1#Matthäus,1,1#1. DIES ist das Buch der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams*. 2#Matthäus,1,2#2. Abraham war der Vater Isaaks. Isaak war der Vater Jakobs. Jakob war der Vater Judas und seiner Brüder. 3#Matthäus,1,3#3. Juda war - durch Thamar - der Vater des Perez und Serah-a-. Perez war der Vater Hezrons. Hezron war der Vater Rams. -a) 1.Mo. 38,29.30.++ 4#Matthäus,1,4#4. Ram war der Vater Aminadabs. Aminadab war der Vater Nahessons. Nahesson war der Vater Salmas. 5#Matthäus,1,5#5. Salma war - durch Rahab - der Vater des Boas. Boas war - durch Ruth - der Vater Obeds. Obed war der Vater Isais. 6#Matthäus,1,6#6. Isai war der Vater des Königs David-a-. David war - durch Urias Witwe-1- - der Vater Salomos. -1) Bathseba (2.Sam. 11).   a) Ruth 4,18-22.++ 7#Matthäus,1,7#7. Salomo war der Vater Rehabeams. Rehabeam war der Vater Abias. Abia war der Vater Asas. 8#Matthäus,1,8#8. Asa war der Vater Josafats. Josafat war der Vater Jorams. Joram war der Vater Usias*. 9#Matthäus,1,9#9. Usia-1- war der Vater Jotams. Jotam war der Vater des Ahas. Ahas war der Vater Hiskias. -1) Asarja in 1.Chr. 3,12 ist derselbe wie Usia.++ 10#Matthäus,1,10#10. Hiskia war der Vater Manasses. Manasse war der Vater Amons. Amon war der Vater Josias. 11#Matthäus,1,11#11. Josia wurde der Vater Jechonjas-1-** und seiner Brüder zur Zeit der Wegführung nach Babylon-a-. -1) zwischen Josia und Jechonja fehlt in V. 11 Jojakim (1.Chr. 3,15.16).   a) zu V. 7-11: vgl. 1.Chr. 3,10-16.++ 12#Matthäus,1,12#12. Nach der Wegführung nach Babylon wurde Jechonja der Vater Sealthiels-a-. Sealthiel war der Vater Serubabels-b-**. -a) 1.Chr. 3,17.   b) Esra 3,2; 5,2.++ 13#Matthäus,1,13#13. Serubabel war der Vater Abiuds. Abiud war der Vater Eljakims. Eljakim war der Vater Asors. 14#Matthäus,1,14#14. Asor war der Vater Zadoks. Zadok war der Vater Achims. Achim war der Vater Eliuds. 15#Matthäus,1,15#15. Eliud war der Vater Eleasars. Eleasar war der Vater Matthans. Matthan war der Vater Jakobs. 16#Matthäus,1,16#16. Jakob war der Vater Josefs, des Mannes der Maria. Maria aber ist die Mutter jenes Jesus, der den Namen Christus trägt*. 17#Matthäus,1,17#17. Alle Geschlechter von Abraham bis David betragen vierzehn. Auch von David bis zu der Wegführung nach Babylon sind vierzehn Geschlechter. Ebenso sind vierzehn Geschlechter von der Wegführung nach Babylon bis auf den Messias. 18#Matthäus,1,18#18. Mit Christi Geburt verhielt es sich so: Als seine Mutter Maria mit Josef verlobt war, da zeigte sich's, noch ehe sie zusammenzogen, daß sie vom Heiligen Geist empfangen hatte. 19#Matthäus,1,19#19. Josef aber, ihr Verlobter-1-*, der ein frommer Mann war* und sie nicht bloßstellen wollte, ging schon damit um, sich in aller Stille von ihr zu trennen*. -1) w: ihr Mann. Die Verlobung wurde bei den Juden als der Anfang der Eheschließung angesehen und auch rechtlich so behandelt (vgl. 5.Mo. 22,23f.).++ 20#Matthäus,1,20#20. Als er dies erwog, da erschien ihm im Traume ein Engel des Herrn und sprach zu ihm: «Josef, du Sohn Davids, scheue dich nicht*, Maria, deine Verlobte-1-, zu deiner Ehefrau zu machen! Denn was in ihr erzeugt ist, das stammt von dem Heiligen Geiste. -1) w: dein Weib, s. auch V. 19.++ 21#Matthäus,1,21#21. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus-1- geben; denn er wird sein Volk* erretten von ihren* Sünden-a-*.» -1) gr. Name -+Jesus- ist gebildet aus hebr. -+Jeschua-, Verkürzung des ält. Namens -+Jehoschua- (Josua), d.h. Jahwe ist Hilfe oder Retter.   a) Ps. 130,8.++ 22#Matthäus,1,22#22. - Dies alles ist geschehen, damit sich jenes Wort erfülle, das der Herr durch den Mund des Propheten gesprochen hat: 23#Matthäus,1,23#23. «Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären, und seinen Namen wird man nennen Immanuel-a-, das heißt: mit uns ist Gott.» - -a) Jes. 7,14; 8,8.++ 24#Matthäus,1,24#24. Als Josef von seinem Schlaf erwachte, tat er, wie ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und führte seine Verlobte als Eheweib heim. 25#Matthäus,1,25#25. Aber er verkehrte nicht mit ihr, bis sie einen Sohn geboren hatte-1-*. Dem gab er* den Namen Jesus. -1) aL: «bis sie ihren ersten Sohn gebar» (vgl. Lk. 2,7); and. Söhne s. Mt. 13,55; Mk. 6,3; Joh. 7,3.5.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 2 -+ --- MENGE/Matthäus 2 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 2 - 26#Matthäus,2,1#1. Als Jesus in den Tagen des Königs Herodes* zu Bethlehem-1-* in Judäa geboren war-2-*, da trafen Sterndeuter-3-* aus dem Morgenlande in Jerusalem ein und fragten: -1) bed. Brothaus (Haus des Brotes).   2) das Gj. Jesu ist unsicher; es fällt aber 4 bis 7 Jahre vor den Beginn unserer Zeitrechnung.   3) w: Magier. So hießen bei den Babyloniern die Priester und Gelehrten, die sich bes. mit Sternkunde und Sterndeuterei beschäftigten.++ 27#Matthäus,2,2#2. «Wo ist der König der Juden-1-? Er ist geboren; denn wir haben in den Strahlen der Morgendämmerung seinen Stern erscheinen sehn und sind hierher gekommen, um ihm zu huldigen*.» -1) «König der Juden» ist gleichbedeutend mit Messias.++ 28#Matthäus,2,3#3. Als dies dem König Herodes zu Ohren kam, erschrak er*, und mit ihm entsetzte sich auch ganz Jerusalem*. 29#Matthäus,2,4#4. Da berief er alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes-1-* und legte ihnen die Frage vor: «Wo* soll der Messias geboren werden?» -1) d.h. die Mitglieder des Hohen Rates. Zu den Hohenpriestern gehörten außer dem regierenden Hohenpriester auch seine Amtsvorgänger und die Angehörigen jener vornehmen Familien, aus denen die Hohenpriester genommen wurden (s. Anm. zu Mt. 26,59).++ 30#Matthäus,2,5#5. Sie antworteten ihm: «Zu Bethlehem in Judäa. Denn so steht geschrieben in den Worten des Propheten: 31#Matthäus,2,6#6. ,Und du, Bethlehem im Lande Juda, du bist durchaus nicht die geringste unter Judas Führerstädten. Denn aus dir soll mir ein Herrscher kommen, der wird als Hirte weiden mein Volk Israel-a-.'» -a) frei nach Mi. 5,1.++ 32#Matthäus,2,7#7. Hierauf ließ Herodes die Sterndeuter in aller Stille* zu sich rufen und sich von ihnen genau die Zeit angeben, wann der Stern zuerst erschienen sei*. 33#Matthäus,2,8#8. Dann wies er sie nach Bethlehem und sprach: «Zieht hin und forscht mit Sorgfalt nach dem Kinde; und habt ihr es gefunden, so gebt mir Nachricht, damit ich auch komme und ihm huldige*.» 34#Matthäus,2,9#9. Als sie dies von dem Könige vernommen hatten, machten sie sich auf den Weg*. Und sieh, der Stern, den sie im Frühaufgang gesehn, zog vor ihnen her, bis er stillstand über dem Hause, wo das Kindlein war. 35#Matthäus,2,10#10. Bei dem Anblick des Sternes wurden sie mit größter Freude erfüllt. 36#Matthäus,2,11#11. Sie traten in das Haus und sahen das Kind bei Maria, seiner Mutter. Da fielen sie vor ihm nieder und huldigten ihm. Dann öffneten sie ihre Schatzbehälter und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen als Geschenke dar. 37#Matthäus,2,12#12. Aber im Traum erhielten sie* die Weisung, nicht wieder zu Herodes zu gehn. Deshalb zogen sie auf einem andern Wege* in ihr Heimatland zurück. 38#Matthäus,2,13#13. Als sie weggezogen waren, da erschien ein Engel des Herrn dem Josef im Traume und sprach zu ihm: «Auf, nimm das Kind und seine Mutter, flieh nach Ägypten und bleibe dort so lange, bis ich dir Nachricht gebe! Denn Herodes will das Kind in seine Gewalt bekommen, um es zu töten.» 39#Matthäus,2,14#14. Da stand er auf und nahm noch in derselben Nacht das Kind und seine Mutter und machte sich auf den Weg nach Ägypten. 40#Matthäus,2,15#15. Dort blieb er bis zum Tode des Herodes. So erfüllte sich das Wort des Herrn durch den Propheten: «Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen-a-*.» -a) Hos. 11,1 (2.Mo. 4,22f.; Jer. 31,9).++ 41#Matthäus,2,16#16. Als nun Herodes sah, daß ihn die Sterndeuter getäuscht hatten, ward er sehr zornig: er sandte Henker aus und ließ in Bethlehem und dem ganzen Umkreis dieses Ortes alle Knaben in dem Alter von zwei Jahren und darunter töten, nach dem Zeitpunkt, den er von den Sterndeutern genau erforscht hatte*. 42#Matthäus,2,17#17. Damals erfüllte sich das Wort des Propheten Jeremia: 43#Matthäus,2,18#18. «In Rama hat man ein Geschrei gehört, lautes Weinen und Klagen: Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen; denn sie sind dahin-a-*.» -a) Jer. 31,15.++ 44#Matthäus,2,19#19. Als aber Herodes gestorben war, da erschien in Ägypten ein Engel des Herrn dem Josef im Traum 45#Matthäus,2,20#20. und sprach zu ihm: «Auf, nimm das Kind und seine Mutter und ziehe ins Land Israel*! Denn die dem Kinde nach dem Leben trachteten, die sind nun tot-a-*.» -a) 2.Mo. 4,19.++ 46#Matthäus,2,21#21. Da stand er auf, nahm das Kind und seine Mutter und kam in das Land Israel. 47#Matthäus,2,22#22. Als er aber hörte, daß Archelaus an Stelle seines Vaters Herodes in Judäa herrsche, trug er Bedenken, sich dort niederzulassen-1-*; und nach einer göttlichen Weisung, die er im Traume empfing, zog er sich in die Landschaft Galiläa zurück-2-. -1) denn Archelaus war grausam wie sein Vater Herodes.   2) in Galiläa herrschte Herodes Antipas, der nicht so grausam war wie sein Bruder Archelaus.++ 48#Matthäus,2,23#23. Dort nahm er Wohnung in einer Stadt, mit Namen Nazaret, damit die Worte der Propheten in Erfüllung gingen. Denn er* sollte ja den Namen Nazaräer tragen*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 3 -+ --- MENGE/Matthäus 3 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 3 - 49#Matthäus,3,1#1. In jenen Tagen* trat Johannes der Täufer auf und ließ in der Wüste Judäas* den Ruf erschallen: 50#Matthäus,3,2#2. «Ändert euern Sinn-1-, denn das Königreich der Himmel* ist nahe herbeigekommen!» -1) die Üs. «Tut Buße» folgt nicht der gr. Grundschrift, sondern der lat. Vulgata. Der gr. Ausdruck bez. die Abwendung von dem bisherigen Zustand und Verhalten, er entspricht dem hebr. -+schubu- (bekehrt euch).++ 51#Matthäus,3,3#3. Er ist der Mann, von dem der Prophet Jesaja gesprochen hat: «In der Wüste ruft eine Stimme: ,Bereitet dem Herrn den Weg, ebnet ihm die Pfade-a-!'» -a) Jes. 40,3.++ 52#Matthäus,3,4#4. Johannes aber trug ein Kleid von Kamelhaaren und um seine Hüften einen Ledergurt-a-*; und seine Nahrung waren Heuschrecken* und wilder Honig*. -a) 2.Kön. 1,8.++ 53#Matthäus,3,5#5. Da gingen die Leute aus Jerusalem, aus ganz Judäa und aus der ganzen Gegend um den Jordan zu ihm hinaus, 54#Matthäus,3,6#6. ließen sich im Jordanflusse von ihm taufen und bekannten ihre Sünden*. 55#Matthäus,3,7#7. Als er nun auch viele Pharisäer und Sadduzäer-1-** zu seiner Taufe kommen sah, sprach er zu ihnen: «Ihr Schlangenbrut-2-! Wer hat euch denn gesagt, daß ihr dem kommenden Zorngericht entrinnen könnt? -1) -+Pharisäer- heißt: die Abgesonderten. So sind sie wohl ursprünglich von ihren Gegnern genannt worden, weil sie sich, um eine bes. Reinigkeit zu erlangen, von der Masse des Volkes absonderten. Die -+Sadduzäer-, deren Name vlt. auf ein Parteihaupt Zadok oder Sadduk zurückgeht, waren vor allem eine politische Partei. Das judäische Gemeinwesen stand ihnen höher als das mosaische Gesetz.   2) «Ihr Arglistigen, die ihr wie die alte Schlange Gottes Gnadenabsicht widerstrebt.»++ 56#Matthäus,3,8#8. So bringt denn Frucht, wie sie der Sinnesänderung entspricht! 57#Matthäus,3,9#9. Und laßt euch nur nicht beikommen, zu denken: ,Wir haben ja Abraham zum Vater*.' Denn ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen hier dem Abraham Kinder erstehen lassen. 58#Matthäus,3,10#10. Schon liegt die Axt den Bäumen an der Wurzel; und jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 59#Matthäus,3,11#11. Ich taufe euch mit Wasser, damit ihr euern Sinn ändert. Der aber nach mir kommt, hat größre Gewalt als ich, und ich bin nicht wert, ihm seine Schuhe nachzutragen-1-: der wird euch mit Heiligem Geiste und mit Feuer taufen*. -1) «Ich bin nicht wert, ihm den geringsten Sklavendienst zu leisten.»++ 60#Matthäus,3,12#12. Er hat schon die Wurfschaufel in der Hand und wird seine Tenne-1- reinigen: seinen Weizen wird er in den Speicher sammeln; aber die Spreu wird er verbrennen mit einem Feuer, das niemand löschen kann.» -1) d.h. das auf der Tenne aufgehäufte gedroschene Getreide.++ 61#Matthäus,3,13#13. Damals kam auch Jesus aus Galiläa an den Jordan zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. 62#Matthäus,3,14#14. Der aber suchte ihn davon abzubringen, indem er sprach: «Ich hätte nötig, mich von dir taufen zu lassen, und du kommst zu mir?» 63#Matthäus,3,15#15. Doch Jesus antwortete ihm: «Laß mich nur! Denn so ziemt es uns*, jede Vorschrift* zu erfüllen.» Da gab Johannes ihm nach. 64#Matthäus,3,16#16. In dem Augenblick aber, als Jesus nach seiner Taufe aus dem Wasser emporstieg, tat sich der Himmel über ihm auf, und er-1- sah den Geist Gottes wie eine Taube* niederschweben und auf sich kommen. -1) Jesus.++ 65#Matthäus,3,17#17. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: «Dies ist mein geliebter Sohn-a-, den ich erkoren habe*.» -a) Ps. 2,7.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 4 -+ --- MENGE/Matthäus 4 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 4 - 66#Matthäus,4,1#1. Dann ward Jesus vom Geist in die Wüste geführt-1-, um von dem Teufel versucht zu werden. -1) w: «hinaufgeführt», denn die Wüste liegt höher als der Jordan.++ 67#Matthäus,4,2#2. Und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte-a-, empfand er zuletzt Hunger. -a) 2.Mo. 34,28; 1.Kön. 19,8.++ 68#Matthäus,4,3#3. Da trat der Versucher zu ihm und sprach: «Bist du Gottes Sohn, so befiehl, daß sich diese Steine hier in Brot verwandeln.» 69#Matthäus,4,4#4. Doch er antwortete: «Es steht geschrieben: ,Der Mensch wird nicht durch Brot allein am Leben erhalten, sondern durch alles, was ihm durch Gottes Allmachtswort bereitet wird-1-*.'» -1) frei übersetzt nach 5.Mo. 8,3.++ 70#Matthäus,4,5#5. Dann nahm ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt*, stellte ihn auf das flache Dach der Tempelhalle* 71#Matthäus,4,6#6. und sprach zu ihm: «Bist du Gottes Sohn, so stürze dich hinab*; denn es steht geschrieben-a-: ,Er wird seinen Engeln deinetwegen Auftrag geben, und sie sollen dich auf den Händen tragen, daß du nicht mit deinem Fuß an einen Stein stoßest.'» -a) Ps. 91,11.12.++ 72#Matthäus,4,7#7. Jesus aber erwiderte ihm: «Anderseits steht auch geschrieben: ,Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen-1a-*.'» -1) nicht herausfordern.   a) 5.Mo. 6,16.++ 73#Matthäus,4,8#8. Weiter nahm ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg. Von dort aus zeigte er ihm* alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht 74#Matthäus,4,9#9. und sprach zu ihm: «Dies alles will ich dir geben, wenn du vor mir niederfällst und mir huldigst.» 75#Matthäus,4,10#10. Da antwortete ihm Jesus: «Mir aus den Augen, Satan! Denn es steht geschrieben: ,Du sollst dem Herrn, deinem Gott, anbetend huldigen und ihn allein verehren-1-.'» -1) frei nach 5.Mo. 6,13.++ 76#Matthäus,4,11#11. Da verließ ihn der Teufel, und nun kamen Engel herbei und brachten ihm Speise. 77#Matthäus,4,12#12. Auf die Kunde, Johannes sei verhaftet worden*, zog sich Jesus nach Galiläa zurück. 78#Matthäus,4,13#13. Er verließ Nazaret und nahm seine Wohnung in Kapernaum-1- am See-2- in dem Gebiet von Sebulon und Naphtali. -1) d.h. Nahums Dorf.   2) Genezaret.++ 79#Matthäus,4,14#14. - So erfüllte sich der Ausspruch des Propheten Jesaja-a-: -a) Jes. 8,23; 9,1.++ 80#Matthäus,4,15#15. «Das Land Sebulon und das Land Naphtali, das Gebiet nach dem Meere* zu, die Gegend östlich vom Jordan, das heidnische Galiläa* 81#Matthäus,4,16#16. - das Volk, das im Finstern saß, hat ein großes Licht gesehn, und denen, die in des Todes Land und Schatten wohnten, hat ein Licht geleuchtet.» 82#Matthäus,4,17#17. Seit der Zeit begann Jesus öffentlich zu lehren. Seine Botschaft lautete: «Ändert euern Sinn, denn das Königreich der Himmel ist nahe herbeigekommen-a-*!» -a) vgl. Mt. 3,2.++ 83#Matthäus,4,18#18. Als Jesus (eines Tages) an dem Ufer des Galiläischen Sees* wandelte, erblickte er zwei Brüder: Simon, mit dem Beinamen Petrus-1-*, und seinen Bruder Andreas; die warfen ein Wurfnetz in den See, denn sie waren Fischer*. -1) aram. -+Kepha-, d.h. Stein, Fels, Felsenmann.++ 84#Matthäus,4,19#19. Und er sprach zu ihnen: «Kommt und folget mir, ich will euch zu Menschenfischern machen.» 85#Matthäus,4,20#20. Da ließen sie sofort ihre Netze liegen und folgten ihm. 86#Matthäus,4,21#21. Als er dann weiterging, sah er ein anderes Brüderpaar: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; die brachten in ihrem Boote mit ihrem Vater Zebedäus ihre Hochseenetze in Ordnung. Und er berief sie. 87#Matthäus,4,22#22. Sogleich verließen sie das Boot und ihren Vater und folgten ihm*. 88#Matthäus,4,23#23. Jesus zog umher in ganz Galiläa: Er lehrte in ihren Versammlungshäusern-1-**, verkündigte die frohe Botschaft vom Königreiche und heilte allerlei Krankheiten und Gebrechen im Volke*. -1) gemeint sind die gottesdienstlichen Versammlungshäuser der Juden, die mit dem gr. Namen -+Synagogen- hießen. Dort vereinigten sich die Juden am Sabbat und bei andern Gelegenheiten. Weil in den Synagogen vor allem das Gesetz gehört und gelernt wurde, so waren sie die Hauptstätten für die Tätigkeit der Schriftgelehrten, die ja die eigentlichen Kenner und Erklärer des Gesetzes waren.++ 89#Matthäus,4,24#24. Die Kunde von ihm ging weiter und drang durch ganz Syrien. Da brachte man zu ihm alle, die an den verschiedenartigsten Gebrechen litten: von Schmerzen Geplagte, Besessene, Mondsüchtige, Gelähmte; und er heilte sie. 90#Matthäus,4,25#25. Es folgten ihm große Volksscharen aus Galiläa und dem Gebiete der Zehn Städte*, aus Jerusalem und Judäa und aus der Gegend jenseits des Jordans.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 5 -+ --- MENGE/Matthäus 5 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 5 - 91#Matthäus,5,1#1. Als er die Volksmenge sah, ging er auf die Bergeshöhe*. Dort setzte er sich nieder-1-, und seine Jünger* traten zu ihm. -1) der jüd. Lehrer saß bei seinem Vortrage (Mt. 13,1.2; Lk. 4,20; Apg. 16,13).++ 92#Matthäus,5,2#2. Da tat er seinen Mund auf und lehrte sie also: 93#Matthäus,5,3#3. «Selig sind-1- die Armen im Geist-2a-*! Denn das Königreich der Himmel ist ihr Teil. -1) d.h. glücklich zu preisen sind.   2) arm im Geist (w: Bettler am Geist).   a) Jes. 57,15; 61,1; 66,2; Ps. 51,19; Lk. 18,13; 1.Kor. 15,9; Eph. 3,8; 1.Tim. 1,15.++ 94#Matthäus,5,4#4. Selig sind die Trauernden-a-*! Denn sie sollen getröstet werden. -a) Jes. 61,2; Ps. 126,5.++ 95#Matthäus,5,5#5. Selig sind die stillen Dulder! Denn ihr Erbteil soll die Erde sein-a-. -a) Ps. 37,11; Offb. 5,10.++ 96#Matthäus,5,6#6. Selig sind, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit! Denn sie sollen gesättigt werden. 97#Matthäus,5,7#7. Selig sind die Barmherzigen! Denn ihnen soll Erbarmen widerfahren. 98#Matthäus,5,8#8. Selig sind, die reines Herzens sind-a-! Denn sie sollen Gott schauen. -a) Ps. 24,4.++ 99#Matthäus,5,9#9. Selig sind die Friedenstifter! Denn sie sollen Söhne Gottes heißen. 100#Matthäus,5,10#10. Selig sind, die um Gerechtigkeit willen Verfolgung gelitten haben-a-! Denn das Königreich der Himmel ist ihr Teil*. -a) 1.Petr. 3,14; 4,14.++ 101#Matthäus,5,11#11. Selig seid ihr, wenn man euch schmähet und verfolgt und um meinetwillen lügnerisch allerlei Böses von euch redet. 102#Matthäus,5,12#12. Freuet euch darüber und jubelt, denn euer Lohn dafür ist groß im Himmel! Ebenso hat man ja die Propheten verfolgt, die vor euch lebten. 103#Matthäus,5,13#13. Ihr seid das Salz der Erde*. Wird aber das Salz fade, womit soll man ihm die Salzkraft wiedergeben? Es hat dann weiter keinen Wert; man muß es wegwerfen und von den Leuten zertreten lassen*. 104#Matthäus,5,14#14. Ihr seid das Licht der Welt-a-. Eine Stadt, die auf einem Berge liegt, kann nicht verborgen bleiben*. -a) Phil. 2,15.++ 105#Matthäus,5,15#15. Man zündet auch nicht eine Lampe an und setzt sie dann unter einen Scheffel-1-; sondern man stellt sie auf den Leuchter*: dann gibt sie allen Hausbewohnern Licht. -1) der Scheffel war ein in jedem Hause vorrätiges, zum Messen des Getreides dienendes Gefäß, womit die Öllampe ganz verdeckt werden konnte.++ 106#Matthäus,5,16#16. Ebenso soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euern Vater im Himmel-1- dafür preisen. -1) der Ausdruck «unser Vater im Himmel», der in nachchr. jüd. Schriften häufig vorkommt, war wohl auch schon zu Jesu Zeit bei den Juden gebräuchlich.++ 107#Matthäus,5,17#17. Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz oder die Propheten-1- aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen*. -1) d.h. die Heiligen Schriften des Alten Bundes in ihrer Gesamtheit (vgl. zu dem Ausdruck Mt. 7,12; 22,40; Lk. 16,29.31; 24,27.44; Apg. 24,14; 28,23).++ 108#Matthäus,5,18#18. Wahrlich-1-*, ich sage euch: Eher können Himmel und Erde vergehn, als daß auch nur der kleinste Buchstabe-2- oder ein einziger Strich* vom Gesetz abhanden kommt, ohne daß alles erfüllt wird. -1) w: Amen.   2) w: «ein Jod», der kleinste Buchstabe der damaligen aram. Schrift.++ 109#Matthäus,5,19#19. Wer darum eins von diesen Geboten, und sei es das geringste*, aufhebt und so die Leute lehrt, der wird der Geringste heißen im Königreich der Himmel; wer es aber erfüllt und lehrt, der wird ein Großer heißen im Königreich der Himmel*. 110#Matthäus,5,20#20. Denn ich versichere euch: Steht es bei euch mit der Gerechtigkeit nicht viel besser als bei den Schriftgelehrten* und Pharisäern, so werdet ihr gewiß nicht eingehn ins Königreich der Himmel*. 111#Matthäus,5,21#21. Ihr habt gehört, daß zu den Alten* gesagt worden ist*: Du sollst nicht morden!-a- Wer aber einen Mord begeht, der soll dem Ortsgericht-b-* verfallen sein*. -a) 2.Mo. 20,13.   b) 5.Mo. 16,18.++ 112#Matthäus,5,22#22. Ich aber sage euch: Wer seinem Bruder zürnt, der soll dem Ortsgericht verfallen; wer aber zu seinem Bruder mit Verachtung redet-1-*, der soll dem Hohen Rat verfallen*; und wer das Scheltwort Narr gebraucht, der soll der Glut des Feuers-2-** verfallen. -1) w: «wer aber zu seinem Bruder Raka sagt». -+Raka- heißt im Syr. «gering, verächtlich».   2) w: «der Geenna des Feuers», hebr. -+Gehinnom-, d.h. das Tal des Gestöhns (s. V. 29).++ 113#Matthäus,5,23#23. Wenn du also deine Opfergabe schon zum Altar-1- gebracht hast, und es fällt dir dort* ein, daß dein Bruder gegen dich einen Grund zur Klage hat*, -1) zum Brandopferaltar.++ 114#Matthäus,5,24#24. so laß dort deine Opfergabe vor dem Altar stehn und geh zunächst hin und söhne dich mit deinem Bruder aus; dann erst komm und bring dein Opfer dar*! 115#Matthäus,5,25#25. Zeig dich beizeiten deinem Gläubiger* entgegenkommend*, solange du noch mit ihm auf dem Wege bist*! Sonst könnte dich der Gläubiger vor den Richter bringen und der Richter* dich dem Büttel übergeben, und man könnte dich ins Schuldgefängnis werfen. 116#Matthäus,5,26#26. Wahrlich, ich sage dir: Du kommst dort nicht eher heraus, als bis du den letzten Pfennig-1-* bezahlt hast. -1) w: den letzten Quadrant.++ 117#Matthäus,5,27#27. Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: ,Du sollst nicht ehebrechen'-a-*! -a) 2.Mo. 20,14.++ 118#Matthäus,5,28#28. Ich aber sage euch: Wer ein Weib-1- begehrlich anblickt, der hat schon in seinem Herzen Ehebruch mit ihr getrieben. -1) eines andern Eheweib.++ 119#Matthäus,5,29#29. Wenn dich nun dein rechtes Auge* zur Sünde verführt, so reiß es aus und wirf es von dir*! Denn es ist dir besser, eins von deinen Gliedern geht dir verloren, als daß dein ganzer Leib in die Hölle-1-* geworfen werde*. -1) w: «in die Geenna» (vgl. V. 22); die -+Geenna- mit ihrem Feuer war für die Juden ein Bild des Ortes der Qual im Totenreich, kommt vor in: Mt. 5,22.29.30; 10,28; 18,9; 23,15.33; Mk. 9,43.45.47; Lk. 12,5; Jak. 3,6.++ 120#Matthäus,5,30#30. Und wenn dich deine rechte Hand zur Sünde verführt, haue sie ab und wirf sie von dir! Denn es ist dir besser, eins von deinen Gliedern geht dir verloren, als daß dein ganzer Leib in die Hölle fahre. 121#Matthäus,5,31#31. Ferner ist gesagt worden: ,Wer sein Weib entläßt, der soll ihr einen Scheidebrief geben'-1-. -1) 5.Mo. 24,1 in freier Wiedergabe.++ 122#Matthäus,5,32#32. Ich aber sage euch: Wer sein Weib entläßt - abgesehn von dem Falle, daß sie Unzucht getrieben-a- -, der setzt sie der Gefahr aus, daß sie Ehebruch begeht*; und wer eine (von ihrem Mann) entlassene Frau zum Weibe nimmt, der begeht damit einen Ehebruch*. -a) Mt. 19,9; vlt. ist an 5.Mo. 22,13-21 zu denken.++ 123#Matthäus,5,33#33. Weiterhin habt ihr gehört, daß zu den Alten gesagt worden ist: ,Du sollst nicht falsch schwören, du sollst vielmehr dem Herrn deine Eide (und Gelübde) erfüllen'-a-*. -a) 2.Mo. 20,7; 3.Mo. 19,12; 4.Mo. 30,3; 5.Mo. 23,22; Ps. 50,14.++ 124#Matthäus,5,34#34. Ich aber sage euch: Ihr sollt überhaupt nicht schwören*: weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Thron-a-, -a) Jes. 66,1.++ 125#Matthäus,5,35#35. noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel-a-, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt-1b-. -1) der große König ist Gott.   a) Jes. 66,1.   b) Ps. 48,3.++ 126#Matthäus,5,36#36. Du sollst auch nicht bei deinem Haupte schwören; denn du bist nicht imstande, ein einziges Haar weiß oder schwarz zu machen*. 127#Matthäus,5,37#37. In eurer Rede sei vielmehr das Ja ein Ja, das Nein ein Nein-a-*; was dem hinzugefügt wird*, stammt von dem Bösen-b-*. -a) Jak. 5,12; 2.Kor. 1,18.   b) Joh. 8,44.++ 128#Matthäus,5,38#38. Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: ,Auge um Auge und Zahn um Zahn'-a-*! -a) 2.Mo. 21,24; 3.Mo. 24,19.20.++ 129#Matthäus,5,39#39. Ich aber sage euch: Setzt einem bösen Menschen* keinen Widerstand entgegen-a-*! Im Gegenteil: Wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem halte auch die andre hin! -a) 1.Kor. 6,1-8; Jes. 50,4-7; 1.Petr. 2,18-21; 3,9; Röm. 12,19-21.++ 130#Matthäus,5,40#40. Und wer dir durch eine Klage vor Gericht dein Unterkleid entreißen will, dem gib freiwillig auch dein Oberkleid-a-*! -a) 2.Mo. 22,25f.++ 131#Matthäus,5,41#41. Und wer dein Geleit für eine Meile haben will, mit dem gehe zwei*! 132#Matthäus,5,42#42. Wer dich um etwas bittet, dem gib; und wer etwas von dir borgen will, von dem wende dich nicht ab-a-*! -a) 2.Mo. 22,24; 3.Mo. 25,35-38.++ 133#Matthäus,5,43#43. Ihr habt gehört, daß gesagt worden ist: ,Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen'*! 134#Matthäus,5,44#44. Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und betet für eure Verfolger! 135#Matthäus,5,45#45. Dann zeigt ihr euch als Söhne eures Vaters im Himmel. Denn er läßt seine Sonne aufgehn über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte. 136#Matthäus,5,46#46. Denn wenn ihr nur die liebt, die euch lieben, was für eine Belohnung habt ihr da zu erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner*? 137#Matthäus,5,47#47. Und wenn ihr nur mit euern Volksgenossen verkehrt, was tut ihr da Besondres? Tun das nicht auch die Heiden? 138#Matthäus,5,48#48. Darum* sollt ihr vollkommen sein*, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 6 -+ --- MENGE/Matthäus 6 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 6 - 139#Matthäus,6,1#1. Hütet euch, eure Frömmigkeit vor den Augen der Leute zu üben, um von ihnen bewundert zu werden! Sonst habt ihr keine Belohnung von euerm Vater im Himmel zu erwarten. 140#Matthäus,6,2#2. Wenn du nun Liebeswerke übst, laß es nicht vor dir ausposaunen-1-, wie es die Heuchler machen in den Versammlungshäusern und auf den Straßen, um von den Leuten gelobt zu werden*. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihre Belohnung schon weg*. -1) d.h. mache kein Geräusch und Aufsehen dabei.++ 141#Matthäus,6,3#3. Sondern wenn du Liebeswerke übst, so soll deine linke Hand nicht wissen, was deine rechte tut*, 142#Matthäus,6,4#4. damit dein Wohltun im Verborgnen bleibe. Dann wird dein Vater, der ins Verborgne sieht, es dir vergelten. 143#Matthäus,6,5#5. Und wenn ihr betet, macht's nicht wie die Heuchler*! Die lieben es, in den Versammlungshäusern und an den Straßenecken zu stehen und zu beten, um den Leuten aufzufallen. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihre Belohnung schon weg. 144#Matthäus,6,6#6. Sondern wenn du beten willst, so geh in deine Kammer, schließ die Tür hinter dir-a- und bete dann zu deinem Vater, der im Verborgnen wohnt! Dann wird dein Vater, der ins Verborgne sieht, es dir vergelten. -a) Jes. 26,20.++ 145#Matthäus,6,7#7. Beim Beten plappert nicht gedankenlos wie die Heiden! Die meinen, sie finden Erhörung, wenn sie viel Worte machen. 146#Matthäus,6,8#8. Gleicht ihnen nicht! Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, noch ehe ihr ihn bittet. 147#Matthäus,6,9#9. Ihr sollt nun also beten: Unser Vater, der du bist im Himmel! Dein Name werde geheiligt! 148#Matthäus,6,10#10. Dein Königreich komme! Dein Wille geschehe, wie im Himmel*, also auch auf Erden*! 149#Matthäus,6,11#11. Unser Brot für morgen-1-** gib uns heute! -1) manche üs: hinreichend, notwendig; nach Hieronymus: unser Brot für morgen gib uns heute; bed. auch: auf den folgenden Tag, von einem Tage zum andern reichend (vgl. V. 34).++ 150#Matthäus,6,12#12. Und vergib uns unsre Schulden, wie auch wir vergeben haben unsern Schuldnern*! 151#Matthäus,6,13#13. Und führe uns nicht in Versuchung*! Sondern bewahre uns vor dem Bösen-1-*! -1) die Schlußworte: «Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen» fehlen in den ältesten und besten Hs.++ 152#Matthäus,6,14#14. Denn* wenn ihr den Menschen ihre Fehltritte vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. 153#Matthäus,6,15#15. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Fehltritte auch nicht vergeben. 154#Matthäus,6,16#16. Wenn ihr fastet-1-, schaut nicht trübselig drein wie die Heuchler! Die entstellen ihr Gesicht*, damit die Leute ihr Fasten sehn. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihre Belohnung schon weg. -1) gemeint ist hier das freiwillige Fasten (vgl. Lk. 18,12); dagegen vom Gesetze vorgeschriebenes Fasten (3.Mo. 16,29).++ 155#Matthäus,6,17#17. Wenn du fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Antlitz*, 156#Matthäus,6,18#18. damit die Leute dein Fasten nicht sehn, sondern allein dein Vater, der im Verborgnen wohnt. Dann wird dein Vater, der ins Verborgne sieht, es dir vergelten. 157#Matthäus,6,19#19. Sammelt euch nicht Schätze hier auf Erden, wo Motten und Würmer Zerstörung üben, und wo Diebe einbrechen und stehlen. 158#Matthäus,6,20#20. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo keine Motten und Würmer Zerstörung üben, und wo keine Diebe einbrechen und stehlen. 159#Matthäus,6,21#21. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz*. 160#Matthäus,6,22#22. Des Leibes Leuchte ist das Auge*. Ist dein Auge gesund, so ist dein ganzer Leib im Lichte*. 161#Matthäus,6,23#23. Ist aber dein Auge krank, so ist dein ganzer Leib in Finsternis. Wenn nun das Licht in dir* verfinstert ist, wie groß muß dann die Finsternis sein-1-! -1) wie dunkel ist es dann in deinem Herzen!++ 162#Matthäus,6,24#24. Niemand kann zwei Herren dienen-1-. Denn er wird den einen hassen und den andern lieben oder doch dem einen anhangen und gering von dem andern denken. Ihr könnt nicht Gott und zugleich dem Gelde-2- dienen. -1) zu gleicher Zeit.   2) w: Mammon (vgl. Lk. 16,9.11.13.); das aram. Wort -+mamona- bed. ws: Vermögen, Geld, Reichtum.++ 163#Matthäus,6,25#25. Darum sage ich euch: Sorgt nicht ängstlich für euer Leben, was ihr essen und trinken sollt, auch nicht für euern Leib, was ihr anziehen sollt. Ist nicht das Leben mehr wert als die Nahrung? Und steht der Leib nicht höher als die Kleidung*? 164#Matthäus,6,26#26. Seht auf die Vögel, die unter dem Himmel fliegen! Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nichts in Speicher; trotzdem ernährt sie euer himmlischer Vater. Steht ihr denn nicht viel höher als sie? 165#Matthäus,6,27#27. Wer von euch kann mit all seinem Sorgen sein Leben auch nur um eine kurze Spanne Zeit verlängern*? 166#Matthäus,6,28#28. Und warum seid ihr so ängstlich besorgt um eure Kleidung? Betrachtet doch die wilden Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen! Sie mühen sich nicht ab, sie spinnen nicht. 167#Matthäus,6,29#29. Und doch - das sage ich euch - ist selbst Salomo in all seiner (königlichen) Pracht nicht so (herrlich) gekleidet gewesen wie eine von ihnen. 168#Matthäus,6,30#30. Wenn Gott nun das Gras auf dem Felde, das heute noch in Blüte steht und morgen in den Ofen geworfen wird*, so herrlich kleidet, wird er da nicht viel mehr euch Kleidung geben, ihr Kleingläubigen*? 169#Matthäus,6,31#31. Darum sollt ihr nicht ängstlich sorgen und sagen: ,Was sollen wir essen? was sollen wir trinken? was sollen wir anziehn?' 170#Matthäus,6,32#32. Denn das sind lauter Fragen, womit sich die Heiden beschäftigen. Euer himmlischer Vater weiß ja, daß ihr dies alles nötig habt. 171#Matthäus,6,33#33. Trachtet vielmehr vor allem nach dem Königreiche Gottes und nach der Gerechtigkeit, die er* verlangt: dann soll euch alles dies* daneben* auch zuteil werden. 172#Matthäus,6,34#34. Seid also nicht besorgt im Blick auf morgen; denn der morgende Tag wird selber für sich sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Mühsal*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 7 -+ --- MENGE/Matthäus 7 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 7 - 173#Matthäus,7,1#1. Richtet nicht (hart und lieblos), damit ihr nicht (einst ebenso) gerichtet werdet*! 174#Matthäus,7,2#2. Denn ganz ebenso, wie ihr jetzt richtet, sollt ihr dereinst gerichtet werden; und mit dem Maß, womit ihr messet, soll euch (das Urteil) zugemessen werden. 175#Matthäus,7,3#3. Warum siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, während du den Balken in deinem Auge nicht bemerkst*? 176#Matthäus,7,4#4. Oder wie kannst du dir herausnehmen, zu deinem Bruder zu sagen: ,Laß mich den Splitter aus deinem Auge entfernen', während in deinem Auge der Balken steckt? 177#Matthäus,7,5#5. Du Heuchler, entferne zunächst den Balken aus deinem Auge! Dann erst magst du sehn, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge entfernst. 178#Matthäus,7,6#6. Gebt das Heilige nicht den Hunden preis und werfet eure Perlen nicht den Schweinen vor*! Sie könnten sie mit ihren Füßen zertreten und sich dann gegen euch wenden und euch zerreißen*. 179#Matthäus,7,7#7. Bittet, so wird euch gegeben! Suchet, so werdet ihr finden! Klopfet an, so wird euch aufgetan! 180#Matthäus,7,8#8. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird aufgetan. 181#Matthäus,7,9#9. Es wird doch niemand unter euch seinem Sohne, der ihn um Brot bittet, einen Stein geben 182#Matthäus,7,10#10. oder ihm, wenn er um einen Fisch bittet, eine Schlange reichen. 183#Matthäus,7,11#11. Wißt ihr nun, obwohl ihr* böse seid, euern Kindern gute Gaben zu geben: wieviel mehr wird da euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn darum bitten! 184#Matthäus,7,12#12. Alles nun, was ihr von den Leuten erwartet, das sollt ihr ihnen auch erweisen. Dies ist der Inhalt des Gesetzes und der Propheten*. 185#Matthäus,7,13#13. Tretet ein* durch das enge Tor! Denn weit und breit ist der Weg, der ins Verderben führt, und viele wählen diesen Weg. 186#Matthäus,7,14#14. Wie eng dagegen ist das Tor und wie schmal der Weg, der in das Leben führt, und wie wenige sind es, die ihn finden-a-*! -a) vgl. Ps. 1,6; 5.Mo. 30,19.++ 187#Matthäus,7,15#15. Hütet euch vor den falschen Propheten! Sie kommen in Schafskleidern zu euch-1-, inwendig aber sind sie reißende Wölfe-a-. -1) bei den Schafskleidern ist wohl an den rauhhaarigen Prophetenmantel zu denken, wie ihn in Israel nicht nur die wahren Propheten (2.Kön. 1,8), sondern auch die falschen (Sach. 13,4) trugen.   a) Apg. 20,29.++ 188#Matthäus,7,16#16. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Man kann doch nicht Trauben sammeln von Dornbüschen oder Feigen von Distelgestrüpp. 189#Matthäus,7,17#17. Ebenso bringt jeder edle Baum auch nützliche Früchte, ein schädlicher Baum aber bringt verderbliche Früchte. 190#Matthäus,7,18#18. Ein edler Baum kann nicht verderbliche Früchte tragen, und ein schädlicher Baum kann nicht nützliche Früchte tragen. 191#Matthäus,7,19#19. Jeder Baum, der nicht nützliche Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. 192#Matthäus,7,20#20. An ihren Früchten also sollt ihr sie erkennen. 193#Matthäus,7,21#21. Nicht jeder, der zu mir sagt: ,Herr, Herr!' wird eingehn in das Königreich der Himmel, vielmehr nur der, der da erfüllt den Willen meines Vaters, der im Himmel ist. 194#Matthäus,7,22#22. An jenem Tage-1- werden viele zu mir sprechen: ,Herr, Herr! Haben wir nicht kraft deines Namens geweissagt-a-? Haben wir nicht kraft deines Namens böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht kraft deines Namens viele Wundertaten gewirkt-b-?' -1) am Tage des Gerichts. a) vgl. 1.Kor. 14,1.   b) 1.Kor. 12,9.28f.++ 195#Matthäus,7,23#23. Dann werd ich ihnen frei und offen sagen: ,Nie hab ich euch gekannt*! Hinweg von mir, ihr Übeltäter!' -vgl. Mt. 25,12.41; 1.Kor. 13,1-3.++ 196#Matthäus,7,24#24. Wer nun diese meine Worte höret und befolgt, gleicht einem klugen Manne, der sein Haus auf Felsenboden baut. 197#Matthäus,7,25#25. Wenn dann der Regen niederströmt und Überschwemmung kommt, und wenn die Winde wehn und treffen auf das Haus, so fällt es nicht*; denn seine Mauer ruht auf Felsengrund. 198#Matthäus,7,26#26. Wer aber diese meine Worte hört und nicht befolgt, gleicht einem törichten Manne, der sein Haus auf sandigen Boden baut. 199#Matthäus,7,27#27. Wenn dann der Regen niederströmt und Überschwemmung kommt, und wenn die Winde wehn und stoßen auf das Haus, so fällt es! Ja es wird ein großer Trümmerhaufen-a-*!» -a) vgl. Spr. 10,25.++ 200#Matthäus,7,28#28. Als Jesus diese Rede vollendet hatte, war die Volksmenge von seiner Lehre ergriffen und betroffen. 201#Matthäus,7,29#29. Denn er lehrte sie wie einer, der dazu (göttliche) Vollmacht hatte*, und nicht wie ihre Schriftgelehrten-1-*. -1) es handelt sich hier um dieselbe Rede wie Lk. 6,20-49.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 8 -+ --- MENGE/Matthäus 8 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 8 - 202#Matthäus,8,1#1. Als er von der Bergeshöhe hinabging, folgten ihm große Scharen. 203#Matthäus,8,2#2. Da näherte sich ihm ein Aussätziger, fiel vor ihm nieder und sprach: «Herr, wenn du willst, so kannst du mich reinigen.» 204#Matthäus,8,3#3. Jesus streckte seine Hand aus, rührte ihn an* und sprach: «Ich will es, sei gereinigt!» Sofort ward er von seinem Aussatz rein. 205#Matthäus,8,4#4. Und Jesus sprach zu ihm: «Hüte dich, irgendwie davon zu reden-a-; doch geh, zeige dich dem Priester-b- und bring das Opfer dar, das Mose vorgeschrieben hat-c-*, zum Zeugnis für die Leute*!» -a) vgl. Mt. 9,30.   b) 3.Mo. 14,2ff.   c) 3.Mo. 14,10.21ff.++ 206#Matthäus,8,5#5. Als er nach Kapernaum zurückkam, nahte ihm ein Hauptmann* 207#Matthäus,8,6#6. mit den Worten: «Herr, mein Diener* liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.» 208#Matthäus,8,7#7. Jesus sprach zu ihm: «Ich soll kommen und ihn heilen*?» 209#Matthäus,8,8#8. Der Hauptmann antwortete: «Herr, ich bin nicht wert, daß du unter mein Dach trittst*; sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Diener schon genesen*. 210#Matthäus,8,9#9. Denn auch ich bin zwar einem Vorgesetzten untergeben, aber ich habe Kriegsleute unter mir. Sage ich nun zu dem einen: ,Geh!' so geht er, zu dem andern: ,Komm!', so kommt er, und zu meinem Knechte: ,Tue das!', so tut er's*.» 211#Matthäus,8,10#10. Als Jesus das hörte, wunderte er sich und sprach zu seinen Begleitern: «Wahrlich, ich sage euch: Nirgend habe ich solchen Glauben in Israel gefunden. 212#Matthäus,8,11#11. Ich tue euch aber kund: Viele werden von Osten und von Westen kommen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Königreiche der Himmel am Mahle teilnehmen. 213#Matthäus,8,12#12. Doch die geborenen Erben des Königreichs* werden in die Finsternis, die draußen ist*, verstoßen werden: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-1-.» -1) als Ausdruck der Verzweiflung.++ 214#Matthäus,8,13#13. Dann sagte Jesus zu dem Hauptmann: «Geh! Dir geschehe, wie du geglaubt!» Und sein Diener ward gesund in jener Stunde. 215#Matthäus,8,14#14. Dann kam Jesus in des Petrus Haus und sah dessen Schwiegermutter fieberkrank daniederliegen. 216#Matthäus,8,15#15. Da berührte er ihre Hand, und das Fieber verließ sie. Nun erhob sie sich von ihrem Lager* und wartete ihm bei der Mahlzeit auf*. 217#Matthäus,8,16#16. Am Abend brachte man viele Besessene zu ihm; er trieb die (bösen) Geister durch sein Machtwort aus und heilte alle Leidenden. 218#Matthäus,8,17#17. So erfüllte sich der Ausspruch des Propheten Jesaja: «Er hat unsre Gebrechen hinweggenommen, und unsre Krankheiten hat er beseitigt-1-.» -1) Jes. 53,4 in freier Anwendung.++ 219#Matthäus,8,18#18. Als Jesus dann eine Menge Volks um sich sah, ließ er sich an das andre Ufer-1- fahren. -1) des Sees Genezaret.++ 220#Matthäus,8,19#19. Da nahte ihm ein Schriftgelehrter mit den Worten: «Meister, ich will dir folgen, wohin du gehst.» 221#Matthäus,8,20#20. Jesus sprach zu ihm: «Die Füchse haben Höhlen, und die Vögel, die unter dem Himmel fliegen, haben Nester; doch der Menschensohn** hat keine Stätte, wo er sein Haupt niederlegen kann.» 222#Matthäus,8,21#21. Ein andrer seiner Jünger sprach zu ihm: «Herr, erlaube mir, daß ich vorher* hingehe und meinen Vater begrabe!» 223#Matthäus,8,22#22. Jesus aber antwortete ihm: «Folge mir und laß die Toten-1-* ihre Toten begraben!» -1) die geistlich Toten.++ 224#Matthäus,8,23#23. Dann stieg er in ein Fischerboot und seine Jünger begleiteten ihn. 225#Matthäus,8,24#24. Plötzlich erhob sich ein heftiger Sturm auf dem See, so daß die Wogen ins Fahrzeug schlugen. Er aber schlief. 226#Matthäus,8,25#25. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn mit dem Rufe: «Herr, hilf uns, wir ertrinken!» 227#Matthäus,8,26#26. Er aber sprach zu ihnen: «Was seid ihr so furchtsam, ihr Kleingläubigen?» Dann stand er auf und schalt die Winde und den See-a-. Da ward eine tiefe Stille. -a) Ps. 106,9.++ 228#Matthäus,8,27#27. Die Leute aber sprachen voll Verwunderung*: «Was ist das für ein Mann, daß ihm sogar Wind und Wogen gehorchen!» 229#Matthäus,8,28#28. Als er ans andre Ufer kam in das Gebiet der Gadarener-1-, begegneten ihm zwei Besessene: die kamen aus den Felsengräbern-2- und waren sehr gefährlich*, so daß niemand jenes Weges gehen konnte. -1) das fast ausschließlich von Heiden bewohnte Land der Gadarener war der Bezirk von Gadara, der Hauptstadt Peräas.   2) es sind wohl in den Berg gehauene Grabkammern gemeint, wo die Besessenen wohnten.++ 230#Matthäus,8,29#29. Und sie fingen an zu schreien: «Was haben wir mit dir zu schaffen, du Gottessohn? Bist du hierher gekommen, um uns vor der Zeit-1- zu quälen*?» -1) noch vor dem Endgerichte.++ 231#Matthäus,8,30#30. Nun weidete in der Ferne eine große Schweineherde. 232#Matthäus,8,31#31. Da baten ihn die bösen Geister: «Treibst du uns aus, so laß uns in die Schweineherde fahren*!» 233#Matthäus,8,32#32. Er sprach zu ihnen: «Geht!» Da fuhren sie aus* und gingen in die Schweine. Nun stürmte die ganze Herde den Abhang hinunter in den See und kam in den Fluten um*. 234#Matthäus,8,33#33. Die Hirten aber flohen. Bei ihrer Ankunft in der Stadt erzählten sie den ganzen Vorgang, und was mit den Besessenen geschehen war. 235#Matthäus,8,34#34. Da gingen alle Einwohner hinaus, Jesus entgegen, und als sie ihn trafen, baten sie ihn, er möge ihr Gebiet verlassen*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 9 -+ --- MENGE/Matthäus 9 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 9 - 236#Matthäus,9,1#1. Er stieg nun in ein Fahrzeug, fuhr über den See und kam in seine Stadt-1-. -1) nach Kapernaum, wo er wohnte.++ 237#Matthäus,9,2#2. Dort brachte man auf einem Tragbett einen Gelähmten zu ihm. Als Jesus ihren Glauben* sah, sprach er zu dem Gelähmten: «Sei getrost, mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben*!» 238#Matthäus,9,3#3. Da dachten einige Schriftgelehrte* bei sich: «Der Mann lästert Gott.» 239#Matthäus,9,4#4. Jesus durchschaute ihre Gedanken und sprach: «Warum denkt ihr Böses in euern Herzen? 240#Matthäus,9,5#5. Was ist denn leichter, zu sagen: ,Deine Sünden sind dir vergeben' oder das Wort zu sprechen: ,Steh auf und wandle'*? 241#Matthäus,9,6#6. Ihr sollt aber sehn, daß der Menschensohn die Vollmacht hat, auf Erden Sünden zu vergeben.» Nun wandte er sich zu dem Gelähmten und sprach: «Steh auf, nimm dein Bett und geh nach Hause!» 242#Matthäus,9,7#7. Da stand er auf und ging nach Hause. 243#Matthäus,9,8#8. Bei diesem Anblick wurden die Leute mit heiliger Scheu erfüllt und priesen Gott, der den Menschen solche Vollmacht gegeben*. 244#Matthäus,9,9#9. Als Jesus von dort* weiterging*, sah er einen Mann, mit Namen Matthäus, vor seinem Zollhause sitzen*, und er sprach zu ihm: «Folge mir!» Da stand er auf und folgte ihm*. 245#Matthäus,9,10#10. Während nun Jesus in des Matthäus Hause zu Gaste war, fanden sich auch viele Zöllner und Sünder* ein und nahmen mit Jesus und seinen Jüngern an dem Mahle teil. 246#Matthäus,9,11#11. Als das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern*: «Warum ißt euer Meister mit den Zöllnern und Sündern?» 247#Matthäus,9,12#12. Jesus hörte das und erwiderte: «Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken*. 248#Matthäus,9,13#13. Geht aber hin und lernet, was das Wort bedeutet: ,Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer-a-*.' Denn ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu berufen, sondern Sünder.» -a) Hos. 6,6 nach LXX.++ 249#Matthäus,9,14#14. Darauf kamen die Jünger des Johannes zu ihm* und sprachen: «Warum fasten wir und die Pharisäer so oft, während deine Jünger nicht fasten?»-a-* -a) Mk. 2,18.++ 250#Matthäus,9,15#15. Jesus antwortete ihnen: «Können denn die Hochzeitsgäste trauern*, solange der Bräutigam bei ihnen ist*? Es kommt jedoch die Zeit, wo ihnen der Bräutigam entrissen ist*: dann werden sie fasten-a-. -a) vgl. Joh. 16,16.20.++ 251#Matthäus,9,16#16. Niemand setzt einen Flicken von neuem Tuch auf ein altes Kleid. Sonst reißt der Einsatz noch an andern Stellen etwas von dem Kleide weg, und der Riß wird desto ärger*. 252#Matthäus,9,17#17. Man gießt auch nicht neuen Wein in alte Schläuche. Sonst reißen die Schläuche: dann fließt der Wein aus, und die Schläuche sind verloren. Man gießt vielmehr neuen Wein in neue Schläuche: so halten sich beide*.» 253#Matthäus,9,18#18. Als er so zu ihnen redete, da kam ein Vorsteher-1-, der fiel vor ihm nieder und sprach: «Meine Tochter ist soeben gestorben; aber komm und leg deine Hand auf sie, dann wird sie wieder lebendig!» -1) der jüd. Synagoge in Kapernaum. Nach Mk. und Lk. hieß er Jairus (d.h.: «er wird aus dem Schlafe erwecken»).++ 254#Matthäus,9,19#19. Jesus erhob sich und folgte ihm mit seinen Jüngern. 255#Matthäus,9,20#20. Und sieh, eine Frau, die schon zwölf Jahre am Blutfluß litt, trat von hinten an ihn heran und berührte die Quaste seines Mantels-a-*. -a) 4.Mo. 15,38f.++ 256#Matthäus,9,21#21. Denn sie dachte bei sich: wenn ich nur seinen Mantel berühre, so werde ich gesund. 257#Matthäus,9,22#22. Jesus aber wandte sich um, erblickte sie und sprach: «Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dich schon gesund gemacht!» Und von dem Augenblicke an ward die Frau gesund. 258#Matthäus,9,23#23. Dann kam Jesus in das Haus des Vorstehers. Beim Anblick der Flötenspieler und der lärmenden Menge-a-* aber -a) Jer. 9,16.++ 259#Matthäus,9,24#24. sprach er: «Geht hinaus*! Denn das Mädchen ist nicht tot, es schläft nur*.» Da verlachten sie ihn. 260#Matthäus,9,25#25. Als aber die Leute aus dem Hause geschickt waren, trat er ein* und faßte das Mädchen bei der Hand. Da stand es auf. 261#Matthäus,9,26#26. Und die Kunde davon verbreitete sich in jener ganzen Gegend. 262#Matthäus,9,27#27. Als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die riefen laut: «Erbarme dich unser, Sohn Davids-1-!» -1) Sohn Davids ist einer der Namen, die dem Messias als Nachkommen Davids beigelegt wurden. Hier wird Jesus zum ersten Male ausdrücklich als Messias angeredet.++ 263#Matthäus,9,28#28. Als dann Jesus in sein Haus kam-1-, traten die Blinden zu ihm. Jesus fragte sie: «Glaubt ihr, daß ich dies tun kann?» Sie antworteten ihm: «Ja, Herr!» -1) wo er (vlt. mit seiner Mutter und seinen Brüdern) in Kapernaum wohnte.++ 264#Matthäus,9,29#29. Nun berührte er ihre Augen mit den Worten: «Nach euerm Glauben geschehe euch!» 265#Matthäus,9,30#30. Da taten sich ihre Augen auf. Und Jesus befahl ihnen streng: «Gebt acht, daß es niemand erfahre-a-*!» -a) Jes. 42,2.++ 266#Matthäus,9,31#31. Sobald sie aber das Haus verlassen hatten, machten sie ihn* in jener ganzen Gegend bekannt. 267#Matthäus,9,32#32. Gerade als sie* weggingen, brachte man einen Menschen zu ihm, der durch den Einfluß eines bösen Geistes stumm war. 268#Matthäus,9,33#33. Doch nach der Austreibung des bösen Geistes konnte der Stumme reden. Da verwunderten sich die Leute und sprachen: «So etwas hat man noch nie in Israel erlebt.» 269#Matthäus,9,34#34. Die Pharisäer aber sagten: «Im Bunde mit dem Obersten der bösen Geister treibt er die Geister aus*.» 270#Matthäus,9,35#35. So durchwanderte Jesus alle Städte und Dörfer: Er lehrte in ihren Versammlungshäusern, verkündigte die Frohe Botschaft vom Königreiche und heilte allerlei Krankheiten und Gebrechen-a-. -a) vgl. Mt. 4,23.++ 271#Matthäus,9,36#36. Beim Anblick der Volksscharen aber ward er von Mitleid erfüllt, denn sie waren abgetrieben und ermattet wie Schafe ohne Hirten-1-. -1) ein Bild des geistlichen Druckes und der geistlichen Verwahrlosung, worunter das jüd. Volk litt (vgl. 4.Mo. 27,17; 1.Kön. 22,17; Hes. 34,1-6).++ 272#Matthäus,9,37#37. Da sprach er zu seinen Jüngern: «Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenig. 273#Matthäus,9,38#38. Darum bittet den Herrn der Ernte, daß er Arbeiter auf sein Erntefeld sende!»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 10 -+ --- MENGE/Matthäus 10 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 10 - 274#Matthäus,10,1#1. Dann rief er seine zwölf Jünger herbei und gab ihnen Vollmacht, unreine Geister auszutreiben und allerlei Krankheiten und Gebrechen zu heilen. 275#Matthäus,10,2#2. Dies sind aber die Namen der zwölf Apostel-1-*: Simon, genannt Petrus, - als erster-2- - und sein Bruder Andreas; Jakobus, des Zebedäus Sohn, und sein Bruder Johannes; -1) Apostel heißt Gesandter, Sendbote.   2) dem Range nach.++ 276#Matthäus,10,3#3. Philippus-a-* und Bartholomäus-1-*; Thomas-2- und der Zöllner Matthäus*; Jakobus, des Alphäus Sohn, und Lebbäus mit dem Beinamen Thaddäus-3-*; -1) d.h. Sohn des Tolmai; eig. Name vlt. Nathanael (Joh. 1,46).   2) Thomas = -+Thoma- (aram.) o. -+Theom- (hebr.), in gÜs. -+Didymos-, d.h. Zwilling (Joh. 11,16; 14,5; 20,24; 21,2).   3) Lebbäus heißt nicht nur Thaddäus (Mk. 3,18), sondern auch Judas (Lk. 6,16; Apg. 1,13).   a) Joh. 1,44.++ 277#Matthäus,10,4#4. Simon der Eiferer-1-* und Judas aus Kariot-2-, der ihn verraten hat. -1) w: der Kananäer; Kananäer kommt von dem aram. -+kan-an- (hebr. -+kanna-) = eifrig, Eiferer (gr. -+Zeloten-).   2) Ortschaft Kariot im südlichen Juda (Jos. 15,25).++ 278#Matthäus,10,5#5. Diese Zwölf sandte Jesus aus mit folgendem Auftrag: «Nehmt euern Weg nicht zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samariter-a-*! -a) vgl. Mt. 15,24.++ 279#Matthäus,10,6#6. Geht vielmehr zu den verirrten Schafen des Hauses Israel! 280#Matthäus,10,7#7. Geht und verkündigt: ,Das Königreich der Himmel ist nahe herbeigekommen!' 281#Matthäus,10,8#8. Heilt die Kranken, erweckt die Toten, reinigt die Aussätzigen, treibt die bösen Geister aus! Umsonst habt ihr's empfangen*, umsonst sollt ihr's auch geben. 282#Matthäus,10,9#9. Steckt euch kein Gold, kein Silber und kein Kupfergeld in eure Gürtel-1-! -1) der Gürtel diente zugleich als Geldtasche.++ 283#Matthäus,10,10#10. Nehmt keinen Ranzen-1-* mit euch auf den Weg, auch nicht zwei Unterkleider*, keine Schuhe, keinen Wanderstab! Denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert. -1) o: Bettelsack.++ 284#Matthäus,10,11#11. Kommt ihr in eine Stadt oder in ein Dorf, so erkundigt euch, wer dort (euch aufzunehmen) verdient; bleibt dann so lange da, bis ihr weiterzieht! 285#Matthäus,10,12#12. Bei euerm Eintritt aber wünscht dem Hause Frieden-1-*! -1) der bekannte Gruß war: Friede sei mit euch!++ 286#Matthäus,10,13#13. Ist nun das Haus es wert, so wird der Friede, den ihr wünscht, ihm auch zuteil; verdient es ihn aber nicht, so fällt der Friedensgruß auf euch zurück. 287#Matthäus,10,14#14. Und wo man euch nicht aufnimmt noch eure Botschaft hören will, ein solches Haus und eine solche Stadt verlasset und schüttelt den Staub von euern Füßen-1-! -1) d.h. habt nichts mehr mit ihnen zu schaffen.++ 288#Matthäus,10,15#15. Wahrlich, ich sage euch: Dem Lande Sodom und Gomorra wird es am Tage des Gerichts viel besser gehn als solcher Stadt. 289#Matthäus,10,16#16. Ich sende euch jetzt wie Schafe mitten unter Wölfe. So seid denn klug wie die Schlangen, aber auch ohne Falsch wie die Tauben! 290#Matthäus,10,17#17. Seid aber vor den Menschen* auf der Hut! Denn sie werden euch den Gerichten-a- überliefern, und in ihren Versammlungshäusern werden sie euch geißeln-b-. -a) vgl. Mt. 5,22.   b) vgl. 2.Kor. 11,24.++ 291#Matthäus,10,18#18. Ja man wird euch vor Statthalter und Könige* führen um meinetwillen, damit ihr ihnen und den Heiden ein Zeugnis* gebet. 292#Matthäus,10,19#19. Stellt man euch nun vor ein Gericht, so macht euch keine Sorge, wie oder was ihr reden sollt! Denn in jenem Augenblick wird euch das rechte Wort gegeben werden. 293#Matthäus,10,20#20. Ihr seid es ja nicht, die dann reden, sondern es ist euers Vaters Geist, der durch euch redet. 294#Matthäus,10,21#21. Ein Bruder aber wird den andern zum Tode bringen und Väter ihre Kinder; ja Kinder werden sich erheben gegen ihre Eltern und sie töten lassen-a-. -a) vgl. Mi. 7,6.++ 295#Matthäus,10,22#22. Und allgemein wird man euch hassen, weil ihr Bekenner meines Namens seid. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der soll errettet werden-1-. -1) o: das Heil erlangen.++ 296#Matthäus,10,23#23. Verfolgen sie euch nun in einer Stadt, so flieht in eine andre! Wahrlich, ich sage euch: Vor des Menschensohnes Kommen wird eure Arbeit an den Städten Israels noch nicht vollendet sein*. 297#Matthäus,10,24#24. Ein Schüler darf kein andres Los erwarten als sein Lehrer; ein Sklave soll's nicht besser haben wollen als sein Herr*. 298#Matthäus,10,25#25. Der Schüler muß zufrieden sein, wenn es ihm geht wie seinem Lehrer, der Sklave, wenn es ihm geht wie seinem Herrn. Hat man den Hausherrn* mit dem Namen Beelzebul-1-* geschmäht, um wieviel mehr wird man seine Hausgenossen so schmähen*! -1) = ein Name des Teufels; soll bed: «Herr der Wohnung»; aüs: «Herr der Unreinigkeit», d.h. des Götzendienstes. Die Lesart Beelzebub heißt «Fliegengott» (2.Kön. 1,2).++ 299#Matthäus,10,26#26. Fürchtet euch drum* nicht vor ihnen! Denn nichts ist so verhüllt, daß es nicht einst enthüllt würde; und nichts ist so verborgen, daß es nicht einst gesehen würde*. 300#Matthäus,10,27#27. Was ich euch im geheimen sage*, das verkündigt öffentlich*; und was ich euch ins Ohr flüstere, das predigt auf den Dächern-1-! -1) auf den platten Dächern des Morgenlandes konnte vieles in voller Öffentlichkeit vorgenommen werden.++ 301#Matthäus,10,28#28. Seid dabei ohne Furcht vor denen, die wohl den Leib, doch nicht die Seele töten können! Seid aber voller Furcht vor dem, der Seele und Leib* in der Hölle verderben kann*! 302#Matthäus,10,29#29. Verkauft man nicht zwei Sperlinge für fünf Pfennige-1-*? Trotzdem* fällt kein einziger von ihnen zu Boden-2- ohne euers Vaters Willen. -1) w: für ein As (röm.).   2) d.h. kommt um.++ 303#Matthäus,10,30#30. Bei euch sind aber sogar die Haare euers Hauptes allesamt gezählt. 304#Matthäus,10,31#31. Darum habt keine Furcht! Ihr seid mehr wert als viele Sperlinge. 305#Matthäus,10,32#32. Wer sich nun zu mir bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen* vor meinem Vater im Himmel. 306#Matthäus,10,33#33. Wer mich aber verleugnet vor den Menschen, den will ich auch verleugnen vor meinem Vater im Himmel. 307#Matthäus,10,34#34. Denkt nicht, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen! Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern Krieg. 308#Matthäus,10,35#35. Denn ich bin gekommen, um zu entzweien Vater und Sohn, Mutter und Tochter, Schwiegermutter und Schwiegertochter; 309#Matthäus,10,36#36. und die eignen Hausgenossen wird man zu Feinden haben-a-. -a) Mi. 7,6.++ 310#Matthäus,10,37#37. Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert*; wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist mein nicht wert. 311#Matthäus,10,38#38. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt-1- und mir nachfolgt, der ist mein nicht wert. -1) die zum Kreuzestode Verurteilten mußten ihr Kreuz selbst zur Richtstätte tragen.++ 312#Matthäus,10,39#39. Sein Leben retten heißt: es verlieren! Sein Leben verlieren um meinetwillen heißt: es retten*! 313#Matthäus,10,40#40. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat. 314#Matthäus,10,41#41. Wer einen Propheten als solchen* aufnimmt, der wird den Lohn empfangen, den ein Prophet empfängt*; wer einen Gerechten als solchen aufnimmt, der wird den Lohn empfangen, den ein Gerechter empfängt. 315#Matthäus,10,42#42. Und wer einem dieser kleinen Kinder hier-a-* auch nur einen Becher frischen Wassers zum Trunke reicht, weil es mein Jünger ist, der soll - das sage ich euch feierlich - gewiß nicht seines Lohnes verlustig gehn!» -a) vgl. Mt. 18,6.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 11 -+ --- MENGE/Matthäus 11 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 11 - 316#Matthäus,11,1#1. Als Jesus seinen zwölf Jüngern diese Weisungen erteilt hatte, ging er von dort weiter, um in den Städten des Landes zu lehren und zu predigen. 317#Matthäus,11,2#2. Als Johannes im Gefängnis-1- von der Wirksamkeit des Messias hörte, ließ er ihn durch seine Jünger fragen: -1) in der Bergfeste Machärus östlich vom Toten Meere.++ 318#Matthäus,11,3#3. «Bist du es, der kommen soll, oder müssen wir auf einen andern warten*?» 319#Matthäus,11,4#4. Jesus antwortete ihnen: «Geht und berichtet Johannes, was ihr hört und seht: 320#Matthäus,11,5#5. Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, ja Tote werden auferweckt und Armen-a- wird die Heilsbotschaft verkündigt-b-; -a) vgl. Mt. 5,3.   b) Jes. 35,5f.; 61,1.++ 321#Matthäus,11,6#6. und selig ist, wer an mir nicht irre wird!» 322#Matthäus,11,7#7. Als die Boten weggingen, begann Jesus zu den Volksscharen von Johannes zu reden*: «Warum seid ihr einst in die Wüste hinausgegangen-a-? Wolltet ihr euch ein Schilfrohr ansehn, das sich im Winde hin und her bewegte*? Doch sicher nicht! -a) Mt. 3,1.5.++ 323#Matthäus,11,8#8. Warum seid ihr denn hinausgegangen? Wolltet ihr einen feingekleideten Weltmann sehen-a-*? Solche feingekleidete Leute finden sich an den Königshöfen. -a) vgl. Mt. 3,4.++ 324#Matthäus,11,9#9. Warum seid ihr denn hinausgegangen? Wolltet ihr einen Propheten sehen? Ja ich sage euch: Dieser Mann ist noch weit mehr als ein Prophet. 325#Matthäus,11,10#10. Denn er ist es, von dem geschrieben steht: ,Sieh, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vor dir bereiten soll-a-*.' -a) Mal. 3,1.++ 326#Matthäus,11,11#11. Wahrlich, ich sage euch: Unter allen Weibersöhnen ist kein Größrer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Königreich der Himmel ist größer als er. 327#Matthäus,11,12#12. Aber seit dem Auftreten Johannes des Täufers* bis jetzt wird das Königreich der Himmel gestürmt-1-. Und die Stürmer* reißen es an sich. -1) es wird mit glühendem Eifer und mit Aufbietung aller Kräfte erstrebt.++ 328#Matthäus,11,13#13. Denn alle Propheten und das Gesetz-1- haben davon* geweissagt bis auf Johannes*. -1) d.h. die Schriften des Alten Bundes in ihrer Gesamtheit (s.Anm. zu Mt. 5,17).++ 329#Matthäus,11,14#14. Und wollt ihr's gelten lassen: er ist der Elia, der kommen soll-a-. -a) nach Mal. 3,23.++ 330#Matthäus,11,15#15. Wer Ohren hat, der höre*! 331#Matthäus,11,16#16. Wem soll ich aber das Volk von heute* vergleichen? Es gleicht Kindern, die auf der Straße sitzen und ihren Gespielen zurufen: 332#Matthäus,11,17#17. Wir haben euch die Flöte gespielt*, doch ihr habt nicht getanzt; wir haben ein Klagelied gesungen*, doch ihr habt nicht geweint*. 333#Matthäus,11,18#18. Johannes ist aufgetreten und hat streng enthaltsam gelebt in Speise und Trank-a-; da sagte man: ,Er ist von einem bösen Geist besessen!' -a) vgl. Mt. 3,4.++ 334#Matthäus,11,19#19. Der Menschensohn ist aufgetreten und ißt und trinkt wie andre; da sagt man nun: ,Seht, er ist ein Fresser und Weintrinker, der Zöllner und Sünder Freund'. Aber doch ist die Weisheit (Gottes) durch ihr ganzes Tun gerechtfertigt worden*.» 335#Matthäus,11,20#20. Dann fing er an, die Städte zu schelten, in denen seine meisten Wundertaten geschehen waren, und die sich trotzdem nicht bekehrt hatten: 336#Matthäus,11,21#21. «Weh dir, Chorazin*! Wehe dir, Bethsaida*! Denn wären in Tyrus und Sidon* die Wundertaten geschehen, die in euch geschehen sind, sie hätten sich schon längst, in Sack und Asche sitzend-a-, bekehrt. -a) Dan. 9,3.++ 337#Matthäus,11,22#22. Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon am Tage des Gerichts erträglicher gehn als euch. 338#Matthäus,11,23#23. Und du, Kapernaum, meinst du vielleicht, du wirst bis zum Himmel erhoben*? In die Tiefe der Unterwelt sollst du hinabgestürzt werden-a-*! Denn wären in Sodom die Wundertaten geschehen, die in dir geschehen sind, es stünde noch heutigentags. -a) vgl. Hes. 31,16.++ 339#Matthäus,11,24#24. Doch ich sage euch: Es wird dem Lande Sodom am Tage des Gerichts erträglicher gehn als dir.» 340#Matthäus,11,25#25. Zu jener Zeit tat Jesus seinen Mund auf und sprach: «Ich preise dich, o Vater, Herr des Himmels und der Erde, daß du dies-1- den Weisen und Verständigen verborgen und es den Einfältigen* offenbart hast. -1) die Geheimnisse des Himmelreichs.++ 341#Matthäus,11,26#26. Ja, Vater, so hat dir's gefallen! 342#Matthäus,11,27#27. Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden-a-. Und niemand kennt den Sohn vollkommen als nur der Vater; auch kennt niemand den Vater recht als nur der Sohn und der, dem der Sohn es offenbaren will-b-*. -a) vgl. Mt. 28,18.   b) Joh. 3,35; 13,3; 17,2.3.7.++ 343#Matthäus,11,28#28. Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht* und von Last gedrückt seid*! Ich will euch Ruhe schenken. 344#Matthäus,11,29#29. Nehmt mein Joch-1- auf euch und lernt von mir; denn ich bin mild und voller Herzensdemut*: dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen-a-. -1) die Gesetzeslehrer nannten ihre Satzungen das Joch des Himmels oder Himmelreiches.   a) Jer. 6,16.++ 345#Matthäus,11,30#30. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last* ist leicht.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 12 -+ --- MENGE/Matthäus 12 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 12 - 346#Matthäus,12,1#1. Zu jener Zeit ging Jesus an einem Sabbat durch Getreidefelder. Seine Jünger aber hatten Hunger; darum begannen sie, Ähren abzureißen und die Körner zu essen-a-*. -a) 5.Mo. 23,26.++ 347#Matthäus,12,2#2. Das sahen die Pharisäer und sprachen zu ihm: «Sieh, deine Jünger tun, was nicht erlaubt ist am Sabbat*.» 348#Matthäus,12,3#3. Er aber antwortete ihnen: «Habt ihr nicht gelesen-a-, was David tat, als ihn und seine Begleiter hungerte? -a) in 1.Sam. 21.++ 349#Matthäus,12,4#4. Wie er in das Haus Gottes trat und die Schaubrote aß, die doch er und seine Begleiter nicht essen durften, sondern nur die Priester? 350#Matthäus,12,5#5. Habt ihr ferner nicht gelesen im Gesetz-a-, daß die Priester im Tempel auch am Sabbat tätig sind*, ohne sich zu versündigen? -a) 4.Mo. 28,9f.; 3.Mo. 24,8; 1.Chr. 9,32.++ 351#Matthäus,12,6#6. Doch ich sage euch: Hier ist etwas Größres als der Tempel*. 352#Matthäus,12,7#7. Verstündet ihr aber die Bedeutung des Wortes: ,Barmherzigkeit will ich und nicht Opfer-a-', so hättet ihr die Schuldlosen* nicht verurteilt. -a) Hos. 6,6; vgl. Mt. 9,13.++ 353#Matthäus,12,8#8. Denn* der Menschensohn ist Herr des Sabbats*.» 354#Matthäus,12,9#9. Als er von dort weiterging, kam er in ihr Versammlungshaus*. 355#Matthäus,12,10#10. Da war ein Mann mit einem abgestorbenen Arm, und sie fragten ihn: «Ist es erlaubt, am Sabbat zu heilen-1-?» Denn sie suchten einen Grund, ihn zu verklagen-2-. -1) die Pharisäer unterschieden 39 Hauptarbeiten, die am Sabbat verboten waren.   2) bei dem Synagogengerichte.++ 356#Matthäus,12,11#11. Er aber antwortete ihnen: «Fiele einem von euch am Sabbat sein einziges Schaf in eine Grube, zöge er's da nicht sofort heraus? 357#Matthäus,12,12#12. Steht nun ein Mensch nicht hoch über einem Schafe? Also darf man auch am Sabbat Gutes tun.» 358#Matthäus,12,13#13. Dann sprach er zu dem Manne: «Strecke deinen Arm aus!» Da streckte er ihn aus, und er ward wiederhergestellt und gesund wie der andre. 359#Matthäus,12,14#14. Als dann die Pharisäer den Gottesdienst verließen, berieten sie sich miteinander wider ihn, wie sie ihn zu Tode bringen könnten. 360#Matthäus,12,15#15. Aber Jesus erfuhr das und verließ jene Gegend. Viele begleiteten ihn, und er heilte alle*. 361#Matthäus,12,16#16. Aber er schärfte ihnen ein, sie sollten ihn nicht öffentlich bekanntmachen, 362#Matthäus,12,17#17. damit sich der Ausspruch des Propheten Jesaja erfülle-1-: -1) Jes. 42,1-4; teils nach einer Üs. des Mt., teils nach LXX.++ 363#Matthäus,12,18#18. «Das ist mein Knecht, den ich erwählt, und mein Geliebter, den mein Herz erkoren. Ich lege meinen Geist auf ihn, und er soll den Völkern Recht-1- verkünden. -1) Gottes Wahrheit.++ 364#Matthäus,12,19#19. Er wird nicht zanken und nicht schreien*, und seine Stimme schallt nicht auf den Straßen*. 365#Matthäus,12,20#20. Geknicktes Rohr zerbricht er nicht, und glimmenden Docht löscht er nicht aus-a-*, bis er das Recht zum Sieg geführt*. -a) Mt. 5,3.++ 366#Matthäus,12,21#21. Und auf seinen Namen werden die Völker hoffen.» 367#Matthäus,12,22#22. Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der war blind und stumm. Und er heilte ihn, so daß der Stumme redete und sah. 368#Matthäus,12,23#23. Da waren die Leute alle außer sich und sprachen: «Ist der etwa Davids Sohn-1-?» -1) d.h. der verheißene Messias.++ 369#Matthäus,12,24#24. Als aber die Pharisäer davon hörten, sagten sie: «Nur im Bunde mit Beelzebul, dem Obersten der bösen Geister, treibt er die Teufel aus.» 370#Matthäus,12,25#25. Er aber durchschaute ihre Gedanken und sprach zu ihnen: «Jedes Reich, das in sich selbst uneins ist, das fällt in Trümmer; und jede Stadt oder jedes Haus, das in sich selbst uneins ist, kann nicht bestehn. 371#Matthäus,12,26#26. Treibt nun der Satan den Satan aus, so ist er ja mit sich selbst im Streit: wie sollte da sein Reich bestehen können? 372#Matthäus,12,27#27. Treibe ich aber im Bunde mit Beelzebul die bösen Geister aus, mit wessen Hilfe treiben sie denn eure Anhänger-a-* aus? Sie werden darum eure Richter sein*! -a) Lk. 9,49; Apg. 19,13.++ 373#Matthäus,12,28#28. Treibe ich aber durch Gottes Geist die bösen Geister aus, so ist ja Gottes Königreich zu euch gekommen*. 374#Matthäus,12,29#29. Oder* wie kann jemand in das Haus eines starken Kriegsmannes dringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben*. 375#Matthäus,12,30#30. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich*; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut*. 376#Matthäus,12,31#31. Drum* sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben, die Lästerung des Geistes aber wird nicht vergeben. 377#Matthäus,12,32#32. Wer ein Wort sagt gegen den Menschensohn, dem wird vergeben. Wer aber wider den Heiligen Geist redet, der findet keine Vergebung-a-*: weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen*. -a) Hebr. 6,4-6; 10,26f.; 1.Joh. 5,16f.++ 378#Matthäus,12,33#33. Erklärt ihr den Baum für gut, so müßt ihr auch seine Frucht für gut halten. Erklärt ihr aber den Baum für schädlich, so müßt ihr auch seine Frucht für schädlich halten*. Denn an der Frucht erkennt man den Baum-a-. -a) Mt. 7,17-20.++ 379#Matthäus,12,34#34. Ihr Schlangenbrut-a-! wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn des Mundes Worte fließen aus des Herzens Quell. -a) Mt. 3,7.++ 380#Matthäus,12,35#35. Ein guter Mensch entnimmt aus seiner guten Vorratskammer Gutes; ein böser Mensch entnimmt aus seiner bösen Vorratskammer Böses. 381#Matthäus,12,36#36. Ich versichre euch aber: Von jedem bösen Worte, das die Menschen reden, müssen sie am Tage des Gerichtes Rechenschaft geben. 382#Matthäus,12,37#37. Denn nach deinen Worten sollst du freigesprochen und nach deinen Worten sollst du verurteilt werden.» 383#Matthäus,12,38#38. Da redeten ihn einige Schriftgelehrte und Pharisäer an und sprachen: «Meister, wir wünschen von dir ein Zeichen zu sehn*.» 384#Matthäus,12,39#39. Er antwortete ihnen: «Ein böses, gottvergessenes-1- Geschlecht begehrt ein Zeichen. Es soll ihm aber kein andres Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona*. -1) von dem Bunde Gottes abgefallenes.++ 385#Matthäus,12,40#40. Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte in des Riesenfisches-1- Leib gewesen ist-a-, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde* sein**. -1) des Meeresungeheuers.   a) Jona 2,1.++ 386#Matthäus,12,41#41. Die Leute aus Ninive werden zugleich mit diesem Geschlecht* vor Gericht erscheinen-1- und es verurteilen*; den sie bekehrten sich bei Jonas Predigt-a-. Und hier steht doch einer, der größer ist als Jona! -1) am Tage des großen Endgerichts.   a) Jona 3,4-10.++ 387#Matthäus,12,42#42. Die Königin aus Süden-1- wird zugleich mit diesem Geschlecht vor Gericht erscheinen und es verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und hier steht doch einer, der größer ist als Salomo*! -1) die Königin von Saba in Südarabien; 1.Kön. 10,1ff.++ 388#Matthäus,12,43#43. Ist der unreine Geist von einem Menschen ausgefahren, so wandert er durch Wüsten*: er sucht dort eine Ruhstatt und findet keine. 389#Matthäus,12,44#44. Dann spricht er: ,Ich will zurückgehn in mein Haus*, das ich verlassen habe.' Und kommt er dann, so findet er es leer, gefegt und wohlgeschmückt*. 390#Matthäus,12,45#45. Nun geht er hin und holt noch sieben andre Geister, die schlimmer sind als er: die ziehen ein und wohnen dort. So wird's mit einem solchen Menschen am Ende ärger als zuvor. Ganz ebenso wird es auch gehn mit diesem bösen Geschlecht*.» 391#Matthäus,12,46#46. Als er noch zu dem Volke redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wünschten ihn zu sprechen. 392#Matthäus,12,47#47. -Und jemand sagte ihm: «Sieh, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wünschen dich zu sprechen.» Dieser V. fehlt in manchen Hs.++ 393#Matthäus,12,48#48. Er aber antwortete dem, der ihm dies meldete: «Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder?» 394#Matthäus,12,49#49. Dann wies er mit ausgestreckter Hand auf seine Jünger und sprach: «Da seht meine Mutter und meine Brüder! 395#Matthäus,12,50#50. Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder, Schwester und Mutter*.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 13 -+ --- MENGE/Matthäus 13 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 13 - 396#Matthäus,13,1#1. An jenem Tage ging Jesus aus seinem Hause-1- und setzte sich an den Strand des Sees-2-. -1) in Kapernaum.   2) Genezaret.++ 397#Matthäus,13,2#2. Da sammelte sich eine große Schar um ihn. Deshalb trat er in einen Fischerkahn und setzte sich dort nieder, während das ganze Volk am Ufer stand. 398#Matthäus,13,3#3. Und er redete zu ihnen vielerlei durch Gleichnisse-1- und sprach: «Ein Sämann ging aus zu säen. -1) das Gleichnis nimmt seinen Stoff aus der Natur oder dem täglichen Leben und veranschaulicht dadurch eine geistliche Wahrheit.++ 399#Matthäus,13,4#4. Beim Säen fielen einige Körner an den Weg-1-. Da kamen die Vögel und pickten sie auf. -1) längs des Ackerfeldes.++ 400#Matthäus,13,5#5. Andre Körner fielen auf steinigen Grund, wo sie nicht viel Erde hatten. Dort schossen sie schnell in den Halm, weil es der Erdschicht an Tiefe fehlte. 401#Matthäus,13,6#6. Als dann die Sonne heiß schien, litten die Halme von ihrer Glut; und weil sie nicht Wurzel hatten, verdorrten sie. 402#Matthäus,13,7#7. Andre Körner fielen dahin, wo Dornen wuchsen. Da schossen die Dornen auf und erstickten die Saat. 403#Matthäus,13,8#8. Andre Körner fielen auf guten Boden und brachten Frucht: hundertfältig, sechzigfältig, dreißigfältig. 404#Matthäus,13,9#9. Wer Ohren hat, der höre!» 405#Matthäus,13,10#10. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?» 406#Matthäus,13,11#11. Er antwortete: «Weil euch die Fähigkeit verliehen ist*, in die Geheimnisse des Königreichs der Himmel einzudringen*, jenen aber nicht. 407#Matthäus,13,12#12. Denn wer (viel) hat, der soll noch mehr empfangen, daß er die Fülle habe; doch wer nur wenig hat, dem soll sogar das wenige genommen werden*. 408#Matthäus,13,13#13. Gerade desalb rede ich zu ihnen in Gleichnissen, weil sie trotz ihrer Augen nicht sehen und trotz ihrer Ohren nicht hören und verstehn. 409#Matthäus,13,14#14. So erfüllt sich an ihnen die Weissagung Jesajas: ,Hören sollt ihr und nicht verstehn, sehn und nicht erkennen, 410#Matthäus,13,15#15. denn dieses Volkes Herz ist unempfänglich, ihre Ohren hören schwer, und ihre Augen haben sie verschlossen*. [So können sie nicht sehn mit ihren Augen, mit ihren Ohren können sie nicht hören, mit ihrem Herzen nicht verstehn und sich bekehren, daß ich sie heile.]' 411#Matthäus,13,16#16. Glückselig aber sind eure Augen, weil sie sehen, und eure Ohren, weil sie hören. 412#Matthäus,13,17#17. Denn viele Propheten und Gerechte - das versichre ich euch - haben sich gesehnt, zu schauen, was ihr seht, und haben es nicht geschaut, und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört*. 413#Matthäus,13,18#18. Euch nun will ich das Gleichnis vom Sämann deuten: 414#Matthäus,13,19#19. Hört einer das Wort vom Königreich und hat kein Verständnis dafür, so kommt der Böse* und nimmt den Samen weg, der in sein Herz gesät war: bei solchem fällt der Same an den Weg. 415#Matthäus,13,20#20. Was auf steinigen Boden fällt, das bedeutet einen, der das Wort hört und es sogleich mit Freuden aufnimmt; 416#Matthäus,13,21#21. es schlägt aber nicht Wurzel in ihm, sondern er hält nur eine Zeitlang aus. Kommen Trübsal und Verfolgung um des Wortes willen, so wird er bald im Glauben wankend. 417#Matthäus,13,22#22. Was dahin fällt, wo Dornen wachsen, das bedeutet einen Hörer, bei dem die Sorge um die irdischen Dinge-1-** und der verführerische Reiz des Reichtums das Wort ersticken, so daß es fruchtlos bleibt. -1) w: um die Dinge dieser Weltzeit.++ 418#Matthäus,13,23#23. Was aber auf guten Boden fällt, dies bedeutet einen Hörer, der für das Wort Verständnis hat: der bringt dann Frucht, der eine hundertfältig, der andre sechzigfältig, der dritte dreißigfältig.» 419#Matthäus,13,24#24. Ein andres Gleichnis trug er ihnen vor, indem er sprach: «Das Königreich der Himmel gleicht einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker säte. 420#Matthäus,13,25#25. Als aber die Leute schliefen, kam sein Feind: der streute Unkrautsamen mitten unter den Weizen und ging dann weg. 421#Matthäus,13,26#26. Als nun die Saat aufging und Frucht ansetzte, zeigte sich auch das Unkraut. 422#Matthäus,13,27#27. Da kamen die Knechte zum Hausherrn und sprachen: ,Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher hat er denn das Unkraut?' 423#Matthäus,13,28#28. Er antwortete ihnen: ,Das hat ein Feind getan.' Da fragten ihn seine Knechte: ,Sollen wir nun hingehn und es ausjäten?' 424#Matthäus,13,29#29. Er sagte: ,Nein; ihr würdet sonst beim Sammeln des Unkrauts auch den Weizen mit ausreißen. 425#Matthäus,13,30#30. Laßt beides miteinander wachsen bis zur Ernte. Zur Erntezeit will ich dann den Schnittern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündel zum Verbrennen, den Weizen aber bringt in meinen Speicher!'» 426#Matthäus,13,31#31. Ein andres Gleichnis trug er ihnen vor: «Das Königreich der Himmel ist einem Senfkorn gleich, das einer nimmt und auf seinen Acker sät. 427#Matthäus,13,32#32. Es ist das kleinste unter allen Samenkörnern. Ist es aber ausgewachsen, so ist es größer als die andern Gartenkräuter und wird sogar ein Baum, so daß die Vögel des Himmels kommen und in seinen Zweigen nisten-a-*.» -a) Offb. 18,2.++ 428#Matthäus,13,33#33. Ein andres Gleichnis redete er zu ihnen: «Das Königreich der Himmel gleicht einem Sauerteig, den eine Frau nimmt und ihn so lange in drei Scheffel Weizenmehl knetet, bis der ganze Teig durchsäuert ist-a-*.» -a) Mt. 16,6.11.12; Mk. 8,15; Lk. 12,1; Gal. 5,9; 1.Kor. 5,6-8; 2.Mo. 12,15.++ 429#Matthäus,13,34#34. Dies alles redete Jesus zu dem Volk in Gleichnissen, und ohne Gleichnis redete er nichts zu ihnen, 430#Matthäus,13,35#35. damit sich der Ausspruch des Propheten erfülle-a-*: «Ich will meinen Mund zu Gleichnisreden öffnen; ich will verkünden, was seit Anbeginn der Welt verhüllt gewesen ist*.» -a) Ps. 78,2.++ 431#Matthäus,13,36#36. Dann entließ er die Volksmenge und kehrte in sein Haus zurück-1-. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Deute uns das Gleichnis vom Unkraut auf dem Acker!» -1) in Kapernaum, vgl. V. 1.++ 432#Matthäus,13,37#37. Er antwortete: «Der Sämann, der den guten Samen ausstreut, ist der Menschensohn. 433#Matthäus,13,38#38. Der Acker ist die Welt. Der gute Same sind die Kinder des Königreichs. Das Unkraut sind die Kinder des Bösen-a-. -a) 1.Joh. 3,9.10.++ 434#Matthäus,13,39#39. Der Feind, der das Unkraut sät, ist der Teufel. Die Ernte ist das Ende dieser Weltzeit. Die Schnitter sind Engel. 435#Matthäus,13,40#40. Wie man nun das Unkraut sammelt und mit Feuer verbrennt, so wird es auch am Ende dieser Weltzeit gehn. 436#Matthäus,13,41#41. Der Menschensohn wird seine Engel-1- senden; die sollen aus seinem Königreiche alle Verführer und Übeltäter sammeln -1) o: Boten.++ 437#Matthäus,13,42#42. und sie in den Feuerofen werfen: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-a-. -a) Mt. 8,12.++ 438#Matthäus,13,43#43. Dann werden die Gerechten hervorleuchten wie die Sonne in ihres Vaters Königreich-a-. Wer Ohren hat, der höre! -a) Dan. 12,3.++ 439#Matthäus,13,44#44. Das Königreich der Himmel gleicht einem Schatz, der in einem Ackerfelde vergraben liegt. Den findet einer, deckt ihn wieder zu (mit Erde) und geht dann hin in seiner Freude, verkauft all seine Habe und kauft den Acker*. 440#Matthäus,13,45#45. Weiter gleicht das Königreich der Himmel einem Händler, der wertvolle Perlen sucht. 441#Matthäus,13,46#46. Hat er aber eine besonders wertvolle Perle gefunden, so geht er hin, verkauft all seine Habe und kauft die Perle*. 442#Matthäus,13,47#47. Weiter gleicht das Königreich der Himmel einem Schleppnetz, das ins Meer geworfen wird und womit man allerlei Fische fängt*. 443#Matthäus,13,48#48. Ist es voll, so zieht man es ans Ufer*. Dort setzen sich die Fischer und sammeln die guten Fische in Gefäße, die schlechten-1- aber werfen sie weg. -1) die nach dem Gesetze unreinen (3.Mo. 11,9-12).++ 444#Matthäus,13,49#49. So wird es auch am Ende dieser Weltzeit sein. Die Engel werden ausgehn, sie werden die Bösen von den Gerechten scheiden 445#Matthäus,13,50#50. und sie in den Feuerofen werfen: dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein. - 446#Matthäus,13,51#51. Habt ihr dies alles verstanden*?» Sie antworteten ihm: «Jawohl!» 447#Matthäus,13,52#52. Dann fuhr er fort: «Darum* gilt hier der Satz: Jeder Schriftgelehrte, der für den Dienst des Königreichs der Himmel ausgebildet worden ist, gleicht einem Hausherrn, der aus seinem reichen Vorrat Neues-1- und Altes-2- mitteilt*.» -1) bisher Unbekanntes.   2) schon Bekanntes.++ 448#Matthäus,13,53#53. Als Jesus diese Gleichnisreden vollendet hatte, zog er von dort-1- weg -1) von Kapernaum.++ 449#Matthäus,13,54#54. und kam in seine Vaterstadt-1-. Dort lehrte er die Leute in ihrem Versammlungshause, so daß sie voller Staunen sprachen: «Woher hat der Mann solche Weisheit und die Wunderkräfte? -1) Nazaret.++ 450#Matthäus,13,55#55. Ist er nicht des Tischlers Sohn*? Heißt nicht seine Mutter Maria? Sind nicht Jakobus-1-, Josef, Simon und Judas-2- seine Brüder? -1) Jakobus wurde der erste Bischof der Gemeinde zu Jerusalem.   2) Judas ist der Verfasser des Judasbriefes.++ 451#Matthäus,13,56#56. Wohnen nicht auch seine Schwestern alle hier bei uns*? Woher hat er denn dies alles?» 452#Matthäus,13,57#57. Und sie wollten nichts von ihm wissen. Da sprach Jesus zu ihnen: «Ein Prophet gilt nirgend weniger als in seiner Heimat und im Kreise seiner Hausgenossen.» 453#Matthäus,13,58#58. Er tat dort auch nur wenig Wunder, weil sie nicht glaubten.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 14 -+ --- MENGE/Matthäus 14 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 14 - 454#Matthäus,14,1#1. Um jene Zeit hörte der Vierfürst Herodes-1-* von Jesus, -1) Herodes, mit dem Zunamen Antipas, herrschte nach dem Tode seines Vaters Herodes d. Gr. (4 v.Chr.) in Galiläa und Peräa. Er verstieß seine Gemahlin, die Tochter des Araberkönigs Aretas (2.Kor. 11,32), und ging eine ehebrecherische Verbindung ein mit Herodias, der Frau seines Bruders.++ 455#Matthäus,14,2#2. und er sprach zu seinen Hofleuten: «Das ist Johannes der Täufer! Der ist von den Toten auferstanden, darum* sind die Wunderkräfte in ihm wirksam.» 456#Matthäus,14,3#3. Herodes hatte nämlich damals Johannes ergreifen, mit Ketten binden und gefangensetzen lassen wegen Herodias, der Frau seines Bruders Philippus*. 457#Matthäus,14,4#4. Denn Johannes hatte ihm gesagt: «Du darfst sie nicht zur Frau haben-a-.» -a) 3.Mo. 18,16; 20,21.++ 458#Matthäus,14,5#5. Er hätte ihn nun gern getötet; aber er scheute sich vor dem Volke, denn das hielt ihn für einen Propheten. 459#Matthäus,14,6#6. Da geschah es bei der Geburtstagsfeier des Herodes, daß die Tochter der Herodias vor den Gästen tanzte. Das gefiel Herodes so sehr, 460#Matthäus,14,7#7. daß er ihr eidlich versprach, er wolle ihr geben, um was sie bitte. 461#Matthäus,14,8#8. Da sprach sie, von ihrer Mutter dazu angestiftet: «Gib mir hier auf einer Schüssel das Haupt Johannes des Täufers!» 462#Matthäus,14,9#9. Darüber ward der König betrübt-a-*. Doch um des Eides und der Tischgenossen willen-1-* befahl er's ihr zu geben. -1) also aus verkehrter Scham und verbrecherischer Gewissenhaftigkeit.   a) vgl. Mk. 6,20.++ 463#Matthäus,14,10#10. So sandte er denn hin und ließ Johannes in seinem Kerker enthaupten*. 464#Matthäus,14,11#11. Sein Haupt ward dann auf einer Schüssel hergebracht und dem Mädchen gegeben; die brachte es ihrer Mutter. 465#Matthäus,14,12#12. Und seine* Jünger kamen, holten seinen Leichnam und begruben ihn. Dann gingen sie hin und gaben Jesus Bericht*. 466#Matthäus,14,13#13. Auf diese Kunde entfernte sich Jesus von dort-1-* in einem Boote* nach einer unbewohnten Gegend*, um allein zu sein*. Aber die Leute hörten davon und gingen ihm zu Fuß aus den Städten nach*. -1) von Kapernaum.++ 467#Matthäus,14,14#14. Als nun Jesus aus dem Fahrzeug stieg-1-, empfand er tiefes Mitleid bei dem Anblick der großen Menge, und er heilte ihre Kranken. -1) vlt. östlich von Bethsaida Julias (Lk. 9,10).++ 468#Matthäus,14,15#15. Am Abend traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Die Gegend hier ist unbewohnt, und es ist schon spät. Laß deshalb die Leute ziehen, damit sie in die nächsten Dörfer gehen und sich Lebensmittel kaufen.» 469#Matthäus,14,16#16. Jesus antwortete ihnen: «Sie brauchen nicht zu gehn; gebt ihr ihnen zu essen!» 470#Matthäus,14,17#17. Sie erwiderten ihm: «Wir haben hier nichts weiter als fünf Brote und zwei Fische.» 471#Matthäus,14,18#18. Er sprach: «Bringt sie mir her!» 472#Matthäus,14,19#19. Und er ließ die Leute sich auf dem Grase lagern. Nun nahm er die fünf Brote und die beiden Fische, sah auf zum Himmel und sprach den Lobpreis-1-. Dann brach er die Brote und gab sie seinen Jüngern, die Jünger aber reichten sie den Leuten. -1) das Tischgebet des Hausvaters. Das jüd. Gebet vor der Mahlzeit lautet: «Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, du König der Welt, der das Brot aus der Erde bringt.»++ 473#Matthäus,14,20#20. So aßen alle und wurden satt. Die übriggebliebenen Brocken hob man vom Boden auf: zwölf große Körbe voll. 474#Matthäus,14,21#21. Es hatten aber ungefähr fünftausend Mann gegessen, ohne die Frauen und Kinder. 475#Matthäus,14,22#22. Nun drängte er seine Jünger, sofort in das Boot zu gehn und an das andre Ufer vorauszufahren-1-, während er das Volk entlassen wollte. -1) wohl zurück nach Kapernaum (Joh. 6,17).++ 476#Matthäus,14,23#23. Als dies geschehen, ging er auf die Bergeshöhe, um in der Einsamkeit zu beten. Beim Eintritt der Dunkelheit war er dort allein. 477#Matthäus,14,24#24. Inzwischen war das Boot schon mitten auf dem See und mußte heftig mit den Wellen kämpfen, denn es fuhr gegen den Wind. 478#Matthäus,14,25#25. Da, in der vierten Nachtwache-1-, kam er, über den See hingehend, auf sie zu. -1) zwischen 3 bis 6 Uhr morgens. Die Nacht (von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens) wurde damals nach röm. Weise von den Juden in vier Teile oder Wachen eingeteilt, jede zu drei Stunden.++ 479#Matthäus,14,26#26. Als ihn die Jünger so auf dem See wandeln sahen, waren sie entsetzt; denn sie dachten, es wäre ein Gespenst, und sie schrien laut vor Furcht. 480#Matthäus,14,27#27. Aber alsbald rief ihnen Jesus zu: «Seid getrost, ich bin's, fürchtet euch nicht!» 481#Matthäus,14,28#28. Da anwortete ihm Petrus: «Herr, bist du es, so laß mich auf dem Wasser zu dir kommen.» 482#Matthäus,14,29#29. Er sprach: «Komm!» Da stieg Petrus aus dem Boote und ging auf dem Wasser zu Jesus hin. 483#Matthäus,14,30#30. Als er aber den starken Wind spürte, ward ihm bange, und er begann zu sinken. Da schrie er auf: «Herr, hilf mir!» 484#Matthäus,14,31#31. Sofort streckte Jesus seine Hand aus, ergriff ihn und sprach zu ihm: «Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt?» 485#Matthäus,14,32#32. Dann stiegen sie beide in das Boot, und der Wind legte sich. 486#Matthäus,14,33#33. Die andern aber, die im Boote waren*, fielen vor ihm nieder und sprachen: «Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!» 487#Matthäus,14,34#34. Als sie die Überfahrt vollendet hatten*, stiegen sie ans Land und kamen nach Genezaret*. 488#Matthäus,14,35#35. Sobald ihn die Bewohner dieser Gegend erkannten, schickten sie Boten in den ganzen Umkreis. Da brachte man ihm alle Kranken 489#Matthäus,14,36#36. und bat ihn, daß sie nur die Quaste seines Mantels berühren dürften-a-. Und alle, die sie berührten, wurden gesund. -a) vgl. Mt. 9,21.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 15 -+ --- MENGE/Matthäus 15 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 15 - 490#Matthäus,15,1#1. Dann traten zu Jesus Schriftgelehrte und Pharisäer, die aus Jerusalem gekommen waren, und sprachen: 491#Matthäus,15,2#2. «Warum übertreten deine Jünger die Vorschriften, die uns die Alten überliefert haben-1-? Sie waschen sich ja vor der Mahlzeit die Hände nicht-2-*.» -1) gemeint sind die vielen, durch mündliche Überlieferung fortgepflanzten und besonders das tägliche Leben betreffenden Vorschriften der alten Gesetzeslehrer.   2) im Talmud heißt es: «Wer die Handwaschung geringschätzt, der wird aus der Welt ausgerottet.»++ 492#Matthäus,15,3#3. Er antwortete ihnen: «Warum übertretet ihr denn euern Vorschriften zuliebe Gottes Gebot? 493#Matthäus,15,4#4. Gott hat doch gesagt: ,Ehre deinen Vater und deine Mutter-a-!' und: ,wer Vater oder Mutter schmäht, der soll des Todes sterben-b-.' -a) 2.Mo. 20,12.   b) 2.Mo. 21,17.++ 494#Matthäus,15,5#5. Ihr aber behauptet: Wer zum Vater oder zur Mutter spricht: ,Ich stifte für den Tempelschatz, was ich dir sonst zum Unterhalt gegeben hätte' - der braucht Vater oder Mutter nicht zu ehren*. 495#Matthäus,15,6#6. So setzt ihr eurer Satzung zuliebe Gottes Gesetz außer Kraft. 496#Matthäus,15,7#7. Ihr Heuchler! Treffend hat Jesaja von euch geweissagt: 497#Matthäus,15,8#8. ,Dies Volk ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir. 498#Matthäus,15,9#9. Ihr Gottesdienst ist wertlos, denn sie verkünden Lehren, die nichts als Menschensatzung sind-a-.'» -a) Jes. 29,13.++ 499#Matthäus,15,10#10. Dann rief er das Volk herbei und sprach zu ihnen: «Höret und versteht es! 500#Matthäus,15,11#11. Nicht das macht den Menschen unrein, was zum Munde eingeht*; sondern was zum Munde ausgeht, das macht den Menschen unrein.» 501#Matthäus,15,12#12. Da traten seine Jünger zu ihm und sprachen: «Weißt du, daß die Pharisäer über dein Wort, das sie haben hören müssen, entrüstet gewesen sind?» 502#Matthäus,15,13#13. Er antwortete: «Jede Pflanze, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, soll ausgerottet werden. 503#Matthäus,15,14#14. Laßt sie! Sie sind blinde Blindenführer. Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube.» 504#Matthäus,15,15#15. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu ihm: «Deute uns dies Gleichnis-a-!» -a) in V. 11.++ 505#Matthäus,15,16#16. Er erwiderte: «Seid ihr denn auch noch immer so unverständig? 506#Matthäus,15,17#17. Seht ihr nicht ein, daß alles, was zum Munde eingeht, in den Magen kommt und dann durch den Darm ausgeschieden wird? 507#Matthäus,15,18#18. Was aber zum Munde ausgeht, das kommt aus dem Herzen, und das macht den Menschen unrein. 508#Matthäus,15,19#19. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken*: Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsches Zeugnis und Verleumdung. 509#Matthäus,15,20#20. Hierdurch wird der Mensch verunreinigt. Aber mit ungewaschenen Händen essen, das macht den Menschen nicht unrein.» 510#Matthäus,15,21#21. Dann verließ Jesus jene Gegend-1- und begab sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon. -1) die Landschaft Genezaret (Mt. 14,34).++ 511#Matthäus,15,22#22. Und sieh, eine Kananiterin-1-* aus jener Landschaft kam zu ihm; die fing an zu rufen: «Herr, Sohn Davids, erbarme dich mein! Meine Tochter wird von einem bösen Geiste arg gequält*.» -1) also eine Heidin.++ 512#Matthäus,15,23#23. Er aber erwiderte ihr kein einzig Wort. Da traten seine Jünger zu ihm mit der Bitte: «Fertige sie doch ab! Sie schreit ja hinter uns her.» 513#Matthäus,15,24#24. Er aber antwortete: «Ich bin nur zu den verirrten Schafen des Hauses Israel gesandt-a-.» -a) Mt. 10,6.++ 514#Matthäus,15,25#25. Da kam die Frau, fiel ihm zu Füßen und bat: «Herr, hilf mir!» 515#Matthäus,15,26#26. Er aber erwiderte: «Es wäre nicht recht, den Kindern das Brot zu nehmen und es den Hündchen hinzuwerfen*.» 516#Matthäus,15,27#27. Sie sprach: «Gewiß, Herr! Denn die Hündchen dürfen ja nur die Brocken fressen, die von ihrer Herren Tische fallen*.» 517#Matthäus,15,28#28. Da antwortete ihr Jesus: «O Weib, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst.» Und zu der Stunde ward ihre Tochter gesund. 518#Matthäus,15,29#29. Dann verließ Jesus die Gegend und kam an das Ufer-1- des Galiläischen Sees: er ging auf die Berghöhe* und blieb dort. -1) ws. an das Ostufer (Mk. 7,31).++ 519#Matthäus,15,30#30. Da kamen viele Leute zu ihm; die brachten Lahme, Blinde, Stumme, Krüppel und viele andre Kranke und legten sie zu seinen Füßen nieder. Und er heilte sie. 520#Matthäus,15,31#31. Da wunderten sich die Leute, als sie sahen, wie die Stummen redeten, die Krüppel genasen, die Lahmen gingen und die Blinden sahen. Und sie priesen den Gott Israels. 521#Matthäus,15,32#32. Da rief Jesus seine Jünger zu sich und sprach: «Mich jammert der Leute, denn sie sind nun schon drei Tage bei mir und haben nichts mehr zu essen; und hungrig mag ich sie nicht gehen lassen, sonst könnten sie unterwegs ermattet zusammenbrechen.» 522#Matthäus,15,33#33. Seine Jünger sprachen zu ihm: «Woher sollen wir in dieser unbewohnten Gegend Brot genug bekommen, um so viel Menschen zu sättigen?» 523#Matthäus,15,34#34. Jesus fragte sie: «Wieviel Brote habt ihr denn?» Sie sprachen: «Sieben und ein paar kleine Fische.» 524#Matthäus,15,35#35. Da ließ er die ganze Schar sich auf die Erde lagern. 525#Matthäus,15,36#36. Dann nahm er die sieben Brote und die Fische, sprach das Dankgebet, brach sie und gab sie den Jüngern, die dann die Leute speisten. 526#Matthäus,15,37#37. So aßen alle und wurden satt. Die übriggebliebenen Brocken hob man vom Boden auf: sieben kleine Körbe voll. 527#Matthäus,15,38#38. Es hatten aber etwa viertausend Mann gegessen, ohne die Frauen und Kinder. 528#Matthäus,15,39#39. Dann ließ er die Menge gehen, stieg in sein Boot und kam in das Gebiet von Magadan-1-. -1) die Lage von Magadan ist unbekannt; vlt. ist es an dem Westufer des Galiläischen Sees zu suchen.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 16 -+ --- MENGE/Matthäus 16 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 16 - 529#Matthäus,16,1#1. Dort traten Pharisäer und Sadduzäer an ihn heran, um ihn auszuhorchen, und forderten ihn auf, er möge sie ein Wunderzeichen vom Himmel sehen lassen**. 530#Matthäus,16,2#2. Er aber erwiderte ihnen: «[Am Abend sagt ihr: ,Es wird gutes Wetter, denn der Himmel ist gerötet', 531#Matthäus,16,3#3. und frühmorgens: ,Heute wird es stürmisch, denn der Himmel ist rötlich und trübe.' Des Himmels Aussehen wißt ihr zu deuten, und die Zeichen der Zeit-1- versteht ihr nicht*?] -1) d.h. die bedeutsamen Zeitumstände und Zeitereignisse.++ 532#Matthäus,16,4#4. Ein böses, gottvergessenes Geschlecht begehrt ein Zeichen; es wird ihm aber kein andres Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona-a-.» Damit wandte er sich von ihnen und ging weg. -a) Mt. 12,39.++ 533#Matthäus,16,5#5. Als die Jünger an das andre Ufer-1- kamen, entdeckten sie, daß sie vergessen hatten, Brot mitzunehmen. -1) gemeint ist wohl das Ostufer des Sees Genezaret (Mt. 15,39).++ 534#Matthäus,16,6#6. Da sprach Jesus zu ihnen: «Habt acht und hütet euch vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadduzäer!» 535#Matthäus,16,7#7. Die Jünger dachten bei sich und sprachen es auch gegeneinander aus: «Das sagt er, weil wir kein Brot mitgenommen haben*.» 536#Matthäus,16,8#8. Jesus merkte das und sprach: «Ihr Kleingläubigen, was macht ihr euch Gedanken darüber, daß ihr kein Brot mithabt*? 537#Matthäus,16,9#9. Fehlt's euch denn immer noch an Einsicht*? Denkt ihr nicht an die fünf Brote für die Fünftausend, und wieviel große Körbe voll ihr noch mitgenommen habt? 538#Matthäus,16,10#10. Und denkt ihr nicht an die sieben Brote für die Viertausend, und wieviel kleine Körbe voll ihr noch mitgenommen habt? 539#Matthäus,16,11#11. Seht ihr denn nicht ein, daß ich bei meinen Worten nicht an Brot gedacht habe? Hütet euch aber vor dem Sauerteige der Pharisäer und Sadduzäer!» 540#Matthäus,16,12#12. Nun erst verstanden sie, daß er nicht gemeint hatte, sie sollten sich hüten vor dem Sauerteige der Brote, sondern vor der Lehre der Pharisäer und Sadduzäer. 541#Matthäus,16,13#13. Hierauf kam Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi-1-*. Dort fragte er seine Jünger: «Wofür halten die Leute den Menschensohn?»+ -1) Cäsarea heißt «die Kaiserliche».++ 542#Matthäus,16,14#14. Sie sprachen: «Die einen halten dich für Johannes den Täufer, die andern für Elia, wieder andre für Jeremia oder sonst einen der Propheten.» 543#Matthäus,16,15#15. Da sprach er zu ihnen: «Für wen haltet ihr mich denn?» 544#Matthäus,16,16#16. Simon Petrus antwortete: «Du bist der Messias, der Sohn Gottes, des Lebendigen-1a-*.» -1) also: Du bist Jahwes Sohn.   a) Ps. 2,7; Spr. 30,4.++ 545#Matthäus,16,17#17. Da erwiderte ihm Jesus: «Selig bist du, Simon, Jonas Sohn*; denn nicht ein sterblicher Mensch von Fleisch und Blut hat dir dies offenbart, sondern mein Vater im Himmel. 546#Matthäus,16,18#18. Und ich sage dir: Du bist Petrus*, und im Anschluß an diesen Stein-1a-** will ich das Haus meiner Kirche bauen-2-**, und des Totenreiches Tore sollen sie nicht bezwingen*. -1) o: «Zu diesem (ersten) Steine andre Steine fügend.»   2) gr. -+ekklesia- kommt her von -+ekkletos- = aufgerufen, aufgeboten. a) Eph. 2,20f.; Offb. 21,14; vgl. auch 1.Kor. 12,28.++ 547#Matthäus,16,19#19. Ich will dir die Schlüssel des Königreichs der Himmel geben: Was du auf Erden binden wirst, das soll im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das soll im Himmel gelöst sein-1-**.» -1) bed. nach aram. Sprachgebrauch «für erlaubt und für verboten erklären».++ 548#Matthäus,16,20#20. Dann schärfte er seinen Jüngern ein, sie sollten niemand sagen, daß er der Messias sei-a-*. -a) vgl. Mt. 12,16.++ 549#Matthäus,16,21#21. Von der Zeit an begann Jesus seinen Jüngern darzulegen: er müsse nach Jerusalem gehen und dort viel leiden von den Ältesten, Hohenpriestern und Schriftgelehrten-1-; ja er müsse den Tod erdulden, aber am dritten Tage wieder auferstehn. -1) d.h. dem Hohen Rate.++ 550#Matthäus,16,22#22. Da nahm ihn Petrus beiseit, begann ihm ernste Vorstellungen zu machen und sprach: «Gott bewahre, Herr! Das darf dir nimmermehr geschehn!» 551#Matthäus,16,23#23. Er aber wandte sich weg und sprach zu Petrus: «Mir aus den Augen, Satan-1-! Du willst mich verführen-2-! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich.» -1) d.h. Widersacher.   2) du willst mich von dem mir vorgezeichneten Wege abbringen.++ 552#Matthäus,16,24#24. Dann sprach Jesus zu seinen Jüngern: «Wer mein Nachfolger sein will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. 553#Matthäus,16,25#25. Denn wer sein Leben retten will, der wird's verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es gewinnen-a-*. -a) vgl. Mt. 10,38.39.++ 554#Matthäus,16,26#26. Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und dabei sein Seelenheil verliert? Oder welchen Preis kann jemand zahlen, um sich damit sein Seelenheil zu erkaufen*? 555#Matthäus,16,27#27. Denn der Menschensohn wird kommen in seines Vaters Herrlichkeit und in Begleitung seiner Engel; dann wird er einem jeden nach seinem Tun vergelten. 556#Matthäus,16,28#28. Wahrlich, ich sage euch: Einige von denen, die hier stehn, sollen den Tod nicht schmecken, ehe sie den Menschensohn in seiner Königsherrschaft haben kommen sehn-a-*.» -a) Mt. 17,1-9; vgl. Lk. 23,42.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 17 -+ --- MENGE/Matthäus 17 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 17 - 557#Matthäus,17,1#1. Sechs Tage später nahm Jesus Petrus und das Brüderpaar Jakobus und Johannes mit sich und führte sie allein auf einen hohen Berg-a-*. -a) 2.Petr. 1,16-18.++ 558#Matthäus,17,2#2. Dort trat vor ihren Augen in seinem Äußern eine Wandlung ein: sein Antlitz strahlte wie die Sonne, und seine Kleider glänzten hell wie das Licht. 559#Matthäus,17,3#3. Und siehe, Mose und Elia erschienen ihnen, die hatten ein Gespräch mit ihm. 560#Matthäus,17,4#4. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu Jesus: «Herr, es trifft sich gut, daß wir hier sind*. Wenn du erlaubst, so will ich hier drei Hütten bauen*, für dich eine, für Mose eine und für Elia eine.» 561#Matthäus,17,5#5. Während er noch redete, umhüllte sie plötzlich eine lichthelle Wolke, und aus der Wolke rief eine Stimme: «Dies ist mein geliebter Sohn, den ich erkoren-a-; auf den hört-b-!» -a) Mt. 3,17.   b) 5.Mo. 18,15.++ 562#Matthäus,17,6#6. Bei diesen Worten fielen die Jünger tieferschrocken auf ihr Angesicht. 563#Matthäus,17,7#7. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: «Steht auf und fürchtet euch nicht!» 564#Matthäus,17,8#8. Da schlugen sie ihre Augen auf und sahen niemand als Jesus allein. 565#Matthäus,17,9#9. Als sie vom Berge hinabgingen, gebot ihnen Jesus: «Sagt niemand etwas von dem, was ihr gesehn, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.» 566#Matthäus,17,10#10. Da fragten ihn die Jünger: «Warum behaupten denn die Schriftgelehrten, Elia müsse vorher* kommen*?» 567#Matthäus,17,11#11. Er antwortete: «Gewiß! Elia soll kommen und alles in Ordnung bringen*. 568#Matthäus,17,12#12. Aber ich versichre euch: Elia ist schon gekommen; doch sie haben ihn nicht anerkannt, sondern ihren Mutwillen an ihm geübt*. Ebenso wird auch der Menschensohn von ihnen leiden müssen.» 569#Matthäus,17,13#13. Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen geredet hatte. 570#Matthäus,17,14#14. Als sie* nun zu dem Volkshaufen kamen, trat ein Mann zu ihm, der bat ihn fußfällig: 571#Matthäus,17,15#15. «Herr, erbarme dich meines Sohnes! Er ist mondsüchtig-1- und hat schwer zu leiden: er fällt oft ins Feuer und ins Wasser. -1) d.h. mit der fallenden Sucht behaftet.++ 572#Matthäus,17,16#16. Ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, aber sie haben ihn nicht heilen können.» 573#Matthäus,17,17#17. Jesus antwortete: «Ihr ungläubige und verkehrte Art*, wie lange soll ich bei euch sein? wie lange soll ich euch ertragen? Bringt ihn mir her!» 574#Matthäus,17,18#18. Und Jesus bedrohte den bösen Geist: da fuhr er aus von dem Knaben, so daß er von Stund an gesund wurde. 575#Matthäus,17,19#19. Darauf traten die Jünger zu Jesus, als er mit ihnen allein war, und fragten: «Warum haben wir den bösen Geist nicht austreiben können?» 576#Matthäus,17,20#20. Er antwortete ihnen: «Weil ihr so wenig Glauben habt. Denn ich versichre euch: Hättet ihr nur Glauben wie ein Senfkorn-1-, so könntet ihr zu dem Berge da sprechen: ,Rücke von hier weg dorthin!' und er würde es tun-a-*; ja nichts wäre euch unmöglich*.» -1) d.h. so lebendig und keimfähig, wenn auch zunächst nur so klein wie ein Senfkorn (Mt. 13,31.32).   a) 1.Kor. 13,2.++ 577#Matthäus,17,21#21. - «Aber diese Art (von bösen Geistern) wird nur durch Beten und Fasten ausgetrieben*.» Dieser V. fehlt in verschiedenen Hs. (Mk. 9,29).++ 578#Matthäus,17,22#22. Als sie* zusammen in Galiläa wanderten, sprach Jesus zu ihnen: «Der Menschensohn wird in der Menschen Hände überliefert werden, 579#Matthäus,17,23#23. und sie werden ihn töten; aber am dritten Tage wird er wieder auferstehn.» Da wurden sie sehr betrübt. 580#Matthäus,17,24#24. Nach ihrer Ankunft in Kapernaum traten die Einnehmer der Tempelsteuer zu Petrus und fragten ihn: «Entrichtet euer Meister die Tempelsteuer nicht-a-*?» -a) 2.Mo. 30,13; 38,26.++ 581#Matthäus,17,25#25. Er antwortete: «Jawohl!» Dann ging er in das Haus (wo Jesus wohnte). Dort fragte ihn Jesus, noch ehe Petrus von dem Vorfall geredet hatte: «Was meinst du, Simon? Von wem erheben die Könige dieser Erde Zoll oder Steuer? von ihren Söhnen oder von ihren Untertanen?» 582#Matthäus,17,26#26. «Von ihren Untertanen», erwiderte er. Da sprach Jesus zu ihm: «Mithin sind die Söhne steuerfrei*. 583#Matthäus,17,27#27. Damit wir aber den Leuten keinen* Anstoß-a- geben, so geh an den See* und wirf die Angel aus! Den ersten Fisch, der anbeißt, den zieh empor und öffne ihm das Maul! Da wirst du eine Silbermünze-1-* finden; die nimm und gib sie ihnen* für mich und dich*!» -1) w: einen Stater (= 1 Sekel).   a) Röm. 14,13; 1.Kor. 8,13; 9,19ff.++ + ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 18 -+ --- MENGE/Matthäus 18 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 18 - 584#Matthäus,18,1#1. Zu jener Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten ihn: «Wer ist wohl der Größte im Königreiche der Himmel*?» 585#Matthäus,18,2#2. Da rief er ein kleines Kind herbei, stellte es mitten unter sie 586#Matthäus,18,3#3. und sprach: «Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt* und wie die kleinen Kinder werdet*, so kommt ihr sicher nicht ins Königreich der Himmel. 587#Matthäus,18,4#4. Wer sich nun erniedrigt wie dies Kind hier, der ist der Größte im Königreiche der Himmel. 588#Matthäus,18,5#5. Und wer ein solches Kind aufnimmt, weil es meinen Namen bekennt, der nimmt mich auf. 589#Matthäus,18,6#6. Wer aber eins von den kleinen Kindern hier, die an mich glauben, zur Sünde verführt, für den wäre es besser gewesen, man hätte ihm vorher* einen großen Mühlstein-1- um den Hals gehängt und ihn versenkt im Meer, wo es am tiefsten ist. -1) w: «einen Eselsmühlstein», d.h. den Stein einer Mühle, die nicht von einer Sklavin mit der Hand, sondern von einem Esel getrieben wurde.++ 590#Matthäus,18,7#7. Weh der Welt, die voll Verführung ist! Verführungen sind zwar unvermeidlich*; doch weh dem Menschen, durch den Verführung kommt! 591#Matthäus,18,8#8. Wenn dich aber deine Hand oder dein Fuß zur Sünde reizt, haue sie ab und wirf sie weg! Es ist besser für dich, du gehst verstümmelt oder hinkend ins Leben ein, als daß du zwei Hände oder zwei Füße hast und ins ewige Feuer geworfen wirst. 592#Matthäus,18,9#9. Und wenn dich dein Auge zur Sünde reizt, reiß es aus und wirf es weg! Es ist besser für dich, du gehst einäugig ins Leben ein, als daß du zwei Augen hast und ins höllische Feuer geworfen wirst-a-. -a) vgl. Mt. 5,29.30.++ 593#Matthäus,18,10#10. Nehmt euch in acht, eins dieser Kinder geringzuschätzen! Denn ich sage euch: Ihre Engel haben im Himmel allzeit freien Zutritt zu meinem himmlischen Vater-1-*. -1) w: «Ihre Engel schauen im Himmel allezeit das Antlitz meines Vaters, der im Himmel wohnt.»++ 594#Matthäus,18,11#11. -«Denn der Menschensohn ist gekommen, um das Verlorene zu retten*.» Dieser V. fehlt in wichtigen altHs. (Lk. 19,10).++ 595#Matthäus,18,12#12. Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eins davon verirrt sich: läßt er dann nicht die andern neunundneunzig allein in den Bergen weiden und geht hin, um das verirrte zu suchen? 596#Matthäus,18,13#13. Und glückt's ihm, es zu finden, ich versichre euch: er freut sich mehr darüber als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt. 597#Matthäus,18,14#14. So will auch euer Vater im Himmel nicht, daß eins dieser Kinder verlorengehe. 598#Matthäus,18,15#15. Hat sich dein Bruder* an dir versündigt, so geh zu ihm und stelle ihm unter vier Augen sein Unrecht vor-a-. Hört er auf dich*, so hast du deinen Bruder gewonnen*. -a) vgl. 3.Mo. 19,17.++ 599#Matthäus,18,16#16. Hört er nicht, so geh nochmals zu ihm in Begleitung eines oder zweier Brüder, damit-1- jedes Wort, das gesprochen wird, durch zwei oder drei Zeugen festgestellt werden könne. -1) nach dem Rechtsgrundsatz in 5.Mo. 19,15 (vgl. auch Joh. 8,17; 2.Kor. 13,1; 1.Tim. 5,19).++ 600#Matthäus,18,17#17. Will er aber nicht auf diese Brüder hören, so bring die Sache vor die Gemeinde. Und hört er auch auf die Gemeinde nicht, dann sieh ihn an wie einen Heiden und Zöllner*. 601#Matthäus,18,18#18. Wahrlich, ich sage euch: Was ihr auf Erden bindet, das soll im Himmel gebunden sein; und was ihr auf Erden löset, das soll im Himmel gelöst sein-a-. -a) vgl. Mt. 16,19.++ 602#Matthäus,18,19#19. Weiter sage ich euch: Wenn hier auf Erden zwei von euch einig sind, um etwas zu bitten, so soll es ihnen von meinem Vater im Himmel zuteil werden. 603#Matthäus,18,20#20. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte gegenwärtig-1-*.» -1) ähnlich sagten die Rabbinen: Wo zwei oder drei zum Gerichte versammelt sind, da ist die göttliche Herrlichkeit in ihrer Mitte gegenwärtig.++ 604#Matthäus,18,21#21. Darauf trat Petrus zu ihm mit der Frage: «Herr, wenn sich mein Bruder gegen mich versündigt, wie oft muß ich ihm dann vergeben? Etwa siebenmal-1-*?» -1) im Talmud heißt es vom Vergeben: «Begeht der Mensch eine Sünde, so soll sie ihm das erste, zweite und dritte Mal, aber nicht mehr das vierte Mal vergeben werden.»++ 605#Matthäus,18,22#22. Jesus antwortete ihm: «Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal-1-. -1) d.h. immer wieder.++ 606#Matthäus,18,23#23. Darum* gleicht das Himmelreich einem Könige, der mit seinen Dienern-1- abrechnen wollte. -1) w: Sklaven»; gemeint sind des Königs Beamte o. Statthalter, die ihm bestimmte Beträge abzuliefern hatten.++ 607#Matthäus,18,24#24. Als er mit der Abrechnung begann, ward ihm einer vorgeführt, der ihm zehntausend Talente* schuldig war. 608#Matthäus,18,25#25. Weil er aber nicht bezahlen konnte, ließ ihn der Herr mit Weib und Kind und all seiner Habe zur Deckung der Schuld* verkaufen. 609#Matthäus,18,26#26. Da fiel ihm der Diener zu Füßen und bat: ,Hab nur Geduld mit mir-1-, ich will dir alles bezahlen!' -1) gib mir nur Frist.++ 610#Matthäus,18,27#27. Da hatte der Herr Erbarmen mit dem Diener: er gab ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch. 611#Matthäus,18,28#28. Beim Hinausgehn* traf nun dieser Diener einen andern, der ihm hundert Silberlinge-1-* schuldete. Den packte er an der Gurgel und rief: ,Bezahle mir, was du schuldig bist!' -1) w: «100 Denare»; Denar wird auch sonst mit Silberling üs.++ 612#Matthäus,18,29#29. Da warf sich sein Mitdiener vor ihm nieder und bat ihn: ,Hab nur Geduld mit mir, ich will dir's schon bezahlen.' 613#Matthäus,18,30#30. Aber er wollte nicht, sondern nahm ihn mit sich* und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er seine Schuld bezahlt hätte. 614#Matthäus,18,31#31. Als das die andern Diener sahen, wurden sie sehr betrübt; sie gingen zu ihrem Herrn und erzählten ihm alles. 615#Matthäus,18,32#32. Da ließ der Herr den Diener rufen und sprach zu ihm: ,Du Bösewicht! Deine ganze Schuld hab ich dir auf dein Bitten erlassen. 616#Matthäus,18,33#33. Hättest du dich da nicht auch über deinen Mitknecht erbarmen müssen, wie ich mich über dich erbarmt habe?' 617#Matthäus,18,34#34. Und voll Zorn ließ ihn sein Herr den Folterknechten übergeben*, bis er ihm die ganze Schuld bezahlt hätte. 618#Matthäus,18,35#35. Ebenso wird auch mein himmlischer Vater mit euch verfahren, wenn ihr nicht allesamt von Herzen den Brüdern vergebet.»+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 19 -+ --- MENGE/Matthäus 19 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 19 - 619#Matthäus,19,1#1. Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und zog durch das Ostjordanland in das Gebiet von Judäa*. 620#Matthäus,19,2#2. Eine große Volksmenge begleitete ihn, deren Kranke er dort-1- heilte. -1) in Peräa.++ 621#Matthäus,19,3#3. Da traten Pharisäer* zu ihm; die wollten ihm eine Falle stellen und fragten ihn: «Darf jemand sein Weib aus jedem beliebigen Grunde entlassen-1-**?» -1) in 5.Mo. 24,1: «Um etwa einer Unlust willen» oder r. «Wenn er etwas Widerwärtiges an ihr entdeckt.»++ 622#Matthäus,19,4#4. Er antwortete: «Habt ihr nicht gelesen, daß der Schöpfer im Anfang die Menschen als Mann und Weib geschaffen hat-a-? -a) 1.Mo. 1,27.++ 623#Matthäus,19,5#5. Und er hat gesagt: ,Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und sich aufs engste mit seinem Weibe verbinden, und beide werden eins sein-1-.' -1) w: «ein Fleisch sein»; 1.Mo. 2,24.++ 624#Matthäus,19,6#6. Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was nun Gott vereinigt hat, das soll der Mensch nicht trennen!» 625#Matthäus,19,7#7. Sie sprachen zu ihm: «Warum hat denn Mose geboten, der Mann solle* der Frau einen Scheidebrief ausstellen und dürfe sie dann aus seinem Hause entlassen-a-*?» -a) 5.Mo. 24,1.++ 626#Matthäus,19,8#8. Er antwortete ihnen: «Wegen eurer Herzenshärtigkeit* hat euch Mose erlaubt, eure Frauen zu entlassen. Doch anfangs ist es nicht so gewesen. 627#Matthäus,19,9#9. Ich sage euch aber: Wer sein Weib aus einem andern Grunde entläßt als wegen Unzucht und eine andre heiratet, der ist ein Ehebrecher. Und wer eine (von ihrem Mann) entlassene Frau zum Weibe nimmt, der ist auch ein Ehebrecher-a-.» -a) vgl. Mt. 5,31.32.++ 628#Matthäus,19,10#10. Da sprachen die Jünger zu ihm: «Wenn es zwischen Mann und Weib so steht, dann ist es besser, nicht zu heiraten.» 629#Matthäus,19,11#11. Er antwortete ihnen: «Nicht jeder ist dazu-1- fähig, sondern der allein, dem es verliehen ist-a-*. -1) ehelos zu bleiben.   a) 1.Kor. 7,7-9.++ 630#Matthäus,19,12#12. Es gibt Ehelose, die von Geburt an zur Ehe untüchtig sind*, und es gibt Ehelose, denen durch Menschen die Fähigkeit zur Ehe genommen worden ist*; aber es gibt auch Ehelose, die mit Rücksicht auf das Königreich der Himmel freiwillig auf die Ehe verzichtet haben-a-*. Wer dazu fähig ist*, der tue es!» -a) 1.Kor. 7,29-34.++ 631#Matthäus,19,13#13. Dann brachte man kleine Kinder zu ihm, damit er ihnen unter Gebet die Hände auflege. Die Jünger aber fuhren die Leute* mit rauhen Worten an. 632#Matthäus,19,14#14. Doch Jesus sprach: «Laßt die kleinen Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht daran! Denn gerade ihnen ist das Himmelreich bestimmt.» 633#Matthäus,19,15#15. Dann legte er ihnen die Hände auf und verließ den Ort. 634#Matthäus,19,16#16. Und siehe, einer trat an ihn heran und fragte ihn: «Meister, was für ein gutes Werk muß ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?» 635#Matthäus,19,17#17. Er antwortete ihm: «Warum fragst du mich nach dem, was gut ist? Nur ein einziger ist gut. Willst du aber zum Leben eingehn, so halte die Gebote.» 636#Matthäus,19,18#18. Er sprach zum ihm: «Welche?» Jesus erwiderte: «Diese: ,Du sollst nicht morden, nicht ehebrechen, nicht stehlen, nicht falsches Zeugnis ablegen! 637#Matthäus,19,19#19. Ehre Vater und Mutter! Und: du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst-a-.'» -a) 2.Mo. 20,12-16; 5.Mo. 5,16-20.++ 638#Matthäus,19,20#20. Der Jüngling sprach zu ihm: «Dies alles habe ich treu erfüllt. Was fehlt mir noch?» 639#Matthäus,19,21#21. Da antwortete ihm Jesus: «Willst du vollkommen sein, so gehe hin, verkaufe deine Habe und gib das Geld den Armen: so wirst du einen Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir*!» 640#Matthäus,19,22#22. Als der Jüngling das hörte, ging er traurig weg, denn er hatte ein großes Vermögen*. 641#Matthäus,19,23#23. Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: «Wahrlich, ich sage euch: Ein Reicher kommt nur schwer ins Königreich der Himmel. 642#Matthäus,19,24#24. Ja ich sage euch: Ein Kamel kommt leichter durch ein Nadelöhr als ein Reicher in Gottes Königreich*.» 643#Matthäus,19,25#25. Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sprachen: «Ja, wer kann dann überhaupt gerettet werden?» 644#Matthäus,19,26#26. Jesus aber sah sie an und erwiderte: «Mit menschlicher Kraft ist das zwar nicht möglich; mit Gottes Hilfe aber ist alles möglich*.» 645#Matthäus,19,27#27. Da nahm Petrus das Wort und sprach zu ihm: «Sieh, wir* haben alles aufgegeben und sind dir nachgefolgt. Welcher Lohn wird uns dafür?» 646#Matthäus,19,28#28. Jesus antwortete ihnen: «Wahrlich, ich sage euch: Wenn der Menschensohn zur Zeit der Wiedergeburt-1-* auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzt, dann sollt auch ihr, die ihr mir nachgefolgt seid, auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels als Herrscher leiten. -1) gemeint ist eine allgemeine Welterneuerung (Apg. 3,21; vgl. auch 2.Petr. 3,13; Offb. 21,1).++ 647#Matthäus,19,29#29. Ja jeder, der Geschwister, Eltern, Weib und Kind oder Äcker und Häuser um meines Namens willen fahren läßt, der soll reichen Ersatz dafür empfangen und das ewige Leben als Erbe bekommen. 648#Matthäus,19,30#30. Doch in vielen Fällen werden die Ersten die Letzten und die Letzten die Ersten sein*.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 20 -+ --- MENGE/Matthäus 20 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 20 - 649#Matthäus,20,1#1. Denn das Königreich der Himmel gleicht einem Hausherrn, der frühmorgens ausging, um Arbeiter für seinen Weinberg zu mieten*. 650#Matthäus,20,2#2. Er vereinbarte mit ihnen einen Silberling-1-* als Tagelohn und sandte sie in seinen Weinberg. -1) w: einen Denar.++ 651#Matthäus,20,3#3. Um die dritte Stunde-1- ging er wieder aus und sah andre auf dem Marktplatz unbeschäftigt stehn; -1) der Tag wurde bei den Juden in 12 Stunden eingeteilt; er begann um 6 Uhr morgens und endigte um 6 Uhr abends. Die dritte Stunde ist also 9 Uhr vormittags, die sechste Stunde = 12 Uhr mittags, die neunte Stunde = drei Uhr nachmittags, die elfte Stunde = 5 Uhr nachmittags.++ 652#Matthäus,20,4#4. zu denen sprach er: ,Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich will euch geben, was recht ist.' 653#Matthäus,20,5#5. Sie gingen hin. Wiederum ging er aus um die sechste und um die neunte Stunde und tat ebenso. 654#Matthäus,20,6#6. Als er aber um die elfte Stunde nochmals ausging, fand er andre dastehn und sprach zu ihnen: ,Warum steht ihr hier den ganzen Tag unbeschäftigt?' 655#Matthäus,20,7#7. Sie antworteten ihm: ,Es hat uns niemand in Arbeit genommen.' Er sprach zu ihnen: ,Geht auch ihr in meinen Weinberg!' 656#Matthäus,20,8#8. Am Abend aber sprach der Herr des Weinbergs zu seinem Verwalter: ,Rufe die Arbeiter und zahle ihnen den Lohn: fang bei den letzen an und höre bei den ersten auf!' 657#Matthäus,20,9#9. Da kamen die Arbeiter der elften Stunde, und jeder empfing einen Silberling. 658#Matthäus,20,10#10. Als nun die ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; doch auch sie bekamen jeder einen Silberling. 659#Matthäus,20,11#11. Als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn 660#Matthäus,20,12#12. und sagten: ,Diese letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt, die wir des ganzen Tages Last und Hitze ertragen haben.' 661#Matthäus,20,13#13. Er aber antwortete einem von ihnen: ,Mein Freund, ich tue dir nicht unrecht. Hast du nicht einen Silberling mit mir vereinbart? 662#Matthäus,20,14#14. Nimm dein Geld und geh! Ich will aber diesem letzten ebensoviel geben wie dir. 663#Matthäus,20,15#15. Darf ich etwa nicht mit meinem Gelde machen, was ich will? Oder bist du neidisch, weil ich so gütig bin?' 664#Matthäus,20,16#16. So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein-1-*.» -1) die hier folgenden W: «Denn viele sind berufen (oder eingeladen), aber wenige sind auserwählt» sind ein spät. Zusatz (Mt. 22,14).++ 665#Matthäus,20,17#17. Jesus zog dann weiter nach Jerusalem und hatte nur die Zwölf als besondre Begleiter bei sich. Während der Wanderung sprach er zu ihnen: 666#Matthäus,20,18#18. «Jetzt gehn wir nach Jerusalem. Dort wird der Menschensohn den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten überliefert werden. 667#Matthäus,20,19#19. Die werden ihn zum Tode verurteilen und ihn dann den Heiden überantworten, daß er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt werde. Aber am dritten Tage wird er wieder auferstehn-a-.» -a) Mt. 16,21; 17,22.23.++ 668#Matthäus,20,20#20. Da trat die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen-a-** zu ihm und trug ihm fußfällig eine Bitte vor*. -a) Mt. 27,56.++ 669#Matthäus,20,21#21. Er fragte sie: «Was wünschest du?» Sie sprach zu ihm: «Bestimme, daß meine beiden Söhne hier dereinst in deinem Königreiche* dir zur Rechten und zur Linken sitzen*!» 670#Matthäus,20,22#22. Jesus erwiderte: «Ihr* versteht nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken soll-1-*?» Sie antworteten ihm: «Ja, das können wir.» -1) hier folgen in ein. Hs. die W: «und die Taufe erleiden, die ich erleiden muß» (Mk. 10,38).++ 671#Matthäus,20,23#23. Da sprach er zu ihnen: «Meinen Kelch sollt ihr freilich trinken-1a-*. Aber die Sitze zu meiner Rechten und zu meiner Linken kann ich euch nicht verleihen; die werden nur denen zuteil, für die sie mein Vater bestimmt hat.» -1) die W: «und die Taufe, die ich erleiden muß, sollt ihr auch erleiden» s. Anm. zu V. 22. a) Apg. 12,1.2; Apg. 4,1-3 (3,1); 5,40; Offb. 1,9.++ 672#Matthäus,20,24#24. Als die andern Zehn dies hörten, äußerten sie ihren Unwillen über die beiden Brüder*. 673#Matthäus,20,25#25. Da rief sie Jesus zu sich und sprach: «Ihr wisset, daß die Herrscher über ihre Völker unumschränkt gebieten, und daß die Großen ihre Untergebnen ihre Macht fühlen lassen. 674#Matthäus,20,26#26. So soll's bei euch nicht sein. Im Gegenteil: wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; 675#Matthäus,20,27#27. und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht-1-. -1) w: «euer Sklave».++ 676#Matthäus,20,28#28. So ist ja auch der Menschensohn nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen und sein Leben dahinzugeben als Lösegeld für viele-a-*.» -a) Phil. 2,7.++ 677#Matthäus,20,29#29. Als sie Jericho verließen*, folgte ihm viel Volk. 678#Matthäus,20,30#30. Und sieh, es saßen zwei Blinde am Wege. Als sie hörten, Jesus käme vorbei, da riefen sie: «Herr, erbarme dich unser, du Davidssohn!» 679#Matthäus,20,31#31. Die Leute aber fuhren sie mit rauhen Worten an, sie sollten schweigen. Doch sie riefen nur noch lauter: «Herr, erbarme dich unser, du Davidssohn!» 680#Matthäus,20,32#32. Da blieb Jesus stehen, rief sie zu sich und fragte sie: «Was begehret ihr von mir?» 681#Matthäus,20,33#33. Sie antworteten ihm: «Herr, laß sich unsre Augen öffnen!» 682#Matthäus,20,34#34. Da rührte Jesus voll Mitleid ihre Augen an, und sofort wurden sie wieder sehend und folgten ihm.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 21 -+ --- MENGE/Matthäus 21 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 21 - 683#Matthäus,21,1#1. Als sie in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Bethphage-1-, an den Ölberg, entsandte Jesus zwei Jünger -1) Bethphage lag näher bei Jerusalem als Bethanien und wurde nach dem Talmud zu Jerusalem gerechnet.++ 684#Matthäus,21,2#2. mit dem Auftrage: «Geht in das Dorf, das vor euch liegt! Dort werdet ihr gleich am Eingang eine Eselin angebunden finden und bei ihr ein Füllen. Bindet beide Tiere los und bringt sie her zu mir! 685#Matthäus,21,3#3. Und will euch jemand dreinreden, so sprecht: ,Der Herr bedarf ihrer' - dann wird er sie ohne weiteres ziehen lassen*.» 686#Matthäus,21,4#4. Dies ist geschehn, damit sich der Ausspruch des Propheten-a- erfülle: -a) Jes. 62,11; Sach. 9,9.++ 687#Matthäus,21,5#5. «Sagt der Tochter Zion*: Sieh, dein König kommt zu dir, voll Demut und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Lasttierfüllen*.» 688#Matthäus,21,6#6. Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus geboten hatte: 689#Matthäus,21,7#7. sie brachten die Eselin und das Füllen, legten ihre Mäntel auf der Tiere Rücken, und er setzte sich darauf. 690#Matthäus,21,8#8. Sehr viele Leute aber breiteten ihre Mäntel auf den Weg-a-, andre hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf die Straße. -a) 2.Kön. 9,13.++ 691#Matthäus,21,9#9. Und alle, die mit ihm gingen - vorn im Zuge und hinterdrein -, die riefen laut: «Heil-1-* dem Sohne Davids! Gesegnet sei, der da kommt im Namen des Herrn-a-*! Heil soll erschallen droben in der Höhe!» -1) hebr. -+hoschiana-, d.h. «hilf doch, gib doch Heil». a) Ps. 118,26.++ 692#Matthäus,21,10#10. Bei seinem Einzug in Jerusalem geriet die ganze Stadt in Aufregung; man fragte: «Wer ist das?» 693#Matthäus,21,11#11. Die Leute* antworteten: «Das ist der Prophet Jesus aus Nazaret in Galiläa*.» 694#Matthäus,21,12#12. Dann ging Jesus in den Tempel Gottes: er trieb alle hinaus, die im Tempel verkauften und kauften; er stieß die Tische der Wechsler und die Bänke der Taubenhändler um-a-** -a) 3.Mo. 5,7; 12,8; 14,21.22.++ 695#Matthäus,21,13#13. und sprach zu ihnen: «Es steht geschrieben-a-: ,Mein Haus soll ein Bethaus heißen'; ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht-1-.» -1) Jer. 7,11. So spricht Jesus namentlich im Blick auf das betrügerische Treiben der Händler und Wechsler.   a) Jes. 56,7.++ 696#Matthäus,21,14#14. Dort im Tempel kamen Blinde und Lahme zu ihm, und er heilte sie. 697#Matthäus,21,15#15. Als aber die Hohenpriester und die Schriftgelehrten die Wunder sahen, die er tat, und hörten, wie die Kinder im Tempel riefen: «Heil dem Sohne Davids!», da wurden sie unwillig 698#Matthäus,21,16#16. und sprachen zu ihm: «Hörst du nicht, was die hier rufen?» Jesus antwortete ihnen: «Jawohl! Habt ihr denn nie das Wort gelesen: ,Aus Kinder- und Säuglingsmund hast du dir Lob bereitet'-a-?» -a) Ps. 8,3.++ 699#Matthäus,21,17#17. Damit ließ er sie stehen und ging aus der Stadt hinaus nach Bethanien, wo er übernachtete. 700#Matthäus,21,18#18. Frühmorgens bei der Rückkehr in die Stadt empfand er Hunger. 701#Matthäus,21,19#19. Da sah er einen einzeln stehenden Feigenbaum am Wege. Auf den ging er zu, aber er fand nur Blätter daran. Da sprach er zu dem Baume: «In Zukunft sollst du niemals wieder Frucht tragen**!» Sofort verdorrte der Feigenbaum. 702#Matthäus,21,20#20. Bei diesem Anblick waren die Jünger verwundert und fragten: «Wie hat der Feigenbaum sofort verdorren können?» 703#Matthäus,21,21#21. Jesus antwortete ihnen: «Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben hättet und nicht zweifeltet, so könntet ihr nicht nur dasselbe tun, was an dem Feigenbaum geschehen ist; sondern wenn ihr zu dem Berge dort sagtet: ,Heb dich von deiner Stelle und stürze dich ins Meer', so würde es geschehn-a-. -a) Mt. 17,20.++ 704#Matthäus,21,22#22. Ja alles, was ihr im Glauben im Gebet erfleht, das werdet ihr empfangen-a-.» -a) Mt. 18,19.++ 705#Matthäus,21,23#23. Als er wieder im Tempel war und dort lehrte, traten die Hohenpriester und die Ältesten des Volkes* zu ihm mit der Frage: «Mit welchem Rechte tust du dies-1-, und wer hat dir das Recht dazu gegeben?» -1) trittst du öffentlich im Tempel auf?++ 706#Matthäus,21,24#24. Jesus erwiderte ihnen: «Ich will euch auch eine Frage vorlegen; gebt ihr mir darauf Antwort, so will ich euch auch sagen, mit welchem Rechte ich dies tue: 707#Matthäus,21,25#25. Woher stammte die Taufe des Johannes? Vom Himmel oder von Menschen*?» Sie überlegten miteinander: «Sagen wir: ,vom Himmel', so wird er uns fragen: ,Warum habt ihr ihm denn nicht geglaubt?' 708#Matthäus,21,26#26. Antworten wir aber: ,von Menschen', so haben wir das Volk zu fürchten, denn das sieht allgemein Johannes als Propheten an.» 709#Matthäus,21,27#27. Da erwiderten sie Jesus: «Wir wissen es nicht.» Darauf sprach er zu ihnen: «So sage ich euch auch nicht, mit welchem Rechte ich dies tue.» 710#Matthäus,21,28#28. «Was meint ihr nun? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zu dem ersten und sagte: ,Mein Sohn, geh und arbeite heute in meinem Weinberge!' 711#Matthäus,21,29#29. Der erwiderte: ,Jawohl, Herr!'-a- aber er ging nicht hin*. -a) Mt. 7,21.++ 712#Matthäus,21,30#30. Dann wandte sich der Vater mit denselben Worten an den zweiten Sohn. Der entgegnete: ,Ich habe keine Lust.' Nachher aber tat's ihm leid, und er ging doch*. 713#Matthäus,21,31#31. Wer von den beiden hat nun seines Vaters Willen ausgeführt?» Sie sprachen: «Der zweite.» Da fuhr Jesus fort: «Wahrlich, ich sage euch: Die Zöllner und die Dirnen kommen eher in Gottes Königreich als ihr. 714#Matthäus,21,32#32. Denn Johannes ist zu euch gekommen, um euch den rechten Weg zu zeigen; aber ihr habt ihm nicht geglaubt. Die Zöllner dagegen und die Dirnen haben ihm geglaubt. Ihr habt das* zwar gesehn, doch andres Sinnes seid ihr trotzdem nachher nicht geworden: ihr habt ihm nicht geglaubt. 715#Matthäus,21,33#33. Hört noch ein andres Gleichnis: Ein Hausherr pflanzte einen Weinberg; er zog einen Zaun darum, grub eine Kelterkufe darin aus und baute einen Turm**. Dann verpachtete er ihn an Winzer* und ging außer Landes.-a- -a) vgl. Jes. 5,1.2.++ 716#Matthäus,21,34#34. Als sich nun die Zeit der Weinlese nahte, sandte er seine Knechte* zu den Winzern, damit sie den Teil der Früchte abholten, der ihm* zukam. 717#Matthäus,21,35#35. Die Winzer aber ergriffen diese Knechte: den einen mißhandelten sie, den andern erschlugen sie, den dritten steinigten sie. 718#Matthäus,21,36#36. Dann sandte er andre Knechte, mehr als zuerst*; doch mit diesen verfuhren sie ebenso. 719#Matthäus,21,37#37. Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen, denn er dachte: vor meinem Sohne werden sie doch Ehrfurcht haben. 720#Matthäus,21,38#38. Als aber die Winzer den Sohn sahen, sprachen sie untereinander: ,Ha, da kommt der Erbe! Auf! laßt uns ihn töten und sein Erbgut in Besitz nehmen-1-!' -1) Gewinnsucht, Ehrgeiz und Herrschsucht waren ja bei den Obersten des jüd. Volkes die Hauptursachen ihrer Feindschaft gegen Jesus.++ 721#Matthäus,21,39#39. Und sie ergriffen ihn, stießen ihn aus dem Weinberge-a-* und töteten ihn. -a) Hebr. 13,12.++ 722#Matthäus,21,40#40. Wenn nun der Weinbergsbesitzer kommt, was wird er diesen Winzern tun?» 723#Matthäus,21,41#41. Sie erwiderten ihm: «Er wird diese Übeltäter übel umbringen* und seinen Weinberg andern Winzern* verpachten, die ihm die Früchte zur rechten Zeit abliefern.» 724#Matthäus,21,42#42. Jesus sprach zu ihnen: «(Allerdings!) Habt ihr denn niemals in der Schrift das Wort gelesen: ,Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. Dies ist eine Tat des Herrn, und sie ist wunderbar in unsern Augen'-a-? -a) Ps. 118,22.23 (Apg. 4,11; 1.Petr. 2,7).++ 725#Matthäus,21,43#43. Darum* sage ich euch: Gottes Königreich soll euch genommen und einem Volk gegeben werden, das auch die Früchte trägt, die diesem Reiche Ehre machen*.» 726#Matthäus,21,44#44. -«Und wer auf diesen Stein fällt (wer an Jesus als Messias Anstoß nimmt), der wird zerschmettert; auf wen aber der Stein fällt (wen er mit seinem Gerichte trifft), den wird er zermalmen.»* (Lk. 20,18).++ 727#Matthäus,21,45#45. Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse-1- hörten, merkten sie, daß er von ihnen rede. -1) in Mt. 21,28-43.++ 728#Matthäus,21,46#46. Da sannen sie darauf, ihn festzunehmen; aber sie fürchteten sich vor dem Volke, denn das hielt ihn für einen Propheten.+ ---- -- --- ELBERFELDER/Matthäus 22 -+ --- MENGE/Matthäus 22 -+ --- ALBRECHT/Matthäus 22 - 729#Matthäus,22,1#1. Jesus nahm von neuem das Wort zu Gleichnisreden und sprach zu ihnen*: 730#Matthäus,22,2#2. «Das Himmelreich gleicht einem Könige, der seinem Sohn die Hochzeit ausrichtete. 731#Matthäus,22,3#3. Er sandte seine Knechte* aus, um die schon geladenen Gäste zur Hochzeit zu entbieten-a-*; aber sie hatten keine Lust zu kommen. -a) Mt. 3,2; 4,17.++ 732#Matthäus,22,4#4. Da sandte er nochmals andre Knechte* mit dem Auftrag: ,Sagt den geladenen Gästen: Mein Frühmahl* ist nun fertig, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet. Alles ist bereit, kommt zur Hochzeit!' 733#Matthäus,22,5#5. Doch, ohne diese Botschaft zu beachten, gingen die einen von den Gästen auf dem Acker oder beim Handel ihren täglichen Geschäften nach. 734#Matthäus,22,6#6. Die andern aber* ergriffen des Königs Knechte, verhöhnten sie, ja brachten sie ums Leben-a-. -a) Apg. 4,1-22; 5,17-41; 7,54 - 8,3; 12,1-17.++ 735#Matthäus,22,7#7. Da ward der König zornig: er sandte seine Heere aus; die brachten diese Mörder um und verbrannten ihre Stadt-1-. -1) Hinweis auf die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 n.Chr.++ 736#Matthäus,22,8#8. Dann sprach er zu seinen Knechten: ,Das Hochzeitsmahl ist fertig; doch die geladenen Gäste* waren nicht wert, daran teilzunehmen. 737#Matthäus,22,9#9. So geht denn vor die Stadt hinaus: dorthin, wo die Feldwege beginnen*, und alle, die ihr findet, ladet zur Hochzeit!' 738#Matthäus,22,10#10. Die Knechte gingen aus auf die Landstraßen, und alle, die sie fanden, führten sie herbei: Böse sowohl wie Gute*. Und der Hochzeitssaal füllte sich mit Gästen. 739#Matthäus,22,11#11. Nun trat der König ein, um sich die Gäste anzusehn. Da nahm er einen wahr, der trug kein Hochzeitskleid-1-*. -1) vornehme Gastgeber im Morgenlande schenkten ihren Gästen Festkleider (Ri. 14,12).++ 740#Matthäus,22,12#12. Und er sprach zu ihm: ,Mein Freund, wie hast du Einlaß finden können ohne Hochzeitskleid?' Er aber schwieg. 741#Matthäus,22,13#13. Da sprach der König zu den Dienern: ,Bindet ihn an Händen und Füßen und werft ihn in die Finsternis hinaus!' Dort wird lautes Klagen und Zähneknirschen sein-a-. -a) Mt. 8,12.++ 742#Matthäus,22,14#14. Denn viele sind berufen**, aber nur wenige sind auserwählt.» 743#Matthäus,22,15#15. Da gingen die Pharisäer hin und berieten sich, wie sie ihn in seinen eignen Worten fangen könnten. 744#Matthäus,22,16#16. Sie sandten deshalb ihre Schüler* zu ihm, die von Anhängern des Herodes-1- begleitet waren. Die sprachen zu ihm: «Meister, wir wissen, du bist aufrichtig und lehrst in aller Wahrheit Gottes Weg*; dabei nimmst du auf niemand Rücksicht, denn Menschengunst gilt nicht bei dir. -1) gemeint sind Juden, die dem Köngishause des Herodes und damit auch den