Gen 1:1 Zu Anbeginn hat Gott erschaffen den Himmel und die Erde. Gen 1:2 Die Erde aber war wüst und wirr, und auf der Urflut lag Finsternis. Gottes Geist aber schwebte über den Gewässern. Gen 1:3 Da sprach Gott: "Licht werde!" Und Licht ward. Gen 1:4 Und Gott sah: Das Licht war gut. So schied Gott zwischen Licht und Finsternis. Gen 1:5 Und Gott bestimmte für das Licht den Tag. Und für die Finsternis bestimmte er die Nacht. So ward Abend und ward Morgen. Ein Tag. Gen 1:6 Und Gott sprach: "Mitten in den Wassern sei eine Feste! Sie scheide zwischen Wasser und Wasser!" Gen 1:7 So machte Gott die Feste und schied zwischen dem Wasser unter der Feste und dem Wasser über der Feste. Und so ward es. Gen 1:8 Der Feste sprach Gott den Himmel zu. So ward Abend und ward Morgen. Ein zweiter Tag. Gen 1:9 Und Gott sprach: "An einem Orte sammle sich das Wasser unterm Himmel, und das Trockene erscheine!" Und so ward es. Gen 1:10 Für das Trockensein bestimmte Gott die Erde, und für die Sammlung der Wasser bestimmte er die Meere. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:11 Und Gott sprach: "Sprießen lasse die Erde Grünes! Samentragendes Kraut und Fruchtbäume, nach ihrer Art Früchte tragend, darin ihr Same für die Erde!" Und so ward es. Gen 1:12 Die Erde brachte Grünes, Kraut mit Samen je nach seiner Art und Bäume mit Früchten, darin ihr Same je nach ihrer Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:13 So ward Abend und ward Morgen. Ein dritter Tag. Gen 1:14 Und Gott sprach: "Leuchten seien an der Himmelsfeste, zwischen Tag und Nacht zu scheiden! Dann dienen sie zu Zeichen und Gezeiten, zu Tagen und Jahren Gen 1:15 und zu Leuchten an der Himmelsfeste, die Erde zu bescheinen." Und so ward es. Gen 1:16 So machte Gott die zwei großen Leuchten, die größere Leuchte zum Walten über den Tag und die kleinere Leuchte zum Walten über die Nacht, und die Sterne. Gen 1:17 Und Gott ließ sie an der Himmelsfeste auf die Erde scheinen, Gen 1:18 über den Tag und die Nacht walten und zwischen dem Licht und der Finsternis scheiden. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:19 So ward Abend und ward Morgen. Ein vierter Tag. Gen 1:20 Und Gott sprach: "Das Wasser wimmle von lebendem Gewimmel, und auf Erden an der Himmelsfeste fliege Geflügel." Gen 1:21 So schuf Gott die großen Meerestiere und alle anderen lebenden Wimmelwesen, wovon die Wasser wimmeln, nach ihren Arten und der beschwingten Vögel jegliche Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:22 Da segnete Gott sie und sprach: "Seid fruchtbar! Mehret euch! Füllet der Meere Gewässer! Auf Erden mehre sich das Geflügel!" Gen 1:23 So ward Abend und ward Morgen. Ein fünfter Tag. Gen 1:24 Und Gott sprach:"Die Erde zeuge Lebewesen je nach ihrer Art! Vieh, Gewürm und das Wild der Erde!" Und so ward es. Gen 1:25 So machte Gott das Wild der Erde nach seiner Art, das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Bodens nach seiner Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:26 Und Gott sprach. "Lasset uns Menschen machen als unser Bild nach unserem Gleichnis! Herrschen sollen sie über des Meeres Fische, über des Himmels Vögel, über das Vieh auf der ganzen Erde überall und über alle Wimmelwesen, die auf Erden wimmeln!" Gen 1:27 Und Gott schuf den Menschen als sein Bild. Als Gottes Bild schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und als Weib. Gen 1:28 Und Gott segnete sie. Und Gott sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar! Mehret euch! Füllet die Erde! Macht sie euch untertan! Herrschet über des Meeres Fische, über des Himmels Vögel und über alle Lebewesen, die auf Erden wimmeln!" Gen 1:29 Und Gott sprach: "Euch überlasse ich alles samentragende Kraut auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samentragender Baumfrucht, daß sie euch zur Nahrung diene. Gen 1:30 Und alles andere grüne Kraut diene zur Nahrung allem Wilde, allen Vögeln des Himmels und allem Gewürm auf Erden, in dem Lebensgeist ist." Und so ward es. Gen 1:31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte. Und sehr gut war es. So ward Abend und ward Morgen. Ein sechster Tag. Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihre Vielfalt. Gen 2:2 Da feierte Gott am siebten Tage von seiner Arbeit, die er getan. Und er ruhte am siebten Tage ganz von seiner Arbeit, die er getan hatte. Gen 2:3 So segnete Gott den siebten Tag und weihte ihn. Denn an ihm hatte er völlig von seiner Arbeit geruht, die Gott zu tun geplant hatte. Gen 2:4 Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, als sie erschaffen worden sind. Damals, als der Herr Gott Erde und Himmel gemacht hatte, Gen 2:5 war kein Feldgesträuch im Lande, und kein Feldgewächs sproßte; denn der Herr Gott hatte dem Lande noch keinen Regen gegeben. Auch waren keine Menschen da, die den Erdboden bebaut hätten. Gen 2:6 Und eine Wasserflut stieg von der Erde auf und tränkte des Erdbodens ganze Fläche. Gen 2:7 Da bildete der Herr Gott den Menschen aus Staub vom Boden und blies ihm Lebensodem in die Nase. So ward der Mensch zu einem Lebewesen. Gen 2:8 Nun hatte der Herr Gott im Osten einen Garten in Eden gepflanzt; dort ließ er nun den Menschen sein, den er gebildet hatte. Gen 2:9 Allerlei Bäume, lieblich zur Schau und köstlich als Speise, hatte der Herr Gott aus dem Erdboden sprießen lassen, in des Gartens Mitte aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Bös. Gen 2:10 Und ein Fluß kam von Eden her, den Garten zu bewässern; er aber war von da ab geteilt und zu vier Häuptern geworden. Gen 2:11 Pischon heißt der erste, der das ganze Sandland umfließt, wo das Gold ist. Gen 2:12 Fein ist das Gold dieses Landes; dort gibt es auch Harztränen (Bdellium) und Onyxstein. Gen 2:13 Und der zweite Strom heißt Gichon, der das ganze Land Kusch umfließt. Gen 2:14 Der dritte Strom heißt Tigris, der östlich von Assur vorüberfließt. Der vierte Strom ist der Euphrat. Gen 2:15 Der Herr Gott nahm also den Menschen und setzte ihn in Edens Garten, daß er ihn bebaue und pflege. Gen 2:16 Und der Herr Gott gebot dem Menschen und sprach: "Von allen Bäumen im Garten darfst du nach Belieben essen. Gen 2:17 Nur von dem Baume, der Gutes und Böses keimen lehrt, darfst du nicht essen. Denn sobald du von ihm issest, bist du des Todes." Gen 2:18 Und der Herr Gott sprach: "Nicht gut ist es, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die ihm gleichgeartet ist." Gen 2:19 Nun formte der Herr Gott aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels. Diese brachte er zum Menschen, um zu sehen, wozu er sie bestimmte, und genau das wozu er ein Lebewesen bestimmte, sollte seine Bestimmung sein. Gen 2:20 Und so gab der Mensch allem Vieh und des Himmels Vögeln und allem Wilde eine Bestimmung; aber für einen Menschen hatte keines als Beistand gepaßt, ihm gleichgeartet. Gen 2:21 Da ließ der Herr Gott einen Tiefschlaf auf den Menschen sinken, und als dieser eingeschlafen, nahm er eine seiner Rippen und füllte ihre Lücke mit Fleisch. Gen 2:22 Dann baute der Herr Gott die Rippe, die er vom Menschen genommen, zu einem Weibe aus und brachte sie zum Menschen. Gen 2:23 Da sprach der Mensch: "Diesmal ist es Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Deshalb heißt sie Weib, weil sie vom Manne genommen ist." Gen 2:24 Darum läßt ein Mann Vater und Mutter und hängt sich an sein Weib, und sie werden Ein Leib. Gen 2:25 Die beiden aber, der Mensch und sein Weib, waren nackt; aber sie schämten sich nicht voreinander. Gen 3:1 Die Schlange aber ist schlauer gewesen, als des Feldes Tiere alle, die der Herr Gott gemacht hat. Und so sprach sie zu dem Weibe: "Daß doch Gott gesprochen haben soll: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen!" Gen 3:2 Da sprach das Weib zur Schlange: "Wir dürfen von der Frucht der Bäume im Garten essen. Gen 3:3 Nur von der Frucht des Baumes mitten im Garten sprach Gott: 'Davon dürft ihr nicht essen, ja nicht einmal daran rühren, sonst müßt ihr sterben.'" Gen 3:4 Die Schlange sprach zum Weibe: "Ihr werdet gewiß nicht sterben. Gen 3:5 Nein! Gott weiß: Sobald ihr davon esset, gehen euch die Augen auf, und ihr seid wie Gott, erkennend Gutes und Böses." Gen 3:6 Da sah das Weib: Der Baum war köstlich zum Speisen und Wollust den Augen, und berückend war der Baum, um zur Erkenntnis zu gelangen. So nahm sie von seiner Frucht und aß. Dann gab sie ihrem Manne bei ihr. Auch er aß. Gen 3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. Und sie flochten Feigenlaub und machten sich Schürzen. Gen 3:8 Da hörten sie das Geräusch des Herrn Gottes, der sich im Garten beim Tageswinde erging. Und der Mensch verbarg sich mit seinem Weibe vor dem Herrn Gott unter den Bäumen des Gartens. Gen 3:9 Der Herr Gott aber rief den Menschen und fragte ihn: "Wo bist du?" Gen 3:10 Er sprach: "Ich habe dein Geräusch im Garten gehört; da erschrak ich, weil ich nackt bin, und so verbarg ich mich." Gen 3:11 Er sprach: "Wer hat dir verraten, daß du nackt bist? Hast du von dem Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?" Gen 3:12 Da sprach der Mensch: "Das Weib, das du mir beigesellt, hat mir vom Baume gegeben; da aß ich." Gen 3:13 Da sprach der Herr Gott zu dem Weibe: "Was hast du getan?" Und das Weib sprach: "Die, Schlange hat mich verführt; da aß ich." Gen 3:14 Da sprach der Herr Gott zu der Schlange: "Weil solches du getan, bist du verflucht, mehr als alles Vieh und alles Wild. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub dein Lebtag fressen. Gen 3:15 Und Feindschaft will ich setzen zwischen dich und das Weib und zwischen deinen, Stamm und ihren Stamm; zermalmen wird er dir den Kopf, willst du ihn in die Ferse stechen." Gen 3:16 Zum Weibe aber sprach er: "Vermehren will ich deine Mühsal bei deiner Schwangerschaft. In Mühen sollst du Kinder gebären, und doch geht dein Verlangen hin nach deinem Manne, obschon er waltet über dich." Gen 3:17 Und zu Adam sprach er: "Weil du auf deines Weibes Stimme hast gehört und von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten: 'Du darfst davon nicht essen', so ruht der Fluch um deinetwillen auf dem Acker. In Mühsal sollst du dich dein Leben lang von ihm ernähren. Gen 3:18 Dir soll er Dorn und Distel tragen, und doch mußt du das Kraut des Feldes essen. Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot verzehren, bis du zur Erde wiederkehrst, wie du von ihr genommen bist. Denn Staub bist du und kehrst zum Staube wieder." Gen 3:20 Da gab der Mensch seinem Weibe den Namen "Eva" ("Leben"); weil sie aller Lebenden Mutter werden sollte. Gen 3:21 Und der Herr Gott machte Adam und seinem Weib Fellröcke und hüllte sie darein. Gen 3:22 Dann sprach der Herr Gott: "Ja, der Mensch ist jetzt wie unsereiner im Erkennen von Gutem und Bösem. Daß er nicht seine Hand ausstrecke und gar vom Lebensbaume esse und ewig lebe!" Gen 3:23 So trieb ihn der Herr Gott aus Edens Garten, damit er den Erdboden bebaue, aus dem er genommen war. Gen 3:24 So verstieß er den Menschen und lagerte östlich von Edens Garten Cherube und die zuckende Schwertflamme, um den Weg zum Lebensbaum zu bewachen. Gen 4:1 Der Mensch aber hatte sein Weib Eva erkannt. Da empfing sie und gebar Kain. Da sprach sie: "Ich habe mit des Herrn Beistand einem Manne das Leben gegeben." Gen 4:2 Und zum zweitenmal gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel ward ein Schafhirte; Kain aber war Ackersmann geworden. Gen 4:3 Nach einiger Zeit geschah es, daß Kain von den Ackerfrüchten dem Herrn ein Opfer brachte. Gen 4:4 Auch Abel brachte ein Opfer von den Erstlingswürfen seiner Schafe dar, und zwar von den wohlgenährtesten. Und der Herr achtete auf Abel und sein Opfer. Gen 4:5 Aber auf Kain und sein Opfer achtete er nicht. Da ward Kain sehr ergrimmt, und sein Antlitz sank ein. Gen 4:6 Da sprach der Herr zu Kain: "Warum bist du ergrimmt? Weswegen sinkt dein Antlitz ein? Gen 4:7 Nicht wahr? Bist frohen Sinnes du, dann kannst du es erheben. Wenn aber nicht, dann ruhst du an der Sünde Pforte; da lauert sie auf dich, du aber solltest sie bezwingen!" Gen 4:8 Kain aber sprach mit seinem Bruder Abel, und da sie auf dem Felde waren, vergriff sich Kain an seinem Bruder Abel und schlug ihn tot. Gen 4:9 Da sprach der Herr zu Kain: "Wo ist dein Bruder Abel?" Er sprach:"Ich weiß es nicht. Bin ich denn meines Bruders Hüter?" Gen 4:10 Da sprach er: "Was hast du getan? Deines Bruders Blut schreit von der Erde auf zu mir. Gen 4:11 Nun sei verflucht! Fern von dem Boden, der den Mund geöffnet, um deines Bruders Blut aus deiner Hand zu trinken! Gen 4:12 Bebauest du den Boden, so gebe er dir fortan keine Ernte! Durchziehe irr und wirr die Erde!" Gen 4:13 Da sprach Kain zum Herrn: "Allzugroß für das Vergeben ist meine Schuld. Gen 4:14 So vertreibst du mich heute vom Ackerboden. Und vor deinem Angesichte muß ich mich verbergen. Irr und wirr muß ich die Erde durchwandern. Und wer mich trifft, kann mich erschlagen." Gen 4:15 Da sprach der Herr zu ihm: "Nein! Wer den Kain erschlägt, verfalle der Rache siebenfachmal." Und der Herr machte Kain ein Zeichen, auf daß ihn keiner, der ihn träfe, erschlüge. Gen 4:16 So zog Kain vom Herrn hinweg und siedelte im Lande Nod, östlich von Eden. Gen 4:17 Und Kain erkannte sein Weib, und sie empfing und gebar Henoch. Dann baute er eine Stadt und hieß die Stadt nach seines Sohnes Namen Henoch. Gen 4:18 Dem Henoch ward Irad geboren, und Irad zeugte Mechujael und Mechujael Metusael und Metusael Lamech. Gen 4:19 Und Lamech nahm sich zwei Weiber: die eine hieß Ada, die andere Silla. Gen 4:20 Ada gebar den Jabal; dieser ward der Stammvater der Zeltbewohner und Viehzüchter. Gen 4:21 Sein Bruder hieß Jubal; dieser ward der Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. Gen 4:22 Auch Silla gebar und zwar den Tubalkain, der allerlei ehernes und eisernes Werk schmiedete. Und Tubalkains Schwester war Naama. Gen 4:23 Lamech sprach zu seinen Weibern: "Ada und Silla, höret meine Rede! Lamechs Weiber, vernehmet meinen Spruch! Für meine Wunde kann ich Männer jetzt erschlagen, für meine Beulen ihre Söhne. Gen 4:24 Wird Kain schon siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach." Gen 4:25 Adam aber erkannte wiederum sein Weib, und sie gebar einen Sohn. Den nannte sie Set. "Denn", sprach sie, "Gott hat mir an Abels Stelle andere Nachkommen geschenkt, weil jenen Kain erschlagen hatte." Gen 4:26 Aber auch dem Set ward ein Sohn geboren, und er hieß ihn Enos. Damals begann man, des Herrn Namen anzurufen. Gen 5:1 Das ist die Urkunde der Geschlechterfolge Adams: Damals, als Gott den Adam schuf, machte er ihn in Gottes Ähnlichkeit. Gen 5:2 Männlich und weiblich schuf er sie. Dann segnete er sie und hieß sie "Mensch", damals, als sie geschaffen worden waren. Gen 5:3 Und Adam war 130 Jahre alt; da zeugte er in seiner Ähnlichkeit nach seinem Bild einen Sohn und hieß ihn Set. Gen 5:4 Der Tage Adams waren es nach Sets Zeugung 800 Jahre und er zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:5 Und aller Tage Adams waren 930 Jahre. Da starb er. Gen 5:6 Set war 105 Jahre alt; da zeugte er Enos. Gen 5:7 Und Set lebte nach des Enos Zeugung 807 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:8 Und aller Tage Sets waren 912 Jahre; da starb er. Gen 5:9 Enos war 90 Jahre alt; da zeugte er Kenan. Gen 5:10 Und Enos lebte nach Kenans Zeugung 815 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:11 Und aller Tage des Enos waren 905 Jahre; da starb er. Gen 5:12 Und Kenan war 70 Jahre alt; da zeugte er Mahalalel. Gen 5:13 Und Kenan lebte nach Mahalalels Zeugung 840 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:14 Und aller Tage Kenans waren 910 Jahre; da starb er. Gen 5:15 Und Mahalalel war 65 Jahre alt; da zeugte er Jered. Gen 5:16 Und Mahalalel lebte nach Jereds Zeugung 830 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:17 Und aller Tage Mahalalels waren 895 Jahre; da starb er. Gen 5:18 Und Jered war 162 Jahre alt; da zeugte er Henoch. Gen 5:19 Und Jered lebte nach Henochs Zeugung 800 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:20 Und aller Tage Jereds waren 962 Jahre; da starb er. Gen 5:21 Und Henoch war 65 Jahre alt; da zeugte er Metuselach. Gen 5:22 Nach Metuselachs Zeugung wandelte Henoch mit Gott 300 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:23 Und aller Tage Henochs waren 365 Jahre. Gen 5:24 Und Henoch wandelte mit Gott, und plötzlich war er nicht mehr da, weil ihn Gott weggenommen hatte. Gen 5:25 Und Metuselach war 187 Jahre alt; da zeugte er Lamech. Gen 5:26 Und Metuselach lebte nach Lamechs Zeugung 782 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:27 Und aller Tage Metuselachs waren 969 Jahre; da starb er. Gen 5:28 Und Lamech war 182 Jahre alt; da zeugte er einen Sohn. Gen 5:29 Und er hieß seinen Sohn Noe und sprach: "Dieser soll uns Trost bringen, nach unserer Arbeit und unserer Hände Mühen, aus eben diesem Boden, den der Herr verflucht hat." Gen 5:30 Und Lamech lebte nach Noes Zeugung 595 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:31 Und aller Tage Lamechs waren 777 Jahre; da starb er. Gen 5:32 Und Noe war 500 Jahre alt; da zeugte Noe Sem, Cham und Japhet. Gen 6:1 Als die Menschen angefangen hatten, sich auf dem Erdboden zu mehren, waren ihnen Töchter geboren worden. Gen 6:2 Da sahen die Göttersöhne, daß die Menschentöchter schön waren, und sie nahmen sich zu Weibern, soviel sie wollten. Gen 6:3 Da sprach der Herr: "Mein Geist verbleibe nimmer länger bei den Menschen! Er ist ja nur mehr Fleisch! Nur noch auf 120 Jahre sollen seine Tage sich belaufen!" Gen 6:4 In jenen Zeiten waren die Riesen auf Erden gewesen, zumal damals, als die Göttersöhne mit den Menschentöchtern verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren. Jenes sind die Recken der Urzeit, die Männer von Namen. Gen 6:5 Da sah der Herr, daß die Bosheit der Menschen auf Erden groß ward und alles Dichten und Trachten ihres Herzen allezeit böse. Gen 6:6 Da reute es den Herrn, daß er die Menschen auf Erden gemacht, und er ward tief bekümmert. Gen 6:7 Darauf sprach der Herr: "Vertilgen von der Erde werde ich die Menschen, die ich erschaffen habe, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und zu des Himmels Vögeln; denn ich bereue, sie gemacht zu haben." Gen 6:8 Noe aber hatte Huld in des Herrn Augen gefunden. Gen 6:9 Dies ist Noes Geschlechterfolge: Noe war ein gerechter, unsträflicher Mann unter seinen Zeitgenossen gewesen. Noe wandelte mit Gott. Gen 6:10 Und Noe zeugte drei Söhne: Sem, Cham und Japhet. Gen 6:11 Die Erde aber war vor Gottes Angesicht verderbt, und die Erde füllte sich mit Frevel. Gen 6:12 Und Gott sah, wie die Erde verderbt war; denn jedes Fleischwesen hatte seinen Wandel auf Erden verderbt. Gen 6:13 Da sprach Gott zu Noe. "Das Ende jedes Fleischwesens ist von mir verhängt; die Erde ist ja voller Frevel, die sie tun. Und so verderbe ich sie samt der Erde. Gen 6:14 Mach eine Arche dir aus Fichtenholz! Und zu Behausungen sollst du die Arche einbauen! Und dann verpiche sie mit Harz von außen und von innen! Gen 6:15 Also sollst du sie machen: 300 Ellen sei der Arche Länge und 50 Ellen ihre Breite und 30 Ellen ihre Höhe! Gen 6:16 Und an der Arche sollst du eine Luke machen und bis auf eine Elle sie ganz oben anbringen, alsdann der Arche Tor in eine ihrer Längsseiten einsetzen und sie in untere und mittlere und obere Stockwerke einteilen! Gen 6:17 Ich lasse jetzt die Wasserflut auf Erden kommen, um alles Fleisch, das unterm Himmel, zu vertilgen, darinnen Lebensodem ist. So möge alles, was auf Erden, sterben! Gen 6:18 Mit dir nun treffe ich mein Abkommen, und so gehst du samt deinen Söhnen, deinem Weibe und deinen Schwiegertöchtern in die Arche. Gen 6:19 Von allem Lebenden, von jedem Fleischeswesen, sollst du je ein Paar mit in die Arche bringen, um sie bei dir am Leben zu erhalten! Nur je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein. Gen 6:20 So von den Vögeln je nach ihrer Art, vom Vieh nach seiner Art, von allem, was auf Erden kriecht, nach seiner Art. Davon soll immer je ein Pärchen zu dir kommen, daß sie am Leben bleiben! Gen 6:21 Du selbst beschaffe dir von jeglicher eßbaren Speise, und speichere solches bei dir auf! Zur Nahrung dient es alsdann dir und ihnen." Gen 6:22 Und Noe tat so. Ganz so, wie ihm Gott befohlen hatte, tat er. Gen 7:1 Dann sprach der Herr zu Noe: "Zieh du mit deinem ganzen Hause in die Arche! Denn dich habe ich gerecht vor mir in diesem Geschlecht erfunden. Gen 7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben, jeweils ein Männchen und ein Weibchen! Doch von den Tieren, die nicht rein, jeweils nur zwei, ein Männchen und ein Weibchen! Gen 7:3 Auch von des Himmels Vögeln jeweils sieben, ein männliches und weibliches, um auf der ganzen Erde einen Stamm am Leben zu erhalten. Gen 7:4 Von jetzt ab über sieben Tage lasse ich auf die Erde regnen durch vierzig Tage und durch vierzig Nächte, und ich vertilge alsdann alles Lebende, das ich gemacht, vom Erdboden." Gen 7:5 Und Noe tat ganz so, wie ihn der Herr geheißen hatte. Gen 7:6 Noe aber war 600 Jahre alt geworden, als die Wasserflut über die Erde kam. Gen 7:7 So ging Noe mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seinen Schwiegertöchtern in die Arche vor den Wassern der Flut. Gen 7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem, was auf Erden kriecht, Gen 7:9 waren paarweise zu Noe in die Arche gegangen je ein Männliches und ein Weibliches, wie Gott dem Noe geboten hatte. Gen 7:10 Nach sieben Tagen geschah es, da waren die Wasser der Flut schon über die Erde gekommen. Gen 7:11 Im 600. Lebensjahre des Noe, am 17. Tage des 2. Monats, an diesem Tage brachen alle Sprudel des großen Meeres auf, und die Himmelsluken öffneten sich. Gen 7:12 Und Regen strömte auf die Erde 40 Tage und 40 Nächte lang. Gen 7:13 An eben diesem Tage waren Noe und Noes Söhne Sem, Cham und Japhet, sowie sein Weib und seine drei Schwiegertöchter mit ihnen in die Arche gegangen, Gen 7:14 sie und alle Tiere nach ihrer Art und alles Vieh nach seiner Art und alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel nach ihrer Art, was irgendwie Flügel hatte. Gen 7:15 Sie gingen zu Noe in die Arche, je ein Paar von allem Fleisch mit Lebensodem. Gen 7:16 Die Einziehenden waren nun, je ein Männliches und Weibliches von jedem Fleische, eingezogen, so wie ihm Gott befohlen. Da schloß der Herr hinter ihm zu. Gen 7:17 Vierzig Tage kam die Flut über die Erde. Und das Wasser wuchs und hob die Arche, daß sie über der Erde schwebte. Gen 7:18 Und das Wasser stieg und wuchs gewaltig an auf Erden, und die Arche fuhr auf dem Wasser. Gen 7:19 Das Wasser stieg nun in gewaltiger Höhe über die Erde, und alle hohen Berge irgendwo unter dem Himmel wurden bedeckt. Gen 7:20 Fünfzehn Ellen darüber hinaus war das Wasser gestiegen; so wurden die Berge bedeckt. Gen 7:21 Da starb ein jeglich Fleisch, das sich auf Erden regte, an Vögeln, Vieh und Getier und an allem Gewürm, das auf Erden kroch, sowie alle Menschen. Gen 7:22 Alles, was des Lebensgeistes Odem in seiner Nase hatte, soweit es sich auf dem Trockenen befand, war tot. Gen 7:23 So vertilgte er alle Wesen auf dem Erdboden, vom Menschen bis zum Vieh und Gewürm und bis zu des Himmels Vögeln. Sie wurden von der Erde vertilgt; nur Noe und was bei ihm in der Arche war, blieb übrig. Gen 7:24 Und das Wasser wuchs auf Erden 150 Tage lang. Gen 8:1 Da gedachte Gott des Noe und all des Getieres und all des Viehs bei ihm in der Arche. Und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, und das Wasser sank. Gen 8:2 Dann schlossen sich des Meeres Sprudel und die Himmelsluken, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt. Gen 8:3 Und das Wasser ging allmählich zurück auf Erden, und nach Ablauf der 150 Tage minderte sich das Wasser. Gen 8:4 Und die Arche ließ sich am 17. Tage des 7. Monats auf dem Araratgebirge nieder. Gen 8:5 Das Wasser aber hatte immer mehr abgenommen, bis zum 10. Monat. Am 1. Tag des 10. Monats waren die Spitzen der Berge sichtbar geworden. Gen 8:6 Nach Ablauf von 40 Tagen öffnete Noe das Fenster der Arche, das er gemacht hatte. Gen 8:7 Und er schickte den Raben aus. Dieser flog hin und her, bis das Wasser auf Erden vertrocknet war. Gen 8:8 Dann ließ Noe die Taube von sich fortfliegen, zu sehen, ob sich das Wasser verlaufen hätte. Gen 8:9 Die Taube aber fand keine Stätte für ihren Fuß. So kam sie zu ihm wieder in die Arche; denn auf der ganzen Erde war noch Wasser. Und er streckte seine Hand aus und nahm sie und brachte sie zu sich in die Arche. Gen 8:10 Da wartete er noch sieben weitere Tage. Dann sandte er zum zweitenmal die Taube aus der Arche. Gen 8:11 Da kam die Taube zu ihm zur Abendzeit mit einem frischen Ölblatt im Schnabel. Da erkannte Noe, daß sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. Gen 8:12 Und er wartete noch weitere sieben Tage; dann ließ er die Taube wieder ausfliegen. Diesmal aber kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück. Gen 8:13 Im 601. Jahre, am ersten Tage des ersten Monats, waren die Wasser auf Erden vertrocknet. Da hob Noe das Dach der Arche und schaute aus, und siehe da, der Erdboden war wasserfrei geworden. Gen 8:14 Am 27. Tage des zweiten Monats war die Erde ganz abgetrocknet. Gen 8:15 Und Gott sprach zu Noe: Gen 8:16 "Geh aus der Arche, du selbst, dein Weib, deine Söhne und deine Schwiegertöchter bei dir! Gen 8:17 Und alles Getier, das bei dir ist, von jedem Fleisch, an Vögeln, Vieh und jeglichem Gewürm, das auf Erden kriecht, führe du mit dir hinaus! Dann wimmle es auf Erden und sei fruchtbar auf Erden und mehre sich." Gen 8:18 Da ging Noe hinaus, seine Söhne, sein Weib und seine Schwiegertöchter bei ihm. Gen 8:19 Alles Getier, alles Gewürm, alle Vögel, alles, was sich auf Erden regt nach seinen Sippen, ging aus der Arche. Gen 8:20 Und Noe baute dem Herrn einen Altar und nahm von allen reinen Tieren und reinen Vögeln einige und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. Gen 8:21 Da roch der Herr den süßen Duft. Und der Herr sprach bei sich: "Nicht will ich fortan mehr dem Boden fluchen des Menschen wegen. Der Menschen Herzenstrachten ist böse ja von Jugend auf. Hinfort will ich kein Lebewesen mehr so schlagen, wie ich's getan. Gen 8:22 Fortan soll nimmer feiern, solange auch die Erde steht, die Saat mitsamt der Ernte und Frost und Hitze, der Sommer und der Winter und Tag und Nacht." Gen 9:1 Und Gott segnete Noe und seine Söhne und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar, mehret euch und füllt die Erde! Gen 9:2 Und Furcht vor euch und Schrecken komme über alle Landtiere und alle Himmelsvögel und über alles, was sich auf dem Boden regt, und über alle Meeresfische; in eure Hand sind sie gegeben. Gen 9:3 Alles, was sich regt und lebt, sei euch zur Speise! So wie das grüne Kraut, so gebe ich euch alles. Gen 9:4 Nur Fleisch mit seinem Lebensblut sollt ihr nicht essen! Gen 9:5 Und vollends euer eigen Blut will ich zurückverlangen; von jedem Tiere will ich's fordern; auch von des Menschen Hand, von seines Bruders Hand will ich das Menschenleben fordern. Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll durch die Menschen auch vergossen werden! Als Gottesbild hat er die Menschen ja gemacht. Gen 9:7 Ihr, seid nun fruchtbar, mehret euch! Verbreitet euch auf Erden! Herrscht über sie!" Gen 9:8 Und Gott sprach zu Noe und seinen Söhnen bei ihm also: Gen 9:9 "Ich schließe meinen Bund mit euch und euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, was an Vögeln, Vieh und allen anderen Tieren auf Erden bei euch, Gen 9:10 mit all denen, die aus der Arche kamen, und allem Getier der Erde. Gen 9:11 Ja, meinen Bund errichte ich mit euch; kein Fleischeswesen werde durch der Flut Gewässer mehr vertilgt, und niemals wieder komme eine Flut, die Erde zu verheeren!" Gen 9:12 Und Gott sprach: "Dies sei des Bundes Zeichen, den ich aufrichte zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch, für ewige Zeiten: Gen 9:13 Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Er sei das Bundeszeichen zwischen mir und dieser Erde! Gen 9:14 Und wölke ich Gewölke ob der Erde, und im Gewölk erscheint der Bogen, Gen 9:15 alsdarin gedenke ich des Bundes, der zwischen mir und euch und allen anderen Fleischeswesen, die da leben, gilt auf Erden. Nie wird das Wasser wieder eine Flut, die allem Fleische das Verderben brächte. Gen 9:16 Und steht der Bogen im Gewölke, dann schaue ich ihn an und denke an den ewigen Bund, der zwischen Gott und allen Fleischeswesen, die da leben, gilt auf Erden." Gen 9:17 Und Gott sprach zu Noe: "Dies ist des Bundes Zeichen, den ich errichtet habe zwischen mir und jedem Fleisch auf Erden." Gen 9:18 Noes Söhne, die aus der Arche gingen, waren Sem, Cham und Japhet; Cham aber war Kanaans Vater. Gen 9:19 Diese drei waren Noes Söhne, und ihnen entsprang die ganze Welt. Gen 9:20 Noe aber begann mit dem Landbau und pflanzte einen Weinberg. Gen 9:21 Da trank er von dem Wein, ward betrunken und lag entblößt in seinem Zelt. Gen 9:22 Da schaute Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters und sagte es seinen beiden Brüdern draußen. Gen 9:23 Sem und Japhet aber nahmen das Obergewand, legten es auf ihre Schultern, gingen rückwärts hinein und bedeckten ihres Vaters Blöße; ihr Gesicht aber war abgewandt, und so hatten sie ihres Vaters Blöße nicht gesehen. Gen 9:24 Als Noe von seinem Wein erwachte, erfuhr er, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte. Gen 9:25 Da sprach er: "Verflucht sei Kanaan! Der niedrigste der Sklaven sei er seinen Brüdern!" Gen 9:26 Und er sprach: "Des Herrn Gesegneter, mein Gott, sei Sem! Doch Kanaan sei ihm Sklave! Gen 9:27 Für Japhet schaffe Gott gar weiten Raum! In Zelten aber wohne Sem! Und Kanaan sei ihm Sklave!" Gen 9:28 Und Noe lebte nach der Flut 350 Jahre. Gen 9:29 Und die ganze Lebensdauer Noes betrug 950 Jahre; dann starb er. Gen 10:1 Und dies ist die Geschlechterfolge der Söhne Noes: Noes Söhnen Sem, Cham und Japhet wurden nach der Flut Söhne geboren. Gen 10:2 Japhets Söhne waren Gomer, Magog, Madai, Javan, Tubal, Mesek und Tiras. Gen 10:3 Gomers Söhne waren Askenaz, Riphat und Togarma. Gen 10:4 Javans Söhne waren Elisa, Tarsis, Kittim und Dodanim. Gen 10:5 Von diesen hatten sich der Heiden Inseln abgezweigt nach ihren Ländern, ihren verschiedenen Sprachen, Stämmen und Völkerschaften. Gen 10:6 Chams Söhne waren Kusch, Misraim, Put und Kanaan. Gen 10:7 Des Kusch Söhne waren Saba, Chavila, Sabta, Regma und Sabteka, und Regmas Söhne waren Scheba und Dedan. Gen 10:8 Und Kusch hatte Nimrod gezeugt; dieser war zuerst ein Kriegsheld auf Erden gewesen. Gen 10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; daher pflegt man zu sagen: "Gleich Nimrod ist er ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn." Gen 10:10 Seine Herrschaft erstreckte sich anfangs auf Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear. Gen 10:11 Von diesem Lande zog er nach Assur; da baute er Ninive - dazu Rechobot-Ir und Kelach Gen 10:12 sowie Resen zwischen Ninive und Kelach -, das ist die große Stadt. Gen 10:13 Und Misraim zeugte die Luditer, Anamiter, Lehabiter und Naphtuchiter Gen 10:14 sowie die Patrusiter und Kasluchiter und die, von denen die Philister stammten, die Kaphtoriter. Gen 10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Chet, Gen 10:16 sowie die Jebusiter, Amoriter und Girgasiter, Gen 10:17 Chiviter, Arkiter, Siniter, Gen 10:18 Arvaditer, Semariter und Chamatiter; hernach breiteten sich die Kanaaniterstämme aus. Gen 10:19 Das Kanaanitergebiet erstreckte sich von Sidon bis nach Gerar, Gaza, Sodoma, Gomorrha, Adma. Seboim und Lesa. Gen 10:20 Dies sind Chams Söhne nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:21 Auch Sem, dem Stammvater aller Söhne Ebers und ältesten Bruder Japhets, wurden Kinder geboren. Gen 10:22 Sems Söhne waren Elam, Assur, Arpaksad, Lud und Aram. Gen 10:23 Arams Söhne waren Uz, Chul, Geter und Masch. Gen 10:24 Und Arpaksad zeugte Selach und Selach den Eber. Gen 10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg, weil sich zu seiner Zeit die Erde gespalten hatte; sein Bruder hieß Joktan. Gen 10:26 Und Joktan zeugte Almodad, Seleph, Chasarmavet, Jerach, Gen 10:27 Hadoram, Uzal, Dikla, Gen 10:28 Obal, Abimael, Scheba, Gen 10:29 Ophir, Chavila und Jobab: dies alles sind Joktans Söhne. Gen 10:30 Ihre Wohnsitze reichten von Mesa bis Sephar beim Ostgebirge. Gen 10:31 Dies sind die Söhne Sems nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:32 Dies sind die Stämme der Noesöhne nach ihren Sippen und Völkerschaften; von ihnen haben sich nach der Flut die Völker auf Erden abgesondert. Gen 11:1 Die ganze Erde aber hatte eine Sprache und einerlei Worte. Gen 11:2 Als sie von Osten herzogen, fanden sie im Lande Sinear eine Ebene und ließen sich darin nieder. Gen 11:3 Und sie sprachen zueinander: "Auf! Laßt uns Luftziegel streichen und Backsteine brennen!" Und der Ziegel diente ihnen als Baustein; das Erdpech aber hatte ihnen als Mörtel gedient. Gen 11:4 Sie sprachen: "Auf! Bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns eine Wohnstatt, daß wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen!" Gen 11:5 Der Herr aber stieg herab, die Stadt und den Turm zu beschauen, den die Menschenkinder gebaut. Gen 11:6 Da sprach der Herr: "Fürwahr! Ein Volk sind sie und haben alle dieselbe Sprache, und dies ist nur der Anfang ihres Tuns, und fortan wäre ihnen nichts verwehrt, was immer sie nur planen. Gen 11:7 Auf nun! Wir wollen jetzt hinab und ihre Sprache mischen, daß keiner je des anderen Sprache mehr verstehe." Gen 11:8 So zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, und sie mußten es lassen, die Stadt auszubauen. Gen 11:9 Darum nennt man sie Babel; denn dort hat der Herr die Sprache der ganzen Erde gemischt, und von dort hat der Herr sie über die ganze Erde zerstreut. Gen 11:10 Dies ist die Geschlechterfolge Sems: Als Sem 100 Jahre alt war, zeugte er Arpaksad, zwei Jahre nach der Flut. Gen 11:11 Und Sem lebte nach Arpaksads Zeugung 500 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:12 Und Arpaksad war 35 Jahre alt; da zeugte er Selach. Gen 11:13 Und Arpaksad lebte nach Selachs Zeugung 403 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:14 Und Selach war 30 Jahre alt; da zeugte er Eber. Gen 11:15 Und Selach lebte nach Ebers Zeugung 403 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:16 Und Eber war 34 Jahre alt, da zeugte er Peleg. Gen 11:17 Und Eber lebte nach Pelegs Zeugung 430 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:18 Und Peleg war 30 Jahre alt; da zeugte er Rëu. Gen 11:19 Und Peleg lebte nach Rëus Zeugung 209 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:20 Und Rëu war 32 Jahre alt; da zeugte er Serug. Gen 11:21 Und Rëu lebte nach Serugs Zeugung 207 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:22 Und Serug war 30 Jahre alt; da zeugte er Nachor. Gen 11:23 Und Serug lebte nach Nachors Zeugung 200 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:24 Und Nachor war 29 Jahre alt; da zeugte er Terach. Gen 11:25 Und Nachor lebte nach Terachs Zeugung 119 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:26 Und Terach war 70 Jahre alt; da zeugte er Abram, Nachor und Haran. Gen 11:27 Dies ist die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte Abram, Nachor und Haran, und Haran zeugte Lot. Gen 11:28 Es starb aber Haran zu Lebzeiten seines Vaters Terach, in seinem Geburtslande zu Ur Kasdim. Gen 11:29 Abram und Nachor nahmen sich dann Weiber; Abrams Weib hieß Sarai und Nachors Weib Milka, die Tochter Harans, des Vaters von Milka und Iska. Gen 11:30 Sarai aber war unfruchtbar; sie hatte nie ein Kind geboren. Gen 11:31 Und Terach nahm seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, das Weib seines Sohnes Abram, und sie zogen mit ihm aus Ur Kasdim, ins Land Kanaan zu wandern. So kamen sie bis Charan; hier aber ließen sie sich nieder. Gen 11:32 Die Tage Terachs beliefen sich auf 205 Jahre; dann starb Terach zu Charan. Gen 12:1 Und der Herr sprach zu Abram: "Aus deinem Lande, deiner Sippe zieh fort, aus deinem Vaterhause, ins Land, das ich dir zeigen werde! Gen 12:2 ich mache dich zu einem großen Volke und segne dich und mache deinen Namen hochberühmt, daß du zum Segen werdest. Gen 12:3 Denn segnen will ich, die dich segnen, und die verfluchen, die dich lästern. Der Erde Stämme alle sollen sich mit dir dann segnen!" Gen 12:4 Und Abram zog fort, wie ihm der Herr gesagt, und mit ihm zog Lot; Abram aber war 75 Jahre alt, als er von Charan fortzog. Gen 12:5 Und Abram nahm sein Weib Sarai und seinen Brudersohn Lot und all ihre Habe, die sie erworben, sowie die Seelen, die sie in Charan bekommen hatten, und sie zogen fort, ins Land Kanaan zu wandern, und sie kamen auch in das Land Kanaan. Gen 12:6 Und Abram durchzog das Land bis zu Sichems Wohnsitz, bis zum Maulbeerbaum; damals aber waren die Kanaaniter im Land. Gen 12:7 Da erschien der Herr dem Abram und sprach: "Ich gebe deinem Stamme dieses Land." Da baute er dort einen Altar dem Herrn, der ihm erschienen war. Gen 12:8 Von dort zog er auf das Gebirge östlich von Betel und schlug sein Zelt auf, Betel im Westen und Ai im Osten. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief des Herrn Namen an. Gen 12:9 Dann zog Abram weiter und weiter, dem Südland zu. Gen 12:10 Nun kam die Hungersnot ins Land, und Abram zog nach Ägypten, hier zu verbleiben; denn schwer lag die Hungersnot auf dem Land. Gen 12:11 Als er nahe bei Ägypten war, sprach er zu seinem Weib Sarai: "Ich weiß wohl, daß du ein schönes Weib bist. Gen 12:12 Sehen dich nun die Ägypter, dann denken sie: Dies ist sein Weib, und alsdann töten sie mich; dich aber werden sie am Leben lassen. Gen 12:13 Sag doch, du seiest meine Schwester, daß es mir um deinetwillen gut gehe. Dann bleibe ich deinetwegen ungefährdet." Gen 12:14 Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß das Weib überaus schön war. Gen 12:15 Auch des Pharao Fürsten sahen sie und rühmten sie vor Pharao. So ward das Weib in Pharaos Haus geholt. Gen 12:16 Dem Abram aber war er ihretwegen hold geworden; und so bekam er Schafe, Rinder, Esel, Sklaven, Mägde, Eselinnen und Kamele. Gen 12:17 Der Herr aber schlug mit schweren Plagen Pharao und sein Haus wegen Sarai, des Weibes Abrams. Gen 12:18 Da ließ Pharao den Abram rufen und sprach: "Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir verhehlt, daß sie dein Weib ist? Gen 12:19 Warum hast du gesagt: 'Sie ist nur meine Schwester'? Und so nahm ich sie mir zum Weib. Nun aber sieh, hier ist dein Weib! Nimm sie und geh fort!" Gen 12:20 Und Pharao entbot seinetwegen Leute, daß sie ihn, sein Weib und all seine Habe fortschafften. Gen 13:1 Abram zog nun von Ägypten aufwärts, er, sein Weib und all seine Habe, auch Lot mit ihm, ins Südland. Gen 13:2 Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Gen 13:3 Und er zog nach öfterem Lagern aus dem Südland bis nach Betel, bis an die Stätte, wo vordem sein Zelt gestanden, zwischen Betel und Ai, Gen 13:4 zu der Stätte des Altars, den er früher dort gebaut hatte. Dort rief Abram des Herrn Namen an. Gen 13:5 Auch Lot, der mit Abram zog, besaß Schafe, Rinder und Kamele. Gen 13:6 Aber das Land ließ sie nicht beisammen hausen; denn ihre Habe war groß geworden, und so konnten sie nicht beieinander bleiben. Gen 13:7 Und Streit ward zwischen den Hirten der Herde Abrams und denen der Herde Lots; die Kanaaniter und die Periziter hausten aber damals im Land. Gen 13:8 Da sprach Abram zu Lot: "Nimmer sei Zwietracht zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen! Wir sind ja Brüder. Gen 13:9 Steht nicht das ganze Land dir offen? Trenne dich lieber von mir! Willst du zur Linken, gehe ich zur Rechten; willst du zur Rechten, gehe ich zur Linken." Gen 13:10 Da hob Lot seine Augen auf und sah, daß die ganze Au des Jordan völlig bewässert war, bevor der Herr Sodom und Gomorrha zerstörte - gleich dem Garten des Herrn und wie das Ägypterland - bis Soar hin. Gen 13:11 Und Lot wählte sich die ganze Au des Jordan. So brach Lot nach Osten auf, und sie schieden voneinander. Gen 13:12 Abram hatte sich im Lande Kanaan angesiedelt. Lot aber in den Städten der Au, und so zeltete er bis nach Sodom. Gen 13:13 Sodoms Männer aber waren böse und gewaltige Sünder wider den Herrn. Gen 13:14 Der Herr aber sprach zu Abram, als Lot von ihm geschieden: "Erhebe deine Augen! Schau von dem Orte, wo du bist, nach Norden, Süden, Osten und Westen! Gen 13:15 All das Land, das du erblickst, gebe ich dir und deinem Stamm für immer. Gen 13:16 Dann mache ich deinen Stamm den Staubkörnchen der Erde gleich. Vermöchte jemand der Erde Staubkörnchen zu zählen, dann könnte auch dein Stamm gezählt werden. Gen 13:17 Auf! Umwandle dieses Land nach Länge und Breite! Denn dir will ich es geben." Gen 13:18 Und Abram stimmte zu, kam und ließ sich bei Mamres Terebinthen zu Hebron nieder und baute hier dem Herrn einen Altar. Gen 14:1 Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Königs von Sinear, Adoks, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Tidals, des Königs von Gojim. Gen 14:2 Diese hatten Krieg beschlossen wider Bera, Sodoms König, Birsa, den König von Gomorrha, Sinab, den König von Adma, Semeber, den König von Seboim, und den König von Bela, das ist Soar. Gen 14:3 Alle diese zogen vereint in das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. Gen 14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedorlaomer dienstbar gewesen; im dreizehnten aber fielen sie ab. Gen 14:5 Im vierzehnten Jahre nun zogen Kedorlaomer und die Könige bei ihm heran; da schlugen sie die Rephaiter zu Astarot Karnaim, die Zuziter zu Ham und die Emiter in der Ebene von Kirjataim Gen 14:6 und die Choriter auf den Bergen von Seïr bis nach EI Paran, das östlich von der Wüste liegt. Gen 14:7 Dann machten sie kehrt und kamen nach En Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Gefilde der Amalekiter, sowie die Amoriter, die in Chasason Tamar hausten. Gen 14:8 Da zogen der König von Sodom und der König von Gomorrha aus, sowie der König von Adma, der König von Seboim und der von Bela, das ist Soar, und rüsteten zum Kampfe gegen jene im Siddimtale, Gen 14:9 gegen Kedorlaomer, den König von Elam, Tidal, den König von Gojim, Amraphel, den König von Sinear, und Arjok, den König von Ellasar, vier Könige gegen fünf. Gen 14:10 Das Siddimtal aber ist voller Erdpechgruben. Als nun die Könige von Sodom und Gomorrha fliehen mußten, warfen sie sich hinein; die übrigen aber flohen ins Gebirge. Gen 14:11 Da nahmen jene alle Habe Sodoms und Gomorrhas und all ihren Mundvorrat und zogen ab. Gen 14:12 Auch Lot, Abrams Brudersohn, und seine Habe nahmen sie mit und zogen ab; er wohnte nämlich zu Sodom. Gen 14:13 Nun kam ein Flüchtling und brachte Kunde dem Hebräer Abram; er wohnte bei den Terebinthen Mamres, des Amoriters, des Bruders von Eskol und Aner, und diese waren mit Abram im Bund. Gen 14:14 Als Abram hörte, sein Bruder sei gefangen, entbot er seine Verbündeten und seine 318 Hausgeborenen und jagte bis Dan nach. Gen 14:15 Er überfiel sie des Nachts, er und seine Diener, schlug und verfolgte sie bis Choba, links von Damaskus. Gen 14:16 So brachte er alle Habe zurück. Auch seinen Bruder Lot und seine Habe brachte er zurück, ebenso die Weiber und das Volk. Gen 14:17 Da zog ihm der König von Sodom entgegen, als er vom Sieg über Kedorlaomer und die Könige bei ihm zurückkehrte, im Tale Save, das ist das Königstal. Gen 14:18 Der König von Salem aber, Melchisedech, hatte Brot und Wein mitgebracht; er war ja ein Priester des höchsten Gottes. Gen 14:19 Und er segnete ihn und sprach: "Vom höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden, sei gesegnet Abram! Gen 14:20 Gepriesen sei der höchste Gott, der deine Feinde dir in die Hand gegeben!" Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. Gen 14:21 Und der König von Sodom sprach zu Abram: "Gib mir die Leute! Die Habe behalte für dich!" Gen 14:22 Da sprach Abram zum König von Sodom: "Zum Herrn, dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde, erhebe ich meine Hand: Gen 14:23 Keinen Faden, keinen Schuhriemen, gar nichts von dem, was dir eigen, nehme ich an. Du sollst nicht sagen: 'Ich habe Abram reich gemacht.' Gen 14:24 Nichts will ich. Nur was die Jungmannschaft verzehrt, und den Anteil für die Männer, die mit mir gezogen, Aner, Eskol und Mamre! Sie mögen ihren Anteil nehmen!" Gen 15:1 Hernach erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesichte also: "Abram, fürchte dich nicht! Ich bin dir doch ein Schild; dein Lohn ist überreich." Gen 15:2 Da sprach Abram: "Herr, ach Herr, was kannst du mir geben, da ich doch kinderlos wandle? Ist doch der Sohn meines Haussklaven Eliezer der Erbesohn." Gen 15:3 Und Abram sprach: "Mir hast du ja keinen Nachkommen geschenkt; so wird mich mein Haussklave eben beerben." Gen 15:4 Aber da erging das Wort des Herrn an ihn also: "Dieser wird dich nicht beerben; dein eigener Leibessprosse wird dich einst beerben." Gen 15:5 Und er führte ihn ins Freie und sprach: "Blick auf zum Himmel und zähle die Sterne! Kannst du sie zählen?" Dann sprach er zu ihm: "Also wird auch dein Stamm sein." Gen 15:6 Und er glaubte dem Herrn, und dies erachtete er ihm als Verdienst. Gen 15:7 Und er sprach zu ihm: "Ich bin der Herr, der dich aus Ur Kasdim geführt, um dir dies Land zu geben, damit du es besitzest." Gen 15:8 Da sprach er: "Herr, ach Herr! Woran erkenne ich, daß ich's besitzen soll?" Gen 15:9 Und er sprach zu ihm:"Hol mir jetzt eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube sowie eine junge Taube!" Gen 15:10 Da holte er ihm diese alle. Dann zerlegte er sie mitten durch und legte jede Hälfte der anderen gegenüber; die Vögel aber hatte er nicht zerteilt. Gen 15:11 Da stießen die Raubvögel auf die Tierleichen nieder; Abram aber scheuchte sie. Gen 15:12 Wie nun die Sonne im Untergehen war, befiel Abram ein Tiefschlaf, und eine schwere, dunkle Ahnung überkam ihn. Gen 15:13 Da sprach er zu Abram. "Du sollst jetzt wissen: Dein Stamm wird Fremdling sein in einem Lande, das dir nicht eigen. Dann front er ihm, und dies bedrückt ihn an vierhundert Jahre. Gen 15:14 Jedoch das Volk, dem sie dort fronen, das will ich richten. Dann ziehen sie mit reicher Habe aus. Gen 15:15 Du aber gehst zu deinen Vätern ein im Frieden, zu deiner Grabesstatt in schönem Alter. Gen 15:16 Im vierten Gliede kehren sie hierher; noch ist nicht voll der Amoriter Maß." Gen 15:17 Dann ging die Sonne unter, und dichte Finsternis kam; da erschien ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, und zwischen jenen Stücken fuhr es durch. Gen 15:18 An jenem Tag schloß der Herr mit Abram einen Bund mit den Worten: "Ich gebe deinem Stamme dieses Land vom Fluß Ägyptens bis zum großen Strom, dem Euphratstrom, Gen 15:19 das Gebiet der Keniter, Keniziter, Kadmoniter, Gen 15:20 Chittiter, Periziter, Rephaiter Gen 15:21 und Amoriter, Kanaaniter, Girgasiter sowie Jebusiter." Gen 16:1 Sarai aber, Abrams Weib, hatte ihm kein Kind geboren; sie hatte aber eine ägyptische Magd, die Hagar hieß. Gen 16:2 Nun sprach Sarai zu Abram: "Der Herr hat mir Kinder versagt. Heirate meine Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu Kindern. Und Abram folgte den Worten Sarais. Gen 16:3 So nahm Sarai, Abrams Weib, ihre Magd, die Ägypterin Hagar, nach Ablauf von zehn Jahren, die Abram im Lande Kanaan gewohnt, und gab sie ihrem Manne Abram, ihm selbst, zum Weib. Gen 16:4 Und er heiratete Hagar, und sie empfing. Als sie aber sah, daß sie guter Hoffnung war, sank ihre Herrin in ihren Augen. Gen 16:5 Da sprach Sarai zu Abram: "Meine Kränkung über dich! Ich selbst habe dir meine Magd abgetreten; nun sie aber sah, daß sie in Hoffnung sei, sank ich in ihren Augen. Zwischen mir und dir richte der Herr!" Gen 16:6 Da sprach Abram zu Sarai: "In deiner Hand ist deine Magd. Tue mit ihr, wie es dir gefällt!" Da drückte Sarai sie so, daß sie ihr entfloh. Gen 16:7 Der Engel des Herrn aber traf sie an einem gewissen Wasserquell in der Wüste, am Quell auf dem Wege nach Schur. Gen 16:8 Und er sprach: "Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her? Wo gehst du hin?" Sie sprach: "Vor meiner Herrin Sarai bin ich flüchtig." Gen 16:9 Da sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Kehr heim zu deiner Herrin und unterwirf dich ihren Händen!" Gen 16:10 Dann sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Ich mache deinen Stamm gar zahlreich; vor Menge kann man ihn nicht zählen." Gen 16:11 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: "Du bist gesegnet und wirst einen Sohn gebären. Den heißest du Ismael: denn der Herr hat dein Elend gehört. Gen 16:12 Ein Wildeselmensch wird er werden; seine Hand gegen alle und aller Hand gegen ihn! Allen seinen Brüdern steht er dreist gegenüber." Gen 16:13 Da nannte sie den Herrn, der mit ihr redete, "du bist der Gott des Trostes"; denn sie sprach: "Habe ich nicht schließlich Trost erfahren?" Gen 16:14 Daher nannte man den Brunnen: Lachaj Roi (Des Lebenden Trostbrunnen): er liegt zwischen Kades und Berad. Gen 16:15 Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar geboren, Ismael. Gen 16:16 Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram den Ismael gebar. Gen 17:1 Abram war 99 Jahre alt; da erschien der Herr dem Abram und sprach zu ihm: "Ich bin ein mächtiger Gott. Vor mir nur wandle! Alsdann fehlt dir nichts. Gen 17:2 Ich schließe zwischen mir und dir den Bund und will dich mächtig mehren." Gen 17:3 Da fiel Abram auf sein Antlitz, und Gott redete mit ihm also: Gen 17:4 "Das ist mein Bund mit dir: Stammvater einer Völkermenge wirst du jetzt. Gen 17:5 Drum sollst du fortan nimmer Abram heißen. Nein, Abraham ist jetzt dein Name; zu einer Völkermenge Vater mache ich dich ja. Gen 17:6 Ich lasse dich gar zahlreich werden und mache dich zu Völkern, und Könige entsprießen dir. Gen 17:7 Und zwischen mir und dir errichte ich den Bund und zwischen mir und deinem Stamm nach dir, ja, einen ewigen Bund für alle die Geschlechter, daß ich dir Schutzgott sei und deinem Stamm nach dir. Gen 17:8 Ich gebe dir und deinem Stamm nach dir den Boden deiner Pilgerfahrten, das ganze Land von Kanaan, zu ewigem Besitze; ein Schutzgott will ich ihnen sein." Gen 17:9 Und Gott sprach zu Abraham: "Du aber halte meinen Bund, du und dein Stamm nach dir, in allen den Geschlechtern! Gen 17:10 Das ist mein Bund, den ihr einhalten sollt, der zwischen mir und euch und deinem Stamm nach dir besteht: Bei euch soll alles Männliche beschnitten werden! Gen 17:11 Und zwar sollt ihr an eurer Vorhaut Fleisch beschnitten sein! Dies ist das Bundeszeichen zwischen mir und euch. Gen 17:12 Bei euch soll mit acht Tagen alles Männliche beschnitten werden, Geschlecht für Geschlecht, auch selbst der Haussklave und der von irgendeinem Fremden Angekaufte, der nimmer deines Stammes ist. Gen 17:13 Beschnitten werde dein Haussklave und der von dir mit Geld Erkaufte! So sei mein Bund an eurem Fleisch zum ewigen Bunde! Gen 17:14 Doch wer gesund und dennoch unbeschnitten ist, wer nicht an seiner Vorhaut Fleisch beschnitten, ein solches Wesen wird aus seinem Volke ausgestrichen. Zerrissen hat es meinen Bund." Gen 17:15 Und Gott sprach zu Abraham: "Du sollst dein Weib Sarai nicht länger Sarai nennen! Nein! Sara soll ihr Name sein! Gen 17:16 Ich segne sie und schenke dir durch sie noch einen Sohn. Ich segne sie; dann wird sie eine Völkermutter, und Völkerkönige entsprießen ihr." Gen 17:17 Da fiel Abraham auf sein Antlitz, lachte und sprach bei sich: "Sollte einem Hundertjährigen noch ein Kind geboren werden, oder sollte Sara, die neunzigjährige, noch gebären können?" Gen 17:18 Und Abraham sprach zu Gott: "Möchte nur Ismael auf dein Geheiß am Leben bleiben!" Gen 17:19 Da sprach Gott: "Trotzdem wird Sara, dies dein Weib, dir einen Sohn gebären; den sollst du Isaak heißen! Mit ihm errichte ich dann meinen Bund zum ewigen Bund für seinen Stamm nach ihm. Gen 17:20 Auch Ismaels wegen will ich dich erhören; ich segne ihn und lasse Frucht ihn tragen und mehre ihn gar mächtiglich. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und also mache ich auch ihn zu einem großen Volke. Gen 17:21 Doch meinen Bund will ich mit Isaak schließen, den dir um diese Zeit im künftigen Jahre Sara schenkt." Gen 17:22 Und er beendete seine Unterredung mit ihm. Und Gott fuhr vor Abraham auf. Gen 17:23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle seine Haussklaven, sowie alle mit Geld von ihm Erkauften, jedes Männliche unter den Leuten in Abrahams Haus, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tage, gleich nachdem Gott mit ihm gesprochen hatte. Gen 17:24 Abraham aber war 99 Jahre alt, als er am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ward. Gen 17:25 Und 13 Jahre alt war sein Sohn Ismael, als er am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ward. Gen 17:26 Am gleichen Tage war Abraham beschnitten worden wie sein Sohn Ismael. Gen 17:27 Und alle seine Hausgenossen, sowohl die Haussklaven als auch die mit Geld von Fremden Gekauften, waren mit ihm beschnitten worden. Gen 18:1 Und der Herr erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, als er sich an den Zelteingang zur Vormittagszeit setzte. Gen 18:2 Wie er nun seine Augen erhob und aufblickte, standen drei Männer vor ihm. Kaum sah er sie, lief er schon vom Zelteingang auf sie zu und neigte sich zu Boden. Gen 18:3 Dann sprach er: "Herr, finde ich in deinen Augen Gnade, dann ziehe nicht an deinem Sklaven vorüber! Gen 18:4 Man soll etwas Wasser bringen! Dann wascht ihr euch die Füße und legt euch unter diesen Baum! Gen 18:5 Ich hole inzwischen einen Bissen Brot, daß ihr euch stärket. Dann mögt ihr weiterziehen! Denn darum seid ihr bei eurem Sklaven vorbeigekommen." Sie sprachen: "Tu so, wie du gesagt!" Gen 18:6 Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: "Schnell drei Maß Mehl, Feinmehl! Knete und backe Kuchen!" Gen 18:7 Dann lief Abraham zu den Rindern, holte ein Kalb, zart und kräftig, und gab es dem Diener, der es eilends bereitete. Gen 18:8 Dann holte er Butter und Milch sowie das Kalb, das er hatte bereiten lassen, und setzte es ihnen vor; er selbst wartete ihnen unter dem Baume auf, während sie aßen. Gen 18:9 Da sprachen sie zu ihm: "Wo ist denn Sara, dein Weib?" Er sprach: "Hier im Zelt!" Gen 18:10 Da sprach er: "Ich kehre zu dir nach Ablauf von neun Monaten zurück; da hat dein Weib Sara einen Sohn." Sara aber horchte am Zelteingang hinter ihm. Gen 18:11 Abraham aber und Sara waren alt und hochbetagt, und Sara erging es nicht mehr nach Weiberart. Gen 18:12 So lachte Sara in sich hinein, indem sie dachte: "Welk geworden, sollte ich noch der Liebe pflegen? Mein Herr ist gleichfalls alt." Gen 18:13 Darauf sprach der Herr zu Abraham: "Warum lacht Sara und denkt dabei: 'Soll ich wahrhaftig ein Kind bekommen, nachdem ich alt geworden?' Gen 18:14 Ist für den Herrn etwas unmöglich? Um diese Zeit kehre ich zu dir nach Ablauf von neun Monaten zurück; dann hat Sara einen Sohn." Gen 18:15 Da leugnete Sara und sprach: "Ich habe nicht gelacht"; denn sie hatte Angst bekommen; er aber sprach: "Nein! Du hast gelacht." Gen 18:16 Herauf brachen die Männer von da auf und bogen gegen Sodom ab; Abraham aber ging mit ihnen, sie zu begleiten. Gen 18:17 Und der Herr sprach: "Soll ich vor Abraham verhehlen, was ich zu tun im Sinne habe? Gen 18:18 Doch Abraham soll zu einem Volke werden, groß und stark! Dann sollen sich in ihm die Erdenvölker alle segnen! Gen 18:19 Nein! Auserkoren hab ich ihn, auf daß er seinen Söhnen und dem Haus nach ihm gebiete, sie sollen doch den Weg des Herrn einhalten Gerechtigkeit und Recht ausübend, auf daß der Herr das über Abraham brächte, was er ihm einst verheißen hat." Gen 18:20 Und der Herr sprach: "Der Klageruf schwillt wider Sodom und Gomorrha an, und ihre Sünde wuchtet schwer. Gen 18:21 Ich will hinab und sehen, ob sie getan, so wie ihr Ruf, der vor mich kam, vermeldet. Alsdann Vernichtung! Wenn aber nicht - ich will es wissen." Gen 18:22 Da wandten sich die Männer von dort weg und gingen Sodom zu. Abraham aber blieb vor dem Herrn stehen. Gen 18:23 Und Abraham trat vor und sprach: "Willst du Schuldlose mit Schuldigen hinraffen? Gen 18:24 Vielleicht gibt's in der Stadt noch fünfzig Schuldlose. Willst du diese hinraffen und nicht vielmehr den Ort begnadigen, den fünfzig Schuldlosen darin zulieb? Gen 18:25 Nicht würdig wäre es deiner, solches zu tun, Schuldige und Unschuldige zusammen zu töten, daß es eins wäre, schuldlos oder schuldig. Das wäre deiner unwürdig. Sollte der ganzen Erde Richter nicht Gerechtigkeit üben?" Gen 18:26 Da sprach der Herr: "Fänd ich nur fünfzig Schuldlose zu Sodom in der Stadt, dann wollte ich ihretwegen den ganzen Ort begnadigen." Gen 18:27 Da hob Abraham an und sprach: "Ich habe mich nun unterfangen, mit meinem Herrn zu reden, wennschon ich Staub und Asche bin. Gen 18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Schuldlosen nur fünf. Willst du die ganze Stadt um dieser fünfe willen zugrunde richten?" Er sprach: "Nein, falls ich dort fünfundvierzig fände." Gen 18:29 Da redete er abermals mit ihm und sprach: "Vielleicht finden sich nur vierzig darin." Er sprach: "Dann tue ich es nicht um der vierzig willen." Gen 18:30 Er sprach: "Ach zürne nicht, mein Herr, daß ich noch einmal rede! Vielleicht finden sich nur dreißig darin." Er sprach: "Dann tue ich es nicht, wenn ich nur dreißig darin fände." Gen 18:31 Er sprach - "Ich habe mich nun schon unterfangen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich nur zwanzig darin." Er sprach: "Ich richte sie nicht zugrunde um der zwanzig Willen." Gen 18:32 Er sprach: "Ach zürne nicht, mein Herr, wenn ich dies eine Mal noch rede! Vielleicht finden sich nur zehn darin." Er sprach: "Ich richte sie dann nicht zugrunde wegen dieser zehn." Gen 18:33 Dann ging der Herr fort, sogleich, nachdem er das Gespräch mit Abraham beendet hatte. Abraham aber kehrte an seinen Ort zurück. Gen 19:1 Und die beiden Engel kamen des Abends nach Sodom; Lot aber wohnte in Sodoms Vorstadt. Als Lot sie erblickte, trat er an sie heran und neigte sich bis zum Boden. Gen 19:2 Dann sprach er: "Meine Herren! Kehrt doch in eures Knechtes Haus zur Nachtrast ein und wascht euch die Füße! Dann möget ihr frühmorgens eures Weges ziehen!" Sie aber sprachen: "Nein! Wir wollen auf der Straße mächtigen." Gen 19:3 Er aber drang inständig in sie, und so kehrten sie bei ihm ein und betraten sein Haus. Da bereitete er ihnen eine Mahlzeit, buk ungesäuerte Kuchen, und sie aßen. Gen 19:4 Noch hatten sie sich nicht schlafen gelegt, als schon die Männer der Stadt, die Leute von Sodom, das Haus umringten, jung und alt, das ganze Volk bis auf den letzten Mann. Gen 19:5 Und sie riefen nach Lot und sprachen zu ihm: "Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bring sie uns heraus, damit wir sie erkennen!" Gen 19:6 Da ging Lot zu ihnen vor die Tür hinaus; die Tür aber verschloß er hinter sich. Gen 19:7 Und er sprach: "Meine Brüder, tut doch nichts so Unnatürliches! Gen 19:8 Da habe ich zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben, sie will ich zu euch bringen. Tut an ihnen, was euch beliebt. Doch diesen Männern dürft ihr nichts tun; denn darum sind sie in meines Daches Schatten getreten." Gen 19:9 Da schrien sie: "Pack dich weg!" und sagten: "Kam einer als Gast und Richter zugleich? Jetzt tun wir dir noch übler als jenen." Und sie drangen hart auf den Mann, auf Lot, ein und gingen daran, die Tür zu erbrechen. Gen 19:10 Da griffen die Männer hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus, nachdem sie die Tür abgeschlossen hatten. Gen 19:11 Die Leute am Hauseingang aber hatten sie mit Blindheit geschlagen, klein und groß, und so konnten sie die Tür nicht finden. Gen 19:12 Die Männer aber sprachen zu Lot: "Hast du noch jemanden hier? Etwa einen Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter? All die Deinen in der Stadt führe von diesem Ort weg! Gen 19:13 Denn wir vertilgen diese Stätte, weil der Klageschrei wider sie vor dem Herrn mächtig geworden. Darum sandte uns der Herr, sie zu verderben." Gen 19:14 Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet, und sprach: "Auf! Fort aus diesem Ort! Der Herr will diese Stadt vertilgen!" Aber er schien seinen Schwiegersöhnen zu scherzen. Gen 19:15 Nach Anbruch der Morgenröte aber drängten die Engel Lot und sprachen: "Auf! Nimm dein Weib und diese deine beiden Töchter hier, daß du nicht weggerafft wirst ob der Missetat der Stadt!" Gen 19:16 Als er zögerte, griffen die Männer ihn, sein Weib und seine beiden Töchter an der Hand, weil der Herr ihn schonen wollte; sie führten ihn fort und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. Gen 19:17 Während sie sie hinausführten, sprach einer: "Flüchte dich um deines Lebens willen! Schau dich nicht um! Bleib nirgends in der Niederung stehen! Flieh ins Gebirge, daß du nicht weggerafft wirst!" Gen 19:18 Lot aber sprach zu ihnen: "Nicht so, Herr! Gen 19:19 Dein Knecht hat nun einmal Gnade bei dir gefunden; groß Erbarmen hast du mir erwiesen, mir das Leben zu retten; aber ich kann nicht ins Gebirge fliehen. Dann aber könnte mich das Verderben ereilen, daß ich stürbe! Gen 19:20 Siehe, diese Stadt ist nahe genug, hineinzuflüchten, und nur ein kleines Stück ist's noch. Dahin könnte ich mich flüchten. Es ist ja nur noch ein kleines Stück; dann könnte ich am Leben bleiben." Gen 19:21 Er sprach zu ihm: "Wohlan, ich nehme auch darin Rücksicht auf dich und will diese Stadt, von der du sprichst, nicht zerstören. Gen 19:22 Flieh eilends dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin kommst." Deshalb nannte man die Stadt Soar ("Kleinigkeit"). Gen 19:23 Eben war die Sonne aufgegangen; da kam Lot nach Soar. Gen 19:24 Der Herr aber ließ auf Sodom und Gomorrha Schwefel und Feuer regnen, vom Herrn her, vom Himmel herab. Gen 19:25 Und er vernichtete diese Städte, die ganze Niederung und alle Insassen der Städte und das Gewächs des Feldes. Gen 19:26 Sein Weib aber schaute hinter sich und ward zu einer Salzsäule. Gen 19:27 Abraham begab sich nun in der Frühe an die Stätte, wo er vor dem Herrn gestanden. Gen 19:28 Und er schaute auf Sodom und Gomorrha hinab und auf das ganze Land der Niederung; da sah er, wie ein Qualm vom Lande aufstieg, wie eines Schmelzofens Qualm. Gen 19:29 So war es, als Gott die Städte der Niederung zerstörte; dabei gedachte Gott Abrahams und schickte Lot aus dem Bereich der Zerstörung weg, als er die Städte, in denen Lot gewohnt, zerstörte. Gen 19:30 Lot zog dann von Soar hinauf und wohnte im Gebirge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, in Soar zu bleiben. So wohnte er in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. Gen 19:31 Da sprach die Ältere zu der jüngeren: "Unser Vater ist alt, und auf Erden gibt es niemand mehr, der Umgang mit uns haben könnte nach aller Welt Brauch. Gen 19:32 Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, daß wir durch unseren Vater unseren Stamm erhalten!" Gen 19:33 Da gaben sie ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken; dann ging die Ältere hinein und schlief bei ihrem Vater; er aber merkte nicht, wie sie sich legte, noch wie sie aufstand. Gen 19:34 Am Tage darauf sprach die Ältere zur Jüngeren: "Siehe, ich habe heute nacht bei meinem Vater geschlafen; wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben. Dann geh hinein und schlaf bei ihm, daß wir durch unseren Vater unseren Stamm erhalten!" Gen 19:35 Und sie gaben ihrem Vater auch an diesem Abend Wein zu trinken; dann ging die Jüngere hin und schlief bei ihm; er aber merkte nicht, wie sie sich legte, noch wie sie aufstand. Gen 19:36 Also kamen die beiden Töchter Lots durch ihren Vater in Hoffnung. Gen 19:37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab; das ist der Stammvater der heutigen Moabiter. Gen 19:38 Auch die jüngere gebar einen Sohn und sie nannte ihn Ben Ammi; das ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. Gen 20:1 Und Abraham zog von dort ins Gebiet des Südlands und wohnte zwischen Kades und Schur. Als er einst zu Gerar weilte, Gen 20:2 sprach Abraham von seinem Weibe Sara: "Sie ist meine Schwester." Da sandte der König von Gerar, Abimelech, hin und ließ Sara holen. Gen 20:3 Gott aber kam im nächtlichen Traume zu Abimelech und sprach zu ihm: "Des Weibes wegen, das du geholt, mußt du sterben, ist sie doch eine Ehefrau." Gen 20:4 Abimelech aber war ihr noch nicht genaht; so sprach er: "Herr, bringst du auch schuldlose Leute um? Gen 20:5 Er hat doch selbst zu mir gesagt: 'Sie ist meine Schwester' und auch sie hat gesagt: 'Er ist mein Bruder.' In meines Herzens Einfalt und mit reinen Händen habe ich das getan." Gen 20:6 Da sprach Gott zu ihm im Traume: "Auch ich weiß, daß du in deines Herzens Einfalt so gehandelt, und so bewahrte ich selbst dich davor, gegen mich zu sündigen; darum habe ich dir nicht zugelassen, sie zu berühren. Gen 20:7 Gib aber jetzt dem Manne sein Weib heraus! Weil er ein Prophet ist, soll er für dich beten, daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht heraus, so wisse, daß du sterben mußt, du samt all den Deinen!" Gen 20:8 Da rief frühmorgens Abimelech alle seine Diener zusammen und erzählte ihnen all das, und die Männer erschraken sehr. Gen 20:9 Dann ließ Abimelech Abraham rufen und sprach zu ihm: "Was hast du uns angetan? Womit habe ich gegen dich gefehlt, daß du so schwere Schuld über mich und über mein Gebiet gebracht hast? Was nimmermehr geschehen durfte, hast du mir angetan." Gen 20:10 Dann sprach Abimelech zu Abraham: "Was ist dir eingefallen, daß du dies getan hast?" Gen 20:11 Da sprach Abraham: "Ich habe eben gedacht: 'Gar keine Furcht vor Gott herrscht an diesem Ort; sie bringen mich meines Weibes wegen um.' Gen 20:12 Auch ist sie wirklich meine Schwester, meines Vaters Tochter, nur nicht meiner Mutter Tochter, und so ist sie mein Weib geworden. Gen 20:13 Als mich die Himmlischen aus meines Vaters Hause auf die Irrfahrt schickten, sprach ich zu ihr. 'Tu mir dies zuliebe! Wohin wir kommen, sag von mir: Es ist mein Bruder.'" Gen 20:14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Sklaven und Mägde und gab sie Abraham; auch gab er ihm sein Weib Sara heraus. Gen 20:15 Und Abimelech sprach: "Mein Land steht dir offen. Laß dich nieder, wo es dir beliebt!" Gen 20:16 Zu Sara aber sprach er: "Ich schenke deinem Bruder tausend Silberstücke. Dies sei dir Ersatz für alles, was dir, deinen Knechten und Mägden widerfahren ist." Gen 20:17 Abraham aber betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech, sein Weib und seine Mägde, daß sie Geburten hatten; Gen 20:18 denn der Herr hatte jeden Schoß in Abimelechs Hause wegen Sara, des Weibes Abrahams, verschlossen. Gen 21:1 Der Herr aber hatte Sara heimgesucht, wie er verheißen. Und der Herr tat an Sara, wie er vorausgesagt hatte. Gen 21:2 Und Sara war guter Hoffnung und gebar einen Sohn dem Abraham in seinem Greisenalter um die Zeit, die Gott vorausgesagt hatte. Gen 21:3 Und Abraham nannte seinen neugeborenen Sohn, den ihm die Sara gebar, Isaak. Gen 21:4 Und Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, wie ihm Gott befohlen hatte. Gen 21:5 Abraham aber war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren ward. Gen 21:6 Da sprach Sara: "Zum Scherze hat mich Gott gemacht. Wer davon hört, scherzt über mich." Gen 21:7 Und sie sprach: "Wer hätte Abraham zugeflüstert: 'Sara stillt Kinder noch?' Nun habe ich ihm doch noch einen Sohn in seinem Greisenalter geboren." Gen 21:8 Und das Kind wuchs und wurde entwöhnt, und Abraham bereitete ein großes Mahl an dem Tag, an dem Isaak entwöhnt ward. Gen 21:9 Sara aber sah den Sohn der Ägypterin Hagar, den sie Abraham geboren, wie er seinen Spott trieb. Gen 21:10 Da sprach sie zu Abraham: "Jage diese Magd und ihren Sohn fort! Denn dieser Magd Sohn soll nicht mit Isaak, meinem Sohn, erben!" Gen 21:11 Dies Wort aber betrübte Abraham heftig wegen seines Sohnes. Gen 21:12 Doch Gott sprach zu Abraham: "Nicht um den Knaben sei's dir leid und nicht um deine Magd! In allem, was dir Sara sagt, höre auf ihre Stimme! Nur wer von Isaak stammt, trägt deines Stammes Namen. Gen 21:13 Doch mache ich zu einem Volke auch den Sohn der Magd; auch er ist ja dein Sproß." Gen 21:14 Da nahm Abraham am anderen Morgen früh Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab es Hagar; das Kind legte er auf ihre Schultern und schickte sie fort. Da zog sie hin und verirrte sich in der Wüste Beerseba. Gen 21:15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende ging, ließ sie das Kind unter einem der Sträucher liegen, Gen 21:16 ging fort und saß für sich, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: "Ich kann nicht ansehen, wie das Kind stirbt." So saß sie abseits, erhob ihre Stimme und weinte. Gen 21:17 Gott aber hörte ihr Gebet um den Knaben, und Gottes Engel rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: "Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! Gott hat ja dein Gebet um den Knaben gehört, wo immer er ist. Gen 21:18 Auf! Nimm den Knaben! Fasse durch ihn wieder Mut! Ich will ihn ja zu einem großen Volke machen." Gen 21:19 Und Gott tat ihr die Augen auf, und sie erblickte einen Wasserquell. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. Gen 21:20 Und Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und wohnte in der Wüste und war ein Meister mit dem Bogen. Gen 21:21 Er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter besorgte ihm ein Weib aus dem Ägypterlande. Gen 21:22 In jener Zeit redeten Abimelech und sein Heerführer Pikol mit Abraham: "Gott ist mit dir in allem, was du tust. Gen 21:23 Nun schwöre mir hier bei Gott, daß du weder mich noch meinen Schoß und Sproß schädigest, sondern Güte, wie ich an dir geübt, auch an mir üben willst, desgleichen an dem Lande, in dem du zu Gast weilst!" Gen 21:24 Da sprach Abraham: "Ich schwöre es." Gen 21:25 Abraham aber stellte Abimelech zur Rede wegen des Wasserbrunnens, den Abimelechs Knechte weggenommen hatten. Gen 21:26 Abimelech aber sprach: "Ich weiß nicht, wer dies getan; du hast mir nichts gesagt, noch habe ich bis heute davon gehört." Gen 21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie schlossen einen Vertrag miteinander. Gen 21:28 Abraham aber stellte die sieben Lämmer der Herde besonders. Gen 21:29 Da sprach Abimelech zu Abraham: "Was sollen diese sieben Lämmer, die du besonders stellst?" Gen 21:30 Er sprach: "Die sieben Lämmer mußt du von mir nehmen, damit sie mir als Zeugnis dienen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe." Gen 21:31 Diese Stätte heißt daher Beerseba ("Schwurbrunnen"); denn dort haben sie einander zugeschworen. Gen 21:32 So schlossen sie einen Vertrag zu Beerseba. Alsdann brachen Abimelech und sein Heerführer Pikol auf und kehrten in das Philisterland zurück. Gen 21:33 Er aber pflanzte eine Tamariske zu Beerseba und rief dort den Namen des Herrn an, eines ewigen Gottes. Gen 21:34 Und Abraham weilte lange zu Gast im Philisterland. Gen 22:1 Nach diesen Begebnissen war es; da versuchte Gott den Abraham. Er sprach zu ihm: "Abraham!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 22:2 Da sprach er: "Nimm deinen einzigen Sohn, den du so liebst, den Isaak, und zieh ins Morialand ("Ölbaumland") und bring ihn zum Brandopfer dort dar, auf einem jener Berge, den ich dir bezeichnen werde!" Gen 22:3 Da sattelte Abraham frühmorgens seinen Esel, nahm seine beiden Diener samt seinem Sohne Isaak mit, spaltete Holzscheite zum Brandopfer, brach auf und zog nach der Stätte, von der ihm Gott gesprochen. Gen 22:4 Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen; da sah er von weitem die Stätte. Gen 22:5 Da sprach Abraham zu seinen Dienern: "Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, anzubeten. Wir kommen dann wieder zu euch." Gen 22:6 Und Abraham nahm das Opferholz und legte es seinem Sohne Isaak auf; er aber nahm Feuer und Messer mit. So zogen sie beide zusammen dahin. Gen 22:7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham; er sprach: "Mein Vater!" Er sprach: "Mein Sohn, hier bin ich." Er sprach: "Da ist Feuer und Holz. Aber wo ist das Schaf zum Opfer?" Gen 22:8 Da sprach Abraham: "Gott ersieht sich schon das Schaf zum Opfer, mein Sohn." So zogen sie beide zusammen dahin. Gen 22:9 Und sie kamen zu dem Ort, von dem ihm Gott gesprochen. Dort baute Abraham einen Altar und schichtete das Holz. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar auf das Holz. Gen 22:10 Dann streckte Abraham seine Hand aus und griff nach dem Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Gen 22:11 Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her und sprach: "Abraham! Abraham!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 22:12 Er sprach: "Leg deine Hand nicht an den Knaben! Tu ihm nichts! Jetzt weiß ich: Du bist gottesfürchtig; du verweigerst mir ja selbst deinen einzigen Sohn nicht." Gen 22:13 Und Abraham erhob seine Augen und sah hin; da hatte sich hinter ihm ein Widder mit den Hörnern im Dickicht verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn an seines Sohnes Statt zum Opfer dar. Gen 22:14 Und Abraham nannte diesen Ort: "Der Herr sorgt", so wie man noch sagt: "Auf dem Berg des Herrn ist man versorgt." Gen 22:15 Und des Herrn Engel rief Abraham ein zweitesmal vom Himmel her Gen 22:16 und sprach: "Ich leiste bei mir selber einen Schwur" - ein Spruch des Herrn -: "Weil du dies getan und deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert, Gen 22:17 so gebe ich dir meinen Segen und mache deinen Stamm so zahlreich wie des Himmels Sterne und wie den Sand am Meeresufer. Dein Stamm soll seiner Feinde Tor erobern! Gen 22:18 Der Erde Völker alle sollen sich mit deinem Stamme segnen zum Lohn dafür, daß du auf meine Stimme hast gehört." Gen 22:19 Und Abraham kehrte zu seinen Dienern zurück; sie brachen auf und zogen miteinander nach Beerseba. Und Abraham blieb in Beerseba wohnen. Gen 22:20 Nach diesen Begebnissen geschah es, daß man Abraham meldete: "Auch Milka hat deinem Bruder Nachor Söhne geboren: Gen 22:21 Uz, seinen Erstgeborenen, und seinen Bruder Buz und Kemuel, den Vater Arams, Gen 22:22 und Kesed, Chazo, Pildas, Jidlaph sowie Betuel." Gen 22:23 Betuel aber hatte Rebekka gezeugt. Diese acht hatte Milka dem Nachor, Abrahams Bruder, geboren. Gen 22:24 Er hatte auch ein Nebenweib namens Rëuma; sie gebar Tebach, Gacham, Tachas und Maaka. Gen 23:1 Die Lebensjahre Saras betrugen 127 Jahre; das sind die Lebensjahre Saras. Gen 23:2 Und Sara starb zu Kirjat Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Und Abraham kam, Sara zu beklagen und zu beweinen. Gen 23:3 Dann erhob sich Abraham von dem Leichnam weg und sprach zu den Söhnen Chets also: Gen 23:4 "Als Gast und Beisaß bin ich bei euch. Gebt mir bei euch doch ein Erbgrab, daß ich meine Tote aus dem Hause bringe und begrabe!" Gen 23:5 Und die Söhne Chets antworteten Abraham also: Gen 23:6 "Nein! Hör uns an, Herr! Ein Gottesfürst bist du in unserer Mitte. Begrabe deine Tote im besten unserer Gräber. Keiner von uns wird dir sein Grab verweigern, deine Tote darin zu bestatten." Gen 23:7 Da erhob sich Abraham, neigte sich vor den Landeskindern, den Söhnen Chets Gen 23:8 und redete also mit ihnen: "Ist es euch genehm, daß ich meine Tote aus dem Hause bringe und begrabe, so hört mich an! Legt Fürsprache für mich ein bei Ephron, Sochars Sohn, Gen 23:9 daß er mir die Höhle der Makpela lasse, die ihm gehört und am Rande seines Feldes liegt! Um vollen Preis lasse er sie mir in eurer Mitte zum Erbbegräbnis!" Gen 23:10 Ephron aber hatte einen Sitz unter den Söhnen Chets. So antwortete der Chittiter Ephron dem Abraham laut vor den Söhnen Chets, vor allen, die Zutritt zum Tore seiner Stadt hatten, also: Gen 23:11 "Nicht so, Herr! Hör mich an: Dieses Feld schenke ich dir; ich schenke dir auch die Höhle, die darauf ist. Vor meiner Volksgenossen Augen schenke ich sie dir. Begrabe deine Tote!" Gen 23:12 Da neigte sich Abraham vor den Landeskindern Gen 23:13 und sprach zu Ephron laut vor den Landeskindern also: "Ach, möchtest du mir Gehör schenken! Ich zahle den Preis des Feldes. Nimm ihn von mir an, daß ich dort meine Tote begraben kann!" Gen 23:14 Da antwortete Ephron dem Abraham also: Gen 23:15 "Nicht doch, mein Herr! Hör mich an! Ein Feld! Vierhundert Silberringe, was hat dies unter uns zu sagen? Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:16 Und Abraham hörte auf Ephron. So wog Abraham dem Ephron den Preis dar, von dem er im Beisein der Söhne Chets gesprochen: vierhundert Silberringe Kaufsilber. Gen 23:17 So ward Ephrons Feld, das in der Makpela gegenüber Mamre lag, das Feld samt der Höhle darin und allen Bäumen auf dem Feld und in seinem ganzen Umkreise Gen 23:18 rechtskräftig Abrahams Eigentum im Beisein der Söhne Chets, all derer, die Zutritt zum Tore seiner Stadt hatten. Gen 23:19 Danach begrub Abraham sein Weib Sara in der Höhle des Feldes der Makpela gegenüber Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Gen 23:20 So ward das Feld mit der Höhle darin rechtskräftig des Abraham Erbbegräbnis unter Zustimmung der Söhne Chets. Gen 24:1 Abraham aber war alt und hochbetagt geworden, und der Herr hatte Abraham in allem gesegnet. Gen 24:2 Da sprach Abraham zu seinem Knecht, seinem Hausältesten, der über all seinem Eigentume waltete: "Lege deine Hand unter meine Lende! Gen 24:3 Ich lasse dich schwören beim Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib freiest von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Mitte ich wohne. Gen 24:4 Nein! Du ziehst in mein Land und zu meiner Verwandtschaft und freist für Isaak, meinen Sohn, ein Weib." Gen 24:5 Da sprach der Knecht zu ihm: "Wenn mir aber das Weib in dies Land nicht folgen will? Soll ich dann deinen Sohn in jenes Land, aus dem du gezogen, wieder zurückbringen?" Gen 24:6 Da sprach Abraham zu ihm: "Hüte dich, meinen Sohn dorthin zurückzubringen! Gen 24:7 Der Herr, des Himmels Gott, der mich aus meinem Vaterhaus und meinem Heimatland geholt und der zu mir geredet und mir feierlich geschworen: 'Ich gebe deinem Stamme dies Land', derselbe sendet seinen Engel vor dir her, daß du ein Weib dorther für meinen Sohn freiest. Gen 24:8 Und sollte dir das Weib nicht folgen, dann bist du dieses Eides ledig. Doch keinesfalls darfst du meinen Sohn dorthin verbringen." Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Lende seines Herrn Abraham und schwur ihm auf dies Wort. Gen 24:10 Dann nahm der Knecht zehn Kamele von seines Herrn Kamelen und schickte sich zur Abreise an, im Besitz der Vollmacht über das ganze Vermögen seines Herrn. So brach er auf und zog nach Aram Naharaim ("Syrien der beiden Ströme"), zu der Stadt Nachors. Gen 24:11 Da ließ er die Kamele draußen vor der Stadt am Brunnen lagern, zur Abendzeit, um die Zeit, wann die Weiber zum Wasserholen herauskommen. Gen 24:12 Er sprach: "Herr, du Gott Abrahams, meines Herrn! Laß es mir heute glücken und zeige dich gnädig gegen Abraham, meinen Herrn! Gen 24:13 Hier stehe ich am Wasserquell; der Stadtleute Töchter kommen jetzt zum Wasserschöpfen. Gen 24:14 Das Mädchen nun sei es, dem ich sage: 'Neige deinen Krug, auf daß ich trinke!' und das antwortet: 'Trink! Und auch deine Kamele will ich tränken.' Sie hast du für deinen Knecht Isaak bestimmt, und an ihr erkenne ich, daß du Huld an meinem Herrn geübt." Gen 24:15 Noch hatte er nicht ausgeredet, da kam Rebekka heraus, die dem Betuel, dem Sohne Milkas, des Weibes Nachors, Abrahams Bruders, geboren war, mit ihrem Krug auf der Schulter. Gen 24:16 Das Mädchen war überaus schön, eine Jungfrau, die noch keinen Mann erkannt hatte. Sie stieg zum Quell hinab, füllte ihren Krug und stieg heraus. Gen 24:17 Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: "Laß mich aus deinem Krug ein wenig Wasser schlürfen!" Gen 24:18 Sie sprach:"Trink, mein Herr!", und geschwind ließ sie den Krug auf die Hand nieder und gab ihm zu trinken. Gen 24:19 Als sie ihn hatte genug trinken lassen, sprach sie: "Ich will auch deinen Kamelen schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben." Gen 24:20 Und eilends goß sie ihren Krug in die Tränkrinne, lief wieder zum Brunnen, Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele. Gen 24:21 Der Mann aber sah ihr zu, gespannt zu erfahren, ob der Herr ihm seine Reise habe glücken lassen oder nicht. Gen 24:22 Wie sich nun die Kamele sattgetrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Stirnring, einen halben Ring schwer, und legte zwei Armspangen an die Arme, zehn Ringe Goldes schwer. Gen 24:23 Und er sprach: "Wessen Tochter bist du? Sag mir's doch! Ist wohl Platz in deines Vaters Haus für uns zum Übemachten?" Gen 24:24 Sie sprach zu ihm: "Ich bin die Tochter des Betuel, den Milka dem Nachor einst geboren hat." Gen 24:25 Dann sprach sie zu ihm: "Stroh und Futter haben wir in Menge sowie Platz zum Übernachten." Gen 24:26 Da neigte sich der Mann, warf sich vor dem Herrn nieder und sprach: Gen 24:27 "Gepriesen sei der Herr, meines Herrn Abraham Gott, der seine Huld und Treue meinem Herrn nicht vorenthalten! Ich bin da auf dem rechten Wege; mich hat der Herr zum Haus der Brüder meines Herrn geführt." Gen 24:28 Das Mädchen aber lief und berichtete im Hause ihrer Mutter dies Begebnis. Gen 24:29 Rebekka aber hatte einen Bruder namens Laban; Laban lief nun zu dem Mann an den Quell hinaus. Gen 24:30 Kaum hatte er aber den Stirnring und die Spangen an den Armen seiner Schwester gesehen und seiner Schwester Rebekka Bericht vernommen: "So hat der Mann zu mir gesprochen", kam er schon zu dem Manne, dieser aber stand noch bei den Kamelen an dem Quell. Gen 24:31 Er sprach: "Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du da draußen? Habe ich doch das Haus aufgeräumt und Platz für die Kamele gemacht." Gen 24:32 So brachte der Mann die Kamele ins Haus und schirrte sie ab; dann brachte jener Stroh und Futter für die Kamele und Wasser zum Füßewaschen für ihn und die Männer bei ihm. Gen 24:33 Dann setzte man ihm zu essen vor; er aber sprach: "Ich esse nicht eher, als bis ich meine Sache vorgebracht." Sie sagten: "So rede!" Gen 24:34 Er sprach: "Ich bin Abrahams Knecht. Gen 24:35 Reich gesegnet hat der Herr meinen Herrn, daß er zu großem Wohlstande gelangte. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold geschenkt, Sklaven, Mägde, Kamele und Esel. Gen 24:36 Nun gebar auch Sara, meines Herrn Weib, meinem Herrn einen Sohn noch nach ihrem Altern. Ihm übergab er seinen ganzen Besitz. Gen 24:37 Nun ließ mich mein Herr also schwören: 'Du darfst für meinen Sohn kein Weib freien von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne. Gen 24:38 Nein! Du ziehst zu meines Vaters Haus und zu meiner Sippe und freist meinem Sohne ein Weib.' Gen 24:39 Da sprach ich zu meinem Herrn: 'Wenn aber das Weib mir nicht folgen will?' Gen 24:40 Da sagte er zu mir: 'Der Herr, vor dessen Antlitz ich gewandelt, wird seinen Engel mit dir senden; dann läßt er deine Reise wohl gelingen, und du freist meinem Sohne ein Weib aus meiner Sippe, und zwar aus meines Vaters Haus. Gen 24:41 Nur dann sollst du meines Eides ledig sein. Kommst du zu meiner Sippe und geben sie dir nichts, dann bist du meines Eides ledig.' Gen 24:42 Nun kam ich heute zum Quell; da sprach ich: Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Läßt du mir meine Reise, die ich unternommen, wohl gelingen? Gen 24:43 Hier stehe ich am Wasserquell. Nun sei es das junge Mädchen, das zum Schöpfen kommt und das ich anrede: 'Laß mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!' Gen 24:44 und das mir sagt: 'Trink du selber! Und auch den Kamelen will ich schöpfen!' Sie ist das Weib, das der Herr dem Sohne meines Herrn bestimmt hat. Gen 24:45 Kaum hatte ich so bei mir geschlossen, da kam Rebekka heraus, den Krug auf der Schulter, stieg zum Quell hinab und schöpfte. Ich sprach zu ihr: 'Gib mir zu trinken!' Gen 24:46 Da ließ sie eilends ihren Krug herab und sprach: 'Da! Trink! Und auch deine Kamele will ich tränken.' Da trank ich, und da tränkte sie auch die Kamele. Gen 24:47 Nun fragte ich sie und sprach: 'Wessen Tochter bist du?' Sie sprach: 'Die Tochter des Nachorsohnes Betuel, den jenem Milka einst geboren.' Da legte ich den Ring ihr an die Stirn und die Spangen an die Arme. Gen 24:48 Alsdann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries den Herrn, meines Herrn Abraham Gott, der mich auf rechten Weg geführt, die Tochter eines Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu freien. Gen 24:49 Wollt ihr nun Liebe und Treue meinem Herrn erweisen, so sagt es mir! Wo nicht, so sagt's mir auch, daß ich mich zur Rechten oder Linken wende!" Gen 24:50 Da antworteten Laban und Betuel und sprachen: "Das kommt vom Herrn; wir können weder gut noch übel dich bescheiden. Gen 24:51 Rebekka steht dir zur Verfügung. Nimm sie und geh, daß sie dem Sohne deines Herrn zum Weibe werde, wie der Herr gesagt!" Gen 24:52 Als Abrahams Knecht ihre Worte hörte, warf er sich vor dem Herrn auf die Erde nieder. Gen 24:53 Dann zog der Knecht silberne und goldene Geräte und Gewänder hervor und schenkte sie Rebekka; ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er Kleinodien. Gen 24:54 Sie aßen nun und tranken, er und die Männer bei ihm und blieben über Nacht. Am anderen Morgen, als sie aufstanden, sprach er: "Entlaßt mich zu meinem Herrn!" Gen 24:55 Da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: "Laß noch das Mädchen einige Tage oder doch wenigstens zehn bei uns! Dann mag sie ziehen." Gen 24:56 Da sprach er zu ihnen: "Haltet mich nicht auf! Der Herr hat meine Reise glücken lassen. Entlasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe!" Gen 24:57 Sie sprachen: "Wir wollen das Mädchen rufen und sie selbst befragen." Gen 24:58 Da riefen sie Rebekka und sprachen zu ihr: "Willst du mit diesem Manne ziehen?" Sie sagte: "Ja!" Gen 24:59 Da ließen sie ihre Schwester Rebekka mit ihrer Amme ziehen, ebenso den Knecht Abrahams mit seinen Leuten. Gen 24:60 Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: "Unsere Schwester, werde du zu ungezählten Tausenden! Mögen deine Nachkommen das Tor ihrer Hasser besetzen!" Gen 24:61 Dann brach Rebekka mit ihren Mägden auf; sie ritten auf den Kamelen und folgten dem Manne. So nahm der Knecht Rebekka und zog von dannen. Gen 24:62 Isaak aber war vom Brunnen Lachaj Roi ("des Lebenden Trost") hergekommen. Er wohnte nunmehr im Südland. Gen 24:63 Nun ging Isaak zum Betrachten bei Abendanbruch aufs Feld hinaus. Wie er aber die Augen erhob, kamen Kamele daher. Gen 24:64 Auch Rebekka erhob ihre Augen und erblickte Isaak. Da beugte sie sich vom Kamele herab, Gen 24:65 und sprach zu dem Knechte: "Wer ist der Mann da drüben, der uns auf dem Felde entgegenkommt?" Der Knecht sprach: "Das ist mein Herr." Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Gen 24:66 Der Knecht aber erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Gen 24:67 Da führte Isaak sie in seiner Mutter Sara Zelt. Er freite Rebekka, und sie ward sein Weib, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak über seiner Mutter Verlust. Gen 25:1 Abraham aber nahm nochmals ein Weib, namens Ketura. Gen 25:2 Und sie gebar ihm Zimran, Joksan, Medan, Midian, Isbak und Suach. Gen 25:3 Joksan aber hatte Seba und Dedan gezeugt, und Dedans Söhne wurden zu Asuritern, Letusitern und Lëumitern. Gen 25:4 Und Midians Söhne sind Epha, Epher, Chanok, Abida und Eldaa; all dies sind Söhne der Ketura. Gen 25:5 Dann übergab Abraham all sein Eigentum dem Isaak. Gen 25:6 Den Nebenweibersöhnen aber, die Abraham besaß, hatte Abraham Geschenke gegeben; er ließ sie zugunsten seines Sohnes Isaak, noch bei seinen Lebzeiten, ostwärts ins Ostland ziehen. Gen 25:7 Dies ist der Lebensjahre Abrahams Dauer, die er durchlebte, 175 Jahre. Gen 25:8 Und Abraham verschied und starb in schönem Alter, alt und lebenssatt, und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt. Gen 25:9 Ihn begruben seine Söhne Isaak und Ismael in der Höhle der Makpela, auf des Chittiters Ephrons, des Socharsohnes, Feld, Mamre gegenüber, Gen 25:10 auf dem Feld, das Abraham von Chets Söhnen gekauft. Dort waren Abraham und sein Weib Sara begraben worden. Gen 25:11 Nach Abrahams Tode segnete Gott seinen Sohn Isaak; Isaak aber wohnte bei dem Brunnen Lachaj Roi ("des Lebenden Trost"). Gen 25:12 Dies ist die Geschlechterfolge des Abrahamsohnes Ismael den die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren hat. Gen 25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihren Namen und ihrem Stammbaum: Ismaels Erstgeborener Nebajot, Kedar, Adbeel, Mibsam, Gen 25:14 Misma, Duma, Massa, Gen 25:15 Chadad, Tema, Jetur, Naphis und Kedma. Gen 25:16 Dies sind die Söhne Ismaels und dies ihre Namen nach ihren Gehöften und Zeltlagern, zwölf Fürsten nach ihren Stammverbänden. Gen 25:17 Und dies war Ismaels Lebensdauer: 137 Jahre; da verschied er. Er starb und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt. Gen 25:18 Sie lagerten von Chavila bis Schur, östlich von Ägypten und bis gen Assur hin. Er fiel zu Lebzeiten all seiner Brüder. Gen 25:19 Dies ist die Geschlechterfolge des Abrahamsohnes Isaak: Abraham hat Isaak gezeugt. Gen 25:20 Isaak aber war 40 Jahre alt, als er sich Rebekka, des Aramäers Betuel Tochter, aus Paddan Aram, die Schwester des Aramäers Laban, zum Weibe nahm. Gen 25:21 Isaak aber flehte zum Herrn für sein Weib, weil es unfruchtbar war. Und der Herr ließ sich von ihm erbitten, und so ward sein Weib Rebekka guter Hoffnung. Gen 25:22 Aber die Kinder rannten einander in ihrem Leibe an. Da sprach sie: "Steht's so, warum trifft es gerade mich?" Und sie ging den Herrn befragen. Gen 25:23 Da sprach der Herr zu ihr: "Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zwei Stämme scheiden sich aus deinem Schoße. Ein Stamm beherrscht den anderen; lang wird der jüngere dienstbar sein." Gen 25:24 Als ihre Zeit kam zum Gebären, da waren Zwillinge in ihrem Leib. Gen 25:25 Der erste, rötlich, kam wie ein haariger Mantel hervor, und man nannte ihn Esau. Gen 25:26 Danach kam sein Bruder hervor, und er hielt mit seiner Hand die Ferse Esaus. So nannte man ihn Jakob. Isaak aber war 60 Jahre alt, als sie geboren wurden. Gen 25:27 Die Knaben wuchsen nun heran. Esau ward ein tüchtiger Jäger, ein Mann der Steppe; Jakob aber war ein schlichter Mann, der bei den Zelten blieb. Gen 25:28 Isaak aber liebte Esau; denn er sprach gern von der Jagd. Rebekka aber liebte Jakob. Gen 25:29 Einst kochte Jakob ein Gericht; da kam Esau ganz erschöpft aus der Steppe. Gen 25:30 Und Esau sprach zu Jakob: "Laß mich doch eilends von dieser roten Zukost genießen! Denn ich bin erschöpft." Deshalb nannte man ihn Edom ("den Roten"). Gen 25:31 Da sprach Jakob: "Verkaufe mir zuvor dein Erstgeburtsrecht!" Gen 25:32 Esau sprach: "Ich muß sonst sterben. Was nützt mir da die Erstgeburt?" Gen 25:33 Jakob sprach: "Schwöre mir zuvor!" Da schwur er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Gen 25:34 Jakob aber gab Esau Brot und das Linsengericht. Da aß er und trank, stand auf und ging von hinnen. So verscherzte Esau das Erstgeburtsrecht. Gen 26:1 Nun kam eine Hungersnot ins Land, eine andere als jene frühere zu Abrahams Zeiten. So zog Isaak zum Philisterkönig Abimelech nach Gerar. Gen 26:2 Da erschien ihm der Herr und sprach: "Zieh nicht nach Ägypten hinab! Bleib in dem Land, das ich dir anweise! Gen 26:3 Bleib in diesem Lande zu Gast! Und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Stamm gebe ich all diese Lande; dann erfülle ich den Schwur, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Gen 26:4 Dann mehre ich deinen Stamm wie des Himmels Sterne und gebe deinem Stamm all diese Lande. In deinem Stamm sollen sich der Erde Völker alle segnen, Gen 26:5 zum Lohn dafür, daß Abraham auf meine Stimme gehört hat; er befolgte mein Gebot, meine Satzungen, Gesetze und Vorschriften." Gen 26:6 So blieb Isaak zu Gerar. Gen 26:7 Als aber die Leute des Ortes nach seinem Weibe fragten, sprach er: "Sie ist nur meine Schwester"; denn er fürchtete sich zu sagen: "Sie ist mein Weib"; sonst könnten mich die Leute des Ortes umbringen; denn Rebekka ist schön. Gen 26:8 Als er längere Zeit dort gewesen war, geschah es, daß der Philisterkönig Abimelech zum Fenster hinausschaute. Da sah er Isaak mit seinem Weib Rebekka kosen. Gen 26:9 Da rief Abimelech den Isaak herbei und sprach: "Also dein Weib ist sie! Wie hast du sagen können: 'Sie ist meine Schwester!'?" Da sprach Isaak zu ihm: "Ich habe gedacht, ich müßte ihretwegen sterben." Gen 26:10 Abimelech sprach: "Was hast du uns da getan? Wie leicht hätte einer aus dem Volke deinem Weibe beiwohnen können. Dann hättest du Schuld über uns gebracht." Gen 26:11 Da gebot Abimelech allem Volke: "Wer diesen Mann und sein Weib berührt, soll des Todes sterben." Gen 26:12 Isaak aber säte in jenem Lande. Und er erntete in jenem Jahre hundert Speicher voll. So segnete der Herr ihn. Gen 26:13 Und so ward der Mann reich und immer reicher, bis er schwer reich geworden war. Gen 26:14 Er besaß Schaf- und Rinderherden und viel Arbeitsvieh. Da beneideten ihn die Philister. Gen 26:15 Und die Philister verschütteten alle Brunnen, die seines Vaters Knechte bei seines Vaters Abraham Lebzeiten gegraben, und füllten sie mit Erde. Gen 26:16 Und Abimelech sprach zu Isaak: "Zieh fort von uns! Du bist ja mächtiger geworden, als uns lieb." Gen 26:17 Und Isaak zog von da weg und lagerte sich im Tale von Gerar und wohnte da. Gen 26:18 Da grub Isaak die Wasserbrunnen wieder auf, die man in seines Vaters Abrahams Tagen gegraben und die nach Abrahams Tod die Philister verschüttet hatten, und benannte sie wieder mit den Namen, die ihnen sein Vater gegeben. Gen 26:19 Auch gruben Isaaks Knechte im Tale nach und fanden dort einen Brunnen fließenden Wassers. Gen 26:20 Die Hirten von Gerar aber stritten mit Isaaks Knechten und sprachen: "Unser ist das Wasser." Da nannte man den Brunnen Esek ("Streit"), weil sie dort gestritten hatten. Gen 26:21 Dann bohrten sie einen anderen Brunnen; aber auch um diesen stritten sie, und man nannte ihn Sitna ("Hader"). Gen 26:22 Er zog von dort weiter und grub einen anderen Brunnen. Um diesen stritten sie nicht mehr. Und er nannte ihn Rechobot ("Freiland") und sprach: "Nun hat der Herr uns freien Raum geschaffen, und wir können im Lande sorglos sein." Gen 26:23 Von dort zog er nach Beerseba hinauf. Gen 26:24 Und der Herr erschien ihm in selbiger Nacht und sprach: "Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Ich bin mit dir. Ich segne dich und mehre deinen Stamm um meines Dieners Abraham Willen." Gen 26:25 Und er erbaute dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Er schlug auch hier sein Zelt auf. Und Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen. Gen 26:26 Da kam Abimelech zu ihm aus Gerar, mit seinem Vertrauten Achuzat und seinem Heerführer Pikol. Gen 26:27 Da sprach Isaak zu ihnen: "Warum kommt ihr zu mir? Ihr hasset mich doch und jagtet mich von euch fort?" Gen 26:28 Sie sprachen: "Wir haben gesehen, daß der Herr mit dir ist. Da sagten wir: Zwischen uns und dir sei ein Eid! Wir wollen einen Bund mit dir schließen, Gen 26:29 daß du uns kein Übel tust, wie wir dich nicht angetastet, sondern dir bloß Gutes getan; wir entließen dich doch in Frieden. Du bist ja der Gesegnete des Herrn." Gen 26:30 Da gab er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Gen 26:31 Frühmorgens schwuren sie einander zu. Dann verabschiedete sie Isaak, und sie gingen von ihm in Frieden. Gen 26:32 Am selben Tage aber kamen Isaaks Knechte und machten ihm Meldung über den Brunnen, den sie gegraben; sie sagten zu ihm: "Wir haben Wasser gefunden." Gen 26:33 Da nannte er ihn Siba ("Schwur"); daher heißt die Stadt bis auf diesen Tag Beerseba. Gen 26:34 Als Esau 40 Jahre alt ward, heiratete er des Chittiters Beeri Tochter Judith, ebenso des Chittiters Elon Tochter Basemat. Gen 26:35 Sie waren ein schwerer Kummer für Isaak und Rebekka. Gen 27:1 Als Isaak nun alt geworden und seine Augen erblindet waren, rief er seinen älteren Sohn Esau und sprach zu ihm: "Mein Sohn!" Der sprach zu ihm: "Hier bin ich." Gen 27:2 Da sprach er: "Ich bin jetzt alt geworden und kann täglich sterben. Gen 27:3 Nimm nun dein Jagdgerät, dein Wehrgehänge und deinen Bogen! Gehe aufs Feld und jage mir ein Wild! Gen 27:4 Dann bereite mir Leckerbissen, wie ich sie liebe, und bringe sie zum Essen, auf daß dich meine Seele segne, bevor ich sterbe!" Gen 27:5 Rebekka aber hatte gelauscht, wie Isaak mit seinem Sohne Esau sprach. Esau ging nun aufs Feld, Wild zum Vorsetzen zu jagen. Gen 27:6 Da sprach Rebekka zu ihrem Sohne Jakob also: "Ich habe eben gehört, wie mit deinem Bruder Esau dein Vater redete und sprach: Gen 27:7 'Hol mir ein Wild und bereite mir Leckerbissen zum Essen! Dann segne ich dich mit des Herrn Zustimmung vor meinem Tode.' Gen 27:8 Nun, mein Sohn, folg meinem Rat, was ich dich heiße! Gen 27:9 Geh zum Kleinvieh! Hol mir von dort zwei schöne Ziegenböckchen, daß ich sie für deinen Vater zu Leckerbissen bereite, wie er's liebt! Gen 27:10 Dann bringst du sie deinem Vater zum Essen, auf daß er dich segne vor seinem Tode." Gen 27:11 Da sprach Jakob zu seiner Mutter Rebekka: "Aber mein Bruder Esau ist sehr stark behaart, indes ich glatt bin. Gen 27:12 Vielleicht betastet mich mein Vater; dann stehe ich vor ihm als Possenreißer da und bringe über mich nur Fluch, nicht Segen." Gen 27:13 Da sprach seine Mutter zu ihm: "Auf mich falle die Verfluchung, die dir gilt, mein Sohn! Folge meinem Rat! Geh hin und hol es mir!" Gen 27:14 Da ging er, holte und brachte es seiner Mutter, und seine Mutter bereitete Leckerbissen, wie sein Vater sie liebte. Gen 27:15 Dann holte Rebekka ihres ältesten Sohnes Esau Kleider, die sie im Hause drinnen hatte, und zog sie ihrem jüngeren Sohne Jakob an. Gen 27:16 Die Ziegenböckchenfelle aber hatte sie um seine Arme und seinen glatten Hals gelegt. Gen 27:17 Dann gab sie die Leckerbissen samt dem Brot, wie sie's bereitet hatte, ihrem Sohne Jakob in die Hand. Gen 27:18 So kam er zu seinem Vater und sprach: "Mein Vater!" Er antwortete: "Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?" Gen 27:19 Da sprach Jakob zu seinem Vater: "Ich bin dein Erstgeborener, Esau. Ich habe getan, wie du mir gesagt. Auf! Iß von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne!" Gen 27:20 Da sprach Isaak zu seinem Sohn: "Wie hast du's, mein Sohn, so schnell gefunden?" Er sprach: "Der Herr, dein Gott, hat es mir in den Weg laufen lassen." Gen 27:21 Da sprach Isaak zu Jakob: "Tritt näher, mein Sohn, daß ich dich betaste! Bist du wirklich mein Sohn Esau? Bist du's nicht?" Gen 27:22 Da trat Jakob näher zu seinem Vater Isaak. Er betastete ihn und sprach: "Die Stimme ist zwar Jakobs Stimme; die Arme aber sind Esaus Arme." Gen 27:23 Und er erkannte ihn nicht; denn seine Arme waren wie die seines Bruders Esau behaart. So gab er ihm den Segen. Gen 27:24 Er sprach: "Du bist also Esau, mein Sohn?" Er sprach: "Ja." Gen 27:25 Da sprach er: "So bring's mir her, daß ich von meines Sohnes Wildbret esse, damit dich meine Seele segne!" Da brachte er es ihm, und er aß; dann brachte er ihm Wein, und er trank. Gen 27:26 Nun sprach sein Vater Isaak zu ihm: "Tritt näher und küsse mich, mein Sohn!" Gen 27:27 Da trat er näher und küßte ihn. Da roch er den Duft seiner Kleider, segnete ihn und sprach: "Wahrhaftig, meines Sohnes Duft ist wie der Duft des Feldes, das der Herr gesegnet. Gen 27:28 Dir gebe Gott vom Himmelstau und von der Erde besten Früchten, des Kornes und des Weins die Fülle! Gen 27:29 Dir sollen Völker dienen und Stämme sich vor dir verneigen! Sei Herrscher aber deine Brüder! Die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir verneigen! Wer dich verflucht, der sei verflucht! Und wer dich segnet, sei gesegnet!" Gen 27:30 Wie aber Isaak den Segen über Jakob beendet und Jakob kaum seinen Vater Isaak verlassen, kam sein Bruder Esau von seiner Jagd. Gen 27:31 Er bereitete gleichfalls Leckerbissen und brachte sie seinem Vater. Er sprach zu seinem Vater: "Mein Vater richte sich auf und esse von seines Sohnes Wildbret auf daß deine Seele mich segne!" Gen 27:32 Da sprach sein Vater Isaak zu ihm: "Wer bist du?" Er sprach: "Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau." Gen 27:33 Da erschrak Isaak über alle Maßen und sprach: "Wer in aller Welt ist der gewesen, der ein erjagtes Wild mir brachte, daß ich gehörig aß, bevor du kamst? Ihn segnete ich, und gesegnet wird er bleiben." Gen 27:34 Wie Esau die Worte seines Vaters vernahm, schrie er überlaut und bitterlich und sprach zu seinem Vater: "Mein Vater, segne auch mich!" Gen 27:35 Er sprach: "Dein Bruder ist mit List gekommen, und so nahm er dir deinen Segen." Gen 27:36 Da sprach er: "Heißt man ihn nicht Jakob? Schon zum zweitenmal betrog er mich. Mein Erstgeburtsrecht hat er genommen; jetzt nimmt er mir auch den Segen." Dann sprach er: "Hast du mir keinen Segen aufbewahrt?" Gen 27:37 Darauf erwiderte Isaak und sprach zu Esau: "Ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt. All seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gegeben und ihn mit Korn und Most belehnt. Was in aller Welt kann ich dir tun, mein Sohn?" Gen 27:38 Da sprach Esau zu seinem Vater: "Hast du nur den einen Segen, mein Vater? Mein Vater, segne doch auch mich!" und Esau fing laut zu weinen an. Gen 27:39 Darauf hub sein Vater Isaak an und sprach zu ihm: "Fern von der Erde edlen Frucht wird dein Wohnsitz sein, und fern vom Tau des Himmels droben. Gen 27:40 Von deinem Schwerte wirst du leben und deinem Bruder dienstbar sein, nur wenn du heimatlos umherschweifest, dann hältst du deinem Nacken fern sein Joch." Gen 27:41 So ward Esau dem Jakob feind wegen des Segens, den ihm sein Vater gegeben. Und Esau dachte bei sich: "Kommen die Trauertage um meinen Vater, dann töte ich meinen Bruder Jakob." Gen 27:42 Der Rebekka verriet sich aber das Vorhaben ihres älteren Sohnes Esau. So sandte sie hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sprach zu ihm: "Siehe, dein Bruder Esau sinnt auf Rache gegen dich und will dich töten. Gen 27:43 So folge meinem Rat, mein Sohn! Brich auf und mach, daß du geschwind zu meinem Bruder Laban nach Charan kommst! Gen 27:44 Dann bleibe eine Zeit bei ihm, bis sich deines Bruders Groll legt! Gen 27:45 Läßt dann deines Bruders Zorn von dir ab und vergißt er, was du ihm getan, dann sende ich und lasse dich von dort holen. Warum soll ich euch beide an einem Tag verlieren?" Gen 27:46 Und Rebekka sprach zu Isaak: "Ich bin des Lebens überdrüssig der Töchter Chets wegen. 47 Holt sich auch Jakob ein Weib von den Töchtern Chets, wie diese da aus des Landes Töchtern, wozu lebte ich noch?" Gen 28:1 Da rief Isaak den Jakob, segnete ihn, beschied ihn und sprach zu ihm: "Du darfst kein Weib aus Kanaans Töchtern freien! Gen 28:2 Mach dich auf und zieh nach Paddan Aram, zum Haus der Betuel, des Vaters deiner Mutter, und freie dir dort ein Weib, eine der Töchter Labans, deines Mutterbruders! Gen 28:3 Gott, der Allmächtige, segne dich, mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du zu einer Menge Völker werdest! Gen 28:4 Er verleihe dir Abrahams Segen, dir und deinem Stamme nach dir, daß du deiner Pilgerschaft Land zu eigen bekommst, das Gott dem Abraham verliehen!" Gen 28:5 So entließ Isaak den Jakob, und er zog nach Paddan Aram zu Betuels Sohn Laban, dem Aramäer, dem Bruder der Rebekka, der Mutter Jakobs und Esaus. Gen 28:6 Esau aber hatte bemerkt, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Paddan Aram gesandt, sich dort ein Weib zu holen, und daß er ihn segnete und so beschied: 'Du darfst kein Weib aus Kanaans Töchtern nehmen', Gen 28:7 und daß Jakob auf seinen Vater und seine Mutter hörte und nach Paddan Aram ging. Gen 28:8 Da merkte Esau, daß Kanaans Töchter seinem Vater Isaak mißfielen. Gen 28:9 So ging Esau zu Ismael und nahm Machalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zu seinen Weibern hin sich zum Weibe. Gen 28:10 Jakob aber zog von Beerseba aus und wanderte nach Charan. Gen 28:11 Und er kam an eine gewisse Stätte und übernachtete hier, weil die Sonne unterging. Er nahm einen von den Steinen der Stätte und machte ein Lager für sein Haupt und legte sich an dieser Stätte schlafen. Gen 28:12 Da träumte ihm: Auf der Erde stand eine Treppe, deren Spitze bis zum Himmel reichte, und darauf stiegen die Engel Gottes auf und ab. Gen 28:13 Da stand auch der Herr vor ihn, und sprach: "Ich bin der Herr, der Schutzgott deines Vaters Abraham und Isaaks; das Land, auf dem du ruhst, das gebe ich dir und deinem Stamme. Gen 28:14 Dann wird dein Stamm dem Staub der Erde gleich; nach Westen, Osten, Norden, Süden breitest du dich aus. Dann segnen sich in dir der Erde Geschlechter alle, sowie in deinem Stamme. Gen 28:15 Fürwahr, ich bin mit dir und hüte dich allüberall, wohin du gehst. Dann bringe ich dich auch zu diesem Boden wieder. Denn ich verlasse nimmer dich, bis ich vollbracht, was ich dir jetzt verheißen." Gen 28:16 Da erwachte Jakob aus seinem Schlafe und sprach: "Wahrlich, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht." Gen 28:17 Und er erschauerte und sprach: "Wie schauervoll ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und jenes ist die Himmelspforte." Gen 28:18 Frühmorgens nahm Jakob den Stein, den er zum Kopfpolster gemacht, stellte ihn als Malstein auf und goß Öl oben darauf. Gen 28:19 Und er nannte jenen Ort Betel ("Gotteshaus"); vorher aber hieß die Stadt Luz. Gen 28:20 Und Jakob machte ein Gelübde und sprach: "Ist Gott mit mir und behütet er mich auf dem Wege, den ich gehen muß, und gibt er mir Brot zur Nahrung und Kleider zur Bedeckung Gen 28:21 und kehre ich heil zu meines Vaters Haus heim, dann ist der Herr mir zum Schutzgott, Gen 28:22 und dieser Stein, den ich als Malstein aufgestellt, wird ein Gotteshaus, und alles, was Du mir geben wirst, will ich Dir getreulich verzehnten." Gen 29:1 Da machte sich Jakob auf den Weg und wanderte ins Land der Söhne des Ostens. Gen 29:2 Er schaute aus; da war im Feld ein Brunnen, und drei Schafherden lagerten daran; denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken. Der Stein aber über dem Brunnenloch war groß. Gen 29:3 Waren nun alle Herden dort beisammen, dann wälzte man den Stein vom Brunnenloch und tränkte die Schafe. Dann brachte man den Stein für das Brunnenloch wieder an seine Stelle. Gen 29:4 Da sprach Jakob zu ihnen: "Brüder! Wo seid ihr her?" Sie sagten: "Aus Charan." Gen 29:5 Er sprach zu ihnen: "Kennt ihr Laban, Nachors Sohn?" Sie sprachen: "Jawohl!" Gen 29:6 Er sprach zu ihnen: "Geht's ihm auch gut?" Sie sprachen: "Ja! Und da kommt gerade seine Tochter Rachel mit den Schafen." Gen 29:7 Er sprach: "Noch ist's hoch am Tag und noch zu früh, das Vieh einzutreiben. Tränket die Schafe und weidet weiter!" Gen 29:8 Sie sprachen: "Wir können es nicht, bis alle Herden beisammen sind; dann wälzt man den Stein vom Brunnenloch, und wir tränken die Schafe." Gen 29:9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie war Hirtin. Gen 29:10 Wie nun Jakob Rachel, die Tochter seines Mutterbruders Laban, erblickt hatte und die Schafe seines Mutterbruders Laban, da trat Jakob herzu und wälzte den Stein vom Brunnenloch und tränkte seines Mutterbruders Laban Schafe. Gen 29:11 Dann küßte Jakob die Rachel und hob laut zu weinen an. Gen 29:12 Und Jakob erzählte der Rachel, er sei ein Bruder ihres Vaters und zwar ein Sohn Rebekkas. Da lief sie und erzählte es ihrem Vater. Gen 29:13 Wie Laban solche Kunde von seinem Schwestersohne Jakob vernahm, lief er ihm entgegen, umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus; jener aber erzählte Laban die ganze Geschichte. Gen 29:14 Und Laban sprach zu ihm: "So bist du also von meinem Bein und Fleisch." Als er einen Monat lang bei ihm war. Gen 29:15 sprach Laban zu Jakob: "Wolltest du, weil du mein Bruder bist, mir umsonst dienen? Sag mir: Was soll dein Lohn sein?" Gen 29:16 Nun hatte Laban zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere Rachel. Gen 29:17 Lea hatte glanzlose Augen, Rachel aber war schön von Gestalt und Antlitz. Gen 29:18 Und Jakob gewann Rachel lieb. Er sprach: "Ich diene dir sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter." Gen 29:19 Laban sprach: "Besser, ich gebe sie dir als einem fremden Mann. Bleib bei mir!" Gen 29:20 So diente Jakob um Rachel sieben Jahre, und sie dünkten ihm wie wenige Tage, weil er sie liebte. Gen 29:21 Dann sprach Jakob zu Laban: "Gib mir mein Weib! Denn meine Zeit ist um, daß ich sie heirate." Gen 29:22 Da lud Laban alle Männer des Ortes ein und bereitete ein Gastmahl. Gen 29:23 Als es Abend ward, nahm er seine Tochter Lea und führte sie ihm zu, und er wohnte ihr bei. Gen 29:24 Und Laban gab seine Magd Zilpa seiner Tochter Lea zur Magd. Gen 29:25 Am Morgen aber war es die Lea. Da sprach er zu Laban: "Was hast du mir da getan? Habe ich nicht um Rachel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?" Gen 29:26 Laban sprach:"An unserem Ort ist's nicht der Brauch, die jüngere vor der Älteren wegzugehen. Gen 29:27 Führe mit der einen die Woche zu Ende, dann werden wir dir auch die andere geben um den Dienst von weiteren sieben Jahren bei mir." Gen 29:28 Und Jakob tat so und führte mit der einen die Woche zu Ende. Dann gab Laban ihm seine Tochter Rachel zum Weib. Gen 29:29 Und Laban gab seiner Tochter seine Magd Bilha zur Magd. Gen 29:30 So wohnte er auch Rachel bei. Er liebte aber Rachel mehr als Lea, und so diente er bei ihm andere sieben Jahre. Gen 29:31 Wie nun der Herr sah, daß Lea nicht geliebt wurde, öffnete er ihren Mutterschoß; Rachel aber blieb unfruchtbar. Gen 29:32 So empfing Lea, gebar einen Sohn und nannte ihn Ruben ("Seht! Ein Sohn"); denn sie sprach: "Gesehen hat ja der Herr mein Elend. Nun wird mein Mann mich liebgewinnen. Gen 29:33 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Gehört hat ja der Herr, daß ich ungeliebt bin. Darum gab er mir auch diesen." Und sie nannte ihn Simeon ("Hörer"). Gen 29:34 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Nun endlich wird sich mein Mann mit mir verbinden; drei Söhne habe ich ihm geboren." Darum nannte man ihn Levi ("Verbinder"). Gen 29:35 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Endlich kann ich den Herrn lobpreisen." Darum nannte sie ihn Juda ("Lobpreiser"). Danach hörte sie mit Gebären auf. Gen 30:1 Als Rachel sah, daß sie dem Jakob kein Kind gebar, ward Rachel auf ihre Schwester neidisch. Sie sprach zu Jakob: "Schaff mir Kinder! Wenn nicht, dann sterbe ich." Gen 30:2 Da ging Jakob die Geduld gegenüber Rachel aus, und er sprach: "Bin ich an Gottes Statt, der dir die Leibesfrucht versagt?" Gen 30:3 Sie sprach: "Hier ist meine Magd Bilha. Wohne ihr bei, daß sie für meinen Schoß gebäre und auch ich durch sie zu Kindern komme!" Gen 30:4 So gab sie ihm ihre Magd Bilha zum Weib, und Jakob wohnte ihr bei. Gen 30:5 Bilha ward guter Hoffnung und gebar Jakob einen Sohn. Gen 30:6 Da sprach Rachel: "Mir hat Gott Recht verschafft; auch hat er auf meine Stimme gehört und mir einen Sohn geschenkt." Deshalb nannte sie ihn Dan ("Richter"). Gen 30:7 Wieder ward Bilha, Rachels Magd, guter Hoffnung und gebar einen zweiten Sohn. Gen 30:8 Da sprach Rachel: "Gotteskämpfe habe ich gekämpft mit meiner Schwester und habe gesiegt." Und sie nannte ihn Naphtali ("Kämpfer"). Gen 30:9 Als Lea sah, daß sie aufhörte zu gebären, nahm sie ihre Magd Zilpa und gab sie Jakob zum Weib. Gen 30:10 Und Leas Magd Zilpa gebar Jakob einen Sohn. Gen 30:11 Da sprach Lea: "Glück auf!" Und sie nannte ihn Gad ("Glück"). Gen 30:12 Und Leas Magd Zilpa gebar Jakob einen zweiten Sohn. Gen 30:13 Da sprach Lea: "Heil mir! Mich preisen Töchter glücklich." Und sie nannte ihn Asser ("Heil"). Gen 30:14 Ruben ging in den Tagen der Weizenernte aus und fand auf dem Felde Liebesäpfel und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sprach Rachel zu Lea: "Gib mir doch von deines Sohnes Liebesäpfeln!" Gen 30:15 Sie sprach zu ihr: "lst's nicht genug, daß du meinen Mann wegnimmst, mußt du nun auch noch die Liebesäpfel meines Sohnes wegnehmen?" Da sprach Rachel: "So schlafe er diese Nacht bei dir für die Liebesäpfel deines Sohnes!" Gen 30:16 Als Jakob des Abends vom Felde kam, ging Lea ihm entgegen und sprach zu ihm: "Bei mir mußt du einkehren; denn ich habe dich mir für meines Sohnes Liebesäpfel ausbedungen." Und er schlief bei ihr in jener Nacht. Gen 30:17 Und Gott erhörte Lea, und sie empfing und gebar Jakob einen fünften Sohn. Gen 30:18 Da sprach Lea: "Gott hat mir meinen Lohn für das gegeben, was ich meiner Verwandten für meinen Mann gegeben habe." Und sie nannte ihn Issakar ("Belohner"). Gen 30:19 Wieder ward Lea guter Hoffnung und gebar Jakob einen sechsten Sohn. Gen 30:20 Und Lea sprach: "Gott hat mir eine schöne Spende gespendet; diesmal bleibt mein Mann bei mir; denn sechs Söhne habe ich ihm geboren." Und sie nannte ihn Zabulon ("Spender"). Gen 30:21 Danach gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina. Gen 30:22 Da erinnerte sich Gott der Rachel. Und Gott erhörte sie und öffnete ihr den Mutterschoß. Gen 30:23 Und sie ward guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Weggenommen hat Gott meine Schmach." Gen 30:24 Und sie nannte ihn Joseph ("Mehrer"), indem sie sagte: "Noch einen Sohn schenkte mir der Herr!" Gen 30:25 Als Rachel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: "Entlaß mich, daß ich in meine Heimat ziehe, in mein Land! Gen 30:26 Gib mir meine Weiber und meine Kinder, um die ich dir gedient! Dann gehe ich. Du kennst selbst meine Dienste, mit denen ich dir gedient." Gen 30:27 Da sprach Laban zu ihm: "Mit Vergunst! Ich hab's erraten: Deinetwegen hat der Herr mich gesegnet." Gen 30:28 Und er sprach: "Nenne deine Lohnforderung an mich, damit ich sie erfülle!" Gen 30:29 Er sprach zu ihm: "Du weißt selbst, wie ich dir gedient habe und was aus deinem Viehstand bei mir geworden ist. Gen 30:30 Denn wenig ist es gewesen, was du vor mir hattest. Dann aber mehrte es sich in Fülle. So hat dich der Herr nach meiner Ankunft gesegnet. Nun aber, wann soll ich für meinen Hausstand sorgen?" Gen 30:31 Er sprach: "Was soll ich dir geben?" Da sprach Jakob: "Gar nichts sollst du mir geben. Gewährst du mir folgendes, dann will ich aufs neue deine Schafe sorgsam weiden. Gen 30:32 Ich gehe heute alle deine Schafe durch. Entferne daraus jegliches gesprenkelte und gescheckte Stück! Dann ist jedes Schwarze bei den Lämmern und alles Scheckige und Gesprenkelte bei den Ziegen mein Lohn. Gen 30:33 Dann zeugt meine Ehrlichkeit in Zukunft für mich vor dir, kommst du, mich zu belohnen. Was nicht gesprenkelt und nicht scheckig bei den Ziegen und was nicht schwarz bei Lämmern ist, gelte bei mir als gestohlen!" Gen 30:34 Und Laban sprach: "Es sei, wie du gesagt!" Gen 30:35 So sonderte er am selben Tage die gestreiften und scheckigen Böcke ab, alle gesprenkelten und scheckigen Ziegen, alles, woran Weiß war, und alles Schwarze bei den Lämmern und übergab es seinen Söhnen. Gen 30:36 Dann ließ er einen Zwischenraum von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob; Jakob aber weidete Labans übriges Vieh. Gen 30:37 Da holte Jakob frische Stäbe von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte daran weiße Streifen heraus, das Weiße an den Stäben bloßlegend. Gen 30:38 Dann stellte er die geschälten Stäbe in die Tränkrinnen, in die Wasserrinnen, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie waren aber in Brunst, als sie zur Tränke kamen. Gen 30:39 So begatteten sich die Tiere vor den Stäben. Dann warfen die Tiere gestreifte, gesprenkelte und scheckige Junge. Gen 30:40 Die Lämmer aber sonderte Jakob ab. So machte er die besten Tiere in Labans Herden zu gestreiften und ganz schwarzen Stücken und legte sich besondere Herden an, die er nicht zu Labans Herden tat. Gen 30:41 Sooft fortan die Brunstzeit der kräftigen Tiere kam, legte Jakob die Stäbe den Tieren vor Augen in die Rinnen, auf daß sie sich vor den Stäben begatteten. Gen 30:42 Waren aber die Tiere schwächlich, dann legte er sie nicht hin. So fielen die schwächlichen dem Laban zu, die kräftigen Jakob. Gen 30:43 So ward der Mann ohne Maßen reich und kam zu viel Vieh, zu Mägden und Knechten, Kamelen und Eseln. Gen 31:1 Er vernahm aber die Reden der Labansöhne, die sagten: "Jakob bringt die ganze Habe unseres Vaters an sich; von dem, was unseres Vaters war, hat er all diesen Reichtum geschaffen." Gen 31:2 Jakob sah auch an Labans Angesicht, daß er nicht mehr so wie früher gegen ihn war. Gen 31:3 Da sprach der Herr zu Jakob: "Kehr in deiner Väter Land zurück, zu deiner Verwandtschaft! Ich will mit dir sein." Gen 31:4 Da sandte Jakob und rief Rachel und Lea aufs Feld zu seiner Herde. Gen 31:5 Er sprach zu ihnen: "Ich sehe an eures Vaters Angesicht, daß er zu mir nicht mehr so ist wie früher, und doch ist meines Vaters Gott mit mir. Gen 31:6 Ihr wißt aber, daß ich mit all meiner Kraft eurem Vater gedient habe. Gen 31:7 Doch euer Vater hat mich betrogen und mir den Lohn zehnmal geändert. Aber Gott hat ihm nicht verstattet, mich zu schädigen. Gen 31:8 Sprach er: 'Die Gesprenkelten seien dein Lohn!', dann warfen alle Tiere Gesprenkelte. Und sprach er: 'Die Gestreiften seien dein Lohn!', dann warfen alle Tiere Gestreifte. Gen 31:9 So entzog Gott das Vieh eurem Vater und gab es mir. Gen 31:10 Es war in der Brunstzeit der Tiere, da erhob ich meine Augen und sah im Traum, wie die Böcke die Schafe bespringen, gestreift, gesprenkelt und gescheckt. Gen 31:11 Und Gottes Engel sprach zu mir im Traum: 'Jakob!' Ich sprach: 'Hier bin ich.' Gen 31:12 Er sprach: 'Hebe deine Augen und sieh: Alle Böcke, die die Schafe bespringen, sind gestreift, gesprenkelt und gescheckt. Ich sehe ja alles, was Laban dir tut. Gen 31:13 Ich bin der Herr, der Gott von Betel, wo du ein Steinmal gesalbt und mir ein Gelübde gemacht. Nun auf! Zieh aus diesem Land und kehr in dein Heimatland zurück!"' Gen 31:14 Da antworteten Rachel und Lea und sprachen zu ihm: "Haben wir noch Teil und Erbe im Hause unseres Vaters? Gen 31:15 Gelten wir ihm nicht als Fremde? Er hat uns ja verhandelt. Soll er auch unseren Erlös verzehren dürfen? Gen 31:16 Ja, all der Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen, gehört uns und unseren Kindern. Tu also ganz, wie Gott zu dir gesagt!" Gen 31:17 Da erhob sich Jakob, hob seine Kinder und Weiber auf die Kamele Gen 31:18 und führte all sein Vieh weg und all seine Habe, die er erworben, das Vieh seines Besitzes, das er zu Paddan Aram erworben, um zu seinem Vater Isaak ins Land Kanaan zu ziehen. Gen 31:19 Während Laban ging, seine Schafe zu scheren, stahl Rachel ihres Vaters Teraphim. Gen 31:20 Jakob aber überlistete Laban, den Aramäer; durch nichts hatte er ihn ahnen lassen, daß er fliehen wollte. Gen 31:21 So floh er mit all seiner Habe. Er brach auf und setzte über den Strom und nahm die Richtung auf das Gebirge Gilead. Gen 31:22 Am dritten Tage bekam Laban die Kunde, Jakob sei entflohen. Gen 31:23 Da nahm er seine Brüder mit, verfolgte ihn sieben Tagereisen und holte ihn auf dem Gebirge Gilead ein. Gen 31:24 Da kam Gott zu Laban, dem Aramäer, nachts im Traum und sprach zu ihm: "Hüte dich, mit Jakob herausfordernd zum Bösen zu reden!" Gen 31:25 Als Laban Jakob erreichte, hatte Jakob auf dem Berge sein Zelt aufgeschlagen; Laban aber schlug es mit seinen Brüdern auf dem Gebirge Gilead auf. Gen 31:26 Und Laban sprach zu Jakob: "Was hast du getan, daß du mich überlistet und meine Töchter wie Kriegsgefangene fortgeführt hast? Gen 31:27 Warum bist du heimlich geflohen und hast mich bestohlen? Warum hast du's mir nicht kundgetan? Dann hätte ich dir mit Jauchzen und Singen, mit Pauken und Zithern das Geleite gegeben. Gen 31:28 Warum hast du mich nicht zum Abschied meine Enkel und meine Töchter küssen lassen? Nun, du hast recht töricht gehandelt. Gen 31:29 Ich habe die Macht, euch übel zu tun. Aber deines Vaters Gott hat gestern Nacht zu mir gesprochen: 'Hüte dich, mit Jakob herausfordernd zum Bösen zu reden!' Gen 31:30 Nun bist du eben fortgezogen, weil du dich nach deinem Vaterhause gesehnt hast. Warum hast du aber meine Götter gestohlen?" Gen 31:31 Da antwortete Jakob und sprach zu Laban: "Wohl! Ich habe Angst gehabt, weil ich gedacht habe, du könntest deine Töchter mir entreißen. Gen 31:32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht länger leben. Erkennst du im Beisein unserer Brüder etwas als dein eigen, dann nimm es an dich!" Jakob aber wußte nicht, daß Rachel sie gestohlen hatte. Gen 31:33 So kam Laban in Jakobs und in Leas Zelt sowie in das Zelt der beiden Mägde, fand aber nichts; dann ging er aus Leas Zelt und kam in das der Rachel. Gen 31:34 Rachel aber hatte die Teraphim genommen und legte sie in die Kamelsänfte und setzte sich auf sie. Laban durchstöberte das ganze Zelt, fand aber nichts. Gen 31:35 Da sprach sie zu ihrem Vater: "Sei nicht böse, mein Herr, daß ich vor dir nicht aufstehe! Mir ergeht es nach Weiberart." So suchte er, fand aber die Teraphim nicht. Gen 31:36 Da ward Jakob zornig und schalt Laban. Und Jakob hob an und sprach zu Laban: "Was ist mein Verbrechen? Was mein Vergehen, daß du hinter mir herhetzest Gen 31:37 und mir all mein Gerät durchstöberst? Was hast du von all deinem Hausrat gefunden? Leg's her vor meine und vor deine Brüder, daß sie zwischen uns entscheiden! Gen 31:38 Zwanzig Jahre bin ich so bei dir gewesen. Deine Mutterschafe und -ziegen haben nie einen Fehlwurf, und nie habe ich deiner Herde Widder verzehrt. Gen 31:39 Zerrissenes habe ich nie vor dich bringen dürfen; ich mußte es ersetzen; von mir fordertest du es. So bin ich betrogen worden bei Tag und bei Nacht. Gen 31:40 So ist es mir ergangen: Bei Tage hat mich die Hitze gefressen und der Frost bei Nacht. Meine Augen floh der Schlaf. Gen 31:41 Volle zwanzig Jahre habe ich so in deinem Hause dir gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs um deine Schafe, und zehnmal ändertest du meinen Lohn. Gen 31:42 Hätte ich nicht meines Vaters Gott gehabt, den Gott Abrahams und Isaaks Schrecken, leer hättest du mich ziehen lassen. Mein Abplagen und meiner Hände Mühen hat aber Gott gesehen und gestern nacht hat er entschieden." Gen 31:43 Da erwiderte Laban und sprach zu Jakob: "Mein sind die Töchter, mein die Kinder, mein das Vieh, und alles, was du siehst, gehört mir, also meinen Töchtern. Was könnte ich heute diesen tun oder ihren Kindern, die sie geboren haben? Gen 31:44 Nun komm! Wir wollen einen Bund miteinander schließen. Der Herr sei Zeuge zwischen mir und dir!" Gen 31:45 Und Jakob nahm einen Stein und richtete ihn als Steinmal auf. Gen 31:46 Jakob aber sprach zu seinen Brüdern: "Sammelt Steine!" Da nahmen sie Steine und machten einen Wall. Und sie aßen dort auf dem Wall. Gen 31:47 Laban nannte ihn Jegar Sahaduta ("Steinhaufen des Zeugnisses"), und Jakob nannte ihn Galed ("Zeugenwall"). Gen 31:48 Da sprach Laban: "Dieser Wall ist heute Zeuge zwischen mir und dir." Deshalb nannte er ihn Galed ("Zeugenwall"). Gen 31:49 Auch Mispa ("Wache"), weil er sagte: "Der Herr wache zwischen mir und dir, wenn wir einander ferne sind. Gen 31:50 Ob du meine Töchter schlecht behandelst oder ob du noch andere Weiber zu meinen Töchtern nimmst, ist auch kein Mensch bei uns, bedenke: Zwischen mir und dir ist ein Gott Zeuge!" Gen 31:51 Ferner sprach Laban zu Jakob: "Hier dieser Wall und dieses Steinmal, das ich errichte zwischen mir und dir: Gen 31:52 Dieser Wall sei Zeuge und Zeuge dieses Steinmal! Ich darf diesen Wall zu dir nicht überschreiten, noch darfst du diesen Wall und dieses Steinmal zu mir überschreiten in böser Absicht. Gen 31:53 Zwischen uns richte der Gott Abrahams und Nachors Gott, der Gott ihrer Väter!" Da schwur Jakob beim Schrecken seines Vaters Isaak. Gen 31:54 Dann schlachtete Jakob ein Schlachtopfer auf dem Berg und lud seine Brüder ein, das Mahl zu halten. Da hielten sie das Mahl und nächtigten auf dem Berg. Gen 31:55 (32:1) Frühmorgens aber küßte Laban seine Enkel und seine Töchter und segnete sie. Dann brach Laban auf und kehrte heim. Gen 32:1 (32:2) Auch Jakob zog seines Wegs; da stießen Gottes Engel auf ihn. Gen 32:2 (32:3) Jakob sprach, als er sie sah: "Dies ist Gottes Heerlager", und er nannte diesen Ort Machanaim ("Doppellager"). Gen 32:3 (32:4) Jakob sandte nun Boten voraus an seinen Bruder Esau ins Land Seïr, in Edoms Gefilde. Gen 32:4 (32:5) Er trug ihnen folgendes auf: "So sollt ihr sprechen: 'Meinem Herrn Esau läßt dein Sklave Jakob also melden: Bei Laban war ich zu Gast und verzögerte mich bis jetzt. Gen 32:5 (32:6) Ich kam aber zu Rindern und Eseln, zu Schafen, Sklaven und Mägden. Und so wollte ich es meinem Herrn melden lassen, um Huld bei dir zu finden.'" Gen 32:6 (32:7) Die Boten kehrten zu Jakob zurück und meldeten: "Zu deinem Bruder Esau sind wir gekommen, aber schon zieht er dir entgegen mit vierhundert Mann." Gen 32:7 (32:8) Da geriet Jakob in große Furcht und Bangigkeit. Dann teilte er die Leute bei sich sowie die Schafe, Rinder und Kamele in zwei Lager. Gen 32:8 (32:9) Er dachte nämlich: Kommt Esau über das eine Lager und schlägt es, dann kann das andere Lager entrinnen. Gen 32:9 (32:10) Und Jakob sprach: "Gott meines Vaters Abraham! Gott meines Vaters Isaak! Herr, der du zu mir sprachst: 'Kehr in dein Land zurück, zu der Verwandtschaft! Ich will dir wohltun', Gen 32:10 (32:11) nicht wert bin ich all der Liebe und Treue, die du deinem Diener erwiesen. Denn nur mit meinem Stock habe ich diesen Jordan überschritten, und jetzt besitze ich zwei Lager. Gen 32:11 (32:12) Ach, rette mich aus meines Bruders Esau Hand! Ich fürchte mich vor ihm. Daß er nicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Kindern! Gen 32:12 (32:13) Du aber hast gesprochen: 'Ich will dir reichlich wohltun; dann mache ich wie Sand am Meere deinen Stamm, vor Menge nicht zu zählen.'" Gen 32:13 (32:14) Er blieb nun dort in jener Nacht; dann nahm er aus dem, was ihm zur Hand war, ein Geschenk für seinen Bruder Esau, Gen 32:14 (32:15) 200 Ziegen, 20 Böcke, 200 Mutterschafe und 20 Widder, Gen 32:15 (32:16) 30 säugende Kamele mit ihren Füllen, 40 junge Kühe, 10 junge Stiere, 20 Eselinnen und 10 Eselsfüllen. Gen 32:16 (32:17) Er übergab diese seinen Knechten, jede Herde besonders, und sprach zu seinen Knechten: "Ziehet mir voraus und laßt jedesmal einen Zwischenraum zwischen den Herden!" Gen 32:17 (32:18) Und er wies den vordersten an: "Wenn mein Bruder Esau auf dich stößt und dich fragt: 'Wessen bist du? Wohin Willst du? Wessen sind diese da vor dir?', Gen 32:18 (32:19) so sprich: 'Deines Sklaven Jakob Geschenke sind sie, abgeschickt für Esau, meinen Herrn. Er selber folgt uns auf dem Fuße nach.'" Gen 32:19 (32:20) Ebenso wies er den zweiten, den dritten und alle übrigen an, die die Herden trieben, und sprach: "Genauso sollt ihr zu Esau sprechen, wenn ihr ihn treffet. Gen 32:20 (32:21) Ihr sollt sagen: 'Auch dein Sklave Jakob folgt uns auf dem Fuß!'" Er dachte nämlich: Ablenken will ich seine Aufmerksamkeit durch das Geschenk, das mir vorausgeht; erst dann trete ich ihm vor die Augen. Vielleicht nimmt er mich gnädig auf. Gen 32:21 (32:22) So ging ihm das Geschenk voraus; er selber nächtigte in jener Nacht zu Machanaim. Gen 32:22 (32:23) In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Weiber, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und führte sie über die Jabbokfurt. Gen 32:23 (32:24) Er nahm sie und führte sie über den Fluß und brachte alles, was er hatte, hinüber. Gen 32:24 (32:25) Jakob blieb allein zurück; da rang mit ihm ein Mann bis zum Anbruch der Morgenröte. Gen 32:25 (32:26) Und als er sah, daß er ihn nicht überwände, rührte er an seine Hüftpfanne, und Jakobs Hüftpfanne ward verrenkt, als er mit ihm rang. Gen 32:26 (32:27) Dann sprach er: "Laß mich los! Die Morgenröte bricht an." Er sprach: "Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest." Gen 32:27 (32:28) Er sprach zu ihm: "Wie heißest du?" Er sprach: "Jakob." Gen 32:28 (32:29) Da sprach er: "Fortan sollst du nicht Jakob heißen, sondern Israel. Du hast mit Gott gekämpft, und so trägst du den Sieg davon auch über Menschen." Gen 32:29 (32:30) Da bat Jakob und sprach: "Tu auch deinen Namen kund!" Er sprach: "Warum doch fragst du mich nach meinem Namen?" Und er segnete ihn dort. Gen 32:30 (32:31) Jakob nannte den Ort Penuël ("Gottes Antlitz"): "Ich habe Gott geschaut von Angesicht zu Angesicht und kam mit dem Leben davon." Gen 32:31 (32:32) Die Sonne strahlte ihm auf, als er an Penuël vorüberzog; er aber hinkte an seiner Hüfte. Gen 32:32 (32:33) Darum sollen Israels Söhne bis auf diesen Tag keine Sehne des Schenkels essen, der auf der Hüftpfanne läuft, weil er Jakobs Hüftpfanne, die Sehne des Schenkels, berührt hat. Gen 33:1 Jakob aber erhob seine Augen und schaute; da kam Esau mit 400 Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea, Rachel und die beiden Mägde. Gen 33:2 Und zwar stellte er die Mägde und ihre Kinder voran, dahinter Lea mit ihren Kindern und ganz hinten Rachel und Joseph. Gen 33:3 Er selbst ging ihnen voraus und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam. Gen 33:4 Da lief ihm Esau entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Und sie weinten. Gen 33:5 Dann erhob er seine Augen, sah die Weiber mit den Kindern und sprach: "Was sind diese da bei dir?" Er sprach: "Das sind die Kinder, die Gott deinem Sklaven geschenkt hat." Gen 33:6 Da traten die Mägde mit ihren Kindern herzu und verneigten sich. Gen 33:7 Auch Lea und ihre Kinder traten herzu und verneigten sich. Danach traten Joseph und Rachel herzu und verneigten sich. Gen 33:8 Er sprach: "Was soll dir dies ganze Lager, auf das ich gestoßen bin?" Er sprach: "Auf daß ich Gnade finde bei meinem Herrn!" Gen 33:9 Da sprach Esau: "Ich habe übergenug, mein Bruder. Behalte, was dir gehört!" Gen 33:10 Jakob sprach: "Nicht doch! Habe ich in deinen Augen Gnade gefunden, dann mußt du meine Gabe von mir annehmen. Denn ich habe dein Antlitz gesehen, so, wie ich Gottes Antlitz sah, und du nahmst mich zu Gnaden an. Gen 33:11 Nimm doch mein Grußgeschenk, das dir dargebracht ward! Denn Gott hat mich begnadet, und ich habe vollauf." So drang er in ihn, bis er es nahm. Gen 33:12 Dann sprach er: "Laßt uns aufbrechen und weiterziehen! Ich halte gleichen Schritt mit dir." Gen 33:13 Er aber sprach zu ihm: "Mein Herr sieht selber, daß die Kinder zart sind, und säugende Schafe und Kinder stehen in meiner Obhut. Wollte ich sie einen Tag über Gebühr anstrengen, dann stürbe die ganze Herde. Gen 33:14 So ziehe mein Herr doch vor seinem Sklaven her! Ich ziehe gemächlich weiter, im Schritte des Viehstands vor mir und im Schritte der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seïr komme!" Gen 33:15 Da sprach Esau: "So will ich wenigstens bei dir einen Teil meiner Leute lassen." Er aber sprach: "Wozu? Möchte ich nur Huld bei meinem Herrn finden!" Gen 33:16 So kehrte Esau an jenem Tag nach Seïr zurück. Gen 33:17 Jakob aber zog nach Sukkot weiter und baute sich ein Haus, seinem Vieh aber machte er Laubhütten. Daher nennt man den Ort Sukkot ("Hütten"). Gen 33:18 Und Jak