sie; und brach und gab den Jüngern die Brote, die Jünger aber dem Volk. Mat 14:20 Und alle aßen und wurden satt; und sie hoben auf das Übrige von den Brocken, zwölf Körblein voll. Mat 14:21 Die aber aßen, waren bei fünftausend Mann, ohne Weiber und Kinder Mat 14:22 Und alsbald nötigte er die Jünger, daß sie in das Schiff traten und vor ihm hinüberfuhren, bis daß er die Haufen Leute entließe. Mat 14:23 Und da er die Haufen Leute entlassen hatte, stieg er auf den Berg allein, zu beten. Und da es Abend war, war er allein daselbst. Mat 14:24 Das Schiff aber war schon mitten auf dem Meer und litt Not von den Wellen. Denn der Wind war ihnen zuwider. Mat 14:25 Aber in der vierten Nachtwache ging er zu ihnen hin und wandelte auf dem Meer. Mat 14:26 Und da ihn die Jünger sahen auf dem Meer wandeln, erschraken sie und sprachen: Es ist ein Gespenst; und vor Furcht schrieen sie. Mat 14:27 Alsbald aber redete Jesus zu ihnen und sprach: Seid getrost; Ich bin', fürchtet euch nicht. Mat 14:28 Es antwortete aber ihm Petrus und sprach: Herr, bist Du es, so heiß mich zu dir kommen auf das Wasser. Mat 14:29 Er aber sprach: Komm. Und Petrus trat aus dem Schiff und ging auf das Wasser, daß er zu Jesu käme. Mat 14:30 Da er aber sah, daß der Wind stark war, fürchtete er sich; und da er anfing unterzugehen, schrie er und sprach: Herr, hilf mir. Mat 14:31 Alsbald aber reckte Jesus die Hand aus und ergriff ihn; und er spricht zu ihm: Du Kleingläubiger, wozu zweifeltest du? Mat 14:32 Und als sie in das Schiff traten, legte sich der Wind. Mat 14:33 Die aber in dem Schiff waren, kamen und fielen vor ihm nieder und sprachen: Wahrhaftig bist du Gottes Sohn Mat 14:34 Und da sie hinübergefahren, kamen sie in das Land Genezareth. Mat 14:35 Und da die Männer desselben Orts ihn erkannten, schickten sie in dieselbe ganze Gegend und brachten zu ihm alle Kranken; Mat 14:36 und sie baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren möchten; und alle, die da anrührten, wurden gesund. Mat 15:1 Da treten zu ihm die von Jerusalem, Schriftgelehrte und Pharisäer, und sprechen: Mat 15:2 Warum übertreten deine Jünger die Satzung der Ältesten? Denn sie waschen ihre Hände nicht, wenn sie Brot essen. Mat 15:3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Warum übertretet auch Ihr das Gebot Gottes um eurer Satzung willen? Mat 15:4 Denn Gott gebot und sprach: Ehre Vater und Mutter. Und, wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben. Mat 15:5 Ihr aber sagt: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: Wie ein Opfer soll sein, was du von mir genießen möchtest, Mat 15:6 soll seinen Vater oder seine Mutter nicht ehren. Und ihr habt Mat 15:7 Ihr Heuchler, wohl hat Jesaja von euch geweissagt und gesprochen: Mat 15:8 Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit weg von mir. Mat 15:9 Vergeblich aber dienen sie mir, indem sie lehren solche Lehren, die Menschengebote sind Mat 15:10 Und er rief das Volk zu sich und sprach zu ihnen: Höret und vernehmet es. Mat 15:11 Nicht das, was in den Mund hineinkommt, macht den Menschen gemein; sondern das, was aus dem Munde herausgeht, das macht den Menschen gemein. Mat 15:12 Da traten seine Jünger hinzu und sprachen zu ihm: Weißt du, daß die Pharisäer, da sie die Rede hörten, sich geärgert haben? Mat 15:13 Er aber antwortete und sprach: Alle Pflanze, die mein himlischer Vater nicht gepflanzt hat, wird ausgereutet werden. Mat 15:14 Lasset sie; sie sind blinde Blindenführer; wenn aber ein Blinder den andern führt, werden sie beide in eine Grube fallen. Mat 15:15 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Deute uns dieses Gleichnis. Mat 15:16 Jesus aber sprach: Seid auch Ihr immer noch unverständig? Mat 15:17 Merket ihr noch nicht, daß alles, was in den Mund hineingeht, das nimmt den Weg in den Bauch und wird in den Abtritt ausgeworfen. Mat 15:18 Was aber aus dem Mund herausgeht, kommt aus den Herzen heraus, und dasselbe macht den Menschen gemein. Mat 15:19 Denn aus dem Herzen gehen her aus arge Gedanken, Totschläge, Ehebrüche, Hurenhändel, Diebstähle, falsche Zeugnisse, Lästerungen. Mat 15:20 Diese Dinge sind es, die den Menschen gemein machen; aber mit ungewaschenen Händen essen, macht den Menschen nicht gemein. Mat 15:21 Und Jesus ging aus von dannen und entwich in die Gegenden Tyrus und Sidon. Mat 15:22 Und siehe, ein kanaanäisches Weib ging aus denselben Grenzen, machte ihm ein Geschrei und sprach: Erbarme dich mein, Herr du Sohn Davids; meine Tochter hat eine teuflische Plage. Mat 15:23 Er aber antwortete ihr kein Wort. Und seine Jünger traten zu ihm und baten ihn und sprachen: Entlasse sie, denn sie schreit hinter uns her. Mat 15:24 Er aber antwortete und sprach: Ich bin nicht gesandt, denn nur unter die verlorenen Schafe des Hauses Israel. Mat 15:25 Sie kam aber und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir! Mat 15:26 Er aber antwortete und sprach: Es tut's nicht, daß man das Brot der Kinder nehme und es den Hündlein hinwerfe. Mat 15:27 Sie aber sprach: Ja, Herr. Denn auch die Hündlein essen von den Brosamlein, die von dem Tisch ihrer Herren fallen. Mat 15:28 Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: O Weib, groß ist dein Glaube. Es geschehe dir, wie du willst. Und ihre Tochter ward gesund von derselben Stunde an. Mat 15:29 Und Jesus ging von dannen weiter und kam an das galiläische Meer; und stieg auf den Berg und setzte sich allda. Mat 15:30 Und es kamen zu ihm viele Haufen Leute, die hatten mit sich Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andere und warfen sie zu den Füßen Jesu, und er heilte sie, Mat 15:31 also daß sich die Haufen Leute verwunderten, da sie sahen, daß Stumme redeten, Krüppel gesund waren, Lahme gingen und Blinde sa hen, und sie priesen den Gott Israels. Mat 15:32 Jesus aber rief seine Jünger zu sich und sprach: Es jammert mich des Volks, denn sie bleiben schon drei Tage bei mir und haben nichts zu essen. Und ich will sie nicht ungegessen entlassen, damit sie nicht auf dem Wege verschmachten. Mat 15:33 Und es sprechen zu ihm seine Jünger: Wo nehmen wir in einer Wüste so viel Brote, so viel Volks zu sättigen? Mat 15:34 Und Jesus spricht zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Sie sprachen: Sieben, und wenige Fischlein. Mat 15:35 Und er befahl dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Mat 15:36 Und er nahm die sieben Brote und die Fische, dankte, brach'und gab' seinen Jüngern, die Jünger aber dem Volk. Mat 15:37 Und sie aßen alle und wurden satt; und hoben auf, was übrig ar von Brocken, sieben Körbe voll. Mat 15:38 Die aber aßen, waren viertausend Mann, ohne Weiber und Kinder. Mat 15:39 Und da er das Volk entlassen hatte, trat er wieder in das Schiff und kam in die Grenze Magdalas. Mat 16:1 Und es traten hinzu die Pharisäer und Sadduzäer, versuchten ihn und fragten, ob er ihnen möchte ein Zeichen vom Himmel weisen. Mat 16:2 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Des Abends sprecht ihr: Gut Wetter, denn der Himmel ist rot. Mat 16:3 Und des Morgens: Heute wird naß Wetter sein; denn der Himmel ist rot und sieht trüb aus. Ihr Heuchler, die Gestalt des Himmels wisset ihr zu unterscheiden, aber die Zeichen der Zeiten könnt ihr nicht unterscheiden? Mat 16:4 Das böse und ehebrecherische Geschlecht sucht ein Zeichen, und kein Zeichen wird ihm gegeben werden denn das Zeichen Jonas des Propheten. Und er verließ sie und ging davon. Mat 16:5 Und da seine Jünger hinüberkamen, hatten sie vergessen, Brot mitzunehmen. Mat 16:6 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer. Mat 16:7 Sie aber gedachten bei sich selbst und sprachen: Wir haben keine Brote mitgenommen. Mat 16:8 Jesus aber erkannte es und sprach zu ihnen: Was gedenket ihr bei euch selbst, ihr Kleingläubigen, daß ihr keine Brote mitgenommen habt? Mat 16:9 Merket ihr es noch nicht, und erinnert ihr euch nicht der fünf Brote für die fünftausend und wie viele Körblein ihr bekommen habt? Mat 16:10 noch der sieben Brote für die viertausend und wie viele Körbe ihr bekommen habt? Mat 16:11 Wie merket ihr nicht, daß ich nicht des Brotes halber zu euch sagte, ihr sollet euch hüten vor dem Sauerteig der Pharisäer und Sadduzäer? Mat 16:12 Da verstanden sie, daß er nicht gesagt hatte, daß sie sich hüten sollten vor dem Sauerteig des Brotes, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. Mat 16:13 Da aber Jesus kam in die Gegenden der Stadt Cäsarea Philippi, fragte er seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, daß der Sohn des Menschen sei? Mat 16:14 Sie aber sprachen: Etliche sagen, Johannes der Täufer; andere, Elia; andere, Jeremia oder der Propheten einer. Mat 16:15 Er spricht zu ihnen: Ihr aber, wer sagt ihr, daß ich sei? Mat 16:16 Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Gesalbte, der Sohn des lebendigen Gottes. Mat 16:17 Und es antwortete Jesus und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon Bar Jona, weil Fleisch und Blut es dir nicht entdeckt hat, sondern mein Vater in den Himmeln. Mat 16:18 Aber auch Ich sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde ich bauen meine Gemeine, und keine Höllenpforten werden sie überwältigen. Mat 16:19 Und ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; und was du binden wirst auf Erden, wird gebunden sein in den Himmeln; und was du lösen wirst auf Erden, wird gelöst sein in den Himmeln. Mat 16:20 Da verbot er seinen Jüngern, daß sie niemand sagen sollten, daß Er der Gesalbte wäre. Mat 16:21 Von da an fing Jesus an zu zeigen seinen Jüngern, daß er müsse hingehen gen Jerusalem und viel leiden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Mat 16:22 Und Petrus nahm ihn zu sich, fing an, es ihm zu untersagen, und sprach: Davor müssest du, Herr, bewahrt bleiben! Das wird dir nicht geschehen! Mat 16:23 Er aber wandte sich und sprach zu Petrus: Gehe hinter mich, Satan, du bist mir ein Ärgernis; weil du nicht das meinst, was Gottes, sondern das, was der Menschen ist. Mat 16:24 Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: So jemand mir nachgehen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Mat 16:25 Denn wer seine Seele erhalten will, wird sie verlieren; und wer seine Seele verliert um meinetwillen, wird sie finden. Mat 16:26 Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die Welt ganz gewinnt und seine Seele einbüßt? Oder was wird der Mensch geben, seine Seele einzutauschen? Mat 16:27 Denn der Sohn des Menschen wird kommen in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln; und alsdann wird er vergelten einem jeden nach seinem Tun. Mat 16:28 Amen ich sage euch, es stehen etliche unter denen, die zugegen sind, die nicht schmecken werden den Tod, bis sie den Sohn des Menschen kommen sehen in seinem Reich. Mat 17:1 Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führte sie auf einen hohen Berg hinauf besonders, Mat 17:2 und er bekam eine andere Gestalt vor ihnen, und es leuchtete sein Angesicht wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht. Mat 17:3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia, die hielten mit ihm eine Unterredung. Mat 17:4 Es antwortete aber Petrus und sprach zu Jesu: Herr, es ist gut, daß wir hier seien; willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen, dir eine und Mose eine und Elia eine. Mat 17:5 Da er noch redete, siehe, da überschattete sie eine lichte Wolke; und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Ihn höret. Mat 17:6 Und da die Jünger es hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und fürchteten sich sehr. Mat 17:7 Und Jesus trat hinzu und rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht. Mat 17:8 Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand denn Jesus allein. Mat 17:9 Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt das Gesicht niemand sagen, bis daß der Sohn des Menschen von den Toten aufersteht. Mat 17:10 Und es fragten ihn seine Jünger und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, Elia müsse zuvor kommen? Mat 17:11 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia zwar kommt zuvor und wird alles zurechtbringen. Mat 17:12 Ich sage aber euch, Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Also wird auch der Sohn des Menschen leiden von ihnen. Mat 17:13 Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer ihnen gesagt hatte. Mat 17:14 Und da sie zu dem Volk kamen, trat zu ihm ein Mensch und tat ihm einen Fußfall Mat 17:15 und sprach: Herr, erbarme dich über meinen Sohn, denn er ist mondsüchtig und hat ein böses Lei den; denn oft fällt er in das Feuer und oft in das Wasser. Mat 17:16 Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, und sie konnten ihn nicht heilen. Mat 17:17 Es antwortete aber Jesus und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet mir ihn hieher. Mat 17:18 Und es bedrohte ihn Jesus, und es fuhr derselbe Teufel (Dämon) aus von ihm, und es ward der Knabe gesund von derselben Stunde an. Mat 17:19 Da traten die Jünger zu Jesu besonders und sprachen: Warum haben Wir ihn nicht austreiben können? Mat 17:20 Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen. Denn amen ich sage euch, wenn ihr Glauben habt als ein Senfkorn, so werdet ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich von hinnen dort hinüber, so wird er sich hinüber heben; und nichts wird euch unmöglich sein. Mat 17:21 Diese Art aber fährt nicht aus, denn durch Gebet und Fasten. Mat 17:22 Da sie aber ihren Wandel hatten in Galiläa, sprach Jesus zu ihnen: Es wird der Sohn des Menschen übergeben werden in der Menschen Hände, Mat 17:23 und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie betrübten sich sehr. Mat 17:24 Da sie aber gen Kapernaum kamen, traten, die das Kopfstück einnahmen, zu Petrus und sprachen: Zahlt euer Meister nicht das Kopfstück? Mat 17:25 Er spricht: Ja. Und da er in das Haus kam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon? Von wem nehmen die Könige der Erde Zölle oder Steuer? Von ihren Söhnen oder von den Fremden? Mat 17:26 Spricht er zu ihm: Von den Fremden. Jesus sprach zu ihm: Also sind die Söhne frei. Mat 17:27 Auf daß wir aber sie nicht ärgern, so gehe hin an das Meer und wirf eine Angel, und den ersten Fisch, der herauffährt, den nimm; und wenn du seinen Mund auftust, wirst du ein doppeltes Kopfstück finden. Das nimm und gib es ihnen für mich und dich. Mat 18:1 Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wer ist denn größer im Himmelreich? Mat 18:2 Und Jesus rief ein Kind herzu und stellte es mitten unter sie und sprach: Mat 18:3 Amen ich sage euch, wenn ihr euch nicht umkehret und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Mat 18:4 Wer sich nun selbst erniedrigen wird wie dieses Kind, der ist der Größere im Himmelreich. Mat 18:5 Und wer ein einziges solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; Mat 18:6 wer aber ärgert einen einzigen von diesen Kleinen, die an mich glauben, dem ist zuträglich, daß ein Mühlstein an seinen Hals gehängt und er ersäuft würde in der Tiefe des Meeres. Mat 18:7 Wehe der Welt vor den Ärgernissen. Denn es ist notwendig, daß die Ärgernisse kommen; doch wehe dem Menschen, durch welchen das Ärgernis kommt. Mat 18:8 Wenn aber deine Hand oder dein Fuß dich ärgert, haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, daß du lahm oder als Krüppel zum Leben eingehst, als daß du zwei Hände oder zwei Füße habest und werdest in das ewige Feuer geworfen. Mat 18:9 Und wenn dein Auge dich ärgert, reiß es aus und wirf' von dir. Es ist dir besser, daß du einäugig zum Leben eingehest, als daß du zwei Augen habest und werdest in die heiße Feuerhölle geworfen. Mat 18:10 Sehet zu, daß ihr nicht einen einzigen von diesen Kleinen verachtet; denn ich sage euch, ihre Engel in den Himmeln sehen stets das Angesicht meines Vaters, der in den Himmeln ist. Mat 18:11 Denn der Sohn des Menschen ist Gekommen, selig zu machen (zu retten) das Verlorene. Mat 18:12 Was dünkt euch? Wenn irgend ein Mensch hundert Schafe bekäme und ein einziges derselben verirrte: läßt er nicht die neunundneunzig und geht auf die Berge und sucht das in der Irre? Mat 18:13 Und wenn es sich begibt, daß er es findet, amen ich sage euch, er freut sich über ihm mehr als über den neunundneunzig, die nicht verirrt waren. Mat 18:14 Also ist es kein Wille vor eurem Vater, der in den Himmeln ist, daß ein einziger von diesen Kleinen verloren werde. Mat 18:15 Sündigt aber dein Bruder an dir, so gehe hin und strafe ihn zwischen dir und ihm allein. Hört er dich, so hast du deinen Bruder gewonnen. Mat 18:16 Hört er dich aber nicht, so nimm mit dir noch einen oder zwei, auf daß auf dem Munde zweier oder dreier Zeugen alle Sache bestehe. Mat 18:17 Gibt er ihnen aber kein Gehör, so sage es der Gemeine; gibt er aber auch der Gemeine kein Gehör, so soll er dir wie der Heide und der Zöllner sein. Mat 18:18 Amen ich sage euch, alles was ihr binden werdet auf Erden, wird in dem Himmel gebunden sein; und alles was ihr lösen werdet auf Erden, wird in dem Himmel gelöst sein. Mat 18:19 Wiederum sage ich euch: Wenn zwei unter euch usammenstimmen auf Erden wegen irgend eines Dinges, das sie zu bitten haben, es wird ihnen widerfahren von meinem Vater, der in den Himmeln ist. Mat 18:20 Denn wo zwei oder drei versammelt sind auf meinen Namen, daselbst bin ich in ihrer Mitte. Mat 18:21 Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft mag mein Bruder an mir sündigen, daß ich ihm zu vergeben habe? Bis auf siebenmal? Mat 18:22 Spricht Jesus zu ihm: Nicht, sage ich dir, bis auf siebenmal, sondern bis auf siebzigmal sieben. Mat 18:23 Darum ist das Himmelreich verglichen einem menschlichen König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Mat 18:24 Und als er anfing abzurechnen, ward zu ihm gebracht Ein Schuldner von zehntausend Talenten. Mat 18:25 Da er aber nicht hatte zu bezahlen, befahl sein Herr, man sollte ihn verkaufen und sein Weib und die Kinder und alles, was er hatte, und Bezahlung tun. Mat 18:26 Darum fiel der Knecht nieder, betete ihn an und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen. Mat 18:27 Es jammerte aber den Herrn desselben Knechts und ließ ihn los, und die Schuld ließ er ihm nach. Mat 18:28 Da aber derselbe Knecht hinauskam, traf er Einen seiner Mitknechte an, der ihm hundert Zehner schuldig war, und er griff ihn und würgte ihn und sprach: Bezahle mir, so du etwas schuldig bist. Mat 18:29 Darum fiel sein Mitknecht zu seinen Füßen hin, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir; so will ich dir alles bezahlen. Mat 18:30 Er aber wollte nicht, sondern ging hin und legte ihn in ein Gefängnis, bis daß er bezahlte, was er schuldig war. Mat 18:31 Da aber seine Mitknechte sahen, was geschah, betrübten sie sich sehr und kamen und brachten vor ihren Herrn alles, was geschehen war. Mat 18:32 Da ruft ihn sein Herr zu sich und spricht zu ihm: Du arger Knecht, alle jene Schuld habe ich dir nachgelassen, dieweil du mich gebeten hast; Mat 18:33 solltest nicht auch Du dich erbarmt haben über deinen Mitknecht, wie auch Ich mich über dich erbarmt hatte? Mat 18:34 Und sein Herr erzürnte sich und übergab ihn den Peinigern, bis daß er bezahlte alles, was er ihm schuldig war. Mat 18:35 Also wird auch mein himmlischer Vater es euch machen, wenn ihr nicht nachlasset ein jeglicher seinem Bruder von euren Herzen Mat 19:1 Und es begab sich, da Jesus diese Reden vollendet hatte, erhob er sich aus Galiläa und kam in die Grenzen Judäas jenseits des Jordan. Mat 19:2 Und es folgten ihm viele Haufen Leute, und er heilte sie daselbst. Mat 19:3 Und es traten zu ihm die Pharisäer und versuchten ihn und sprachen: Ist es einem Menschen erlaubt, sich von seinem Weibe zu scheiden um einer jeden Ursache willen? Mat 19:4 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, daß der es von Anfang machte, ein Mannsbild und Weibsbild sie machte? Mat 19:5 und sprach: Um deswillen wird ein Mensch Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe zugefügt sein, und werden die zwei Ein Fleisch sein. Mat 19:6 Also sind sie nicht mehr zwei, sondern Ein Fleisch. Was nun Gott zusammengepaart hat, soll kein Mensch trennen. Mat 19:7 Sie sprechen zu ihm: Was hat denn Mose geboten, einen Scheidebrief zu geben und sie von sich zu scheiden? Mat 19:8 Er spricht zu ihnen: Mose hat nach eurer Herzenshärtigkeit euch gestattet, eure Weiber von euch zu scheiden; von Anbeginn aber ist es nicht also geschehen. Mat 19:9 Ich sage aber euch, wer sein Weib von sich scheidet, es sei denn der Hurerei halber, und freit eine andere, der bricht die Ehe; und wer die Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe. Mat 19:10 Sprechen zu ihm seine Jünger: Wenn die Sache des Menschen mit dem Weibe sich so verhält, so ist es nicht zuträglich zu freien. Mat 19:11 Er aber sprach zu ihnen: Nicht alle fassen diese Rede, sondern denen es gegeben ist. Mat 19:12 Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleibe also geboren sind; und es gibt Verschnittene, die von den Menschen verschnitten sind; und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, fasse es. Mat 19:13 Da wurden Kindlein zu ihm gebracht, daß er die Hände auf sie legte und betete. Die Jünger aber bedrohten sie. Mat 19:14 Jesus aber sprach: Lasset die Kindlein und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen. Denn solcher ist das Himmelreich. Mat 19:15 Und er legte ihnen die Hände auf und zog von dannen. Mat 19:16 Und siehe, Einer trat hinzu und sprach zu ihm: Guter Meister, was Gutes soll ich tun, daß ich ewiges Leben möge haben? Mat 19:17 Er aber sprach zu ihm: Was heißt du mich gut? Einer ist der Gute. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. Mat 19:18 Er spricht zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: Das: Du sollst nicht morden. Du sollst nicht ehebrechen. Du sollst nicht stehlen. Du sollst nicht falsch Zeugnis geben. Mat 19:19 Ehre Vater und Mutter. Und, du sollst deinen Nächsten lieben als dich selbst. Mat 19:20 Spricht zu ihm der Jüngling: Alles dieses habe ich gehalten; was fehlt mir noch? Mat 19:21 Jesus sprach zu ihm: Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe deine Güter und gib' Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach. Mat 19:22 Da aber der Jüngling die Rede hörte, ging er betrübt weg; denn er hatte viele Güter. Mat 19:23 Jesus aber sprach zu seinen Jüngern: Amen ich sage euch, schwerlich wird ein Reicher in das Himmelreich kommen. Mat 19:24 Wiederum aber sage ich euch, leichter ist es, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Mat 19:25 Da aber seine Jünger es hörten, entsetzten sie sich sehr und sprachen: Wer kann denn selig (gerettet) werden? Mat 19:26 Jesus aber sah sie an und sprach: Bei Menschen ist dieses unmöglich, aber bei Gott ist alles möglich. Mat 19:27 Da antwortete Petrus und sprach zu ihm: Siehe, Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt; was wird denn uns werden? Mat 19:28 Jesus aber sprach zu ihnen: Amen ich sage euch, daß Ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen sitzen wird auf dem Thron seiner Herrlichkeit, so werdet auch Ihr sitzen auf zwölf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Mat 19:29 Und ein jeder, der verlassen hat ein Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker, um meines Namens willen, der wird' hundertfältig nehmen und ewiges Leben ererben. Mat 19:30 Aber viele, die die Ersten sind, werden die Letzten sein, und die Letzten die Ersten. Mat 20:1 Denn das Himmelreich ist gleich einem Menschen, der eine Haushaltung führt, welcher gleich morgens ausging, Arbeiter zu mieten in seinen Weinberg. Mat 20:2 Als er aber eins ward mit den Arbeitern um einen Zehner des Tages, sandte er sie in seinen Weinberg. Mat 20:3 Und er ging aus um die dritte Stunde und sah andere an dem Markte müßig stehen; Mat 20:4 und zu denselben sprach er: Gehet auch Ihr hin in den Weinberg; und was recht ist, will ich euch geben. Mat 20:5 Sie aber gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und neunte Stunde und tat gleich also. Mat 20:6 Um die elfte Stunde aber ging er aus und fand andere müßig stehen; und er spricht zu ihnen: Was steht ihr hier den ganzen Tag müßig? Mat 20:7 Sie sprechen zu ihm: Es hat niemand uns gedingt. Er spricht zu ihnen: Gehet auch Ihr hin in den Weinberg, und was recht ist, werdet ihr bekommen. Mat 20:8 Da es aber Abend ward, spricht der Herr des Weinbergs zu seinem Schaffner: Rufe den Arbeitern und bezahle ihnen den Lohn, und hebe an von den Letzten bis zu den Ersten. Mat 20:9 Und es kamen die um die elfte Stunde und empfingen je einen Zehner. Mat 20:10 Da aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und auch Sie empfingen je einen Zehner. Mat 20:11 Da sie ihn aber empfingen, murrten sie wider den Hausvater und sprachen: Mat 20:12 Diese Letzten haben eine einzige Stunde zugebracht, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir trugen die Last des Tages und die Hitze. Mat 20:13 Er aber antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht mit mir eins geworden um einen Zehner? Mat 20:14 Nimm das Deinige und gehe hin. Ich will aber diesem Letzten geben wie auch dir. Mat 20:15 Oder darf Ich nicht tun, was ich will, mit dem Meinigen? Oder ist dein Auge böse, daß Ich gut bin? Mat 20:16 Also werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten. Denn es sind viel Berufene, aber wenig Auserwählte. Mat 20:17 Und Jesus ging hinauf gen Jerusalem und nahm zu sich die zwölf Jünger besonders auf dem Wege und sprach zu ihnen: Mat 20:18 Siehe, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird überantwortet werden den Hohenpriestern und Schriftgelehrten, und sie werden ihn verdammen zum Tode Mat 20:19 und werden ihn überantworten den Nationen, zu verspotten und zu geißeln und zu kreuzigen; und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Mat 20:20 Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel nieder und bat etwas von ihm. Mat 20:21 Er aber sprach zu ihr: Was willst du? Sie spricht zu ihm: Sprich, daß diese meine zwei Söhne sitzen sollen, Einer zu deiner Rechten und Einer zu deiner Linken in deinem Reich. Mat 20:22 Jesus aber antwortete und sprach: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den Ich trinken werde? Mat 20:23 Und er spricht zu ihnen: Meinen Becher zwar werdet ihr trinken Mat 20:24 Und da die Zehn es hörten, wurden sie unwillig über die zwei Brüder. Mat 20:25 Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Ihr wisset, daß die Fürsten der Nationen über sie herrschen, und ihre Großen üben Gewalt an ihnen. Mat 20:26 Nicht also wird es bei euch sein; sondern wer unter euch will groß werden, der sei euer Diener; Mat 20:27 und wer unter euch will der Erste sein, der sei euer Knecht; Mat 20:28 gleichwie der Sohn des Menschen nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und zu geben seine Seele zum Lösegeld für viele. Mat 20:29 Und da sie von Jericho auszogen, folgte ihm viel Volks nach. Mat 20:30 Und siehe, zwei Blinde, die am Wege saßen, da sie hörten, daß Jesus vorübergeht, schrieen sie und sprachen: Erbarme dich unser, Herr, Davids Sohn. Mat 20:31 Das Volk aber bedrohte sie, daß sie schweigen sollten. Sie aber schrieen noch mehr und sprachen: Herr, erbarme dich unser, du Sohn Davids. Mat 20:32 Und Jesus stand still und rief ihnen und sprach: Was wollt ihr, daß ich euch tun soll? Mat 20:33 Sie sprechen zu ihm: Herr, daß unsere Augen aufgetan werden. Mat 20:34 Es jammerte aber Jesum, und rührte ihre Augen an; und alsbald wurden sie sehend und folgten ihm nach. Mat 21:1 Und da sie nahe bei Jerusalem kamen gen Bethphage an den Ölberg, da sandte Jesus seiner Jünger zwei Mat 21:2 und sprach zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald werdet ihr eine Eselin finden angebunden, und ein Füllen bei ihr; löset sie ab und bringet sie mir. Mat 21:3 Und so jemand zu euch etwas sagen wird, so sollt ihr sagen: Der Herr bedarf ihrer. Er schickt sie aber alsbald. Mat 21:4 Das geschah aber Mat 21:5 Saget der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt dir, sanftmütig und reitend auf einem Esel und einem jungen Füllen der Eselin. Mat 21:6 Die Jünger aber gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, Mat 21:7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider auf dieselben, und er setzte sich auf dieselben. Mat 21:8 Der meiste Haufen Leute breiteten ihre Kleider auf dem Weg; andere aber hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf dem Weg. Mat 21:9 Die Haufen Leute aber, die vorgingen und nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna dem Sohn Davids. Gelobt sei, der da kommt, in dem Namen des Herrn; Hosianna in aller Höhe. Mat 21:10 Und als er zu Jerusalem einzog, bewegte sich die ganze Stadt und sprach: Wer ist dieser? Mat 21:11 Die Haufen Leute aber sprachen: Dieser ist Jesus, der Prophet von Nazareth in Galiläa. Mat 21:12 Und Jesus ging in den Tempel Mat 21:13 Und er spricht zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden; Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Mat 21:14 Und es gingen zu ihm Blinde und Lahme im Tempel, und er heilte sie. Mat 21:15 Da aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten sahen die Wunder, die er tat, und die Knaben rufen im Tempel und sagen: Hosianna dem Sohn Davids, wurden sie entrüstet Mat 21:16 und sprachen zu ihm: Hörst du, was diese sagen? Jesus aber spricht zu ihnen: Ja. Habt ihr niemals gelesen: Aus dem Munde der Unmündigen und Säuglinge hast du Lob zugerichtet? Mat 21:17 Und er verließ sie und ging zur Stadthinaus gen Bethanien und blieb daselbst. Mat 21:18 Als er aber des Morgens wieder in die Stadt ging, hungerte ihn; Mat 21:19 und da er Einen Feigenbaum sah an dem Wege, ging er demselben zu und fand nichts daran denn allein Blätter. Und er spricht zu ihm: Es soll von dir keine Frucht mehr kommen ewiglich. Und alsbald verdorrte der Feigenbaum. Mat 21:20 Und da die Jünger es sahen, verwunderten sie sich und sprachen: Wie ist der Feigenbaum so bald verdorrt. Mat 21:21 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Amen ich sage euch, so ihr Glauben habt und nicht zweifelt, so werdet ihr nicht allein das mit dem Feigenbaum tun, sondern wenn ihr auch zu diesem Berge sagt: Hebe dich und wirf dich in das Meer, so wird' geschehen. Mat 21:22 Und alle Dinge, die ihr verlangen werdet in dem Gebet, werdet ihr, so ihr glaubet, empfangen. Mat 21:23 Und als er in den Tempel kam, traten zu ihm, da er lehrte, die Hohenpriester und die Ältesten des Volks und sprachen: Aus welcher Macht tust du das? und wer hat dir diese Macht gegeben? Mat 21:24 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch ein einziges Wort fragen; so ihr mir das sagt, will auch Ich euch sagen, aus welcher Macht ich das tue. Mat 21:25 Die Taufe des Johannes, wo war sie her? Vom Himmel oder von Menschen? Sie aber gedachten bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, vom Himmel, so wird er zu uns sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt? Mat 21:26 Sagen wir aber, von Menschen, so fürchten wir das Volk. Denn sie halten den Johannes alle für einen Propheten. Mat 21:27 Und sie antworteten Jesu und sprachen: Wir wissen' nicht. Da sprach auch Er zu ihnen: So sage Ich euch auch nicht, aus welcher Macht ich das tue. Mat 21:28 Was dünkt euch aber? Ein Mensch hatte zwei Kinder und ging zu dem ersten und sprach: (Mein) Kind, gehe, heute arbeite in meinem Weinberg. Mat 21:29 Er aber antwortete und sprach: Ich will nicht. Hernach aber bedachte er sich anders und ging hin. Mat 21:30 Und er ging zum andern und sprach gleich also. Er aber antwortete und sprach: Ich will, Herr; und ging nicht hin. Mat 21:31 Welcher unter den zweien hat den Willen des Vaters getan? Sie sprachen zu ihm: Der erste. Spricht Jesus zu ihnen: Amen ich sage euch, die Zöllner und die Huren kommen eher in das Reich Gottes als ihr. Mat 21:32 Denn es kam zu euch Johannes auf dem Weg der Gerechtigkeit, und ihr glaubtet ihm nicht; die Zöllner aber und die Huren glaubten ihm; Ihr aber, da ihr es sahet, habt euch hernach nicht anders bedacht, ihm zu glauben. Mat 21:33 Höret ein anderes Gleichnis. Es war ein Mensch, der eine Haushaltung führte, welcher einen Weinberg pflanzte und setzte einen Zaun darum und grub eine Kelter darin und baute einen Turm und tat ihn den Weingärtnern aus und zog über Land. Mat 21:34 Da aber herbeikam die Zeit der Früchte, sandte er seine Knechte zu den Weingärtnern, daß sie seine Früchte empfingen. Mat 21:35 Und es nahmen die Weingärtner seine Knechte, einen schlugen sie, einen andern töteten sie, wieder einen andern steinigten sie. Mat 21:36 Abermals sandte er andere Knechte, mehr denn die ersten waren; und sie machten' ihnen gleich also. Mat 21:37 Endlich aber sandte er zu ihnen seinen Sohn und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Mat 21:38 Da aber die Weingärtner den Sohn sahen, sprachen sie bei sich selbst: Dies ist der Erbe. Kommt, laßt uns ihn töten und sein Erbe behalten. Mat 21:39 Und sie nahmen ihn, und stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. Mat 21:40 Wenn nun der Herr des Weinbergs kommt, was wird er denselben Weingärtnern tun? Mat 21:41 Sie sprechen zu ihm: Die schlimmen Leute wird er auf eine schlimme Weise verderben und den Weinberg andern Weingärtnern austun, die ihm die Früchte zu ihren Zeiten geben werden. Mat 21:42 Spricht Jesus zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen in den Schriften? Der Stein, den die Bauleute weggeschätzt haben, der ist zum Eckstein geworden. Von dem Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar vor unseren Augen. Mat 21:43 Darum sage ich euch: Es wird von euch das Reich Gottes genommen und einer Nation gegeben werden, die dessen Früchte bringt. Mat 21:44 Und wer auf diesen Stein fällt, der wird sich zerstoßen; auf welchen aber er fällt, den wird er zerstäuben. Mat 21:45 Und da die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, erkannten sie, daß er von ihnen rede; Mat 21:46 und sie trachteten ihn zu greifen, fürchteten sich aber vor den Haufen Leuten, dieweil sie ihn für einen Propheten hielten. Mat 22:1 Und Jesus antwortete und redete abermals zu ihnen in Gleichnissen und sprach: Mat 22:2 Das Himmelreich ist verglichen einem Menschen, einem Könige, der seinem Sohn Hochzeit machte. Mat 22:3 Und er sandte seine Knechte, die Eingeladenen zur Hochzeit einzuladen, und sie wollten nicht kommen. Mat 22:4 Abermals sandte er andere Knechte und sprach: Saget zu den Eingeladenen: Siehe, mein Mittagsmahl habe ich bereitet, meine Stiere und Mastvieh ist geschlachtet und alles bereit; kommt zur Hochzeit. Mat 22:5 Aber Sie achteten es nicht und gingen hin, der eine auf seinen eigenen Acker, der andere zu seiner Hantierung. Mat 22:6 Die übrigen aber griffen seine Knechte, höhnten und töteten sie. Mat 22:7 Da es aber der König hörte, erzürnte er sich und sandte seine Kriegsheere und brachte dieselben Mörder um, und ihre Stadt zündete er an. Mat 22:8 Da spricht er zu seinen Knechten: Die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Eingeladenen waren' nicht wert. Mat 22:9 So geht denn hin auf die Scheidewege der Straßen, und welche ihr nur findet, die ladet zur Hochzeit ein. Mat 22:10 Und dieselben Knechte gingen aus auf die Straßen und brachten zusammen alle, die sie fanden, beides Böse und Gute. Und wo die Hochzeit war, wurde es voll von denen, die sich zu Tisch setzten. Mat 22:11 Da aber der König hineinkam, die, so sich setzten, zu besehen, sah er daselbst einen Menschen, der kein Hochzeitskleid angelegt hatte. Mat 22:12 Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid hast? Er aber verstummte. Mat 22:13 Da sprach der König zu den Aufwärtern: Bindet seine Füße und Hände und nehmt ihn weg und wer fet ihn in die äußere Finsternis hinaus. Daselbst wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Mat 22:14 Denn es sind viel Berufene, aber wenig Auserwählte. Mat 22:15 Da gingen die Pharisäer hin und hielten einen Rat, wie sie ihn fingen in der Rede. Mat 22:16 Und sie senden zu ihm ihre Jünger samt den Herodianern und sprechen: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und den Weg Gottes in der Wahrheit lehrst und fragst nach niemand; denn du siehst der Menschen Person nicht an. Mat 22:17 Sage uns denn, was dünkt dich? Darf man dem Kaiser Steuer geben oder nicht? Mat 22:18 Da nun Jesus ihre Schalkheit kannte, sprach er: Was versuchet ihr mich, ihr Heuchler? Mat 22:19 Weiset mir die Steuermünze. Sie aber reichten ihm einen Zehner dar. Mat 22:20 Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses Bild und Überschrift? Mat 22:21 Sie sprechen zu ihm: Des Kaisers. Da spricht er zu ihnen: So gebet denn, was des Kaisers ist, dem Kaiser; und was Gottes ist, Gott. Mat 22:22 Und da sie es hörten, verwunderten sie sich; und sie ließen ihn und gingen davon. Mat 22:23 An demselben Tage traten Sadduzäer zu ihm, welche sagen, es sei keine Auferstehung, und fragten ihn Mat 22:24 und sprachen: Meister, Mose hat gesagt, wenn jemand stirbt und hat nicht Kinder, so soll sein Bruder sein Weib nach ihm freien und seinem Bruder Samen erwecken. Mat 22:25 Es waren aber bei uns sieben Brüder. Und der erste freite und starb. Und da er nicht Samen hatte, ließ er sein Weib seinem Bruder. Mat 22:26 Gleicherweise auch der zweite und der dritte, bis auf die sieben. Mat 22:27 Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Mat 22:28 Nun in der Auferstehung, wessen Weib unter den sieben wird sie sein? Denn alle hatten sie. Mat 22:29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irret, indem ihr nicht wisset die Schriften noch die Kraft Gottes. Mat 22:30 Denn in der Auferstehung freien sie nicht und lassen sich auch nicht freien, sondern sie sind wie Engel Gottes im Himmel. Mat 22:31 Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr nicht gelesen, das euch gesagt ist von Gott, da er spricht: Mat 22:32 Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs. Gott ist nicht für Tote, sondern für Lebendige. Mat 22:33 Und da die Haufen Leute es hörten, entsetzten sie sich über seiner Lehre. Mat 22:34 Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern den Mund beschlossen hatte, versammelten sie sich miteinander, Mat 22:35 und Einer unter ihnen, ein Gesetzgelehrter, fragte und versuchte ihn und sprach: Mat 22:36 Meister, welches Gebot ist das größte in dem Gesetz? Mat 22:37 Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Gemüt. Mat 22:38 Dies ist das erste und größte Gebot. Mat 22:39 Das andere aber, dem gleich, ist: Du sollst lieben deinen Nächsten wie dich selbst. Mat 22:40 An diesen zwei Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten. Mat 22:41 Da aber die Pharisäer versammelt waren, fragte sie Jesus Mat 22:42 und sprach: Was dünkt euch von Christus? Wessen Sohn ist er? Sie sprechen zu ihm: Davids. Mat 22:43 Er spricht zu ihnen: Wie nennt ihn denn David im Geist einen Herrn, da er spricht: Mat 22:44 Es sagte der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich lege deine Feinde als einen Schemel deiner Füße. Mat 22:45 So nun David ihn einen Herrn nennt, wie ist er sein Sohn? Mat 22:46 Und niemand konnte ihm ein Wort antworten, und es erkühnte sich auch niemand von demselben Tage an, hinfort ihn zu fragen. Mat 23:1 Da redete Jesus zu den Haufen Leuten und zu seinen Jüngern Mat 23:2 und sprach: Auf Moses Stuhl sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Mat 23:3 Alles nun, was sie euch sagen, daß ihr halten sollet, das haltet und tut; aber nach ihren Werken tut nicht. Denn sie sagen' und tun' nicht. Mat 23:4 Sie binden nämlich schwere und kaum erträgliche Bürden und legen sie auf die Schultern der Menschen; aber mit ihrem Finger wollen sie dieselben nicht regen. Mat 23:5 Alle ihre Werke aber tun sie dazu, daß sie sich vor den Leuten sehen lassen. Denn sie machen ihre Denkriemen breit und die Säume ihrer Kleider groß Mat 23:6 und lieben den ersten Platz bei den Abendmahlzeiten und den vornehmsten Sitz in den Versammlungen, Mat 23:7 und lassen sich gerne grüßen auf den Märkten und von den Menschen Rabbi Rabbi nennen. Mat 23:8 Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn Einer ist euer Meister, ihr aber seid alle Brüder. Mat 23:9 Und keinen Vater sollt ihr für euch nennen auf Erden; denn Einer ist euer Vater, der in den Himmeln. Mat 23:10 Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn Einer ist euer Lehrer, Christus. Mat 23:11 Der Größte aber unter euch wird euer Diener sein. Mat 23:12 Wer aber sich selbst erhöhen wird, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigen wird, der wird erhöht werden. Mat 23:13 Wehe aber euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr das Himmelreich zuschließet vor den Menschen; denn Ihr gehet nicht hinein, und die hinein gingen, lasset ihr nicht hineingehen. Mat 23:14 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr die Häuser der Witwen fresset und zum Vorwand lange daher betet; darum werdet ihr ein schwereres Gericht empfangen. Mat 23:15 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr das Meer und das Trockene umziehet, einen einzigen Judengenossen zu machen; und wenn er es wird, so macht ihr ihn zu einem Sohn der heißen Hölle, zwiefältig mehr denn Ihr seid. Mat 23:16 Wehe euch, ihr blinden Führer, die ihr sagt: Wer da schwört bei dem Tempel, das ist nichts; wer aber schwört bei dem Gold des Tempels, der ist schuldig. Mat 23:17 Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, das Gold oder der Tempel, der das Gold heiligt? Mat 23:18 Und wer da schwört bei dem Altar, das ist nichts; wer aber schwört bei der Gabe, die oben auf demselben ist, der ist schuldig. Mat 23:19 Ihr Narren und Blinden, was ist denn größer, die Gabe oder der Altar, der die Gabe heiligt? Mat 23:20 Wer nun schwört bei dem Altar, der schwört bei demselben und bei allem, was oben auf demselben ist; Mat 23:21 und wer da schwört bei dem Tempel, der schwört bei demselben und bei dem, der denselben bewohnt; Mat 23:22 und wer da schwört bei dem Himmel, der schwört bei dem Thron Gottes und bei dem, der oben über demselben sitzt. Mat 23:23 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr verzehntet die Minze und den Dill und den Kümmel, und habt die wichtigeren Stücke des Gesetzes gelassen, das Gericht und die Barmherzigkeit und den Glauben. Dies sollte man tun und jenes nicht lassen. Mat 23:24 Ihr blinden Führer, die ihr das Schnäklein seihet, das Kamel aber verschluckt. Mat 23:25 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr das Äußere an dem Becher und an der Schüssel reinigt, inwendig aber sind sie voll von Raub und Unmäßigkeit. Mat 23:26 Blinder Pharisäer, reinige zuvor das Inwendige an dem Becher und an der Schüssel, auf daß auch das Auswendige an demselben rein werde. Mat 23:27 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr gleich seid übertünchten Gräbern, die zwar auswendig hübsch scheinen, inwendig aber sind sie voller Totenbeine und aller Unreinigkeit. Mat 23:28 Also auch Ihr, von außen scheinet ihr zwar vor den Menschen gerecht, inwendig aber stecket ihr voll Heuchelei und Untugend. Mat 23:29 Wehe euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler, weil ihr die Gräber der Propheten bauet und schmücket die Grabmale der Gerechten Mat 23:30 und sprecht: Wenn wir in den Tagen unserer Väter gewesen wären, so wären wir nicht teilhaftig gewesen mit ihnen an dem Blut der Propheten. Mat 23:31 Also gebt ihr über euch selbst Zeugnis, daß ihr Söhne seid derer, die die Propheten ermordet haben. Mat 23:32 Erfüllet denn auch Ihr das Maß eurer Väter. Mat 23:33 Ihr Schlangen, ihr Otterngezüchte, wie werdet ihr dem Gericht der heißen Hölle entfliehen? Mat 23:34 Darum siehe, Ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und von denselben werdet ihr etliche töten und kreuzigen, und von denselben werdet ihr etliche peitschen in euren Versammlungen und verfolgen von einer Stadt zur andern, Mat 23:35 auf daß über euch komme alles gerechte Blut, das auf Erden vergossen wurde, von dem Blut an Abels, des gerechten, bis auf das Blut Zacharias, Barachjas Sohns, welchen ihr ermordet habt zwischen dem Tempel und dem Altar. Mat 23:36 Amen ich sage euch, dieses alles wird über dieses Geschlecht kommen. Mat 23:37 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt wurden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne versammelt ihre Küchlein unter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Mat 23:38 Siehe, euer Haus wird euch wüste gelassen. Mat 23:39 Denn ich sage euch, ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gelobt sei, der da kommt, im Namen des Herrn. Mat 24:1 Und Jesus ging zum Tempel hinaus und wandelte; und seine Jünger traten hinzu, daß sie ihm zeigten das starke Bauwesen am Tempel. Mat 24:2 Jesus aber sprach zu ihnen: Sehet ihr nicht das alles? Amen ich sage euch, man wird hier nicht einen Stein auf dem andern lassen, der nicht abgebrochen werden sollte. Mat 24:3 Da er aber auf dem Ölberg saß, traten zu ihm die Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird dieses geschehen? und was ist das Zeichen deiner Zukunft und des Endes der Weltzeit? Mat 24:4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, daß nicht jemand euch verführe. Mat 24:5 Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Gesalbte; und werden viele verführen. Mat 24:6 Ihr werdet aber zu hören haben Kriege und manchen Ruf von Kriegen. Sehet zu, erschrecket nicht; denn es muß alles geschehen. Aber es ist noch nicht das Ende. Mat 24:7 Denn es wird sich aufmachen eine Nation über die andere und ein Reich über das andere; und werden sein Hunger und ansteckende Seuchen und Erdbeben hin und wieder. Mat 24:8 Alles dieses aber ist ein Anfang der Schmerzen. Mat 24:9 Alsdann werden sie euch überantworten in Drangsal und euch töten; und werdet gehasset sein von allen Nationen um meines Namens willen. Mat 24:10 Und alsdann werden sich viele ärgern und einander überantworten und einander hassen; Mat 24:11 und es werden sich viele falsche Propheten erheben und viele verführen; Mat 24:12 und weil die Ungerechtigkeit wird überhand nehmen, wird die Liebe der Vielen erkalten. Mat 24:13 Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. Mat 24:14 Und es wird gepredigt werden dieses Evangelium des Reichs auf dem ganzen Erdkreis zum Zeugnis für alle Nationen. Und alsdann wird das Ende daher kommen. Mat 24:15 Wenn ihr nun sehet den Greuel der Verwüstung, davon gesagt ist durch Daniel den Propheten, daß er steht an heiliger Stätte; wer da liest, merke darauf; Mat 24:16 alsdann sollen, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen; Mat 24:17 wer auf dem Dach ist, steige nicht hinab, etwas aus seinem Hause zu holen; Mat 24:18 und wer auf dem Felde ist, kehre nicht zurück, seine Kleider zu holen. Mat 24:19 Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in denselben Tagen. Mat 24:20 Betet aber, daß eure Flucht nicht geschehe des Winters noch am Sabbat. Mat 24:21 Denn es wird alsdann eine große Drangsal sein, dergleichen nicht geworden ist von Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht werden wird. Mat 24:22 Und wenn dieselben Tage nicht verkürzt worden wären, so wäre kein Fleisch gerettet worden; aber um der Auserwählten willen werden dieselben Tage verkürzt werden. Mat 24:23 Alsdann, wenn jemand zu euch sagen wird: Siehe, hier ist Christus, oder da, sollt ihr' nicht glauben. Mat 24:24 Denn es werden sich falsche Christi und falsche Propheten erheben und große Zeichen und Wunder geben, daß sie verführen sollten, wo möglich, auch die Auserwählten. Mat 24:25 Siehe, ich habe es euch zuvor gesagt. Mat 24:26 Wenn sie nun zu euch sagen wer den: Siehe, er ist in der Wüste, so sollt ihr nicht hinausgehen; siehe, er ist in den Gemächern, so sollt ihr' nicht glauben. Mat 24:27 Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang und scheint bis zum Niedergang, also wird auch sein die Zukunft des Sohnes des Menschen. Mat 24:28 Denn wo das Aas ist, daselbst werden sich die Adler versammeln. Mat 24:29 Bald aber nach der Drangsal derselben Tage wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden bewegt werden. Mat 24:30 Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Sohnes des Menschen in dem Himmel, und alsdann werden klagen alle Stämme der Erde. Und sie werden sehen den Sohn des Menschen, kommend auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Mat 24:31 Und er wird senden seine Engel mit einer Trompete von lautem Schall, und sie werden versammeln seine Auserwählten von den vier Winden von einem Ende der Himmel bis zu dem andern Ende derselben. Mat 24:32 An dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: wenn nunmehr sein Zweig saftig wird und die Blätter herausfallen, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist; Mat 24:33 also auch Ihr, wenn ihr dieses alles sehet, so erkennet, daß es nahe vor der Tür ist. Mat 24:34 Amen ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vorbeigehen, bis alles dieses geschehe. Mat 24:35 Himmel und Erde wird vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Mat 24:36 Aber von jenem Tag und Stunde weiß niemand, auch die Engel der Himmel nicht, sondern mein Vater allein. Mat 24:37 Gleichwie aber die Tage Noahs waren, also wird auch sein die Zukunft des Sohnes des Menschen: Mat 24:38 Gleichwie sie es nämlich machten in den Tagen vor der Flut, sie aßen und tranken, sie freiten und ließen freien, bis an den Tag, da Noah in den Kasten einging, Mat 24:39 und es nicht erkannten, bis die Flut kam und sie alle wegraffte: also wird auch sein die Zukunft des Sohnes des Menschen. Mat 24:40 Alsdann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, und der andere wird verlassen. Mat 24:41 Zwei werden mahlen in der Mühle; eine wird angenommen, und die andere wird verlassen. Mat 24:42 Darum wachet; weil ihr nicht wisset, zu welcher Stunde euer Herr kommt. Mat 24:43 Das ist euch aber bekannt: Wenn der Hausvater gewußt hätte, in welcher Wache der Dieb kommt, so hätte er gewacht und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Mat 24:44 Darum machet auch Ihr euch bereit; weil, zu welcher Stunde ihr nicht meint, der Sohn des Menschen kommt. Mat 24:45 Wer ist nun der getreue und kluge Knecht, welchen sein Herr gesetzt hat über sein Gesinde, daß er ihnen die Nahrung gebe, wann es Zeit ist? Mat 24:46 Selig ist derselbe Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, findet also tun. Mat 24:47 Amen ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. Mat 24:48 Wenn aber jener böse Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr verzieht zu kommen; Mat 24:49 und anfängt, die Mitknechte zu schlagen, ißt aber und trinkt mit den Säufern: Mat 24:50 so wird der Herr desselben Knechts daher kommen an einem Tage, da er sich nicht versieht, und zu einer Stunde, die er nicht weiß; Mat 24:51 und wird ihn zerscheitern und seinen Lohn bei den Heuchlern anweisen. Daselbst wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Mat 25:1 Alsdann wird das Himmelreich gleich werden zehn Jungfrauen, welche ihre Lampen nahmen und ausgingen, dem Bräutigam entgegen. Mat 25:2 Fünf aber von ihnen waren klug, und die fünf närrisch. Mat 25:3 Welche närrisch waren, nahmen ihre Lampen, aber sie nahmen nicht Öl mit sich. Mat 25:4 Die Klugen aber nahmen Öl in ihren Gefäßen mit ihren Lampen. Mat 25:5 Da aber der Bräutigam verzog, wurden sie alle schlummrig und schliefen. Mat 25:6 Zu Mitternacht aber ward ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam kommt, gehet aus, ihm entgegen. Mat 25:7 Da standen alle dieselben Jungfrauen auf und schmückten ihre Lampen. Mat 25:8 Die närrischen aber sprachen zu den klugen: Gebt uns von eurem Öl, weil unsere Lampen verlöschen. Mat 25:9 Es antworteten aber die klugen und sprachen: Es möchte für uns und für euch nicht genug sein. Gehet lieber zu denen, die es verkaufen, und kaufet für euch selbst. Mat 25:10 Da sie aber hingingen zu kaufen, kam der Bräutigam, und die Gerüsteten gingen mit ihm hinein zur Hochzeit, und die Tür ward verschlossen. Mat 25:11 Endlich aber kommen auch die übrigen Jungfrauen und sprechen: Herr, Herr, tue uns auf. Mat 25:12 Er aber antwortete und sprach: Amen ich sage euch, ich kenne euch nicht. Mat 25:13 So wachet denn, weil ihr den Tag nicht wisset und auch die Stunde nicht Mat 25:14 Denn gleichwie ein Mensch, der verreiste, rief seinen Knechten und übergab ihnen seine Güter; Mat 25:15 und dem einen gab er fünf Talente, einem andern zwei, noch einem andern Eines, einem jeglichen nach seinen eigenen Kräften; und verreiste bald. Mat 25:16 Es ging aber hin, der die fünf Talente empfangen hatte, und handelte mit denselben und gewann andere fünf Talente. Mat 25:17 Desgleichen auch, der die zwei hatte, gewann auch selbst zwei andere. Mat 25:18 Der aber das Eine empfangen hatte, ging hin und grub in die Erde und verbarg das Silber seines Herrn. Mat 25:19 ber eine lange Zeit aber kommt der Herr derselben Knechte und hält mit ihnen Rechnung. Mat 25:20 Und es trat herzu, der die fünf Talente empfangen hatte, und brachte andere fünf Talente dar und sprach: Herr, fünf Talente hast du mir übergeben; siehe, andere fünf Talente habe ich über denselben gewonnen. Mat 25:21 Es sprach aber zu ihm sein Herr: Wohl, du feiner und getreuer Knecht, über weniges warst du ge treu, über vieles will ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn. Mat 25:22 Es trat aber auch herzu, der die zwei Talente empfangen hatte, und sprach: Herr, zwei Talente hast du mir übergeben; siehe, andere zwei Talente habe ich darüber gewonnen. Mat 25:23 Es sprach zu ihm sein Herr: Wohl, du feiner und getreuer Knecht, über weniges warst du getreu, über vieles will ich dich setzen; gehe ein in die Freude deines Herrn. Mat 25:24 Da trat aber auch herzu, der das Eine Talent empfangen hatte, und sprach: Herr, ich kannte dich, daß du ein harter Mensch bist, und erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, woher du nicht ausgestreut hast; Mat 25:25 und fürchtete mich, ging hin und verbarg dein Talent in der Erde; siehe, da hast du das Deine. Mat 25:26 Es antwortete aber sein Herr und sprach zu ihm: Du arger und fauler Knecht, wußtest du, daß ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, woher ich nicht ausgestreut habe? Mat 25:27 so hättest du denn mein Geld zu den Wechslern tun sollen; und da ich gekommen, hätte Ich das Meine erhoben mit dem Zins. Mat 25:28 So nehmet denn von ihm das Talent und gebt' dem, der die zehn Talente hat. Mat 25:29 Denn einem jeden, der da hat, wird gegeben werden, und er wird übrig haben; von dem aber, der da nicht hat, wird auch das, was er hat, weggenommen werden. Mat 25:30 Und den unnützen Knecht werfet hinaus in die äußere Finsternis. Da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen. Mat 25:31 Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit, und alle Mat 25:32 und werden vor ihm alle Nationen versammelt werden, und er wird sie voneinander scheiden, als wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet, Mat 25:33 und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcklein aber zur Linken. Mat 25:34 Alsdann wird der König sagen zu denen zu seiner Rechten: Kommet her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbet das Reich, das euch bereitet ist von der Gründung der Welt. Mat 25:35 Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt; ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich aufgenommen; Mat 25:36 nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. Mat 25:37 Alsdann werden ihm die Gerechten antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig, und gespeist; oder durstig, und getränkt? Mat 25:38 Wann haben wir dich aber einen Fremdling gesehen, und aufgenommen? oder nackt, und bekleidet? Mat 25:39 Wann haben wir dich aber gesehen krank oder im Gefängnis, und sind zu dir gekommen? Mat 25:40 Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Amen ich sage euch, so viel ihr getan habt einem einzigen von diesen meinen geringsten Brüdern, habt ihr mir getan. Mat 25:41 Alsdann wird er auch zu denen zur Linken sagen: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln. Mat 25:42 Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir nicht zu essen gegeben; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt; Mat 25:43 ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen; nackt, und ihr habt mich nicht bekleidet; krank und im Gefängnis, und ihr habt mich nicht besucht. Mat 25:44 Da werden auch Sie antworten und sagen: Herr, wann haben wir dich gesehen hungrig oder durstig oder fremd oder nackt oder krank oder im Gefängnis, und haben dir nicht gedient? Mat 25:45 Alsdann wird er ihnen antworten und sagen: Amen ich sage euch, so viel ihr nicht getan habt einem einzigen dieser Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan. Mat 25:46 Und sie werden hingehen, diese in die ewige Pein, aber die Gerechten in das ewige Leben. Mat 26:1 Und es begab sich, da Jesus alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: Mat 26:2 Ihr wisset, daß nach zwei Tagen das Passah wird, und der Sohn des Menschen wird überantwortet, gekreuzigt zu werden. Mat 26:3 Da versammelten sich die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten des Volks in den Hof des Hohenpriesters, der da hieß Kaiphas, Mat 26:4 und hielten Rat, daß sie Jesum mit List griffen und töteten. Mat 26:5 Sie sprachen aber: Ja nicht an dem Fest, auf daß nicht ein Aufruhr werde in dem Volk. Mat 26:6 Als aber Jesus war zu Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen, Mat 26:7 trat zu ihm ein Weib, das hatte ein Krüglein mit kostbarer Salbe, und sie goß es auf sein Haupt hin, da er zu Tische saß. Mat 26:8 Da es aber seine Jünger sahen, wurden sie unwillig und sprachen: Wozu soll dieser Verlust? Mat 26:9 Denn man hätte dieses können teuer verkaufen und den Armen geben. Mat 26:10 Jesus aber erkannte es und sprach zu ihnen: Was macht ihr dem Weib Ungelegenheit? Denn sie hat ein gutes Werk an mir getan. Mat 26:11 Ihr habt allezeit die Armen bei euch; mich aber habt ihr nicht allezeit. Mat 26:12 Denn daß diese hat diese Salbe auf meinen Leib geschüttet, hat sie getan, mich zum Grabe zu rüsten. Mat 26:13 Amen ich sage euch, allwo dieses Evangelium wird gepredigt werden in der ganzen Welt, da wird man auch von dem reden, was diese getan hat, zu ihrem Angedenken. Mat 26:14 Da ging hin der Zwölfe einer, der da hieß Judas Ischarioth, zu den Hohenpriestern Mat 26:15 und sprach: Was wollt ihr mir ge ben, so will Ich ihn euch verraten? Sie aber wogen ihm dreißig Silberlinge dar. Mat 26:16 Und von dem an suchte er Gelegenheit, daß er ihn verriete. Mat 26:17 Aber an dem ersten Tage der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesu und sprachen: Wo willst du, daß wir dir bereiten das Passah zu essen? Mat 26:18 Er aber sprach: Gehet in die Stadt zu dem und dem und saget zu ihm: Der Meister sagt: Meine Zeit ist nahe; bei dir halte ich das Passah mit meinen Jüngern. Mat 26:19 Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passah. Mat 26:20 Da es aber Abend ward, setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. Mat 26:21 Und da sie aßen, sprach er: Amen ich sage euch, Einer unter euch wird mich verraten. Mat 26:22 Und sie betrübten sich sehr und fingen an, zu ihm zu sagen ein jeglicher unter ihnen: Bin etwa Ich', Herr? Mat 26:23 Er aber antwortete und sprach: Der mit mir in der Schüssel die Hand eintaucht, dieser wird mich verraten. Mat 26:24 Der Sohn des Menschen geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben ist; wehe aber demselben Menschen, durch welchen der Sohn des Menschen verraten wird. Gut wäre es für ihn, wenn derselbe Mensch nicht geboren wäre. Mat 26:25 Es antwortete aber Judas, der ihn verriet, und sagte: Bin Ich ', Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast' gesagt. Mat 26:26 Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot und segnete es, brach' und gab' den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; dies ist mein Leib. Mat 26:27 Und er nahm den Becher und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus. Mat 26:28 Denn dies ist mein Blut, das des neuen Testaments ist, das für viele vergossen wird zu Erlassung der Sünden. Mat 26:29 Ich sage aber euch: Ich werde von nun an nicht trinken von diesem Gewächs des Weinstocks bis auf jenen Tag, da ich es mit euch neu trinke in dem Reich meines Vaters. Mat 26:30 Und nachdem sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Mat 26:31 Da spricht Jesus zu ihnen: Ihr alle werdet euch ärgern an mir in dieser Nacht. Denn es ist geschrieben: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen. Mat 26:32 Nachdem ich aber werde auferstanden sein, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. Mat 26:33 Es antwortete aber Petrus und sprach zu ihm: Wenn auch alle sich an dir ärgern werden, so werde Ich mich niemals ärgern. Mat 26:34 Jesus spricht zu ihm: Amen ich sage dir, in dieser Nacht, ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Mat 26:35 Spricht zu ihm Petrus: Und wenn ich mit dir sterben müßte, werde ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle Jünger. Mat 26:36 Da kommt Jesus mit ihnen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane, und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch da, bis daß ich hingehe und bete dort. Mat 26:37 Und er nahm mit den Petrus und die zwei Söhne des Zebedäus und fing an zu trauern und zu zagen. Mat 26:38 Da spricht er zu ihnen: Trauervoll ist meine Seele bis an den Tod. Bleibet hie und wachet mit mir. Mat 26:39 Und er ging ein wenig voraus, fiel auf sein Angesicht und betete und sprach: Mein Vater, ist' möglich, so gehe dieser Becher von mir hin; doch nicht wie Ich will, sondern wie Du. Mat 26:40 Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Also habt ihr nicht vermocht, eine einzige Stunde mit mir zu wachen? Mat 26:41 Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung kommet. Der Geist ist willig, aber das Fleisch schwach. Mat 26:42 Wieder zum zweitenmal ging er hin und betete und sprach: Mein Vater, wenn dieser Becher nicht kann von mir hingehen, ich trinke ihn denn, so geschehe dein Wille. Mat 26:43 Und er kommt und findet sie wieder schlafend; denn ihre Augen waren voll Schlafs. Mat 26:44 Und er ließ sie und ging wieder hin und betete zum drittenmal und sprach eben dieselbe Rede. Mat 26:45 Da kommt er zu seinen Jüngern und spricht zu ihnen: Schlafet nur und ruhet; siehe, die Stunde hat sich genähert, und der Sohn des Menschen wird verraten in Sünderhände. Mat 26:46 Stehet auf, laßt uns gehen. Siehe, er hat sich genähert, der mich verrät. Mat 26:47 Und da er noch redete, siehe, da kam Judas, der Zwölfe einer, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stangen, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volks. Mat 26:48 Der aber ihn verriet, hatte ihnen ein Zeichen gegeben und gesprochen: Welchen ich küssen werde, der ist'; greifet ihn. Mat 26:49 Und alsbald trat er zu Jesu und sprach: Sei gegrüßt, Rabbi; und gab ihm Küsse. Mat 26:50 Jesus aber sprach zu ihm: Freund, warum bist du da? Da traten sie hinzu und legten die Hände an Jesum und griffen ihn. Mat 26:51 Und siehe, Einer von denen, die mit Jesu waren, reckte die Hand aus und zog sein Schwert aus und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm das Ohrläpplein ab. Mat 26:52 Da spricht Jesus zu ihm: Tue dein Schwert wieder an seinen Ort. Denn alle, die das Schwert nehmen, werden durch das Schwert umkommen. Mat 26:53 Oder meinst du, ich könnte nicht jetzt meinen Vater bitten, und er stellte mir mehr denn zwölf Legionen Engel. Mat 26:54 Wie würden denn die Schriften erfüllt, daß es also geschehen müsse? Mat 26:55 Zu derselben Stunde sprach Jesus zu den Scharen: Wie über einen Räuber seid ihr ausgegangen mit Schwertern und Stangen, mich zu fangen; täglich saß ich bei euch lehrend in dem Tempel, und ihr habt mich nicht gegriffen. Mat 26:56 Dies aber miteinander ist geschehen, auf daß erfüllt würden die Schriften der Propheten. Da verließen ihn die Jünger alle und flohen. Mat 26:57 Die aber Jesum gegriffen hatten, führten ihn hin zu Kaiphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten sich versammelt hatten. Mat 26:58 Petrus aber folgte ihm von ferne bis zu dem Hof des Hohenpriesters; und er ging hinein un sezte sich mit den Dienern, auf daß er den Ausgang sähe. Mat 26:59 Die Hohenpriester aber und die Ältesten und der Rat insgesamt suchten falsches Zeugnis wider Jesum, auf daß sie ihn zum Tode brächten. Mat 26:60 Und fanden' nicht, wiewohl viele falsche Zeugen herzutraten. Endlich aber traten zwei falsche Zeugen herzu Mat 26:61 und sprachen: Dieser hat gesagt: Ich kann abbrechen den Tempel Gottes und in drei Tagen denselben bauen. Mat 26:62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was zeugen diese wider dich? Mat 26:63 Aber Jesus schwieg stille. Und der Hohepriester antwortete und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, daß du uns sagest, ob Du seiest der Gesalbte, der Sohn Gottes. Mat 26:64 Spricht Jesus zu ihm: Du hast' gesagt. Doch sage ich euch, von nun an werdet ihr sehen den Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Kraft und kommen auf den Wolken des Himmels. Mat 26:65 Da riß der Hohepriester seine Kleider voneinander und sprach: Er hat eine Lästerung begangen. Was haben wir weiter Zeugen nötig? Siehe, jetzt habt ihr seine Lästerung gehört. Mat 26:66 Was dünkt euch? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. Mat 26:67 Da spieen sie in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten, etliche aber schlugen ihn mit Stecken Mat 26:68 und sprachen: Weissage uns, Christe, wer ist', der dich schlug? Mat 26:69 Petrus aber saß draußen in dem Hof, und es trat zu ihm Eine Magd und sprach: Auch Du warst mit Jesu dem Galiläer. Mat 26:70 Er aber leugnete vor allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. Mat 26:71 Als er aber in den Vorhof hinausgegangen, sah ihn eine andere und spricht zu denen, die daselbst waren: Auch dieser war mit Jesu dem Nazarener. Mat 26:72 Und wiederum leugnete er mit einem Schwur: Ich kenne den Menschen nicht. Mat 26:73 Nach einer kleinen Weile aber traten hinzu, die da standen, und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, auch Du bist von ihnen. Denn deine Rede macht dich offenbar! Mat 26:74 Da fing er an zu fluchen und schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und alsbald krähte ein Hahn. Mat 26:75 Und es gedachte Petrus an die Rede Jesu, der zu ihm gesagt hatte: Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. Mat 27:1 Des Morgens aber hielten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volks einen Rat wider Jesum, daß sie ihn zum Tode brächten; Mat 27:2 und banden und führten ihn hin und überantworteten ihn dem Landvogt Pontius Pilatus. Mat 27:3 Alsdann, da Judas, der ihn verriet, sah, daß er verurteilt war, reute es ihn, und brachte herwieder die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und den Ältesten Mat 27:4 und sprach: Ich habe gesündigt, daß ich unschuldig Blut verraten habe. Mat 27:5 Sie aber sprachen: Was geht es uns an? Du magst zusehen. Und er warf die Silberlinge in dem Tempel weg und machte sich beiseit und ging hin und erhängte sich. Mat 27:6 Die Hohenpriester aber nahmen die Silberlinge und sprachen: Man darf sie nicht in den Korban legen, denn es ist Blutgeld. Mat 27:7 Sie hielten aber einen Rat und kauften mit demselben den Töpfersacker, zum Begräbnis für die Fremden; Mat 27:8 daher ist derselbe Acker genannt worden Blutacker bis auf den heutigen Tag. Mat 27:9 Da ist erfüllt, das gesagt ist durch Mat 27:10 und gaben sie zu dem Töpfersacker, wie mir der Herr befohlen hat. Mat 27:11 Jesus aber stand vor dem Landvogt. Und der Landvogt fragte ihn und sprach: Bist Du der König der Juden? Jesus aber sprach zu ihm: Du sagst'. Mat 27:12 Und da er verklagt ward von den Hohenpriestern und den Ältesten, antwortete er nichts. Mat 27:13 Da spricht zu ihm Pilatus: Hörst du nicht, wie vieles sie wider dich zeugen? Mat 27:14 Und er antwortete ihm auch nicht auf ein einziges Wort, also daß sich der Landvogt sehr verwunderte. Mat 27:15 Auf jedes Fest aber war der Landvogt gewohnt, dem Volk einen Gefangenen loszulassen, welchen sie wollten. Mat 27:16 Er hatte aber damals einen bekannten Gefangenen, der hieß Barabbas. Mat 27:17 Da sie nun versammelt waren, sprach Pilatus zu ihnen: Welchen wollt ihr, daß ich euch loslasse? Barabbas oder Jesus, der genannt wird Christus? Mat 27:18 Denn er wußte, daß sie ihn aus Neid überantwortet hatten. Mat 27:19 Da er aber auf dem Richtstuhl saß, schickte zu ihm sein Weib und sprach: Habe Du nichts zu schaffen mit jenem Gerechten; denn ich habe heute viel erlitten im Traum von seinetwegen. Mat 27:20 Die Hohenpriester aber und die Ältesten überredeten das Volk, daß sie um Barabbas bitten sollten, Jesum aber umbringen. Mat 27:21 Der Landvogt aber antwortete und sprach zu ihnen: Welchen wollt ihr von den zweien, daß ich euch soll loslassen? Sie sprachen: Barabbas. Mat 27:22 Spricht zu ihnen Pilatus: Was soll ich denn machen mit Jesu, der genannt wird Christus? Sie sprechen alle zu ihm: Er soll gekreuzigt werden. Mat 27:23 Der Landvogt sprach: Was hat er denn Übles getan? Sie aber schrieen noch mehr und sprachen: Er soll gekreuzigt werden. Mat 27:24 Da aber Pilatus sah, daß er nichts schafft, sondern vielmehr ein Aufruhr wird, nahm er Wasser, wusch die Hände vor dem Volk ab und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten; Ihr möget zusehen. Mat 27:25 Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut sei über uns und über unseren Kindern. Mat 27:26 Da ließ er ihnen Barabbas los; Jesum aber geißelte er und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde. Mat 27:27 Da nahmen die Kriegsknechte des Landvogts Jesum zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar Mat 27:28 und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an, Mat 27:29 und flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seiner Rechten; und fielen vor ihm auf die Kniee nieder, und verspotteten ihn und sprachen: Sei gegrüßt, du König der Juden. Mat 27:30 Und sie spieen auf ihn zu und nahmen das Rohr und schlugen auf sein Haupt. Mat 27:31 Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Mantel aus und zogen ihm seine Kleider an; und führten ihn hin, daß sie ihn kreuzigten. Mat 27:32 Da sie aber hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon; diesen zwangen sie, daß er sein Kreuz trug. Mat 27:33 Und da sie kamen an die Stätte, die da heißt Golgatha, das ist, die sogenannte Schädelstätte, Mat 27:34 gaben sie ihm Essig zu trinken mit Galle vermischt; und da er es kostete, wollte er nicht trinken. Mat 27:35 Da sie ihn aber gekreuzigt hatten, teilten sie seine Kleider und warfen das Los darum; auf daß erfüllt würde, das gesagt ist von dem Propheten: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen. Mat 27:36 Und sie saßen und hüteten ihn daselbst. Mat 27:37 Und sie setzten oben über seinem Haupt die Klage beschrieben: Dieser ist Jesus, der König der Juden. Mat 27:38 Sodann werden samt ihm gekreuzigt zwei Räuber, einer zur Rechten und einer zur Linken. Mat 27:39 Die Vorbeigehenden aber lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe Mat 27:40 und sprachen: Der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen baust, hilf dir selber. Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Mat 27:41 Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Mat 27:42 Andern hat er geholfen; sich selber kann er nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er jetzt von dem Kreuz herab; so wollen wir an ihn glauben. Mat 27:43 Er hat auf Gott getraut; er errette ihn jetzt, wenn er ihn gern hat. Denn er hat gesagt: Gottes Sohn bin ich. Mat 27:44 Eben dasselbe rückten ihm auch die Räuber auf, die mit ihm gekreuzigt waren. Mat 27:45 Von der sechsten Stunde an aber ward eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde; Mat 27:46 um die neunte Stunde aber rief Jesus mit großer Stimme aus und sprach: Eli, Eli, lama sabachthani? das ist: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Mat 27:47 Etliche aber von denen, die daselbst standen, da sie es hörten, sprachen sie: Dem Elia ruft dieser. Mat 27:48 Und alsbald lief einer von ihnen und nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn. Mat 27:49 Die übrigen aber sprachen: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, ihm zu helfen. Mat 27:50 Jesus aber schrie abermals mit lauter Stimme und gab den Geist auf. Mat 27:51 Und siehe da, der Vorhang des Tempels zerriß entzwei, von oben an bis unten aus; Mat 27:52 und die Erde bebte, und die Felsen zerrissen, und die Gräber taten sich auf, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen wurden auferweckt, Mat 27:53 und sie gingen aus den Gräbern, nach seiner Auferweckung, und gingen in die heilige Stadt hinein und erschienen vielen. Mat 27:54 Der Hauptmann aber und die bei ihm waren und Jesum hüteten, da sie sahen das Erdbeben und die Dinge, die geschahen, fürchteten sich sehr und sprachen: Wahrhaftig war dieser Gottes Sohn. Mat 27:55 Es waren aber daselbst viele Weiber, die von ferne zusahen, welche Jesu waren nachgefolgt von Galiläa und hatten ihm gedient; Mat 27:56 unter welchen war Maria von Magdala und Maria, Jakobi und Jose Mutter, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. Mat 27:57 Am Abend aber kam ein reicher Mensch von Arimathia, mit Namen Joseph, der auch selbst ein Jünger Jesu war. Mat 27:58 Dieser ging zu Pilatus hin und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, man sollte ihm den Leib hingeben. Mat 27:59 Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand Mat 27:60 und legte ihn in sein neues Grab, welches er hatte in den Felsen gehauen; und nachdem er einen großen Stein zu der Tür des Grabes hinzugewälzt hatte, ging er davon. Mat 27:61 Es war aber allda Maria von Magdala und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab. Mat 27:62 Des folgenden Tages aber, welcher ist nach dem Rüsttag, versammelten sich die Hohenpriester und die Pharisäer zu Pilatus Mat 27:63 und sprachen: Herr, wir haben uns erinnert, daß jener Betrüger sprach, da er noch lebte: Nach drei Tagen stehe ich auf Mat 27:64 So befiehl nun, daß man das Grab verwahre bis an den dritten Tag; auf daß nicht etwa seine Jünger kommen und stehlen ihn und zum Volk sagen: Er ist auferstanden von den Toten; und werde der letzte Betrug ärger als der erste. Mat 27:65 Pilatus aber sprach zu ihnen: Da habt ihr eine Wache; gehet hin, verwahret' wie ihr wisset. Mat 27:66 Sie gingen fort und bewahrten das Grab und versiegelten den Stein, samt der Wache. Mat 28:1 Nach dem Sabbat aber, als der erste Wochentag anbrach, kam Maria von Magdala und die andere Maria, das Grab zu besehen. Mat 28:2 Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben; denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat hinzu und wälzte den Stein von der Tür ab und setzte sich auf denselben. Mat 28:3 Es war aber seine Gestalt wie ein Blitz und sein Kleid weiß als wie Schnee. Mat 28:4 Wegen der Furcht aber vor ihm wurden die Hüter erschüttert und wurden als wie tot. Mat 28:5 Es antwortete aber der Engel und sprach zu den Weibern: Fürchtet Ihr euch nicht; denn ich weiß, daß ihr Jesum, den Gekreuzigten, suchet. Mat 28:6 Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt, sehet den Ort, da der Herr gelegen hat. Mat 28:7 Und geschwind gehet hin und sagt seinen Jüngern, daß er auferstanden ist von den Toten; und siehe, er geht vor euch hin nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen; siehe, ich hab' euch gesagt. Mat 28:8 Und sie gingen geschwind heraus von dem Grab mit Furcht und großer Freude und liefen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten. Mat 28:9 Da sie aber hingingen, daß sie es seinen Jüngern verkündigten, siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt. Sie aber traten hinzu, griffen seine Füße an und beteten ihn an. Mat 28:10 Da spricht Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht; gehet hin und verkündigt' meinen Brüdern, daß sie hingehen nach Galiläa, und daselbst werden sie mich sehen. Mat 28:11 Da sie aber hingingen, siehe, da kamen etliche von der Wache in die Stadt und verkündigten den Hohenpriestern alles, was geschehen war. Mat 28:12 Und sie versammelten sich mit den Ältesten und hielten einen Rat und gaben den Kriegsknechten Gelds genug Mat 28:13 und sprachen: Saget: Seine Jünger kamen des Nachts und stahlen ihn, indem wir schliefen. Mat 28:14 Und wenn man dieses hören wird vor dem Landvogt, so wollen Wir ihn geschweigen und euch sicher stellen. Mat 28:15 Sie aber nahmen das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. Und diese Rede ist ausgetragen worden bei den Juden, bis auf den heutigen Tag. Mat 28:16 Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, dahin Jesus sie beschieden hatte. Mat 28:17 Und da sie ihn sahen, beteten sie ihn an; etliche aber zweifelten. Mat 28:18 Und Jesus trat hinzu, redete zu ihnen und sprach: Es ist mir gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Mat 28:19 Gehet hin und machet zu Jüngern alle Nationen, und taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Mat 28:20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, Ich bin mit euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit. Mar 1:1 Anfang des Evangeliums Jesu Christi, des Sohnes Gottes. Mar 1:2 Wie geschrieben steht in Jesaja dem Propheten: Siehe ich sende meinen Botschafter vor deinem Angesicht her, der zurichten wird deinen Weg vor dir; Mar 1:3 es ist eine Stimme eines Rufenden in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn; machet seine Steige richtig! Mar 1:4 so kam Johannes und taufte in der Wüste und predigte eine Bußtaufe zur Erlassung der Sünden. Mar 1:5 Und es ging zu ihm hinaus das ganze jüdische Land und alle von Jerusalem; und ließen sich von ihm taufen im Jordanfluß, unter Bekenntnis ihrer Sünden. Mar 1:6 Es war aber Johannes bekleidet mit Kamelhaaren und mit einem ledernen Gürtel um seine Lenden und aß Heuschrecken und wilden Honig. Mar 1:7 Und er predigte und sprach: Es kommt nach mir, der stärker ist als ich, dem ich nicht genugsam bin, daß ich gebückt den Riemen seiner Schuhe auflöse. Mar 1:8 Ich habe euch zwar mit Wasser getauft; Er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen. Mar 1:9 Und es begab sich in denselben Tagen, daß Jesus von Nazareth im galiläischen Land kam und ließ sich taufen von Johannes in den Jordan. Mar 1:10 Und alsbald stieg er herauf aus dem Wasser und sah, daß die Him mel aufrissen und der Geist gleichwie eine Taube herabstieg auf ihn; Mar 1:11 und eine Stimme geschah aus den Himmeln: Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe. Mar 1:12 Und bald trieb ihn der Geist hinaus in die Wüste; Mar 1:13 und er war allda in der Wüste vierzig Tage und ward versucht von dem Satan und war bei den Tieren; und die Engel dienten ihm. Mar 1:14 Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium des Reiches Gottes Mar 1:15 und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes hat sich genähert. Tut Buße und glaubet dem Evangelium. Mar 1:16 Da er aber an dem Galiläischen Meer wandelte, sah er Simon und Andreas, seinen, des Simons Bruder, daß sie das Netz warfen auf dem Meer; denn sie waren Fischer. Mar 1:17 Und Jesus sprach zu ihnen: Gehet mir nach, so will ich machen, daß ihr Menschenfischer werdet. Mar 1:18 Und alsbald verließen sie ihre Netze und folgten ihm nach. Mar 1:19 Und da er von dannen ein wenig weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, wie auch sie in dem Schiff die Netze zurechtmachten; und alsbald berief er sie; Mar 1:20 und sie verließen ihren Vater Zebedäus in dem Schiff mit den Taglöhnern und gingen fort ihm nach. Mar 1:21 Und sie ziehen zu Kapernaum ein; und alsbald an den Sabbaten ging er in die Schule und lehrte. Mar 1:22 Und sie entsetzten sich über sei ner Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie die Schriftgelehrten. Mar 1:23 Und es war in ihrer Schule ein Mensch mit einem unreinen Geist; und er fing ein Geschrei an Mar 1:24 und sprach: Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesu von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu verderben. Ich kenne dich, wer du bist, der Heilige Gottes. Mar 1:25 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm Mar 1:26 Und der unreine Geist riß ihn und schrie mit großer Stimme und fuhr aus von ihm. Mar 1:27 Und es erstaunten alle, also daß sie sich untereinander befragten und sprachen: Was ist das? Was für eine neue Lehre ist diese, daß er mit Gewalt auch den unreinen Geistern gebietet, und sie gehorchen ihm? Mar 1:28 Es kam aber sein Gerücht bald aus in die ganze umliegende Gegend Galiläas. Mar 1:29 Und bald gingen sie aus der Schule und kamen in das Haus Simons und Andreas' mit Jakobus und Johannes. Mar 1:30 Und die Schwiegermutter Simons lag am Fieber darnieder; und alsbald sagen sie ihm von ihr. Mar 1:31 Und er trat hinzu und richtete sie auf, indem er sie bei der Hand faßte; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen. Mar 1:32 Am Abend aber, da die Sonne unterging, trugen sie zu ihm alle, die sich übel befanden, und die Besessenen; Mar 1:33 und die Stadt war ganz beieinander vor der Tür. Mar 1:34 Und er heilte viele, die sich übel befanden an mancherlei Krankheiten; und er trieb viele Teufel (Dämonen) aus und ließ die Teufel (Dämonen) nicht reden, denn sie kannten ihn. Mar 1:35 Und frühe, da es noch lange Nacht war, stand er auf und ging aus und verfügte sich beiseite in eine wüste Stätte und betete daselbst. Mar 1:36 Und Simon und die mit ihm waren setzten ihm nach; Mar 1:37 und da sie ihn fanden, sprechen sie zu ihm: Jedermann sucht dich. Mar 1:38 Und er spricht zu ihnen: Laßt uns in die Städtlein nacheinander gehen, auf daß ich auch daselbst predige; denn dazu bin ich gekommen. Mar 1:39 Und er predigte in ihren Schulen in ganz Galiläa und trieb die Teufel (Dämonen) aus. Mar 1:40 Und es kommt zu ihm ein Aussätziger, der bat ihn und kniete vor ihm und sprach zu ihm: Wenn du willst, so kannst du mich reinigen. Mar 1:41 Und es jammerte Jesum, und reckte die Hand aus, rührte ihn an und sprach zu ihm: Ich will; sei gereinigt. Mar 1:42 Und als er es sagte, ging der Aus satz alsbald von ihm weg, und er ward rein. Mar 1:43 Und er band es ihm scharf ein und schickte ihn alsbald fort Mar 1:44 und spricht zu ihm: Siehe zu, daß du niemand nichts sagest, sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere deiner Reinigung wegen, was Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. Mar 1:45 Er aber, da er hinaus kam, fing an, vieles auszurufen und die Sache ruchbar zu machen, also daß er nicht mehr konnte öffentlich in eine Stadt hineingehen, sondern er war draußen in wüsten Örtern, und sie kamen zu ihm von allen Enden. Mar 2:1 Und er ging wiederum ein zu Kapernaum über (etliche) Tage; und man hörte, daß er im Hause sei. Mar 2:2 Und es versammelten sich Mar 2:3 Und sie kommen zu ihm und bringen einen Gichtbrüchigen, von vieren getragen. Mar 2:4 Und da sie nicht konnten nahe zu ihm kommen vor dem Volk, deckten sie das Dach auf, wo er war, und brachen durch und ließen das Bettlein hinab, auf welchem der Gichtbrüchige lag. Mar 2:5 Da aber Jesus ihren Glauben sah, spricht er zu dem Gichtbrüchigen: Sohn, erlassen sind dir deine Sünden. Mar 2:6 Es waren aber etliche der Schriftgelehrten, die saßen allda und gedachten in ihren Herzen: Mar 2:7 Was redet dieser also Lästerungen? Wer kann Sünden erlassen, denn Einer, (nämlich) Gott? Mar 2:8 Und alsbald erkannte Jesus in seinem Geist, daß dieselben also bei sich gedenken, und sprach zu ihnen: Was gedenket ihr dieses in euren Herzen? Mar 2:9 Welches ist leichter, zu sagen zu dem Gichtbrüchigen: Erlassen sind dir die Sünden, oder zu sagen: Stehe auf, und nimm dein Bettlein und wandle? Mar 2:10 Auf daß ihr aber wisset, daß der Sohn des Menschen Macht hat, Sünden zu erlassen auf der Erde, spricht er zu dem Gichtbrüchigen: Mar 2:11 Dir sage ich, stehe auf, nimm dein Bettlein und gehe in dein Haus. Mar 2:12 Und er stand alsbald auf und nahm das Bettlein und ging hinaus vor allen, also daß sich alle entsetzten und priesen Gott und sprachen: So haben wir es niemals gesehen. Mar 2:13 Und er ging wiederum hinaus an das Meer; und alles Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. Mar 2:14 Und da er vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, über dem Zollwesen sitzen, und er spricht zu ihm: Folge mir nach. Und er stand auf und folgte ihm nach. Mar 2:15 Und es begab sich, als er zu Tisch saß in seinem Hause, da setzten sich viele Zöllner und Sünder zu Tisch mit Jesu und seinen Jüngern. Denn ihrer waren viele, und sie folgten ihm nach. Mar 2:16 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer, da sie sahen, daß er mit den Zöllnern und Sündern aß, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum ißt und trinkt er mit den Zöllnern und Sündern? Mar 2:17 Und da es Jesus hörte, spricht er zu ihnen: Die Starken bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu berufen, sondern Sünder. Mar 2:18 Und die Jünger des Johannes und die Pharisäer fasteten; und sie kommen und sprechen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes und die der Pharisäer, deine Jünger aber fasten nicht? Mar 2:19 Und Jesus sprach zu ihnen: Können die Hochzeitleute, indem der Bräutigam bei ihnen ist, fasten? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. Mar 2:20 Es werden aber Tage kommen, da der Bräutigam von ihnen weggenommen ist, und dann werden sie fasten an demselben Tage. Mar 2:21 Niemand flickt einen Lappen von einem ungewalkten Stück auf ein altes Kleid; sonst trennt sich der neue Fleck vom Alten, und es gibt einen ärgeren Riß. Mar 2:22 Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche, und der Wein wird verschüttet, und die Schläuche werden verderbt, sondern neuen Wein muß man in neue Schläuche fassen. Mar 2:23 Und es begab sich, da er hindurchging an den Sabbaten durch die Saat, und seine Jünger fingen an, einen Weg zu machen, und rauften die Ähren aus. Mar 2:24 Und die Pharisäer sprachen zu ihm: Siehe, was tun sie an den Sabbaten, das nicht erlaubt ist? Mar 2:25 Und Er sprach zu ihnen: Habt ihr niemals gelesen, was David tat, da er es bedurfte und ihn hungerte samt denen, die bei ihm waren? Mar 2:26 Wie ging er in das Haus Gottes um die Zeit Abjathars, des Hohenpriesters, und aß die Schaubrote, die niemand essen darf als die Priester, und gab auch denen, die bei ihm waren? Mar 2:27 Und er sprach zu ihnen: Der Sabbat ist um des Menschen willen geworden, nicht der Mensch um des Sabbats willen. Mar 2:28 Also ist der Sohn des Menschen ein Herr auch des Sabbats. Mar 3:1 Und er ging abermals in die Schule, und es war da ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand, Mar 3:2 und sie hielten auf ihn, ob er ihn am Sabbat heilen würde, damit sie ihn verklagen möchten. Mar 3:3 Und er spricht zu dem Menschen, der die verdorrte Hand hatte: Richte dich auf und komm hervor. Mar 3:4 Und er spricht zu ihnen: Darf man am Sabbat Gutes oder Böses tun, die Seele erhalten oder töten? Sie aber schwiegen stille. Mar 3:5 Und er sah sie umher an mit Zorn und betrübte sich über der Verstokkung ihres Herzens und sprach zu dem Menschen: Strecke deine Hand aus. Und er streckte sie aus, und seine Hand ward wieder zurechtgebracht. Mar 3:6 Und die Pharisäer gingen hinaus und hielten alsbald mit den Herodianern einen Rat wider ihn, wie sie ihn umbrächten. Mar 3:7 Und Jesus entwich mit seinen Jüngern an das Meer; und eine große Menge von Galiläa folgte ihm; und von Judäa, Mar 3:8 und von Jerusalem und von Idumäa und jenseits des Jordans, und die um Tyrus und Sidon, eine große Menge, da sie hörten alles, was er tat, kamen sie zu ihm. Mar 3:9 Und er sagte seinen Jüngern, daß immer ein Schifflein für ihn sollte da sein, um des Volkes willen, daß sie ihn nicht drängten. Mar 3:10 Denn er heilte viele, also daß alle, die geplagt waren, auf ihn hinfielen, auf daß sie ihn anrührten. Mar 3:11 Und die unreinen Geister, wenn sie ihn sahen, fielen vor ihm hin und schrieen und sprachen: Du bist der Sohn Gottes. Mar 3:12 Und er bedrohte sie sehr, daß sie ihn nicht offenbar machten. Mar 3:13 Und er geht auf den Berg und ruft zu sich, welche er selbst wollte; und sie gingen zu ihm hin. Mar 3:14 Und er machte zwölf, daß sie bei ihm sein sollten, und daß er sie aussendete, zu predigen Mar 3:15 und Macht zu haben, die Krankheiten zu heilen und die Teufel (Dämonen) auszutreiben; Mar 3:16 und er legte dem Simon den Namen Petrus bei; Mar 3:17 und Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, den Bruder des Jakobus; und legte ihnen die Namen bei: Boanerges, das ist Donnerssöhne; Mar 3:18 und Andreas und Philippus und Bartholomäus und Matthäus und Thomas und Jakobus, des Alphäus Sohn, und Thaddäus und Simon von Kana Mar 3:19 und Judas Ischarioth, der ihn auch verriet Mar 3:20 Und sie kamen nach Hause; und es kommt abermals ein Haufe zusammen, also daß sie nicht einmal das Brot essen konnten. Mar 3:21 Und da es die Seinigen hörten, gingen sie heraus, ihm Einhalt zu tun. Denn sie sprachen: Er ist außer sich selbst gekommen. Mar 3:22 Und die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sprachen: Er hat den Beelzebub, und durch den Obersten der Teufel (Dämonen) treibt er die Teufel (Dämonen) aus. Mar 3:23 Und er rief sie herzu und sprach in Gleichnissen zu ihnen: Wie kann Satan den Satan austreiben? Mar 3:24 Und wenn ein Reich gegen sich selbst zerteilt ist, so kann dasselbe Reich nicht bestehen Mar 3:25 und wenn ein Haus gegen sich selbst zerteilt ist, so kann dasselbe Haus nicht bestehen; Mar 3:26 und wenn der Satan wider sich selbst aufgestanden und zerteilt ist, so kann er nicht bestehen, sondern es ist aus mit ihm. Mar 3:27 Niemand kann das Gerät des Starken, da er in dessen Haus hineingeht, wegrauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, worauf er dann sein Haus berauben wird. Mar 3:28 Amen ich sage euch, alle Sünden werden erlassen werden den Men schenkindern, auch die Lästerungen, soviel sie Lästerungen begehen; Mar 3:29 wer aber eine Lästerung begeht wider den Heiligen Geist, hat keine Erlassung in Ewigkeit, sondern er ist schuldig einer ewigen Sünde. Mar 3:30 Weil sie sagten: Einen unreinen Geist hat er. Mar 3:31 So kamen nun seine Brüder und Mutter, und sie standen draußen und sandten zu ihm und riefen ihm. Mar 3:32 Und es saß ein Haufe um ihn herum. Sie sprachen aber zu ihm: Siehe deine Mutter und deine Brüder draußen suchen dich. Mar 3:33 Und er antwortete ihnen und sprach: Wer ist meine Mutter oder meine Brüder? Mar 3:34 Und er sah rings herum auf die, so um ihn herum saßen, und sprach: Siehe, meine Mutter und meine Brüder. Mar 3:35 Denn wer den Willen Gottes tut, dieser ist mein Bruder und meine Schwester und Mutter. Mar 4:1 Und er fing abermals an, zu lehren an dem Meer; und es versammelte sich zu ihm viel Volks, also daß er in das Schiff trat und auf dem Meer saß; und alles Volk war an dem Meer auf dem Lande. Mar 4:2 Und er lehrte sie in Gleichnissen vieles und sprach zu ihnen in seiner Lehre: Mar 4:3 Höret zu. Siehe, es ging der Sämann aus zu säen. Mar 4:4 Und es begab sich, indem er säte, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vögel und fraßen es auf. Mar 4:5 Anderes fiel auf das Felsige, wo es nicht genug Erde hatte; und es ging bald auf, weil es nicht tiefe Erde hatte; Mar 4:6 da aber die Sonne aufging, ward es versengt; und weil es nicht Wurzel hatte, verdorrte es. Mar 4:7 Und anderes fiel unter die Dornen; und die Dornen kamen empor und erstickten es, und es gab keine Frucht. Mar 4:8 Und anderes fiel auf das gute Land und gab Frucht, die empor kam und wuchs und brachte etliches dreißigfältig und etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig. Mar 4:9 Und er sprach: Wer Ohren hat zu hören, der höre. Mar 4:10 Da er aber allein war, fragten ihn, die um ihn waren, samt den Zwölfen, um das Gleichnis. Mar 4:11 Und er sprach zu ihnen: Euch ist' gegeben, zu erkennen das Geheimnis des Reiches Gottes; jenen aber, die draußen sind, widerfährt es alles in Gleichnissen; Mar 4:12 auf daß sie sehend sehen und nicht sehen; und hörend hören und nicht verstehen; auf daß sie nicht etwa umkehren und die Sünden ihnen erlassen werden. Mar 4:13 Und er spricht zu ihnen: Wisset ihr dieses Gleichnis nicht? Wie werdet ihr denn alle die Gleichnisse erkennen? Mar 4:14 Der Sämann sät das Wort. Mar 4:15 Diese sind' aber, die an dem Wege sind, wo das Wort gesät wird, und, wenn sie es hören, der Satan geschwind kommt und das Wort wegnimmt, das in ihren Herzen gesät war. Mar 4:16 Also auch die sind', die auf die felsigen Orte besät werden, die, wenn sie das Wort hören, es alsbald mit Freuden annehmen, Mar 4:17 und sie haben nicht Wurzel in ihnen, sondern halten sich eine Zeitlang; hernach wenn es Drangsal oder Verfolgung um des Wortes willen gibt, ärgern sie sich alsbald. Mar 4:18 Und diese sind', die unter die Dornen besät werden, die das Wort hören, Mar 4:19 und die Sorgen dieser Welt und der Betrug des Reichtums und die Begierde nach den übrigen Dingen gehen hinein und ersticken das Wort, und es kommt um die Frucht. Mar 4:20 Und diese sind', die auf das gute Land besät sind, die das Wort hören und annehmen und Frucht tragen, etliches dreißigfältig und etliches sechzigfältig und etliches hundertfältig. Mar 4:21 Und er sprach zu ihnen: Kommt auch die Kerze, daß sie unter das Kornmaß oder unter die Bank gesetzt werde? nicht, daß sie auf den Leuchter hingesetzt werde? Mar 4:22 Denn es ist nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden solle; und ist nichts verborgen worden anders, als daß es zum Vorschein komme. Mar 4:23 Hat jemand Ohren zu hören, so höre er. Mar 4:24 Und er sprach zu ihnen: Sehet zu, was ihr höret. Mit welchem Maß ihr messet, wird man euch messen, und man wird zugeben euch, die ihr höret. Mar 4:25 Denn wer da hat, dem wird gegeben werden; und wer da nicht hat, von dem wird auch das, was er hat, weggenommen werden. Mar 4:26 Und er sprach: Also hat sich das Reich Gottes, als wenn ein Mensch den Samen aufs Land wirft Mar 4:27 und schläft und steht auf Nacht und Tag, und der Same geht auf und wächst auf, da er es selbst nicht weiß. Mar 4:28 Denn aus eigenem Trieb bringt die Erde zuerst das Gras, darnach die Ähre, darnach den vollen Weizen in der Ähre. Mar 4:29 Wenn sich aber die Frucht ergibt, so schickt er bald die Sichel hin, weil die Ernte sich eingestellt hat. Mar 4:30 Und er sprach: Wem sollen wir das Reich Gottes vergleichen, oder durch welches Gleichnis sollen wir es vorstellen? Mar 4:31 Gleichwie ein Senfkorn, wenn das gesät ist auf die Erde, so ist es kleiner als alle Samen, die auf Erden sind; Mar 4:32 und wenn es gesät ist, so kommt es auf und wird größer denn alle Kohlkräuter und treibt große Zweige, also daß unter seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Mar 4:33 Und mit viel solchen Gleichnissen redete er zu ihnen das Wort, nachdem sie es hören konnten; Mar 4:34 ohne Gleichnis aber redete er nicht zu ihnen; besonders aber legte er seinen Jüngern alles aus. Mar 4:35 Und er spricht zu ihnen jenes Tages, als es Abend ward: Laßt uns hinüberfahren. Mar 4:36 Und da sie das Volk entlassen hatten, nehmen sie ihn mit, wie er in dem Schiff war; es waren aber auch andere Schifflein bei ihm. Mar 4:37 Und es erhebt sich ein großer Windwirbel; die Wellen aber schlugen in das Schiff, also daß es schon voll ward. Mar 4:38 Und Er war hinten im Schiff und schlief an der Hauptlehne. Und sie wecken ihn auf und sprechen zu ihm: Meister, fragst Du nichts darnach, daß wir umkommen? Mar 4:39 Und er stand auf und bedrohte den Wind und sprach zu dem Meer: Schweig, halt still. Und der Wind legte sich, und es ward eine große Stille. Mar 4:40 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr so schüchtern? Wie habt ihr keinen Glauben? Mar 4:41 Und sie fürchteten sich gar sehr und sprachen untereinander: Wer ist denn dieser, daß ihm beide der Wind und das Meer gehorchen? Mar 5:1 Und sie kamen jenseits des Meers, in das Land der Gadarener. Mar 5:2 Und als er aus dem Schiff trat, begegnete ihm alsbald aus den Gräbern ein Mensch mit einem unreinen Geist, Mar 5:3 der die Wohnung in den Gräbern hatte. Und auch mit Ketten konnte ihn niemand binden, Mar 5:4 indem eroft mit Fesseln und Ketten war gebunden gewesen, und die Ketten von ihm zerrissen und die Fesseln zerrieben worden waren; es konnte ihn auch niemand zähmen; Mar 5:5 und allezeit nachts und tags war er in den Gräbern und auf den Bergen und schrie und zerschlug sich mit Steinen. Mar 5:6 Da er aber Jesum sah von ferne, lief er und betete ihn an und schrie mit lauter Stimme und sprach: Mar 5:7 Was habe ich mit dir zu tun, Jesu, du Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht quälest. Mar 5:8 Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, von dem Menschen. Mar 5:9 Und er fragte ihn: Wie heißest du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich, weil unser viel sind. Mar 5:10 Und er bat ihn sehr, daß er sie nicht aus der Gegend wegtriebe. Mar 5:11 Es war aber daselbst an dem Berg eine große Herde Schweine auf der Weide; Mar 5:12 und es baten ihn alle die Teufel und sprachen: Schicke uns unter die Schweine, daß wir in sie fahren; Mar 5:13 und Jesus erlaubte es ihnen alsbald. Da fuhren die unreinen Geister aus und fuhren in die Schweine; und es stürzte sich die Herde den jähen Abhang hinab in das Meer, ihrer aber waren bei zweitausend, und ersoffen im Meer. Mar 5:14 Die aber die Schweine gehütet hatten, flohen und brachten die Botschaft in die Stadt und in die Dörfer. Und sie gingen heraus, zu sehen, was da geschehen war. Mar 5:15 Und sie kommen zu Jesu und schauen den Besessenen, daß er saß und bekleidet und bei gutem Verstand war, der die Legion gehabt hatte. Und sie fürchteten sich. Mar 5:16 Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und von den Schweinen. Mar 5:17 Und sie fingen an ihn zu bitten, daß er von ihren Grenzen weggehen möchte. Mar 5:18 Und da er in das Schiff trat, bat ihn der Besessene, daß er möchte bei ihm sein. Mar 5:19 Und er ließ ihn nicht, sondern spricht zu ihm: Gehe hin in dein Haus zu den Deinen und verkündige ihnen alles, was dir der Herr getan, und wie er sich deiner erbarmt hat. Mar 5:20 Und er ging hin und fing an auszurufen in den Zehn Städten, wie große Dinge ihm Jesus getan habe. Und jedermann verwunderte sich. Mar 5:21 Und da Jesus wiederum herüberfuhr in dem Schiff, versammelte sich viel Volks zu ihm, und er war an dem Meer. Mar 5:22 Und es kommt einer der Schulobersten, mit Namen Jairus, und da er ihn sieht, fällt er zu seinen Füßen hin. Mar 5:23 Und er bat ihn sehr und sprach: Mein Töchterlein ist auf dem Äußersten; du wolltest kommen und ihr die Hände auflegen, daß sie genese und lebe. Mar 5:24 Er ging hin mit ihm; und es folgte ihm viel Volks nach, und sie drängten ihn. Mar 5:25 Und ein Weib, das einen Blutfluß zwölf Jahre gehabt Mar 5:26 und vieles erlitten von vielen Ärzten und alle ihre Habe aufgewendet hatte, und nichts gebessert, sondern vielmehr schlimmer geworden war, Mar 5:27 da sie von Jesu hörte, kam sie im Volk von hinten zu und rührte sein Kleid an. Mar 5:28 Denn sie sprach: Wenn ich nur seine Kleider anrühren werde, so wird mir geholfen sein. Mar 5:29 Und alsbald vertrocknete der Brunnen ihres Blutes, und sie wurde es am Leibe inne, daß sie von der Plage gesund geworden sei. Mar 5:30 Und alsbald erkannte Jesus an sich selbst die von ihm ausgegangene Kraft und wandte sich unter dem Volk um und sprach: Wer hat meine Kleider angerührt? Mar 5:31 Und seine Jünger sprachen zu ihm: Du siehst, daß das Volk dich drängt, und sprichst: Wer hat mich angerührt? Mar 5:32 Und er schaute umher, zu sehen die das getan hatte. Mar 5:33 Das Weib aber fürchtete sich und zitterte, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, und kam und fiel vor ihm hin und sagte ihm die ganze Wahrheit. Mar 5:34 Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin im Frieden und sei gesund von deiner Plage. Mar 5:35 Da er noch redete, kommen etliche von dem Schulobersten und sprechen: Deine Tochter ist gestorben; was bemühest du weiter den Meister? Mar 5:36 Jesus aber hörte bald die Rede, die da gesagt ward, und sprach zu dem Schulobersten: Fürchte dich nicht, glaube nur. Mar 5:37 Und er ließ niemand ihm mit nachfolgen, denn Petrus und Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Mar 5:38 Und er kommt in das Haus des Schulobersten und sieht ein Getümmel, und die da sehr weinten und heulten. Mar 5:39 Und er geht hinein und spricht zu ihnen: Was tummelt und weinet ihr? Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft. Und sie verlachten ihn. Mar 5:40 Er aber treibt sie alle aus und nimmt mit den Vater des Kindes und die Mutter und die bei ihm waren, und geht hinein, da das Kind lag. Mar 5:41 Und er greift das Kind bei der Hand und spricht zu ihr: Talitha kumi! das ist verdolmetscht: Du Mägdlein, dir sage ich, stehe auf. Mar 5:42 Und alsbald stand das Mägdlein auf und wandelte, denn es war zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich über die Maßen. Mar 5:43 Und er verbot ihnen sehr, daß niemand dieses innewerden sollte; und sagte, man sollte ihr zu essen geben. Mar 6:1 Und er ging aus von dannen und kam in seine Vaterstadt; und seine Jünger folgten ihm nach. Mar 6:2 Und da der Sabbat kam, fing er an, in der Schule zu lehren; und viele, die da hörten, entsetzten sich und sprachen: Woher kommt diesem die ses? Und was für Weisheit ist', die ihm gegeben ist? Auch solche mächtigen Taten geschehen durch seine Hände? Mar 6:3 Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn Marias, ein Bruder aber des Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Und sie ärgerten sich an ihm. Mar 6:4 Es sprach aber Jesus zu ihnen: Ein Prophet ist nirgends unwert als in seiner Vaterstadt und bei seinen Verwandten und in seinem Hause. Mar 6:5 Und er konnte allda keine mächtige Tat tun, ohne wenig Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Mar 6:6 Und er verwunderte sich wegen ihres Unglaubens; und er ging umher in die Flecken im Kreis und lehrte. Mar 6:7 Und er ruft die Zwölf herzu und fing an, sie Paar und Paar zu senden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister; Mar 6:8 und gebot ihnen, daß sie nichts nähmen auf den Weg, als etwa nur einen Stab; keine Tasche, kein Brot, kein Geld in den Gürtel; Mar 6:9 sondern wären geschuht und täten auch nicht zwei Röcke an. Mar 6:10 Und er sprach zu ihnen: Wo ihr in ein Haus hineingehet, da bleibet, bis ihr von dannen abreist. Mar 6:11 Und welche euch nicht aufnehmen noch euch hören werden, da gehet von dannen heraus und schüttelt den Staub aus, der unter euren Füßen ist, zum Zeugnis gegen sie. Amen ich sage euch, erträglicher wird es für Sodom und Gomorra sein am Gerichtstag als derselben Stadt. Mar 6:12 Und sie gingen aus und predigten, sie sollten Buße tun; Mar 6:13 und trieben viele Teufel (Dämonen) aus und salbten mit Öl viele Kranke und machten sie gesund. Mar 6:14 Und der König Herodes hörte es; denn sein Name ward bekannt. Und er sprach: Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden, und darum sind die Kräfte in ihm wirksam. Mar 6:15 Andere sprachen: Es ist Elia; andere aber sprachen: Es ist ein Prophet, wie einer der Propheten. Mar 6:16 Da es aber Herodes hörte, sprach er: Der, den Ich enthauptet habe, Johannes, ist dieser; Er ist von den Toten auferstanden. Mar 6:17 Denn er selbst, Herodes, hatte hingesandt und Johannes gegriffen und ihn im Gefängnis gebunden, um Herodias willen, des Weibes des Philippus, seines Bruders, daß er sie gefreit hatte. Mar 6:18 Denn Johannes sprach zu Herodes: Es ist dir nicht erlaubt, deines Bruders Weib zu haben. Mar 6:19 Herodias aber hielt auf ihn und wollte ihn töten und konnte nicht. Mar 6:20 Denn Herodes scheute sich vor Johannes, indem er wußte, daß er ein gerechter und heiliger Mann war, und nahm ihn in acht; und wenn er ihn hörte, tat er vieles und hörte ihn gern. Mar 6:21 Und als es einen gelegenen Tag gab, da Herodes auf seinen Jahrestag eine Abendmahlzeit anstellte für seine Gewaltigen und Obersten und Vornehmsten von Galiläa, Mar 6:22 und ihre, der Herodias, Tochter hineingetreten war und getanzt und dem Herodes und denen, die mit zu Tische saßen, gefallen hatte, sprach der König zum Mägdlein: Bitte von mir, was du willst, ich will dir' geben. Mar 6:23 Und er schwur ihr: Was du von mir bitten wirst, will ich dir geben, bis auf die Hälfte meines Königreichs. Mar 6:24 Sie aber ging hinaus und sprach zu ihrer Mutter: Was soll ich bitten? Die sprach: Das Haupt Johannes des Täufers. Mar 6:25 Und sie ging alsbald munter hinein zum König, bat und sprach: Ich will, daß du mir gebest gleich jetzt auf einer Platte das Haupt Johannes des Täufers. Mar 6:26 Und der König ward sehr betrübt, aber um des Eides willen und derer, die mit zu Tische saßen, wollte er sie nicht abweisen. Mar 6:27 Und bald schickte der König einen Trabanten hin und hieß sein Haupt herbringen. Der ging hin und enthauptete ihn in dem Gefängnis Mar 6:28 und brachte sein Haupt auf einer Platte und gab es dem Mägdlein, und das Mägdlein gab es ihrer Mutter. Mar 6:29 Und da seine Jünger es hörten, kamen sie und nahmen seinen toten Körper und legten ihn in ein Grab. Mar 6:30 Und die Apostel versammeln sich zu Jesu und verkündigten ihm alles, was sie getan und auch, was sie gelehrt hatten. Mar 6:31 Und er sprach zu ihnen: Kommet Ihr selber besonders her an einen wüsten Ort und ruhet ein wenig. Denn ihrer waren viel, die zuund abgingen, und sie hatten auch nicht zu essen gelegene Zeit. Mar 6:32 Und sie fuhren hin an einen wüsten Ort, mit dem Schiff besonders. Mar 6:33 Und sie sahen sie wegfahren, und viele kannten ihn; und zu Fuß von allen Städten liefen sie miteinander dahin und kamen ihnen zuvor und kamen zu ihm zusammen. Mar 6:34 Und Jesus ging heraus und sah viel Volks, und es jammerte ihn derselben, weil sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben; und er fing an, sie vieles zu lehren. Mar 6:35 Und da es schon weit mit den Tagesstunden gekommen war, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: Wüste ist der Ort, und es ist schon späte Stunde. Mar 6:36 Gib ihnen Urlaub, daß sie hinge hen in die umherliegenden Dörfer und Flecken, und sich Brote kaufen; denn sie haben nichts zu essen. Mar 6:37 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihnen Ihr zu essen. Und sie sprachen zu ihm: Sollen wir hingehen und für zweihundert Zehner Brote kaufen und ihnen zu essen geben? Mar 6:38 Er aber spricht zu ihnen: Wieviel Brote habt ihr? Gehet hin und sehet. Und da sie es erkundet hatten, sprachen sie: Fünf, und zwei Fische. Mar 6:39 Und er gebot ihnen, daß sie sollten alle hinsetzen, reihenweis, auf dem grünen Gras. Mar 6:40 Und sie setzten sich, gassenweis, bei Hunderten und bei Fünfzigen. Mar 6:41 Und er nahm die fünf Brote und die zwei Fische und sah auf gen Himmel und segnete sie; und brach die Brote und gab sie den Jüngern, daß sie ihnen vorlegten, und die zwei Fische teilte er unter alle. Mar 6:42 Und sie aßen alle und wurden satt; Mar 6:43 und sie hoben zwölf Körblein voll Brocken auf und von den Fischen. Mar 6:44 Und die die Brote gegessen hatten, derer waren fünftausend Mann. Mar 6:45 Und alsbald nötigte er seine Jünger, daß sie in das Schiff träten und vorher hinüberführen gen Bethsaida, bis Er das Volk entließe. Mar 6:46 Und da er ihnen Urlaub gegeben hatte, ging er hin auf den Berg, zu beten. Mar 6:47 Und am Abend war das Schiff mitten auf dem Meer und Er allein auf dem Lande. Mar 6:48 Und er sah sie Not leiden im Rudern; denn der Wind war ihnen entgegen. Und um die vierte Wache der Nacht kommt er zu ihnen, auf dem Meer daherwandelnd; Mar 6:49 und er wollte an ihnen vorübergehen. Sie aber, da sie ihn sahen auf dem Meer wandeln, meinten, es wäre ein Gespenst, und schrieen; Mar 6:50 denn sie sahen ihn alle und er schraken; und alsbald redete er mit ihnen und sprach zu ihnen: Seid getrost; Ich bin', fürchtet euch nicht. Mar 6:51 Und er trat wieder zu ihnen in das Schiff, und der Wind legte sich; und sie entsetzten sich gar heftig bei sich selbst und verwunderten sich; Mar 6:52 denn sie waren nicht witzig geworden über den Broten, denn ihr Herz war erstarrt. Mar 6:53 Und da sie hinübergefahren waren, kamen sie an das Land Genezareth und fuhren an. Mar 6:54 Und da sie aus dem Schiff traten, erkannten sie ihn alsbald, Mar 6:55 und liefen in derselben ganzen Gegend umher und fingen an, auf den Bettlein die Kranken umherzutragen, wo sie hörten, daß er da war. Mar 6:56 Und wo er in Flecken oder Städte oder Dörfer einging, da legten sie die Ungesunden auf den Märkten hin und baten ihn, daß sie nur den Saum seines Kleides anrühren möchten. Und alle, die ihn anrührten, wurden gesund. Mar 7:1 Und es versammeln sich zu ihm die Pharisäer und etliche der Schriftgelehrten, von Jerusalem kommend, Mar 7:2 und da sie sahen etliche seiner Jünger mit gemeinen, das ist ungewaschenen, Händen Brote essen Mar 7:3 denn die Pharisäer und alle Juden, wenn sie nicht genau die Hände waschen, essen sie nicht und halten die Satzung der Ältesten; Mar 7:4 und (wo sie) vom Markt (kommen), wenn sie sich nicht abwaschen, essen sie nicht; und viel anderes ist, was sie zu halten übernommen haben, das häufige Abwaschen der Becher und Krüge und ehernen Gefäße und Tischbänke); Mar 7:5 so fragten ihn denn die Pharisäer und Schriftgelehrten: Warum wandeln deine Jünger nicht nach der Sat zung der Ältesten, sondern essen das Brot mit gemeinen Händen? Mar 7:6 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wohl hat geweissagt Jesaja von euch Heuchlern, als geschrieben steht: Dies Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit von mir entfernt. Mar 7:7 Vergeblich aber dienen sie mir, da sie Lehren treiben, die Menschengebote sind. Mar 7:8 Denn ihr verlasset das Gebot Gottes und haltet die Satzung der Menschen, das häufige Abwaschen der Krüge und Becher, und viel Ähnliches dergleichen tut ihr. Mar 7:9 Und er sprach zu ihnen: Wohl hebt ihr das Gebot Gottes auf, damit ihr eure Satzung haltet. Mar 7:10 Denn Mose hat gesagt: Ehre deinen Vater und deine Mutter; und wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben. Mar 7:11 Ihr aber sagt: Wenn ein Mensch zum Vater oder zur Mutter spricht: Korban, das ist, ein Opfer ist, was du von mir genießen möchtest; Mar 7:12 und ihr laßt ihn seinem Vater oder seiner Mutter nichts im geringsten mehr tun Mar 7:13 und schaffet das Wort Gottes ab mit eurer Satzung, die ihr gesetzt habt. Und viel Ähnliches dergleichen tut ihr. Mar 7:14 Und er rief alles Volk herzu und sprach zu ihnen: Höret mir alle zu und vernehmet'. Mar 7:15 Nichts ist außer dem Menschen, so in ihn eingeht, das ihn kann gemein machen; sondern das von ihm ausgeht, dasselbe ist', das den Menschen gemein macht. Mar 7:16 Hat jemand Ohren, zuhören, so höre er. Mar 7:17 Und da er nach Hause kam von dem Volk, fragten ihn seine Jünger um das Gleichnis. Mar 7:18 Und er spricht zu ihnen: Seid sogar auch Ihr unverständig? Bedenket ihr nicht, daß alles, was von außen her in den Menschen eingeht, kann ihn nicht gemein machen? Mar 7:19 Denn es geht nicht in sein Herz, sondern in den Bauch; und geht in den Abtritt fort, und macht alle Speisen rein. Mar 7:20 Er sprach aber: Was von dem Menschen ausgeht, dasselbe macht den Menschen gemein. Mar 7:21 Denn von innen aus dem Herzen der Menschen gehen heraus die bösen Gedanken, Ehebrüche, Hurerei, Totschläge, Mar 7:22 Diebstähle, Geiz, Schalkheit, List, Unzucht, Schalksauge, Lästerung, Hoffart, Unvernunft. Mar 7:23 Alle diese argen Dinge gehen von innen heraus und machen den Menschen gemein. Mar 7:24 Und er machte sich von dannen auf und ging dahin, wo Tyrus und Sidon angrenzen; und er ging in ein Haus und wollte nicht, daß es jemand wissen sollte, und konnte nicht verborgen sein. Mar 7:25 Denn als ein Weib von ihm gehört hatte, deren Töchterlein einen unreinen Geist hatte, kam sie und fiel zu seinen Füßen hin Mar 7:26 (es war aber ein griechisches Weib, von Syrophönizien gebürtig); und sie bat ihn, daß er den Teufel (Dämon) von ihrer Tochter austriebe. Mar 7:27 Jesus aber sprach zu ihr: Laß zuvor die Kinder satt werden; denn es ist nicht fein, daß man das Brot der Kinder nehme und werfe es den Hündlein hin. Mar 7:28 Sie aber antwortete und sprach zu ihm: Ja, Herr; denn auch die Hündlein unter dem Tisch essen von den Brosamlein der Kinder. Mar 7:29 Und er sprach zu ihr: Um dieser Rede willen gehe hin; der Teufel (Dämon) ist von deiner Tochter ausgefahren. Mar 7:30 Und da sie hinging in ihr Haus, traf sie es so an, daß die Tochter auf dem Bette lag, und der Teufel (Dämon) ausgefahren war. Mar 7:31 Und da er wieder ausging von den Grenzen von Tyrus und Sidon, kam er an das Galiläische Meer, mitten unter die Grenzen der Zehn Städte. Mar 7:32 Und sie bringen ihm einen Tauben, der kümmerlich redete, und baten ihn, daß er ihm die Hand auflegte. Mar 7:33 Und er nahm ihn weg von dem Volk besonders und legte seine Finger in seine Ohren und spützte und rührte seine Zunge an Mar 7:34 und sah auf gen Himmel, seufzte und spricht zu ihm: Hephatha, das ist: Tue dich auf. Mar 7:35 Und alsbald tat sich sein Gehör auf, und das Band seiner Zunge ward los, und er redete recht. Mar 7:36 Und er verbot ihnen, sie sollten' niemand sagen; je mehr er aber ihnen verbot, je mehr und weiter riefen sie es aus. Mar 7:37 Und sie entsetzten sich über alle Maßen und sprachen: Er hat alles wohl gemacht. Die Tauben macht er hörend und auch die Sprachlosen redend. Mar 8:1 In denselben Tagen, als gar viel Volks da war und nichts zu essen hatten, rief er seine Jünger herzu und sprach zu ihnen: Mar 8:2 Mich jammert des Volks, weil sie schon drei Tage bei mir bleiben und nichts zu essen haben. Mar 8:3 Und wenn ich sie ungegessen heimgehen lasse, werden sie unterwegs verschmachten; denn etliche unter ihnen sind von ferne gekommen. Mar 8:4 Und es antworteten ihm seine Jünger: Woher wird jemand diese hier mit Broten sättigen können in einer Wüste? Mar 8:5 Und er fragte sie: Wieviel habt ihr Brote? Sie sprachen: Sieben. Mar 8:6 Und er gebot dem Volk, daß sie sich auf die Erde lagerten. Und er nahm die sieben Brote, dankte, brach und gab sie seinen Jüngern, daß sie vorlegten; und sie legten dem Volk vor. Mar 8:7 Und sie hatten ein wenig Fischlein; und er segnete sie und sagte, man sollte auch dieselben vorlegen. Mar 8:8 Sie aßen aber und wurden satt; und sie hoben die übrigen Brocken auf, sieben Körbe. Mar 8:9 Und ihrer waren bei viertausend, die da gegessen hatten; und er ließ sie fort. Mar 8:10 Und alsbald trat er in das Schiff mit seinen Jüngern und kam in die Gegend Dalmanutha. Mar 8:11 Und die Pharisäer gingen aus und fingen an, sich mit ihm zu befragen, und begehrten an ihn ein Zeichen vom Himmel, ihn zu versuchen. Mar 8:12 Und er holte einen Seufzer in seinem Geist und spricht: Was sucht dies Geschlecht ein Zeichen? Amen ich sage euch, es wird diesem Geschlecht kein Zeichen gegeben werden. Mar 8:13 Und er ließ sie und ging wieder zu Schiff und fuhr hinweg, herüber. Mar 8:14 Und sie hatten vergessen, Brote zu nehmen, und nur ein einziges Brot hatten sie mit sich in dem Schiff. Mar 8:15 Und er untersagte ihnen und sprach: Schauet zu, sehet euch vor vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteig des Herodes. Mar 8:16 Und sie gedachten untereinander und sprachen: Wir haben keine Brote. Mar 8:17 Und Jesus merkte es und spricht zu ihnen: Was denket ihr, daß ihr keine Brote habt? Bedenket ihr' nicht und vernehmet ihr' nicht? Habt ihr euer Herz noch erstarrt? Mar 8:18 Habt Augen und sehet nicht, und habt Ohren und höret nicht, und denket nicht daran? Mar 8:19 Da ich die fünf Brote brach unter die fünftausend, wieviel Körblein voll Brocken hobet ihr auf? Sie sprechen zu ihm: Zwölf. Mar 8:20 Da ich aber die sieben brach unter die viertausend, wieviel Körbe voll Brocken hobet ihr auf? Sie sprachen: Sieben. Mar 8:21 Und er sprach zu ihnen: Wie ver nehmet ihr' nicht? Mar 8:22 Und sie kommen gen Bethsaida; und sie bringen ihm einen Blinden und bitten ihn, daß er ihn anrühre. Mar 8:23 Und er nahm den Blinden bei der Hand und führte ihn hinaus vor den Flecken und spützte in seine Augen und legte ihm die Hände auf und fragte ihn, ob er etwas sehe? Mar 8:24 Und er sah auf und sprach: Ich sehe die Menschen wie Bäume wandeln. Mar 8:25 Darnach legte er abermals die Hände auf seine Augen und ließ ihn aufsehen, und er ward zurechtge bracht und sah alles scharf. Mar 8:26 Und er schickte ihn heim und sprach: Gehe nicht in den Flecken hinein, und sage es auch niemand in dem Flecken. Mar 8:27 Und es ging Jesus aus und seine Jünger in die Flecken bei Cäsarea Philippi, und unterwegs fragte er seine Jünger und sprach zu ihnen: Wer sagen die Leute, daß ich sei? Mar 8:28 Sie antworteten: Johannes der Täufer. Andere: Elia; wieder andere: Einer der Propheten. Mar 8:29 Und Er spricht zu ihnen: Ihr aber, wer saget ihr, daß ich sei? Petrus antwortet und spricht zu ihm: Du bist der Gesalbte. Mar 8:30 Und er band ihnen ernstlich ein, daß sie niemand von ihm sagen sollten. Mar 8:31 Und er fing an, sie zu lehren: Der Sohn des Menschen muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und getötet werden und nach drei Tagen auferstehen. Mar 8:32 Und offenbar redete er das Wort. Und es nahm ihn Petrus zu sich und fing an, es ihm zu verweisen. Mar 8:33 Er aber, da er sich umwandte und seine Jünger sah, verwies es Petrus und sprach: Gehe hinter mich, Satan; weil du nicht das bedenkst, was Gottes ist, sondern das, was der Menschen ist. Mar 8:34 Und er rief das Volk herzu samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: Wer da mir will hintennach folgen, der verleugne sich selbst und hebe sein Kreuz auf und folge mir nach. Mar 8:35 Denn wer seine Seele erhalten will, wird sie verlieren; wer aber seine Seele verlieren wird um meinetund des Evangeliums willen, wird sie erhalten. Mar 8:36 Denn was wird es den Menschen nützen, wenn er die Welt ganz gewönne und seine Seele einbüßte? Mar 8:37 Oder was wird der Mensch geben, seine Seele wieder einzutauschen? Mar 8:38 Denn wer sich mein und meiner Worte schämt bei diesem ehebrecherischen und sündigen Geschlecht, des wird sich auch der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln. Mar 9:1 Und er sprach zu ihnen: Amen ich sage euch, es sind etliche unter denen, die hier stehen, welche den Tod nicht schmecken werden, bis sie sehen das Reich Gottes mit Macht gekommen. Mar 9:2 Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und den Jakobus und Johannes mit und führt sie einen hohen Berg hinauf besonders allein; und er bekam eine andere Gestalt vor ihnen, Mar 9:3 und seine Kleider wurden glänzend, sehr weiß wie Schnee, dergleichen kein Bleicher auf Erden so weiß machen kann. Mar 9:4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose, und sie unterredeten sich mit Jesu. Mar 9:5 Und es antwortete Petrus und spricht zu Jesu: Rabbi, es ist gut, daß wir hier sind; so lasset uns drei Hütten machen, dir eine, Mose eine, und Elia eine. Mar 9:6 Denn er wußte nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht außer sich selbst. Mar 9:7 Und es ward eine Wolke, die überschattete sie; und es kam eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn, ihn höret. Mar 9:8 Und alsbald schauten sie herum und sahen niemand mehr denn Jesum allein bei ihnen. Mar 9:9 Da sie aber vom Berge herabgingen, untersagte er ihnen, daß sie niemand erzählen sollten, was sie gesehen hatten, als nur wenn der Sohn des Menschen würde von den Toten auferstanden sein. Mar 9:10 Und sie faßten das Wort auf und befragten sich untereinander: Was ist das, wenn er wird von den Toten auferstanden sein? Mar 9:11 Und sie fragten ihn und sprachen: Es sagen die Schriftgelehrten, Elia müsse zuerst kommen? Mar 9:12 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elia zwar kommt zuerst und bringt alles zurecht; und wie ist geschrieben auf den Sohn des Menschen, daß er vieles leiden und vernichtet (für nichts geachtet) werden soll? Mar 9:13 Aber ich sage euch, daß Elia gekommen ist, und sie haben ihm auch getan, was sie wollten, wie auf ihn geschrieben ist. Mar 9:14 Und da er zu den Jüngern kam, sah er viel Volks um sie und Schriftgelehrte, die sich mit ihnen befragten. Mar 9:15 Und alsbald, da alles Volk ihn sah, erstaunte es, und sie liefen hinzu und bewillkommneten ihn. Mar 9:16 Und er fragte die Schriftgelehrten: Was befragt ihr euch mit ihnen? Mar 9:17 Und es antwortete Einer aus dem Volk und sprach: Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der hat einen sprachlosen Geist. Mar 9:18 Und wo er ihn ergreift, reißt er ihn und schäumt und knirscht mit seinen Zähnen und verdorrt. Und ich sagte zu deinen Jüngern, daß sie ihn austrieben, und sie haben nicht vermocht. Mar 9:19 Er aber antwortete ihnen und sprach: O ungläubiges Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch ertragen? Bringet ihn zu mir. Mar 9:20 Und sie brachten ihn zu ihm; und da er ihn sah, zerrte ihn alsbald der Geist, und er fiel auf die Erde und wälzte sich und schäumte. Mar 9:21 Und er fragte seinen Vater: Wie lange Zeit ist es, daß dies ihm begegnet ist? Er sprach: Von Kind auf. Mar 9:22 Und oft hat er ihn in das Feuer geworfen, und auch in Wasser, daß er ihn umbrächte. Aber wenn du was kannst, so hilf uns, aus Mitleiden gegen uns. Mar 9:23 Jesus aber sprach zu ihm: Ja wenn du glauben kannst. Alles ist möglich dem, der da glaubt. Mar 9:24 Und alsbald schrie der Vater des Kindes mit Tränen und sprach: Ich glaube, Herr; hilf meinem Unglauben. Mar 9:25 Da aber Jesus sah, daß das Volk stark herzuläuft, bedrohte er den unreinen Geist und sprach zu ihm: Du sprachloser und tauber Geist, Ich gebiete dir: Fahre aus von ihm und fahre hinfort nicht in ihn. Mar 9:26 Und er schrie und zerrte ihn sehr und fuhr aus; und er ward, als wäre er tot, daß auch viele sagten: Er ist gestorben. Mar 9:27 Jesus aber ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf; und er stand auf. Mar 9:28 Und da er nach Hause kam, fragten ihn seine Jünger besonders: Daß Wir ihn nicht haben austreiben können? Mar 9:29 Und er sprach zu ihnen: Diese Art kann durch nichts ausfahren denn durch Beten und Fasten. Mar 9:30 Und sie gingen von dannen hinweg und reisten durch Galiläa hin, und er wollte nicht, daß es jemand wissen sollte. Mar 9:31 Denn er lehrte seine Jünger und sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen wird überantwortet in Menschenhände, und sie werden ihn töten, und wenn er getötet ist, wird er am dritten Tage auferstehen. Mar 9:32 Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen. Mar 9:33 Und er kam gen Kapernaum; und da er in das Haus kam, fragte er sie: Was hattet ihr auf dem Wege bei euch selbst für Gedanken? Mar 9:34 Sie aber schwiegen; denn sie hatten untereinander auf dem Wege ein Gespräch gehabt, wer größer sei. Mar 9:35 Und er setzte sich und rief den Zwölfen und spricht zu ihnen: So jemand will der Erste sein, so wird er der Allerletzte und aller Diener sein. Mar 9:36 Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie und faßte es in die Arme und sprach zu ihnen: Mar 9:37 Wer ein einziges von dergleichen Kindern aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat. Mar 9:38 Johannes aber antwortete ihm und sprach: Meister, wir sahen einen, der trieb Teufel (Dämonen) in deinem Namen aus, der uns nicht nachfolgt; und wir wehrten' ihm, weil er uns nicht nachfolgt. Mar 9:39 Jesus aber sprach: Wehret ihm nicht; denn es ist niemand, der eine mächtige Tat tun wird in meinem Namen und wird geschwind übel auf mich sprechen können. Mar 9:40 Denn wer nicht wider euch ist, ist für euch. Mar 9:41 Denn wer euch tränken wird mit einem Becher Wassers in meinem Namen, weil ihr Christum angehört, amen ich sage euch, er wird nicht um seinen Lohn kommen. Mar 9:42 Und wer Drgern wird einen einzigen dieser Kleinen, die an mich glauben, dem ist' besser, wenn ein Mühlstein um seinen Hals herumliegt und er in das Meer geworfen ist. Mar 9:43 Und so dich deine Hand ärgert, so haue sie ab; es ist dir besser, daß du (als) Krüppel in das Leben eingehest, denn daß du die zwei Hände habest und hingehest in die heiße Hölle, in das unauslöschliche Feuer, Mar 9:44 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht. Mar 9:45 Und so dein Fuß dich ärgert, so haue ihn ab; es ist dir besser, daß du lahm in das Leben eingehest, als daß du die zwei Füße habest und werdest geworfen in die heiße Hölle, in das unauslöschliche Feuer, Mar 9:46 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht. Mar 9:47 Und so dein Auge dich ärgert, so reiße es aus. Es ist dir besser, daß du einäugig in das Reich Gottes eingehest, als daß du zwei Augen habest und werdest geworfen in die heiße Feuerhölle, Mar 9:48 wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht verlöscht. Mar 9:49 Denn ein jeder wird mit Feuer gesalzen werden; und ein jegliches Opfer wird mit Salz gesalzen werden. Mar 9:50 Gut ist das Salz; wenn aber das Salz ungesalzen wird, womit werdet ihr dasselbe würzen? Habt bei euch selber Salz und seid friedsam untereinander. Mar 10:1 Und von dannen macht er sich auf und kommt in die Grenzen Judäas, durch die Gegend, die jenseits des Jordans ist. Und es versammeln sich abermals Haufen zu ihm; und, wie er gewohnt war, lehrte er sie abermals. Mar 10:2 Und es traten Pharisäer herzu und fragten ihn: Darf ein Mann sein Weib von sich scheiden? und versuchten ihn damit. Mar 10:3 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten? Mar 10:4 Sie aber sprachen: Mose hat gestattet, einen Scheidebrief zu schreiben und sie zu scheiden. Mar 10:5 Es antwortete aber Jesus und sprach zu ihnen: Nach eurer Her zenshärtigkeit (hat sich Mose gerichtet, da er) euch dies Gebot schrieb; Mar 10:6 aber von Anfang der Schöpfung hat Gott zum Mannsbild und Weibsbild sie gemacht Mar 10:7 Deswegen wird ein Mensch seinen Vater und Mutter verlassen und wird seinem Weibe anhangen, Mar 10:8 und werden die zwei Ein Fleisch sein. Also sind sie nicht mehr zwei, sondern Ein Fleisch. Mar 10:9 Was nun Gott zusammengepaart hat, soll kein Mensch trennen. Mar 10:10 Und in dem Hause fragten ihn abermals seine Jünger um eben dieses. Mar 10:11 Und er spricht zu ihnen: Wer sein Weib von sich scheidet und freit eine andere, der bricht die Ehe gegen sie; Mar 10:12 und so ein Weib sich scheidet von ihrem Manne und heiratet einen andern, so bricht sie die Ehe. Mar 10:13 Und sie brachten Kindlein zu ihm, daß er sie anrührte; die Jünger aber verwiesen es denen, die sie darbrachten. Mar 10:14 Da es aber Jesus sah, tat es ihm weh, und er sprach zu ihnen: Lasset die Kindlein zu mir kommen, wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Mar 10:15 Amen ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen. Mar 10:16 Und er umarmte sie, legte die Hände auf sie und segnete sie. Mar 10:17 Und da er auf den Weg hinausging, lief Einer hinzu, tat ihm einen Fußfall und fragte ihn: Guter Meister, was soll ich tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Mar 10:18 Jesus aber sprach zu ihm: Was nennest du mich gut? Niemand ist gut, denn Einer, nämlich Gott. Mar 10:19 Die Gebote weißt du: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht morden; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; du sollst niemand Abbruch tun; ehre deinen Vater und Mutter. Mar 10:20 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Meister, dieses alles habe ich beobachtet von meiner Jugend auf. Mar 10:21 Jesus aber sah ihn liebreich an und sprach zu ihm: Eines fehlt dir: Gehe hin, was du hast, verkaufe und gib' den Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm her und folge mir nach, mit Aufnehmen des Kreuzes. Mar 10:22 Er aber machte ein saures Gesicht zu der Rede und ging traurig davon; denn er hatte viele Güter. Mar 10:23 Und Jesus sieht umher und spricht zu seinen Jüngern: Wie schwer werden die, welche die Güter haben, in das Reich Gottes kommen. Mar 10:24 Die Jünger aber wurden bestürzt über seinen Reden. Jesus aber antwortete wiederum und spricht zu ihnen: Kinder, wie schwer ist es, daß die, so sich auf Geld verlassen, in das Reich Gottes kommen. Mar 10:25 Leichter ist es, daß ein Kamel durch das Nadelöhr gehe, denn daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Mar 10:26 Sie aber entsetzten sich sehr und sprachen bei sich selbst: Und wer kann selig Mar 10:27 Es sah sie aber Jesus an und spricht: Bei Menschen ist' unmöglich, aber nicht bei Gott; denn alle Dinge sind möglich bei Gott. Mar 10:28 Petrus fing an zu ihm zu sagen: Siehe, Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Mar 10:29 Jesus antwortete und sprach: Amen ich sage euch, es ist niemand, der verlassen hat ein Haus oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Weib oder Kinder oder Äcker, um meinetwillen und um des Evangeliums willen, Mar 10:30 daß er nicht empfangen sollte hundertfältig jetzt in dieser Zeit Häuser und Brüder und Schwestern und Väter und Mütter und Kinder und Äcker, mit Verfolgungen, und in der künftigen Welt ewiges Leben. Mar 10:31 Viele aber werden Erste sein, die da Letzte sind, und Letzte, die da Erste sind. Mar 10:32 Sie waren aber auf dem Wege, hinaufzugehen gen Jerusalem; und es ging Jesus vor ihnen her, und sie wurden bestürzt und folgten ihm nach und fürchteten sich dabei. Und er nahm abermals die Zwölf herzu und fing an, zu ihnen zu sagen, was ihm begegnen würde. Mar 10:33 Siehe, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und der Sohn des Menschen wird überantwortet werden den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten, und sie werden ihn verurteilen zum Tode und werden ihn überantworten den Nationen, Mar 10:34 und sie werden ihn verspotten und ihn geißeln und ihn verspeien und ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Mar 10:35 Und es gingen zu ihm hin Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, daß du das, was wir bitten werden, uns tuest. Mar 10:36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, daß ich euch tue? Mar 10:37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, daß wir, Einer zu deiner rechten Seite und Einer zu deiner Linken, sitzen in deiner Herrlichkeit. Mar 10:38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisset nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Becher trinken, den Ich trinke, und euch mit der Taufe, womit Ich getauft werde, taufen lassen? Mar 10:39 Sie sprachen zu ihm: Wir können'. Jesus aber sprach zu ihnen: Den Becher zwar, den Ich trinke, werdet ihr trinken; und mit der Taufe, womit Ich getauft werde, werdet ihr getauft werden; Mar 10:40 aber das Sitzen zu meiner rechten und linken Seite steht mir nicht zu zu geben, sondern für die es bereitet ist. Mar 10:41 Und da es die Zehn hörten, warfen sie einen Unwillen auf Jakobus und Johannes. Mar 10:42 Aber Jesus rief sie herzu und spricht zu ihnen: Ihr wisset, daß die das Ansehen haben, die Nationen zu regieren, die beherrschen sie; und ihre Großen üben Gewalt an ihnen. Mar 10:43 Aber nicht also wird es bei euch sein; sondern wer groß werden will unter euch, wird euer Diener sein; Mar 10:44 und wer unter euch will einer der ersten sein, wird aller Knecht sein. Mar 10:45 Denn auch der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und seine Seele zu geben zum Lösegeld für viele. Mar 10:46 Und sie kommen gen Jericho; und da er von Jericho auszog und seine Jünger und viel Volks, saß des Timäus Sohn Bartimäus, der Blinde, an dem Wege und bettelte. Mar 10:47 Und da er hörte, daß es Jesus von Nazareth sei, fing er an zu schreien und zu sagen: Du Sohn Davids, Jesu, erbarme dich mein. Mar 10:48 Und viele bedrohten ihn, er sollte schweigen. Er aber schrie viel mehr: Du Sohn Davids, erbarme dich mein. Mar 10:49 Und Jesus stand still und sagte, man sollte ihm rufen. Und sie rufen dem Blinden und sagen zu ihm: Sei getrost; stehe auf, er ruft dir. Mar 10:50 Und er warf sein Kleid von sich, stand auf und kam zu Jesu. Mar 10:51 Und Jesus antwortet und spricht zu ihm: Was willst du, daß ich dir tun soll? Der Blinde sprach zu ihm: Rabbuni, daß ich sehend werde. Mar 10:52 Jesus sprach zu ihm: Gehe hin, dein Glaube hat dir geholfen. Und alsbald ward er sehend und folgte ihm nach auf dem Wege. Mar 11:1 Und indem sie nahe kommen gen Jerusalem und gen Bethanien an den Ölberg, sendet er seiner Jünger zwei Mar 11:2 und spricht zu ihnen: Gehet hin in den Flecken, der vor euch liegt; und alsbald, wenn ihr in denselben hineinkommt, werdet ihr finden ein Füllen angebunden, auf welchem noch nie ein Mensch gesessen hat; löset es ab und führet es her. Mar 11:3 Und so jemand zu euch sagen wird: Was tut ihr dies? so sprecht: Der Herr bedarf sein; so wird er es alsbald hierhersenden. Mar 11:4 Sie gingen hin und fanden ein Füllen angebunden bei der Tür außen auf der Wegscheide, und sie lösen es ab. Mar 11:5 Und etliche derer, die daselbst standen, sprachen zu ihnen: Was macht ihr, daß ihr das Füllen ablöset? Mar 11:6 Sie aber sagten ihnen, wie Jesus befohlen hatte; und sie ließen' ihnen zu. Mar 11:7 Und sie führten das Füllen zu Jesu und legten ihre Kleider darauf, und er setzte sich auf dasselbe. Mar 11:8 Viele aber breiteten ihre Kleider auf den Weg; anderen hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie aiuf den Weg. Mar 11:9 Und die vorangingen und die nachfolgten, schrieen und sprachen: Hosianna; gesegnet sei, der da kommt, in dem Namen des Herrn. Mar 11:10 Gesegnet sei das ankommende Reich unseres Vaters David; Hosianna in aller Höhe. Mar 11:11 Und er ging ein zu Jerusalem, in den Tempel; und nachdem er alles umher besehen hatte, ging er, da es schon Abendzeit war, hinaus gen Bethanien mit den Zwölfen. Mar 11:12 Und des folgenden Tages, da sie von Bethanien ausgingen, hungerte ihn. Mar 11:13 Und da er einen Feigenbaum von ferne sah, der Blätter hatte, kam er, ob er denn etwas daran finden würde; und da er hinzukam, fand er nichts denn nur Blätter. Denn es war nicht Zeit zu Feigen. Mar 11:14 Und er antwortete und sprach zu ihm: Es müsse von dir ewiglich niemand eine Frucht mehr essen. Und seine Jünger hörten es. Mar 11:15 Und sie kommen gen Jerusalem; und Jesus ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die da verkauften und kauften im Tempel; und die Tische der Wechsler und die Stühle der Taubenkrämer warf er um; Mar 11:16 und ließ nicht zu, daß jemand ein Geschirr durch den Tempel hindurch trüge. Mar 11:17 Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: Mein Haus wird ein Bethaus für alle Nationen heißen? Ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht. Mar 11:18 Und es hörten' die Schriftgelehrten und die Hohenpriester und trachteten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten sich vor ihm, weil alles Volk sich über seiner Lehre entsetzte. Mar 11:19 Und als es Abend war, ging er hinaus vor die Stadt. Mar 11:20 Und des Morgens gingen sie vorüber und sahen den Feigenbaum von den Wurzeln aus verdorrt. Mar 11:21 Und Petrus gedachte daran und spricht zu ihm: Rabbi, siehe der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt. Mar 11:22 Und Jesus antwortet und spricht zu ihnen: Habt Glauben an Gott Mar 11:23 Denn amen, ich sage euch, wer zu diesem Berge spräche: Hebe dich und wirf dich in das Meer, und nicht zweifelte in seinem Herzen, sondern glaubte, daß, was er sagt, geschieht, dem wird werden, was er sagt. Mar 11:24 Darum sage ich euch: Alles, was ihr im Gebet begehret, glaubet, daß ihr es empfanget, so wird es euch werden. Mar 11:25 Und wenn ihr da stehet zu beten, so erlasset, wenn ihr etwas wider jemand habt; auf daß auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Sündenfälle erlasse. Mar 11:26 Wenn aber Ihr nicht erlasset, so wird auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Sündenfälle nicht erlassen. Mar 11:27 Und sie kommen abermals gen Jerusalem; und da er in dem Tempel wandelt, kommen zu ihm die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Ältesten Mar 11:28 und sprechen zu ihm: Aus welcher Macht tust du dieses? und wer hat dir diese Macht gegeben, daß du dieses tun sollest? Mar 11:29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Ich will euch auch Ein Wort fragen, und antwortet mir; so will ich euch sagen, aus welcher Macht ich dieses tue. Mar 11:30 Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir! Mar 11:31 Und sie gedachten bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr denn ihm nicht geglaubt? Mar 11:32 Sollen wir aber sagen: Von Menschen? da fürchteten sie das Volk. Denn jedermann hielt Johannes dafür, daß er wahrhaftig ein Prophet gewesen sei. Mar 11:33 Und sie antworten und sprechen zu Jesu: Wir wissen' nicht. Und Jesus antwortet und spricht zu ihnen: So sage auch Ich euch nicht, aus welcher Macht ich dieses tue. Mar 12:1 Und er fing an, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: Einen Weinberg pflanzte ein Mensch und setzte einen Zaun herum und grub eine Kelter und baute einen Turm und übergab ihn den Weingärtnern und zog über Land. Mar 12:2 Und er sandte zu den Weingärt nern, als es Zeit war, einen Knecht, daß er von den Weingärtnern nähme von der Frucht des Weinbergs. Mar 12:3 Sie aber nahmen und schlugen ihn und schickten ihn leer fort. Mar 12:4 Und abermals sandte er zu ihnen einen andern Knecht; und demselben zerwarfen sie den Kopf mit Steinen und schickten ihn verunehrt fort. Mar 12:5 Und abermals sandte er einen andern; und denselben töteten sie; und viele andere, etliche schlugen sie, etliche töteten sie. Mar 12:6 Da er nun noch einen einzigen Sohn hatte, der ihm lieb war, so sandte er auch den zu ihnen zuletzt und sprach: Sie werden sich vor meinem Sohn scheuen. Mar 12:7 Jene aber, die Weingärtner, sprachen untereinander: Dieser ist der Erbe; kommt her, laßt uns ihn töten, so wird das Erbe unser sein. Mar 12:8 Und sie nahmen und töteten ihn und warfen ihn heraus vor den Weinberg. Mar 12:9 Was wird nun der Herr des Weinbergs tun? Er wird kommen und die Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. Mar 12:10 Habt ihr auch diese Schrift nicht gelesen: Der Stein, den die Bauleute weggeschätzt haben, der ist zum Eckstein geworden. Mar 12:11 Vom Herrn ist das geschehen, und es ist wunderbar vor unseren Augen. Mar 12:12 Und sie trachteten darnach, daß sie ihn griffen, und fürchteten das Volk. Denn sie merkten, daß er auf sie das Gleichnis geredet hatte. Und sie ließen ihn und gingen davon. Mar 12:13 Und sie senden zu ihm etliche der Pharisäer und der Herodianer, daß sie ihn fingen in einer Rede. Mar 12:14 Und sie kommen und sprechen zu ihm: Meister, wir wissen, daß du wahrhaftig bist und fragst nach niemand; denn du siehst der Menschen Person nicht an, sondern lehrest den Weg Gottes in der Wahrheit. Darf man dem Kaiser Steuer geben oder nicht? Sollen wir geben oder nicht geben? Mar 12:15 Er aber wußte ihre Heuchelei und sprach zu ihnen: Was versuchet ihr mich? Gebt mir einen Zehner her, daß ich ihn besehe. Mar 12:16 Und sie gaben einen her. Da spricht er: Wessen ist dieses Bildnis und Überschrift? Sie sprachen zu ihm: Des Kaisers. Mar 12:17 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Gebet, was des Kaisers ist, dem Kaiser; und was Gottes ist, Gott. Und sie verwunderten sich über ihn. Mar 12:18 Und es kommen Sadduzäer zu ihm, die da sagen, es sei keine Auferstehung; und sie fragten ihn und sprachen: Mar 12:19 Meister, es hat Mose uns geschrieben, wenn jemandes Bruder sterbe und ein Weib hinterlasse und keine Kinder nach sich lasse, so soll sein Bruder sein Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken. Mar 12:20 Es waren sieben Brüder; und der erste nahm ein Weib, und bei seinem Tod ließ er keinen Samen nach sich; Mar 12:21 der zweite nahm sie auch und starb, und Er ließ auch keinen Samen nach sich; der dritte desgleichen. Mar 12:22 Und es nahmen sie die sieben und ließen keinen Samen nach sich. Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Mar 12:23 Nun in der Auferstehung, wenn sie auferstehen, wessen Weib unter ihnen wird sie sein? denn die sieben haben sie zum Weibe gehabt. Mar 12:24 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Irret ihr nicht darum, daß ihr die Schriften nicht wisset noch die Kraft Gottes? Mar 12:25 Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so freien sie nicht und lassen sich auch nicht freien, sondern sie sind wie Engel, die in den Himmeln sind. Mar 12:26 Die Toten aber betreffend, daß sie auferstehen, habt ihr nicht gelesen in dem Buch Mose, bei dem Busch, wie Gott zu ihm sagte und sprach: Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs; Mar 12:27 Gott ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen. Darum irret ihr weit. Mar 12:28 Und es trat zu ihm der Schriftgelehrten Einer, der zugehört hatte, wie sie sich untereinander befragten, und wußte, daß er ihnen schön geantwortet hatte, und fragte ihn: Welches ist das erste Gebot unter allen? Mar 12:29 Jesus aber antwortete und sprach zu ihm: Das erste Gebot unter allen ist: Höre Israel: Der Herr unser Gott, der Herr, ist ein einiger. Mar 12:30 Und du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deinem ganzen Gemüt und von deiner ganzen Stärke. Dies ist das erste Gebot. Mar 12:31 Und das zweite, ihm gleiche, ist: Du sollst lieben deinen Nächsten als dich selbst. Es ist kein anderes größeres Gebot denn diese. Mar 12:32 Da sprach zu ihm der Schriftge lehrte: Schön hast du, Meister, in der Wahrheit geredet, weil er ein einiger ist und ist kein anderer außer ihm; Mar 12:33 und ihn lieben von ganzem Herzen und von ganzem Sinn und von ganzer Seele und von aller Stärke, und den Nächsten lieben als sich selbst, ist mehr denn alle Brandopfer und Schlachtopfer. Mar 12:34 Und da Jesus sah, daß er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht ferne vom Reich Gottes. Und niemand erkühnte sich, ihn mehr zu fragen. Mar 12:35 Und Jesus antwortete und sprach, da er lehrte in dem Tempel: Wie sagen die Schriftgelehrten, Christus sei Davids Sohn? Mar 12:36 Denn er selbst, David, hat gesagt im heiligen Geist: Es spricht der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu mei ner Rechten, bis ich lege deine Feinde als einen Schemel deiner Füße. Mar 12:37 So heißt nun er selbst, David, ihn einen Herrn; und woher ist er sein Sohn? Und das viele Volk hörte ihn gern. Mar 12:38 Und er sprach zu ihnen in seiner Lehre: Sehet euch vor vor den Schriftgelehrten, welche da lieben das Einhergehen in langen Röcken und die Grüße auf den Märkten, Mar 12:39 und die ersten Sitze in den Schulen und die ersten Plätze bei den Abendmahlzeiten. Mar 12:40 Die die Häuser der Witwen aufessen und zum Vorwand lange Gebete tun. Diese werden ein schwereres Gericht empfangen. Mar 12:41 Und Jesus setzte sich gegenüber den Schatzkasten und sah zu, wie das Volk Geld in den Schatzkasten einlegt. Und viele Reiche legten viel ein. Mar 12:42 Da kam eine arme Witwe und legte zwei Heller ein, das macht einen Pfennig. Mar 12:43 Und er ruft seine Jünger herzu und spricht zu ihnen: Amen ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die in den Schatzkasten einlegten. Mar 12:44 Denn sie haben alle von dem, was sie Übriges haben, eingelegt; diese aber hat von ihrer Armut alles, was sie hatte, eingelegt, ihre ganze Nahrung. Mar 13:1 Und da er aus dem Tempel herausging, spricht zu ihm seiner Jünger Einer: Meister, siehe, welche Steine und welche Gebäude! Mar 13:2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Siehst du diese großen Gebäude? Es wird nicht ein Stein auf dem andern gelassen werden, der nicht abgebrochen werden sollte. Mar 13:3 Und da er sich auf den Ölberg setzte gegenüber dem Tempel, fragten ihn besonders Petrus und Jakobus und Johannes und Andreas: Mar 13:4 Sage uns, wann wird dieses sein? und was ist das Zeichen, wann alles dieses soll vollendet werden? Mar 13:5 Jesus aber antwortete ihnen und fing an zu sagen: Sehet zu, daß euch nicht jemand verführe. Mar 13:6 Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin'; und werden viele verführen. Mar 13:7 Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Kriegsgeschrei, so lasset euch nicht erschrecken; denn es muß geschehen; aber es ist noch nicht das Ende. Mar 13:8 Denn es wird aufstehen eine Nation über die andere und ein Reich über das andere; und werden sein Erdbeben hin und wieder, und werden sein Hungersnöte und Schrekken. Der Schmerzen Anfang ist dieses. Mar 13:9 Sehet aber Ihr auf euch selbst. Denn sie werden euch Aberantworten in Ratsversammlungen, und in Schulen werdet ihr geschlagen werden, und vor Landvögte und Könige werdet ihr gestellt werden, um meinetwillen, ihnen zum Zeugnis; Mar 13:10 und unter alle Nationen muß zuvor gepredigt werden das Evangelium. Mar 13:11 Wenn sie aber euch hinführen, euch zu überantworten, so sorget nicht vorher, was ihr reden sollt, und besinnet euch nicht; sondern was euch gegeben wird zu derselben Stunde, das redet; denn Ihr seid es nicht, die da reden, sondern der heilige Geist. Mar 13:12 Es wird aber überantworten ein Bruder den andern zum Tode, und ein Vater das Kind; und werden sich empören Kinder gegen Eltern und sie zum Tode bringen; Mar 13:13 und ihr werdet gehasset sein von jedermann um meines Namens willen. Wer aber beharret bis ans Ende, dieser wird selig (gerettet) werden. Mar 13:14 Wenn ihr aber sehet den Greuel der Verwüstung, der von Daniel dem Propheten gesagt ist, daß er steht, wo er nicht sollte wer es liest, merke darauf!, alsdann sollen, die in Judäa sind, auf die Berge fliehen; Mar 13:15 wer aber auf dem Dache ist, der steige nicht in das Haus hinab und gehe auch nicht hinein, etwas aus seinem Hause zu holen; Mar 13:16 und wer auf dem Acker ist, der kehre nicht nach rückwärts um, sein Kleid zu holen. Mar 13:17 Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in denselben Tagen. Mar 13:18 Bittet aber, daß es nicht geschehe im Winter. Mar 13:19 Denn es werden dieselben Tage Drangsal sein, dergleichen nicht entstanden ist von Anfang des Geschöpfs, welches Gott geschaffen hat, bis jetzt, und nicht entstehen wird. Mar 13:20 Und wenn der Herr die Tage nicht abgekürzt hätte, so wäre kein Fleisch errettet worden; aber um der Auserwählten willen, die er auserwählt hat, hat er die Tage abgekürzt. Mar 13:21 Und alsdann, so jemand zu euch sagt: Siehe, hier ist Christus, siehe dort, sollt ihr' nicht glauben. Mar 13:22 Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und Zeichen und Wunder geben, daß sie in Irrtum hinführen, wo möglich, auch die Auserwählten. Mar 13:23 Ihr aber sehet zu; siehe, ich habe euch alles zuvor gesagt. Mar 13:24 Aber in denselben Tagen, nach derselben Drangsal, wird die Sonne verfinstert werden, und der Mond wird seinen Schein nicht geben, Mar 13:25 und die Sterne des Himmels werden wegfallen, und die Heereskräfte, die in den Himmeln sind, werden bewegt werden. Mar 13:26 Und alsdann werden sie sehen den Sohn des Menschen kommen in Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit. Mar 13:27 Und alsdann wird er seine Engel senden und wird zusammenbringen seine Auserwählten von den vier Winden, vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. Mar 13:28 Von dem Feigenbaum aber lernet das Gleichnis: Wenn nunmehr sein Zweig saftig wird und die Blätter ausschlagen, so erkennet ihr, daß der Sommer nahe ist. Mar 13:29 Also auch Ihr, wenn ihr sehet, daß dieses geschieht, so erkennet, daß es nahe vor der Tür ist. Mar 13:30 Amen ich sage euch, dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis daß dieses alles geschehe. Mar 13:31 Der Himmel und die Erde werden vergehen, aber meine Reden vergehen nicht. Mar 13:32 Von jenem Tage oder Stunde aber weiß niemand, auch die Engel nicht, die im Himmel sind, auch der Sohn nicht, als nur der Vater. Mar 13:33 Sehet zu, wachet und betet; denn ihr wisset nicht, wann es Zeit ist. Mar 13:34 Gleichwie ein Mensch, der über Land zog und ließ sein Haus und gab seinen Knechten die Gewalt und einem jeden sein Werk, auch dem Türhüter gebot, er sollte wachen. Mar 13:35 So wachet nun; denn ihr wisset nicht, wann der Herr des Hauses kommt, am Abend oder zu Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder des Morgens; Mar 13:36 daß er nicht, wenn er plötzlich kommt, euch schlafend antreffe. Mar 13:37 Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wachet. Mar 14:1 Es war aber das Passah und die ungesäuerten Brote, nach zwei Tagen; und es suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, wie sie ihn mit List griffen und töteten. Mar 14:2 Sie sprachen aber: Nicht an dem Fest, damit nicht etwa ein Aufruhr des Volkes werde. Mar 14:3 Und da er zu Bethanien war im Hause Simons, des Aussätzigen, als er zu Tische saß, kam ein Weib, die hatte ein Krüglein mit ungefälschter kostbarer Nardensalbe; und sie zerbrach das Krüglein und goß es auf sein Haupt. Mar 14:4 Da waren etliche, die bei sich selbst zürnten und sprachen: Wofür ist die Salbe so verschüttet worden? Mar 14:5 Denn man hätte diese Salbe um mehr denn dreihundert Zehner verkaufen können und den Armen ge ben; und murrten über sie. Mar 14:6 Jesus aber sprach: Lasset sie; was macht ihr ihr Ungelegenheit? Ein schönes Werk hat sie an mir getan. Mar 14:7 Denn ihr habt allezeit die Armen bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Mar 14:8 Was diese zu tun hatte, hat sie getan: sie ist zuvorgekommen, meinen Leib zu salben, daß er zum Grab gerüstet werde. Mar 14:9 Amen ich sage euch, wo dieses Evangelium wird gepredigt werden in die ganze Welt hin, da wird man auch das, was diese getan hat, sagen zu ihrem Angedenken. Mar 14:10 Und Judas Ischarioth, Einer von den Zwölfen, ging hin zu den Hohenpriestern, daß er ihn ihnen verriete. Mar 14:11 Und Sie, da sie es hörten, freuten sich und versprachen ihm Geld zu geben; und er suchte, wie er ihn zu gelegener Zeit verriete. Mar 14:12 Und an dem ersten Tage der ungesäuerten Brote, da sie das Passah schlachteten, sprechen zu ihm seine Jünger: Wo willst du, daß wir hingehen und bereiten, daß du das Passah essest? Mar 14:13 Und er sendet seiner Jünger zwei und spricht zu ihnen: Gehet hin in die Stadt; und es wird euch begegnen ein Mensch, der ein irdenes Gefäß mit Wasser trägt; folget ihm nach, Mar 14:14 und wo er hineingeht, da sprecht zu dem Hausherrn: Der Meister spricht: Wo ist die Herberge, da ich das Passah mit meinen Jüngern esse? Mar 14:15 Und derselbe wird euch einen großen Saal zeigen, der gedeckt Mar 14:16 Und seine Jünger gingen aus und kamen in die Stadt und trafen' an, wie er ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Passah. Mar 14:17 Und da es Abend ward, kam er mit den Zwölfen; Mar 14:18 und als sie zu Tische saßen und aßen, sprach Jesus: Amen ich sage euch, Einer unter euch wird mich verraten, der mit mir ißt. Mar 14:19 Sie aber fingen an, sich zu betrüben und zu ihm zu sagen, Einer nach dem andern: Bin Ich'? und ein anderer: Bin Ich'? Mar 14:20 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Einer von den Zwölfen, der mit mir in die Schüssel taucht. Mar 14:21 Der Sohn des Menschen zwar geht dahin, wie von ihm geschrieben steht; wehe aber demselben Men schen, durch welchen der Sohn des Menschen verraten wird; es wäre ihm gut, wenn derselbe Mensch nicht geboren wäre. Mar 14:22 Und da sie aßen, nahm Jesus Brot, segnete, brach und gab' ihnen und sprach: Nehmet hin; dies ist mein Leib. Mar 14:23 Und er nahm den Becher, dankte und gab ihnen den, und sie tranken alle daraus, Mar 14:24 und er sprach zu ihnen: Dies ist mein Blut, das des neuen Testaments ist, das für viele vergossen wird. Mar 14:25 Amen ich sage euch, ich werde hinfort nicht trinken von dem Gewächs des Weinstocks bis aug jenen Tag, da ich es neu trinke in dem reich Gottes. Mar 14:26 Und da sie den Lobgesang gesprochen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg. Mar 14:27 Und Jesus spricht zu ihnen: Ihr werdet euch alle an mir in dieser Nacht ärgern; dieweil geschrieben steht: Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen. Mar 14:28 Aber nachdem ich auferstehe, will ich vor euch hingehen nach Galiläa. Mar 14:29 Petrus aber sagte zu ihm: Und wenn sich alle ärgern werden, so werde doch Ich mich nicht ärgern. Mar 14:30 Jesus spricht zu ihm: Amen ich sage dir: Du wirst heute in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, mich dreimal verleugnen Mar 14:31 Er aber redete vielmehr darüber: Wenn ich mit dir sterben müßte, würde ich dich nicht verleugnen. Desgleichen sagten auch alle. Mar 14:32 Und sie kommen zu einem Hofe, der hieß Gethsemane; und er spricht zu seinen Jüngern: Setzet euch hier, bis ich bete. Mar 14:33 Und er nimmt den Petrus und Jakobus und Johannes mit sich; und er fing an, sich zu entsetzen und zu ängsten. Mar 14:34 Und er spricht zu ihnen: Voll Trauerns ist meine Seele bis an den Tod. Bleibet hier und wachet. Mar 14:35 Und er ging ein wenig fort, fiel auf die Erde und betete, daß so es möglich wäre, die Stunde von ihm vorbeiginge; Mar 14:36 und sprach: Abba, Vater, alles ist dir möglich. Nimm diesen Becher von mir weg; doch nicht, was Ich will, sondern was Du willst. Mar 14:37 Und er kommt und findet sie schlafend und spricht zu Petrus: Simon, schläfst du? Vermochtest du nicht eine einzige Stunde zu wachen? Mar 14:38 Wachet und betet, daß ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch schwach. Mar 14:39 Und abermals ging er hin und betete und sprach eben dieselbe Rede. Mar 14:40 Und er kehrte um und fand sie abermals schlafend; denn ihre Augen waren voll Schlafs, und sie wußten nicht, was sie ihm antworteten. Mar 14:41 Und er kommt zum drittenmal und spricht zu ihnen: Schlafet nur und ruhet. Es ist aus, die Stunde ist gekommen; siehe, der Sohn des Menschen wird Aberantwortet in die Hände der Sünder. Mar 14:42 Stehet auf, laßt uns gehen; siehe, der mich verrät, hat sich genaht. Mar 14:43 Und alsbald, da er noch redete, kommt heran Judas, der Einer von den Zwölfen war, und mit ihm eine große Schar mit Schwertern und Stangen, von den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten und den Ältesten. Mar 14:44 Es hatte aber, der ihn verriet, ihnen ein Zeichen gegeben und gesagt: Welchen ich küssen werde, der ist'; greift ihn und führt ihn sicher fort. Mar 14:45 Und er kam und trat alsbald zu ihm und spricht: Rabbi, Rabbi; und küßte ihn. Mar 14:46 Die aber legten ihre Hände an ihn und griffen ihn. Mar 14:47 Einer aber von denen, die dabeistanden, zückte das Schwert und schlug des Hohenpriesters Knecht und hieb sein Ohrläpplein ab. Mar 14:48 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seid ihr wie über einen Räuber ausgezogen mit Schwertern und Stangen, mich zu fangen? Mar 14:49 Täglich war ich bei euch in dem Tempel zu lehren, und ihr habt mich nicht gegriffen. Aber auf daß die Schriften erfüllt würden. Mar 14:50 Und es verließen ihn alle und flohen. Mar 14:51 Und ein einziger Jüngling folgte ihm nach, der war mit einer Leinwand bekleidet auf dem bloßen Leib; und sie griffen ihn; Mar 14:52 Er aber ließ die Leinwand dahinten und floh bloß von ihnen. Mar 14:53 Und sie führten Jesum hin zu dem Hohenpriester; und es kamen mit ihm alle Hohenpriester und Älte sten und Schriftgelehrten. Mar 14:54 Und Petrus folgte ihm nach von ferne bis hinein in den Hof des Hohenpriesters; und er saß da mit den Bedienten und wärmte sich bei dem Licht. Mar 14:55 Die Hohenpriester aber und der ganze Rat suchten wider Jesum Zeugnis, daß sie ihn zum Tode brächten; und fanden' nicht. Mar 14:56 Denn viele gaben falsches Zeugnis wider ihn, und die Zeugnisse waren nicht gleich. Mar 14:57 Und etliche standen auf und gaben falsches Zeugnis wider ihn und sprachen: Mar 14:58 Wir haben' gehört, daß er sagte: Ich will diesen Tempel, der mit Händen gemacht ist, abbrechen und in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist. Mar 14:59 Und auch so war ihr Zeugnis nicht gleich. Mar 14:60 Und der Hohepriester stand auf in die Mitte, fragte Jesum und sprach: Antwortest du nichts? Was zeugen diese wider dich? Mar 14:61 Er aber schwieg und antwortete nichts. Wiederum fragte ihn der Hohepriester und spricht zu ihm: Bist Du der Gesalbte, der Sohn des Hochgelobten? Mar 14:62 Jesus aber sprach: Ich bin'; und ihr werdet sehen den Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Kraft und kommen mit den Wolken des Himmels. Mar 14:63 Da riß der Hohepriester seine Röcke voneinander und spricht: Was bedürfen wir weiter Zeugen? Mar 14:64 Ihr habt die Lästerung gehört. Wie kommt es euch vor? Sie aber verurteilten ihn alle, daß er des Todes schuldig wäre. Mar 14:65 Und etliche fingen an, ihn zu verspeien und sein Angesicht zu verdecken und ihn mit Fäusten zu schlagen und zu ihm zu sagen: Weissage! Und die Diener schlugen ihn mit Stecken. Mar 14:66 Und da Petrus unten in dem Hofe war, kam eine von den Mägden des Hohenpriesters, Mar 14:67 und da sie sah Petrus sich wärmen, schaute sie ihn an und spricht: Auch Du warst mit Jesus, dem Nazarener. Mar 14:68 Er aber leugnete und sprach: Ich weiß nicht und verstehe auch nicht, was Du sagst. Und er ging hinaus in den Vorhof; und der Hahn krähte. Mar 14:69 Und da ihn die Magd wieder sah, fing sie an, zu sagen zu denen, die dabeistanden: Dieser ist von ihnen. Mar 14:70 Er aber leugnete abermals. Und nach einer kleinen Weile sprachen abermals zu Petrus, die dabeistanden: Wahrhaftig du bist von ihnen. Denn du bist ein Galiläer, und deine Aussprache gleicht. Mar 14:71 Er aber fing an, zu verfluchen und zu schwören: Ich kenne diesen Menschen nicht, von dem ihr sagt. Mar 14:72 Und der Hahn krähte zum an dernmal. Und Petrus gedachte an das Wort, das Jesus zu ihm sagte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er hob recht an zu weinen. Mar 15:1 Und bald am Morgen hielten die Hohenpriester einen Rat samt den Nltesten und Schriftgelehrten, und der ganze Rat, und banden Jesum und brachten ihn hin und überantworteten ihn Pilatus. Mar 15:2 Und Pilatus fragte ihn: Bist Du der König der Juden? Er antwortete und sprach zu ihm: Du sagst'. Mar 15:3 Und die Hohenpriester brachten vieles wider ihn klagbar an. Mar 15:4 Pilatus aber fragte ihn abermals und sprach: Antwortest du nichts? Siehe, wie viele Dinge sie wider dich zeugen. Mar 15:5 Jesus aber antwortete nicht mehr das geringste, also daß sich Pilatus verwunderte Mar 15:6 Auf jedes Fest aber ließ er ihnen einen Gefangenen los, um welchen sie baten. Mar 15:7 Es war aber der so genannte Barabbas mit den Aufrührern gebunden, welche in dem Aufstand einen Mord begangen hatten. Mar 15:8 Und das Volk rief und fing an zu bitten um das, wie er ihnen allemal täte. Mar 15:9 Pilatus aber antwortete ihnen und sprach: Wollt ihr, daß ich euch den König der Juden loslasse? Mar 15:10 Denn er wußte, daß aus Neid die Hohenpriester ihn überantwortet hatten. Mar 15:11 Aber die Hohenpriester reizten das Volk, daß er ihnen vielmehr den Barabbas loslassen möchte. Mar 15:12 Pilatus aber antwortete wiederum und sprach zu ihnen: Was wollt ihr denn, daß ich tue mit dem, den ihr nennt einen König der Juden? Mar 15:13 Sie schrieen abermals: Kreuzige ihn! Mar 15:14 Pilatus sprach zu ihnen: Was hat er denn Übles getan? Sie schrieen noch viel mehr: Kreuzige ihn! Mar 15:15 Pilatus aber wollte dem Volk genug tun und ließ ihnen Barabbas los; und gab Jesum, da er ihn gegeißelt hatte, hin, daß er gekreuzigt würde. Mar 15:16 Die Kriegsknechte aber führten ihn in den Hof hinein, welches ist das Richthaus, und rufen zusammen die ganze Schar Mar 15:17 und legen ihm einen Purpur an und flechten eine dornene Krone und setzen sie ihm auf, Mar 15:18 und fingen an, ihn zu grüßen: Sei gegrüßt, Judenkönig! Mar 15:19 und schlugen sein Haupt mit einem Rohr und speiten ihn an und fielen auf die Kniee und beteten ihn an. Mar 15:20 Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm den Purpur aus und zogen ihm seine eigenen Kleider an. Mar 15:21 Und sie führen ihn hinaus, daß sie ihn kreuzigten; und zwingen einen, der vorüberging, Simon von Kyrene, der vom Felde kam, den Vater des Alexander und Rufus, daß er sein Kreuz trüge. Mar 15:22 Und sie bringen ihn an die Stätte Golgatha, das ist verdolmetscht: Schädelstätte. Mar 15:23 Und sie gaben ihm Myrrhenwein zu trinken; Er aber nahm' nicht. Mar 15:24 Und sie kreuzigten ihn und teil ten seine Kleider und warfen das Los darum, wer was überkäme. Mar 15:25 Es war aber die dritte Stunde, und sie kreuzigten ihn. Mar 15:26 Und es war die Überschrift seiner Beschuldigung obenher geschrieben: Der König der Juden. Mar 15:27 Und mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, Einen ihm zur Rechten und Einen zur Linken. Mar 15:28 Da ward erfüllt die Schrift, die da sagt: Und er hat sich unter die Übeltäter rechnen lassen. Mar 15:29 Und die vorübergingen, lästerten ihn, schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Ei, der du den Tempel abbrichst und in drei Tagen baust, Mar 15:30 hilf dir selber und steig herab vom Kreuz. Mar 15:31 Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten gegeneinander mit den Schriftgelehrten und sprachen: Andern hat er geholfen; sich selber kann er nicht helfen. Mar 15:32 Christus, der König Israels, steige nun vom Kreuz herab, damit wir se hen und glauben. Auch die mit ihm gekreuzigt waren, schmähten ihn. Mar 15:33 Da es aber zur sechsten Stunde kam, ward eine Finsternis über die ganze Erde bis zur neunten Stunde; Mar 15:34 und zur neunten Stunde rief Jesus mit lauter Stimme und sprach: Elohai, Elohai, lama sabachthani? das ist verdolmetscht: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Mar 15:35 Und etliche derer, die dabeistanden, da sie es hörten, sprachen sie: Siehe, dem Elia ruft er. Mar 15:36 Es lief aber Einer und füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn und sprach: Halt, laßt uns sehen, ob Elia kommt, ihn herabzunehmen. Mar 15:37 Jesus aber tat einen starken Schrei und verschied. Mar 15:38 Und der Vorhang des Tempels zerriß entzwei, von oben an bis unten aus. Mar 15:39 Da aber der Hauptmann, der dabeistand ihm gegenüber, sah, daß er mit solchem Schrei verschied, sprach er: Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn. Mar 15:40 Es waren aber auch Weiber, die von ferne zusahen, unter welchen war Maria von Magdala und Maria, Jakobus des Kleinen und des Joses Mutter, und Salome, Mar 15:41 die ihm auch nachgefolgt, da er in Galiläa war, und ihm gedient hatten, und viele andere, die mit ihm gen Jerusalem hinaufgegangen waren. Mar 15:42 Und da es nunmehr Abend war, dieweil Rüsttag war, welches ist der Vorsabbat, Mar 15:43 kam Joseph, der von Arimathia war, ein angesehener Ratsherr, der auch selbst auf das Reich Gottes wartete; er wagte es und ging zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu. Mar 15:44 Pilatus aber verwunderte sich, daß er schon sollte gestorben sein; und rief den Hauptmann zu sich und fragte ihn, ob er schon lange gestorben wäre. Mar 15:45 Und als er' erkundet von dem Hauptmann, schenkte er den Leib dem Joseph; Mar 15:46 und er kaufte eine Leinwand und nahm ihn herab und wickelte ihn in die Leinwand. Und er legte ihn in ein Grab, das aus einem Felsen gehauen war, und wälzte einen Stein vor des Grabes Tür. Mar 15:47 Aber Maria von Magdala und Maria Jose schauten zu, wo er hinge legt ward. Mar 16:1 Und als der Sabbat dazwischenkam, kauften Maria von Magdala und Maria Jakobi und Salome Spezerei, auf daß sie kämen und salbten ihn. Mar 16:2 Und sehr früh am ersten Wochentage kommen sie zum Grabe, da die Sonne aufging. Mar 16:3 Und sie sprachen bei sich selbst: Wer wird uns den Stein von des Grabes Tür abwälzen? Mar 16:4 Und da sie aufsahen, werden sie gewahr, daß der Stein abgewälzt ist; denn er war sehr groß. Mar 16:5 Und da sie in das Grab hineingingen, sahen sie einen Jüngling sitzen zur Rechten, der hatte einen weißen langen Rock an, und sie entsetzten sich. Mar 16:6 Er aber spricht zu ihnen: Entsetzet euch nicht; ihr suchet Jesum von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auf erstanden, er ist nicht hier; siehe da der Ort, wo sie ihn hinlegten. Mar 16:7 Aber gehet hin und saget seinen Jüngern und Petrus, daß er vor euch hingeht nach Galiläa. Daselbst werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hatte. Mar 16:8 Und sie gingen heraus und flohen von dem Grab; es war aber Zittern und Entsetzen an ihnen, und sie sagten niemand nichts, denn sie fürchteten sich. Mar 16:9 Da er aber auferstanden war, frühe am ersten Wochentage, erschien er am ersten der Maria von Magdala, von welcher er sieben Teufel (Dämonen) ausgetrieben hatte. Mar 16:10 Dieselbe ging hin und verkündigte es denen, die mit ihm gewesen waren, die da Leid trugen und weinten. Mar 16:11 Und dieselben, da sie hörten, daß er lebe und von ihr sei gesehen worden, glaubten nicht. Mar 16:12 Darnach machte er sich zweien aus ihnen, da sie wandelten, offenbar in einer anderen Gestalt, welche aufs Feld gingen. Mar 16:13 Dieselben gingen auch hin und verkündigten' den übrigen; und auch denselben glaubten sie nicht. Mar 16:14 Endlich machte er sich ihnen, den Elfen, da sie zu Tische saßen, offenbar und verwies ihren Unglauben und Herzenshärtigkeit, daß sie denen, die ihn gesehen hatten auferstanden, nicht geglaubt hatten. Mar 16:15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und prediget das Evangelium aller Kreatur. Mar 16:16 Wer glaubt und sich taufen läßt, wird selig (gerettet) werden; wer aber nicht glaubt, wird verurteilt werden. Mar 16:17 Die Zeichen aber, welche denen, die da gläubig geworden sind, beifolgen werden, sind diese: In meinem Namen werden sie Teufel (Dämonen) austreiben, mit neuen Sprachen reden, Mar 16:18 Schlangen vertreiben; wenn sie auch etwas Tödliches trinken, soll es ihnen nichts schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, und sie werden sich wohl befinden. Mar 16:19 Der Herr nun, nachdem er zu ihnen geredet hatte, ist aufgehoben in den Himmel und hat sich gesetzt zur Rechten Gottes. Mar 16:20 Jene aber gingen aus und predigten überall, wobei der Herr mitwirkte und das Wort bestätigte durch die darauf folgenden Zeichen. Luk 1:1 Sintemal sich' viele unterwunden haben, zu verfassen eine Erzählung von den Dingen, wovon alles bei uns voll ist, Luk 1:2 wie es uns übergeben haben, die von Anfang selbst Zuschauer und Diener des Wortes gewesen sind, Luk 1:3 so habe auch Ich es für gut angesehen, nachdem ich' alles von Anbeginn genau erreicht habe, daß ich es sofort dir, vortrefflichster Theophilus, schriebe, Luk 1:4 auf daß du erkennest die Gewißheit der Dinge, wovon du unterrichtet worden bist. Luk 1:5 Es war in den Tagen Herodes, des Königs Judäas, ein Priester mit Namen Zacharias, von der Aufwartung Abia, und sein Weib von den Töchtern Aarons, welche hieß Elisabeth. Luk 1:6 Beide aber waren gerecht vor Gott und gingen in allen Geboten und Rechten des Herrn untadelig. Luk 1:7 Und sie hatten kein Kind, dieweil die Elisabeth unfruchtbar war, und beide wohlbetagt waren. Luk 1:8 Es begab sich aber, da er Priesteramts pflegte in der Ordnung seiner Aufwartung vor Gott, Luk 1:9 nach der Gewohnheit des Priestertums, traf ihn das Los, daß er räuchern sollte, da er in den Tempel des Herrn ging. Luk 1:10 Und alle die Menge des Volks war da und betete draußen, zur Stunde des Räucherns. Luk 1:11 Es erschien ihm aber ein Engel des Herrn, der stand zur rechten Seite des Räucheraltars. Luk 1:12 Und als Zacharias es sah, ward er bestürzt, und Furcht fiel über ihn. Luk 1:13 Es sprach aber zu ihm der Engel: Fürchte dich nicht, Zacharias; denn deine Bitte ist erhört, und dein Weib Elisabeth wird dir einen Sohn gebären, des Namen sollst du Johannes heißen; Luk 1:14 und du wirst Freude und Wonne haben, und viele werden sich über seiner Geburt freuen. Luk 1:15 Denn er wird groß sein vor dem Herrn; und Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit dem heiligen Geist wird er noch von seiner Mutter Leibe an erfüllt werden. Luk 1:16 Und er wird der Kinder Israel viele bekehren zu dem Herrn, ihrem Gott; Luk 1:17 und Er wird vor ihm hergehen im Geist und Kraft Elias, zu bekehren die Herzen der Väter samt den Kindern, und die Ungehorsamen in der Klugheit der Gerechten, zu bereiten dem Herrn ein wohlzugerichtetes Volk. Luk 1:18 Und Zacharias sprach zu dem Engel: Wobei soll ich das erkennen? Denn Ich bin alt, und mein Weib ist wohlbetagt. Luk 1:19 Und der Engel antwortete und sprach zu ihm: Ich bin Gabriel, der vor Gott steht, und bin gesandt, zu dir zu reden und dir diese gute Botschaft zu bringen. Luk 1:20 Und siehe, du wirst schweigen müssen und nicht reden können, bis an den Tag, da dieses geschieht; dieweil du meinen Reden nicht geglaubt hast, welche werden erfüllt werden auf ihre Zeit. Luk 1:21 Und das Volk wartete auf Zacharias; und sie verwunderten sich, da er in dem Tempel verzog. Luk 1:22 Und da er herausging, konnte er nicht zu ihnen reden; und sie erkannten, daß er ein Gesicht gesehen hatte in dem Tempel. Und er winkte ihnen und verblieb stumm. Luk 1:23 Und es begab sich, da die Tage seines Dienstes erfüllt waren, ging er hin in sein Haus. Luk 1:24 Nach diesen Tagen aber ward Elisabeth, sein Weib, schwanger, und sie verbarg sich fünf Monate und sprach: Luk 1:25 Also hat mir getan der Herr in den Tagen, da er Aufsehens gehabt, meine Schmach unter den Menschen wegzunehmen. Luk 1:26 In dem sechsten Monat aber ward gesandt der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt in Galiläa, die hieß Nazareth, Luk 1:27 zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Manne, der hieß Joseph, aus dem Hause Davids, und die Jungfrau hieß Maria. Luk 1:28 Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Gegrüßest seist du, Begnadigte; der Herr mit dir, du Gesegnete unter den Weibern. Luk 1:29 Da sie aber es sah, ward sie bestürzt über seiner Rede und gedachte, was das für ein Gruß sein möchte. Luk 1:30 Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn du hast Gnade bei Gott gefunden. Luk 1:31 Und siehe, du wirst schwanger werden im Leibe und einen Sohn gebären, und du sollst seinen Namen Jesus heißen. Luk 1:32 Dieser wird groß sein und wird des Höchsten Sohn genannt werden. Und Gott der Herr wird ihm den Thron Davids, seines Vaters, geben, Luk 1:33 und er wird König sein über das Haus Jakob ewiglich, und seines Königreichs wird kein Ende sein. Luk 1:34 Maria aber sprach zu dem Engel: Wie wird das sein, sintemal ich keinen Mann erkenne? Luk 1:35 Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und des Höch sten Kraft wird dich überschatten; darum auch das Heilige, das Luk 1:36 Und siehe, Elisabeth, deine Base, auch die ist schwanger mit einem Sohn in ihrem Alter; und dies ist bei ihr der sechste Monat, die die Unfruchtbare genannt wird. Luk 1:37 Denn bei Gott wird keine Sache unmöglich sein. Luk 1:38 Maria aber sprach: Siehe, die Magd des Herrn; mir geschehe nach deiner Rede. Und der Engel schied von ihr. Luk 1:39 Maria aber stand auf in diesen Tagen und reiste munter auf das Gebirge, in eine Stadt Judas, Luk 1:40 und kam in das Haus des Zacharias und grüßte Elisabeth. Luk 1:41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth ward voll heiligen Geistes Luk 1:42 und rief aus mit großer Stimme und sprach: Gesegnet bist Du unter den Weibern, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Luk 1:43 Und woher geschieht mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Luk 1:44 Denn siehe, als die Stimme deines Grußes in meine Ohren fiel, hüpfte mit Freuden das Kind in meinem Leibe. Luk 1:45 Und selig bist du, die du geglaubt hast; denn es wird vollendet werden, was dir geredet ist von dem Herrn. Luk 1:46 Und Maria sprach: Es erhebt meine Seele den Herrn. Luk 1:47 Und Frohlocken ist meinen Geist angekommen über Gott, meinem Heiland; Luk 1:48 dieweil er auf die Niedrigkeit seiner Magd gesehen hat; denn siehe, von nun an werden mich selig preisen alle Geschlechter; Luk 1:49 dieweil der Mächtige mir große Dinge getan hat, und heilig ist sein Name; Luk 1:50 und seine Barmherzigkeit reicht auf Kindeskind bei denen, die ihn fürchten. Luk 1:51 Er übte Gewalt mit seinem Arm; er zerstreute, die sich hoch trugen in ihres Herzens Sinn. Luk 1:52 Er stieß die Gewaltigen von den Stühlen herab, und erhöhte die Niedrigen. Luk 1:53 Die Hungrigen erfüllte er mit Gütern, und die Reichen schickte er leer fort. Luk 1:54 Er nahm sich Israels seines Knechtes an, der Barmherzigkeit eingedenk zu sein, Luk 1:55 wie er geredet hat an unsere Väter, dem Abraham und seinem Samen bis in Ewigkeit. Luk 1:56 Maria aber blieb bei ihr bei drei Monaten; und sie kehrte um in ihr Haus. Luk 1:57 Der Elisabeth aber ward ihre Zeit erfüllt, daß sie gebären sollte, und sie gebar einen Sohn. Luk 1:58 Und ihre Nachbarn und Verwandten hörten, daß der Herr seine Barmherzigkeit an ihr groß gemacht hatte, und freuten sich mit ihr. Luk 1:59 Und es begab sich am achten Tage kamen sie, zu beschneiden das Kindlein; und sie nannten es, nach dem Namen seines Vaters, Zacharias. Luk 1:60 Und seine Mutter antwortete und sprach: Mitnichten; sondern er soll Johannes genannt werden. Luk 1:61 Und sie sprachen zu ihr: Niemand ist in deiner Freundschaft, der mit diesem Namen genannt würde. Luk 1:62 Sie winkten aber seinem Vater, wie er ihn wollte nennen lassen. Luk 1:63 Und er forderte ein Täfelein, schrieb und sprach: Johannes ist sein Name. Und sie verwunderten sich alle. Luk 1:64 Es ward aber sein Mund alsbald aufgetan und seine Zunge, und er redete und lobte Gott. Luk 1:65 Und es kam eine Furcht über alle, die um sie her wohnten; und auf dem ganzen Gebirge des jüdischen Landes redete man durchgehends von allen diesen Dingen; Luk 1:66 und es nahmen's alle, die es hörten, zu Herzen und sprachen: Was wird denn aus diesem Kindlein werden? Und des Herrn Hand war mit ihm. Luk 1:67 Und Zacharias, sein Vater, ward voll heiligen Geistes und weissagte und sprach: Luk 1:68 Gelobet sei der Herr, der Gott Israels, weil er hat besucht und eine Erlösung verschafft seinem Volk; Luk 1:69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils, in dem Hause Davids, seines Dieners; Luk 1:70 wie er geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten, die von ewiger Zeit her waren: Luk 1:71 eine Rettung von unseren Feinden und von der Hand aller, die uns hassen; Luk 1:72 Barmherzigkeit zu tun an unseren Vätern und zu gedenken an seinen heiligen Bund, Luk 1:73 an den Eid, den er geschworen hat gegen unseren Vater Abraham, (nämlich) uns zu geben, Luk 1:74 daß wir ohne Furcht, aus der Hand unserer Feinde gerissen, ihm dienen Luk 1:75 in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor ihm alle unsere Tage. Luk 1:76 Und Du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst vor dem Angesicht des Herrn vorangehen, zu bereiten seine Wege, Luk 1:77 (nämlich) zu geben Erkenntnis des Heils seinem Volk in Erlassung ihrer Sünden; Luk 1:78 um der herzlichen Erbarmung willen unseres Gottes, darin uns besucht hat ein Aufgang aus der Höhe, Luk 1:79 zu erscheinen denen, die in Finsternis und Todesschatten saßen, (nämlich) unsere Füße zu richten auf den Weg des Friedens. Luk 1:80 Das Kindlein aber wuchs und ward stark im Geist, und war in den wüsten (Örtern) bis an den Tag, da er sich sollte sehen lassen gegen Israel. Luk 2:1 Es begab sich aber in denselben Tagen, daß ein Befehl von dem Kaiser Augustus ausging, daß der ganze Erdkreis sollte beschrieben werden. Luk 2:2 Diese Beschreibung begab sich als die erste, da Cyrenius Landvogt in Syrien war. Luk 2:3 Und jedermann reiste, sich aufschreiben zu lassen, ein jeglicher in seine eigene Stadt. Luk 2:4 Es machte sich aber auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, nach Judäa, in die Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er aus dem Hause und Geschlecht Davids war, Luk 2:5 sich aufschreiben zu lassen mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Luk 2:6 Es begab sich aber, als Sie daselbst waren, wurden die Tage erfüllt, daß Sie gebären sollte; Luk 2:7 und sie gebar ihren erstgeborenen Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn nieder in der Krippe; dieweil Sie keinen Raum in der Herberge hatten. Luk 2:8 Und es waren Hirten in eben derselben Gegend, die blieben auf dem Felde und versahen die Hut der Nacht über ihre Herde; Luk 2:9 und siehe, ein Engel des Herrn trat zu ihnen hin, und die Klarheit des Herrn umleuchtete sie, und sie fürchteten sich gar sehr. Luk 2:10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht. Denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die für alles Volk sein wird; Luk 2:11 denn es ist euch heute geboren ein Heiland, welcher ist der Gesalbte, der Herr, in der Stadt Davids. Luk 2:12 Und dies ist euch das Zeichen: Ihr werdet finden ein Kindlein in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegend. Luk 2:13 Und alsbald war bei dem Engel eine Menge himmlischen Heeres, die lobten Gott und sprachen: Luk 2:14 Ehre sei Gott in aller Höhe und auf Erden Friede, an Menschen ein Wohlgefallen. Luk 2:15 Und es begab sich, da die Engel von ihnen hinweg in den Himmel fuhren, sprachen die Hirtenleute untereinander: Laßt uns doch hingehen gen Bethlehem und sehen die Sache, die geschehen ist, die der Herr uns kundgetan hat. Luk 2:16 Und sie kamen eilend und fanden also Maria und Joseph und das Kindlein in der Krippe liegend Luk 2:17 Da sie es aber sahen, machten sie es durchgehends bekannt von dem Wort, das ihnen wegen dieses Kindes gesagt war. Luk 2:18 Und alle, die es hörten, verwunderten sich wegen dessen, was von den Hirten zu ihnen gesagt war. Luk 2:19 Maria aber behielt diese Sachen allesamt und überlegte sie in ihrem Herzen. Luk 2:20 Und die Hirten kehrten um, priesen und lobten Gott über allem, das sie gehört und gesehen hatten, wie zu ihnen gesagt worden war. Luk 2:21 Und da acht Tage erfüllt waren, ihn zu beschneiden, da ward sein Name genannt Jesus, welcher genannt war von dem Engel, ehe denn Er in dem Mutterleibe empfangen wurde. Luk 2:22 Und da die Tage der Reinigung erfüllt waren nach dem Gesetz Moses, brachten sie ihn hinauf gen Jerusalem, ihn dem Herrn darzustellen; Luk 2:23 wie geschrieben steht in dem Gesetz des Herrn: Ein jedes Männlein, das die Mutter bricht, soll dem Herrn heilig heißen; Luk 2:24 und zu geben das Opfer, nach dem gesagt ist im Gesetz des Herrn, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Luk 2:25 Und siehe, es war ein Mensch zu Jerusalem, mit Namen Simeon; und dieser Mensch war gerecht und gewissenhaft und wartete auf Israels Trost, und der heilige Geist war über ihm; Luk 2:26 und ihm war eine Antwort geworden von dem heiligen Geist, er würde den Tod nicht sehen, ehe er den Gesalbten des Herrn gesehen hätte. Luk 2:27 Und er kam in dem Geist in den Tempel; und als die Eltern das Kind Jesus in den Tempel brachten, daß Sie seinetwegen täten, was nach dem Gesetz Herkommens war, Luk 2:28 so nahm Er dasselbe in seine Arme und lobte Gott und sprach: Luk 2:29 Nun lässest du deinen Knecht hingehen, Herr, nach deinem Wort, im Frieden; Luk 2:30 denn meine Augen haben dein Heil gesehen, Luk 2:31 welches du bereitet hast vor dem Angesicht aller Völker; Luk 2:32 ein Licht zur Entdeckung der Nationen, und eine Ehre deines Volkes Israel. Luk 2:33 Und sein Vater und Mutter verwunderten sich über dem, was von ihm geredet ward. Luk 2:34 Und Simeon segnete sie und sprach zu Maria, seiner Mutter: Siehe, dieser liegt da zu einem Fall und einer Auferstehung vieler in Israel und zu einem Zeichen, dem wi dersprochen wird; Luk 2:35 und auch selbst durch deine Seele wird ein Schwert durchgehen; auf daß Gedanken aus vielen Herzen entdeckt werden. Luk 2:36 Und es war eine Prophetin, Hanna, eine Tochter Phanuels, vom Stamm Asser; die war wohl betagt und hatte gelebt mit einem Manne sieben Jahre nach ihrer Jungfrauschaft. Luk 2:37 Und diese war eine Witwe bei vierundachtzig Jahren, die wich nicht vom Tempel, diente mit Fasten und Gebeten Nacht und Tag. Luk 2:38 Und diese trat eben zu der Stunde hinzu und dankte dem Herrn und redete von ihm zu allen, die auf die Er lösung warteten zu Jerusalem. Luk 2:39 Und da sie alles vollendet hatten nach dem Gesetz des Herrn, kehrten sie um nach Galiläa, in ihre Stadt Nazareth. Luk 2:40 Aber das Kind wuchs und ward stark im Geist und mit Weisheit erfüllt; und Gottes Gnade war über ihm. Luk 2:41 Und seine Eltern reisten jährlich gen Jerusalem an dem Passahfest. Luk 2:42 Und da er zwölf Jahre alt ward, als Sie gen Jerusalem hinaufgegangen waren nach der Gewohnheit des Festes, Luk 2:43 und sie die Tage vollendet hatten, indem Sie umkehrten, blieb Jesus der Knabe zurück zu Jerusalem, und Joseph und seine Mutter wußten' nicht. Luk 2:44 Sie meinten aber, Er wäre unter der Gefährtschaft, und kamen eine Tagereise und suchten ihn auf unter den Verwandten und unter den Bekannten; Luk 2:45 und da sie ihn nicht fanden, kehrten sie wieder um gen Jerusalem und suchten ihn. Luk 2:46 Und es begab sich nach drei Tagen, fanden sie ihn im Tempel, wie er mitten unter den Lehrern saß und sie anhörte und sie fragte. Luk 2:47 Es entsetzten sich aber alle, die ihn hörten, über seinen Verstand und seine Antworten. Luk 2:48 Und da sie ihn sahen, wurden sie bestürzt; und zu ihm sprach seine Mutter: Kind, was hast du uns also getan? Siehe, dein Vater und Ich haben dich mit Schmerzen gesucht. Luk 2:49 Und er sprach zu ihnen: Was ist', daß ihr mich gesucht habt? Wußtet ihr nicht, daß Ich sein muß in dem, das meines Vaters ist? Luk 2:50 Und Sie verstanden das Wort nicht, das er zu ihnen redete. Luk 2:51 Und er ging mit ihnen hinab und kam gen Nazareth und war ihnen untertan. Und seine Mutter behielt alle diese Worte in ihrem Herzen. Luk 2:52 Und Jesus nahm zu an Weisheit und Leibesgröße und Gnade bei Gott und Menschen. Luk 3:1 Aber in dem fünfzehnten Jahr der Regierung des Tiberius, des Kaisers, da Pontius Pilatus Landvogt in Judäa war und Herodes ein Vierfürst in Galiläa, Philippus aber sein Bruder ein Vierfürst in Ituräa und in der Gegend Trachonitis und Lysanias ein Vierfürst in Abilene, Luk 3:2 unter dem Hohenpriester Hannas und Kaiphas, geschah Gottes Wort zu Johannes, dem Sohne Zacharias, in der Wüste; Luk 3:3 und er kam in alle Gegend um den Jordan und predigte eine Taufe der Buße zur Erlassung der Sünden; Luk 3:4 als geschrieben steht in dem Buch der Reden Jesajas des Propheten, der da spricht: Es ist eine Stimme eines Rufenden in der Wüste, bereitet den Weg des Herrn; machet seine Steige richtig. Luk 3:5 Alles Tal wird ausgefüllt werden, und aller Berg und Hügel wird niedrig gemacht werden, und was krumm ist, wird richtig werden, und was rauh ist, soll zu ebenen Wegen werden. Luk 3:6 Und alles Fleisch wird das Heil Gottes sehen. Luk 3:7 So sprach er nun zu den Haufen, die hinausgingen, daß sie sich von ihm taufen ließen: Ihr Otterngezüchte, wer hat euch gewiesen, dem künftigen Zorn zu entfliehen? Luk 3:8 So bringet nun würdige Früchte der Buße; und nehmet nicht vor, bei euch zu sagen: Zum Vater haben wir den Abraham. Denn ich sage euch, es kann Gott aus diesen Steinen Kinder dem Abraham erwecken. Luk 3:9 Es liegt aber schon auch die Axt an der Wurzel der Bäume; darum ein jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Luk 3:10 Und es fragten ihn die Haufen und sprachen: Was sollen wir denn tun? Luk 3:11 Er aber antwortet und spricht zu ihnen: Wer zwei Röcke hat, der teile mit dem, der keinen hat; und wer Speisen hat, tue auch also. Luk 3:12 Es kamen aber auch Zöllner, daß sie sich taufen ließen, und sprachen zu ihm: Meister, was sollen wir tun? Luk 3:13 Er aber sprach zu ihnen: Treibet nicht mehr ein als das, was euch verordnet ist. Luk 3:14 Es fragten ihn aber auch Kriegsleute und sprachen: Und Wir, was sollen wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemand Gewalt noch Unrecht und lasset euch begnügen an eurem Solde. Luk 3:15 Da aber das Volk wartete und alle in ihren Herzen gedachten von Johannes, ob Er nicht etwa der Gesalbte wäre, Luk 3:16 antwortete Johannes allen und sprach: Ich taufe euch mit Wasser; es kommt aber, der stärker ist als ich, da ich nicht genugsam bin, daß ich den Riemen seiner Schuhe auflöse; derselbe wird euch mit heiligem Geist und Feuer taufen. Luk 3:17 In desselben Hand ist die Worfschaufel, und er wird seine Tenne durchsäubern und den Weizen in seine Scheuer sammeln, aber die Spreu wird er verbrennen mit unauslöschlichem Feuer. Luk 3:18 Und so sprach er noch mit vielem anderem zu und evangelisierte das Volk; Luk 3:19 Herodes aber, der Vierfürst, da er von ihm bestraft ward um Herodias willen, seines Bruders Weib, und um alles das Böse, das Herodes tat, Luk 3:20 setzte auch dieses über allem hinzu und verschloß Johannes im Gefängnis. Luk 3:21 Es begab sich aber, als sich alles Volk taufen ließ und Jesus sich taufen ließ und betete, daß sich der Himmel auftat, Luk 3:22 und der heilige Geist herniederfuhr in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn, und eine Stimme aus dem Himmel geschah, die sprach: Du bist mein geliebter Sohn; an dir habe ich Wohlgefallen. Luk 3:23 Und er selbst Jesus war bei dreißig Jahre alt, da er anfing, und war, wie er geachtet ward, ein Sohn Josephs, Elis, Luk 3:24 Matthats, Levis, Melchis, Jannais, Josephs, Luk 3:25 Mattathias' Amos' Nahums, Eslis, Naggais, Luk 3:26 Maaths, Mattathias' Simeis, Josechs, Jodas, Luk 3:27 Johanans, Resas, Serubabels, Sealthiels, Neris, Luk 3:28 Melchis, Addis, Kosams, Elmadams, Ers, Luk 3:29 Jesus' Eliesers, Jorims, Matthats, Levis, Luk 3:30 Simeons, Judas, Josephs, Jonams, Eliakims, Luk 3:31 Meleas, Mennas, Mattathas, Nathans, Davids, Luk 3:32 Jesses, Obeds, Boas' Salmas, Nahessons, Luk 3:33 Aminadabs, Admins, Arnis, Hezrons, Perez' Judas, Luk 3:34 Jakobs, Isaaks, Abrahams, Tharahs, Nahors, Luk 3:35 Serugs, Ragus, Phaleks, Ebers, Salahs, Luk 3:36 Kainams, Arphachsads, Sems, Noahs, Lamechs, Luk 3:37 Methusalas, Henochs, Jarets, Malaleels, Kainams, Luk 3:38 Enos' Seths, Adams, Gottes. Luk 4:1 Jesus aber, voll heiligen Geistes, kam wieder von dem Jordan und ward in dem Geist geführt in die Wüste vierzig Tage, Luk 4:2 und ward versucht von dem Teufel. Und er aß nichts in denselben Tagen; und da dieselben vollendet waren, hungerte ihn. Luk 4:3 Und der Teufel sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu diesem Stein, daß er Brot werde. Luk 4:4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: Nicht beim Brot allein lebt der Mensch, sondern bei einem jeden Wort Gottes. Luk 4:5 Und der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg und wies ihm alle Reiche des Erdkreises in einem Augenblick; Luk 4:6 und der Teufel sprach zu ihm: Dir werde ich geben diese Gewalt miteinander und ihre Herrlichkeit. Denn mir ist sie übergeben, und wem ich will, gebe ich sie. Luk 4:7 So Du nun vor mir anbeten wirst, wird sie alle dein sein. Luk 4:8 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es steht geschrieben: Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen. Luk 4:9 Und er führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf den Anbau des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so begib dich von hinnen hinunter. Luk 4:10 Denn es steht geschrieben: Er wird seinen Engeln gebieten deinetwegen, daß sie dich bewahren, Luk 4:11 und sie werden dich auf den Händen tragen, daß du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest. Luk 4:12 Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen. Luk 4:13 Und da der Teufel alle Versu chung vollendet hatte, wich er von ihm bis auf eine gelegene Zeit. Luk 4:14 Und Jesus kam wieder in der Kraft des Geistes nach Galiläa; und ein Gerücht ging aus durch die ganze umliegende Gegend von ihm. Luk 4:15 Und Er lehrte in ihren Schulen und ward von jedermann gepriesen. Luk 4:16 Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war; und ging nach seiner Gewohnheit, an dem Tage der Sabbate, in die Schule und stand auf, zu lesen. Luk 4:17 Und es ward ihm das Buch Jesajas des Propheten gereicht. Und da er das Buch aufwickelte, fand er die Stelle, da geschrieben war: Luk 4:18 Des Herrn Geist ist über mir, darum daß er mich gesalbt hat, Gutes zu verkündigen den Armen, mich gesandt zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind; zu predigen den Gefangenen, daß sie los werden sollen, und den Blinden, daß sie sehend werden sollen; die Zerstoßenen auf freien Fuß gestellt gehen zu lassen, Luk 4:19 zu predigen ein angenehmes Jahr des Herrn und einen Tag der Vergeltung. Luk 4:20 Und als er das Buch zutat, gab er es dem Diener wieder und setzte sich; und aller in der Schule ihre Augen waren auf ihn gerichtet. Luk 4:21 Er fing aber an zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllt vor euren Ohren. Luk 4:22 Und alle gaben ihm Zeugnis und verwunderten sich über den holdse ligen Worten, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs? Luk 4:23 Und er sprach zu ihnen: Allerdings werdet ihr zu mir sagen dies Sprichwort: Arzt, hilf dir selber! So vieles wir gehört haben zu Kapernaum geschehen, tue auch hier in deinem Vaterlande. Luk 4:24 Er sprach aber: Amen ich sage euch, kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande. Luk 4:25 Aber in der Wahrheit sage ich euch: Viele Witwen waren in den Tagen Elias in Israel, da der Himmel verschlossen war auf drei Jahre und sechs Monate, als eine große Hungersnot kam über die ganze Erde; Luk 4:26 und zu deren keiner ward Elia gesandt als gen Sarepta der Sidonier zu einer Witfrau. Luk 4:27 Und viele Aussätzige waren unter dem Propheten Elisa in Israel, und deren keiner ward gereinigt als Naeman der Syrer. Luk 4:28 Und es wurden alle voll Grimms in der Schule, da sie das hörten, Luk 4:29 und sie standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn bis an einen jähen Ort des Berges, auf welchem ihre Stadt gebaut war, daß sie ihn hinabstürzten. Luk 4:30 Er aber ging mitten durch sie hin und zog fort. Luk 4:31 Und er kam hinab gen Kapernaum, eine Stadt Galiläas, und er lehrte sie an den Sabbaten. Luk 4:32 Und sie entsetzten sich über seiner Lehre, denn seine Rede war gewaltig. Luk 4:33 Und in der Schule war ein Mensch, der hatte einen Geist eines unreinen Dämons, und er tat einen lauten Schrei Luk 4:34 und sprach: Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesu von Nazareth? Du bist gekommen, uns zu verderben. Ich kenne dich, wer du bist, der Heilige Gottes. Luk 4:35 Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm. Und der Teufel (Dämon) warf ihn in die Mitte und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden. Luk 4:36 Und es kam ein Erstaunen über alle, und sie unterredeten sich miteinander und sprachen: Was ist das für ein Ding, daß er mit Macht und Gewalt gebietet den unreinen Geistern, und sie fahren aus. Luk 4:37 Und es ging ein Schall von ihm aus in alle Gegend des umliegenden Landes. Luk 4:38 Er stand aber auf aus der Schule und kam in Simons Haus; des Simon Schwiegermutter aber war mit einem harten Fieber behaftet; und sie baten ihn ihretwegen. Luk 4:39 Und er stellte sich über sie hin und bedrohte das Fieber, und es verließ sie; sie stand aber alsbald auf und diente ihnen. Luk 4:40 Da aber die Sonne unterging, alle die, so Kranke hatten mit mancherlei Seuchen, führten sie zu ihm; Er aber legte einem jeglichen unter ihnen die Hände auf und machte sie gesund. Luk 4:41 Es fuhren aber auch die Teufel (Dämonen) aus von vielen und schrieen und sprachen: Du bist Luk 4:42 Da es aber Tag ward, ging er aus und zog an eine wüste Stätte, und die Haufen suchten ihn und kamen zu ihm und hielten ihn, daß er nicht von ihnen zöge. Luk 4:43 Er aber sprach zu ihnen: Auch den andern Städten muß ich die gute Botschaft vom Reich Gottes bringen. Denn dazu bin ich gesandt. Luk 4:44 Und er predigte in den Schulen Galiläas. Luk 5:1 Es begab sich aber, da das Volk auf ihm lag, zu hören das Wort Gottes, und Er stand am See Genezareth Luk 5:2 und sah zwei Schiffe am See stehen; die Fischer aber waren davon ausgetreten und wuschen die Netze. Luk 5:3 Er trat aber in der Schiffe eines, welches Simons war, und ersuchte ihn, daß er wieder ein wenig vom Lande führe; und er setzte sich und lehrte aus dem Schiff die Haufen. Luk 5:4 Als er aber aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon: Fahre wieder dahin, wo es tief ist, und werfet eure Netze auf einen Fang aus. Luk 5:5 Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, die ganze Nacht hindurch haben wir gearbeitet und nichts bekommen; aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen. Luk 5:6 Und als sie das taten, beschlossen sie eine große Menge Fische. Es zerriß aber ihr Netz, Luk 5:7 und sie winkten den Gesellen, die in dem anderen Schiff waren, daß sie kämen und hülfen ihnen ziehen. Und sie kamen; und sie füllten beide Schiffe, also daß sie sanken. Luk 5:8 Da es aber Simon Petrus sah, fiel er zu den Knieen Jesu hin und sprach: Gehe von mir hinaus, denn, Herr, ich bin ein sündhafter Mann. Luk 5:9 Denn es hatte ihn ein Entsetzen umfangen und alle, die mit ihm waren, über dem Fischfang, den sie bekommen hatten; Luk 5:10 desgleichen aber auch Jakobus und Johannes, des Zebedäus Söhne, die es mit dem Simon hielten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht, von nun an wirst du ein Menschenfänger sein. Luk 5:11 Und sie führten die Schiffe zu Lande und verließen alles und folgten ihm nach. Luk 5:12 Und es begab sich, da Er in der Städte einer war, siehe, da war ein Mann voll Aussatzes. Und da er Jesum sah, fiel er aufs Angesicht und bat ihn und sprach: Herr, so du willst, kannst du mich reinigen. Luk 5:13 Und Er streckte die Hand aus und rührte ihn an und sprach: Ich will, sei gereinigt. Und alsbald ging der Aussatz von ihm weg. Luk 5:14 Und Er befahl ihm, daß er' niemand sagen sollte; sondern gehe hin und zeige dich dem Priester und opfere für deine Reinigung, wie Mose geboten hat, ihnen zum Zeugnis. Luk 5:15 Es kam aber vielmehr die Sage von ihm aus; und es kamen viele Haufen zusammen, daß sie ihn hörten und sich von ihm heilen ließen von ihren Krankheiten. Luk 5:16 Er aber entwich und war in den Wüsten und betete. Luk 5:17 Und es begab sich an der Tage Einem, und Er lehrte; und es saßen die Pharisäer und Gesetzlehrer, welche gekommen waren aus allen Flecken Galiläas und Judäas und Jerusalem; und eine Kraft des Herrn war da, sie gesund zu machen. Luk 5:18 Und siehe, es trugen Männer auf einem Bett einen Menschen, der war gichtbrüchig, und sie suchten, wie sie ihn hineinbrächten und vor ihn legten; Luk 5:19 und da sie nicht fanden, welches Weges sie ihn hineinbrächten vor dem Volk, stiegen sie auf das Dach und ließen ihn durch die Ziegel hinab samt dem Bettlein, in die Mitte vor Jesum hin. Luk 5:20 Und da er ihren Glauben sah, sprach er zu ihm: Mensch, erlassen sind dir deine Sünden. Luk 5:21 Und die Schriftgelehrten und die Pharisäer fingen an zu denken und sprachen: Wer ist dieser, der da Lästerungen redet? Wer kann Sünden erlassen denn allein Gott? Luk 5:22 Da aber Jesus ihre Gedanken erkannte, antwortete er und sprach zu ihnen: Was denket ihr in euren Herzen? Luk 5:23 Was ist leichter zu sagen: Erlassen sind dir deine Sünden, oder zu sagen: Stehe auf und wandle? Luk 5:24 Auf daß ihr aber wisset, daß der Sohn des Menschen Macht hat auf Erden Sünden zu erlassen, sprach er zu dem Gichtbrüchigen: Dir sage ich, stehe auf und nimm dein Bettlein und gehe in dein Haus. Luk 5:25 Und alsbald stand er auf vor ihnen, hob das auf, worauf er gelegen war, ging hin in sein Haus und pries Gott. Luk 5:26 Und ein Entsetzen kam sie alle an, und sie priesen Gott und wurden voll Furcht und sprachen: Wir haben heute ungewöhnliche Dinge gesehen. Luk 5:27 Und darnach ging er aus und sah auf einen Zöllner mit Namen Levi, der über dem Zollwesen saß, und er sprach zu ihm: Folge mir nach. Luk 5:28 Und er verließ alles und stand auf und folgte ihm nach. Luk 5:29 Und Levi machte ihm ein großes Mahl in seinem Hause; und es war ein großer Haufe Zöllner und anderer, die mit ihnen zu Tische saßen. Luk 5:30 Und ihre Schriftgelehrten und die Pharisäer murrten gegen seine Jünger und sprachen: Warum esset und trinket ihr mit den Zöllnern und Sündern? Luk 5:31 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Die Gesunden bedürfen keines Arztes, sondern die Kranken. Luk 5:32 Ich bin nicht gekommen, Gerechte, sondern Sünder zur Buße zu berufen. Luk 5:33 Sie aber sprachen zu ihm: Warum fasten die Jünger des Johannes vielmals und tun Gebete, desgleichen auch die der Pharisäer; aber die deinen essen und trinken? Luk 5:34 Er aber sprach zu ihnen: Könnt ihr die Hochzeitleute, indem der Bräutigam bei ihnen ist, zum Fasten anhalten? Luk 5:35 Es werden aber Tage kommen, und wenn der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird, alsdann werden sie fasten in denselben Tagen. Luk 5:36 Er sprach aber auch ein Gleichnis zu ihnen: Niemand flickt ein Stück von einem neuen Kleid auf ein altes Kleid; wo anders, so trennt sich das neue, und auch für das alte schickt sich das vom neuen nicht. Luk 5:37 Und niemand faßt neuen Wein in alte Schläuche; wo anders, so wird der neue Wein die Schläuche zerreißen, und er selbst wird verschüttet und die Schläuche verderbt werden. Luk 5:38 Sondern neuen Wein muß man in neue Schläuche fassen, so werden beide miteinander behalten. Luk 5:39 Und niemand, der alten getrunken, will alsbald neuen; denn er spricht: der alte ist milder. Luk 6:1 Es begab sich aber an einem Sabbat vor dem Neumond, daß Er durch die Saat ging; und seine Jünger rauften die Ähren aus und aßen, indem sie sie zerrieben mit den Händen. Luk 6:2 Etliche aber der Pharisäer sprachen zu ihnen: Was tut ihr, das nicht erlaubt ist zu tun an den Sabbaten? Luk 6:3 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt ihr auch dieses nicht gelesen, was David tat, da es ihn hungerte und die mit ihm waren? Luk 6:4 wie er zum Hause Gottes einging und die Schaubrote nahm und aß, und gab auch denen, die mit ihm waren, welche nicht erlaubt ist zu essen als allein den Priestern? Luk 6:5 Und er sprach zu ihnen: Der Sohn des Menschen ist ein Herr auch des Sabbats. Luk 6:6 Es begab sich aber auch an einem anderen Sabbat, daß Er in die Schule ging und lehrte. Und es war daselbst ein Mensch, und seine rechte Hand war dürr. Luk 6:7 Es gaben aber die Schriftgelehrten und die Pharisäer Achtung darauf, ob er an dem Sabbat heilen werde, auf daß sie eine Anklage wider ihn fänden. Luk 6:8 Er aber wußte ihre Gedanken und sprach zu dem Menschen, der die dürre Hand hatte: Stehe auf und stelle dich in die Mitte. Er aber stand auf und stellte sich hin. Luk 6:9 Jesus nun sprach zu ihnen: Ich will euch fragen: Was ist erlaubt an den Sabbaten, Gutes tun oder Böses tun? das Leben retten oder verderben? Luk 6:10 Und Er sah sie alle umher an und sprach zu ihm: Strecke aus deine Hand. Und er tat'. Da ward ihm seine Hand wieder zurechtgebracht, gesund wie die andere. Luk 6:11 Sie aber wurden voll Unsinns und beredeten sich untereinander, was sie Jesu tun wollten. Luk 6:12 Es begab sich aber in diesen Tagen, daß er ausging auf den Berg, zu beten; und er blieb über Nacht in dem Gebet zu Gott. Luk 6:13 Und da es Tag ward, rief er seinen Jüngern herzu und wählte von ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: Luk 6:14 Simon, welchen er auch Petrus nannte, und Andreas seinen Bruder, Jakobus und Johannes, Philippus und Bartholomäus, Luk 6:15 Matthäus und Thomas, Jakobus Alphäi und Simon, genannt der Eiferer, Luk 6:16 Judas Jakobi und Judas Ischariot, welcher auch Verräter ward; Luk 6:17 und er ging mit ihnen herab und trat auf einen ebenen Platz, und ein Haufe seiner Jünger und eine große Menge des Volks von ganz Judäa und Jerusalem und Tyrus am Meer und Sidon, Luk 6:18 die da kamen, ihn zu hören und sich heilen zu lassen von ihren Krankheiten, und die von unreinen Geistern geplagt wurden, und wurden gesund. Luk 6:19 Und der ganze Haufe suchte ihn anzurühren, denn eine Kraft ging von ihm aus, und heilte alle. Luk 6:20 Und Er hob seine Augen auf unter seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; weil euer ist das Reich Gottes. Luk 6:21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; weil ihr werdet gesättigt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet; weil ihr lachen werdet. Luk 6:22 Selig seid ihr, wenn die Menschen euch hassen, und wenn sie euch absondern und schmähen, und tragen euren Namen aus als böse, um des Sohnes des Menschen willen. Luk 6:23 Freuet euch an jenem Tage und hüpfet; denn siehe, euer Lohn ist groß in dem Himmel. Denn also machten's den Propheten ihre Väter. Luk 6:24 Jedoch wehe euch Reichen; weil ihr euren Trost dahin habt. Luk 6:25 Wehe euch, die ihr voll seid; weil euch hungern wird. Wehe euch, die ihr jetzt lachet; weil ihr trauern und weinen werdet. Luk 6:26 Wehe, wenn alle Leute wohl von euch reden; denn also machten' den falschen Propheten ihre Väter. Luk 6:27 Aber euch sage ich, die ihr zuhöret: Liebet eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; Luk 6:28 segnet die, so euch verfluchen; bittet für die, so euch beleidigen. Luk 6:29 Wer dich schlägt auf den Backen, dem biete auch den andern dar; und wer deinen Mantel wegnimmt, dem wehre auch den Rock nicht. Luk 6:30 Einem jeden aber, der dich bittet, gib; und wer das Deine wegnimmt, von dem fordere es nicht wieder. Luk 6:31 Und wie ihr wollet, daß euch die Leute tun sollen, so tut ihnen gleich auch Ihr. Luk 6:32 Und wenn ihr liebet, die euch lieben, welche Gnade ist es für euch? Denn auch die Sünder lieben ihre Liebhaber. Luk 6:33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welche Gnade ist es für euch? Denn auch die Sünder tun eben das. Luk 6:34 Und wenn ihr leihet, von denen ihr hoffet wieder zu nehmen, welche Gnade ist es für euch? Denn auch Sünder leihen einander, auf daß sie ebensoviel wieder nehmen. Luk 6:35 Ja liebet eure Feinde und tut wohl und leihet, da ihr nichts davon hoffet; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein; weil Er gütig ist über die Undankbaren und Boshaftigen. Luk 6:36 So werdet nun barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Luk 6:37 Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet werden. Verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt werden. Lasset los, so werdet ihr los gelassen werden. Luk 6:38 Gebt, so wird euch gegeben werden. Ein gut, gedrückt, gerüttelt und überlaufendes Maß wird man in euren Schoß geben. Denn eben mit dem Maß, womit ihr messet, wird euch wieder gemessen werden. Luk 6:39 Er sprach aber ein Gleichnis zu ihnen: Kann ein Blinder irgendeinen andern führen? Werden sie nicht beide in eine Grube fallen? Luk 6:40 Ein Jünger ist nicht über seinen Meister; ein jeder aber, wenn er ausgelernt hat, wird sein wie sein Meister. Luk 6:41 Was siehest du aber den Splitter, der in dem Auge deines Bruders ist; des Balkens aber, der in deinem eigenen Auge ist, wirst du nicht gewahr? Luk 6:42 Oder wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Bruder, halt, laß mich den Splitter ausziehen, der in deinem Auge ist, da du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Heuchler, tue zuerst den Balken aus deinem Auge, alsdann wirst du recht sehen, daß du den Splitter, der in deines Bruders Auge ist, heraustuest. Luk 6:43 Denn es ist kein guter Baum, der faule Frucht trägt; noch ein fauler Baum, der gute Frucht trägt. Luk 6:44 Denn ein jeglicher Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man sammelt nicht von den Dornen Feigen, so liest man auch von der Hecke keine Trauben. Luk 6:45 Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor; und der böse Mensch bringt aus dem bösen Schatz seines Herzens das Böse hervor. Denn aus dem Überfluß des Herzens redet sein Mund. Luk 6:46 Was heißt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich sage? Luk 6:47 Ein jeder, der zu mir kommt und hört meine Reden und tut sie, den will ich euch zeigen, wem er gleich ist. Luk 6:48 Gleich ist er einem Menschen, der ein Haus baute, der grub und machte es tief und legte Grund auf den Felsen. Da aber ein Gewässer entstand, da riß der Strom zu demselben Hause zu und mochte es nicht bewegen, denn es war auf den Felsen gegründet. Luk 6:49 Wer es aber hört und nicht tut, ist gleich einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde ohne Grund; zu welchem der Strom riß, und es fiel bald, und der Riß desselben Hauses ward groß. Luk 7:1 Nachdem er aber alle seine Worte vor den Ohren des Volks ganz vorgetragen hatte, ging er gen Kapernaum. Luk 7:2 Und eines Hauptmanns Knecht war todkrank, den Er wert hielt. Luk 7:3 Da er aber von Jesu hörte, sandte er Älteste von den Juden an ihn und ersuchte ihn, daß er käme und seinem Knecht aufhülfe. Luk 7:4 Da sie aber zu Jesu kamen, baten sie ihn mit Fleiß und sprachen: Er ist' würdig, daß du ihm das erzeigest. Luk 7:5 Denn er hat unsere Nation lieb, und die Schule hat er selbst uns gebaut. Luk 7:6 Jesus aber ging mit ihnen hin. Da Er aber nun nicht ferne von dem Hause war, sandte der Hauptmann Freunde an ihn und sprach zu ihm: Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach eingehest; Luk 7:7 darum ich auch mich nicht würdig geachtet habe, daß ich zu dir ginge; sondern sage es mit einem Wort, so wird mein Knabe gesund sein. Luk 7:8 Denn auch Ich bin ein Mensch, der Obrigkeit untertan, und habe unter mir Kriegsknechte und spreche zu diesem: Gehe hin, so geht er hin; und zu einem andern: Komm, so kommt er; und zu meinem Knecht: Tue das, so tut er'. Luk 7:9 Da aber Jesus das hörte, verwunderte er sich sein und wandte sich um und sprach zu dem Haufen, der ihm nachfolgte: Ich sage euch, auch in Israel habe ich so großen Glauben nicht angetroffen. Luk 7:10 Und da die, die gesandt waren, wieder in das Haus kamen, fanden sie den kranken Knecht gesund. Luk 7:11 Und es begab sich darnach, daß er in eine Stadt mit Namen Nain ging; und seiner Jünger gingen viele mit ihm und eine Menge Volks. Luk 7:12 Als er aber nahe an das Stadttor kam, siehe, da trug man einen Verstorbenen heraus, der ein eingeborener Sohn war seiner Mutter, und Sie eine Witwe; und viel Volks von der Stadt war mit ihr. Luk 7:13 Und da sie der Herr sah, jammerte ihn derselben, und sprach zu ihr: Weine nicht. Luk 7:14 Und trat hinzu und rührte den Sarg an; die Träger aber standen; und sprach: Jüngling, dir sage ich, stehe auf. Luk 7:15 Und der Tote setzte sich auf und fing an zu reden. Und er gab ihn seiner Mutter. Luk 7:16 Es kam aber alle eine Furcht an, und priesen Gott und sprachen: Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden; und: Gott hat sein Volk heimgesucht. Luk 7:17 Und diese Rede ging aus in ganz Judäa von ihm und in der ganzen Gegend umher. Luk 7:18 Und es verkündigten Johannes seine Jünger von dem allem. Und Johannes rief zwei seiner Jünger zu sich Luk 7:19 und sandte sie zu Jesu und sprach: Bist Du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten? Luk 7:20 Da aber die Männer zu ihm kamen, sprachen sie: Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und spricht: Bist Du, der da kommen soll, oder sollen wir eines anderen warten? Luk 7:21 Zu derselben Stunde aber heilte er viele von Seuchen und Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Gesicht. Luk 7:22 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Gehet hin und verkündiget Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium verkündigt; Luk 7:23 und selig ist, wer sich nicht ärgert an mir. Luk 7:24 Da aber die Gesandten des Johannes weggingen, fing er an zu reden zu den Haufen von Johannes: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu schauen? ein Rohr, das vom Winde bewegt wird? Luk 7:25 Ferner, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? einen Menschen, mit weichen Kleidern angezogen? Siehe, die sich in herrlicher Kleidung und niedlicher Kost befinden, sind in den königlichen Wohnungen. Luk 7:26 Ferner, was seid ihr hinausgegangen zu sehen? einen Propheten? Ja, ich sage euch, auch mehr als einen Propheten. Luk 7:27 Dieser ist', von dem geschrieben steht: Siehe, ich schicke meinen Gesandten vor deinem Angesicht her, der da bereiten wird deinen Weg vor dir. Luk 7:28 Denn ich sage euch, kein größerer Prophet ist unter denen, die von Weibern geboren sind, als Johannes der Täufer; aber der Kleinste in dem Reich Gottes ist größer denn er. Luk 7:29 Und alles Volk, das da hörte, und die Zöllner rechtfertigten Gott und ließen sich taufen mit des Johannes Taufe; Luk 7:30 aber die Pharisäer und die Gesetzgelehrten verachteten den Rat Gottes ihresteils und ließen sich nicht von ihm taufen. Luk 7:31 Wem soll ich denn die Menschen dieses Geschlechts vergleichen, und wem sind sie gleich? Luk 7:32 Sie sind Kindern gleich, die auf dem Markte sitzen und rufen einander zu und sprechen: Wir haben euch gepfiffen, und ihr habt nicht getanzt; wir haben euch Trauerlieder gesungen, und ihr habt nicht geweint. Luk 7:33 Denn es ist gekommen Johannes der Täufer und aß nicht Brot und trank auch nicht Wein; so sprecht ihr: Er hat einen Teufel (Dämon). Luk 7:34 Es ist gekommen der Sohn des Menschen, essend und trinkend; so sprecht ihr: Siehe, ein Mensch von vielem Essen und Weintrinken, ein Freund von Zöllnern und Sündern. Luk 7:35 Und die Weisheit hat sich zu rechtfertigen gehabt aller ihrer Kinder wegen. Luk 7:36 Es bat ihn aber der Pharisäer einer, daß er mit ihm äße; und er ging hinein in des Pharisäers Haus und setzte sich zu Tisch. Luk 7:37 Und siehe, ein Weib in der Stadt, die eine Sünderin war, da sie vernahm, daß er zu Tische sitzt in des Pharisäers Hause, brachte ein Krüglein mit Salbe Luk 7:38 und stellte sich zu seinen Füßen hinten und weinte und fing an, seine Füße zu netzen mit den Tränen, und mit den Haaren ihres Hauptes trocknete sie es ab, und küßte seine Füße und salbte sie mit der Salbe. Luk 7:39 Da es aber der Pharisäer sah, der ihn geladen hatte, sprach er bei sich selbst und sagte: Dieser, wenn er ein Prophet wäre, wüßte, wer und wel cherlei das Weib ist, die ihn anrührt; dieweil sie eine Sünderin ist. Luk 7:40 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Simon, ich habe dir etwas zu sagen. Er aber spricht: Meister, sag'. Luk 7:41 Zwei Schuldner hatte ein Wucherer; der eine war schuldig fünfhundert Zehner, der andere fünfzig. Luk 7:42 Da Sie aber nicht hatten, zu bezahlen, schenkte er' beiden. Welcher nun wird ihn mehr lieben? Luk 7:43 Simon aber antwortete und sprach: Ich vermute, dem er das mehrere geschenkt hat. Er aber sprach zu ihm: Du hast recht gerichtet. Luk 7:44 Und er wandte sich zu dem Weibe und sprach zu Simon: Siehst du dies Weib? Ich bin gekommen in dein Haus; Wasser auf meine Füße hast du nicht gegeben; diese aber hat mit den Tränen meine Füße genetzt, und mit ihren Haaren abgetrocknet. Luk 7:45 Einen Kuß hast du mir nicht gegeben; diese aber, seitdem ich hereingekommen bin, hat sie nicht abgelassen, meine Füße zu küssen. Luk 7:46 Mit Öl hast du mein Haupt nicht gesalbt; diese aber hat mit Salbe meine Füße gesalbt. Luk 7:47 Derhalben, sage ich dir, sind er lassen ihre Sünden, so viel ihrer ist, weil sie viel Liebe gehabt hat; wem aber wenig erlassen wird, hat wenig Liebe. Luk 7:48 Er sprach aber zu ihr: Erlassen sind deine Sünden. Luk 7:49 Und es fingen an, die mit zu Tische saßen, bei sich selbst zu sprechen: Wer ist dieser, der auch Sünden erläßt? Luk 7:50 Er aber sprach zu dem Weibe: Dein Glaube hat dich selig gemacht (gerettet); gehe hin im Frieden. Luk 8:1 Und es begab sich darnach, daß Er die Städte und Dörfer durchzog und predigte und gute Botschaft brachte vom Reich Gottes; und die Zwölf mit ihm, Luk 8:2 und etliche Weiber, die gesund geworden waren von bösen Geistern und Krankheiten, Maria genannt von Magdala, von welcher sieben Teufel (Dämonen) waren ausgefahren, Luk 8:3 und Johanna, das Weib Chusas, des Pflegers des Herodes, und Susanna und viele andere, die ihm dienten von ihrem Vermögen. Luk 8:4 Da aber viel Volks zusammenkam und sie sich den Städten nach zu ihm herbeimachten, sprach er durch ein Gleichnis: Luk 8:5 Es ging der Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem Er säte, fiel etliches an den Weg; und ward zertreten, und die Vögel des Himmels fraßen es auf. Luk 8:6 Und anderes fiel auf den Felsen; und da es aufging, verdorrte es, darum daß es nicht Saft hatte; Luk 8:7 und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten es. Luk 8:8 Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und brachte hundertfältige Frucht. Da er das sagte, rief er: Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Luk 8:9 Es fragten ihn aber seine Jünger und sprachen, was dieses Gleichnis wäre? Luk 8:10 Er aber sprach: Euch ist' gegeben, zu erkennen die Geheimnisse des Reiches Gottes; den übrigen aber in Gleichnissen, daß sie sehend nicht sehen und hörend nicht vernehmen. Luk 8:11 Es ist aber dies das Gleichnis: Der Same ist das Wort Gottes. Luk 8:12 Die aber an dem Wege, sind die da hören, darnach kommt der Teufel und nimmt das Wort von ihrem Herzen, daß sie nicht gläubig und selig (gerettet) werden. Luk 8:13 Die aber auf dem Felsen, die, wenn sie hören, mit Freuden das Wort annehmen, und diese haben nicht Wurzel, die eine Zeitlang glauben und zur Zeit einer Versuchung abtreten. Luk 8:14 Das aber unter die Dornen fiel, sind diese, die da hören und werden von den Sorgen und Reichtum und Wollüsten des Lebens im Hingehen erstickt und tragen keine reife Frucht. Luk 8:15 Das aber auf dem feinen Land sind diese, die in einem feinen und guten Herzen, nachdem sie gehört haben, das Wort behalten und tragen Frucht in Geduld. Luk 8:16 Niemand aber zündet ein Licht an und bedeckt es mit einem Gefäß oder setzt es unter ein Bett; sondern er setzt es hin auf einen Leuchter, auf daß, die hineingehen, die Helle sehen. Luk 8:17 Denn es ist nichts Verborgenes, das nicht offenbar werden wird; noch etwas Geheimes, das nicht kund werden und zum Vorschein kommen wird. Luk 8:18 So sehet nun zu, wie ihr zuhöret; denn wer da hat, dem wird gegeben werden; und wer da nicht hat, von dem wird auch, was er scheint zu haben, genommen werden. Luk 8:19 Es kamen aber zu ihm seine Mutter und Brüder und konnten vor dem Volk nicht zu ihm gelangen. Luk 8:20 Und es ward ihm angesagt, indem etliche sprachen: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen dich sehen. Luk 8:21 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Meine Mutter und meine Brüder sind diese, die das Wort Gottes hören und tun. Luk 8:22 Und es begab sich an der Tage einem, daß Er in ein Schiff trat und seine Jünger; und er sprach zu ihnen: Laßt uns über den See fahren. Und sie stießen vom Lande. Luk 8:23 Da Sie aber schifften, schlief er ein. Und es kam ein Windwirbel hernieder auf den See, und ihr Schiff wurde voll, und waren in Gefahr. Luk 8:24 Sie traten aber hinzu und weckten ihn auf und sprachen: Meister, Meister, wir kommen um. Er aber stand auf und bedrohte den Wind und die Woge des Wassers. Und sie ließen nach, und ward eine Stille. Luk 8:25 Er sprach aber zu ihnen: Wo ist euer Glaube? Sie fürchteten sich aber und verwunderten sich und sprachen untereinander: Wer ist denn dieser? daß er beiden den Winden und dem Wasser gebietet, und sie gehorchen ihm. Luk 8:26 Und sie schifften hin in die Gegend der Gadarener, welche ist gegenüber Galiläa. Luk 8:27 Da Er aber austrat auf das Land, begegnete ihm ein Mann aus der Stadt, der hatte Teufel (Dämonen) von langen Zeiten her, und tat kein Kleid an und blieb in keinem Hause, sondern in den Gräbern. Luk 8:28 Da er aber Jesum sah und ein Geschrei angefangen, fiel er bei ihm darnieder und sprach mit lauter Stimme: Was habe Ich mit dir zu schaffen, Jesu, Sohn Gottes, des Allerhöchsten? Ich bitte dich, du wollest mich nicht quälen. Luk 8:29 Denn er gebot dem unreinen Geist, daß er von dem Menschen ausführe; denn er hatte ihn von vielen Zeiten her gezerrt, und er ward mit Ketten gebunden und mit Fesseln verwahrt, und er zerriß die Bande und ward von demselben Teufel (Dämon) in die Wüsten getrieben. Luk 8:30 Es fragte ihn aber Jesus und sprach: Wie heißest du? Er sprach: Legion; denn es waren viele Teufel (Dämonen) in ihn gefahren. Luk 8:31 Und sie baten ihn, daß er ihnen nicht auferlegte, in den Abgrund hinzugehen. Luk 8:32 Es war aber daselbst eine Herde von vielen Schweinen, die auf dem Berge weideten; und sie baten ihn, daß er ihnen erlaubte, in dieselben zu fahren. Und er erlaubte es ihnen. Luk 8:33 Es fuhren aber die Teufel (Dämonen) aus von dem Menschen und fuhren in die Schweine; und es stürzte sich die Herde den jähen Abhang hinab in den See und ersoffen. Luk 8:34 Da aber die, so da weideten, sahen, was geschehen war, flohen sie und brachten die Botschaft in die Stadt und in die Dörfer. Luk 8:35 Und sie gingen hinaus, zu sehen, was geschehen war, und kamen zu Jesu und fanden den Menschen, von welchem die Teufel (Dämonen) ausgefahren waren, sitzend, gekleidet und vernünftig, zu den Füßen Jesu. Und sie fürchteten sich. Luk 8:36 Es verkündigten ihnen aber auch, die es gesehen hatten, wie dem Besessenen geholfen worden sei. Luk 8:37 Und es ersuchte ihn die gesamte Menge der umliegenden Gegend der Gadarener, daß er von ihnen wegginge, weil sie mit einer großen Furcht umgeben waren. Er aber trat in das Schiff und wandte wieder um. Luk 8:38 Es bat ihn aber der Mann, von welchem die Teufel (Dämonen) ausgefahren waren, daß er bei ihm möchte sein. Aber Jesus gab ihm Urlaub und sprach: Luk 8:39 Kehre um in dein Haus und erzähle alles, was dir Gott getan hat. Und er ging hin und rief durch die ganze Stadt aus alles, was ihm Jesus getan hatte. Luk 8:40 Es begab sich aber, da Jesus wiederkam, nahm ihn das Volk auf; denn sie waren alle seiner gewärtig. Luk 8:41 Und siehe, es kam ein Mann mit Namen Jairus, und der war ein Oberster der Schule, und fiel zu den Füßen Jesu und bat ihn, daß er in sein Haus käme; Luk 8:42 weil er eine eingeborene Tochter hatte bei zwölf Jahren, und diese starb. Indem er aber hinging, drängten ihn die Haufen umher. Luk 8:43 Und ein Weib, das einen Blutfluß von zwölf Jahren her hatte, die alle Nahrung bei den Ärzten mit aufgesetzt und von niemand geheilt werden konnte, Luk 8:44 die trat von hinten hinzu und rührte seines Kleides Saum an; und alsbald stand der Fluß ihres Blutes. Luk 8:45 Und Jesus sprach: Wer hat mich angerührt? Da aber jedermann es leugnete, sprach Petrus und die mit ihm waren: Meister, die Haufen drängen und klemmen dich, und du sprichst: Wer hat mich angerührt? Luk 8:46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand angerührt; denn Ich merkte, daß eine Kraft von mir ausging. Luk 8:47 Da aber das Weib sah, daß es nicht verborgen war, kam sie mit Zittern und fiel vor ihn hin, und, aus was Ursache sie ihn angerührt hätte, erzählte sie ihm vor allem Volk, und wie sie wäre plötzlich gesund geworden. Luk 8:48 Er aber sprach zu ihr: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen; gehe hin mit Frieden. Luk 8:49 Da er noch redete, kommt jemand von dem Obersten der Schule und spricht zu ihm: Deine Tochter ist gestorben; bemühe den Meister nicht. Luk 8:50 Da es aber Jesus hörte, antwortete er ihm und sprach: Fürchte dich nicht; glaube nur, so wird ihr geholfen werden. Luk 8:51 Da er aber in das Haus kam, ließ er niemand hineingehen denn Petrus und Johannes und Jakobus und den Vater des Kindes und die Mutter. Luk 8:52 Sie weinten aber alle und klagten um sie. Er aber sprach: Weinet nicht; sie ist nicht gestorben, sondern sie schläft. Luk 8:53 Und sie verla chten ihn, indem sie wußten, daß sie gestorben war. Luk 8:54 Er aber trieb sie alle hinaus und nahm sie bei der Hand und rief und sprach: Kind, stehe auf! Luk 8:55 Und ihr Geist kam wieder, und sie stand alsbald auf; und er verordnete, daß man ihr zu essen geben sollte. Luk 8:56 Und ihre Eltern entsetzten sich; Er aber gebot ihnen, niemand zu sagen, was geschehen war. Luk 9:1 Er berief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle Teufel (Dämonen) und Krankheiten zu heilen; Luk 9:2 und sandte sie, zu predigen das Reich Gottes und die Kranken gesund zu machen. Luk 9:3 Und er sprach zu ihnen: Nehmet nichts mit auf den Weg; ihr sollt weder einen Stab noch eine Tasche noch Brot noch Geld noch je zwei Röcke haben. Luk 9:4 Und in welches Haus ihr hineinge het, da bleibet, und von da reiset aus. Luk 9:5 Und welche euch nicht aufnehmen werden, da geht aus von derselben Stadt, und den Staub von euren Füßen schüttelt ab, zum Zeugnis über sie. Luk 9:6 Sie zogen aber aus und durchzogen die Dörfer nacheinander, predigten das Evangelium und heilten überall. Luk 9:7 Es hörte aber Herodes der Vierfürst alles, was von ihm geschah, und er war irre, dieweil von etlichen gesagt ward: Johannes ist von den Toten auferstanden; Luk 9:8 von etlichen aber: Elia ist erschienen; von anderen aber: Ein Prophet, einer der alten, ist aufgestanden. Luk 9:9 Und Herodes sprach: Johannes habe ich enthauptet; wer ist aber dieser, von dem ich solche Dinge höre? Und er trachtete ihn zu sehen. Luk 9:10 Und da die Apostel wiederge kommen waren, erzählten sie ihm alles, was sie getan hatten. Und er nahm sie mit und entwich besonders an einen wüsten Ort bei Bethsaida. Luk 9:11 Da aber die Haufen des inne wurden, folgten sie ihm nach; und er nahm sie auf und redete zu ihnen von dem Reich Gottes, und die hilfsbedürftig waren, machte er gesund. Aber der Tag fing an sich zu neigen; Luk 9:12 und die Zwölf traten hinzu und sprachen zu ihm: Gib dem Volk Urlaub, daß sie hingehen in die Flecken umher und in die Dörfer und da einkehren und Speise finden; denn hier sind wir an einem wüsten Ort. Luk 9:13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihnen Ihr zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr denn fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, daß Wir hingehen und Speisen kaufen für all dieses Volk. Luk 9:14 Denn es waren bei fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasset sie sich setzen, gassenweise bei fünfzigen. Luk 9:15 Und sie taten also und setzten alle nieder. Luk 9:16 Da nahm er die fünf Brote und die zwei Fische und sah auf gen Himmel und segnete sie und brach' und gab' den Jüngern, dem Volk vorzulegen. Luk 9:17 Und sie aßen und wurden alle satt. Und es wurde aufgehoben, das ihnen übrigblieb, zwölf Körblein mit Brocken. Luk 9:18 Und es begab sich, da Er besonders betete, waren die Jünger bei ihm, und er fragte sie und sprach: Wer sagen die Haufen, daß Ich sei? Luk 9:19 Sie antworteten und sprachen: Johannes der Täufer; andere, Elia; wieder andere, es sei ein Prophet von den Alten aufgestanden. Luk 9:20 Er sprach zu ihnen: Ihr aber, wer saget ihr, daß Ich sei? Petrus antwortete und sprach: Der Gesalbte Gottes. Luk 9:21 Und er bedrohte sie und gebot, daß sie dieses niemand sagten, Luk 9:22 und sprach: Der Sohn des Menschen muß viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen. Luk 9:23 Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachgehen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Luk 9:24 Denn wer sein Leben erhalten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben verlieren wird um meinetwillen, der wird' erhalten. Luk 9:25 Denn was nützt es dem Menschen, wenn er die Welt ganz gewonnen, sich selbst aber verloren oder eingebüßt hat? Luk 9:26 Denn wer sich mein und meiner Worte schämt, dessen wird sich der Sohn des Menschen schämen, wenn er kommt in seiner Herrlichkeit und des Vaters und der heiligen Engel. Luk 9:27 Ich sage euch aber wahrhaftig, es sind etliche von denen, die hier stehen, die den Tod nicht schmecken werden, bis daß sie das Reich Gottes sehen. Luk 9:28 Es begab sich aber nach diesen Reden bei acht Tagen, daß er mitnahm Petrus und Jakobus und Johannes und stieg auf den Berg, zu beten. Luk 9:29 Und es ward, indem Er betete, die Gestalt seines Angesichts anders, und seine Kleidung weißschimmernd. Luk 9:30 Und siehe, zwei Männer redeten mit ihm, welche waren Mose und Elia. Luk 9:31 Die ließen sich sehen in Klarheit und erzählten den Ausgang, den er sollte erfüllen zu Jerusalem. Luk 9:32 Petrus aber und die mit ihm waren, waren voll Schlafs; da sie aber aufwachten, sahen sie seine Klarheit und die zwei Männer, die bei ihm standen. Luk 9:33 Und es begab sich, indem Sie von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesu: Meister, es ist gut, daß wir hier sind; und wir wollen drei Hütten machen, Eine dir und Eine Mose und Eine Elia; und wußte nicht, was er redet. Luk 9:34 Da Er aber dieses redete, ward eine Wolke und überschattete sie; sie fürchteten sich aber, da jene in die Wolke eingingen. Luk 9:35 Und eine Stimme geschah aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn; ihn höret. Luk 9:36 Und indem die Stimme geschah, befand sich Jesus allein. Und Sie schwiegen und verkündigten niemand in denselben Tagen etwas von dem, was sie gesehen hatten. Luk 9:37 Es begab sich aber den Tag hernach, da Sie von dem Berg herabkamen, begegnete ihm viel Volks. Luk 9:38 Und siehe, ein Mann von dem Volk fing an zu rufen und sprach: Meister, ich bitte dich, siehe auf meinen Sohn, denn er ist mein Eingeborener; Luk 9:39 und siehe, ein Geist nimmt ihn, und alsbald schreit er, und er reißt und zerrt ihn, daß er schäumt, und kümmerlich (mit Mühe) weicht er von ihm, wenn er ihn zerstößt. Luk 9:40 Und ich habe deine Jünger gebeten, daß sie ihn austrieben, und sie haben nicht gekonnt. Luk 9:41 Jesus antwortete und sprach: O ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Führe deinen Sohn hierher. Luk 9:42 Da er aber noch hinzuging, riß ihn der Teufel (Dämon) und zerrte ihn heftig. Jesus aber bedrohte den unreinen Geist und heilte den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder. Luk 9:43 Und sie entsetzten sich alle über der Majestät Gottes. Da sich aber jedermann verwunderte über allem, was Jesus tat, sprach er zu seinen Jüngern: Luk 9:44 Fasset Ihr zu euren Ohren diese Reden: Der Sohn des Menschen wird überantwortet werden in Menschenhände. Luk 9:45 Sie aber vernahmen dieses Wort nicht, und es war vor ihnen verdeckt, daß sie es nicht merkten; und sie fürchteten sich, ihn zu fragen um dieses Wort. Luk 9:46 Es entstand aber ein Gedanke unter ihnen, wer von ihnen größer wäre. Luk 9:47 Da aber Jesus den Gedanken ihres Herzens sah, ergriff er ein Kind und stellte es neben sich Luk 9:48 und sprach zu ihnen: Wer dieses Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Denn wer der Kleinere unter euch allen ist, dieser wird groß sein. Luk 9:49 Johannes antwortete und sprach: Meister, wir sahen einen, der in deinem Namen Teufel austrieb, und wir wehrten ihm, weil er nicht mit uns Gefährtschaft macht. Luk 9:50 Jesus sprach zu ihm: Wehret nicht; denn wer nicht wider euch ist, ist für euch. Luk 9:51 Es begab sich aber, da die Tage seiner Aufnehmung erfüllt wurden, und Er stellte sein Angesicht fest, gen Jerusalem zu reisen. Luk 9:52 Und er sandte Boten vor seinem Angesicht; und sie zogen hin und gingen in einen Flecken der Samariter hinein, daß sie für ihn zurichteten. Luk 9:53 Und sie nahmen ihn nicht auf, weil sein Angesicht Jerusalem zu ging. Luk 9:54 Da es aber seine Jünger sahen, Jakobus und Johannes, sprachen sie: Herr, willst du, daß wir sagen, daß Feuer vom Himmel falle und sie verzehre, wie auch Elia tat? Luk 9:55 Er aber wandte sich und bedrohte sie und sprach: Wisset ihr nicht, welch eines Geistes Ihr seid? Luk 9:56 Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenseelen zu verderben, sondern selig zu machen (zu retten). Und sie zogen in einen anderen Flecken. Luk 9:57 Es begab sich aber, da Sie reisten auf dem Wege, sprach einer zu ihm: Ich will dir nachfolgen, wo du hingehst, Herr. Luk 9:58 Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Löcher, und die Vögel des Himmels Nester; aber der Sohn des Menschen hat nicht, wo er sein Haupt hinlehne. Luk 9:59 Er sprach aber zu einem andern: Folge mir nach. Er aber sprach: Herr, erlaube mir, daß ich zuvor hingehe, meinen Vater zu begraben. Luk 9:60 Jesus aber sprach zu ihm: Laß die Toten ihre Toten begraben; Du aber gehe hin und verkündige hin und her das Reich Gottes. Luk 9:61 Es sprach aber noch ein anderer: Ich will dir nachfolgen, Herr; vorher aber erlaube mir, daß ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. Luk 9:62 Jesus aber sprach zu ihm: Keiner, der seine Hand an den Pflug gelegt hat und zurück sieht, taugt zum Reich Gottes. Luk 10:1 Darnach aber ernannte der Herr auch andere siebzig und sandte sie Paar und Paar vor seinem Angesicht her, in eine jede Stadt und Ort, wo er selber hinkommen wollte. Luk 10:2 Er sprach denn zu ihnen: Die Ernte ist zwar groß; die Arbeiter aber sind wenig. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter in seine Ernte aussende. Luk 10:3 Gehet hin; siehe, ich sende euch aus als Lämmer mitten unter den Wölfen. Luk 10:4 Traget keinen Beutel, keine Tasche noch Schuhe; und grüßet niemand unterwegs. Luk 10:5 Wo ihr aber in ein Haus kommt, da sprecht zuerst: Friede widerfahre diesem Hause! Luk 10:6 Und wenn daselbst ein Friedenssohn ist, so wird euer Friede sich über demselben niederlassen; wo aber nicht, so wird er wieder zu euch umkehren. Luk 10:7 In eben demselben Hause aber bleibet und esset und trinket, was sie hergeben. Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert. Gehet nicht von einem Hause in das andere. Luk 10:8 Und wo ihr in eine Stadt kommt und sie euch aufnehmen, da esset, was euch vorgelegt wird, Luk 10:9 und heilet die Kranken, die in derselben sind, und sprecht zu ihnen: Das Reich Gottes ist nahe zu euch gekommen. Luk 10:10 Wo ihr aber in eine Stadt kommt und sie euch nicht aufnehmen, da geht heraus auf ihre Gassen und sprecht: Luk 10:11 Auch den Staub, der uns angeklebt ist von eurer Stadt an unsere Füße, wischen wir euch ab; doch dieses wisset, daß das Reich Gottes nahe gekommen ist. Luk 10:12 Ich sage euch: Sodom wird es an jenem Tage erträglicher ergehen als derselben Stadt. Luk 10:13 Weh dir, Chorazin, weh dir, Bethsaida! Denn wären zu Tyrus und Sidon die mächtigen Taten geschehen, die bei euch geschehen sind, sie hätten vorzeiten im Sack und Asche gesessen und Buße getan. Luk 10:14 Doch Tyrus und Sidon wird es erträglicher ergehen in dem Gericht denn euch. Luk 10:15 Und Du, Kapernaum, die du bis an den Himmel erhöht bist, du wirst bis zur Hölle hinuntergebracht werden. Luk 10:16 Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich; wer aber mich verachtet, der verachtet den, der mich gesandt hat. Luk 10:17 Es kamen aber die Siebzig zurück mit Freuden und sprachen: Herr, auch die Teufel (Dämonen) sind uns untertan in deinem Namen. Luk 10:18 Er sprach aber zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel gefallen. Luk 10:19 Siehe, ich gebe euch die Gewalt, einherzutreten über Schlangen und Skorpionen, und über alle Macht des Feindes; und nichts wird euch im geringsten beschädigen. Luk 10:20 Doch darin freuet euch nicht, daß die Geister euch untertan sind; freuet euch aber, daß eure Namen in den Himmeln geschrieben sind. Luk 10:21 Eben zu der Stunde frohlockte Jesus im Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dieses verborgen hast vor Weisen und Verständigen und hast es Unmündigen entdeckt. Ja, Vater; denn also ward es ein Wohlgefallen vor dir. Luk 10:22 Alles ist mir übergeben von meinem Vater; und niemand erkennt, wer der Sohn ist, als der Vater; und wer der Vater ist, als der Sohn, und wem es der Sohn will entdecken. Luk 10:23 Und er wandte sich zu den Jüngern besonders und sprach: Selig sind die Augen, die da sehen, was ihr sehet. Luk 10:24 Denn ich sage euch, viele Propheten und Könige wollten sehen, das Ihr sehet, und haben' nicht gesehen; und hören, das ihr höret, und haben' nicht gehört. Luk 10:25 Und siehe, ein Gesetzgelehrter stand auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was habe ich zu tun, daß ich ewiges Leben ererbe? Luk 10:26 Er aber sprach zu ihm: Was ist in dem Gesetz geschrieben? Wie liesest du? Luk 10:27 Er antwortete und sprach zu ihm: Du sollst lieben den Herrn, deinen Gott, von deinem ganzen Herzen und von deiner ganzen Seele und von deiner ganzen Stärke und von deinem ganzen Gemüt; und deinen Nächsten als dich selbst. Luk 10:28 Er sprach aber zu ihm: Du hast recht geantwortet; dies tue, so wirst du leben. Luk 10:29 Er aber wollte sich selbst rechtfertigen und sprach zu Jesu: Und wer ist mein Nächster? Luk 10:30 Jesus aber versetzte darauf und sprach: Ein Mensch ging von Jerusalem hinab gen Jericho und fiel unter die Räuber, die zogen ihn aus, schlugen ihn, gingen davon und ließen ihn so halbtot. Luk 10:31 Es fügte sich aber eben so, daß ein Priester auf derselben Straße hinabzog; und da er ihn sah, ging er vor über. Luk 10:32 Desgleichen auch ein Levit, da er an den Ort gelangte, kam er und sah es und ging vorüber. Luk 10:33 Ein Samariter aber, der da reiste, kam zu ihm, und da er ihn sah, jammerte es ihn; Luk 10:34 und er ging hinzu, verband seine Wunden und goß Yl und Wein darauf; und lud ihn auf sein eigenes Lasttier und führte ihn in einen Gasthof und verpflegte ihn. Luk 10:35 Und da er des Morgens ausreiste, zog er zwei Zehner heraus und gab sie dem Gastwirt und sprach zu ihm: Verpflege ihn; und was du weiter aufwenden wirst, will Ich dir bezahlen, wenn ich zurückkomme. Luk 10:36 Welcher nun von diesen dreien dünkt dich der Nächste gewesen zu sein dessen, der unter die Räuber geraten war? Luk 10:37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach denn Jesus zu ihm: Gehe hin und tue auch Du auf gleiche Weise. Luk 10:38 Es begab sich aber, da Sie wandelten, ging Er in einen Flecken. Und ein Weib mit Namen Martha nahm ihn auf in ihr Haus. Luk 10:39 Und diese hatte eine Schwester, die hieß Maria, die setzte sich zu den Füßen Jesu hin und hörte seiner Rede zu. Luk 10:40 Martha aber war um und um bemüht, vieler Aufwartung wegen; und sie trat hinzu und sprach: Herr, fragst Du nicht darnach, daß meine Schwester mich allein gelassen hat aufzuwarten? Sage ihr denn, daß sie mit mir Hand anlege. Luk 10:41 Jesus aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du hast Sorge und Unruhe mit vielen Dingen; Luk 10:42 Ein Einziges aber ist not. Maria aber hat das gute Teil erwählt, das wird von ihr nicht weggenommen werden. Luk 11:1 Und es begab sich, da Er an einem Ort betete, als er aufgehört hatte, sprach einer seiner Jünger zu ihm: Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger lehrte. Luk 11:2 Er sprach aber zu ihnen: Wenn ihr betet, so sprecht: Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name; es komme dein Reich; es geschehe dein Wille, wie im Himmel, so auchf der Erde; Luk 11:3 unser tägliches Brot gib uns jeden Tag Luk 11:4 und erlasse uns unsere Sünden, denn auch Wir erlassen einem jeden, der uns schuldig ist; und bringe uns nicht in Versuchung, sondern errette uns von dem Argen. Luk 11:5 Und er sprach zu ihnen: Welcher unter euch wird einen Freund haben und zu ihm gehen zu Mitternacht und zu ihm sagen: Freund, leihe mir drei Brote; Luk 11:6 dieweil mein Freund zu mir gekommen ist von der Straße, und ich habe nicht, das ich ihm vorlege; Luk 11:7 und jener drinnen würde antworten und sagen: Mache mir keine Ungelegenheit. Die Tür ist schon ge schlossen, und meine Kindlein sind bei mir in dem Bett; ich kann nicht aufstehen und dir geben. Luk 11:8 Ich sage euch, ob er ihm auch nicht geben wird und dazu aufstehen, darum daß er sein Freund ist, so wird er doch, weil er so unverschämt ist, sich aufmachen und ihm geben, so viel er bedarf. Luk 11:9 Und Ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben werden; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird man euch auftun. Luk 11:10 Denn ein jeder, der da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan werden. Luk 11:11 Welchen Vater aber unter euch der Sohn wird um ein Brot bitten, wird er ihm einen Stein hingeben? oder auch um einen Fisch, wird er ihm für den Fisch eine Schlange hingeben? Luk 11:12 oder auch, wenn er um ein Ei bittet, wird er ihm einen Skorpion hingeben? Luk 11:13 So nun Ihr, die ihr arg seid, wisset euren Kindern gute Gaben zu geben, wie viel mehr wird der Vater, der vom Himmel ist, den guten Geist geben denen, die ihn bitten! Luk 11:14 Und er trieb einen Teufel (Dämon) aus, und der war stumm; es geschah aber, da der Teufel (Dämon) ausfuhr, da redete der Stumme, und die Haufen verwunderten sich. Luk 11:15 Etliche aber unter ihnen sprachen: Durch Beelzebul, den Ober sten der Teufel (Dämonen) treibt er die Teufel (Dämonen) aus. Luk 11:16 Andere aber begehrten, versuchend, ein Zeichen von ihm aus dem Himmel. Luk 11:17 Er aber wußte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Ein jegliches Reich, das wider sich selbst zerteilt ist, wird wüste; und ein Haus, wider es selbst, fällt ein. Luk 11:18 Wenn aber auch der Satan wider sich selbst zerteilt ist, wie wird sein Reich bestehen? Daß ihr saget, ich treibe durch Beelzebul die Teufel (Dämonen) aus. Luk 11:19 So aber Ich durch Beelzebul die Teufel (Dämonen) austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Deswegen werden Sie eure Richter sein. Luk 11:20 So Ich aber durch Gottes Finger die Teufel (Dämonen) austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Luk 11:21 Wenn der Starke seinen Hof gewappnet bewacht, so ist das, was er hat, im Frieden; Luk 11:22 wenn aber der, so stärker ist als er, daherkommt und ihn überwindet, so nimmt er ihm seine Rüstung, worauf er sich verlassen hatte, und teilt seinen Raub aus. Luk 11:23 Wer nicht mit mir ist, ist wider mich; und wer nicht mit mir sammelt, zerstreut. Luk 11:24 Wenn der unreine Geist von dem Menschen ausfährt, so durchwandelt er Örter ohne Wasser und sucht Ruhe; und da er sie nicht findet, spricht er: Ich will wieder umkehren in mein Haus, daraus ich hergekommen bin; Luk 11:25 und wenn er kommt, findet er' ausgekehrt und geschmückt. Luk 11:26 Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit, die ärger sind denn er selbst, und sie ziehen ein und wohnen allda; und wird das Letzte desselben Menschen schlimmer als das Erste. Luk 11:27 Es begab sich aber, da Er dieses redete, erhob ein Weib die Stimme aus dem Haufen und sprach zu ihm: Selig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast. Luk 11:28 Er aber sprach: Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren. Luk 11:29 Da aber die Haufen dicht herzudrangen, fing er an zu sagen: Dies Geschlecht ist ein böses Geschlecht; ein Zeichen sucht es, und ein Zeichen wird ihm nicht gegeben werden als nur das Zeichen Jonas Luk 11:30 Denn gleichwie Jona ein Zeichen ward den Niniviten, also wird auch der Sohn des Menschen sein diesem Geschlecht. Luk 11:31 Die Königin von Mittag wird auftreten an dem Gericht mit den Männern dieses Geschlechts und wird sie verurteilen; weil sie von den Enden der Erde kam, zu hören die Weisheit Salomos; und siehe, hier ist mehr denn Salomo. Luk 11:32 Die Männer von Ninive werden aufstehen an dem Gericht mit die sem Geschlecht und werden es verurteilen; weil sie Buße taten auf die Predigt Jonas, und siehe, hier ist mehr denn Jona. Luk 11:33 Niemand aber zündet eine Kerze an und setzt sie in ein Gewölbe oder unter das Kornmaß, sondern auf den Leuchter, auf daß, die hineingehen, den Schein sehen. Luk 11:34 Die Kerze des Leibes ist das Auge; wenn nun dein Auge einfältig ist, so ist dein ganzer Leib hell; wenn es aber boshaftig ist, so ist auch dein Leib finster. Luk 11:35 Schaue nun, ob nicht das Licht, das in dir ist, Finsternis sei? Luk 11:36 So nun dein Leib ganz und gar hell ist und nicht einen finsteren Teil hat, so wird er hell sein ganz und gar, als wie wenn die Kerze mit dem Strahl dich erleuchtet. Luk 11:37 Da er aber redete, ersuchte ihn ein Pharisäer, daß er bei ihm zu Mittag Dße. Er ging aber hinein und setzte sich. Luk 11:38 Der Pharisäer aber, da er es sah, verwunderte sich, daß er sich nicht zuerst wüsche vor dem Mittagessen. Luk 11:39 Der Herr aber sprach zu ihm: Nun machet Ihr Pharisäer das Äußere an dem Becher und an der Platte rein; aber euer Inwendiges ist voll Raubes und Bosheit. Luk 11:40 Ihr Törichten, hat nicht, der das Äußere gemacht, auch das Innere gemacht? Luk 11:41 Doch, was vorhanden ist, gebt zum Almosen; siehe, so ist euch alles rein. Luk 11:42 Aber weh euch Pharisäern, weil ihr verzehntet die Minze und die Raute und alles Kraut, und geht am Gericht und an der Liebe Gottes vorbei. Dies sollte man tun, und jenes nicht lassen. Luk 11:43 Weh euch Pharisäern, weil ihr gern obenan sitzet in den Schulen und euch grüßen lasset auf den Märkten. Luk 11:44 Weh euch, weil ihr seid wie die verdeckten Gräber, da die Menschen darüber herwandeln und es nicht wissen. Luk 11:45 Es antwortete aber einer von den Gesetzgelehrten und sprach zu ihm: Meister, indem du dieses sagst, schmähest du auch uns. Luk 11:46 Er aber sprach: Auch euch Gesetzgelehrten weh, weil ihr die Menschen mit Lasten, die schwer zu tragen sind, beladet und selbst mit Einem eurer Finger die Lasten nicht anrühret. Luk 11:47 Weh euch, weil ihr die Gräber der Propheten bauet, eure Väter aber haben sie getötet. Luk 11:48 So gebt ihr denn Zeugnis und habt ein Wohlgefallen an den Werken eurer Väter; weil Sie sie getötet haben, Ihr aber ihre Gräber bauet. Luk 11:49 Deswegen hat auch die Weisheit Gottes gesagt: Ich werde unter sie senden Propheten und Gesandte, und etliche von ihnen werden sie töten und hinausjagen; Luk 11:50 auf daß gefordert werde das Blut aller Propheten, das vergossen wird von der Gründung der Welt, von diesem Geschlecht, Luk 11:51 von dem Blut Abels an bis aufs Blut des Zacharias, der umkam zwischen dem Altar und dem Hause. Ja, ich sage euch, es wird gefordert werden von diesem Geschlecht. Luk 11:52 Weh euch Gesetzgelehrten, weil ihr den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen habt; ihr selbst seid nicht eingegangen, und die hineingingen, habt ihr gehindert. Luk 11:53 Da Er aber dieses zu ihnen sagte, fingen die Schriftgelehrten und die Pharisäer an, hart auf ihn zu dringen und ihn wegen verschiedener Dinge auszufragen, Luk 11:54 indem sie ihm nachstellten und etwas aus seinem Munde zu erjagen suchten, auf daß sie ihn anklagen möchten. Luk 12:1 Und als indessen das Volk sich bei so vielen Tausenden versammelte, also daß sie einander hätten zertreten mögen, fing er an zu sagen zu seinen Jüngern zuerst: Hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher ist die Heuchelei. Luk 12:2 Es ist aber nichts verdeckt, das nicht entdeckt werden wird; und verborgen, das nicht erkannt werden wird. Luk 12:3 Darum, was ihr in Finsternis sagtet, wird man im Licht hören; und was ihr zum Ohr hinein redetet in den Zimmern, wird man ausrufen auf den Dächern. Luk 12:4 Ich sage aber euch, meinen Freunden: Ihr sollt euch nicht fürchten vor denen, die den Leib töten, und darnach nichts weiter haben, das sie tun möchten; Luk 12:5 ich will euch aber zeigen, wen ihr fürchten sollt: Fürchtet den, der nach dem Töten Macht hat, zu werfen in die heiße Hölle; ja ich sage euch, diesen fürchtet. Luk 12:6 Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Kreuzerlein? und eines einzigen von ihnen ist nicht vergessen vor Gott; Luk 12:7 dazu sind auch die Haare eures Hauptes alle gezählt. So fürchtet euch nun nicht; es ist an euch mehr gelegen, als an vielen Sperlingen. Luk 12:8 Ich sage aber euch: Einen jeden, der mich bekennt vor den Menschen, den wird auch der Sohn des Menschen bekennen vor den Engeln Gottes; Luk 12:9 wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln Gottes. Luk 12:10 Und einem jeden, der da sagt ein Wort über den Sohn des Menschen, dem wird es erlassen werden; wer aber über den heiligen Geist lästert, dem wird es nicht erlassen werden. Luk 12:11 Wenn sie euch aber vor die Versammlungen und die Herrschaften und die Obrigkeiten bringen, so sorget nicht, wie oder was ihr zur Verantwortung vorbringen oder was ihr sagen sollt. Luk 12:12 Denn der heilige Geist wird euch eben zu der Stunde lehren, was man sagen muß. Luk 12:13 Es sprach aber einer zu ihm aus dem Volk: Meister, sage meinem Bruder, daß er mit mir das Erbe teile. Luk 12:14 Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich über euch gesetzt, daß ich richten oder teilen soll? Luk 12:15 Er sprach aber zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Geiz. Denn nicht in dem, daß jemand Überfluß hat, besteht sein Leben von seinen Gütern. Luk 12:16 Er sagte aber ein Gleichnis zu ihnen und sprach: Eines reichen Menschen Feld hat wohl getragen. Luk 12:17 Und er gedachte bei sich selbst: Was soll ich tun, weil ich nicht habe, da ich meine Früchte hinsammle? Luk 12:18 Und sprach: Dieses will ich tun: abbrechen will ich meine Scheuern und größere bauen, und will darein sammeln all mein Gewächs und meine Güter Luk 12:19 und zu meiner Seele sagen: Seele, du hast viel Gut daliegen auf viele Jahre; gib dich zur Ruhe, iß, trink, mache dich lustig. Luk 12:20 Es sprach aber Gott zu ihm: Du Unbesonnener, in dieser Nacht fordern sie deine Seele von dir ab; was du aber bereitet hast, für wen wird es sein? Luk 12:21 So ist der, der für sich Schätze sammelt, und nicht göttlich reich ist. Luk 12:22 Er sprach aber zu seinen Jüngern: Euch sage ich deswegen: Sorget nicht für eure Seele, was ihr essen sollt; noch für den Leib, was ihr antun sollt. Luk 12:23 Die Seele ist mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung. Luk 12:24 Nehmet wahr der Raben, daß sie nicht säen und nicht ernten; welche keine Kammer noch Scheuer haben, und Gott nährt sie. Wie viel mehr ist an euch gelegen als an den Vögeln! Luk 12:25 Wer aber unter euch kann mit Sorgen zu seiner Größe eine einzige Elle zusetzen? Luk 12:26 So ihr nun auch das Geringste nicht könnt, was sorget ihr für die übrigen Dinge? Luk 12:27 Nehmet wahr der Lilien, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, so spinnen sie nicht. Ich sage aber euch, auch Salomo war bei aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet wie eine einzige von diesen. Luk 12:28 So aber das Gras, das auf dem Felde heute steht und morgen in einen Ofen geworfen wird, Gott also kleidet, wie viel mehr euch, ihr Kleingläubigen. Luk 12:29 Auch Ihr sollt nicht fragen, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und schwebet nicht in Unruhe. Luk 12:30 Denn nach diesem allem trachten die Nationen der Welt; euer Vater aber weiß, daß ihr des bedürfet. Luk 12:31 Allein suchet das Reich Gottes, so wird dieses alles euch zugegeben werden. Luk 12:32 Fürchte dich nicht, du kleine Herde; denn euer Vater hat' ein Wohlgefallen sein lassen, euch das Reich zu geben. Luk 12:33 Verkauft, was ihr habt, und gebt Almosen. Machet euch Säckel, die nicht veralten, einen Schatz, der nicht ausgeht, in den Himmeln, wo kein Dieb hingelangt und keine Motte etwas verderbt. Luk 12:34 Denn wo euer Schatz ist, daselbst wird auch euer Herz sein. Luk 12:35 Lasset eure Lenden umgürtet sein und die Lichter brennen; Luk 12:36 und seid Ihr wie solche Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen werde von der Hochzeit, auf daß, wenn er kommt und anklopft, sie ihm alsbald auftun mögen. Luk 12:37 Selig sind dieselben Knechte, die der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird. Amen ich sage euch, er wird sich umgürten und sie zu Tische setzen und hingehen und ihnen aufwarten. Luk 12:38 Und so er kommt in der andern Wache und in der dritten Wache kommt und findet es so: selig sind dieselben Knechte. Luk 12:39 Dies aber erkennet ihr, daß, wenn der Hausherr gewußt hätte, zu welcher Stunde der Dieb kommt, so hätte er gewacht und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Luk 12:40 So machet nun auch Ihr euch bereit; denn zu welcher Stunde ihr nicht meinet, kommt der Sohn des Menschen. Luk 12:41 Es sprach aber Petrus zu ihm: Herr, sagst du zu uns dies Gleichnis oder auch zu allen? Luk 12:42 Der Herr aber sprach: Wer ist denn der getreue und kluge Haushalter, welchen der Herr setzen mag über sein Gesinde, die gemessene Speise zu geben, wann es Zeit ist? Luk 12:43 Selig ist derselbe Knecht, welchen sein Herr, wenn er kommt, finden wird also tun. Luk 12:44 Wahrhaftig, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. Luk 12:45 Wenn aber jener Knecht in seinem Herzen spricht: Mein Herr verzieht zu kommen, und fängt an, zu schlagen die Knechte und die Mägde, auch zu essen und zu trinken und Völlerei zu treiben: Luk 12:46 so wird der Herr desselben Knechtes daherkommen an einem Tage, dessen er sich nicht versieht, und zu einer Stunde, die er nicht weiß; und wird ihn in zwei Stücke zerteilen und seinen Teil ansetzen mit den Untreuen. Luk 12:47 Derselbe Knecht aber, der den Willen seines Herrn wußte und keine Bereitschaft gemacht noch gehandelt hat nach dessen Willen, wird viele Streiche bekommen; Luk 12:48 der es aber nicht wußte und hat getan, das Streiche verdient, wird deren wenige bekommen. An einem jeden aber, dem viel gegeben war, wird viel gesucht werden; und wem man viel hat in Verwahrung anbefohlen, von dem wird man desto mehr fordern. Luk 12:49 Ein Feuer bin ich gekommen zu bringen auf die Erde; und was wäre mir sonst lieber, wenn es schon angezündet wäre! Luk 12:50 Aber mit einer Taufe habe ich mich taufen zu lassen, und wie ist mir so bange, bis sie vollendet sein wird! Luk 12:51 Meinet ihr, ich sei Frieden auf der Erde zu geben hergekommen? Nein, sage ich euch, sondern Zerteilung. Luk 12:52 Denn es werden von nun an fünf in Einem Hause zerteilt sein, drei über zwei und zwei über drei. Luk 12:53 Es wird zerteilt sein der Vater über dem Sohn und der Sohn über dem Vater; die Mutter über der Tochter und die Tochter über der Mutter; die Schwiegermutter über ihre Schwiegertochter und die Schwiegertochter über ihre Schwiegermutter. Luk 12:54 Er sprach aber auch zu den Haufen: Wenn ihr sehet die Wolke aufgehen vom Abend, so sprecht ihr alsbald: Ein Regen kommt; und es geschieht also. Luk 12:55 Und wenn ihr sehet einen Südwind wehen, so sprecht ihr: Es wird heiß werden; und es wird. Luk 12:56 Ihr Heuchler, die Gestalt der Erde und des Himmels wisset ihr zu prüfen; wie prüfet ihr aber diese Zeit nicht? Luk 12:57 Was richtet ihr aber auch von euch selbst nicht, was gerecht ist? Luk 12:58 Denn indem du mit deinem Widersacher vor den Regenten gehst, so wende Fleiß an auf dem Wege, dich mit ihm abzufinden; auf daß er nicht etwa dich zu dem Richter schleppe, und der Richter überantworte dich dem Stockmeister, und der Stockmeister werfe dich ins Gefängnis. Luk 12:59 Ich sage dir, du wirst von dannen nicht herauskommen, bis daß du auch den letzten Heller bezahlest. Luk 13:1 Es waren aber eben zu der Zeit etliche da, die verkündigten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihren Opfern vermischt hatte. Luk 13:2 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, diese Galiläer seien vor allen Galiläern Sünder gewesen, weil sie dergleichen erlitten haben? Luk 13:3 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tut, so werdet ihr alle auf eben diese Weise umkommen. Luk 13:4 Oder jene achtzehn, auf welche der Turm in Siloah fiel und sie erschlug, meinet ihr, diese seien schuldhaft gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnten? Luk 13:5 Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr nicht Buße tun werdet, so werdet ihr alle auf gleiche Weise umkommen. (auf gleiche Weise) Eines gewaltsamen Todes. Luk 13:6 Er sagte aber dies Gleichnis: Einen Feigenbaum hatte einer in seinem Weinberg gepflanzt, und kam und suchte Frucht darauf und fand sie nicht. Luk 13:7 Und er sprach zu dem Weingärtner: Siehe, drei Jahre komme ich und suche Frucht auf diesem Feigenbaum und finde sie nicht; haue ihn ab, warum mergelt er auch den Boden aus? Luk 13:8 Er aber antwortete und sprach zu ihm: Herr, laß ihn auch dieses Jahr, bis daß ich um ihn grabe und dünge. Luk 13:9 Bringt er denn Frucht; wo nicht, so magst du ihn künftighin abhauen. Luk 13:10 Er lehrte aber in der Schulen einer am Sabbat. Luk 13:11 Und siehe, ein Weib war da, das hatte einen Krankheitsgeist achtzehn Jahre, und sie war gebückt und konnte nicht völlig aufsehen. Luk 13:12 Da sie aber Jesus sah, rief er ihr zu und sprach: Weib, du bist von deiner Krankheit losgemacht. Luk 13:13 Und er legte ihr die Hände auf; und auf der Stelle wurde sie gerade und pries Gott. Luk 13:14 Da antwortete der Oberste der Schule, indem es ihn verdroß, daß Jesus am Sabbat heilte, und sprach zu den Haufen: Sechs Tage sind, daran man arbeiten soll; an diesen kommet denn und laßt euch heilen, und nicht an dem Sabbattage. Luk 13:15 So antwortete ihm denn der Herr und sprach: Du Heuchler, löst nicht ein jeglicher unter euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe und führt ihn hin zur Tränke? Luk 13:16 Diese aber, die eine Tochter Abrahams ist, welche der Satan gebunden hatte diese achtzehn Jahre, hatte nicht sollen gelöst werden von diesem Bande am Sabbattage? Luk 13:17 Und als er dieses sagte, wurden beschämt alle, die sich ihm widersetzten; und all der Haufe freute sich über allen herrlichen Dingen, die von ihm geschahen. Luk 13:18 Er sprach aber: Wem ist das Reich Gottes gleich, und wem werde ich es vergleichen? Luk 13:19 Es ist gleich einem Senfkorn, welches ein Mensch nahm und warf' in seinen Garten; und es wuchs und ward zu einem großen Baum, und die Vögel des Himmels nisteten auf seinen Ästen. Luk 13:20 Abermals sprach er: Wem soll ich das Reich Gottes vergleichen? Luk 13:21 Es ist gleich einem Sauerteig, welchen ein Weib nahm und unter drei Scheffel Mehl steckte, bis es ganz sauer ward. Luk 13:22 Und er zog hindurch, den Städten und Flecken nach, lehrte und war auf der Reise gen Jerusalem. Luk 13:23 Es sprach aber einer zu ihm: Herr, sind derer wenig, die selig (gerettet) werden? Er aber sprach zu ihnen: Luk 13:24 Kämpfet, daß ihr durch die enge Pforte hineinkommt; dieweil viele, sage ich euch, trachten werden hineinzukommen, und werden' nicht vermögen. Luk 13:25 Von dem an, wenn der Hausherr aufstehen und die Tür verschließen wird, und ihr anfangen werdet, draußen zu stehen und an die Tür zu klopfen und zu sagen: Herr, Herr, tue uns auf, da er antworten und sa gen wird: Ich kenne euch nicht, wo ihr her seid; Luk 13:26 alsdann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben gegessen vor dir und getrunken, und auf unseren Plätzen hast du gelehrt. Luk 13:27 Und er wird sprechen: Ich sage euch, ich kenne euch nicht, wo ihr her seid. Machet euch weg von mir, alle ihr Übeltäter. Luk 13:28 Daselbst wird sein das Weinen und das Zähneknirschen, wenn ihr sehen werdet Abraham und Isaak und Jakob und alle Propheten in dem Reich Gottes, euch aber eben jetzt hinausgeworfen. Luk 13:29 Und es werden daherkommen von Morgen und Abend und Mitternacht und Mittag, und werden zu Tische sitzen in dem Reich Gottes. Luk 13:30 Und siehe, es sind Letzte, die werden Erste sein, und sind Erste, die werden Letzte sein. Luk 13:31 Eben an dem Tage traten etliche Pharisäer herzu und sprachen zu ihm: Gehe hinaus und ziehe von hinnen, weil Herodes dich töten will. Luk 13:32 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin und saget diesem Fuchs: Siehe, ich treibe Teufel (Dämonen) aus und verrichte Kuren heute und morgen, und am dritten Tage werde ich fertig. Luk 13:33 Doch muß ich heute und morgen und am Tage darnach wandeln; weil es nicht angeht, daß ein Prophet umkomme außer Jerusalem. Luk 13:34 Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind, wie oft habe ich wollen deine Kinder herbeisammeln, wie eine Henne ihre junge Zucht un ter die Flügel, und ihr habt nicht gewollt. Luk 13:35 Siehe, es wird euch euer Haus Luk 14:1 Und es begab sich, da Er kam in ein Haus eines Obersten der Pharisäer an einem Sabbat, Brot zu essen, und Sie hielten auf ihn. Luk 14:2 Und siehe, ein wassersüchtiger Mensch war vor ihm; Luk 14:3 und Jesus antwortete und sagte zu den Gesetzgelehrten und Pharisäern und sprach: Darf man am Sabbat heilen? Luk 14:4 Sie aber schwiegen stille. Und er griff ihn an und heilte ihn und ließ ihn gehen. Luk 14:5 Und er antwortete und sprach zu ihnen: Wer unter euch, so sein Esel oder Ochse in einen Brunnen fällt, wird ihn nicht alsbald heraufziehen am Sabbattage? Luk 14:6 Und sie vermochten nicht, ihm hierauf wieder zu antworten. Luk 14:7 Er sagte aber zu den Geladenen ein Gleichnis, da er Achtung gab, wie sie die ersten Sitze wählten, und sprach zu ihnen: Luk 14:8 Wenn du von jemand geladen wirst zur Hochzeit, so setze dich nicht an den ersten Sitz; daß nicht etwa jemand, der vornehmer ist als Du, von ihm geladen sei, Luk 14:9 und wenn der kommt, der dich und ihn geladen hat, er zu dir sage: Mache diesem Platz, und du alsdann erst mit Schande den letzten Platz behaltest. Luk 14:10 Sondern wenn du geladen wirst, so gehe hin und setze dich an den letzten Platz; auf daß, wenn der kommt, der dich geladen hat, er zu dir sage: Freund, rücke weiter hier herauf. Alsdann wirst du Ehre haben vor dem Angesicht derer, die mit dir zu Tische sitzen; Luk 14:11 weil ein jeder, der sich selbst erhöht, erniedrigt werden wird; und der sich selbst erniedrigt, erhöht werden wird. Luk 14:12 Er sprach aber auch zu dem, der ihn geladen hatte: Wenn du ein Mittagsoder Abendmahl machst, so lade nicht deine Freunde noch deine Brüder noch deine Vettern noch deine Nachbarn, die da reich sind; auf daß nicht etwa auch Sie dich wieder laden und dir Vergeltung geschehe; Luk 14:13 sondern wenn du ein Mahl machst, so lade Arme, Krüppel, Lahme, Blinde; Luk 14:14 so wirst du selig sein, weil sie es nicht haben dir zu vergelten; denn es wird dir vergolten werden in der Auferstehung der Gerechten. Luk 14:15 Da aber dieses hörte einer von denen, die mit zu Tische saßen, sprach er zu ihm: Selig ist, der Brot essen wird in dem Reich Gottes. Luk 14:16 Er aber sprach zu ihm: Ein Mensch machte ein großes Abendmahl und lud viele ein; Luk 14:17 und sandte seinen Knecht zur Stunde des Abendmahls, zu sagen den Geladenen: Kommt, weil schon alles bereit ist. Luk 14:18 Und sie entschuldigten sich erst alle, einer wie der andere. Der erste sprach zu ihm: Einen Acker habe ich gekauft, und ich muß notwendig hinausgehen und ihn besehen; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Luk 14:19 Und ein anderer sprach: Fünf Paar Ochsen habe ich gekauft, und ich gehe hin, sie zu probieren; ich bitte dich, halte mich für entschuldigt. Luk 14:20 Und ein anderer sprach: Ein Weib habe ich gefreit, und deswegen kann ich nicht kommen. Luk 14:21 Und der Knecht kam und richtete dieses seinem Herrn aus. Da erzürnte sich der Hausherr und sprach zu seinem Knechte: Gehe aus geschwind auf die Plätze und Gassen der Stadt und führe die Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen herein. Luk 14:22 Und der Knecht sprach: Herr, es ist geschehen, wie du befohlen hast; und es ist noch Platz. Luk 14:23 Und der Herr sprach zu dem Knechte: Gehe aus auf die Landstraßen und zwischen die Zäune und nötige sie hereinzukommen, auf daß mein Haus angefüllt werde. Luk 14:24 Denn ich sage euch, daß keiner von jenen Männern, die eingeladen waren, mein Abendmahl schmecken wird. 02434-Lu 14.25 Luk 14:25 Es gingen aber viele Haufen mit ihm; und er wandte sich und sprach zu ihnen: Luk 14:26 So jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater und Mutter und Weib und Kinder und Brüder und Schwestern, dazu auch sein eigen Leben, so kann er nicht mein Jünger sein. Luk 14:27 Und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, der kann nicht mein Jünger sein. Luk 14:28 Denn wer unter euch, so er einen Turm bauen will, setzt sich nicht zuvor hin und berechnet die Kosten, ob er' habe, hinauszuführen? Luk 14:29 auf daß nicht, wenn er den Grund gelegt hat und es nicht zu vollführen vermag, alle, die es sehen, anfangen, seiner zu spotten, Luk 14:30 und sagen: Dieser Mensch hob an zu bauen und hat es nicht zu vollführen vermocht. Luk 14:31 Oder welcher König, so er auszieht, einem andern König eine Schlacht zu liefern, setzt sich nicht zuvor und ratschlagt, ob er so mächtig sei, mit zehntausend zu begegnen dem, der über ihn kommt mit zwanzigtausend? Luk 14:32 Wo nicht, so schickt er, da er noch ferne ist, eine Gesandtschaft und sucht um Frieden an. Luk 14:33 Also nun ein jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem seinem Vermögen, kann nicht mein Jünger sein. Luk 14:34 Etwas Gutes ist es um das Salz; wenn aber das Salz dumm wird, womit wird man's würzen? Luk 14:35 Es ist weder auf das Land noch zu dem Dung tauglich; hinaus wirft man es. Wer Ohren hat, zu hören, der höre. Luk 15:1 Es nahten aber zu ihm alle die Zöllner und die Sünder, ihn zu hören. Luk 15:2 Und die Pharisäer und die Schriftgelehrten murrten durcheinander und sprachen: Dieser nimmt Sünder an und ißt mit ihnen. Luk 15:3 Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach: Luk 15:4 Welcher Mensch unter euch, so er hundert Schafe hat und ein einziges von ihnen verliert, läßt nicht die neunundneunzig in der Wüste und geht nach dem verlorenen, bis er es finde! Luk 15:5 Und wenn er es gefunden hat, so legt er' auf seine Achseln mit Freuden, Luk 15:6 und wenn er heimkommt, so ruft er die Freunde und die Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir, weil ich mein verlorenes Schaf gefunden habe. Luk 15:7 Ich sage euch, also wird eine Freude sein in dem Himmel über einen einzigen Sünder, der Buße tut, vor neunundneunzig Gerechten, die der Buße nicht bedürfen. Luk 15:8 Oder welches Weib, die zehn Zehner hat, so sie einen einzigen Zehner verliert, zündet nicht ein Licht an und kehrt das Haus aus und sucht fleißig, bis daß sie ihn findet? Luk 15:9 Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie die Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: Freuet euch mit mir, weil ich den Zehner, den ich verloren hatte, gefunden habe. Luk 15:10 Also, sage ich euch, entsteht eine Freude vor den Engeln Gottes über einen einzigen Sünder, der Buße tut. Luk 15:11 Er sprach aber: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Luk 15:12 Und es sprach der jüngere unter ihnen zum Vater: Vater, gib mir das Teil des Gutes, das mir zufällt. Und er teilte das Vermögen unter sie. Luk 15:13 Und nicht viele Tage hernach brachte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein entferntes Land hinaus und vertat daselbst sein Gut mit einem wüsten Leben. Luk 15:14 Da er aber alles verzehrt hatte, ward eine starke Hungersnot in demselben Land, und er fing an, Mangel zu leiden. Luk 15:15 Und er ging hin und hängte sich an einen von den Bürgern desselben Landes; und er schickte ihn auf seine Äcker, Schweine zu hüten. Luk 15:16 Und er begehrte, seinen Bauch zu füllen von den Hülsen, die die Schweine aßen; und niemand gab sie ihm. Luk 15:17 Da er aber zu sich selber kam, sprach er: Wieviel Tagelöhner meines Vaters haben übrig genug Brote, Ich aber komme hier im Hunger um. Luk 15:18 Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir; Luk 15:19 ich bin nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; halte mich als einen deiner Tagelöhner. Luk 15:20 Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne davon war, ersah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, und er lief und fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Luk 15:21 Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt in den Himmel und vor dir und bin nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße. Luk 15:22 Es sprach aber der Vater zu seinen Knechten: Bringet den vornehmsten Rock heraus und tut ihn an und gebet einen Ring an seine Hand und Schuhe an die Füße; Luk 15:23 und bringet das gemästete Kalb und schlachtet'; und lasset uns essen und fröhlich sein; Luk 15:24 weil dieser mein Sohn tot war und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden; und sie fingen an, fröhlich zu sein. Luk 15:25 Es war aber sein älterer Sohn auf einem Acker; und als er kam und sich dem Hause näherte, hörte er die Musik und die Reigen; Luk 15:26 und rief zu sich der Knaben einen und fragte, was das wäre? Luk 15:27 Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist da; und dein Vater hat das gemästete Kalb geschlachtet, weil er ihn wieder gesund bekommen hat. Luk 15:28 Er erzürnte sich aber und wollte nicht hineingehen. Deswegen ging sein Vater heraus und redete ihm zu. Luk 15:29 Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe niemals dein Gebot übergangen, und mir hast du niemals einen Bock gegeben, daß ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Luk 15:30 Da aber dieser dein Sohn, der dein Vermögen mit Huren verschlungen hat, gekommen ist, hast du ihm das gemästete Kalb geschlachtet. Luk 15:31 Er aber sprach zu ihm: Kind, Du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein. Luk 15:32 Fröhlich aber sein und sich erfreuen mußte man, weil dieser dein Bruder tot war und ist wieder lebendig geworden; verloren war er und ist gefunden worden. Luk 16:1 Er sprach aber auch zu seinen Jüngern: Es war ein reicher Mensch, der hatte einen Haushalter, und dieser ward bei ihm angebracht (angeschuldigt), als zerstreute er seine Güter. Luk 16:2 Und er rief ihn und sprach zu ihm: Was höre ich dieses von dir? Gib die Rechnung von deiner Haushaltung her; denn du wirst nicht mehr haushalten können. Luk 16:3 Der Haushalter aber sprach bei sich selbst: Was habe ich zu tun, weil mein Herr die Haushaltung von mir wegnimmt? Zu graben vermag ich nicht, zu betteln schäme ich mich. Luk 16:4 Ich weiß schon, was ich zu tun habe, daß, wenn ich von der Haus haltung abgesetzt werde, sie mich in ihre Häuser aufnehmen. Luk 16:5 Und er rief zu sich einen jeglichen von den Schuldnern seines Herrn und sprach zu dem ersten: Wieviel bist du meinem Herrn schuldig? Luk 16:6 Er sprach: Hundert Bat Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Brief und setze dich und schreibe geschwind fünfzig. Luk 16:7 Darnach sprach er zu einem an dern: Du aber, wieviel bist du schuldig? Er sprach: Hundert Kor Weizen. Und er spricht zu ihm: Nimm deinen Brief und schreib achtzig. Luk 16:8 Und der Herr lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich getan hatte; weil die Söhne dieser Welt etwas klug sind, über die Söhne des Lichts in ihrem Geschlecht. Luk 16:9 Und ich sage euch: Machet euch Freunde von dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn es mit euch zum Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten. Luk 16:10 Wer treu ist im Geringsten, ist auch in vielem treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, ist auch in vielem ungerecht. Luk 16:11 So ihr nun in dem ungerechten Mammon nicht treu geworden seid, wer wird euch das Wahrhaftige anvertrauen? Luk 16:12 Und so ihr in dem Fremden nicht treu geworden seid, wer wird euch das Eurige geben? Luk 16:13 Kein Hausknecht kann zwei Herren dienen. Denn entweder wird er den einen hassen und den andern lieben, oder einem anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Luk 16:14 Es hörten aber dieses alles auch die Pharisäer; die waren geizig und spotteten ihn aus. Luk 16:15 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid', die ihr euch selbst rechtfertigt vor den Menschen; aber Gott kennt eure Herzen; weil das, was bei den Menschen hoch ist, ein Greuel vor Gott ist. Luk 16:16 Das Gesetz und die Propheten (waren) bis auf Johannes; von da an wird das Reich Gottes durchs Evangelium verkündigt, und ein jeder dringt mit Gewalt hinein. Luk 16:17 Es ist aber leichter, daß Himmel und Erde vergehen, als daß vom Gesetz ein einziges Strichlein falle. Luk 16:18 Ein jeder, der sich von seinem Weibe scheidet und freit eine andere, der bricht die Ehe; und ein jeder, der die Abgeschiedene vom Manne freit, der bricht die Ehe. Luk 16:19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich mit Purpur und weißer Seide und machte sich lustig alle Tage stattlich. Luk 16:20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seinem Tor voller Schwären Luk 16:21 und begehrte sich zu sättigen von den Brosamlein, die von des Reichen Tische fielen; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Schwären ab. Luk 16:22 Es begab sich aber, daß der Arme starb und ward weggetragen von den Engeln in Abrahams Schoß. Es starb aber auch der Reiche und ward begraben. Luk 16:23 Und in der Hölle hob er seine Augen auf, da er in der Qual war, und erblickt den Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß; Luk 16:24 und er selbst rief und sprach: Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er das Äußerste seines Fingers in Wasser tauche und kühle meine Zunge, weil ich in dieser Flamme gepeinigt werde. Luk 16:25 Abraham aber sprach: Kind, gedenke, daß du dein Gutes hingenommen hast in deinem Leben, und Lazarus gleichmäßig das Böse; nun aber wird dieser getröstet, Du aber wirst gepeinigt. Luk 16:26 Und über das alles ist zwischen uns und euch eine große Kluft befestigt, daß, die da wollten von hinnen hinüberkommen zu euch, nicht können, und auch die von dort her zu uns nicht herüberfahren. Luk 16:27 Er sprach: So bitte ich dich denn, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus, Luk 16:28 denn ich habe fünf Brüder; damit er ihnen bezeuge, auf daß nicht auch Sie kommen an diesen Ort der Qual. Luk 16:29 Spricht zu ihm Abraham: Sie haben Mose und die Propheten; sie mögen Sie hören. Luk 16:30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen hingeht, so werden sie Buße tun. Luk 16:31 Er sprach aber zu ihm: Wenn sie Mose und die Propheten nicht hören, so werden sie auch, wenn jemand von den Toten aufsteht, sich nicht überzeugen lassen. Luk 17:1 Er sprach aber zu den Jüngern: Es ist unmöglich, daß nicht die Ärgernisse kommen; wehe aber dem, durch welchen sie kommen. Luk 17:2 Zuträglich ist es ihm, wenn ein Mühlstein um seinen Hals liegt und er ins Meer geworfen ist, als daß er einen einzigen dieser Kleinen ärgern sollte. Luk 17:3 Hütet euch! So dein Bruder Luk 17:4 Und wenn er siebenmal des Tages an dir sündigt und siebenmal des Tages zu dir umkehrt und spricht: Ich habe mich besser bedacht; so sollst du es ihm erlassen. Luk 17:5 Und die Apostel sprachen zu dem Herrn: Gib uns mehr Glauben! Luk 17:6 Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet als ein Senfkorn, so sagtet ihr zu diesem wilden Feigenbaum: Reiß dich aus der Wurzel und pflanze dich im Meer; und er ge horchte euch. Luk 17:7 Wer ist aber unter euch, der einen Knecht hat, welcher pflügt oder die Herde hütet, der zu ihm, wenn er vom Felde hereinkommt, sage: Alsbald gehe hin und setze dich zu Tische? Luk 17:8 Wird er aber nicht zu ihm sagen: Richte zu, was ich zu Abend essen soll, und schürze dich und warte mir auf, solange ich esse und trinke; und darnach sollst Du essen und trinken. Luk 17:9 Dankt er auch demselben Knechte, daß er getan hat, was befohlen war? Ich achte nicht. Luk 17:10 Also auch Ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; weil wir, was wir zu tun schuldig waren, getan haben. Luk 17:11 Und es begab sich, da er reiste gen Jerusalem, und er selbst zog mitten durch Samaria und Galiläa. Luk 17:12 Und da er in ein Dorf ging, begegneten ihm zehn aussätzige Männer, die standen von ferne; Luk 17:13 und die erhoben die Stimme und sprachen: Jesu, Meister, erbarme dich unser! Luk 17:14 Und da er sie sah, sprach er zu ihnen: Gehet hin und zeiget euch den Priestern! Und es geschah, indem sie hingingen, wurden sie rein. Luk 17:15 Ein einziger aber unter ihnen, da er sah, daß er gesund geworden war, kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme Luk 17:16 und fiel aufs Angesicht zu seinen Füßen und dankte ihm; und das war ein Samariter. Luk 17:17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden; wo sind aber die neun? Luk 17:18 Haben sie sich nicht finden lassen, daß sie im Umkehren hätten Gott die Ehre gegeben, als dieser Fremde? Luk 17:19 Und er sprach zu ihm: Stehe auf, gehe hin; dein Glaube hat dir geholfen. Luk 17:20 Da er aber gefragt ward von den Pharisäern, wann das Reich Gottes komme, antwortete er ihnen und sprach: Es kommt das Reich Gottes nicht so, daß man es vermerkt; Luk 17:21 sie werden auch nicht sagen: Siehe hie, oder siehe da; denn siehe, das Reich Gottes ist unter euch. Luk 17:22 Er sprach aber zu den Jüngern: Es werden Tage kommen, da ihr begehren werdet, einen einzigen der Tage des Sohnes des Menschen zu sehen, und werdet solchen nicht sehen. Luk 17:23 Und sie werden zu euch sagen: Siehe hie, siehe da. Gehet nicht hin und setzet (laufet) auch nicht Luk 17:24 Denn gleichwie der Blitz, der da blitzt, von der einen Gegend der Erde zu der andern leuchtet, also wird der Sohn des Menschen an seinem Tage sein. Luk 17:25 Zuvor aber muß er viel leiden und sich verwerfen lassen von diesem Geschlecht. Luk 17:26 Und wie es geschah in den Tagen Noahs, also wird' auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: Luk 17:27 sie aßen, tranken, freiten, ließen sich freien, bis an den Tag, da Noah in den Kasten ging, und kam die Sintflut und verderbte alle. Luk 17:28 Desgleichen wie es geschah in den Tagen Lots: sie aßen, tranken, kauften, verkauften, pflanzten, bauten; Luk 17:29 an dem Tage aber, da Lot aus Sodom ging, regnete Feuer und Schwefel vom Himmel und verderbte alle. Luk 17:30 Auf diese Weise wird es sein an dem Tage, da der Sohn des Menschen offenbart wird. Luk 17:31 An demselben Tage, wer auf dem Dache sein wird, und sein Gerät in dem Hause, der steige nicht hinab, es zu holen; und wer auf dem Felde ist, kehre gleichermaßen nicht um nach dem, was zurück ist. Luk 17:32 Gedenket an das Weib Lots. Luk 17:33 Wer da suchen wird, sein Leben zu erhalten, wird es verlieren; und wer es verlieren wird, der wird es erhalten. Luk 17:34 Ich sage euch, diese Nacht wer den zwei auf Einem Bette sein; einer wird hingenommen werden, und der andere wird gelassen werden. Luk 17:35 Zwei werden mahlen beieinander; eine wird hingenommen werden, und die andere wird gelassen werden. Luk 17:36 Zwei werden auf dem Felde sein; einer wird hingenommen werden, und der andere wird gelassen werden. Luk 17:37 Und sie antworten und sprechen zu ihm: Wo, Herr? Er sprach zu ihnen: Wo der Körper ist, da werden sich die Adler versammeln. Luk 18:1 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dazu, daß man allezeit beten und nicht laß werden soll, Luk 18:2 und sprach: Es war ein Richter in einer Stadt, der sich vor Gott nicht fürchtete und vor keinem Menschen scheute. Luk 18:3 Eine Witwe aber war in derselben Stadt, und sie kam zu ihm und sprach: Schaffe mir Recht vor meinem Widersacher. Luk 18:4 Und er wollte eine Zeitlang nicht; darnach aber sprach er bei sich selbst: Ob ich mich schon vor Gott nicht fürchte und vor keinem Menschen scheue, Luk 18:5 so will ich doch, weil diese Witwe mir Ungelegenheit macht, ihr Recht schaffen, auf daß sie nicht zuletzt komme und mir ins Gesicht fahre. Luk 18:6 Da sprach der Herr: Höret, was der ungerechte Richter sagt; Luk 18:7 sollte aber Gott nicht Recht schaffen seinen Auserwählten, da sie zu ihm schreien Tag und Nacht, und er über ihnen langmütig ist? Luk 18:8 Ich sage euch, er wird geschwind Recht schaffen. Doch der Sohn des Menschen, wenn er kommt, wird er den Glauben auf Erden antreffen? Luk 18:9 Er sagte aber auch zu etlichen, die auf sich selbst ein Vertrauen setzten, daß sie gerecht wären, und die übrigen vernichteten, folgendes Gleichnis: Luk 18:10 Zwei Menschen gingen hinauf in den Tempel, zu beten, der eine ein Pharisäer, und der andere ein Zöllner. Luk 18:11 Der Pharisäer stellte sich hin und betete bei sich selbst also: Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die übrigen von den Menschen, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Luk 18:12 Ich faste zweimal in der Woche, ich verzehnte alles, was ich bekomme. Luk 18:13 Und der Zöllner blieb von ferne stehen und wollte nicht einmal die Augen gen Himmel aufheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei versöhnt mir, dem Sünder. Luk 18:14 Ich sage euch, es ging dieser gerechtfertigt in sein Haus hinab vor jenem; dieweil ein jeder, der sich selbst erhöht, erniedrigt werden wird; wer aber sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden. Luk 18:15 Sie brachten aber auch die Kindlein, daß er sie anrührte. Da es aber die Jünger sahen, verwiesen sie es ihnen. Luk 18:16 Jesus aber rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solcher ist das Reich Gottes. Luk 18:17 Amen ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Luk 18:18 Und es fragte ihn ein Oberster und sprach: Guter Meister, was habe ich zu tun, daß ich das ewige Leben ererbe? Luk 18:19 Jesus sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut als Einer, nämlich Gott Luk 18:20 Die Gebote weißt du: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht morden; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; ehre deinen Vater und deine Mutter. Luk 18:21 Er sprach: Dieses alles habe ich von meiner Jugend auf in acht genommen. Luk 18:22 Da Jesus das hörte, sprach er zu ihm: Noch Eines fehlt dir: Alles, was du hast, verkaufe und teile es den Armen aus, da du dann einen Schatz im Himmel haben wirst; und komm und folge mir nach. Luk 18:23 Er aber, da er dieses hörte, ward ganz traurig; denn er war sehr reich. Luk 18:24 Da aber Jesus sah, daß er ganz traurig war geworden, sprach er: Wie schwerlich werden diejenigen, welche die zeitlichen Mittel haben, in das Reich Gottes kommen. Luk 18:25 Denn es ist leichter, daß ein Kamel gehe durch ein Nadelöhr, als daß ein Reicher in das Reich Gottes komme. Luk 18:26 Da sprachen, die es hörten: Wer kann denn selig (gerettet) werden? Luk 18:27 Er aber sprach: Was unmöglich ist bei Menschen, das ist möglich bei Gott. Luk 18:28 Petrus aber sprach: Siehe, Wir haben alles verlassen und sind dir nachgefolgt. Luk 18:29 Er sprach zu ihnen: Amen ich sage euch, es ist niemand, der verlassen hat ein Haus oder Eltern oder Brüder oder Weib oder Kinder um des Reiches Gottes willen, Luk 18:30 der es nicht vielfältig wieder empfange in dieser Zeit, und in der künftigen Ewigkeit ewiges Leben. Luk 18:31 Er nahm aber zu sich die Zwölf und sprach zu ihnen: Siehe, wir gehen hinauf gen Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was ge schrieben ist durch die Propheten für den Sohn des Menschen. Luk 18:32 Er wird nämlich überantwortet werden den Nationen, und er wird verspottet und verschmäht und verspeit werden, Luk 18:33 und sie werden ihn geißeln und töten, und am dritten Tage wird er wieder auferstehen. Luk 18:34 Und sie verstanden der keines, und dieses Wort war vor ihnen verborgen, und sie erkannten nicht, was gesagt ward. Großer Nachdruck! Luk 18:35 Es begab sich aber, da er nahe zu Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte; Luk 18:36 da er es aber hörte, daß viele Leute vorbeizogen, forschte er, was das wäre. Luk 18:37 Da meldeten sie ihm, Jesus von Nazareth ginge vorüber. Luk 18:38 Und er rief und sprach: Jesu, Davids Sohn, erbarme dich mein. Luk 18:39 Und die vorangingen, legten ihm auf, er sollte schweigen; Er aber schrie viel mehr: Davids Sohn, erbarme dich mein. Luk 18:40 Jesus aber stand still und hieß ihn zu sich führen. Da er aber sich näherte, fragte er ihn Luk 18:41 und sprach: Was willst du, daß ich dir tun soll? Er sprach: Herr, daß ich aufsehen möge. Luk 18:42 Und Jesus sprach zu ihm: Siehe auf; dein Glaube hat dir geholfen Luk 18:43 Und alsbald sah er auf und folgte ihm nach und pries Gott; und alles Volk, so es sah, gab Gott ein Lob. Luk 19:1 Und er ging hinein und zog durch Jericho; Luk 19:2 und siehe, da war ein Mann, der mit Namen Zachäus hieß, und der war ein Hauptzöllner und dazu reich; Luk 19:3 und er suchte Jesum zu sehen, wer er wäre, und konnte nicht vor dem Haufen, denn er war klein von Person. Luk 19:4 Und er lief vorne voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, auf daß er ihn sähe; denn daselbst sollte er durchkommen. Luk 19:5 Und als er kam an den Ort, sah Jesus auf und ward sein gewahr und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; heute muß ich in deinem Hause bleiben. Luk 19:6 Und er stieg eilend hernieder und nahm ihn auf mit Freuden. Luk 19:7 Und da sie es sahen, murrten sie alle untereinander und sprachen: Bei einem sündhaften Mann hat er die Einkehr genommen. Luk 19:8 Zachäus aber trat dar und sprach zu Jesu: Siehe, Herr, die Hälfte meiner Güter durch die Bank gebe ich den Armen, und wenn ich jemand um etwas betrogen habe, so erstatte ich es vierfältig. Luk 19:9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, sintemal auch er selbst ein Sohn Abrahams ist. Luk 19:10 Denn der Sohn des Menschen ist gekommen, zu suchen und selig zu machen (zu retten), das verloren war. Luk 19:11 Da sie aber dieses hörten, sagte er weiter ein Gleichnis, darum daß er nahe bei Jerusalem war und Sie meinten, das Reich Gottes werde alsbald zum Vorschein kommen. Luk 19:12 So sagte er nun: Ein wohlgeborener Mensch zog ferne in ein Land, ein Reich für sich einzunehmen und wieder zu kommen. Luk 19:13 Da rief er zehn seiner Knechte und gab ihnen zehn Mark und sprach zu ihnen: Handelt, bis ich komme. Luk 19:14 Seine Bürger aber haßten ihn und schickten eine Gesandtschaft ihm nach und sprachen: Wir wollen nicht, daß dieser über uns König sei. Luk 19:15 Und es begab sich, da er wieder zurückkam, nachdem er das Reich eingenommen hatte, hieß er ihm diese Knechte rufen, denen er das Geld gegeben hatte, daß er erführe, wer was erhandelt hätte Luk 19:16 Da trat herzu der erste und sprach: Herr, deine Mark hat zehn Mark dazu gebracht. Luk 19:17 Und er sprach zu ihm: Wohlan, du guter Knecht, weil du im Geringsten getreu warst, so sei Befehlshaber über zehn Städte. Luk 19:18 Und es kam der andere und sprach: Herr, deine Mark hat fünf Mark getragen. Luk 19:19 Da sprach er auch zu diesem: Auch Du sollst über fünf Städte sein. Luk 19:20 Und ein anderer kam und sprach: Herr, siehe, da ist deine Mark, welche ich hatte in einem Schweißtuch verwahrt liegen. Luk 19:21 Denn ich fürchtete dich, weil du ein strenger Mensch bist; du nimmst, was du nicht hingelegt hast, und erntest, was du nicht gesät hast. Luk 19:22 Er spricht zu ihm: Aus deinem Munde werde ich dich richten, du schlimmer Knecht. Wußtest du, daß ich ein strenger Mensch bin, und nehme, das ich nicht hingelegt habe, und ernte, das ich nicht gesät habe: Luk 19:23 warum hast du denn mein Geld nicht in die Wechselbank gegeben, da Ich es bei meiner Ankunft mit Wucher eingenommen hätte? Luk 19:24 Und er sprach zu denen, die dabeistanden: Nehmet von ihm die Mark und gebt' dem, der die zehn Mark hat. Luk 19:25 Und sie sprachen zu ihm: Herr, er hat zehn Mark. Luk 19:26 Denn ich sage euch: Einem jeden, der da hat, wird gegeben werden; von dem aber, der nicht hat, wird auch das, was er hat, hinweggenommen werden. Luk 19:27 Jedoch jene meine Feinde, die nicht wollten, daß ich über sie König sein sollte, führet hieher und hauet sie vor mir nieder. Luk 19:28 Und als er dieses sagte, zog er fort und ging hinauf gen Jerusalem. Luk 19:29 Und es begab sich, als er nahte gen Bethphage und Bethanien, an den sogenannten Ölberg, sandte er seiner Jünger zwei Luk 19:30 und sprach: Gehet hin in den Flecken, der da vor Augen liegt; und wenn ihr hineinkommt, werdet ihr ein Füllen angebunden finden, auf welchem kein Mensch jemals gesessen ist; löset es ab und bringet'. Luk 19:31 Und so jemand euch fragt: warum löset ihr' ab? so saget also zu ihm: Der Herr bedarf sein. Luk 19:32 Da gingen die Abgesandten hin und trafen' an, wie er ihnen gesagt hatte. Luk 19:33 Als sie aber das Füllen ablösten, sprachen seine Herren zu ihnen: Was löset ihr das Füllen ab? Luk 19:34 Sie sprachen: Der Herr bedarf sein. Luk 19:35 Und sie brachten es zu Jesu; und sie warfen ihre Kleider auf das Füllen und setzten Jesum darauf. Luk 19:36 Und da er hinzog, unterstreuten sie ihre Kleider auf den Weg. Luk 19:37 Da er aber schon nahe hinzukam, bei der Steige am Ölberg, fingen sie an, die gesamte Menge der Jünger, mit Freuden Gott zu loben mit lauter Stimme wegen aller Kräfte, die sie gesehen hatten, Luk 19:38 und sprachen: Gesegnet sei, der da kommt, ein König, in dem Namen des Herrn. Friede im Himmel, und Herrlichkeit in aller Höhe. Luk 19:39 Und etliche der Pharisäer von dem Haufen sprachen zu ihm: Meister, tue deinen Jüngern Einhalt. Luk 19:40 Er antwortete und sprach zu ihnen: Ich sage euch: Ehe diese schweigen, werden die Steine schreien. Luk 19:41 Und als er nahe hinzugekommen und die Stadt sah, weinte er über sie Luk 19:42 und sprach: Erkenntest auch Du, auch eben an diesem deinem Tag, das, was zu deinem Frieden diente; nun aber ist es vor deinen Augen verborgen. Luk 19:43 Denn es werden Tage über dich daherkommen, da deine Feinde werden einen Schutt um dich herum machen und dich umringen und dich ängsten von allen Orten her, Luk 19:44 und dich schleifen und deine Kinder in dir und in dir keinen Stein auf dem andern lassen, dafür daß du nicht erkannt hast die Zeit deiner Heimsuchung. Luk 19:45 Und er ging in den Tempel und fing an auszutreiben, die darin verkauften und kauften, Luk 19:46 und sprach zu ihnen: Es steht geschrieben: Mein Haus ist ein Bethaus; Ihr aber habt es gemacht zu einer Räuberhöhle. Luk 19:47 Und er lehrte täglich in dem Tempel; aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten und die Vornehmsten vom Volk suchten ihn umzubringen; Luk 19:48 und fanden nicht, was sie tun sollten, denn das gesamte Volk hing an ihm mit Zuhören. Luk 20:1 Und es begab sich an Einem der Tage, da er das Volk lehrte im Tempel und das Evangelium predigte, kamen dazu die Hohenpriester und Schriftgelehrten samt den Ältesten Luk 20:2 und redeten ihn an und sprachen: Sage uns, aus was für einer Macht tust du dieses, oder wer ist es, der dir diese Macht gegeben hat? Luk 20:3 Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Auch Ich will euch ein einziges Wort fragen, saget mir': Luk 20:4 Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen? Luk 20:5 Sie aber überlegten es bei sich selbst und sprachen: Sagen wir, vom Himmel, so wird er sagen: Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt? Luk 20:6 Sagen wir aber, von Menschen, so wird alles Volk uns steinigen; denn es ist versichert, daß Johannes ein Prophet sei. Luk 20:7 Und sie antworteten, sie wüßten' nicht, woher. Luk 20:8 Und Jesus sprach zu ihnen: So sage auch Ich euch nicht, aus was für einer Macht ich dieses tue. Luk 20:9 Er fing aber an, zu dem Volk zu sagen dieses Gleichnis: Ein Mensch pflanzte einen Weinberg und tat ihn Weingärtnern aus und zog über Land auf geraume Zeiten. Luk 20:10 Und zu seiner Zeit sandte er zu den Weingärtnern einen Knecht, daß sie ihm von der Frucht des Weinberges geben sollten; die Weingärtner aber schlugen ihn und schickten ihn leer fort. Luk 20:11 Und über das sandte er einen an deren Knecht; Sie aber schlugen auch denselben und verunehrten ihn und schickten ihn leer fort. Luk 20:12 Und über das sandte er den dritten; Sie aber verwundeten auch diesen und stießen ihn aus. Luk 20:13 Da sprach der Herr des Weinberges: Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn senden; sie werden ja, wenn sie diesen sehen, sich scheuen. Luk 20:14 Da aber die Weingärtner ihn sahen, dachten sie bei sich selbst und sprachen: Dieser ist der Erbe; kommt, laßt uns ihn töten, auf daß die Erbschaft unser werde. Luk 20:15 Und sie stießen ihn hinaus vor den Weinberg und töteten ihn. Was wird denn der Herr des Weinberges ihnen tun? Luk 20:16 Er wird kommen und diese Weingärtner umbringen und den Weinberg andern geben. Da sie es hörten, sprachen sie: Das sei ferne. Luk 20:17 Er aber sah sie an und sprach: Was ist denn dieses, das geschrieben steht: Der Stein, den die Bauleute weggeschätzt haben, der ist zum Eckstein geworden? Luk 20:18 Ein jeder, der auf denselben Stein fällt, der wird sich zerstoßen; auf welchen er aber fällt, den wird er zerstäuben. Luk 20:19 Und es suchten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Hände an ihn zu legen zu derselben Stunde, und fürchteten das Volk, denn sie merkten, daß er auf sie dieses Gleichnis gesagt hatte. Luk 20:20 Und sie gaben acht und sandten Laurer aus, die sich verstellten, als ob sie gerecht wären, auf daß sie ihn bei einer Rede fingen, ihn zu übergeben der Regierung und der Gewalt des Landvogts. Luk 20:21 Und sie fragten ihn und sprachen: Meister, wir wissen, daß du geradezu redest und lehrest und siehst die Person nicht an, sondern lehrest den Weg Gottes nach der Wahrheit. Luk 20:22 Dürfen Wir dem Kaiser Schoß geben oder nicht? Luk 20:23 Er merkte aber ihre List und sprach zu ihnen: Was versuchet ihr mich? Luk 20:24 Weiset mir einen Zehner; wessen Bild und Überschrift hat er? Sie antworteten und sprachen: Des Kaisers. Luk 20:25 Er sprach zu ihnen: Bezahlet also, was des Kaisers ist, dem Kaiser; und was Gottes ist, Gott. Luk 20:26 Und sie vermochten ihn nicht bei einem Wort zu fangen vor dem Volk; und sie verwunderten sich über seiner Antwort und schwiegen stille. Luk 20:27 Es traten etliche der Sadduzäer hinzu, die da widersprechen, es sei keine Auferstehung, und fragten ihn Luk 20:28 und sprachen: Meister, es hat Mose uns geschrieben, so jemandes Bruder stirbt und hat ein Weib, und solcher stirbt ohne Kinder, so soll sein Bruder das Weib nehmen und seinem Bruder Samen erwecken. Luk 20:29 Nun waren sieben Brüder, und der erste nahm ein Weib und starb ohne Kinder; Luk 20:30 und es nahm der zweite das Weib, und dieser starb ohne Kinder; Luk 20:31 und der dritte nahm sie, desglei chen auch die sieben; sie ließen keine Kinder nach sich und starben. Luk 20:32 Zuletzt nach allen starb auch das Weib. Luk 20:33 Nun in der Auferstehung, wessen Weib wird sie unter ihnen? Denn die sieben haben sie zum Weibe gehabt. Luk 20:34 Und es antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien; Luk 20:35 welche aber gewürdigt sind, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung aus den Toten, die freien nicht und lassen sich auch nicht freien; Luk 20:36 denn sie können hinfort auch nicht sterben. Denn sie sind den Engeln gleich und sind Kinder Gottes, indem sie der Auferstehung Kinder sind. Luk 20:37 Daß aber die Toten auferstehen, hat auch Mose angezeigt bei dem Busch, da er den Herrn nennt den Gott Abrahams und den Gott Isaaks und den Gott Jakobs. Luk 20:38 Gott aber ist nicht der Toten, sondern der Lebendigen. Denn alle leben ihm. Luk 20:39 Da antworteten etliche der Schriftgelehrten und sprachen: Meister, du hast wohl geredet. Luk 20:40 Und sie erkühnten sich nicht mehr, ihn das Geringste zu fragen. Luk 20:41 Er sprach aber zu ihnen: Wie sagen sie, Christus sei Davids Sohn? Luk 20:42 Und er selbst, David, sagt im Psalmbuch: Es sprach der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, Luk 20:43 bis ich lege deine Feinde als einen Schemel deiner Füße. Luk 20:44 David nun nennt ihn einen Herrn, und wie ist er sein Sohn? Luk 20:45 Da aber alles Volk zuhörte, sprach er zu seinen Jüngern: Luk 20:46 Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die da wollen einhergehen in langen Röcken und lieben die Grüße auf den Märkten und die er sten Sitze in den Schulen und die ersten Plätze bei den Mahlzeiten; Luk 20:47 sie essen die Häuser der Witwen auf, und zum Vorwand machen sie lange Gebete. Diese werden ein schwereres Urteil empfangen. Luk 21:1 Er sah aber auf und schaute die, so ihre Gaben in den Schatzkasten legten und reich waren; Luk 21:2 er schaute aber auch eine sehr arme Witwe, die zwei Heller darein legte. Luk 21:3 Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch, diese arme Witwe hat mehr als alle eingelegt; Luk 21:4 denn diese miteinander haben von ihrem Überfluß eingelegt zu den Gaben Gottes; diese aber hat von ihrer Armut alle Nahrung, die sie hatte, eingelegt. Luk 21:5 Und da etliche sagten von dem Tempel, daß er mit schönen Steinen und gestifteten Dingen geziert wäre, sprach er: Luk 21:6 Es werden Tage kommen, da an diesem, was ihr sehet, kein Stein auf dem andern wird gelassen werden, der nicht abgebrochen würde. Luk 21:7 Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann wird denn dieses sein? und was ist das Zeichen, wann dieses geschehen wird? Luk 21:8 Er sprach: Sehet zu, daß ihr nicht verführt werdet. Denn viele werden kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin', und die Zeit hat sich genaht. So gehet nun ihnen nicht nach. Luk 21:9 Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Empörungen, so sollt ihr euch nicht scheu machen lassen; denn es muß dieses zuvor geschehen; aber es ist nicht alsbald das Ende. Luk 21:10 Da sprach er zu ihnen: Es wird sich erheben eine Nation über die andere und ein Reich über das andere; Luk 21:11 und werden große Erdbeben hin und wieder und Hungersnöte und ansteckende Seuchen sein, auch werden Schrecknisse und Zeichen vom Himmel groß sein. Luk 21:12 Vor dem allem aber werden sie an euch ihre Hände legen und verfolgen und übergeben in Schulen und Ge fängnisse, da man euch vor Könige und Landvögte führen wird, um meines Namens willen. Luk 21:13 Es wird aber euch zu einem Zeugnis ausschlagen. Luk 21:14 So fasset es nun in eure Herzen, daß ihr euch auf keine Verantwortung vorher besinnet. Luk 21:15 Denn Ich werde euch Mund und Weisheit geben, der nicht widersprechen noch widerstehen können werden alle, die sich euch widersetzen. Luk 21:16 Ihr werdet aber übergeben werden auch von Eltern und Geschwistern und Verwandten und Freunden, und sie werden (etliche) von euch töten; Luk 21:17 und ihr werdet gehaßt sein von jedermann um meines Namens willen; Luk 21:18 und ein Haar von eurem Haupt wird nicht umkommen. Luk 21:19 In eurer Geduld werdet ihr eure Seelen behaupten. Luk 21:20 Wenn ihr aber sehet, daß Jerusalem von Kriegsheeren umringt wird, alsdann erkennet, daß ihre Verwüstung sich genaht habe. Luk 21:21 Alsdann, die in Judäa sind, fliehen auf die Berge; und die mitten darinnen sind, weichen heraus; und die in den Gegenden gehen nicht hinein. Luk 21:22 Denn dies sind Tage der Rache, daß erfüllt werde alles, was geschrieben ist. Luk 21:23 Wehe aber den Schwangeren und den Säugenden in denselben Tagen. Denn es wird eine große Not sein auf der Erde und ein Zorn gegen dies Volk. Luk 21:24 Und sie werden fallen durch des Schwertes Schärfe und gefangen geführt werden unter alle Nationen; und Jerusalem wird zertreten werden von Nationen, bis der Nationen Zeiten erfüllt sind. Luk 21:25 Und es werden Zeichen sein an der Sonne und dem Mond und den Sternen, und auf der Erde eine Angst an den Nationen; dabei wird man nicht wissen, wo aus noch ein, vor dem Brausen und Wallen des Meeres; Luk 21:26 da die Menschen verschmachten vor Furcht und Warten dessen, was über den Weltkreis kommt. Denn die Kräfte der Himmel werden bewegt werden. Luk 21:27 Und alsdann werden sie sehen den Sohn des Menschen kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Luk 21:28 Wenn aber diese Dinge anfangen zu geschehen, so sehet auf und hebet eure Häupter auf, dieweil eure Erlösung sich naht. Luk 21:29 Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Sehet den Feigenbaum und alle Bäume. Luk 21:30 Wenn sie nunmehr ausschlagen, so sehet ihr' und erkennet von euch selbst, daß nunmehr der Sommer nahe ist. Luk 21:31 Also auch Ihr, wenn ihr dies sehet geschehen, so erkennet, daß das Reich Gottes nahe ist. Luk 21:32 Amen ich sage euch, dies Mannesalter wird nicht vergehen, bis alles geschieht. Luk 21:33 Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte vergehen nicht. Luk 21:34 Hütet euch aber, daß eure Herzen nicht etwa beschwert werden mit Völlerei und Trunkenheit und Sorgen um zeitliche Dinge, und jener Tag euch plötzlich betrete; Luk 21:35 denn wie ein Strick wird er kommen über alle, die auf dem ganzen Erdboden sitzen. Luk 21:36 So wachet nun zu jeder Zeit betend, auf daß ihr gewürdigt werdet, zu entfliehen diesem allem, das geschehen wird, und zu bestehen vor dem Sohn des Menschen. Luk 21:37 Und er lehrte die Tage über in dem Tempel; die Nächte aber ging er hinaus und hatte seinen Aufenthalt an dem sogenannten Ölberg. Luk 21:38 Und alles Volk kam frühe zu ihm in den Tempel, ihn zu hören. Luk 22:1 Es nahte sich aber das Fest der ungesä uerten Brote, das da Passah heißt; Luk 22:2 und die Hohenpriester und die Schriftgelehrten trachteten, wie sie ihn umbrächten; denn sie fürchteten sich vor dem Volk. Luk 22:3 Es fuhr aber der Satan in Judas, mit dem Zunamen Ischarioth, der da war aus der Zahl der Zwölf; Luk 22:4 und er ging hin und redete mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten, wie er ihn ihnen überantwortete. Luk 22:5 Und sie freuten sich und versprachen, ihm Geld zu geben. Luk 22:6 Und er ward mit ihnen eins und suchte Gelegenheit, daß er ihn ihnen überantwortete ohne Auflauf. Luk 22:7 Es kam aber der Tag der ungesäuerten Brote, an welchem man mußte das Passah schlachten; Luk 22:8 und er sandte Petrus und Johannes und sprach: Gehet hin und bereitet uns das Passah, auf daß wir es essen. Luk 22:9 Sie sprachen zu ihm: Wo willst du, daß wir' bereiten? Luk 22:10 Er sprach zu ihnen: Siehe, wenn ihr hineinkommt in die Stadt, wird euch ein Mensch begegnen, der trägt ein irdenes Gefäß mit Wasser. Folget ihm nach in das Haus, wo er hineingeht; Luk 22:11 und saget zu dem Hausvater des Hauses: Es spricht zu dir der Meister: Wo ist die Herberge, da ich das Passah mit meinen Jüngern essen möge? Luk 22:12 Und derselbe wird euch einen großen Saal zeigen, da es gedeckt ist; daselbst bereitet es. Luk 22:13 Sie gingen hin und trafen' an, wie er ihnen gesagt hatte; und bereiteten das Passah. Luk 22:14 Und da die Stunde kam, setzte er sich nieder und die zwölf Apostel mit ihm; Luk 22:15 und er sprach zu ihnen: Es hat mich sehnlich verlangt, dieses Passah mit euch zu essen, ehe ich leide. Luk 22:16 Denn ich sage euch, daß ich hinfort nicht mehr davon essen werde, bis daß es erfüllt werde im Reich Gottes. Luk 22:17 Und er nahm einen Becher, dankte und sprach: Nehmet dieses und teilet es unter euch; Luk 22:18 denn ich sage euch, daß ich nicht trinken werde Luk 22:19 Und er nahm Brot, dankte, brach' und gab' ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird; dies tut zu meinem Angedenken. Luk 22:20 Desselbigengleichen auch den Becher nach dem Abendessen und sprach: Dieser Becher ist das neue Testament in meinem Blut, so für euch vergossen wird. Luk 22:21 Jedoch siehe, die Hand dessen, der mich verrät, ist mit mir über dem Tisch. Luk 22:22 Und der Sohn des Menschen geht zwar dahin nach dem, was bestimmt ist; doch wehe demselben Menschen, durch welchen er verraten wird. Luk 22:23 Und Sie fingen an, einander zu fragen bei sich selbst, wer es denn wäre unter ihnen, der dieses tun würde. Luk 22:24 Es erhob sich aber auch ein Streit unter ihnen, wer unter ihnen erachtet werde, größer zu sein. Luk 22:25 Er aber sprach zu ihnen: Die Könige der Nationen herrschen über sie, und die, so Gewalt über sie haben, lassen sich Wohltäter nennen. Luk 22:26 Ihr aber nicht also; sondern der Größere unter euch werde wie der Jüngere; und der Vornehmste wie der, welcher dient. Luk 22:27 Denn wer ist größer: der zu Tische sitzt oder der dient? Nicht, der zu Tische sitzt? Ich aber bin mitten unter euch wie der, so dient. Luk 22:28 Ihr aber seid es, die ihr ausgeharrt habt mit mir in meinen Versuchungen. Luk 22:29 Und Ich bescheide euch, wie mir mein Vater beschieden hat das Reich, Luk 22:30 daß ihr essen und trinken sollt über meinem Tisch in meinem Reich und sitzen auf Thronen und richten die zwölf Stämme Israels. Luk 22:31 Es sprach aber der Herr: Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch herausverlangt, euch zu sieben wie den Weizen; Luk 22:32 Ich aber habe für dich gebeten, auf daß dein Glaube nicht aufhöre; und Du kehre einst um und stärke deine Brüder. Luk 22:33 Er sprach zu ihm: Herr, mit dir bin ich bereit, beides ins Gefängnis und in den Tod zu gehen. Luk 22:34 Er sprach: Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe denn du dreimal verleugnest, daß du mich nicht kennest. Luk 22:35 Und er sprach zu ihnen: Da ich euch sandte ohne Beutel und Tasche und Schuhe, habt ihr Mangel an ir gend etwas gehabt? Sie sprachen: An nichts. Luk 22:36 So sprach er zu ihnen: Aber nun, wer einen Beutel hat, der nehme ihn, und gleicherweise auch eine Tasche; und wer nicht hat, verkaufe sein Kleid und kaufe ein Schwert. Luk 22:37 Denn ich sage euch: Noch dieses, das geschrieben ist, muß an mir vollendet werden: Und er hat sich unter die Übeltäter rechnen lassen. Denn das, was von mir (handelt), hat ein Ende. Luk 22:38 Sie sprachen: Herr, siehe, hier sind zwei Schwerter. Er sprach zu ihnen: Es ist genug. Luk 22:39 Und er ging hinaus und kam, der Gewohnheit nach, an den Ölberg; es folgten ihm aber auch seine Jünger. Luk 22:40 Und als er an den Ort gekommen, sprach er zu ihnen: Betet, daß ihr nicht in Versuchung kommet. Luk 22:41 Und er selbst zog sich von ihnen ab bei einem Steinwurf und kniete nieder und betete Luk 22:42 und sprach: Vater, wenn du willst diesen Becher von mir wegnehmen; doch nicht mein Wille, sondern der deinige geschehe. Luk 22:43 Es erschien ihm aber ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. Luk 22:44 Und da ihn eine Todesangst ankam, betete er heftiger. Es ward aber sein Schweiß wie Blutsklümplein, die auf die Erde abliefen. Luk 22:45 Und da er von dem Gebet aufstand, kam er zu den Jüngern und fand sie schlafend vor der Betrübnis Luk 22:46 und sprach zu ihnen: Was schlafet ihr? Stehet auf und betet, daß ihr nicht in Versuchung geratet. Luk 22:47 Da er noch redete, siehe, da war ein Haufen Leute, und der so genannte Judas, einer der Zwölfe, ging vor ihnen hinzu und nahte sich zu Jesu, ihn zu küssen. Luk 22:48 Jesus aber sprach zu ihm: Judas, mit einem Kuß verrätst du den Sohn des Menschen? Luk 22:49 Da aber sahen, die um ihn waren, was es sein würde, sprachen sie zu ihm: Herr, sollen wir mit dem Schwert darein schlagen? Luk 22:50 Und es schlug Einer unter ihnen den Knecht des Hohenpriesters und hieb sein rechtes Ohr ab. Luk 22:51 Jesus aber antwortete und sprach: Lasset es hiebei bewenden. Und er rührte sein Ohrläpplein an und heilte ihn. Luk 22:52 Es sprach aber Jesus zu den Hohenpriestern und Hauptleuten des Tempels und Ältesten, die über ihn gekommen waren: Seid ihr als auf einen Räuber ausgezogen mit Schwertern und Stangen? Luk 22:53 Da ich täglich bei euch war in dem Tempel, habt ihr die Hände nicht gegen mich ausgereckt. Aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Luk 22:54 Sie griffen ihn aber und führten ihn fort und brachten ihn in des Hohenpriesters Haus. Petrus aber folgte von ferne; Luk 22:55 und da sie ein Feuer mitten in dem Hof angezündet und sich zusammengesetzt hatten, setzte sich Petrus mitten unter sie. Luk 22:56 Da ihn aber eine Magd bei der Helle sitzen sah und auf ihn schaute, sprach sie: Auch dieser war mit ihm. Luk 22:57 Er aber verleugnete ihn und sprach: Weib, ich kenne ihn nicht. Luk 22:58 Und ein wenig hernach sah ihn ein anderer und sprach: Auch Du bist von ihnen. Petrus sprach: Mensch, ich bin' nicht. Luk 22:59 Und nach Verlauf etwa Einer Stunde bestärkte es ein anderer und sprach: Wahrhaftig auch dieser war mit ihm; denn er ist ein Galiläer. Luk 22:60 Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß es nicht, was du sagst. Und alsbald, da er noch redete, krähte der Hahn. Luk 22:61 Und der Herr wandte sich und sah Petrus an. Und Petrus gedachte an die Rede des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Luk 22:62 Und Petrus ging heraus und weinte bitterlich. Luk 22:63 Die Männer aber, die Jesum hielten, verspotteten ihn, mit Streichen; Luk 22:64 und sie bedeckten ihn und schmissen ihn ins Angesicht und fragten ihn und sprachen: Weissage, wer ist', der dich schlug? Luk 22:65 Und vieles andere redeten sie lästerlich gegen ihn. Luk 22:66 Und als es Tag ward, versammelten sich die Ältesten des Volks, Hohenpriester und Schriftgelehrten, und führten ihn hinauf in ihren Rat Luk 22:67 und sprachen: Bist Du der Gesalbte? sage es uns. Er sprach zu ihnen: Werde ich es euch sagen, so werdet ihr nicht glauben; Luk 22:68 werde ich aber euch fragen, so werdet ihr mir nicht antworten oder loslassen. Luk 22:69 Von nun an wird der Sohn des Menschen sitzen zur Rechten der Kraft Gottes. Luk 22:70 Sie sprachen alle: So bist Du denn der Sohn Gottes? Er sprach zu ihnen: Ihr sagt'; Ich bin'. Luk 22:71 Sie sprachen: Was bedürfen wir noch Zeugnis? Denn wir selbst haben es gehört aus seinem Munde. Luk 23:1 Und es stand auf ihre gesamte Menge, und sie führten ihn Pilatus zu. Luk 23:2 Sie fingen aber an, ihn zu verklagen, und sprachen: Diesen haben wir gefunden, daß er unsere Nation verleitet und wehrt, dem Kaiser den Schoß zu geben, und spricht, er sei der Gesalbte, ein König. Luk 23:3 Pilatus fragte ihn und sprach: Bist Du der König der Juden? Er antwortete ihm und sprach: Du sagst'. Luk 23:4 Pilatus sprach zu den Hohenpriestern und den Haufen: Ich finde keine Schuld an diesem Menschen. Luk 23:5 Sie aber setzten stärker an und sprachen: Er erregt das Volk und lehrt in ganz Judäa und hat angefangen von Galiläa bis hieher. Luk 23:6 Da aber Pilatus von Galiläa hörte, fragte er, ob der Mensch ein Galiläer sei. Luk 23:7 Und als er vernahm, daß er aus dem Gebiet des Herodes sei, übersandte er ihn zu Herodes, welcher auch selbst zu Jerusalem war in diesen Tagen. Luk 23:8 Da aber Herodes Jesum sah, ward er sehr froh; denn er hätte ihn schon lange gern gesehen, weil er viel von ihm hörte; und hoffte, er würde irgendein Zeichen sehen, das von ihm geschähe. Luk 23:9 Und er fragte ihn mancher Dinge halber; Er aber antwortete ihm nichts. Luk 23:10 Es standen aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten da und verklagten ihn heftig. Luk 23:11 Nachdem ihn aber Herodes mit seinen Kriegsvölkern verachtet und verspottet hatte, legte er ihm ein helles Kleid an und sandte ihn Pilatus wieder. Luk 23:12 Da wurden Pilatus und Herodes Freunde an eben dem Tage miteinander; denn zuvor waren sie in Feindschaft gegeneinander gewesen. Luk 23:13 Pilatus aber rief die Hohenpriester und die Regenten und das Volk zusammen Luk 23:14 und sprach zu ihnen: Ihr habt mir diesen Menschen hergebracht, als der das Volk abwende; und siehe, da Ich es vor euch untersuchte, habe ich keine Schuld an diesem Menschen gefunden, welche ihr wider ihn klagbar anbringet; Luk 23:15 dazu auch Herodes nicht; denn ich habe euch an ihn hingewiesen, und siehe, es ist nichts des Todes wert, das er begangen hätte. Luk 23:16 So will ich ihn denn züchtigen und losgeben. Luk 23:17 Er mußte aber ihnen auf jedes Fest einen losgeben. Luk 23:18 Da erhoben sie mit vollem Haufen ein Geschrei und sprachen: Tue diesen weg und gib uns Barabbas los! Luk 23:19 welcher war um eines Aufstandes, der in der Stadt geschehen war, und eines Mordes willen in ein Gefängnis gelegt worden. Luk 23:20 Pilatus rief denn wieder zu und wollte Jesum losgeben. Luk 23:21 Sie aber riefen entgegen und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Luk 23:22 Er aber sprach das dritte Mal zu ihnen: Was hat denn dieser Übles getan? Ich habe keine Schuld des Todes an ihm gefunden. So will ich ihn denn züchtigen und losgeben. Luk 23:23 Sie aber lagen an mit großen Stimmen und begehrten, daß er gekreuzigt würde; und ihre und der Hohenpriester Stimmen nahmen überhand. Luk 23:24 Da gab Pilatus das Urteil dazu, daß ihr Begehren geschähe, Luk 23:25 und gab ihnen den los, der von eines Aufstandes und Mordes wegen ins Gefängnis gelegt war, welchen sie begehrten; Jesum aber übergab er ihrem Willen. Luk 23:26 Und als sie ihn hinführten, ergriffen sie einen, Simon von Kyrene, vom Felde kommend, dem legten sie das Kreuz auf, daß er es trüge, Jesu nach. Luk 23:27 Es folgte ihm aber eine große Menge von dem Volk und von Weibern, die ihn auch beklagten und beweinten. Luk 23:28 Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich; nur über euch selbst weinet und über eure Kinder. Luk 23:29 Denn siehe, es kommen Tage, in welchen man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren, und Leiber, die nicht geboren haben, und Brüste, die nicht gesäugt haben. Luk 23:30 Alsdann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet auf uns; und zu den Hügeln: Bedecket uns! Luk 23:31 Denn so sie an dem grünen Holz dieses tun, was soll an dem dürren werden? Luk 23:32 Es wurden aber hingeführt auch andere zwei Übeltäter, mit ihm abgetan zu werden. Luk 23:33 Und als sie gelangten an die Stätte, welche Hirnschale heißt, kreuzigten sie ihn daselbst und die Übeltäter, den einen zur Rechten und den andern zur Linken. Luk 23:34 Jesus aber sprach: Vater, erlaß es ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun. Sie teilten aber seine Kleider und warfen das Los; Luk 23:35 und das Volk stand und sah zu. Es schimpften aber auch die Regenten samt ihnen und sprachen: Andern hat er geholfen; er helfe sich selbst, wenn dieser ist der Gesalbte, der Auserwählte Gottes. Luk 23:36 Dazu verspotteten ihn die Kriegsknechte, traten hinzu und reichten ihm Essig Luk 23:37 und sprachen: Bist Du der König der Juden, so hilf dir selbst. Luk 23:38 Es war aber auch eine Überschrift geschrieben über ihm mit griechischen und lateinischen und hebräischen Buchstaben: Dieser ist der König der Juden. Luk 23:39 Einer aber von den gehenkten Übeltätern lästerte ihn und sprach: Bist Du der Gesalbte, so hilf dir selbst und uns. Luk 23:40 Der andere aber antwortete, verwies es ihm und sprach: Auch fürchtest Du dich nicht vor Gott, daß du eben in dem Gericht bist? Luk 23:41 Und Wir zwar von Rechts wegen; denn wir tragen davon, was sich gehört auf unsere Taten; dieser aber hat nichts Unbefugtes getan. Luk 23:42 Und er sprach zu Jesu: Gedenke an mich, Herr, wenn du kommst in deinem Reich. Luk 23:43 Jesus sprach zu ihm: Amen ich sage dir, heute wirst du mit mir in dem Paradiese sein. Luk 23:44 Es war aber um die sechste Stunde, und eine Finsternis ward über die ganze Erde bis zur neunten Stunde; Luk 23:45 und die Sonne ward verfinstert; und der Vorhang des Tempels zerriß mitten entzwei; Luk 23:46 und Jesus rief mit lauter Stimme und sprach: Vater, in deine Hände will ich meinen Geist befehlen; und als er dies gesagt, verschied er. Luk 23:47 Da aber der Hauptmann sah, was da geschah, pries er Gott und sprach: In der Tat war dieser Mensch gerecht. Luk 23:48 Und alle Haufen Leute, die zu diesem Spektakel zusammengekommen waren, da sie schauten, was da geschah, schlugen sie an ihre Brust und wandten wieder um. Luk 23:49 Es standen aber alle seine Bekannten von ferne, und Weiber, die ihn begleitet hatten von Galiläa, die dieses sahen. Luk 23:50 Und siehe, ein Mann mit Namen Joseph, der des Rats war, ein guter und gerechter Mann, Luk 23:51 dieser hatte nicht beigepflichtet ihrem Rat und ihrer Tat; von Arimathia, einer Stadt der Juden, welcher auch selbst auf das Reich Gottes wartete; Luk 23:52 dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Luk 23:53 Und er nahm ihn herab und wikkelte ihn in eine Leinwand und legte ihn in ein Grab, das in Felsen gehauen war, wo noch niemand jemals gelegen war. Luk 23:54 Und es war der Rüsttag, der Sabbat brach an. Luk 23:55 Es folgten aber die Weiber nach, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, und beschauten das Grab und wie sein Leib gelegt ward. Luk 23:56 Da sie aber umgekehrt, bereiteten sie Spezerei und Salben; und den Sabbat über waren sie stille nach dem Gebot. Luk 24:1 Aber am ersten Wochentage, sobald es anfing zu tagen, kamen sie zum Grabe und brachten die Spezerei, die sie bereitet hatten, und etliche mit ihnen. Luk 24:2 Sie fanden aber den Stein abgewälzt von dem Grabe, Luk 24:3 und da sie hineingingen, fanden sie den Leib des Herrn Jesu nicht. Luk 24:4 Und es geschah, indem sie deshalb hin und her dachten, und siehe, zwei Männer traten zu ihnen in strahlenden Kleidungen. Luk 24:5 Da aber eine Furcht sie ankam, und sie ihr Angesicht auf die Erde neigten, sprachen sie zu ihnen: Was suchet ihr den Lebendigen bei den Toten? Luk 24:6 Er ist nicht hier, sondern er ist auf erstanden. Gedenket daran, wie er zu euch redete, da er noch in Galiläa war Luk 24:7 und sprach: Es muß der Sohn des Menschen überantwortet werden in die Hände sündhafter Menschen und gekreuzigt werden und am dritten Tage auferstehen. Luk 24:8 Und sie gedachten an seine Worte; Luk 24:9 und kehrten um von dem Grabe und verkündigten dieses alles den Elfen und allen den übrigen. Luk 24:10 Es war aber Maria von Magdala und Johanna und Maria Jakobi und die übrigen mit ihnen, die dieses zu den Aposteln sagten. Luk 24:11 Und ihre Worte hatten vor ihnen ein Ansehen als Aberwitz, und sie glaubten ihnen nicht. Luk 24:12 Petrus aber stand auf und lief zum Grabe, und da er sich hineinbückt, sieht er die Leinentücher allein liegen, und er ging wieder heim und verwunderte sich über das, was vorgegangen war. Luk 24:13 Und siehe, zwei aus ihnen gingen eben an dem Tage in einen Flekken, der war sechzig Feldwegs von Jerusalem entlegen, mit Namen Emmaus; Luk 24:14 und dieselben redeten miteinander von allen diesen Begebenheiten. Luk 24:15 Und es geschah, indem sie redeten und sich miteinander befragten, da nahte er selber, Jesus, und wandelte mit ihnen; Luk 24:16 aber ihre Augen wurden gehalten, daß sie ihn nicht erkannten. Luk 24:17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Reden, die ihr untereinander wechselt bei eurem Gang, und seht traurig aus? Luk 24:18 Da antwortete der eine mit Namen Kleopas und sprach zu ihm: Bist Du allein fremd zu Jerusalem und weißt die Dinge nicht, die in diesen Tagen darin geschehen sind? Luk 24:19 Und er sprach zu ihnen: Welche Dinge? Sie sprachen zu ihm: Jesum von Nazareth betreffend, welcher war ein Mann, ein Prophet, mächtig in Werk und Wort vor Gott und allem Volk; Luk 24:20 und wie die Hohenpriester und die Regenten über uns ihn haben überantwortet zum Todesurteil und ihn gekreuzigt; Luk 24:21 dahingegen Wir hofften, Er sei derjenige, der Israel erlösen wird. Gleichwohl ist es bei dem allem heute der dritte Tag, seitdem dieses geschehen ist. Luk 24:22 Dazu haben uns auch etliche Weiber von uns erschreckt, die haben sich frühe zu dem Grabe begeben, Luk 24:23 und, da sie seinen Leib nicht fanden, kamen sie und sagten, sie hätten auch ein Gesicht von Engeln gesehen, welche sagen, Er lebe. Luk 24:24 Und etliche von denen, die mit uns waren, gingen hin zum Grabe und fanden' also, wie die Weiber gesagt hatten, ihn selbst aber sahen sie nicht. Luk 24:25 Und Er sprach zu ihnen: O ihr Unverständigen und Langsamen am Herzen, zu glauben über alle dem, was die Propheten geredet hatten. Luk 24:26 Mußte nicht dieses Christus leiden und in seine Herrlichkeit eingehen? Luk 24:27 Und er fing an von Mose und von allen Propheten und legte ihnen in allen den Schriften die Dinge aus, die ihn betrafen. Luk 24:28 Und sie nahten sich dem Flecken, da sie hingingen; und er tat, als hätte er weiterzugehen. Luk 24:29 Und sie zwangen ihn und sprachen: Bleibe bei uns, denn der Abend ist vorhanden, und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. Luk 24:30 Und es geschah, da er mit ihnen zu Tische saß, nahm er das Brot und segnete es und brach' und gab' ihnen hin. Luk 24:31 Da wurden ihre Augen eröffnet, und sie erkannten ihn; und er verschwand vor ihnen. Luk 24:32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er zu uns redete auf dem Wege, und als er uns die Schriften eröffnete? Luk 24:33 Und sie standen auf eben zu der Stunde und kehrten wieder gen Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die mit ihnen waren, Luk 24:34 welche sprachen: Der Herr ist in der Tat auferstanden und Simon erschienen; Luk 24:35 und Sie erzählten, was auf dem Wege geschehen war und wie er sich bei dem Brotbrechen ihnen hätte zu erkennen gegeben. Luk 24:36 Da Sie aber hievon redeten, stand er selbst, Jesus, mitten unter ihnen und spricht zu ihnen: Friede widerfahre euch. Luk 24:37 Sie wurden aber scheu und kamen in Furcht und meinten, sie schauten einen Geist. Luk 24:38 Und er sprach zu ihnen: Was seid ihr erschrocken? und warum steigen zweifelhafte Gedanken in euren Herzen auf? Luk 24:39 Sehet meine Hände und meine Füße, denn Ich bin' selber; betastet mich und sehet; weil ein Geist nicht Fleisch und Beine hat, wie ihr schauet, daß Ich habe Luk 24:40 Und da er das sagte, zeigte er ihnen die Hände und die Füße. Luk 24:41 Da Sie aber noch nicht glaubten vor Freude und sich verwunderten, sprach er zu ihnen: Habt ihr hier etwas zu essen? Luk 24:42 Und sie reichten ihm ein Stück gebratenen Fisches und von Honigseim. Luk 24:43 Und er nahm' und aß vor ihnen. Luk 24:44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind die Reden, die ich zu euch,sagte, da ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was geschrieben ist in dem Gesetz Moses und den Propheten und Psalmen von mir. Luk 24:45 Da eröffnete er ihnen den Verstand, daß sie die Schriften vernahmen. Luk 24:46 Und er sprach zu ihnen: Also ist' geschrieben, und also mußte Christus leiden und auferstehen von den Toten am dritten Tage, Luk 24:47 und gepredigt werden in seinem Namen Buße und Erlassung der Sünden unter alle Nationen, den Anfang von Jerusalem gemacht. Luk 24:48 Ihr aber seid Zeugen dieser Dinge; Luk 24:49 und siehe, Ich sende die Verheißung meines Vaters über euch; Ihr aber bleibet sitzen in der Stadt Jerusalem, bis daß ihr angetan werdet mit Kraft aus der Höhe. Luk 24:50 Er führte sie aber hinaus bis gen Bethanien; und hob seine Hände auf und segnete sie. Luk 24:51 Und es geschah, indem er sie segnete, schied er von ihnen und hob sich empor gen Himmel. Luk 24:52 Und Sie beteten ihn an und kehrten wieder gen Jerusalem mit großer Freude; Luk 24:53 und waren immerdar in dem Tempel und rühmten und lobten Gott. Joh 1:1 Im Anfang war das Wort; und das Wort war bei Gott; und Gott war das Wort. Joh 1:2 Dieses war im Anfang bei Gott. Joh 1:3 Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nicht ein einziges geworden, was es geworden ist. (Alle Dinge) Alles, was geworden ist. Joh 1:4 In demselben war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen; Joh 1:5 und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erreicht. Joh 1:6 Es ward ein Mensch, gesandt von Gott, der hatte den Namen Johannes. Joh 1:7 Dieser kam zum Zeugnis, daß er zeugte von dem Licht, auf daß alle durch ihn gläubig würden. Joh 1:8 Nicht war derselbe das Licht, sondern daß er zeugte von dem Licht. Joh 1:9 Es war das wahrhaftige Licht, welches erleuchtet einen jeden Menschen, in diese Welt kommend. Joh 1:10 In der Welt war es, und die Welt ist durch dasselbe geworden, und die Welt hat es nicht gekannt. Joh 1:11 In sein Eigenes kam er, und seine Eigenen haben ihn nicht angenommen. Joh 1:12 Wie viele aber ihn nahmen, denen gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glaubten; Joh 1:13 welche nicht aus dem Blut noch aus einem Fleischeswillen noch aus eines Mannes Willen, sondern aus Gott gezeugt sind. Joh 1:14 Und das Wort ward Fleisch und nahm eine Hüttenwohnung unter uns, und wir schauten seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voll Gnade und Wahrheit. Joh 1:15 Johannes zeugt von ihm, und schrie und sprach: Dieser war es, von dem ich sagte: Der hinter mir kommt, geht mir nun vor; dieweil er eher war denn ich. Joh 1:16 Und aus seiner Fülle haben Wir alle bekommen, auch Gnade um Gnade; Joh 1:17 weil das Gesetz durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit durch Jesum Christum geworden ist. Joh 1:18 Gott hat keiner jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß war, derselbe hat' ausgelegt. Joh 1:19 Und dies ist das Zeugnis des Johannes, da die Juden von Jerusalem sandten Priester und Leviten zu ihm, auf daß sie ihn fragten: Wer bist Du? Joh 1:20 Und er bekannte; und leugnete nicht und bekannte: Ich bin nicht der Gesalbte. Joh 1:21 Und sie fragten ihn: Was denn? Elias bist Du? Er sprach: Ich bin' nicht. Der Prophet bist Du? Er ant wortete: Nein. Joh 1:22 Sie sprachen denn zu ihm: Wer bist du? daß wir eine Antwort geben denen, die uns gesandt haben. Was sagst du von dir selbst? Joh 1:23 Er sprach: Ich bin eine Stimme eines Rufenden in der Wüste: Machet den Weg des Herrn gerade; wie Jesaja der Prophet gesagt hat. Joh 1:24 Und die gesandt waren, die waren aus den Pharisäern, Joh 1:25 und fragten ihn und sprachen zu ihm: Was taufst du denn, so Du nicht der Gesalbte bist noch Elia noch der Prophet? Joh 1:26 Johannes antwortete ihnen und sprach: Ich taufe mit Wasser; aber mitten unter euch ist getreten, den Ihr nicht kennet; Joh 1:27 Er ist', der hinter mir kommt, welcher mir nun vorgeht; des ich nicht würdig bin, daß ich seinen Schuhriemen auflöse. Joh 1:28 Dies geschah zu Bethabara jenseits des Jordan, wo Johannes taufte. Joh 1:29 Des folgenden Tages sieht er Jesum zu ihm kommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, so da trägt die Sünde der Welt. Joh 1:30 Dieser ist', von dem Ich gesagt habe: Hinter mir kommt ein Mann, der mir nun vorgeht, weil er eher war denn ich. Joh 1:31 Und Ich kannte ihn nicht; aber auf daß er offenbar würde dem Israel, darum bin Ich gekommen mit dem Wasser taufend. Joh 1:32 Und es zeugte Johannes und sprach: Ich schaute den Geist herabfahren als wie eine Taube vom Himmel, und er blieb über ihm; Joh 1:33 und Ich kannte ihn nicht, aber der mich gesandt hat zu taufen mit Wasser, derselbe sprach zu mir: Über welchen du sehen wirst den Geist herabfahren und über ihm bleiben, dieser ist', der mit heiligem Geist tauft. Joh 1:34 Und Ich habe es gesehen und bezeugt, daß dieser ist der Sohn Gottes. Joh 1:35 Des folgenden Tages wiederum stand Johannes und von seinen Jüngern zwei; Joh 1:36 und er sah auf Jesum, der da wandelte, und spricht: Siehe, das Lamm Gottes. (der da wandelte) ohne daß er zu Johannes käme. Joh 1:37 Und es hörten ihn die zwei Jünger reden und folgten Jesu nach. Joh 1:38 Jesus aber wandte sich um, und da er sie sah nachfolgen, spricht er zu ihnen: Was suchet ihr? Sie aber spra chen zu ihm: Rabbi (das heißt verdolmetscht: Meister), wo hältst du dich auf? Joh 1:39 Er spricht zu ihnen: Kommt und sehet'. Sie kamen und sahen, wo er sich aufhält; und hielten sich bei ihm auf denselben Tag. Das war um die zehnte Stunde. Joh 1:40 Es war Andreas, der Bruder des Simon Petrus, einer von den zweien, die es von Johannes hörten und ihm nachfolgten. Joh 1:41 Dieser ist der erste, der seinen eigenen Bruder Simon findet, und spricht zu ihm: Wir haben den Messias gefunden; das ist verdolmetscht: der Gesalbte. Joh 1:42 Und er führte ihn zu Jesu. Jesus sah ihn an und sprach: Du bist Simon, der Sohn Jonas; Du sollst Kephas heißen; das wird verdolmetscht: ein Fels. Joh 1:43 Des folgenden Tages wollte er ausziehen nach Galiläa; und Jesus findet Philippus und spricht zu ihm: Folge mir nach. Joh 1:44 Es war aber Philippus von Beth saida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Joh 1:45 Philippus findet Nathanael und spricht zu ihm: Von dem Mose geschrieben hat in dem Gesetz und die Propheten, haben wir gefunden, Jesum, den Sohn Josephs, den von Nazareth. Joh 1:46 Und Nathanael sprach zu ihm: Kann von Nazareth etwas Gutes sein? Spricht zu ihm Philippus: Komm und sieh es. Joh 1:47 Jesus sah Nathanael zu ihm kommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in welchem kein Betrug ist. Joh 1:48 Spricht Nathanael zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dir Philippus rief, da du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Joh 1:49 Nathanael antwortete und spricht zu ihm: Rabbi, Du bist der Sohn Got tes, Du bist der König Israels. Joh 1:50 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Weil ich dir gesagt habe: Ich sah dich unter dem Feigenbaum, so glaubst du; du wirst größere Dinge als diese sehen. Joh 1:51 Und er spricht zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet Joh 2:1 Und an dem dritten Tage ward eine Hochzeit zu Kana in Galiläa, und die Mutter Jesu war daselbst. Joh 2:2 Es ward aber auch Jesus und seine Jünger zur Hochzeit eingeladen. Joh 2:3 Und da der Wein ausging, spricht die Mutter Jesu zu ihm: Wein haben sie nicht. Joh 2:4 Spricht Jesus zu ihr: Weib, was willst du mir an Hand geben? Meine Stunde ist noch nicht da. Joh 2:5 Spricht seine Mutter zu den Aufwärtern: Was er euch sagt, das tut. Joh 2:6 Es waren aber allda sechs steinerne Wasserkästen gesetzt zu der Reinigung der Juden, und hielten jeder zwei oder drei Eichen (metretés, ein Maß, 39 Liter enthaltend). Joh 2:7 Spricht Jesus zu ihnen: Füllet die Wasserkästen mit Wasser. Und sie füllten sie bis obenan. Joh 2:8 Und er spricht zu ihnen: Schöpfet nun und bringet' dem Speisemeister; und sie brachten'. Joh 2:9 Als aber der Speisemeister kostete das Wasser, das zu Wein geworden war; da er denn nicht wußte, wo es her sei, die Aufwärter aber wußten', die das Wasser geschöpft hatten; ruft der Speisemeister den Bräutigam Joh 2:10 und spricht zu ihm: Jedermann stellt zuerst den guten Wein auf, und wenn sie trunken werden, alsdann den geringeren; du hast den guten Wein bisher aufbehalten. Joh 2:11 Hiemit machte Jesus den Anfang an den Zeichen, zu Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn. Joh 2:12 Nach diesem ging er hinab nach Johannesernaum, er und seine Mutter und seine Brüder und seine Jünger; und daselbst blieben sie nicht viele Tage. Joh 2:13 Und es war nahe das Passah der Juden, und Jesus ging hinauf gen Jerusalem. Joh 2:14 Und er traf in dem Tempel an, die da Ochsen und Schafe und Tauben verkauften, und die Wechsler, die da saßen. Joh 2:15 Und er machte eine Peitsche von Stricken und trieb alle zum Tempel hinaus, auch die Schafe und die Ochsen; und die Münze der Wechsler verschüttete er, und die Tische kehrte er um; Joh 2:16 und zu denen, die die Tauben verkauften, sprach er: Traget das von hinnen; machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause. Joh 2:17 Es gedachten aber seine Jünger daran, daß geschrieben ist: Der Eifer um dein Haus verzehrt mich. Joh 2:18 Da antworteten nun die Juden und sprachen zu ihm: Was für ein Zeichen weisest du uns, daß du dieses tust? Joh 2:19 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Brechet diesen Tempel ab, so werde ich ihn in drei Tagen aufrichten. Joh 2:20 Die Juden nun sprachen: In sechsundvierzig Jahren ist dieser Tempel gebaut, und Du wirst ihn in drei Tagen aufrichten? Joh 2:21 Er aber redete von dem Tempel seines Leibes. Joh 2:22 Als er nun auferstanden war von den Toten, gedachten seine Jünger daran, daß er dies geredet hatte; und sie glaubten der Schrift und der Rede, die Jesus gesagt hatte. Joh 2:23 Als er aber zu Jerusalem war an dem Passah, an dem Fest, wurden viele gläubig an seinen Namen, da sie seine Zeichen schauten, die er tat. Joh 2:24 Er aber, Jesus vertraute sich ihnen nicht, dieweil er alle erkannte, Joh 2:25 und weil er nicht bedurfte, daß jemand Zeugnis von dem Menschen gäbe; denn er erkannte selbst, was in dem Menschen war. Joh 3:1 Es war aber ein Mensch aus den Pharisäern, mit Namen Nikodemus, ein Regent der Juden; Joh 3:2 dieser kam zu ihm bei Nacht und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, daß du von Gott gekommen bist (als) ein Lehrer; denn niemand kann diese Zeichen tun, die Du tust, wenn Gott nicht mit ihm ist. Joh 3:3 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage dir: Wenn nicht jemand von oben her geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen. Joh 3:4 Spricht zu ihm Nikodemus: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist; kann er in seiner Mutter Leib das andere Mal eingehen und geboren werden? Joh 3:5 Jesus antwortete: Amen, amen, ich sage dir, wenn nicht jemand geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen. Joh 3:6 Das, was aus dem Fleisch geboren ist, ist Fleisch; und das, was aus dem Geist geboren ist, ist Geist. Joh 3:7 Verwundere dich nicht, daß ich zu dir sagte: Ihr müsset von oben her geboren werden. Joh 3:8 Der Geist bläst, wo er will, und seine Stimme hörst du, aber du weißt nicht, wo er herkommt und wo er hingeht. Also ist ein jeglicher, der aus dem Geist geboren ist. Joh 3:9 Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie können diese (Dinge) geschehen? Joh 3:10 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist Du der Lehrer Israels und erkennst diese (Dinge) nicht? Joh 3:11 Amen, amen, ich sage dir, was wir wissen, das reden wir, und was wir gesehen haben, das zeugen wir; und unser Zeugnis nehmt ihr nicht an. Joh 3:12 Habe ich die irdischen (Dinge) euch gesagt, und ihr glaubet nicht; wie werdet ihr, wenn ich euch die himmlischen (Dinge) sage, glauben? Joh 3:13 Da niemand in den Himmel hinaufgefahren ist, als der von dem Himmel herniedergefahren ist, der Sohn des Menschen, der in dem Himmel war. Joh 3:14 Und wie Mose erhöht hat die Schlange in der Wüste, also muß der Sohn des Menschen sich erhöhen lassen, Joh 3:15 auf daß ein jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern ewiges Leben habe. Joh 3:16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, auf daß ein jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren werde, sondern ewiges Leben habe. Joh 3:17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht gesandt in die Welt, daß er die Welt richtete, sondern daß die Welt durch ihn selig gemacht (gerettet) würde. Joh 3:18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, dieweil er nicht geglaubt hat an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes. Joh 3:19 Dies ist aber das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben geliebt mehr die Finsternis als das Licht. Denn ihre Werke waren arg. Joh 3:20 Denn ein jeder, der Böses treibt, haßt das Licht und kommt nicht zu dem Licht, auf daß seine Werke nicht überwiesen werden; Joh 3:21 wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, auf daß seine Werke offenbar werden, weil sie in Gott gewirkt sind. Joh 3:22 Darnach kam Jesus und seine Jünger in das jüdische Land und hielt sich daselbst mit ihnen auf und taufte. Joh 3:23 Johannes aber taufte auch zu Enon, nahe bei Salim, weil viele Wasser daselbst waren; und sie kamen hin und ließen sich taufen. Joh 3:24 Denn Johannes war noch nicht in das Gefängnis gelegt. Joh 3:25 Da entstand nun eine Frage bei den Jüngern des Johannes mit den Juden wegen der Reinigung; Joh 3:26 und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Rabbi, der bei dir war jenseits des Jordans, dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, dieser tauft, und alle kommen zu ihm. Joh 3:27 Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht aus dem Himmel gegeben ist. Joh 3:28 Ihr selbst seid meine Zeugen, daß ich gesagt habe: Ich bin nicht der Gesalbte, sondern bin vor jenem hergesandt. Joh 3:29 Der die Braut hat, ist Bräutigam; der Freund aber des Bräutigams, welcher dasteht und ihn hört, freut sich rechtschaffen um der Stimme des Bräutigams willen. Diese meine Freude nun ist erfüllt. Joh 3:30 Jener muß wachsen, Ich aber abnehmen. Joh 3:31 Der von oben her kommt, ist über alle. Der aus der Erde ist, ist eben aus der Erde und redet aus der Erde; der aus dem Himmel kommt, ist über alle; Joh 3:32 und was er gesehen und gehört hat, das zeugt er, und sein Zeugnis nimmt niemand an. Joh 3:33 Wer sein Zeugnis angenommen hat, hat' versiegelt, daß Gott wahrhaftig sei. Joh 3:34 Denn der, welchen Gott gesandt hat, redet die Worte Gottes; denn Gott gibt den Geist nicht gemessen. Joh 3:35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. Joh 3:36 Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht traut, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm. Joh 4:1 Als nun Jesus inneward, daß die Pharisäer gehört hätten, daß Jesus mehr Jünger machte und taufte als Johannes, Joh 4:2 wiewohl Jesus selber nicht taufte, sondern seine Jünger, Joh 4:3 da verließ er Judäa und ging wieder hin nach Galiläa. Joh 4:4 Er mußte aber durch Samaria reisen. Joh 4:5 So kam er nun zu einer Stadt Samarias, die hieß Sichar, nahe bei dem Landgut, das Jakob Josef, seinem Sohn, gab. Joh 4:6 Es war aber daselbst Jakobs Brunnen. Da nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich also an den Brunnen hin. Das war um die sechste Stunde. Joh 4:7 Da kommt ein Weib von Samaria, Wasser zu schöpfen. Spricht Jesus zu ihr: Gib mir trinken! Joh 4:8 Denn seine Jünger waren in die Stadt hineingegangen, daß sie Speise kauften. Joh 4:9 Spricht nun das samaritische Weib zu ihm: Wie begehrst Du, der du ein Jude bist, trinken von mir, die ich ein samaritisches Weib bin? Denn die Juden haben keinen Umgang mit den Samaritern. Joh 4:10 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du kenntest das Geschenk Gottes, und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir trinken, Du hättest an ihn begehrt, und er hätte dir gegeben lebendiges Wasser. Joh 4:11 Spricht zu ihm das Weib: Herr, du hast kein Geschirr zum Schöpfen, und dazu ist der Brunnen tief; woher hast du denn das lebendige Wasser? Joh 4:12 Bist Du größer als unser Vater Ja kob, der uns den Brunnen gegeben hat, und Er hat daraus getrunken und seine Söhne und sein Vieh? Joh 4:13 Jesus antwortete und sprach zu ihr: Einen jeden, der von diesem Wasser trinkt, wird wieder dürsten; Joh 4:14 wer aber von dem Wasser trinkt, das Ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm werden ein Brunnen Wassers, das ins ewige Leben quillt. Joh 4:15 Spricht zu ihm das Weib: Herr, gib mir dieses Wasser, auf daß mich nicht dürste, und ich nicht hierher komme, zu schöpfen. Joh 4:16 Spricht Jesus zu ihr: Gehe hin, rufe deinem Mann und komm hierher. Joh 4:17 Das Weib antwortete und sprach: Ich habe keinen Mann. Spricht Jesus zu ihr: Du hast wohl gesagt: Ich habe keinen Mann; Joh 4:18 denn fünf Männer hast du gehabt; und nun ist der, den du hast, dein Mann nicht; das ist wahr, was du gesagt hast. Joh 4:19 Spricht zu ihm das Weib: Herr, ich sehe, daß Du ein Prophet bist. Joh 4:20 Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und Ihr sagt, zu Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll. Joh 4:21 Spricht Jesus zu ihr: Weib, glaube mir, es kommt eine Stunde, da ihr weder auf diesem Berge noch zu Jerusalem werdet den Vater anbeten. Joh 4:22 Ihr betet an, was ihr nicht kennt; Wir beten an, was wir kennen; dieweil das Heil aus den Juden ist. Joh 4:23 Aber es kommt eine Stunde und ist wirklich, da die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten in Geist und Wahrheit; denn auch der Vater solche sucht, die ihn anbeten. Joh 4:24 Ein Geist (ist) Gott; und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten. Joh 4:25 Spricht das Weib zu ihm: Ich weiß, daß Messias kommt, der sogenannte Gesalbte; wenn derselbe kommt, so wird er uns alles verkündigen. Joh 4:26 Spricht Jesus zu ihr: Ich bin', der ich zu dir rede. Joh 4:27 Und über diesem kamen seine Jünger und verwunderten sich, daß er mit einem Weibe redete. Gleichwohl sprach keiner: Was suchst du? oder was redest du mit ihr? Joh 4:28 So ließ nun das Weib ihr Wassergeschirr stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Joh 4:29 Kommt, sehet einen Menschen, der mir gesagt hat alles, was ich getan habe, ob nicht dieser der Gesalbte ist. Joh 4:30 Da gingen sie aus der Stadt und kamen zu ihm. Joh 4:31 Inzwischen aber ersuchten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iß! Joh 4:32 Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht wisset. Joh 4:33 Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht? Joh 4:34 Spricht Jesus zu ihnen: Meine Speise ist, daß ich tue den Willen des, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk. Joh 4:35 Saget nicht Ihr: Es sind noch vier Monate, so kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebet eure Augen auf und beschauet die Felder, daß sie schon weiß sind zur Ernte. Joh 4:36 Und der da erntet, empfängt Lohn und sammelt Frucht ins ewige Leben; auf daß, der da säte, sich zugleich freue, und der da erntet. Joh 4:37 Denn hier trifft die wahrhaftige Rede ein: Ein anderer ist, der da säte, und ein anderer, der da erntet. Joh 4:38 Ich habe euch gesandt, zu ernten, das nicht Ihr gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und Ihr seid in ihre Arbeit eingetreten. Joh 4:39 Aus derselben Stadt aber wurden viele von den Samaritern gläubig an ihn um des Weibes Rede willen, die da zeugte: Er hat mir gesagt alles, was ich getan habe. Joh 4:40 Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb daselbst zwei Tage. Joh 4:41 Und viel mehr glaubten um seiner Rede willen Joh 4:42 und sprachen zu dem Weibe: Wir glauben nicht mehr um deiner Aussage willen; denn wir selbst haben' gehört und wissen, daß dieser ist wahrhaftig der Heiland der Welt. Joh 4:43 Nach den zwei Tagen aber zog er aus von dannen und zog hin nach Galiläa. Joh 4:44 Denn er selbst, Jesus, zeugte, daß ein Prophet in seiner eigenen Vaterstadt nicht wert geachtet wird. Joh 4:45 Da er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die alles gesehen hatten, was er zu Jerusalem tat an dem Fest; denn auch Sie waren auf das Fest gekommen. Joh 4:46 So kam er nun abermals gen Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Joh 4:47 Und es war ein Königischer, dessen Sohn war krank zu Johannesernaum. Da dieser hörte, daß Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen sei, ging er hin zu ihm und bat ihn, daß er hinab ginge und heilte seinen Sohn; denn er war todkrank. Joh 4:48 Da sprach nun Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so werdet ihr nicht glauben. Joh 4:49 Spricht der Königische zu ihm: Herr, gehe hinab, ehe denn mein Kind stirbt. Joh 4:50 Spricht Jesus zu ihm: Gehe hin; dein Sohn lebt. Und der Mensch glaubte der Rede, die Jesus zu ihm sagte, und ging hin. Joh 4:51 Da er aber schon hinabging, begegneten ihm seine Knechte und verkündigten und sprachen: Dein Knabe lebt Joh 4:52 Da forschte er denn von ihnen die Stunde, in welcher er sich feiner befand. Und sie sprachen zu ihm: Gestern auf die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. Joh 4:53 Da merkte denn der Vater, daß es auf dieselbe Stunde war, in welcher Jesus zu ihm sagte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte selbst und sein Haus ganz. Joh 4:54 Dieses zweite Zeichen tat Jesus wiederum, da er aus Judäa nach Galiläa kam. Joh 5:1 Danach war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf gen Jerusalem. Joh 5:2 Es ist aber zu Jerusalem bei der Schäferei ein Teich, mit dem Zunamen auf hebräisch Bethesda, der hat fünf bedeckte Gänge. Joh 5:3 In diesen lag eine große Menge da von Kranken, Blinden, Lahmen, Dürren, die auf die Bewegung des Wassers warteten. Joh 5:4 Denn ein Engel stieg zu Zeiten hinab in den Teich, und das Wasser ward trübe gemacht; der nun zuerst hineinstieg, nachdem das Wasser trübe geworden war, der ward gesund, mit welcher Seuche er immer behaftet wäre. Joh 5:5 Es war aber ein Mensch daselbst, der achtunddreißig Jahre mit der Krankheit zugebracht hatte. Joh 5:6 Als diesen Jesus sah da liegen und wußte, daß er schon lange Zeit auf sich hätte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Joh 5:7 Es antwortete ihm der Kranke: Herr, ich habe keinen Menschen, daß er, wenn das Wasser trübe wird, mich in den Teich tue; indem aber Ich komme, steigt ein anderer vor mir hinab. Joh 5:8 Spricht Jesus zu ihm: Stehe auf, hebe dein Bettlein auf und wandle! Joh 5:9 Und alsbald ward der Mensch gesund und hob sein Bettlein auf und wandelte. Es war aber Sabbat an demselben Tage. Joh 5:10 Die Juden nun sprachen zu dem, der geheilt worden war: Es ist Sabbat; du darfst nicht das Bettlein tragen. Joh 5:11 Er antwortete ihnen: Der mich gesund machte, derselbe sprach zu mir: Hebe dein Bettlein auf und wandle. Joh 5:12 Da fragten sie ihn: Wer ist der Mensch, der zu dir gesagt hat: Hebe dein Bettlein auf und wandle? Joh 5:13 Der aber gesund gemacht war, wußte nicht, wer es war; denn Jesus war beiseite gegangen, da ein Haufen Leute an dem Ort war. Joh 5:14 Darnach trifft ihn Jesus in dem Tempel an, und er spricht zu ihm: Siehe, du bist gesund geworden; sündige nicht mehr, auf daß dir nicht etwas Ärgeres widerfahre. Joh 5:15 Der Mensch ging hin und verkündigte den Juden, es sei Jesus, der ihn gesund gemacht habe. Joh 5:16 Und deswegen verfolgten Jesum die Juden, weil er dieses am Sabbat tat. Joh 5:17 Jesus aber antwortete ihnen: Mein Vater wirket bisher, so wirke Ich auch. Joh 5:18 Deswegen trachteten denn die Juden vielmehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat bräche, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nennte und sich selbst Gott gleich machte. Joh 5:19 Da antwortete nun Jesus und sprach zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Es kann der Sohn nichts von sich selber tun, wenn er nicht etwas sieht den Vater tun; denn was jener tut, das tut auch der Sohn gleicherweise. Joh 5:20 Denn der Vater liebt den Sohn und zeigt ihm alles, was er selber tut; und wird ihm größere Werke denn diese zeigen, daß Ihr euch verwundern sollet. Joh 5:21 Denn gleichwie der Vater die Toten erweckt und lebendig macht, also auch der Sohn macht lebendig, welche er will. Joh 5:22 Denn der Vater richtet auch niemand; sondern das Gericht hat er ganz dem Sohn gegeben; Joh 5:23 auf daß alle den Sohn ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt den Vater nicht, der ihn gesandt hat. Joh 5:24 Amen, amen, ich sage euch, wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben, und ins Gericht kommt er nicht, sondern er ist aus dem Tod in das Le ben übergegangen. Joh 5:25 Amen, amen, ich sage euch: Es kommt eine Stunde und ist wirklich, da die Toten werden die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören, werden leben. Joh 5:26 Denn gleichwie der Vater hat das Leben in sich selber, also hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben zu haben in sich selber; Joh 5:27 und hat ihm Macht gegeben, auch Gericht zu halten, weil er ein Menschensohn ist. Joh 5:28 Verwundert euch nicht über dieses; es kommt eine Stunde, in welcher alle, die in den Gräbern sind, werden seine Stimme hören, Joh 5:29 und werden herausgehen, die das Gute getan haben, zur Lebensauferstehung; die aber das Böse verübt haben, zur Gerichtsauferstehung. Joh 5:30 Nichts kann Ich von mir selber tun; wie ich höre, richte ich; und mein Gericht ist gerecht; denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen des, der mich gesandt hat. Joh 5:31 So Ich von mir selber zeuge, so ist mein Zeugnis nicht wahrhaftig. Joh 5:32 Ein anderer ist', der von mir zeugt, und ich weiß, daß sein Zeugnis wahrhaftig ist, das er von mir zeugt. Joh 5:33 Ihr sandtet zu Johannes, und er gab der Wahrheit Zeugnis; Joh 5:34 Ich aber nehme nicht von einem Menschen das Zeugnis, sondern dieses sage ich, auf daß Ihr selig (gerettet) werdet. Joh 5:35 Jener war die brennende und scheinende Kerze; Ihr aber wolltet eine Weile frohlocken bei seinem Licht. Joh 5:36 Ich aber habe das Zeugnis, das größer ist denn des Johannes. Denn die Werke, die mir der Vater gegeben hat, daß ich sie vollende, eben die Werke, die ich tue, die zeugen von mir, daß der Vater mich gesandt hat; Joh 5:37 und der mich gesandt hat, der Vater, hat selber von mir gezeugt. Seine Stimme habt ihr niemals gehört und seine Gestalt auch nicht gesehen, Joh 5:38 und sein Wort habt ihr nicht in euch bleibend, weil Ihr diesem, welchen jener gesandt hat, nicht glaubet. Joh 5:39 Ihr forschet die Schriften, weil Ihr meinet, in denselben das ewige Leben zu haben, und jene sind', die von mir zeugen; Joh 5:40 und ihr wollt nicht zu mir kommen, daß ihr das Leben hättet. Joh 5:41 Ehre von Menschen nehme ich nicht; Joh 5:42 sondern ich kenne euch, daß ihr die Liebe Gottes nicht in euch habt. Joh 5:43 Ich bin gekommen in dem Namen meines Vaters, und ihr nehmet mich nicht an; wenn ein anderer kommt in seinem eigenen Namen, so werdet ihr denselben annehmen. Joh 5:44 Wie könnet Ihr glauben, da ihr Ehre voneinander nehmet, und die Ehre, die von dem alleinigen Gott ist, suchet ihr nicht? Joh 5:45 Lasset euch nicht dünken, Ich werde euch gegen den Vater verklagen; es ist, der euch verklagt, Mose, auf den Ihr eure Hoffnung gestellt habt. Joh 5:46 Denn wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr mir; denn von mir hat je ner geschrieben. Joh 5:47 So ihr aber den Schriften von jenem nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben? Joh 6:1 Darnach fuhr Jesus weg über das galiläische Meer bei Tiberias; Joh 6:2 und es folgte ihm ein großer Haufe nach, dieweil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Joh 6:3 Jesus aber ging auf den Berg hinauf und setzte sich daselbst mit seinen Jüngern. Joh 6:4 Es war aber nahe das Passah, der Juden Fest. Joh 6:5 Da nun Jesus seine Augen aufhob und sah, daß ein großer Haufen zu ihm käme, sprach er zu Philippus: Woher werden wir Brote kaufen, daß diese essen? Joh 6:6 Das aber sagte er, ihn zu versuchen; denn er selbst wußte, was er tun würde. Joh 6:7 Philippus antwortete ihm: Für zweihundert Zehner Brote sind ihnen nicht genug, daß ein jeglicher unter ihnen ein wenig nehme. Joh 6:8 Spricht zu ihm einer von seinen Jüngern, Andreas, der Bruder des Si mon Petrus: Joh 6:9 Es ist ein einziges Knäblein hier, das hat fünf Gerstenbrote und zwei Fischlein; aber was ist dieses unter so viele? Joh 6:10 Jesus aber sprach: Machet, daß die Leute sich lagern; es war aber viel Gras an dem Ort. So lagerten sich nun die Männer an der Zahl bei fünftausend. Joh 6:11 Jesus aber nahm die Brote und dankte und gab sie unter die, so sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischlein, soviel sie wollten Joh 6:12 Als sie aber gesättigt waren, spricht er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, daß nichts umkomme. Joh 6:13 Sie sammelten also und füllten zwölf Körblein mit Brocken von den fünf Gerstenbroten, die übrigblieben denen, die da gegessen hatten. Joh 6:14 Da nun die Leute das Zeichen sahen, das Jesus tat, sprachen sie: Dieser ist wahrhaftig der Prophet, der in die Welt kommt. Joh 6:15 Da Jesus nun merkte, daß sie kommen würden und ihn hinreißen, daß sie ihn zum König machten, entwich er abermals auf den Berg, er selbst allein. Joh 6:16 Als es aber Abend ward, gingen seine Jünger hinab an das Meer Joh 6:17 und traten in das Schiff und kamen über das Meer gen Johannesernaum. Und es war schon finster geworden, und Jesus war nicht zu ihnen gekommen, Joh 6:18 und das Meer, indem ein starker Wind wehte, hob sich empor. Joh 6:19 Da sie nun bei fünfundzwanzig bis dreißig Feldwegs gerudert hatten, schauen sie Jesum auf dem Meer wandeln und nahe zu dem Schiff kommen; und fürchteten sich. Joh 6:20 Er aber spricht zu ihnen: Ich bin', fürchtet euch nicht. Joh 6:21 Sie wollten ihn also in das Schiff nehmen, und alsbald kam das Schiff an das Land, da sie hinfuhren. Joh 6:22 Des folgenden Tages, da der Haufen, der jenseits des Meers stand, sah, daß kein anderes Schifflein daselbst gewesen war als ein einziges, und daß Jesus nicht mit seinen Jüngern in das Schifflein getreten war, sondern allein seine Jünger waren weggefahren; Joh 6:23 andere Schifflein aber kamen von Tiberias nahe zu der Stätte, wo sie das Brot gegessen hatten, als der Herr dankte; Joh 6:24 da nun der Haufen sah, daß Jesus nicht daselbst sei noch seine Jünger, traten sie selber in die Schiffe und kamen gen Johannesernaum und suchten Jesum. Joh 6:25 Und da sie ihn fanden jenseits des Meers, sprachen sie zu ihm: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Joh 6:26 Jesus antwortete ihnen und sprach: Amen, amen, ich sage euch, ihr suchet mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr habt von den Broten gegessen und seid gesättigt worden. Joh 6:27 Wirket nicht die Speise, die vergeht, sondern die Speise, die bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird; denn diesen hat der Vater versiegelt, (nämlich) Gott. Joh 6:28 Sie sprachen denn zu ihm: Was sollen wir tun, daß wir die Werke Gottes wirken? Joh 6:29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, daß ihr an den glaubet, den jener gesandt hat. Joh 6:30 Sie sprachen denn zu ihm: Was tust Du denn für ein Zeichen, auf daß wir sehen und glauben dir? Was wirkest du? Joh 6:31 Unsere Väter haben das Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben ist: Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen. Joh 6:32 Jesus sprach denn zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch, nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das Brot aus dem Himmel, das wahrhaftig ist. Joh 6:33 Denn das Brot Gottes ist, das aus dem Himmel herabkam und das der Welt das Leben gibt. Joh 6:34 Sie sprachen denn zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot. Joh 6:35 Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nicht dürsten jemals. Joh 6:36 Aber ich habe es euch gesagt, daß ihr mich gesehen habt und dabei nicht glaubet. Joh 6:37 Alles, was der Vater mir gibt, kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinaustreiben; Joh 6:38 denn ich bin aus dem Himmel herabgekommen, nicht daß ich meinen Willen tue, sondern den Willen des, der mich gesandt hat. Joh 6:39 Dies ist aber der Wille des, der mich gesandt hat, daß ich von allem, was er mir gegeben hat, nichts ver liere, sondern es auferwecke an dem letzten Tage. Joh 6:40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß ein jeder, der den Sohn sieht und an ihn glaubt, ewiges Leben habe, und Ich ihn auferwecke am letzten Tage. Joh 6:41 Es murrten nun die Juden über ihn, daß er sagte: Ich bin das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; Joh 6:42 und sprachen: Ist dieser nicht der Sohn Josephs, dessen Vater und Mutter wir wissen? Wie spricht denn dieser: Ich bin aus dem Himmel herabgekommen? Joh 6:43 Jesus antwortete nun und sprach zu ihnen: Murret nicht miteinander. Joh 6:44 Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht, und Ich werde ihn auferwecken an dem letzten Tage. Joh 6:45 Es ist geschrieben in den Propheten: Und es werden alle von Gott gelehrt sein. Ein jeder nun, der es gehört hat von dem Vater und gelernt, kommt zu mir; Joh 6:46 nicht daß den Vater jemand gesehen habe; sondern der von Gott ist, dieser hat den Vater gesehen. Joh 6:47 Amen, amen, ich sage euch, wer an mich glaubt, hat ewiges Leben. Joh 6:48 Ich bin das Brot des Lebens. Joh 6:49 Eure Väter haben das Manna gegessen in der Wüste und sind gestorben; Joh 6:50 dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabkam, auf daß einer davon esse und nicht sterbe. Joh 6:51 Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; wenn einer von diesem Brot ißt, so wird er leben in Ewigkeit. Und das Brot zwar, das Ich geben werde, ist mein Fleisch, Joh 6:52 Da stritten nun die Juden unter einander und sprachen: Wie kann dieser uns das Fleisch zu essen geben? Joh 6:53 Jesus sprach denn zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr nicht esset das Fleisch des Sohnes des Menschen und trinket sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch selbst. Joh 6:54 Wer mein Fleisch ißt und trinkt mein Blut, hat ewiges Leben, und Ich werde ihn auferwecken am letzten Tage. Joh 6:55 Denn mein Fleisch ist wahrhaftig eine Speise, und mein Blut ist wahrhaftig ein Trank. Joh 6:56 Wer mein Fleisch ißt und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und Ich in ihm. Joh 6:57 Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und Ich lebe um des Vaters willen, so wird derselbe, der mich ißt, auch leben um meinetwillen. Joh 6:58 Dies ist das Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist; nicht wie eure Väter das Manna aßen und starben. Wer dieses Brot ißt, wird leben in Ewigkeit. Joh 6:59 Dieses sagte er in einer Schule, da er lehrte zu Kapernaum. Joh 6:60 Viele nun von seinen Jüngern, die es hörten, sprachen: Hart ist die ser Spruch; wer kann ihn hören? Joh 6:61 Da aber Jesus in sich selber wußte, daß seine Jünger hierüber murren, sprach er zu ihnen: Ärgert euch dieses? Joh 6:62 Wie, wenn ihr sehet den Sohn des Menschen hinauffahren, wo er zuvor war? Joh 6:63 Der Geist ist', der da lebendig macht, das Fleisch nützt nichts. Die Worte, die Ich euch gesagt habe, sind Geist und sind Leben. Joh 6:64 Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben. Denn Jesus wußte von Anfang, welche es wären, die nicht glaubten, und wer es wäre, der ihn verraten würde. Joh 6:65 Und er sprach: Darum habe ich euch gesagt: Es kann niemand zu mir kommen, wenn es ihm nicht von meinem Vater gegeben ist. Joh 6:66 Von dem an wichen seiner Jünger viele zurück und wandelten nicht mehr mit ihm. Joh 6:67 So sprach nun Jesus zu den Zwölfen: Wollt auch Ihr weggehen? Joh 6:68 Simon Petrus nun antwortete ihm: Herr, zu wem sollen wir hingehen? Worte des ewigen Lebens hast du. Joh 6:69 Und Wir haben geglaubt und erkannt, daß Du bist der Gesalbte, der Sohn Joh 6:70 Jesus antwortete ihnen: Habe Ich nicht euch Zwölf erwählt, und unter euch ist Einer ein Teufel. Joh 6:71 Er redete aber von Judas, Simons Ischariot. Denn dieser war sein künf tiger Verräter, da er Einer von den Zwölfen war. Joh 7:1 Und es wandelte Jesus darnach in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa wandeln, weil die Juden ihn zu töten suchten. Joh 7:2 Es war aber nahe das Fest der Juden, die Laubrüste. Joh 7:3 So sprachen nun zu ihm seine Brüder: Ziehe von hier weg und gehe hin nach Judäa, auf daß auch deine Jünger deine Werke sehen, die du tust. Joh 7:4 Denn niemand tut etwas im Verborgenen und trachtet sich selbst sehen zu lassen. Tust du diese Dinge, so mache dich selbst der Welt offenbar. Joh 7:5 Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. Joh 7:6 Spricht nun Jesus zu ihnen: Meine Zeit ist noch nicht da; eure Zeit aber ist immer geschickt. Joh 7:7 Es kann die Welt euch nicht hassen; mich aber haßt sie, weil ich von ihr zeuge, daß ihre Werke böse sind. Joh 7:8 Gehet Ihr hinauf auf das Fest; Ich gehe nicht hinauf auf dieses Fest, weil meine Zeit noch nicht erfüllt ist. Joh 7:9 Da er das ihnen gesagt, blieb er in Galiläa. Joh 7:10 Als nun seine Brüder hinaufgegangen waren, da ging auch er selbst hinauf auf das Fest, nicht offenbarlich, sondern wie im Verborgenen. Joh 7:11 Die Juden nun suchten ihn an dem Fest und sprachen: Wo ist jener? Joh 7:12 Und es war viel Murmeln von ihm unter dem Haufen. Etliche sprachen: Er ist gut; andere sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk. Joh 7:13 Doch redete niemand frei von ihm wegen der Furcht vor den Juden. Joh 7:14 Da aber das Fest nunmehr auf der Mitte war, ging Jesus hinauf in den Tempel und lehrte. Joh 7:15 Und es verwunderten sich die Juden und sprachen: Wie ist dieser ein Gelehrter, da er doch nicht gelernt hat? Joh 7:16 Es antwortete ihnen Jesus und sprach: Meine Lehre ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat. Joh 7:17 Wenn jemand will dessen Willen tun, so wird er der Lehre halber erkennen, ob sie aus Gott sei, oder ob Ich von mir selbst rede. Joh 7:18 Wer von sich selbst redet, der sucht seine eigene Ehre; wer aber sucht die Ehre des, der ihn gesandt hat, dieser ist wahrhaftig, und ist kein Unrecht an ihm. Joh 7:19 Hat nicht Mose euch das Gesetz gegeben? und niemand unter euch tut das Gesetz. Was suchet ihr mich zu töten? Joh 7:20 Der Haufe antwortete und sprach: Du hast einen Teufel (Dämon); wer sucht dich zu töten? Joh 7:21 Es antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Ein einziges Werk habe ich getan, und ihr verwundert euch alle. Joh 7:22 Darum hat Mose euch die Beschneidung gegeben, nicht daß sie von Mose ist, sondern von den Vätern; und am Sabbat beschneidet ihr einen Menschen. Joh 7:23 So die Beschneidung ein Mensch am Sabbat empfängt, daß das Gesetz Moses nicht gebrochen wird, seid ihr auf mich erbittert, daß ich einen ganzen Menschen gesund gemacht habe am Sabbat? Joh 7:24 Richtet nicht nach dem Ansehen, sondern das gerechte Gericht richtet. Joh 7:25 Etliche nun von denen zu Jerusalem sprachen: Ist' nicht dieser, den sie suchen zu töten? Joh 7:26 Und siehe, er redet frei, und sie sagen ihm nichts. Haben etwa die Regenten wahrhaftig erkannt, daß dieser sei der Gesalbte? Joh 7:27 Aber diesen kennen wir, woher er ist; wenn aber der Gesalbte kommt, so weiß niemand, woher er ist. Joh 7:28 So schrie nun Jesus im Tempel lehrend und sprach: Ihr kennet mich und wisset auch, woher ich bin; und von mir selber bin ich nicht gekommen, sondern der ist wahrhaftig, der mich gesandt hat, welchen Ihr nicht kennet; Joh 7:29 Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin, und derselbe mich gesandt hat. Joh 7:30 Sie suchten nun ihn zu greifen; und niemand legte die Hand an ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. Joh 7:31 Viele aber von dem Haufen glaubten an ihn und sprachen: Der Gesalbte, wenn er kommt, wird er wohl mehr Zeichen tun denn diese, die dieser getan hat? Joh 7:32 Es hörten die Pharisäer, daß der Haufen dieses von ihm murmelte; und die Pharisäer und die Hohenpriester sandten Diener, daß sie ihn greifen sollten. Joh 7:33 Da sprach nun Jesus: Noch eine kleine Zeit bin ich bei euch, so gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat. Joh 7:34 Suchen werdet ihr mich und nicht finden; und wo Ich hingehe, da könnt Ihr nicht hinkommen. Joh 7:35 So sprachen denn die Juden untereinander: Wo wird dieser hingehen, daß Wir ihn nicht finden werden? Wird er zu den Zerstreuten unter den Griechen ziehen und die Griechen lehren? Joh 7:36 Was ist das für eine Rede, die er gesagt hat: Suchen werdet ihr mich und nicht finden; und wo Ich hingehe, da könnt Ihr nicht hinkommen? Joh 7:37 Aber am letzten Tage des Festes, welcher der vornehmste war, trat Jesus auf und schrie und sprach: Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke. Joh 7:38 Wer an mich glaubt, (wird sein,) wie die Schrift gesagt hat, Ströme lebendigen Wassers werden aus seinem Leibe fließen. Joh 7:39 Dieses aber sagte er von dem Geist, welchen empfangen würden, die an ihn glaubten; denn der Joh 7:40 Etliche nun vom Haufen, welche die Rede hörten, sprachen: Dieser ist wahrhaftig der Prophet. Joh 7:41 Andere sprachen: Dieser ist der Gesalbte. Andere sprachen: Kommt denn der Gesalbte aus Galiläa? Joh 7:42 Hat nicht die Schrift gesagt, aus dem Samen Davids und von Bethlehem, dem Flecken, wo David war, komme der Gesalbte? Joh 7:43 So ward nun eine Trennung unter dem Haufen seinetwegen. Joh 7:44 Etliche aber von ihnen wollten ihn greifen, aber keiner legte die Hände an ihn. Joh 7:45 Es kamen also die Diener zu den Hohenpriestern und Pharisäern. Und jene sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Joh 7:46 Die Diener antworteten: Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Joh 7:47 Da antworteten nun ihnen die Pharisäer: Seid auch Ihr verführt? Joh 7:48 Ist jemand von den Regenten an ihn gläubig geworden oder von den Pharisäern? Joh 7:49 Allein dieser Haufen, so das Gesetz nicht weiß, die sind verflucht. Joh 7:50 Spricht Nikodemus zu ihnen, der bei Nacht zu ihm kam, welcher einer unter ihnen war: Joh 7:51 Richtet unser Gesetz den Menschen, wenn es nicht vorher von ihm hört und sich erkundigt, was er tut? Joh 7:52 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist auch Du ein Galiläer? Forsche und siehe, daß kein Prophet aus Galiläa aufsteht. Joh 7:53 Und sie gingen hinweg, ein jeglicher in sein Haus. Joh 8:1 Jesus aber ging auf den Ölberg; Joh 8:2 und frühmorgens verfügte er sich wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie. Joh 8:3 Da führen die Schriftgelehrten und die Pharisäer ein Weib her, im Ehebruch ergriffen, und stellen sie in die Mitte Joh 8:4 und sprechen zu ihm: Meister, dieses Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Joh 8:5 Im Gesetz aber hat Mose uns geboten, solche zu steinigen; was sagst denn Du? Joh 8:6 Dieses aber sagten sie, ihn zu versuchen, auf daß sie ihn zu verklagen hätten. Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Joh 8:7 Als sie aber anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe zuerst den Stein auf sie. Joh 8:8 Und er bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. Joh 8:9 Da sie aber es hörten, gingen sie hinaus, einer nach dem andern, und machten den Anfang an den Ältesten; und Jesus ward allein gelassen und das Weib, das in der Mitte war. Joh 8:10 Da aber Jesus sich aufrichtete, sprach er zu ihr: Weib, wo sind deine Verkläger? Hat niemand dich verurteilt? Joh 8:11 Sie sprach: Niemand, Herr. Jesus sprach: So verurteile Ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr. Joh 8:12 Da redete nun Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben. Joh 8:13 Da sprachen denn die Pharisäer zu ihm: Du zeugst von dir selbst, dein Zeugnis ist nicht wahrhaftig. Joh 8:14 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ob Ich schon von mir selbst zeuge, so ist mein Zeugnis wahrhaftig; weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; Ihr aber wisset nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe. Joh 8:15 Ihr richtet nach dem Fleisch, Ich richte niemand; Joh 8:16 und wenn Ich auch richte, so ist mein Gericht wahrhaftig; dieweil ich' nicht allein bin, sondern Ich und der Vater, der mich gesandt hat. Joh 8:17 So steht auch in eurem Gesetz geschrieben, daß zweier Menschen Zeugnis wahrhaftig sei. Joh 8:18 Ich bin', der ich von mir selbst zeuge, und es zeugt von mir, der mich gesandt hat, (nämlich) der Vater. Joh 8:19 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennet weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater. Joh 8:20 Diese Worte redete er bei dem Schatzkasten, da er lehrte in dem Tempel. Und niemand griff ihn, weil seine Stunde noch nicht gekommen war. Joh 8:21 So sprach nun Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe weg, und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben; wo Ich hingehe, da könnt Ihr nicht hinkommen. Joh 8:22 Da sprachen denn die Juden: Wird er etwa sich selbst töten, daß er sagt: Wo Ich hingehe, da könnt Ihr nicht hinkommen? Joh 8:23 Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von dem, was unten ist; Ich bin von dem, was oben ist; Ihr seid von dieser Welt, Ich bin nicht von dieser Welt. Joh 8:24 Darum habe ich euch gesagt: Ihr werdet sterben in euren Sünden. Denn so ihr nicht glauben werdet, daß Ich ' bin, so werdet ihr sterben in euren Sünden. Joh 8:25 Sie sprachen denn zu ihm: Wer bist Du? Und Jesus sprach zu ihnen: Erstlich, weil ich zu euch eben rede, Joh 8:26 habe ich vieles von euch zu reden und zu richten; aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und Ich, was ich von ihm gehört habe, dieses sage ich in die Welt hin. Joh 8:27 Sie erkannten nicht, daß er ihnen vom Vater sagte. Joh 8:28 So sprach denn Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Sohn des Menschen erhöhen werdet, alsdann werdet ihr erkennen, daß Ich ' bin; und von mir selbst tue ich nichts, sondern wie mich mein Vater gelehrt hat, rede ich dieses; Joh 8:29 und der mich gesandt hat, ist mit mir. Der Vater hat mich nicht allein gelassen, weil Ich das, was ihm gefällig ist, allezeit tue. Joh 8:30 Da er dieses redete, glaubten viele an ihn. Joh 8:31 So sprach denn Jesus zu den Juden, die ihm nun glaubten: Wenn Ihr bleibet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger; Joh 8:32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Joh 8:33 Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Samen und haben niemand jemals gedient; wie sprichst Du: Ihr werdet frei werden? Joh 8:34 Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ein jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Joh 8:35 Der Knecht aber bleibt nicht in dem Hause in Ewigkeit; der Sohn bleibt in Ewigkeit. Joh 8:36 Wenn nun der Sohn euch frei machen wird, so werdet ihr in der Tat frei sein. Joh 8:37 Ich weiß, daß ihr Abrahams Samen seid; aber ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort in euch nicht Raum findet. Joh 8:38 Was ich bei meinem Vater gesehen habe, rede Ich; und was ihr denn von eurem Vater gehört habt, tut Ihr. Joh 8:39 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Unser Vater ist Abraham. Spricht Jesus zu ihnen: Wäret ihr Kinder Abrahams, so tätet ihr die Werke Abrahams. Joh 8:40 Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der ich die Wahrheit zu euch geredet habe, die ich von Gott gehört habe. Dies hat Abraham nicht getan. Joh 8:41 Ihr tut die Werke eures Vaters. Sie sprachen denn zu ihm: Wir sind aus Hurerei nicht geboren; einen einigen Vater haben wir, nämlich Gott. Joh 8:42 Da sprach denn Jesus zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn Ich bin von Gott ausgegangen und hergekommen. Denn ich bin ja nicht von mir selbst gekommen, sondern jener hat mich gesandt. Joh 8:43 Warum kennet ihr meine Rede nicht, daß ihr mein Wort nicht hören könnt? Joh 8:44 Ihr seid von dem Vater dem Teufel, und die Begierden eures Vaters wollt ihr tun. Jener war ein Menschenmörder von Anfang, und in der Wahrheit ist er nicht bestanden, weil keine Wahrheit in ihm ist. Wenn er redet, so redet er die Lügen aus seinem Eigenen; dieweil er ein Lügner ist und der Vater desselben. Joh 8:45 Weil Ich aber die Wahrheit sage, so glaubet ihr mir nicht. Joh 8:46 Wer unter euch überweist mich eines Fehlers halber? So ich aber die Wahrheit sage, warum glaubet Ihr mir nicht? Joh 8:47 Wer aus Gott ist, hört die Worte Gottes. Darum höret Ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid. Joh 8:48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen Wir nicht wohl, daß Du ein Samariter seiest und einen Teufel (Dämon) habest? Joh 8:49 Jesus antwortete: Ich habe keinen Teufel (Dämon), sondern ich ehre meinen Vater, und Ihr verunehret mich. Joh 8:50 Ich aber suche nicht meine Herrlichkeit; es ist Joh 8:51 Amen, amen, ich sage euch, wenn jemand mein Wort wird halten, so wird er den Tod nicht sehen in Ewigkeit. Joh 8:52 Da sprachen die Juden zu ihm: Nun haben wir vermerkt, daß du einen Teufel (Dämon) hast. Abraham ist gestorben und die Propheten; und Du sprichst: Wenn jemand mein Wort wird halten, so wird er den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. Joh 8:53 Bist Du größer denn unser Vater Abraham, welcher gestorben ist, und die Propheten sind gestorben. Zu wem machst du dich selbst? Joh 8:54 Jesus antwortete: Wenn Ich mich selber verherrliche, so ist meine Herrlichkeit nichts; es ist mein Vater, der mich verherrlicht, von welchem Ihr sprechet: Er ist unser Gott; Joh 8:55 und ihr habt ihn nicht erkannt; Ich aber kenne ihn; und wenn ich sagte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich euresgleichen sein, (nämlich) ein Lügner; aber ich kenne ihn, und sein Wort halte ich. Joh 8:56 Abraham, euer Vater, frohlockte, daß er meinen Tag sehen möchte; und er sah ihn und freute sich. Joh 8:57 Da sprachen die Juden zu ihm: Fünfzig Jahre hast du noch nicht auf dir, und Abraham hast du gesehen? Joh 8:58 Jesus sprach zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ehe denn Abraham ward, bin Ich. Joh 8:59 Da hoben sie Steine auf, daß sie auf ihn würfen; Jesus aber verbarg sich und ging zum Tempel hinaus und ging also vorüber. Joh 9:1 Und da er vorüberging, sah er einen Menschen, der blind geboren war. Joh 9:2 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat sich versündigt, dieser oder seine Eltern, daß er blind geboren würde? Joh 9:3 Jesus antwortete: Weder dieser hat sich versündigt noch seine Eltern, sondern daß die Werke Gottes offenbar würden an ihm. Joh 9:4 Ich muß wirken die Werke des, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt eine Nacht, da niemand wirken kann. Joh 9:5 Wann ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Joh 9:6 Als er dieses gesagt, spützte er auf den Boden und machte einen Leimen von dem Speichel und strich den Leimen auf die Augen des Blinden Joh 9:7 und sprach zu ihm: Gehe hin und wasche dich ab in den Teich Siloah; das wird verdolmetscht: Gesandt. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend. Joh 9:8 Die Nachbarn nun und die ihn vorher sahen, weil er ein Bettler war, sprachen: Ist' nicht dieser, der dasaß und bettelte? Joh 9:9 Andere sprachen: Dieser ist'. Andere aber: Er ist ihm ähnlich. Jener sprach: Ich bin'. Joh 9:10 Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen aufgetan worden? Joh 9:11 Jener antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Leimen und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Gehe hin zu dem Teich Siloah und wasche dich. Da ich aber hinging und mich wusch, sah ich auf. Joh 9:12 Da sprachen sie zu ihm: Wo ist derselbe? Er sprach: Ich weiß nicht. Joh 9:13 Sie führen ihn zu den Pharisäern, den, der weiland blind war. Joh 9:14 Es war aber Sabbat, da Jesus den Leimen machte und seine Augen eröffnete. Joh 9:15 Da fragten ihn abermals die Pharisäer, wie er wäre sehend geworden. Er aber sprach zu ihnen: Einen Leimen legte er auf meine Augen, und ich wusch mich und sehe. Joh 9:16 Da sprachen etliche von den Pharisäern: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es war eine Trennung unter ihnen. Joh 9:17 Sie sagen zu dem Blinden abermals: Was sagst Du von ihm, daß er deine Augen hat aufgetan? Er aber sprach: Er ist ein Prophet. Joh 9:18 Da glaubten die Juden nicht von ihm, daß er blind gewesen und se hend geworden wäre, bis daß sie seinen Eltern riefen, dessen der sehend geworden war. Joh 9:19 Und fragten sie und sprachen: Ist dieser euer Sohn, von dem Ihr saget, er sei blind geboren. Wie sieht er denn jetzt? Joh 9:20 Es antworteten aber ihnen seine Eltern und sprachen: Wir wissen, daß dieser unser Sohn ist und daß er blind geboren ist; Joh 9:21 wie er aber nun sieht, wissen wir nicht; oder wer seine Augen aufgetan hat, wissen Wir nicht; ihn fraget; er hat das Alter dazu, er wird selbst von sich reden. Joh 9:22 Dieses sagten seine Eltern, weil sie die Juden fürchteten; denn es hatten' die Juden schon miteinander festgestellt, so jemand ihn für den Gesalbten bekennte, daß er aus der Versammlung verstoßen werden sollte. Joh 9:23 Darum sprachen seine Eltern: Er hat das Alter dazu; ihn fraget. Joh 9:24 Da riefen sie zum andern Mal dem Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre; Wir wissen, daß dieser Mensch ein Sünder ist. Joh 9:25 Da antwortete jener und sprach: Ob er ein Sünder sei, weiß ich nicht; eines weiß ich, daß, da ich blind war, ich jetzt sehe. Joh 9:26 Sie sprachen aber wieder zu ihm: Was tat er dir? Wie eröffnete er deine Augen? Joh 9:27 Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt, und ihr habt' nicht gehört; was wollt ihr' abermals hören? Wollt auch Ihr seine Jünger werden? Joh 9:28 Sie schmähten ihn und sprachen: Du bist desselben Jünger; Wir aber sind Moses Jünger. Joh 9:29 Wir wissen, daß Gott zu Mose geredet hat; diesen aber wissen wir nicht, woher er ist. Joh 9:30 Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Desfalls ist es gewiß wundersam, daß Ihr nicht wisset, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan. Joh 9:31 Wir wissen aber, daß Gott keine Sünder hört, sondern wenn jemand Gott vor Augen hat und seinen Willen tut, diesen hört er. Joh 9:32 Von der Weltzeit an ist' nicht erhört, daß jemand eines Blindgeborenen Augen aufgetan habe. Joh 9:33 Wenn dieser nicht von Gott wäre, er könnte nichts tun. Joh 9:34 Sie antworteten und sprachen zu ihm: In Sünden bist Du ganz gezeugt, und Du lehrst uns? Und stießen ihn hinaus. Joh 9:35 Es hörte Jesus, daß sie ihn hinausgestoßen hatten; und da er ihn antraf, sprach er zu ihm: Du glaubst ja an den Sohn Gottes? Joh 9:36 Jener antwortete und sprach: Wer ist', Herr, daß ich an ihn glauben möge? Joh 9:37 Jesus aber sprach zu ihm: Du hast ihn zu sehen bekommen, und der mit dir redet, ist derselbe. Joh 9:38 Er aber sprach: Ich glaube, Herr; und betete ihn an. Joh 9:39 Und Jesus sprach: Zu einem Gericht bin Ich in diese Welt gekommen, auf daß, die da nicht sehen, sehen möchten, und die da sehen, blind würden. Joh 9:40 Und dieses hörten die von den Pharisäern, die mit ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind auch Wir blind? Joh 9:41 Jesus sprach zu ihnen: Wäret ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; nun ihr aber sprecht: Wir sehen, so bleibt denn eure Sünde. Joh 10:1 Amen, amen, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, derselbe ist ein Dieb und Räuber; Joh 10:2 der aber zur Tür hineingeht, ist ein Hirte der Schafe. Joh 10:3 Diesem tut der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme, und seinen eigenen Schafen ruft er mit Namen und führt sie aus; Joh 10:4 und wenn er seine eigenen Schafe hat ausgelassen, so geht er vor ihnen her; und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen. Joh 10:5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern vor ihm fliehen, weil sie der Fremden Stimme nicht kennen. Joh 10:6 Diese verblümte Rede sprach Jesus zu ihnen; jene aber vernahmen nicht, was es war, das er zu ihnen redete. Joh 10:7 Da sprach nun Jesus wieder zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür der Schafe. Joh 10:8 Alle, die da gekommen sind, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben sie nicht gehört. Joh 10:9 Ich bin die Tür; wenn durch mich jemand eingeht, so wird er errettet werden und einund ausgehen und Weide finden. Joh 10:10 Der Dieb kommt nicht, denn nur daß er stehle und schlachte und verderbe; Ich bin gekommen, auf daß sie Leben haben und Überfluß haben. Joh 10:11 Ich bin der gute Hirte; der gute Hirte läßt sein Leben für die Schafe. Joh 10:12 Der Mietling aber und der nicht Hirte ist, des die Schafe nicht eigen sind, sieht den Wolf kommen und verläßt die Schafe und flieht; und der Wolf zerreißt sie und zerstreut die Schafe. Joh 10:13 Aber der Mietling flieht, weil er ein Mietling ist, und ist ihm nicht um die Schafe zu tun. Joh 10:14 Ich bin der gute Hirte und erkenne die Meinen, und es erkennen mich die Meinen, Joh 10:15 gleichwie der Vater mich erkennt und Ich den Vater erkenne; und ich lasse mein Leben für die Schafe. Joh 10:16 Und ich habe andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; und dieselben muß ich führen, und sie sollen meine Stimme hören, und es wird werden Eine Herde, Ein Hirte. Joh 10:17 Darum liebt mich der Vater, weil Ich mein Leben lasse, auf daß ich es wieder nehme. Joh 10:18 Niemand nimmt es von mir, sondern Ich lasse es von mir selber. Macht habe ich es zu lassen, und Macht habe ich es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater. Joh 10:19 Eine Trennung wurde nun wieder unter den Juden um dieser Reden willen. Joh 10:20 Es sprachen aber viele unter ihnen: Er hat einen Teufel (Dämon) und ist unsinnig, was höret ihr ihn? Joh 10:21 Andere sprachen: Diese Worte sind nicht eines Besessenen; kann ein Teufel (Dämon) Blinder Augen auftun? Joh 10:22 Es ward aber Kirchweihe zu Jerusalem und war Winter; Joh 10:23 und Jesus wandelte in dem Tempel in dem Gang Salomos. Joh 10:24 Es umringten ihn denn die Juden und sprachen zu ihm: Wie lange hältst du unsere Seele auf? Bist Du der Gesalbte, so sage es uns frei. Joh 10:25 Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, und ihr glaubet nicht. Die Werke, die Ich tue in dem Namen meines Vaters, diese zeugen von mir; Joh 10:26 aber Ihr glaubet nicht, denn ihr seid nicht von meinen Schafen, wie ich euch gesagt habe. Joh 10:27 Meine Schafe hören meine Stimme, und Ich kenne sie; und sie folgen mir, Joh 10:28 und Ich gebe ihnen ewiges Leben; und sie werden nicht verloren gehen in Ewigkeit, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Joh 10:29 Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist größer denn alles; und niemand kann sie aus der Hand meines Vaters reißen. Joh 10:30 Ich und der Vater sind Eins. Joh 10:31 Da trugen die Juden abermals Steine herbei, daß sie ihn steinigten. Joh 10:32 Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meines Vaters wegen; um welches Werk unter denselben steinigt ihr mich? Joh 10:33 Die Juden antworteten ihm: Um eines guten Werkes willen steinigen wir dich nicht, sondern um einer Lästerung willen, und weil Du, da du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst. Joh 10:34 Jesus antwortete ihnen: Ist nicht in eurem Gesetz geschrieben: Ich habe gesagt: Götter seid ihr? Joh 10:35 So er jene Götter genannt hat, gegen die das Wort Gottes geschehen ist, und die Schrift kann nicht gebrochen werden; Joh 10:36 sprecht Ihr (zu dem), welchen der Vater geheiligt und gesandt hat in die Welt: Du lästerst, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn. Joh 10:37 Tue ich nicht die Werke meines Vaters, so glaubet mir nicht; Joh 10:38 tue ich sie aber, so glaubet, wenn ihr schon mir nicht glaubet, den Werken, auf daß ihr erkennet und glaubet, daß der Vater in mir ist und Ich in dem Vater. Joh 10:39 Da suchten sie abermals ihn zu greifen, und er ging aus ihrer Hand weg. Joh 10:40 Und er ging abermals hin jenseits des Jordans an den Ort, da Johannes zuerst getauft hatte, und blieb daselbst. Joh 10:41 Und viele kamen zu ihm und sprachen: Johannes zwar hat kein Zeichen getan; aber alles, was Johan nes von diesem gesagt hat, war wahrhaftig; Joh 10:42 und glaubten da viele an ihn. Joh 11:1 Es war aber ein Kranker, Lazarus von Bethanien, aus dem Flecken Marias und Marthas, ihrer Schwester. Joh 11:2 Es war aber Maria, die den Herrn mit Salben salbte und trocknete seine Füße mit ihren Haaren, deren Bruder Lazarus krank war. Joh 11:3 Da sandten nun die Schwestern zu ihm und sprachen: Herr, siehe, den du lieb hast, der ist krank. Joh 11:4 Da es aber Jesus hörte, sprach er: Diese Krankheit ist nicht zum Tode, sondern für die Herrlichkeit Gottes, daß der Sohn Gottes durch dieselbe verherrlicht werde. Joh 11:5 Es liebte aber Jesus die Martha und ihre Schwester und den Lazarus. Joh 11:6 Als er nun hörte, daß er krank war, da blieb er zwar an dem Ort, da er war, zwei Tage. Joh 11:7 Sodann, nach diesem, spricht er zu den Jüngern: Lasset uns wiederum nach Judäa reisen. Joh 11:8 Sprechen zu ihm die Jünger: Rabbi, jetzt suchten die Juden dich zu steinigen, und du gehst wieder dorthin? Joh 11:9 Jesus antwortete: Sind nicht zwölf Stunden des Tages? Wenn jemand am Tage wandelt, so stößt er nicht an, dieweil er das Licht dieser Welt sieht; Joh 11:10 wenn aber jemand bei Nacht wandelt, so stößt er an, dieweil das Licht nicht in ihm ist. Joh 11:11 Dieses sagte er, und darnach spricht er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, ist entschlafen; aber ich gehe hin, daß ich ihn vom Schlaf aufwecke. Joh 11:12 Da sprachen seine Jünger: Herr, wenn er in einen Schlaf gekommen ist, so wird er genesen. Joh 11:13 Es hatte aber Jesus von seinem Tode geredet; jene hingegen meinten, er rede von dem eigentlichen Schlaf. Joh 11:14 Alsdann sagte nun Jesus ihnen frei heraus: Lazarus ist gestorben; Joh 11:15 und ich bin froh um euretwillen, auf daß ihr glaubet, daß ich nicht dort war; aber lasset uns zu ihm gehen. Joh 11:16 So sagte nun Thomas, der da heißt Zwilling, zu den Mitjüngern: Laßt auch uns gehen, daß wir mit ihm sterben. Joh 11:17 Da nun Jesus kam, fand er ihn, daß er schon vier Tage im Grabe war. Joh 11:18 Es war aber Bethanien nahe bei Jerusalem, bei fünfzehn Feldwegs weit. Joh 11:19 Und viele von den Juden waren zu Martha und Maria gekommen, daß sie sie trösteten wegen ihres Bruders. Joh 11:20 Martha nun, da sie hörte, daß Jesus kommt, ging ihm entgegen; Maria aber blieb in dem Hause sitzen. Joh 11:21 Da sprach Martha zu Jesu: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder würde nicht gestorben sein. Joh 11:22 Aber auch jetzt weiß ich, daß, was du von Gott begehren wirst, wird dir Gott geben. Joh 11:23 Spricht zu ihr Jesus: Dein Bruder wird auferstehen. Joh 11:24 Spricht zu ihm Martha: Ich weiß, daß er auferstehen wird, in der Auferstehung an dem letzten Tage. Joh 11:25 Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird, wenn er schon stirbt, leben; Joh 11:26 und ein jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du dieses? Joh 11:27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr; Ich glaube, daß Du bist Joh 11:28 Und da sie dieses gesprochen hatte, ging sie hin und rief Maria, ihrer Schwester, heimlich und sprach: Der Meister ist da und ruft dir. Joh 11:29 Jene, als sie es hörte, steht geschwind auf und kommt zu ihm. Joh 11:30 Jesus war noch nicht in den Flekken gekommen, sondern war noch an dem Ort, da ihm Martha begegnet war. Joh 11:31 Die Juden nun, die bei ihr im Hause waren und sie trösteten, da sie Maria sahen, daß sie geschwind aufstand und hinausging, folgten ihr nach und sprachen: Sie geht hin zum Grabe, daß sie daselbst weine. Joh 11:32 Maria nun, als sie kam, wo Jesus war, da sie ihn sah, fiel zu seinen Füßen und sprach zu ihm: Herr, wärest du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Joh 11:33 Jesus nun, als er sah sie weinen, und die Juden, die mit ihr kamen, weinen, ergrimmte im Geist und betrübte sich selbst Joh 11:34 und sprach: Wo habt ihr ihn hingelegt? Sie sprechen zu ihm: Herr, komm und sieh es. Joh 11:35 Es weinte Jesus. Joh 11:36 Da sprachen die Juden: Siehe, wie lieb hatte er ihn. Joh 11:37 Etliche aber unter ihnen sprachen: Konnte dieser, der die Augen des Blinden aufgetan hat, nicht machen, daß auch dieser nicht stürbe? Joh 11:38 Jesus nun ergrimmte abermals in sich selbst und kommt zu dem Grabe. Es war aber eine Höhle, und ein Stein lag davor. Joh 11:39 Spricht Jesus: Tut den Stein weg. Spricht zu ihm die Schwester des Verstorbenen, Martha: Herr, er riecht schon. Denn es ist der vierte Tag bei ihm. Joh 11:40 Spricht Jesus zu ihr: Sagte ich dir nicht, wenn du glaubest, so werdest du die Herrlichkeit Gottes sehen? Joh 11:41 Sie taten nun den Stein weg Joh 11:42 Ich aber wußte, daß du mich allezeit erhörst; aber um des Haufens willen, der umhersteht, sagte ich', auf daß sie glauben, daß Du mich gesandt hast. Joh 11:43 Und da er dieses gesagt hatte, schrie er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Joh 11:44 Und es kam der Verstorbene heraus, gebunden an Füßen und Händen mit Grabtüchern, und sein Angesicht war verhüllt mit einem Schweißtuch. Spricht Jesus zu ihnen: Löset ihn auf und lasset ihn gehen. Joh 11:45 Viele nun von den Juden, die zu Maria gekommen waren und schauten, was Jesus getan hatte, glaubten an ihn. Joh 11:46 Etliche aber von ihnen gingen hin zu den Pharisäern und sagten ihnen, was Jesus getan hatte. Joh 11:47 Da versammelten die Hohenpriester und die Pharisäer einen Rat und sprachen: Was tun wir, daß dieser Mensch viele Zeichen tut? Joh 11:48 Lassen wir ihn also, so wird jedermann an ihn glauben; so werden dann die Römer kommen und uns beides, Land und Leute, nehmen. Joh 11:49 Einer aber unter ihnen, Kaiphas, der desselben Jahres Hoherpriester war, sprach zu ihnen: Ihr wisset nichts; Joh 11:50 und bedenket nicht, daß uns zuträglich ist, ein einziger Mensch sterbe für das Volk, und nicht die ganze Nation komme um. Joh 11:51 Dieses aber hat er von sich selber nicht geredet, sondern weil er des selben Jahres Hoherpriester war, weissagte er, daß Jesus würde ster ben für die Nation; Joh 11:52 und nicht für die Nation allein, sondern daß er auch die zerstreuten Kinder Gottes zusammen versammelte. Joh 11:53 Von demselben Tage an ratschlagten sie denn, daß sie ihn töteten. Joh 11:54 Da wandelte Jesus nicht mehr öffentlich unter den Juden, sondern ging von dannen weg in die Gegend nahe bei der Wüste, in eine Stadt genannt Ephraim, und hatte da seinen Aufenthalt mit seinen Jüngern. Joh 11:55 Es war aber nahe das Passah der Juden; und es gingen viele hinauf gen Jerusalem aus der Gegend vor dem Passah, daß sie sich reinigten. Joh 11:56 Sie suchten nun Jesum und sprachen untereinander, da sie im Tempel standen: Was dünkt euch? Er möchte nicht auf' Fest kommen? Joh 11:57 Es hatten aber die Hohenpriester und die Pharisäer Befehl gegeben, so jemand wüßte, wo er wäre, daß er' anzeigte, auf daß sie ihn griffen. Joh 12:1 Jesus nun kam sechs Tage vor dem Passah gen Bethanien, da Lazarus war, der Verstorbene, welchen Jesus auferweckt hatte. Joh 12:2 Daselbst nun machten sie ihm ein Abendessen, und Martha diente; Lazarus aber war deren einer, die mit ihm zu Tische saßen. Joh 12:3 Da nahm Maria ein Pfund ungefälschter, kostbarer Nardensalbe und salbte die Füße Jesu und trocknete mit ihren Haaren seine Füße ab; das Haus aber ward voll von dem Geruch der Salbe. Joh 12:4 Da sprach einer von seinen Jüngern, Judas Ischariot, sein künftiger Verräter: Joh 12:5 Warum ist diese Salbe nicht um dreihundert Zehner verkauft und den Armen gegeben worden? Joh 12:6 Er sagte aber dieses, nicht daß es ihm um die Armen zu tun wäre, sondern weil er ein Dieb war und den Beutel hatte und trug, was eingelegt ward. Joh 12:7 Da sprach Jesus: Laß sie gehen; auf den Tag, da ich zum Grabe gerüstet werde, hat sie es aufbehalten sollen. Joh 12:8 Denn die Armen habt ihr allezeit bei euch, mich aber habt ihr nicht allezeit. Joh 12:9 So erfuhr nun viel Volks von den Juden, daß er daselbst war; und sie kamen nicht um Jesu willen allein, sondern daß sie auch Lazarus sähen, welchen er von den Toten erweckt hatte. Joh 12:10 Es ratschlagten aber die Hohenpriester, daß sie auch Lazarus töteten; Joh 12:11 dieweil um seinetwillen viele der Juden hingingen und an Jesum glaubten. Joh 12:12 Des folgenden Tages, viel Volks, das auf das Fest gekommen war, da sie hörten, daß Jesus kommt gen Jerusalem, Joh 12:13 nahmen sie die Zweige der Palmbäume und gingen hinaus, ihm entgegen, und schrieen: Hosianna, gesegnet sei der da kommt in dem Namen des Herrn, Israels König! Joh 12:14 Jesus aber fand ein Eselein und setzte sich darauf, wie geschrieben ist: Joh 12:15 Fürchte dich nicht, du Tochter Zion; siehe, dein König kommt, sitzend auf einem Eselsfüllen Joh 12:16 Dieses aber verstanden seine Jünger zuerst nicht; sondern da Jesus verherrlicht ward, alsdann gedachten sie daran, daß dieses seinethalben geschrieben war, und sie ihm dieses getan hatten. Joh 12:17 So zeugte nun das Volk, das bei ihm war, da er Lazarus aus dem Grabe rief, und ihn von den Toten auferweckte. Joh 12:18 Deswegen ging ihm auch das Volk entgegen, weil sie hörten, daß er dieses Zeichen getan habe. Joh 12:19 Die Pharisäer nun sprachen untereinander: Ihr sehet, daß wir nichts ausrichten; siehe, die Welt ist nach ihm hingegangen. Joh 12:20 Es waren aber etliche Griechen von denen, die hinaufgingen, daß sie anbeteten an dem Fest. Joh 12:21 Diese nun traten zu Philippus, der von Bethsaida in Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollen Jesum sehen. Joh 12:22 Philippus kommt und sagt' Andreas, und wiederum Andreas und Philippus sagen' Jesu. Joh 12:23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Es ist die Stunde gekommen, daß der Sohn des Menschen verherrlicht werde. Joh 12:24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn nicht das Weizenkorn in die Erde fällt und erstirbt, so bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, so trägt es viele Frucht. Joh 12:25 Wer sein Leben lieb hat, wird es verlieren; und wer sein Leben haßt in dieser Welt, wird es ins ewige Leben bewahren. Joh 12:26 Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach; und wo Ich bin, daselbst wird auch mein Diener sein. Wenn jemand mir dient, so wird ihm der Vater Ehre antun. Joh 12:27 Jetzt ist meine Seele betrübt worden; und was soll ich sagen? Vater, hilf mir aus dieser Stunde; doch darum bin ich in diese Stunde gekommen. Joh 12:28 Vater, verherrliche deinen Na men. Da kam nun eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe ihn verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen. Joh 12:29 Das Volk nun, das dastand und es hörte, sagte, es wäre ein Donner geschehen. Andere sprachen: Ein Engel hat zu ihm geredet. Joh 12:30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme geschehen, sondern um euretwillen. Joh 12:31 Jetzt ist das Gericht der Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgestoßen werden. Joh 12:32 Und Ich, wenn ich erhöht sein werde von der Erde, werde alle zu mir ziehen. Joh 12:33 Dieses aber sagte er, zu deuten, welches Todes er sterben würde. Joh 12:34 Das Volk antwortete ihm: Wir haben gehört aus dem Gesetz: Christus bleibe in Ewigkeit; und wie sagst Du: Es muß der Sohn des Menschen erhöht werden? Wer ist dieser Sohn des Menschen? Joh 12:35 Da sprach Jesus zu ihnen: Noch eine kleine Weile ist das Licht unter euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, auf daß keine Finsternis euch ergreife, da der, so in der Finsternis wandelt, nicht weiß, wo er hingeht. Joh 12:36 Solange ihr das Licht habt, so glaubet an das Licht, auf daß ihr Lichtessöhne werdet. Dieses redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen. Joh 12:37 Da er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie doch nicht an ihn; Joh 12:38 auf daß die Rede Jesajas des Propheten erfüllt würde, die er gesprochen hat: Herr, wer hat dem, was wir hören ließen, geglaubt? Und der Arm des Herrn, wem ist er entdeckt worden? Joh 12:39 Darum konnten sie nicht glauben, weil Jesaja abermals gesprochen hat: Joh 12:40 Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt; daß sie mit den Augen nicht sehen und mit dem Herzen vernehmen und sich bekehren, und ich sie heile. Joh 12:41 Dieses sagte Jesaja, da er seine Herrlichkeit sah, und redete von ihm. Joh 12:42 Gleichwohl glaubten auch von den Regenten viele an ihn; aber um der Pharisäer willen bekannten sie es nicht, auf daß sie nicht aus der Schule verwiesen werden möchten. Joh 12:43 Denn sie liebten die Ehre der Menschen mehr als die Ehre Gottes. Joh 12:44 Jesus aber schrie und sprach: Wer an mich glaubt, der glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat. Joh 12:45 Und wer mich schaut, der schaut den, der mich gesandt hat. Joh 12:46 Ich bin in die Welt gekommen, ein Licht, auf daß ein jeder, der an mich glaubt, in der Finsternis nicht bleibe. Joh 12:47 Und wenn jemand meine Worte hört und nicht glaubt, so richte Ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, daß ich die Welt richte, sondern daß ich die Welt selig mache (rette). Joh 12:48 Wer mich ausschlägt und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich geredet habe, dasselbe wird ihn richten an dem letzten Tage; Joh 12:49 dieweil Ich nicht aus mir selbst geredet habe, sondern der mich gesandt hat, der Vater, der hat mir ein Gebot gegeben, was ich sagen und was ich reden soll; Joh 12:50 und ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist. Gleichwie mir nun der Vater gesagt hat, also rede ich, was Ich rede. Joh 13:1 Vor dem Fest aber des Passah, als Jesus wußte, daß seine Stunde gekommen war, daß er aus dieser Welt hinginge zum Vater, hat er, da er liebgewonnen hatte seine Eigenen, die in der Welt waren, sie bis ans Ende geliebt; Joh 13:2 und da ein Abendessen war, da der Teufel dem Judas, Simons Ischarioth, ins Herz gegeben hatte, daß er ihn verraten sollte, Joh 13:3 als er wußte, daß ihm der Vater alles in die Hände gegeben hatte, und daß er von Gott ausgegangen war und zu Gott hingehe; Joh 13:4 steht er von dem Abendessen auf und legt seine Kleider ab und nimmt einen Schurz und begürtete sich; Joh 13:5 sodann schüttet er Wasser in das Waschgeschirr und fing an, die Füße der Jünger zu waschen und abzutrocknen mit dem Schurz, womit er begürtet war. Joh 13:6 So kommt er denn zu Simon Petrus, und derselbe spricht zu ihm: Herr, wäschest Du meine Füße? Joh 13:7 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was Ich tue, weißt Du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren. Joh 13:8 Spricht zu ihm Petrus: Du sollst meine Füße nicht waschen in Ewigkeit. Es antwortete ihm Jesus: Werde ich dich nicht waschen, so hast du keinen Teil mit mir. Joh 13:9 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht meine Füße allein, son dern auch die Hände und das Haupt. Joh 13:10 Spricht Jesus zu ihm: Wer geba det ist, bedarf nicht, denn an den Füßen gewaschen zu werden, sondern er ist ganz rein; und Ihr seid rein, aber nicht alle. Joh 13:11 Denn er wußte den, der ihn verriet; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein. Joh 13:12 Da er nun ihre Füße gewaschen und seine Kleider genommen hatte, setzte er sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisset ihr, was ich euch getan habe? Joh 13:13 Ihr nennet mich: der Meister und der Herr; und ihr redet wohl, denn ich bin'. Joh 13:14 So nun Ich eure Füße gewaschen habe, der Herr und der Meister, so seid auch Ihr schuldig, einander die Füße zu waschen. Joh 13:15 Denn ich habe euch ein Muster gegeben, daß, wie Ich euch getan habe, auch Ihr tut. Joh 13:16 Amen, amen, ich sage euch, ein Knecht ist nicht größer denn sein Herr, noch ein Gesandter größer, als der ihn geschickt hat. Joh 13:17 So ihr dieses wisset, so seid ihr selig, wenn ihr es tut. Joh 13:18 Nicht von euch allen sage ich; Ich weiß, welche ich erwählt habe; sondern daß die Schrift erfüllt würde: Der mit mir das Brot isset, hat seinen Fersen gegen mich aufgehoben. Joh 13:19 Von nun an sage ich' euch, ehe denn es geschieht, auf daß, wenn es geschehen, ihr glaubet, daß Ich' bin. Joh 13:20 Amen, amen, ich sage euch, wer aufnimmt, wenn ich jemand senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Joh 13:21 Da Jesus dieses gesagt hatte, ward er betrübt im Geist und zeugte und sprach: Amen, amen, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Joh 13:22 Da sahen die Jünger aufeinander und waren in Ungewißheit, von wem er rede. Joh 13:23 Es lag aber da Einer von seinen Jüngern in dem Schoß Jesu, welchen Jesus lieb hatte; Joh 13:24 Diesem nun winkt Simon Petrus, er sollte forschen, wer es wäre, von dem er sagt. Joh 13:25 Da fiel jener auf die Brust Jesu hin und spricht zu ihm: Herr, wer ist'? Joh 13:26 Jesus antwortete: Jener ist', dem Ich den Bissen eintauchen und hin reichen werde. Und er taucht den Bissen ein und gibt ihn Judas, Si mons Ischarioth. Wie nahe war Judas bei Jesu! Joh 13:27 Und nach dem Bissen, da fuhr in denselben der Satan. Spricht Jesus zu ihm: Was du tust, tue nur bald. Joh 13:28 Dieses aber wußte niemand von denen, die am Tische waren, wozu er es ihm sagte. Joh 13:29 Denn etliche meinten, dieweil Judas den Beutel hatte, Jesus sage zu ihm: Kaufe, was uns not ist auf das Fest, oder daß er den Armen etwas gäbe. Joh 13:30 Da nun derselbe den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus; es war aber Nacht, da er hinausging. Joh 13:31 Spricht Jesus: Jetzt ist der Sohn des Menschen verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm. Joh 13:32 Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird auch Gott ihn verherrlichen in sich selbst und wird ihn bald verherrlichen. Joh 13:33 Kindlein, ich bin noch ein Kleines bei euch. Ihr werdet mich suchen, und wie ich den Juden sagte, wo Ich hingehe, da könnt Ihr nicht hinkommen, Joh 13:34 so sage ich auch euch nunmehr. Ein neues Gebot gebe ich euch, daß ihr einander liebet; gleichwie ich euch liebgewonnen habe, daß auch Ihr einander liebet. Joh 13:35 Daran wird jedermann erken nen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. Joh 13:36 Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete ihm: Wo ich hingehe, kannst du mir jetzt nicht folgen; hernach aber wirst du (mir) folgen. Joh 13:37 Spricht zu ihm Petrus: Herr, warum kann ich dir nicht schon jetzt folgen? Mein Leben werde ich für dich lassen. Joh 13:38 Jesus antwortete ihm: Dein Leben wirst du für mich lassen? Amen, amen, ich sage dir, ein Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal habest verleugnet. Joh 14:1 Lasset euer Herz nicht unruhig sein; glaubet an Gott, und an mich glaubet. Joh 14:2 In dem Hause meines Vaters sind viele Wohnungen; sonst hätte ich zu euch gesagt: Ich gehe hin, eine Stätte euch zu bereiten. Joh 14:3 Und wenn ich hingehe und bereite euch eine Stätte, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen; auf daß, wo Ich bin, auch Ihr seid. Joh 14:4 Und wo Ich hingehe, wisset ihr, und den Weg wisset ihr. Joh 14:5 Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; und wie können wir den Weg wissen? Joh 14:6 Spricht zu ihm Jesus: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zu dem Vater denn durch mich. Joh 14:7 Wenn ihr mich erkannt hättet, so hättet ihr auch meinen Vater erkannt; und von nun an kennet ihr ihn und habt ihn gesehen. Joh 14:8 Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater, so genüget uns. Joh 14:9 Spricht zu ihm Jesus: So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast mich nicht kennen gelernt, Philippus? Wer mich sieht, sieht den Vater; wie sprichst du denn: Zeige uns den Vater? Joh 14:10 Glaubst du nicht, daß Ich in dem Vater und der Vater in mir ist? Die Worte, die Ich euch rede, rede ich nicht von mir selbst; sondern der Vater, der in mir bleibt, tut selber die Werke. Joh 14:11 Glaubet mir, weil Ich in dem Vater und der Vater in mir; wo aber nicht, so glaubet um der Werke selber willen. Joh 14:12 Amen, amen, ich sage euch, wer an mich glaubt, derselbe wird die Werke, die Ich tue, auch tun, und wird größere denn diese tun, dieweil Ich zu dem Vater gehe. Joh 14:13 Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das werde ich tun, auf daß der Vater verherrlicht werde in dem Sohn. Joh 14:14 So ihr etwas bitten werdet in meinem Namen, so werde Ich es tun. Joh 14:15 Liebet ihr mich, so haltet meine Gebote; Joh 14:16 und Ich werde den Vater ersuchen, und er wird einen anderen Beistand euch geben, daß er bei euch bleibe in Ewigkeit, Joh 14:17 den Geist der Wahrheit, welchen die Welt nicht kann empfangen, weil sie ihn nicht schaut und ihn auch nicht kennt; Ihr aber kennet ihn, dieweil er bei euch bleiben und in euch sein wird. Joh 14:18 Ich werde euch nicht Waisen lassen; ich komme zu euch. Joh 14:19 Es ist noch ein Kleines, so schaut mich die Welt nicht mehr, Ihr aber schauet mich; dieweil Ich lebe, und Ihr leben werdet. Joh 14:20 An demselben Tage werdet Ihr erkennen, daß Ich in meinem Vater und Ihr in mir und Ich in euch. Joh 14:21 Wer meine Gebote hat und hält sie, derselbe ist', der mich liebt; wer aber mich liebt, wird von meinem Vater geliebt werden; und Ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Joh 14:22 Spricht zu ihm Judas, nicht der Ischarioth: Herr, was ist geschehen, daß du uns wirst dich selbst offenbaren und nicht der Welt? Joh 14:23 Es antwortete Jesus und sprach zu ihm: Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Joh 14:24 Wer mich nicht liebt, hält meine Worte nicht; und das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des, der mich gesandt hat, des Vaters. Joh 14:25 Dieses habe ich zu euch geredet, da ich bei euch blieb; Joh 14:26 aber der Beistand, der heilige Geist, welchen der Vater senden wird in meinem Namen, derselbe wird euch alles lehren und euch an alles mahnen, was ich euch gesagt habe. Joh 14:27 Frieden lasse ich euch; meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe Ich euch. Lasset euer Herz nicht unruhig noch furchtsam sein. Joh 14:28 Ihr habt gehört, daß Ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme zu euch. Hättet ihr mich lieb, so hättet ihr euch erfreut, daß ich zum Vater gehe, weil der Vater größer ist denn Ich Joh 14:29 Und nun habe ich' euch gesagt, ehe es geschieht; auf daß, wenn es geschieht, ihr glaubet. Joh 14:30 Ich werde nicht mehr vieles mit euch reden; denn es kommt der Fürst der Welt, und an mir wird er nichts finden. Joh 14:31 Aber auf daß die Welt erkenne, daß ich den Vater liebe, und gleichwie mir der Vater geboten hat, also tue. Stehet auf, lasset uns von hinnen gehen. Joh 15:1 Ich bin der wahrhaftige Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Joh 15:2 Eine jede Rebe an mir, die nicht Frucht trägt, die nimmt er weg; und eine jede, die Frucht trägt, die reinigt er, daß sie mehr Frucht trage. Joh 15:3 Jetzt seid Ihr rein um des Wortes willen, das ich euch geredet habe. Joh 15:4 Bleibet in mir und Ich in euch. Gleichwie die Rebe nicht kann Frucht bringen von sich selbst, sie bleibe denn am Weinstock; also auch Ihr nicht, ihr bleibet denn an mir. Joh 15:5 Ich bin der Weinstock, Ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und Ich in ihm, dieser trägt viel Frucht; weil ihr außer mir nichts tun könnt. Joh 15:6 Wenn nicht jemand in mir bleiben wird, so ist er hinausgeworfen wie die Rebe und ist verdorrt, und man liest sie zusammen und wirft sie in das Feuer, und sie brennen. Joh 15:7 Wenn ihr in mir bleiben werdet und meine Worte in euch bleiben werden, so werdet ihr, was ihr wollt, bitten, und es wird euch widerfahren. Joh 15:8 Darin ist mein Vater verherrlicht, daß ihr viele Frucht traget; und ihr werdet meine Jünger werden. Joh 15:9 Gleichwie mich der Vater geliebt hat, so habe auch Ich euch geliebt. Bleibet in meiner Liebe. Joh 15:10 Wenn ihr meine Gebote halten werdet, so werdet ihr bleiben in meiner Liebe; gleichwie Ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und bleibe in seiner Liebe. Joh 15:11 Dieses habe ich euch geredet, auf daß meine Freude in euch sei und eure Freude vollkommen werde. Joh 15:12 Dieses ist mein Gebot, daß ihr einander liebet, gleichwie ich euch geliebt habe. Joh 15:13 Größere Liebe als diese hat niemand: daß jemand sein Leben läßt für seine Freunde. Joh 15:14 Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was Ich euch gebiete. Joh 15:15 Ich heiße euch nicht mehr Knechte, weil der Knecht nicht weiß, was sein Herr tut; sondern euch habe ich Freunde geheißen, weil ich alles, was ich von meinem Vater gehört habe, euch kundgetan habe Joh 15:16 Nicht Ihr habt mich erwählt, sondern Ich habe euch erwählt und euch gesetzt, daß Ihr fortgehet und Frucht traget und eure Frucht bleibe; auf daß, was ihr den Vater nur bitten werdet in meinem Namen, er es euch gebe. Joh 15:17 Dieses gebiete ich euch, daß ihr einander liebet. Joh 15:18 Wenn die Welt euch haßt, so wisset ihr, daß sie mich vor euch gehaßt hat. Joh 15:19 Wenn ihr von der Welt wäret, so hätte die Welt ihr Eigenes lieb. Weil ihr aber von der Welt nicht seid, sondern Ich euch aus der Welt erwählt habe, darum haßt euch die Welt. Joh 15:20 Gedenket an das Wort, das Ich euch gesagt habe: Ein Knecht ist nicht größer denn sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort achtgehabt, so werden sie auch auf das eurige achthaben. Joh 15:21 Aber dieses alles werden sie euch tun um meines Namens willen, weil sie den nicht kennen, der mich gesandt hat. Joh 15:22 Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte zu ihnen geredet, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand ihrer Sünde halber. Joh 15:23 Wer mich haßt, haßt auch meinen Vater. Joh 15:24 Wenn ich die Werke nicht getan hätte unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und dabei beide, mich und meinen Vater, gehaßt Joh 15:25 Doch daß erfüllt würde der Spruch, der geschrieben ist in ihrem Gesetz: Sie haben mich vergeblich gehaßt. Joh 15:26 Wenn aber der Beistand kommen wird, welchen Ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der von dem Vater ausgeht, so wird derselbe zeugen von mir; Joh 15:27 und Ihr zeuget wirklich, weil ihr von Anfang mit mir seid. Joh 16:1 Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß ihr euch nicht ärgert. Joh 16:2 Sie werden euch aus der Versammlung verstoßen; ja es kommt die Stunde, daß ein jeder, der euch tötet, wird meinen, er erzeige Gott einen Dienst. Joh 16:3 Und dieses werden sie tun, weil sie den Vater nicht erkannt haben und mich auch nicht Joh 16:4 Aber dieses habe ich zu euch geredet, auf daß, wenn die Stunde kommt, ihr daran gedenket, daß Ich es euch gesagt habe; dieses aber habe ich euch von Anfang nicht gesagt, weil ich bei euch war. Joh 16:5 Nun aber gehe ich hin zu dem, der mich gesandt hat, und niemand von euch fragt mich: Wo gehst du hin? Joh 16:6 Sondern dieweil ich dieses zu euch geredet habe, hat die Traurigkeit euer Herz ganz eingenommen. Joh 16:7 Aber Ich sage euch die Wahrheit, es ist euch zuträglich, daß Ich hingehe. Denn wenn ich nicht hingehe, so wird der Beistand nicht zu euch kommen; wenn ich aber gehe, so werde ich ihn zu euch senden; Joh 16:8 und jener, wenn er kommt, wird die Welt überzeugen um Sünde, um Gerechtigkeit und um Gericht. Joh 16:9 Um Sünde, weil sie nicht glauben an mich; Joh 16:10 um Gerechtigkeit, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr schauet; Joh 16:11 um Gericht, weil der Fürst dieser Welt gerichtet ist. Joh 16:12 Ich habe noch vieles euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen; Joh 16:13 wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, so wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und die künftigen Dinge wird er euch verkündigen. Joh 16:14 Jener wird mich verherrlichen, weil er es von dem Meinigen nehmen wird und euch verkündigen. Joh 16:15 Alles, was der Vater hat, ist mein; darum habe ich gesagt: Er wird' von dem Meinigen nehmen und euch verkündigen. Joh 16:16 Es ist ein Kleines, so schauet ihr mich nicht; und wieder ein Kleines, so werdet ihr mich sehen, dieweil ich zu dem Vater gehe. Joh 16:17 Da sprachen nun von seinen Jüngern (etliche) untereinander: Was ist dieses, daß er zu uns sagt: Es ist ein Kleines, so schauet ihr mich nicht; und wieder ein Kleines, so werdet ihr mich sehen; und, daß ich zu dem Vater gehe. Joh 16:18 Da sagten sie nun: Dieses, was ist', das er sagt: Ein Kleines? Wir wissen nicht, was er redet Joh 16:19 Da merkte Jesus, daß sie ihn fragen wollten, und sprach zu ihnen: Davon befraget ihr euch miteinander, daß ich gesprochen habe: Es ist ein Kleines, so schauet ihr mich nicht; und wieder ein Kleines, so werdet ihr mich sehen. Joh 16:20 Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; Ihr aber werdet traurig sein, doch eure Traurigkeit wird zu Freude werden. Joh 16:21 Das Weib, wenn sie gebiert, hat Traurigkeit, weil ihre Stunde gekommen ist; wenn sie aber das Kind geboren hat, so denkt sie nicht mehr an die Drangsal, um der Freude willen, daß ein Mensch zur Welt geboren ist. Joh 16:22 Und Ihr habt nun zwar jetzt Trau rigkeit, aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude nimmt niemand von euch, Joh 16:23 und an demselben Tage werdet ihr mich nichts fragen. Amen, amen, ich sage euch, was ihr nur bitten werdet den Vater in meinem Namen, das wird er euch geben. Joh 16:24 Bisher habt ihr nichts gebeten in meinem Namen; bittet, so werdet ihr nehmen, daß eure Freude vollkommen sei. Joh 16:25 Dieses habe ich in verblümten Sprüchen zu euch geredet; es kommt die Stunde, da ich nicht mehr in verblümten Sprüchen zu euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von dem Vater. Joh 16:26 An demselben Tage werdet ihr in meinem Namen bitten; und nicht sage ich euch, daß Ich den Vater für euch ersuchen werde; Joh 16:27 denn er selbst der Vater hat euch lieb, dieweil Ihr mich habt liebgewonnen und geglaubt, daß Ich von Gott ausgegangen bin. Joh 16:28 Ausgegangen bin ich vom Vater und gekommen in die Welt; wie derum verlasse ich die Welt und gehe zu dem Vater. Joh 16:29 Sprechen zu ihm seine Jünger: Siehe, nun redest du frei heraus und sagst keinen verblümten Spruch. Joh 16:30 Nun wissen wir, daß du alles weißt und bedarfst nicht, daß jemand dich frage. Daran glauben wir, daß du von Gott ausgegangen bist. Joh 16:31 Jesus antwortete ihnen: Jetzt glaubet ihr. Joh 16:32 Siehe, es kommt die Stunde und ist jetzt gekommen, daß ihr zerstreut werdet, ein jeglicher in sein Eigentum, und mich allein lasset; und ich bin nicht allein, weil der Vater mit mir ist. Joh 16:33 Dieses habe ich zu euch geredet, auf daß ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Drangsal; aber seid getrost, Ich habe die Welt überwunden. Joh 17:1 Dieses redete Jesus und hob seine Augen auf gen Himmel und sprach: Vater, die Stunde ist ge kommen; verherrliche deinen Sohn, auf daß dein Sohn dich verherrliche; Joh 17:2 gleichwie du ihm Macht hast gegeben über alles Fleisch, daß alles, was du ihm gegeben hast, die seien, denen er ewiges Leben gibt. Joh 17:3 Dies ist aber das ewige Leben, daß sie erkennen dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesum Christum. Joh 17:4 Ich habe dich verherrlicht auf Erden, ich habe das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, daß ich tun soll; Joh 17:5 und nun verherrliche mich du, Vater, bei dir selbst mit der Herrlichkeit, die ich hatte, ehe die Welt war, bei dir. Joh 17:6 Ich habe offenbart deinen Namen den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast; dein waren sie, und mir hast du sie gegeben; und dein Wort haben sie behalten. Joh 17:7 Nun haben sie erkannt, daß alles, was du mir gegeben hast, von dir ist; Joh 17:8 weil ich die Worte, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben habe; und Sie haben es angenommen und haben erkannt wahrhaftig, daß ich von dir ausgegangen bin, und haben geglaubt, daß Du mich gesandt hast. Joh 17:9 Ich begehre für sie; nicht für die Welt begehre ich, sondern für die, die du mir gegeben hast, weil sie dein sind. Joh 17:10 Und das Meinige alles ist dein und das Deinige mein; und ich bin in ihnen verherrlicht. Joh 17:11 Und ich bin nicht mehr in der Welt, und diese sind in der Welt, und Ich komme zu dir. Heiliger Vater, behalte (bewahre) sie in deinem Namen, was du mir gegeben hast, daß sie Eines seien, gleichwie Wir. Joh 17:12 Da ich bei ihnen war in der Welt, behielt (bewahrte) Ich sie in deinem Namen; die du mir gegeben hast, habe ich behütet, und keiner von ihnen ist verloren, als der verlorene Sohn, auf daß die Schrift erfüllt würde; Joh 17:13 nun aber komme ich zu dir und rede dieses in der Welt, auf daß sie haben meine Freude erfüllt in ihnen. Joh 17:14 Ich habe ihnen gegeben dein Wort, und die Welt hat einen Haß auf sie geworfen, dieweil sie nicht von der Welt sind, gleichwie Ich nicht von der Welt bin. Joh 17:15 Ich begehre nicht, daß du sie von der Welt nehmest, sondern daß du sie behaltest (bewahrest) vor dem Argen. Joh 17:16 Von der Welt sind sie nicht, gleichwie Ich von der Welt nicht bin. Joh 17:17 Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Joh 17:18 Gleichwie du mich gesandt hast in die Welt, so habe auch Ich sie gesandt in die Welt; Joh 17:19 und für sie heilige Ich mich selbst, auf daß auch Sie geheiligt seien in der Wahrheit. Joh 17:20 Ich begehre aber nicht für diese allein, sondern auch für die, so durch ihr Wort an mich glauben; Joh 17:21 auf daß sie alle Eines seien; gleichwie Du, Vater, in mir und Ich in dir, daß auch Sie in uns Eines seien; auf daß die Welt glaube, daß Du mich gesandt hast. Joh 17:22 Und Ich habe die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, ihnen gegeben, auf daß sie Eines seien, gleichwie Wir Eines sind. Joh 17:23 Ich in ihnen, und Du in mir, auf daß sie vollendet seien in Eines, und auf daß die Welt erkenne, daß Du mich gesandt hast und sie geliebt hast, gleichwie du mich geliebt hast. Joh 17:24 Vater, die du mir gegeben hast, will ich, daß, wo Ich bin, auch dieselben seien mit mir; auf daß sie schauen meine Herrlichkeit, die du mir gegeben hast; dieweil du mich geliebt hast, ehe denn die Welt gegründet ward. Joh 17:25 Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, Ich aber habe dich erkannt, und auch diese haben erkannt, daß Du mich gesandt hast; Joh 17:26 und Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und will ihnen kundtun, auf daß die Liebe, womit du mich geliebt hast, sei in ihnen und Ich in ihnen. Joh 18:1 Da Jesus dieses geredet hatte, ging er hinaus samt seinen Jüngern über den Bach Kidron; da war ein Garten, darein ging er und seine Jünger. Joh 18:2 Es wußte aber auch Judas, der ihn verriet, den Ort; dieweil Jesus sich oft daselbst versammelt hatte mit seinen Jüngern. Joh 18:3 Da nun Judas genommen hatte die Schar, und von den Hohenpriestern und Pharisäern Bediente, kommt er dahin mit Laternen und Fackeln und Waffen. Joh 18:4 Als nun Jesus wußte alles das, was über ihn kam, ging er heraus und sprach zu ihnen: Wen suchet ihr? Joh 18:5 Sie antworteten ihm: Jesum von Nazareth. Spricht Jesus zu ihnen: Ich bin'. Es stand aber auch Judas, der ihn verriet, bei ihnen. Joh 18:6 Als er nun zu ihnen sprach: Ich bin', wichen sie zurück und fielen zu Boden. Joh 18:7 Da fragte er sie abermals: Wen suchet ihr? Sie aber sprachen: Jesum von Nazareth. Joh 18:8 Jesus antwortete: Ich hab' euch gesagt, daß Ich ' bin. Suchet ihr nun mich, so lasset diese gehen. Joh 18:9 Auf daß erfüllt würde das Wort, das er sagte: Die du mir gegeben hast, von denen habe ich keinen verloren. Joh 18:10 Als nun Simon Petrus ein Schwert hatte, zückte er es und schlug den Knecht des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohrläpplein ab. Der Knecht aber hieß Malchus. Joh 18:11 Da sprach Jesus zu Petrus: Stecke das Schwert in die Scheide. Den Kelch, welchen der Vater mir gegeben hat, soll ich den nicht trinken? Joh 18:12 Die Schar nun und der Oberst und die Diener der Juden fingen Jesum und banden ihn Joh 18:13 und führten ihn hin, zu Hannas zuerst; denn er war der Schwiegervater des Kaiphas, der desselben Jahres Hoherpriester war. Joh 18:14 Es war aber Kaiphas, der den Juden den Rat gegeben hatte, es wäre zuträglich, daß ein einziger Mensch umkäme für das Volk. Joh 18:15 Es folgte aber Jesu Simon Petrus und ein anderer Jünger. Derselbe Jünger aber war dem Hohenpriester bekannt und ging mit Jesu hinein in den Hof des Hohenpriesters; Joh 18:16 Petrus aber stand vor der Tür draußen. Da ging der andere Jünger, der dem Hohenpriester bekannt war, heraus und sagte es zur Türhüterin und führte Petrus hinein. Joh 18:17 Spricht nun die Magd, die Türhüterin, zu Petrus: Bist Du nicht auch unter den Jüngern dieses Menschen? Jener spricht: Ich bin' nicht. Joh 18:18 Es standen aber die Knechte und die Bedienten und hatten ein Kohlenfeuer gemacht, dieweil es kalt war, und wärmten sich; es stand aber auch Petrus bei ihnen und wärmte sich. Joh 18:19 Der Hohepriester nun fragte Jesum wegen seiner Jünger und wegen seiner Lehre. Joh 18:20 Jesus antwortete ihm: Ich habe frei öffentlich geredet zu der Welt. Ich habe allezeit gelehrt in Schulen und in dem Tempel, wo alle Juden zusammenkommen, und im Verborgenen habe ich nichts geredet. Joh 18:21 Was fragst du mich? Frage die, die gehört haben, was ich zu ihnen geredet habe. Siehe, diese wissen, was Ich gesagt habe. Joh 18:22 Als er aber dieses sagte, gab der Bedienten einer, der dabeistand, Jesu einen Streich und sprach: Also antwortest du dem Hohenpriester? Joh 18:23 Jesus antwortete ihm: Habe ich übel geredet, so zeuge von dem Übel; habe ich aber wohl geredet, was schlägst du mich? Joh 18:24 Es hatte Hannas ihn gebunden gesandt zu dem Hohenpriester Kaiphas. Joh 18:25 Simon Petrus aber stand und wärmte sich. Sie sprachen denn zu ihm: Bist Du nicht auch unter seinen Jüngern? Jener verleugnete und sprach: Ich bin' nicht. Joh 18:26 Spricht einer von den Knechten des Hohenpriesters, der ein Vetter war dessen, dem Petrus das Ohrläpplein abgehauen hatte: Sah Ich dich nicht in dem Garten mit ihm? Joh 18:27 Da verleugnete Petrus abermals, und alsbald krähte ein Hahn. Joh 18:28 Sie führen also Jesum von Kaiphas zu dem Richthaus. Es war aber früh. Und sie selbst gingen nicht in das Richthaus hinein, auf daß sie nicht unrein würden, sondern daß sie das Passah essen möchten. Joh 18:29 Da ging Pilatus zu ihnen heraus und sprach: Welche Anklage bringet ihr wider diesen Menschen? Joh 18:30 Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten dir ihn nicht überantwortet. Joh 18:31 Da sprach Pilatus zu ihnen: Nehmet Ihr ihn, und nach eurem Gesetz richtet ihn. Da sprachen zu ihm die Juden: Wir dürfen niemand töten. Joh 18:32 Auf daß das Wort Jesu erfüllt würde, welches er gesprochen hatte zu deuten, welches Todes er sterben würde. Joh 18:33 Da ging Pilatus wieder hinein in das Richthaus und rief Jesu und sprach zu ihm: Bist Du der König der Juden? Joh 18:34 Jesus antwortete ihm: Redest Du dieses von dir selbst, oder haben' andere dir von mir gesagt? Joh 18:35 Pilatus antwortete: Bin Ich ein Jude? Deine Nation und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet; was hast du getan? Joh 18:36 Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt; wäre mein Reich von dieser Welt, meine Bedienten würden kämpfen, daß ich den Juden nicht überantwortet würde. Aber nun ist mein Reich nicht von dannen. Joh 18:37 Da sprach Pilatus: So bist Du denn ein König? Jesus antwortete: Du sagst', ein König bin ich. Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, daß ich der Wahrheit Zeugnis gebe. Ein jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme. Joh 18:38 Spricht zu ihm Pilatus: Was ist Wahrheit? Und da er dies gesagt, ging er wieder heraus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm. Joh 18:39 Ihr habt aber eine Gewohnheit, daß ich Einen euch losgebe an dem Passah. Wollt ihr denn, daß ich euch den König der Juden losgebe? Joh 18:40 Da schrieen sie wieder alle und sprachen: Nicht diesen, sondern den Barabbas. Es war aber der Barabbas ein Räuber. Joh 19:1 Alsdann nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn. Joh 19:2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurkleid an Joh 19:3 und gingen zu ihm hin und sprachen: Willkommen, du König der Juden; und gaben ihm Streiche. Joh 19:4 Da ging Pilatus wieder heraus und spricht zu ihnen: Siehe, ich führe euch ihn heraus, auf daß ihr erkennet, daß ich an ihm keine Schuld finde. Joh 19:5 Also ging Jesus heraus und trug die dornene Krone und das Purpur kleid. Und er spricht zu ihnen: Siehe, der Mensch. Joh 19:6 Da ihn nun die Hohenpriester und die Bedienten sahen, schrieen sie und sprachen: Kreuzige, kreuzige ihn! Spricht zu ihnen Pilatus: Nehmet ihn Ihr und kreuziget ihn; denn ich finde keine Schuld an ihm. Joh 19:7 Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserem Gesetz soll er sterben, dieweil er sich selbst zu einem Sohn Gottes gemacht hat. Joh 19:8 Da nun Pilatus diese Rede hörte, fürchtete er sich viel mehr Joh 19:9 und ging wieder hinein in das Richthaus und spricht zu Jesu: Wo bist Du her? Jesus aber gab ihm keine Antwort. Joh 19:10 Da spricht Pilatus zu ihm: Zu mir redest du nicht? Weißt du nicht, daß ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszulassen? Joh 19:11 Jesus antwortete: Du hättest keine Macht wider mich, wenn es dir nicht wäre von oben herab gegeben. Darum, der mich dir überantwortet hat, hat größere Sünde. Joh 19:12 Von dem an trachtete Pilatus, ihn loszulassen. Die Juden aber schrieen und sprachen: Läßt du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht. Ein jeder, der sich zu einem König macht, widerspricht dem Kaiser. Joh 19:13 Da nun Pilatus diese Rede hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richtstuhl an eine Stätte, die da heißt Steinpflaster, auf hebräisch aber Gabbatha; Joh 19:14 es war aber der Rüsttag des Passah, um die dritte Stunde; und er spricht zu den Juden: Siehe, euer König. Joh 19:15 Sie aber schrieen: Weg, weg Joh 19:16 Alsdann überantwortete er ihn ihnen, daß er gekreuzigt würde. Sie nahmen aber Jesum an und führten (ihn hin); Joh 19:17 und er trug sein Kreuz und ging hinaus zu der sogenannten Schädelstätte, die da genannt wird auf hebräisch Golgatha; Joh 19:18 da kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, mitten aber Jesum. Joh 19:19 Es schrieb aber Pilatus auch eine Überschrift und setzte sie auf das Kreuz; es war aber geschrieben: Jesus von Nazareth, der König der Juden. Joh 19:20 Diese Überschrift nun lasen viele von den Juden; weil der Ort nahe bei der Stadt war, wo Jesus gekreuzigt ward; und es war geschrieben hebräisch, griechisch, römisch. Joh 19:21 Da sprachen nun die Hohenpriester zu Pilatus: Schreibe nicht: Der König der Juden; sondern daß jener gesagt habe: Ich bin ein König der Juden. Joh 19:22 Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben. Joh 19:23 Die Kriegsknechte nun, als sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, jedem Kriegsknecht einen Teil, und den Rock. Es war aber der Rock ungenäht, von oben an gewirkt durch und durch. Joh 19:24 Da sprachen sie untereinander: Lasset uns den nicht zerstücken, sondern darum losen, wes er sein wird; auf daß die Schrift erfüllt würde, die da sagt: Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über meine Kleidung das Los geworfen. Die Kriegsknechte nun taten dieses; Joh 19:25 es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter, und die Schwester seiner Mutter, Maria Kleophas, und Maria von Magdala. Joh 19:26 Da nun Jesus die Mutter sah und den Jünger dabei stehend, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, dein Sohn. Joh 19:27 Sodann spricht er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter. Und von derselben Stunde nahm der Jünger sie in das Seinige. Joh 19:28 Nach diesem, als Jesus wußte, daß alles nunmehr vollendet war, daß die Schrift vollzogen würde, spricht er: Mich dürstet. Joh 19:29 Da stand ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysopstengel und hielten' zu seinem Munde hin. Joh 19:30 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollendet. Und er neigte das Haupt und gab den Geist auf. Joh 19:31 Die Juden nun, damit nicht die Leiber am Kreuze blieben am Sabbat, dieweil es Rüsttag war; denn der Tag desselben Sabbats war groß; baten Pilatus, daß ihre Beine zerbrochen und sie abgenommen würden. Joh 19:32 Da kamen die Kriegsknechte und zerbrachen die Beine des ersten und des andern, der mit ihm gekreuzigt war; Joh 19:33 als sie aber an Jesum kamen, da sie sahen, daß er schon gestorben war, zerbrachen sie seine Beine nicht; Joh 19:34 sondern einer der Kriegsknechte stieß seine Seite mit einem Speer durch, und alsbald ging Blut und Wasser heraus. Joh 19:35 Und der es gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und derselbe weiß, daß er wahrhaftige Dinge sagt, auf daß auch Ihr glaubet. Joh 19:36 Denn diese Dinge sind geschehen, auf daß die Schrift erfüllt würde: Kein Bein wird ihm zerbrochen werden. Joh 19:37 Und abermals spricht eine andere Schrift: Sie werden auf den sehen, welchen sie zerstochen haben. Joh 19:38 Darnach aber bat den Pilatus Joseph von Arimathia, der ein Jünger Jesu war, doch verborgen, aus Furcht vor den Juden, daß er möchte abnehmen den Leib Jesu; und Pilatus gestattete es. Da kam er und nahm den Leib Jesu ab. Joh 19:39 Es kam aber auch Nikodemus, der zuerst bei Nacht zu Jesus gekommen war, und brachte ein Gemenge von Myrrhe und Aloe, bei hundert Pfunden. Joh 19:40 Da nahmen sie den Leib Jesu und banden ihn in leinene Tücher mit den Gewürzen, wie bei den Juden der Brauch ist, zum Grabe zu rüsten. Joh 19:41 Es war aber an dem Ort, wo er gekreuzigt ward, ein Garten und in dem Garten ein neues Grab, darin noch niemand jemals beigesetzt worden war. Joh 19:42 Dahin nun haben sie, um des Rüsttages willen der Juden, dieweil das Grab nahe war, Jesum gelegt. Joh 20:1 An dem ersten Wochentage aber kommt Maria von Magdala frühe, da es noch finster war, zu dem Grabe und sieht den Stein vom Grabe weggetan. Joh 20:2 Sie läuft also und kommt zu Simon Petrus und zu dem andern Jünger, welchen Jesus liebte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn weggenommen aus dem Grabe, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Joh 20:3 So ging nun Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zu dem Grabe. Joh 20:4 Es liefen aber die zwei miteinander; und der andere Jünger lief zuvor, schneller denn Petrus, und kam am ersten zum Grabe, Joh 20:5 und guckt hinein und sieht die Leinen daliegen, er ging aber nicht hinein. Joh 20:6 Da kommt Simon Petrus, ihm folgend, und ging hinein in das Grab und schaut die Leinen daliegen Joh 20:7 und das Schweißtuch, das auf seinem Haupt war, nicht bei den Leinen daliegen, sondern beiseits eingewikkelt an Einen Ort. Joh 20:8 Alsdann nun ging auch der andere Jünger, der am ersten zum Grabe kam, hinein und sah es und glaubte es. Joh 20:9 denn sie wußten die Schrift noch nicht, daß er von den Toten auferstehen müsse. Joh 20:10 Da gingen die Jünger wieder heim. Joh 20:11 Maria aber stand bei dem Grabe und weinte draußen. Als sie nun weinte, guckte sie in das Grab Joh 20:12 und sieht zwei Engel in weißen Kleidern sitzen, einen zu den Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leib Jesu gelegen war. Joh 20:13 Und dieselben sprachen zu ihr: Weib, was weinest du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben. Joh 20:14 Und als sie dieses sagte, wandte sie sich zurück und sieht Jesum stehen und wußte nicht, daß es Jesus ist. Joh 20:15 Spricht Jesus zu ihr: Weib, was weinest du? Wen suchest du? Jene meinte, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, wenn Du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, so will Ich ihn holen. Joh 20:16 Spricht zu ihr Jesus: Maria! Jene wendet sich um und spricht zu ihm: Rabbuni; das heißt: Meister. Joh 20:17 Spricht zu ihr Jesus: Rühre mich nicht an. Denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater; gehe aber hin zu meinen Brüdern und sprich zu ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und meinem Gott und eurem Gott. Joh 20:18 Maria von Magdala kommt und verkündigt den Jüngern, daß sie den Herrn gesehen und er dieses zu ihr gesagt habe. Joh 20:19 Als es nun Abend war an demselben ersten Wochentage, und die Türen verschlossen waren, wo die Jünger versammelt waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und stellte sich in die Mitte und spricht zu ihnen: Friede (widerfahre) euch. Joh 20:20 Und als er das sagte, zeigte er ihnen seine Hände und Seite. Da wurden die Jünger froh, da sie den Herrn sahen. Joh 20:21 So sprach nun Jesus abermals zu ihnen: Friede (widerfahre) euch. Gleichwie mich der Vater gesandt hat, so sende Ich euch. Joh 20:22 Und da er dieses sagte, blies er (sie) an; und er spricht zu ihnen: Nehmet den heiligen Geist. Joh 20:23 Wenn ihr die Sünden von welchen erlasset, so werden sie ihnen erlassen; wenn ihr sie von welchen behaltet, so sind sie behalten. Joh 20:24 Thomas aber, einer von den Zwölfen, der da heißt Zwilling, war nicht mit ihnen, da Jesus kam. Joh 20:25 Da sprachen zu ihm die andern Jünger: Wir haben den Herrn gese hen. Er aber sprach zu ihnen: Es sei denn, daß ich sehe in seinen Händen die Form der Nägel und lege meinen Finger in den Ort der Nägel und lege meine Hand in seine Seite, werde ich' nicht glauben. Joh 20:26 Und acht Tage hernach waren seine Jünger abermals drinnen und Thomas mit ihnen. Kommt Jesus, da die Türen verschlossen waren, und stellte sich in die Mitte und sprach: Friede (widerfahre) euch. Joh 20:27 Darnach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und siehe meine Hände; und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite; und sei nicht ungläubig, sondern gläubig. Joh 20:28 Und Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott. Joh 20:29 Spricht zu ihm Jesus: Dieweil du mich siehst, so glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und glauben. Joh 20:30 So hat nun Jesus zwar viele, auch andere Zeichen getan vor seinen Jüngern, die nicht geschrieben sind in diesem Buch. Joh 20:31 Diese aber sind geschrieben worden, auf daß ihr glaubet, daß Jesus ist der Gesalbte, der Sohn Gottes, und auf daß ihr, da ihr glaubet, Leben ha bet in seinem Namen. Joh 21:1 Darnach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern an dem Meer bei Tiberias; er offenbarte sich aber also: Joh 21:2 Es waren beisammen Simon Petrus und Thomas, der da heißt Zwilling, und Nathanael von Kana in Galiläa und die Zebedäer und andere zwei von seinen Jüngern. Joh 21:3 Spricht zu ihnen Simon Petrus: Ich gehe hin zu fischen. Sie sprechen zu ihm: Auch Wir kommen mit dir. Sie gingen aus und traten in das Schiff alsbald, und in derselben Nacht fingen sie nichts. Joh 21:4 Da es aber schon Morgen war, stellte sich Jesus an das Ufer; aber die Jünger wußten nicht, daß es Jesus ist. Joh 21:5 Spricht nun zu ihnen Jesus: Kindlein, habt ihr etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Joh 21:6 Er aber sprach zu ihnen: Werfet zur rechten Seite des Schiffes das Netz, so werdet ihr finden. Da warfen sie und vermochten es nicht mehr zu ziehen vor der Menge der Fische. Joh 21:7 Da spricht jener Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr. Simon Petrus nun, da er hörte, daß es der Herr ist, umgürtete er sich mit dem Hemd; denn er war nackt; und warf sich in das Meer. Joh 21:8 Die andern Jünger aber kamen auf dem Schifflein; denn sie waren nicht ferne von dem Lande, sondern bei zweihundert Ellen; und zogen das Netz mit den Fischen. Joh 21:9 Als sie nun austraten an das Land, sehen sie eine Glut daliegen, und ein Fischlein darauf liegen und Brot. Joh 21:10 Spricht zu ihnen Jesus: Bringet von den Fischlein, die ihr jetzt gefangen habt. Joh 21:11 Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz aufs Land, voll großer Fische, hundertunddreiundfünfzig. Und da ihrer so viel waren, zerriß (doch) das Netz nicht. Joh 21:12 Spricht zu ihnen Jesus: Kommet, esset zu Mittag. Niemand aber von den Jüngern erkühnte sich, ihn zu befragen: Wer bist Du? weil sie wußten, daß es der Herr ist. Joh 21:13 So kommt nun Jesus und nimmt das Brot und gibt' ihnen, und das Fischlein gleicherweise Joh 21:14 Dies ist nunmehr das dritte Mal, daß Jesus sich seinen Jüngern geoffenbart hat, nachdem er von den Toten auferstanden ist. Joh 21:15 Da sie nun zu Mittag gegessen hatten, spricht zu Simon Petrus Jesus: Simon Johanna, liebst du mich mehr denn diese? Er spricht zu ihm: Ja, Herr; Du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht er zu ihm: Weide meine Lämmlein. Joh 21:16 Spricht er zu ihm wieder zum zweitenmal: Simon Johanna, liebst du mich? Er spricht zu ihm: Ja, Herr; Du weißt, daß ich dich liebhabe. Spricht er zu ihm: Hüte meine Schafe. Joh 21:17 Spricht er zu ihm das dritte Mal: Simon Johanna, hast du mich lieb? Petrus ward traurig, daß er zum drit tenmal zu ihm sagte: Hast du mich lieb? und sprach zu ihm: Herr, Du weißt alles; Du erkennst, daß ich dich liebhabe. Spricht Jesus zu ihm: Weide meine Schafe. Joh 21:18 Amen, amen, ich sage dir: Da du jünger warst, gürtetest du selbst und wandeltest, wo du hin wolltest; wenn du aber alt werden wirst, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und heben, wo du nicht hin willst. Joh 21:19 Dieses aber sagte er, zu deuten, mit welchem Tode er Gott verherrlichen würde. Und da er dieses gesagt, spricht er zu ihm: Folge mir nach. Joh 21:20 Petrus aber wendet sich um und sieht den Jünger, welchen Jesus liebhatte, nachfolgen, der auch an dem Abendessen an seine Brust hingefallen war und gesprochen hatte: Herr, wer ist', der dich verrät? Joh 21:21 Als diesen Petrus sah, spricht er zu Jesu: Herr, was (soll) aber dieser? Joh 21:22 Spricht zu ihm Jesus: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Folge Du mir nach. Joh 21:23 So kam nun diese Rede unter die Brüder aus: Derselbe Jünger stirbt nicht. Und Jesus sprach nicht zu ihm: Er stirbt nicht, sondern: Wenn ich will, daß er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an? Joh 21:24 Dieser Jünger ist es, der von diesen (Dingen) zeugte und diese (Dinge) beschrieben hat; und wir wissen, daß sein Zeugnis wahr ist. Joh 21:25 Es sind aber auch andere viele Dinge, die Jesus getan hat. Wenn deren jedes besonders sollte beschrieben werden, so würde meines Bedünkens auch die Welt selber die Bücher nicht fassen, die beschrieben würden. Act 1:1 Das erste Buch habe ich zwar verfaßt, Theophilus, von allem, was Jesus anfing, beides, zu tun und zu lehren, Act 1:2 bis an den Tag, da er aufgenommen worden ist, nachdem er den Aposteln, welche er erwählt hatte, durch den heiligen Geist Befehl gegeben; Act 1:3 welchen er sich auch selbst lebendig dargestellt, nachdem er gelitten hatte, mit vielen Erweisungen, indem er sich ihnen vierzig Tage über zu sehen gegeben und das, was das Reich Gottes betrifft, geredet; Act 1:4 und als er bei ihrer Versammlung war, gebot er ihnen, daß sie sich nicht von Jerusalem wegbegeben sollten, sondern auf die Verheißung des Vaters warten, die ihr von mir gehört habt. Act 1:5 Denn Johannes hat zwar mit Was ser getauft, Ihr aber werdet mit dem heiligen Geist getauft werden nicht viele Tage nach diesen. Act 1:6 Dieselben nun traten zusammen, fragten ihn und sprachen: Herr, stellst du zu dieser Frist dem Israel das Reich wieder her? Act 1:7 Er sprach aber zu ihnen: Nicht euch kommt zu, zu erkennen die Fristen oder Zeiten, welche der Vater in seine eigene Macht gestellt hat; Act 1:8 sondern ihr werdet Kraft empfangen, da der heilige Geist auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein zu Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis an das Äußerste der Erde. Act 1:9 Und da er dieses gesagt hatte, ward er, daß sie es sahen, emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn von ihren Augen weg. Act 1:10 Und als sie stracks gen Himmel sahen, wie er hinfuhr, siehe, da standen bei ihnen zwei Männer in weißer Kleidung, Act 1:11 welche auch sagten: Ihr Männer von Galiläa, was stehet ihr, daß ihr gen Himmel schauet? Dieser Jesus, welcher von euch ist hinauf gen Himmel genommen, wird dergestalt kommen, als wie ihr ihn gesehen habt gen Himmel fahren. Act 1:12 Da wandten sie wieder um gen Jerusalem von dem sogenannten Öl berg, welcher nahe bei Jerusalem ist und einen Sabbatweg davon liegt. Act 1:13 Und als sie hineinkamen, gingen sie hinauf in den Saal, wo sie sich aufhielten; nämlich Petrus und Johannes und Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus Alphäi und Simon der Eiferer und Judas Jakobi. Act 1:14 Diese alle warteten einmütig dem Gebet und dem Flehen ab samt den Weibern und Maria, der Mutter Jesu, und samt seinen Brüdern. Act 1:15 Und in diesen Tagen stand Petrus mitten unter den Jüngern auf und sprach-es war aber ein Haufen Namen allesamt bei hundertundzwanzig Act 1:16 Ihr Männer und Brüder, es mußte diese Schrift erfüllt werden, welche zuvor gesagt hat der heilige Geist durch den Mund Davids, von Judas, welcher ein Anführer ward derer, die Jesum fingen. Act 1:17 Denn er war unter uns zugezählt und hatte das Los dieses Dienstes bekommen. Act 1:18 Dieser hat nun einen Acker gekriegt um den Lohn der Ungerech tigkeit und ist vorwärts zu Boden gestürzt und mitten entzweigeborsten, und all sein Eingeweide ist ausgeschüttet worden, Act 1:19 und es ist kund geworden allen, die zu Jerusalem wohnen, also daß derselbe Acker in ihrer eigenen Sprache genannt worden ist: Akeldama, das ist Blutacker. Act 1:20 Denn es steht geschrieben im Psalmbuch: Seine Behausung müsse wüste werden, und sei niemand, der darin wohne; und sein Aufseheramt empfange ein anderer. Act 1:21 So muß nun von diesen Männern, die mit uns gewandelt haben zu aller Zeit, in welcher der Herr Jesus über uns ist ein-und ausgegangen, Act 1:22 da er von der Taufe des Johannes anfing, bis auf den Tag, da er von uns aufgenommen ist, Einer ein Zeuge seiner Auferstehung mit uns werden. Act 1:23 Und sie stellten zwei, Joseph, genannt Barsabas, der den Zunamen Just bekommen, und Matthias, Act 1:24 und beteten und sprachen: Du Herr, aller Herzenskenner, zeige an von diesen zwei Einen, den du erwählt hast, Act 1:25 daß er empfange das Los dieses Dienstes und Botschaft, davon Judas abgetreten ist, daß er hinginge an seinen eigenen Ort. Act 1:26 Und sie gaben ihre Lose, und es fiel das Los auf Matthias, und er ward zugeordnet zu den elf Aposteln. Act 2:1 Und da der Pfingsttag erfüllt ward, waren sie alle einmütig beisammen. Act 2:2 Und es geschah plötzlich aus dem Himmel ein Brausen wie eines gewaltigen daherkommenden Windes und erfüllte die ganze Wohnung, da sie saßen. Act 2:3 Und es erschienen ihnen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und es setzte sich auf einen jeglichen unter ihnen, Act 2:4 und sie wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt und fingen an, zu reden mit anderen Zungen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen. Act 2:5 Es waren aber zu Jerusalem Juden wohnend, gewissenhafte Männer von allem Volk derer, die unter dem Himmel sind. Act 2:6 Und da diese Stimme geschah, kam die Menge zusammen, und wußte sich niemand darein zu finden; weil sie hörten, ein jeglicher, daß sie in ihrer Landessprache redeten. Act 2:7 Sie entsetzten sich aber und verwunderten sich und sprachen untereinander: Sind nicht, siehe, alle diese, die da reden, Galiläer? Act 2:8 Und wie hören Wir, ein jeglicher in unserer eigenen Landessprache, darin wir geboren sind: Act 2:9 Parther und Meder und Elamiter; und die da wohnen in Mesopotamien und Judäa und Kappadozien, Pontus und auch Asia, Act 2:10 und Phrygien und Pamphylien; Ägypten und in den Gegenden von Lybien, da Kyrene liegt; und die sich hier aufhaltenden Römer, Act 2:11 beides Juden und Judengenossen; Kreter und Araber; wir hören sie reden in unseren Sprachen die großen (Dinge) Gottes. Act 2:12 Sie entsetzten sich aber alle und wurden irre und sprachen einer zum andern: Was mag wohl das sein? Act 2:13 Andere aber spotteten und sprachen: Sie sind voll süßen Weins. Act 2:14 Es trat aber Petrus hin mit den Elfen, hob auf seine Stimme und redete zu ihnen: Ihr jüdischen Männer, und alle, die ihr zu Jerusalem wohnet, dies sei euch kundgetan, und fasset meine Worte zu Ohren: Act 2:15 Diese sind nicht, wie Ihr mutmaßet, trunken; denn es ist die dritte Tagesstunde. Act 2:16 Sondern dies ist', das gesagt ist durch den Propheten Joel: Act 2:17 Und es wird geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich werde ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch, und es werden weissagen eure Söhne und eure Töchter; und eure Jünglinge werden Gesichte sehen, und eure Ältesten werden Träume haben. Act 2:18 Dazu auf meine Knechte und auf meine Mägde werde ich in denselben Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie werden weissagen. Act 2:19 Und ich werde Wunder geben oben im Himmel und Zeichen unten auf Erden, Blut und Feuer und Rauchdampf. Act 2:20 Die Sonne wird verkehrt werden in Finsternis und der Mond in Blut, ehe denn der große und ansehnliche Tag des Herrn kommt. Act 2:21 Und soll geschehen, ein jeglicher, der den Namen des Herrn an rufen wird, wird selig (gerettet) werden. Act 2:22 Ihr Männer von Israel, höret diese Reden: Jesum von Nazareth, einen Mann, von Gott erwiesen an euch mit Kräften und Wundern und Zeichen, welche Gott durch ihn tat mitten unter euch, wie ihr selbst wisset, Act 2:23 diesen habt ihr, als er durch bestimmten Rat und Vorerkenntnis Gottes herausgegeben war, vermittels ungerechter Hände angeheftet und umgebracht; Act 2:24 den hat Gott auferweckt, indem er die Bande der Hölle aufgelöst hat; wie es denn nicht möglich war, daß er sollte von derselben gehalten werden. Act 2:25 Denn David redet auf ihn: Ich hatte den Herrn vor Augen unausge setzt; weil er zu meiner Rechten ist, damit ich nicht bewegt werde. Act 2:26 Darum ist mein Herz erfreut, und meine Zunge frohlockte; dazu wird auch mein Fleisch wohnen in Hoffnung; Act 2:27 weil du meine Seele nicht in die Hölle überlassen wirst, und wirst deinen Heiligen nicht hingeben, die Verwesung zu sehen. Act 2:28 Du hast mir kundgetan die Lebenswege, du wirst mich erfüllen mit Wonne vor deinem Angesicht. Act 2:29 Ihr Männer (und) Brüder, darf ich ungescheut an euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und auch begraben, und sein Grab ist unter uns bis auf diesen Tag. Act 2:30 Als er nun ein Prophet war und wußte, daß Gott ihm einen Eid geschworen hatte, von der Frucht sei ner Lenden auf seinen Thron zu setzen, Act 2:31 hat er es vorhergesehen und geredet von der Auferstehung Christi, daß er nicht in die Hölle überlassen worden ist und sein Fleisch die Verwesung nicht gesehen hat. Act 2:32 Diesen Jesum hat Gott auferweckt, des sind Wir alle Zeugen. Act 2:33 Nun er durch die Rechte Gottes erhöht ist und die Verheißung des heiligen Geistes empfangen hat von dem Vater, so hat er dieses ausgegossen, das Ihr wirklich sehet und höret. Act 2:34 Denn David ist nicht in die Himmel aufgefahren, er aber spricht selber: Es sagte der Herr zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, Act 2:35 bis ich deine Feinde zu deinem Fußschemel mache. Act 2:36 Unfehlbar soll also das ganze Haus Israel erkennen, daß ihn Gott zu einem Herrn und zu einem Gesalbten gemacht hat, (nämlich) die sen Jesum, welchen Ihr gekreuzigt habt. Act 2:37 Da sie aber es hörten, ging' ihnen durchs Herz, und sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer (und) Brüder? Act 2:38 Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße und lasse sich ein jeglicher unter euch taufen auf den Namen Jesu Christi zu Erlassung der Sünden, so werdet ihr empfangen das Geschenk des heiligen Geistes. Act 2:39 Denn euch zu gut ist die Verheißung da und euren Kindern und allen, die ferne sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird. Act 2:40 Und mit mehr anderen Reden bezeugte er und ermahnte und sprach: Rettet euch von diesem unartigen Geschlecht. Act 2:41 Die nun sein Wort gerne annahmen, ließen sich taufen; und wurden hinzugetan an demselben Tage bei dreitausend Seelen; Act 2:42 sie warteten aber der Lehre der Apostel ab und der Gemeinschaft und dem Brotbrechen und den Gebeten. Act 2:43 Es kam aber alle Seelen eine Furcht an, und geschahen viel Wunder und Zeichen durch die Apostel. Act 2:44 Alle aber, die da glaubten, waren beisammen und hatten alles gemein, Act 2:45 und die liegenden Güter und die fahrende Habe verkauften sie und teilten sie unter alle aus, nachdem jemand benötigt war; Act 2:46 und sie warteten täglich einmütig ab in dem Tempel und brachen das Brot in den Häusern, Act 2:47 nahmen Speise mit Wonne und Einfältigkeit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst bei dem ganzen Volk. Der Herr aber tat hinzu, die da selig (gerettet) wurden, täglich. Act 3:1 Es gingen zugleich Petrus und Johannes hinauf in den Tempel gegen die Stunde des Gebets, welche die neunte ist. Act 3:2 Und ein Mann, der lahm war von seiner Mutter Leibe an, ließ sich tragen; den setzten sie täglich vor die sogenannte schöne Tür des Tempels, daß er um Almosen bat von denen, die in den Tempel gingen. Act 3:3 Als der Petrus und Johannes sah, daß sie wollten zum Tempel hineingehen, begehrte er ein Almosen. Act 3:4 Petrus aber sah stracks auf ihn samt Johannes und sprach: Siehe uns an. Act 3:5 Er aber merkte auf sie und versah sich, etwas von ihnen zu empfangen. Act 3:6 Es sprach aber Petrus: Silber und Gold habe ich nicht; was ich aber habe, dies gebe ich dir: In dem Namen Jesu Christi von Nazareth, stehe auf und wandle! Act 3:7 Und er griff ihn bei der rechten Hand und richtete ihn auf. Und auf der Stelle wurden seine Beine und Knöchel fest, Act 3:8 und er sprang auf, stand und wandelte und ging mit ihnen in den Tempel, wandelte und hüpfte und lobte Gott. Act 3:9 Und es sah ihn alles Volk wandeln und Gott loben. Act 3:10 Sie erkannten ihn auch, daß dieser es war, der des Almosens wegen saß vor der schönen Tür des Tem pels; und sie wurden voll Schreckens und Entsetzens über dem, was ihm begegnet war. Act 3:11 Da er sich aber zu Petrus und Johannes hielt, lief alles Volk zusammen zu ihnen bei dem Gang, der da heißt Salomos, und waren erstaunt. Act 3:12 Da aber Petrus es sah, gab er zur Antwort an das Volk: Ihr Männer von Israel, was verwundert ihr euch über dieses Ding, oder was sehet ihr so auf uns, als hätten wir durch unsere eigene Kraft oder Frömmigkeit ihn wandeln gemacht? Act 3:13 Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, hat seinen Knecht Jesum verklärt, welchen Ihr zwar überantwortet habt; und habt ihn verleugnet vor Pilatus, da desselben Urteil auf das Loslassen ging. Act 3:14 Ihr aber habt den Heiligen und Gerechten verleugnet und gebeten, daß man euch einen mörderischen Mann schenkte, Act 3:15 aber den Herzog des Lebens habt ihr getötet. Den hat Gott auferweckt von den Toten; des Wir Zeugen sind. Act 3:16 Und über dem Glauben seines Namens hat diesen, den ihr sehet und kennet, sein Name gestärkt; und der Glaube durch ihn hat ihm diesen Wohlstand vor euch allen gegeben. Act 3:17 Und nun, Brüder, ich weiß, daß ihr' unwissend getan habt, wie auch eure Obersten; Act 3:18 aber Gott, was er zuvor verkündigt hat durch den Mund aller Pro pheten, daß sein Gesalbter leiden sollte, hat es also erfüllt. Act 3:19 So tut nun Buße und bekehret euch, damit eure Sünden ausgetilgt werden, Act 3:20 auf daß kommen die Zeiten der Erquickung von dem Angesicht des Herrn, und er sende den, der euch beschert ist, Jesum Christum, Act 3:21 welcher zwar den Himmel annehmen muß, während der Fristen der Darstellung alles dessen, was Gott geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten. Act 3:22 Denn Mose hat zu den Vätern gesprochen: Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern, wie mich; ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch reden wird; Act 3:23 es wird aber geschehen, eine jede Seele, die denselben Propheten nicht hören in allem, was er zu euch reden wird; Act 3:24 Und auch alle Propheten von Samuel an und denen hernach, wieviel ihrer geredet haben, haben auch diese Tage verkündigt. Act 3:25 Ihr seid die Söhne der Propheten und des Bundes, welchen Gott verordnet hat an unsere Väter, da er zu Abraham sprach: Und in deinem Samen werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde. Act 3:26 Euch zuerst hat Gott erweckt seinen Knecht Act 4:1 Als sie aber zum Volk redeten, kamen über sie die Priester und der Hauptmann des Tempels und die Sadduzäer, Act 4:2 die verdroß es, darum daß sie das Volk lehrten und verkündigten an Jesu die Auferstehung von den Toten, Act 4:3 und sie legten die Hände an sie und ließen sie verwahren auf den Morgen; denn es war jetzt Abend. Act 4:4 Aber viele derer, die das Wort gehört hatten, wurden gläubig; und es ward die Zahl der Männer bei fünftausend. Act 4:5 Und es begab sich auf den Morgen, daß sich versammelten ihre Obersten und Ältesten und Schrift gelehrten zu Jerusalem Act 4:6 und Hannas, der Hohepriester, und Kaiphas und Johannes und Alex ander, und wieviel ihrer waren von hohenpriesterlichem Geschlecht Act 4:7 Und stellten sie in die Mitte und befragten sie: In welcher Gewalt oder in welchem Namen habt Ihr dieses getan? Act 4:8 Da ward Petrus mit dem heiligen Geist erfüllt und sprach zu ihnen: Ihr Obersten des Volkes und Ältesten Israels! Act 4:9 Wenn Wir heute zur Rede gestellt werden über der Wohltat an einem kranken Menschen, wodurch dieser heil geworden sei, Act 4:10 so sei kund euch allen und allem Volk Israel, daß in dem Namen Jesu Christi von Nazareth, welchen Ihr gekreuzigt habt, welchen Gott auferweckt hat von den Toten, in diesem steht dieser vor euch gesund da. Act 4:11 Dieser ist der Stein, der von euch Bauleuten vernichtet, der zum Eckstein geworden ist. Act 4:12 Und es ist in keinem andern das Heil; denn es ist auch kein anderer Name unter dem Himmel, der gegeben wäre bei den Menschen, in welchem wir müssen zum Heil gelangen. Act 4:13 Und da sie schauten des Petrus Freudigkeit und des Johannes und vernahmen, daß es ungelehrte und gemeine Leute waren, verwunderten sie sich und erkannten sie, daß sie mit Jesus gewesen waren; Act 4:14 und da sie den Menschen sahen bei ihnen stehen, der gesund gemacht war, hatten sie nichts dagegen zu widerreden. Act 4:15 Sie aber hießen sie aus dem Rat abtreten und überlegten' miteinander und sprachen: Act 4:16 Was wollen wir diesen Menschen tun? Denn daß zwar ein bekanntes Zeichen durch sie geschehen sei, ist allen, die zu Jerusalem wohnen, offenbar, und wir können' nicht leugnen; Act 4:17 aber damit es nicht weiter einreiße unter das Volk, so lasset uns ernstlich sie bedrohen, daß sie hinfort in diesem Namen zu keinem Menschen reden sollen. Act 4:18 Und sie riefen ihnen und geboten ihnen, daß sie durchaus nicht reden noch lehren sollten in dem Namen Jesu. Act 4:19 Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Ob es recht sei vor Gott, euch viel mehr Gehör zu geben als Gott, möget ihr erachten. Act 4:20 Denn Wir können nicht, was wir gesehen und gehört haben, zu reden unterlassen. Act 4:21 Sie aber drohten weiter und ließen sie gehen, indem sie nicht fanden, wie sie sie strafen möchten, um des Volkes willen, weil jedermann Gott lobte über dem, das geschehen war. Act 4:22 Denn es war der Mensch mehr als vierzig Jahre alt, an welchem diese Wunderkur geschehen war. Act 4:23 Und als man sie hatte lassen gehen, kamen sie zu den Ihren und verkündigten ihnen, was zu ihnen die Hohenpriester und die Ältesten gesagt hatten. Act 4:24 Sie aber, da sie es hörten, erhoben einmütig die Stimme zu Gott und sprachen: Herr, Du bist Gott, der du gemacht hast den Himmel und die Erde und das Meer und alles, was in denselben ist, Act 4:25 der du im heiligen Geist durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, gesagt hast: Wofür machen die Heiden einen Lärmen, und die Völker dichten auf leere Händel? Act 4:26 Es sind aufgetreten die Könige der Erde, und die Fürsten haben sich beieinander versammelt, wider den Herrn und wider seinen Gesalbten. Act 4:27 Sie haben in der Wahrheit sich versammelt in dieser Stadt über deinen heiligen Knecht, Jesum, den du gesalbt hast, beide, Herodes und Pontius Pilatus, samt den Heiden und den Völkern Israel, Act 4:28 zu tun, was deine Hand und dein Rat zuvor bestimmt hat, daß geschehen sollte. Act 4:29 Und nun, Herr, siehe auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten, mit aller Freudigkeit zu reden dein Wort, Act 4:30 indem du deine Hand ausstreckst, gesund zu machen, und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesu. Act 4:31 Und da sie gebetet haben, bewegte sich die Stätte, da sie versammelt waren, und wurden alle voll heiligen Geistes und redeten das Wort Gottes mit Freudigkeit. Act 4:32 Der Menge aber derer, die gläubig wurden, war das Herz und die Seele Eines; und kein einziger sagte, daß etwas von seinen Gütern sein eigen wäre, sondern es war ihnen alles gemein. Act 4:33 Und mit großer Kraft legten die Apostel das Zeugnis der Auferstehung des Herrn Jesu ab, und war große Gnade über sie alle. Act 4:34 Denn es war auch niemand bedürftig unter ihnen; denn wieviel ih rer liegende Güter oder Häuser besaßen, die verkauften' und brachten das, was sie daraus lösten, Act 4:35 und legten' zu den Füßen der Apostel; es wurde aber ausgeteilt, einem jeglichen, nachdem jemand es bedurfte. Act 4:36 Joses aber, von den Aposteln zubenannt Barnabas, das ist verdolmetscht: Trost-Sohn, ein Levit, aus Cypern gebürtig, Act 4:37 da er einen Acker hatte, verkaufte er ihn und brachte das Geld und legte es zu der Apostel Füßen. Act 5:1 Ein Mann aber, Ananias mit Namen, samt Saphira, seinem Weibe, verkaufte ein Gut Act 5:2 und unterschlug etwas von der Bezahlung, daß sein Weib es auch wußte, und brachte einen Teil und legte es zu der Apostel Füßen. Act 5:3 Es sprach aber Petrus: Ananias, warum hat der Satan dein Herz erfüllt, daß du den heiligen Geist belögest und unterschlagest etwas von der Bezahlung des Guts? Act 5:4 Wäre es nicht, da es so geblieben wäre, für dich geblieben? Und nach dem Verkauf war es in deiner Gewalt. Warum hast du diesen Handel in deinem Herzen vorgenommen? Du hast nicht Menschen, sondern Gott gelogen. Act 5:5 Da Ananias diese Reden hörte, fiel er nieder und gab den Geist auf; und es kam eine große Furcht über alle, die dieses hörten. Act 5:6 Da standen die Jünglinge auf und legten ihn zurecht und trugen ihn hinaus und begruben ihn. Act 5:7 Und es begab sich über eine Weile bei drei Stunden, da kam sein Weib hinein und wußte nicht, was geschehen war. Act 5:8 Und Petrus antwortete ihr: Sage mir, habt ihr das Gut in dem und dem Preis hingegeben? Sie sprach: Ja, in dem Preis Act 5:9 Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr untereinander eins geworden, zu versuchen den Geist des Herrn? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden dich hinaustragen. Act 5:10 Und sie fiel auf der Stelle zu seinen Füßen und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge hinein und fanden sie tot und trugen sie hinaus und begruben sie bei ihrem Mann. Act 5:11 Und es kam eine große Furcht über die ganze Gemeine und über alle, die dieses hörten. Act 5:12 Durch die Hände aber der Apostel geschahen der Zeichen und Wunder viel im Volk; und es waren alle einmütig in dem Gang Salomos; Act 5:13 der übrigen aber unterstand sich keiner, sich zu ihnen zu gesellen, sondern das Volk hielt groß von ihnen; Act 5:14 es wurden aber je mehr hinzugetan, die da gläubig wurden dem Herrn, beides Männer und Weiber in vieler Menge; Act 5:15 also daß sie auf die Gassen die Kranken heraustrugen und legten sie auf Betten und Schragen, auf daß, wenn Petrus käme, nur der Schatten ihrer jemand Aberschattete. Act 5:16 Es kam aber auch zusammen gen Jerusalem die Menge von den Städten umher und trugen Kranke und die von unreinen Geistern geplagt waren, welche alle gesund wurden. Act 5:17 Es stand aber auf der Hohepriester und alle, die mit ihm waren, welches ist die Sekte der Sadduzäer, und wurden voll Eifers Act 5:18 und legten ihre Hände an die Apostel und setzten sie in das gemeine Gefängnis. Act 5:19 Aber ein Engel des Herrn tat in der Nacht die Türen des Gefängnisses auf und führte sie heraus und sprach: Act 5:20 Gehet hin und tretet auf und redet in dem Tempel zum Volk alle Worte dieses Lebens. Act 5:21 Da sie das hörten, gingen sie, als es tagte, in den Tempel und lehrten. Der Hohepriester aber kam dazu und die mit ihm waren und riefen zusammen den Rat und die gesamten Ältesten der Kinder Israel und sandten hin in das Gefängnis, daß man sie vorführte. Act 5:22 Die Diener aber, als sie darkamen, trafen sie nicht im Gefängnis an; und sie kehrten um, verkündigten und sprachen: Act 5:23 Das Gefängnis fanden wir verschlossen mit aller Sorgfalt und die Wächter vor den Türen stehen; aber da wir auftaten, fanden wir niemand drinnen. Act 5:24 Da diese Reden hörten beide, der Hauptmann des Tempels und die Hohenpriester, waren sie ihretwegen im Zweifel, was das werden möchte. Act 5:25 Es kam aber einer dar, der verkündigte ihnen: Siehe, die Männer, die ihr gefangengesetzt habt, sind in dem Tempel, stehen da und lehren das Volk. Act 5:26 Da ging hin der Hauptmann mit den Dienern und führte sie her; nicht mit Gewalt, denn sie fürchteten das Volk, daß sie nicht gesteinigt würden. Act 5:27 Und als sie sie herführten, stellten sie sie vor den Rat. Und es fragte sie der Hohepriester Act 5:28 und sprach: Wir haben euch mit Ernst geboten, daß ihr nicht solltet lehren in diesem Namen; und siehe, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollet dieses Menschen Blut über uns bringen? Act 5:29 Es antwortete aber Petrus und die Apostel und sprachen: Gehorchen muß man Gott mehr als Menschen. Act 5:30 Der Gott unserer Väter hat Jesum auferweckt, welchen Ihr umgebracht habt, da ihr ihn an einem Holz aufgehängt habt. Act 5:31 Diesen hat Gott zu einem Herzog und Heiland erhöht durch seine Rechte, zu geben Buße dem Israel und Erlassung der Sünden. Act 5:32 Und Wir sind Zeugen dieser Worte und auch der heilige Geist, welchen Gott gegeben hat denen, die ihm Gehorsam leisteten. Act 5:33 Ihnen aber, da sie es hörten, schnitt es tief ein und sie ratschlagten, sie umzubringen. Act 5:34 Da stand einer auf in dem Rat, ein Pharisäer mit Namen Gamaliel, ein Lehrer des Gesetzes, bei allem Volk wertgehalten, und hieß die Leute ein wenig hinaustun Act 5:35 und sprach zu ihnen: Ihr Männer von Israel, nehmet euch in acht dieser Menschen halber, was ihr tun wollt. Act 5:36 Denn vor diesen Tagen stand auf Theudas, der sprach, er sei etwas, und hing ihm an eine Zahl Männer bei vierhundert; derselbe ist umge bracht worden, und alle, die ihm zufielen, sind zertrennt und zunichte worden. Act 5:37 Nach diesem stand auf Judas, der Galiläer, in den Tagen der Schätzung und machte ein Volk abfällig ihm nach; auch derselbe kam um, und alle, die ihm zufielen, sind zerstreut worden. Act 5:38 Und nun sage ich euch: Stehet ab von diesen Menschen und lasset sie; dieweil, wenn aus Menschen dieser Rat oder dieses Werk ist, so wird es gedämpft werden; Act 5:39 ist es aber aus Gott, so könnt ihr es nicht dämpfen, auf daß ihr nicht erfunden werdet, als die gar wider Gott streiten. Act 5:40 Da fielen sie ihm zu; und riefen den Aposteln herbei, schlugen sie und geboten ihnen, sie sollten nicht reden in dem Namen Jesu; und ließen sie gehen. Act 5:41 So gingen sie denn mit Freuden von des Rats Angesicht, daß sie um des Namens willen gewürdigt worden waren, verunehrt zu werden; Act 5:42 und alle Tage hörten sie nicht auf, im Tempel und hin und her in Häusern zu lehren und zu evangelisieren Jesum den Gesalbten. Act 6:1 In diesen Tagen aber, da der Jünger noch mehr wurden, erhob sich ein Murmeln der griechischen Juden gegen die Hebräer, dieweil ihre Witwen übersehen wurden in der täglichen Bedienung. Act 6:2 Da riefen die Zwölf die Menge der Jünger zusammen und sprachen: Es ist nicht gefällig, daß wir das Wort Gottes unterlassen und die Tische bedienen. Act 6:3 So sehet nun, ihr Brüder, nach sieben Männern unter euch von gutem Zeugnis, die voll heiligen Geistes und Weisheit sind, die wollen wir bestellen zu dieser Angelegenheit; Act 6:4 Wir aber wollen dem Gebet und dem Dienst des Wortes abwarten. Act 6:5 Und die Rede war gefällig vor der ganzen Menge; und sie erwählten Stephanus, einen Mann voll Glaubens und heiligen Geistes, und Philippus und Prochorus und Nikanor und Timon und Parmenas und Niko laus, einen Judengenossen von Antiochien. Act 6:6 Diese stellten sie vor die Apostel; und sie beteten und legten ihnen die Hände auf. Act 6:7 Und das Wort Gottes wuchs, und es mehrte sich die Zahl der Jünger zu Jerusalem heftig, und ein großer Haufen der Priester wurden dem Glauben gehorsam. Act 6:8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat große Wunder und Zeichen im Volk. Act 6:9 Da standen etliche auf von denen aus der Schule, die da heißt der Libertiner und Kyrener und Alexandriner und derer von Zilizien und Asia, und befragten sich mit Stephanus, Act 6:10 und vermochten nicht zu widerstehen der Weisheit und dem Geiste, in welchem er redete. Act 6:11 Da richteten sie Männer an, die sprachen: Wir haben ihn hören reden (lästerliche) Worte über Mose und Gott. Act 6:12 Und sie erregten das Volk und die Nltesten und die Schriftgelehrten und traten hinzu und rissen ihn hin und führten ihn in den Rat Act 6:13 und stellten falsche Zeugen, die sprachen: Dieser Mensch hört nicht auf, Worte zu reden wider die heilige Stätte und das Gesetz. Act 6:14 Denn wir haben ihn hören sagen: Jesus von Nazareth, dieser wird diese Stätte zerstören und ändern die Sitten, die Mose uns übergeben hat Act 6:15 Und es schauten auf ihn alle, die in dem Rat saßen, und sahen sein Angesicht wie eines Engels Angesicht. Act 7:1 Da sprach der Hohepriester: Verhält sich denn dieses also? Act 7:2 Er aber sprach: Männer, Brüder und Väter, höret. Der Gott der Herrlichkeit erschien unserem Vater Abraham, da er in Mesopotamien war, ehe er wohnte in Haran, Act 7:3 und sprach zu ihm: Gehe aus deinem Lande und aus deiner Freundschaft und komm in ein Land, das ich dir zeigen werde. Act 7:4 Da ging er aus der Chaldäer Lande und wohnte in Haran; und von dannen, nachdem sein Vater gestorben war, brachte er ihn mit seiner Woh nung in dies Land, darin Ihr nun wohnet. Act 7:5 Und er gab ihm kein Erbe darin, auch nicht eines Fußes breit; und verhieß es ihm zum Besitz zu geben und seinem Samen nach ihm, da er kein Kind hatte. Act 7:6 Es redete aber Gott also: es werde sein Same ein Fremdling sein in einem La