1#Matthäus,1,1#1. DIES ist das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams*. 2#Matthäus,1,2#2. Abraham war der Vater Isaaks. Isaak war der Vater Jakobs. Jakob war der Vater Judas und seiner Brüder. 3#Matthäus,1,3#3. Juda war - durch Thamar - der Vater des Perez und Serah-a-. Perez war der Vater Hezrons. Hezron war der Vater Rams. -a) 1.Mo. 38,29.30.++ 4#Matthäus,1,4#4. Ram war der Vater Aminadabs. Aminadab war der Vater Nahessons. Nahesson war der Vater Salmas. 5#Matthäus,1,5#5. Salma war - durch Rahab - der Vater des Boas. Boas war - durch Ruth - der Vater Obeds. Obed war der Vater Isais. 6#Matthäus,1,6#6. Isai war der Vater des Königs David-a-. David war - durch Urias Witwe-1- - der Vater Salomos. -1) Bathseba (2.Sam. 11).   a) Ruth 4,18-22.++ 7#Matthäus,1,7#7. Salomo war der Vater Rehabeams. Rehabeam war der Vater Abias. Abia war der Vater Asas. 8#Matthäus,1,8#8. Asa war der Vater Josafats. Josafat war der Vater Jorams. Joram war der Vater Usias*. 9#Matthäus,1,9#9. Usia-1- war der Vater Jotams. Jotam war der Vater des Ahas. Ahas war der Vater Hiskias. -1) Asarja in 1.Chr. 3,12 ist derselbe wie Usia.++ 10#Matthäus,1,10#10. Hiskia war der Vater Manasses. Manasse war der Vater Amons. Amon war der Vater Josias. 11#Matthäus,1,11#11. Josia wurde der Vater Jechonjas-1-** und seiner Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon-a-. -1) zwischen Josia und Jechonja fehlt in V. 11 Jojakim (1.Chr. 3,15.16).   a) zu V. 7-11: vgl. 1.Chr. 3,10-16.++ 12#Matthäus,1,12#12. Nach der Wegführung nach Babylon wurde Jechonja der Vater Sealthiels-a-. Sealthiel war der Vater Serubabels-b-**. -a) 1.Chr. 3,17.   b) Esra 3,2; 5,2.++ 13#Matthäus,1,13#13. Serubabel war der Vater Abiuds. Abiud war der Vater Eljakims. Eljakim war der Vater Asors. 14#Matthäus,1,14#14. Asor war der Vater Zadoks. Zadok war der Vater Achims. Achim war der Vater Eliuds. 15#Matthäus,1,15#15. Eliud war der Vater Eleasars. Eleasar war der Vater Matthans. Matthan war der Vater Jakobs. 16#Matthäus,1,16#16. Jakob war der Vater Josefs, des Mannes der Maria. Maria aber ist die Mutter jenes Jesus, der den Namen Christus trägt*. 17#Matthäus,1,17#17. Alle Geschlechter von Abraham bis David betragen vierzehn. Auch von David bis zu der Wegführung nach Babylon sind vierzehn Geschlechter. Ebenso sind vierzehn Geschlechter von der Wegführung nach Babylon bis auf den Messias. 18#Matthäus,1,18#18. Mit Christi Geburt verhielt es sich so: Als seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, da zeigte sich's, noch ehe sie zusammenzogen, daß sie vom Heiligen Geist empfangen hatte. 19#Matthäus,1,19#19. Josef aber, ihr Verlobter-1-*, der ein frommer Mann war* und sie nicht bloßstellen wollte, ging schon damit um, sich in aller Stille von ihr zu trennen*. -1) w: ihr Mann. Die Verlobung wurde bei den Juden als der Anfang der Eheschließung angesehen und auch rechtlich so behandelt (vgl. 5.Mo. 22,23f.).++ 20#Matthäus,1,20#20. Als er dies erwog, da erschien ihm im Traume ein Engel des Herrn und sprach zu ihm: «Josef, du Sohn Davids, scheue dich nicht*, Maria, deine Verlobte-1-, zu deiner Ehefrau zu machen! Denn was in ihr erzeugt ist, das stammt von dem Heiligen Geiste. -1) w: dein Weib, s. auch V. 19.++ 21#Matthäus,1,21#21. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus-1- geben; denn er wird sein Volk* erretten von ihren* Sünden-a-*.» -1) gr. Name -+Jesus- ist gebildet aus hebr. -+Jeschua-, Verkürzung des ält. Namens -+Jehoschua- (Josua), d.h. Jahwe ist Hilfe oder Retter.   a) Ps. 130,8.++ 22#Matthäus,1,22#22. - Dies alles ist geschehen, damit sich jenes Wort erfülle, das der Herr durch den Mund des Propheten gesprochen hat: 23#Matthäus,1,23#23. «Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und seinen Namen wird man nennen Immanuel-a-, das heißt: mit uns ist Gott.» - -a) Jes. 7,14; 8,8.++ 24#Matthäus,1,24#24. Als Josef von seinem Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und führte seine Verlobte als Eheweib heim. 25#Matthäus,1,25#25. Aber er verkehrte nicht mit ihr, bis sie einen Sohn geboren hatte-1-*. Dem gab er* den Namen Jesus. -1) aL: «bis sie ihren ersten Sohn gebar» (vgl. Lk. 2,7); and. Söhne s. Mt. 13,55; Mk. 6,3; Joh. 7,3.5.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 2 -+ --- MENGE/Matthäus 2 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 2 - 26#Matthäus,2,1#1. Als Jesus in den Tagen des Königs Herodes* zu Bethlehem-1-* in Judäa geboren war-2-*, da trafen Sterndeuter-3-* aus dem Morgenlande in Jerusalem ein und fragten: -1) bed. Brothaus (Haus des Brotes).   2) das Gj. Jesu ist unsicher; es fällt aber 4 bis 7 Jahre vor den Beginn unserer Zeitrechnung.   3) w: Magier. So hießen bei den Babyloniern die Priester und Gelehrten, die sich bes. mit Sternkunde und Sterndeuterei beschäftigten.++ 27#Matthäus,2,2#2. «Wo ist der König der Juden-1-? Er ist geboren; denn wir haben in den Strahlen der Morgendämmerung seinen Stern erscheinen sehn und sind hierher gekommen, um ihm zu huldigen*.» -1) «König der Juden» ist gleichbedeutend mit Messias.++ 28#Matthäus,2,3#3. Als dies dem König Herodes zu Ohren kam, erschrak er*, und mit ihm entsetzte sich auch ganz Jerusalem*. 29#Matthäus,2,4#4. Da berief er alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes-1-* und legte ihnen die Frage vor: «Wo* soll der Messias geboren werden?» -1) d.h. die Mitglieder des Hohen Rates. Zu den Hohenpriestern gehörten außer dem regierenden Hohenpriester auch seine Amtsvorgänger und die Angehörigen jener vornehmen Familien, aus denen die Hohenpriester genommen wurden (s. Anm. zu Mt. 26,59).++ 30#Matthäus,2,5#5. Sie antworteten ihm: «Zu Bethlehem in Judäa. Denn so steht geschrieben in den Worten des Propheten: 31#Matthäus,2,6#6. ,Und du, Bethlehem im Lande Juda, du bist durchaus nicht die geringste unter Judas Führerstädten. Denn aus dir soll mir ein Herrscher kommen, der wird als Hirte weiden mein Volk Israel-a-.'» -a) frei nach Mi. 5,1.++ 32#Matthäus,2,7#7. Hierauf ließ Herodes die Sterndeuter in aller Stille* zu sich rufen und sich von ihnen genau die Zeit angeben, wann der Stern zuerst erschienen sei*. 33#Matthäus,2,8#8. Dann wies er sie nach Bethlehem und sprach: «Zieht hin und forscht mit Sorgfalt nach dem Kinde; und habt ihr es gefunden, so gebt mir Nachricht, damit ich auch komme und ihm huldige*.» 34#Matthäus,2,9#9. Als sie dies von dem Könige vernommen hatten, machten sie sich auf den Weg*. Und sieh, der Stern, den sie im Frühaufgang gesehn, zog vor ihnen her, bis er stillstand über dem Hause, wo das Kindlein war. 35#Matthäus,2,10#10. Bei dem Anblick des Sternes wurden sie mit größter Freude erfüllt. 36#Matthäus,2,11#11. Sie traten in das Haus und sahen das Kind bei Maria, seiner Mutter. Da fielen sie vor ihm nieder und huldigten ihm. Dann öffneten sie ihre Schatzbehälter und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen als Geschenke dar. 37#Matthäus,2,12#12. Aber im Traum erhielten sie* die Weisung, nicht wieder zu Herodes zu gehn. Deshalb zogen sie auf einem andern Wege* in ihr Heimatland zurück. 38#Matthäus,2,13#13. Als sie weggezogen waren, da erschien ein Engel des Herrn dem Josef im Traume und sprach zu ihm: «Auf, nimm das Kind und seine Mutter, flieh nach Ägypten und bleibe dort so lange, bis ich dir Nachricht gebe! Denn Herodes will das Kind in seine Gewalt bekommen, um es zu töten.» 39#Matthäus,2,14#14. Da stand er auf und nahm noch in derselben Nacht das Kind und seine Mutter und machte sich auf den Weg nach Ägypten. 40#Matthäus,2,15#15. Dort blieb er bis zum Tode des Herodes. So erfüllte sich das Wort des Herrn durch den Propheten: «Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen-a-*.» -a) Hos. 11,1 (2.Mo. 4,22f.; Jer. 31,9).++ 41#Matthäus,2,16#16. Als nun Herodes sah, daß ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, ward er sehr zornig: er sandte Henker aus und ließ in Bethlehem und dem ganzen Umkreis dieses Ortes alle Knaben in dem Alter von zwei Jahren und darunter töten, nach dem Zeitpunkt, den er von den Sterndeutern genau erforscht hatte*. 42#Matthäus,2,17#17. Damals erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremia: 43#Matthäus,2,18#18. «In Rama hat man ein Geschrei gehört, lautes Weinen und Klagen: Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen; denn sie sind dahin-a-*.» -a) Jer. 31,15.++ 44#Matthäus,2,19#19. Als aber Herodes gestorben war, da erschien in Ägypten ein Engel des Herrn dem Josef im Traum 45#Matthäus,2,20#20. und sprach zu ihm: «Auf, nimm das Kind und seine Mutter und ziehe ins Land Israel*! Denn die dem Kinde nach dem Leben trachteten, die sind nun tot-a-*.» -a) 2.Mo. 4,19.++ 46#Matthäus,2,21#21. Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter und kam in das Land Israel. 47#Matthäus,2,22#22. Als er aber hörte, daß Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes in Judäa herrsche, trug er Bedenken, sich dort niederzulassen-1-*; und nach einer göttlichen Weisung, die er im Traume empfing, zog er sich in die Landschaft Galiläa zurück-2-. -1) denn Archelaus war grausam wie sein Vater Herodes.   2) in Galiläa herrschte Herodes Antipas, der nicht so grausam war wie sein Bruder Archelaus.++ 48#Matthäus,2,23#23. Dort nahm er Wohnung in einer Stadt, mit Namen Nazaret, damit die Worte der Propheten in Erfüllung gingen. Denn er* sollte ja den Namen Nazaräer tragen*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 3 -+ --- MENGE/Matthäus 3 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 3 - 49#Matthäus,3,1#1. In jenen Tagen* trat Johannes der Täufer auf und ließ in der Wüste Judäas* den Ruf erschallen: 50#Matthäus,3,2#2. «Ändert euern Sinn-1-, denn das Königreich der Himmel* ist nahe herbeigekommen!» -1) die Üs. «Tut Buße» folgt nicht der gr. Grundschrift, sondern der lat. Vulgata. Der gr. Ausdruck bez. die Abwendung von dem bisherigen Zustand und Verhalten, er entspricht dem hebr. -+schubu- (bekehrt euch).++ 51#Matthäus,3,3#3. Er ist der Mann, von dem der Prophet Jesaja gesprochen hat: «In der Wüste ruft eine Stimme: ,Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Pfade-a-!'» -a) Jes. 40,3.++ 52#Matthäus,3,4#4. Johannes aber trug ein Kleid von Kamelhaaren und um seine Hüften einen Ledergurt-a-*; und seine Nahrung waren Heuschrecken* und wilder Honig*. -a) 2.Kön. 1,8.++ 53#Matthäus,3,5#5. Da gingen die Leute aus Jerusalem, aus ganz Judäa und aus der ganzen Gegend um den Jordan zu ihm hinaus, 54#Matthäus,3,6#6. ließen sich im Jordanflusse von ihm taufen und bekannten ihre Sünden*. 55#Matthäus,3,7#7. Als er nun auch viele Pharisäer und Sadduzäer-1-** zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: «Ihr Schlangenbrut-2-! Wer hat euch denn gesagt, daß ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? -1) -+Pharisäer- heißt: die Abgesonderten. So sind sie wohl ursprünglich von ihren Gegnern genannt worden, weil sie sich, um eine bes. Reinigkeit zu erlangen, von der Masse des Volkes absonderten. Die -+Sadduzäer-, deren Name vlt. auf ein Parteihaupt Zadok oder Sadduk zurückgeht, waren vor allem eine politische Partei. Das judäische Gemeinwesen stand ihnen höher als das mosaische Gesetz.   2) «Ihr Arglistigen, die ihr wie die alte Schlange Gottes Gnadenabsicht widerstrebt.»++ 56#Matthäus,3,8#8. So bringt denn Frucht, wie sie der Sinnesänderung entspricht! 57#Matthäus,3,9#9. Und laßt euch nur nicht beikommen, zu denken: ,Wir haben ja Abraham zum Vater*.' Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen hier dem Abraham Kinder erstehen lassen. 58#Matthäus,3,10#10. Schon liegt die Axt den Bäumen an der Wurzel; und jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 59#Matthäus,3,11#11. Ich taufe euch mit Wasser, damit ihr euern Sinn ändert. Der aber nach mir kommt, hat größre Gewalt als ich, und ich bin nicht wert, ihm seine Schuhe nachzutragen-1-: der wird euch mit Heiligem Geiste und mit Feuer taufen*. -1) «Ich bin nicht wert, ihm den geringsten Sklavendienst zu leisten.»++ 60#Matthäus,3,12#12. Er hat schon die Wurfschaufel in der Hand und wird seine Tenne-1- reinigen: seinen Weizen wird er in den Speicher sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit einem Feuer, das niemand löschen kann.» -1) d.h. das auf der Tenne aufgehäufte gedroschene Getreide.++ 61#Matthäus,3,13#13. Damals kam auch Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 62#Matthäus,3,14#14. Der aber suchte ihn davon abzubringen, indem er sprach: «Ich hätte nötig, mich von dir taufen zu lassen, und du kommst zu mir?» 63#Matthäus,3,15#15. Doch Jesus antwortete ihm: «Laß mich nur! Denn so ziemt es uns*, jede Vorschrift* zu erfüllen.» Da gab Johannes ihm nach. 64#Matthäus,3,16#16. In dem Augenblick aber, als Jesus nach seiner Taufe aus dem Wasser emporstieg, tat sich der Himmel über ihm auf, und er-1- sah den Geist Gottes wie eine Taube* niederschweben und auf sich kommen. -1) Jesus.++ 65#Matthäus,3,17#17. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: «Dies ist mein geliebter Sohn-a-, den ich erkoren habe*.» -a) Ps. 2,7.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 4 -+ --- MENGE/Matthäus 4 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 4 - 66#Matthäus,4,1#1. Dann ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt-1-, um von dem Teufel versucht zu werden. -1) w: «hinaufgeführt», denn die Wüste liegt höher als der Jordan.++ 67#Matthäus,4,2#2. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte-a-, empfand er zuletzt Hunger. -a) 2.Mo. 34,28; 1.Kön. 19,8.++ 68#Matthäus,4,3#3. Da trat der Versucher zu ihm und sprach: «Bist du Gottes Sohn, so befiehl, daß sich diese Steine hier in Brot verwandeln.» 69#Matthäus,4,4#4. Doch er antwortete: «Es steht geschrieben: ,Der Mensch wird nicht durch Brot allein am Leben erhalten, sondern durch alles, was ihm durch Gottes Allmachtswort bereitet wird-1-*.'» -1) frei übersetzt nach 5.Mo. 8,3.++ 70#Matthäus,4,5#5. Dann nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt*, stellte ihn auf das flache Dach der Tempelhalle* 71#Matthäus,4,6#6. und sprach zu ihm: «Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab*; denn es steht geschrieben-a-: ,Er wird seinen Engeln deinetwegen Auftrag geben, und sie sollen dich auf den Händen tragen, daß du nicht mit deinem Fuß an einen Stein stoßest.'» -a) Ps. 91,11.12.++ 72#Matthäus,4,7#7. Jesus aber erwiderte ihm: «Anderseits steht auch geschrieben: ,Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen-1a-*.'» -1) nicht herausfordern.   a) 5.Mo. 6,16.++ 73#Matthäus,4,8#8. Weiter nahm ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg. Von dort aus zeigte er ihm* alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht 74#Matthäus,4,9#9. und sprach zu ihm: «Dies alles will ich dir geben, wenn du vor mir niederfällst und mir huldigst.» 75#Matthäus,4,10#10. Da antwortete ihm Jesus: «Mir aus den Augen, Satan! Denn es steht geschrieben: ,Du sollst dem Herrn, deinem Gott, anbetend huldigen und ihn allein verehren-1-.'» -1) frei nach 5.Mo. 6,13.++ 76#Matthäus,4,11#11. Da verließ ihn der Teufel, und nun kamen Engel herbei und brachten ihm Speise. 77#Matthäus,4,12#12. Auf die Kunde, Johannes sei verhaftet worden*, zog sich Jesus nach Galiläa zurück. 78#Matthäus,4,13#13. Er verließ Nazaret und nahm seine Wohnung in Kapernaum-1- am See-2- in dem Gebiet von Sebulon und Naphtali. -1) d.h. Nahums Dorf.   2) Genezaret.++ 79#Matthäus,4,14#14. - So erfüllte sich der Ausspruch des Propheten Jesaja-a-: -a) Jes. 8,23; 9,1.++ 80#Matthäus,4,15#15. «Das Land Sebulon und das Land Naphtali, das Gebiet nach dem Meere* zu, die Gegend östlich vom Jordan, das heidnische Galiläa* 81#Matthäus,4,16#16. - das Volk, das im Finstern saß, hat ein großes Licht gesehn, und denen, die in des Todes Land und Schatten wohnten, hat ein Licht geleuchtet.» 82#Matthäus,4,17#17. Seit der Zeit begann Jesus öffentlich zu lehren. Seine Botschaft lautete: «Ändert euern Sinn, denn das Königreich der Himmel ist nahe herbeigekommen-a-*!» -a) vgl. Mt. 3,2.++ 83#Matthäus,4,18#18. Als Jesus (eines Tages) an dem Ufer des Galiläischen Sees* wandelte, erblickte er zwei Brüder: Simon, mit dem Beinamen Petrus-1-*, und seinen Bruder Andreas; die warfen ein Wurfnetz in den See, denn sie waren Fischer*. -1) aram. -+Kepha-, d.h. Stein, Fels, Felsenmann.++ 84#Matthäus,4,19#19. Und er sprach zu ihnen: «Kommt und folget mir, ich will euch zu Menschenfischern machen.» 85#Matthäus,4,20#20. Da ließen sie sofort ihre Netze liegen und folgten ihm. 86#Matthäus,4,21#21. Als er dann weiterging, sah er ein anderes Brüderpaar: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; die brachten in ihrem Boote mit ihrem Vater Zebedäus ihre Hochseenetze in Ordnung. Und er berief sie. 87#Matthäus,4,22#22. Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm*. 88#Matthäus,4,23#23. Jesus zog umher in ganz Galiläa: Er lehrte in ihren Versammlungshäusern-1-**, verkündigte die frohe Botschaft vom Königreiche und heilte allerlei Krankheiten und Gebrechen im Volke*. -1) gemeint sind die gottesdienstlichen Versammlungshäuser der Juden, die mit dem gr. Namen -+Synagogen- hießen. Dort vereinigten sich die Juden am Sabbat und bei andern Gelegenheiten. Weil in den Synagogen vor allem das Gesetz gehört und gelernt wurde, so waren sie die Hauptstätten für die Tätigkeit der Schriftgelehrten, die ja die eigentlichen Kenner und Erklärer des Gesetzes waren.++ 89#Matthäus,4,24#24. Die Kunde von ihm ging weiter und drang durch ganz Syrien. Da brachte man zu ihm alle, die an den verschiedenartigsten Gebrechen litten: von Schmerzen Geplagte, Besessene, Mondsüchtige, Gelähmte; und er heilte sie. 90#Matthäus,4,25#25. Es folgten ihm große Volksscharen aus Galiläa und dem Gebiete der Zehn Städte*, aus Jerusalem und Judäa und aus der Gegend jenseits des Jordans.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 5 -+ --- MENGE/Matthäus 5 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 5 - 91#Matthäus,5,1#1. Als er die Volksmenge sah, ging er auf die Bergeshöhe*. Dort setzte er sich nieder-1-, und seine Jünger* traten zu ihm. -1) der jüd. Lehrer saß bei seinem Vortrage (Mt. 13,1.2; Lk. 4,20; Apg. 16,13).++ 92#Matthäus,5,2#2. Da tat er seinen Mund auf und lehrte sie also: 93#Matthäus,5,3#3. «Selig sind-1- die Armen im Geist-2a-*! Denn das Königreich der Himmel ist ihr Teil. -1) d.h. glücklich zu preisen sind.   2) arm im Geist (w: Bettler am Geist).   a) Jes. 57,15; 61,1; 66,2; Ps. 51,19; Lk. 18,13; 1.Kor. 15,9; Eph. 3,8; 1.Tim. 1,15.++ 94#Matthäus,5,4#4. Selig sind die Trauernden-a-*! Denn sie sollen getröstet werden. -a) Jes. 61,2; Ps. 126,5.++ 95#Matthäus,5,5#5. Selig sind die stillen Dulder! Denn ihr Erbteil soll die Erde sein-a-. -a) Ps. 37,11; Offb. 5,10.++ 96#Matthäus,5,6#6. Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit! Denn sie sollen gesättigt werden. 97#Matthäus,5,7#7. Selig sind die Barmherzigen! Denn ihnen soll Erbarmen widerfahren. 98#Matthäus,5,8#8. Selig sind, die reines Herzens sind-a-! Denn sie sollen Gott schauen. -a) Ps. 24,4.++ 99#Matthäus,5,9#9. Selig sind die Friedenstifter! Denn sie sollen Söhne Gottes heißen. 100#Matthäus,5,10#10. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen Verfolgung gelitten haben-a-! Denn das Königreich der Himmel ist ihr Teil*. -a) 1.Petr. 3,14; 4,14.++ 101#Matthäus,5,11#11. Selig seid ihr, wenn man euch schmähet und verfolgt und um meinetwillen lügnerisch allerlei Böses von euch redet. 102#Matthäus,5,12#12. Freuet euch darüber und jubelt, denn euer Lohn dafür ist groß im Himmel! Ebenso hat man ja die Propheten verfolgt, die vor euch lebten. 103#Matthäus,5,13#13. Ihr seid das Salz der Erde*. Wird aber das Salz fade, womit soll man ihm die Salzkraft wiedergeben? Es hat dann weiter keinen Wert; man muß es wegwerfen und von den Leuten zertreten lassen*. 104#Matthäus,5,14#14. Ihr seid das Licht der Welt-a-. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben*. -a) Phil. 2,15.++ 105#Matthäus,5,15#15. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie dann unter einen Scheffel-1-; sondern man stellt sie auf den Leuchter*: dann gibt sie allen Hausbewohnern Licht. -1) der Scheffel war ein in jedem Hause vorrätiges, zum Messen des Getreides dienendes Gefäß, womit die Öllampe ganz verdeckt werden konnte.++ 106#Matthäus,5,16#16. Ebenso soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel-1- dafür preisen. -1) der Ausdruck «unser Vater im Himmel», der in nachchr. jüd. Schriften häufig vorkommt, war wohl auch schon zu Jesu Zeit bei den Juden gebräuchlich.++ 107#Matthäus,5,17#17. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten-1- aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen*. -1) d.h. die Heiligen Schriften des Alten Bundes in ihrer Gesamtheit (vgl. zu dem Ausdruck Mt. 7,12; 22,40; Lk. 16,29.31; 24,27.44; Apg. 24,14; 28,23).++ 108#Matthäus,5,18#18. Wahrlich-1-*, ich sage euch: Eher können Himmel und Erde vergehn, als daß auch nur der kleinste Buchstabe-2- oder ein einziger Strich* vom Gesetz abhanden kommt, ohne daß alles erfüllt wird. -1) w: Amen.   2) w: «ein Jod», der kleinste Buchstabe der damaligen aram. Schrift.++ 109#Matthäus,5,19#19. Wer darum eins von diesen Geboten, und sei es das geringste*, aufhebt und so die Leute lehrt, der wird der Geringste heißen im Königreich der Himmel; wer es aber erfüllt und lehrt, der wird ein Großer heißen im Königreich der Himmel*. 110#Matthäus,5,20#20. Denn ich versichere euch: Steht es bei euch mit der Gerechtigkeit nicht viel besser als bei den Schriftgelehrten* und Pharisäern, so werdet ihr gewiß nicht eingehn ins Königreich der Himmel*. 111#Matthäus,5,21#21. Ihr habt gehört, daß zu den Alten* gesagt worden ist*: Du sollst nicht morden!-a- Wer aber einen Mord begeht, der soll dem Ortsgericht-b-* verfallen sein*. -a) 2.Mo. 20,13.   b) 5.Mo. 16,18.++ 112#Matthäus,5,22#22. Ich aber sage euch: Wer seinem Bruder zürnt, der soll dem Ortsgericht verfallen; wer aber zu seinem Bruder mit Verachtung redet-1-*, der soll dem Hohen Rat verfallen*; und wer das Scheltwort Narr gebraucht, der soll der Glut des Feuers-2-** verfallen. -1) w: «wer aber zu seinem Bruder Raka sagt». -+Raka- heißt im Syr. «gering, verächtlich».   2) w: «der Geenna des Feuers», hebr. -+Gehinnom-, d.h. das Tal des Gestöhns (s. V. 29).++ 113#Matthäus,5,23#23. Wenn du also deine Opfergabe schon zum Altar-1- gebracht hast, und es fällt dir dort* ein, daß dein Bruder gegen dich einen Grund zur Klage hat*, -1) zum Brandopferaltar.++ 114#Matthäus,5,24#24. so laß dort deine Opfergabe vor dem Altar stehn und geh zunächst hin und söhne dich mit deinem Bruder aus; dann erst komm und bring dein Opfer dar*! 115#Matthäus,5,25#25. Zeig dich beizeiten deinem Gläubiger* entgegenkommend*, solange du noch mit ihm auf dem Wege bist*! Sonst könnte dich der Gläubiger vor den Richter bringen und der Richter* dich dem Büttel übergeben, und man könnte dich ins Schuldgefängnis werfen. 116#Matthäus,5,26#26. Wahrlich, ich sage dir: Du kommst dort nicht eher heraus, als bis du den letzten Pfennig-1-* bezahlt hast. -1) w: den letzten Quadrant.++ 117#Matthäus,5,27#27. Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: ,Du sollst nicht ehebrechen'-a-*! -a) 2.Mo. 20,14.++ 118#Matthäus,5,28#28. Ich aber sage euch: Wer ein Weib-1- begehrlich anblickt, der hat schon in seinem Herzen Ehebruch mit ihr getrieben. -1) eines andern Eheweib.++ 119#Matthäus,5,29#29. Wenn dich nun dein rechtes Auge* zur Sünde verführt, so reiß es aus und wirf es von dir*! Denn es ist dir besser, eins von deinen Gliedern geht dir verloren, als daß dein ganzer Leib in die Hölle-1-* geworfen werde*. -1) w: «in die Geenna» (vgl. V. 22); die -+Geenna- mit ihrem Feuer war für die Juden ein Bild des Ortes der Qual im Totenreich, kommt vor in: Mt. 5,22.29.30; 10,28; 18,9; 23,15.33; Mk. 9,43.45.47; Lk. 12,5; Jak. 3,6.++ 120#Matthäus,5,30#30. Und wenn dich deine rechte Hand zur Sünde verführt, haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, eins von deinen Gliedern geht dir verloren, als daß dein ganzer Leib in die Hölle fahre. 121#Matthäus,5,31#31. Ferner ist gesagt worden: ,Wer sein Weib entläßt, der soll ihr einen Scheidebrief geben'-1-. -1) 5.Mo. 24,1 in freier Wiedergabe.++ 122#Matthäus,5,32#32. Ich aber sage euch: Wer sein Weib entläßt - abgesehn von dem Falle, daß sie Unzucht getrieben-a- -, der setzt sie der Gefahr aus, daß sie Ehebruch begeht*; und wer eine (von ihrem Mann) entlassene Frau zum Weibe nimmt, der begeht damit einen Ehebruch*. -a) Mt. 19,9; vlt. ist an 5.Mo. 22,13-21 zu denken.++ 123#Matthäus,5,33#33. Weiterhin habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: ,Du sollst nicht falsch schwören, du sollst vielmehr dem Herrn deine Eide (und Gelübde) erfüllen'-a-*. -a) 2.Mo. 20,7; 3.Mo. 19,12; 4.Mo. 30,3; 5.Mo. 23,22; Ps. 50,14.++ 124#Matthäus,5,34#34. Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören*: weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron-a-, -a) Jes. 66,1.++ 125#Matthäus,5,35#35. noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel-a-, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt-1b-. -1) der große König ist Gott.   a) Jes. 66,1.   b) Ps. 48,3.++ 126#Matthäus,5,36#36. Du sollst auch nicht bei deinem Haupte schwören; denn du bist nicht imstande, ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen*. 127#Matthäus,5,37#37. In eurer Rede sei vielmehr das Ja ein Ja, das Nein ein Nein-a-*; was dem hinzugefügt wird*, stammt von dem Bösen-b-*. -a) Jak. 5,12; 2.Kor. 1,18.   b) Joh. 8,44.++ 128#Matthäus,5,38#38. Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: ,Auge um Auge und Zahn um Zahn'-a-*! -a) 2.Mo. 21,24; 3.Mo. 24,19.20.++ 129#Matthäus,5,39#39. Ich aber sage euch: Setzt einem bösen Menschen* keinen Widerstand entgegen-a-*! Im Gegenteil: Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andre hin! -a) 1.Kor. 6,1-8; Jes. 50,4-7; 1.Petr. 2,18-21; 3,9; Röm. 12,19-21.++ 130#Matthäus,5,40#40. Und wer dir durch eine Klage vor Gericht dein Unterkleid entreißen will, dem gib freiwillig auch dein Oberkleid-a-*! -a) 2.Mo. 22,25f.++ 131#Matthäus,5,41#41. Und wer dein Geleit für eine Meile haben will, mit dem gehe zwei*! 132#Matthäus,5,42#42. Wer dich um etwas bittet, dem gib; und wer etwas von dir borgen will, von dem wende dich nicht ab-a-*! -a) 2.Mo. 22,24; 3.Mo. 25,35-38.++ 133#Matthäus,5,43#43. Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: ,Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen'*! 134#Matthäus,5,44#44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und betet für eure Verfolger! 135#Matthäus,5,45#45. Dann zeigt ihr euch als Söhne eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehn über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 136#Matthäus,5,46#46. Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, was für eine Belohnung habt ihr da zu erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner*? 137#Matthäus,5,47#47. Und wenn ihr nur mit euern Volksgenossen verkehrt, was tut ihr da Besondres? Tun das nicht auch die Heiden? 138#Matthäus,5,48#48. Darum* sollt ihr vollkommen sein*, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 6 -+ --- MENGE/Matthäus 6 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 6 - 139#Matthäus,6,1#1. Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Augen der Leute zu üben, um von ihnen bewundert zu werden! Sonst habt ihr keine Belohnung von euerm Vater im Himmel zu erwarten. 140#Matthäus,6,2#2. Wenn du nun Liebeswerke übst, laß es nicht vor dir ausposaunen-1-, wie es die Heuchler machen in den Versammlungshäusern und auf den Straßen, um von den Leuten gelobt zu werden*. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihre Belohnung schon weg*. -1) d.h. mache kein Geräusch und Aufsehen dabei.++ 141#Matthäus,6,3#3. Sondern wenn du Liebeswerke übst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut*, 142#Matthäus,6,4#4. damit dein Wohltun im Verborgnen bleibe. Dann wird dein Vater, der ins Verborgne sieht, es dir vergelten. 143#Matthäus,6,5#5. Und wenn ihr betet, macht's nicht wie die Heuchler*! Die lieben es, in den Versammlungshäusern und an den Straßenecken zu stehen und zu beten, um den Leuten aufzufallen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihre Belohnung schon weg. 144#Matthäus,6,6#6. Sondern wenn du beten willst, so geh in deine Kammer, schließ die Tür hinter dir-a- und bete dann zu deinem Vater, der im Verborgnen wohnt! Dann wird dein Vater, der ins Verborgne sieht, es dir vergelten. -a) Jes. 26,20.++ 145#Matthäus,6,7#7. Beim Beten plappert nicht gedankenlos wie die Heiden! Die meinen, sie finden Erhörung, wenn sie viel Worte machen. 146#Matthäus,6,8#8. Gleicht ihnen nicht! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, noch ehe ihr ihn bittet. 147#Matthäus,6,9#9. Ihr sollt nun also beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Dein Name werde geheiligt! 148#Matthäus,6,10#10. Dein Königreich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel*, also auch auf Erden*! 149#Matthäus,6,11#11. Unser Brot für morgen-1-** gib uns heute! -1) manche üs: hinreichend, notwendig; nach Hieronymus: unser Brot für morgen gib uns heute; bed. auch: auf den folgenden Tag, von einem Tage zum andern reichend (vgl. V. 34).++ 150#Matthäus,6,12#12. Und vergib uns unsre Schulden, wie auch wir vergeben haben unsern Schuldnern*! 151#Matthäus,6,13#13. Und führe uns nicht in Versuchung*! Sondern bewahre uns vor dem Bösen-1-*! -1) die Schlußworte: «Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen» fehlen in den ältesten und besten Hs.++ 152#Matthäus,6,14#14. Denn* wenn ihr den Menschen ihre Fehltritte vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 153#Matthäus,6,15#15. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Fehltritte auch nicht vergeben. 154#Matthäus,6,16#16. Wenn ihr fastet-1-, schaut nicht trübselig drein wie die Heuchler! Die entstellen ihr Gesicht*, damit die Leute ihr Fasten sehn. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihre Belohnung schon weg. -1) gemeint ist hier das freiwillige Fasten (vgl. Lk. 18,12); dagegen vom Gesetze vorgeschriebenes Fasten (3.Mo. 16,29).++ 155#Matthäus,6,17#17. Wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Antlitz*, 156#Matthäus,6,18#18. damit die Leute dein Fasten nicht sehn, sondern allein dein Vater, der im Verborgnen wohnt. Dann wird dein Vater, der ins Verborgne sieht, es dir vergelten. 157#Matthäus,6,19#19. Sammelt euch nicht Schätze hier auf Erden, wo Motten und Würmer Zerstörung üben, und wo Diebe einbrechen und stehlen. 158#Matthäus,6,20#20. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo keine Motten und Würmer Zerstörung üben, und wo keine Diebe einbrechen und stehlen. 159#Matthäus,6,21#21. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz*. 160#Matthäus,6,22#22. Des Leibes Leuchte ist das Auge*. Ist dein Auge gesund, so ist dein ganzer Leib im Lichte*. 161#Matthäus,6,23#23. Ist aber dein Auge krank, so ist dein ganzer Leib in Finsternis. Wenn nun das Licht in dir* verfinstert ist, wie groß muß dann die Finsternis sein-1-! -1) wie dunkel ist es dann in deinem Herzen!++ 162#Matthäus,6,24#24. Niemand kann zwei Herren dienen-1-. Denn er wird den einen hassen und den andern lieben oder doch dem einen anhangen und gering von dem andern denken. Ihr könnt nicht Gott und zugleich dem Gelde-2- dienen. -1) zu gleicher Zeit.   2) w: Mammon (vgl. Lk. 16,9.11.13.); das aram. Wort -+mamona- bed. ws: Vermögen, Geld, Reichtum.++ 163#Matthäus,6,25#25. Darum sage ich euch: Sorgt nicht ängstlich für euer Leben, was ihr essen und trinken sollt, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr wert als die Nahrung? Und steht der Leib nicht höher als die Kleidung*? 164#Matthäus,6,26#26. Seht auf die Vögel, die unter dem Himmel fliegen! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nichts in Speicher; trotzdem ernährt sie euer himmlischer Vater. Steht ihr denn nicht viel höher als sie? 165#Matthäus,6,27#27. Wer von euch kann mit all seinem Sorgen sein Leben auch nur um eine kurze Spanne Zeit verlängern*? 166#Matthäus,6,28#28. Und warum seid ihr so ängstlich besorgt um eure Kleidung? Betrachtet doch die wilden Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht ab, sie spinnen nicht. 167#Matthäus,6,29#29. Und doch - das sage ich euch - ist selbst Salomo in all seiner (königlichen) Pracht nicht so (herrlich) gekleidet gewesen wie eine von ihnen. 168#Matthäus,6,30#30. Wenn Gott nun das Gras auf dem Felde, das heute noch in Blüte steht und morgen in den Ofen geworfen wird*, so herrlich kleidet, wird er da nicht viel mehr euch Kleidung geben, ihr Kleingläubigen*? 169#Matthäus,6,31#31. Darum sollt ihr nicht ängstlich sorgen und sagen: ,Was sollen wir essen? was sollen wir trinken? was sollen wir anziehn?' 170#Matthäus,6,32#32. Denn das sind lauter Fragen, womit sich die Heiden beschäftigen. Euer himmlischer Vater weiß ja, daß ihr dies alles nötig habt. 171#Matthäus,6,33#33. Trachtet vielmehr vor allem nach dem Königreiche Gottes und nach der Gerechtigkeit, die er* verlangt: dann soll euch alles dies* daneben* auch zuteil werden. 172#Matthäus,6,34#34. Seid also nicht besorgt im Blick auf morgen; denn der morgende Tag wird selber für sich sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Mühsal*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 7 -+ --- MENGE/Matthäus 7 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 7 - 173#Matthäus,7,1#1. Richtet nicht (hart und lieblos), damit ihr nicht (einst ebenso) gerichtet werdet*! 174#Matthäus,7,2#2. Denn ganz ebenso, wie ihr jetzt richtet, sollt ihr dereinst gerichtet werden; und mit dem Maß, womit ihr messet, soll euch (das Urteil) zugemessen werden. 175#Matthäus,7,3#3. Warum siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, während du den Balken in deinem Auge nicht bemerkst*? 176#Matthäus,7,4#4. Oder wie kannst du dir herausnehmen, zu deinem Bruder zu sagen: ,Laß mich den Splitter aus deinem Auge entfernen', während in deinem Auge der Balken steckt? 177#Matthäus,7,5#5. Du Heuchler, entferne zunächst den Balken aus deinem Auge! Dann erst magst du sehn, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge entfernst. 178#Matthäus,7,6#6. Gebt das Heilige nicht den Hunden preis und werfet eure Perlen nicht den Schweinen vor*! Sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich dann gegen euch wenden und euch zerreißen*. 179#Matthäus,7,7#7. Bittet, so wird euch gegeben! Suchet, so werdet ihr finden! Klopfet an, so wird euch aufgetan! 180#Matthäus,7,8#8. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. 181#Matthäus,7,9#9. Es wird doch niemand unter euch seinem Sohne, der ihn um Brot bittet, einen Stein geben 182#Matthäus,7,10#10. oder ihm, wenn er um einen Fisch bittet, eine Schlange reichen. 183#Matthäus,7,11#11. Wißt ihr nun, obwohl ihr* böse seid, euern Kindern gute Gaben zu geben: wieviel mehr wird da euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn darum bitten! 184#Matthäus,7,12#12. Alles nun, was ihr von den Leuten erwartet, das sollt ihr ihnen auch erweisen. Dies ist der Inhalt des Gesetzes und der Propheten*. 185#Matthäus,7,13#13. Tretet ein* durch das enge Tor! Denn weit und breit ist der Weg, der ins Verderben führt, und viele wählen diesen Weg. 186#Matthäus,7,14#14. Wie eng dagegen ist das Tor und wie schmal der Weg, der in das Leben führt, und wie wenige sind es, die ihn finden-a-*! -a) vgl. Ps. 1,6; 5.Mo. 30,19.++ 187#Matthäus,7,15#15. Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch-1-, inwendig aber sind sie reißende Wölfe-a-. -1) bei den Schafskleidern ist wohl an den rauhhaarigen Prophetenmantel zu denken, wie ihn in Israel nicht nur die wahren Propheten (2.Kön. 1,8), sondern auch die falschen (Sach. 13,4) trugen.   a) Apg. 20,29.++ 188#Matthäus,7,16#16. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Man kann doch nicht Trauben sammeln von Dornbüschen oder Feigen von Distelgestrüpp. 189#Matthäus,7,17#17. Ebenso bringt jeder edle Baum auch nützliche Früchte, ein schädlicher Baum aber bringt verderbliche Früchte. 190#Matthäus,7,18#18. Ein edler Baum kann nicht verderbliche Früchte tragen, und ein schädlicher Baum kann nicht nützliche Früchte tragen. 191#Matthäus,7,19#19. Jeder Baum, der nicht nützliche Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 192#Matthäus,7,20#20. An ihren Früchten also sollt ihr sie erkennen. 193#Matthäus,7,21#21. Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr!' wird eingehn in das Königreich der Himmel, vielmehr nur der, der da erfüllt den Willen meines Vaters, der im Himmel ist. 194#Matthäus,7,22#22. An jenem Tage-1- werden viele zu mir sprechen: ,Herr, Herr! Haben wir nicht kraft deines Namens geweissagt-a-? Haben wir nicht kraft deines Namens böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht kraft deines Namens viele Wundertaten gewirkt-b-?' -1) am Tage des Gerichts. a) vgl. 1.Kor. 14,1.   b) 1.Kor. 12,9.28f.++ 195#Matthäus,7,23#23. Dann werd ich ihnen frei und offen sagen: ,Nie hab ich euch gekannt*! Hinweg von mir, ihr Übeltäter!' -vgl. Mt. 25,12.41; 1.Kor. 13,1-3.++ 196#Matthäus,7,24#24. Wer nun diese meine Worte höret und befolgt, gleicht einem klugen Manne, der sein Haus auf Felsenboden baut. 197#Matthäus,7,25#25. Wenn dann der Regen niederströmt und Überschwemmung kommt, und wenn die Winde wehn und treffen auf das Haus, so fällt es nicht*; denn seine Mauer ruht auf Felsengrund. 198#Matthäus,7,26#26. Wer aber diese meine Worte hört und nicht befolgt, gleicht einem törichten Manne, der sein Haus auf sandigen Boden baut. 199#Matthäus,7,27#27. Wenn dann der Regen niederströmt und Überschwemmung kommt, und wenn die Winde wehn und stoßen auf das Haus, so fällt es! Ja es wird ein großer Trümmerhaufen-a-*!» -a) vgl. Spr. 10,25.++ 200#Matthäus,7,28#28. Als Jesus diese Rede vollendet hatte, war die Volksmenge von seiner Lehre ergriffen und betroffen. 201#Matthäus,7,29#29. Denn er lehrte sie wie einer, der dazu (göttliche) Vollmacht hatte*, und nicht wie ihre Schriftgelehrten-1-*. -1) es handelt sich hier um dieselbe Rede wie Lk. 6,20-49.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 8 -+ --- MENGE/Matthäus 8 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 8 - 202#Matthäus,8,1#1. Als er von der Bergeshöhe hinabging, folgten ihm große Scharen. 203#Matthäus,8,2#2. Da näherte sich ihm ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sprach: «Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen.» 204#Matthäus,8,3#3. Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an* und sprach: «Ich will es, sei gereinigt!» Sofort ward er von seinem Aussatz rein. 205#Matthäus,8,4#4. Und Jesus sprach zu ihm: «Hüte dich, irgendwie davon zu reden-a-; doch geh, zeige dich dem Priester-b- und bring das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat-c-*, zum Zeugnis für die Leute*!» -a) vgl. Mt. 9,30.   b) 3.Mo. 14,2ff.   c) 3.Mo. 14,10.21ff.++ 206#Matthäus,8,5#5. Als er nach Kapernaum zurückkam, nahte ihm ein Hauptmann* 207#Matthäus,8,6#6. mit den Worten: «Herr, mein Diener* liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.» 208#Matthäus,8,7#7. Jesus sprach zu ihm: «Ich soll kommen und ihn heilen*?» 209#Matthäus,8,8#8. Der Hauptmann antwortete: «Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach trittst*; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Diener schon genesen*. 210#Matthäus,8,9#9. Denn auch ich bin zwar einem Vorgesetzten untergeben, aber ich habe Kriegsleute unter mir. Sage ich nun zu dem einen: ,Geh!' so geht er, zu dem andern: ,Komm!', so kommt er, und zu meinem Knechte: ,Tue das!', so tut er's*.» 211#Matthäus,8,10#10. Als Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu seinen Begleitern: «Wahrlich, ich sage euch: Nirgend habe ich solchen Glauben in Israel gefunden. 212#Matthäus,8,11#11. Ich tue euch aber kund: Viele werden von Osten und von Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Königreiche der Himmel am Mahle teilnehmen. 213#Matthäus,8,12#12. Doch die geborenen Erben des Königreichs* werden in die Finsternis, die draußen ist*, verstoßen werden: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-1-.» -1) als Ausdruck der Verzweiflung.++ 214#Matthäus,8,13#13. Dann sagte Jesus zu dem Hauptmann: «Geh! Dir geschehe, wie du geglaubt!» Und sein Diener ward gesund in jener Stunde. 215#Matthäus,8,14#14. Dann kam Jesus in des Petrus Haus und sah dessen Schwiegermutter fieberkrank daniederliegen. 216#Matthäus,8,15#15. Da berührte er ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Nun erhob sie sich von ihrem Lager* und wartete ihm bei der Mahlzeit auf*. 217#Matthäus,8,16#16. Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm; er trieb die (bösen) Geister durch sein Machtwort aus und heilte alle Leidenden. 218#Matthäus,8,17#17. So erfüllte sich der Ausspruch des Propheten Jesaja: «Er hat unsre Gebrechen hinweggenommen, und unsre Krankheiten hat er beseitigt-1-.» -1) Jes. 53,4 in freier Anwendung.++ 219#Matthäus,8,18#18. Als Jesus dann eine Menge Volks um sich sah, ließ er sich an das andre Ufer-1- fahren. -1) des Sees Genezaret.++ 220#Matthäus,8,19#19. Da nahte ihm ein Schriftgelehrter mit den Worten: «Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst.» 221#Matthäus,8,20#20. Jesus sprach zu ihm: «Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel, die unter dem Himmel fliegen, haben Nester; doch der Menschensohn** hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann.» 222#Matthäus,8,21#21. Ein andrer seiner Jünger sprach zu ihm: «Herr, erlaube mir, daß ich vorher* hingehe und meinen Vater begrabe!» 223#Matthäus,8,22#22. Jesus aber antwortete ihm: «Folge mir und laß die Toten-1-* ihre Toten begraben!» -1) die geistlich Toten.++ 224#Matthäus,8,23#23. Dann stieg er in ein Fischerboot und seine Jünger begleiteten ihn. 225#Matthäus,8,24#24. Plötzlich erhob sich ein heftiger Sturm auf dem See, so daß die Wogen ins Fahrzeug schlugen. Er aber schlief. 226#Matthäus,8,25#25. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn mit dem Rufe: «Herr, hilf uns, wir ertrinken!» 227#Matthäus,8,26#26. Er aber sprach zu ihnen: «Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?» Dann stand er auf und schalt die Winde und den See-a-. Da ward eine tiefe Stille. -a) Ps. 106,9.++ 228#Matthäus,8,27#27. Die Leute aber sprachen voll Verwunderung*: «Was ist das für ein Mann, daß ihm sogar Wind und Wogen gehorchen!» 229#Matthäus,8,28#28. Als er ans andre Ufer kam in das Gebiet der Gadarener-1-, begegneten ihm zwei Besessene: die kamen aus den Felsengräbern-2- und waren sehr gefährlich*, so daß niemand jenes Weges gehen konnte. -1) das fast ausschließlich von Heiden bewohnte Land der Gadarener war der Bezirk von Gadara, der Hauptstadt Peräas.   2) es sind wohl in den Berg gehauene Grabkammern gemeint, wo die Besessenen wohnten.++ 230#Matthäus,8,29#29. Und sie fingen an zu schreien: «Was haben wir mit dir zu schaffen, du Gottessohn? Bist du hierher gekommen, um uns vor der Zeit-1- zu quälen*?» -1) noch vor dem Endgerichte.++ 231#Matthäus,8,30#30. Nun weidete in der Ferne eine große Schweineherde. 232#Matthäus,8,31#31. Da baten ihn die bösen Geister: «Treibst du uns aus, so laß uns in die Schweineherde fahren*!» 233#Matthäus,8,32#32. Er sprach zu ihnen: «Geht!» Da fuhren sie aus* und gingen in die Schweine. Nun stürmte die ganze Herde den Abhang hinunter in den See und kam in den Fluten um*. 234#Matthäus,8,33#33. Die Hirten aber flohen. Bei ihrer Ankunft in der Stadt erzählten sie den ganzen Vorgang, und was mit den Besessenen geschehen war. 235#Matthäus,8,34#34. Da gingen alle Einwohner hinaus, Jesus entgegen, und als sie ihn trafen, baten sie ihn, er möge ihr Gebiet verlassen*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 9 -+ --- MENGE/Matthäus 9 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 9 - 236#Matthäus,9,1#1. Er stieg nun in ein Fahrzeug, fuhr über den See und kam in seine Stadt-1-. -1) nach Kapernaum, wo er wohnte.++ 237#Matthäus,9,2#2. Dort brachte man auf einem Tragbett einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben* sah, sprach er zu dem Gelähmten: «Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben*!» 238#Matthäus,9,3#3. Da dachten einige Schriftgelehrte* bei sich: «Der Mann lästert Gott.» 239#Matthäus,9,4#4. Jesus durchschaute ihre Gedanken und sprach: «Warum denkt ihr Böses in euern Herzen? 240#Matthäus,9,5#5. Was ist denn leichter, zu sagen: ,Deine Sünden sind dir vergeben' oder das Wort zu sprechen: ,Steh auf und wandle'*? 241#Matthäus,9,6#6. Ihr sollt aber sehn, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben.» Nun wandte er sich zu dem Gelähmten und sprach: «Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!» 242#Matthäus,9,7#7. Da stand er auf und ging nach Hause. 243#Matthäus,9,8#8. Bei diesem Anblick wurden die Leute mit heiliger Scheu erfüllt und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben*. 244#Matthäus,9,9#9. Als Jesus von dort* weiterging*, sah er einen Mann, mit Namen Matthäus, vor seinem Zollhause sitzen*, und er sprach zu ihm: «Folge mir!» Da stand er auf und folgte ihm*. 245#Matthäus,9,10#10. Während nun Jesus in des Matthäus Hause zu Gaste war, fanden sich auch viele Zöllner und Sünder* ein und nahmen mit Jesus und seinen Jüngern an dem Mahle teil. 246#Matthäus,9,11#11. Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern*: «Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?» 247#Matthäus,9,12#12. Jesus hörte das und erwiderte: «Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken*. 248#Matthäus,9,13#13. Geht aber hin und lernet, was das Wort bedeutet: ,Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer-a-*.' Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu berufen, sondern Sünder.» -a) Hos. 6,6 nach LXX.++ 249#Matthäus,9,14#14. Darauf kamen die Jünger des Johannes zu ihm* und sprachen: «Warum fasten wir und die Pharisäer so oft, während deine Jünger nicht fasten?»-a-* -a) Mk. 2,18.++ 250#Matthäus,9,15#15. Jesus antwortete ihnen: «Können denn die Hochzeitsgäste trauern*, solange der Bräutigam bei ihnen ist*? Es kommt jedoch die Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen ist*: dann werden sie fasten-a-. -a) vgl. Joh. 16,16.20.++ 251#Matthäus,9,16#16. Niemand setzt einen Flicken von neuem Tuch auf ein altes Kleid. Sonst reißt der Einsatz noch an andern Stellen etwas von dem Kleide weg, und der Riß wird desto ärger*. 252#Matthäus,9,17#17. Man gießt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche: dann fließt der Wein aus, und die Schläuche sind verloren. Man gießt vielmehr neuen Wein in neue Schläuche: so halten sich beide*.» 253#Matthäus,9,18#18. Als er so zu ihnen redete, da kam ein Vorsteher-1-, der fiel vor ihm nieder und sprach: «Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und leg deine Hand auf sie, dann wird sie wieder lebendig!» -1) der jüd. Synagoge in Kapernaum. Nach Mk. und Lk. hieß er Jairus (d.h.: «er wird aus dem Schlafe erwecken»).++ 254#Matthäus,9,19#19. Jesus erhob sich und folgte ihm mit seinen Jüngern. 255#Matthäus,9,20#20. Und sieh, eine Frau, die schon zwölf Jahre am Blutfluß litt, trat von hinten an ihn heran und berührte die Quaste seines Mantels-a-*. -a) 4.Mo. 15,38f.++ 256#Matthäus,9,21#21. Denn sie dachte bei sich: wenn ich nur seinen Mantel berühre, so werde ich gesund. 257#Matthäus,9,22#22. Jesus aber wandte sich um, erblickte sie und sprach: «Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dich schon gesund gemacht!» Und von dem Augenblicke an ward die Frau gesund. 258#Matthäus,9,23#23. Dann kam Jesus in das Haus des Vorstehers. Beim Anblick der Flötenspieler und der lärmenden Menge-a-* aber -a) Jer. 9,16.++ 259#Matthäus,9,24#24. sprach er: «Geht hinaus*! Denn das Mädchen ist nicht tot, es schläft nur*.» Da verlachten sie ihn. 260#Matthäus,9,25#25. Als aber die Leute aus dem Hause geschickt waren, trat er ein* und faßte das Mädchen bei der Hand. Da stand es auf. 261#Matthäus,9,26#26. Und die Kunde davon verbreitete sich in jener ganzen Gegend. 262#Matthäus,9,27#27. Als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die riefen laut: «Erbarme dich unser, Sohn Davids-1-!» -1) Sohn Davids ist einer der Namen, die dem Messias als Nachkommen Davids beigelegt wurden. Hier wird Jesus zum ersten Male ausdrücklich als Messias angeredet.++ 263#Matthäus,9,28#28. Als dann Jesus in sein Haus kam-1-, traten die Blinden zu ihm. Jesus fragte sie: «Glaubt ihr, daß ich dies tun kann?» Sie antworteten ihm: «Ja, Herr!» -1) wo er (vlt. mit seiner Mutter und seinen Brüdern) in Kapernaum wohnte.++ 264#Matthäus,9,29#29. Nun berührte er ihre Augen mit den Worten: «Nach euerm Glauben geschehe euch!» 265#Matthäus,9,30#30. Da taten sich ihre Augen auf. Und Jesus befahl ihnen streng: «Gebt acht, daß es niemand erfahre-a-*!» -a) Jes. 42,2.++ 266#Matthäus,9,31#31. Sobald sie aber das Haus verlassen hatten, machten sie ihn* in jener ganzen Gegend bekannt. 267#Matthäus,9,32#32. Gerade als sie* weggingen, brachte man einen Menschen zu ihm, der durch den Einfluß eines bösen Geistes stumm war. 268#Matthäus,9,33#33. Doch nach der Austreibung des bösen Geistes konnte der Stumme reden. Da verwunderten sich die Leute und sprachen: «So etwas hat man noch nie in Israel erlebt.» 269#Matthäus,9,34#34. Die Pharisäer aber sagten: «Im Bunde mit dem Obersten der bösen Geister treibt er die Geister aus*.» 270#Matthäus,9,35#35. So durchwanderte Jesus alle Städte und Dörfer: Er lehrte in ihren Versammlungshäusern, verkündigte die Frohe Botschaft vom Königreiche und heilte allerlei Krankheiten und Gebrechen-a-. -a) vgl. Mt. 4,23.++ 271#Matthäus,9,36#36. Beim Anblick der Volksscharen aber ward er von Mitleid erfüllt, denn sie waren abgetrieben und ermattet wie Schafe ohne Hirten-1-. -1) ein Bild des geistlichen Druckes und der geistlichen Verwahrlosung, worunter das jüd. Volk litt (vgl. 4.Mo. 27,17; 1.Kön. 22,17; Hes. 34,1-6).++ 272#Matthäus,9,37#37. Da sprach er zu seinen Jüngern: «Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenig. 273#Matthäus,9,38#38. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter auf sein Erntefeld sende!»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 10 -+ --- MENGE/Matthäus 10 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 10 - 274#Matthäus,10,1#1. Dann rief er seine zwölf Jünger herbei und gab ihnen Vollmacht, unreine Geister auszutreiben und allerlei Krankheiten und Gebrechen zu heilen. 275#Matthäus,10,2#2. Dies sind aber die Namen der zwölf Apostel-1-*: Simon, genannt Petrus, - als erster-2- - und sein Bruder Andreas; Jakobus, des Zebedäus Sohn, und sein Bruder Johannes; -1) Apostel heißt Gesandter, Sendbote.   2) dem Range nach.++ 276#Matthäus,10,3#3. Philippus-a-* und Bartholomäus-1-*; Thomas-2- und der Zöllner Matthäus*; Jakobus, des Alphäus Sohn, und Lebbäus mit dem Beinamen Thaddäus-3-*; -1) d.h. Sohn des Tolmai; eig. Name vlt. Nathanael (Joh. 1,46).   2) Thomas = -+Thoma- (aram.) o. -+Theom- (hebr.), in gÜs. -+Didymos-, d.h. Zwilling (Joh. 11,16; 14,5; 20,24; 21,2).   3) Lebbäus heißt nicht nur Thaddäus (Mk. 3,18), sondern auch Judas (Lk. 6,16; Apg. 1,13).   a) Joh. 1,44.++ 277#Matthäus,10,4#4. Simon der Eiferer-1-* und Judas aus Kariot-2-, der ihn verraten hat. -1) w: der Kananäer; Kananäer kommt von dem aram. -+kan-an- (hebr. -+kanna-) = eifrig, Eiferer (gr. -+Zeloten-).   2) Ortschaft Kariot im südlichen Juda (Jos. 15,25).++ 278#Matthäus,10,5#5. Diese Zwölf sandte Jesus aus mit folgendem Auftrag: «Nehmt euern Weg nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter-a-*! -a) vgl. Mt. 15,24.++ 279#Matthäus,10,6#6. Geht vielmehr zu den verirrten Schafen des Hauses Israel! 280#Matthäus,10,7#7. Geht und verkündigt: ,Das Königreich der Himmel ist nahe herbeigekommen!' 281#Matthäus,10,8#8. Heilt die Kranken, erweckt die Toten, reinigt die Aussätzigen, treibt die bösen Geister aus! Umsonst habt ihr's empfangen*, umsonst sollt ihr's auch geben. 282#Matthäus,10,9#9. Steckt euch kein Gold, kein Silber und kein Kupfergeld in eure Gürtel-1-! -1) der Gürtel diente zugleich als Geldtasche.++ 283#Matthäus,10,10#10. Nehmt keinen Ranzen-1-* mit euch auf den Weg, auch nicht zwei Unterkleider*, keine Schuhe, keinen Wanderstab! Denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert. -1) o: Bettelsack.++ 284#Matthäus,10,11#11. Kommt ihr in eine Stadt oder in ein Dorf, so erkundigt euch, wer dort (euch aufzunehmen) verdient; bleibt dann so lange da, bis ihr weiterzieht! 285#Matthäus,10,12#12. Bei euerm Eintritt aber wünscht dem Hause Frieden-1-*! -1) der bekannte Gruß war: Friede sei mit euch!++ 286#Matthäus,10,13#13. Ist nun das Haus es wert, so wird der Friede, den ihr wünscht, ihm auch zuteil; verdient es ihn aber nicht, so fällt der Friedensgruß auf euch zurück. 287#Matthäus,10,14#14. Und wo man euch nicht aufnimmt noch eure Botschaft hören will, ein solches Haus und eine solche Stadt verlasset und schüttelt den Staub von euern Füßen-1-! -1) d.h. habt nichts mehr mit ihnen zu schaffen.++ 288#Matthäus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Dem Lande Sodom und Gomorra wird es am Tage des Gerichts viel besser gehn als solcher Stadt. 289#Matthäus,10,16#16. Ich sende euch jetzt wie Schafe mitten unter Wölfe. So seid denn klug wie die Schlangen, aber auch ohne Falsch wie die Tauben! 290#Matthäus,10,17#17. Seid aber vor den Menschen* auf der Hut! Denn sie werden euch den Gerichten-a- überliefern, und in ihren Versammlungshäusern werden sie euch geißeln-b-. -a) vgl. Mt. 5,22.   b) vgl. 2.Kor. 11,24.++ 291#Matthäus,10,18#18. Ja man wird euch vor Statthalter und Könige* führen um meinetwillen, damit ihr ihnen und den Heiden ein Zeugnis* gebet. 292#Matthäus,10,19#19. Stellt man euch nun vor ein Gericht, so macht euch keine Sorge, wie oder was ihr reden sollt! Denn in jenem Augenblick wird euch das rechte Wort gegeben werden. 293#Matthäus,10,20#20. Ihr seid es ja nicht, die dann reden, sondern es ist euers Vaters Geist, der durch euch redet. 294#Matthäus,10,21#21. Ein Bruder aber wird den andern zum Tode bringen und Väter ihre Kinder; ja Kinder werden sich erheben gegen ihre Eltern und sie töten lassen-a-. -a) vgl. Mi. 7,6.++ 295#Matthäus,10,22#22. Und allgemein wird man euch hassen, weil ihr Bekenner meines Namens seid. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der soll errettet werden-1-. -1) o: das Heil erlangen.++ 296#Matthäus,10,23#23. Verfolgen sie euch nun in einer Stadt, so flieht in eine andre! Wahrlich, ich sage euch: Vor des Menschensohnes Kommen wird eure Arbeit an den Städten Israels noch nicht vollendet sein*. 297#Matthäus,10,24#24. Ein Schüler darf kein andres Los erwarten als sein Lehrer; ein Sklave soll's nicht besser haben wollen als sein Herr*. 298#Matthäus,10,25#25. Der Schüler muß zufrieden sein, wenn es ihm geht wie seinem Lehrer, der Sklave, wenn es ihm geht wie seinem Herrn. Hat man den Hausherrn* mit dem Namen Beelzebul-1-* geschmäht, um wieviel mehr wird man seine Hausgenossen so schmähen*! -1) = ein Name des Teufels; soll bed: «Herr der Wohnung»; aüs: «Herr der Unreinigkeit», d.h. des Götzendienstes. Die Lesart Beelzebub heißt «Fliegengott» (2.Kön. 1,2).++ 299#Matthäus,10,26#26. Fürchtet euch drum* nicht vor ihnen! Denn nichts ist so verhüllt, daß es nicht einst enthüllt würde; und nichts ist so verborgen, daß es nicht einst gesehen würde*. 300#Matthäus,10,27#27. Was ich euch im geheimen sage*, das verkündigt öffentlich*; und was ich euch ins Ohr flüstere, das predigt auf den Dächern-1-! -1) auf den platten Dächern des Morgenlandes konnte vieles in voller Öffentlichkeit vorgenommen werden.++ 301#Matthäus,10,28#28. Seid dabei ohne Furcht vor denen, die wohl den Leib, doch nicht die Seele töten können! Seid aber voller Furcht vor dem, der Seele und Leib* in der Hölle verderben kann*! 302#Matthäus,10,29#29. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für fünf Pfennige-1-*? Trotzdem* fällt kein einziger von ihnen zu Boden-2- ohne euers Vaters Willen. -1) w: für ein As (röm.).   2) d.h. kommt um.++ 303#Matthäus,10,30#30. Bei euch sind aber sogar die Haare euers Hauptes allesamt gezählt. 304#Matthäus,10,31#31. Darum habt keine Furcht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. 305#Matthäus,10,32#32. Wer sich nun zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen* vor meinem Vater im Himmel. 306#Matthäus,10,33#33. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel. 307#Matthäus,10,34#34. Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern Krieg. 308#Matthäus,10,35#35. Denn ich bin gekommen, um zu entzweien Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegermutter und Schwiegertochter; 309#Matthäus,10,36#36. und die eignen Hausgenossen wird man zu Feinden haben-a-. -a) Mi. 7,6.++ 310#Matthäus,10,37#37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert*; wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert. 311#Matthäus,10,38#38. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt-1- und mir nachfolgt, der ist mein nicht wert. -1) die zum Kreuzestode Verurteilten mußten ihr Kreuz selbst zur Richtstätte tragen.++ 312#Matthäus,10,39#39. Sein Leben retten heißt: es verlieren! Sein Leben verlieren um meinetwillen heißt: es retten*! 313#Matthäus,10,40#40. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 314#Matthäus,10,41#41. Wer einen Propheten als solchen* aufnimmt, der wird den Lohn empfangen, den ein Prophet empfängt*; wer einen Gerechten als solchen aufnimmt, der wird den Lohn empfangen, den ein Gerechter empfängt. 315#Matthäus,10,42#42. Und wer einem dieser kleinen Kinder hier-a-* auch nur einen Becher frischen Wassers zum Trunke reicht, weil es mein Jünger ist, der soll - das sage ich euch feierlich - gewiß nicht seines Lohnes verlustig gehn!» -a) vgl. Mt. 18,6.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 11 -+ --- MENGE/Matthäus 11 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 11 - 316#Matthäus,11,1#1. Als Jesus seinen zwölf Jüngern diese Weisungen erteilt hatte, ging er von dort weiter, um in den Städten des Landes zu lehren und zu predigen. 317#Matthäus,11,2#2. Als Johannes im Gefängnis-1- von der Wirksamkeit des Messias hörte, ließ er ihn durch seine Jünger fragen: -1) in der Bergfeste Machärus östlich vom Toten Meere.++ 318#Matthäus,11,3#3. «Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten*?» 319#Matthäus,11,4#4. Jesus antwortete ihnen: «Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 320#Matthäus,11,5#5. Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, ja Tote werden auferweckt und Armen-a- wird die Heilsbotschaft verkündigt-b-; -a) vgl. Mt. 5,3.   b) Jes. 35,5f.; 61,1.++ 321#Matthäus,11,6#6. und selig ist, wer an mir nicht irre wird!» 322#Matthäus,11,7#7. Als die Boten weggingen, begann Jesus zu den Volksscharen von Johannes zu reden*: «Warum seid ihr einst in die Wüste hinausgegangen-a-? Wolltet ihr euch ein Schilfrohr ansehn, das sich im Winde hin und her bewegte*? Doch sicher nicht! -a) Mt. 3,1.5.++ 323#Matthäus,11,8#8. Warum seid ihr denn hinausgegangen? Wolltet ihr einen feingekleideten Weltmann sehen-a-*? Solche feingekleidete Leute finden sich an den Königshöfen. -a) vgl. Mt. 3,4.++ 324#Matthäus,11,9#9. Warum seid ihr denn hinausgegangen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch: Dieser Mann ist noch weit mehr als ein Prophet. 325#Matthäus,11,10#10. Denn er ist es, von dem geschrieben steht: ,Sieh, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll-a-*.' -a) Mal. 3,1.++ 326#Matthäus,11,11#11. Wahrlich, ich sage euch: Unter allen Weibersöhnen ist kein Größrer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Königreich der Himmel ist größer als er. 327#Matthäus,11,12#12. Aber seit dem Auftreten Johannes des Täufers* bis jetzt wird das Königreich der Himmel gestürmt-1-. Und die Stürmer* reißen es an sich. -1) es wird mit glühendem Eifer und mit Aufbietung aller Kräfte erstrebt.++ 328#Matthäus,11,13#13. Denn alle Propheten und das Gesetz-1- haben davon* geweissagt bis auf Johannes*. -1) d.h. die Schriften des Alten Bundes in ihrer Gesamtheit (s.Anm. zu Mt. 5,17).++ 329#Matthäus,11,14#14. Und wollt ihr's gelten lassen: er ist der Elia, der kommen soll-a-. -a) nach Mal. 3,23.++ 330#Matthäus,11,15#15. Wer Ohren hat, der höre*! 331#Matthäus,11,16#16. Wem soll ich aber das Volk von heute* vergleichen? Es gleicht Kindern, die auf der Straße sitzen und ihren Gespielen zurufen: 332#Matthäus,11,17#17. Wir haben euch die Flöte gespielt*, doch ihr habt nicht getanzt; wir haben ein Klagelied gesungen*, doch ihr habt nicht geweint*. 333#Matthäus,11,18#18. Johannes ist aufgetreten und hat streng enthaltsam gelebt in Speise und Trank-a-; da sagte man: ,Er ist von einem bösen Geist besessen!' -a) vgl. Mt. 3,4.++ 334#Matthäus,11,19#19. Der Menschensohn ist aufgetreten und ißt und trinkt wie andre; da sagt man nun: ,Seht, er ist ein Fresser und Weintrinker, der Zöllner und Sünder Freund'. Aber doch ist die Weisheit (Gottes) durch ihr ganzes Tun gerechtfertigt worden*.» 335#Matthäus,11,20#20. Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wundertaten geschehen waren, und die sich trotzdem nicht bekehrt hatten: 336#Matthäus,11,21#21. «Weh dir, Chorazin*! Wehe dir, Bethsaida*! Denn wären in Tyrus und Sidon* die Wundertaten geschehen, die in euch geschehen sind, sie hätten sich schon längst, in Sack und Asche sitzend-a-, bekehrt. -a) Dan. 9,3.++ 337#Matthäus,11,22#22. Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon am Tage des Gerichts erträglicher gehn als euch. 338#Matthäus,11,23#23. Und du, Kapernaum, meinst du vielleicht, du wirst bis zum Himmel erhoben*? In die Tiefe der Unterwelt sollst du hinabgestürzt werden-a-*! Denn wären in Sodom die Wundertaten geschehen, die in dir geschehen sind, es stünde noch heutigentags. -a) vgl. Hes. 31,16.++ 339#Matthäus,11,24#24. Doch ich sage euch: Es wird dem Lande Sodom am Tage des Gerichts erträglicher gehn als dir.» 340#Matthäus,11,25#25. Zu jener Zeit tat Jesus seinen Mund auf und sprach: «Ich preise dich, o Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies-1- den Weisen und Verständigen verborgen und es den Einfältigen* offenbart hast. -1) die Geheimnisse des Himmelreichs.++ 341#Matthäus,11,26#26. Ja, Vater, so hat dir's gefallen! 342#Matthäus,11,27#27. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden-a-. Und niemand kennt den Sohn vollkommen als nur der Vater; auch kennt niemand den Vater recht als nur der Sohn und der, dem der Sohn es offenbaren will-b-*. -a) vgl. Mt. 28,18.   b) Joh. 3,35; 13,3; 17,2.3.7.++ 343#Matthäus,11,28#28. Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht* und von Last gedrückt seid*! Ich will euch Ruhe schenken. 344#Matthäus,11,29#29. Nehmt mein Joch-1- auf euch und lernt von mir; denn ich bin mild und voller Herzensdemut*: dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen-a-. -1) die Gesetzeslehrer nannten ihre Satzungen das Joch des Himmels oder Himmelreiches.   a) Jer. 6,16.++ 345#Matthäus,11,30#30. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last* ist leicht.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 12 -+ --- MENGE/Matthäus 12 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 12 - 346#Matthäus,12,1#1. Zu jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch Getreidefelder. Seine Jünger aber hatten Hunger; darum begannen sie, Ähren abzureißen und die Körner zu essen-a-*. -a) 5.Mo. 23,26.++ 347#Matthäus,12,2#2. Das sahen die Pharisäer und sprachen zu ihm: «Sieh, deine Jünger tun, was nicht erlaubt ist am Sabbat*.» 348#Matthäus,12,3#3. Er aber antwortete ihnen: «Habt ihr nicht gelesen-a-, was David tat, als ihn und seine Begleiter hungerte? -a) in 1.Sam. 21.++ 349#Matthäus,12,4#4. Wie er in das Haus Gottes trat und die Schaubrote aß, die doch er und seine Begleiter nicht essen durften, sondern nur die Priester? 350#Matthäus,12,5#5. Habt ihr ferner nicht gelesen im Gesetz-a-, daß die Priester im Tempel auch am Sabbat tätig sind*, ohne sich zu versündigen? -a) 4.Mo. 28,9f.; 3.Mo. 24,8; 1.Chr. 9,32.++ 351#Matthäus,12,6#6. Doch ich sage euch: Hier ist etwas Größres als der Tempel*. 352#Matthäus,12,7#7. Verstündet ihr aber die Bedeutung des Wortes: ,Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer-a-', so hättet ihr die Schuldlosen* nicht verurteilt. -a) Hos. 6,6; vgl. Mt. 9,13.++ 353#Matthäus,12,8#8. Denn* der Menschensohn ist Herr des Sabbats*.» 354#Matthäus,12,9#9. Als er von dort weiterging, kam er in ihr Versammlungshaus*. 355#Matthäus,12,10#10. Da war ein Mann mit einem abgestorbenen Arm, und sie fragten ihn: «Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen-1-?» Denn sie suchten einen Grund, ihn zu verklagen-2-. -1) die Pharisäer unterschieden 39 Hauptarbeiten, die am Sabbat verboten waren.   2) bei dem Synagogengerichte.++ 356#Matthäus,12,11#11. Er aber antwortete ihnen: «Fiele einem von euch am Sabbat sein einziges Schaf in eine Grube, zöge er's da nicht sofort heraus? 357#Matthäus,12,12#12. Steht nun ein Mensch nicht hoch über einem Schafe? Also darf man auch am Sabbat Gutes tun.» 358#Matthäus,12,13#13. Dann sprach er zu dem Manne: «Strecke deinen Arm aus!» Da streckte er ihn aus, und er ward wiederhergestellt und gesund wie der andre. 359#Matthäus,12,14#14. Als dann die Pharisäer den Gottesdienst verließen, berieten sie sich miteinander wider ihn, wie sie ihn zu Tode bringen könnten. 360#Matthäus,12,15#15. Aber Jesus erfuhr das und verließ jene Gegend. Viele begleiteten ihn, und er heilte alle*. 361#Matthäus,12,16#16. Aber er schärfte ihnen ein, sie sollten ihn nicht öffentlich bekanntmachen, 362#Matthäus,12,17#17. damit sich der Ausspruch des Propheten Jesaja erfülle-1-: -1) Jes. 42,1-4; teils nach einer Üs. des Mt., teils nach LXX.++ 363#Matthäus,12,18#18. «Das ist mein Knecht, den ich erwählt, und mein Geliebter, den mein Herz erkoren. Ich lege meinen Geist auf ihn, und er soll den Völkern Recht-1- verkünden. -1) Gottes Wahrheit.++ 364#Matthäus,12,19#19. Er wird nicht zanken und nicht schreien*, und seine Stimme schallt nicht auf den Straßen*. 365#Matthäus,12,20#20. Geknicktes Rohr zerbricht er nicht, und glimmenden Docht löscht er nicht aus-a-*, bis er das Recht zum Sieg geführt*. -a) Mt. 5,3.++ 366#Matthäus,12,21#21. Und auf seinen Namen werden die Völker hoffen.» 367#Matthäus,12,22#22. Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der war blind und stumm. Und er heilte ihn, so daß der Stumme redete und sah. 368#Matthäus,12,23#23. Da waren die Leute alle außer sich und sprachen: «Ist der etwa Davids Sohn-1-?» -1) d.h. der verheißene Messias.++ 369#Matthäus,12,24#24. Als aber die Pharisäer davon hörten, sagten sie: «Nur im Bunde mit Beelzebul, dem Obersten der bösen Geister, treibt er die Teufel aus.» 370#Matthäus,12,25#25. Er aber durchschaute ihre Gedanken und sprach zu ihnen: «Jedes Reich, das in sich selbst uneins ist, das fällt in Trümmer; und jede Stadt oder jedes Haus, das in sich selbst uneins ist, kann nicht bestehn. 371#Matthäus,12,26#26. Treibt nun der Satan den Satan aus, so ist er ja mit sich selbst im Streit: wie sollte da sein Reich bestehen können? 372#Matthäus,12,27#27. Treibe ich aber im Bunde mit Beelzebul die bösen Geister aus, mit wessen Hilfe treiben sie denn eure Anhänger-a-* aus? Sie werden darum eure Richter sein*! -a) Lk. 9,49; Apg. 19,13.++ 373#Matthäus,12,28#28. Treibe ich aber durch Gottes Geist die bösen Geister aus, so ist ja Gottes Königreich zu euch gekommen*. 374#Matthäus,12,29#29. Oder* wie kann jemand in das Haus eines starken Kriegsmannes dringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben*. 375#Matthäus,12,30#30. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich*; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut*. 376#Matthäus,12,31#31. Drum* sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben. 377#Matthäus,12,32#32. Wer ein Wort sagt gegen den Menschensohn, dem wird vergeben. Wer aber wider den Heiligen Geist redet, der findet keine Vergebung-a-*: weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen*. -a) Hebr. 6,4-6; 10,26f.; 1.Joh. 5,16f.++ 378#Matthäus,12,33#33. Erklärt ihr den Baum für gut, so müßt ihr auch seine Frucht für gut halten. Erklärt ihr aber den Baum für schädlich, so müßt ihr auch seine Frucht für schädlich halten*. Denn an der Frucht erkennt man den Baum-a-. -a) Mt. 7,17-20.++ 379#Matthäus,12,34#34. Ihr Schlangenbrut-a-! wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn des Mundes Worte fließen aus des Herzens Quell. -a) Mt. 3,7.++ 380#Matthäus,12,35#35. Ein guter Mensch entnimmt aus seiner guten Vorratskammer Gutes; ein böser Mensch entnimmt aus seiner bösen Vorratskammer Böses. 381#Matthäus,12,36#36. Ich versichre euch aber: Von jedem bösen Worte, das die Menschen reden, müssen sie am Tage des Gerichtes Rechenschaft geben. 382#Matthäus,12,37#37. Denn nach deinen Worten sollst du freigesprochen und nach deinen Worten sollst du verurteilt werden.» 383#Matthäus,12,38#38. Da redeten ihn einige Schriftgelehrte und Pharisäer an und sprachen: «Meister, wir wünschen von dir ein Zeichen zu sehn*.» 384#Matthäus,12,39#39. Er antwortete ihnen: «Ein böses, gottvergessenes-1- Geschlecht begehrt ein Zeichen. Es soll ihm aber kein andres Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona*. -1) von dem Bunde Gottes abgefallenes.++ 385#Matthäus,12,40#40. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in des Riesenfisches-1- Leib gewesen ist-a-, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde* sein**. -1) des Meeresungeheuers.   a) Jona 2,1.++ 386#Matthäus,12,41#41. Die Leute aus Ninive werden zugleich mit diesem Geschlecht* vor Gericht erscheinen-1- und es verurteilen*; den sie bekehrten sich bei Jonas Predigt-a-. Und hier steht doch einer, der größer ist als Jona! -1) am Tage des großen Endgerichts.   a) Jona 3,4-10.++ 387#Matthäus,12,42#42. Die Königin aus Süden-1- wird zugleich mit diesem Geschlecht vor Gericht erscheinen und es verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und hier steht doch einer, der größer ist als Salomo*! -1) die Königin von Saba in Südarabien; 1.Kön. 10,1ff.++ 388#Matthäus,12,43#43. Ist der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren, so wandert er durch Wüsten*: er sucht dort eine Ruhstatt und findet keine. 389#Matthäus,12,44#44. Dann spricht er: ,Ich will zurückgehn in mein Haus*, das ich verlassen habe.' Und kommt er dann, so findet er es leer, gefegt und wohlgeschmückt*. 390#Matthäus,12,45#45. Nun geht er hin und holt noch sieben andre Geister, die schlimmer sind als er: die ziehen ein und wohnen dort. So wird's mit einem solchen Menschen am Ende ärger als zuvor. Ganz ebenso wird es auch gehn mit diesem bösen Geschlecht*.» 391#Matthäus,12,46#46. Als er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wünschten ihn zu sprechen. 392#Matthäus,12,47#47. -Und jemand sagte ihm: «Sieh, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wünschen dich zu sprechen.» Dieser V. fehlt in manchen Hs.++ 393#Matthäus,12,48#48. Er aber antwortete dem, der ihm dies meldete: «Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?» 394#Matthäus,12,49#49. Dann wies er mit ausgestreckter Hand auf seine Jünger und sprach: «Da seht meine Mutter und meine Brüder! 395#Matthäus,12,50#50. Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter*.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 13 -+ --- MENGE/Matthäus 13 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 13 - 396#Matthäus,13,1#1. An jenem Tage ging Jesus aus seinem Hause-1- und setzte sich an den Strand des Sees-2-. -1) in Kapernaum.   2) Genezaret.++ 397#Matthäus,13,2#2. Da sammelte sich eine große Schar um ihn. Deshalb trat er in einen Fischerkahn und setzte sich dort nieder, während das ganze Volk am Ufer stand. 398#Matthäus,13,3#3. Und er redete zu ihnen vielerlei durch Gleichnisse-1- und sprach: «Ein Sämann ging aus zu säen. -1) das Gleichnis nimmt seinen Stoff aus der Natur oder dem täglichen Leben und veranschaulicht dadurch eine geistliche Wahrheit.++ 399#Matthäus,13,4#4. Beim Säen fielen einige Körner an den Weg-1-. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. -1) längs des Ackerfeldes.++ 400#Matthäus,13,5#5. Andre Körner fielen auf steinigen Grund, wo sie nicht viel Erde hatten. Dort schossen sie schnell in den Halm, weil es der Erdschicht an Tiefe fehlte. 401#Matthäus,13,6#6. Als dann die Sonne heiß schien, litten die Halme von ihrer Glut; und weil sie nicht Wurzel hatten, verdorrten sie. 402#Matthäus,13,7#7. Andre Körner fielen dahin, wo Dornen wuchsen. Da schossen die Dornen auf und erstickten die Saat. 403#Matthäus,13,8#8. Andre Körner fielen auf guten Boden und brachten Frucht: hundertfältig, sechzigfältig, dreißigfältig. 404#Matthäus,13,9#9. Wer Ohren hat, der höre!» 405#Matthäus,13,10#10. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?» 406#Matthäus,13,11#11. Er antwortete: «Weil euch die Fähigkeit verliehen ist*, in die Geheimnisse des Königreichs der Himmel einzudringen*, jenen aber nicht. 407#Matthäus,13,12#12. Denn wer (viel) hat, der soll noch mehr empfangen, daß er die Fülle habe; doch wer nur wenig hat, dem soll sogar das wenige genommen werden*. 408#Matthäus,13,13#13. Gerade desalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie trotz ihrer Augen nicht sehen und trotz ihrer Ohren nicht hören und verstehn. 409#Matthäus,13,14#14. So erfüllt sich an ihnen die Weissagung Jesajas: ,Hören sollt ihr und nicht verstehn, sehn und nicht erkennen, 410#Matthäus,13,15#15. denn dieses Volkes Herz ist unempfänglich, ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen*. [So können sie nicht sehn mit ihren Augen, mit ihren Ohren können sie nicht hören, mit ihrem Herzen nicht verstehn und sich bekehren, daß ich sie heile.]' 411#Matthäus,13,16#16. Glückselig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 412#Matthäus,13,17#17. Denn viele Propheten und Gerechte - das versichre ich euch - haben sich gesehnt, zu schauen, was ihr seht, und haben es nicht geschaut, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört*. 413#Matthäus,13,18#18. Euch nun will ich das Gleichnis vom Sämann deuten: 414#Matthäus,13,19#19. Hört einer das Wort vom Königreich und hat kein Verständnis dafür, so kommt der Böse* und nimmt den Samen weg, der in sein Herz gesät war: bei solchem fällt der Same an den Weg. 415#Matthäus,13,20#20. Was auf steinigen Boden fällt, das bedeutet einen, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; 416#Matthäus,13,21#21. es schlägt aber nicht Wurzel in ihm, sondern er hält nur eine Zeitlang aus. Kommen Trübsal und Verfolgung um des Wortes willen, so wird er bald im Glauben wankend. 417#Matthäus,13,22#22. Was dahin fällt, wo Dornen wachsen, das bedeutet einen Hörer, bei dem die Sorge um die irdischen Dinge-1-** und der verführerische Reiz des Reichtums das Wort ersticken, so daß es fruchtlos bleibt. -1) w: um die Dinge dieser Weltzeit.++ 418#Matthäus,13,23#23. Was aber auf guten Boden fällt, dies bedeutet einen Hörer, der für das Wort Verständnis hat: der bringt dann Frucht, der eine hundertfältig, der andre sechzigfältig, der dritte dreißigfältig.» 419#Matthäus,13,24#24. Ein andres Gleichnis trug er ihnen vor, indem er sprach: «Das Königreich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 420#Matthäus,13,25#25. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind: der streute Unkrautsamen mitten unter den Weizen und ging dann weg. 421#Matthäus,13,26#26. Als nun die Saat aufging und Frucht ansetzte, zeigte sich auch das Unkraut. 422#Matthäus,13,27#27. Da kamen die Knechte zum Hausherrn und sprachen: ,Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?' 423#Matthäus,13,28#28. Er antwortete ihnen: ,Das hat ein Feind getan.' Da fragten ihn seine Knechte: ,Sollen wir nun hingehn und es ausjäten?' 424#Matthäus,13,29#29. Er sagte: ,Nein; ihr würdet sonst beim Sammeln des Unkrauts auch den Weizen mit ausreißen. 425#Matthäus,13,30#30. Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Zur Erntezeit will ich dann den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel zum Verbrennen, den Weizen aber bringt in meinen Speicher!'» 426#Matthäus,13,31#31. Ein andres Gleichnis trug er ihnen vor: «Das Königreich der Himmel ist einem Senfkorn gleich, das einer nimmt und auf seinen Acker sät. 427#Matthäus,13,32#32. Es ist das kleinste unter allen Samenkörnern. Ist es aber ausgewachsen, so ist es größer als die andern Gartenkräuter und wird sogar ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten-a-*.» -a) Offb. 18,2.++ 428#Matthäus,13,33#33. Ein andres Gleichnis redete er zu ihnen: «Das Königreich der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nimmt und ihn so lange in drei Scheffel Weizenmehl knetet, bis der ganze Teig durchsäuert ist-a-*.» -a) Mt. 16,6.11.12; Mk. 8,15; Lk. 12,1; Gal. 5,9; 1.Kor. 5,6-8; 2.Mo. 12,15.++ 429#Matthäus,13,34#34. Dies alles redete Jesus zu dem Volk in Gleichnissen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, 430#Matthäus,13,35#35. damit sich der Ausspruch des Propheten erfülle-a-*: «Ich will meinen Mund zu Gleichnisreden öffnen; ich will verkünden, was seit Anbeginn der Welt verhüllt gewesen ist*.» -a) Ps. 78,2.++ 431#Matthäus,13,36#36. Dann entließ er die Volksmenge und kehrte in sein Haus zurück-1-. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!» -1) in Kapernaum, vgl. V. 1.++ 432#Matthäus,13,37#37. Er antwortete: «Der Sämann, der den guten Samen ausstreut, ist der Menschensohn. 433#Matthäus,13,38#38. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Königreichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen-a-. -a) 1.Joh. 3,9.10.++ 434#Matthäus,13,39#39. Der Feind, der das Unkraut sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende dieser Weltzeit. Die Schnitter sind Engel. 435#Matthäus,13,40#40. Wie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am Ende dieser Weltzeit gehn. 436#Matthäus,13,41#41. Der Menschensohn wird seine Engel-1- senden; die sollen aus seinem Königreiche alle Verführer und Übeltäter sammeln -1) o: Boten.++ 437#Matthäus,13,42#42. und sie in den Feuerofen werfen: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-a-. -a) Mt. 8,12.++ 438#Matthäus,13,43#43. Dann werden die Gerechten hervorleuchten wie die Sonne in ihres Vaters Königreich-a-. Wer Ohren hat, der höre! -a) Dan. 12,3.++ 439#Matthäus,13,44#44. Das Königreich der Himmel gleicht einem Schatz, der in einem Ackerfelde vergraben liegt. Den findet einer, deckt ihn wieder zu (mit Erde) und geht dann hin in seiner Freude, verkauft all seine Habe und kauft den Acker*. 440#Matthäus,13,45#45. Weiter gleicht das Königreich der Himmel einem Händler, der wertvolle Perlen sucht. 441#Matthäus,13,46#46. Hat er aber eine besonders wertvolle Perle gefunden, so geht er hin, verkauft all seine Habe und kauft die Perle*. 442#Matthäus,13,47#47. Weiter gleicht das Königreich der Himmel einem Schleppnetz, das ins Meer geworfen wird und womit man allerlei Fische fängt*. 443#Matthäus,13,48#48. Ist es voll, so zieht man es ans Ufer*. Dort setzen sich die Fischer und sammeln die guten Fische in Gefäße, die schlechten-1- aber werfen sie weg. -1) die nach dem Gesetze unreinen (3.Mo. 11,9-12).++ 444#Matthäus,13,49#49. So wird es auch am Ende dieser Weltzeit sein. Die Engel werden ausgehn, sie werden die Bösen von den Gerechten scheiden 445#Matthäus,13,50#50. und sie in den Feuerofen werfen: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein. - 446#Matthäus,13,51#51. Habt ihr dies alles verstanden*?» Sie antworteten ihm: «Jawohl!» 447#Matthäus,13,52#52. Dann fuhr er fort: «Darum* gilt hier der Satz: Jeder Schriftgelehrte, der für den Dienst des Königreichs der Himmel ausgebildet worden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues-1- und Altes-2- mitteilt*.» -1) bisher Unbekanntes.   2) schon Bekanntes.++ 448#Matthäus,13,53#53. Als Jesus diese Gleichnisreden vollendet hatte, zog er von dort-1- weg -1) von Kapernaum.++ 449#Matthäus,13,54#54. und kam in seine Vaterstadt-1-. Dort lehrte er die Leute in ihrem Versammlungshause, so daß sie voller Staunen sprachen: «Woher hat der Mann solche Weisheit und die Wunderkräfte? -1) Nazaret.++ 450#Matthäus,13,55#55. Ist er nicht des Tischlers Sohn*? Heißt nicht seine Mutter Maria? Sind nicht Jakobus-1-, Josef, Simon und Judas-2- seine Brüder? -1) Jakobus wurde der erste Bischof der Gemeinde zu Jerusalem.   2) Judas ist der Verfasser des Judasbriefes.++ 451#Matthäus,13,56#56. Wohnen nicht auch seine Schwestern alle hier bei uns*? Woher hat er denn dies alles?» 452#Matthäus,13,57#57. Und sie wollten nichts von ihm wissen. Da sprach Jesus zu ihnen: «Ein Prophet gilt nirgend weniger als in seiner Heimat und im Kreise seiner Hausgenossen.» 453#Matthäus,13,58#58. Er tat dort auch nur wenig Wunder, weil sie nicht glaubten.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 14 -+ --- MENGE/Matthäus 14 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 14 - 454#Matthäus,14,1#1. Um jene Zeit hörte der Vierfürst Herodes-1-* von Jesus, -1) Herodes, mit dem Zunamen Antipas, herrschte nach dem Tode seines Vaters Herodes d. Gr. (4 v.Chr.) in Galiläa und Peräa. Er verstieß seine Gemahlin, die Tochter des Araberkönigs Aretas (2.Kor. 11,32), und ging eine ehebrecherische Verbindung ein mit Herodias, der Frau seines Bruders.++ 455#Matthäus,14,2#2. und er sprach zu seinen Hofleuten: «Das ist Johannes der Täufer! Der ist von den Toten auferstanden, darum* sind die Wunderkräfte in ihm wirksam.» 456#Matthäus,14,3#3. Herodes hatte nämlich damals Johannes ergreifen, mit Ketten binden und gefangensetzen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus*. 457#Matthäus,14,4#4. Denn Johannes hatte ihm gesagt: «Du darfst sie nicht zur Frau haben-a-.» -a) 3.Mo. 18,16; 20,21.++ 458#Matthäus,14,5#5. Er hätte ihn nun gern getötet; aber er scheute sich vor dem Volke, denn das hielt ihn für einen Propheten. 459#Matthäus,14,6#6. Da geschah es bei der Geburtstagsfeier des Herodes, daß die Tochter der Herodias vor den Gästen tanzte. Das gefiel Herodes so sehr, 460#Matthäus,14,7#7. daß er ihr eidlich versprach, er wolle ihr geben, um was sie bitte. 461#Matthäus,14,8#8. Da sprach sie, von ihrer Mutter dazu angestiftet: «Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!» 462#Matthäus,14,9#9. Darüber ward der König betrübt-a-*. Doch um des Eides und der Tischgenossen willen-1-* befahl er's ihr zu geben. -1) also aus verkehrter Scham und verbrecherischer Gewissenhaftigkeit.   a) vgl. Mk. 6,20.++ 463#Matthäus,14,10#10. So sandte er denn hin und ließ Johannes in seinem Kerker enthaupten*. 464#Matthäus,14,11#11. Sein Haupt ward dann auf einer Schüssel hergebracht und dem Mädchen gegeben; die brachte es ihrer Mutter. 465#Matthäus,14,12#12. Und seine* Jünger kamen, holten seinen Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie hin und gaben Jesus Bericht*. 466#Matthäus,14,13#13. Auf diese Kunde entfernte sich Jesus von dort-1-* in einem Boote* nach einer unbewohnten Gegend*, um allein zu sein*. Aber die Leute hörten davon und gingen ihm zu Fuß aus den Städten nach*. -1) von Kapernaum.++ 467#Matthäus,14,14#14. Als nun Jesus aus dem Fahrzeug stieg-1-, empfand er tiefes Mitleid bei dem Anblick der großen Menge, und er heilte ihre Kranken. -1) vlt. östlich von Bethsaida Julias (Lk. 9,10).++ 468#Matthäus,14,15#15. Am Abend traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Die Gegend hier ist unbewohnt, und es ist schon spät. Laß deshalb die Leute ziehen, damit sie in die nächsten Dörfer gehen und sich Lebensmittel kaufen.» 469#Matthäus,14,16#16. Jesus antwortete ihnen: «Sie brauchen nicht zu gehn; gebt ihr ihnen zu essen!» 470#Matthäus,14,17#17. Sie erwiderten ihm: «Wir haben hier nichts weiter als fünf Brote und zwei Fische.» 471#Matthäus,14,18#18. Er sprach: «Bringt sie mir her!» 472#Matthäus,14,19#19. Und er ließ die Leute sich auf dem Grase lagern. Nun nahm er die fünf Brote und die beiden Fische, sah auf zum Himmel und sprach den Lobpreis-1-. Dann brach er die Brote und gab sie seinen Jüngern, die Jünger aber reichten sie den Leuten. -1) das Tischgebet des Hausvaters. Das jüd. Gebet vor der Mahlzeit lautet: «Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, du König der Welt, der das Brot aus der Erde bringt.»++ 473#Matthäus,14,20#20. So aßen alle und wurden satt. Die übriggebliebenen Brocken hob man vom Boden auf: zwölf große Körbe voll. 474#Matthäus,14,21#21. Es hatten aber ungefähr fünftausend Mann gegessen, ohne die Frauen und Kinder. 475#Matthäus,14,22#22. Nun drängte er seine Jünger, sofort in das Boot zu gehn und an das andre Ufer vorauszufahren-1-, während er das Volk entlassen wollte. -1) wohl zurück nach Kapernaum (Joh. 6,17).++ 476#Matthäus,14,23#23. Als dies geschehen, ging er auf die Bergeshöhe, um in der Einsamkeit zu beten. Beim Eintritt der Dunkelheit war er dort allein. 477#Matthäus,14,24#24. Inzwischen war das Boot schon mitten auf dem See und mußte heftig mit den Wellen kämpfen, denn es fuhr gegen den Wind. 478#Matthäus,14,25#25. Da, in der vierten Nachtwache-1-, kam er, über den See hingehend, auf sie zu. -1) zwischen 3 bis 6 Uhr morgens. Die Nacht (von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) wurde damals nach röm. Weise von den Juden in vier Teile oder Wachen eingeteilt, jede zu drei Stunden.++ 479#Matthäus,14,26#26. Als ihn die Jünger so auf dem See wandeln sahen, waren sie entsetzt; denn sie dachten, es wäre ein Gespenst, und sie schrien laut vor Furcht. 480#Matthäus,14,27#27. Aber alsbald rief ihnen Jesus zu: «Seid getrost, ich bin's, fürchtet euch nicht!» 481#Matthäus,14,28#28. Da anwortete ihm Petrus: «Herr, bist du es, so laß mich auf dem Wasser zu dir kommen.» 482#Matthäus,14,29#29. Er sprach: «Komm!» Da stieg Petrus aus dem Boote und ging auf dem Wasser zu Jesus hin. 483#Matthäus,14,30#30. Als er aber den starken Wind spürte, ward ihm bange, und er begann zu sinken. Da schrie er auf: «Herr, hilf mir!» 484#Matthäus,14,31#31. Sofort streckte Jesus seine Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: «Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?» 485#Matthäus,14,32#32. Dann stiegen sie beide in das Boot, und der Wind legte sich. 486#Matthäus,14,33#33. Die andern aber, die im Boote waren*, fielen vor ihm nieder und sprachen: «Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!» 487#Matthäus,14,34#34. Als sie die Überfahrt vollendet hatten*, stiegen sie ans Land und kamen nach Genezaret*. 488#Matthäus,14,35#35. Sobald ihn die Bewohner dieser Gegend erkannten, schickten sie Boten in den ganzen Umkreis. Da brachte man ihm alle Kranken 489#Matthäus,14,36#36. und bat ihn, daß sie nur die Quaste seines Mantels berühren dürften-a-. Und alle, die sie berührten, wurden gesund. -a) vgl. Mt. 9,21.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 15 -+ --- MENGE/Matthäus 15 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 15 - 490#Matthäus,15,1#1. Dann traten zu Jesus Schriftgelehrte und Pharisäer, die aus Jerusalem gekommen waren, und sprachen: 491#Matthäus,15,2#2. «Warum übertreten deine Jünger die Vorschriften, die uns die Alten überliefert haben-1-? Sie waschen sich ja vor der Mahlzeit die Hände nicht-2-*.» -1) gemeint sind die vielen, durch mündliche Überlieferung fortgepflanzten und besonders das tägliche Leben betreffenden Vorschriften der alten Gesetzeslehrer.   2) im Talmud heißt es: «Wer die Handwaschung geringschätzt, der wird aus der Welt ausgerottet.»++ 492#Matthäus,15,3#3. Er antwortete ihnen: «Warum übertretet ihr denn euern Vorschriften zuliebe Gottes Gebot? 493#Matthäus,15,4#4. Gott hat doch gesagt: ,Ehre deinen Vater und deine Mutter-a-!' und: ,wer Vater oder Mutter schmäht, der soll des Todes sterben-b-.' -a) 2.Mo. 20,12.   b) 2.Mo. 21,17.++ 494#Matthäus,15,5#5. Ihr aber behauptet: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: ,Ich stifte für den Tempelschatz, was ich dir sonst zum Unterhalt gegeben hätte' - der braucht Vater oder Mutter nicht zu ehren*. 495#Matthäus,15,6#6. So setzt ihr eurer Satzung zuliebe Gottes Gesetz außer Kraft. 496#Matthäus,15,7#7. Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt: 497#Matthäus,15,8#8. ,Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. 498#Matthäus,15,9#9. Ihr Gottesdienst ist wertlos, denn sie verkünden Lehren, die nichts als Menschensatzung sind-a-.'» -a) Jes. 29,13.++ 499#Matthäus,15,10#10. Dann rief er das Volk herbei und sprach zu ihnen: «Höret und versteht es! 500#Matthäus,15,11#11. Nicht das macht den Menschen unrein, was zum Munde eingeht*; sondern was zum Munde ausgeht, das macht den Menschen unrein.» 501#Matthäus,15,12#12. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Weißt du, daß die Pharisäer über dein Wort, das sie haben hören müssen, entrüstet gewesen sind?» 502#Matthäus,15,13#13. Er antwortete: «Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, soll ausgerottet werden. 503#Matthäus,15,14#14. Laßt sie! Sie sind blinde Blindenführer. Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube.» 504#Matthäus,15,15#15. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu ihm: «Deute uns dies Gleichnis-a-!» -a) in V. 11.++ 505#Matthäus,15,16#16. Er erwiderte: «Seid ihr denn auch noch immer so unverständig? 506#Matthäus,15,17#17. Seht ihr nicht ein, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Magen kommt und dann durch den Darm ausgeschieden wird? 507#Matthäus,15,18#18. Was aber zum Munde ausgeht, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. 508#Matthäus,15,19#19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken*: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis und Verleumdung. 509#Matthäus,15,20#20. Hierdurch wird der Mensch verunreinigt. Aber mit ungewaschenen Händen essen, das macht den Menschen nicht unrein.» 510#Matthäus,15,21#21. Dann verließ Jesus jene Gegend-1- und begab sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon. -1) die Landschaft Genezaret (Mt. 14,34).++ 511#Matthäus,15,22#22. Und sieh, eine Kananiterin-1-* aus jener Landschaft kam zu ihm; die fing an zu rufen: «Herr, Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird von einem bösen Geiste arg gequält*.» -1) also eine Heidin.++ 512#Matthäus,15,23#23. Er aber erwiderte ihr kein einzig Wort. Da traten seine Jünger zu ihm mit der Bitte: «Fertige sie doch ab! Sie schreit ja hinter uns her.» 513#Matthäus,15,24#24. Er aber antwortete: «Ich bin nur zu den verirrten Schafen des Hauses Israel gesandt-a-.» -a) Mt. 10,6.++ 514#Matthäus,15,25#25. Da kam die Frau, fiel ihm zu Füßen und bat: «Herr, hilf mir!» 515#Matthäus,15,26#26. Er aber erwiderte: «Es wäre nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hündchen hinzuwerfen*.» 516#Matthäus,15,27#27. Sie sprach: «Gewiß, Herr! Denn die Hündchen dürfen ja nur die Brocken fressen, die von ihrer Herren Tische fallen*.» 517#Matthäus,15,28#28. Da antwortete ihr Jesus: «O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.» Und zu der Stunde ward ihre Tochter gesund. 518#Matthäus,15,29#29. Dann verließ Jesus die Gegend und kam an das Ufer-1- des Galiläischen Sees: er ging auf die Berghöhe* und blieb dort. -1) ws. an das Ostufer (Mk. 7,31).++ 519#Matthäus,15,30#30. Da kamen viele Leute zu ihm; die brachten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andre Kranke und legten sie zu seinen Füßen nieder. Und er heilte sie. 520#Matthäus,15,31#31. Da wunderten sich die Leute, als sie sahen, wie die Stummen redeten, die Krüppel genasen, die Lahmen gingen und die Blinden sahen. Und sie priesen den Gott Israels. 521#Matthäus,15,32#32. Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: «Mich jammert der Leute, denn sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen; und hungrig mag ich sie nicht gehen lassen, sonst könnten sie unterwegs ermattet zusammenbrechen.» 522#Matthäus,15,33#33. Seine Jünger sprachen zu ihm: «Woher sollen wir in dieser unbewohnten Gegend Brot genug bekommen, um so viel Menschen zu sättigen?» 523#Matthäus,15,34#34. Jesus fragte sie: «Wieviel Brote habt ihr denn?» Sie sprachen: «Sieben und ein paar kleine Fische.» 524#Matthäus,15,35#35. Da ließ er die ganze Schar sich auf die Erde lagern. 525#Matthäus,15,36#36. Dann nahm er die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie den Jüngern, die dann die Leute speisten. 526#Matthäus,15,37#37. So aßen alle und wurden satt. Die übriggebliebenen Brocken hob man vom Boden auf: sieben kleine Körbe voll. 527#Matthäus,15,38#38. Es hatten aber etwa viertausend Mann gegessen, ohne die Frauen und Kinder. 528#Matthäus,15,39#39. Dann ließ er die Menge gehen, stieg in sein Boot und kam in das Gebiet von Magadan-1-. -1) die Lage von Magadan ist unbekannt; vlt. ist es an dem Westufer des Galiläischen Sees zu suchen.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 16 -+ --- MENGE/Matthäus 16 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 16 - 529#Matthäus,16,1#1. Dort traten Pharisäer und Sadduzäer an ihn heran, um ihn auszuhorchen, und forderten ihn auf, er möge sie ein Wunderzeichen vom Himmel sehen lassen**. 530#Matthäus,16,2#2. Er aber erwiderte ihnen: «[Am Abend sagt ihr: ,Es wird gutes Wetter, denn der Himmel ist gerötet', 531#Matthäus,16,3#3. und frühmorgens: ,Heute wird es stürmisch, denn der Himmel ist rötlich und trübe.' Des Himmels Aussehen wißt ihr zu deuten, und die Zeichen der Zeit-1- versteht ihr nicht*?] -1) d.h. die bedeutsamen Zeitumstände und Zeitereignisse.++ 532#Matthäus,16,4#4. Ein böses, gottvergessenes Geschlecht begehrt ein Zeichen; es wird ihm aber kein andres Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona-a-.» Damit wandte er sich von ihnen und ging weg. -a) Mt. 12,39.++ 533#Matthäus,16,5#5. Als die Jünger an das andre Ufer-1- kamen, entdeckten sie, daß sie vergessen hatten, Brot mitzunehmen. -1) gemeint ist wohl das Ostufer des Sees Genezaret (Mt. 15,39).++ 534#Matthäus,16,6#6. Da sprach Jesus zu ihnen: «Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadduzäer!» 535#Matthäus,16,7#7. Die Jünger dachten bei sich und sprachen es auch gegeneinander aus: «Das sagt er, weil wir kein Brot mitgenommen haben*.» 536#Matthäus,16,8#8. Jesus merkte das und sprach: «Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mithabt*? 537#Matthäus,16,9#9. Fehlt's euch denn immer noch an Einsicht*? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die Fünftausend, und wieviel große Körbe voll ihr noch mitgenommen habt? 538#Matthäus,16,10#10. Und denkt ihr nicht an die sieben Brote für die Viertausend, und wieviel kleine Körbe voll ihr noch mitgenommen habt? 539#Matthäus,16,11#11. Seht ihr denn nicht ein, daß ich bei meinen Worten nicht an Brot gedacht habe? Hütet euch aber vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadduzäer!» 540#Matthäus,16,12#12. Nun erst verstanden sie, daß er nicht gemeint hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteige der Brote, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. 541#Matthäus,16,13#13. Hierauf kam Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi-1-*. Dort fragte er seine Jünger: «Wofür halten die Leute den Menschensohn?»+ -1) Cäsarea heißt «die Kaiserliche».++ 542#Matthäus,16,14#14. Sie sprachen: «Die einen halten dich für Johannes den Täufer, die andern für Elia, wieder andre für Jeremia oder sonst einen der Propheten.» 543#Matthäus,16,15#15. Da sprach er zu ihnen: «Für wen haltet ihr mich denn?» 544#Matthäus,16,16#16. Simon Petrus antwortete: «Du bist der Messias, der Sohn Gottes, des Lebendigen-1a-*.» -1) also: Du bist Jahwes Sohn.   a) Ps. 2,7; Spr. 30,4.++ 545#Matthäus,16,17#17. Da erwiderte ihm Jesus: «Selig bist du, Simon, Jonas Sohn*; denn nicht ein sterblicher Mensch von Fleisch und Blut hat dir dies offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 546#Matthäus,16,18#18. Und ich sage dir: Du bist Petrus*, und im Anschluß an diesen Stein-1a-** will ich das Haus meiner Kirche bauen-2-**, und des Totenreiches Tore sollen sie nicht bezwingen*. -1) o: «Zu diesem (ersten) Steine andre Steine fügend.»   2) gr. -+ekklesia- kommt her von -+ekkletos- = aufgerufen, aufgeboten. a) Eph. 2,20f.; Offb. 21,14; vgl. auch 1.Kor. 12,28.++ 547#Matthäus,16,19#19. Ich will dir die Schlüssel des Königreichs der Himmel geben: Was du auf Erden binden wirst, das soll im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das soll im Himmel gelöst sein-1-**.» -1) bed. nach aram. Sprachgebrauch «für erlaubt und für verboten erklären».++ 548#Matthäus,16,20#20. Dann schärfte er seinen Jüngern ein, sie sollten niemand sagen, daß er der Messias sei-a-*. -a) vgl. Mt. 12,16.++ 549#Matthäus,16,21#21. Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern darzulegen: er müsse nach Jerusalem gehen und dort viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten-1-; ja er müsse den Tod erdulden, aber am dritten Tage wieder auferstehn. -1) d.h. dem Hohen Rate.++ 550#Matthäus,16,22#22. Da nahm ihn Petrus beiseit, begann ihm ernste Vorstellungen zu machen und sprach: «Gott bewahre, Herr! Das darf dir nimmermehr geschehn!» 551#Matthäus,16,23#23. Er aber wandte sich weg und sprach zu Petrus: «Mir aus den Augen, Satan-1-! Du willst mich verführen-2-! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.» -1) d.h. Widersacher.   2) du willst mich von dem mir vorgezeichneten Wege abbringen.++ 552#Matthäus,16,24#24. Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: «Wer mein Nachfolger sein will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 553#Matthäus,16,25#25. Denn wer sein Leben retten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen-a-*. -a) vgl. Mt. 10,38.39.++ 554#Matthäus,16,26#26. Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und dabei sein Seelenheil verliert? Oder welchen Preis kann jemand zahlen, um sich damit sein Seelenheil zu erkaufen*? 555#Matthäus,16,27#27. Denn der Menschensohn wird kommen in seines Vaters Herrlichkeit und in Begleitung seiner Engel; dann wird er einem jeden nach seinem Tun vergelten. 556#Matthäus,16,28#28. Wahrlich, ich sage euch: Einige von denen, die hier stehn, sollen den Tod nicht schmecken, ehe sie den Menschensohn in seiner Königsherrschaft haben kommen sehn-a-*.» -a) Mt. 17,1-9; vgl. Lk. 23,42.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 17 -+ --- MENGE/Matthäus 17 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 17 - 557#Matthäus,17,1#1. Sechs Tage später nahm Jesus Petrus und das Brüderpaar Jakobus und Johannes mit sich und führte sie allein auf einen hohen Berg-a-*. -a) 2.Petr. 1,16-18.++ 558#Matthäus,17,2#2. Dort trat vor ihren Augen in seinem Äußern eine Wandlung ein: sein Antlitz strahlte wie die Sonne, und seine Kleider glänzten hell wie das Licht. 559#Matthäus,17,3#3. Und siehe, Mose und Elia erschienen ihnen, die hatten ein Gespräch mit ihm. 560#Matthäus,17,4#4. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu Jesus: «Herr, es trifft sich gut, daß wir hier sind*. Wenn du erlaubst, so will ich hier drei Hütten bauen*, für dich eine, für Mose eine und für Elia eine.» 561#Matthäus,17,5#5. Während er noch redete, umhüllte sie plötzlich eine lichthelle Wolke, und aus der Wolke rief eine Stimme: «Dies ist mein geliebter Sohn, den ich erkoren-a-; auf den hört-b-!» -a) Mt. 3,17.   b) 5.Mo. 18,15.++ 562#Matthäus,17,6#6. Bei diesen Worten fielen die Jünger tieferschrocken auf ihr Angesicht. 563#Matthäus,17,7#7. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: «Steht auf und fürchtet euch nicht!» 564#Matthäus,17,8#8. Da schlugen sie ihre Augen auf und sahen niemand als Jesus allein. 565#Matthäus,17,9#9. Als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus: «Sagt niemand etwas von dem, was ihr gesehn, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.» 566#Matthäus,17,10#10. Da fragten ihn die Jünger: «Warum behaupten denn die Schriftgelehrten, Elia müsse vorher* kommen*?» 567#Matthäus,17,11#11. Er antwortete: «Gewiß! Elia soll kommen und alles in Ordnung bringen*. 568#Matthäus,17,12#12. Aber ich versichre euch: Elia ist schon gekommen; doch sie haben ihn nicht anerkannt, sondern ihren Mutwillen an ihm geübt*. Ebenso wird auch der Menschensohn von ihnen leiden müssen.» 569#Matthäus,17,13#13. Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte. 570#Matthäus,17,14#14. Als sie* nun zu dem Volkshaufen kamen, trat ein Mann zu ihm, der bat ihn fußfällig: 571#Matthäus,17,15#15. «Herr, erbarme dich meines Sohnes! Er ist mondsüchtig-1- und hat schwer zu leiden: er fällt oft ins Feuer und ins Wasser. -1) d.h. mit der fallenden Sucht behaftet.++ 572#Matthäus,17,16#16. Ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie haben ihn nicht heilen können.» 573#Matthäus,17,17#17. Jesus antwortete: «Ihr ungläubige und verkehrte Art*, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her!» 574#Matthäus,17,18#18. Und Jesus bedrohte den bösen Geist: da fuhr er aus von dem Knaben, so daß er von Stund an gesund wurde. 575#Matthäus,17,19#19. Darauf traten die Jünger zu Jesus, als er mit ihnen allein war, und fragten: «Warum haben wir den bösen Geist nicht austreiben können?» 576#Matthäus,17,20#20. Er antwortete ihnen: «Weil ihr so wenig Glauben habt. Denn ich versichre euch: Hättet ihr nur Glauben wie ein Senfkorn-1-, so könntet ihr zu dem Berge da sprechen: ,Rücke von hier weg dorthin!' und er würde es tun-a-*; ja nichts wäre euch unmöglich*.» -1) d.h. so lebendig und keimfähig, wenn auch zunächst nur so klein wie ein Senfkorn (Mt. 13,31.32).   a) 1.Kor. 13,2.++ 577#Matthäus,17,21#21. - «Aber diese Art (von bösen Geistern) wird nur durch Beten und Fasten ausgetrieben*.» Dieser V. fehlt in verschiedenen Hs. (Mk. 9,29).++ 578#Matthäus,17,22#22. Als sie* zusammen in Galiläa wanderten, sprach Jesus zu ihnen: «Der Menschensohn wird in der Menschen Hände überliefert werden, 579#Matthäus,17,23#23. und sie werden ihn töten; aber am dritten Tage wird er wieder auferstehn.» Da wurden sie sehr betrübt. 580#Matthäus,17,24#24. Nach ihrer Ankunft in Kapernaum traten die Einnehmer der Tempelsteuer zu Petrus und fragten ihn: «Entrichtet euer Meister die Tempelsteuer nicht-a-*?» -a) 2.Mo. 30,13; 38,26.++ 581#Matthäus,17,25#25. Er antwortete: «Jawohl!» Dann ging er in das Haus (wo Jesus wohnte). Dort fragte ihn Jesus, noch ehe Petrus von dem Vorfall geredet hatte: «Was meinst du, Simon? Von wem erheben die Könige dieser Erde Zoll oder Steuer? von ihren Söhnen oder von ihren Untertanen?» 582#Matthäus,17,26#26. «Von ihren Untertanen», erwiderte er. Da sprach Jesus zu ihm: «Mithin sind die Söhne steuerfrei*. 583#Matthäus,17,27#27. Damit wir aber den Leuten keinen* Anstoß-a- geben, so geh an den See* und wirf die Angel aus! Den ersten Fisch, der anbeißt, den zieh empor und öffne ihm das Maul! Da wirst du eine Silbermünze-1-* finden; die nimm und gib sie ihnen* für mich und dich*!» -1) w: einen Stater (= 1 Sekel).   a) Röm. 14,13; 1.Kor. 8,13; 9,19ff.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 18 -+ --- MENGE/Matthäus 18 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 18 - 584#Matthäus,18,1#1. Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten ihn: «Wer ist wohl der Größte im Königreiche der Himmel*?» 585#Matthäus,18,2#2. Da rief er ein kleines Kind herbei, stellte es mitten unter sie 586#Matthäus,18,3#3. und sprach: «Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt* und wie die kleinen Kinder werdet*, so kommt ihr sicher nicht ins Königreich der Himmel. 587#Matthäus,18,4#4. Wer sich nun erniedrigt wie dies Kind hier, der ist der Größte im Königreiche der Himmel. 588#Matthäus,18,5#5. Und wer ein solches Kind aufnimmt, weil es meinen Namen bekennt, der nimmt mich auf. 589#Matthäus,18,6#6. Wer aber eins von den kleinen Kindern hier, die an mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser gewesen, man hätte ihm vorher* einen großen Mühlstein-1- um den Hals gehängt und ihn versenkt im Meer, wo es am tiefsten ist. -1) w: «einen Eselsmühlstein», d.h. den Stein einer Mühle, die nicht von einer Sklavin mit der Hand, sondern von einem Esel getrieben wurde.++ 590#Matthäus,18,7#7. Weh der Welt, die voll Verführung ist! Verführungen sind zwar unvermeidlich*; doch weh dem Menschen, durch den Verführung kommt! 591#Matthäus,18,8#8. Wenn dich aber deine Hand oder dein Fuß zur Sünde reizt, haue sie ab und wirf sie weg! Es ist besser für dich, du gehst verstümmelt oder hinkend ins Leben ein, als daß du zwei Hände oder zwei Füße hast und ins ewige Feuer geworfen wirst. 592#Matthäus,18,9#9. Und wenn dich dein Auge zur Sünde reizt, reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser für dich, du gehst einäugig ins Leben ein, als daß du zwei Augen hast und ins höllische Feuer geworfen wirst-a-. -a) vgl. Mt. 5,29.30.++ 593#Matthäus,18,10#10. Nehmt euch in acht, eins dieser Kinder geringzuschätzen! Denn ich sage euch: Ihre Engel haben im Himmel allzeit freien Zutritt zu meinem himmlischen Vater-1-*. -1) w: «Ihre Engel schauen im Himmel allezeit das Antlitz meines Vaters, der im Himmel wohnt.»++ 594#Matthäus,18,11#11. -«Denn der Menschensohn ist gekommen, um das Verlorene zu retten*.» Dieser V. fehlt in wichtigen altHs. (Lk. 19,10).++ 595#Matthäus,18,12#12. Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eins davon verirrt sich: läßt er dann nicht die andern neunundneunzig allein in den Bergen weiden und geht hin, um das verirrte zu suchen? 596#Matthäus,18,13#13. Und glückt's ihm, es zu finden, ich versichre euch: er freut sich mehr darüber als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt. 597#Matthäus,18,14#14. So will auch euer Vater im Himmel nicht, daß eins dieser Kinder verlorengehe. 598#Matthäus,18,15#15. Hat sich dein Bruder* an dir versündigt, so geh zu ihm und stelle ihm unter vier Augen sein Unrecht vor-a-. Hört er auf dich*, so hast du deinen Bruder gewonnen*. -a) vgl. 3.Mo. 19,17.++ 599#Matthäus,18,16#16. Hört er nicht, so geh nochmals zu ihm in Begleitung eines oder zweier Brüder, damit-1- jedes Wort, das gesprochen wird, durch zwei oder drei Zeugen festgestellt werden könne. -1) nach dem Rechtsgrundsatz in 5.Mo. 19,15 (vgl. auch Joh. 8,17; 2.Kor. 13,1; 1.Tim. 5,19).++ 600#Matthäus,18,17#17. Will er aber nicht auf diese Brüder hören, so bring die Sache vor die Gemeinde. Und hört er auch auf die Gemeinde nicht, dann sieh ihn an wie einen Heiden und Zöllner*. 601#Matthäus,18,18#18. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden bindet, das soll im Himmel gebunden sein; und was ihr auf Erden löset, das soll im Himmel gelöst sein-a-. -a) vgl. Mt. 16,19.++ 602#Matthäus,18,19#19. Weiter sage ich euch: Wenn hier auf Erden zwei von euch einig sind, um etwas zu bitten, so soll es ihnen von meinem Vater im Himmel zuteil werden. 603#Matthäus,18,20#20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte gegenwärtig-1-*.» -1) ähnlich sagten die Rabbinen: Wo zwei oder drei zum Gerichte versammelt sind, da ist die göttliche Herrlichkeit in ihrer Mitte gegenwärtig.++ 604#Matthäus,18,21#21. Darauf trat Petrus zu ihm mit der Frage: «Herr, wenn sich mein Bruder gegen mich versündigt, wie oft muß ich ihm dann vergeben? Etwa siebenmal-1-*?» -1) im Talmud heißt es vom Vergeben: «Begeht der Mensch eine Sünde, so soll sie ihm das erste, zweite und dritte Mal, aber nicht mehr das vierte Mal vergeben werden.»++ 605#Matthäus,18,22#22. Jesus antwortete ihm: «Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal-1-. -1) d.h. immer wieder.++ 606#Matthäus,18,23#23. Darum* gleicht das Himmelreich einem Könige, der mit seinen Dienern-1- abrechnen wollte. -1) w: Sklaven»; gemeint sind des Königs Beamte o. Statthalter, die ihm bestimmte Beträge abzuliefern hatten.++ 607#Matthäus,18,24#24. Als er mit der Abrechnung begann, ward ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente* schuldig war. 608#Matthäus,18,25#25. Weil er aber nicht bezahlen konnte, ließ ihn der Herr mit Weib und Kind und all seiner Habe zur Deckung der Schuld* verkaufen. 609#Matthäus,18,26#26. Da fiel ihm der Diener zu Füßen und bat: ,Hab nur Geduld mit mir-1-, ich will dir alles bezahlen!' -1) gib mir nur Frist.++ 610#Matthäus,18,27#27. Da hatte der Herr Erbarmen mit dem Diener: er gab ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch. 611#Matthäus,18,28#28. Beim Hinausgehn* traf nun dieser Diener einen andern, der ihm hundert Silberlinge-1-* schuldete. Den packte er an der Gurgel und rief: ,Bezahle mir, was du schuldig bist!' -1) w: «100 Denare»; Denar wird auch sonst mit Silberling üs.++ 612#Matthäus,18,29#29. Da warf sich sein Mitdiener vor ihm nieder und bat ihn: ,Hab nur Geduld mit mir, ich will dir's schon bezahlen.' 613#Matthäus,18,30#30. Aber er wollte nicht, sondern nahm ihn mit sich* und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er seine Schuld bezahlt hätte. 614#Matthäus,18,31#31. Als das die andern Diener sahen, wurden sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und erzählten ihm alles. 615#Matthäus,18,32#32. Da ließ der Herr den Diener rufen und sprach zu ihm: ,Du Bösewicht! Deine ganze Schuld hab ich dir auf dein Bitten erlassen. 616#Matthäus,18,33#33. Hättest du dich da nicht auch über deinen Mitknecht erbarmen müssen, wie ich mich über dich erbarmt habe?' 617#Matthäus,18,34#34. Und voll Zorn ließ ihn sein Herr den Folterknechten übergeben*, bis er ihm die ganze Schuld bezahlt hätte. 618#Matthäus,18,35#35. Ebenso wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht allesamt von Herzen den Brüdern vergebet.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 19 -+ --- MENGE/Matthäus 19 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 19 - 619#Matthäus,19,1#1. Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog durch das Ostjordanland in das Gebiet von Judäa*. 620#Matthäus,19,2#2. Eine große Volksmenge begleitete ihn, deren Kranke er dort-1- heilte. -1) in Peräa.++ 621#Matthäus,19,3#3. Da traten Pharisäer* zu ihm; die wollten ihm eine Falle stellen und fragten ihn: «Darf jemand sein Weib aus jedem beliebigen Grunde entlassen-1-**?» -1) in 5.Mo. 24,1: «Um etwa einer Unlust willen» oder r. «Wenn er etwas Widerwärtiges an ihr entdeckt.»++ 622#Matthäus,19,4#4. Er antwortete: «Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer im Anfang die Menschen als Mann und Weib geschaffen hat-a-? -a) 1.Mo. 1,27.++ 623#Matthäus,19,5#5. Und er hat gesagt: ,Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich aufs engste mit seinem Weibe verbinden, und beide werden eins sein-1-.' -1) w: «ein Fleisch sein»; 1.Mo. 2,24.++ 624#Matthäus,19,6#6. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was nun Gott vereinigt hat, das soll der Mensch nicht trennen!» 625#Matthäus,19,7#7. Sie sprachen zu ihm: «Warum hat denn Mose geboten, der Mann solle* der Frau einen Scheidebrief ausstellen und dürfe sie dann aus seinem Hause entlassen-a-*?» -a) 5.Mo. 24,1.++ 626#Matthäus,19,8#8. Er antwortete ihnen: «Wegen eurer Herzenshärtigkeit* hat euch Mose erlaubt, eure Frauen zu entlassen. Doch anfangs ist es nicht so gewesen. 627#Matthäus,19,9#9. Ich sage euch aber: Wer sein Weib aus einem andern Grunde entläßt als wegen Unzucht und eine andre heiratet, der ist ein Ehebrecher. Und wer eine (von ihrem Mann) entlassene Frau zum Weibe nimmt, der ist auch ein Ehebrecher-a-.» -a) vgl. Mt. 5,31.32.++ 628#Matthäus,19,10#10. Da sprachen die Jünger zu ihm: «Wenn es zwischen Mann und Weib so steht, dann ist es besser, nicht zu heiraten.» 629#Matthäus,19,11#11. Er antwortete ihnen: «Nicht jeder ist dazu-1- fähig, sondern der allein, dem es verliehen ist-a-*. -1) ehelos zu bleiben.   a) 1.Kor. 7,7-9.++ 630#Matthäus,19,12#12. Es gibt Ehelose, die von Geburt an zur Ehe untüchtig sind*, und es gibt Ehelose, denen durch Menschen die Fähigkeit zur Ehe genommen worden ist*; aber es gibt auch Ehelose, die mit Rücksicht auf das Königreich der Himmel freiwillig auf die Ehe verzichtet haben-a-*. Wer dazu fähig ist*, der tue es!» -a) 1.Kor. 7,29-34.++ 631#Matthäus,19,13#13. Dann brachte man kleine Kinder zu ihm, damit er ihnen unter Gebet die Hände auflege. Die Jünger aber fuhren die Leute* mit rauhen Worten an. 632#Matthäus,19,14#14. Doch Jesus sprach: «Laßt die kleinen Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn gerade ihnen ist das Himmelreich bestimmt.» 633#Matthäus,19,15#15. Dann legte er ihnen die Hände auf und verließ den Ort. 634#Matthäus,19,16#16. Und siehe, einer trat an ihn heran und fragte ihn: «Meister, was für ein gutes Werk muß ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?» 635#Matthäus,19,17#17. Er antwortete ihm: «Warum fragst du mich nach dem, was gut ist? Nur ein einziger ist gut. Willst du aber zum Leben eingehn, so halte die Gebote.» 636#Matthäus,19,18#18. Er sprach zum ihm: «Welche?» Jesus erwiderte: «Diese: ,Du sollst nicht morden, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis ablegen! 637#Matthäus,19,19#19. Ehre Vater und Mutter! Und: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst-a-.'» -a) 2.Mo. 20,12-16; 5.Mo. 5,16-20.++ 638#Matthäus,19,20#20. Der Jüngling sprach zu ihm: «Dies alles habe ich treu erfüllt. Was fehlt mir noch?» 639#Matthäus,19,21#21. Da antwortete ihm Jesus: «Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe deine Habe und gib das Geld den Armen: so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir*!» 640#Matthäus,19,22#22. Als der Jüngling das hörte, ging er traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen*. 641#Matthäus,19,23#23. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: «Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher kommt nur schwer ins Königreich der Himmel. 642#Matthäus,19,24#24. Ja ich sage euch: Ein Kamel kommt leichter durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes Königreich*.» 643#Matthäus,19,25#25. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sprachen: «Ja, wer kann dann überhaupt gerettet werden?» 644#Matthäus,19,26#26. Jesus aber sah sie an und erwiderte: «Mit menschlicher Kraft ist das zwar nicht möglich; mit Gottes Hilfe aber ist alles möglich*.» 645#Matthäus,19,27#27. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu ihm: «Sieh, wir* haben alles aufgegeben und sind dir nachgefolgt. Welcher Lohn wird uns dafür?» 646#Matthäus,19,28#28. Jesus antwortete ihnen: «Wahrlich, ich sage euch: Wenn der Menschensohn zur Zeit der Wiedergeburt-1-* auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, dann sollt auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels als Herrscher leiten. -1) gemeint ist eine allgemeine Welterneuerung (Apg. 3,21; vgl. auch 2.Petr. 3,13; Offb. 21,1).++ 647#Matthäus,19,29#29. Ja jeder, der Geschwister, Eltern, Weib und Kind oder Äcker und Häuser um meines Namens willen fahren läßt, der soll reichen Ersatz dafür empfangen und das ewige Leben als Erbe bekommen. 648#Matthäus,19,30#30. Doch in vielen Fällen werden die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 20 -+ --- MENGE/Matthäus 20 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 20 - 649#Matthäus,20,1#1. Denn das Königreich der Himmel gleicht einem Hausherrn, der frühmorgens ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu mieten*. 650#Matthäus,20,2#2. Er vereinbarte mit ihnen einen Silberling-1-* als Tagelohn und sandte sie in seinen Weinberg. -1) w: einen Denar.++ 651#Matthäus,20,3#3. Um die dritte Stunde-1- ging er wieder aus und sah andre auf dem Marktplatz unbeschäftigt stehn; -1) der Tag wurde bei den Juden in 12 Stunden eingeteilt; er begann um 6 Uhr morgens und endigte um 6 Uhr abends. Die dritte Stunde ist also 9 Uhr vormittags, die sechste Stunde = 12 Uhr mittags, die neunte Stunde = drei Uhr nachmittags, die elfte Stunde = 5 Uhr nachmittags.++ 652#Matthäus,20,4#4. zu denen sprach er: ,Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich will euch geben, was recht ist.' 653#Matthäus,20,5#5. Sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat ebenso. 654#Matthäus,20,6#6. Als er aber um die elfte Stunde nochmals ausging, fand er andre dastehn und sprach zu ihnen: ,Warum steht ihr hier den ganzen Tag unbeschäftigt?' 655#Matthäus,20,7#7. Sie antworteten ihm: ,Es hat uns niemand in Arbeit genommen.' Er sprach zu ihnen: ,Geht auch ihr in meinen Weinberg!' 656#Matthäus,20,8#8. Am Abend aber sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: ,Rufe die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn: fang bei den letzen an und höre bei den ersten auf!' 657#Matthäus,20,9#9. Da kamen die Arbeiter der elften Stunde, und jeder empfing einen Silberling. 658#Matthäus,20,10#10. Als nun die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; doch auch sie bekamen jeder einen Silberling. 659#Matthäus,20,11#11. Als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn 660#Matthäus,20,12#12. und sagten: ,Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, die wir des ganzen Tages Last und Hitze ertragen haben.' 661#Matthäus,20,13#13. Er aber antwortete einem von ihnen: ,Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht. Hast du nicht einen Silberling mit mir vereinbart? 662#Matthäus,20,14#14. Nimm dein Geld und geh! Ich will aber diesem letzten ebensoviel geben wie dir. 663#Matthäus,20,15#15. Darf ich etwa nicht mit meinem Gelde machen, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich so gütig bin?' 664#Matthäus,20,16#16. So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein-1-*.» -1) die hier folgenden W: «Denn viele sind berufen (oder eingeladen), aber wenige sind auserwählt» sind ein spät. Zusatz (Mt. 22,14).++ 665#Matthäus,20,17#17. Jesus zog dann weiter nach Jerusalem und hatte nur die Zwölf als besondre Begleiter bei sich. Während der Wanderung sprach er zu ihnen: 666#Matthäus,20,18#18. «Jetzt gehn wir nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten überliefert werden. 667#Matthäus,20,19#19. Die werden ihn zum Tode verurteilen und ihn dann den Heiden überantworten, daß er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werde. Aber am dritten Tage wird er wieder auferstehn-a-.» -a) Mt. 16,21; 17,22.23.++ 668#Matthäus,20,20#20. Da trat die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen-a-** zu ihm und trug ihm fußfällig eine Bitte vor*. -a) Mt. 27,56.++ 669#Matthäus,20,21#21. Er fragte sie: «Was wünschest du?» Sie sprach zu ihm: «Bestimme, daß meine beiden Söhne hier dereinst in deinem Königreiche* dir zur Rechten und zur Linken sitzen*!» 670#Matthäus,20,22#22. Jesus erwiderte: «Ihr* versteht nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken soll-1-*?» Sie antworteten ihm: «Ja, das können wir.» -1) hier folgen in ein. Hs. die W: «und die Taufe erleiden, die ich erleiden muß» (Mk. 10,38).++ 671#Matthäus,20,23#23. Da sprach er zu ihnen: «Meinen Kelch sollt ihr freilich trinken-1a-*. Aber die Sitze zu meiner Rechten und zu meiner Linken kann ich euch nicht verleihen; die werden nur denen zuteil, für die sie mein Vater bestimmt hat.» -1) die W: «und die Taufe, die ich erleiden muß, sollt ihr auch erleiden» s. Anm. zu V. 22. a) Apg. 12,1.2; Apg. 4,1-3 (3,1); 5,40; Offb. 1,9.++ 672#Matthäus,20,24#24. Als die andern Zehn dies hörten, äußerten sie ihren Unwillen über die beiden Brüder*. 673#Matthäus,20,25#25. Da rief sie Jesus zu sich und sprach: «Ihr wisset, daß die Herrscher über ihre Völker unumschränkt gebieten, und daß die Großen ihre Untergebnen ihre Macht fühlen lassen. 674#Matthäus,20,26#26. So soll's bei euch nicht sein. Im Gegenteil: wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; 675#Matthäus,20,27#27. und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht-1-. -1) w: «euer Sklave».++ 676#Matthäus,20,28#28. So ist ja auch der Menschensohn nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen und sein Leben dahinzugeben als Lösegeld für viele-a-*.» -a) Phil. 2,7.++ 677#Matthäus,20,29#29. Als sie Jericho verließen*, folgte ihm viel Volk. 678#Matthäus,20,30#30. Und sieh, es saßen zwei Blinde am Wege. Als sie hörten, Jesus käme vorbei, da riefen sie: «Herr, erbarme dich unser, du Davidssohn!» 679#Matthäus,20,31#31. Die Leute aber fuhren sie mit rauhen Worten an, sie sollten schweigen. Doch sie riefen nur noch lauter: «Herr, erbarme dich unser, du Davidssohn!» 680#Matthäus,20,32#32. Da blieb Jesus stehen, rief sie zu sich und fragte sie: «Was begehret ihr von mir?» 681#Matthäus,20,33#33. Sie antworteten ihm: «Herr, laß sich unsre Augen öffnen!» 682#Matthäus,20,34#34. Da rührte Jesus voll Mitleid ihre Augen an, und sofort wurden sie wieder sehend und folgten ihm.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 21 -+ --- MENGE/Matthäus 21 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 21 - 683#Matthäus,21,1#1. Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Bethphage-1-, an den Ölberg, entsandte Jesus zwei Jünger -1) Bethphage lag näher bei Jerusalem als Bethanien und wurde nach dem Talmud zu Jerusalem gerechnet.++ 684#Matthäus,21,2#2. mit dem Auftrage: «Geht in das Dorf, das vor euch liegt! Dort werdet ihr gleich am Eingang eine Eselin angebunden finden und bei ihr ein Füllen. Bindet beide Tiere los und bringt sie her zu mir! 685#Matthäus,21,3#3. Und will euch jemand dreinreden, so sprecht: ,Der Herr bedarf ihrer' - dann wird er sie ohne weiteres ziehen lassen*.» 686#Matthäus,21,4#4. Dies ist geschehn, damit sich der Ausspruch des Propheten-a- erfülle: -a) Jes. 62,11; Sach. 9,9.++ 687#Matthäus,21,5#5. «Sagt der Tochter Zion*: Sieh, dein König kommt zu dir, voll Demut und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Lasttierfüllen*.» 688#Matthäus,21,6#6. Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus geboten hatte: 689#Matthäus,21,7#7. sie brachten die Eselin und das Füllen, legten ihre Mäntel auf der Tiere Rücken, und er setzte sich darauf. 690#Matthäus,21,8#8. Sehr viele Leute aber breiteten ihre Mäntel auf den Weg-a-, andre hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf die Straße. -a) 2.Kön. 9,13.++ 691#Matthäus,21,9#9. Und alle, die mit ihm gingen - vorn im Zuge und hinterdrein -, die riefen laut: «Heil-1-* dem Sohne Davids! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn-a-*! Heil soll erschallen droben in der Höhe!» -1) hebr. -+hoschiana-, d.h. «hilf doch, gib doch Heil». a) Ps. 118,26.++ 692#Matthäus,21,10#10. Bei seinem Einzug in Jerusalem geriet die ganze Stadt in Aufregung; man fragte: «Wer ist das?» 693#Matthäus,21,11#11. Die Leute* antworteten: «Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa*.» 694#Matthäus,21,12#12. Dann ging Jesus in den Tempel Gottes: er trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften; er stieß die Tische der Wechsler und die Bänke der Taubenhändler um-a-** -a) 3.Mo. 5,7; 12,8; 14,21.22.++ 695#Matthäus,21,13#13. und sprach zu ihnen: «Es steht geschrieben-a-: ,Mein Haus soll ein Bethaus heißen'; ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht-1-.» -1) Jer. 7,11. So spricht Jesus namentlich im Blick auf das betrügerische Treiben der Händler und Wechsler.   a) Jes. 56,7.++ 696#Matthäus,21,14#14. Dort im Tempel kamen Blinde und Lahme zu ihm, und er heilte sie. 697#Matthäus,21,15#15. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und hörten, wie die Kinder im Tempel riefen: «Heil dem Sohne Davids!», da wurden sie unwillig 698#Matthäus,21,16#16. und sprachen zu ihm: «Hörst du nicht, was die hier rufen?» Jesus antwortete ihnen: «Jawohl! Habt ihr denn nie das Wort gelesen: ,Aus Kinder- und Säuglingsmund hast du dir Lob bereitet'-a-?» -a) Ps. 8,3.++ 699#Matthäus,21,17#17. Damit ließ er sie stehen und ging aus der Stadt hinaus nach Bethanien, wo er übernachtete. 700#Matthäus,21,18#18. Frühmorgens bei der Rückkehr in die Stadt empfand er Hunger. 701#Matthäus,21,19#19. Da sah er einen einzeln stehenden Feigenbaum am Wege. Auf den ging er zu, aber er fand nur Blätter daran. Da sprach er zu dem Baume: «In Zukunft sollst du niemals wieder Frucht tragen**!» Sofort verdorrte der Feigenbaum. 702#Matthäus,21,20#20. Bei diesem Anblick waren die Jünger verwundert und fragten: «Wie hat der Feigenbaum sofort verdorren können?» 703#Matthäus,21,21#21. Jesus antwortete ihnen: «Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet und nicht zweifeltet, so könntet ihr nicht nur dasselbe tun, was an dem Feigenbaum geschehen ist; sondern wenn ihr zu dem Berge dort sagtet: ,Heb dich von deiner Stelle und stürze dich ins Meer', so würde es geschehn-a-. -a) Mt. 17,20.++ 704#Matthäus,21,22#22. Ja alles, was ihr im Glauben im Gebet erfleht, das werdet ihr empfangen-a-.» -a) Mt. 18,19.++ 705#Matthäus,21,23#23. Als er wieder im Tempel war und dort lehrte, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes* zu ihm mit der Frage: «Mit welchem Rechte tust du dies-1-, und wer hat dir das Recht dazu gegeben?» -1) trittst du öffentlich im Tempel auf?++ 706#Matthäus,21,24#24. Jesus erwiderte ihnen: «Ich will euch auch eine Frage vorlegen; gebt ihr mir darauf Antwort, so will ich euch auch sagen, mit welchem Rechte ich dies tue: 707#Matthäus,21,25#25. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen*?» Sie überlegten miteinander: «Sagen wir: ,vom Himmel', so wird er uns fragen: ,Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?' 708#Matthäus,21,26#26. Antworten wir aber: ,von Menschen', so haben wir das Volk zu fürchten, denn das sieht allgemein Johannes als Propheten an.» 709#Matthäus,21,27#27. Da erwiderten sie Jesus: «Wir wissen es nicht.» Darauf sprach er zu ihnen: «So sage ich euch auch nicht, mit welchem Rechte ich dies tue.» 710#Matthäus,21,28#28. «Was meint ihr nun? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zu dem ersten und sagte: ,Mein Sohn, geh und arbeite heute in meinem Weinberge!' 711#Matthäus,21,29#29. Der erwiderte: ,Jawohl, Herr!'-a- aber er ging nicht hin*. -a) Mt. 7,21.++ 712#Matthäus,21,30#30. Dann wandte sich der Vater mit denselben Worten an den zweiten Sohn. Der entgegnete: ,Ich habe keine Lust.' Nachher aber tat's ihm leid, und er ging doch*. 713#Matthäus,21,31#31. Wer von den beiden hat nun seines Vaters Willen ausgeführt?» Sie sprachen: «Der zweite.» Da fuhr Jesus fort: «Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen kommen eher in Gottes Königreich als ihr. 714#Matthäus,21,32#32. Denn Johannes ist zu euch gekommen, um euch den rechten Weg zu zeigen; aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner dagegen und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt das* zwar gesehn, doch andres Sinnes seid ihr trotzdem nachher nicht geworden: ihr habt ihm nicht geglaubt. 715#Matthäus,21,33#33. Hört noch ein andres Gleichnis: Ein Hausherr pflanzte einen Weinberg; er zog einen Zaun darum, grub eine Kelterkufe darin aus und baute einen Turm**. Dann verpachtete er ihn an Winzer* und ging außer Landes.-a- -a) vgl. Jes. 5,1.2.++ 716#Matthäus,21,34#34. Als sich nun die Zeit der Weinlese nahte, sandte er seine Knechte* zu den Winzern, damit sie den Teil der Früchte abholten, der ihm* zukam. 717#Matthäus,21,35#35. Die Winzer aber ergriffen diese Knechte: den einen mißhandelten sie, den andern erschlugen sie, den dritten steinigten sie. 718#Matthäus,21,36#36. Dann sandte er andre Knechte, mehr als zuerst*; doch mit diesen verfuhren sie ebenso. 719#Matthäus,21,37#37. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen, denn er dachte: vor meinem Sohne werden sie doch Ehrfurcht haben. 720#Matthäus,21,38#38. Als aber die Winzer den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: ,Ha, da kommt der Erbe! Auf! laßt uns ihn töten und sein Erbgut in Besitz nehmen-1-!' -1) Gewinnsucht, Ehrgeiz und Herrschsucht waren ja bei den Obersten des jüd. Volkes die Hauptursachen ihrer Feindschaft gegen Jesus.++ 721#Matthäus,21,39#39. Und sie ergriffen ihn, stießen ihn aus dem Weinberge-a-* und töteten ihn. -a) Hebr. 13,12.++ 722#Matthäus,21,40#40. Wenn nun der Weinbergsbesitzer kommt, was wird er diesen Winzern tun?» 723#Matthäus,21,41#41. Sie erwiderten ihm: «Er wird diese Übeltäter übel umbringen* und seinen Weinberg andern Winzern* verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit abliefern.» 724#Matthäus,21,42#42. Jesus sprach zu ihnen: «(Allerdings!) Habt ihr denn niemals in der Schrift das Wort gelesen: ,Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Dies ist eine Tat des Herrn, und sie ist wunderbar in unsern Augen'-a-? -a) Ps. 118,22.23 (Apg. 4,11; 1.Petr. 2,7).++ 725#Matthäus,21,43#43. Darum* sage ich euch: Gottes Königreich soll euch genommen und einem Volk gegeben werden, das auch die Früchte trägt, die diesem Reiche Ehre machen*.» 726#Matthäus,21,44#44. -«Und wer auf diesen Stein fällt (wer an Jesus als Messias Anstoß nimmt), der wird zerschmettert; auf wen aber der Stein fällt (wen er mit seinem Gerichte trifft), den wird er zermalmen.»* (Lk. 20,18).++ 727#Matthäus,21,45#45. Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse-1- hörten, merkten sie, daß er von ihnen rede. -1) in Mt. 21,28-43.++ 728#Matthäus,21,46#46. Da sannen sie darauf, ihn festzunehmen; aber sie fürchteten sich vor dem Volke, denn das hielt ihn für einen Propheten.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 22 -+ --- MENGE/Matthäus 22 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 22 - 729#Matthäus,22,1#1. Jesus nahm von neuem das Wort zu Gleichnisreden und sprach zu ihnen*: 730#Matthäus,22,2#2. «Das Himmelreich gleicht einem Könige, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 731#Matthäus,22,3#3. Er sandte seine Knechte* aus, um die schon geladenen Gäste zur Hochzeit zu entbieten-a-*; aber sie hatten keine Lust zu kommen. -a) Mt. 3,2; 4,17.++ 732#Matthäus,22,4#4. Da sandte er nochmals andre Knechte* mit dem Auftrag: ,Sagt den geladenen Gästen: Mein Frühmahl* ist nun fertig, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet. Alles ist bereit, kommt zur Hochzeit!' 733#Matthäus,22,5#5. Doch, ohne diese Botschaft zu beachten, gingen die einen von den Gästen auf dem Acker oder beim Handel ihren täglichen Geschäften nach. 734#Matthäus,22,6#6. Die andern aber* ergriffen des Königs Knechte, verhöhnten sie, ja brachten sie ums Leben-a-. -a) Apg. 4,1-22; 5,17-41; 7,54 - 8,3; 12,1-17.++ 735#Matthäus,22,7#7. Da ward der König zornig: er sandte seine Heere aus; die brachten diese Mörder um und verbrannten ihre Stadt-1-. -1) Hinweis auf die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr.++ 736#Matthäus,22,8#8. Dann sprach er zu seinen Knechten: ,Das Hochzeitsmahl ist fertig; doch die geladenen Gäste* waren nicht wert, daran teilzunehmen. 737#Matthäus,22,9#9. So geht denn vor die Stadt hinaus: dorthin, wo die Feldwege beginnen*, und alle, die ihr findet, ladet zur Hochzeit!' 738#Matthäus,22,10#10. Die Knechte gingen aus auf die Landstraßen, und alle, die sie fanden, führten sie herbei: Böse sowohl wie Gute*. Und der Hochzeitssaal füllte sich mit Gästen. 739#Matthäus,22,11#11. Nun trat der König ein, um sich die Gäste anzusehn. Da nahm er einen wahr, der trug kein Hochzeitskleid-1-*. -1) vornehme Gastgeber im Morgenlande schenkten ihren Gästen Festkleider (Ri. 14,12).++ 740#Matthäus,22,12#12. Und er sprach zu ihm: ,Mein Freund, wie hast du Einlaß finden können ohne Hochzeitskleid?' Er aber schwieg. 741#Matthäus,22,13#13. Da sprach der König zu den Dienern: ,Bindet ihn an Händen und Füßen und werft ihn in die Finsternis hinaus!' Dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-a-. -a) Mt. 8,12.++ 742#Matthäus,22,14#14. Denn viele sind berufen**, aber nur wenige sind auserwählt.» 743#Matthäus,22,15#15. Da gingen die Pharisäer hin und berieten sich, wie sie ihn in seinen eignen Worten fangen könnten. 744#Matthäus,22,16#16. Sie sandten deshalb ihre Schüler* zu ihm, die von Anhängern des Herodes-1- begleitet waren. Die sprachen zu ihm: «Meister, wir wissen, du bist aufrichtig und lehrst in aller Wahrheit Gottes Weg*; dabei nimmst du auf niemand Rücksicht, denn Menschengunst gilt nicht bei dir. -1) gemeint sind Juden, die dem Köngishause des Herodes und damit auch den Römern treu ergeben waren.++ 745#Matthäus,22,17#17. So sag uns denn, was meinst du: Darf man dem Kaiser Steuer zahlen oder nicht*?» 746#Matthäus,22,18#18. Jesus aber merkte ihre böse Absicht und sprach zu ihnen: «Was versucht ihr mich, ihr Heuchler? 747#Matthäus,22,19#19. Zeigt mir die Steuermünze*!» Da reichten sie ihm einen Silberling-1-. -1) w: einen Denar.++ 748#Matthäus,22,20#20. Und er fragte sie: «Wessen Bild und Inschrift steht hier?» 749#Matthäus,22,21#21. Sie antworteten ihm: «Des Kaisers.» Da sprach er zu ihnen: «So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt*!» 750#Matthäus,22,22#22. Über diese Antwort waren sie verwundert, und sie verließen ihn und gingen ihres Weges. 751#Matthäus,22,23#23. An demselben Tage traten Sadduzäer zu ihm, die da behaupten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm auch eine Frage vor. 752#Matthäus,22,24#24. «Meister», so sprachen sie, «Mose hat gesagt: ,Stirbt jemand kinderlos, so soll sein Bruder die verwitwete Schwägerin zum Weibe nehmen und (mit ihr) seinem (verstorbenen) Bruder Nachkommen erwecken-1-.' -1) 5.Mo. 25,5.6 (die sog. Leviratsehe).++ 753#Matthäus,22,25#25. Nun lebten unter uns sieben Brüder. Der erste freite und starb kinderlos: so hinterließ er seine Witwe seinem Bruder. 754#Matthäus,22,26#26. Ebenso ging es mit dem zweiten und dritten, ja mit allen sieben. 755#Matthäus,22,27#27. Zuletzt von allen starb auch die Frau. 756#Matthäus,22,28#28. Wem von diesen sieben wird sie nun bei der Auferstehung als Gattin angehören? Sie haben sie ja alle zur Frau gehabt.» 757#Matthäus,22,29#29. Jesus antwortete ihnen: «Ihr seid im Irrtum, denn ihr kennt die Schriften nicht noch Gottes Macht*. 758#Matthäus,22,30#30. Die Auferstandenen freien nicht* und lassen sich nicht freien*, sondern sind wie Gottes Engel im Himmel-1-. -1) bei denen es keine Ehe gibt.++ 759#Matthäus,22,31#31. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr da nicht gelesen, was Gott zu euch in dem bekannten Worte spricht: 760#Matthäus,22,32#32. ,Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs-a-'? Gott ist nun aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen*.» -a) 2.Mo. 3,6.++ 761#Matthäus,22,33#33. Das Volk, das diese Worte hörte, staunte über seine Lehre. 762#Matthäus,22,34#34. Als die Pharisäer erfuhren, er habe die Sadduzäer zum Schweigen gebracht, versammelten sie sich. 763#Matthäus,22,35#35. Einer aus ihrer Mitte, ein Gesetzeslehrer, wollte ihm eine Falle stellen und fragte ihn deshalb: 764#Matthäus,22,36#36. «Meister, welches ist das wichtigste Gebot im Gesetz?» 765#Matthäus,22,37#37. Er antwortete ihm: «,Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit allem Denken.'-a- -a) 5.Mo. 6,5.++ 766#Matthäus,22,38#38. Dies ist das wichtigste und höchste Gebot. 767#Matthäus,22,39#39. Das andre aber, das ihm gleichsteht, lautet: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst-a-.' -a) 3.Mo. 19,18.++ 768#Matthäus,22,40#40. In diesen beiden Geboten hangen das ganze Gesetz und die Propheten-1-.» -1) ähnlich wie die Tür in den Angeln hangt.++ 769#Matthäus,22,41#41. Als dann die Pharisäer beisammen waren, fragte sie Jesus: 770#Matthäus,22,42#42. «Was denkt ihr über den Messias? Wessen Sohn ist er?» Sie antworteten ihm: «Davids.» 771#Matthäus,22,43#43. Da sprach Jesus zu ihnen: «Wie kann ihn denn David, vom Geiste erleuchtet, Herr nennen, in dem Ausspruch: 772#Matthäus,22,44#44. ,Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sitze du zu meiner Rechten, bis ich dir deine Feinde zu Füßen lege-a-.'? -a) Ps. 110,1.++ 773#Matthäus,22,45#45. Wenn ihn nun David seinen Herrn nennt, wie kann er da zugleich sein Sohn sein?» 774#Matthäus,22,46#46. Darauf konnte ihm niemand ein Wort erwidern-1-, und seitdem wagte auch keiner mehr, ihm eine Frage vorzulegen. -1) denn die Pharisäer wußten nichts von der Gottheit des Messias.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 23 -+ --- MENGE/Matthäus 23 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 23 - 775#Matthäus,23,1#1. Dann wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger. 776#Matthäus,23,2#2. «Moses Lehrstuhl», so begann er, «haben jetzt die Schriftgelehrten und die Pharisäer besetzt*. 777#Matthäus,23,3#3. Alles nun, was sie euch sagen, das tut und haltet! Nach ihren Werken aber sollt ihr euch nicht richten. Denn sie lehren anders, als sie tun. 778#Matthäus,23,4#4. Sie binden Bündel schwerer Lasten-1- zusammen und legen sie den Leuten auf die Schulter; sie selbst aber haben keine Lust, diese Lasten auch nur mit einer Fingerspitze zu berühren*. -1) von Menschensatzungen.++ 779#Matthäus,23,5#5. Bei all ihrem Tun wollen sie die öffentliche Aufmerksamkeit erregen: Sie tragen breite Gebetsriemen-1- und lange Mantelquasten-a-. -1) durch diese Riemen wurden die Gebetskapseln mit den auf Pergament geschriebenen Gesetzesstellen 2.Mo. 13,3-16; 5.Mo. 6,4-9; 11,13-21 zur Zeit des Gebets, namentlich morgens, an der Stirn und an dem linken Arme befestigt.   a) vgl. Mt. 9,20.++ 780#Matthäus,23,6#6. Beim Mahle sitzen sie gern obenan, und in der gottesdienstlichen Versammlung wollen sie die Ehrenplätze haben; 781#Matthäus,23,7#7. auf den Straßen soll man sie voll Ehrfurcht grüßen, und sie lassen sich den Namen ,Meister' geben. 782#Matthäus,23,8#8. Ihr aber sollt euch nicht so-1- nennen lassen; denn Einer ist euer Meister, und ihr seid alle Brüder. -1) w: -+Rabbi-, d.h. mein Meister.++ 783#Matthäus,23,9#9. Ihr sollt auch niemand auf Erden euern ,Vater' nennen-1-; denn Einer ist euer Vater: der Vater im Himmel. -1) bed. Lehrer der Vorzeit erhielten den Ehrennamen «Vater».++ 784#Matthäus,23,10#10. Auch sollt ihr euch nicht ,Lehrer' nennen lassen; denn Einer ist euer Lehrer: der Messias. 785#Matthäus,23,11#11. Der Größte unter euch soll allen andern dienen*. 786#Matthäus,23,12#12. Wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden-a-*. -a) Lk. 14,11; 18,14.++ 787#Matthäus,23,13#13. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr schließt die Tür des Himmelreiches vor den Leuten zu*. Ihr selbst geht nicht hinein und laßt auch die nicht ein, die es gern wollen. 788#Matthäus,23,14#14. -hier folgen in einigen Hs. die Worte: «Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschlingt der Witwen Häuser und haltet zum Schein lange Gebete. Deshalb sollt ihr ein um so strengeres Gericht erfahren.» Dieser V. fehlt jedoch in den besten Hs.++ 789#Matthäus,23,15#15. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr ziehet über Land und Meer, um einen einzigen Jünger zu gewinnen*. Und ist euch das gelungen, so macht ihr ihn zu einem Kind der Hölle, das zweimal ärger ist als ihr*! 790#Matthäus,23,16#16. Weh euch, ihr blinden Führer! Ihr saget: Wer bei dem Tempel schwört, des Eid gilt nichts. Wer aber bei dem Gold des Tempels-1- schwört, der ist gebunden-2-*. -1) d.h. wohl: bei dem Tempelschatze.   2) der ist verpflichtet, seinen Eid zu halten.++ 791#Matthäus,23,17#17. Ihr Toren und ihr Blinden! Was steht denn höher: das Gold oder der Tempel, der doch dem Golde erst die Weihe gibt? 792#Matthäus,23,18#18. Wer bei dem Altar schwört - so sagt ihr ferner -, des Eid gilt nichts. Wer aber bei der Opfergabe auf dem Altar schwört, der ist gebunden. 793#Matthäus,23,19#19. Ihr Blinden! Was steht denn höher: die Opfergabe oder der Altar, der doch der Opfergabe erst die Weihe gibt? 794#Matthäus,23,20#20. Wer also bei dem Altar schwört, der schwört bei ihm und allem, was darauf ist. 795#Matthäus,23,21#21. Und wer beim Tempel schwört, der schwört bei ihm und dem, der drinnen wohnt. 796#Matthäus,23,22#22. Und wer beim Himmel schwört, der schwört bei Gottes Thron und dem, der darauf sitzt. 797#Matthäus,23,23#23. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Von Minze, Dill und Kümmel gebt ihr Zehnten, was aber im Gesetz viel höher steht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue - das laßt ihr außer acht. Dies solltet ihr vor allem üben, doch jenes auch nicht unterlassen. 798#Matthäus,23,24#24. Ihr blinden Führer, die Mücke schafft ihr weg, und das Kamel verschluckt ihr-1-*! -1) «Eine Mücke, die in den Becher gefallen ist, entfernt ihr ängstlich beim Durchseihen des Getränks, aber ein Kamel trinkt ihr ganz unbekümmert mit hinunter.»++ 799#Matthäus,23,25#25. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Die Becher und die Schüsseln haltet ihr von außen rein, inwendig aber sind sie voller Raub und Gier-1-*! -1) d.h. inwendig sind sie voller Speisen und Getränke, die ihr durch Raub und Gier erworben habt.++ 800#Matthäus,23,26#26. Du blinder Pharisäer, erst reinige den Becher drinnen-1-*, dann ist sein Äußres schon von selber rein! -1) d.h. laß ab von Raub und Gier.++ 801#Matthäus,23,27#27. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gleicht getünchten Gräbern-1-*: Die sehn von außen freundlich aus, im Innern aber sind sie voller Totenbeine und Verwesung. -1) außerdem wurden vor dem Passahfeste die Gräber durch Übertünchen kenntlich gemacht, damit sich niemand durch ihre Berührung verunreinige.++ 802#Matthäus,23,28#28. So seht auch ihr von außen gerecht und ehrbar aus, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Frevel-1-. -1) sie sind scheinheilig.++ 803#Matthäus,23,29#29. Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr pflegt die Gräber der Propheten und schmückt die Grabdenkmäler der Gerechten, 804#Matthäus,23,30#30. und dabei rühmt ihr euch: ,Wenn wir zu unsrer Väter Zeit gelebt, wir hätten nicht mit ihnen der Propheten Blut vergossen.' 805#Matthäus,23,31#31. Damit bezeugt ihr aber selbst, daß ihr* die Söhne der Prophetenmörder seid! 806#Matthäus,23,32#32. So macht denn ihr das Maß der Sünden eurer Väter voll*! 807#Matthäus,23,33#33. Ihr Schlangen und ihr Natternbrut-a-, wie wollt ihr nur der Hölle Strafgericht entrinnen? -a) vgl. Mt. 3,7.++ 808#Matthäus,23,34#34. Drum seht: ich sende euch Propheten, Weise, Schriftgelehrte-1-*. Die einen werdet ihr dann töten, ja sie kreuzigen, die andern werdet ihr in euern Versammlungshäusern geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur andern. -1) Diener des Neuen Bundes.++ 809#Matthäus,23,35#35. So wird sich an euch rächen all das unschuldige Blut, das da vergossen ist auf Erden: Vom Blute des gerechten Abels an bis auf Sacharjas Blut, des Sohns Berechjas**, den ihr gemordet zwischen Tempel und Altar-1-. -1) d.h. zwischen dem eigentlichen Tempelhause und dem Brandopferaltar.++ 810#Matthäus,23,36#36. Wahrlich, ich sage euch: Die Strafe für das alles wird kommen über dies Geschlecht*! 811#Matthäus,23,37#37. Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst Gottes Boten! Wie oft-1- hab ich deine Kinder um mich sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt*! Doch ihr* habt nicht gewollt! -1) dieser Ausdruck setzt einen mehrmaligen Aufenthalt Jesu in Jerusalem voraus, wenn auch Matthäus in seinem Ev. nur den letzten Aufenthalt erwähnt.++ 812#Matthäus,23,38#38. Drum soll euch euer Haus-1- verödet liegen-a-! -1) der Tempel.   a) 1.Kön. 9,7.8; Ps. 69,26; Jer. 22,5.++ 813#Matthäus,23,39#39. Denn ich sage euch: Ihr sollt mich ferner nicht mehr sehn, bis ihr einst ruft: ,Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn-a-**!'» -a) Mt. 21,9; Ps. 118,26.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 24 -+ --- MENGE/Matthäus 24 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 24 - 814#Matthäus,24,1#1. Darauf verließ Jesus den Tempelplatz. Als er so mit seinen Jüngern dahinging-1-, traten diese zu ihm und machten ihn auf den prächtigen Bau des Tempels aufmerksam-2-*. -1) dem Ölberge zu.   2) der von Herodes I. im Jahre 20 v.Chr. begonnene Neubau des Tempels wurde erst sieben Jahre vor seiner Zerstörung wirklich vollendet.++ 815#Matthäus,24,2#2. Er aber sprach zu ihnen: «Seht ihr nicht dies alles? Wahrlich, ich sage euch: Kein Stein wird hier auf dem andern bleiben; alles soll zerstört werden.» 816#Matthäus,24,3#3. Er ging dann auf den Ölberg* und setzte sich dort nieder. Da traten die Jünger, als sie allein waren, zu ihm und sprachen: «Sag uns doch: Wann wird dies geschehn-a-*, und was ist das Zeichen deiner Wiederkunft-1- und des Endes dieser Weltzeit*?» -1) gr. -+parusia-; vgl. Anm. zu 1.Kor. 15,23   a) Mt. 23,38.39.++ 817#Matthäus,24,4#4. Jesus antwortete ihnen: «Habt acht, daß euch niemand verführe! 818#Matthäus,24,5#5. Denn mancher wird kommen unter meinem Namen* und behaupten: ,Ich bin der Messias!' Diese Leute werden viele irreführen. 819#Matthäus,24,6#6. Ihr werdet auch hören von Kriegen und Kriegsgerüchten. Laßt euch dadurch nicht schrecken! Denn das alles muß so kommen. Doch es ist noch nicht das Ende-1-*. -1) der gegenwärtigen Weltzeit.++ 820#Matthäus,24,7#7. Denn ein Volk wird sich erheben gegen das andre und ein Reich gegen das andre-a-; hier und da werden Hungersnöte und Erdbeben sein. -a) Jes. 19,2; 2.Chr. 15,6.++ 821#Matthäus,24,8#8. Dies alles ist aber erst der Anfang der Nöte-1-*. -1) w: «der Wehen».++ 822#Matthäus,24,9#9. Zu der Zeit wird man euch verfolgen und töten; ja alle Völker werden euch hassen, weil ihr meine Jünger seid*. 823#Matthäus,24,10#10. Dann werden viele vom Glauben abfallen, sie werden einander verraten und hassen. 824#Matthäus,24,11#11. Auch werden falsche Propheten in großer Zahl auftreten und viele verführen. 825#Matthäus,24,12#12. Und weil die Gesetzlosigkeit überhandnimmt, wird die Liebe bei den meisten erkalten-1-. -1) also in der Gemeinde Jesu wird ein großer Abfall eintreten (2.Thes. 2,3).++ 826#Matthäus,24,13#13. Wer aber bis ans Ende* ausharrt, der soll errettet werden. 827#Matthäus,24,14#14. Die Frohe Botschaft vom Königreiche, die schon jetzt erschallt-a-, soll in der ganzen Welt verkündigt werden, damit alle Völker ein Zeugnis empfangen*. Dann erst wird das Ende kommen. -a) Mt. 3,2; 4,17.23; 10,7.++ 828#Matthäus,24,15#15. Seht ihr nun den Greuel der Verwüstung an heiliger Stätte stehn, wovon Daniel, der Prophet, geredet hat-1- - wer das liest, beachte es wohl*! -, -1) Dan. 8,13; 9,27; 11,31; 12,11. Es ist hier nicht die Rede von einer Zerstörung, sondern von einer Entweihung der heiligen Stätte, d.h. des Tempels (2.Thes. 2,3.4).++ 829#Matthäus,24,16#16. dann sollen, die in Judäa sind*, in die Berge fliehn**. 830#Matthäus,24,17#17. Wer auf dem Dache ist, gehe nicht erst ins Haus hinunter, um noch seine Habe zu holen-1a-*; -1) von den platten Dächern der Häuser konnte man unmittelbar auf die Straße kommen.   a) Lk. 17,31.++ 831#Matthäus,24,18#18. und wer auf dem Felde ist-1-, der kehre nicht in die Wohnung zurück, um sich noch sein Oberkleid zu holen. -1) wo er nur im Unterkleide arbeitete.++ 832#Matthäus,24,19#19. Doch weh den Frauen, die Kinder erwarten, und stillenden Müttern in jenen Tagen*! 833#Matthäus,24,20#20. Betet aber, daß eure Flucht nicht in den Winter oder auf den Sabbat falle-1-*! -1) s. Anm. zu Apg. 1,12.++ 834#Matthäus,24,21#21. Denn es wird dann eine große Trübsal sein, wie noch keine gewesen ist von Anfang der Welt bis heute-a-, und wie auch keine wieder kommen wird. -a) Dan. 12,1.++ 835#Matthäus,24,22#22. Und wären diese Tage* nicht abgekürzt-1-, so würde kein Mensch errettet-a-*. Doch um der Auserwählten willen* werden jene Tage abgekürzt. -1) in Gottes Ratschluß; vgl. Dan. 7,25; 12,7.11; Offb. 12,6.14; 13,5.   a) Offb. 3,10; 13,5-18.++ 836#Matthäus,24,23#23. Wenn euch dann jemand sagt: ,Jetzt ist der Messias hier oder da', so glaubet es nicht! 837#Matthäus,24,24#24. Denn es werden falsche Messiasse und falsche Propheten auftreten und große Zeichen und Wunder tun-a-, um womöglich auch die Auserwählten zu verführen. -a) 5.Mo. 13,1-5; 2.Thes. 2,9; 1.Joh. 2,18; Offb. 13,11-15.++ 838#Matthäus,24,25#25. Ich warne euch! 839#Matthäus,24,26#26. Sagt man euch also: ,Er-1- ist jetzt in der Wüste', so geht nicht hinaus, oder: ,er ist in diesem oder jenem Hause', so glaubt es nicht! -1) der ersehnte Messias oder Retter.++ 840#Matthäus,24,27#27. Denn wie der Blitz im Osten aufzuckt und bis zum Westen leuchtet, so-1- wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein. -1) so plötzlich und zugleich so wahrnehmbar.++ 841#Matthäus,24,28#28. Denn wo der Leichnam liegt, da sammeln sich die Geier-a-*. -a) Hiob 39,30.++ 842#Matthäus,24,29#29. Gleich aber nach jener Trübsalzeit wird sich die Sonne verfinstern und der Mond kein Licht mehr geben, die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Himmelskräfte-1- werden wanken-a-*. -1) wohl die Kräfte, die das Himmelsgewölbe aufrecht halten. a) Jes. 13,10; 34,4; Hes. 32,7.8; Joel 3,3.4; 2.Petr. 3,10.++ 843#Matthäus,24,30#30. Dann* erscheint am Himmel das Zeichen des Menschensohnes*, und bei seinem Anblick werden wehklagen alle Völker der Erde-a-; denn sie werden den Menschensohn kommen sehen auf des Himmels Wolken-b- mit großer Macht und Herrlichkeit. -a) Offb. 1,7.   b) Dan. 7,13.++ 844#Matthäus,24,31#31. Und er wird seine Boten senden*; die sollen die Posaune blasen, daß es weithin schallt*: so werden sie seine Auserwählten zu ihm sammeln* von allen Himmelsgegenden aus aller Welt. 845#Matthäus,24,32#32. Vom Feigenbaum entnehmt eine Lehre: Wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. 846#Matthäus,24,33#33. So sollt ihr auch, wenn ihr dies alles seht, gewiß sein, daß Er-1- nahe vor der Tür ist. -1) der Menschensohn.++ 847#Matthäus,24,34#34. Wahrlich, ich sage euch: Diese Weltzeit-1-** ist nicht eher zu Ende, als bis dies alles geschehen ist. -1) gr. -+genea-.++ 848#Matthäus,24,35#35. Himmel und Erde werden vergehen-a-*, meine Worte aber werden nimmermehr vergehn*. -a) 2.Petr. 3,13; Offb. 21,1.++ 849#Matthäus,24,36#36. Den Tag und die Stunde-1- aber kennt niemand, auch die Engel des Himmels nicht, sondern nur mein Vater allein. -1) der Wiederkunft Jesu.++ 850#Matthäus,24,37#37. Wie es aber zuging in Noahs Tagen-a-, so wird's auch zugehn bei der Wiederkunft des Menschensohnes. -a) 1.Mo. 6,1-13.++ 851#Matthäus,24,38#38. In den Tagen vor der Sintflut aßen und tranken die Menschen, sie nahmen zur Ehe und gaben-1- zur Ehe*. So trieben sie's bis zu dem Tage, als Noah in die Arche ging; -1) ihre Töchter.++ 852#Matthäus,24,39#39. und sie ahnten die Gefahr nicht, bis die Flut hereinbrach und sie alle hinwegraffte. Ganz ebenso wird's bei der Wiederkunft des Menschensohnes sein. 853#Matthäus,24,40#40. Da werden zwei Männer auf demselben Acker arbeiten: der eine wird mitgenommen-1-*, der andre bleibt zurück-a-*. -1) vgl. Joh. 14,3, wo im Gr. dasselbe Zeitwort gebraucht wird. a) vgl. Lk. 17,26.27.35.36.++ 854#Matthäus,24,41#41. Zwei Frauen werden an derselben Mühle mahlen: die eine wird mitgenommen, die andre bleibt zurück. 855#Matthäus,24,42#42. So wachet nun*! Ihr wißt ja nicht, an welchem Tage euer Herr kommt. 856#Matthäus,24,43#43. Das seht ihr ein: wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher Nachtstunde der Dieb käme, so bliebe er wach und ließe nicht in sein Haus einbrechen. 857#Matthäus,24,44#44. Drum haltet auch ihr euch immerfort bereit; denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht vermutet. 858#Matthäus,24,45#45. Wäre doch jeder Knecht treu und klug, den ein Hausherr* über sein Gesinde* setzt, damit er ihnen Speise gebe zu rechter Zeit*! 859#Matthäus,24,46#46. Wohl dem Knechte, den sein Herr bei seiner Rückkehr also tätig findet*! 860#Matthäus,24,47#47. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter* setzen. 861#Matthäus,24,48#48. Ist aber der Knecht gewissenlos und denkt in seinem Herzen: ,Mein Herr bleibt noch lange weg'; 862#Matthäus,24,49#49. fängt er dann an, die ihm untergebnen Knechte zu mißhandeln, während er mit Trunkenbolden schmaust und zecht: 863#Matthäus,24,50#50. so wird sein Herr ihn überraschen an einem Tage, wo er's nicht vermutet, und zu einer Stunde, wo er's nicht erwartet. 864#Matthäus,24,51#51. Dann wird er ihn blutig peitschen lassen und ihn an den Ort verweisen, wo die Heuchler sind. Dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-a-. -a) Mt. 8,12.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 25 -+ --- MENGE/Matthäus 25 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 25 - 865#Matthäus,25,1#1. Dann-1- gleicht das Königreich der Himmel zehn Jungfrauen, die mit ihren Lampen in der Hand dem Bräutigam entgegengingen**.+ -1) zu der in Mt. 24,50f. angegebenen Stunde der Entscheidung, wenn der Herr kommt.++ 866#Matthäus,25,2#2. Aber fünf von ihnen waren töricht, und nur fünf waren klug. 867#Matthäus,25,3#3. Die törichten nahmen wohl ihre Lampen mit, aber keinen Ölvorrat. 868#Matthäus,25,4#4. Die klugen aber hatten außer ihren Lampen auch noch in Krügen Öl bei sich. 869#Matthäus,25,5#5. Als sich nun die Ankunft des Bräutigams verzögerte*, nickten sie alle ein und fielen in Schlaf*. 870#Matthäus,25,6#6. Um Mitternacht aber ertönte der laute Ruf: ,Jetzt kommt der Bräutigam! Geht* und holt ihn festlich ein!' 871#Matthäus,25,7#7. Da wurden alle Jungfrauen wach und setzten ihre Lampen instand*. 872#Matthäus,25,8#8. Nun sprachen die törichten zu den klugen: ,Gebt uns von euerm Öl, denn unsre Lampen verlöschen.' 873#Matthäus,25,9#9. Die klugen erwiderten: ,O nein! Es reicht nicht aus für uns und euch; geht lieber zu den Krämern und kauft euch Vorrat*.' 874#Matthäus,25,10#10. Als sie auf dem Wege waren, um sich Öl zu kaufen, kam der Bräutigam. Die Jungfrauen, die bereit waren, gingen mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür ward verschlossen. 875#Matthäus,25,11#11. Später kamen auch die andern Jungfrauen und riefen: ,Herr, Herr, tue uns auf!' 876#Matthäus,25,12#12. Er aber antwortete: ,Wahrlich, ich sage euch: Ich kenne euch nicht*!' 877#Matthäus,25,13#13. Seid drum recht wachsam-a-; denn Tag und Stunde* sind euch unbekannt! -a) Mt. 24,42.++ 878#Matthäus,25,14#14. Es ist (mit dem Königreich der Himmel) wie mit einem Manne, der ins Ausland reisen wollte: der ließ vorher seine Knechte rufen und übergab ihnen sein Vermögen. 879#Matthäus,25,15#15. Dem einen gab er fünf Talente*, dem andern zwei, dem dritten eins, jedem nach seiner Fähigkeit-1-*. Dann reiste er ab. -1) Anlage, Begabung.++ 880#Matthäus,25,16#16. Sofort machte sich der Empfänger der fünf Talente daran, das Geld vorteilhaft anzulegen, und gewann fünf andre dazu. 881#Matthäus,25,17#17. Ebenso gewann der Empfänger der zwei Talente noch zwei andre. 882#Matthäus,25,18#18. Der aber nur ein Talent empfangen hatte, ging hin, machte eine Grube in die Erde und verbarg darin das Geld seines Herrn. 883#Matthäus,25,19#19. Nach langer Zeit kam der Herr dieser Knechte zurück und rechnete mit ihnen ab. 884#Matthäus,25,20#20. Da erschien der Empfänger der fünf Talente, brachte noch fünf andre mit und sprach: ,Herr, fünf Talente hast du mir gegeben; sieh, fünf andre habe ich damit gewonnen.' 885#Matthäus,25,21#21. Da sprach sein Herr zu ihm: ,Recht so, du wackrer und treuer Knecht! Du bist über wenig treu gewesen, ich will dich über viel setzen. Nimm teil an deines Herrn Freudenfest*!' 886#Matthäus,25,22#22. Dann erschien der Empfänger der zwei Talente und sprach: ,Herr, zwei Talente hast du mir gegeben; sieh, zwei andre habe ich damit gewonnen.' 887#Matthäus,25,23#23. Da sprach sein Herr zu ihm: ,Recht so, du wackrer und treuer Knecht! Du bist über wenig treu gewesen, ich will dich über viel setzen. Nimm teil an deines Herrn Freudenfest!' 888#Matthäus,25,24#24. Endlich erschien der Empfänger des einen Talents und sprach: ,Herr, ich kenne dich als einen harten Mann: du willst ernten, wo du nicht gesät, und Korn einsammeln von der Tenne, wo du nicht geworfelt hast. 889#Matthäus,25,25#25. Deshalb bin ich aus Furcht* hingegangen und habe dein Talent in der Erde verborgen. Hier hast du dein Geld wieder.' 890#Matthäus,25,26#26. Da antwortete ihm sein Herr: ,Du gewissenloser, fauler Knecht! Du weißt, ich will da ernten, wo ich nicht gesät, und Korn einsammeln von der Tenne, wo ich nicht geworfelt habe? 891#Matthäus,25,27#27. Nun, dann* hättest du mein Geld wenigstens bei der Bank anlegen sollen: so hätte ich doch bei meiner Rückkehr mein Eigentum mit Zins zurückbekommen*. 892#Matthäus,25,28#28. Nehmt ihm nun das Talent* und gebt es dem, der die zehn Talente hat. - 893#Matthäus,25,29#29. Denn wer (viel) hat, der soll noch mehr empfangen, daß er die Fülle habe; doch wer nur wenig hat, dem soll sogar das wenige genommen werden-a-. - -a) Mt. 13,12.++ 894#Matthäus,25,30#30. Den unbrauchbaren Knecht aber werft in die Finsternis hinaus: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein*.' 895#Matthäus,25,31#31. Ist aber der Menschensohn in seiner Herrlichkeit gekommen, und alle Engel mit ihm, dann setzt er sich auf seinen herrlichen Königsthron. 896#Matthäus,25,32#32. Alle Völker versammeln sich vor seinem Angesicht. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken scheidet-1-, -1) bei der Heimkehr von der Weide treibt der Hirt die dort nicht streng getrennten Schafe und Ziegen in ihre besonderen Lagerstätten. Die Schafe sind in Palästina meistens weiß, die Ziegen hingegen schwarz (vgl. auch Hes. 34,17).++ 897#Matthäus,25,33#33. und er stellt die Schafe zu seiner Rechten, die Böcke aber zur Linken. 898#Matthäus,25,34#34. Dann wird der König sagen zu denen, die ihm zur Rechten stehn: ,Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, nehmt in Besitz das Königreich, das euch bereitet ist seit Grundlegung der Welt! 899#Matthäus,25,35#35. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir Speise gereicht; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich getränkt; ich bin obdachlos gewesen, und ihr habt mich aufgenommen; 900#Matthäus,25,36#36. ich bin nackt-1- gewesen, und ihr habt mich bekleidet; ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht; ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.' -1) d.h. schlecht oder mangelhaft bekleidet.++ 901#Matthäus,25,37#37. Dann werden ihm die Gerechten erwidern: ,Herr, wann haben wir dich hungrig gesehn und gespeist, oder durstig und dich getränkt? 902#Matthäus,25,38#38. Wann haben wir dich obdachlos gesehn und in unser Haus genommen, oder nackt und dich bekleidet? 903#Matthäus,25,39#39. Wann haben wir dich krank gesehn oder im Gefängnis und sind zu dir gekommen?' 904#Matthäus,25,40#40. Und der König wird ihnen antworten: ,Wahrlich, ich sage euch: Jeden Liebesdienst, den ihr einem meiner geringsten Brüder, die hier stehn, erwiesen habt, den habt ihr mir erwiesen-a-.' -a) Mt. 10,42; Spr. 19,17.++ 905#Matthäus,25,41#41. Dann wird der König sagen zu denen, die ihm zur Linken stehn: ,Hinweg von meinem Angesichte, ihr Verfluchten! Geht in das ewige Feuer, das mein Vater dem Teufel und seinen Engeln bereitet hat**! 906#Matthäus,25,42#42. Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir keine Speise gereicht; ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt; 907#Matthäus,25,43#43. ich bin obdachlos gewesen, und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet; ich bin krank und im Gefängnis gewesen, und ihr habt mich nicht besucht!' 908#Matthäus,25,44#44. Dann werden auch sie erwidern: ,Herr, wann haben wir dich hungrig oder durstig gesehn, wann obdachlos oder nackt, wann krank oder im Gefängnis, und haben dir nicht gedient-1-?' -1) d.h.: wir haben ja nie Gelegenheit gehabt, dir zu dienen.++ 909#Matthäus,25,45#45. Dann wird er ihnen antworten: ,Wahrlich, ich sage euch: Was ihr versäumt habt an einem der Geringsten, die hier stehen, das habt ihr an mir versäumt.' 910#Matthäus,25,46#46. Und sie gehen weg zu ewiger Strafe-1-; die Gerechten aber gehen ein ins ewige Leben-2-**.» -1) das hier gebrauchte W. kommt im NT nur noch in 1.Joh. 4,18 vor.   2) «ewig» wird bei «Strafe» und «Leben» im Gr. durch dasselbe W. (-+aionios-) ausgedrückt, muß daher in beiden Fällen dieselbe Bed. haben. - Vgl. V. 31-46 mit Offb. 20,11-15.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 26 -+ --- MENGE/Matthäus 26 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 26 - 911#Matthäus,26,1#1. Als Jesus alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 912#Matthäus,26,2#2. «Ihr wißt, daß übermorgen das Passahfest-1-* ist; dann wird der Menschensohn dem Kreuzestode überliefert.» -1) d.h. Verschonungsfest (jährlich am Abend des 14. Nisan).++ 913#Matthäus,26,3#3. Da versammelten sich die Hohenpriester und die Ältesten des Volks-1- in dem Palaste des Hohenpriesters, namens Kaiphas-2-*, -1) die Mitglieder des Hohen Rates.   2) er hieß eig. Josef und war Hoherpriester von 18-36 n.Chr.++ 914#Matthäus,26,4#4. und beratschlagten, wie sie Jesus mit List in ihre Gewalt bekommen und töten könnten. 915#Matthäus,26,5#5. Sie sagten aber: «Nur nicht am Fest! Es könnte sonst zu einer Volkserhebung kommen*.» 916#Matthäus,26,6#6. Als sich nun Jesus in Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen aufhielt-a-*, -a) Mt. 21,17.++ 917#Matthäus,26,7#7. trat eine Frau zu ihm mit einem Glase kostbaren Salböls und goß es auf sein Haupt, während er auf seinem Sitze beim Mahle ruhte-1-. -1) man saß beim Mahle nicht auf Stühlen, sondern lag auf Polstern. Das Waschen und Salben der Füße war beim Mahle etwas Gewöhnliches.++ 918#Matthäus,26,8#8. Bei diesem Anblick wurden die Jünger unwillig und sprachen: «Schade um das Salböl! 919#Matthäus,26,9#9. Man hätte es teuer verkaufen und das Geld den Armen geben können.» 920#Matthäus,26,10#10. Jesus hörte das und sprach zu ihnen: «Warum kränkt ihr die Frau? Sie hat ein rühmlich Werk an mir getan. 921#Matthäus,26,11#11. Denn Arme habt ihr immer bei euch, mich aber habt ihr nicht immer. 922#Matthäus,26,12#12. Mit diesem Öl, das sie auf meinen Leib gegossen, hat sie mich zum Begräbnis gesalbt. 923#Matthäus,26,13#13. Wahrlich, ich sage euch: Wo in der weiten Welt diese meine Heilsbotschaft verkündigt wird, da wird man auch zu ihrem Gedächtnis von ihrer Tat erzählen.» 924#Matthäus,26,14#14. Darauf ging einer der Zwölf, mit Namen Judas, aus Kariot, zu den Hohenpriestern 925#Matthäus,26,15#15. und sprach: «Was wollt ihr mir geben, wenn ich ihn euch in die Hände liefere?» Sie zahlten ihm dreißig Silberlinge-1a-*. -1) Sekel.   a) vgl. Sach. 11,12.++ 926#Matthäus,26,16#16. Seitdem suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, ihn zu verraten. 927#Matthäus,26,17#17. Am ersten Tage der ungesäuerten Brote-a-* traten die Jünger zu Jesus und fragten ihn: «Wo sollen wir dir das Passahmahl bereiten?-1-» -1) dieses Mahl hielt jede Familie am Abend des 14. Nisan, nachdem der Hausvater vorher im Tempelvorhofe das Passahlamm geopfert hatte.   a) 2.Mo. 12,18-20.++ 928#Matthäus,26,18#18. Er antwortete: «Geht in die Stadt-1- zu dem und dem* und sprecht zu ihm: ,Der Meister läßt dir sagen: Meine Zeit-2- ist nahe; bei dir will ich das Passah halten mit meinen Jüngern*.'» -1) Jerusalem.   2) der Zeitpunkt meines Todes.++ 929#Matthäus,26,19#19. Die Jünger führten Jesu Auftrag aus und richteten die Passahmahlzeit zu. 930#Matthäus,26,20#20. Als dann der Abend kam, nahm er mit den zwölf Jüngern beim Mahle** Platz. 931#Matthäus,26,21#21. Während sie aßen, sprach er: «Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten!» 932#Matthäus,26,22#22. Da wurden sie tief betrübt, und einer nach dem andern fragte ihn: «Herr, ich bin's doch nicht?» 933#Matthäus,26,23#23. Er erwiderte: «Der eben seine Hand mit mir in die Schüssel getunkt hat-1-, der wird mich verraten. -1) gemeint ist das Eintunken des Brotes oder Fleisches in den Brei (-+Charoset-).++ 934#Matthäus,26,24#24. Der Menschensohn geht zwar zum Tode, das steht ja von ihm geschrieben. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wär es am besten, er wäre nie geboren.» 935#Matthäus,26,25#25. Da nahm Judas, sein Verräter, das Wort und fragte ihn: «Ich bin's doch nicht, Meister?» Er sprach zu ihm: «Du bist es-1-.» -1) w: «Du hast es gesagt».++ 936#Matthäus,26,26#26. Als sie aßen, nahm Jesus das Brot*, sprach den Segen, brach's und gab es seinen Jüngern mit den Worten: «Nehmt, eßt, das-1- ist mein Leib!» -1) dieses Brot.++ 937#Matthäus,26,27#27. Darauf nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern mit den Worten: «Trinkt alle daraus! 938#Matthäus,26,28#28. Denn dies ist mein Blut, das Blut des Neuen Bundes-a-, das für viele vergossen werden soll zur Vergebung der Sünden. -a) 2.Mo. 24,8; Sach. 9,11.++ 939#Matthäus,26,29#29. Doch ich sage euch: Ich will nie wieder von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis zu dem Tage, wo ich den neuen Wein mit euch trinke in meines Vaters Königreich.» 940#Matthäus,26,30#30. Nach dem Lobgesange-1- gingen sie hinaus an den Ölberg. -1) dem zweiten Teile des großen -+Hallel-; Ps. 115 - 118 (erster Teil des -+Hallel-: Ps. 113 - 114); weitere Erklärungen zu dem Passahmahle s. Albrecht NT (Mt. 26,20; Fußnote).++ 941#Matthäus,26,31#31. Auf dem Wege dorthin sprach Jesus zu ihnen: «In dieser Nacht werdet ihr alle an mir irrewerden. Denn es steht geschrieben: ,Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden sich zerstreuen-1-.' -1) frei nach Sach. 13,7.++ 942#Matthäus,26,32#32. Nach meiner Auferstehung aber will ich euch vorausgehn nach Galiläa*.» 943#Matthäus,26,33#33. Petrus sprach zu ihm: «Wenn auch alle andern an dir irrewerden - ich nun und nimmer!» 944#Matthäus,26,34#34. Jesus antwortete ihm: «Wahrlich, ich sage dir: In dieser Nacht, noch vor dem Hahnenschrei, wirst du mich dreimal verleugnen.» 945#Matthäus,26,35#35. Petrus entgegnete ihm: «Und müßte ich auch mit dir sterben, ich verleugne dich sicher nicht.» Ebenso sprachen auch alle andern Jünger. 946#Matthäus,26,36#36. Dann kam Jesus mit seinen Jüngern zu einem Landgut*, mit Namen Gethsemane-1-*. Und er sprach zu ihnen: «Setzt euch hier nieder, während ich dorthin gehe und bete!» -1) d.h. «Ölkelter» (es lag am westl. Abhange des Ölbergs) oder «Kelter der Zeichen».++ 947#Matthäus,26,37#37. Er nahm Petrus und die beiden Söhne des Zebedäus-1- mit sich. Nun überfiel ihn Traurigkeit und Grauen, -1) Jakobus und Johannes (Mt. 17,1).++ 948#Matthäus,26,38#38. und er sprach zu ihnen: «Meine Seele ist zum Tode betrübt; bleibt hier und wacht mit mir!» 949#Matthäus,26,39#39. Dann ging er ein wenig weiter, fiel nieder auf sein Angesicht und betete: «Mein Vater, ist es möglich, so gehe dieser Kelch* an mir vorüber. Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.» 950#Matthäus,26,40#40. Und er kam zurück zu seinen Jüngern und fand sie schlafend. Da sprach er zu Petrus: «Könnt ihr denn nicht einmal eine Stunde mit mir wachen? 951#Matthäus,26,41#41. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist-a-* zwar ist willig*, aber das Fleisch* ist schwach-b-*.» -a) Röm. 7,22.   b) Röm. 7,18.++ 952#Matthäus,26,42#42. Dann ging er zum zweiten Male hin und betete: «Mein Vater, kann dieser Kelch nicht vorübergehn, ohne daß ich ihn trinke, so geschehe dein Wille.» 953#Matthäus,26,43#43. Als er zurückkam, fand er sie wieder schlafend; denn die Augen fielen ihnen zu vor Müdigkeit. 954#Matthäus,26,44#44. Und er verließ sie, ging wieder weg und betete zum dritten Male, ganz mit denselben Worten. 955#Matthäus,26,45#45. Dann kam er zu den Jüngern und sprach zu ihnen: «Ihr schlaft noch weiter und ruhet? Seht, der Augenblick ist nahe! Jetzt wird der Menschensohn in Sünderhände geliefert! 956#Matthäus,26,46#46. Auf, wir gehn! Mein Verräter naht!» 957#Matthäus,26,47#47. Während er noch redete, da erschien Judas, einer der Zwölf, begleitet von einer großen Schar, die, mit Schwertern und Knütteln bewaffnet, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes ausgesandt war. 958#Matthäus,26,48#48. Sein Verräter aber hatte ein Zeichen mit ihnen verabredet und gesagt: «Wen ich küsse, der ist's, den nehmt fest!» 959#Matthäus,26,49#49. Sogleich nun trat er auf Jesus zu mit den Worten: «Sei gegrüßt, Meister!» und küßte ihn. 960#Matthäus,26,50#50. Jesus aber sprach zu ihm: «Freund, wozu bist du hier?» Nun traten sie hinzu, legten Hand an Jesus und nahmen ihn gefangen. 961#Matthäus,26,51#51. Doch einer der Begleiter Jesu streckte seine Hand aus, zog sein Schwert, schlug nach dem Knechte des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab. 962#Matthäus,26,52#52. Da sprach Jesus zu ihm: «Stecke dein Schwert wieder ein! Denn alle, die zum Schwerte greifen, sollen durchs Schwert umkommen. 963#Matthäus,26,53#53. Oder meinst du, ich könnte meinen Vater nicht bitten, er möge mir in diesem Augenblicke mehr als zwölf Heerscharen-1- Engel zu Hilfe senden? -1) w: «Legionen»; eine röm. -+Legion- hatte zur Zeit des Kaisers Augustus etwa 6800 Mann.++ 964#Matthäus,26,54#54. Wie würde dann aber die Schrift erfüllt? Es muß so kommen!» 965#Matthäus,26,55#55. Zugleich sprach Jesus zu der Schar: «Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knütteln ausgezogen, um mich gefangenzunehmen. Tagtäglich habe ich im Tempel gesessen und gelehrt, und ihr habt mich nicht festgenommen.» 966#Matthäus,26,56#56. - Dies alles aber ist geschehn, damit sich die Schriften der Propheten erfüllten*. - Da verließen ihn alle seine Jünger und flohen. 967#Matthäus,26,57#57. Nach seiner Gefangennahme ward Jesus zu dem Hohenpriester Kaiphas geführt, bei dem sich die Schriftgelehrten und Ältesten versammelt hatten. 968#Matthäus,26,58#58. Petrus aber folgte ihm von weitem bis zu des Hohenpriesters Palast; dort trat er ein und setzte sich zu den Dienern, um zu sehen, wie es ende. 969#Matthäus,26,59#59. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat-1- suchten nach einem falschen Zeugnis gegen Jesus, damit sie ihn zum Tode verurteilen könnten. -1) der Hohe Rat in Jerusalem war die höchste jüd. Behörde für geistliche und weltliche Angelegenheiten. Er bestand aus 71 Mitgliedern, die als Hohepriester, Älteste und Schriftgelehrte unterschieden werden (Mk. 14,53; 15,1; Lk. 22,66), und dem jeweiligen Hohenpriester, der den Vorsitz führte (s. Anm. zu Mt. 2,4).++ 970#Matthäus,26,60#60. Aber obwohl viele falsche Zeugen auftraten, fanden sie doch keins. Schließlich kamen zwei 971#Matthäus,26,61#61. und sagten aus: «Dieser Mann hat behauptet: Ich kann den Tempel Gottes niederreißen und ihn in drei Tagen wiederbauen-1-.» -1) dies ist eine Verdrehung der Worte Jesu in Joh. 2,19.++ 972#Matthäus,26,62#62. Da erhob sich der Hohepriester und sprach zu ihm: «Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich vorbringen?» 973#Matthäus,26,63#63. Doch Jesus schwieg. Da sprach der Hohepriester zu ihm: «Ich beschwöre dich bei Gott, dem Lebendigen: Sag uns: bist du der Messias, Gottes Sohn-1-*?» -1) daß der Zusatz «Gottes Sohn» hier in seiner vollen Bed. steht wie Mt. 16,16 (und nicht nur als «Messias» nach der gew. jüd. Vorstellung zu verstehen ist) wird durch V. 64f. bestätigt.++ 974#Matthäus,26,64#64. Jesus erwiderte: «Ja, ich bin's-1-. Doch ich versichre euch: Von nun an sollt ihr den Menschensohn sitzen sehn zur Rechten der Macht-2- und kommen auf des Himmels Wolken-a-.» -1) w: «Du hast's gesagt». Dies ist eine eidliche Bejahung der Frage des Hohenpriesters.   2) der göttlichen Allmacht. a) Ps. 110,1; Dan. 7,13.++ 975#Matthäus,26,65#65. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider-1-* und sprach: «Er hat Gott gelästert! Was brauchen wir noch weiter Zeugen? Ihr habt ja selbst seine Gotteslästerung gehört. -1) das jüd. Strafrechtverfahren schrieb den Richtern das Zerreißen der Kleider zur Bezeugung einer Gotteslästerung vor.++ 976#Matthäus,26,66#66. Wie urteilt ihr?» Sie erwiderten ihm: «Er ist des Todes schuldig-1-**!» -1) s. Anm. zu V. 63.++ 977#Matthäus,26,67#67. Nun spien sie ihm ins Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; andre gaben ihm Backenstreiche 978#Matthäus,26,68#68. und sprachen dabei (höhnisch): «Zeig dich als Prophet, Messias! Sag uns: wer hat dich geschlagen*?» 979#Matthäus,26,69#69. Unterdes saß Petrus draußen im Hofe-1-. Da kam eine Magd auf ihn zu und sprach: «Du warst auch bei dem Jesus aus Galiläa!» -1) gemeint ist der innere Hof in der Mitte des viereckigen Gebäudes; das Verhör fand im Innern des Palastes statt.++ 980#Matthäus,26,70#70. Er leugnete aber in Gegenwart aller und sagte: «Ich verstehe nicht, was du von mir willst.» 981#Matthäus,26,71#71. Als er dann aus dem innern Hof in die Halle-1- trat, sah ihn eine andre Magd. Die sprach zu den Leuten dort: «Der hier hat zu Jesus von Nazaret gehört!» -1) die in den äußern Hof führte.++ 982#Matthäus,26,72#72. Und wieder leugnete er und schwur dazu: «Ich kenne den Menschen nicht!» 983#Matthäus,26,73#73. Nach einer kleinen Weile traten die Umstehenden zu Petrus und sprachen: «Wahrhaftig, du gehörst auch zu ihnen! Schon deine Mundart verrät dich*.» 984#Matthäus,26,74#74. Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: «Ich kenne den Menschen nicht!» In dem Augenblick krähte ein Hahn*. 985#Matthäus,26,75#75. Da dachte Petrus an Jesu Wort: «Noch vor dem Hahnenschrei wirst du mich dreimal verleugnen.» Und er ging hinaus und weinte bitterlich.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 27 -+ --- MENGE/Matthäus 27 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 27 - 986#Matthäus,27,1#1. Nach Tagesanbruch-1- berieten alle Hohenpriester und die Ältesten des Volks, wie sie das Todesurteil an Jesus-a- am besten vollziehen lassen könnten. -1) etwa um 6 Uhr morgens.   a) Mt. 26,66.++ 987#Matthäus,27,2#2. Dann führten sie ihn gefesselt ab und überlieferten ihn dem Statthalter Pontius Pilatus-1-*. -1) jedes vom Hohen Rate gefällte Todesurteil mußte von dem röm. Statthalter als dem Stellvertreter des Kaisers bestätigt werden.++ 988#Matthäus,27,3#3. Als Judas, sein Verräter, sah, daß er verurteilt worden war, da brachte er, von Reue gequält-1-, die dreißig Silberlinge den Hohenpriestern und Ältesten zurück -1) diese Reue war keine gottgefällige Traurigkeit (2.Kor. 7,10), sondern nur die Qual des bösen Gewissens; sie wirkte bei Judas den Tod.++ 989#Matthäus,27,4#4. und sprach: «Ich habe mich versündigt durch den Verrat unschuldigen Bluts.» Sie antworteten ihm: «Was geht uns das an? Das ist deine Sache!» 990#Matthäus,27,5#5. Da warf er das Geld in den Tempel und eilte davon, ging hin und erhängte sich. 991#Matthäus,27,6#6. Die Hohenpriester aber nahmen das Geld und sprachen: «Es darf nicht in den Tempelschatz gelegt werden, denn es ist Blutgeld-1-.» -1) ähnlich war das Gesetz 5.Mo. 23,19.++ 992#Matthäus,27,7#7. So kauften sie denn nach einer Beratung den bekannten Töpferacker* dafür zum Begräbnisplatz für die Fremden*. 993#Matthäus,27,8#8. Darum heißt der Acker noch heutigentags der Blutacker. 994#Matthäus,27,9#9. So erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremia: «Ich nahm die dreißig Silberlinge, die ich als Lohn empfangen für ihn, auf den einige der Söhne Israels* einen Preis gesetzt, 995#Matthäus,27,10#10. und gab sie für den Töpferacker, wie mir der Herr befohlen hatte-a-*.» -a) Sach. 11,12.13; Jer. 18,2ff.; 32,6-9.++ 996#Matthäus,27,11#11. Jesus wurde nun vor den Statthalter geführt. Der fragte ihn: «Bist du der Juden König?» Jesus antwortete: «Ja, ich bin's-1a-*.» -1) w: «Du sagst es».   a) vgl. Mt. 26,64.++ 997#Matthäus,27,12#12. Doch auf die Anklagen der Hohenpriester und Ältesten erwiderte er nichts. 998#Matthäus,27,13#13. Da sprach Pilatus zu ihm: «Hörst du nicht, was sie alles gegen dich vorbringen?» 999#Matthäus,27,14#14. Aber er antwortete ihm auf keine einzige Frage, so daß es den Statthalter sehr wundernahm. 1000#Matthäus,27,15#15. Nun pflegte der Statthalter an jedem Passahfest dem Volke nach dessen freier Wahl einen Gefangenen loszugeben*. 1001#Matthäus,27,16#16. Man hatte damals aber einen berüchtigten Gefangenen, der hieß Barabbas-1-. -1) d.h. Sohn des Vaters; ein auch sonst vorkommender Beiname.++ 1002#Matthäus,27,17#17. Als sich nun viele aus dem Volke angesammelt hatten, fragte sie Pilatus: «Wen soll ich euch losgeben: Barabbas oder Jesus, den man den Messias nennt-1-?» -1) in altHs. des 2.Jh. führt hier auch Barabbas den bei den Juden nicht seltnen Namen Jesus (-+Jesus Barabbas-).++ 1003#Matthäus,27,18#18. Er wußte nämlich, daß sie ihn nur aus Neid überantwortet hatten. 1004#Matthäus,27,19#19. Während er auf dem Richterstuhl-1- saß, ließ seine Frau* ihm sagen: «Habe du nichts zu schaffen mit diesem Gerechten*; denn ich habe heute nacht einen unheilvollen Traum über ihn gehabt*.» -1) der vor seinem Palaste unter freiem Himmel stand.++ 1005#Matthäus,27,20#20. Die Hohenpriester und die Ältesten hatten indes das Volk dazu beredet, Barabbas sich loszubitten und Jesu Tod zu fordern. 1006#Matthäus,27,21#21. Als nun der Statthalter sie von neuem fragte: «Wen von diesen beiden soll ich euch losgeben?», da riefen sie: «Barabbas!» 1007#Matthäus,27,22#22. Pilatus sprach zu ihnen: «Was soll ich denn mit Jesus machen, den man den Messias nennt?» Sie riefen alle: «Ans Kreuz mit ihm!» 1008#Matthäus,27,23#23. Da fragte der Statthalter: «Was hat er denn verbrochen?» Sie aber schrien nur noch lauter: «Ans Kreuz mit ihm!» 1009#Matthäus,27,24#24. Als nun Pilatus einsah, daß er nichts erreichte, sondern daß der Lärm immer ärger wurde, da ließ er Wasser bringen, wusch sich vor aller Augen die Hände-1- und sprach: «Ich bin unschuldig an dem Blute dieses Gerechten! Seht ihr zu*!» -1) um nach einer bekannten jüd. Sitte damit seine Unschuld an Jesu Tode zu erklären: 5.Mo. 21,6f.++ 1010#Matthäus,27,25#25. Da rief das ganze Volk: «Sein Blut komme auf uns und auf unsere Kinder!» 1011#Matthäus,27,26#26. Da gab er ihnen Barabbas los. Jesus aber ließ er geißeln-1- und übergab ihn dann (den Soldaten) zur Kreuzigung. -1) nach röm. Sitte ging die Geißelung der Kreuzigung voraus. Die Römer verhängten den Kreuzestod als «Sklaventod» über Unfreie und Nichtbürger.++ 1012#Matthäus,27,27#27. Nun führten die Soldaten des Statthalters Jesus in das Innere des Palastes* und sammelten die ganze Schar-1-* ihrer Genossen, um ihren Spott mit ihm zu treiben-2-. -1) w: «die ganze Kohorte», der zehnte Teil einer Legion.   2) w: «sie sammelten die ganze Schar gegen ihn».++ 1013#Matthäus,27,28#28. Sie entkleideten ihn, legten ihm einen scharlachroten Soldatenmantel um-1-, -1) der sein Königsmantel sein sollte.++ 1014#Matthäus,27,29#29. flochten aus Dornen eine Krone* und setzten sie ihm aufs Haupt und gaben ihm einen Rohrstab-1- in seine rechte Hand. Dann beugten sie die Knie vor ihm und riefen höhnisch: «Heil dir, Judenkönig!» -1) als Königszepter.++ 1015#Matthäus,27,30#30. Dabei spien sie ihn an, nahmen den Rohrstab und schlugen ihn damit aufs Haupt. 1016#Matthäus,27,31#31. Als sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, zogen sie ihm den Soldatenmantel aus, legten ihm seine eignen Kleider wieder an und führten ihn ab zur Kreuzigung. 1017#Matthäus,27,32#32. Als sie die Stadt verließen-a-*, trafen sie einen Mann aus Kyrene*, namens Simon. Den zwangen sie, Jesu Kreuz zu tragen. -a) 1.Kön. 21,13; Apg. 7,56.++ 1018#Matthäus,27,33#33. So kamen sie zu einem Platze, namens Golgotha, das heißt Schädelstätte-1-. -1) der Hügel hatte seinen Namen ws. von seiner schädelförmigen Gestalt.++ 1019#Matthäus,27,34#34. Dort gaben sie* ihm betäubenden Wein zu trinken-1-*. Doch als er ihn gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken*. -1) w: «Wein mit Galle».++ 1020#Matthäus,27,35#35. Nach seiner Kreuzigung verteilten sie seine Kleider unter sich, indem sie das Los darüber warfen-1-*. -1) hier lassen einige Hs. die W. folgen: «damit der Ausspruch des Propheten in Erfüllung gehe: ,Sie haben meine Kleider unter sich geteilt und über mein Gewand das Los geworfen'» (Ps. 22,19). Aber nach den besten Zeugen sind diese W. nicht ursprünglich. Nach einem röm. Gesetze fielen die Kleider der Hingerichteten den Vollstreckern des Urteils zu.++ 1021#Matthäus,27,36#36. Dann setzten sie sich dort nieder und hielten bei ihm Wache*. 1022#Matthäus,27,37#37. Über seinem Haupte aber war eine Inschrift angebracht mit der Angabe seiner Schuld*; die lautete: «Dies ist Jesus, der Juden König.» 1023#Matthäus,27,38#38. Auch wurden mit ihm zwei Räuber gekreuzigt, der eine zu seiner Rechten, der andre zu seiner Linken. 1024#Matthäus,27,39#39. Die Vorübergehenden aber schmähten ihn: sie schüttelten den Kopf-a- -a) Ps. 22,8; 109,25.++ 1025#Matthäus,27,40#40. und sprachen: «Du wolltest ja den Tempel niederreißen und ihn in drei Tagen wiederbauen. Nun hilf dir selbst! Bist du Gottes Sohn, so steige vom Kreuze herab!» 1026#Matthäus,27,41#41. Auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten und den Ältesten spotteten und sagten: 1027#Matthäus,27,42#42. «Andern hat er geholfen, und sich selbst kann er nun nicht helfen! Er will ja der König Israels sein! Nun gut, so mag er jetzt vom Kreuze heruntersteigen! Dann wollen wir an ihn glauben. 1028#Matthäus,27,43#43. Er hat auf Gott vertraut; der mag ihn nun retten, wenn's ihm gefällt-a-. Er hat ja gesagt: ich bin Gottes Sohn.» -a) Ps. 22,9.++ 1029#Matthäus,27,44#44. Ebenso beschimpften ihn die Räuber, die mit ihm gekreuzigt waren. 1030#Matthäus,27,45#45. Von der sechsten Stunde aber bis zur neunten-1- bedeckte Finsternis die ganze Gegend*. -1) von 12 Uhr mittags bis 3 Uhr nachmittags.++ 1031#Matthäus,27,46#46. Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: «Eli, Eli, lema sabachthani!» Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen-a-? -a) Ps. 22,2.++ 1032#Matthäus,27,47#47. Als dies einige der Umstehenden hörten, sprachen sie: «Der ruft Elia*.» 1033#Matthäus,27,48#48. Sofort lief einer von ihnen hin, nahm einen Schwamm, füllte ihn mit Essig, steckte ihn auf einen Rohrstab und wollte ihm zu trinken geben. 1034#Matthäus,27,49#49. Da sprachen die andern: «Laß doch*! Wir wollen sehn, ob Elia wirklich kommt und ihm hilft*.» 1035#Matthäus,27,50#50. Jesus aber schrie nochmals laut und gab den Geist auf. 1036#Matthäus,27,51#51. In diesem Augenblick zerriß der Tempelvorhang** von oben bis unten in zwei Stücke. Die Erde erbebte. Die Felsen zerbarsten. 1037#Matthäus,27,52#52. Die Gräber* öffneten sich, und viele Leiber der entschlafenen Heiligen-1- wurden auferweckt: -1) Gerechte der Vorzeit.++ 1038#Matthäus,27,53#53. die gingen aus ihren Gräbern hervor, kamen nach seiner Auferstehung in die heilige Stadt* und erschienen vielen. 1039#Matthäus,27,54#54. Als aber der Hauptmann und seine Leute, die bei Jesus Wache hielten, das Erdbeben und, was sich sonst noch zutrug, sahen, da wurden sie von großer Furcht erfüllt und sprachen: «Dieser Mann ist wirklich Gottes Sohn gewesen*!» 1040#Matthäus,27,55#55. Es waren dort auch viele Frauen, die von ferne zusahn: sie hatten Jesus von Galiläa her begleitet und ihm gedient. 1041#Matthäus,27,56#56. Unter ihnen waren Maria aus Magdala-1-, Maria, die Mutter des Jakobus und des Josef, und die Mutter der Söhne des Zebedäus. -1) einer Ortschaft am Westufer des Sees Genezaret.++ 1042#Matthäus,27,57#57. Am Abend kam ein reicher Mann, aus Arimathäa-1- gebürtig, mit Namen Josef, der auch ein Jünger Jesu geworden war*. -1) d.i. wohl Rama (Ramathaim) in Efraim, Samuels Geburtsort (1.Sam. 1,19), später als Stadt Judäas bez. (Lk. 23,51).++ 1043#Matthäus,27,58#58. Der ging zu Pilatus und bat ihn um Jesu Leichnam. Da befahl Pilatus, man solle ihm den Leichnam überlassen. 1044#Matthäus,27,59#59. Nun nahm Josef den Leichnam, ließ ihn in reine Leinwand wickeln 1045#Matthäus,27,60#60. und in ein noch unbenutztes Grab legen, das er für sich in einen Felsen hatte hauen lassen. Dann ließ er einen großen Stein vor die Grabesöffnung wälzen und entfernte sich*. 1046#Matthäus,27,61#61. Maria aus Magdala aber und die andere Maria blieben dort und setzten sich dem Grabe gegenüber. 1047#Matthäus,27,62#62. Am nächsten Tage, am Tage nach dem Freitag-1-, kamen die Hohenpriester und die Pharisäer gemeinsam zu Pilatus -1) d.h. also am -+Sabbat-; w: «am Tage nach der Vorbereitung» auf den Sabbat.++ 1048#Matthäus,27,63#63. und sprachen: «Herr, es ist uns eingefallen, daß jener Betrüger bei seinen Lebzeiten gesagt hat: ,Nach drei Tagen werde ich auferstehn.' 1049#Matthäus,27,64#64. Laß nun das Grab bis zum dritten Tage streng bewachen, damit nicht etwa seine Jünger kommen und ihn stehlen und dann zum Volke sagen: ,Er ist von den Toten auferstanden.' Dann wäre der letzte Betrug noch schlimmer als der erste*.» 1050#Matthäus,27,65#65. Pilatus sprach zu ihnen: «Ihr sollt eine Wache haben. Geht hin und verwahrt das Grab, so gut ihr könnt.» 1051#Matthäus,27,66#66. Da gingen sie hin und sicherten das Grab: sie versiegelten den Stein* und stellten die Wache aus.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 28 -+ --- MENGE/Matthäus 28 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 28 - 1052#Matthäus,28,1#1. Nach dem Sabbat, im Morgengrauen des ersten Wochentages-1-, gingen Maria von Magdala und die andre Maria-a- hin, um das Grab zu besuchen. -1) d.h. des Sonntags.   a) Mt. 27,56.61.++ 1053#Matthäus,28,2#2. Plötzlich entstand ein starkes Erdbeben. Denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat zum Grabe, wälzte den Stein hinweg und setzte sich darauf. 1054#Matthäus,28,3#3. Er sah aus wie ein leuchtender Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. 1055#Matthäus,28,4#4. Bei seinem Anblick erschraken die Grabeswächter: sie erbebten und waren wie tot. 1056#Matthäus,28,5#5. Der Engel aber sprach zu den Frauen: «Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß, ihr wollt nach Jesus sehn, dem Gekreuzigten. 1057#Matthäus,28,6#6. Er ist nicht hier; er ist auferstanden, wie er es vorausgesagt. Kommt her und seht die Stätte, wo er gelegen hat! 1058#Matthäus,28,7#7. Geht jetzt schnell hin und meldet seinen Jüngern: ,Er ist auferstanden von den Toten und geht euch nun voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen!' Das versichre ich* euch.» 1059#Matthäus,28,8#8. Da gingen sie schnell von dem Grabe weg, und noch voll Schrecken, aber auch in großer Freude eilten sie davon, um seinen Jüngern diese Botschaft zu bringen. 1060#Matthäus,28,9#9. Plötzlich trat ihnen Jesus entgegen mit den Worten: «Seid gegrüßt!» Da eilten sie auf ihn zu, umfaßten seine Füße und fielen vor ihm nieder. 1061#Matthäus,28,10#10. Jesus aber sprach zu ihnen: «Fürchtet euch nicht! Geht hin und sagt meinen Brüdern-a-, sie sollen nach Galiläa gehn: dort werden sie mich sehen.» -a) vgl. Ps. 22,23.++ 1062#Matthäus,28,11#11. Während sie ihres Weges gingen, kamen einige der Grabeswächter in die Stadt und meldeten den Hohenpriestern alles, was vorgefallen war. 1063#Matthäus,28,12#12. Da hielten diese mit den Ältesten eine Versammlung und, als sie Rats gepflogen, gaben sie den Soldaten reichlich Geld 1064#Matthäus,28,13#13. und sprachen: «Sagt: ,Seine Jünger sind bei Nacht gekommen und haben ihn gestohlen, als wir gerade schliefen.' 1065#Matthäus,28,14#14. Und wenn es dem Statthalter zu Ohren kommt, so wollen wir ihn schon beschwichtigen und dafür sorgen, daß ihr straflos ausgeht.» 1066#Matthäus,28,15#15. Da nahmen sie das Geld und taten, wie sie angewiesen waren. So hat sich dies Gerede* bei den Juden verbreitet, und noch heute* ist es in Umlauf*. 1067#Matthäus,28,16#16. Die elf Jünger aber gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin sie Jesus beschieden hatte. 1068#Matthäus,28,17#17. Bei seinem Anblick fielen sie anbetend vor ihm nieder; andre aber hatten Zweifel**. 1069#Matthäus,28,18#18. Da trat Jesus näher und sprach zu ihnen-1-*: «Mir ist alle Macht verliehen worden im Himmel und auf Erden. -1) zu den elf Aposteln.++ 1070#Matthäus,28,19#19. So geht denn hin und sammelt mir aus allen Völkern Jünger: führt sie durch die Taufe in die Gemeinschaft-1-* des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes* -1) w: «tauft sie hinein in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes».++ 1071#Matthäus,28,20#20. und lehret sie gehorchen allem, was ich euch geboten habe. Und wisset*: ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende dieser Weltzeit.» 1072#Markus,1,1#1. DIE Frohe Botschaft Jesu Christi wurde eingeleitet 1073#Markus,1,2#2. im Einklang mit den Worten in dem Buche des Propheten Jesaja*: «Sieh, ich sende meinen Boten vor dir her, der dir den Weg bereiten soll. 1074#Markus,1,3#3. In der Wüste ruft eine Stimme: Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Pfade-a-*!» -a) Mal. 3,1; Jes. 40,3.++ 1075#Markus,1,4#4. Demgemäß trat Johannes der Täufer in der Wüste auf; er verkündigte eine Taufe-a-, die von Sinnesänderung begleitet sein müsse, damit man Vergebung der Sünden empfangen könne**. -a) vgl. Apg. 19,1-5.++ 1076#Markus,1,5#5. Da gingen zu ihm hinaus die Leute aus dem ganzen jüdischen Lande und alle Bewohner Jerusalems. Die ließen sich im Jordanflusse von ihm taufen und bekannten ihre Sünden. 1077#Markus,1,6#6. Johannes trug ein Kleid von Kamelhaaren und um seine Hüften einen Ledergurt; er nährte sich von Heuschrecken und wildem Honig. 1078#Markus,1,7#7. In seiner Predigt sagte er: «Nach mir kommt einer, der hat größre Gewalt als ich; ich bin nicht wert, mich zu bücken und ihm seine Schuhriemen aufzubinden. 1079#Markus,1,8#8. Ich habe euch nur mit Wasser getauft; er aber wird euch mit Heiligem Geiste taufen.» 1080#Markus,1,9#9. In jenen Tagen kam nun auch Jesus aus dem galiläischen Orte Nazaret und ließ sich von Johannes im Jordan taufen. 1081#Markus,1,10#10. In dem Augenblicke, wo er aus dem Wasser wieder ans Ufer stieg, sah er, wie sich der Himmel öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herniederschwebte. 1082#Markus,1,11#11. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: «Du bist mein geliebter Sohn; dich hab ich erkoren.» 1083#Markus,1,12#12. Unmittelbar darauf führte ihn der Geist mit unwiderstehlicher Gewalt in die Wüste. 1084#Markus,1,13#13. Dort hielt er sich vierzig Tage auf und ward von dem Satan versucht. Die wilden Tiere umgaben ihn, und die Engel brachten ihm Speise. 1085#Markus,1,14#14. Als Johannes verhaftet war, kam Jesus nach Galiläa und verkündigte dort die Frohe Botschaft Gottes. 1086#Markus,1,15#15. «Die Zeit», so sprach er, «ist erfüllt, und Gottes Königreich ist nahe herbeigekommen! Ändert euern Sinn und glaubt an die Frohe Botschaft!» 1087#Markus,1,16#16. Als Jesus (eines Tages) an dem Ufer des Galiläischen Sees wandelte, sah er, wie Simon und sein Bruder Andreas gerade ein Wurfnetz in dem See auswarfen; denn sie waren Fischer. 1088#Markus,1,17#17. Jesus sprach zu ihnen: «Kommt und folgt mir! Ich will euch zu Menschenfischern machen.» 1089#Markus,1,18#18. Da ließen sie sofort ihre Netze liegen und folgten ihm. 1090#Markus,1,19#19. Als er eine kleine Strecke weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes, wie sie in ihrem Boote ihre Hochseenetze in Ordnung brachten. 1091#Markus,1,20#20. Sogleich berief er sie. Da ließen sie ihren Vater Zebedäus mit den Lohnarbeitern im Boote und folgten ihm. 1092#Markus,1,21#21. Sie kamen nach Kapernaum. Gleich am nächsten Sabbat ging er in das Versammlungshaus und lehrte. 1093#Markus,1,22#22. Da staunten die Leute ob seiner Lehre. Denn er lehrte sie wie einer, der (göttliche) Vollmacht dazu hatte, und nicht wie die Schriftgelehrten. 1094#Markus,1,23#23. Nun war in ihrem Versammlungshause ein Mensch, der hatte einen unreinen Geist. Der schrie plötzlich auf: 1095#Markus,1,24#24. «Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazaret? Du bist gekommen, um uns zu verderben. Wir wissen von dir, wer du bist: der Heilige Gottes.» 1096#Markus,1,25#25. Aber Jesus bedrohte ihn: «Schweig und fahr aus von ihm!» 1097#Markus,1,26#26. Da zerrte der unreine Geist den Menschen hin und her und fuhr aus von ihm mit lautem Geschrei. 1098#Markus,1,27#27. Da staunten sie alle und fragten einander: «Was bedeutet das? Das ist eine neue Lehre mit (göttlicher) Vollmacht! Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Gebote.» 1099#Markus,1,28#28. Und die Kunde von ihm verbreitete sich bald überall in jener ganzen Gegend Galiläas. 1100#Markus,1,29#29. Sobald sie das Versammlungshaus verlassen hatten, gingen sie, begleitet von Jakobus und Johannes, in die Wohnung des Simon und Andreas. 1101#Markus,1,30#30. Dort lag Simons Schwiegermutter fieberkrank darnieder. Das teilte man Jesus sofort mit. 1102#Markus,1,31#31. Da ging er zu ihr, ergriff sie bei der Hand und ließ sie aufstehn. Sogleich wich das Fieber von ihr, und sie wartete ihnen bei der Mahlzeit auf. 1103#Markus,1,32#32. Am Abend, nach Sonnenuntergang, brachte man alle Leidenden und Besessenen zu ihm. 1104#Markus,1,33#33. Ja die ganze Stadt war vor der Tür versammelt. 1105#Markus,1,34#34. Er heilte viele, die an mancherlei Krankheiten litten, und trieb viele böse Geister aus. Aber er erlaubte den Geistern nicht zu reden; denn sie wußten, wer er war-1-. -1) seine Würde und sein wahres Wesen sollten nicht vorzeitig bekannt werden, namentlich nicht durch böse Geister.++ 1106#Markus,1,35#35. Frühmorgens, als es noch ganz dunkel war, stand er auf, verließ das Haus und ging an eine einsame Stätte. Dort betete er. 1107#Markus,1,36#36. Simon aber und die andern (Jünger)-1- suchten ihn überall. -1) Andreas, Jakobus und Johannes (V. 29).++ 1108#Markus,1,37#37. Als sie ihn gefunden hatten, sprachen sie zu ihm: «Alle Leute fragen nach dir.» 1109#Markus,1,38#38. Er antwortete ihnen: «Gehn wir doch anderswohin in die Flecken ringsum! Auch dort will ich die Heilsbotschaft verkünden. Deshalb* bin ich ja von Hause weggegangen.» 1110#Markus,1,39#39. So predigte er in ganz Galiläa in ihren Versammlungshäusern und trieb die bösen Geister aus. 1111#Markus,1,40#40. Eines Tages nahte ihm ein Aussätziger. Der warf sich vor ihm auf die Knie und flehte ihn an: «Wenn du nur willst, kannst du mich reinigen.» 1112#Markus,1,41#41. Da streckte Jesus voll Mitleid seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: «Ich will es, werde rein!» 1113#Markus,1,42#42. Sobald er dies gesagt, wich der Aussatz von ihm, und er wurde rein. 1114#Markus,1,43#43. Jesus ließ ihn sofort gehn und befahl ihm streng-a-: -a) Mt. 9,30.++ 1115#Markus,1,44#44. «Hüte dich, irgendwie davon zu reden! Doch geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung das Opfer, das Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für die Leute.» 1116#Markus,1,45#45. Kaum aber war der Mann hinausgegangen, so begann er jedem von seiner Heilung zu erzählen. Ja er machte den Vorfall so bekannt, daß Jesus nicht mehr öffentlich in einer Stadt erscheinen konnte-1-. Er hielt sich vielmehr draußen an unbewohnten Orten auf. Aber auch dorthin strömten die Leute von allen Seiten zu ihm. -1) Jesus wollte nicht durch äußre Wundertaten die Gunst einer unbekehrten Menge gewinnen.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 2 -+ --- MENGE/Markus 2 -+ --- ALBRECHT/Markus 2 - 1117#Markus,2,1#1. Nach einigen Tagen-1- kehrte er wieder nach Kapernaum zurück*. Kaum ward es ruchbar, er sei zu Hause, -1) vlt. nahm seine Tätigkeit in Galiläa (Mk. 1,39) viele Wochen in Anspruch.++ 1118#Markus,2,2#2. da sammelten sich alsbald so viele (in seiner Wohnung), daß die Leute selbst vor der Tür nicht alle stehen konnten. Während er ihnen nun das Wort verkündigte, 1119#Markus,2,3#3. brachte man ihm einen Gelähmten, der von vier Männern getragen wurde. 1120#Markus,2,4#4. Da sie aber den Kranken der vielen Menschen wegen nicht zu ihm bringen konnten, deckten sie gerade über der Stelle, wo sich Jesus befand, das Dach ab-1-, machten dann in der Decke eine Öffnung und ließen durch diese das Bett hinab, worauf der Gelähmte lag. -1) zu dem platten Dache führte von außen eine Treppe.++ 1121#Markus,2,5#5. Als Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gelähmten: «Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!» 1122#Markus,2,6#6. Es saßen dort aber einige Schriftgelehrte, die dachten in ihren Herzen: 1123#Markus,2,7#7. «Wie darf dieser Mensch so reden? Er lästert ja! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?» 1124#Markus,2,8#8. Jesus erkannte sofort in seinem Geiste, daß sie so bei sich dachten, und sprach zu ihnen: «Was denkt ihr da in euern Herzen? 1125#Markus,2,9#9. Was ist leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: ,Deine Sünden sind dir vergeben' oder das Wort zu sprechen: ,Steh auf, nimm dein Bett und wandle'? 1126#Markus,2,10#10. Ihr sollt aber sehn, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben.» Nun wandte er sich zu dem Gelähmten und sprach: 1127#Markus,2,11#11. «Ich sage dir: Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!» 1128#Markus,2,12#12. Da stand er auf, nahm auf der Stelle sein Bett und ging vor aller Augen hinaus. Darüber waren alle außer sich vor Staunen und priesen Gott, indem sie laut bekannten: «So etwas haben wir noch nie erlebt!» 1129#Markus,2,13#13. Dann ging er wieder hinaus an den See. Da kam alles Volk zu ihm, und er lehrte sie. 1130#Markus,2,14#14. Im Vorbeigehn sah er Levi-1-, des Alphäus Sohn, vor seinem Zollhause sitzen, und er sprach zu ihm: «Folge mir nach!» Da stand er auf und folgte ihm. -1) d.i. Matthäus (Mt. 9,9).++ 1131#Markus,2,15#15. Als Jesus nun in Levis Hause zu Gaste war, nahmen auch viele Zöllner und Sünder-1- mit Jesus und seinen Jüngern am Mahle teil; denn eine große Zahl von ihnen hatte sich Jesus angeschlossen. -1) zu den Sündern wurden von den Juden außer den Zöllnern besonders die Räuber und die Wucherer gerechnet.++ 1132#Markus,2,16#16. Als ihn aber einige Schriftgelehrte, die zu den Pharisäern gehörten, mit Sündern und Zöllnern essen sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: «Mit den Zöllnern und Sündern ißt er?» 1133#Markus,2,17#17. Jesus hörte das und sprach zu ihnen: «Nicht die Gesunden bedürfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu berufen, sondern Sünder.» 1134#Markus,2,18#18. Die Jünger des Johannes und der Pharisäer fasteten einst-1-. Da kamen die Leute zu Jesus und fragten ihn: «Warum fasten die Jünger des Johannes und die Jünger der Pharisäer (so viel), während deine Jünger nicht fasten?» -1) die strengen Juden fasteten jeden Montag und Donnerstag.++ 1135#Markus,2,19#19. Jesus antwortete ihnen: «Können denn die Hochzeitsgäste fasten, solange der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. 1136#Markus,2,20#20. Es kommt aber die Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen ist: dann werden sie fasten. 1137#Markus,2,21#21. Niemand setzt einen Flicken von neuem Tuch auf ein altes Kleid. Sonst reißt der neue Einsatz noch an andern Stellen etwas von dem alten Kleide weg, und der Riß wird desto ärger. 1138#Markus,2,22#22. Es gießt auch niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der Wein die Schläuche, und dann geht der Wein samt den Schläuchen verloren. Drum soll man neuen Wein in neue Schläuche gießen.» 1139#Markus,2,23#23. Einst ging er am Sabbat durch Getreidefelder. Beim Gehen begannen seine Jünger Ähren abzureißen. 1140#Markus,2,24#24. Da sprachen die Pharisäer zu ihm: «Sieh doch! warum tun sie etwas, was man am Sabbat nicht darf?» 1141#Markus,2,25#25. Er antwortete ihnen: «Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er nichts zu essen hatte und ihn und seine Begleiter hungerte? 1142#Markus,2,26#26. Wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar* in das Haus Gottes ging und die Schaubrote aß, die nur die Priester essen dürfen, und auch seinen Gefährten davon gab?» 1143#Markus,2,27#27. Dann fuhr er fort: «Der Sabbat ist da um des Menschen willen und nicht der Mensch um des Sabbats willen. 1144#Markus,2,28#28. Drum ist der Menschensohn auch über den Sabbat Herr.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 3 -+ --- MENGE/Markus 3 -+ --- ALBRECHT/Markus 3 - 1145#Markus,3,1#1. Als er wieder einmal in das Versammlungshaus-a- kam, war dort ein Mann mit einem abgestorbenen Arm. -a) Mk. 1,21.23.29.++ 1146#Markus,3,2#2. Und sie-1- lauerten ihm auf, ob er ihn wohl am Sabbat heilen werde; denn sie suchten einen Grund, ihn zu verklagen. -1) die Pharisäer.++ 1147#Markus,3,3#3. Da sprach er zu dem Mann mit dem abgestorbenen Arm: «Steh auf, tritt vor!» 1148#Markus,3,4#4. Dann fragte er sie: «Soll man am Sabbat lieber Gutes oder Böses tun, ein Leben retten oder vernichten?» Sie aber schwiegen. 1149#Markus,3,5#5. Da sah er sie ringsum zornig an und zugleich voll Trauer über die Verstocktheit ihres Herzens. Dann sprach er zu dem Manne: «Strecke deinen Arm aus!» Da streckte er ihn aus, und sein Arm ward wiederhergestellt. 1150#Markus,3,6#6. Als die Pharisäer den Gottesdienst verließen, berieten sie sich alsbald mit den Anhängern des Herodes-a- wider ihn, wie sie ihn zu Tode bringen könnten. -a) Mt. 22,16.++ 1151#Markus,3,7#7. Jesus ging hierauf mit seinen Jüngern an den See-1- zurück, und eine große Volksmenge aus Galiläa zog ihm nach. Auch aus Judäa -1) Genezaret.++ 1152#Markus,3,8#8. und Jerusalem, aus Idumäa, dem Ostjordanlande und aus der Gegend von Tyrus und Sidon kamen die Leute auf die Kunde von seinen Taten in großen Scharen zu ihm. 1153#Markus,3,9#9. Da sagte er zu seinen Jüngern-1-, es solle der vielen Leute wegen stets ein Boot für ihn bereitstehn, damit man ihn nicht dränge. -1) jedenfalls den vier Schiffern unter ihnen (Mk. 1,16-20).++ 1154#Markus,3,10#10. Denn weil er viele heilte, so stürzten sich alle, die ein Leiden hatten, auf ihn, um ihn anzurühren. 1155#Markus,3,11#11. Und wenn ihn die unreinen Geister erblickten, so fielen sie vor ihm nieder und schrien: «Du bist Gottes Sohn!» 1156#Markus,3,12#12. Aber dann verbot er ihnen aufs strengste, ihn bekanntzumachen. 1157#Markus,3,13#13. Eines Tages ging er auf das Gebirge-1-. Dorthin rief er zu sich, die er selbst bestimmte, und sie kamen zu ihm. -1) nördlich vom See Genezaret.++ 1158#Markus,3,14#14. Aus ihnen erwählte er zwölf, die sollten ständig um ihn sein, und er wollte sie aussenden, damit sie das Wort verkündigten 1159#Markus,3,15#15. und auch die Macht besäßen, die bösen Geister auszutreiben. 1160#Markus,3,16#16. Dies sind nun die Zwölfe, die er bestellte: Simon, dem er den Namen Petrus gab; 1161#Markus,3,17#17. ferner Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, der Bruder des Jakobus, denen er den Namen Boanerges, das heißt Donnersöhne, gab-1-; -1) vlt. wegen ihrer feurigen, heftigen Sinnesart (Mk. 9,38; 10,35ff; Lk. 9,54).++ 1162#Markus,3,18#18. ferner Andreas, Philippus, Bartholomäus, Matthäus, Thomas, Jakobus, der Sohn des Alphäus, Thaddäus, Simon der Eiferer 1163#Markus,3,19#19. und Judas aus Kariot, der ihn verraten hat. 1164#Markus,3,20#20. Als er nach Hause kam-a-, sammelten sich wieder viel Leute, so daß sie nicht einmal Gelegenheit hatten, einen Imbiß zu nehmen*. -a) Mk. 2,1; 1,29.++ 1165#Markus,3,21#21. Als seine Verwandten das erfuhren-1-, kamen sie herbei, um ihn mit Gewalt hinwegzuführen. Denn sie sagten: «Er ist von Sinnen-2-!» -1) daß er wieder zu Hause sei.   2) für seinen heiligen Eifer im Dienste seines Vaters hatten sie kein Verständnis; sie sahen darin nichts als Überspanntheit.++ 1166#Markus,3,22#22. Die Schriftgelehrten aber, die von Jerusalem gekommen waren, sprachen: «Er ist besessen von Beelzebul, und im Bunde mit dem Obersten der bösen Geister treibt er die Teufel aus.» 1167#Markus,3,23#23. Da rief er sie heran und wandte sich an sie in einer Gleichnisrede. «Wie ist es möglich», so sprach er, «daß der Satan den Satan austreiben kann? 1168#Markus,3,24#24. Ein Reich, das in sich selbst uneins ist, ein solches Reich kann nicht bestehn. 1169#Markus,3,25#25. Ein Haus, das in sich selbst uneins ist, ein solches Haus kann nicht bestehn. 1170#Markus,3,26#26. Wenn sich nun der Satan gegen seine eigne Macht erhebt und mit sich selbst uneins ist, so kann er nicht länger bestehn, sondern es ist aus mit ihm. 1171#Markus,3,27#27. Niemand kann in das Haus eines starken Kriegsmannes dringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet; dann erst kann er sein Haus berauben. 1172#Markus,3,28#28. Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben, auch alle Lästerungen, die sie aussprechen mögen. 1173#Markus,3,29#29. Wer aber eine Lästerung ausspricht gegen den Heiligen Geist, der findet in Ewigkeit keine Vergebung: er ist einer Sünde schuldig, die ewig auf ihm lastet.» 1174#Markus,3,30#30. So sprach Jesus, weil sie sagten: «Er hat einen unreinen Geist.» 1175#Markus,3,31#31. Da kamen seine Brüder und seine Mutter-1-. Die blieben draußen stehn und ließen ihn zu sich rufen. -1) V. 21 ist von entferntern Verwandten Jesu die Rede, hier von seinen nächsten Blutsverwandten.++ 1176#Markus,3,32#32. Es saß aber eine Menge Menschen um ihn. Da sagte man zu ihm: «Sieh, deine Mutter, deine Brüder und deine Schwestern sind draußen und fragen nach dir.» 1177#Markus,3,33#33. Er antwortete: «Wer ist meine Mutter? Wer sind meine Brüder?» 1178#Markus,3,34#34. Dann sah er auf die, die rings im Kreise um ihn saßen, und sprach: «Da seht meine Mutter und meine Brüder! 1179#Markus,3,35#35. Denn wer den Willen Gottes tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 4 -+ --- MENGE/Markus 4 -+ --- ALBRECHT/Markus 4 - 1180#Markus,4,1#1. Dann begann er von neuem an dem Ufer des Sees zu lehren. Da sammelte sich eine sehr große Schar um ihn. Deshalb stieg er in einen Fischerkahn und setzte sich dort nieder: so war er auf dem See, während die Leute dicht gedrängt am Ufer auf dem Lande standen. 1181#Markus,4,2#2. Und er lehrte sie vielerlei durch Gleichnisse. In seiner Unterweisung sagte er ihnen: 1182#Markus,4,3#3. «Merkt auf! Ein Sämann ging aus zu säen. 1183#Markus,4,4#4. Beim Säen fielen einige Körner an den Weg. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. 1184#Markus,4,5#5. Andre Körner fielen auf steinigen Grund, wo sie nicht viel Erde hatten. Dort schossen sie schnell in den Halm, weil es der Erdschicht an Tiefe fehlte. 1185#Markus,4,6#6. Als dann die Sonne heiß schien, litten die Halme von ihrer Glut; und weil sie nicht Wurzel hatten, verdorrten sie. 1186#Markus,4,7#7. Andre Körner fielen dahin, wo Dornen wuchsen. Da schossen die Dornen auf und erstickten die Saat, und es gab keine Frucht. 1187#Markus,4,8#8. Andre Körner fielen auf guten Boden. Die keimten und wuchsen und brachten Früchte: Dreißigfältig, sechzigfältig, ja hundertfältig.» 1188#Markus,4,9#9. Und er schloß mit den Worten: «Wer Ohren hat zu hören, der höre!» 1189#Markus,4,10#10. Als er dann wieder allein war, fragten ihn die Jünger samt den Zwölfen nach diesem Gleichnis. 1190#Markus,4,11#11. Da sprach er zu ihnen: «Euch ist vertraut des Gottesreichs geheimnisvolle Wahrheit. Den andern aber, die draußen stehn-a-, wird alles nur in Gleichnisreden mitgeteilt. -a) 1.Kor. 5,12; 1.Thes. 4,12.++ 1191#Markus,4,12#12. Denn: Sie sollen sehn und nicht erkennen, sie sollen hören und nicht verstehn, damit sie nicht zur Umkehr kommen und Vergebung finden-a-.» -a) Jes. 6,9.10 in freier Wiedergabe.++ 1192#Markus,4,13#13. Dann fuhr er fort: «Dies Gleichnis versteht ihr nicht? Wie wollt ihr da die andern alle fassen? 1193#Markus,4,14#14. Der Sämann sät das Wort. 1194#Markus,4,15#15. Bei denen das Wort an den Weg fällt, da wird das Wort wohl ausgesät, doch wenn sie es kaum gehört, so kommt schon der Satan und nimmt das in ihr Herz gestreute Wort hinweg. 1195#Markus,4,16#16. Bei denen der Same auf steinigen Boden fällt, die nehmen das Wort, sobald sie es hören, mit Freuden auf; 1196#Markus,4,17#17. aber es schlägt in ihnen nicht Wurzel, sondern sie halten nur eine Zeitlang aus. Kommt dann Trübsal oder Verfolgung wegen des Worts, so werden sie bald im Glauben wankend. 1197#Markus,4,18#18. Bei andern fällt der Same unter die Dornen. Diese Leute sind wohl Hörer des Worts, 1198#Markus,4,19#19. aber die irdischen Sorgen, der verführerische Reiz des Reichtums und tausend andre Begierden-1-, die dringen ins Herz und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht. -1) z.B. Wollust, Ehrgeiz usw.++ 1199#Markus,4,20#20. Aber auch solche gibt es, bei denen der Same auf guten Boden fällt. Die hören das Wort und nehmen es auf und bringen Frucht: Dreißigfältig, sechzigfältig, ja hundertfältig.» 1200#Markus,4,21#21. Weiter sprach er zu ihnen: «Bringt man eine Lampe in ein Zimmer, um sie unter einen Scheffel oder unter ein Bett zu setzen? Nein, man stellt sie auf den Leuchter-a-. -a) Mt. 5,15.++ 1201#Markus,4,22#22. Denn nichts ist so verborgen, daß es nicht einmal offenbar würde; und nichts ist so versteckt, daß es nicht dereinst ans Licht käme-a-. -a) Mt. 10,26; Lk. 12,2.++ 1202#Markus,4,23#23. Wer Ohren hat zu hören, der höre!» 1203#Markus,4,24#24. Dann fuhr er fort: «Achtet auf das, was ihr hört! Mit dem Maße, womit ihr messet, soll euch, den Hörern, zugemessen werden, und noch darüber hinaus-1-*. -1) der gleichlautende Spruch in Mt. 7,2 (und auch Lk. 6,38) hat in dem dortigen Zusammenhange einen andern Sinn.++ 1204#Markus,4,25#25. Denn wer (die rechte Aufmerksamkeit) hat, dem wird (Erkenntnis) mitgeteilt; wer (sie) aber nicht hat, dem soll sogar (das wenige), was er (noch an Erkenntnis) hat, genommen werden-a-.» -a) Mt. 13,12; 25,29.++ 1205#Markus,4,26#26. Weiter sprach er: «Mit dem Gottesreiche verhält es sich so wie mit einem Landmann, der Samen auf den Acker streut. 1206#Markus,4,27#27. Mag er schlafen oder wachen, bei Nacht und bei Tage - der Samen sprießt, und der Halm wird länger, er begreift nicht, wie es zugeht. 1207#Markus,4,28#28. Ganz von selbst bringt die Erde Frucht: Zuerst den Halm, dann die Ähre, dann den Weizen, der die Ähre füllt. 1208#Markus,4,29#29. Ist aber die Frucht zur Reife gelangt, so schickt er alsbald die Schnitter hin; denn die Erntezeit ist da-a-*!» -a) Joel 4,13; Offb. 14,15.++ 1209#Markus,4,30#30. Weiter sprach er: «Wie sollen wir Gottes Königreich abbilden, oder in welche Gleichnisrede sollen wir es fassen? 1210#Markus,4,31#31. Es ist einem Senfkorn gleich. Sät man das aufs Land, so ist's das kleinste unter allen Samenkörnern auf Erden. 1211#Markus,4,32#32. Aber ist es einmal gesät, so wächst es heran und wird am größten unter allen Gartenkräutern. Ja es treibt so große Zweige, daß unter seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können.» 1212#Markus,4,33#33. Durch viele solche Gleichnisreden verkündigte er den Leuten je nach ihrer Fassungskraft das Wort. 1213#Markus,4,34#34. Während er aber zu dem Volke überhaupt nur in Gleichnissen zu reden pflegte, gab er seinen Jüngern, wenn er mit ihnen allein war, von den Gleichnisreden stets eine Auslegung. 1214#Markus,4,35#35. Am Abend jenes Tages sprach er zu seinen Jüngern: «Laßt uns ans andre Ufer fahren!» 1215#Markus,4,36#36. Da ließen sie die Menge gehn und führten ihn, müde wie er war, ins Boot. Noch andre Boote fuhren mit ihm. 1216#Markus,4,37#37. Da brach ein heftiger Sturmwind los, und die Wogen schlugen hinein ins Boot, daß es sich mit Wasser zu füllen begann. 1217#Markus,4,38#38. Und er war hinten im Heck, auf dem Kissen schlafend niedergestreckt. Da weckten sie ihn und sprachen zu ihm: «Meister, kümmert's dich nicht, daß wir ertrinken?» 1218#Markus,4,39#39. Da stand er auf und schalt den Wind und sprach zum See: «Schweig! Verstumme!» Da legte sich der Wind, und es ward eine tiefe Stille. 1219#Markus,4,40#40. Da sprach er zu ihnen: «Warum seid ihr so furchtsam? Fehlt's euch denn noch immer an Glauben?» 1220#Markus,4,41#41. Da erfaßte sie großes Entsetzen, und sie sprachen zueinander: «Wer ist doch dieser Mann, daß ihm selbst Wind und Wogen gehorchen?»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 5 -+ --- MENGE/Markus 5 -+ --- ALBRECHT/Markus 5 - 1221#Markus,5,1#1. Sie kamen an das andre Ufer des Sees in das Gebiet der Gerasener-1-*. -1) nach aL: Gergesener.++ 1222#Markus,5,2#2. Als er aus dem Boote stieg, kam ihm plötzlich aus den Gräbern, die dort waren, ein Mensch entgegen, der von einem unreinen Geiste besessen war. 1223#Markus,5,3#3. Der hauste in den Felsengräbern, und niemand hatte ihn bis dahin fesseln können, nicht einmal mit Ketten. 1224#Markus,5,4#4. Denn oft schon hatte man ihn an Händen und Füßen gebunden; aber immer wieder hatte er die Handfesseln zerrissen und die Fußketten zerrieben, und niemand konnte ihn bändigen. 1225#Markus,5,5#5. Beständig, bei Tag und bei Nacht, hielt er sich in den Gräbern und in den Bergen auf; dabei schrie er laut und zerschlug sich mit Steinen. 1226#Markus,5,6#6. Als er nun Jesus von weitem sah, rannte er hin, fiel vor ihm nieder 1227#Markus,5,7#7. und rief mit lauter Stimme: «Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich beschwöre dich bei Gott: quäle mich doch nicht!» 1228#Markus,5,8#8. Jesus wollte nämlich zu ihm sagen: «Fahr aus von dem Menschen, du unreiner Geist!» 1229#Markus,5,9#9. Da fragte ihn Jesus: «Wie heißest du*?» Er antwortete: «Ich heiße Legion-1-; denn unser sind viele.» -1) ein starkes Geisterheer wohnte in dem Menschen, so zahlreich wie eine röm. Legion, die über 6000 Mann hatte.++ 1230#Markus,5,10#10. Die bösen Geister baten ihn dringend, sie nicht aus jener Gegend wegzusenden. 1231#Markus,5,11#11. Nun weidete dort am Bergeshang eine große Herde Schweine. 1232#Markus,5,12#12. Da baten sie ihn: «Sende uns in die Schweine dort; laß uns in sie fahren!» 1233#Markus,5,13#13. Jesus erlaubte es ihnen sofort. Nun fuhren die unreinen Geister aus und gingen in die Schweine. Da stürmte die Herde den Abhang hinab in den See, an zweitausend Stück, und sie ertranken im See. 1234#Markus,5,14#14. Ihre Hirten aber flohen und erzählten den Vorfall in der Stadt und auf dem Lande. Da eilten die Leute herbei, um zu schauen, was da geschehen. 1235#Markus,5,15#15. Als sie zu Jesus kamen und sahen, wie der Mann, der eben noch von der Geisterschar besessen gewesen war, bekleidet und vernünftig dasaß, da wurden sie von Furcht ergriffen. 1236#Markus,5,16#16. Die Augenzeugen erzählten ihnen auch, wie es dem Besessenen ergangen war, dazu den Vorfall mit den Schweinen. 1237#Markus,5,17#17. Da begannen sie ihn zu bitten, er möge ihr Gebiet verlassen. 1238#Markus,5,18#18. Als Jesus in das Boot steigen wollte, bat ihn der geheilte Besessene, daß er bei ihm bleiben dürfe. 1239#Markus,5,19#19. Doch er erlaubte es ihm nicht, sondern sprach zu ihm: «Geh heim zu deinen Angehörigen und erzähle ihnen, was der Herr an dir getan und wie er sich dein erbarmt hat!» 1240#Markus,5,20#20. Da ging er hin und begann in den Zehn Städten-a- zu verkünden, was Jesus an ihm getan, und alle waren darüber verwundert. -a) Mt. 4,25.++ 1241#Markus,5,21#21. Als Jesus in dem Boote wieder ans andre Ufer kam, sammelte sich eine große Volksmenge um ihn. Er war noch am Ufer des Sees, 1242#Markus,5,22#22. da erschien ein Gemeindevorsteher, mit Namen Jairus**. Kaum sah er Jesus, da fiel er ihm zu Füßen 1243#Markus,5,23#23. und bat ihn dringend: «Mein Töchterlein liegt in den letzten Zügen; komm doch und leg ihr die Hände auf, damit sie gesund werde und am Leben bleibe!» 1244#Markus,5,24#24. Da ging er mit ihm. Eine große Volksmenge begleitete ihn und umdrängte ihn von allen Seiten. 1245#Markus,5,25#25. Nun war dort eine Frau, die litt schon zwölf Jahre am Blutfluß. 1246#Markus,5,26#26. Sie hatte unter den Händen mancher Ärzte Schweres erduldet und ihr ganzes Vermögen dabei zugesetzt. Doch alles war ohne Nutzen geblieben: ihr Leiden war nur noch schlimmer geworden. 1247#Markus,5,27#27. Da hörte sie von Jesus. Diese Frau trat jetzt im Gedränge von hinten zu ihm und berührte seinen Mantel. 1248#Markus,5,28#28. Denn sie dachte: «Wenn ich auch nur seine Kleider berühre, so werde ich gesund.» 1249#Markus,5,29#29. Sofort hörte ihr Blutfluß auf, und sie fühlte in ihrem Körper, daß sie von ihrer Plage geheilt war. 1250#Markus,5,30#30. Aber auch Jesus merkte sogleich, daß Heilungskraft von ihm ausgegangen war. Daher wandte er sich um im Gedränge und fragte: «Wer hat meine Kleider angerührt?» 1251#Markus,5,31#31. Seine Jünger antworteten ihm: «Du siehst doch, wie dich die Leute drängen, und da fragst du: Wer hat mich angerührt?» 1252#Markus,5,32#32. Doch seine Augen suchten in der Runde, um die herauszufinden, die es getan. 1253#Markus,5,33#33. Da geriet die Frau in Furcht, und zitternd vor Angst - denn sie wußte, was ihr geschehn - trat sie hervor, fiel vor ihm nieder und erzählte ihm die volle Wahrheit. 1254#Markus,5,34#34. Er aber sprach zu ihr: «Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht. Geh hin in Frieden und sei genesen von deiner Plage!» 1255#Markus,5,35#35. Während er noch so redete, erschienen Boten aus dem Hause des Gemeindevorstehers und meldeten ihm: «Deine Tochter ist schon gestorben; was bemühest du den Meister noch?» 1256#Markus,5,36#36. Jesus aber beachtete diese Worte nicht weiter, sondern sprach sofort zu dem Vorsteher: «Fürchte dich nicht, glaube nur!» 1257#Markus,5,37#37. Und er ließ niemand mitgehn als Petrus, Jakobus und Johannes, des Jakobus Bruder. 1258#Markus,5,38#38. So kamen sie in des Vorstehers Haus. Dort ging es lärmend zu: Jesus hörte lautes Weinen und Klagen. 1259#Markus,5,39#39. Da trat er ein und sagte zu den Leuten: «Was lärmt und weint ihr denn? Das Kind ist ja nicht tot, es schläft nur.» 1260#Markus,5,40#Da verlachten sie ihn. 40. Nun schickte er die Leute alle hinaus. Nur des Kindes Eltern und seine Jünger, die ihn begleiteten, nahm er mit und trat in das Gemach, wo das Mädchen lag. 1261#Markus,5,41#41. Er faßte das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: «Talitha kum», das heißt: «Mägdlein, ich sage dir: steh auf!» 1262#Markus,5,42#42. Sofort erhob sich das Mädchen und ging umher. Denn sie war schon zwölf Jahre alt*. Da gerieten sie-1- alsbald vor Staunen ganz außer sich. -1) die Eltern des Mädchens und die drei Jünger (V. 37.40).++ 1263#Markus,5,43#43. Doch er gebot ihnen streng, daß niemand davon erführe. Und er ließ dem Kinde zu essen geben-1-. -1) um dadurch zu zeigen, daß das Kind nicht nur vom Tode, sondern auch von seiner frühern Krankheit errettet sei.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 6 -+ --- MENGE/Markus 6 -+ --- ALBRECHT/Markus 6 - 1264#Markus,6,1#1. Dann ging er weg von dort-1- und kam in seine Vaterstadt-2-, und seine Jünger folgten ihm. -1) von Kapernaum.   2) Nazaret.++ 1265#Markus,6,2#2. Am nächsten Sabbat fing er an, in dem Versammlungshause zu lehren. Viele der Hörer sprachen voll Staunen: «Woher hat er das? Welche Weisheit ist ihm verliehen? Und solche Wunder geschehen durch seine Hände? 1266#Markus,6,3#3. Ist das nicht der Tischler*, der Sohn Marias und der Bruder des Jakobus, Joses, Judas und Simon? Wohnen nicht auch seine Schwestern hier bei uns?» Und sie wollten nichts von ihm wissen. 1267#Markus,6,4#4. Da sprach Jesus zu ihnen: «Ein Prophet gilt nirgend so wenig wie in seiner Heimat und bei seinen Verwandten und Hausgenossen.» 1268#Markus,6,5#5. Er konnte dort auch kein einziges Wunder tun; nur einige Kranke machte er durch Handauflegung gesund. 1269#Markus,6,6#6. Und er war verwundert über ihren Unglauben. Dann durchzog er lehrend die Dörfer im Umkreis. 1270#Markus,6,7#7. Darauf rief er die Zwölf herbei und begann sie zu zweien auszusenden. Dabei gab er ihnen Macht über die unreinen Geister. 1271#Markus,6,8#8. Er befahl ihnen, außer einem Wanderstabe nichts mit auf den Weg zu nehmen: kein Brot, keinen Ranzen, kein Geld im Gürtel; 1272#Markus,6,9#9. «aber», so fuhr er fort, «ihr sollt Schuhe tragen, doch nicht zwei Unterkleider anziehn.» 1273#Markus,6,10#10. Ferner sprach er zu ihnen: «In jedem Hause, wo ihr Eingang findet, da bleibet, bis ihr weiter wandert! 1274#Markus,6,11#11. Wo man euch aber nicht aufnimmt und hören will, den Ort verlaßt und schüttelt den Staub von euern Füßen, zum Zeugnis wider sie!» 1275#Markus,6,12#12. So zogen sie aus und forderten zur Sinnesänderung auf. 1276#Markus,6,13#13. Sie trieben viele böse Geister aus; viele Kranke salbten sie mit Öl und heilten sie-a-. -a) Jak. 5,14.++ 1277#Markus,6,14#14. Auch der König Herodes hörte von Jesus, denn sein Name war in aller Mund. Einige sagten: «Johannes der Täufer ist von den Toten auferstanden; darum sind die Wunderkräfte in ihm wirksam.» 1278#Markus,6,15#15. Andre meinten: «Er ist Elia», wieder andre: «Er ist ein Prophet, ähnlich den Propheten der alten Zeit.» 1279#Markus,6,16#16. Als aber Herodes davon hörte, sprach er: «Es ist Johannes, den ich habe enthaupten lassen; der ist wieder auferstanden!» 1280#Markus,6,17#17. Herodes hatte nämlich Johannes festnehmen lassen und in Ketten gefangengehalten wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus. Die hatte Herodes geheiratet. 1281#Markus,6,18#18. Aber Johannes hatte ihm gesagt: «Du darfst deines Bruders Weib nicht zur Frau haben.» 1282#Markus,6,19#19. Deshalb haßte ihn Herodias, und sie wollte ihn zu Tode bringen. Doch das gelang ihr nicht. 1283#Markus,6,20#20. Denn Herodes hatte Ehrfurcht vor Johannes. Er kannte ihn als einen gerechten und heiligen Mann. Darum nahm er ihn in Schutz. Und oft, wenn er ihn hörte, bekam er starke Gewissensbedenken; trotzdem hörte er ihn gern. 1284#Markus,6,21#21. Endlich kam für Herodias eine gelegene Stunde; Herodes gab an seinem Geburtstage seinen hohen Würdenträgern und ersten Hauptleuten und den Vornehmen von Galiläa ein Festgelage. 1285#Markus,6,22#22. Da trat die Tochter der Herodias ein und tanzte. Damit gefiel sie Herodes und seinen Gästen. Und der König sprach zu dem Mädchen: «Erbitte von mir, was du willst; du sollst es haben!» 1286#Markus,6,23#23. Ja er schwur ihr: «Was du von mir verlangst, das will ich dir geben, und sei es die Hälfte meines Königreichs.» 1287#Markus,6,24#24. Da ging sie hinaus und fragte ihre Mutter: «Was soll ich mir fordern?» Die sagte: «Das Haupt Johannes des Täufers.» 1288#Markus,6,25#25. Gleich ging sie in Eile wieder zum König hinein und bat ihn: «Laß mir sofort auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers geben!» 1289#Markus,6,26#26. Da ward der König aufs tiefste betrübt. Aber um seines Eides und seiner Gäste willen wollte er ihr die Bitte nicht versagen. 1290#Markus,6,27#27. So sandte denn der König auf der Stelle einen seiner Leibwächter hin mit dem Befehl, des Johannes Haupt zu bringen. Der ging und enthauptete ihn im Gefängnis. 1291#Markus,6,28#28. Dann brachte er sein Haupt auf einer Schüssel und gab es dem Mädchen, und das Mädchen gab's ihrer Mutter. 1292#Markus,6,29#29. Als die Jünger des Johannes dies erfuhren, da kamen sie, holten seinen Leichnam und begruben ihn. 1293#Markus,6,30#30. Die Apostel berichteten Jesus bei ihrer Rückkehr-a- alles, was sie getan und gelehrt hatten. -a) Mk. 6,7.++ 1294#Markus,6,31#31. Da sprach er zu ihnen: «Kommt, laßt uns allein in eine menschenleere Gegend gehn: da ruhet ein wenig!» Denn es war ein ständiges Kommen und Gehn, und sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen. 1295#Markus,6,32#32. Da fuhren sie allein in ihrem Boot an einen abgelegenen Ort. 1296#Markus,6,33#33. Aber viele sahen sie abfahren und erkannten sie. So kam es, daß aus allen Städten dort, wohin das Boot steuerte, Leute zu Fuß zusammenliefen und noch vor ihnen den Ort erreichten. 1297#Markus,6,34#34. Als Jesus aus dem Boote stieg, sah er eine große Schar. Er empfand tiefes Mitleid bei dem Anblick der Leute, denn sie waren wie Schafe ohne Hirten-a-. Und er begann, sie über vieles zu belehren. -a) 4.Mo. 27,17; Hes. 34,5.++ 1298#Markus,6,35#35. Als der Tag zur Neige ging, traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Die Gegend hier ist unbewohnt, und es ist schon spät. 1299#Markus,6,36#36. Laß deshalb die Leute ziehn, damit sie in die umliegenden Gehöfte und Dörfer gehen und sich Lebensmittel kaufen.» 1300#Markus,6,37#37. Er aber antwortete: «Gebt ihr ihnen doch zu essen!» Da entgegneten sie ihm: «Sollen wir hingehn und für zweihundert Silberlinge* Brot kaufen und ihnen zu essen geben?» 1301#Markus,6,38#38. Da fragte er sie: «Wieviel Brote habt ihr? Geht hin, seht nach!» Sie sahen nach und sagten: «Fünf und außerdem zwei Fische.» 1302#Markus,6,39#39. Da befahl er ihnen, alle sollten sich gruppenweise auf dem grünen Rasen lagern. 1303#Markus,6,40#40. Und sie setzten sich in Scharen zu hundert und zu fünfzig nieder. 1304#Markus,6,41#41. Nun nahm er die fünf Brote und die beiden Fische, sah auf zum Himmel und sprach den Lobpreis. Dann brach er die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie den Leuten vorlegten. Auch die beiden Fische teilte er unter sie alle. 1305#Markus,6,42#42. So aßen alle und wurden satt. 1306#Markus,6,43#43. Ja man las noch zwölf große Körbe voll Brocken auf, dazu auch Überbleibsel von den Fischen. 1307#Markus,6,44#44. Die aber von den Broten gegessen hatten, deren Zahl betrug fünftausend Mann. 1308#Markus,6,45#45. Gleich darauf drängte er seine Jünger, in das Boot zu gehn und an das andre Ufer nach Bethsaida vorauszufahren, während er selbst das Volk entlassen wollte. 1309#Markus,6,46#46. Als er die Leute verabschiedet hatte, ging er auf die Bergeshöhe, um dort zu beten. 1310#Markus,6,47#47. Beim Eintritt der Dunkelheit war das Boot mitten auf dem See und er allein auf dem Lande. 1311#Markus,6,48#48. Da sah er, wie sie große Mühe beim Rudern hatten, denn sie fuhren gegen den Wind. Um die vierte Nachtwache kam er, über den See hinwandelnd, auf sie zu, 49. als wollte er an ihnen vorübergehn. 1312#Markus,6,49#Als sie ihn so auf dem See wandeln sahen, meinten sie, es wäre ein Gespenst, und schrien auf. 1313#Markus,6,50#50. Denn alle sahen ihn und waren voll Entsetzen. Aber alsbald redete er sie an. Er sprach zu ihnen: «Seid getrost, ich bin's; fürchtet euch nicht!» 1314#Markus,6,51#51. Dann stieg er zu ihnen ins Boot: da legte sich der Wind. Darüber gerieten sie vor Staunen ganz außer sich. 1315#Markus,6,52#52. Denn durch die wunderbare Speisung mit den Broten hatten sie nichts gelernt: ihr Herz war stumpf und unempfänglich geblieben. 1316#Markus,6,53#53. Nach ihrer Überfahrt landeten sie in Genezaret und gingen dort vor Anker. 1317#Markus,6,54#54. Als sie das Boot verließen, erkannten ihn die Leute sogleich: 1318#Markus,6,55#55. sie eilten umher in der ganzen Gegend und trugen die Kranken auf ihren Betten hierhin und dorthin, wo er nach dem Gerücht sich aufhielt. 1319#Markus,6,56#56. In den Dörfern, Städten und Gehöften, wohin er kam, setzte man die Kranken auf die freien Plätze und bat ihn, daß sie nur die Quaste seines Mantels berühren dürften. Und alle, die sie berührten, wurden gesund.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 7 -+ --- MENGE/Markus 7 -+ --- ALBRECHT/Markus 7 - 1320#Markus,7,1#1. Eines Tages fanden sich die Pharisäer bei ihm ein und einige Schriftgelehrte, die aus Jerusalem gekommen waren. 1321#Markus,7,2#2. Die sahen, wie einige seiner Jünger mit unreinen, das heißt mit ungewaschenen Händen ihre Mahlzeit hielten. - 1322#Markus,7,3#3. Die Pharisäer nämlich und alle Juden essen nichts, ohne sich vorher nach den Satzungen der Vorfahren vom Ellenbogen bis zu den Fingerspitzen die Hände zu waschen. 1323#Markus,7,4#4. Auch wenn sie vom Markte nach Hause kommen, genießen sie nicht eher etwas, als bis sie sich mit Wasser besprengt haben. Außerdem haben sie noch vieles andre zu halten angenommen: so zum Beispiel spülen sie Becher, Krüge und Kupfergeschirr vor dem Gebrauch im Wasser ab. - 1324#Markus,7,5#5. Da fragten ihn die Pharisäer und die Schriftgelehrten: «Warum befolgen deine Jünger nicht die Vorschriften, die uns die Alten überliefert haben, sondern essen ihre Mahlzeit mit ungewaschenen Händen?» 1325#Markus,7,6#6. Er antwortete ihnen: «Treffend hat Jesaja von euch Heuchlern geweissagt in dem Schriftwort: ,Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen. Doch ihr Herz ist fern von mir. 1326#Markus,7,7#7. Ihr Gottesdienst ist wertlos, denn sie verkünden Lehren, die nichts als Menschensatzung sind-a-.' -a) Jes. 29,13.++ 1327#Markus,7,8#8. Gottes Gebot laßt ihr außer acht und haltet statt dessen der Menschen Satzung: -1-ihr spület Krüge und Becher ab, und viel andres derart beobachtet ihr.»-1- -1-1) diese Worte fehlen in manchen altHs.++ 1328#Markus,7,9#9. Dann fuhr er fort: «Ihr versteht es trefflich, Gottes Gebot beiseitezusetzen, um eure Überlieferung festzuhalten. 1329#Markus,7,10#10. Mose hat zum Beispiel geboten: ,Ehre deinen Vater und deine Mutter-a-', und: ,wer Vater oder Mutter schmäht, der soll des Todes sterben-b-!' -a) 2.Mo. 20,12.   b) 2.Mo. 21,17.++ 1330#Markus,7,11#11. Ihr aber lehrt: Wenn ein Sohn zum Vater oder zur Mutter sagt: ,Als Korban hab ich erklärt', das heißt: ,Ich stifte für den Tempelschatz, was ich dir sonst zum Unterhalt gegeben hätte' - 1331#Markus,7,12#12. so braucht er für Vater oder Mutter nichts mehr zu tun. 1332#Markus,7,13#13. Damit setzt ihr Gottes Wort außer Kraft durch eure Satzung, die ihr lehrt. Und dergleichen tut ihr noch viel.» 1333#Markus,7,14#14. Dann rief er wieder das Volk herbei und sprach zu ihnen: «Hört mir alle zu und versteht! 1334#Markus,7,15#15. Nichts, was von außen in den Menschen eingeht, kann ihn unrein machen; sondern was von dem Menschen ausgeht, das ist es, was ihn unrein macht. 1335#Markus,7,16#16. Wer Ohren hat zu hören, der höre-1-!» -1) V. 16 fehlt in verschiedenen wichtigen Hs.++ 1336#Markus,7,17#17. Als er das Volk verlassen hatte und in ein Haus getreten war, fragten ihn seine Jünger nach dem Sinne dieses Gleichnisses. 1337#Markus,7,18#18. Er antwortete ihnen: «Seid ihr denn auch noch unverständig? Seht ihr nicht ein, daß alles, was von außen in den Menschen eingeht, ihn nicht verunreinigen kann? 1338#Markus,7,19#19. Denn es kommt ja nicht in sein Herz, sondern nur in den Magen und geht dann hinaus durch den Darm, der alles Unzuträgliche von den Speisen ausscheidet.» 1339#Markus,7,20#20. Dann fuhr er fort: «Was von dem Menschen ausgeht, das macht den Menschen unrein. 1340#Markus,7,21#21. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken: Unzucht, Diebstahl, Mord, 1341#Markus,7,22#22. Ehebruch, Habsucht, Bosheit, Arglist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut, Leichtsinn. 1342#Markus,7,23#23. All dies Böse kommt von innen heraus und verunreinigt den Menschen.» 1343#Markus,7,24#24. Dann verließ er jene Gegend und begab sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon. Dort trat er in ein Haus, und niemand sollte etwas davon erfahren. Es gelang ihm aber nicht, seinen Aufenthalt zu verbergen. 1344#Markus,7,25#25. So kam denn eine Frau, deren Töchterlein von einem unreinen Geiste besessen war, auf die Kunde von seiner Ankunft herbei und warf sich ihm zu Füßen. 1345#Markus,7,26#26. Die Frau war eine Heidin und stammte aus Phönizien. Sie bat ihn, er möge den bösen Geist von ihrer Tochter austreiben. 1346#Markus,7,27#27. Er aber sprach zu ihr: «Laß zuerst die Kinder satt werden; denn es wäre nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hündchen hinzuwerfen.» 1347#Markus,7,28#28. Sie antwortete ihm: «Gewiß, Herr! Und doch dürfen die Hündchen unter dem Tisch die Brocken der Kinder fressen.» 1348#Markus,7,29#29. Da sprach er zu ihr: «Um dieses Wortes willen geh! Der böse Geist ist ausgefahren von deiner Tochter.» 1349#Markus,7,30#30. Und wirklich, als sie nach Hause kam, fand sie das Kind auf dem Bette liegend, und der böse Geist war ausgefahren. 1350#Markus,7,31#31. Dann verließ er das Gebiet von Tyrus und kam über Sidon wieder an den Galiläischen See mitten in die Landschaft der Zehn Städte. 1351#Markus,7,32#32. Dort brachte man einen Taubstummen zu ihm und bat ihn, er möge ihm die Hand auflegen. 1352#Markus,7,33#33. Da nahm er ihn abseits von der Menge. Als er so allein mit ihm war, legte er ihm seine Finger in die Ohren und berührte ihm die Zunge mit Speichel. 1353#Markus,7,34#34. Dann sah er seufzend auf zum Himmel und sprach zu ihm: «Effatha!» - das heißt: «Tue dich auf!» 1354#Markus,7,35#35. Da taten sich seine Ohren auf, das Band seiner Zunge löste sich, und er konnte deutlich reden. 1355#Markus,7,36#36. Und Jesus verbot ihnen, es weiter zu sagen. Aber je mehr er es ihnen verbot, desto eifriger machten sie es kund. 1356#Markus,7,37#37. Und aufs höchste verwundert sprachen die Leute: «All sein Tun ist herrlich! Den Tauben gibt er das Gehör und den Stummen die Sprache.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 8 -+ --- MENGE/Markus 8 -+ --- ALBRECHT/Markus 8 - 1357#Markus,8,1#1. In jenen Tagen war wieder eine große Volksmenge versammelt, und die Leute hatten nichts zu essen. Da rief er seine Jünger herbei und sprach zu ihnen: 1358#Markus,8,2#2. «Mich jammert der Leute, denn sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen. 1359#Markus,8,3#3. Lasse ich sie aber hungrig nach Hause gehn, so brechen sie unterwegs ermattet zusammen; es sind ja auch manche von weither gekommen.» 1360#Markus,8,4#4. Seine Jünger antworteten ihm: «Woher soll man in dieser menschenleeren Gegend Brot bekommen, um sie zu sättigen?» 1361#Markus,8,5#5. Da fragte er sie: «Wieviel Brote habt ihr denn?» Sie sprachen: «Sieben.» 1362#Markus,8,6#6. Da ließ er die ganze Schar sich auf die Erde lagern. Dann nahm er die sieben Brote, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie seinen Jüngern zur Austeilung; die reichten sie dann den Leuten. 1363#Markus,8,7#7. Sie hatten auch noch einige kleine Fische. Über die sprach er den Segen und ließ sie auch austeilen. 1364#Markus,8,8#8. So aßen sie und wurden satt. Die übriggebliebenen Brocken hob man vom Boden auf: sieben kleine Körbe voll. 1365#Markus,8,9#9. Es waren aber gegen viertausend (die gegessen hatten). Und er ließ sie gehen. 1366#Markus,8,10#10. Dann bestieg er sofort mit seinen Jüngern ein Boot und kam in das Gebiet von Dalmanutha-1-. -1) sonst unbekannt, vlt. am Westufer des Galiläischen Sees.++ 1367#Markus,8,11#11. Dort tauchten die Pharisäer auf. Die knüpften eine Unterredung mit ihm an, und, um ihn auszuhorchen, verlangten sie von ihm, er möge vom Himmel her ein Wunderzeichen kommen lassen-1-. -1) ähnlich wie Elia (1.Kön. 17,1; 18,36-38; 2.Kön. 1,10-12).++ 1368#Markus,8,12#12. Da seufzte er aus tiefstem Herzen und sprach: «Warum will dies Geschlecht ein Zeichen schauen? Wahrlich, ich sage euch: Dies Geschlecht soll nimmermehr ein Wunderzeichen zu sehn bekommen.» 1369#Markus,8,13#13. Damit ließ er sie stehen. Dann stieg er wieder ins Boot und fuhr ans andre Ufer. 1370#Markus,8,14#14. Die Jünger hatten nun vergessen, Brote mitzunehmen; nur eins noch hatten sie bei sich im Fahrzeug. 1371#Markus,8,15#15. Da warnte er sie: «Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer und dem Sauerteige des Herodes!» 1372#Markus,8,16#16. Da dachten sie und sprachen es auch gegeneinander aus: «Wir haben ja kein Brot!» 1373#Markus,8,17#17. Jesus merkte das und sprach zu ihnen: «Was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mithabt? Fehlt's euch denn immer noch an Einsicht und Verständnis? Bleibt euer Herz so stumpf und unempfänglich? 1374#Markus,8,18#18. Ihr habt doch Augen, könnt ihr da nicht sehen? Und ihr habt Ohren, könnt ihr da nicht hören-a-? Habt ihr denn kein Gedächtnis? -a) Jer. 5,21.++ 1375#Markus,8,19#19. Als ich die fünf Brote für die Fünftausend brach, wieviel große Körbe voll Brocken habt ihr da aufgelesen?» Sie erwiderten ihm: «Zwölf.» 1376#Markus,8,20#20. «Als ich dann die sieben Brote für die Viertausend brach, wieviel kleine Körbe voll Brocken habt ihr da aufgelesen?» Sie antworteten: «Sieben.» 1377#Markus,8,21#21. Da fragte er sie: «Seid ihr denn immer noch unverständig?» 1378#Markus,8,22#22. Dann kamen sie nach Bethsaida. Dort ward ein Blinder zu ihm gebracht, und man bat ihn, ihn anzurühren. 1379#Markus,8,23#23. Da nahm er den Blinden bei der Hand und führte ihn aus dem Dorfe hinaus. Dann benetzte er ihm die Augen mit Speichel, legte ihm die Hände auf und fragte ihn: «Siehst du etwas?» 1380#Markus,8,24#24. Da blickte er auf und sagte: «Ich kann die Leute erkennen, ich sehe sie gehn - so groß wie Bäume*!» 1381#Markus,8,25#25. Nun legte er ihm nochmals die Hände auf die Augen. Da konnte er deutlich sehen: er war geheilt und sah auch in der Ferne alle Gegenstände scharf. 1382#Markus,8,26#26. Jetzt schickte ihn Jesus nach Hause, doch er wies ihn an: «Geh nicht in das Dorf zurück*!» 1383#Markus,8,27#27. Von dort zog Jesus mit seinen Jüngern weiter in die Dörfer bei Cäsarea Philippi. Unterwegs fragte er seine Jünger: «Wofür halten mich die Leute?» 1384#Markus,8,28#28. Sie antworteten ihm: «Für Johannes den Täufer, andre für Elia, noch andre für einen der Propheten-1-.» -1) der von den Toten auferstanden sei.++ 1385#Markus,8,29#29. Da fragte er sie: «Für wen haltet ihr mich denn?» Petrus erwiderte ihm: «Du bist der Messias-a-*.» -a) Mt. 16,16ff.++ 1386#Markus,8,30#30. Da verbot er ihnen streng, das irgendwem von ihm zu sagen*. 1387#Markus,8,31#31. Dann wies er sie zum erstenmal darauf hin: der Menschensohn müsse vieles leiden, dazu verworfen werden von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten; ja er müsse den Tod erdulden, aber nach drei Tagen wieder auferstehn. 1388#Markus,8,32#32. Dies alles sprach er offen aus. Da nahm ihn Petrus beiseit und begann ihn ernstlich zu tadeln. 1389#Markus,8,33#33. Aber Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und sprach zu Petrus die strengen Worte: «Mir aus den Augen, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.» 1390#Markus,8,34#34. Dann rief er das Volk herbei samt seinen Jüngern und sprach zu ihnen: «Wer mein Nachfolger sein will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir! 1391#Markus,8,35#35. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen und im Dienste der Heilsbotschaft verliert, der wird es retten. 1392#Markus,8,36#36. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und dabei sein Seelenheil verliert? 1393#Markus,8,37#37. Denn welchen Preis kann jemand zahlen, um sich damit sein Seelenheil zu erkaufen? 1394#Markus,8,38#38. Wer sich nun in diesem gottvergessenen, sündigen Geschlechte mein und meiner Worte schämt, des wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er, begleitet von den heiligen Engeln, in seines Vaters Herrlichkeit erscheint.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 9 -+ --- MENGE/Markus 9 -+ --- ALBRECHT/Markus 9 - 1395#Markus,9,1#1. Dann fuhr er fort: «Wahrlich, ich sage euch: Einige von denen, die hier stehen, sollen den Tod nicht schmecken, ehe sie Gottes Königreich in Kraft haben erscheinen sehn-a-**.» -a) V. 2ff.++ 1396#Markus,9,2#2. Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und führte sie ganz allein auf einen hohen Berg. Dort trat vor ihren Augen in seinem Äußern eine Wandlung ein; 1397#Markus,9,3#3. auch seine Kleider wurden so glänzend und weiß, wie sie kein Bleicher auf Erden machen könnte. 1398#Markus,9,4#4. Und es erschien ihnen Elia, begleitet von Mose, und beide hatten ein Gespräch mit Jesus. 1399#Markus,9,5#5. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu Jesus: «Meister, es trifft sich gut, daß wir hier sind! Laß uns nun drei Hütten bauen: für dich eine, für Mose eine und für Elia eine.» 1400#Markus,9,6#6. Er wußte nämlich nicht, was er sagen sollte*: so überwältigt waren sie. 1401#Markus,9,7#7. Da kam eine Wolke, die umhüllte sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: «Dies ist mein geliebter Sohn; auf den hört!» 1402#Markus,9,8#8. Da schauten sie sich um*; und plötzlich sahen sie niemand mehr bei sich als Jesus allein. 1403#Markus,9,9#9. Als sie dann von dem Berge hinabgingen, gebot er ihnen, sie sollten das, was sie gesehn, niemand erzählen, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. 1404#Markus,9,10#10. Sie behielten es auch für sich; doch sie sprachen darüber, was wohl dies Auferstehn von den Toten bedeute. 1405#Markus,9,11#11. Darum fragten sie ihn: «Die Schriftgelehrten behaupten doch, Elia müsse vorher kommen.» 1406#Markus,9,12#12. Er antwortete ihnen: «Gewiß, Elia soll vorher kommen und alles in Ordnung bringen-a-. Aber wie reimt es sich damit, daß von dem Menschensohn geschrieben steht: er soll viel leiden und für nichts geachtet werden-b-*? -a) Mal. 3,23.   b) Jes. 53,3.++ 1407#Markus,9,13#13. Trotzdem* versichre ich euch: Elia ist schon gekommen-1-; aber sie haben ihren Mutwillen an ihm geübt. Und das steht ja auch von ihm-2- geschrieben*.» -1) in Johannes dem Täufer.   2) dem Menschensohn (V. 12).++ 1408#Markus,9,14#14. Als er zu den andern Jüngern zurückkam, sah er einen großen Volkshaufen und Schriftgelehrte um sie versammelt, die mit ihnen redeten. 1409#Markus,9,15#15. Sobald alle die Leute ihn erblickten, waren sie freudig überrascht: sie eilten ihm entgegen und begrüßten ihn. 1410#Markus,9,16#16. Da fragte er sie: «Worüber redet ihr mit ihnen?» 1411#Markus,9,17#17. Einer aus der Menge antwortete ihm: «Meister, ich habe meinen Sohn zu dir gebracht, der ist von einem stummen Geist besessen. 1412#Markus,9,18#18. Wenn der ihn packt, so zerrt er ihn hin und her; dann tritt ihm Schaum vor den Mund, er knirscht mit den Zähnen und liegt starr da. Ich habe nun deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben; aber sie haben es nicht gekonnt.» 1413#Markus,9,19#19. Da sprach Jesus zu ihnen: «Ihr ungläubige Art! Wie lange soll ich noch bei euch sein? Wie lange euch noch ertragen? Bringt ihn her zu mir!» 1414#Markus,9,20#20. Da brachten sie ihm den Knaben. Bei Jesu Anblick aber zerrte der (böse) Geist den Knaben in allen seinen Gliedern: er fiel zu Boden und wälzte sich, indem ihm Schaum vor den Mund trat. 1415#Markus,9,21#21. Jesus fragte den Vater: «Wie lange hat er das schon?» Der Vater antwortete: «Von Kindheit an; 1416#Markus,9,22#22. und oft hat ihn der Geist sogar ins Feuer und ins Wasser geworfen, um ihn zu töten. Doch wenn du kannst, so hilf uns, hab Erbarmen mit uns!» 1417#Markus,9,23#23. Jesus sprach zu ihm: «Du sagst: ,Wenn du kannst'. Wer glaubt, kann alles.» 1418#Markus,9,24#24. Sofort rief des Kindes Vater laut: «Ich glaube! Hilf meinem Unglauben!» 1419#Markus,9,25#25. Als Jesus sah, daß immer mehr Leute herbeiströmten, da bedrohte er den unreinen Geist mit den Worten: «Du stummer und tauber Geist, ich gebiete dir: fahr aus von ihm und kehr nie wieder in ihn zurück!» 1420#Markus,9,26#26. Da fuhr der Geist laut schreiend aus und riß dabei den Knaben in heftigen Krämpfen hin und her. Der Knabe lag wie eine Leiche da, so daß die meisten sagten: «Er ist tot.» 1421#Markus,9,27#27. Aber Jesus ergriff ihn bei der Hand und richtete ihn auf: da kam er zu sich. - 1422#Markus,9,28#28. Nach seiner Heimkehr fragten die Jünger Jesus, als sie allein mit ihm waren: «Warum haben wir den bösen Geist nicht austreiben können?» 1423#Markus,9,29#29. Er antwortete ihnen: «Ein böser Geist von dieser Art kann durch nichts andres ausgetrieben werden als durch Gebet und Fasten.» 1424#Markus,9,30#30. Sie verließen dann die Gegend und wanderten durch Galiläa hin. Aber er wollte nicht, daß es jemand erführe. 1425#Markus,9,31#31. Er lehrte nämlich seine Jünger und sagte ihnen: «Der Menschensohn wird in der Menschen Hände überliefert, und sie werden ihn töten; aber drei Tage nach seinem Tode wird er wieder auferstehn.» 1426#Markus,9,32#32. Sie verstanden freilich nicht, was er mit diesen Worten meinte; doch sie scheuten sich, ihn danach zu fragen. 1427#Markus,9,33#33. Dann kam er nach Kapernaum. Zu Hause fragte er sie: «Worüber habt ihr unterwegs gesprochen?» 1428#Markus,9,34#34. Sie schwiegen (beschämt); denn sie hatten unterwegs davon geredet, wer von ihnen der Größte sei. 1429#Markus,9,35#35. Da setzte er sich, rief die Zwölf und sprach zu ihnen: «Wer der Erste sein will, der muß der Allerletzte werden und aller Diener.» 1430#Markus,9,36#36. Dann nahm er ein kleines Kind, stellte es mitten unter sie, umarmte es und sprach zu ihnen: 1431#Markus,9,37#37. «Wer ein solches Kind aufnimmt, weil es meinen Namen bekennt, der nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht mich auf, sondern den, der mich gesandt hat.» 1432#Markus,9,38#38. Da sprach Johannes zu ihm: «Meister, wir haben gesehn, wie einer, der uns nicht nachfolgt, in deinem Namen böse Geister austrieb; aber wir haben es ihm verboten.» 1433#Markus,9,39#39. Jesus antwortete: «Ihr hättet es ihm nicht verbieten sollen. Denn wer in meinem Namen Wunder tut, der kann nicht gleich darauf mich schmähen. 1434#Markus,9,40#40. Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns-a-. -a) Mt. 12,30.++ 1435#Markus,9,41#41. Ja wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr Christi Jünger seid, der soll - das sage ich euch feierlich - seines Lohnes nicht verlustig gehen-a-. -a) Mt. 10,42.++ 1436#Markus,9,42#42. Wer aber eins von den jungen Kindern, die gläubig sind-a-, zur Sünde verführt, für den wäre es besser gewesen, man hätte ihm vorher einen großen Mühlstein um den Hals gehängt und ihn ins Meer geworfen. -a) vgl. V.36.37.++ 1437#Markus,9,43#43. Und wenn deine Hand dich zur Sünde reizt, haue sie ab! Es ist besser für dich, du gehst verstümmelt ins Leben ein, als daß du zwei Hände hast und fährst in die Hölle: Ins Feuer, das niemand löschen kann. 1438#Markus,9,44#44. -die Worte: «Wo ihr Wurm nicht stirbt» usw. sind in guten Hs. nicht zu finden.++ 1439#Markus,9,45#45. Und wenn dein Fuß dich zur Sünde reizt, haue ihn ab! Es ist besser für dich, du gehst hinkend ins Leben ein, als daß du zwei Füße hast und in die Hölle geworfen wirst. 1440#Markus,9,46#46. -die Worte: «Wo ihr Wurm nicht stirbt» usw. sind in guten Hs. nicht zu finden.++ 1441#Markus,9,47#47. Und wenn dich dein Auge zur Sünde reizt, reiße es aus! Es ist besser für dich, du kommst einäugig ins Gottesreich, als daß du zwei Augen hast und in die Hölle geworfen wirst, 1442#Markus,9,48#48. wo ,ihr-1- Wurm nicht stirbt, und das Feuer nicht erlischt-a-'. -1) der Verdammten.   a) Jes. 66,24.++ 1443#Markus,9,49#49. Jeder wird ja mit Feuer gesalzen-1-. -1) ein Feuer ist übrigens für jeden nötig, zwar kein Straf- und Gerichtsfeuer, aber ein Prüfungs- und Läuterungsfeuer, das die Wirkung des Salzes übt, indem es in dem Menschen das Gott Mißfällige verzehrt und ihn zu einem Gott wohlgefälligen Opfer macht.++ 1444#Markus,9,50#50. Gut ist das Salz. Wenn aber das Salz den Geschmack verliert, womit wollt ihr's dann wieder würzen-a-? So habt denn Salz in euch* und haltet Frieden untereinander-b-*!» -a) Mt. 5,13.   b) V. 35.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 10 -+ --- MENGE/Markus 10 -+ --- ALBRECHT/Markus 10 - 1445#Markus,10,1#1. Dann brach Jesus von dort auf und zog durch das Ostjordanland in das Gebiet von Judäa. Da kamen abermals die Leute in Scharen zu ihm, und er lehrte sie wiederum, wie er auch sonst zu tun pflegte. 1446#Markus,10,2#2. Da traten Pharisäer zu ihm mit der Frage, ob ein Mann sein Weib entlassen dürfe. Damit wollten sie ihm eine Falle stellen. 1447#Markus,10,3#3. Er antwortete ihnen: «Was hat euch Mose geboten?» 1448#Markus,10,4#4. Sie sprachen: «Mose hat erlaubt, die Frau mit einem Scheidebriefe zu entlassen.» 1449#Markus,10,5#5. Jesus entgegnete ihnen: «Wegen eurer Herzenshärtigkeit hat er euch dies Gebot geschrieben. 1450#Markus,10,6#6. Im Anfang der Welt aber hat Gott die Menschen als Mann und Weib geschaffen. 1451#Markus,10,7#7. ,Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen, 1452#Markus,10,8#8. und beide (Mann und Frau) werden eins sein-a-.' Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. -a) 1.Mo. 1,27; 2,24.++ 1453#Markus,10,9#9. Was nun Gott vereinigt hat, das soll der Mensch nicht trennen!» 1454#Markus,10,10#10. Zu Hause fragten ihn seine Jünger nochmals hierüber. 1455#Markus,10,11#11. Da sprach er zu ihnen: «Wer sein Weib entläßt und eine andre heiratet, der begeht dem ersten Weibe gegenüber einen Ehebruch. 1456#Markus,10,12#12. Und wenn sich eine Frau von ihrem Manne trennt-1-* und einen andern heiratet, so begeht sie auch einen Ehebruch.»+ -1) dies war nicht nur bei den Römern möglich, sondern es war auch nach dem jüd.-rabbinischen Eherechte erlaubt.++ 1457#Markus,10,13#13. Dann brachte man kleine Kinder zu ihm, damit er sie (segnend) berühre. Die Jünger aber fuhren die Leute, die sie brachten, mit rauhen Worten an. 1458#Markus,10,14#14. Als Jesus das sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: «Laßt die kleinen Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn gerade ihnen ist Gottes Königreich bestimmt. 1459#Markus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Wer Gottes Königreich nicht annimmt wie ein Kind, der kommt sicher nicht hinein.» 1460#Markus,10,16#16. Dann umarmte er sie, legte ihnen die Hände auf und segnete sie. 1461#Markus,10,17#17. Als er seine Wanderung fortsetzen wollte, lief einer zu ihm, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: «Guter Meister, was muß ich vollbringen, um ewiges Leben mir zu erringen*?» 1462#Markus,10,18#18. Jesus antwortete ihm: «Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein*. 1463#Markus,10,19#19. Du kennst ja die Gebote: ,Du sollst nicht morden, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis ablegen! Du sollst niemand um das Seine bringen! Ehre Vater und Mutter-a-!'» -a) 2.Mo. 20,12-16; 5.Mo. 5,16-20.++ 1464#Markus,10,20#20. Er sprach zu ihm: «Meister, dies alles habe ich treu erfüllt von meiner Jugend auf.» 1465#Markus,10,21#21. Da sah ihn Jesus voll Liebe an und entgegnete ihm: «Eins fehlt dir noch: geh hin, verkaufe deine Habe und gib das Geld den Armen; so wirst du einen Schatz im Himmel haben. Dann komm, nimm dein Kreuz und folge mir nach!» 1466#Markus,10,22#22. Er aber ward traurig bei diesem Wort und ging bekümmert weg; denn er hatte ein großes Vermögen. 1467#Markus,10,23#23. Da sah sich Jesus im Kreise um und sprach zu seinen Jüngern: «Wie schwer ist doch für die Reichen der Eingang in Gottes Königreich!» 1468#Markus,10,24#24. Die Jünger waren über diese Worte betroffen. Doch Jesus wiederholte ihnen: «Kinder, wie schwer ist doch [für Leute, die am Gelde hangen,] der Eingang in Gottes Königreich! 1469#Markus,10,25#25. Ein Kamel kommt leichter durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes Königreich.» 1470#Markus,10,26#26. Da erschraken sie noch mehr und sagten zueinander: «Ja, wer kann dann überhaupt gerettet werden?» 1471#Markus,10,27#27. Jesus sah sie an und sprach: «Für Menschen ist das zwar unmöglich, doch nicht für Gott; denn für Gott ist alles möglich.» 1472#Markus,10,28#28. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu ihm: «Siehe, wir haben alles aufgegeben und sind dir nachgefolgt.» 1473#Markus,10,29#29. Jesus erwiderte: «Wahrlich, ich sage euch: Jeder, der Haus, Geschwister, Eltern, Kinder oder Äcker fahren läßt aus Liebe zu mir und der Heilsbotschaft, 1474#Markus,10,30#30. der soll dafür hundertfältig Ersatz empfangen: jetzt schon in dieser Welt empfängt er Häuser, Geschwister, Mütter, Kinder und Äcker, wenn auch unter Verfolgungen, und in der zukünftigen Welt das ewige Leben*. 1475#Markus,10,31#31. Doch in vielen Fällen werden die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein.» 1476#Markus,10,32#32. Sie waren auf dem Wege nach Jerusalem. Jesus ging seinen Jüngern kühn voran; sie aber waren voll Staunen. Auch andre, die ihm folgten, zeigten Furcht und Zagen*. Da nahm er abermals die Zwölf allein und begann mit ihnen davon zu reden, was ihm widerfahren würde. 1477#Markus,10,33#33. «Jetzt», so sprach er, «gehn wir nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten überliefert werden. Die werden ihn zum Tode verurteilen und ihn dann den Heiden überantworten. 1478#Markus,10,34#34. Die werden ihn verspotten und anspeien, ja sie werden ihn geißeln und töten; aber nach drei Tagen wird er auferstehn.» 1479#Markus,10,35#35. Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm mit den Worten: «Meister, wir möchten, daß du uns eine Bitte erfüllst.» 1480#Markus,10,36#36. Er sprach zu ihnen: «Was begehret ihr von mir?» 1481#Markus,10,37#37. Sie antworteten ihm: «Gewähre uns, daß wir einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken neben dir sitzen in deiner Herrlichkeit.» 1482#Markus,10,38#38. Jesus erwiderte: «Ihr versteht nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken soll, oder die Taufe erleiden, die ich erleiden muß?» 1483#Markus,10,39#39. Sie antworteten: «Ja, das können wir.» Da sprach Jesus zu ihnen: «Den Kelch, den ich trinke, sollt ihr trinken, und die Taufe, die ich erleide, sollt ihr auch erleiden. 1484#Markus,10,40#40. Aber den Sitz zu meiner Rechten oder zu meiner Linken kann ich euch nicht verleihen; der wird nur denen zuteil, für die er bestimmt ist.» 1485#Markus,10,41#41. Als die andern Zehn dies hörten, äußerten sie ihren Unwillen über Jakobus und Johannes. 1486#Markus,10,42#42. Da rief sie Jesus zu sich und sprach zu ihnen: «Ihr wisset, daß solche, die als Herrscher über die Völker gelten, unumschränkt über ihre Untertanen gebieten, und daß die Großen unter den Völkern die Untergebenen ihre Macht fühlen lassen. 1487#Markus,10,43#43. So soll's bei euch nicht sein. Im Gegenteil: wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; 1488#Markus,10,44#44. und wer unter euch der Erste sein will, der sei aller Knecht! 1489#Markus,10,45#45. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen und sein Leben dahinzugeben als Lösegeld für viele.» 1490#Markus,10,46#46. Dann kamen sie nach Jericho. Als er mit seinen Jüngern und einer großen Volksmenge Jericho verließ, da saß ein bekannter blinder Bettler, Bartimäus, des Timäus Sohn, am Wege. 1491#Markus,10,47#47. Als der hörte, Jesus von Nazaret sei da, begann er laut zu rufen: «Sohn Davids, Jesus, erbarme dich mein!» 1492#Markus,10,48#48. Da fuhren ihn viele mit rauhen Worten an, er solle schweigen. Aber er rief nur noch lauter: «Sohn Davids, erbarme dich mein!» 1493#Markus,10,49#49. Da blieb Jesus stehen und sprach: «Ruft ihn her!» Nun riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: «Sei getrost, steh auf, er ruft dich.» 1494#Markus,10,50#50. Da warf er seinen Mantel ab, sprang auf und kam zu Jesus. 1495#Markus,10,51#51. Jesus fragte ihn: «Was begehrst du von mir?» Der Blinde antwortete ihm: «Lieber Meister, gib mir das Augenlicht wieder!» 1496#Markus,10,52#52. Jesus sprach zu ihm: «Geh hin, dein Glaube hat dich gesund gemacht!» Sofort ward er wieder sehend und folgte Jesus auf seiner Wandrung.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 11 -+ --- MENGE/Markus 11 -+ --- ALBRECHT/Markus 11 - 1497#Markus,11,1#1. Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Bethphage und Bethanien, an den Ölberg, da entsandte er zwei seiner Jünger 1498#Markus,11,2#2. mit dem Auftrag: «Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt! Gleich am Eingang werdet ihr ein Eselsfüllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Das bindet los und bringt es her! 1499#Markus,11,3#3. Und fragt euch jemand: ,Was macht ihr da?', so sprecht: ,Der Herr bedarf sein, und er schickt es gleich wieder her.'» 1500#Markus,11,4#4. Da gingen sie hin, und auf der Dorfstraße fanden sie draußen an einer Haustür ein Füllen angebunden; das banden sie los. 1501#Markus,11,5#5. Doch einige von den Leuten, die da standen, fragten sie: «Was macht ihr da? Ihr bindet das Füllen los?» 1502#Markus,11,6#6. Sie antworteten ihnen, wie Jesus geboten hatte. Da ließ man sie gewähren. 1503#Markus,11,7#7. Sie brachten nun das Füllen zu Jesus, legten ihre Mäntel auf des Tieres Rücken, und er setzte sich darauf. 1504#Markus,11,8#8. Viele Leute aber breiteten ihre Mäntel auf den Weg, andre hieben auf den Feldern grüne Zweige ab und streuten sie aus. 1505#Markus,11,9#9. Und alle, die mitgingen - vorn im Zuge und hinterdrein - die riefen laut: «Heil! Gesegnet sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! 1506#Markus,11,10#10. Gesegnet sei das Königreich, das nun beginnt, das Königreich unsers Vaters David! Heil droben in der Höhe!» 1507#Markus,11,11#11. So zog er ein in Jerusalem. Und er ging in den Tempel. Dort schaute er sich alles an. Erst in später Stunde ging er mit den Zwölfen hinaus nach Bethanien. 1508#Markus,11,12#12. Als sie am andern Morgen-1- Bethanien verließen, empfand er Hunger. -1) Montag, den 11. Nisan.++ 1509#Markus,11,13#13. Da sah er von weitem einen Feigenbaum, der Blätter hatte. Auf den ging er zu, um zu sehen, ob er Früchte darauf fände. Doch als er hinkam, fand er nichts als Blätter; denn die Jahreszeit für die (reifen Sommer-)Feigen war noch nicht da-1-. -1) aber unreife Frühfeigen, die in Palästina bes. geschätzt werden, mußte der Feigenbaum damals, Anfang April, tragen.++ 1510#Markus,11,14#14. Da sprach er zu dem Baume: «In Zukunft soll man nie wieder Frucht von dir essen!» Und seine Jünger hörten diese Worte. 1511#Markus,11,15#15. Dann kamen sie nach Jerusalem. Er ging in den Tempel und begann alle, die dort verkauften und kauften, hinauszutreiben; die Tische der Wechsler und die Bänke der Taubenhändler stieß er um 1512#Markus,11,16#16. und wollte nicht dulden, daß man ein Hausgerät über den Tempelplatz trüge*. 1513#Markus,11,17#17. Er wies sie darauf hin: «Steht nicht geschrieben-a-: ,Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker'? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht-b-.» -a) Jes. 56,7.   b) Jer. 7,11.++ 1514#Markus,11,18#18. Das hörten die Schriftgelehrten und die Hohenpriester, und sie überlegten, wie sie ihn aus dem Wege räumen könnten. Denn sie hatten Furcht vor ihm, weil seine Lehre auf das ganze Volk einen tiefen Eindruck machte. 1515#Markus,11,19#19. Wenn der Abend kam, pflegte er die Stadt zu verlassen. 1516#Markus,11,20#20. Als sie-1- früh am andern Morgen-2- an dem Feigenbaume vorüberkamen, sahen sie, wie er bis zur Wurzel verdorrt war. -1) Jesus und seine Jünger.   2) am Dienstag.++ 1517#Markus,11,21#21. Da erinnerte sich Petrus an Jesu Wort und sprach zu ihm: «Meister, sieh, der Feigenbaum, den du verflucht hast, ist verdorrt.» 1518#Markus,11,22#22. Darauf erwiderte ihnen Jesus: «Habt Glauben, von Gott gewirkt! 1519#Markus,11,23#23. Denn wahrlich, ich sage euch: Wer zu dem Berge dort sagte: ,Heb dich von deiner Stelle und stürze dich ins Meer!' und er zweifelte dabei nicht in seinem Herzen, sondern glaubte wirklich, daß es so geschähe nach seinem Wort, dem würde auch sein Wunsch erfüllt. 1520#Markus,11,24#24. Drum sage ich euch: Alles, was ihr erfleht im Gebet, das soll euch auch werden, wenn ihr nur glaubt, ihr hättet es schon. 1521#Markus,11,25#25. Und schickt ihr euch an zum Gebet, so vergebet allen, gegen die ihr etwas habt, damit euer Vater im Himmel auch euch eure Fehler vergebe-a-.» -a) Mt. 6,14.15.++ 1522#Markus,11,26#26. -die Worte: «Wenn ihr dagegen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater im Himmel eure Fehltritte auch nicht vergeben» fehlen in verschiednen wichtigen Hs. (Mt. 6,15).++ 1523#Markus,11,27#27. Sie kamen dann wieder nach Jerusalem. Als er dort im Tempel umherging, traten die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten zu ihm 1524#Markus,11,28#28. mit der Frage: «Mit welchem Rechte tust du dies-1-, oder wer hat dir das Recht zu solchem Tun gegeben?» -1) daß du hier im Tempel lehrst.++ 1525#Markus,11,29#29. Jesus erwiderte ihnen: «Ich will euch auch eine Frage vorlegen. Darauf gebt mir Antwort! Dann will ich euch sagen, mit welchem Rechte ich dies tue. 1526#Markus,11,30#30. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen? Antwortet mir!» 1527#Markus,11,31#31. Da überlegten sie miteinander: «Sagen wir: ,vom Himmel', so wird er fragen: ,Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?' 1528#Markus,11,32#32. Oder sollen wir antworten: ,von Menschen'?» Das wagten sie nicht aus Furcht vor dem Volke; denn alle glaubten, Johannes sei wirklich ein Prophet gewesen. 1529#Markus,11,33#33. Da erwiderten sie Jesus: «Wir wissen's nicht.» Darauf sprach Jesus zu ihnen: «So sage ich euch auch nicht, mit welchem Rechte ich dies tue.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 12 -+ --- MENGE/Markus 12 -+ --- ALBRECHT/Markus 12 - 1530#Markus,12,1#1. Dann begann er, zu ihnen in Gleichnissen zu reden: «Es pflanzte jemand einen Weinberg; er zog einen Zaun darum, grub eine Kelterkufe darin aus und baute einen Turm. Dann verpachtete er ihn an Winzer und ging außer Landes. 1531#Markus,12,2#2. Zur Zeit der Weinlese sandte er einen seiner Knechte zu den Winzern, damit er von ihnen einen Teil der Weinbergsfrüchte abhole. 1532#Markus,12,3#3. Die Winzer aber ergriffen diesen Knecht, schlugen ihn und schickten ihn mit leeren Händen heim. 1533#Markus,12,4#4. Da sandte er noch einen andern Knecht zu ihnen; dem schlugen sie den Kopf blutig und beschimpften ihn. 1534#Markus,12,5#5. Wieder sandte er einen andern; den töteten sie. Dann sandte er noch viele andre aus; doch die einen schlugen sie, die andern töteten sie. 1535#Markus,12,6#6. Am Ende hatte er nur noch Einen, den er senden konnte: seinen geliebten Sohn. Den sandte er zuletzt zu ihnen, denn er dachte: vor meinem Sohne werden sie doch Ehrfurcht haben. 1536#Markus,12,7#7. Die Winzer aber sprachen zueinander: ,Ha, da kommt der Erbe! Auf! Laßt uns ihn töten, dann wird das Erbe unser sein!' 1537#Markus,12,8#8. Und sie ergriffen ihn, töteten ihn und warfen seinen Leichnam aus dem Weinberg hinaus. 1538#Markus,12,9#9. Was wird nun der Weinbergsbesitzer tun? Er wird kommen und die Winzer töten und seinen Weinberg andern geben. 1539#Markus,12,10#10. Habt ihr nicht auch dies Schriftwort gelesen: ,Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. 1540#Markus,12,11#11. Dies ist eine Tat des Herrn, und sie ist wunderbar in unsern Augen-a-'?» -a) Ps. 118,22.23.++ 1541#Markus,12,12#12. Da sannen sie-1- darauf, ihn festzunehmen; denn sie hatten wohl gemerkt, daß er sie mit diesem Gleichnis treffen wollte. Aber sie fürchteten sich vor dem Volk. Darum verließen sie ihn und entfernten sich. -1) die Mk. 11,27; 12,1 Genannten.++ 1542#Markus,12,13#13. Darauf sandten sie-a- einige von den Pharisäern und den Anhängern des Herodes zu ihm, die ihn in seinen eignen Worten fangen sollten. -a) vgl. V. 12.++ 1543#Markus,12,14#14. Die kamen zu ihm und sprachen voll Tücke: «Meister, wir wissen, du bist aufrichtig und nimmst auf niemand Rücksicht; denn Menschengunst gilt nicht bei dir, du lehrst vielmehr in aller Wahrheit Gottes Weg. Darf man dem Kaiser Steuer zahlen oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht?» 1544#Markus,12,15#15. Er aber durchschaute ihre Falschheit und sprach zu ihnen: «Was versuchet ihr mich? Reicht mir einen Silberling! Laßt sehen!» 1545#Markus,12,16#16. Sie reichten ihm einen. Dann fragte er sie: «Wessen Bild und Inschrift steht hier?» Sie erwiderten ihm: «Des Kaisers.» 1546#Markus,12,17#17. Da sprach Jesus zu ihnen: «So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt!» Und sie verwunderten sich sehr über ihn. 1547#Markus,12,18#18. Dann kamen Sadduzäer zu ihm, die da behaupten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm auch eine Frage vor. 1548#Markus,12,19#19. «Meister», so sprachen sie, «Mose hat uns vorgeschrieben: ,Stirbt einem der Bruder und hinterläßt der ein Weib, aber keine Kinder, so soll sein Bruder die verwitwete Schwägerin zum Weibe nehmen und (mit ihr) seinem (verstorbenen) Bruder Nachkommen erwecken-a-.' -a) 5.Mo. 25,5.6.++ 1549#Markus,12,20#20. Nun waren da sieben Brüder. Der erste nahm ein Weib und starb kinderlos. 1550#Markus,12,21#21. Da nahm der zweite Bruder die Witwe; doch auch er starb kinderlos. Ebenso der dritte 1551#Markus,12,22#22. und alle sieben: Nachkommen hatte keiner. Zuletzt von allen starb auch die Frau. 1552#Markus,12,23#23. Bei der Auferstehung nun, wenn sie alle auferstehn, - wem von ihnen wird sie da als Gattin angehören? Denn alle sieben haben sie ja zur Frau gehabt.» 1553#Markus,12,24#24. Jesus antwortete ihnen: «Seid ihr nicht deshalb im Irrtum, weil ihr die Schrift nicht kennt noch Gottes Macht? 1554#Markus,12,25#25. Denn wenn die Menschen von den Toten auferstehen, so freien sie nicht noch lassen sie sich freien, sondern sie sind wie die Engel im Himmel. 1555#Markus,12,26#26. Was aber die Auferstehung der Toten betrifft, habt ihr da nicht gelesen, wie Gott im Buche Mose, in der Geschichte vom Dornbusch, zu Mose gesprochen hat: ,Ich bin der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs-a-'? -a) 2.Mo. 3,6.++ 1556#Markus,12,27#27. Gott ist nun aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Ihr seid sehr im Irrtum!» 1557#Markus,12,28#28. Ein Schriftgelehrter hatte diesen Reden zugehört und bemerkt, wie treffend ihnen Jesus antwortete. Nun trat er näher und fragte ihn: «Welches ist das wichtigste Gebot?» 1558#Markus,12,29#29. Jesus antwortete: «Das wichtigste Gebot ist: ,Höre, Israel, der Herr unser Gott ist Herr allein; 1559#Markus,12,30#30. und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit allem Denken und mit aller Kraft-a-.' -a) 5.Mo. 6,4.5.++ 1560#Markus,12,31#31. Das andre Gebot ist dies: ,Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst-a-.' Es gibt kein ander Gebot, das höher stünde als diese.» -a) 3.Mo. 19,18.++ 1561#Markus,12,32#32. Da sprach der Schriftgelehrte zu ihm: «Recht so, Meister! Es ist wahr, was du gesagt: Es gibt nur Einen Gott, und es ist kein andrer neben ihm. 1562#Markus,12,33#33. Und ihn lieben mit ganzem Herzen, mit aller Einsicht und mit aller Kraft und seinen Nächsten lieben wie sich selbst, das ist viel mehr wert als alle Brandopfer und andern Opfer-a-.» -a) vgl. 1.Sam. 15,22.++ 1563#Markus,12,34#34. Als Jesus merkte, wie verständig er antwortete, sprach er zu ihm: «Du bist nicht fern von Gottes Königreich.» Und niemand wagte, ihn weiter zu fragen. 1564#Markus,12,35#35. Als Jesus dann im Tempel lehrte, stellte er die Frage: «Wie können die Schriftgelehrten behaupten, der Messias sei Davids Sohn? 1565#Markus,12,36#36. David selbst hat doch, vom Heiligen Geist erleuchtet, den Ausspruch getan: ,Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sitze du zu meiner Rechten, bis ich dir deine Feinde zu Füßen lege-a-.' -a) Ps. 110,1.++ 1566#Markus,12,37#37. Also David selbst nennt ihn seinen Herrn; wie kann er da zugleich sein Sohn sein?» Und die große Menge hörte ihm gerne zu. 1567#Markus,12,38#38. Im Lauf seiner Reden sprach Jesus weiter: «Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehn mit Vorliebe in langen Gewändern einher, auf den Straßen soll man sie voll Ehrfurcht grüßen, 1568#Markus,12,39#39. in der gottesdienstlichen Versammlung wollen sie die Ehrenplätze haben und beim Mahle sitzen sie gern obenan. 1569#Markus,12,40#40. Sie verschlingen der Witwen Eigentum und halten zum Schein lange Gebete-1-. Sie wird die schlimmste Strafe treffen!» -1) sie suchen ihre innere Bosheit durch langes Beten heuchlerisch zu verdecken.++ 1570#Markus,12,41#41. Dann setzte er sich dem Opferstock gegenüber-1- und sah zu, wie die Leute Geld einwarfen in den Opferstock. Manche Reiche gaben viel. -1) die Rabbinen erwähnen einen Raum im Tempel, wo 13 Opferstöcke standen, in die man Gaben für den Tempel o. andre Opfer legte.++ 1571#Markus,12,42#42. Da kam auch eine arme Witwe, die legte zwei Münzen im Werte eines Pfennigs ein. 1572#Markus,12,43#43. Da rief er seine Jünger herbei und sprach zu ihnen: «Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als alle andern in den Opferstock gelegt. 1573#Markus,12,44#44. Denn jene haben alle eingelegt aus ihrem Überfluß; sie aber hat trotz ihrer Dürftigkeit alles, was sie hatte, ihre ganze Habe eingelegt.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 13 -+ --- MENGE/Markus 13 -+ --- ALBRECHT/Markus 13 - 1574#Markus,13,1#1. Als er den Tempel verließ, sprach einer seiner Jünger zu ihm: «Meister, sieh doch, was für Steine, was für Bauten!» 1575#Markus,13,2#2. Jesus antwortete: «Du siehst diese mächtigen Bauten (bewundernd an)? Kein Stein davon soll auf dem andern bleiben; alles soll in Trümmer gehen!» 1576#Markus,13,3#3. Er ging dann auf den Ölberg und setzte sich dort dem Tempel gegenüber. Da fragten ihn, als sie allein waren, Petrus, Jakobus, Johannes und Andreas: 1577#Markus,13,4#4. «Sage uns doch, wann wird dies-1- geschehen? Und was wird das Zeichen sein, wenn sich dies alles erfüllen soll?» -1) die Zerstörung des Tempels.++ 1578#Markus,13,5#5. Jesus fing an zu erwidern: «Habt acht, daß euch niemand verführe! 1579#Markus,13,6#6. Mancher wird kommen unter meinem Namen und sagen: ,Ich bin (der Messias)!' Und sie werden viele irreführen. 1580#Markus,13,7#7. Hört ihr dann von Kriegen und Kriegsgerüchten, laßt euch nicht schrecken! Das muß so kommen. Doch ist es noch nicht das Ende. 1581#Markus,13,8#8. Denn erheben wird sich Volk wider Volk und Königreich wider Königreich. Hier und da werden Erdbeben sein, es werden Hungersnöte kommen. Das ist aber erst der Anfang der Wehen. 1582#Markus,13,9#9. Seid ihr nur auf eurer Hut! Überliefern wird man euch den Gerichten; in den Versammlungshäusern wird man euch geißeln; vor Statthalter und Könige wird man euch stellen um meinetwillen, ihnen ein Zeugnis zu bringen. 1583#Markus,13,10#10. Denn unter allen Völkern muß zuvor-1- die Frohe Botschaft verkündigt werden. -1) ehe das Ende kommt.++ 1584#Markus,13,11#11. Wenn man euch nun wegführt und vor Gericht stellt, macht euch im voraus nicht Sorge, was ihr reden sollt. Sondern was euch eingegeben wird zu jener Stunde, das redet! Ihr seid es ja nicht, die dann reden, sondern der Heilige Geist. 1585#Markus,13,12#12. Ein Bruder wird aber den andern zum Tode bringen und der Vater sein Kind. Ja Kinder werden sich gegen die Eltern erheben und werden sie töten lassen. 1586#Markus,13,13#13. Und alle Welt wird euch hassen, weil ihr meinen Namen bekennt. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der soll gerettet werden. 1587#Markus,13,14#14. Seht ihr nun den Greuel der Verwüstung-1- da, wo er nicht soll stehn - wer das liest, beachte es wohl! -, dann sollen, die in Judäa sind, in die Berge fliehn! -1) nach der gr. Grundschrift ist dieser Greuel oder dies Scheusal als eine männliche Person zu denken (2.Thes. 2,3.4).++ 1588#Markus,13,15#15. Wer auf dem Dache ist, der steige nicht erst hinunter ins Haus und gehe nicht hinein, um etwas aus seinem Hause zu holen! 1589#Markus,13,16#16. Und wer auf dem Felde ist, der kehre nicht in die Wohnung zurück, um seinen Mantel zu holen! 1590#Markus,13,17#17. Doch weh den Frauen, die Kinder erwarten, und stillenden Müttern in jenen Tagen! 1591#Markus,13,18#18. Betet aber, daß dies nicht geschehe zur Winterzeit! 1592#Markus,13,19#19. Denn jene Tage werden eine Trübsal bringen, wie sie noch nie gewesen seit Anfang der Welt, die Gott geschaffen, bis heute, und wie auch keine mehr sein wird. 1593#Markus,13,20#20. Ja kürzte der Herr die Tage nicht ab, so würde kein Mensch errettet. Doch wegen der Auserwählten, die er sich erlesen, hat er die Tage abgekürzt. 1594#Markus,13,21#21. Wenn euch dann einer sagt: ,Der Messias-1- ist hier oder dort!', so glaubet es nicht! -1) der uns aus unsrer Not erretten kann.++ 1595#Markus,13,22#22. Denn manch falscher Messias, manch falscher Prophet tritt auf, und sie werden Zeichen und Wunder tun, um womöglich auch die Auserwählten irrezuführen. 1596#Markus,13,23#23. Seid ihr auf eurer Hut! Ich warne euch vor allem. 1597#Markus,13,24#24. Doch in den Tagen, nach jener Trübsal, wird sich die Sonne verfinstern und der Mond kein Licht mehr geben. 1598#Markus,13,25#25. Die Sterne werden vom Himmel fallen, und wanken werden die Himmelskräfte. 1599#Markus,13,26#26. Dann wird man sehen den Menschensohn in Wolken kommen mit großer Macht und Herrlichkeit. 1600#Markus,13,27#27. Dann wird er seine Boten senden und sammeln seine Auserwählten aus allen vier Winden vom Ende der Erde bis zum Ende des Himmels. 1601#Markus,13,28#28. Vom Feigenbaum entnehmt eine Lehre: wenn seine Zweige saftig werden und Blätter treiben, so wißt ihr, daß der Sommer nahe ist. 1602#Markus,13,29#29. So sollt ihr auch, wenn ihr dies kommen seht, gewiß sein, daß Er-1- nahe vor der Tür ist. -1) der Menschensohn.++ 1603#Markus,13,30#30. Wahrlich, ich sage euch: Diese Weltzeit ist nicht eher zu Ende, als bis dies alles geschehen ist. 1604#Markus,13,31#31. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehn. 1605#Markus,13,32#32. Über den Tag und die Stunde-1- aber hat niemand Kunde, auch nicht die Engel im Himmel, selbst nicht der Sohn, allein nur der Vater. -1) wann der Menschensohn kommt.++ 1606#Markus,13,33#33. Seid auf der Hut, wachet und betet! Ihr wißt ja nicht, wann der Zeitpunkt da ist*. 1607#Markus,13,34#34. Wenn einer verreist und sein Haus verläßt, gibt er seinen Knechten besondern Befehl: Einem jeglichen teilt er zu sein Werk, dem Türhüter aber befiehlt er zu wachen. 1608#Markus,13,35#35. So wachet nun! Ihr wißt ja nicht, wann der Hausherr kommt: Ob am Abend oder um Mitternacht, beim Hahnenschrei oder im Morgengraun. 1609#Markus,13,36#36. Er könnte ja unvermutet kommen und fände euch schlafend! 1610#Markus,13,37#37. Was ich euch sage, das sage ich allen: Wachet!»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 14 -+ --- MENGE/Markus 14 -+ --- ALBRECHT/Markus 14 - 1611#Markus,14,1#1. Es waren nun noch zwei Tage bis zu dem Feste des Passahs und der ungesäuerten Brote-1-. Da überlegten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten, wie sie Jesus mit List in ihre Gewalt bekommen und töten könnten. -1) also Dienstag, den 12. Nisan; vgl. 2.Mo. 12,6-10.14-20.++ 1612#Markus,14,2#2. Doch sie sagten: «Nur nicht am Fest! Es könnte sonst zu einer Volkserhebung kommen.» 1613#Markus,14,3#3. Als nun Jesus in Bethanien im Hause Simons des Aussätzigen weilte und dort zu Tische war, kam eine Frau mit einem Glase kostbaren Salböls aus echter Narde-1-: sie zerbrach das Glas und goß das Öl auf sein Haupt. -1) aus der Blüte der Narde, einer indischen Pflanze, wurde ein wohlriechendes Öl bereitet.++ 1614#Markus,14,4#4. Es waren aber einige da, die unwillig zueinander sagten: «Wozu ist das Öl so verschwendet worden? 1615#Markus,14,5#5. Man hätte es leicht für mehr als dreihundert Silberlinge* verkaufen und das Geld den Armen geben können.» Und sie schalten die Frau mit harten Worten. 1616#Markus,14,6#6. Jesus aber sprach: «Laßt sie in Ruhe! Warum kränket ihr sie? Sie hat ein rühmlich Werk an mir getan. 1617#Markus,14,7#7. Denn Arme habt ihr immer bei euch, und sooft ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht immer. 1618#Markus,14,8#8. Sie hat getan, was sie konnte: sie hat meinen Leib im voraus zum Begräbnis gesalbt. 1619#Markus,14,9#9. Wahrlich, ich sage euch: Wo in der weiten Welt die Heilsbotschaft verkündigt wird, da wird man auch zu ihrem Gedächtnis von ihrer Tat erzählen.» 1620#Markus,14,10#10. Und Judas aus Kariot, einer von den Zwölfen, ging zu den Hohenpriestern, um ihnen Jesus in die Hände zu liefern. 1621#Markus,14,11#11. Sie aber waren über seinen Vorschlag erfreut und versprachen, ihm Geld zu geben. Da suchte er nach einer günstigen Gelegenheit, ihn zu verraten. 1622#Markus,14,12#12. Am ersten Tage der ungesäuerten Brote, da man das Passahlamm zu opfern pflegte, sprachen die Jünger zu Jesus: «Wo sollen wir hingehn und das Passahmahl für dich bereiten?» 1623#Markus,14,13#13. Da sandte er zwei seiner Jünger ab und gebot ihnen: «Geht in die Stadt; da wird euch ein Mann begegnen, der einen irdenen Krug mit Wasser trägt. Dem folgt, 1624#Markus,14,14#14. und dort, wo er hineingeht, da sagt zu dem Hausherrn: ,Der Meister läßt dich fragen: Wo ist das von mir bestellte Zimmer, wo ich das Passahmahl mit meinen Jüngern halten kann*?' 1625#Markus,14,15#15. Dann wird er euch ein geräumiges Oberzimmer zeigen, mit Tischpolstern belegt und für die Mahlzeit hergerichtet. Dort rüstet alles für uns zu!» 1626#Markus,14,16#16. Da machten sich die Jünger auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden es so, wie er ihnen gesagt hatte, und richteten die Passahmahlzeit her. 1627#Markus,14,17#17. Als der Abend kam, fand er sich mit den Zwölfen ein. 1628#Markus,14,18#18. Während sie bei Tische waren und aßen, sprach Jesus: «Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch, der mit mir ißt, wird mich verraten.» 1629#Markus,14,19#19. Da wurden sie betrübt, und einer nach dem andern fragte ihn: «Ich bin's doch nicht?» 1630#Markus,14,20#20. Er antwortete ihnen: «Einer von euch Zwölfen ist's, einer, der mit mir in die Schüssel tunkt. 1631#Markus,14,21#21. Denn der Menschensohn geht zwar zum Tode; das steht ja von ihm geschrieben. Doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird! Für diesen Menschen wäre es am besten, er wäre nie geboren.» 1632#Markus,14,22#22. Während des Essens nahm Jesus ein Brot, sprach den Segen, brach's und gab es ihnen mit den Worten: «Nehmt hin, das ist mein Leib!» 1633#Markus,14,23#23. Dann nahm er einen Becher, sprach das Dankgebet und reichte ihn den Jüngern; und sie tranken alle daraus. 1634#Markus,14,24#24. Dabei sprach er zu ihnen: «Dies ist mein Blut, das Bundesblut, das vergossen werden soll zum Heil für viele. 1635#Markus,14,25#25. Wahrlich, ich sage euch: Ich will von dem Gewächs des Weinstocks nicht mehr trinken bis zu dem Tage, wo ich den neuen Wein trinken werde in Gottes Königreich.» 1636#Markus,14,26#26. Nach dem Lobgesange gingen sie hinaus an den Ölberg. 1637#Markus,14,27#27. Auf dem Wege dorthin sprach Jesus zu ihnen: «Ihr werdet alle an mir irrewerden; denn es steht geschrieben: ,Ich will den Hirten schlagen, und die Schafe werden sich zerstreuen-1-.' -1) frei nach Sach. 13,7.++ 1638#Markus,14,28#28. Nach meiner Auferstehung aber will ich euch vorausgehn nach Galiläa.» 1639#Markus,14,29#29. Da sprach Petrus zu ihm: «Wenn auch alle andern an dir irrewerden - ich nicht!» 1640#Markus,14,30#30. Jesus antwortete ihm: «Wahrlich, ich sage dir: Heute, in dieser Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.» 1641#Markus,14,31#31. Er aber beteuerte nur um so eifriger: «Und müßte ich auch mit dir sterben, ich verleugne dich nun und nimmer!» Ebenso sprachen auch die andern alle. 1642#Markus,14,32#32. Und sie kamen zu einem Landgut, mit Namen Gethsemane, da sprach er zu seinen Jüngern: «Setzt euch hier nieder, während ich bete!» 1643#Markus,14,33#33. Und er nahm Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Da erfaßte ihn Schrecken und Grauen. 1644#Markus,14,34#34. Und er sprach zu ihnen: «Meine Seele ist zum Tode betrübt, bleibt hier und wacht!» 1645#Markus,14,35#35. Dann ging er ein wenig weiter, fiel nieder zur Erde und betete, daß, wenn es möglich sei, an ihm die Stunde vorübergehe. 1646#Markus,14,36#36. Er sprach: «Abba-1-, Vater! Dir ist ja alles möglich, laß diesen Kelch an mir vorübergehn! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst!» -1) das aram. Wort -+Abba- bedeutet Vater.++ 1647#Markus,14,37#37. Dann kam er zurück und fand sie schlafend und sagte zu Petrus: «Simon, du schläfst? Nicht eine Stunde konntest du wachen? 1648#Markus,14,38#38. Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet! Der Geist zwar ist willig, aber das Fleisch ist schwach.» 1649#Markus,14,39#39. Dann ging er abermals hin und betete mit denselben Worten. 1650#Markus,14,40#40. Als er zurückkam, fand er sie wiederum schlafend; denn die Augen fielen ihnen zu vor Müdigkeit, und sie wußten ihm nichts zu erwidern. 1651#Markus,14,41#41. Da kam er zum drittenmal und sprach zu ihnen: «Ihr schlaft noch weiter und ruhet? Nun genug*! Die Stunde ist da! Jetzt wird der Menschensohn in der Sünder Hände überliefert. 1652#Markus,14,42#42. Auf, wir gehn! Seht, mein Verräter naht!» 1653#Markus,14,43#43. In dem Augenblick, da er noch redete, erschien Judas, einer der Zwölf, begleitet von einer Schar, die, mit Schwertern und Knütteln bewaffnet, von den Hohenpriestern, Schriftgelehrten und Ältesten ausgesandt war. 1654#Markus,14,44#44. Sein Verräter aber hatte ein Zeichen mit ihnen verabredet und gesagt: «Wen ich küsse, der ist's; den nehmt fest und führt ihn sicher ab!» 1655#Markus,14,45#45. Als er nun kam, trat er sogleich auf ihn zu, grüßte ihn: «Meister! Meister!» und küßte ihn. 1656#Markus,14,46#46. Da legten sie Hand an ihn und nahmen ihn gefangen. 1657#Markus,14,47#47. Doch einer von denen, die dastanden, zog ein Schwert, schlug damit nach dem Knechte des Hohenpriesters und hieb ihm das Ohr ab. 1658#Markus,14,48#48. Da wandte sich Jesus zu den Leuten und sprach: «Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Knütteln ausgezogen, um mich gefangenzunehmen. 1659#Markus,14,49#49. Tagtäglich bin ich bei euch im Tempel gewesen und habe gelehrt, und ihr habt mich nicht ergriffen. Dies alles aber geschieht, damit sich die Schriften erfüllen.» 1660#Markus,14,50#50. Da verließen ihn alle-1- und flohen. -1) alle Jünger.++ 1661#Markus,14,51#51. Ein Jüngling nur folgte ihm-1-, der trug auf bloßem Leibe ein Hemd aus feiner Leinwand. Den griffen sie. -1) vlt. war Markus selbst dieser Jüngling.++ 1662#Markus,14,52#52. Da ließ er sein Gewand im Stich und enteilte ganz unbekleidet. 1663#Markus,14,53#53. Man führte dann Jesus vor den Hohenpriester. Dort versammelten sich alle Hohenpriester, Ältesten und Schriftgelehrten. 1664#Markus,14,54#54. Petrus aber folgte ihm von weitem bis hinein in des Hohenpriesters Palast. Dort setzte er sich im Hofe zu den Dienern und wärmte sich am Feuer. 1665#Markus,14,55#55. Die Hohenpriester aber und der ganze Hohe Rat suchten nach einem Zeugnis gegen Jesus, damit sie ihn zum Tode verurteilen könnten; aber sie fanden keins. 1666#Markus,14,56#56. Denn es brachten wohl viele falsches Zeugnis gegen ihn vor, doch ihre Aussagen stimmten nicht überein. 1667#Markus,14,57#57. Da traten einige auf, die erhoben die falsche Anklage gegen ihn: 1668#Markus,14,58#58. «Wir haben ihn behaupten hören: Ich will diesen von Menschenhänden errichteten Tempel niederreißen und dafür in drei Tagen einen andern bauen, der nicht mit Händen gemacht ist.» 1669#Markus,14,59#59. Doch nicht einmal in diesem Wortlaut stimmte ihr Zeugnis überein. 1670#Markus,14,60#60. Da erhob sich der Hohepriester, trat mitten in die Versammlung und fragte Jesus: «Antwortest du nichts auf das, was diese wider dich vorbringen?» 1671#Markus,14,61#61. Er aber schwieg und gab ihm keine Antwort. Da fragte ihn der Hohepriester zum zweitenmal: «Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten-1-?» -1) der Hochgelobte (nur hier im NT als Name Gottes gebraucht) ist -+Jahwe-.++ 1672#Markus,14,62#62. Jesus erwiderte: «Ich bin's! Und ihr sollt den Menschensohn sitzen sehn zur Rechten der Macht und kommen mit den Wolken des Himmels.» 1673#Markus,14,63#63. Da zerriß der Hohepriester seine Kleider und sprach: «Was brauchen wir noch weiter Zeugen? 1674#Markus,14,64#64. Ihr habt die Gotteslästerung gehört. Was meint ihr nun?» Da gaben alle das Urteil ab, er sei des Todes schuldig. 1675#Markus,14,65#65. Nun begannen einige-1-, ihn anzuspeien, ihm das Gesicht zu verhüllen und ihn dann mit Fäusten zu schlagen, indem sie höhnisch riefen: «Zeige dich als Prophet-2-!» Auch die Diener schlugen ihn ins Angesicht, als er ihnen übergeben wurde. -1) einige von den Mitgliedern des Hohen Rates.   2) d.h: Nenne doch unsre Namen!++ 1676#Markus,14,66#66. Unterdes saß Petrus unten im Hofe. Da kam eine von den Mägden des Hohenpriesters. 1677#Markus,14,67#67. Als die sah, wie sich Petrus wärmte, schaute sie ihn an und sprach: «Du warst auch bei dem Jesus aus Nazaret!» 1678#Markus,14,68#68. Er leugnete aber und sagte: «Ich weiß nicht - ich verstehe nicht - was meinst du denn?» Dann ging er aus dem inneren Hofe in den Vorhof. Da krähte ein Hahn. 1679#Markus,14,69#69. Nun sah ihn dort dieselbe Magd, und wieder fing sie an, zu denen, die dabeistanden, zu sagen: «Das ist auch einer von ihnen!» 1680#Markus,14,70#70. Da leugnete er von neuem. Nach einer kleinen Weile sprachen die Umstehenden wiederum zu Petrus: «Wahrhaftig, du gehörst zu ihnen! Du bist ja auch ein Galiläer; schon deine Mundart ist ganz so.» 1681#Markus,14,71#71. Nun fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: «Ich kenne den Menschen nicht, von dem ihr redet!» 1682#Markus,14,72#72. Da krähte ein Hahn zum zweitenmal. Jetzt entsann sich Petrus des Wortes, das Jesus zu ihm gesagt hatte: «Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.» Als er daran dachte, brach er in lautes Weinen aus.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 15 -+ --- MENGE/Markus 15 -+ --- ALBRECHT/Markus 15 - 1683#Markus,15,1#1. Sofort nach Tagesanbruch kamen alle Glieder des Hohen Rates - die Hohenpriester mit den Ältesten und Schriftgelehrten - zu einem fertigen Beschluß. Dann ließen sie Jesus gefesselt wegführen und überlieferten ihn Pilatus. 1684#Markus,15,2#2. Pilatus fragte ihn: «Bist du der Juden König?» Er antwortete ihm: «Ja, ich bin's.» 1685#Markus,15,3#3. Die Hohenpriester erhoben dann viele Klagen gegen ihn. 1686#Markus,15,4#4. Da fragte ihn Pilatus abermals: «Hast du nichts darauf zu sagen? Höre doch, was sie alles gegen dich vorbringen.» 1687#Markus,15,5#5. Aber Jesus gab ihm keine Antwort mehr, so daß sich Pilatus wunderte. 1688#Markus,15,6#6. Nun pflegte er ihnen an jedem Passahfest einen Gefangnen loszugeben nach ihrer freien Wahl. 1689#Markus,15,7#7. Damals lag ein gewisser Barabbas im Kerker zusammen mit andern Empörern, die beim Aufruhr einen Mord begangen hatten. 1690#Markus,15,8#8. Als nun das Volk (zum Palast des Pilatus) hinaufkam und zu verlangen begann, was er ihnen sonst gewährte, 1691#Markus,15,9#9. da fragte sie Pilatus: «Soll ich euch den König der Juden losgeben?» 1692#Markus,15,10#10. Er hatte nämlich wohl gemerkt, daß ihn die Hohenpriester nur aus Neid überantwortet hatten. 1693#Markus,15,11#11. Die Hohenpriester aber wiegelten das Volk auf, es möge lieber um die Freilassung des Barabbas bitten. 1694#Markus,15,12#12. Da nahm Pilatus abermals das Wort und sprach zu ihnen: «Was soll ich denn mit dem Manne tun, den ihr den Judenkönig nennt?» 1695#Markus,15,13#13. Sie schrien wieder: «Kreuzige ihn!» 1696#Markus,15,14#14. Da fragte sie Pilatus: «Was hat er denn verbrochen?» Sie schrien nur noch lauter: «Kreuzige ihn!» 1697#Markus,15,15#15. Weil nun Pilatus die Menge zufriedenstellen wollte, so gab er ihnen Barabbas frei. Jesus aber ließ er geißeln; dann übergab er ihn (den Soldaten) zur Kreuzigung. 1698#Markus,15,16#16. Nun führten ihn die Soldaten in den innern Hof des Statthalterpalastes und riefen die ganze Schar (ihrer Genossen) zusammen. 1699#Markus,15,17#17. Sie zogen ihm einen Purpurmantel an, setzten ihm eine Dornenkrone auf, die sie geflochten hatten, 1700#Markus,15,18#18. und begannen ihn zu grüßen: «Heil dir, König der Juden!» 1701#Markus,15,19#19. Dabei schlugen sie ihn mit einem Rohr aufs Haupt, spien ihn an, beugten ihre Knie und huldigten ihm. 1702#Markus,15,20#20. Als sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, zogen sie ihm den Purpurmantel aus und legten ihm wieder seine eignen Kleider an. Dann führten sie ihn ab zur Kreuzigung. 1703#Markus,15,21#21. Da kam ein gewisser Simon des Wegs, ein Mann aus Kyrene, des Alexander und Rufus Vater-a-, der kam von einem Dorfe zurück; den zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen. -a) Röm. 16,13 (?).++ 1704#Markus,15,22#22. So brachten sie ihn nach dem Platze Golgotha, das heißt Schädelstätte. 1705#Markus,15,23#23. Dort reichten sie ihm betäubenden Würzwein; aber er nahm ihn nicht. 1706#Markus,15,24#24. Dann kreuzigten sie ihn. Darauf verteilten sie seine Kleider unter sich, indem sie das Los darüber warfen, was jeder von ihnen bekommen solle. 1707#Markus,15,25#25. Es war die dritte Stunde-1-, als sie ihn kreuzigten. -1) 9 Uhr vormittags (doch s. Joh. 19,14 und Anm. dazu).++ 1708#Markus,15,26#26. Oben an dem Kreuze stand eine Inschrift mit der Angabe seiner Schuld; die lautete: «Der Juden König.» 1709#Markus,15,27#27. Mit ihm kreuzigten sie zwei Räuber, den einen zu seiner Rechten, den andern zu seiner Linken. 1710#Markus,15,28#28. So wurde das Schriftwort erfüllt: «Er ist unter die Verbrecher gerechnet worden-1-.» -1) Jes. 53,12. - V. 28 (vgl. Lk. 22,37) fehlt in manchen altHs.++ 1711#Markus,15,29#29. Die Vorübergehenden aber schmähten ihn: sie schüttelten den Kopf und sprachen: «He! du wolltest ja den Tempel niederreißen und ihn in drei Tagen wiederbauen: 1712#Markus,15,30#30. hilf dir nun selbst und steige vom Kreuz herab!» 1713#Markus,15,31#31. Auch die Hohenpriester samt den Schriftgelehrten verspotteten ihn untereinander und sagten: «Andern hat er geholfen, und sich selbst kann er nun nicht helfen! 1714#Markus,15,32#32. Der Messias, der König Israels, mag jetzt vom Kreuz heruntersteigen, damit wir's sehen! Dann wollen wir an ihn glauben!» Auch die Männer, die mit ihm gekreuzigt waren, beschimpften ihn. 1715#Markus,15,33#33. Nach der sechsten Stunde aber bedeckte Finsternis die ganze Gegend bis zur neunten Stunde. 1716#Markus,15,34#34. Und in der neunten Stunde schrie Jesus mit lauter Stimme: «Eloi, Eloi, lema sabachthanei!» Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen-a-! -a) Ps. 22,2.++ 1717#Markus,15,35#35. Als einige der Umstehenden das hörten, sprachen sie: «Hört, er ruft den Elia.» 1718#Markus,15,36#36. Da lief einer hin, füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf einen Rohrstab und wollte ihm zu trinken geben, indem er sagte: «Wartet, wir wollen doch sehn, ob Elia kommt, um ihn herabzunehmen.» 1719#Markus,15,37#37. Jesus aber tat einen lauten Schrei und verschied. 1720#Markus,15,38#38. In diesem Augenblick zerriß der Tempelvorhang von oben bis unten in zwei Stücke. 1721#Markus,15,39#39. Als der Hauptmann, der dem Kreuz gegenüberstand, ihn so verscheiden sah, da sprach er: «Wahrhaftig, dieser Mann ist Gottes Sohn gewesen!» 1722#Markus,15,40#40. Es sahen auch Frauen von ferne zu; unter ihnen waren Maria aus Magdala, Maria, die Mutter Jakobus des Kleinen-1- und des Joses, und Salome-2- - -1) klein bed. hier jedenfalls: von kleiner Gestalt.   2) die Mutter der Apostel Jakobus und Johannes.++ 1723#Markus,15,41#41. die ihn schon, als er noch in Galiläa war, begleitet und bedient hatten - und außerdem noch viele andre, die mit ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren. 1724#Markus,15,42#42. Als es schon Abend war - zudem war es Freitag, der Tag vor dem Sabbat-1- -, -1) Josef mußte also schnell handeln, weil am Sabbat kein Werk verrichtet werden durfte.++ 1725#Markus,15,43#43. da kam Josef von Arimathäa, ein angesehener Ratsherr-1-, der auch auf das Königreich Gottes wartete, ging mit kühnem Mute* zu Pilatus und bat ihn um Jesu Leichnam. -1) d.h. Mitglied des Hohen Rates.++ 1726#Markus,15,44#44. Pilatus war verwundert, daß Jesus schon gestorben sein sollte. Er ließ deshalb den Hauptmann rufen-1- und fragte ihn, ob er schon länger tot sei. -1) der bei Jesu Kreuzigung die Wache befehligt hatte.++ 1727#Markus,15,45#45. Als ihm der Hauptmann dies bestätigte, da schenkte er Josef den Leichnam*. 1728#Markus,15,46#46. Nun kaufte Josef feine Leinwand, ließ dann den Leichnam vom Kreuze herabnehmen, ihn in die Leinwand hüllen und in ein Grab legen, das in einen Fels gehauen war. Dann ließ er einen Stein vor die Grabesöffnung wälzen. 1729#Markus,15,47#47. Maria aus Magdala aber und Maria, des Joses Mutter-a-, sahen sich die Stätte an, wo er beigesetzt war. -a) V. 40.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Markus 16 -+ --- MENGE/Markus 16 -+ --- ALBRECHT/Markus 16 - 1730#Markus,16,1#1. Als der Sabbat vorüber war-1-, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus-a-, und Salome Gewürzkräuter, um hinzugehn und Jesu Leichnam zu salben. -1) also: Sonnabend nach Sonnenuntergang.   a) Mk. 15,40.47.++ 1731#Markus,16,2#2. Am ersten Wochentage in aller Frühe gleich nach Sonnenaufgang machten sie sich auf zum Grabe. 1732#Markus,16,3#3. Da sprachen sie zueinander: «Wer wälzt uns wohl den Stein von der Grabesöffnung?» 1733#Markus,16,4#4. Doch als sie hinsahen, bemerkten sie, daß der Stein schon weggewälzt war; denn er war sehr groß*. 1734#Markus,16,5#5. Als sie dann in die Grabkammer traten-1-, sahen sie rechts einen Jüngling in weißem Gewande sitzen. Und sie erschraken sehr. -1) die Leichen wurden an den Wänden der Grabkammern in Nischen beigesetzt.++ 1735#Markus,16,6#6. Er aber sprach zu ihnen: «Entsetzet euch nicht! Ihr wollt nach Jesus sehn, dem Nazarener, der gekreuzigt ist? Er ist auferstanden, er ist nicht hier! Seht da die Stätte, wohin man ihn gelegt! 1736#Markus,16,7#7. Und jetzt geht hin und meldet seinen Jüngern, vor allen Petrus: ,Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt.'» 1737#Markus,16,8#8. Da verließen sie das Grab und eilten weg; denn Zittern und Entsetzen erfüllte sie. Und sie sagten niemand ein Wort davon; denn sie waren voll Furcht . . .-1-** -1) hier schließt der ursprüngliche Text des Markusevangeliums.++ 1738#Markus,16,9#9. Als Jesus früh am ersten Wochentage auferstanden war, erschien er zuerst Maria aus Magdala, von der er sieben böse Geister ausgetrieben hatte. 1739#Markus,16,10#10. Die ging hin und verkündigte es denen, die ihn einst begleitet hatten und die nun trauerten und weinten. 1740#Markus,16,11#11. Doch als sie hörten, er lebe und sei von ihr gesehen worden, da glaubten sie es nicht. 1741#Markus,16,12#12. Dann offenbarte er sich in anderer Gestalt zweien von ihnen unterwegs, als sie zu einem Dorfe gingen. 1742#Markus,16,13#13. Die gingen auch hin und verkündigten es den übrigen. Aber auch ihnen glaubten sie nicht. 1743#Markus,16,14#14. Später offenbarte er sich den Elf, als sie bei Tische waren: er schalt ihren Unglauben und ihre Herzenshärtigkeit, weil sie denen, die ihn nach seiner Auferstehung gesehen, nicht geglaubt hätten. 1744#Markus,16,15#15. Dann sprach er zu ihnen: «Geht hin in alle Welt und verkündigt die Heilsbotschaft der ganzen Menschheit. 1745#Markus,16,16#16. Wer dann zum Glauben kommt und sich taufen läßt, der soll errettet werden. Wer aber nicht glauben will, der wird verdammt. 1746#Markus,16,17#17. Dies aber sind die Wunderzeichen, die den Gläubigen zuteil werden sollen: in meinem Namen werden sie böse Geister austreiben-a-; sie werden mit neuen Zungen reden-b-; -a) Apg. 8,7; 16,18; 19,11.12.   b) Apg. 2,4.11; 10,46; 19,6; 1.Kor. 12,10.28; 13,1; 14,1-28.++ 1747#Markus,16,18#18. mit ihren Händen werden sie Schlangen aufheben-a-, und wenn sie etwas Tödliches trinken, soll es ihnen nicht schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie sollen genesen-b-.» -a) Apg. 28,3-6.   b) Jak. 5,14.15; Apg. 28,8.9.++ 1748#Markus,16,19#19. Als der Herr Jesus so mit ihnen geredet hatte, ward er aufgehoben in den Himmel und setzte sich zur Rechten Gottes. 1749#Markus,16,20#20. Sie aber zogen aus und predigten überall. Dabei stand ihnen der Herr zur Seite und bestätigte ihr Wort durch die begleitenden Wunderzeichen-a-**. -a) Hebr. 2,4; Apg. 14,3. In der Albrecht-Üs. folgen hier 2. und 3. Schluß.++ 1750#Lukas,1,1#1. SCHON viele haben versucht, einen Bericht über die bei uns als sicher geltenden Begebenheiten 1751#Lukas,1,2#2. nach der Erzählung der ursprünglichen Augenzeugen und Diener des Wortes abzufassen. 1752#Lukas,1,3#3. So habe auch ich mich entschlossen, allen diesen Begebenheiten bis zu ihren Ausgangspunkten mit Sorgfalt nachzugehn und sie für dich, hochedler Theophilus, zusammenhängend aufzuzeichnen, 1753#Lukas,1,4#4. damit du deutlich einsiehst, daß alles, was du durch mündliche Belehrung vernommen hast, in jeder Hinsicht wahr und zuverlässig ist. 1754#Lukas,1,5#5. Zur Zeit des jüdischen Königs Herodes-1- lebte ein Priester, mit Namen Zacharias-2-. Er gehörte zu der Ordnung Abias-a-** und hatte eine Frau aus der Zahl der Töchter Aarons-3-, die hieß Elisabet-4-. -1) 37-4 v.Chr.   2) Zacharias, hebr. -+Sacharja-, bed: dessen Jahwe gedacht hat.   3) sie war also auch aus priesterlichem Geschlechte.   4) d.h. deren Eid Gott ist, o: die bei Gott schwört.   a) 1.Chr. 24,7-18.++ 1755#Lukas,1,6#6. Beide waren rechtschaffen vor Gott und wandelten in allen Geboten und Satzungen des Herrn ohne Tadel. 1756#Lukas,1,7#7. Sie waren aber kinderlos, denn Elisabet war unfruchtbar; und beide standen schon in vorgerücktem Alter*. 1757#Lukas,1,8#8. Als Zacharias nun einst mit seiner Ordnung-1- wieder an der Reihe war und vor Gott diente, -1) der Ordnung o. Abteilung Abia.++ 1758#Lukas,1,9#9. da fiel ihm eines Tages - wie bei den Priestern Sitte war-1- - durchs Los der Auftrag zu, das Räucherwerk anzuzünden-a-. So trat er in des Herrn Tempel ein-2-*, -1) die Dienstpflichten der einzelnen Priester wurden täglich durch das Los verteilt.   2) in das sog. Heilige.   a) 2.Mo. 30,7.++ 1759#Lukas,1,10#10. während die ganze Menge des Volkes* zur Stunde des Räucheropfers-1- draußen-2- betete. -1) hier ist ws. die Zeit des Abendopfers gemeint: nachmittags um und nach 3 Uhr (Apg. 3,1).   2) außerhalb des Heiligen in den Vorhöfen der Israeliten und der Weiber.++ 1760#Lukas,1,11#11. Da erschien ihm ein Engel des Herrn, der stand auf der rechten Seite des Räucheraltars*. 1761#Lukas,1,12#12. Bei seinem Anblick erschrak Zacharias, und Furcht befiel ihn. 1762#Lukas,1,13#13. Aber der Engel sprach zu ihm: «Fürchte dich nicht, Zacharias! Dein Gebet-1- ist erhört worden: deine Frau Elisabet wird dir einen Sohn schenken, dem sollst du den Namen Johannes-2- geben. -1) um einen Leibeserben.   2) d.h. Gotthold, w: Jahwe ist gnädig.++ 1763#Lukas,1,14#14. Er wird deine Freude und Wonne sein, und viele werden sich über seine Geburt freuen. 1764#Lukas,1,15#15. Denn nach des Herrn Urteil wird er bedeutend sein. Wein und berauschende Getränke wird er nie genießen-1-, sondern schon von Geburt an wird er mit Heiligem Geiste erfüllt sein. -1) er wird lebenslang ein Nasiräer sein (4.Mo. 6,3; Ri. 13,4.5; 1.Sam. 1,11).++ 1765#Lukas,1,16#16. Viele von Israels Söhnen wird er zu dem Herrn, ihrem Gott, bekehren. 1766#Lukas,1,17#17. Ja in Elias Geist und Kraft wird er vor dem Herrn als Herold hergehn-1-, um der alten Väter Sinn* in dem jetzigen Geschlecht zu erwecken und die Ungehorsamen zu der Einsicht der Gerechten zu führen, damit dem Herrn ein Volk bereitet werde, das für sein Kommen gerüstet ist.» -1) das Kommen des Messiasreiches wird als Einzug Gottes bei seinem Volke gedacht (Jes. 40,1-11; Mal. 3,1-4).++ 1767#Lukas,1,18#18. Zacharias sprach zu dem Engel: «Wie soll ich das für möglich halten-1-? Denn ich bin ja ein alter Mann, und meine Frau ist auch schon hochbetagt.» -1) daß ich noch einen Sohn bekommen werde.++ 1768#Lukas,1,19#19. Der Engel erwiderte ihm: «Ich bin Gabriel-1-*; ich stehe immer dienstbereit vor Gott und bin jetzt gesandt, um mit dir zu reden und dir diese frohe Botschaft zu bringen. -1) d.h. Mann oder Held Gottes. Wie im AT, so werden auch im NT nur zwei Engel mit Namen genannt: Gabriel und Michael.++ 1769#Lukas,1,20#20. Sieh, bis zu dem Tage, wo dies geschieht, sollst du stumm sein und nicht reden können zur Strafe dafür, daß du meinen Worten nicht geglaubt, die sich zu ihrer Zeit erfüllen werden*.» 1770#Lukas,1,21#21. Das Volk wartete indes auf Zacharias und war verwundert, daß er so lange im Heiligtum weilte. 1771#Lukas,1,22#22. Als er heraustrat, konnte er kein Wort zu ihnen reden-a-**. Daraus schlossen sie, er habe im Heiligtum eine Erscheinung gehabt. Er selbst gab ihnen das auch durch Zeichen zu verstehen und blieb stumm. -a) 4.Mo. 6,23-26.++ 1772#Lukas,1,23#23. Als seine Dienstwoche zu Ende war, kehrte er wieder heim. 1773#Lukas,1,24#24. Um diese Zeit ward sein Weib Elisabet guter Hoffnung. Die ersten fünf Monate verließ sie ihre Wohnung nicht*; doch sie dachte: 1774#Lukas,1,25#25. «Dies hat der Herr an mir getan: jetzt hat er meine Schmach bei den Menschen in Gnaden weggenommen-1-.» -1) Kinderlosigkeit der Frauen war bei den Hebräern eine Schande.++ 1775#Lukas,1,26#26. Im sechsten Monat-1- sandte Gott den Engel Gabriel nach Galiläa in eine Stadt mit Namen Nazaret, -1) der Schwangerschaft Elisabets.++ 1776#Lukas,1,27#27. zu einer Jungfrau, die verlobt war mit einem Manne aus dem Hause Davids, namens Josef; die Jungfrau hieß Maria-1-. -1) hebr. -+Mirjam-.++ 1777#Lukas,1,28#28. Als der Engel bei ihr eintrat, sprach er: «Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir.» 1778#Lukas,1,29#29. Bei diesen Worten geriet sie in Verwirrung und fragte sich, was dieser seltsame Gruß bedeuten solle. 1779#Lukas,1,30#30. Da sprach der Engel zu ihr: «Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. 1780#Lukas,1,31#31. Siehe, du wirst empfangen und einen Sohn bekommen, des Namen sollst du Jesus nennen-a-. -a) Mt. 1,21.++ 1781#Lukas,1,32#32. Der wird gewaltig sein und ein Sohn des Höchsten heißen. Ja Gott der Herr wird ihm den Thron seines Ahnherrn David geben, 1782#Lukas,1,33#33. und er wird über Jakobs Haus in Ewigkeit herrschen, und sein Königtum wird kein Ende haben-a-.» -a) Jes. 9,7; 2.Sam. 7,12.13.16; Mi. 4,7; Dan. 7,14.++ 1783#Lukas,1,34#34. Da sprach Maria zu dem Engel: «Wie soll das möglich sein? Ich habe ja keinen Ehegatten.» 1784#Lukas,1,35#35. Der Engel entgegnete ihr: «Heiliger Geist wird über dich kommen, und des Höchsten Kraft wird dich überschatten-1-*. Drum soll auch das heilige Kind Sohn Gottes heißen. -1) während im Gr. das Wort Geist (-+pneuma-) sächlich ist, wird es im Hebr. (-+ruach-) fast immer weiblich gebraucht.++ 1785#Lukas,1,36#36. Auch deine Verwandte Elisabet* hat trotz ihres hohen Alters einen Sohn empfangen, und sie, die als unfruchtbar galt, steht jetzt im sechsten Monat. 1786#Lukas,1,37#37. Denn bei Gott ist nichts unmöglich-a-.» -a) 1.Mo. 18,14.++ 1787#Lukas,1,38#38. Maria sprach: «Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe nach deinem Wort.» Da schied der Engel von ihr**. 1788#Lukas,1,39#39. Bald darauf begab sich Maria ohne Verzug in eine Stadt des judäischen Berglandes-1-. -1) wo Zacharias und Elisabet wohnten.++ 1789#Lukas,1,40#40. Sie trat in des Zacharias Haus und begrüßte Elisabet. 1790#Lukas,1,41#41. Als Elisabet Marias Gruß vernahm, da hüpfte das Kind in ihrem Schoße. Zugleich ward Elisabet vom Heiligen Geiste erfüllt, 1791#Lukas,1,42#42. und mit lautem Freudenschrei rief sie aus: «Gesegnet bist du unter den Frauen, und gesegnet ist das Kindlein in deinem Schoß! 1792#Lukas,1,43#43. Doch warum wird mir diese Ehre zuteil, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 1793#Lukas,1,44#44. Denn siehe, als dein Gruß in meine Ohren klang, da hüpfte das Kind vor Freude in meinem Schoße*. 1794#Lukas,1,45#45. Heil dir, die du geglaubet hast, daß sich des Herrn Verheißung an dir erfüllen wird!» 1795#Lukas,1,46#46. Da sprach Maria-a-: «Meine Seele rühmt den Herrn, -a) vgl. 1.Sam. 2,1-10.++ 1796#Lukas,1,47#47. und mein Geist frohlockt über Gott, meinen Retter; 1797#Lukas,1,48#48. denn er hat seine niedrige Magd gnädig angesehn-a-. Von nun an werden mich alle Geschlechter selig preisen; -a) 1.Sam. 1,11; Ps. 113,5.6.++ 1798#Lukas,1,49#49. denn der Allmächtige hat Großes an mir getan. Sein Name ist heilig-a-, -a) Ps. 111,9.++ 1799#Lukas,1,50#50. und sein Erbarmen erweist sich von Geschlecht zu Geschlecht an denen, die ihn fürchten-a-. -a) Ps. 103,13.17.++ 1800#Lukas,1,51#51. Mit seinem Arm vollbringt er gewaltige Taten, er macht zuschanden alle, die in ihrem Herzen Hoffart sinnen-a-. -a) Ps. 89,11.++ 1801#Lukas,1,52#52. Mächtige stößt er vom Thron, und Niedrige hebt er empor-a-. -a) Ps. 147,6; Hiob 5,11.++ 1802#Lukas,1,53#53. Hungrige füllt er mit Schätzen, und Reiche läßt er leer ausgehn-a-. -a) Ps. 34,11; 107,9; 1.Sam. 2,5.++ 1803#Lukas,1,54#54. Er hat sich seines Knechtes Israel in Liebe angenommen-1-; -1) insofern er nun die alten Verheißungen erfüllen will. Jes. 41,8.++ 1804#Lukas,1,55#55. denn nach den Worten, die er einst geredet hat zu unsern Vätern, will er nun-1- an Abraham und sein Geschlecht erbarmungsreich gedenken ewiglich-a-.» -1) durch die Sendung des Messias. a) Ps. 98,3; Mi. 7,20; 1.Mo. 17,7.++ 1805#Lukas,1,56#56. Maria blieb etwa drei Monate bei Elisabet; dann kehrte sie wieder in ihre Heimat zurück. 1806#Lukas,1,57#57. Als für Elisabet die Stunde der Niederkunft kam, gebar sie einen Sohn. 1807#Lukas,1,58#58. Bei der Kunde, daß der Herr so große Barmherzigkeit an ihr getan, freuten sich ihre Nachbarn und Verwandten mit ihr. 1808#Lukas,1,59#59. Am achten Tage versammelte man sich zu der Beschneidung des Knaben. Man wollte ihm nach seinem Vater den Namen Zacharias geben. 1809#Lukas,1,60#60. Seine Mutter aber erhob Einspruch dagegen und sagte: «Nein, er soll Johannes heißen.» 1810#Lukas,1,61#61. Man wandte ihr ein: «Kein einziger aus deiner Verwandtschaft trägt diesen Namen.» 1811#Lukas,1,62#62. Nun fragte man seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen er für ihn bestimme. 1812#Lukas,1,63#63. Da ließ er sich ein Täfelchen bringen und schrieb darauf: «Johannes ist sein Name.» Alle staunten.-1- -1) weil die Eltern in dem seltenen Namen übereinstimmten.++ 1813#Lukas,1,64#64. Sofort öffnete sich sein Mund, seine Zunge ward gelöst, er konnte wieder reden und pries Gott. 1814#Lukas,1,65#65. Da wurden alle Leute in der Nachbarschaft von heiliger Scheu ergriffen. Ja in dem ganzen Bergland von Judäa sprach man von allen diesen Begebenheiten*. 1815#Lukas,1,66#66. Jeder, der davon hörte, behielt es im Gedächtnis und fragte sich: «Was wird wohl aus diesem Kinde werden?» Denn die Hand des Herrn war in der Tat mit ihm. 1816#Lukas,1,67#67. Sein Vater Zacharias, vom Heiligen Geiste erfüllt, sprach damals-1- so in Weissagung: -1) bei der Beschneidung des Johannes (V. 64) in dem Kreise seiner Verwandten und Freunde.++ 1817#Lukas,1,68#68. «Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels-a-; denn er hat sein Volk in Gnaden angesehn und es befreit. -a) Ps. 41,14; 72,18; 111,9.++ 1818#Lukas,1,69#69. Ja einen starken Retter hat er uns erstehen lassen in dem Hause seines Knechtes David-a- - -a) 1.Sam. 2,10.++ 1819#Lukas,1,70#70. wie er von altersher durch seiner heiligen Propheten Mund verheißen hat -: 1820#Lukas,1,71#71. Um uns von unsern Feinden zu erretten und aus den Händen aller, die uns hassen-a-. -a) Ps. 106,10.++ 1821#Lukas,1,72#72. Damit will er Barmherzigkeit beweisen unsern Vätern und auch gedenken seines heiligen Bundes-a-: -a) Ps. 105,8; 106,45; 1.Mo. 17,7.++ 1822#Lukas,1,73#73. Des Eides, den er unserm Vater Abraham geschworen-a-. --DIE HEILSBOTSCHAFT NACH LUKAS+ -a) 1.Mo. 22,16.17.++ 1823#Lukas,1,74#74. Drum schenkt er uns die Gnade, der Feinde Händen zu entrinnen und ihm, von aller Furcht befreit, zu dienen 1824#Lukas,1,75#75. indem wir heilig und gerecht all unsre Lebenstage vor ihm wandeln. 1825#Lukas,1,76#76. Du aber, Kind, sollst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst vor dem Herrn hergehn, ihm die Wege zu bereiten-a-: -a) Mal. 3,1.++ 1826#Lukas,1,77#77. um seinem Volke Erkenntnis des Heils zu geben in Vergebung ihrer Sünden, 1827#Lukas,1,78#78. durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, in welcher uns besucht hat-1- der Aufgang aus der Höhe, -1) mehrere lesen: besuchen wird.++ 1828#Lukas,1,79#79. der denen leuchten soll, die jetzt in Finsternis und Todesschatten sitzen-a-, um unsre Schritte auf den Friedensweg-1- zu lenken.» -1) auf den Weg, der zum Frieden o. Heile führt (Jes. 59,8). a) Jes. 9,1.++ 1829#Lukas,1,80#80. Der Knabe aber wuchs heran und erstarkte im Geist. Er lebte später in der Wüste bis zu dem Tage, da er öffentlich vor Israel auftrat.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 2 -+ --- MENGE/Lukas 2 -+ --- ALBRECHT/Lukas 2 - 1830#Lukas,2,1#1. Zu jener Zeit* hatte der Kaiser Augustus befohlen*, es sollten alle Bewohner des römischen Reiches in die Schätzungslisten eingetragen werden-1-. -1) es handelte sich um eine Aufzeichnung aller Reichsbewohner und ihres Besitzes zur Abschätzung des Vermögens und zur Feststellung der Steuern.++ 1831#Lukas,2,2#2. Diese Schätzung wurde vorgenommen-1-, noch ehe Quirinius Statthalter von Syrien war**. -1) in Palästina, das ja damals noch von dem Könige Herodes d. Gr. (gestorben im März des Jahres 4 v.Chr.) regiert wurde.++ 1832#Lukas,2,3#3. Da gingen alle hin, um sich in die Listen eintragen zu lassen: ein jeder in seine Heimatstadt-1-. -1) dies gilt nicht von dem ganzen röm. Reiche, sondern nur von Palästina.++ 1833#Lukas,2,4#4. Auch Josef zog damals aus der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa zu der Davidstadt-a- mit Namen Bethlehem, weil er zu Davids Haus und Geschlecht gehörte, -a) 1.Sam. 17,12.++ 1834#Lukas,2,5#5. um sich dort eintragen zu lassen* mit Maria, seiner Ehefrau-1-*, die guter Hoffnung war. -1) nach aL: «seine Verlobte» o: «seine verlobte Frau». Die Lesart «Ehefrau» ist aber deshalb vorzuziehen, weil Josef nach Mt. 1,20.24 Maria vor der Reise nach Bethlehem als seine Ehefrau heimgeführt hat.++ 1835#Lukas,2,6#6. Während sie dort weilten, kam für Maria die Stunde ihrer Niederkunft: 1836#Lukas,2,7#7. sie bekam ihren ersten Sohn-1-, hüllte ihn in Windeln und bettete ihn in eine Krippe, weil sie sonst keinen Platz in dem Raume fanden*. -1) Lukas weiß also noch von and. Söhnen der Maria, die sie später als Josefs Ehefrau geboren hat (Lk. 8,19-21; Apg. 1,14).++ 1837#Lukas,2,8#8. Nun waren Hirten in jener Gegend, die auf freiem Felde Nachtwache hielten bei ihrer Herde. 1838#Lukas,2,9#9. Zu denen trat plötzlich ein Engel des Herrn, und ein Lichtglanz des Herrn umleuchtete sie. Da erschraken sie sehr. 1839#Lukas,2,10#10. Der Engel aber sprach zu ihnen: «Fürchtet euch nicht! Denn ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk-1- widerfahren soll: -1) Israel.++ 1840#Lukas,2,11#11. Euch ist heute in Davids Stadt ein Retter geboren: der Gesalbte, der Herr! 1841#Lukas,2,12#12. Und dies sei euch das Erkennungszeichen: ihr werdet ein Kindlein finden, das, in Windeln gehüllt, in einer Krippe liegt.» 1842#Lukas,2,13#13. Plötzlich sammelte sich um den Engel eine Menge des himmlischen Heers; sie alle lobten Gott und sprachen: 1843#Lukas,2,14#14. «Preis-1- gebühret Gott in Himmelshöhen-2-, und auf Erden ist nun Friede unter Menschen, die Gott wohlgefallen!» -1) für die Sendung des Erlösers.   2) durch die Engel.++ 1844#Lukas,2,15#15. Als die Engel sie verlassen hatten und wieder in den Himmel aufgefahren waren, da sprachen die Hirten zueinander: «Wir wollen doch nach Bethlehem hinübergehn und uns das ansehn, was der Herr uns kundgetan.» 1845#Lukas,2,16#16. So gingen sie eilend hin und fanden Maria und Josef, dazu das Kindlein in der Krippe. 1846#Lukas,2,17#17. Bei seinem Anblick erzählten sie, was sie über dies Kind vernommen hatten*. 1847#Lukas,2,18#18. Und alle, die es hörten, waren über die Erzählung der Hirten verwundert. 1848#Lukas,2,19#19. Maria aber behielt dies alles und dachte in ihrem Herzen oft darüber nach. 1849#Lukas,2,20#20. Die Hirten kehrten dann wieder (zu ihren Herden) zurück: sie priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört* und dieser Botschaft gemäß auch selbst gesehen hatten. 1850#Lukas,2,21#21. Acht Tage später wurde das Kind beschnitten. Da erhielt es den Namen Jesus, den der Engel schon vor seiner Empfängnis genannt hatte. 1851#Lukas,2,22#22. Als die von dem Gesetze Moses-a- vorgeschriebenen Tage ihrer-b-* Reinigung zu Ende waren, brachten sie das Kind nach Jerusalem, um es dem Herrn darzustellen, -a) 3.Mo. 12,2-8.   b) 2.Mo. 13,15; 4.Mo. 3,46.47; 18,16.++ 1852#Lukas,2,23#23. nach dem Wort im Gesetz des Herrn: «Jeder erstgeborne Knabe soll dem Herrn geweiht heißen-a-», -a) 2.Mo. 13,2.++ 1853#Lukas,2,24#24. und um nach der Vorschrift im Gesetz des Herrn-a- ein Opfer darzubringen: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. -a) 3.Mo. 12,8.++ 1854#Lukas,2,25#25. Nun lebte damals in Jerusalem ein Mann mit Namen Simeon. Der war gerecht und gottesfürchtig; er wartete auf den Tröster Israels-1-, und der Heilige Geist ruhte auf ihm. -1) w: «auf die Tröstung Israels»; gemeint ist der verheißene Messias.++ 1855#Lukas,2,26#26. Es war ihm auch vom Heiligen Geiste kundgetan, er solle den Tod nicht sehn, ehe er den Gesalbten des Herrn geschaut. 1856#Lukas,2,27#27. Vom Geist getrieben, kam er (an jenem Tage) in den Tempel. Als nun die Eltern das Jesuskind hineintrugen, um nach dem Brauch des Gesetzes mit ihm zu verfahren, 1857#Lukas,2,28#28. da nahm er es auf seine Arme, pries Gott und sprach: 1858#Lukas,2,29#29. «Nun lässest du, Herr, deinen Knecht nach deinem Wort in Frieden scheiden-1-; -1) d.h. sterben, 1.Mo. 46,30.++ 1859#Lukas,2,30#30. denn meine Augen haben ja dein Heil gesehn-a-, -a) Jes. 40,5; 52,10.++ 1860#Lukas,2,31#31. das du bereitet hast vor aller Völker Augen: 1861#Lukas,2,32#32. Es ist ein Licht, das leuchten soll den Heiden-a-, und es soll Israel, dein Volk, verherrlichen-b-.» -a) Jes. 42,6; 49,6.   b) Jes. 46,13.++ 1862#Lukas,2,33#33. Des Kindes Vater und Mutter staunten über diese Worte, die Simeon von ihm redete. 1863#Lukas,2,34#34. Dann segnete sie* Simeon und sprach zu Maria, seiner Mutter: «Dies Kind hier ist dazu bestimmt, viele in Israel zu Fall zu bringen, aber auch viele aufzurichten-1-*; ja es wird ein Zeichen sein, dem man mit solcher Feindschaft widerspricht, -1) vlt. Anspielung auf Jes. 8,14f; 28,16; vgl. Röm. 9,33.++ 1864#Lukas,2,35#35. daß auch dir selbst ein Schwert durch deine Seele dringen wird. So sollen sich die Gedanken vieler Herzen* offenbaren-1-.» -1) je nach der Stellung, die sie zu Jesus einnehmen.++ 1865#Lukas,2,36#36. Es war auch noch zugegen eine Prophetin Hanna, eine Tochter Phanuels, aus dem Stamme Asser. Die war hochbetagt. Nur sieben Jahre hatte sie nach ihrer Jungfrauenzeit mit ihrem Manne in der Ehe gelebt, 1866#Lukas,2,37#37. und nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren-1-. Sie verließ den Tempel nicht, sondern diente Gott mit Fasten und Beten Tag und Nacht. -1) die Vermeidung der zweiten Ehe wurde im ganzen Altertum hochgeschätzt.++ 1867#Lukas,2,38#38. Die kam auch in jenem Augenblick dazu*, dankte Gott und redete von dem Kinde zu allen, die auf Jerusalems Erlösung warteten-a-. -a) Jes. 52,9; 4; Zeph. 3,14-20; Sach. 9,9ff; 12,1ff.++ 1868#Lukas,2,39#39. Als sie* alles ausgeführt hatten, was im Gesetze des Herrn vorgeschrieben war, kehrten sie zurück nach Galiläa in ihren Wohnort Nazaret. 1869#Lukas,2,40#40. Der Knabe aber wuchs heran und wurde stark; er ward erfüllt mit Weisheit, und Gottes Gnade waltete über ihm. 1870#Lukas,2,41#41. Jedes Jahr reisten seine Eltern nach Jerusalem zum Passahfeste-a-. -a) 2.Mo. 23,14-17.++ 1871#Lukas,2,42#42. Als er zwölf Jahre alt war-1-, zogen sie auch, wie es Sitte war, zum Feste hinauf. -1) in diesem Lebensalter sollte der isr. Knabe von seinem Vater zur pünktlichen Erfüllung des Gesetzes angehalten werden; der Knabe hieß von da an «Sohn des Gesetzes».++ 1872#Lukas,2,43#43. Nach Ablauf der Festwoche-a- machten sie sich wieder auf den Heimweg. Der Jesusknabe aber blieb in Jerusalem zurück, ohne daß seine Eltern es merkten. -a) 2.Mo. 12,18f.++ 1873#Lukas,2,44#44. Sie meinten vielmehr, er sei unter den Festpilgern*, und legten deshalb (unbekümmert) den ersten Reisetag zurück. Da erst-1- suchten sie ihn unter den Verwandten und Bekannten. -1) als sie sich für die Nachtruhe einrichten wollten.++ 1874#Lukas,2,45#45. Als sie ihn dort nicht fanden, kehrten sie nach Jerusalem zurück und suchten überall nach ihm. 1875#Lukas,2,46#46. Am dritten Tage endlich fanden sie ihn im Tempel: dort-1- saß er mitten unter den Lehrern, hörte ihrem Vortrag zu und richtete Fragen an sie-2-. -1) in einer der Hallen, die den Tempelplatz umgaben.   2) um weitere Aufklärung und Belehrung.++ 1876#Lukas,2,47#47. Alle aber, die ihn hörten, staunten über die Einsicht, die er durch seine Antworten-1- bewies. -1) auf die Gegenfragen der Lehrer.++ 1877#Lukas,2,48#48. Als seine Eltern ihn erblickten, waren sie außer sich, und seine Mutter sprach zu ihm: «Mein Kind, warum hast du uns das angetan? Sieh, dein Vater und ich haben dich voll Angst gesucht.» 1878#Lukas,2,49#49. Da entgegnete er ihnen: «Wie habt ihr mich nur suchen können? Habt ihr denn nicht gewußt, daß ich in meines Vaters Werke tätig sein muß-1-?» -1) darum hätten sie sofort in den Tempel gehen müssen, um ihn sicher zu finden.++ 1879#Lukas,2,50#50. Dies Wort war jedoch für sie ein Rätsel. 1880#Lukas,2,51#51. Dann kehrte er mit ihnen nach Nazaret zurück und war ihnen allezeit gehorsam. Und seine Mutter behielt dies alles fest in ihrem Herzen. 1881#Lukas,2,52#52. Jesus aber nahm zu an Weisheit und Leibesgröße sowie an Gunst bei Gott und Menschen-a-. -a) 1.Sam. 2,26; Spr. 3,4.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 3 -+ --- MENGE/Lukas 3 -+ --- ALBRECHT/Lukas 3 - 1882#Lukas,3,1#1. Im fünfzehnten Regierungsjahre des Kaisers Tiberius** - als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war-1-, während Herodes-2- in Galiläa, sein Bruder Philippus-3- in den Landschaften Ituräa-4- und Trachonitis-5- und Lysanias* in dem Gebiete von Abila-6- als Vierfürsten-7- herrschten - -1) von Frühlingsbeginn 26-36 n.Chr.   2) von 4 v.Chr. bis 39 n.Chr.   3) von 4 v.Chr. bis 34 n.Chr.   4) in der Gegend von Cäsarea Philippi.   5) östlich vom See Genezaret.   6) etwa 26 km nordwestlich von Damaskus.   7) der Name Vierfürst, den Herodes Antipas, Philippus und Lysanias II. trugen, war der Titel eines kleinen, abhängigen Fürsten, der an Rang und Machtstellung geringer war als ein König.++ 1883#Lukas,3,2#2. zu der Zeit, als Hannas und Kaiphas Hohepriester waren-1-**: da* erging Gottes Auftrag an Johannes, des Zacharias Sohn, der in der Wüste lebte-a-. -1) Hannas: von 3 v.Chr.(?) bis 16 n.Chr.; Kaiphas, sein Schwiegersohn: 18(?) bis Frühling 36 n.Chr.   a) Lk. 1,80.++ 1884#Lukas,3,3#3. Er trat auf in der Jordangegend und verkündigte dort überall eine Taufe, die von Sinnesänderung begleitet sein müsse, damit man Vergebung der Sünden empfangen könne. 1885#Lukas,3,4#4. So erfüllte sich das Wort in dem Buche der Reden des Propheten Jesaja-a-: «In der Wüste ruft eine Stimme: Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Pfade! -a) Jes. 40,3-5.++ 1886#Lukas,3,5#5. Jedes Tal soll ausgefüllt, jeder Berg und Hügel soll abgetragen werden. Die krummen Bahnen sollen sich in gerade wandeln, die holprigen Wege in glatte*. 1887#Lukas,3,6#6. Und alle Welt soll schauen Gottes Heil.» 1888#Lukas,3,7#7. Johannes sprach nun zu den Scharen, die hinauszogen, um sich von ihm taufen zu lassen: «Ihr Schlangenbrut! Wer hat euch denn gesagt, daß ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? 1889#Lukas,3,8#8. So bringt denn Früchte, wie sie der Sinnesänderung entsprechen! Beruhigt euch nur nicht bei dem Gedanken: ,Wir haben ja Abraham zum Vater!' Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen hier dem Abraham Kinder erstehen lassen. 1890#Lukas,3,9#9. Es liegt auch schon die Axt den Bäumen an der Wurzel; und jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.» 1891#Lukas,3,10#10. Da fragten ihn die Leute: «Was sollen wir denn tun?» 1892#Lukas,3,11#11. Er antwortete ihnen: «Wer zwei Unterkleider hat, der schenke eins davon dem, der keines hat; und wer zu essen hat, der mache es ebenso!» 1893#Lukas,3,12#12. Es kamen auch Zöllner, um sich von ihm taufen zu lassen, und sprachen zu ihm: «Meister, was sollen wir tun?» 1894#Lukas,3,13#13. Er antwortete ihnen: «Fordert nicht mehr (von den Leuten), als vorgeschrieben ist!» 1895#Lukas,3,14#14. Ferner fragten ihn Kriegsleute-1-: «Was sollen wir denn tun?» Denen antwortete er: «Erpreßt kein Geld durch Drohung oder Quälereien, sondern seid zufrieden mit eurer Löhnung!» -1) jüd. Soldaten im Dienste der Römer und des Vierfürsten Herodes.++ 1896#Lukas,3,15#15. Als aber die Leute voll Spannung waren und alle bei sich dachten, ob Johannes nicht gar der Messias sei, 1897#Lukas,3,16#16. da gab Johannes allen zur Antwort: «Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der hat größre Gewalt als ich; und ich bin nicht wert, ihm seine Schuhriemen aufzubinden: der wird euch mit Heiligem Geiste und mit Feuer taufen. 1898#Lukas,3,17#17. Er hat schon die Wurfschaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen: den Weizen sammelt er in seinen Speicher; aber die Spreu wird er verbrennen mit einem Feuer, das niemand löschen kann.» 1899#Lukas,3,18#18. Auch noch viele andre ernste Worte richtete er an das Volk, indem er ihm die Heilsbotschaft verkündigte. 1900#Lukas,3,19#19. Der Vierfürst Herodes aber, der wegen Herodias, der Frau seines Bruders, und wegen all seiner andern Frevel oft von Johannes gerügt worden war, 1901#Lukas,3,20#20. setzte seinen Übeltaten dadurch die Krone auf, daß er Johannes ins Gefängnis werfen ließ. 1902#Lukas,3,21#21. Mit allen andern Leuten ließ sich auch Jesus taufen. Während er betete, tat sich der Himmel auf, 1903#Lukas,3,22#22. und der Heilige Geist schwebte in leiblicher Gestalt wie eine Taube auf ihn hernieder. Zugleich sprach eine Stimme aus dem Himmel: «Du bist mein Sohn, ich habe dich heute gezeugt-1-*.» -1) so lautet hier ws. die ursprüngliche Lesart, vgl. Ps. 2,7; Apg. 13,33 (vgl. Röm. 1,4); Hebr. 5,5 (vgl. Hebr. 1,5).++ 1904#Lukas,3,23#23. Als Jesus seine Wirksamkeit* begann, war er etwa dreißig Jahre alt**. Er galt für einen Sohn Josefs-1-. Der war Elis Sohn, -1) obwohl Josef nicht Jesu leiblicher Vater war, so wurde er doch äußerlich und rechtlich dafür angesehen.++ 1905#Lukas,3,24#24. der Matthats, der Levis, der Melchis, der Jannais, der Josefs, 1906#Lukas,3,25#25. der des Mattathias, der des Amos, der Nahums, der Eslis, der Naggais, 1907#Lukas,3,26#26. der Maaths, der des Mattathias, der Semeins, der Josechs, der Jodas, 1908#Lukas,3,27#27. der Jochanans, der Resas, der Serubabels, der Sealthiels, der Neris, 1909#Lukas,3,28#28. der Melchis, der Addis, der Kosams, der Elmodams, der Hers, 1910#Lukas,3,29#29. der Josuas, der Eliesers, der Jorims, der Matthats, der Levis, 1911#Lukas,3,30#30. der Simeons, der Judas, der Josefs, der Jonams, der Eliakims, 1912#Lukas,3,31#31. der Meleas, der Mennas, der Mattathas, der Nathans, der Davids, 1913#Lukas,3,32#32. der Jesses, der Obeds, der des Boas, der Salmas, der Nahessons, 1914#Lukas,3,33#33. der Aminadabs, der Admins, der Arnis, der Hezrons, der des Perez, der Judas, 1915#Lukas,3,34#34. der Jakobs, der Isaaks, der Abrahams-1-, der Tharahs, der Nahors, -1) zu V. 34-38 vgl. 1.Mo. 11,10-32; 5,3-32.++ 1916#Lukas,3,35#35. der Serugs, der Regus, der Pelegs, der Ebers, der Selahs, 1917#Lukas,3,36#36. der Kenans, der Arpachsads, der Sems, der Noahs, der Lamechs, 1918#Lukas,3,37#37. der Methusalahs, der Henochs, der Jareds, der Mahalaleels, der Kenans, 1919#Lukas,3,38#38. der des Enos, der Seths, der Adams; der war ein Sohn Gottes**. ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 4 -+ --- MENGE/Lukas 4 -+ --- ALBRECHT/Lukas 4 - 1920#Lukas,4,1#1. Mit dem Heiligen Geiste erfüllt-a-, kehrte Jesus vom Jordan (nach Galiläa) zurück-b-. Auf der Heimreise wurde er vom Geiste vierzig Tage lang in der Wüste umhergeführt. -a) Lk. 3,22.   b) V. 14.16.++ 1921#Lukas,4,2#2. Dabei ward er vom Teufel versucht. In jenen Tagen aß er nichts, und als sie zu Ende waren, empfand er Hunger. 1922#Lukas,4,3#3. Da sprach der Teufel zu ihm: «Bist du Gottes Sohn, so befiehl, daß sich dieser Stein hier in Brot verwandle.» 1923#Lukas,4,4#4. Doch Jesus antwortete ihm: «Es steht geschrieben: ,Der Mensch wird nicht durch Brot allein am Leben erhalten-a-.'» -a) 5.Mo. 8,3.++ 1924#Lukas,4,5#5. Dann führte ihn der Teufel auf eine Höhe, zeigte ihm von dort in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde 1925#Lukas,4,6#6. und sprach zu ihm: «All diese Macht und dieser Reiche Herrlichkeit will ich dir geben; denn mir ist sie verliehen-1-, und ich kann sie schenken, wem ich will. -1) von Gott.++ 1926#Lukas,4,7#7. Fällst du nun vor mir nieder und huldigst mir, so soll es alles dein sein.» 1927#Lukas,4,8#8. Da erwiderte ihm Jesus: «Es steht geschrieben: ,Anbetend huldigen sollst du nur dem Herrn, deinem Gott und ihn allein verehren-1-.'» -1) frei nach 5.Mo. 6,13.++ 1928#Lukas,4,9#9. Dann führte er ihn nach Jerusalem, stellte ihn auf das flache Dach der Tempelhalle und sprach zu ihm: «Bist du Gottes Sohn, so stürze dich von hier hinab! 1929#Lukas,4,10#10. Denn es steht geschrieben: ,Er wird seinen Engeln deinetwegen Auftrag geben, daß sie dich treulich schützen; 1930#Lukas,4,11#11. ja sie sollen dich auf den Händen tragen, daß du nicht mit deinem Fuß an einen Stein stoßest-a-.'» -a) Ps. 91,11.12.++ 1931#Lukas,4,12#12. Jesus aber erwiderte ihm: «Es steht auch da: ,Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen-a-.'» -a) 5.Mo. 6,16.++ 1932#Lukas,4,13#13. Als so der Teufel alle Versuchungen (die ihm damals möglich waren) erschöpft hatte, verließ er ihn, um einen günstigen Zeitpunkt (für einen neuen Angriff) abzuwarten. 1933#Lukas,4,14#14. Mit des Geistes Kraft erfüllt, kam Jesus dann zurück nach Galiläa-a-, und die Kunde von ihm verbreitete sich in dem ganzen Nachbarlande*. -a) vgl. Lk. 4,1.++ 1934#Lukas,4,15#15. Er trat in ihren-1- Versammlungshäusern auf und wurde als Lehrer von allen gepriesen. -1) den galiläischen.++ 1935#Lukas,4,16#16. So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war. Dort besuchte er nach seiner Gewohnheit am nächsten Sabbat das Versammlungshaus. Und er erhob sich, um die Schriftlesung zu halten-1-. -1) dazu war jedes männliche Gemeindeglied berechtigt.++ 1936#Lukas,4,17#17. Da reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja*. Er schlug es auf und fand die Stelle-a-, wo geschrieben stand: -a) Jes. 61,1.2.++ 1937#Lukas,4,18#18. «Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn er hat mich gesalbt. Den Armen-a-* soll ich frohe Botschaft bringen: dazu hat er mich ausgesandt; den Gefangnen soll ich Freiheit künden und den Blinden, daß sie sehend werden; den Bedrückten soll ich Erlösung schenken: -a) Mt. 5,3.++ 1938#Lukas,4,19#19. Ein Gnadenjahr des Herrn soll ich ausrufen-a-**.» -a) 3.Mo. 25,9.10.++ 1939#Lukas,4,20#20. Dann rollte er das Buch zusammen-1-, gab es dem Diener zurück* und setzte sich-2-. Während nun alle in dem Versammlungshause ihre Augen gespannt auf ihn richteten, -1) das Buch war eine Rolle.   2) bei dem Vorlesen der Schriftabschnitte stand man, beim Lehren saß man.++ 1940#Lukas,4,21#21. begann er seine Rede mit den Worten: «Heute hat sich diese Schriftstelle erfüllt, die ihr soeben gehört . . . . .» 1941#Lukas,4,22#22. Alle zollten ihm Beifall, sie staunten ob der lieblichen Worte, die von seinen Lippen kamen, und sprachen: «Ist das nicht Josefs Sohn-1-?» -1) aus dem Zusammenhange scheint hervorzugehn, daß die Einwohner von Nazaret Jesus vorher noch nicht als Lehrer gehört hatten.++ 1942#Lukas,4,23#23. Da sagte er zu ihnen: «Ihr werdet mir jedenfalls das Sprichwort entgegenhalten: ,Arzt, heile dich selbst*! Solche Taten, wie du in Kapernaum vollbracht-1-, und wovon wir haben erzählen hören, die tue auch hier in deiner Vaterstadt!'» -1) die aber Lukas vorher nicht besonders erwähnt.++ 1943#Lukas,4,24#24. Dann fuhr er fort: «Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet wird in seiner Heimat anerkannt-1-. -1) das seht ihr an Elia und Elisa.++ 1944#Lukas,4,25#25. Ich versichre euch: Als in Elias Tagen der Himmel drei Jahre und sechs Monate-a-* verschlossen wurde und eine große Hungersnot über das ganze Land kam, da gab es viele Witwen in Israel. -a) Jak. 5,17; 1.Kön. 18,1.++ 1945#Lukas,4,26#26. Doch zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, sondern vielmehr zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon-1-. -1) also zu einer Heidin (1.Kön. 17,9).++ 1946#Lukas,4,27#27. Es gab auch zur Zeit des Propheten Elisa viel Aussätzige in Israel. Doch keiner von ihnen ward rein. Nur Naeman der Syrer-1- fand Heilung-a-*.» -1) also ein Heide.   a) 2.Kön. 5.++ 1947#Lukas,4,28#28. Bei diesen Worten gerieten alle im Versammlungshause in Wut: 1948#Lukas,4,29#29. sie standen auf und trieben ihn zur Stadt hinaus. Dann führten sie ihn bis zu einem Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut war, um ihn hinabzustürzen. 1949#Lukas,4,30#30. Doch er schritt mitten durch sie hin und ging davon. 1950#Lukas,4,31#31. Er begab sich nach der Stadt Kapernaum in Galiläa*. Dort lehrte er die Leute am Sabbat. 1951#Lukas,4,32#32. Sie waren von seiner Lehre ergriffen und betroffen, denn er redete in (göttlicher) Vollmacht. 1952#Lukas,4,33#33. Nun war in dem Versammlungshause ein Mensch, der hatte einen unreinen Geist. Der schrie mit lauter Stimme: 1953#Lukas,4,34#34. «Ha! was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns zu verderben? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.» 1954#Lukas,4,35#35. Aber Jesus bedrohte ihn mit den Worten: «Schweig und fahre aus von ihm!» Da warf der böse Geist den Menschen mitten unter der versammelten Gemeinde zu Boden und fuhr aus von ihm, ohne ihm zu schaden. 1955#Lukas,4,36#36. Da sprachen alle voller Staunen und Entsetzen zueinander: «Was ist das doch! Mit Macht und Kraft befiehlt er den unreinen Geistern, und sie fahren aus!» 1956#Lukas,4,37#37. Und die Kunde von ihm drang in alle Nachbarorte*. 1957#Lukas,4,38#38. Als er das Versammlungshaus verlassen hatte, ging er in Simons Wohnung. Simons Schwiegermutter litt gerade an einem heftigen Fieber, und man bat ihn, ihr zu helfen. 1958#Lukas,4,39#39. Da trat er an ihr Bett, beugte sich über sie und bedrohte das Fieber. Da verschwand es. Sofort erhob sie sich von ihrem Lager und wartete ihnen bei der Mahlzeit auf. 1959#Lukas,4,40#40. Als die Sonne unterging-1-, brachten die Leute ihre mancherlei Kranken zu ihm. Er legte allen die Hände auf und heilte sie. -1) und der Sabbat zu Ende war.++ 1960#Lukas,4,41#41. Auch böse Geister fuhren von vielen aus und schrien: «Du bist Gottes Sohn.» Doch er bedrohte sie und erlaubte ihnen nicht zu reden. Denn sie wußten, daß er der Messias war. 1961#Lukas,4,42#42. Bei Tagesanbruch verließ er das Haus und begab sich an eine einsame Stätte. Da machten sich die Leute auf und suchten ihn. Als sie zu ihm kamen, wollten sie ihn festhalten, daß er sie nicht verlasse. 1962#Lukas,4,43#43. Aber er sprach zu ihnen: «Ich muß auch den andern Städten die Frohe Botschaft von Gottes Königreich verkünden; denn dazu bin ich ja gesandt.» 1963#Lukas,4,44#44. Er predigte dann (eine Zeitlang) in den Versammlungshäusern Judäas.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 5 -+ --- MENGE/Lukas 5 -+ --- ALBRECHT/Lukas 5 - 1964#Lukas,5,1#1. Eines Tages stand er am Ufer des Sees Genezaret. Das Volk umringte ihn, um Gottes Wort zu hören. 1965#Lukas,5,2#2. Da sah er zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und reinigten ihre Hochseenetze*. 1966#Lukas,5,3#3. Er trat in eins der Boote und bat Simon, dem es gehörte, eine kleine Strecke in den See hinauszurudern. Dann setzte er sich in dem Boote nieder und lehrte von da aus die Leute. 1967#Lukas,5,4#4. Als er seine Rede beendet hatte, sprach er zu Simon: «Fahr mitten in den See und werft dort eure Netze zum Fange aus!» 1968#Lukas,5,5#5. Simon antwortete ihm: «Meister, wir haben uns die ganze Nacht gemüht und nichts gefangen; doch auf dein Wort will ich die Netze auswerfen.» 1969#Lukas,5,6#6. Sie taten es und fingen eine solche Menge Fische, daß ihre Netze reißen wollten. 1970#Lukas,5,7#7. Da winkten sie ihren Genossen im andern Boote, sie möchten kommen und ihnen helfen. Sie kamen, und nun füllte man beide Boote, so daß sie zu sinken drohten. 1971#Lukas,5,8#8. Als Simon Petrus das sah, fiel er vor Jesus nieder und rief aus: «Herr, gehe weg von mir; ich bin ein sündiger Mensch!» 1972#Lukas,5,9#9. Denn über diesen Fang, den sie gemacht, waren er und alle seine Gefährten verwundert und entsetzt. 1973#Lukas,5,10#10. Ebenso ging es Jakobus und Johannes, des Zebedäus Söhnen, die Simons Gehilfen waren. Doch Jesus sprach zu Simon: «Sei ohne Furcht! Von nun an sollst du Menschen fangen.» 1974#Lukas,5,11#11. Da brachten sie ihre Boote ans Land, verließen alles und folgten ihm. 1975#Lukas,5,12#12. Ein andermal weilte Jesus in einer Stadt. Da war ein Mann voller Aussatz. Als der Jesus sah, fiel er vor ihm auf sein Antlitz nieder und bat ihn: «Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen.» 1976#Lukas,5,13#13. Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an und sprach: «Ich will es, sei gereinigt!» Sofort wich der Aussatz von ihm. 1977#Lukas,5,14#14. Jesus gebot ihm, kein Wort davon zu reden. «Doch», so fügte er hinzu, «geh hin, zeige dich dem Priester und bring für deine Reinigung das Opfer, wie es Mose vorgeschrieben hat, zum Zeugnis für die Leute!» 1978#Lukas,5,15#15. Das Gerücht von ihm verbreitete sich aber immer weiter, und die Leute eilten in großen Scharen herbei, um ihn zu hören und sich von ihren Krankheiten heilen zu lassen. 1979#Lukas,5,16#16. Doch er hielt sich in der Einsamkeit verborgen, um dort zu beten. 1980#Lukas,5,17#17. Als er eines Tages lehrte, waren Pharisäer und Gesetzeslehrer zugegen, die aus allen Orten Galiläas und Judäas und aus Jerusalem gekommen waren. Des Herrn Kraft war gerade wirksam, daß er Kranke heilte, 1981#Lukas,5,18#18. als einige Männer einen Gelähmten auf einem Tragbett brachten. Den suchten sie in das Haus zu bringen und vor Jesus niederzusetzen. 1982#Lukas,5,19#19. Aber der vielen Menschen wegen war es ihnen unmöglich, ihn hineinzutragen. Deshalb stiegen sie auf das Dach und ließen ihn samt dem Bette durch die Ziegel mitten unter die Leute unmittelbar vor Jesus nieder. 1983#Lukas,5,20#20. Als Jesus ihren Glauben sah, sprach er: «Mensch, deine Sünden sind dir vergeben!» 1984#Lukas,5,21#21. Da begannen die Schriftgelehrten und die Pharisäer bei sich zu denken: «Was ist das für ein Mann? Er lästert ja Gott! Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?» 1985#Lukas,5,22#22. Jesus aber durchschaute ihre Gedanken und sprach zu ihnen: «Was denkt ihr da in euern Herzen? 1986#Lukas,5,23#23. Was ist leichter, zu sagen: ,Deine Sünden sind dir vergeben' oder das Wort zu sprechen: ,Steh auf und wandle'? 1987#Lukas,5,24#24. Ihr sollt aber sehn, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben.» Nun wandte er sich zu dem Gelähmten und sprach: «Ich sage dir: Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!» 1988#Lukas,5,25#25. Sofort stand er vor ihren Augen auf, nahm sein Bett, worauf er gelegen, und ging Gott preisend in sein Haus zurück. 1989#Lukas,5,26#26. Von Staunen ergriffen, priesen alle Gott und, von heiliger Scheu erfüllt, bekannten sie: «Wir haben heute wunderbare Dinge erlebt!» 1990#Lukas,5,27#27. Dann verließ Jesus das Haus* und sah einen Zöllner namens Levi-1- vor seinem Zollhause sitzen. Zu dem sprach er: «Folge mir nach!» -1) d.i. Matthäus (Mt. 9,9; Mk. 2,14).++ 1991#Lukas,5,28#28. Da stand er auf, verließ alles und folgte ihm. 1992#Lukas,5,29#29. Und Levi gab Jesus zu Ehren ein großes Festmahl in seinem Hause. Daran nahmen außer Jesus und seinen Jüngern auch viele Zöllner und andre Gäste teil. 1993#Lukas,5,30#30. Darüber murrten die Pharisäer und die Schriftgelehrten, die ihrer Richtung angehörten, im Gespräch mit seinen Jüngern. «Warum», so fragten sie, «eßt und trinkt ihr denn mit solchen Zöllnern und Sündern?» 1994#Lukas,5,31#31. Jesus antwortete ihnen: «Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken. 1995#Lukas,5,32#32. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zur Sinnesänderung zu rufen, sondern Sünder.» 1996#Lukas,5,33#33. Weiter sprachen sie* zu ihm: «Die Jünger des Johannes fasten so oft und beten, und ebenso die Jünger der Pharisäer; doch deine Jünger essen und trinken (ganz unbedenklich-1-).» -1) ohne sich um besondre Fast- und Bettage zu kümmern.++ 1997#Lukas,5,34#34. Jesus sprach zu ihnen: «Könnt ihr denn die Hochzeitsgäste zum Fasten nötigen, solange der Bräutigam bei ihnen ist? 1998#Lukas,5,35#35. Aber es kommt die Zeit dafür: wenn ihnen der Bräutigam entrissen ist, dann werden sie fasten.» 1999#Lukas,5,36#36. Er sagte ihnen auch ein Gleichnis: «Niemand schneidet einen Flicken von einem neuen Kleide und setzt ihn auf ein altes. Sonst zerreißt er das neue Kleid, und zu dem alten paßt der Flicken vom neuen nicht. 2000#Lukas,5,37#37. Es gießt auch niemand neuen Wein in alte Schläuche. Sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche: dann fließt er aus, und die Schläuche sind verloren. 2001#Lukas,5,38#38. Man muß vielmehr neuen Wein in neue Schläuche gießen. 2002#Lukas,5,39#39. Und niemand, der alten Wein getrunken hat, mag neuen. Denn er sagt: der alte ist besser-1-*.» -1) die am Alten Hangenden finden keinen Geschmack an dem Neuen, das Jesus bringt. Ihnen sind die alten gewohnten Formen und Satzungen viel bequemer.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 6 -+ --- MENGE/Lukas 6 -+ --- ALBRECHT/Lukas 6 - 2003#Lukas,6,1#1. Einst ging er am Sabbat-1-** durch Getreidefelder. Seine Jünger rissen Ähren ab, zerrieben sie in der Hand und aßen die Körner. -1) bed. vlt: «Am ersten Sabbat nach dem zweiten Passahtage.»++ 2004#Lukas,6,2#2. Da sprachen einige der Pharisäer: «Warum tut ihr etwas, was man am Sabbat nicht darf?» 2005#Lukas,6,3#3. Jesus antwortete ihnen: «Habt ihr denn nicht einmal gelesen, was David tat, als ihn und seine Begleiter hungerte? 2006#Lukas,6,4#4. Wie er in das Haus Gottes ging, dort die Schaubrote nahm und aß und auch seinen Gefährten davon gab, obwohl allein die Priester sie verzehren dürfen?» 2007#Lukas,6,5#5. Dann fuhr er fort: «Der Menschensohn ist auch über den Sabbat Herr.» 2008#Lukas,6,6#6. An einem andern Sabbat ging er in das Versammlungshaus und lehrte. Dort war ein Mann, dessen rechter Arm war abgestorben. 2009#Lukas,6,7#7. Die Schriftgelehrten und die Pharisäer aber lauerten ihm auf, ob er am Sabbat heile, damit sie einen Grund hätten, ihn zu verklagen. 2010#Lukas,6,8#8. Er aber merkte ihre Gedanken und sprach zu dem Mann mit dem abgestorbenen Arm: «Steh auf, tritt vor!» Er stand auf und trat vor. 2011#Lukas,6,9#9. Da sprach Jesus zu ihnen: «Ich frage euch: Soll man am Sabbat lieber Gutes oder Böses tun, ein Leben retten oder vernichten?» 2012#Lukas,6,10#10. Dann sah er sie alle ringsum zornig an und sprach zu dem Manne: «Strecke deinen Arm aus!» Das tat er, und sein Arm ward wiederhergestellt. 2013#Lukas,6,11#11. Da wurden sie mit Wut erfüllt und besprachen miteinander, was sie gegen Jesus tun könnten. 2014#Lukas,6,12#12. In jenen Tagen zog er sich auf die Höhe-1- zurück, um dort zu beten, und er verbrachte die ganze Nacht im Gebet zu Gott. -1) gemeint ist das Bergland nördlich vom See Genezaret.++ 2015#Lukas,6,13#13. Nach Tagesanbruch rief er seine Jünger herbei und erwählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte: 2016#Lukas,6,14#14. Simon, dem er den Namen Petrus gab, und Andreas, seinen Bruder; Jakobus und Johannes; Philippus und Bartholomäus; 2017#Lukas,6,15#15. Matthäus und Thomas; Jakobus, des Alphäus Sohn, und Simon, genannt «der Eiferer»; 2018#Lukas,6,16#16. Judas, den Sohn des Jakobus-1-, und Judas aus Kariot, der sein Verräter wurde. -1) wohl derselbe wie Lebbäus und Thaddäus (Mt. 10,3; Mk. 3,18).++ 2019#Lukas,6,17#17. Mit ihnen stieg er vom Berge hinab und machte auf einem ebnen Platze Halt. Dort umringte ihn eine große Schar seiner Jünger und eine zahlreiche Volksmenge aus dem ganzen jüdischen Lande, besonders aus Jerusalem, und aus dem Küstenstrich von Tyrus und Sidon. 2020#Lukas,6,18#18. Sie alle waren herbeigekommen, um ihn zu hören und sich von ihren Krankheiten heilen zu lassen. Auch die von unreinen Geistern Geplagten wurden gesund. 2021#Lukas,6,19#19. Jeder in der Menge suchte ihn anzurühren; denn eine Kraft ging von ihm aus, und er heilte sie alle. 2022#Lukas,6,20#20. Da hob er seine Augen auf, sah seine Jünger an und sprach: «Selig seid ihr Armen; denn Gottes Königreich ist euer Teil. 2023#Lukas,6,21#21. Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt einst gesättigt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr sollt einst lachen. 2024#Lukas,6,22#22. Selig seid ihr, wenn euch die Leute um des Menschensohnes willen hassen, ausstoßen, schmähen und euern Namen ächten. 2025#Lukas,6,23#23. Freut euch dann und hüpft vor Wonne! Denn euer Lohn ist groß im Himmel. Ihre Vorfahren haben es ja mit den Propheten ebenso gemacht. 2026#Lukas,6,24#24. Aber weh euch Reichen! Denn ihr habt euer Glück schon weg-1-. -1) das ist eben ihr Reichtum, worin sie ihr Glück suchen.++ 2027#Lukas,6,25#25. Weh euch, die ihr jetzt ganz gesättigt seid! Denn euch soll einst hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht! Denn ihr sollt einst voll Trauer weinen. 2028#Lukas,6,26#26. Weh euch, wenn euch alle Leute schmeicheln! Ihre Vorfahren haben es ja mit den falschen Propheten ebenso gemacht. 2029#Lukas,6,27#27. Euch aber, die ihr hören wollt auf meine Worte, sage ich: Liebt eure Feinde; tut Gutes denen, die euch hassen; 2030#Lukas,6,28#28. segnet, die euch fluchen; betet für alle, die euch schmähen! 2031#Lukas,6,29#29. Wer dich auf die eine Wange schlägt, dem halte auch die andre hin; und wer dir dein Oberkleid nimmt, dem versag auch nicht dein Unterkleid! 2032#Lukas,6,30#30. Wer dich um etwas bittet, dem gib; und wenn man dir das Deine nimmt-1-, so fordere es nicht zurück! -1) ein Darlehn nicht zurückzahlt.++ 2033#Lukas,6,31#31. Wie ihr von den Leuten behandelt werden wollt, ganz ebenso sollt ihr sie auch behandeln. 2034#Lukas,6,32#32. Denn wenn ihr nur die liebt, die euch liebhaben, wie könnt ihr dafür Dank erwarten? Sogar die Sünder lieben solche, von denen sie Liebe erfahren. 2035#Lukas,6,33#33. Und wenn ihr euern Wohltätern Gutes tut, wie könnt ihr dafür Dank erwarten? Das tun sogar die Sünder. 2036#Lukas,6,34#34. Und wenn ihr nur den Leuten leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, wie könnt ihr dafür Dank erwarten? Selbst Sünder leihen ihresgleichen, um denselben Dienst von ihnen zu empfangen. 2037#Lukas,6,35#35. Doch ihr sollt eure Feinde lieben; ihr sollt Gutes tun und leihen, ohne dafür auf einen Gegendienst zu rechnen. Dann wird euch reicher Lohn zuteil, und ihr werdet Söhne des Höchsten sein. Denn auch er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. 2038#Lukas,6,36#36. Zeigt euch barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist! 2039#Lukas,6,37#37. Richtet nicht, dann werdet ihr auch nicht gerichtet! Verurteilt nicht, dann werdet ihr auch nicht verurteilt! Verzeihet, dann wird euch auch verziehen! 2040#Lukas,6,38#38. Gebt, dann wird euch auch gegeben! Ein reichliches, gedrücktes, gerütteltes und übervolles Maß wird man euch schütten in euers Mantels Bausch-1-. Denn mit dem Maße, womit ihr messet, soll euch wieder gemessen werden*.» -1) worin man vieles aufnehmen und wegtragen konnte.++ 2041#Lukas,6,39#39. Er fügte dann noch ein Gleichnis hinzu: «Kann ein Blinder den andern führen? Müssen sie nicht beide in die Grube fallen?-a- -a) Mt. 15,14.++ 2042#Lukas,6,40#40. Kein Schüler übertrifft seinen Lehrer; sondern wenn er ganz ausgebildet ist, wird er doch höchstens dem Lehrer gleichen-a-. -a) Mt. 10,24.25; Joh. 13,16; 15,20.++ 2043#Lukas,6,41#41. Warum siehest du den Splitter in deines Bruders Auge, während du den Balken im eignen Auge nicht bemerkst? 2044#Lukas,6,42#42. Wie kannst du es wagen, zu deinem Bruder zu sagen: ,Bruder, laß mich den Splitter herausziehen, der in deinem Auge steckt', während du den Balken in deinem Auge gar nicht siehst? Du Heuchler, zieh zunächst den Balken aus deinem Auge! Dann erst magst du sehen, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehest. 2045#Lukas,6,43#43. Kein nützlicher Baum bringt schädliche Frucht, und umgekehrt: kein schädlicher Baum bringt nützliche Frucht. 2046#Lukas,6,44#44. Jeden Baum erkennt man ja an seiner Frucht. Von Gestrüpp kann man keine Feigen sammeln und von einem Dornbusch keine Trauben lesen. 2047#Lukas,6,45#45. Ein guter Mensch bringt aus der guten Vorratskammer seines Herzens Gutes hervor. Ein böser Mensch bringt aus seiner bösen Vorratskammer Böses hervor. Denn seines Mundes Worte fließen aus des Herzens Quell-a-. -a) Mt. 12,34.35.++ 2048#Lukas,6,46#46. Warum nennt ihr mich ,Herr, Herr', wenn ihr doch nicht tut, was ich gebiete? 2049#Lukas,6,47#47. Wer zu mir kommt und meine Worte hört und danach tut: ich will euch zeigen, wem der gleicht. 2050#Lukas,6,48#48. Er gleicht einem Manne, der bei einem Hausbau tief ausschachten läßt und die Grundmauern auf Felsenboden setzt. Kommt dann eine Überschwemmung und prallt die Wasserflut an ein solches Haus, so kann sie es doch nicht erschüttern; denn es ist fest gebaut. 2051#Lukas,6,49#49. Wer aber meine Worte hört und nicht danach tut, der gleicht einem Manne, der sein Haus ohne feste Grundmauer auf die weiche Erde baut. Prallt dann die Wasserflut dagegen, so stürzt es gleich zusammen, und ein solches Haus wird ein großer Trümmerhaufen.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 7 -+ --- MENGE/Lukas 7 -+ --- ALBRECHT/Lukas 7 - 2052#Lukas,7,1#1. Als Jesus diese ganze Rede, die auch das Volk* vernahm, beendet hatte, ging er nach Kapernaum hinein. 2053#Lukas,7,2#2. Dort lag eines Hauptmanns Knecht-1-, den sein Herr besonders schätzte, so schwer krank, daß er dem Tode nahe war. -1) ein leibeigner Sklave.++ 2054#Lukas,7,3#3. Als nun der Hauptmann von Jesus hörte, sandte er einige der jüdischen Ältesten-1- zu ihm und ließ ihn bitten, er möge kommen und seinen Knecht gesund machen. -1) Älteste hießen die Mitglieder der städtischen Ortsgerichte, gewöhnlich sieben an der Zahl.++ 2055#Lukas,7,4#4. Die erschienen bei Jesus und baten ihn dringend, indem sie geltend machten: «Er verdient es wirklich, daß du ihm seinen Wunsch erfüllst. 2056#Lukas,7,5#5. Denn er hat unser Volk lieb, und das Versammlungshaus hat er uns aus seinen Mitteln erbaut*.» 2057#Lukas,7,6#6. Jesus ging mit. Als er aber nicht mehr weit von dem Hause war, da ließ ihm der Hauptmann durch einige seiner Freunde sagen: «Herr, bemühe dich nicht; denn ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach trittst! 2058#Lukas,7,7#7. Darum habe ich mich auch nicht für würdig gehalten, zu dir zu kommen. Sondern sprich nur ein Wort, so muß mein Diener genesen! 2059#Lukas,7,8#8. Denn auch ich, obwohl einem Vorgesetzten untergeben, habe Kriegsleute unter mir. Sage ich nun zu dem einen: ,Geh!', so geht er, zu dem andern: ,Komm!', so kommt er, und zu meinem Knechte: ,Tue das!', so tut er's.» 2060#Lukas,7,9#9. Als Jesus das hörte, verwunderte er sich über ihn; er wandte sich zu dem Volke, das ihn begleitete, und sprach: «Ich sage euch: Nicht einmal in Israel habe ich solchen Glauben gefunden.» 2061#Lukas,7,10#10. Bei ihrer Rückkehr in des Hauptmanns Haus fanden die Boten den kranken Knecht gesund. 2062#Lukas,7,11#11. Bald darauf begab sich Jesus auf den Weg zu einer Stadt mit Namen Nain-1-, und mit ihm zogen seine Jünger und viel Volk. -1) südöstlich von Nazaret, heute das elende, nur von sehr wenigen Familien bewohnte Dorf Nein.++ 2063#Lukas,7,12#12. Als er sich dem Stadttor näherte, da trug man gerade einen Toten heraus-1-*; der war der einzige Sohn seiner Mutter, und sie war eine Witwe. Und sehr viel Leute aus der Stadt begleiteten sie. -1) die Toten wurden damals in offnen Särgen zu Grabe getragen.++ 2064#Lukas,7,13#13. Als der Herr-1- sie sah, empfand er tiefes Mitgefühl mit ihr, und er sprach zu ihr: «Weine nicht!» -1) so nennt Lukas Jesus hier zum erstenmal in seinem Ev.++ 2065#Lukas,7,14#14. Dann trat er an den Sarg und berührte ihn. Da machten die Träger Halt. Und er sprach: «Jüngling, ich sage dir: wach auf!» 2066#Lukas,7,15#15. Da setzte sich der Tote aufrecht hin und begann zu reden. Und Jesus gab ihn seiner Mutter wieder. 2067#Lukas,7,16#16. Alle aber waren von heiliger Scheu ergriffen und priesen Gott. Die einen riefen: «Ein großer Prophet ist unter uns aufgetreten!» Andre sagten: «Gott hat sein Volk in Gnaden angesehn!» 2068#Lukas,7,17#17. Die Kunde von dieser seiner Tat verbreitete sich im ganzen jüdischen Lande und in allen angrenzenden Gebieten. 2069#Lukas,7,18#18. Von alledem erhielt auch Johannes durch seine Jünger Nachricht. Da rief er zwei von ihnen zu sich, 2070#Lukas,7,19#19. sandte sie zum Herrn und ließ ihn fragen: «Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten?» 2071#Lukas,7,20#20. Die Männer erschienen bei ihm und sprachen: «Johannes der Täufer hat uns zu dir gesandt und läßt dich fragen: ,Bist du der verheißene Messias, oder müssen wir auf einen andern warten?'» 2072#Lukas,7,21#21. Zu eben jener Stunde heilte Jesus viele von Krankheiten, Plagen und bösen Geistern, und vielen Blinden schenkte er das Augenlicht. 2073#Lukas,7,22#22. Da antwortete er den Boten: «Geht und berichtet Johannes, was ihr gesehen und gehört: Blinde werden sehend, Lahme gehen wieder, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote werden auferweckt, Armen wird die Heilsbotschaft verkündigt; 2074#Lukas,7,23#23. und selig ist, wer an mir nicht irre wird!» 2075#Lukas,7,24#24. Als die Boten des Johannes wieder weggegangen waren, begann Jesus zu den Volksscharen von Johannes zu reden: «Warum seid ihr einst in die Wüste hinausgegangen? Wolltet ihr euch ein Schilfrohr ansehen, das sich im Winde hin- und herbewegte? 2076#Lukas,7,25#25. Doch sicher nicht! Warum seid ihr denn einst hinausgegangen? Wolltet ihr einen feingekleideten Weltmann sehen? Solche Leute, die sich prächtig kleiden und üppig leben, sind an den Königshöfen. 2077#Lukas,7,26#26. Warum seid ihr denn hinausgegangen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch: Dieser Mann ist noch weit mehr als ein Prophet. 2078#Lukas,7,27#27. Denn er ist es, von dem geschrieben steht: ,Sieh, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll-a-.' -a) Mal. 3,1.++ 2079#Lukas,7,28#28. Ich sage euch: Unter allen Weibersöhnen ist keiner größer als Johannes; der Kleinste aber im Königreiche Gottes ist größer als er. 2080#Lukas,7,29#29. Das ganze Volk, das des Johannes Predigt hörte, besonders auch die Zöllner, haben sich von ihm taufen lassen und damit diese Ordnung Gottes-1- als gerecht anerkannt. -1) die Taufe des Johannes.++ 2081#Lukas,7,30#30. Die Pharisäer aber und die Gesetzeslehrer haben sich nicht von ihm taufen lassen und dadurch die Gnadenabsicht, die Gott auch mit ihnen hatte-1-, vereitelt. -1) sie durch die Bußtaufe für das Messiasreich zu bereiten.++ 2082#Lukas,7,31#31. Wem soll ich nun die Menschen von heute vergleichen? Wem sind sie ähnlich? 2083#Lukas,7,32#32. Sie sind wie Kinder, die auf der Straße sitzen und einander zurufen: Wir haben euch die Flöte gespielt, doch ihr habt nicht getanzt; wir haben ein Klagelied gesungen, doch ihr habt nicht geweint. 2084#Lukas,7,33#33. Johannes der Täufer ist aufgetreten: er hat kein Brot gegessen und keinen Wein getrunken; da sagt ihr: ,Er ist von einem bösen Geist besessen!' 2085#Lukas,7,34#34. Der Menschensohn ist aufgetreten und ißt und trinkt wie andere; da sagt ihr nun: ,Seht, er ist ein Fresser und Weintrinker, der Zöllner und Sünder Freund.' 2086#Lukas,7,35#35. Aber doch ist die Weisheit (Gottes) anerkannt worden von allen, die auf ihre Stimme hören-1-*.» -1) w: «von allen ihren Kindern».++ 2087#Lukas,7,36#36. Einst lud ihn ein Pharisäer ein, bei ihm zu speisen. Er ging in des Pharisäers Haus und nahm am Tische Platz. 2088#Lukas,7,37#37. Nun wohnte in jener Stadt-1- eine Frau, die ein lasterhaftes Leben führte. Als die vernahm, Jesus sei als Gast in des Pharisäers Hause, da kam sie mit einem Glase Salböl -1) der Name wird nicht genannt.++ 2089#Lukas,7,38#38. und trat laut weinend rückwärts zu dem Platze, wo er mit seinen Füßen lag-1-*. Sie begann mit ihren Tränen seine Füße zu benetzen und trocknete sie mit ihrem Haupthaar. Dann küßte sie voll Inbrunst seine Füße und salbte sie mit dem Öl. -1) Jesus lag nach damaliger Sitte während des Mahles auf einer niedrigen Polsterbank ausgestreckt, so daß er sich auf den linken Arm stützte und den Kopf zu dem Tische hinwandte. Seine Füße waren nach rückwärts gekehrt.++ 2090#Lukas,7,39#39. Als der Pharisäer, der ihn geladen hatte, das sah, da dachte er bei sich: «Wäre der Mann wirklich ein Prophet, so müßte er auch wissen, wer und was für eine Frau das ist, die ihn berührt, - er müßte wissen, daß dies Weib der Sünde dient.» 2091#Lukas,7,40#40. Da nahm Jesus das Wort und sprach zu ihm: «Simon, ich habe dir etwas zu sagen.» Er erwiderte: «Meister, sprich!» 2092#Lukas,7,41#41. Jesus sagte: «Ein Geldverleiher hatte zwei Schuldner; der eine war ihm fünfhundert Silberlinge-1-* schuldig, der andere fünfzig. -1) w: Denare.++ 2093#Lukas,7,42#42. Da sie ihre Schuld nicht bezahlen konnten, so erließ er sie beiden. Sag mir: wer von ihnen wird ihn nun am meisten liebhaben?» 2094#Lukas,7,43#43. Simon antwortete: «Ich sollte meinen: der, dem er am meisten erlassen hat.» Jesus sprach zu ihm: «Du hast recht geurteilt.» 2095#Lukas,7,44#44. Dann wandte er sich zu der Frau und sprach zu Simon: «Du siehst die Frau hier. Als ich dein Haus betrat, hast du mir kein Wasser zu einem Fußbad bringen lassen-1-; sie aber hat meine Füße mit ihren Tränen genetzt und sie mit ihrem Haar getrocknet. -1) wie es die Sitte erforderte.++ 2096#Lukas,7,45#45. Du hast mir keinen Willkommkuß gegeben; sie aber hat, seitdem ich hier eingetreten bin, mir unaufhörlich die Füße geküßt. 2097#Lukas,7,46#46. Du hast mir das Haupt nicht mit Öl gesalbt; sie aber hat mir mit ihrer köstlichen Salbe sogar die Füße gesalbt-1-. -1) «Vor einem Festmahl pflegte man sich daheim zu baden und zu salben. Der Gastgeber ließ dem Gaste die Füße vom Staube der Straße reinigen und sein Haar neu ordnen und salben.»++ 2098#Lukas,7,47#47. Darum sage ich dir: Für ihre vielen Sünden ist ihr schon Vergebung zuteil geworden; denn sie hat (mir) viel Liebe erwiesen. Wem aber nur wenig vergeben wird, der zeigt auch nur wenig Liebe*.» 2099#Lukas,7,48#48. Dann sprach er zu ihr: «Deine Sünden sind dir vergeben.» 2100#Lukas,7,49#49. Da begannen die Tischgenossen bei sich zu denken: «Wer ist denn dieser Mann, daß er sogar Sünden vergibt?» 2101#Lukas,7,50#50. Er aber sprach zu der Frau: «Dein Glaube hat dich gerettet*; geh hin in Frieden-1-!» -1) die sehr alte Meinung, Maria Magdalena (Lk. 8,2) sei die große Sünderin gewesen, ist völlig haltlos. Ebensowenig ist die von Lukas berichtete Salbung in Verbindung zu bringen mit der in Mt. 26, Mk. 14 und Joh. 12 erzählten Salbung in Bethanien.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 8 -+ --- MENGE/Lukas 8 -+ --- ALBRECHT/Lukas 8 - 2102#Lukas,8,1#1. Sodann zog Jesus durch das Land: er ging von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, und überall verkündigte er die Frohe Botschaft von Gottes Königreich. Er wurde begleitet von den Zwölf 2103#Lukas,8,2#2. und auch von einigen Frauen, die er von bösen Geistern und von Krankheiten befreit hatte. Darunter waren Maria mit dem Beinamen Magdalena-1-, von der sieben böse Geister ausgefahren waren-a-, -1) nach ihrem Heimatorte Magdala am Westufer des Sees Genezaret. a) Mk. 16,9.++ 2104#Lukas,8,3#3. Johanna, die Frau Chuzas, eines Verwalters des Herodes-1-, Susanna und viele andre, die ihn aus ihren Mitteln unterstützten. -1) Herodes Antipas, der Vierfürst von Galiläa. Th. Zahn vermutet, Chuza sei der königliche Beamte in Joh. 4,46-53.++ 2105#Lukas,8,4#4. Als einst viel Volk zusammenkam und die Leute aus den Städten zu ihm eilten, trug er dies Gleichnis vor: 2106#Lukas,8,5#5. «Es ging ein Sämann aus, um seinen Samen auszustreuen. Beim Säen fielen einige Körner an den Weg: die wurden zertreten, und die Vögel unter dem Himmel pickten sie auf. 2107#Lukas,8,6#6. Andre Körner fielen auf steinigen Boden: die gingen auf; aber die Halme verdorrten, weil sie keine Feuchtigkeit hatten. 2108#Lukas,8,7#7. Andre Körner fielen mitten unter Dorngestrüpp: da wuchsen die Dornen mit auf und erstickten die Saat. 2109#Lukas,8,8#8. Andre Körner fielen auf guten Boden: die gingen auf und trugen hundertfältige Frucht.» Bei diesen Worten rief er aus: «Wer Ohren hat zu hören, der höre!» 2110#Lukas,8,9#9. Da fragten ihn seine Jünger nach der Bedeutung dieses Gleichnisses. 2111#Lukas,8,10#10. Er antwortete: «Euch ist die Fähigkeit verliehen, in die Geheimnisse des Königreiches Gottes einzudringen. Die andern aber werden nur durch Gleichnisse unterwiesen, denn: ,Sie sollen sehn und nicht beachten, sie sollen hören und nicht verstehn-1-'. -1) Jes. 6,9.10 in freier Wiedergabe.++ 2112#Lukas,8,11#11. Dies ist die Deutung des Gleichnisses: Der Same ist das Wort Gottes. 2113#Lukas,8,12#12. Bei denen der Same an den Weg fällt, die hören wohl das Wort; dann aber kommt der Teufel und nimmt es weg aus ihrem Herzen, damit sie nicht zum Glauben kommen und gerettet werden. 2114#Lukas,8,13#13. Bei denen der Same auf steinigen Boden fällt, die nehmen zwar das Wort, wenn sie es hören, mit Freuden auf; es schlägt jedoch in ihnen keine Wurzel: sie glauben nur eine Zeitlang; aber wenn Prüfung kommt, so fallen sie ab. 2115#Lukas,8,14#14. Was dorthin fällt, wo Dornen wachsen, das bedeutet solche, die das Wort wohl hören, dann aber hingehen und es von des Lebens Sorgen, Reichtum und Genüssen in sich ersticken lassen, so daß sie keine Frucht zur Reife bringen. 2116#Lukas,8,15#15. Was aber auf guten Boden fällt, bedeutet solche, die das Wort, das sie gehört, in einem guten, edeln Herzen bewahren und in beharrlicher Ausdauer Frucht bringen. 2117#Lukas,8,16#16. Niemand zündet eine Lampe an und bedeckt sie dann mit einem Gefäß oder stellt sie unter ein Bett, sondern er setzt sie auf einen Leuchter, damit alle, die eintreten, das Licht sehen. 2118#Lukas,8,17#17. Denn nichts ist so verborgen, daß es nicht einst offenbar würde; und nichts ist so versteckt, daß es nicht einst bekannt würde und ans Tageslicht käme. 2119#Lukas,8,18#18. Achtet drum darauf, wie ihr hört! Denn wer (die rechte Aufmerksamkeit) hat, dem wird (Erkenntnis) mitgeteilt; wer (sie) aber nicht hat, dem soll sogar auch das, was er (an Erkenntnis) zu haben meint, genommen werden.» 2120#Lukas,8,19#19. Einst kamen seine Mutter und seine Brüder zu ihm; aber der vielen Leute wegen konnten sie nicht zu ihm gelangen. 2121#Lukas,8,20#20. Da wurde ihm gemeldet: «Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wünschen dich zu sehen.» 2122#Lukas,8,21#21. Darauf gab er zur Antwort: «Meine Mutter und meine Brüder sind alle, die Gottes Wort hören und befolgen.» 2123#Lukas,8,22#22. Eines Tages stieg er mit seinen Jüngern in ein Boot und sprach zu ihnen: «Wir wollen an das andre Ufer des Sees fahren.» Sie fuhren ab. 2124#Lukas,8,23#23. Während der Fahrt schlief er ein. Da kam ein Sturmwind über den See; das Boot füllte sich mit Wasser, und sie schwebten in (großer) Gefahr. 2125#Lukas,8,24#24. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn mit dem Rufe: «Meister, Meister, wir ertrinken!» Da stand er auf und schalt den Wind und die Wasserwogen. Nun legten sie sich, und es ward still. 2126#Lukas,8,25#25. Dann sagte er zu ihnen: «Wo ist denn euer Glaube?» Sie aber waren voll Furcht und Staunen und sprachen zueinander: «Wer ist doch dieser Mann, daß er sogar den Winden und Wogen gebietet und sie ihm gehorchen?» 2127#Lukas,8,26#26. Sie fuhren dann in das Gebiet der Gergesener, das Galiläa gegenüberliegt. 2128#Lukas,8,27#27. Als er dort ans Land gestiegen war, trat ihm ein Mann aus der Stadt entgegen, der von bösen Geistern besessen war. Der trug schon lange keine Kleider mehr und hatte auch keine bestimmte Wohnung, sondern hauste in den Gräbern-1-. -1) die zwischen dem Seeufer und der Stadt lagen.++ 2129#Lukas,8,28#28. Als dieser Mann Jesus sah, warf er sich schreiend vor ihm nieder und rief mit lauter Stimme: «Was habe ich mit dir zu schaffen, Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten? Ich bitte dich: quäle mich doch nicht!» 2130#Lukas,8,29#29. Jesus wollte nämlich gerade dem unreinen Geiste gebieten, von dem Menschen auszufahren. Der war schon lange in der Gewalt des bösen Geistes; und wenn man ihn zur Sicherheit-1- an Händen und Füßen binden wollte, so zerriß er jedesmal die Fesseln und wurde von dem bösen Geiste in abgelegene Gegenden getrieben. -1) damit er bei seinen Anfällen andern keinen Schaden zufüge.++ 2131#Lukas,8,30#30. Jesus fragte ihn nun: «Wie heißest du?» Er antwortete: «Legion». Denn viele böse Geister waren in ihn gefahren. 2132#Lukas,8,31#31. Die Geister aber baten Jesus, er möge ihnen nicht befehlen, in den Abgrund-1- zu fahren. -1) die Wohnung der bösen Geister (Offb. 9,1.2.11; 20,1.3).++ 2133#Lukas,8,32#32. Nun war dort am Bergeshange gerade eine große Herde Schweine auf der Weide. Da baten ihn die bösen Geister, er möge ihnen erlauben, in die Schweine zu fahren. Das erlaubte er ihnen. 2134#Lukas,8,33#33. Nun fuhren die bösen Geister von dem Menschen aus und gingen in die Schweine. Da stürmte die Herde den Abhang hinunter in den See und ertrank. 2135#Lukas,8,34#34. Als die Hirten sahen, was geschah, da flohen sie und erzählten den Vorfall in der Stadt und auf dem Lande. 2136#Lukas,8,35#35. Da eilten die Leute herbei, um zu sehen, was sich begeben hatte. Als sie zu Jesus kamen und den Mann, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, bekleidet und vernünftig zu Jesu Füßen sitzend fanden, da wurden sie von Furcht ergriffen. 2137#Lukas,8,36#36. Die Augenzeugen erzählten ihnen, wie der Besessene gesund geworden sei. 2138#Lukas,8,37#37. Da bat ihn die ganze Bevölkerung in der Gegend von Gergesa, er möge sie verlassen; denn sie waren von großer Furcht ergriffen. Er stieg nun wieder ins Boot und fuhr zurück. 2139#Lukas,8,38#38. Der Mann aber, von dem die bösen Geister ausgefahren waren, bat ihn um die Erlaubnis, daß er bei ihm bleiben dürfe. Doch Jesus entließ ihn mit den Worten: 2140#Lukas,8,39#39. «Kehre nach Hause zurück und erzähle dort alles, was Gott an dir getan!» Da ging er hin und verkündigte in der ganzen Stadt, was Jesus ihm erwiesen hatte. 2141#Lukas,8,40#40. Bei seiner Rückkehr (nach Kapernaum) wurde Jesus von dem Volke mit Jubel empfangen; denn alle warteten auf ihn. 2142#Lukas,8,41#41. Da kam ein Mann mit Namen Jairus, einer von den Vorstehern der jüdischen Gemeinde. Der fiel Jesus zu Füßen und bat ihn, in sein Haus zu kommen; 2143#Lukas,8,42#42. denn er hatte eine einzige Tochter von etwa zwölf Jahren, und die lag im Sterben. Jesus machte sich auf den Weg, umdrängt von vielen Menschen. 2144#Lukas,8,43#43. Und eine Frau, die schon seit zwölf Jahren am Blutfluß litt, die ihr ganzes Vermögen für Ärzte ausgegeben und bei keinem hatte Heilung finden können, 2145#Lukas,8,44#44. die trat nun von hinten an ihn heran und berührte die Quaste seines Mantels; und augenblicklich stand ihr Blutfluß still. 2146#Lukas,8,45#45. Da fragte Jesus: «Wer hat mich angerührt?» Als sich keiner meldete, sagten Petrus und die andern: «Meister, die Leute drängen dich doch von allen Seiten und stoßen.» 2147#Lukas,8,46#46. Jesus aber erwiderte: «Es hat mich jemand angerührt; denn ich habe gemerkt, daß eine Kraft von mir ausgegangen ist.» 2148#Lukas,8,47#47. Als sich nun die Frau entdeckt sah, da kam sie zitternd herbei, fiel vor ihm nieder und bekannte vor allem Volke, weshalb sie ihn angerührt habe und wie sie sofort geheilt worden sei. 2149#Lukas,8,48#48. Da sprach er zu ihr: «Meine Tochter, dein Glaube hat dich gesund gemacht; geh hin in Frieden!» 2150#Lukas,8,49#49. Während er noch so redete, erschien jemand aus dem Hause des Gemeindevorstehers und brachte diesem die Botschaft: «Deine Tochter ist schon gestorben; bemühe den Meister nicht weiter!» 2151#Lukas,8,50#50. Als Jesus das hörte, sprach er zu ihm: «Fürchte dich nicht; glaube nur, und sie wird leben!» 2152#Lukas,8,51#51. Als er dann zu dem Hause kam, ließ er niemand mit sich eintreten als Petrus, Jakobus und Johannes und des Kindes Eltern. 2153#Lukas,8,52#52. Alle (im Hause) weinten und klagten laut um sie. Er aber sprach: «Weinet nicht; sie ist ja nicht tot, sie schläft nur!» 2154#Lukas,8,53#53. Da verlachten sie ihn; denn sie wußten wohl, daß sie tot war. 2155#Lukas,8,54#54. Er aber ergriff sie bei der Hand und rief: «Kind, steh auf!» 2156#Lukas,8,55#55. Da kehrte ihr Geist zurück, und sie stand augenblicklich auf. Und er ordnete an, man solle ihr zu essen geben. 2157#Lukas,8,56#56. Ihre Eltern waren vor Staunen ganz außer sich. Aber er gebot ihnen, niemand etwas von dem Vorfall zu erzählen.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 9 -+ --- MENGE/Lukas 9 -+ --- ALBRECHT/Lukas 9 - 2158#Lukas,9,1#1. Dann rief er die zwölf Apostel zusammen und gab ihnen Kraft und Vollmacht, alle bösen Geister auszutreiben und Krankheiten zu heilen. 2159#Lukas,9,2#2. Darauf sandte er sie aus, um Gottes Königreich zu verkünden und die Kranken gesund zu machen. 2160#Lukas,9,3#3. Dabei sprach er zu ihnen: «Nehmt nichts mit auf den Weg: keinen Wanderstab, keinen Ranzen, kein Brot, kein Geld; auch sollt ihr nicht zwei Unterkleider haben! 2161#Lukas,9,4#4. In jedem Hause, wo ihr Eingang findet, da bleibet, bis ihr weiter wandert! 2162#Lukas,9,5#5. Wo man euch aber nicht aufnimmt, die Stadt verlaßt und schüttelt ihren Staub von euern Füßen, zum Zeugnis wider sie!» 2163#Lukas,9,6#6. So zogen sie denn aus und wanderten von Dorf zu Dorf; überall verkündigten sie die Frohe Botschaft und heilten Kranke. 2164#Lukas,9,7#7. Als der Vierfürst Herodes von dem allen hörte, wußte er nicht, was er davon halten sollte. Denn einige sagten: «Johannes ist von den Toten auferweckt», 2165#Lukas,9,8#8. andre: «Elia ist erschienen», wieder andre: «Einer der alten Propheten ist auferstanden.» 2166#Lukas,9,9#9. Herodes aber sprach: «Johannes habe ich enthaupten lassen; wer ist nun dieser Mann, von dem ich solche Dinge höre?» Und er wünschte, ihn zu sehen. 2167#Lukas,9,10#10. Bei ihrer Rückkehr erzählten die Apostel Jesus alles, was sie ausgerichtet hatten. Da nahm er sie mit sich und zog sich in die Einsamkeit zurück in die Nähe einer Stadt, die hieß Bethsaida-1-. -1) gemeint ist wohl das alte Fischerdorf dieses Namens, das der Vierfürst Philippus zu der Stadt Julias ausgebaut hatte.++ 2168#Lukas,9,11#11. Die Leute aber erfuhren das und folgten ihm. Er nahm sie freundlich auf, redete zu ihnen von dem Königreiche Gottes und machte alle Heilungsbedürftigen gesund. 2169#Lukas,9,12#12. Als sich der Tag zu neigen begann, traten die Zwölf zu ihm und sprachen: «Laß die Leute ziehen, damit sie in die umliegenden Dörfer und Gehöfte gehen und dort Unterkunft und Verpflegung finden; denn wir sind hier in einer unbewohnten Gegend.» 2170#Lukas,9,13#13. Er aber sprach zu ihnen: «Gebt ihr ihnen zu essen!» Sie erwiderten: «Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische; wir müßten sonst hingehen und Lebensmittel kaufen für alle diese Menschen.» 2171#Lukas,9,14#14. Es waren nämlich gegen fünftausend Mann. Da sprach er zu seinen Jüngern: «Laßt sie sich in Gruppen etwa zu je fünfzig lagern!» 2172#Lukas,9,15#15. Das taten sie und ließen alle sich niedersetzen. 2173#Lukas,9,16#16. Nun nahm er die fünf Brote und die beiden Fische, sah auf zum Himmel und sprach den Lobpreis. Dann brach er die Brote und gab sie seinen Jüngern, damit sie sie den Leuten vorlegten. 2174#Lukas,9,17#17. So aßen alle und wurden satt. Dann hob man die Brocken, die sie übriggelassen hatten, vom Boden auf: zwölf Körbe voll. 2175#Lukas,9,18#18. Als er eines Tages in der Einsamkeit betete, waren nur die Jünger bei ihm. Da fragte er sie: «Wofür halten mich die Leute?» 2176#Lukas,9,19#19. Sie antworteten: «Für Johannes den Täufer, andre für Elia, noch andre meinen, einer der alten Propheten sei auferstanden.» 2177#Lukas,9,20#20. Da sprach er zu ihnen: «Für wen haltet ihr mich denn?» Petrus antwortete: «Für den Gesalbten Gottes.» 2178#Lukas,9,21#21. Da verbot er ihnen streng, das irgendwem zu sagen. 2179#Lukas,9,22#22. Er fügte noch hinzu: «Der Menschensohn muß vieles leiden, dazu verworfen werden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten; ja er muß den Tod erdulden, aber am dritten Tage auferstehn.» 2180#Lukas,9,23#23. Dann sprach er zu allen: «Wer mein Nachfolger sein will, der verleugne sich selbst und nehme Tag für Tag sein Kreuz auf sich und folge mir. 2181#Lukas,9,24#24. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten. 2182#Lukas,9,25#25. Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und dabei sich selbst verliert oder zu Schaden bringt? 2183#Lukas,9,26#26. Denn wer sich mein und meiner Worte schämt, des wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er in seiner, in seines Vaters und in der heiligen Engel Herrlichkeit erscheint. 2184#Lukas,9,27#27. Es ist die volle Wahrheit, wenn ich euch sage: Einige von denen, die hier stehen, sollen den Tod nicht schmecken, ehe sie Gottes Königreich gesehen haben.» 2185#Lukas,9,28#28. Etwa acht Tage später nahm er Petrus, Johannes und Jakobus zu sich und ging auf den Berg, um dort zu beten. 2186#Lukas,9,29#29. Während er betete, veränderte sich das Aussehn seines Angesichts, und sein Gewand ward blendend weiß. 2187#Lukas,9,30#30. Und sieh, zwei Männer hatten ein Gespräch mit ihm: das waren Mose und Elia. 2188#Lukas,9,31#31. Die erschienen in überirdischem Glanze und redeten von seinem Lebensausgang, den er in Jerusalem vollenden sollte. 2189#Lukas,9,32#32. Petrus aber und seine Gefährten waren in tiefen Schlaf versunken. Als sie erwachten, sahen sie seine Herrlichkeit und die beiden Männer, die bei ihm standen. 2190#Lukas,9,33#33. Als die von ihm scheiden wollten, sprach Petrus zu Jesus: «Meister, es trifft sich gut, daß wir hier sind! Laß uns drei Hütten bauen: eine für dich, eine für Mose und eine für Elia.» Er wußte aber nicht, was er da sagte. 2191#Lukas,9,34#34. Während er noch redete, kam eine Wolke und umhüllte sie*; und sie wurden von Furcht ergriffen, als die Wolke sie umfing. 2192#Lukas,9,35#35. Da rief eine Stimme aus der Wolke: «Dies ist mein Sohn, den ich erkoren; auf den hört!» 2193#Lukas,9,36#36. Nach diesem Rufe war Jesus wieder allein. Die Jünger schwiegen über das, was sie gesehen hatten, und teilten damals keinem etwas davon mit. 2194#Lukas,9,37#37. Als sie am nächsten Tage von dem Berge hinabgingen, kam Jesus ein großer Volkshaufe entgegen. 2195#Lukas,9,38#38. Da rief ein Mann aus dem Haufen: «Meister, ich bitte dich, nimm dich meines Sohnes an; er ist mein einziges Kind! 2196#Lukas,9,39#39. Oft packt ihn ein böser Geist: dann schreit der Knabe plötzlich auf, ihm tritt Schaum vor den Mund, und er wird von dem Geiste hin- und hergerissen; der weicht nur schwer von ihm und verzehrt seine Lebenskraft. 2197#Lukas,9,40#40. Ich habe deine Jünger gebeten, ihn auszutreiben; aber sie haben es nicht gekonnt.» 2198#Lukas,9,41#41. Jesus antwortete: «Ihr ungläubige und verkehrte Art, wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen? Bring deinen Sohn hierher!» 2199#Lukas,9,42#42. Als der Knabe herankam, warf ihn der böse Geist zu Boden und zerrte ihn in allen seinen Gliedern. Aber Jesus bedrohte den unreinen Geist: so heilte er den Knaben und gab ihn seinem Vater wieder. 2200#Lukas,9,43#43. Da staunten alle über Gottes gewaltige Macht. Während sich die Leute über alle seine Taten verwunderten, sprach er zu seinen Jüngern: 2201#Lukas,9,44#44. «Merkt ihr recht auf die Worte, die ich euch jetzt sage: Der Menschensohn soll nun bald in der Menschen Hände überliefert werden-1-.» -1) das augenblickliche Staunen des Volkes soll die Jünger nicht über Jesu schließliche Verwerfung täuschen.++ 2202#Lukas,9,45#45. Sie verstanden aber nicht, was er mit diesen Worten meinte; sie waren ihnen dunkel, so daß sie ihren Sinn nicht faßten. Aber sie scheuten sich, ihn um diesen Ausspruch näher zu befragen. 2203#Lukas,9,46#46. Einst unterhielten sie sich darüber, wer wohl der Größte unter ihnen sei. 2204#Lukas,9,47#47. Jesus, der die Gedanken ihres Herzens kannte, nahm ein kleines Kind bei der Hand, stellte es neben sich 2205#Lukas,9,48#48. und sprach zu ihnen: «Wer dies Kind aufnimmt, weil es meinen Namen bekennt, der nimmt mich auf. Und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wahrlich, der Kleinste unter euch allen - der ist der Größte.» 2206#Lukas,9,49#49. Da nahm Johannes das Wort und sprach: «Meister, wir haben einen in deinem Namen böse Geister austreiben sehn; aber wir haben es ihm verboten, weil er dir nicht mit uns nachfolgt.» 2207#Lukas,9,50#50. Jesus antwortete ihm: «Ihr hättet es ihm nicht verbieten sollen; denn wer nicht gegen euch ist, der ist für euch.» 2208#Lukas,9,51#51. Als die Zeit herankam, wo er (diese Welt verlassen und in den Himmel) aufgenommen werden sollte, da war er fest entschlossen, nach Jerusalem zu ziehen. 2209#Lukas,9,52#52. Und er sandte Boten vor sich her. Die kamen in ein Dorf Samarias, um dort Unterkunft für ihn zu suchen-1-. -1) der gerade Weg von Galiläa nach Jerusalem ging durch Samaria; die Reise dauerte etwa drei Tage.++ 2210#Lukas,9,53#53. Die Bewohner aber wollten ihn nicht aufnehmen, weil er auf der Wanderung nach Jerusalem war-1-. -1) Juden und Samariter lebten in bittrer Feindschaft (Joh. 4,9).++ 2211#Lukas,9,54#54. Da sprachen seine Jünger Jakobus und Johannes, die diese Abweisung erfahren hatten-1-*: «Herr, sollen wir befehlen, daß Feuer vom Himmel falle und sie verzehre [wie auch Elia getan hat-a- ]?» -1) w: «die dies sahen».   a) 2.Kön. 1,10.12.++ 2212#Lukas,9,55#55. Jesus aber wandte sich zu ihnen und wies sie ernst zurecht [indem er sagte: «Wißt ihr denn nicht, von welchem Geiste ihr euch leiten lassen sollt? 2213#Lukas,9,56#56. Der Menschensohn ist nicht gekommen, um Menschenleben zu vernichten, sondern zu erretten-1-**»]. 57. Sie gingen dann in ein andres Dorf*. -1) die eingeklammerten Worte fehlen in sehr guten Hs.++ 2214#Lukas,9,57#Während ihrer Wanderung sagte einer zu ihm: «Ich will dir folgen, wohin du gehst.» 2215#Lukas,9,58#58. Jesus antwortete ihm: «Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel, die unter dem Himmel fliegen, haben Nester; aber der Menschensohn hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann.» 2216#Lukas,9,59#59. Zu einem andern sprach er: «Folge mir!» Der erwiderte: «Herr, erlaube mir, daß ich vorher hingehe und meinen Vater begrabe.» 2217#Lukas,9,60#60. Jesus antwortete ihm: «Laß die Toten ihre Toten begraben; du aber geh und verkünde Gottes Königreich!» 2218#Lukas,9,61#61. Ein Dritter sprach: «Ich will dir folgen, Herr; vorher aber erlaube mir, von meinen Hausgenossen Abschied zu nehmen.» 2219#Lukas,9,62#62. Ihm erwiderte Jesus: «Wer seine Hand an den Pflug gelegt hat und dann noch rückwärts blickt-1-, der ist nicht tauglich für Gottes Königreich*.» -1) wer in seiner Aufmerksamkeit geteilt und nicht ganz bei seiner Arbeit ist.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 10 -+ --- MENGE/Lukas 10 -+ --- ALBRECHT/Lukas 10 - 2220#Lukas,10,1#1. Hierauf erwählte der Herr-1- noch siebzig-2- andre (Jünger) und sandte sie zu zweien vor sich her in alle Städte und Ortschaften, die er später selbst besuchen wollte*. -1) außer den Zwölf (Lk. 9,1).   2) nach aL: 72.++ 2221#Lukas,10,2#2. Er sprach zu ihnen: «Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenig. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter auf sein Erntefeld sende! 2222#Lukas,10,3#3. So zieht denn aus! Ich sende euch jetzt wie Lämmer mitten unter Wölfe. 2223#Lukas,10,4#4. Nehmt keinen Geldbeutel, keinen Ranzen, keine Schuhe mit und grüßet niemand unterwegs*! 2224#Lukas,10,5#5. Bei euerm Eintritt in ein Haus sei euer erstes Wort: ,Friede sei mit diesem Hause!' 2225#Lukas,10,6#6. Wohnt nun einer darin, der den Frieden liebt, so soll der Friede, den ihr wünschet, auf ihm ruhn; wenn nicht, so fällt der Friedensgruß auf euch zurück*. 2226#Lukas,10,7#7. In jenem Hause bleibt dann, eßt und trinkt, was sie haben! Denn der Arbeiter ist seines Lohnes wert-a-. Geht nicht von einem Hause in ein andres! -a) 1.Kor. 9,14; 1.Tim. 5,18.++ 2227#Lukas,10,8#8. Kommt ihr in eine Stadt und man nimmt euch auf, so eßt, was man euch vorsetzt! 2228#Lukas,10,9#9. Heilt die Kranken, die dort sind, und saget den Bewohnern: ,Gottes Königreich ist euch genaht-1-!' -1) Jesus selbst wollte ja nach ihnen kommen.++ 2229#Lukas,10,10#10. Kommt ihr aber in eine Stadt und man nimmt euch nicht auf, so geht hinaus auf ihre freien Plätze und sprecht: 2230#Lukas,10,11#11. ,Sogar den Staub, der sich aus eurer Stadt an unsre Füße geheftet hat, den wischen wir ab, damit ihr ihn behaltet*. Das eine aber sollt ihr wissen: Gottes Königreich ist nahe herbeigekommen!' 2231#Lukas,10,12#12. Ich sage euch: Es wird Sodom an jenem Tage-1- erträglicher gehn als einer solchen Stadt. -1) am Tage des Gerichts.++ 2232#Lukas,10,13#13. Weh dir, Chorazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wären in Tyrus und Sidon die Wundertaten geschehen, die in euch geschehen sind, sie hätten sich schon längst, in Sack und Asche sitzend, bekehrt. 2233#Lukas,10,14#14. Doch es wird Tyrus und Sidon im Gericht erträglicher gehn als euch. 2234#Lukas,10,15#15. Und du, Kapernaum, meinst du vielleicht, du wirst bis zum Himmel erhoben? In die Tiefe der Unterwelt sollst du hinabgestürzt werden! 2235#Lukas,10,16#16. Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verwirft, der verwirft mich. Wer aber mich verwirft, der verwirft damit den, der mich gesandt hat.» 2236#Lukas,10,17#17. Bei ihrer Rückkehr berichteten die Siebzig voller Freude: «Herr, sogar die bösen Geister gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.» 2237#Lukas,10,18#18. Er antwortete ihnen: «Ja, ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen-a-*. -a) Offb. 12,7-9.++ 2238#Lukas,10,19#19. Seht, ich habe euch die Macht verliehen, über Schlangen und Skorpione dahinzuschreiten-a- und das ganze Heer des Feindes zu besiegen, so daß euch kein Schade treffen wird. -a) Ps. 91,13.++ 2239#Lukas,10,20#20. Doch freut euch nicht darüber, daß euch die Geister gehorchen; freut euch vielmehr darüber, daß eure Namen im Himmel eingetragen sind-1-!» -1) im Buche des Lebens.++ 2240#Lukas,10,21#21. In jener Stunde rief Jesus, erfüllt vom Heiligen Geiste, in lautem Jubel aus: «Ich preise dich, o Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies den Weisen und Verständigen verborgen und es den Einfältigen offenbart hast. Ja, Vater, so hat dir's gefallen! 2241#Lukas,10,22#22. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand weiß, wer der Sohn ist, als nur der Vater, und wer der Vater ist, als nur der Sohn und der, dem der Sohn es offenbaren will.» 2242#Lukas,10,23#23. Dann sprach er, nur zu den Jüngern gewandt: «Selig sind die Augen, die das sehen, was ihr seht! 2243#Lukas,10,24#24. Denn ich sage euch: Viele Propheten und Könige haben gewünscht zu sehen, was ihr seht, und haben es nicht gesehn, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört.» 2244#Lukas,10,25#25. Da erhob sich ein Gesetzeslehrer, der ihm eine Falle stellen wollte, und fragte ihn: «Meister, was muß ich tun, um ewiges Leben zu erlangen?» 2245#Lukas,10,26#26. Jesus sprach zu ihm: «Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liesest du dort?» 2246#Lukas,10,27#27. Er antwortete: «Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele, mit aller Kraft und mit allem Denken und deinen Nächsten wie dich selbst-a-.» -a) 5.Mo. 6,5; 3.Mo. 19,18.++ 2247#Lukas,10,28#28. Jesus sprach zu ihm: «Deine Antwort ist ganz richtig; tue das, so wirst du leben-a-.» -a) 3.Mo. 18,5.++ 2248#Lukas,10,29#29. Doch der Gesetzeslehrer wollte sich (wegen seiner Frage) rechtfertigen und sprach deshalb zu Jesus: «Wer ist denn mein Nächster-1-?» -1) für die Rabbinen waren die Heiden keine «Nächsten».++ 2249#Lukas,10,30#30. Da erwiderte Jesus: «Ein Mann-1- ging von Jerusalem hinab nach Jericho. Auf seiner Wanderung fiel er Räubern in die Hände. Die plünderten ihn aus, schlugen ihn blutig, ließen ihn halbtot liegen und gingen dann davon. -1) ein Jude.++ 2250#Lukas,10,31#31. Nun kam zufällig ein Priester jenes Wegs; der sah den Mann, aber er ging vorüber. 2251#Lukas,10,32#32. Ebenso kam ein Levit dorthin; der sah ihn und ging auch an ihm vorüber. 2252#Lukas,10,33#33. Dann kam ein Samariter, der auf Reisen war, an die Stätte. Als der den Mann erblickte, ward er von Mitgefühl ergriffen: 2253#Lukas,10,34#34. er trat hinzu, goß Öl und Wein-1- in seine Wunden und verband sie ihm. Dann setzte er ihn auf sein Reittier, führte ihn in ein Gasthaus und pflegte ihn. -1) als Heilmittel.++ 2254#Lukas,10,35#35. Am andern Morgen zog er zwei Silberlinge-1-* aus seinem Beutel, gab sie dem Wirte und sagte: ,Pflege ihn; und was du sonst noch ausgibst, das will ich dir bei meiner Rückkehr ersetzen.' -1) der Betrag eines doppelten Tagelohnes (Mt. 20,2).++ 2255#Lukas,10,36#36. Wer von diesen dreien hat nun nach deiner Meinung als Nächster an dem Manne gehandelt, der den Räubern in die Hände fiel?» 2256#Lukas,10,37#37. Der Gesetzeslehrer erwiderte: «Der Barmherzigkeit an ihm bewiesen hat.» Da sprach Jesus zu ihm: «Geh hin und handle du ebenso!» 2257#Lukas,10,38#38. Als sie weiter wanderten, kam er in ein Dorf. Dort nahm ihn eine Frau mit Namen Martha in ihr Haus auf. 2258#Lukas,10,39#39. Sie hatte eine Schwester, die hieß Maria. Die lauschte, zu des Herrn Füßen sitzend, auf seine Unterweisung. 2259#Lukas,10,40#40. Martha aber machte sich viel zu schaffen, um ihn reichlich zu bewirten. Und sie trat zu Jesus und sprach: «Herr, kannst du es ruhig mit ansehn, daß mich meine Schwester alles allein besorgen läßt? Sag ihr doch, sie solle mir helfen!» 2260#Lukas,10,41#41. Der Herr aber antwortete ihr: «Martha, Martha, du sorgst und mühest dich um vielerlei*. 2261#Lukas,10,42#42. Aber nur wenig ist not*. Denn Maria hat sich das beste Teil erwählt-1-; das soll ihr nicht-2- genommen werden.» -1) auf Jesu Wort zu hören.   2) wie du verlangst.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 11 -+ --- MENGE/Lukas 11 -+ --- ALBRECHT/Lukas 11 - 2262#Lukas,11,1#1. Einst betete er an einem Orte. Als er damit zu Ende war, sprach einer seiner Jünger zu ihm: «Herr, lehre uns beten, wie auch Johannes seine Jünger es gelehrt hat.» 2263#Lukas,11,2#2. Da sagte er zu ihnen: «Wenn ihr betet, so sprecht: Vater, dein Name werde geheiligt! Dein Königreich komme! 2264#Lukas,11,3#3. Unser Brot für morgen gib uns Tag für Tag-1-! -1) vgl. Anm. zu Mt. 6,11.++ 2265#Lukas,11,4#4. Und vergib uns unsre Sünden; denn auch wir vergeben jedem unsrer Schuldner! Und führe uns nicht in Versuchung**!» 2266#Lukas,11,5#5. Dann fuhr er fort: «Denkt euch: einer von euch hat einen Freund. Zu dem kommt er um Mitternacht mit der Bitte: ,Freund, leihe mir drei Brote; 2267#Lukas,11,6#6. ein Freund von mir ist auf der Reise bei mir eingekehrt, und ich habe ihm nichts vorzusetzen.' 2268#Lukas,11,7#7. Jener antwortet ihm nun von drinnen: ,Laß mich in Ruhe; die Tür ist schon verschlossen, und meine Kinder sind mit mir zu Bett gegangen. Ich kann nicht aufstehn und dir etwas geben.' 2269#Lukas,11,8#8. Ich sage euch: Steht er auch nicht deshalb auf und gibt ihm Brot, weil es sein Freund ist, so wird er doch, weil der andre ihm so zusetzt, aus seinem Bett aufstehn und ihm geben, soviel er nötig hat. 2270#Lukas,11,9#9. Drum sage ich euch auch: Bittet, so wird euch gegeben! Suchet, so werdet ihr finden! Klopfet an, so wird euch aufgetan! 2271#Lukas,11,10#10. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan. 2272#Lukas,11,11#11. Wer von euch bittet seinen Vater um Brot, und der gibt ihm einen Stein? oder um einen Fisch, und er reicht ihm statt des Fisches eine Schlange? 2273#Lukas,11,12#12. Oder wer bittet seinen Vater um ein Ei, und der reicht ihm statt dessen einen Skorpion? 2274#Lukas,11,13#13. Wißt ihr nun, obwohl ihr böse seid, euern Kindern gute Gaben zu geben: wieviel mehr wird da der Vater vom Himmel her den Heiligen Geist-1- denen geben, die ihn darum bitten!» -1) als die beste Gabe.++ 2275#Lukas,11,14#14. Eines Tages trieb er einen bösen Geist aus, der war stumm. Als der böse Geist ausgefahren war, konnte der Stumme sprechen. Da waren die Leute verwundert. 2276#Lukas,11,15#15. Einige aber von ihnen sagten: «Im Bunde mit Beelzebul, dem Obersten der bösen Geister, treibt er die Teufel aus.» 2277#Lukas,11,16#16. Andre, die ihn aushorchen wollten, verlangten von ihm, er möge vom Himmel her ein Wunderzeichen kommen lassen-a-. -a) Mk. 8,11.++ 2278#Lukas,11,17#17. Er aber durchschaute ihre Gedanken und sprach zu ihnen: «Jedes Reich, das in sich selbst uneins ist, das fällt in Trümmer: ein Haus stürzt auf das andre. 2279#Lukas,11,18#18. Ist nun auch der Satan mit sich selbst uneins, wie sollte da sein Reich bestehen können? Ihr sagt ja, ich treibe die bösen Geister aus im Bunde mit Beelzebul. 2280#Lukas,11,19#19. Treibe ich nun im Bunde mit Beelzebul die bösen Geister aus, mit wessen Hilfe treiben sie denn eure Anhänger aus? Sie werden darum eure Richter sein. 2281#Lukas,11,20#20. Treibe ich aber durch Gottes Finger die bösen Geister aus, so ist ja Gottes Königreich zu euch gekommen. 2282#Lukas,11,21#21. Solange ein starker Kriegsmann in voller Waffenwehr seine Burg bewacht, ist sein Besitz in Sicherheit. 2283#Lukas,11,22#22. Wenn aber ein Stärkerer ihn überfällt und überwindet, so nimmt er ihm seine Rüstung, worauf er sich verließ, und teilt die Beute, die er gewonnen, unter seine Kampfgenossen aus. 2284#Lukas,11,23#23. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. 2285#Lukas,11,24#24. Ist der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren, so wandert er durch Wüsten: er sucht dort eine Ruhstatt und findet keine. Dann spricht er: ,Ich will zurückgehn in mein Haus, das ich verlassen habe.' 2286#Lukas,11,25#25. Und kommt er dann, so findet er's gefegt und wohlgeschmückt. 2287#Lukas,11,26#26. Nun geht er hin und holt noch sieben andre Geister, die schlimmer sind als er: die ziehen ein und wohnen dort. So wird's mit einem solchen Menschen am Ende ärger als zuvor.» 2288#Lukas,11,27#27. Als er so redete, rief ein Weib aus der Menge mit lauter Stimme: «Heil dem Schoß, der dich getragen! Heil der Brust, die dich genährt!» 2289#Lukas,11,28#28. Er aber sprach: «Jawohl, Heil denen, die Gottes Wort hören und es halten!» 2290#Lukas,11,29#29. Als sich die Leute um ihn scharten, fing er an zu reden: «Das gegenwärtige Geschlecht ist ein böses Geschlecht. Es begehrt ein Zeichen. Es wird ihm aber kein andres Zeichen gegeben werden als das Zeichen Jonas. 2291#Lukas,11,30#30. Denn wie Jona den Bewohnern Ninives ein Zeichen wurde, ebenso wird auch der Menschensohn für dies Geschlecht ein Zeichen sein. 2292#Lukas,11,31#31. Die Königin aus Süden wird zugleich mit den Leuten dieses Geschlechts vor Gericht erscheinen und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und hier steht doch einer, der größer ist als Salomo! 2293#Lukas,11,32#32. Die Leute aus Ninive werden zugleich mit diesem Geschlecht vor Gericht erscheinen und es verurteilen; denn sie bekehrten sich bei Jonas Predigt. Und hier steht doch einer, der größer ist als Jona! 2294#Lukas,11,33#33. Niemand zündet eine Lampe an und stellt sie dann in einen Keller oder unter einen Scheffel; sondern er setzt sie auf den Leuchter, damit alle, die eintreten, den Lichtglanz sehen. 2295#Lukas,11,34#34. Die Leuchte deines Leibes ist dein Auge. Ist dein Auge gesund, so ist auch dein ganzer Leib im Lichte; ist es aber krank, so ist auch dein Leib in Finsternis. 2296#Lukas,11,35#35. Gib deshalb acht, daß nicht das Licht in dir verfinstert sei! 2297#Lukas,11,36#36. Wenn nun dein ganzer Leib vom Licht durchdrungen ist, so daß kein Teil an ihm verfinstert bleibt, dann wird er so nach allen Seiten hin erleuchtet werden, als wenn die Lampe dich mit ihrem hellen Schein bestrahlt*.» 2298#Lukas,11,37#37. Kaum hatte Jesus ausgeredet, da lud ihn ein Pharisäer zum Frühmahl ein-1-. Jesus trat in des Pharisäers Haus und nahm am Tische Platz. -1) die mittlere der drei gewöhnlichen Tagesmahlzeiten, die damals wohl in der Regel um 12 Uhr mittags stattfand.++ 2299#Lukas,11,38#38. Der Pharisäer aber war verwundert, als er sah, daß sich Jesus vor dem Essen nicht erst die Hände wusch. 2300#Lukas,11,39#39. Da sprach der Herr zu ihm: «Ja, ja, ihr Pharisäer! Ihr haltet Becher und Schüsseln von außen rein, doch drinnen in euern Herzen seid ihr voll Raubgier und Bosheit. 2301#Lukas,11,40#40. Ihr Toren, hat nicht derselbe, der das Äußere geschaffen, auch das Innere gebildet*? 2302#Lukas,11,41#41. Gebt nur, was sich in euern Bechern und Schüsseln findet, als Almosen! Dann ist euch alles rein-1-. -1) die rechte Liebestätigkeit macht alle äußern Reinigungen überflüssig.++ 2303#Lukas,11,42#42. Doch weh euch Pharisäern! Minze, Raute und alle andern Küchenkräuter verzehntet ihr. Aber recht zu handeln und Gott zu lieben: daran geht ihr vorüber. Doch gerade dies solltet ihr tun, aber auch jenes nicht unterlassen. 2304#Lukas,11,43#43. Weh, euch, ihr Pharisäer! Ihr wollt in der gottesdienstlichen Versammlung die Ehrenplätze haben, und auf den Straßen soll man euch voll Ehrfurcht grüßen. 2305#Lukas,11,44#44. Weh euch! Ihr gleicht verdeckten Gräbern-1-, über die man hingeht, ohne es zu merken*.» -1) die dem Erdboden gleichgemacht und dadurch unkenntlich geworden sind.++ 2306#Lukas,11,45#45. Da nahm einer der anwesenden Gesetzeslehrer das Wort und sprach zu ihm: «Meister, mit diesen Worten beleidigst du auch uns.» 2307#Lukas,11,46#46. Jesus erwiderte: «Weh auch euch Gesetzeslehrern! Denn ihr legt den Leuten Lasten auf, die sie nicht tragen können; aber ihr selbst rührt diese Lasten mit keinem Finger an-1-. -1) und noch viel weniger tragt ihr sie.++ 2308#Lukas,11,47#47. Weh euch! Ihr erbauet den Propheten Grabdenkmäler, und eure Väter haben sie getötet. 2309#Lukas,11,48#48. Ihr seid drum Zeugen für die Taten eurer Väter und billigt sie; denn jene haben die Propheten getötet, und ihr errichtet ihnen Bauten*. 2310#Lukas,11,49#49. Deshalb hat Gottes Weisheit auch gesprochen*: ,Propheten und Apostel will ich ihnen senden; doch sie werden einige von ihnen töten und verfolgen, 2311#Lukas,11,50#50. damit das Blut aller Propheten, das seit Anbeginn der Welt vergossen ist - 2312#Lukas,11,51#51. von dem Blute Abels an bis auf das Blut Sacharjas, der zwischen dem Altare und dem Tempelhause getötet worden ist -, von dem gegenwärtigen Geschlecht gefordert werde*.' Ja, ich sage euch: Es soll gefordert werden von dem gegenwärtigen Geschlecht! 2313#Lukas,11,52#52. Weh euch Gesetzeslehrern! Ihr habt den Schlüssel zur Erkenntnis-1-* weggenommen. Ihr selbst seid nicht hineingegangen*, und alle, die hineingehen wollten, habt ihr daran gehindert.» -1) des Heils (Lk. 1,77).++ 2314#Lukas,11,53#53. Als er von dort-1- weggegangen war, begannen ihm die Schriftgelehrten und die Pharisäer sehr heftig zu grollen und ihn über manches auszufragen. -1) aus dem Haus des Pharisäers (V. 37).++ 2315#Lukas,11,54#54. Dabei waren sie auf der Lauer, ob sie vielleicht ein unbedachtes Wort aus seinem Munde erhaschen könnten.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 12 -+ --- MENGE/Lukas 12 -+ --- ALBRECHT/Lukas 12 - 2316#Lukas,12,1#1. Inzwischen hatten sich Tausende von Menschen angesammelt; die drängten sich so sehr, daß sie einander traten. Da begann er zuerst zu seinen Jüngern zu sagen: «Vor allem hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer; damit meine ich: hütet euch vor der Heuchelei-a-! -a) Mt. 16,6; Mk. 8,15.++ 2317#Lukas,12,2#2. Denn nichts ist so verhüllt, daß es nicht einst enthüllt würde; und nichts ist so verborgen, daß es nicht einst gesehen würde-1-. -1) alle Heuchelei kommt einst ans Licht.++ 2318#Lukas,12,3#3. Deshalb wird alles, was ihr im geheimen geredet habt, dereinst ganz öffentlich vernommen werden; und was ihr in den Kammern ins Ohr geflüstert habt, das soll auf den Dächern-1- verkündigt werden*. -1) vor allen Leuten.++ 2319#Lukas,12,4#4. Euch aber, meinen Freunden, sage ich: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und die danach nichts weiter tun können! 2320#Lukas,12,5#5. Ich will euch sagen, vor wem ihr euch zu fürchten habt: Fürchtet euch vor dem, der die Macht besitzt, nicht nur zu töten, sondern auch in die Hölle-1- zu werfen! Ja ich sage euch: Den fürchtet*! -1) w: in die Geenna (vgl. die Anm. zu Mt. 5,29).++ 2321#Lukas,12,6#6. Verkauft man nicht fünf Sperlinge für zehn Pfennige? Trotzdem ist keiner von ihnen bei Gott vergessen-1-. -1) wieviel mehr steht ihr unter Gottes Fürsorge.++ 2322#Lukas,12,7#7. Nun sind aber sogar die Haare auf euerm Haupte allesamt gezählt. Habt keine Furcht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. 2323#Lukas,12,8#8. Ferner sage ich euch: Wer sich zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem wird sich der Menschensohn auch bekennen vor den Engeln Gottes. 2324#Lukas,12,9#9. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, der soll auch verleugnet werden vor den Engeln Gottes. 2325#Lukas,12,10#10. Wer ein Wort sagt gegen den Menschensohn, der wird Vergebung finden; wer aber eine Lästerung ausspricht gegen den Heiligen Geist, der findet keine Vergebung-a-. -a) Mt. 12,32; Mk. 3,28f.++ 2326#Lukas,12,11#11. Führt man euch nun vor die Gemeindegerichte-1- und vor die Obrigkeiten und Behörden, so macht euch keine Sorge, wie ihr euch verteidigen und was ihr sagen sollt. -1) der jüdischen Synagogen.++ 2327#Lukas,12,12#12. Denn der Heilige Geist wird euch in jenem Augenblick die rechten Worte geben-a-.» -a) Mt. 10,19.20; Mk. 13,11.++ 2328#Lukas,12,13#13. Einer aus dem Volke sprach zu ihm: «Meister, sage doch meinem Bruder, er solle das Erbe mit mir teilen.» 2329#Lukas,12,14#14. Jesus erwiderte ihm: «Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schiedsmann über euch bestellt?» 2330#Lukas,12,15#15. Dann wandte er sich an alle und sprach: «Nehmt euch in acht und hütet euch vor aller Habsucht! Denn so reich auch jemand ist, sein Leben kann er sich nicht sichern durch seine Güter.» 2331#Lukas,12,16#16. Nun trug er ihnen dieses Gleichnis vor: «Die Felder eines reichen Mannes hatten viel getragen. 2332#Lukas,12,17#17. Da dachte er bei sich: ,Was soll ich tun? Ich habe keinen Platz, wo ich meine Ernte unterbringen kann.' 2333#Lukas,12,18#18. Dann sprach er: ,So will ich's machen: ich lasse meine Speicher niederreißen und größre bauen. Dort bringe ich die ganze Ernte und meine andre Habe unter 2334#Lukas,12,19#19. und sage dann zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast auf viele Jahre reichen Vorrat; nun ruhe, iß und trink und freue dich des Lebens*!' 2335#Lukas,12,20#20. Gott aber sprach zu ihm: ,Du Tor! Diese Nacht noch soll dir deine Seele abgefordert werden. Was bleibt dir dann von allem, was du dir aufgespeichert hast?' 2336#Lukas,12,21#21. So geht es einem, der sich Schätze sammelt und ist dabei nicht reich für Gott-1-.» -1) d.h. in seinem Verhältnis zu Gott; gemeint ist Reichtum an geistlichen, himmlischen Gütern (Mt. 6,20).++ 2337#Lukas,12,22#22. Dann wandte er sich an seine Jünger mit den Worten: «Darum sage ich euch: Sorgt nicht ängstlich für euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen sollt! 2338#Lukas,12,23#23. Denn das Leben ist mehr wert als die Nahrung, und der Leib steht höher als die Kleidung. 2339#Lukas,12,24#24. Seht die Raben an! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie haben keine Vorratskammer oder Speicher; trotzdem ernährt sie Gott. Wieviel höher steht ihr als die Vögel! 2340#Lukas,12,25#25. Wer von euch kann mit all seinem Sorgen sein Leben auch nur um eine kurze Spanne Zeit verlängern? 2341#Lukas,12,26#26. Vermögt ihr nun nicht einmal das Geringste, was macht ihr euch da Sorge um das andre? 2342#Lukas,12,27#27. Seht die wilden Lilien an! Sie spinnen nicht und weben nicht. Und doch - das sage ich euch - ist selbst Salomo in all seiner (königlichen) Pracht nicht so (herrlich) gekleidet gewesen wie eine von ihnen. 2343#Lukas,12,28#28. Wenn Gott nun das Gras auf dem Felde, das heute noch in Blüte steht und morgen in den Ofen geworfen wird, so herrlich kleidet, wie wird er da vielmehr euch Kleidung geben, ihr Kleingläubigen! 2344#Lukas,12,29#29. Darum sollt ihr nicht ängstlich fragen nach Speise und Trank. Seid deshalb ohne Bangen! 2345#Lukas,12,30#30. Denn das sind lauter Fragen, womit sich die Heiden hier in der Welt beschäftigen. Euer Vater weiß ja, daß ihr dies nötig habt. 2346#Lukas,12,31#31. Trachtet nur nach seinem Königreiche; dann soll euch dies-1- daneben auch zuteil werden. -1) das Irdische, das ihr nötig habt.++ 2347#Lukas,12,32#32. Sei ohne Furcht, du kleine Herde! Denn euerm Vater hat's gefallen, euch das Königreich zu geben. 2348#Lukas,12,33#33. Verkauft eure Habe und gebt sie hin als Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht veralten: erwerbt euch einen unerschöpflichen Schatz im Himmel, wo kein Dieb Zugang findet, wo keine Motte Zerstörung übt! 2349#Lukas,12,34#34. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. 2350#Lukas,12,35#35. Seid gegürtet an euern Hüften und erhaltet eure Lampen brennend-1-*! -1) Bild der Bereitschaft.++ 2351#Lukas,12,36#36. Denn ihr sollt Leuten gleichen, die auf die Rückkehr ihres Herrn von einer Hochzeit warten und ihm sofort zu öffnen haben, wenn er bei seiner Ankunft an die Tür klopft. 2352#Lukas,12,37#37. Wohl den Knechten, die der Herr bei seinem Kommen wachend findet! Wahrlich, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie zu Tische führen und dann herumgehn, um sie zu bedienen-1-. -1) noch in seiner königlichen Herrlichkeit will Jesus seinen treuen Knechten dienen.++ 2353#Lukas,12,38#38. Mag er in der zweiten-1-, mag er erst in der dritten Nachtwache-2- kommen: wohl ihnen, wenn er sie so* findet! -1) 9-12 Uhr nachts.   2) 12-3 Uhr morgens.++ 2354#Lukas,12,39#39. Das seht ihr ein: wenn ein Hausherr wüßte, zu welcher Stunde der Dieb käme, so [bliebe er wach und] ließe nicht in sein Haus einbrechen*. 2355#Lukas,12,40#40. So haltet auch ihr euch immerfort bereit; denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr es nicht vermutet!» 2356#Lukas,12,41#41. Da sprach Petrus: «Herr, gilt dies Gleichnis nur uns* oder auch allen andern?» 2357#Lukas,12,42#42. Der Herr antwortete: «Wäre doch jeder Verwalter-1- treu und klug, den ein Herr über seine Dienerschaft setzt, damit er jedem seine Speise gebe zu rechter Zeit! -1) gemeint ist jeder Aufseher und Vorsteher in dem Hause Gottes.++ 2358#Lukas,12,43#43. Wohl dem Knechte, den der Herr bei seiner Rückkehr also tätig findet! 2359#Lukas,12,44#44. Wahrlich, ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. 2360#Lukas,12,45#45. Denkt aber jener Knecht in seinem Herzen: ,Mein Herr bleibt noch lange weg'; fängt er dann an, die Knechte und die Mägde zu mißhandeln, auch zu schmausen, zu zechen und sich zu berauschen: 2361#Lukas,12,46#46. so wird sein Herr ihn überraschen an einem Tage, wo er's nicht vermutet, und zu einer Stunde, wo er's nicht erwartet. Dann wird er ihn blutig peitschen lassen und ihn an den Ort verweisen, wo die Treulosen sind. 2362#Lukas,12,47#47. Ein Knecht, der seines Herrn Willen kennt und trotzdem nicht nach seinem Willen alles vorbereitet und besorgt, soll viele Streiche leiden. 2363#Lukas,12,48#48. Wer aber nicht des Herrn Willen kennt und etwas tut, wofür er Züchtigung verdient, der soll die Peitsche nur wenig fühlen. Wer viel empfangen hat, von dem wird auch viel gefordert; und wem viel anvertraut worden ist, von dem wird um so mehr verlangt. 2364#Lukas,12,49#49. Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu schleudern. O, was wünschte ich mehr, als daß es schon brennte! 2365#Lukas,12,50#50. Zuvor aber muß ich eine Taufe erleiden-1-. Und wie sehne ich mich danach, daß sie vollzogen werde*! -1) die Leidens- und Todestaufe (Mk. 10,38).++ 2366#Lukas,12,51#51. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden zu stiften auf Erden? Nein, sage ich euch, sondern Zwietracht-1-. -1) eine Scheidung der Geister ist die nächste Folge des Kommens Jesu.++ 2367#Lukas,12,52#52. Denn von nun an werden fünf, die in demselben Hause wohnen, in Zwietracht miteinander leben: drei werden stehen gegen zwei und zwei gegen drei. 2368#Lukas,12,53#53. Der Vater wird in Feindschaft leben mit dem Sohne und der Sohn mit dem Vater, die Mutter mit der Tochter und die Tochter mit der Mutter, die Schwiegermutter mit der Schwiegertochter und die Schwiegertochter mit der Schwiegermutter.» 2369#Lukas,12,54#54. Dann sprach er zu dem Volke: «Seht ihr Gewölk im Westen aufsteigen, so sagt ihr alsbald: ,Es gibt Regen', und so geschieht es auch. 2370#Lukas,12,55#55. Und weht der Südwind, so sagt ihr: ,Es wird heiß', und so trifft's ein. 2371#Lukas,12,56#56. Ihr Heuchler, das Aussehen der Erde und des Himmels versteht ihr zu deuten; wie kommt es denn, daß ihr die Zeit, worin ihr lebt, nicht deuten könnt? 2372#Lukas,12,57#57. Warum könnt ihr nicht auch von selbst* zu einem rechten Urteil kommen*? 2373#Lukas,12,58#58. Wenn du mit deinem Gläubiger vor Gericht gehst, so gib dir noch unterwegs Mühe, dich gütlich mit ihm abzufinden. Sonst könnte er dich vor den Richter schleppen, und der Richter würde dich dann dem Gerichtsvollzieher übergeben-1-, und der Gerichtsvollzieher wird dich ins Schuldgefängnis werfen-2-. -1) um die Schuld einzutreiben.   2) wenn du nicht zahlen kannst.++ 2374#Lukas,12,59#59. Ich sage dir: Du kommst dort nicht eher heraus, als bis du den letzten Heller bezahlt hast-1-*.» -1) und das wird nie geschehen.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 13 -+ --- MENGE/Lukas 13 -+ --- ALBRECHT/Lukas 13 - 2375#Lukas,13,1#1. Zu der Zeit kamen einige Leute zu Jesus und erzählten ihm von den Galiläern, die Pilatus bei ihrem Opfer hatte niederhauen lassen-1-. -1) dies Ereignis ist unbekannt; es geschah in der Nähe des Brandopferaltars im Tempelvorhofe.++ 2376#Lukas,13,2#2. Da sagte er zu ihnen: «Meint ihr, diese Galiläer seien größre Sünder gewesen als alle andern Galiläer, weil sie ein solches Ende genommen haben? 2377#Lukas,13,3#3. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle ebenso schrecklich umkommen. 2378#Lukas,13,4#4. Meint ihr ferner, jene achtzehn, auf die der Turm am Teiche von Siloah-1- fiel und sie erschlug, seien ärgre Missetäter gewesen als alle andern Leute in Jerusalem? -1) im Südosten von Jerusalem. Auch dies Ereignis ist unbekannt.++ 2379#Lukas,13,5#5. Nein, sage ich euch; sondern wenn ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle ebenso furchtbar umkommen.» 2380#Lukas,13,6#6. Er erzählte ihnen dann dies Gleichnis: «Jemand hatte einen Feigenbaum in seinem Weinberge stehen-a-*. Er kam nun und suchte Frucht daran, doch fand er keine. -a) Jes. 5,1-7; Jer. 12,10; Mt. 21,33-46.++ 2381#Lukas,13,7#7. Da sprach er zu dem Weingärtner: ,Jetzt komme ich schon drei Jahre** und suche Frucht an diesem Feigenbaum und finde keine. Haue ihn ab; warum soll er noch den Platz wegnehmen?' 2382#Lukas,13,8#8. Aber der Weingärtner erwiderte: ,Herr, laß ihn auch dieses Jahr noch stehn; ich will erst noch einmal rings um ihn her das Land umgraben und düngen. 2383#Lukas,13,9#9. Vielleicht trägt er dann künftig doch noch Frucht. Wo nicht, so laß ihn umhauen!'» 2384#Lukas,13,10#10. Einst lehrte er am Sabbat in einem Versammlungshause. 2385#Lukas,13,11#11. Dort war eine Frau, die von einem (bösen) Geiste zu leiden hatte, der sie schon achtzehn Jahre lang mit Krankheit plagte: sie war dadurch verkrümmt und nicht imstande, sich völlig gerade aufzurichten. 2386#Lukas,13,12#12. Als Jesus sie erblickte, rief er sie zu sich und sprach zu ihr: «Weib, du bist von deiner Krankheit frei.» 2387#Lukas,13,13#13. Dann legte er ihr die Hände auf. Sofort ward sie wieder gerade und pries Gott. 2388#Lukas,13,14#14. Der Gemeindevorsteher aber war darüber ungehalten, daß Jesus am Sabbat heilte*, und darum sprach er zu den Leuten: «Sechs Wochentage gibt's, an denen man arbeiten soll; da kommt und laßt euch heilen, doch nicht am Sabbattage!» 2389#Lukas,13,15#15. Darauf erwiderte der Herr: «Ihr Heuchler, bindet nicht ein jeder unter euch am Sabbat seinen Ochsen oder Esel von der Krippe los und führt ihn hin zur Tränke? 2390#Lukas,13,16#16. Und da sollte diese Frau, eine Tochter Abrahams, die der Satan nun schon achtzehn Jahre lang gebunden hat, nicht am Sabbattage von ihrer Fessel befreit werden dürfen?» 2391#Lukas,13,17#17. Bei diesen Worten schämten sich alle seine Widersacher; das ganze Volk aber freute sich über alle seine herrlichen Taten. 2392#Lukas,13,18#18. Dann sprach er: «Wem ist das Königreich Gottes gleich, und unter welchem Bilde soll ich's darstellen? 2393#Lukas,13,19#19. Es ist wie ein Senfkorn, das einer nimmt und in seinen Garten sät; das wächst und wird zu einem großen Baume, und die Vögel des Himmels nisten in seinen Zweigen.» 2394#Lukas,13,20#20. Ferner sagte er: «Unter welchem Bilde soll ich das Königreich Gottes darstellen? 2395#Lukas,13,21#21. Es ist wie ein Sauerteig, den eine Frau nimmt und ihn so lange in drei Scheffel Weizenmehl knetet, bis der ganze Teig durchsäuert ist.» 2396#Lukas,13,22#22. So wanderte er, die Leute lehrend, von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf und zog weiter nach Jerusalem. 2397#Lukas,13,23#23. Einst fragte ihn jemand: «Herr, soll wirklich nur eine kleine Schar gerettet werden*?» Da sprach er zu den Anwesenden: 2398#Lukas,13,24#24. «Setzt alle Kraft daran, durch die enge Pforte einzugehen-1-! Denn viele, das sage ich euch, werden in das Haus zu kommen suchen und es doch nicht können. -1) in das Haus des Gottesreiches (Mt. 7,13.14).++ 2399#Lukas,13,25#25. Hat sich der Hausherr-1- erhoben und die Tür verschlossen-a-, und ihr klopft dann erst draußen an die Tür und ruft: ,Herr, tue uns auf!', so wird er euch antworten: ,Ihr gehört nicht hierher*.' -1) Jesus.   a) Mt. 25,10-12.++ 2400#Lukas,13,26#26. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: ,Wir haben doch vor deinen Augen gegessen und getrunken, und auf unsern öffentlichen Plätzen hast du uns belehrt-1-!' -1) du mußt uns deshalb doch kennen.++ 2401#Lukas,13,27#27. Er aber wird euch erwidern: ,Ich wiederhole: ihr gehört nicht hierher; weicht von mir, all ihr Übeltäter!' 2402#Lukas,13,28#28. Da wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht, wie Abraham, Isaak und Jakob und die Propheten alle im Königreiche Gottes sind, während ihr hinausgewiesen werdet. 2403#Lukas,13,29#29. Von Ost und West, von Nord und Süd werden die Leute-1- kommen und sich im Königreiche Gottes zum Mahle niederlassen. -1) die Heiden.++ 2404#Lukas,13,30#30. Denn solche, die jetzt die Letzten sind, werden die Ersten sein, und solche, die jetzt die Ersten sind, werden die Letzten sein-a-*.» -a) Mt. 8,11.13; 19,30.++ 2405#Lukas,13,31#31. Zu der Stunde traten einige Pharisäer zu ihm und sagten: «Geh weg aus dieser Gegend, denn Herodes-1-* will dich töten lassen!» -1) Herodes Antipas, der Mörder Johannes des Täufers.++ 2406#Lukas,13,32#32. Er antwortete ihnen: «Geht hin und meldet diesem Fuchse*: Sieh, heute noch und morgen treibe ich böse Geister aus und heile Kranke, und erst übermorgen bin ich damit fertig*. 2407#Lukas,13,33#33. Freilich muß ich heute und auch morgen noch und übermorgen wandern*; denn es ist undenkbar, daß ein Prophet anderswo als in Jerusalem ums Leben komme*. 2408#Lukas,13,34#34. Jerusalem, Jerusalem, du tötest die Propheten und steinigst Gottes Boten! Wie oft habe ich deine Kinder um mich sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel sammelt! Doch ihr habt nicht gewollt! 2409#Lukas,13,35#35. Drum soll euch euer Haus verlorengehn-1-. Ich sage euch: Ihr sollt mich nicht mehr sehn, bis einst die Zeit kommt, da ihr ruft: ,Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn!'-a-» -1) ein Hinweis auf die Zerstörung des Tempels. a) Ps. 118,26.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 14 -+ --- MENGE/Lukas 14 -+ --- ALBRECHT/Lukas 14 - 2410#Lukas,14,1#1. An einem Sabbat ging er in das Haus eines Gemeindevorstehers, der zu den Pharisäern gehörte, um an einem Mahle teilzunehmen. Alle Tischgenossen sahen scharf auf ihn. 2411#Lukas,14,2#2. Plötzlich stand ein Wassersüchtiger vor ihm-1-. -1) den der Pharisäer ws. herbestellt hatte.++ 2412#Lukas,14,3#3. Da nahm Jesus das Wort und sprach zu den Gesetzeslehrern und Pharisäern: «Darf man am Sabbat heilen oder nicht?» 2413#Lukas,14,4#4. Sie schwiegen. Nun faßte er den Kranken bei der Hand, heilte ihn und ließ ihn gehen. 2414#Lukas,14,5#5. Dann fragte er die Versammelten: «Zieht nicht jeder unter euch, dem am Sabbattage sein Esel oder sein Ochs in einen Brunnen fällt, ihn ohne weiteres sofort heraus?» 2415#Lukas,14,6#6. Darauf konnten sie ihm keine Antwort geben. 2416#Lukas,14,7#7. Als er bemerkte, wie sich die geladnen Gäste nach den ersten Plätzen drängten, trug er ihnen ein Gleichnis vor: 2417#Lukas,14,8#8. «Wenn dich jemand zu einem Hochzeitsmahle lädt, so setze dich nicht obenan! Es könnte einer geladen sein, der vornehmer wäre als du. 2418#Lukas,14,9#9. Dann käme der Gastgeber, der euch beide geladen hat, und spräche zu dir: ,Mache diesem Platz!' Und du müßtest nun beschämt untenan sitzen. 2419#Lukas,14,10#10. Wirst du geladen, so gehe vielmehr und setze dich untenan! Dann wird der Gastgeber kommen und dich auffordern: ,Freund, rücke weiter hinauf!' Das wird dir eine Ehre sein vor allen deinen Tischgenossen-a-. -a) Spr. 25,6.7.++ 2420#Lukas,14,11#11. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden-a-.» -a) Mt. 23,12.++ 2421#Lukas,14,12#12. Zu dem Gastgeber sprach er dann: «Richtest du ein Mahl aus am Mittag oder Abend, so lade nicht deine Freunde, deine Brüder, deine Verwandten und deine reichen Nachbarn dazu ein! Die laden dich sonst wieder ein, und so wird dir Gleiches mit Gleichem vergolten. 2422#Lukas,14,13#13. Sondern wenn du jemand bewirten willst, so rufe Arme, Krüppel, Lahme und Blinde zu deiner Tafel-1-! -1) die Krüppel, Lahmen und Blinden bevölkerten von jeher die Straßen und Gassen des Morgenlandes.++ 2423#Lukas,14,14#14. Dann bist du glücklich zu preisen; denn diese Leute können es dir nicht wiedervergelten. Es soll dir aber vergolten werden bei der Auferstehung der Gerechten*.» 2424#Lukas,14,15#15. Bei diesen Worten sprach einer von den Gästen zu ihm: «Heil dem, der einst teilnehmen darf an dem Mahle in Gottes Königreich!» 2425#Lukas,14,16#16. Darauf versetzte Jesus: «Jemand wollte eine große Abendmahlzeit geben und lud-1- viele dazu ein. -1) schon geraume Zeit vorher.++ 2426#Lukas,14,17#17. Als dann der Tag des Mahles kam, sandte er seinen Knecht zu den geladnen Gästen mit der Botschaft: ,Kommt, es ist nun angerichtet-1-!' -1) eine alte rabbinische Nachricht sagt: Die vornehmen Einwohner Jerusalems gingen nicht eher zu einem Mahle, als bis sie mehrfach eingeladen waren.++ 2427#Lukas,14,18#18. Da begannen alle ohne Ausnahme sich zu entschuldigen. Der erste sprach zu ihm: ,Ich habe einen Acker gekauft und muß notwendig hingehn und ihn besichtigen; ich bitte dich: sieh mich als entschuldigt an.' 2428#Lukas,14,19#19. Ein andrer sagte: ,Ich habe fünf Paar Ochsen gekauft und will nun gerade hingehn, um sie mir anzusehn; ich bitte dich: sieh mich als entschuldigt an.' 2429#Lukas,14,20#20. Ein dritter sprach: ,Ich habe mich eben verheiratet; darum kann ich nicht kommen.' 2430#Lukas,14,21#21. Der Knecht kam zurück und meldete das alles seinem Herrn. Da ward der Hausherr zornig und sprach zu seinem Knechte: ,Lauf schnell auf die Plätze und Straßen der Stadt und bring die Armen, die Krüppel, die Blinden und Lahmen her!' 2431#Lukas,14,22#22. Der Knecht berichtete dann: ,Herr, dein Befehl ist ausgeführt; aber es ist noch Platz vorhanden.' 2432#Lukas,14,23#23. Da sprach der Herr zu dem Knechte: ,Geh auf die Feldwege und an die Zäune* und rede den Leuten, die dort sind, eindringlich zu hierherzukommen, damit mein Haus sich fülle!' 2433#Lukas,14,24#24. Denn das sage ich euch: Keiner von den Männern, die zuerst geladen waren, soll mein Mahl genießen-a-**.» -a) vgl. V. 16-24 mit Mt. 22,2-10.++ 2434#Lukas,14,25#25. Große Scharen folgten ihm auf seiner Wanderung. An die wandte er sich mit den Worten: 2435#Lukas,14,26#26. «Wer zu mir kommt und nicht aufgibt-1- Vater und Mutter, Weib und Kinder, Brüder und Schwestern, dazu sein eignes Leben, der kann nicht mein Jünger sein. -1) w: «haßt».++ 2436#Lukas,14,27#27. Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, der kann nicht mein Jünger sein*. 2437#Lukas,14,28#28. Will einer von euch einen Turm bauen, setzt er sich dann nicht erst hin und berechnet die Kosten, damit er wisse, ob er auch die Mittel hat, den Bau ganz auszuführen? 2438#Lukas,14,29#29. Es könnte sonst geschehen, daß er nach der Grundlegung nicht imstande wäre, das Werk zu vollenden. Dann aber würden alle, die es sehen, anfangen, über ihn zu spotten 2439#Lukas,14,30#30. und zu sagen: ,Dieser Mensch hat einen Bau begonnen, aber er hat ihn nicht zu Ende führen können.' 2440#Lukas,14,31#31. Oder wenn ein König mit einem andern Könige Krieg anfangen will, setzt er sich dann nicht erst hin und überlegt, ob er imstande ist, mit zehntausend Mann dem die Spitze zu bieten, der gegen ihn rückt mit zwanzigtausend? 2441#Lukas,14,32#32. Wo nicht, so schickt er eine Gesandtschaft an ihn, solange er noch ferne ist, und sucht Friedensverhandlungen einzuleiten. 2442#Lukas,14,33#33. So kann auch keiner von euch mein Jünger sein, der nicht auf alles, was er hat, verzichtet*. 2443#Lukas,14,34#34. Das Salz ist etwas Gutes. Wird aber das Salz fade, womit soll man ihm dann seine Würzkraft wiedergeben? 2444#Lukas,14,35#35. Es ist weder für das Land noch für den Düngerhaufen brauchbar; man wirft es weg*. Wer Ohren hat zu hören, der höre!»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 15 -+ --- MENGE/Lukas 15 -+ --- ALBRECHT/Lukas 15 - 2445#Lukas,15,1#1. Überall pflegten sich die Zöllner und andre verrufene Leute an ihn heranzudrängen, um ihn zu hören. 2446#Lukas,15,2#2. Darüber waren die Pharisäer und die Schriftgelehrten unwillig. «Dieser Mann», so sprachen sie, «verkehrt ja mit offenbaren Sündern und läßt sich sogar von ihnen zu Tische laden.» 2447#Lukas,15,3#3. Darauf antwortete ihnen Jesus durch dies Gleichnis: 2448#Lukas,15,4#4. «Wenn einer von euch hundert Schafe hat und eins davon kommt ihm abhanden, läßt er dann nicht die neunundneunzig auf der Weide und sucht nach dem verirrten, bis er's findet? 2449#Lukas,15,5#5. Und hat er es gefunden, so nimmt er's voller Freude auf seine Schulter. 2450#Lukas,15,6#6. Kommt er dann nach Hause, so ruft er seine Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: ,Freut euch mit mir, denn ich habe mein verirrtes Schaf wiedergefunden.' 2451#Lukas,15,7#7. Ich sage euch: Ebenso ist auch im Himmel über einen einzigen Sünder, der von seinem Irrweg umkehrt, größre Freude als über neunundneunzig Gerechte, die keine Bekehrung nötig haben-a-*. -a) vgl. Mt. 18,12-14.++ 2452#Lukas,15,8#8. Oder wenn eine Frau zehn Silberlinge-1- hat und sie verliert einen, zündet sie dann nicht ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Sorgfalt, bis sie ihn findet? -1) w: zehn Drachmen. Eine gr. -+Drachme- galt so viel wie ein röm. -+Denar-.++ 2453#Lukas,15,9#9. Und hat sie ihn gefunden, so ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen zusammen und spricht: ,Freut euch mit mir, denn ich habe den verlornen Silberling wiedergefunden.' 2454#Lukas,15,10#10. Ebenso, sage ich euch, herrscht Freude bei den Engeln Gottes über einen einzigen Sünder, der sich bekehrt.» 2455#Lukas,15,11#11. Weiter sprach er: «Ein Mann hatte zwei Söhne. 2456#Lukas,15,12#12. Der jüngste sprach zu seinem Vater: ,Vater, gib mir das Erbteil, das mir zukommt-a-*.' Da teilte der Vater das Vermögen unter sie. -a) 5.Mo. 21,17.++ 2457#Lukas,15,13#13. Bald darauf nahm der jüngste Sohn all sein Gut zusammen und zog in ein fernes Land. Dort brachte er sein Vermögen in einem liederlichen Leben durch. 2458#Lukas,15,14#14. Als er alles ausgegeben hatte, entstand in jenem Lande eine schwere Hungersnot. Da fing er an zu darben. 2459#Lukas,15,15#15. Er ging hin und trat in Dienst bei einem Bürger jenes Landes. Der schickte ihn auf seine Felder, um die Schweine zu hüten*. 2460#Lukas,15,16#16. Da hätte er sich gern sattgegessen an den Schoten-1-*, die die Schweine fraßen; doch niemand gab sie ihm*. -1) gemeint sind die Schoten des Johannisbrotbaumes. Ein rabbinischer Ausspruch lautet: «Wenn der Jude Johannisbrot essen muß, dann tut er Buße.»++ 2461#Lukas,15,17#17. Da kam er zur Besinnung und sprach: ,Wieviel Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluß, und ich muß hier verhungern! 2462#Lukas,15,18#18. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehn und zu ihm sagen: ,Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel-1- und wider dich; -1) gegen Gott.++ 2463#Lukas,15,19#19. ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; behandle mich wie einen deiner Tagelöhner.' 2464#Lukas,15,20#20. Er machte sich nun auf den Weg zu seinem Vater. Als er noch weit entfernt war, sah ihn schon sein Vater kommen, und voll Mitleid eilte er ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. 2465#Lukas,15,21#21. Da sprach der Sohn zu ihm: ,Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und wider dich; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen.' 2466#Lukas,15,22#22. Doch der Vater befahl seinen Knechten: ,Holt schnell ein Festgewand - das allerbeste - und legt's ihm an; steckt einen Ring an seine Hand und zieht ihm Schuhe an die Füße! 2467#Lukas,15,23#23. Dann holt das Mastkalb her und schlachtet es: laßt uns ein Festmahl halten und fröhlich sein! 2468#Lukas,15,24#24. Denn dieser mein Sohn war tot-1- und ist wieder lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden.' Und sie begannen ein Freudenmahl. -1) in Sünde.++ 2469#Lukas,15,25#25. Der älteste Sohn war gerade auf dem Felde. Als er nun heimkam und sich dem Hause näherte, hörte er Spiel und Tanz. 2470#Lukas,15,26#26. Da rief er einen von den Knechten und fragte ihn, was das bedeute. 2471#Lukas,15,27#27. Der sagte ihm: ,Dein Bruder ist zurückgekommen; da hat dein Vater das Mastkalb geschlachtet, weil er ihn gesund wiederhat.' 2472#Lukas,15,28#28. Da ward er zornig und wollte nicht hineingehn. Da kam sein Vater heraus und redete ihm zu. 2473#Lukas,15,29#29. Er aber antwortete dem Vater: ,So viele Jahre schon diene ich dir wie ein leibeigner Knecht, und nie habe ich gegen dein Gebot gehandelt. Doch noch kein einzigmal hast du mir einen jungen Ziegenbock geschenkt, damit ich ein frohes Mahl mit meinen Freunden hielte. 2474#Lukas,15,30#30. Jetzt aber, wo dieser dein Sohn heimkommt, der dein Hab und Gut im Verkehr mit Dirnen vergeudet hat, da hast du ihm das Mastkalb schlachten lassen*.' 2475#Lukas,15,31#31. Der Vater sprach zu ihm: ,Mein Kind, du bist ja immer bei mir, und alles, was mir gehört, gehört auch dir. 2476#Lukas,15,32#32. Aber jetzt sollte doch lauter Freude herrschen; denn dieser dein Bruder war tot und ist lebendig geworden, er war verloren und ist wiedergefunden worden*.'»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 16 -+ --- MENGE/Lukas 16 -+ --- ALBRECHT/Lukas 16 - 2477#Lukas,16,1#1. Dann sprach er zu seinen Jüngern: «Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Über den wurde ihm hinterbracht, er verschwende ihm sein Vermögen*. 2478#Lukas,16,2#2. Da ließ er ihn rufen und sprach zu ihm: ,Was muß ich von dir hören? Leg mir Rechnung ab von deiner Tätigkeit! Denn du kannst nicht länger in meinem Dienste bleiben*.' 2479#Lukas,16,3#3. Da überlegte der Verwalter: ,Was soll ich machen, da mir mein Herr die Stelle nimmt? Zur Feldarbeit fehlt mir die Kraft, zum Betteln bin ich zu stolz. 2480#Lukas,16,4#4. Ich weiß schon, was ich tue, damit ich Leute finde, die mich nach meiner Entlassung in ihre Häuser aufnehmen.' 2481#Lukas,16,5#5. Er ließ nun alle Schuldner seines Herrn einzeln zu sich kommen. Den ersten fragte er: ,Wieviel bist du meinem Herrn schuldig?' 2482#Lukas,16,6#6. Der gab zur Antwort: ,Hundert Eimer-1- Öl.' Er sprach zu ihm: ,Hier ist dein Schuldschein; setz dich hin und schreib schnell: fünfzig!' -1) w: 100 Bat; ein Bat ist ungefähr 40 Liter.++ 2483#Lukas,16,7#7. Dann fragte er einen andern: ,Wieviel bist du schuldig?' Der sagte: ,Hundert Malter-1- Weizen.' Zu dem sprach er: ,Hier ist dein Schuldschein, schreibe: achtzig*!' -1) w: 100 Kor; ein Kor = zehn Bat.++ 2484#Lukas,16,8#8. Und der Herr-1- lobte seinen betrügerischen Verwalter, weil er klug gehandelt habe. Denn die Kinder dieser Weltzeit sind im Verkehr mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts-a-*. -1) selbstverständlich nicht der Herr Jesus, sondern der Herr des Verwalters.   a) vgl. Röm. 12,2.++ 2485#Lukas,16,9#9. Auch ich sage euch*: Macht euch Freunde-1- mit dem Gelde, an dem oft so viel Unrecht klebt-2-*, damit ihr bei dem Scheiden aus dieser Welt* in den ewigen Wohnungen Aufnahme findet. -1) durch Wohltun.   2) w: mit dem Mammon (Mt. 6,24) der Ungerechtigkeit.++ 2486#Lukas,16,10#10. Wer im Kleinsten treu ist, der ist auch im Großen treu**; und wer im Kleinsten untreu ist, der ist es auch im Großen. 2487#Lukas,16,11#11. Seid ihr nun untreu in dem irdischen Geld und Gut, an dem doch so viel Unrecht klebt, wer wird euch dann die wahren-1- Schätze anvertrauen? -1) geistlichen, himmlischen.++ 2488#Lukas,16,12#12. Und geht ihr nicht treu mit fremdem Gute-1- um, wer wird euch dann das geben, was euch gehört-2-? -1) d.h. mit dem irdischen Gute, das dem wahren Wesen und der himmlischen Bestimmung der Jünger Jesu innerlich fremd ist.   2) als euer bleibendes ewiges Eigentum.++ 2489#Lukas,16,13#13. Kein Knecht kann zwei Herren dienen. Denn er wird den einen hassen und den andern lieben oder doch dem einen anhangen und gering von dem andern denken. Ihr könnt nicht Gott und zugleich dem Gelde dienen.» 2490#Lukas,16,14#14. Dies alles hörten die Pharisäer, die das Geld liebhatten, und sie spotteten über ihn. 2491#Lukas,16,15#15. Da sprach er zu ihnen: «Ihr seid Leute, die vor den Menschen mit ihrer Frömmigkeit großtun; Gott aber durchschaut eure Herzen. Denn was die Menschen hochhalten-1-, das ist ein Greuel vor Gott. -1) die scheinbare Gerechtigkeit der Pharisäer.++ 2492#Lukas,16,16#16. Das Gesetz und die Propheten-1- schließen mit Johannes ab; seitdem wird die Frohe Botschaft von Gottes Königreich verkündigt, und jeder-2- sucht hineinzustürmen. -1) d.h. die Tage des Alten Bundes.   2) vor allen die Zöllner und andre von den Pharisäern verachtete Leute.++ 2493#Lukas,16,17#17. Doch es ist leichter möglich, daß Himmel und Erde vergehn, als daß von dem Gesetze ein einziger Strich hinfällig werde. 2494#Lukas,16,18#18. Wer sein Weib entläßt und eine andre heiratet, der begeht einen Ehebruch; und wer eine von ihrem Mann entlassene Frau zum Weibe nimmt, der begeht damit auch einen Ehebruch*. 2495#Lukas,16,19#19. Es war einmal ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und feine Leinwand und lebte alle Tage herrlich und in Freuden. 2496#Lukas,16,20#20. Ein Armer aber mit Namen Lazarus-1- lag vor seiner Tür. Der war bedeckt mit Schwären -1) d.h. Gotthilf.++ 2497#Lukas,16,21#21. und sehnte sich danach, mit dem Abfall von des Reichen Tische seinen Hunger zu stillen. Sogar die Straßenhunde kamen und beleckten seine Schwären*. 2498#Lukas,16,22#22. Da starb der Arme und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen*. Auch der Reiche starb und ward begraben. 2499#Lukas,16,23#23. Als er nun im Totenreiche Qualen litt, hob er seine Augen auf: da sah er Abraham in weiter Ferne und Lazarus in seinen Armen. 2500#Lukas,16,24#24. Da rief er: ,Vater Abraham, erbarme dich mein und sende Lazarus, daß er seine Fingerspitze mit Wasser netze und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein hier in der Feuerglut!' 2501#Lukas,16,25#25. Abraham aber antwortete: ,Mein Sohn, bedenke: du hast die Güter, die dir begehrenswert erschienen, schon in deinem Erdenleben empfangen*; Lazarus dagegen sind in seiner Lebenszeit die Leiden zuteil geworden. Jetzt wird er hier getröstet, und du leidest Pein. 2502#Lukas,16,26#26. Überdies liegt zwischen uns und euch auch eine weite Kluft: die soll den Weg für alle, die von hier zu euch hinüberwollen, unmöglich machen und ebenso den Weg von euch zu uns.' 2503#Lukas,16,27#27. Da sagte er: ,So bitte ich dich, Vater, sende ihn in meines Vaters Haus! 2504#Lukas,16,28#28. Denn ich habe noch fünf Brüder; die soll er ernstlich warnen, damit sie nicht auch an diesen Ort der Qual geraten.' 2505#Lukas,16,29#29. Abraham erwiderte: ,Sie haben Mose und die Propheten-1-; auf die sollen sie hören.' -1) das Wort Gottes in den heiligen Urkunden Israels.++ 2506#Lukas,16,30#30. Er aber sprach: ,Nein, Vater Abraham*; sondern wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, dann werden sie sich bekehren.' 2507#Lukas,16,31#31. Da antwortete ihm Abraham: ,Hören sie nicht auf Mose und die Propheten, so lassen sie sich auch nicht überzeugen, wenn einer von den Toten aufersteht*.'»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 17 -+ --- MENGE/Lukas 17 -+ --- ALBRECHT/Lukas 17 - 2508#Lukas,17,1#1. Jesus sprach dann weiter zu seinen Jüngern-1-: «Verführungen sind zwar unvermeidlich; doch wehe dem, durch den sie kommen! -1) nicht wie Lk. 16,15-31 zu den Pharisäern.++ 2509#Lukas,17,2#2. Es wäre für ihn besser, er läge in des Meeres Tiefe mit einem Mühlstein um den Hals, als daß er eins der Kinder, die hier stehn, zur Sünde verführte. 2510#Lukas,17,3#3. Hütet euch davor-1-! Sündigt dein Bruder, so weise ihn ernst zurecht; und wenn er es bereut, vergib ihm! -1) andre zu verführen.++ 2511#Lukas,17,4#4. Ja wenn er sich siebenmal an einem Tage gegen dich versündigte und er käme siebenmal zu dir zurück und spräche: ,Es tut mir leid', so sollst du ihm vergeben.» 2512#Lukas,17,5#5. Da baten die Apostel den Herrn: «Gib uns mehr Glauben!» 2513#Lukas,17,6#6. Der Herr antwortete: «Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, so sprächet ihr zu diesem Maulbeerbaume: ,Entwurzle dich und verpflanze dich ins Meer!' -, und er gehorchte euch. 2514#Lukas,17,7#7. Wer von euch sagt zu seinem Acker- oder Hüteknecht, wenn er vom Felde heimkehrt: ,Geschwind komm her und geh zu Tisch'? 2515#Lukas,17,8#8. Wird er ihm nicht vielmehr befehlen: ,Mach mir mein Abendessen fertig, schürze dich und bediene mich, bis ich gegessen und getrunken habe - dann halte du dein Mahl'? 2516#Lukas,17,9#9. Dankt er etwa dem Knechte, weil er getan hat, was ihm befohlen worden ist? 2517#Lukas,17,10#10. Ebenso auch ihr: Habt ihr alles ausgeführt, was euch aufgetragen worden ist, so denkt: wir haben als Knechte kein Verdienst; wir haben nur getan, was wir zu tun schuldig waren.» 2518#Lukas,17,11#11. Auf seiner Wanderung nach Jerusalem zog er längs der Grenze zwischen Samaria und Galiläa-1-. -1) Jesus reiste ostwärts bis an den Jordan und kam dann am Jordan hinunter nach Jericho.++ 2519#Lukas,17,12#12. Als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer: die blieben von weitem stehen-1- -1) ein Aussätziger mußte sich vier Ellen, nach and. 100 Ellen entfernt halten und hatte in der Synagoge einen bes. Platz.++ 2520#Lukas,17,13#13. und riefen laut: «Jesus, Meister, erbarme dich unser!» 2521#Lukas,17,14#14. Als er sie erblickte, sagte er zu ihnen: «Geht hin und zeiget euch den Priestern-a-!» Während sie hingingen, wurden sie rein. -a) Lk. 5,14.++ 2522#Lukas,17,15#15. Aber einer von ihnen kam zurück, als er sich geheilt sah: er pries Gott mit lauter Stimme, 2523#Lukas,17,16#16. warf sich zu Jesu Füßen auf sein Angesicht und dankte ihm. Das war ein Samariter. 2524#Lukas,17,17#17. Da fragte Jesus: «Sind nicht alle zehn gesund geworden? Wo sind denn die andern neun? 2525#Lukas,17,18#18. Hat sich sonst keiner gefunden, der zurückkäme, um Gott die Ehre zu geben, als dieser Fremdling?» 2526#Lukas,17,19#19. Und er sprach zu ihm: «Steh auf und geh! Dein Glaube hat dich gesund gemacht.» 2527#Lukas,17,20#20. Einst fragten ihn die Pharisäer: «Wann kommt Gottes Königreich?» Er antwortete ihnen: «Gottes Königreich kommt ganz ohne äußeres Aufsehn-1-. -1) die Juden erwarteten einen Messias, der mit irdischer Macht und Herrlichkeit auftreten werde.++ 2528#Lukas,17,21#21. Man kann auch nicht sagen: ,Hier ist es oder dort.' Denn wisset: Gottes Königreich ist schon mitten unter euch-1-*.» -1) weil Jesus, der König des Gottesreiches, unter ihnen wirkte.++ 2529#Lukas,17,22#22. Dann sagte er zu seinen Jüngern: «Die Zeit wird kommen, wo ihr euch danach sehnt, nur einen von den Tagen des Menschensohnes zu erleben*; doch ihr sollt ihn nicht erleben. 2530#Lukas,17,23#23. Dann wird man zu euch sagen: ,Seht dort, seht hier (ist der Messias-a-)!' Geht nicht hin, lauft solchen Leuten nicht nach-b-! -a) Mt. 24,23.   b) Mt. 24,26.++ 2531#Lukas,17,24#24. Denn wie der Blitz aufleuchtet und am Himmel hin- und herzuckt, so wird der Menschensohn an seinem Tage sein-1-. -1) so plötzlich und sichtbar wird er erscheinen (Mt. 24,27).++ 2532#Lukas,17,25#25. Zuvor aber-1- muß er viel leiden und von dem gegenwärtigen Geschlecht verworfen werden. -1) ehe er als König offenbar wird.++ 2533#Lukas,17,26#26. Wie es in Noahs Tagen zuging, so wird's auch zugehn in des Menschensohnes Tagen: 2534#Lukas,17,27#27. man aß und trank, man nahm zur Ehe und gab zur Ehe bis zu dem Tage, als Noah in die Arche ging. Dann brach die Flut herein und vertilgte alle. 2535#Lukas,17,28#28. Ganz ebenso ging's in den Tagen Lots: man aß und trank, man kaufte und verkaufte, man pflanzte und baute. 2536#Lukas,17,29#29. Doch an dem Tage, wo Lot aus Sodom ging, fiel ein Feuer- und Schwefelregen vom Himmel und vertilgte alle. 2537#Lukas,17,30#30. So wird's auch an dem Tage sein, an dem der Menschensohn sich offenbart. 2538#Lukas,17,31#31. Wer an jenem Tage auf dem Dache ist und sein Gerät im Hause liegen hat, der soll nicht erst hinuntergehen und es holen; und ebenso: wer draußen auf dem Felde ist, der kehre nicht zurück in seine Wohnung. 2539#Lukas,17,32#32. Denkt an Lots Weib-a-! -a) 1.Mo. 19,26.++ 2540#Lukas,17,33#33. Wer sein Leben zu erhalten sucht, der wird's verlieren; und wer's verliert, der wird es sich bewahren-a-. -a) Lk. 9,24.++ 2541#Lukas,17,34#34. Ich sage euch: In jener Nacht werden zwei Männer auf einem Lager ruhn: der eine wird mitgenommen, der andre bleibt zurück. 2542#Lukas,17,35#35. Zwei Frauen werden miteinander mahlen: die eine wird mitgenommen, die andre bleibt zurück.» 2543#Lukas,17,36#36. -hier sind in manchen Hs. als V. 36 die Worte eingefügt: eingefügt: «Zwei Männer werden auf demselben Acker arbeiten: der eine wird mitgenommen, der andre bleibt zurück.» (Mt. 24,40).++ 2544#Lukas,17,37#37. Da fragten ihn die Jünger: «Wo, Herr (finden wir dann Zuflucht)-1-?» Er antwortete ihnen: «Wo der Leichnam ist, da versammeln sich auch die Geier*.» -1) wo ist die Zufluchtsstätte, die Arche und das Zoar (1.Mo. 19,19-22) der Endzeit?++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 18 -+ --- MENGE/Lukas 18 -+ --- ALBRECHT/Lukas 18 - 2545#Lukas,18,1#1. Er erzählte ihnen ferner ein Gleichnis, um ihnen zu zeigen, daß sie allezeit beten müßten und dabei nie den Mut verlieren dürften. 2546#Lukas,18,2#2. «In einer Stadt», so sagte er, «war einst ein Richter, der kannte keine Gottesfurcht und keine Scheu vor Menschen-a-. -a) vgl. Jes. 1,23.++ 2547#Lukas,18,3#3. Nun lebte eine Witwe in jener Stadt, die kam oft zu ihm und bat ihn: ,Hilf mir zu meinem Rechte gegen meinen Widersacher!' 2548#Lukas,18,4#4. Eine Zeitlang wollte er nicht. Dann aber dachte er bei sich: ,Sind mir auch Gottesfurcht und Scheu vor Menschen fremd, 2549#Lukas,18,5#5. so will ich dieser Witwe doch zu ihrem Recht verhelfen, weil sie mir keine Ruhe läßt. Sonst kommt sie immer wieder und peinigt mich-1-.'» -1) w: «Damit sie nicht am Ende komme und mir das Gesicht zerkratze.»++ 2550#Lukas,18,6#6. «Hört», fuhr der Herr dann fort, «was hier der ungerechte Richter sagt! 2551#Lukas,18,7#7. Sollte Gott da nicht viel mehr seinen Auserwählten zu ihrem Recht verhelfen, wenn sie zu ihm rufen Tag und Nacht? Sollte er da zaudern, sie zu retten? 2552#Lukas,18,8#8. Ich sage euch: Er wird ihnen schnell zu ihrem Recht verhelfen. Doch wird der Menschensohn bei seiner Wiederkunft auf Erden auch das volle Maß des Glaubens finden*?» 2553#Lukas,18,9#9. Im Blick auf Leute, die auf ihre eigene Frömmigkeit vertrauten und dabei die anderen verachteten, erzählte er dieses Gleichnis: 2554#Lukas,18,10#10. «Zwei Männer gingen in den Tempel, um zu beten: der eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. 2555#Lukas,18,11#11. Der Pharisäer trat (selbstgefällig) hin und betete in seinem Herzen: ,Gott, ich danke dir, daß ich nicht bin wie die andern Menschen: ich bin kein Räuber, kein Betrüger, kein Ehebrecher, ich bin auch nicht wie jener Zöllner dort. 2556#Lukas,18,12#12. Ich faste zweimal in der Woche-1- und gebe den Zehnten von meinem ganzen Einkommen*.' -1) jeden Montag und Donnerstag.++ 2557#Lukas,18,13#13. Der Zöllner aber blieb im Hintergrunde stehn, er wagte nicht einmal die Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug an seine Brust und sprach: ,Gott, sei mir Sünder gnädig!' 2558#Lukas,18,14#14. Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt nach Hause, der andre nicht. Denn wer sich selbst erhöhet, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöhet werden-a-.» -a) Lk. 14,11; Mt. 23,12.++ 2559#Lukas,18,15#15. Einst brachten die Leute ihre unmündigen Kinder-1- zu ihm, damit er sie (segnend) berühre. Als die Jünger das sahen, fuhren sie die Leute mit harten Worten an. -1) die noch nicht gehen konnten.++ 2560#Lukas,18,16#16. Jesus aber rief die Kinder zu sich und sprach: «Laßt die kleinen Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn gerade ihnen ist Gottes Königreich bestimmt. 2561#Lukas,18,17#17. Wahrlich, ich sage euch: Wer Gottes Königreich nicht annimmt wie ein Kind, der kommt sicher nicht hinein.» 2562#Lukas,18,18#18. Es fragte ihn ein Gemeindevorsteher-a-: «Guter Meister, was muß ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?» -a) Lk. 8,41.++ 2563#Lukas,18,19#19. Jesus antwortete ihm: «Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein. 2564#Lukas,18,20#20. Du kennst doch die Gebote: ,Du sollst nicht ehebrechen, nicht morden, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis ablegen! Ehre Vater und Mutter-a-!'» -a) 2.Mo. 20,12-16; 5.Mo. 5,16-20.++ 2565#Lukas,18,21#21. Er sprach zu ihm: «Dies alles habe ich von Jugend auf erfüllt.» 2566#Lukas,18,22#22. Darauf erwiderte ihm Jesus: «Eins fehlt dir noch: verkaufe deine ganze Habe und verteile den Erlös an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir!» 2567#Lukas,18,23#23. Bei diesen Worten ward er sehr betrübt, denn er war außerordentlich reich. 2568#Lukas,18,24#24. Als Jesus ihn so traurig sah, da sprach er: «Wie schwer ist doch für die Begüterten der Eingang in Gottes Königreich! 2569#Lukas,18,25#25. Ein Kamel kommt leichter durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes Königreich.» 2570#Lukas,18,26#26. Darauf sagten die Zuhörer: «Ja, wer kann dann überhaupt gerettet werden?» 2571#Lukas,18,27#27. Er erwiderte: «Was für Menschen unmöglich ist, das ist möglich für Gott.» 2572#Lukas,18,28#28. Da sprach Petrus: «Siehe, wir haben unser Heim aufgegeben und sind dir nachgefolgt.» 2573#Lukas,18,29#29. Er antwortete ihnen: «Wahrlich, ich sage euch: Jeder, der Haus, Weib, Brüder, Eltern oder Kinder aus Liebe zu dem Königreiche Gottes fahren läßt, 2574#Lukas,18,30#30. der soll dafür schon jetzt in diesem Leben vielfach Ersatz bekommen und in der zukünftigen Welt das ewige Leben empfangen.» 2575#Lukas,18,31#31. Dann nahm er die Zwölf als seine besonderen Begleiter zu sich und sprach zu ihnen: «Jetzt gehn wir nach Jerusalem, und da erfüllt sich alles, was die Propheten von dem Menschensohn geschrieben haben. 2576#Lukas,18,32#32. Denn er wird den Heiden überliefert und verspottet, mißhandelt und angespien werden; 2577#Lukas,18,33#33. ja man wird ihn geißeln und töten; doch am dritten Tage wird er auferstehn.» 2578#Lukas,18,34#34. Sie aber verstanden nichts davon; sondern diese Worte waren ihnen dunkel, und sie begriffen nicht, was er damit meinte. 2579#Lukas,18,35#35. Als er in die Nähe von Jericho kam, saß ein Blinder am Wege und bettelte. 2580#Lukas,18,36#36. Als der viele Leute vorbeigehen hörte, fragte er, was das bedeute. 2581#Lukas,18,37#37. Man sagte ihm, Jesus von Nazaret ziehe vorüber. 2582#Lukas,18,38#38. Da rief er: «Jesus, Sohn Davids, erbarme dich mein!» 2583#Lukas,18,39#39. Die aber vorn im Zuge gingen, fuhren ihn mit harten Worten an, er solle schweigen. Doch er rief nur noch lauter: «Sohn Davids, erbarme dich mein!» 2584#Lukas,18,40#40. Da blieb Jesus stehn und ließ ihn zu sich führen. Als nun der Blinde nahe bei ihm war, fragte ihn Jesus: 2585#Lukas,18,41#41. «Was willst du von mir?» Er antwortete: «Herr, laß mich wieder sehend werden!» 2586#Lukas,18,42#42. Jesus sprach zu ihm: «Sei wieder sehend, dein Glaube hat dich gesund gemacht!» 2587#Lukas,18,43#43. Da ward er auf der Stelle wieder sehend, und er folgte ihm und lobte Gott. Und alles Volk, das dieses sah, gab Gott die Ehre.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 19 -+ --- MENGE/Lukas 19 -+ --- ALBRECHT/Lukas 19 - 2588#Lukas,19,1#1. Dann kam Jesus nach Jericho hinein und zog durch den Ort. 2589#Lukas,19,2#2. Nun wohnte dort ein Mann mit Namen Zakchäus-1-, ein reicher Oberzöllner. -1) abgekürzt aus Zacharias (Sacharja).++ 2590#Lukas,19,3#3. Der wollte Jesus gern von Angesicht sehen; doch des Gedränges wegen gelang es ihm nicht, denn er war klein von Gestalt. 2591#Lukas,19,4#4. Da lief er dem Zuge voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort mußte er vorüberkommen. 2592#Lukas,19,5#5. Als nun Jesus an die Stelle kam, sah er zu ihm auf und rief: «Zakchäus, komm schnell herab; denn ich muß heute in deinem Hause einkehren!» 2593#Lukas,19,6#6. Da stieg er eilend hinunter und nahm ihn mit Freuden auf. 2594#Lukas,19,7#7. Alle, die dies sahen, murrten und sprachen: «Er ist bei einem Sünder als Gast eingekehrt!» 2595#Lukas,19,8#8. Zakchäus aber trat hervor und sagte zu dem Herrn: «Sieh, Herr, die Hälfte meiner Habe will ich den Armen geben; und wenn ich einem unrechtmäßig etwas abgefordert habe, so zahle ich es ihm vierfach zurück-a-*.» -a) vgl. 2.Mo. 21,37; 4.Mo. 5,6f.++ 2596#Lukas,19,9#9. Da wandte sich Jesus zu ihm und sprach zu den Leuten: «Heute ist diesem Hause Heil zuteil geworden, weil er auch-1- zu Abrahams Söhnen zählt. -1) obwohl ein verachteter Zöllner.++ 2597#Lukas,19,10#10. Denn der Menschensohn ist gekommen, um das Verlorene zu suchen und zu retten.» 2598#Lukas,19,11#11. Als die Leute noch auf diese Worte lauschten, fuhr er weiter fort und erzählte ihnen ein Gleichnis*. Denn er war nun ganz nahe bei Jerusalem-1-, und man meinte, Gottes Königreich müsse jetzt sofort erscheinen. -1) in Jericho, das kaum 30 km von Jerusalem entfernt war.++ 2599#Lukas,19,12#12. Er sprach: «Ein Mann von hoher Herkunft zog in ein fernes Land, um sich von dort die Königswürde zu holen und dann zurückzukommen*. 2600#Lukas,19,13#13. Der rief zehn von seinen Knechten, gab ihnen zehn Pfund-1-* und sprach zu ihnen: ,Treibt damit Handel, bis ich wiederkomme.' -1) w: zehn Minen. Jeder Knecht bekam eine Mine.++ 2601#Lukas,19,14#14. Seine Mitbürger aber haßten ihn und schickten nach seiner Abreise eine Gesandtschaft, durch die sie-1- sagen ließen: ,Wir wollen diesen Mann nicht zu unserm König haben.' -1) dem ausländischen Hofe.++ 2602#Lukas,19,15#15. Als er nun im Besitz der Königswürde wieder heimkam, ließ er die Knechte zu sich rufen, denen er das Geld gegeben hatte, um zu erfahren, wieviel ein jeder damit erworben habe. 2603#Lukas,19,16#16. Da erschien der erste und sprach: ,Herr, dein Pfund hat zehn Pfund eingebracht.' 2604#Lukas,19,17#17. Sein Herr erwiderte: ,Recht so, du wackrer Knecht! Weil du in so wenigem getreu gewesen bist, sollst du nun Machthaber über zehn Städte sein.' 2605#Lukas,19,18#18. Dann kam der zweite und sagte: ,Dein Pfund, Herr, hat fünf Pfund gewonnen.' 2606#Lukas,19,19#19. Zu dem sprach er: ,Du sollst Verwalter von fünf Städten sein.' 2607#Lukas,19,20#20. Nun kam der dritte und sprach: ,Hier hast du, Herr, dein Pfund, das ich in ein Tuch gewickelt und aufbewahrt habe. 2608#Lukas,19,21#21. Denn ich hatte Furcht vor dir, weil du ein strenger Mann bist: du hebst ab, was du nicht angelegt, und erntest, was du nicht gesät.' 2609#Lukas,19,22#22. Da sprach der Herr zu ihm: ,Nach deinen eignen Worten will ich dir, gewissenloser Knecht, das Urteil sprechen. Du kanntest mich als einen strengen Mann: der abhebt, was er nicht angelegt, und erntet, was er nicht gesät. 2610#Lukas,19,23#23. Warum hast du da mein Geld nicht auf die Bank gegeben? Dann hätte ich's bei meiner Rückkehr mit Zinsen abgehoben.' 2611#Lukas,19,24#24. Und er befahl seinen Dienern, die dastanden: ,Nehmt ihm das Pfund und gebt es dem, der die zehn Pfund hat!' 2612#Lukas,19,25#25. Sie meinten: ,Herr, er hat ja schon zehn Pfund*.' 2613#Lukas,19,26#26. ,Ich sage euch: Wer (viel) hat, der soll (noch mehr) empfangen; wer aber nichts hat-1-, dem soll sogar das (wenige), was er hat-2-, genommen werden-a-*. -1) wer nichts zu seinem wenigen erworben hat.   2) das eine anvertraute Pfund.   a) Lk. 8,18; Mt. 13,12; 25,29.++ 2614#Lukas,19,27#27. Doch meine Feinde, die mich nicht zum König haben wollten - bringt sie her und haut sie nieder vor meinen Augen-a-**!'» -a) vgl. Offb. 19,19-21; Mt. 25,41.++ 2615#Lukas,19,28#28. Nach diesen Worten zog er an der Spitze seiner Jünger weiter auf der Wanderung nach Jerusalem*. 2616#Lukas,19,29#29. Als er in die Nähe von Bethphage und Bethanien, an den sogenannten Ölberg, kam, entsandte er zwei von seinen Jüngern 2617#Lukas,19,30#30. mit dem Auftrag: «Geht in das Dorf, das vor euch liegt! Dort werdet ihr am Eingang ein Eselsfüllen angebunden finden, auf dem noch nie ein Mensch gesessen hat. Das bindet los und führt es her! 2618#Lukas,19,31#31. Und fragt euch jemand: ,Warum bindet ihr es los?', dann sollt ihr sagen: ,Der Herr bedarf sein.'» 2619#Lukas,19,32#32. Die Abgesandten gingen hin und fanden das Füllen so, wie er gesagt hatte. 2620#Lukas,19,33#33. Als sie es aber losbinden wollten, sprachen die Eigentümer zu ihnen: «Warum bindet ihr das Füllen los?» 2621#Lukas,19,34#34. Sie antworteten: «Der Herr bedarf sein.» 2622#Lukas,19,35#35. Dann brachten sie es zu Jesus, legten ihre Mäntel auf des Füllens Rücken und setzten Jesus darauf. 2623#Lukas,19,36#36. Während er dahinritt, breiteten manche ihre Mäntel auf dem Wege aus. 2624#Lukas,19,37#37. Als er der Stelle nahekam, wo sich der Ölberg ins Tal hinabsenkt, begann die ganze Schar seiner Jünger ob all der Wundertaten, die sie gesehen hatten, mit lauter Stimme freudig Gott zu preisen; 2625#Lukas,19,38#38. sie riefen: «Gesegnet sei der König, der da kommt im Namen des Herrn-a-*! Im Himmel wohnet Friede-1b-*, und Lobgesänge klingen droben in der Höhe-c-*.» -1) Friede ist gleichbedeutend mit: Heil. a) Ps. 118,26.   b) Sach. 9,9.10.   c) Lk. 2,14.++ 2626#Lukas,19,39#39. Da sprachen einige Pharisäer aus der Menge zu ihm: «Meister, verbiete doch deinen Jüngern dieses Treiben!» 2627#Lukas,19,40#40. Aber er antwortete: «Ich sage euch: Wenn diese schwiegen, so müßten die Steine schreien-a-*.» -a) Hab. 2,11.++ 2628#Lukas,19,41#41. Als er näherkam und die Stadt erblickte, da weinte er-1- über sie -1) das gr. Wort bezeichnet ein lautes Schluchzen.++ 2629#Lukas,19,42#42. und klagte: «Ach, möchtest doch auch du-1- erkennen, wenigstens an diesem Tage*, was zu deinem Heile dient! Nun aber* ist's vor deinen Augen verborgen*. -1) wie meine Jünger.++ 2630#Lukas,19,43#43. Denn es kommen Tage über dich, da werden deine Feinde dich mit einem Wall umgeben, dich rings umlagern und von allen Seiten bedrängen-a-. -a) Jes. 29,3.++ 2631#Lukas,19,44#44. Ja sie werden dich dem Erdboden gleichmachen, und deine Kinder, die in deinen Mauern sind, werden sie zu Boden schmettern-a-; sie werden keinen Stein an dir auf dem andern lassen zur Strafe dafür, daß du nicht erkannt hast die Zeit, da Gott sein Heil dir angeboten hat.» -a) Ps. 137,9.++ 2632#Lukas,19,45#45. Dann ging er in den Tempel. Dort fing er an, die Verkäufer hinauszutreiben, 2633#Lukas,19,46#46. und sprach zu ihnen: «Es steht geschrieben: ,Mein Haus soll ein Bethaus sein-a-.' Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht-b-.» -a) Jes. 56,7.   b) Jer. 7,11.++ 2634#Lukas,19,47#47. Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester aber und die Schriftgelehrten samt den Obersten des Volkes trachteten ihm nach dem Leben. 2635#Lukas,19,48#48. Doch sie fanden keine Gelegenheit, ihre Absicht auszuführen; denn alles Volk hing an seinen Lippen.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 20 -+ --- MENGE/Lukas 20 -+ --- ALBRECHT/Lukas 20 - 2636#Lukas,20,1#1. Als er eines Tages das Volk im Tempel lehrte und die Heilsbotschaft verkündigte, traten die Hohenpriester und die Schriftgelehrten mit den Ältesten an ihn heran 2637#Lukas,20,2#2. und sprachen zu ihm: «Sag uns doch: mit welchem Rechte tust du dies, oder wer hat dir das Recht dazu gegeben?» 2638#Lukas,20,3#3. Er antwortete ihnen: «Ich will euch auch eine Frage vorlegen. Sagt mir: 2639#Lukas,20,4#4. Stammte die Taufe des Johannes vom Himmel oder von Menschen?» 2640#Lukas,20,5#5. Da überlegten sie miteinander: «Sagen wir: ,vom Himmel', so wird er fragen: ,Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?' 2641#Lukas,20,6#6. Antworten wir aber: ,von Menschen', so steinigt uns das ganze Volk; denn es ist überzeugt, daß Johannes ein Prophet gewesen ist.» 2642#Lukas,20,7#7. Da erwiderten sie, sie wüßten nicht, woher sie stamme. 2643#Lukas,20,8#8. Darauf sprach Jesus zu ihnen: «So sage ich euch auch nicht, mit welchem Rechte ich dies tue.» 2644#Lukas,20,9#9. Dann fing er an, dem Volke dieses Gleichnis zu erzählen: «Jemand pflanzte einen Weinberg und verpachtete ihn an Winzer. Dann ging er für geraume Zeit außer Landes. 2645#Lukas,20,10#10. Zur Zeit der Weinlese sandte er einen seiner Knechte zu den Winzern, damit sie ihm einen Teil der Weinbergsfrüchte gäben. Die Winzer aber schlugen diesen Knecht und schickten ihn mit leeren Händen wieder heim. 2646#Lukas,20,11#11. Da sandte er noch einen andern Knecht; auch den schlugen und beschimpften sie und schickten ihn mit leeren Händen wieder heim. 2647#Lukas,20,12#12. Dann sandte er noch einen dritten; den schlugen sie auch blutig und jagten ihn davon. 2648#Lukas,20,13#13. Da sprach der Weinbergsbesitzer: ,Was soll ich tun? Ich will meinen geliebten Sohn hinsenden; vielleicht werden sie vor dem doch Ehrfurcht haben.' 2649#Lukas,20,14#14. Als aber die Winzer ihn erblickten, berieten sie sich miteinander und sagten: ,Ha, da kommt der Erbe! Laßt uns ihn töten, damit das Erbe unser werde!' 2650#Lukas,20,15#15. Und sie stießen ihn zum Weinberg hinaus und töteten ihn. Was wird nun der Weinbergsbesitzer mit diesen Leuten tun? 2651#Lukas,20,16#16. Er wird kommen und diese Winzer töten und seinen Weinberg andern geben.» Als sie das hörten, sprachen sie: «Nimmermehr soll das geschehn!» 2652#Lukas,20,17#17. Da blickte er sie durchbohrend an und sagte: «Was bedeutet denn dies Schriftwort: ,Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden-a-*'? -a) Ps. 118,22.++ 2653#Lukas,20,18#18. Wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert; auf wen aber der Stein fällt, den wird er zermalmen-a-.» -a) Dan. 2,34.44.++ 2654#Lukas,20,19#19. Da suchten die Schriftgelehrten und die Hohenpriester noch in derselben Stunde Hand an ihn zu legen; denn sie hatten wohl gemerkt, daß er sie mit diesem Gleichnis treffen wollte. Aber sie fürchteten sich vor dem Volke. 2655#Lukas,20,20#20. Darum suchten sie ihm einen Hinterhalt zu legen: sie schickten Späher ab, die sich den Anschein gaben, als meinten sie es ehrlich. Dabei wollten sie ihn aber bei einem Worte fassen, damit sie ihn dann der Obrigkeit und der Gewalt des Statthalters überliefern könnten. 2656#Lukas,20,21#21. Sie legten ihm nun eine Frage vor. «Meister», so sagten sie, «wir wissen: du sprichst und lehrst, was recht ist, und Menschengunst gilt nicht bei dir; du lehrst vielmehr in aller Wahrheit Gottes Weg. 2657#Lukas,20,22#22. Dürfen wir dem Kaiser Steuer zahlen oder nicht?» 2658#Lukas,20,23#23. Er aber merkte ihre Arglist und sprach zu ihnen: 2659#Lukas,20,24#24. «Zeigt mir einen Silberling! Wessen Bild und Inschrift trägt er?» Sie erwiderten: «Des Kaisers.» 2660#Lukas,20,25#25. Da sprach er zu ihnen: «Nun, so gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gebührt, und Gott, was Gott gebührt!» 2661#Lukas,20,26#26. Sie konnten diesen Ausspruch in Gegenwart des Volkes nicht tadeln, und staunend über seine Antwort schwiegen sie. 2662#Lukas,20,27#27. Da traten einige Sadduzäer zu ihm, die da behaupten, es gebe keine Auferstehung, und legten ihm auch eine Frage vor. 2663#Lukas,20,28#28. «Meister», so sagten sie, «Mose hat uns vorgeschrieben: ,Stirbt einem der Bruder und hinterläßt er ein Weib ohne Kinder, so soll sein Bruder die verwitwete Schwägerin zum Weibe nehmen und (mit ihr) seinem (verstorbenen) Bruder Nachkommen erwecken.' 2664#Lukas,20,29#29. Nun waren sieben Brüder da. Der erste nahm ein Weib und starb kinderlos. 2665#Lukas,20,30#30. Da heiratete der zweite Bruder die Witwe, 2666#Lukas,20,31#31. dann der dritte und so alle sieben; sie starben sämtlich kinderlos. 2667#Lukas,20,32#32. Zuletzt starb auch die Frau. 2668#Lukas,20,33#33. Wem von ihnen gehört nun die Frau bei der Auferstehung als Gattin an? Denn alle sieben haben sie ja zur Ehe gehabt.» 2669#Lukas,20,34#34. Da antwortete ihnen Jesus: «Die Leute in dieser Weltzeit freien und lassen sich freien. 2670#Lukas,20,35#35. Die aber gewürdigt werden, jene Weltzeit zu erlangen und die Auferstehung, zu der nur eine Auswahl aus den Toten kommt, die freien nicht und lassen sich nicht freien. 2671#Lukas,20,36#36. Sie können ja auch nicht mehr sterben: sie sind den Engeln gleich und sind Gottes Kinder-1-, weil sie der Auferstehung Kinder sind. -1) auch die Engel heißen ja im AT Kinder o. Söhne Gottes (z.B. Hiob 1,6; Ps 89,7).++ 2672#Lukas,20,37#37. Daß aber die Toten auferstehen, das hat auch Mose in der Geschichte von dem Dornbusch angedeutet, wo er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt-a-. -a) 2.Mo. 3,6.++ 2673#Lukas,20,38#38. Gott ist nun aber nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen. Denn alle sind für ihn lebendig-1-.» -1) eben weil sie auferstehen.++ 2674#Lukas,20,39#39. Da sagten einige der Schriftgelehrten*: «Meister, du hast treffend geantwortet.» 2675#Lukas,20,40#40. Weiter aber wagten sie* ihm keine Frage vorzulegen. 2676#Lukas,20,41#41. Dann fragte er sie: «Wie kann man behaupten, der Messias sei Davids Sohn? 2677#Lukas,20,42#42. David selbst sagt ja im Psalmbuch: ,Der Herr hat gesagt zu meinem Herrn: Sitze du zu meiner Rechten, 2678#Lukas,20,43#43. bis ich dir deine Feinde zu Füßen lege-a-.' -a) Ps. 110,1.++ 2679#Lukas,20,44#44. David also nennt ihn seinen Herrn; wie kann er da zugleich sein Sohn sein?» 2680#Lukas,20,45#45. Vor den Ohren des ganzen Volkes* sprach er dann zu seinen Jüngern: 2681#Lukas,20,46#46. «Hütet euch vor den Schriftgelehrten! Sie gehen mit Vorliebe in langen Gewändern einher, auf den Straßen lassen sie sich gern voll Ehrfurcht grüßen, in der gottesdienstlichen Versammlung wollen sie die Ehrenplätze haben, und beim Mahle sitzen sie gern obenan. 2682#Lukas,20,47#47. Sie verschlingen der Witwen Eigentum und halten zum Schein lange Gebete. Sie wird die schlimmste Strafe treffen.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 21 -+ --- MENGE/Lukas 21 -+ --- ALBRECHT/Lukas 21 - 2683#Lukas,21,1#1. Als er aufblickte, sah er, wie die Reichen ihre Gaben in den Opferstock warfen. 2684#Lukas,21,2#2. Da sah er auch eine arme Witwe dort zwei kleine Münzen-1- einlegen -1) w: zwei -+Lepta- (Mk. 12,42).++ 2685#Lukas,21,3#3. und sprach: «Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr als alle andern eingelegt. 2686#Lukas,21,4#4. Denn jene haben alle aus ihrem Überfluß eine Gabe in den Gotteskasten eingelegt; sie aber hat trotz ihrer Dürftigkeit ihre ganze Habe eingelegt.» 2687#Lukas,21,5#5. Einige redeten davon, wie der Tempel mit schönen Steinen-1- und Weihgeschenken-2- geschmückt sei. Da sagte er: -1) er war von weissem Marmor gebaut.   2) selbst heidnische Fürsten stifteten solche.++ 2688#Lukas,21,6#6. «Es werden Tage kommen, wo von dem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt; alles soll in Trümmer gehen.» 2689#Lukas,21,7#7. Sie fragten ihn: «Meister, wann geschieht denn das? Und welches Zeichen wird gegeben, wenn sich dies ereignen soll?» 2690#Lukas,21,8#8. Er erwiderte: «Habt acht, daß ihr euch nicht irreführen lasset! Denn mancher wird kommen unter meinem Namen und behaupten: ,Ich bin (der Messias)' und: ,Die Zeit-1- ist nahe.' Folgt diesen Leuten nicht! -1) da der Messias kommt.++ 2691#Lukas,21,9#9. Hört ihr dann von Kriegen und von innern Wirren, so laßt euch dadurch nicht in Schrecken bringen. Denn das muß zunächst geschehen. Aber damit ist noch nicht sofort das Ende da.» 2692#Lukas,21,10#10. Dann fuhr er fort: «Ein Volk wird sich erheben gegen das andre und ein Reich gegen das andre. 2693#Lukas,21,11#11. Gewaltige Erdbeben werden stattfinden, hier und da werden Hungersnöte und Seuchen sein, und am Himmel wird man schreckliche Erscheinungen und große Wunderzeichen sehen. 2694#Lukas,21,12#12. Doch ehe dies alles eintritt, wird man die Hände an euch legen und euch verfolgen: dann bringt man euch vor die Gerichte-1- und wirft euch ins Gefängnis, und um meines Namens willen führt man euch vor Könige und Statthalter. -1) in den jüdischen Versammlungshäusern.++ 2695#Lukas,21,13#13. Das wird euch widerfahren, damit ihr von mir Zeugnis ablegt. 2696#Lukas,21,14#14. Beherzigt nun, daß ihr nicht schon vorher an eure Verteidigung zu denken braucht. 2697#Lukas,21,15#15. Denn ich will euch Beredsamkeit und Weisheit schenken, so daß alle eure Widersacher dagegen nichts ausrichten oder sagen können. 2698#Lukas,21,16#16. Ihr werdet aber sogar von Eltern und Brüdern, von Blutsverwandten und Freunden (euern Feinden) überliefert werden; ja manche von euch wird man töten, 2699#Lukas,21,17#17. und alle Welt wird euch hassen, weil ihr meinen Namen bekennt. 2700#Lukas,21,18#18. Es soll jedoch kein Haar von euerm Haupt verlorengehn-1-. -1) nicht das geringste Leid trifft sie von ungefähr (Mt. 10,30).++ 2701#Lukas,21,19#19. Durch eure Standhaftigkeit gewinnet euch das Leben-a-*! -a) vgl. Mt. 10,22.++ 2702#Lukas,21,20#20. Wenn ihr aber Jerusalem von Heeren umlagert seht, dann seid gewiß, daß die Verwüstung der Stadt ganz nahe ist. 2703#Lukas,21,21#21. Dann sollen, die in Judäa sind, in das Gebirge fliehn; die in Jerusalem wohnen, sollen die Stadt verlassen, und die Leute auf dem Lande sollen nicht hineingehn in die Stadt*. 2704#Lukas,21,22#22. Denn dann sind die Tage der Vergeltung da-a-, damit alles in Erfüllung gehe, was geschrieben steht. -a) 5.Mo. 32,35; Hos. 9,7; Jer. 5,29.++ 2705#Lukas,21,23#23. Weh den Frauen, die Kinder erwarten, und stillenden Müttern in jenen Tagen! Denn es wird große Not im Lande-1- herrschen, und ein Zorngericht wird über dieses Volk-2- ergehn: -1) in Palästina.   2) die Juden.++ 2706#Lukas,21,24#24. sie werden durch des Schwertes Schärfe fallen und gefangen weggeführt unter alle Völker**; und Heiden-1- werden Jerusalem mit Füßen treten-2-, bis die Zeit der Heidenvölker abgelaufen ist*. -1) Nichtjuden.   2) indem sie dort rücksichtslos als Herren schalten (Jes. 63,18; Dan. 9,26).++ 2707#Lukas,21,25#25. Dann* wird man Wunderzeichen an Sonne, Mond und Sternen sehen, und auf Erden wird die Völker Angst ergreifen, wenn sie bei dem Tosen der Meereswogen-a- ratlos sind. -a) Ps. 65,8.++ 2708#Lukas,21,26#26. Da sollen die Menschen vor Furcht vergehn in bangem Warten auf die Dinge, die über den Erdkreis kommen werden. Denn die Himmelskräfte werden wanken-a-. -a) Mt. 24,29.++ 2709#Lukas,21,27#27. Und dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehn mit großer Macht und Herrlichkeit. 2710#Lukas,21,28#28. Wenn aber dieses* anfängt zu geschehen, so schauet auf und hebt das Haupt empor; denn eure Errettung naht!» 2711#Lukas,21,29#29. Er veranschaulichte dies durch ein Gleichnis. «Seht», so sprach er, «den Feigenbaum und alle andern Bäume an! 2712#Lukas,21,30#30. Wenn ihr wahrnehmt, daß sie ausschlagen, so wisset ihr von selbst*, daß nun der Sommer nahe ist. 2713#Lukas,21,31#31. So sollt ihr auch, wenn ihr dies kommen seht, gewiß sein, daß Gottes Königreich nahe ist. 2714#Lukas,21,32#32. Wahrlich, ich sage euch: Diese Weltzeit ist nicht eher zu Ende, als bis alles geschehen ist. 2715#Lukas,21,33#33. Himmel und Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nimmermehr vergehen. 2716#Lukas,21,34#34. Seid aber auf der Hut, daß eure Herzen nicht durch Rausch und Trunkenheit und durch die Sorgen um das Irdische belastet werden; sonst überfällt euch jener Tag ganz unvermutet wie eine Schlinge. 2717#Lukas,21,35#35. Denn er wird sicher kommen über alle, die auf der ganzen Erde wohnen. 2718#Lukas,21,36#36. Drum wachet allezeit und betet, damit ihr jedem Widerstand zum Trotze die Kraft empfanget, zu entrinnen alledem, was kommen soll, und sicher dazustehen in der Gegenwart des Menschensohnes-1-!» -1) vgl. Mt. 24,31; 2.Thes. 2,1: «das Versammeltwerden zum Herrn».++ 2719#Lukas,21,37#37. Tagsüber hielt er sich im Tempel auf und lehrte dort; des Abends aber verließ er die Stadt und übernachtete auf dem sogenannten Ölberge. 2720#Lukas,21,38#38. Frühmorgens schon kam alles Volk zu ihm in den Tempel, um ihn zu hören.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 22 -+ --- MENGE/Lukas 22 -+ --- ALBRECHT/Lukas 22 - 2721#Lukas,22,1#1. Inzwischen nahte das Fest der ungesäuerten Brote, das sogenannte Passah. 2722#Lukas,22,2#2. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten überlegten, wie sie ihn aus dem Wege räumen könnten; denn sie hatten vor dem Volke Furcht*. 2723#Lukas,22,3#3. Da fuhr der Satan in Judas, genannt der Mann aus Kariot, der zu der Zahl der Zwölf gehörte. 2724#Lukas,22,4#4. Der ging hin und verabredete mit den Hohenpriestern und den Hauptleuten der Tempelwache, wie er ihnen Jesus in die Hände liefern wolle. 2725#Lukas,22,5#5. Da freuten sie sich sehr und versprachen, ihm Geld zu geben. 2726#Lukas,22,6#6. Er nahm ihr Anerbieten an und suchte nach einer günstigen Gelegenheit, ihn ohne Aufsehn zu verraten. 2727#Lukas,22,7#7. So kam der Tag der ungesäuerten Brote, wo man das Passahlamm opfern mußte. 2728#Lukas,22,8#8. Da entsandte Jesus Petrus und Johannes mit dem Auftrag: «Geht und bereitet uns das Passahmahl, daß wir es essen.» 2729#Lukas,22,9#9. Sie fragten ihn: «Wo sollen wir's bereiten?» 2730#Lukas,22,10#10. Er antwortete ihnen: «Wenn ihr jetzt in die Stadt kommt, dann wird euch ein Mann begegnen, der einen irdenen Krug mit Wasser trägt. Dem folget in das Haus, in das er geht, 2731#Lukas,22,11#11. und sagt dem Hausherrn: ,Der Meister läßt dich fragen: Wo ist das Zimmer, in dem ich das Passahmahl mit meinen Jüngern halten kann?' 2732#Lukas,22,12#12. Dann wird er euch ein großes, mit Tischpolstern belegtes Oberzimmer zeigen; dort rüstet alles zu!» 2733#Lukas,22,13#13. Sie gingen hin und fanden alles so, wie er ihnen gesagt hatte, und richteten die Passahmahlzeit her. 2734#Lukas,22,14#14. Als die Stunde kam, nahm er bei Tische Platz und die Apostel mit ihm. 2735#Lukas,22,15#15. Da sagte er zu ihnen: «Von Herzen hab ich mich danach gesehnt, dies Passahmahl mit euch zu halten, bevor ich leide. 2736#Lukas,22,16#16. Denn ich sage euch: Nie werde ich es wieder mit euch halten, bis es im Königreiche Gottes seine volle Erfüllung findet*.» 2737#Lukas,22,17#17. Nun nahm er einen Becher (den man ihm reichte)-1-, sprach das Dankgebet und sagte: «Nehmt ihn-2- und teilt ihn unter euch! -1) das liegt in dem gr. Zeitworte.   2) wie es scheint, den ersten von den vier, die beim Passahmahle getrunken wurden.++ 2738#Lukas,22,18#18. Denn ich sage euch: Ich will von dem Gewächs des Weinstocks ferner nicht mehr trinken, bis Gottes Königreich gekommen ist-1-*.» -1) Jesus trinkt also nicht von dem Passahweine.++ 2739#Lukas,22,19#19. Dann nahm er ein Brot, sprach das Dankgebet, brach das Brot und gab es ihnen mit den Worten: «Das ist mein Leib, der zu euerm Heil dahingegeben werden soll-1-; tut dies zu meinem Gedächtnis*!» -1) in den Tod.++ 2740#Lukas,22,20#20. Ebenso nahm er nach dem Mahle auch den Kelch-1-* und sprach: «Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blute-a-, das zu euerm Heil vergossen werden soll**. -1) dieser Kelch ist der dritte Becher Wein.   a) vgl. 1.Kor. 11,25.++ 2741#Lukas,22,21#21. Doch mein Verräter hat jetzt mit mir seine Hand hier auf dem Tische-1-. -1) er ißt mit mir.++ 2742#Lukas,22,22#22. Der Menschensohn geht zwar zum Tode, wie es bestimmt ist-1-; doch weh dem Menschen, durch den er verraten wird!» -1) nach Gottes Ratschluß.++ 2743#Lukas,22,23#23. Da begannen sie, miteinander darüber zu reden, wer von ihnen es wohl sein könnte, der das tun würde. 2744#Lukas,22,24#24. Es entstand auch unter ihnen ein Streit darüber, wer von ihnen als der Größte anzusehen sei. 2745#Lukas,22,25#25. Da sagte Jesus zu ihnen: «Die Könige der Völker gebieten über ihre Untertanen, und die weltlichen Machthaber bekommen den Namen Wohltäter-1-*. -1) das war ein Ehrenname der damaligen Könige.++ 2746#Lukas,22,26#26. Bei euch soll es nicht so sein. Im Gegenteil: der Älteste bei euch soll sich verhalten wie der Jüngste und der Gebieter wie der Diener. 2747#Lukas,22,27#27. Denn wer gilt mehr: wer am Mahle teilnimmt, oder wer dabei bedient? Nicht wahr: wer am Mahle teilnimmt? Ich aber nehme unter euch die Stelle eines Dieners ein-1-*. -1) liegt es nicht nahe, hier an die Fußwaschung Joh. 13 zu denken?++ 2748#Lukas,22,28#28. Ihr habt mit mir in meinen Anfechtungen ausgeharrt. 2749#Lukas,22,29#29. Darum vermache ich euch eine Königsherrschaft, wie sie mir mein Vater bestimmt hat: 2750#Lukas,22,30#30. ihr sollt in meinem Königreich an meiner Tafel essen und trinken; ja ihr sollt auf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels als Herrscher leiten-a-. -a) Mt. 19,28.++ 2751#Lukas,22,31#31. Simon, Simon! Sieh, der Satan hat Macht über euch gesucht-1-, um euch zu sieben wie den Weizen. -1) wie einst über Hiob 1,6-12; 2,1-7.++ 2752#Lukas,22,32#32. Ich aber habe für dich gebetet, damit dein Glaube nicht versiege. So stärke du denn, wenn du dich dereinst bekehrt hast, deine Brüder!» 2753#Lukas,22,33#33. Petrus aber sprach zu ihm: «Herr, mit dir bin ich bereit, sogar ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.» 2754#Lukas,22,34#34. Jesus erwiderte: «Ich sage dir, Petrus: Heute noch vor dem Hahnenschrei wirst du dreimal leugnen, daß du mich kennest.» 2755#Lukas,22,35#35. Dann fuhr er fort: «Als ich euch ohne Geldbeutel, ohne Ranzen und Schuhe aussandte, hat euch da etwas gemangelt?» Sie antworteten: «Nein». 2756#Lukas,22,36#36. «Doch jetzt», so sprach er weiter, «beginnt die Zeit, wo jeder, der Geld im Beutel oder einen Ranzen hat, beides mit sich nehmen soll-1-. Und wer kein Schwert hat*, der verkaufe seinen Mantel und kaufe sich ein Schwert dafür*! -1) von jetzt an müssen die Jünger in der ungastlichen Welt selbst für ihren Unterhalt sorgen.++ 2757#Lukas,22,37#37. Denn ich sage euch: Auch dies Schriftwort muß sich noch an mir erfüllen: ,Er ist unter die Verbrecher gerechnet worden-a-*.' Denn was mir bestimmt ist, das vollzieht sich jetzt.» -a) Jes. 53,12.++ 2758#Lukas,22,38#38. Da sprachen sie: «Herr, hier sind zwei Schwerter-a-**: »Er erwiderte: «Genug davon-1-*.» -1) d.h. ws: Genug von dieser Sache.   a) Mt. 26,51; Joh. 18,11.++ 2759#Lukas,22,39#39. Dann verließ er die Stadt und begab sich, wie er oft zu tun pflegte, in der Begleitung seiner Jünger an den Ölberg. 2760#Lukas,22,40#40. Als er dort ankam, sagte er zu ihnen: «Betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet!» 2761#Lukas,22,41#41. Darauf entfernte er sich von ihnen etwa einen Steinwurf weit, beugte seine Knie und betete: 2762#Lukas,22,42#42. «Vater, wenn du willst, laß diesen Kelch an mir vorübergehn; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe!» 2763#Lukas,22,43#43. Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn. 2764#Lukas,22,44#44. In heißem Seelenkampfe betete er dann noch ernstlicher, so daß sein Schweiß wie Tropfen dicken Blutes auf die Erde fiel**. 2765#Lukas,22,45#45. Als er von dem Gebete aufstand und zu seinen Jüngern kam, fand er sie vor Traurigkeit in Schlaf versunken. 2766#Lukas,22,46#46. Da sagte er zu ihnen: «Was schlafet ihr? Steht auf und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet!» 2767#Lukas,22,47#47. Während er noch redete, kam plötzlich eine Schar von Leuten, und an ihrer Spitze ging einer von den Zwölfen mit Namen Judas. Der trat auf Jesus zu, um ihn zu küssen. 2768#Lukas,22,48#48. Jesus aber sprach zu ihm: «Judas, mit einem Kuß willst du den Menschensohn verraten?» 2769#Lukas,22,49#49. Als die Begleiter Jesu sahen, was da kommen würde, fragten sie: «Herr, sollen wir mit dem Schwerte dreinschlagen?» 2770#Lukas,22,50#50. Und einer von ihnen schlug nach des Hohenpriesters Knecht und hieb ihm das rechte Ohr ab. 2771#Lukas,22,51#51. Jesus aber sprach: «Laßt das! Nicht weiter-1-!» Dann berührte er das Ohr des Knechts und heilte ihn. -1) Worte an die Jünger.++ 2772#Lukas,22,52#52. Darauf sagte Jesus zu den Hohenpriestern, den Hauptleuten der Tempelwache und den Ältesten, die an ihn herangetreten waren: «Mit Schwertern und mit Knütteln seid ihr ausgezogen, als ginge es gegen einen Räuber? 2773#Lukas,22,53#53. Ich bin doch Tag für Tag bei euch im Tempel gewesen, und da habt ihr nicht die Hände nach mir ausgestreckt. Aber dies ist eure Stunde; dies ist der Machtbereich der Finsternis.» 2774#Lukas,22,54#54. Nun ergriffen sie ihn und führten ihn weg. Sie brachten ihn in das Haus des Hohenpriesters. Petrus aber folgte von weitem. 2775#Lukas,22,55#55. Mitten im Hofe hatten die Leute ein Feuer angezündet und sich zusammengesetzt. Auch Petrus nahm unter ihnen Platz. 2776#Lukas,22,56#56. Da sah ihn eine Magd am Feuer sitzen. Die blickte ihn scharf an und sagte: «Der hat auch zu ihm gehört!» 2777#Lukas,22,57#57. Er aber verleugnete ihn und sprach: «Weib, ich kenne ihn nicht!» 2778#Lukas,22,58#58. Nach einer kleinen Weile sah ihn ein anderer und sagte: «Auch du gehörst zu diesen Leuten!» Petrus aber antwortete: «Mensch, das ist nicht wahr!» 2779#Lukas,22,59#59. Nach Verlauf von etwa einer Stunde behauptete ein anderer: «Wahrhaftig, der hat auch zu ihm gehört; er ist ja auch ein Galiläer!» 2780#Lukas,22,60#60. Petrus aber erwiderte: «Mensch, ich verstehe nicht, was du von mir willst!» In demselben Augenblick, als er noch redete, krähte ein Hahn. 2781#Lukas,22,61#61. Da sah sich der Herr um und blickte Petrus an-1-*. Nun gedachte Petrus an das Wort des Herrn, wie er zu ihm gesagt hatte: «Heute noch vor dem Hahnenschrei wirst du mich dreimal verleugnen.» -1) als Jesus von Hannas zu Kaiphas geführt wurde, mußte er über den Hof gehen, wo Petrus stand und sich wärmte (Joh. 18,24.25).++ 2782#Lukas,22,62#62. Und er ging hinaus und weinte bitterlich. 2783#Lukas,22,63#63. Die Männer aber, die Jesus zu bewachen hatten, verspotteten und schlugen ihn; 2784#Lukas,22,64#64. sie verhüllten ihm das Angesicht und fragten ihn dann: «Zeig dich als Prophet! Sag: wer hat dich geschlagen?» 2785#Lukas,22,65#65. Auch noch mit vielen andern Lästerworten schmäheten sie ihn. 2786#Lukas,22,66#66. Als es Tag ward, versammelten sich die Ältesten des Volkes: die Hohenpriester und die Schriftgelehrten. Vor diesen ihren Rat führten sie Jesus 2787#Lukas,22,67#67. und fragten ihn: «Bist du der Messias? Sag es uns!» Er erwiderte ihnen: «Wenn ich's euch auch sagte, ihr glaubtet es doch nicht; 2788#Lukas,22,68#68. und fragte ich euch, so gäbet ihr mir keine Antwort. 2789#Lukas,22,69#69. Von nun an aber wird der Menschensohn zur Rechten der Macht Gottes sitzen.» 2790#Lukas,22,70#70. Da fragten alle: «Du bist also Gottes Sohn-1-?» Er antwortete ihnen: «Jawohl, ich bin's!» -1) denn wer zur Rechten -+Jahwes- sitzt, der ist auch -+Jahwes- Sohn.++ 2791#Lukas,22,71#71. Da sprachen sie: «Was brauchen wir noch Zeugen zu vernehmen? Wir haben es ja selbst aus seinem eignen Munde gehört.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 23 -+ --- MENGE/Lukas 23 -+ --- ALBRECHT/Lukas 23 - 2792#Lukas,23,1#1. Nun erhob sich die ganze Versammlung und führte Jesus zu Pilatus. 2793#Lukas,23,2#2. Dort begannen sie ihn zu verklagen. «Diesen Menschen», so sprachen sie, «haben wir entlarvt als einen Verführer unsers Volkes: er verbietet ihm, dem Kaiser Steuern zu zahlen, und gibt sich für den Messiaskönig aus.» 2794#Lukas,23,3#3. Da fragte ihn Pilatus: «Bist du der Juden König?» Er antwortete ihm: «Ja, ich bin's-1-.» -1) w: «Du sagst es.»++ 2795#Lukas,23,4#4. Darauf sprach Pilatus zu den Hohenpriestern und dem Volke: «Ich finde keine Schuld an diesem Menschen.» 2796#Lukas,23,5#5. Sie aber behaupteten noch entschiedener: «Er wiegelt das Volk in ganz Judäa mit seiner Lehre auf. In Galiläa hat er damit begonnen, und nun ist er auch hierher gekommen!» 2797#Lukas,23,6#6. Als Pilatus das hörte, fragte er, ob der Mann aus Galiläa wäre. 2798#Lukas,23,7#7. Wie er nun erfuhr, daß er ein Untertan des Herodes-1- sei, schickte er ihn zu diesem, der sich damals auch in Jerusalem aufhielt. -1) es handelt sich um Herodes Antipas, den Mörder Johannes des Täufers.++ 2799#Lukas,23,8#8. Für Herodes war es eine große Freude, Jesus zu sehen. Denn es war schon lange sein Wunsch gewesen, ihn kennenzulernen, weil er viel von ihm gehört hatte. Er hoffte auch, Jesus würde ein Wunderzeichen vor ihm tun. 2800#Lukas,23,9#9. Er fragte ihn um vielerlei; doch Jesus gab ihm keine Antwort. 2801#Lukas,23,10#10. Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten waren dabei zugegen und verklagten ihn in einem fort. 2802#Lukas,23,11#11. Herodes aber mit seiner Leibwache verlachte und verhöhnte ihn; dann schickte er ihn, mit einem prächtigen Gewand bekleidet-1-, zu Pilatus zurück. -1) zum Spott auf seine Königswürde.++ 2803#Lukas,23,12#12. An dem Tage wurden Herodes und Pilatus-1- gute Freunde; denn vorher lebten sie in Feindschaft miteinander. -1) Herodes fühlte sich durch die Aufmerksamkeit des Pilatus geschmeichelt.++ 2804#Lukas,23,13#13. Pilatus berief nun die Hohenpriester, die Mitglieder des Hohen Rates und das Volk 2805#Lukas,23,14#14. und sprach zu ihnen: «Ihr habt mir diesen Mann vorgeführt, weil er das Volk verhetze. Nun, ihr seht, ich habe ihn in eurer Gegenwart verhört; aber ich kann an diesem Manne keine Spur der Schuld entdecken, die ihr ihm zur Last legt. 2806#Lukas,23,15#15. Auch Herodes nicht; denn er hat ihn uns zurückgesandt. Ihr seht also: er hat kein todeswürdiges Verbrechen begangen. 2807#Lukas,23,16#16. Darum will ich ihn geißeln lassen und dann in Freiheit setzen.» 2808#Lukas,23,17#17. -«Er mußte ihnen nämlich an jedem Passahfeste einen Gefangenen losgeben» fehlt in manchen wichtigen Hs.++ 2809#Lukas,23,18#18. Da schrien sie allesamt: «Weg mit diesem Menschen! Gib uns Barabbas los!» - 2810#Lukas,23,19#19. Der lag wegen eines Mordes, den er bei einem Aufruhr in der Stadt begangen hatte, im Gefängnis. - 2811#Lukas,23,20#20. Da richtete Pilatus zum zweitenmal das Wort an sie, weil er Jesus gern freigeben wollte. 2812#Lukas,23,21#21. Sie aber riefen: «Ans Kreuz, ans Kreuz mit ihm!» 2813#Lukas,23,22#22. Nun fragte er sie zum drittenmal: «Was hat denn dieser Mann verbrochen? Ich habe nichts Todeswürdiges an ihm entdecken können. Darum will ich ihn geißeln lassen und dann in Freiheit setzen.» 2814#Lukas,23,23#23. Sie aber bestürmten ihn mit lautem Geschrei und verlangten, er solle gekreuzigt werden. Und ihr Geschrei drang durch: 2815#Lukas,23,24#24. Pilatus entschied zuletzt, ihr Verlangen solle erfüllt werden. 2816#Lukas,23,25#25. So entließ er, wie sie's wünschten, den Mann, der wegen eines Aufruhrs und Mordes im Gefängnis lag; Jesus aber gab er ihrem Willen preis. 2817#Lukas,23,26#26. Als sie ihn dann zur Richtstatt führten, trafen sie einen gewissen Simon, einen Mann aus Kyrene, der von einem Dorfe zurückkam; dem legten sie das Kreuz auf seine Schulter, damit er es Jesus nachtrage. 2818#Lukas,23,27#27. Es folgte ihm aber eine große Menge Volks, auch viele Frauen, die um ihn trauerten und klagten. 2819#Lukas,23,28#28. Da wandte sich Jesus um zu ihnen und sprach: «Ihr Töchter von Jerusalem, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und über eure Kinder! 2820#Lukas,23,29#29. Denn wisset: es kommen Tage, da man sagen wird: ,Glücklich sind die Kinderlosen: glücklich sind die Leiber, die nicht geboren, und die Brüste, die nicht genährt haben!' 2821#Lukas,23,30#30. Dann wird man zu den Bergen sagen: ,Fallet über uns!' und zu den Hügeln: ,Begrabt uns-a-*!' -a) Hos. 10,8; Offb. 6,16.++ 2822#Lukas,23,31#31. Denn wenn das grüne Holz schon so behandelt wird, was wird da erst dem dürren widerfahren-1-?» -1) wenn sie so mit dem unschuldigen Jesus umgehen, was wird da über sie selbst wegen ihrer Gottlosigkeit hereinbrechen? (vgl. Hes. 21,3).++ 2823#Lukas,23,32#32. Es wurden auch noch zwei Verbrecher mit ihm zur Hinrichtung geführt. 2824#Lukas,23,33#33. Sie kamen dann an den Ort, der den Namen Schädelstätte trägt-1-. Dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen zu seiner Rechten, den andern zu seiner Linken. -1) wegen seiner Gestalt.++ 2825#Lukas,23,34#34. Da sprach Jesus: «Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun-1a-*!» Dann verteilten sie* seine Kleider unter sich, indem sie das Los darüber warfen. -1) fehlt in verschiednen wichtigen alten Hs., namentlich der Sinaitischen und Vatikanischen; anderseits aber wird er von mehreren alten Kirchenvätern bezeugt.   a) Apg. 3,17.++ 2826#Lukas,23,35#35. Das Volk stand dabei und schaute zu. Die Mitglieder des Hohen Rates aber verhöhnten ihn und sprachen: «Andern hat er geholfen; er rette sich nun selbst, wenn er der Gesalbte Gottes ist, der Auserwählte!» 2827#Lukas,23,36#36. Auch die Soldaten trieben ihren Spott mit ihm: sie traten hinzu, boten ihm Essig an-1- -1) ohne ihn wirklich zu tränken. - Essig, mit Wasser gemischt, diente den Soldaten als Getränk.++ 2828#Lukas,23,37#37. und sagten: «Bist du der Juden König, so hilf dir selbst!» 2829#Lukas,23,38#38. Es stand auch über seinem Haupte eine Inschrift mit griechischen, lateinischen und hebräischen Buchstaben; die lautete: «Dies ist der Juden König.» 2830#Lukas,23,39#39. Auch einer der gehenkten Verbrecher schmähte ihn: «Bist du nicht der Messias? So hilf dir selbst und uns*!» 2831#Lukas,23,40#40. Der andre aber wies ihn zurecht und sprach: «Hast du denn keine Furcht vor Gott-1-? Du leidest doch dieselbe Strafe*. -1) geschweige denn Reue über deine Tat.++ 2832#Lukas,23,41#41. Uns trifft sie mit vollem Recht, denn wir empfangen nur den Lohn für unsre Taten. Dieser aber hat nichts Ungehöriges getan.» 2833#Lukas,23,42#42. Dann fuhr er fort: «Jesus, gedenke mein, wenn du in deiner Königsherrschaft kommst-1-*!» -1) der Schächer erwartet also, dass Jesus auferstehen wird.++ 2834#Lukas,23,43#43. Jesus sprach zu ihm: «Wahrlich, ich sage dir: Heute noch sollst du mit mir im Paradiese sein-1-!» -1) das Paradies ist die Stätte im Totenreiche, wo die Seelen der Gerechten bis zur Auferstehung weilen (vgl. «Abrahams Schoß» Lk. 16,22; 2.Kor. 12,4).++ 2835#Lukas,23,44#44. Es war etwa um die sechste Stunde-1-; da bedeckte Finsternis die ganze Gegend bis zu der neunten Stunde-2-. -1) 12 Uhr mittags.   2) 3 Uhr nachmittags.++ 2836#Lukas,23,45#45. Die Sonne verlor ihren Schein, und der Tempelvorhang riß mitten entzwei. 2837#Lukas,23,46#46. Da rief Jesus mit lauter Stimme: «Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist-a-!» Mit diesen Worten verschied er. -a) Ps. 31,6.++ 2838#Lukas,23,47#47. Der Hauptmann aber, der von diesem Vorgang Zeuge war, gab Gott die Ehre mit dem Bekenntnis: «Dieser Mann ist wirklich ohne Schuld gewesen!» 2839#Lukas,23,48#48. Und all die vielen Leute, die zu diesem Schauspiel herbeigekommen waren und sahen, was sich zutrug, schlugen sich an die Brust* und kehrten in die Stadt zurück. 2840#Lukas,23,49#49. Alle seine Bekannten, auch Frauen, die ihn von Galiläa her begleitet hatten, standen von ferne und sahen dies mit an. 2841#Lukas,23,50#50. Nun war im Hohen Rat ein Mitglied namens Josef, ein trefflicher, gerechter Mann, 2842#Lukas,23,51#51. der dem Beschlusse und der Handlungsweise der übrigen-1- nicht zugestimmt hatte-2-. Er war gebürtig aus der jüdischen Stadt Arimathäa und wartete auf Gottes Königreich. -1) Hohenratsmitglieder.   2) bei dem Verfahren gegen Jesus.++ 2843#Lukas,23,52#52. Der ging zu Pilatus und bat ihn um Jesu Leichnam. 2844#Lukas,23,53#53. Dann ließ er ihn vom Kreuze herabnehmen, in feine Leinwand wickeln und in ein in Stein gehauenes Grab legen, worin noch niemand bestattet war. 2845#Lukas,23,54#54. Es war Freitag, und der Sabbat wollte anbrechen. 2846#Lukas,23,55#55. Die Frauen, die mit ihm aus Galiläa gekommen waren, gaben ihm das Geleit-1-. Sie besahen sich das Grab und schauten zu, wie sein Leichnam beigesetzt wurde. -1) von dem Kreuze bis zur Begräbnisstätte.++ 2847#Lukas,23,56#56. Dann kehrten sie in die Stadt zurück und besorgten Gewürzkräuter und Salben-1-. Am Sabbat ruhten sie nach der Gesetzesvorschrift*. -1) am Freitag vor Beginn des Sabbats.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Lukas 24 -+ --- MENGE/Lukas 24 -+ --- ALBRECHT/Lukas 24 - 2848#Lukas,24,1#1. Am ersten Wochentage aber gingen sie in tiefer Morgenfrühe zum Grabe und nahmen die Gewürze mit, die sie besorgt hatten. 2849#Lukas,24,2#2. Da fanden sie den Stein von dem Grabe weggewälzt; 2850#Lukas,24,3#3. und als sie (in die Grabkammer) eintraten, fanden sie den Leichnam des Herrn Jesus nicht. 2851#Lukas,24,4#4. Als sie darüber betroffen waren, standen auf einmal zwei Männer in leuchtenden Gewändern bei ihnen. 2852#Lukas,24,5#5. Dieser Anblick erfüllte sie mit Furcht, und sie senkten ihren Blick zu Boden. Die Männer aber sprachen zu ihnen: «Warum sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? 2853#Lukas,24,6#6. Er ist nicht hier, er ist auferstanden! Denkt daran, wie er zu euch geredet hat, als er noch in Galiläa war. 2854#Lukas,24,7#7. Da hat er von dem Menschensohn gesagt, er müsse in die Hände sündiger Menschen überliefert und gekreuzigt werden, aber am dritten Tage auferstehn-a-.» -a) Lk. 18,32f.++ 2855#Lukas,24,8#8. Da gedachten sie an seine Worte. 2856#Lukas,24,9#9. Sie kehrten nun vom Grabe in die Stadt zurück und berichteten das alles den elf Aposteln und allen übrigen. 2857#Lukas,24,10#10. Es waren dies aber Maria aus Magdala, Johanna-1- und Maria, des Jakobus Mutter-a-. Sie und die andern Frauen erzählten das den Aposteln. -1) die Frau Chuzas (Lk. 8,3).   a) Mk. 15,40.++ 2858#Lukas,24,11#11. Denen aber erschienen diese Mitteilungen ganz märchenhaft, und sie glaubten den Frauen nicht. 2859#Lukas,24,12#12. -hier folgen, auch bei v. Soden, als V. 12 die Worte: «Petrus jedoch machte sich auf und lief zum Grabe; als er sich dort niederbückte und hineinschaute, sah er nichts als die leinenen Binden. Da ging er wieder nach Hause, voll Verwunderung über das, was geschehen war.» (d.h: er war erstaunt, daß Jesu Leichnam aus dem Grabe verschwunden war)*.++ 2860#Lukas,24,13#13. An demselben Tage* gingen zwei von den Jüngern-1- nach einem Dorfe mit Namen Emmaus, das etwa anderthalb Meilen-2-* von Jerusalem entfernt war. -1) nicht von den Aposteln selbst.   2) w: 60 Stadien; ein gr. -+Stadion- = 185 m.++ 2861#Lukas,24,14#14. Sie redeten miteinander von allen diesen Begebenheiten. 2862#Lukas,24,15#15. Während sie sich so unterhielten und miteinander besprachen, näherte sich Jesus selbst und schloß sich ihnen auf der Wanderung an. 2863#Lukas,24,16#16. Doch ihre Augen wurden gehalten, so daß sie ihn nicht erkannten. 2864#Lukas,24,17#17. Da sprach er zu ihnen: «Worüber redet ihr denn so eifrig miteinander auf euerm Wege?» Bei diesen Worten blieben sie mürrisch stehen*. 2865#Lukas,24,18#18. Dann fragte ihn der eine von ihnen mit Namen Kleopas-1-**: «Bist du denn der einzige Fremdling* in Jerusalem, der nichts von dem erfahren hat, was in diesen Tagen dort geschehen ist?» -1) Kleopas ist verkürzt aus dem gr. Namen -+Kleopatros-, der hebr. -+Klopas- heißt (Joh. 19,25).++ 2866#Lukas,24,19#19. Er sprach zu ihnen: «Was denn?» Da antworteten sie ihm: «Das, was sich ereignet hat mit Jesus von Nazaret. Der war ein Prophet, mächtig in Werk und Wort vor Gott und allem Volke. 2867#Lukas,24,20#20. Den haben unsre Hohenpriester und Obersten zur Todesstrafe ausgeliefert und kreuzigen lassen. 2868#Lukas,24,21#21. Wir aber hatten gehofft, er wäre Israels Befreier-1-. Doch leider ist bei alledem heute schon der dritte Tag, seit dies geschehen ist. -1) von der Römerherrschaft, um dann ein mächtiges irdisches Messiasreich zu gründen.++ 2869#Lukas,24,22#22. Dazu haben uns noch einige Frauen aus unserm Kreise bestürzt gemacht. Die sind heute in der Frühe bei dem Grabe gewesen 2870#Lukas,24,23#23. und haben seinen Leichnam nicht gefunden. Bei ihrer Rückkehr haben sie dann erzählt, es seien ihnen Engel erschienen, die hätten gesagt, er lebe. 2871#Lukas,24,24#24. Daraufhin sind einige von den Unsern zum Grabe gegangen und haben es so gefunden, wie die Frauen berichtet hatten; ihn selbst aber haben sie nicht gesehen.» 2872#Lukas,24,25#25. Da sprach er zu ihnen: «Wie seid ihr doch so unverständig, und wie ist euer Herz so träge, allen Worten der Propheten zu glauben! 2873#Lukas,24,26#26. Mußte denn der Messias nicht so leiden und dann in seine Herrlichkeit eingehn?» 2874#Lukas,24,27#27. Nun fing er bei Mose an, ging dann zu allen Propheten über und legte ihnen aus, was sich in allen Schriften auf ihn bezog. 2875#Lukas,24,28#28. So kamen sie dem Dorfe nahe, wohin sie wanderten. Da tat er so, als ob er weitergehen wolle. 2876#Lukas,24,29#29. Aber sie baten ihn dringend: «Kehre doch bei uns ein*! Denn es geht zum Abend, und der Tag hat sich schon geneigt-1-*.» Da trat er in das Haus, um bei ihnen zu bleiben. -1) die Sonne neigt sich schon, wenn sie um 12 Uhr mittags ihren Höchststand erreicht hat.++ 2877#Lukas,24,30#30. Als er dann mit ihnen zu Tische war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis darüber-1-, brach es und gab es ihnen. -1) gemeint ist das Dankgebet des Hausvaters vor der Mahlzeit.++ 2878#Lukas,24,31#31. Da wurden ihnen die Augen geöffnet, und sie erkannten ihn. Doch er verschwand vor ihnen. 2879#Lukas,24,32#32. Da sprachen sie zueinander: «Brannte nicht unser Herz in uns*, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften erschloß?» 2880#Lukas,24,33#33. Nun erhoben sie sich vom Mahle und kehrten noch in derselben Stunde nach Jerusalem zurück. Dort fanden sie die Elf mit den andern Jüngern versammelt. 2881#Lukas,24,34#34. Die verkündigten ihnen: «Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen-a-!» -a) 1.Kor. 15,5.++ 2882#Lukas,24,35#35. Da erzählten auch sie, was sie auf ihrer Wanderung erlebt hatten, und wie er von ihnen bei dem Brechen des Brotes erkannt worden sei. 2883#Lukas,24,36#36. Während sie sich so unterhielten, trat er selbst in ihre Mitte-1-. -1) hier folgen in einigen Hs. noch die Worte: «und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch!»++ 2884#Lukas,24,37#37. Da gerieten sie in Angst und Furcht; denn sie meinten, einen Geist zu sehen. 2885#Lukas,24,38#38. Doch er sprach zu ihnen: «Was seid ihr so erschrocken, und warum steigen solche Gedanken in euern Herzen auf? 2886#Lukas,24,39#39. Seht meine Hände und Füße an - ich bin's ja selbst! Fühlt mich nur an, seht hin! Ein Geist hat ja kein Fleisch und keine Knochen, wie ihr's an mir wahrnehmt.» 2887#Lukas,24,40#40. -hier wird in einigen Hs. als V. 40 noch hinzugefügt: «Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße.»++ 2888#Lukas,24,41#41. Als sie aber vor freudiger Überraschung immer noch nicht glaubten und verwundert waren, fragte er sie: «Habt ihr hier etwas zu essen?» 2889#Lukas,24,42#42. Da reichten sie ihm ein Stück von einem gebratenen Fisch. 2890#Lukas,24,43#43. Das nahm er und aß es vor ihren Augen. 2891#Lukas,24,44#44. Dann sprach er zu ihnen: «Dies ist's, was ich zu euch geredet habe, als ich noch bei euch war-1-*. Da sagte ich euch, es müsse alles in Erfüllung gehen, was im Gesetze Moses, in den Propheten und den Psalmen-2- von mir geschrieben steht.» -1) d.h: Jetzt erfüllen sich durch meine Auferstehung meine frühern Worte.   2) d.h. im ganzen Alten Testament.++ 2892#Lukas,24,45#45. Nun öffnete er ihnen den Sinn für das Verständnis der Schriften. 2893#Lukas,24,46#46. Hierauf fuhr er fort: «So steht geschrieben: Der Messias muß leiden und am dritten Tage von den Toten auferstehen, 2894#Lukas,24,47#47. und in seinem Namen sollen alle Völker aufgefordert werden, ihren Sinn zu ändern, damit sie Vergebung der Sünden empfangen. 2895#Lukas,24,48#48. In Jerusalem beginnend sollt ihr hiervon-1- Zeugnis geben*. -1) von Jesu Leiden und Auferstehung.++ 2896#Lukas,24,49#49. Und ich will auf euch niedersenden, was euch mein Vater verheißen hat. Ihr aber bleibt hier in der Stadt, bis ihr aus der Höhe mit Kraft gekleidet seid-1-!» -1) durch die Sendung des Heiligen Geistes.++ 2897#Lukas,24,50#50. Dann führte er sie hinaus bis dahin, wo es nach Bethanien geht-1-. Da hob er seine Hände auf und segnete sie. -1) d.h. er führte sie zum Ölberge hinauf bis zu der Stelle, wo der Weg nach Bethanien abbog.++ 2898#Lukas,24,51#51. Und während er sie segnete, schied er von ihnen.-1- -1) die Worte: «und ward emporgehoben in den Himmel» fehlen bei den ältesten abendländischen Zeugen.++ 2899#Lukas,24,52#52. Sie aber kehrten hocherfreut nach Jerusalem zurück-1-. -1) in der Sinaitischen und Vatikanischen Hs. lauten die Worte in V. 52: «Sie aber beteten ihn an und kehrten hocherfreut nach Jerusalem zurück.»++ 2900#Lukas,24,53#53. Dort waren sie beständig im Tempel-1- und lobten Gott. -1) zu den vorgeschriebenen Gebetsstunden; 1. zur Zeit des Morgenopfers, 2. zur Zeit des Abendopfers (gegen 3 Uhr nachmittags), 3. zur Zeit des Sonnenuntergangs.++ 2901#Johannes,1,1#1. IM Anfang (aller Dinge) war bereits das Wort-1a-**; das Wort war eng vereint mit Gott-b-*, ja göttliches Wesen hatte das Wort-c-. -1) denn es ist vorzeitig und ewig (vgl. Joh. 8,58; 17,5). a) 1.Joh. 1,1; Offb. 19,13; Joh. 1,14.16.17; Offb. 19,15; Ps. 33,6; 119,105; Spr. 8; 9; Ps. 107,20; 147,15; Jes. 55,10.11.   b) Joh. 6,46; 17,24.   c) vgl. Joh. 20,28f.++ 2902#Johannes,1,2#2. Dies war im Anfang eng vereint mit Gott. 2903#Johannes,1,3#3. Alle Dinge sind durch das Wort erschaffen-a-, und nichts ist ohne seine Wirksamkeit geworden. -a) vgl. 1.Kor. 8,6; Kol. 1,16; Hebr. 1,2.++ 2904#Johannes,1,4#4. Die ganze Schöpfung ist erfüllt mit seinem Leben-1-*, und dieses* Leben war das Licht der Menschen-a-*. -1) w: «Was geworden ist, ist in ihm Leben» (vgl. Kol. 1,17b; Hebr. 1,3b).   a) Joh. 17,2.3; Joh. 8,12.++ 2905#Johannes,1,5#5. Das Licht* scheint (auch noch immer) in der Finsternis-1-, denn von der Finsternis ist es nicht überwunden*. -1) der in Sünde und Elend versunkenen Welt.++ 2906#Johannes,1,6#6. Ein Mann trat auf, von Gott gesandt-1-, sein Name war Johannes*. -1) also ein Prophet.++ 2907#Johannes,1,7#7. Der kam, um Zeugnis abzulegen: er sollte zeugen von dem Licht*, damit sie alle durch ihn* zum Glauben kämen-1-. -1) zu dem Glauben, daß das Licht in Jesus Christus erschienen sei.++ 2908#Johannes,1,8#8. Er war nicht selbst das Licht; er hatte nur den Auftrag, zu zeugen von dem Lichte. 2909#Johannes,1,9#9. Das wahre Licht, das da erleuchtet jeden Menschen-1-, war Er, der kommen sollte in die Welt*. -1) der sein Herz den Strahlen dieses Lichtes öffnet.++ 2910#Johannes,1,10#10. Er war (schon) in der Welt*, und durch ihn ist die Welt geworden*, und dennoch hat die Welt-1- ihn nicht erkannt. -1) die von Gott durch die Sünde entfremdete und ihm feindlich gesinnte Menschenwelt.++ 2911#Johannes,1,11#11. Er kam in sein Eigentum-a-*, die Seinen-1- aber nahmen ihn nicht auf*. -1) die Juden.   a) 2.Mo. 19,5; 5.Mo. 7,6.++ 2912#Johannes,1,12#12. Doch allen, die ihn aufgenommen haben-1-, und die nun gläubig sind an seinen Namen, hat er verliehn dies Vorrecht, daß sie Gottes Kinder werden. -1) zunächst in Israel, dann aber auch in der übrigen Menschheit.++ 2913#Johannes,1,13#13. Nicht aus Geblüt der Menschen, auch nicht aus Fleischestrieb und Manneswillen, vielmehr durch Gottes Wirksamkeit ward er erzeugt-1-**. -1) ich folge hier einer sehr alten Lesart.++ 2914#Johannes,1,14#14. So ist-1- das Wort einst Fleisch-2- geworden-a- und hat für eine Weile unter uns gewohnt-b-*. Wir* haben seine Herrlichkeit geschaut-c-*, ja eine Herrlichkeit, wie sie ein einziger Sohn empfängt von seinem Vater*: voller Gnade und Wahrheit*. -1) d.h. durch die übernatürliche göttliche Erzeugung.   2) wahrhaftiger Mensch.   a) vgl. 1.Joh. 4,2; 2.Joh. 7; 1.Tim. 3,16.   b) 2.Mo. 25,8; 29,45; Hes. 37,27.   c) 2.Mo. 40,34f; 1.Kön. 8,10f.++ 2915#Johannes,1,15#15. Johannes zeugt von ihm-1- und ruft-2-: «Ihn habe ich gemeint, als ich einst sagte: ,Der nach mir kommt, ist mir voraus; denn er war eher da als ich*.'» -1) dem fleischgewordnen Worte.   2) das Zeugnis des Täufers wird als noch forttönend vergegenwärtigt.++ 2916#Johannes,1,16#16. Aus* seiner Fülle* haben wir ja alle* empfangen Gnad um Gnade-1-. -1) Gnade in fortlaufender Wechselfolge, so daß immer wieder neue Gnade an die Stelle der vorher empfangenen trat.++ 2917#Johannes,1,17#17. Denn das Gesetz ward dargereicht durch Mose; die Gnade und die Wahrheit, sie sind gebracht durch Jesus Christ. 2918#Johannes,1,18#18. Kein Mensch hat jemals Gott gesehn-1-. Der eingeborne Sohn, der in des Vaters Schoß zurückgekehrt*, der hat ihn offenbart. -1) auch Mose nicht. Hier ist die Rede von dem unmittelbaren Anschauen der wesenhaften Herrlichkeit Gottes.++ 2919#Johannes,1,19#19. Dies ist das* Zeugnis, das Johannes ablegte, als die Juden-1- eine Abordnung von Priestern und Leviten-2- aus Jerusalem zu ihm sandten, um ihn zu fragen, wer er sei*. -1) d.h. der Hohe Rat, der das Aufsichtsrecht über öffentliche Lehrer ausübte.   2) amtliche Vertreter des Hohen Rates.++ 2920#Johannes,1,20#20. Da legte er ein unumwundenes Bekenntnis ab; er erklärte: «Ich bin nicht der Messias.» 2921#Johannes,1,21#21. Sie fragten ihn weiter: «Was bist du denn*? Bist du Elia-a-?» Er sprach: «Ich bin es nicht.» «Bist du der (verheißene) Prophet-b-*?» Er antwortete: «Nein». -a) vgl. Mal. 3,23.   b) 5.Mo. 18,15.++ 2922#Johannes,1,22#22. Da sagten sie zu ihm: «Wer bist du denn? Wir müssen doch denen, die uns gesandt haben, eine Antwort bringen. Wofür gibst du selbst dich aus?» 2923#Johannes,1,23#23. Er erwiderte: «Ich bin eine Stimme, die in der Wüste ruft: ,Ebnet dem Herrn den Weg!' wie der Prophet Jesaja gesagt hat-a-.» -a) Jes. 40,3.++ 2924#Johannes,1,24#24. Die Abgesandten aber gehörten zu den Pharisäern. 2925#Johannes,1,25#25. Und sie fragten ihn weiter: «Warum taufst du denn, wenn du weder der Messias bist noch Elia noch der (verheißene) Prophet?» 2926#Johannes,1,26#26. Johannes antwortete ihnen: «Ich taufe nur mit Wasser; doch mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt: 2927#Johannes,1,27#27. das ist der Mann, der nach mir kommt, und dessen Schuhriemen aufzulösen ich nicht würdig bin.» 2928#Johannes,1,28#28. Dies geschah in Bethanien-1- jenseit des Jordans, wo Johannes taufte. -1) dieser sonst unbekannte Ort in Peräa ist verschieden von dem bekannten Bethanien am Ölberge.++ 2929#Johannes,1,29#29. Tags darauf* sah er Jesus auf sich zukommen. Da sprach er*: «Seht, dies ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt hinwegnimmt-a-**! -a) 1.Petr. 1,20.++ 2930#Johannes,1,30#30. Dieser ist es, von dem ich einst gesagt habe: ,Nach mir kommt ein Mann, der mir voraus ist; denn er war eher da als ich.' 2931#Johannes,1,31#31. Auch ich habe ihn anfangs nicht gekannt-1-; damit er aber für Israel offenbar werde, deshalb bin ich aufgetreten mit der Wassertaufe.» -1) als den verheißenen Messias.++ 2932#Johannes,1,32#32. Johannes legte noch dies Zeugnis ab: «Ich habe gesehen, daß der Geist wie eine Taube aus dem Himmel herniederschwebte, und er blieb auf ihm. 2933#Johannes,1,33#33. Aber ich kannte ihn damals noch nicht. Doch er, der mich gesandt hat, um mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: ,Der Mann, auf den du den Geist herniederschweben siehst, so daß er auf ihm bleibt, der ist der Täufer mit dem Heiligen Geist.' 2934#Johannes,1,34#34. Das habe ich gesehen*, und nun ist mein Zeugnis: ,Dieser ist Gottes Sohn.'» 2935#Johannes,1,35#35. Tags darauf stand Johannes wieder da mit zweien seiner Jünger. 2936#Johannes,1,36#36. Da sah er Jesus vorübergehn und sprach: «Seht, dies ist Gottes Lamm!» 2937#Johannes,1,37#37. Die beiden Jünger hörten diese Worte* und gingen Jesus nach*. 2938#Johannes,1,38#38. Da wandte sich Jesus um, und als er sah, wie sie ihm folgten, sprach er zu ihnen: «Was wünschet ihr?» Sie antworteten ihm: «Rabbi» - dies Wort bedeutet: Meister -, «wo hältst du dich auf*?» 2939#Johannes,1,39#39. Er erwiderte ihnen: «Kommt mit, dann werdet ihr es sehen.» Sie kamen mit und sahen, wo er wohnte, und blieben den Tag über bei ihm. Das war um die zehnte Stunde-1-*. -1) 4 Uhr nachmittags.++ 2940#Johannes,1,40#40. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die Jesus auf das Wort des Johannes folgten. 2941#Johannes,1,41#41. Der traf zuerst seinen Bruder Simon und sprach zu ihm: «Wir haben den Messias gefunden» - dies Wort bedeutet: Gesalbter -. 2942#Johannes,1,42#42. Er führte ihn dann zu Jesus. Jesus sah ihn an und sagte: «Du bist Simon, des Johannes Sohn; du sollst Kephas heißen» - das bedeutet: Fels -. 2943#Johannes,1,43#43. Tags darauf wollte Jesus nach Galiläa ziehen. Da traf er Philippus und sprach zu ihm: «Folge mir!» 2944#Johannes,1,44#44. Philippus stammte aus Bethsaida, dem Heimatorte des Andreas und Petrus. 2945#Johannes,1,45#45. Philippus traf Nathanael-1- und sprach zu ihm: «Ihn, von dem Mose im Gesetz-2- geschrieben und von dem die Propheten geredet, ihn haben wir gefunden. Es ist Jesus, Josefs Sohn, ein Mann aus Nazaret.» -1) d.h. Gott hat gegeben (= Theodor).   2) man denke namentlich an 5.Mo. 18,15.++ 2946#Johannes,1,46#46. Nathanael sprach zu ihm: «Kann aus Nazaret etwas Gutes kommen-1-?» Philippus antwortete ihm: «Komm mit und überzeuge dich!» -1) Nazaret stand ws. in übelm Rufe.++ 2947#Johannes,1,47#47. Als Jesus sah, wie Nathanael auf ihn zukam, sagte er von ihm*: «Seht, das ist wirklich ein Israelit, in dem keine Unaufrichtigkeit ist!» 2948#Johannes,1,48#48. Nathanael sprach zu ihm: «Woher kennst du mich?» Jesus antwortete ihm: «Noch ehe dich Philippus herrief, sah ich dich, wie du unter dem Feigenbaume warest*.» 2949#Johannes,1,49#49. Nathanael erwiderte ihm: «Meister, du bist Gottes Sohn, du bist der König Israels-1-!» -1) «Sohn Gottes» und «König Israels» sind hier zwei Bezeichnungen des Messias.++ 2950#Johannes,1,50#50. Jesus entgegnete ihm: «Glaubst du, weil ich dir gesagt habe, daß ich dich unter dem Feigenbaume gesehn? Du sollst noch Größeres erleben als dies.» 2951#Johannes,1,51#51. Dann fuhr er fort*: «Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sollt den Himmel offen sehn und die Engel Gottes hinauffahren und herabsteigen über dem Menschensohn-1-.» -1) 1.Mo. 28,12. Jesus will mit diesen Worten sagen, daß seine Jünger sehen sollen, wie er unablässig im innigsten Verkehr mit Gott steht.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Johannes 2 -+ --- MENGE/Johannes 2 -+ --- ALBRECHT/Johannes 2 - 2952#Johannes,2,1#1. Zwei Tage später fand eine Hochzeit statt zu Kana in Galiläa-1-. Die Mutter Jesu war dabei zugegen, -1) Kana lag etwa 5 km nordwestlich von Nazaret. Nathanael war dorther gebürtig (Joh. 21,2).++ 2953#Johannes,2,2#2. und auch Jesus wurde mit seinen Jüngern zu der Hochzeit eingeladen. 2954#Johannes,2,3#3. Als es an Wein mangelte, sprach die Mutter Jesu zu ihm: «Sie* haben keinen Wein mehr.» 2955#Johannes,2,4#4. Jesus antwortete ihr: «Was willst du von mir-1-? Noch ist meine Stunde* nicht gekommen.» -1) die Anrede «Weib, Frau» ist im Deutschen nicht gebräuchlich und fällt deshalb am besten weg, ebenso wie die Anrede «Männer» in Apg. 17,22; vgl. auch Apg. 2,14.22.++ 2956#Johannes,2,5#5. Seine Mutter sprach zu den Dienern: «Was er euch sagt, das tut!» 2957#Johannes,2,6#6. Nun standen dort sechs steinerne Wasserkrüge, die nach jüdischer Sitte zur Reinigung-1- bestimmt waren, und von denen jeder zwei oder drei Maß-2- fassen konnte. -1) der Hände und der Gefäße.   2) w: -+Metreten-. Der attische -+Metretes- enthielt über 39 Liter.++ 2958#Johannes,2,7#7. Jesus befahl den Dienern: «Füllt die Krüge mit Wasser!» Sie füllten sie bis zum Rande. 2959#Johannes,2,8#8. Dann sprach er weiter: «Schöpft jetzt etwas aus und bringet es dem Tafelmeister-1-!» Sie brachtens ihm. -1) dieser hatte die Sorge für die Ausrichtung des ganzen Mahles und war auch der Vorkoster der Speisen und Getränke.++ 2960#Johannes,2,9#9. Als aber der Tafelmeister das nun in Wein verwandelte Wasser kostete, ohne zu wissen, woher es kam-1- - nur die Diener, die das Wasser geschöpft hatten, wußten davon -, da ließ der Tafelmeister den Bräutigam rufen -1) er war also beim Schöpfen nicht zugegen.++ 2961#Johannes,2,10#10. und sprach zu ihm: «Jeder setzt seinen Gästen zuerst den guten Wein vor, und erst dann, wenn sie berauscht sind*, gibt er den minderwertigen. Du hast den guten Wein bis jetzt zurückbehalten*.» 2962#Johannes,2,11#11. So tat Jesus zu Kana in Galiläa sein erstes Wunderzeichen. Dadurch offenbarte er seine Herrlichkeit, und seine Jünger wurden gläubig an ihn. 2963#Johannes,2,12#12. Dann ging er mit seiner Mutter, seinen Brüdern und seinen Jüngern nach Kapernaum hinab. Dort blieben sie aber nur einige Tage. 2964#Johannes,2,13#13. Denn weil das Passahfest der Juden-1- nahe war, zog Jesus hinauf nach Jerusalem. -1) wohl im Jahre 27 n.Chr. - Sonst werden noch Feste erwähnt: Joh. 5,1; 6,4; 7,2; 10,22; 12,1.++ 2965#Johannes,2,14#14. Dort fand er im Tempel außer den Geldwechslern auch die Händler sitzen, die Ochsen, Schafe und Tauben verkauften-a-. -a) vgl. Mt. 21,12.++ 2966#Johannes,2,15#15. Da flocht er aus Stricken eine Geißel und trieb alle - Schafe und Ochsen - zum Tempel hinaus. Das Geld der Wechsler schüttete er auf den Boden, und ihre Tische stieß er um. 2967#Johannes,2,16#16. Den Taubenverkäufern gebot er: «Tragt dies alles weg und macht nicht meines Vaters Haus zu einem Krämerhause!» 2968#Johannes,2,17#17. Da dachten seine Jünger an das Schriftwort: «Der Eifer für dein Haus wird mich verzehren-a-.» -a) Ps. 69,10.++ 2969#Johannes,2,18#18. Die Juden-1- aber fragten ihn: «Was für ein Wunderzeichen lässest du uns sehen, um zu beweisen, daß du so handeln darfst?» -1) gemeint sind wie in Joh. 1,19 die Mitglieder des Hohen Rates.++ 2970#Johannes,2,19#19. Jesus antwortete ihnen: «Reißt diesen Tempel nieder, dann will ich ihn in drei Tagen wiederbauen!» 2971#Johannes,2,20#20. Da sprachen die Juden: «Dieser Tempel ist in sechsundvierzig Jahren erbaut worden-1-*, und du willst ihn in drei Tagen aufbauen?» -1) Herodes d. Gr. begann den Neubau des Serubabelschen Tempels im Winter des Jahres 20/19 v.Chr.++ 2972#Johannes,2,21#21. Er aber meinte den Tempel seines Leibes. 2973#Johannes,2,22#22. Als er von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger dieser Worte, und sie glaubten nun der Schrift und der Belehrung, die ihnen Jesus gegeben hatte. 2974#Johannes,2,23#23. Während er nun an den Tagen des Passahfestes in Jerusalem verweilte, wurden viele an seinen Namen gläubig-1-, weil sie die Wunderzeichen sahen, die er tat. -1) d.h. sie erkannten ihn als Messias an.++ 2975#Johannes,2,24#24. Jesus aber vertraute sich ihnen nicht an*; denn er kannte alle-1- -1) er wußte, wie es um ihre innere Gesinnung stand.++ 2976#Johannes,2,25#25. und hatte nicht nötig, daß ihm einer über den Menschen, mit dem er jedesmal zu tun hatte, nähern Aufschluß gab. Denn er kannte selbst den Herzenszustand eines jeden Menschen-1-. -1) schon Joh. 1,43.48 offenbart er sich als den Herzenskündiger.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Johannes 3 -+ --- MENGE/Johannes 3 -+ --- ALBRECHT/Johannes 3 - 2977#Johannes,3,1#1. Unter den Pharisäern war ein Mann, mit Namen Nikodemus, ein Mitglied des jüdischen Hohen Rates. 2978#Johannes,3,2#2. Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: «Meister, wir wissen, daß du ein von Gott gesandter Lehrer bist. Denn niemand kann die Wunderzeichen tun, die du vollbringst, wenn Gott nicht mit ihm ist.» 2979#Johannes,3,3#3. Jesus antwortete ihm: «Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wer nicht von oben her-1- geboren wird, der kann Gottes Königreich nicht sehen.» -1) d.h. vom Himmel her o: von Gott. Dies bedeutet das gr. Wort auch V. 31.++ 2980#Johannes,3,4#4. Nikodemus sprach zu ihm: «Wie kann jemand in seinem hohen Alter geboren werden? Kann er denn zum zweitenmal in seiner Mutter Schoß gehen und dann geboren werden?» 2981#Johannes,3,5#5. Jesus erwiderte: «Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wer nicht aus Wasser und Geist geboren wird-1-, der kann in Gottes Königreich nicht eingehn. -1) Hinweis auf die Taufe (Tit. 3,5; Apg. 22,16).++ 2982#Johannes,3,6#6. Das aus dem Fleisch Geborene ist Fleisch, das aus dem Geist Geborene ist Geist-1-. -1) die leibliche Geburt kann nur das leiblich-sinnliche Leben erzeugen, das neue geistliche Wesen dagegen muß durch eine vom Heiligen Geiste bewirkte Geburt erzeugt werden.++ 2983#Johannes,3,7#7. Sei nicht erstaunt darüber, daß ich dir gesagt habe: ihr müßt von oben her geboren werden. 2984#Johannes,3,8#8. Der Wind weht, wo er will; du hörest zwar sein Brausen; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Ebenso verhält sich's auch mit jedem, der aus dem Geist geboren ist-1-.» -1) auch der Geist wirkt, wo er will (1.Kor. 12,11), und seine Gegenwart offenbart sich (1.Kor. 12,7ff.); aber Ursprung und Ziel seiner Wirkung nimmt der Mensch nicht wahr (Pred. 11,5).++ 2985#Johannes,3,9#9. Nikodemus entgegnete ihm: «Wie ist dies alles möglich?» 2986#Johannes,3,10#10. Jesus antwortete ihm: «Du bist ein so bekannter Lehrer Israels und weißt das nicht? 2987#Johannes,3,11#11. Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben*; trotzdem nehmt ihr unser Zeugnis nicht an. 2988#Johannes,3,12#12. Glaubt ihr nicht einmal, wenn ich von den irdischen Dingen zu euch geredet habe, wie werdet ihr da glauben, wenn ich erst von den himmlischen Dingen zu euch rede*? 2989#Johannes,3,13#13. Niemand aber ist im Himmel heimisch-1-* als allein der Menschensohn, der aus dem Himmel herabgekommen ist. -1) w: «ist in den Himmel emporgestiegen».++ 2990#Johannes,3,14#14. Und wie einst Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat-a-, ebenso muß auch der Menschensohn erhöhet werden, -a) 4.Mo. 21,6-9.++ 2991#Johannes,3,15#15. damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben habe.» 2992#Johannes,3,16#16. Denn so sehr hat Gott die Welt-1- geliebt, daß er seinen eingebornen Sohn gegeben hat, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengehe, sondern das ewige Leben habe. -1) die ganze von ihm abgefallene und ihm feindlich gesinnte Menschheit.++ 2993#Johannes,3,17#17. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, um die Welt zu richten, sondern damit die Welt durch ihn errettet werde-1-. -1) vom Verderben.++ 2994#Johannes,3,18#18. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet-1-, weil er nicht gläubig ist an den Namen des eingebornen Sohnes Gottes. -1) über den ist schon die richterliche Entscheidung gefällt.++ 2995#Johannes,3,19#19. Darin aber vollzieht sich das Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen ist und die Menschen trotzdem die Finsternis dem Lichte vorgezogen haben. Das taten sie, weil ihre Werke böse waren. 2996#Johannes,3,20#20. Denn jeder Übeltäter haßt das Licht und kommt nicht an das Licht, aus Furcht, daß seine Werke aufgedeckt und verurteilt werden. 2997#Johannes,3,21#21. Wer aber die Wahrheit tut-a-, der kommt ans Licht, damit seine Werke offenbar werden; denn* sie sind in Gott* getan*. -a) 1.Joh. 1,6.++ 2998#Johannes,3,22#22. Darauf begab sich Jesus mit seinen Jüngern in die Landschaft Judäa-1-. Dort blieb er mit ihnen eine Zeitlang und taufte. -1) er ging aus der Hauptstadt Jerusalem dem Jordan zu.++ 2999#Johannes,3,23#23. Aber auch Johannes taufte damals in Ainon nahe bei Salim*, weil dort viel Wasser war; und die Leute kamen zu ihm und ließen sich taufen. 3000#Johannes,3,24#24. Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen-a-*. -a) Mt. 4,12-17; Mk. 1,14.++ 3001#Johannes,3,25#25. Einst stritten die Jünger des Johannes mit einem Juden über die Frage der Reinigung-1-. -1) die Streitfrage war jedenfalls, was eine höhere Reinigung bewirke: die Taufe des Johannes o. die Taufe Jesu.++ 3002#Johannes,3,26#26. Da kamen sie zu Johannes und sagten ihm: «Meister, der Mann, der jenseit des Jordans bei dir war, und für den du Zeugnis abgelegt hast, der tauft jetzt auch, und alle kommen zu ihm-1-.» -1) die Johannesjünger sind neidisch auf die Erfolge Jesu.++ 3003#Johannes,3,27#27. Da antwortete Johannes: «Kein Mensch kann etwas nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel her gegeben ist*. 3004#Johannes,3,28#28. Ihr selbst könnt mir bezeugen, daß ich gesagt habe: ,Ich bin nicht der Messias, ich bin nur sein Wegbereiter.' 3005#Johannes,3,29#29. Wer die Braut hat, ist der Bräutigam. Der Freund des Bräutigams aber, der bei ihm steht und auf seine Worte lauscht, ist voller Freude über des Bräutigams Glück**. Solche Freude wird mir jetzt im vollen Maß zuteil-1-. -1) so stellt sich Johannes in den schärfsten Gegensatz zu den neidischen Regungen seiner Jünger.++ 3006#Johannes,3,30#30. Er muß wachsen*, ich muß kleiner werden.» 3007#Johannes,3,31#31. Er, der von oben-1- kommt, ist allen-2- überlegen. Wer von der Erde stammt, gehört (nach seiner ganzen Art) der Erde an, und auch alles, was er redet, geht von der Erde aus*. Wer aus dem Himmel kommt, -1) vom Himmel her.   2) allen andern Gesandten Gottes, mithin auch dem Täufer.++ 3008#Johannes,3,32#32. der zeugt von dem, was er gesehen und gehört hat. Doch niemand nimmt sein Zeugnis an-a-. -a) vgl. Joh. 1,11; 3,11.++ 3009#Johannes,3,33#33. Wer aber sein Zeugnis annimmt, der bestätigt damit feierlich, daß Gott wahrhaftig ist-a-*. -a) 1.Joh. 5,10.++ 3010#Johannes,3,34#34. Denn er, den Gott gesandt hat*, redet Gottes Worte, weil Gott (ihm) den Geist nicht in beschränktem Maße gibt*. 3011#Johannes,3,35#35. Der Vater liebt den Sohn, und alles hat er ihm in seine Hand gegeben-a-. -a) Joh. 13,3; Mt. 11,27; 28,18.++ 3012#Johannes,3,36#36. Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohne nicht gehorcht, der wird kein Leben schauen; sondern Gottes Zorn lastet immerfort auf ihm-1-. -1) V. 31-36 ist wohl als eine Betrachtung des Evangelisten anzusehen und nicht als Fortsetzung der Rede des Täufers.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Johannes 4 -+ --- MENGE/Johannes 4 -+ --- ALBRECHT/Johannes 4 - 3013#Johannes,4,1#1. Als der Herr erfuhr, die Pharisäer hätten vernommen, Jesus gewinne und taufe mehr Jünger als Johannes - 3014#Johannes,4,2#2. obwohl Jesus nicht selbst taufte, sondern nur seine Jünger -, 3015#Johannes,4,3#3. da verließ er Judäa und kehrte nach Galiläa zurück*. 3016#Johannes,4,4#4. Er mußte aber durch Samaria ziehen. 3017#Johannes,4,5#5. So kam er zu einer Stadt Samarias mit Namen Sychar-1-, die nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohne Josef geschenkt hatte-a-. -1) dies ist wohl ein jüngerer Name der bekannten Stadt Sichem.   a) 1.Mo. 48,22.++ 3018#Johannes,4,6#6. Dort war auch Jakobs Brunnen*. Weil nun Jesus von der Wanderung müde war, setzte er sich ohne weiteres an dem Brunnen nieder. Es war um die sechste Stunde-1-. -1) gegen 12 Uhr mittags, also um die heißeste Tageszeit.++ 3019#Johannes,4,7#7. Da kam eine Samariterin, um Wasser zu schöpfen. Jesus bat sie: «Gib mir zu trinken!» - 3020#Johannes,4,8#8. Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Lebensmittel einzukaufen*. - 3021#Johannes,4,9#9. Die Samariterin antwortete ihm: «Wie kommst du als Jude dazu, mich, die Samariterin, um einen Trunk zu bitten*?» - Denn die Juden haben keinen Verkehr mit den Samaritern-1-. - -1) eine Bemerkung des Evangelisten für seine heidenchristlichen, mit den Verhältnissen Palästinas unbekannten Leser.++ 3022#Johannes,4,10#10. Jesus erwiderte ihr: «Kenntest du die Gottesgabe-1- und wüßtest du, wer es ist, der zu dir spricht: ,Gib mir zu trinken', - so hättest du ihn (um einen Trunk) gebeten, und er hätte dir Quellwasser-2- gegeben.» -1) vlt. ein Hinweis auf die Gabe des Heiligen Geistes.   2) in Joh. 7,39 ein Bild des Heiligen Geistes.++ 3023#Johannes,4,11#11. Da sprach das Weib zu ihm: «Herr-1-, du hast doch kein Schöpfgefäß, und dazu ist der Brunnen tief; woher willst du da das Quellwasser nehmen*? -1) eine ehrerbietige Anrede.++ 3024#Johannes,4,12#12. Kannst du denn etwas Besseres geben als unser Vater Jakob-1-, der uns diesen Brunnen geschenkt-2-, aus dem er selbst mit seinen Söhnen und seinen Herden getrunken hat?» -1) die Samariter behaupteten von Josef abzustammen.   2) wie die samaritische Überlieferung berichtete.++ 3025#Johannes,4,13#13. Jesus antwortete: «Alle, die von dem Wasser dieses Brunnens trinken, wird nachher wieder dürsten. 3026#Johannes,4,14#14. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben will, den soll in Ewigkeit nicht dürsten. Sondern das Wasser, das ich ihm geben will, soll in ihm ein Brunnquell werden, der noch im ewigen Leben Wasser spendet-a-.» -a) vgl. Joh. 14,16.17.++ 3027#Johannes,4,15#15. Die Frau sprach zu ihm: «Herr, gib mir dieses Wasser,-1-* damit ich keinen Durst mehr habe und zum Wasserschöpfen nicht mehr hierher zu kommen brauche!» -1) die Frau denkt dabei an ein irdisches Wunderwasser.++ 3028#Johannes,4,16#16. Jesus erwiderte ihr: «Geh, rufe deinen Mann und komm dann wieder*!» 3029#Johannes,4,17#17. Die Frau antwortete: «Ich habe keinen Mann.» Jesus sprach zu ihr: «Du hast ganz recht, wenn du sagst: ,Ich habe keinen Mann.' 3030#Johannes,4,18#18. Denn fünf Männer hast du schon gehabt-1-*; doch der Mann, den du jetzt hast, ist nicht dein Ehegatte. Darin hast du die Wahrheit gesprochen.» -1) die Frau ist fünfmal verheiratet gewesen.++ 3031#Johannes,4,19#19. Die Frau entgegnete ihm: «Herr, ich sehe: du bist ein Prophet*. 3032#Johannes,4,20#20. (Da habe ich nun eine Frage:) Unsre Vorfahren haben auf diesem Berge hier-1- angebetet; ihr aber behauptet, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten müsse*.» -1) dabei zeigt sie auf den nahen Berg Garizim, wo früher der von Johannes Hyrkanus (135-104 v.Chr.) zerstörte Tempel der Samariter stand.++ 3033#Johannes,4,21#21. Jesus sprach zu ihr: «Glaube mir: die Stunde kommt, wo man weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten wird*. 3034#Johannes,4,22#22. Ihr betet an, was ihr nicht kennt*. Wir beten an, was wir kennen; denn das Heil geht von den Juden aus-1-. -1) deshalb haben auch die Juden die rechte und reine Offenbarung Gottes.++ 3035#Johannes,4,23#23. Aber die Stunde kommt und ist schon da*, wo die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten**. Denn solche Anbeter will der Vater haben. 3036#Johannes,4,24#24. Gott ist Geist, und seine Anbeter müssen ihn in Geist und Wahrheit anbeten*.» 3037#Johannes,4,25#25. Die Frau entgegnete ihm: «Ich weiß, daß der Messias kommt-a-**» - dies Wort bedeutet: Gesalbter-b- -; «wenn der kommt, so wird er uns über alles belehren.» -a) 5.Mo. 18,15.   b) vgl. Joh. 1,41.++ 3038#Johannes,4,26#26. Jesus sprach zu ihr: «Ich, der mit dir redet, ich bin der Messias!» 3039#Johannes,4,27#27. In diesem Augenblick kamen seine Jünger zurück. Sie waren verwundert, daß er mit einem Weibe redete-1-. Doch keiner fragte ihn: «Was willst du von ihr?» oder: «Warum unterhältst du dich mit ihr?» -1) was die Gesetzeslehrer nicht taten.++ 3040#Johannes,4,28#28. Die Frau nun ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte in die Stadt zurück und sagte den Leuten: 3041#Johannes,4,29#29. «Kommt schnell und seht einen Fremden, der mir all mein Tun aufgedeckt hat! Ist das vielleicht der Messias?» 3042#Johannes,4,30#30. Da verließen sie die Stadt und machten sich auf den Weg zu Jesus. 3043#Johannes,4,31#31. Inzwischen* baten ihn die Jünger dringend: «Meister, iß doch!» 3044#Johannes,4,32#32. Er antwortete ihnen: «Für mich gibt's eine Speise, die ihr nicht kennt.» 3045#Johannes,4,33#33. Da sprachen die Jünger zueinander: «Hat ihm denn einer zu essen gebracht?» 3046#Johannes,4,34#34. Jesus erwiderte ihnen: «Meine Speise* ist, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk völlig auszurichten. 3047#Johannes,4,35#35. Sagt ihr nicht: ,Es sind jetzt noch vier Monate bis zur Ernte-1-*'? Nun, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und schauet diese Felder an! Sie sind reif zur Ernte*! -1) die Ernte begann im April.++ 3048#Johannes,4,36#36. Wer diese Ernte einbringt, empfängt schon dadurch Belohnung, daß er Frucht fürs ewige Leben sammelt: so sollen sich der Sämann und der Schnitter miteinander freuen. 3049#Johannes,4,37#37. Denn hier* trifft das Sprichwort zu: Der eine sät, der andre erntet. 3050#Johannes,4,38#38. Ich habe euch gesandt, um dort zu ernten, wo ihr euch vorher nicht abgemüht. Andre haben sich gemüht, und ihr erntet die Früchte ihrer mühevollen Arbeit-a-*.» -a) z.B. Apg. 1,8; 2,41; 4,4; 6,7; 8,5-17.++ 3051#Johannes,4,39#39. Viele aber von den Samaritern aus jener Stadt wurden schon deshalb an ihn gläubig*, weil die Frau versicherte: «Er hat mir all mein Tun aufgedeckt.» 3052#Johannes,4,40#40. Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen Aufenthalt zu nehmen. Er blieb auch zwei Tage dort. 3053#Johannes,4,41#41. Da kamen noch viel mehr zum Glauben durch seine Unterweisung, 3054#Johannes,4,42#42. und sie sprachen zu der Frau: «Wir glauben nun nicht mehr allein auf deine Erzählung hin. Denn wir haben jetzt mit eignen Ohren gehört und wissen: Dieser Mann ist wahrhaftig der Welterlöser.» 3055#Johannes,4,43#43. Nach Verlauf der beiden Tage-a- zog Jesus von dort nach Galiläa weiter, -a) V. 40.++ 3056#Johannes,4,44#44. obwohl* er selbst erklärt hatte, daß ein Prophet in seiner eignen Heimat keine Anerkennung finde-a-. -a) Mk. 6,4.++ 3057#Johannes,4,45#45. Als er aber nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer freundlich auf, weil sie in Jerusalem während des Festes gewesen waren und dort alle seine Taten gesehen hatten. 3058#Johannes,4,46#46. Er kam dann wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser in Wein verwandelt hatte. 47. Nun wohnte in Kapernaum ein königlicher Hofbeamter-1-, dessen Sohn an einer (schweren) Krankheit litt. -1) im Dienste des Herodes Antipas.++ 3059#Johannes,4,47#Als dieser Mann erfuhr, Jesus sei aus Judäa nach Galiläa gekommen, da ging er zu ihm-1- und bat ihn, herzukommen und seinen Sohn zu heilen. Denn er lag im Sterben. -1) von Kapernaum nach Kana.++ 3060#Johannes,4,48#48. Jesus aber sprach zu dem Manne: «Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.» 3061#Johannes,4,49#49. Der Beamte bat ihn: «Herr, komm doch, ehe mein Kind stirbt!» 3062#Johannes,4,50#50. Jesus erwiderte ihm: «Geh nur heim, dein Sohn bleibt am Leben!» Der Mann glaubte diesem Worte, das Jesus zu ihm sprach, und ging weg. 3063#Johannes,4,51#51. Er war noch auf dem Heimwege, als ihm seine Knechte entgegenkamen mit der Nachricht, daß sein Sohn am Leben sei. 3064#Johannes,4,52#52. Da fragte er sie, in welcher Stunde sich sein Zustand gebessert habe. Sie antworteten ihm: «Gestern in der siebenten Stunde-1-** hat ihn das Fieber verlassen.» -1) 1 Uhr nachmittags.++ 3065#Johannes,4,53#53. Da erkannte der Vater, daß es genau die Stunde war, wo Jesus zu ihm gesagt hatte: «Dein Sohn bleibt am Leben!» Und er wurde mit seinem ganzen Hause gläubig. 3066#Johannes,4,54#54. Dies ist das zweite Wunderzeichen, das Jesus in Galiläa nach seiner Rückkehr aus Judäa tat-a-. -a) Joh. 2,11.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Johannes 5 -+ --- MENGE/Johannes 5 -+ --- ALBRECHT/Johannes 5 - 3067#Johannes,5,1#1. Darauf war ein Fest der Juden-1-*, und Jesus zog hinauf nach Jerusalem. -1) ws. das Purimfest (das Fest der Lose); Esth. 9,21.++ 3068#Johannes,5,2#2. In Jerusalem liegt dicht bei dem Schaftor-a- ein Teich, der heißt auf hebräisch Bethzatha-1- und hat fünf Hallen*. -1) vlt. = Olivenhaus.   a) Neh. 3,1.32; 12,39.++ 3069#Johannes,5,3#3. Darin lagen viele Kranke: Blinde, Lahme und Schwindsüchtige-1-. -1) hier folgt in manchen Hs. noch der Zusatz: «die auf die Bewegung des Wassers warteten.++ 3070#Johannes,5,4#4. -Denn ein Engel stieg von Zeit zu Zeit in den Teich hinab und brachte das Wasser in Wallung (vgl. Offb. 16,5). Wer nun nach der Bewegung des Wassers zuerst hineinstieg, der ward gesund, gleichviel mit welcher Krankheit er behaftet war.»++ 3071#Johannes,5,5#5. Nun war ein Mann da, der schon achtunddreißig Jahre an seiner Krankheit gelitten hatte. 3072#Johannes,5,6#6. Als Jesus den daliegen sah und erfuhr, daß er schon so lange leidend gewesen war, fragte er ihn: «Willst du gesund werden?» 3073#Johannes,5,7#7. Der Kranke antwortete ihm: «Herr, ich habe keinen Menschen, der mich, wenn das Wasser in Bewegung kommt, schnell in den Teich hineinbringt. Während ich dann hingehe, steigt schon ein andrer vor mir hinab*.» 3074#Johannes,5,8#8. Jesus sprach zu ihm: «Steh auf, nimm dein Bett und geh!» 3075#Johannes,5,9#9. Sofort ward der Mann gesund: er nahm sein Bett und konnte gehn. Dies geschah an einem Sabbat. 3076#Johannes,5,10#10. Da sprachen die Juden-1- zu dem Geheilten: «Heute ist Sabbat; da darfst du nicht dein Bett tragen!» -1) und zwar Mitglieder des Hohen Rates.++ 3077#Johannes,5,11#11. Er aber antwortete ihnen: «Der Mann, der mich gesund gemacht hat, der hat zu mir gesagt: ,Nimm dein Bett und geh!'» 3078#Johannes,5,12#12. Da fragten sie ihn: «Wer ist der Mann, der zu dir gesagt hat: ,Nimm dein Bett und geh?'» 3079#Johannes,5,13#13. Der Geheilte aber wußte nicht, wer es war. Denn Jesus hatte sich damals (um Aufsehen zu vermeiden) unbemerkt entfernt, weil viele Leute an dem Orte waren. 3080#Johannes,5,14#14. Später traf ihn Jesus im Tempel und sprach zu ihm: «Du bist jetzt gesund geworden; sündige nun nicht wieder, damit dir nicht noch Schlimmeres widerfahre*!» 3081#Johannes,5,15#15. Da ging der Mann hin und teilte den Juden-1- mit, Jesus habe ihn gesund gemacht. -1) den Mitgliedern des Hohen Rates.++ 3082#Johannes,5,16#16. Weil Jesus solche Werke am Sabbat tat, begannen ihn die Juden zu verfolgen. 3083#Johannes,5,17#17. Jesus aber sprach zu ihnen: «Mein Vater wirket unaufhörlich-1-, und ebenso wirke ich.» -1) also auch am Sabbat. Gott wirkt zum Heil der Menschen.++ 3084#Johannes,5,18#18. Deshalb trachteten ihm die Juden noch viel mehr nach dem Leben, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch behauptete, Gott sei in besonderm Sinn sein Vater, und sich damit Gott gleichstellte-1-. -1) indem er sich als dem Sohne dieselbe Freiheit des Wirkens zuschrieb, wie sie der Vater ausübt (V. 17).++ 3085#Johannes,5,19#19. Da nahm Jesus das Wort und sprach zu ihnen: «Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Sohn kann nichts aus eigner Vollmacht tun; er tut nur das, was er den Vater tun sieht. Denn was der tut, das tut der Sohn in gleicher Weise. 3086#Johannes,5,20#20. Denn der Vater hat den Sohn lieb und zeigt ihm alles, was er selber tut. Ja größre Werke noch als diese-1- wird er ihm zeigen, daß ihr euch wundern sollt. -1) die Sabbatheilungen.++ 3087#Johannes,5,21#21. Denn wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so auch der Sohn: er macht lebendig, wen er will-1-. -1) er erweckt vom geistlichen und vom leiblichen Tode.++ 3088#Johannes,5,22#22. Denn nicht der Vater ist's, der jemand richtet, er hat vielmehr das Richten ganz dem Sohne übertragen*, 3089#Johannes,5,23#23. damit alle ihn, den Sohn, so ehren, wie sie den Vater ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, der ehrt auch nicht den Vater, der den Sohn gesandt. 3090#Johannes,5,24#24. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer meinem Wort gehorcht und glaubet dem, der mich gesandt, der hat das ewige Leben und kommt in kein Gericht*, er ist vielmehr vom Tode durchgedrungen in das Leben-a-*. -a) 1.Joh. 3,14.++ 3091#Johannes,5,25#25. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Es kommt die Stunde, ja sie ist schon da-1-, wo die Toten* des Gottessohnes Stimme* hören, und alle, die ihr folgen, sollen leben*. -1) sie hat mit Jesu Wirksamkeit begonnen.++ 3092#Johannes,5,26#26. Denn-1- wie der Vater Leben in sich trägt*, so hat er auch dem Sohn verliehen, Leben in sich zu tragen*. -1) begründet, wie der Sohn das ewige Leben geben kann.++ 3093#Johannes,5,27#27. Ja, er hat ihm die Macht gegeben, Gericht zu halten; denn er ist Menschensohn-a-**. -a) vgl. Offb. 1,13; 14,14; Bez. des Messias Dan. 7,13.++ 3094#Johannes,5,28#28. Seid nicht darob verwundert, daß die Stunde kommt, da alle in den Gräbern seine Stimme* hören. 3095#Johannes,5,29#29. Dann werden sie hervorgehn: Die da gut gehandelt haben, zu einer Auferstehung, die das Leben-1- bringt, und die das Böse ausgeführt, zur Auferstehung des Gerichts-2-. -1) das ewige Leben.   2) die ins ewige Verderben führt; vgl. Dan. 12,2.++ 3096#Johannes,5,30#30. Ich kann nichts eigenmächtig tun. So wie ich höre, richte ich, und dies mein Urteil ist gerecht, weil ich nicht meinen Willen auszuführen suche, vielmehr den Willen des, der mich gesandt. 3097#Johannes,5,31#31. Wenn ich nur zeugen wollte für mich selbst, mein Zeugnis hätte keine Gültigkeit-1-. -1) auf Jesu Rede von seiner Gottessohnschaft (V. 19-30) folgt nun V. 31-47 seine Rede von dem Zeugnis für seine Gottessohnschaft.++ 3098#Johannes,5,32#32. Ein andrer ist's, der für mich zeugt-1-. Ich weiß auch, daß das Zeugnis wahr ist, das er für mich ablegt. -1) Gott selbst.++ 3099#Johannes,5,33#33. Ihr sandtet zu Johannes-a-*, der hat gezeuget für die Wahrheit. -a) Joh. 1,26ff.++ 3100#Johannes,5,34#34. Ich aber nehme nicht von einem Menschen Zeugnis an*. Ich rede nur davon-1-, damit ihr Rettung findet*. -1) von dem Johanneszeugnis.++ 3101#Johannes,5,35#35. Er-1- war die Leuchte, die mit hellem Scheine brannte*, ihr aber wolltet euch nur eine Weile freuen an jenem Lichterglanz, den er strahlen ließ*. -1) Johannes der Täufer.++ 3102#Johannes,5,36#36. Das Zeugnis aber, das ich habe, steht höher als das Zeugnis des Johannes: Denn die Werke, die ich in meines Vaters Auftrag auszurichten habe, - die Werke, die ich tue -, die legen Zeugnis für mich ab, daß mich der Vater hat gesandt. 3103#Johannes,5,37#37. Und auch der Vater selbst, der mich gesandt, hat Zeugnis für mich abgelegt-1-. Des Vaters Stimme habt ihr nie gehört, sein Aussehn habt ihr nie geschaut*. -1) in den Schriften des Alten Bundes.++ 3104#Johannes,5,38#38. Sein Wort-1- habt ihr nicht in euch wohnen; denn dem, den er gesandt, dem glaubt ihr nicht. -1) die heiligen Urkunden des Alten Bundes, worin allein sie die göttliche Offenbarung besaßen.++ 3105#Johannes,5,39#39. Ihr forscht wohl in den Schriften-1-; denn ihr meinet, schon darin-2- hättet ihr das ewge Leben, und sie sind's auch, die von mir zeugen. -1) des Alten Bundes.   2) in den heiligen Schriften an sich, in ihrem äußern Besitz und ihrem eifrigen Lesen.++ 3106#Johannes,5,40#40. Trotzdem wollt ihr nicht zu mir kommen-1-, damit ihr Leben habet*. -1) auf den doch die heiligen Schriften hinweisen.++ 3107#Johannes,5,41#41. Ehre, die von Menschen kommt, die weise ich zurück. 3108#Johannes,5,42#42. Euch aber kenne ich genau und weiß, daß ihr die Gottesliebe* nicht in euern Herzen habt. 3109#Johannes,5,43#43. Ich bin in meines Vaters Namen aufgetreten, doch ihr nehmt mich nicht an. Tritt einst ein andrer auf in seinem eignen Namen-1-, den werdet ihr annehmen. -1) ein falscher Messias, zuletzt der Antichrist.++ 3110#Johannes,5,44#44. Wie könnet ihr zum Glauben kommen, wenn ihr euch ehren laßt von euresgleichen und nicht nach jener Ehre trachtet, die von dem einen Gotte kommt*? 3111#Johannes,5,45#45. Denkt nicht, ich wolle euch verklagen bei dem Vater. Es ist schon einer da, der euch verklagt: Mose, auf den ihr eure Hoffnung setzt. 3112#Johannes,5,46#46. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so glaubtet ihr auch mir. Von mir hat jener ja geschrieben*. 3113#Johannes,5,47#47. Glaubt ihr nun aber Moses Schriften nicht, wie werdet ihr da meinen Worten glauben?»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Johannes 6 -+ --- MENGE/Johannes 6 -+ --- ALBRECHT/Johannes 6 - 3114#Johannes,6,1#1. Hierauf begab sich Jesus auf die andre Seite des Sees von Galiläa oder von Tiberias-1-. -1) die nach dem Kaiser Tiberius benannte Stadt Tiberias, wonach der See auch genannt wurde, war der Wohnsitz des Vierfürsten Herodes Antipas.++ 3115#Johannes,6,2#2. Eine große Volksmenge begleitete ihn dorthin, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. 3116#Johannes,6,3#3. Jesus ging dann auf die Berghöhe und blieb dort mit seinen Jüngern-a-. -a) Mt. 15,29.++ 3117#Johannes,6,4#4. Das jüdische Passahfest-1- aber stand nahe bevor**. -1) des Jahres 28 oder 29 n.Chr.++ 3118#Johannes,6,5#5. Als nun Jesus seine Augen aufhob und eine große Volksmenge-a- zu sich kommen sah, sprach er zu Philippus: «Woher sollen wir Brot kaufen, damit diese alle zu essen haben?» - -a) V. 2.++ 3119#Johannes,6,6#6. So fragte er aber nur, um ihn zu prüfen*; denn er selbst wußte schon, was er tun wollte. - 3120#Johannes,6,7#7. Philippus antwortete ihm: «Für zweihundert Silberlinge-1-* Brot wäre nicht genug für sie; da würde jeder nur ein kleines Stück bekommen.» -1) w: 200 -+Denare-.++ 3121#Johannes,6,8#8. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sprach zu ihm: 3122#Johannes,6,9#9. «Hier ist ein Knabe, der hat fünf Gerstenbrote-1- und zwei Fische. Doch was ist das für so viele?» -1) diese wurden bes. von der ärmern Bevölkerung gegessen.++ 3123#Johannes,6,10#10. Jesus aber gebot: «Laßt die Leute sich auf den Boden lagern!» Es war dort nämlich reicher Graswuchs. Da lagerten sich an Männern ungefähr fünftausend. 3124#Johannes,6,11#11. Nun nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und ließ sie-1- den Gelagerten austeilen. Ebenso verfuhr er mit den Fischen; und jeder nahm davon, soviel er wollte. -1) durch die Jünger.++ 3125#Johannes,6,12#12. Als sie gesättigt waren, sprach er zu seinen Jüngern: «Sammelt die übriggebliebenen Brocken, damit nichts umkomme!» 3126#Johannes,6,13#13. Das taten sie und füllten von den fünf Gerstenbroten zwölf große Körbe mit Brocken, die beim Essen übriggeblieben waren. 3127#Johannes,6,14#14. Als die Leute erfuhren, welches Zeichen er getan hatte, da sprachen sie: «Dies ist wahrhaftig der Prophet, der-a- in die Welt kommen soll!» -a) nach der Verheißung in 5.Mo. 18,15.++ 3128#Johannes,6,15#15. Da aber Jesus merkte, daß sie kommen und ihn mit Gewalt wegführen wollten-1-, um ihn zum König zu machen, zog er sich ganz allein aufs neue ins Gebirge zurück. -1) nach Jerusalem.++ 3129#Johannes,6,16#16. Am späten Abend gingen seine Jünger an den See hinab-1-. -1) die Speisung hatte also auf der Berghöhe stattgefunden.++ 3130#Johannes,6,17#17. Sie stiegen in ein Boot und machten sich auf die Fahrt nach Kapernaum, das am andern Ufer des Sees lag. Es war schon dunkel geworden, und Jesus war noch immer nicht zu ihnen zurückgekehrt. 3131#Johannes,6,18#18. Der See aber wurde durch einen starken Wind heftig aufgeregt. 3132#Johannes,6,19#19. Als sie nun etwa zweiundeinhalb bis drei Seemeilen-1- gefahren waren, sahen sie, wie Jesus auf dem See wandelte und sich ihrem Boote näherte. Da erschraken sie. -1) w: «etwa 25 bis 30 Stadien.» Ein -+Stadion- = 185 m. Eine Seemeile = 1,852 km.++ 3133#Johannes,6,20#20. Er aber