Gen 1:1 Zu Anbeginn hat Gott erschaffen den Himmel und die Erde. Gen 1:2 Die Erde aber war wüst und wirr, und auf der Urflut lag Finsternis. Gottes Geist aber schwebte über den Gewässern. Gen 1:3 Da sprach Gott: "Licht werde!" Und Licht ward. Gen 1:4 Und Gott sah: Das Licht war gut. So schied Gott zwischen Licht und Finsternis. Gen 1:5 Und Gott bestimmte für das Licht den Tag. Und für die Finsternis bestimmte er die Nacht. So ward Abend und ward Morgen. Ein Tag. Gen 1:6 Und Gott sprach: "Mitten in den Wassern sei eine Feste! Sie scheide zwischen Wasser und Wasser!" Gen 1:7 So machte Gott die Feste und schied zwischen dem Wasser unter der Feste und dem Wasser über der Feste. Und so ward es. Gen 1:8 Der Feste sprach Gott den Himmel zu. So ward Abend und ward Morgen. Ein zweiter Tag. Gen 1:9 Und Gott sprach: "An einem Orte sammle sich das Wasser unterm Himmel, und das Trockene erscheine!" Und so ward es. Gen 1:10 Für das Trockensein bestimmte Gott die Erde, und für die Sammlung der Wasser bestimmte er die Meere. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:11 Und Gott sprach: "Sprießen lasse die Erde Grünes! Samentragendes Kraut und Fruchtbäume, nach ihrer Art Früchte tragend, darin ihr Same für die Erde!" Und so ward es. Gen 1:12 Die Erde brachte Grünes, Kraut mit Samen je nach seiner Art und Bäume mit Früchten, darin ihr Same je nach ihrer Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:13 So ward Abend und ward Morgen. Ein dritter Tag. Gen 1:14 Und Gott sprach: "Leuchten seien an der Himmelsfeste, zwischen Tag und Nacht zu scheiden! Dann dienen sie zu Zeichen und Gezeiten, zu Tagen und Jahren Gen 1:15 und zu Leuchten an der Himmelsfeste, die Erde zu bescheinen." Und so ward es. Gen 1:16 So machte Gott die zwei großen Leuchten, die größere Leuchte zum Walten über den Tag und die kleinere Leuchte zum Walten über die Nacht, und die Sterne. Gen 1:17 Und Gott ließ sie an der Himmelsfeste auf die Erde scheinen, Gen 1:18 über den Tag und die Nacht walten und zwischen dem Licht und der Finsternis scheiden. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:19 So ward Abend und ward Morgen. Ein vierter Tag. Gen 1:20 Und Gott sprach: "Das Wasser wimmle von lebendem Gewimmel, und auf Erden an der Himmelsfeste fliege Geflügel." Gen 1:21 So schuf Gott die großen Meerestiere und alle anderen lebenden Wimmelwesen, wovon die Wasser wimmeln, nach ihren Arten und der beschwingten Vögel jegliche Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:22 Da segnete Gott sie und sprach: "Seid fruchtbar! Mehret euch! Füllet der Meere Gewässer! Auf Erden mehre sich das Geflügel!" Gen 1:23 So ward Abend und ward Morgen. Ein fünfter Tag. Gen 1:24 Und Gott sprach:"Die Erde zeuge Lebewesen je nach ihrer Art! Vieh, Gewürm und das Wild der Erde!" Und so ward es. Gen 1:25 So machte Gott das Wild der Erde nach seiner Art, das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Bodens nach seiner Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:26 Und Gott sprach. "Lasset uns Menschen machen als unser Bild nach unserem Gleichnis! Herrschen sollen sie über des Meeres Fische, über des Himmels Vögel, über das Vieh auf der ganzen Erde überall und über alle Wimmelwesen, die auf Erden wimmeln!" Gen 1:27 Und Gott schuf den Menschen als sein Bild. Als Gottes Bild schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und als Weib. Gen 1:28 Und Gott segnete sie. Und Gott sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar! Mehret euch! Füllet die Erde! Macht sie euch untertan! Herrschet über des Meeres Fische, über des Himmels Vögel und über alle Lebewesen, die auf Erden wimmeln!" Gen 1:29 Und Gott sprach: "Euch überlasse ich alles samentragende Kraut auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samentragender Baumfrucht, daß sie euch zur Nahrung diene. Gen 1:30 Und alles andere grüne Kraut diene zur Nahrung allem Wilde, allen Vögeln des Himmels und allem Gewürm auf Erden, in dem Lebensgeist ist." Und so ward es. Gen 1:31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte. Und sehr gut war es. So ward Abend und ward Morgen. Ein sechster Tag. Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihre Vielfalt. Gen 2:2 Da feierte Gott am siebten Tage von seiner Arbeit, die er getan. Und er ruhte am siebten Tage ganz von seiner Arbeit, die er getan hatte. Gen 2:3 So segnete Gott den siebten Tag und weihte ihn. Denn an ihm hatte er völlig von seiner Arbeit geruht, die Gott zu tun geplant hatte. Gen 2:4 Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, als sie erschaffen worden sind. Damals, als der Herr Gott Erde und Himmel gemacht hatte, Gen 2:5 war kein Feldgesträuch im Lande, und kein Feldgewächs sproßte; denn der Herr Gott hatte dem Lande noch keinen Regen gegeben. Auch waren keine Menschen da, die den Erdboden bebaut hätten. Gen 2:6 Und eine Wasserflut stieg von der Erde auf und tränkte des Erdbodens ganze Fläche. Gen 2:7 Da bildete der Herr Gott den Menschen aus Staub vom Boden und blies ihm Lebensodem in die Nase. So ward der Mensch zu einem Lebewesen. Gen 2:8 Nun hatte der Herr Gott im Osten einen Garten in Eden gepflanzt; dort ließ er nun den Menschen sein, den er gebildet hatte. Gen 2:9 Allerlei Bäume, lieblich zur Schau und köstlich als Speise, hatte der Herr Gott aus dem Erdboden sprießen lassen, in des Gartens Mitte aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Bös. Gen 2:10 Und ein Fluß kam von Eden her, den Garten zu bewässern; er aber war von da ab geteilt und zu vier Häuptern geworden. Gen 2:11 Pischon heißt der erste, der das ganze Sandland umfließt, wo das Gold ist. Gen 2:12 Fein ist das Gold dieses Landes; dort gibt es auch Harztränen (Bdellium) und Onyxstein. Gen 2:13 Und der zweite Strom heißt Gichon, der das ganze Land Kusch umfließt. Gen 2:14 Der dritte Strom heißt Tigris, der östlich von Assur vorüberfließt. Der vierte Strom ist der Euphrat. Gen 2:15 Der Herr Gott nahm also den Menschen und setzte ihn in Edens Garten, daß er ihn bebaue und pflege. Gen 2:16 Und der Herr Gott gebot dem Menschen und sprach: "Von allen Bäumen im Garten darfst du nach Belieben essen. Gen 2:17 Nur von dem Baume, der Gutes und Böses keimen lehrt, darfst du nicht essen. Denn sobald du von ihm issest, bist du des Todes." Gen 2:18 Und der Herr Gott sprach: "Nicht gut ist es, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die ihm gleichgeartet ist." Gen 2:19 Nun formte der Herr Gott aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels. Diese brachte er zum Menschen, um zu sehen, wozu er sie bestimmte, und genau das wozu er ein Lebewesen bestimmte, sollte seine Bestimmung sein. Gen 2:20 Und so gab der Mensch allem Vieh und des Himmels Vögeln und allem Wilde eine Bestimmung; aber für einen Menschen hatte keines als Beistand gepaßt, ihm gleichgeartet. Gen 2:21 Da ließ der Herr Gott einen Tiefschlaf auf den Menschen sinken, und als dieser eingeschlafen, nahm er eine seiner Rippen und füllte ihre Lücke mit Fleisch. Gen 2:22 Dann baute der Herr Gott die Rippe, die er vom Menschen genommen, zu einem Weibe aus und brachte sie zum Menschen. Gen 2:23 Da sprach der Mensch: "Diesmal ist es Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Deshalb heißt sie Weib, weil sie vom Manne genommen ist." Gen 2:24 Darum läßt ein Mann Vater und Mutter und hängt sich an sein Weib, und sie werden Ein Leib. Gen 2:25 Die beiden aber, der Mensch und sein Weib, waren nackt; aber sie schämten sich nicht voreinander. Gen 3:1 Die Schlange aber ist schlauer gewesen, als des Feldes Tiere alle, die der Herr Gott gemacht hat. Und so sprach sie zu dem Weibe: "Daß doch Gott gesprochen haben soll: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen!" Gen 3:2 Da sprach das Weib zur Schlange: "Wir dürfen von der Frucht der Bäume im Garten essen. Gen 3:3 Nur von der Frucht des Baumes mitten im Garten sprach Gott: 'Davon dürft ihr nicht essen, ja nicht einmal daran rühren, sonst müßt ihr sterben.'" Gen 3:4 Die Schlange sprach zum Weibe: "Ihr werdet gewiß nicht sterben. Gen 3:5 Nein! Gott weiß: Sobald ihr davon esset, gehen euch die Augen auf, und ihr seid wie Gott, erkennend Gutes und Böses." Gen 3:6 Da sah das Weib: Der Baum war köstlich zum Speisen und Wollust den Augen, und berückend war der Baum, um zur Erkenntnis zu gelangen. So nahm sie von seiner Frucht und aß. Dann gab sie ihrem Manne bei ihr. Auch er aß. Gen 3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. Und sie flochten Feigenlaub und machten sich Schürzen. Gen 3:8 Da hörten sie das Geräusch des Herrn Gottes, der sich im Garten beim Tageswinde erging. Und der Mensch verbarg sich mit seinem Weibe vor dem Herrn Gott unter den Bäumen des Gartens. Gen 3:9 Der Herr Gott aber rief den Menschen und fragte ihn: "Wo bist du?" Gen 3:10 Er sprach: "Ich habe dein Geräusch im Garten gehört; da erschrak ich, weil ich nackt bin, und so verbarg ich mich." Gen 3:11 Er sprach: "Wer hat dir verraten, daß du nackt bist? Hast du von dem Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?" Gen 3:12 Da sprach der Mensch: "Das Weib, das du mir beigesellt, hat mir vom Baume gegeben; da aß ich." Gen 3:13 Da sprach der Herr Gott zu dem Weibe: "Was hast du getan?" Und das Weib sprach: "Die, Schlange hat mich verführt; da aß ich." Gen 3:14 Da sprach der Herr Gott zu der Schlange: "Weil solches du getan, bist du verflucht, mehr als alles Vieh und alles Wild. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub dein Lebtag fressen. Gen 3:15 Und Feindschaft will ich setzen zwischen dich und das Weib und zwischen deinen, Stamm und ihren Stamm; zermalmen wird er dir den Kopf, willst du ihn in die Ferse stechen." Gen 3:16 Zum Weibe aber sprach er: "Vermehren will ich deine Mühsal bei deiner Schwangerschaft. In Mühen sollst du Kinder gebären, und doch geht dein Verlangen hin nach deinem Manne, obschon er waltet über dich." Gen 3:17 Und zu Adam sprach er: "Weil du auf deines Weibes Stimme hast gehört und von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten: 'Du darfst davon nicht essen', so ruht der Fluch um deinetwillen auf dem Acker. In Mühsal sollst du dich dein Leben lang von ihm ernähren. Gen 3:18 Dir soll er Dorn und Distel tragen, und doch mußt du das Kraut des Feldes essen. Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot verzehren, bis du zur Erde wiederkehrst, wie du von ihr genommen bist. Denn Staub bist du und kehrst zum Staube wieder." Gen 3:20 Da gab der Mensch seinem Weibe den Namen "Eva" ("Leben"); weil sie aller Lebenden Mutter werden sollte. Gen 3:21 Und der Herr Gott machte Adam und seinem Weib Fellröcke und hüllte sie darein. Gen 3:22 Dann sprach der Herr Gott: "Ja, der Mensch ist jetzt wie unsereiner im Erkennen von Gutem und Bösem. Daß er nicht seine Hand ausstrecke und gar vom Lebensbaume esse und ewig lebe!" Gen 3:23 So trieb ihn der Herr Gott aus Edens Garten, damit er den Erdboden bebaue, aus dem er genommen war. Gen 3:24 So verstieß er den Menschen und lagerte östlich von Edens Garten Cherube und die zuckende Schwertflamme, um den Weg zum Lebensbaum zu bewachen. Gen 4:1 Der Mensch aber hatte sein Weib Eva erkannt. Da empfing sie und gebar Kain. Da sprach sie: "Ich habe mit des Herrn Beistand einem Manne das Leben gegeben." Gen 4:2 Und zum zweitenmal gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel ward ein Schafhirte; Kain aber war Ackersmann geworden. Gen 4:3 Nach einiger Zeit geschah es, daß Kain von den Ackerfrüchten dem Herrn ein Opfer brachte. Gen 4:4 Auch Abel brachte ein Opfer von den Erstlingswürfen seiner Schafe dar, und zwar von den wohlgenährtesten. Und der Herr achtete auf Abel und sein Opfer. Gen 4:5 Aber auf Kain und sein Opfer achtete er nicht. Da ward Kain sehr ergrimmt, und sein Antlitz sank ein. Gen 4:6 Da sprach der Herr zu Kain: "Warum bist du ergrimmt? Weswegen sinkt dein Antlitz ein? Gen 4:7 Nicht wahr? Bist frohen Sinnes du, dann kannst du es erheben. Wenn aber nicht, dann ruhst du an der Sünde Pforte; da lauert sie auf dich, du aber solltest sie bezwingen!" Gen 4:8 Kain aber sprach mit seinem Bruder Abel, und da sie auf dem Felde waren, vergriff sich Kain an seinem Bruder Abel und schlug ihn tot. Gen 4:9 Da sprach der Herr zu Kain: "Wo ist dein Bruder Abel?" Er sprach:"Ich weiß es nicht. Bin ich denn meines Bruders Hüter?" Gen 4:10 Da sprach er: "Was hast du getan? Deines Bruders Blut schreit von der Erde auf zu mir. Gen 4:11 Nun sei verflucht! Fern von dem Boden, der den Mund geöffnet, um deines Bruders Blut aus deiner Hand zu trinken! Gen 4:12 Bebauest du den Boden, so gebe er dir fortan keine Ernte! Durchziehe irr und wirr die Erde!" Gen 4:13 Da sprach Kain zum Herrn: "Allzugroß für das Vergeben ist meine Schuld. Gen 4:14 So vertreibst du mich heute vom Ackerboden. Und vor deinem Angesichte muß ich mich verbergen. Irr und wirr muß ich die Erde durchwandern. Und wer mich trifft, kann mich erschlagen." Gen 4:15 Da sprach der Herr zu ihm: "Nein! Wer den Kain erschlägt, verfalle der Rache siebenfachmal." Und der Herr machte Kain ein Zeichen, auf daß ihn keiner, der ihn träfe, erschlüge. Gen 4:16 So zog Kain vom Herrn hinweg und siedelte im Lande Nod, östlich von Eden. Gen 4:17 Und Kain erkannte sein Weib, und sie empfing und gebar Henoch. Dann baute er eine Stadt und hieß die Stadt nach seines Sohnes Namen Henoch. Gen 4:18 Dem Henoch ward Irad geboren, und Irad zeugte Mechujael und Mechujael Metusael und Metusael Lamech. Gen 4:19 Und Lamech nahm sich zwei Weiber: die eine hieß Ada, die andere Silla. Gen 4:20 Ada gebar den Jabal; dieser ward der Stammvater der Zeltbewohner und Viehzüchter. Gen 4:21 Sein Bruder hieß Jubal; dieser ward der Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. Gen 4:22 Auch Silla gebar und zwar den Tubalkain, der allerlei ehernes und eisernes Werk schmiedete. Und Tubalkains Schwester war Naama. Gen 4:23 Lamech sprach zu seinen Weibern: "Ada und Silla, höret meine Rede! Lamechs Weiber, vernehmet meinen Spruch! Für meine Wunde kann ich Männer jetzt erschlagen, für meine Beulen ihre Söhne. Gen 4:24 Wird Kain schon siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach." Gen 4:25 Adam aber erkannte wiederum sein Weib, und sie gebar einen Sohn. Den nannte sie Set. "Denn", sprach sie, "Gott hat mir an Abels Stelle andere Nachkommen geschenkt, weil jenen Kain erschlagen hatte." Gen 4:26 Aber auch dem Set ward ein Sohn geboren, und er hieß ihn Enos. Damals begann man, des Herrn Namen anzurufen. Gen 5:1 Das ist die Urkunde der Geschlechterfolge Adams: Damals, als Gott den Adam schuf, machte er ihn in Gottes Ähnlichkeit. Gen 5:2 Männlich und weiblich schuf er sie. Dann segnete er sie und hieß sie "Mensch", damals, als sie geschaffen worden waren. Gen 5:3 Und Adam war 130 Jahre alt; da zeugte er in seiner Ähnlichkeit nach seinem Bild einen Sohn und hieß ihn Set. Gen 5:4 Der Tage Adams waren es nach Sets Zeugung 800 Jahre und er zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:5 Und aller Tage Adams waren 930 Jahre. Da starb er. Gen 5:6 Set war 105 Jahre alt; da zeugte er Enos. Gen 5:7 Und Set lebte nach des Enos Zeugung 807 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:8 Und aller Tage Sets waren 912 Jahre; da starb er. Gen 5:9 Enos war 90 Jahre alt; da zeugte er Kenan. Gen 5:10 Und Enos lebte nach Kenans Zeugung 815 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:11 Und aller Tage des Enos waren 905 Jahre; da starb er. Gen 5:12 Und Kenan war 70 Jahre alt; da zeugte er Mahalalel. Gen 5:13 Und Kenan lebte nach Mahalalels Zeugung 840 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:14 Und aller Tage Kenans waren 910 Jahre; da starb er. Gen 5:15 Und Mahalalel war 65 Jahre alt; da zeugte er Jered. Gen 5:16 Und Mahalalel lebte nach Jereds Zeugung 830 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:17 Und aller Tage Mahalalels waren 895 Jahre; da starb er. Gen 5:18 Und Jered war 162 Jahre alt; da zeugte er Henoch. Gen 5:19 Und Jered lebte nach Henochs Zeugung 800 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:20 Und aller Tage Jereds waren 962 Jahre; da starb er. Gen 5:21 Und Henoch war 65 Jahre alt; da zeugte er Metuselach. Gen 5:22 Nach Metuselachs Zeugung wandelte Henoch mit Gott 300 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:23 Und aller Tage Henochs waren 365 Jahre. Gen 5:24 Und Henoch wandelte mit Gott, und plötzlich war er nicht mehr da, weil ihn Gott weggenommen hatte. Gen 5:25 Und Metuselach war 187 Jahre alt; da zeugte er Lamech. Gen 5:26 Und Metuselach lebte nach Lamechs Zeugung 782 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:27 Und aller Tage Metuselachs waren 969 Jahre; da starb er. Gen 5:28 Und Lamech war 182 Jahre alt; da zeugte er einen Sohn. Gen 5:29 Und er hieß seinen Sohn Noe und sprach: "Dieser soll uns Trost bringen, nach unserer Arbeit und unserer Hände Mühen, aus eben diesem Boden, den der Herr verflucht hat." Gen 5:30 Und Lamech lebte nach Noes Zeugung 595 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:31 Und aller Tage Lamechs waren 777 Jahre; da starb er. Gen 5:32 Und Noe war 500 Jahre alt; da zeugte Noe Sem, Cham und Japhet. Gen 6:1 Als die Menschen angefangen hatten, sich auf dem Erdboden zu mehren, waren ihnen Töchter geboren worden. Gen 6:2 Da sahen die Göttersöhne, daß die Menschentöchter schön waren, und sie nahmen sich zu Weibern, soviel sie wollten. Gen 6:3 Da sprach der Herr: "Mein Geist verbleibe nimmer länger bei den Menschen! Er ist ja nur mehr Fleisch! Nur noch auf 120 Jahre sollen seine Tage sich belaufen!" Gen 6:4 In jenen Zeiten waren die Riesen auf Erden gewesen, zumal damals, als die Göttersöhne mit den Menschentöchtern verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren. Jenes sind die Recken der Urzeit, die Männer von Namen. Gen 6:5 Da sah der Herr, daß die Bosheit der Menschen auf Erden groß ward und alles Dichten und Trachten ihres Herzen allezeit böse. Gen 6:6 Da reute es den Herrn, daß er die Menschen auf Erden gemacht, und er ward tief bekümmert. Gen 6:7 Darauf sprach der Herr: "Vertilgen von der Erde werde ich die Menschen, die ich erschaffen habe, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und zu des Himmels Vögeln; denn ich bereue, sie gemacht zu haben." Gen 6:8 Noe aber hatte Huld in des Herrn Augen gefunden. Gen 6:9 Dies ist Noes Geschlechterfolge: Noe war ein gerechter, unsträflicher Mann unter seinen Zeitgenossen gewesen. Noe wandelte mit Gott. Gen 6:10 Und Noe zeugte drei Söhne: Sem, Cham und Japhet. Gen 6:11 Die Erde aber war vor Gottes Angesicht verderbt, und die Erde füllte sich mit Frevel. Gen 6:12 Und Gott sah, wie die Erde verderbt war; denn jedes Fleischwesen hatte seinen Wandel auf Erden verderbt. Gen 6:13 Da sprach Gott zu Noe. "Das Ende jedes Fleischwesens ist von mir verhängt; die Erde ist ja voller Frevel, die sie tun. Und so verderbe ich sie samt der Erde. Gen 6:14 Mach eine Arche dir aus Fichtenholz! Und zu Behausungen sollst du die Arche einbauen! Und dann verpiche sie mit Harz von außen und von innen! Gen 6:15 Also sollst du sie machen: 300 Ellen sei der Arche Länge und 50 Ellen ihre Breite und 30 Ellen ihre Höhe! Gen 6:16 Und an der Arche sollst du eine Luke machen und bis auf eine Elle sie ganz oben anbringen, alsdann der Arche Tor in eine ihrer Längsseiten einsetzen und sie in untere und mittlere und obere Stockwerke einteilen! Gen 6:17 Ich lasse jetzt die Wasserflut auf Erden kommen, um alles Fleisch, das unterm Himmel, zu vertilgen, darinnen Lebensodem ist. So möge alles, was auf Erden, sterben! Gen 6:18 Mit dir nun treffe ich mein Abkommen, und so gehst du samt deinen Söhnen, deinem Weibe und deinen Schwiegertöchtern in die Arche. Gen 6:19 Von allem Lebenden, von jedem Fleischeswesen, sollst du je ein Paar mit in die Arche bringen, um sie bei dir am Leben zu erhalten! Nur je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein. Gen 6:20 So von den Vögeln je nach ihrer Art, vom Vieh nach seiner Art, von allem, was auf Erden kriecht, nach seiner Art. Davon soll immer je ein Pärchen zu dir kommen, daß sie am Leben bleiben! Gen 6:21 Du selbst beschaffe dir von jeglicher eßbaren Speise, und speichere solches bei dir auf! Zur Nahrung dient es alsdann dir und ihnen." Gen 6:22 Und Noe tat so. Ganz so, wie ihm Gott befohlen hatte, tat er. Gen 7:1 Dann sprach der Herr zu Noe: "Zieh du mit deinem ganzen Hause in die Arche! Denn dich habe ich gerecht vor mir in diesem Geschlecht erfunden. Gen 7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben, jeweils ein Männchen und ein Weibchen! Doch von den Tieren, die nicht rein, jeweils nur zwei, ein Männchen und ein Weibchen! Gen 7:3 Auch von des Himmels Vögeln jeweils sieben, ein männliches und weibliches, um auf der ganzen Erde einen Stamm am Leben zu erhalten. Gen 7:4 Von jetzt ab über sieben Tage lasse ich auf die Erde regnen durch vierzig Tage und durch vierzig Nächte, und ich vertilge alsdann alles Lebende, das ich gemacht, vom Erdboden." Gen 7:5 Und Noe tat ganz so, wie ihn der Herr geheißen hatte. Gen 7:6 Noe aber war 600 Jahre alt geworden, als die Wasserflut über die Erde kam. Gen 7:7 So ging Noe mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seinen Schwiegertöchtern in die Arche vor den Wassern der Flut. Gen 7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem, was auf Erden kriecht, Gen 7:9 waren paarweise zu Noe in die Arche gegangen je ein Männliches und ein Weibliches, wie Gott dem Noe geboten hatte. Gen 7:10 Nach sieben Tagen geschah es, da waren die Wasser der Flut schon über die Erde gekommen. Gen 7:11 Im 600. Lebensjahre des Noe, am 17. Tage des 2. Monats, an diesem Tage brachen alle Sprudel des großen Meeres auf, und die Himmelsluken öffneten sich. Gen 7:12 Und Regen strömte auf die Erde 40 Tage und 40 Nächte lang. Gen 7:13 An eben diesem Tage waren Noe und Noes Söhne Sem, Cham und Japhet, sowie sein Weib und seine drei Schwiegertöchter mit ihnen in die Arche gegangen, Gen 7:14 sie und alle Tiere nach ihrer Art und alles Vieh nach seiner Art und alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel nach ihrer Art, was irgendwie Flügel hatte. Gen 7:15 Sie gingen zu Noe in die Arche, je ein Paar von allem Fleisch mit Lebensodem. Gen 7:16 Die Einziehenden waren nun, je ein Männliches und Weibliches von jedem Fleische, eingezogen, so wie ihm Gott befohlen. Da schloß der Herr hinter ihm zu. Gen 7:17 Vierzig Tage kam die Flut über die Erde. Und das Wasser wuchs und hob die Arche, daß sie über der Erde schwebte. Gen 7:18 Und das Wasser stieg und wuchs gewaltig an auf Erden, und die Arche fuhr auf dem Wasser. Gen 7:19 Das Wasser stieg nun in gewaltiger Höhe über die Erde, und alle hohen Berge irgendwo unter dem Himmel wurden bedeckt. Gen 7:20 Fünfzehn Ellen darüber hinaus war das Wasser gestiegen; so wurden die Berge bedeckt. Gen 7:21 Da starb ein jeglich Fleisch, das sich auf Erden regte, an Vögeln, Vieh und Getier und an allem Gewürm, das auf Erden kroch, sowie alle Menschen. Gen 7:22 Alles, was des Lebensgeistes Odem in seiner Nase hatte, soweit es sich auf dem Trockenen befand, war tot. Gen 7:23 So vertilgte er alle Wesen auf dem Erdboden, vom Menschen bis zum Vieh und Gewürm und bis zu des Himmels Vögeln. Sie wurden von der Erde vertilgt; nur Noe und was bei ihm in der Arche war, blieb übrig. Gen 7:24 Und das Wasser wuchs auf Erden 150 Tage lang. Gen 8:1 Da gedachte Gott des Noe und all des Getieres und all des Viehs bei ihm in der Arche. Und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, und das Wasser sank. Gen 8:2 Dann schlossen sich des Meeres Sprudel und die Himmelsluken, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt. Gen 8:3 Und das Wasser ging allmählich zurück auf Erden, und nach Ablauf der 150 Tage minderte sich das Wasser. Gen 8:4 Und die Arche ließ sich am 17. Tage des 7. Monats auf dem Araratgebirge nieder. Gen 8:5 Das Wasser aber hatte immer mehr abgenommen, bis zum 10. Monat. Am 1. Tag des 10. Monats waren die Spitzen der Berge sichtbar geworden. Gen 8:6 Nach Ablauf von 40 Tagen öffnete Noe das Fenster der Arche, das er gemacht hatte. Gen 8:7 Und er schickte den Raben aus. Dieser flog hin und her, bis das Wasser auf Erden vertrocknet war. Gen 8:8 Dann ließ Noe die Taube von sich fortfliegen, zu sehen, ob sich das Wasser verlaufen hätte. Gen 8:9 Die Taube aber fand keine Stätte für ihren Fuß. So kam sie zu ihm wieder in die Arche; denn auf der ganzen Erde war noch Wasser. Und er streckte seine Hand aus und nahm sie und brachte sie zu sich in die Arche. Gen 8:10 Da wartete er noch sieben weitere Tage. Dann sandte er zum zweitenmal die Taube aus der Arche. Gen 8:11 Da kam die Taube zu ihm zur Abendzeit mit einem frischen Ölblatt im Schnabel. Da erkannte Noe, daß sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. Gen 8:12 Und er wartete noch weitere sieben Tage; dann ließ er die Taube wieder ausfliegen. Diesmal aber kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück. Gen 8:13 Im 601. Jahre, am ersten Tage des ersten Monats, waren die Wasser auf Erden vertrocknet. Da hob Noe das Dach der Arche und schaute aus, und siehe da, der Erdboden war wasserfrei geworden. Gen 8:14 Am 27. Tage des zweiten Monats war die Erde ganz abgetrocknet. Gen 8:15 Und Gott sprach zu Noe: Gen 8:16 "Geh aus der Arche, du selbst, dein Weib, deine Söhne und deine Schwiegertöchter bei dir! Gen 8:17 Und alles Getier, das bei dir ist, von jedem Fleisch, an Vögeln, Vieh und jeglichem Gewürm, das auf Erden kriecht, führe du mit dir hinaus! Dann wimmle es auf Erden und sei fruchtbar auf Erden und mehre sich." Gen 8:18 Da ging Noe hinaus, seine Söhne, sein Weib und seine Schwiegertöchter bei ihm. Gen 8:19 Alles Getier, alles Gewürm, alle Vögel, alles, was sich auf Erden regt nach seinen Sippen, ging aus der Arche. Gen 8:20 Und Noe baute dem Herrn einen Altar und nahm von allen reinen Tieren und reinen Vögeln einige und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. Gen 8:21 Da roch der Herr den süßen Duft. Und der Herr sprach bei sich: "Nicht will ich fortan mehr dem Boden fluchen des Menschen wegen. Der Menschen Herzenstrachten ist böse ja von Jugend auf. Hinfort will ich kein Lebewesen mehr so schlagen, wie ich's getan. Gen 8:22 Fortan soll nimmer feiern, solange auch die Erde steht, die Saat mitsamt der Ernte und Frost und Hitze, der Sommer und der Winter und Tag und Nacht." Gen 9:1 Und Gott segnete Noe und seine Söhne und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar, mehret euch und füllt die Erde! Gen 9:2 Und Furcht vor euch und Schrecken komme über alle Landtiere und alle Himmelsvögel und über alles, was sich auf dem Boden regt, und über alle Meeresfische; in eure Hand sind sie gegeben. Gen 9:3 Alles, was sich regt und lebt, sei euch zur Speise! So wie das grüne Kraut, so gebe ich euch alles. Gen 9:4 Nur Fleisch mit seinem Lebensblut sollt ihr nicht essen! Gen 9:5 Und vollends euer eigen Blut will ich zurückverlangen; von jedem Tiere will ich's fordern; auch von des Menschen Hand, von seines Bruders Hand will ich das Menschenleben fordern. Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll durch die Menschen auch vergossen werden! Als Gottesbild hat er die Menschen ja gemacht. Gen 9:7 Ihr, seid nun fruchtbar, mehret euch! Verbreitet euch auf Erden! Herrscht über sie!" Gen 9:8 Und Gott sprach zu Noe und seinen Söhnen bei ihm also: Gen 9:9 "Ich schließe meinen Bund mit euch und euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, was an Vögeln, Vieh und allen anderen Tieren auf Erden bei euch, Gen 9:10 mit all denen, die aus der Arche kamen, und allem Getier der Erde. Gen 9:11 Ja, meinen Bund errichte ich mit euch; kein Fleischeswesen werde durch der Flut Gewässer mehr vertilgt, und niemals wieder komme eine Flut, die Erde zu verheeren!" Gen 9:12 Und Gott sprach: "Dies sei des Bundes Zeichen, den ich aufrichte zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch, für ewige Zeiten: Gen 9:13 Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Er sei das Bundeszeichen zwischen mir und dieser Erde! Gen 9:14 Und wölke ich Gewölke ob der Erde, und im Gewölk erscheint der Bogen, Gen 9:15 alsdarin gedenke ich des Bundes, der zwischen mir und euch und allen anderen Fleischeswesen, die da leben, gilt auf Erden. Nie wird das Wasser wieder eine Flut, die allem Fleische das Verderben brächte. Gen 9:16 Und steht der Bogen im Gewölke, dann schaue ich ihn an und denke an den ewigen Bund, der zwischen Gott und allen Fleischeswesen, die da leben, gilt auf Erden." Gen 9:17 Und Gott sprach zu Noe: "Dies ist des Bundes Zeichen, den ich errichtet habe zwischen mir und jedem Fleisch auf Erden." Gen 9:18 Noes Söhne, die aus der Arche gingen, waren Sem, Cham und Japhet; Cham aber war Kanaans Vater. Gen 9:19 Diese drei waren Noes Söhne, und ihnen entsprang die ganze Welt. Gen 9:20 Noe aber begann mit dem Landbau und pflanzte einen Weinberg. Gen 9:21 Da trank er von dem Wein, ward betrunken und lag entblößt in seinem Zelt. Gen 9:22 Da schaute Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters und sagte es seinen beiden Brüdern draußen. Gen 9:23 Sem und Japhet aber nahmen das Obergewand, legten es auf ihre Schultern, gingen rückwärts hinein und bedeckten ihres Vaters Blöße; ihr Gesicht aber war abgewandt, und so hatten sie ihres Vaters Blöße nicht gesehen. Gen 9:24 Als Noe von seinem Wein erwachte, erfuhr er, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte. Gen 9:25 Da sprach er: "Verflucht sei Kanaan! Der niedrigste der Sklaven sei er seinen Brüdern!" Gen 9:26 Und er sprach: "Des Herrn Gesegneter, mein Gott, sei Sem! Doch Kanaan sei ihm Sklave! Gen 9:27 Für Japhet schaffe Gott gar weiten Raum! In Zelten aber wohne Sem! Und Kanaan sei ihm Sklave!" Gen 9:28 Und Noe lebte nach der Flut 350 Jahre. Gen 9:29 Und die ganze Lebensdauer Noes betrug 950 Jahre; dann starb er. Gen 10:1 Und dies ist die Geschlechterfolge der Söhne Noes: Noes Söhnen Sem, Cham und Japhet wurden nach der Flut Söhne geboren. Gen 10:2 Japhets Söhne waren Gomer, Magog, Madai, Javan, Tubal, Mesek und Tiras. Gen 10:3 Gomers Söhne waren Askenaz, Riphat und Togarma. Gen 10:4 Javans Söhne waren Elisa, Tarsis, Kittim und Dodanim. Gen 10:5 Von diesen hatten sich der Heiden Inseln abgezweigt nach ihren Ländern, ihren verschiedenen Sprachen, Stämmen und Völkerschaften. Gen 10:6 Chams Söhne waren Kusch, Misraim, Put und Kanaan. Gen 10:7 Des Kusch Söhne waren Saba, Chavila, Sabta, Regma und Sabteka, und Regmas Söhne waren Scheba und Dedan. Gen 10:8 Und Kusch hatte Nimrod gezeugt; dieser war zuerst ein Kriegsheld auf Erden gewesen. Gen 10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; daher pflegt man zu sagen: "Gleich Nimrod ist er ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn." Gen 10:10 Seine Herrschaft erstreckte sich anfangs auf Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear. Gen 10:11 Von diesem Lande zog er nach Assur; da baute er Ninive - dazu Rechobot-Ir und Kelach Gen 10:12 sowie Resen zwischen Ninive und Kelach -, das ist die große Stadt. Gen 10:13 Und Misraim zeugte die Luditer, Anamiter, Lehabiter und Naphtuchiter Gen 10:14 sowie die Patrusiter und Kasluchiter und die, von denen die Philister stammten, die Kaphtoriter. Gen 10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Chet, Gen 10:16 sowie die Jebusiter, Amoriter und Girgasiter, Gen 10:17 Chiviter, Arkiter, Siniter, Gen 10:18 Arvaditer, Semariter und Chamatiter; hernach breiteten sich die Kanaaniterstämme aus. Gen 10:19 Das Kanaanitergebiet erstreckte sich von Sidon bis nach Gerar, Gaza, Sodoma, Gomorrha, Adma. Seboim und Lesa. Gen 10:20 Dies sind Chams Söhne nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:21 Auch Sem, dem Stammvater aller Söhne Ebers und ältesten Bruder Japhets, wurden Kinder geboren. Gen 10:22 Sems Söhne waren Elam, Assur, Arpaksad, Lud und Aram. Gen 10:23 Arams Söhne waren Uz, Chul, Geter und Masch. Gen 10:24 Und Arpaksad zeugte Selach und Selach den Eber. Gen 10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg, weil sich zu seiner Zeit die Erde gespalten hatte; sein Bruder hieß Joktan. Gen 10:26 Und Joktan zeugte Almodad, Seleph, Chasarmavet, Jerach, Gen 10:27 Hadoram, Uzal, Dikla, Gen 10:28 Obal, Abimael, Scheba, Gen 10:29 Ophir, Chavila und Jobab: dies alles sind Joktans Söhne. Gen 10:30 Ihre Wohnsitze reichten von Mesa bis Sephar beim Ostgebirge. Gen 10:31 Dies sind die Söhne Sems nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:32 Dies sind die Stämme der Noesöhne nach ihren Sippen und Völkerschaften; von ihnen haben sich nach der Flut die Völker auf Erden abgesondert. Gen 11:1 Die ganze Erde aber hatte eine Sprache und einerlei Worte. Gen 11:2 Als sie von Osten herzogen, fanden sie im Lande Sinear eine Ebene und ließen sich darin nieder. Gen 11:3 Und sie sprachen zueinander: "Auf! Laßt uns Luftziegel streichen und Backsteine brennen!" Und der Ziegel diente ihnen als Baustein; das Erdpech aber hatte ihnen als Mörtel gedient. Gen 11:4 Sie sprachen: "Auf! Bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns eine Wohnstatt, daß wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen!" Gen 11:5 Der Herr aber stieg herab, die Stadt und den Turm zu beschauen, den die Menschenkinder gebaut. Gen 11:6 Da sprach der Herr: "Fürwahr! Ein Volk sind sie und haben alle dieselbe Sprache, und dies ist nur der Anfang ihres Tuns, und fortan wäre ihnen nichts verwehrt, was immer sie nur planen. Gen 11:7 Auf nun! Wir wollen jetzt hinab und ihre Sprache mischen, daß keiner je des anderen Sprache mehr verstehe." Gen 11:8 So zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, und sie mußten es lassen, die Stadt auszubauen. Gen 11:9 Darum nennt man sie Babel; denn dort hat der Herr die Sprache der ganzen Erde gemischt, und von dort hat der Herr sie über die ganze Erde zerstreut. Gen 11:10 Dies ist die Geschlechterfolge Sems: Als Sem 100 Jahre alt war, zeugte er Arpaksad, zwei Jahre nach der Flut. Gen 11:11 Und Sem lebte nach Arpaksads Zeugung 500 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:12 Und Arpaksad war 35 Jahre alt; da zeugte er Selach. Gen 11:13 Und Arpaksad lebte nach Selachs Zeugung 403 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:14 Und Selach war 30 Jahre alt; da zeugte er Eber. Gen 11:15 Und Selach lebte nach Ebers Zeugung 403 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:16 Und Eber war 34 Jahre alt, da zeugte er Peleg. Gen 11:17 Und Eber lebte nach Pelegs Zeugung 430 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:18 Und Peleg war 30 Jahre alt; da zeugte er Rëu. Gen 11:19 Und Peleg lebte nach Rëus Zeugung 209 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:20 Und Rëu war 32 Jahre alt; da zeugte er Serug. Gen 11:21 Und Rëu lebte nach Serugs Zeugung 207 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:22 Und Serug war 30 Jahre alt; da zeugte er Nachor. Gen 11:23 Und Serug lebte nach Nachors Zeugung 200 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:24 Und Nachor war 29 Jahre alt; da zeugte er Terach. Gen 11:25 Und Nachor lebte nach Terachs Zeugung 119 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:26 Und Terach war 70 Jahre alt; da zeugte er Abram, Nachor und Haran. Gen 11:27 Dies ist die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte Abram, Nachor und Haran, und Haran zeugte Lot. Gen 11:28 Es starb aber Haran zu Lebzeiten seines Vaters Terach, in seinem Geburtslande zu Ur Kasdim. Gen 11:29 Abram und Nachor nahmen sich dann Weiber; Abrams Weib hieß Sarai und Nachors Weib Milka, die Tochter Harans, des Vaters von Milka und Iska. Gen 11:30 Sarai aber war unfruchtbar; sie hatte nie ein Kind geboren. Gen 11:31 Und Terach nahm seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, das Weib seines Sohnes Abram, und sie zogen mit ihm aus Ur Kasdim, ins Land Kanaan zu wandern. So kamen sie bis Charan; hier aber ließen sie sich nieder. Gen 11:32 Die Tage Terachs beliefen sich auf 205 Jahre; dann starb Terach zu Charan. Gen 12:1 Und der Herr sprach zu Abram: "Aus deinem Lande, deiner Sippe zieh fort, aus deinem Vaterhause, ins Land, das ich dir zeigen werde! Gen 12:2 ich mache dich zu einem großen Volke und segne dich und mache deinen Namen hochberühmt, daß du zum Segen werdest. Gen 12:3 Denn segnen will ich, die dich segnen, und die verfluchen, die dich lästern. Der Erde Stämme alle sollen sich mit dir dann segnen!" Gen 12:4 Und Abram zog fort, wie ihm der Herr gesagt, und mit ihm zog Lot; Abram aber war 75 Jahre alt, als er von Charan fortzog. Gen 12:5 Und Abram nahm sein Weib Sarai und seinen Brudersohn Lot und all ihre Habe, die sie erworben, sowie die Seelen, die sie in Charan bekommen hatten, und sie zogen fort, ins Land Kanaan zu wandern, und sie kamen auch in das Land Kanaan. Gen 12:6 Und Abram durchzog das Land bis zu Sichems Wohnsitz, bis zum Maulbeerbaum; damals aber waren die Kanaaniter im Land. Gen 12:7 Da erschien der Herr dem Abram und sprach: "Ich gebe deinem Stamme dieses Land." Da baute er dort einen Altar dem Herrn, der ihm erschienen war. Gen 12:8 Von dort zog er auf das Gebirge östlich von Betel und schlug sein Zelt auf, Betel im Westen und Ai im Osten. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief des Herrn Namen an. Gen 12:9 Dann zog Abram weiter und weiter, dem Südland zu. Gen 12:10 Nun kam die Hungersnot ins Land, und Abram zog nach Ägypten, hier zu verbleiben; denn schwer lag die Hungersnot auf dem Land. Gen 12:11 Als er nahe bei Ägypten war, sprach er zu seinem Weib Sarai: "Ich weiß wohl, daß du ein schönes Weib bist. Gen 12:12 Sehen dich nun die Ägypter, dann denken sie: Dies ist sein Weib, und alsdann töten sie mich; dich aber werden sie am Leben lassen. Gen 12:13 Sag doch, du seiest meine Schwester, daß es mir um deinetwillen gut gehe. Dann bleibe ich deinetwegen ungefährdet." Gen 12:14 Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß das Weib überaus schön war. Gen 12:15 Auch des Pharao Fürsten sahen sie und rühmten sie vor Pharao. So ward das Weib in Pharaos Haus geholt. Gen 12:16 Dem Abram aber war er ihretwegen hold geworden; und so bekam er Schafe, Rinder, Esel, Sklaven, Mägde, Eselinnen und Kamele. Gen 12:17 Der Herr aber schlug mit schweren Plagen Pharao und sein Haus wegen Sarai, des Weibes Abrams. Gen 12:18 Da ließ Pharao den Abram rufen und sprach: "Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir verhehlt, daß sie dein Weib ist? Gen 12:19 Warum hast du gesagt: 'Sie ist nur meine Schwester'? Und so nahm ich sie mir zum Weib. Nun aber sieh, hier ist dein Weib! Nimm sie und geh fort!" Gen 12:20 Und Pharao entbot seinetwegen Leute, daß sie ihn, sein Weib und all seine Habe fortschafften. Gen 13:1 Abram zog nun von Ägypten aufwärts, er, sein Weib und all seine Habe, auch Lot mit ihm, ins Südland. Gen 13:2 Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Gen 13:3 Und er zog nach öfterem Lagern aus dem Südland bis nach Betel, bis an die Stätte, wo vordem sein Zelt gestanden, zwischen Betel und Ai, Gen 13:4 zu der Stätte des Altars, den er früher dort gebaut hatte. Dort rief Abram des Herrn Namen an. Gen 13:5 Auch Lot, der mit Abram zog, besaß Schafe, Rinder und Kamele. Gen 13:6 Aber das Land ließ sie nicht beisammen hausen; denn ihre Habe war groß geworden, und so konnten sie nicht beieinander bleiben. Gen 13:7 Und Streit ward zwischen den Hirten der Herde Abrams und denen der Herde Lots; die Kanaaniter und die Periziter hausten aber damals im Land. Gen 13:8 Da sprach Abram zu Lot: "Nimmer sei Zwietracht zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen! Wir sind ja Brüder. Gen 13:9 Steht nicht das ganze Land dir offen? Trenne dich lieber von mir! Willst du zur Linken, gehe ich zur Rechten; willst du zur Rechten, gehe ich zur Linken." Gen 13:10 Da hob Lot seine Augen auf und sah, daß die ganze Au des Jordan völlig bewässert war, bevor der Herr Sodom und Gomorrha zerstörte - gleich dem Garten des Herrn und wie das Ägypterland - bis Soar hin. Gen 13:11 Und Lot wählte sich die ganze Au des Jordan. So brach Lot nach Osten auf, und sie schieden voneinander. Gen 13:12 Abram hatte sich im Lande Kanaan angesiedelt. Lot aber in den Städten der Au, und so zeltete er bis nach Sodom. Gen 13:13 Sodoms Männer aber waren böse und gewaltige Sünder wider den Herrn. Gen 13:14 Der Herr aber sprach zu Abram, als Lot von ihm geschieden: "Erhebe deine Augen! Schau von dem Orte, wo du bist, nach Norden, Süden, Osten und Westen! Gen 13:15 All das Land, das du erblickst, gebe ich dir und deinem Stamm für immer. Gen 13:16 Dann mache ich deinen Stamm den Staubkörnchen der Erde gleich. Vermöchte jemand der Erde Staubkörnchen zu zählen, dann könnte auch dein Stamm gezählt werden. Gen 13:17 Auf! Umwandle dieses Land nach Länge und Breite! Denn dir will ich es geben." Gen 13:18 Und Abram stimmte zu, kam und ließ sich bei Mamres Terebinthen zu Hebron nieder und baute hier dem Herrn einen Altar. Gen 14:1 Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Königs von Sinear, Adoks, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Tidals, des Königs von Gojim. Gen 14:2 Diese hatten Krieg beschlossen wider Bera, Sodoms König, Birsa, den König von Gomorrha, Sinab, den König von Adma, Semeber, den König von Seboim, und den König von Bela, das ist Soar. Gen 14:3 Alle diese zogen vereint in das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. Gen 14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedorlaomer dienstbar gewesen; im dreizehnten aber fielen sie ab. Gen 14:5 Im vierzehnten Jahre nun zogen Kedorlaomer und die Könige bei ihm heran; da schlugen sie die Rephaiter zu Astarot Karnaim, die Zuziter zu Ham und die Emiter in der Ebene von Kirjataim Gen 14:6 und die Choriter auf den Bergen von Seïr bis nach EI Paran, das östlich von der Wüste liegt. Gen 14:7 Dann machten sie kehrt und kamen nach En Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Gefilde der Amalekiter, sowie die Amoriter, die in Chasason Tamar hausten. Gen 14:8 Da zogen der König von Sodom und der König von Gomorrha aus, sowie der König von Adma, der König von Seboim und der von Bela, das ist Soar, und rüsteten zum Kampfe gegen jene im Siddimtale, Gen 14:9 gegen Kedorlaomer, den König von Elam, Tidal, den König von Gojim, Amraphel, den König von Sinear, und Arjok, den König von Ellasar, vier Könige gegen fünf. Gen 14:10 Das Siddimtal aber ist voller Erdpechgruben. Als nun die Könige von Sodom und Gomorrha fliehen mußten, warfen sie sich hinein; die übrigen aber flohen ins Gebirge. Gen 14:11 Da nahmen jene alle Habe Sodoms und Gomorrhas und all ihren Mundvorrat und zogen ab. Gen 14:12 Auch Lot, Abrams Brudersohn, und seine Habe nahmen sie mit und zogen ab; er wohnte nämlich zu Sodom. Gen 14:13 Nun kam ein Flüchtling und brachte Kunde dem Hebräer Abram; er wohnte bei den Terebinthen Mamres, des Amoriters, des Bruders von Eskol und Aner, und diese waren mit Abram im Bund. Gen 14:14 Als Abram hörte, sein Bruder sei gefangen, entbot er seine Verbündeten und seine 318 Hausgeborenen und jagte bis Dan nach. Gen 14:15 Er überfiel sie des Nachts, er und seine Diener, schlug und verfolgte sie bis Choba, links von Damaskus. Gen 14:16 So brachte er alle Habe zurück. Auch seinen Bruder Lot und seine Habe brachte er zurück, ebenso die Weiber und das Volk. Gen 14:17 Da zog ihm der König von Sodom entgegen, als er vom Sieg über Kedorlaomer und die Könige bei ihm zurückkehrte, im Tale Save, das ist das Königstal. Gen 14:18 Der König von Salem aber, Melchisedech, hatte Brot und Wein mitgebracht; er war ja ein Priester des höchsten Gottes. Gen 14:19 Und er segnete ihn und sprach: "Vom höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden, sei gesegnet Abram! Gen 14:20 Gepriesen sei der höchste Gott, der deine Feinde dir in die Hand gegeben!" Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. Gen 14:21 Und der König von Sodom sprach zu Abram: "Gib mir die Leute! Die Habe behalte für dich!" Gen 14:22 Da sprach Abram zum König von Sodom: "Zum Herrn, dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde, erhebe ich meine Hand: Gen 14:23 Keinen Faden, keinen Schuhriemen, gar nichts von dem, was dir eigen, nehme ich an. Du sollst nicht sagen: 'Ich habe Abram reich gemacht.' Gen 14:24 Nichts will ich. Nur was die Jungmannschaft verzehrt, und den Anteil für die Männer, die mit mir gezogen, Aner, Eskol und Mamre! Sie mögen ihren Anteil nehmen!" Gen 15:1 Hernach erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesichte also: "Abram, fürchte dich nicht! Ich bin dir doch ein Schild; dein Lohn ist überreich." Gen 15:2 Da sprach Abram: "Herr, ach Herr, was kannst du mir geben, da ich doch kinderlos wandle? Ist doch der Sohn meines Haussklaven Eliezer der Erbesohn." Gen 15:3 Und Abram sprach: "Mir hast du ja keinen Nachkommen geschenkt; so wird mich mein Haussklave eben beerben." Gen 15:4 Aber da erging das Wort des Herrn an ihn also: "Dieser wird dich nicht beerben; dein eigener Leibessprosse wird dich einst beerben." Gen 15:5 Und er führte ihn ins Freie und sprach: "Blick auf zum Himmel und zähle die Sterne! Kannst du sie zählen?" Dann sprach er zu ihm: "Also wird auch dein Stamm sein." Gen 15:6 Und er glaubte dem Herrn, und dies erachtete er ihm als Verdienst. Gen 15:7 Und er sprach zu ihm: "Ich bin der Herr, der dich aus Ur Kasdim geführt, um dir dies Land zu geben, damit du es besitzest." Gen 15:8 Da sprach er: "Herr, ach Herr! Woran erkenne ich, daß ich's besitzen soll?" Gen 15:9 Und er sprach zu ihm:"Hol mir jetzt eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube sowie eine junge Taube!" Gen 15:10 Da holte er ihm diese alle. Dann zerlegte er sie mitten durch und legte jede Hälfte der anderen gegenüber; die Vögel aber hatte er nicht zerteilt. Gen 15:11 Da stießen die Raubvögel auf die Tierleichen nieder; Abram aber scheuchte sie. Gen 15:12 Wie nun die Sonne im Untergehen war, befiel Abram ein Tiefschlaf, und eine schwere, dunkle Ahnung überkam ihn. Gen 15:13 Da sprach er zu Abram. "Du sollst jetzt wissen: Dein Stamm wird Fremdling sein in einem Lande, das dir nicht eigen. Dann front er ihm, und dies bedrückt ihn an vierhundert Jahre. Gen 15:14 Jedoch das Volk, dem sie dort fronen, das will ich richten. Dann ziehen sie mit reicher Habe aus. Gen 15:15 Du aber gehst zu deinen Vätern ein im Frieden, zu deiner Grabesstatt in schönem Alter. Gen 15:16 Im vierten Gliede kehren sie hierher; noch ist nicht voll der Amoriter Maß." Gen 15:17 Dann ging die Sonne unter, und dichte Finsternis kam; da erschien ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, und zwischen jenen Stücken fuhr es durch. Gen 15:18 An jenem Tag schloß der Herr mit Abram einen Bund mit den Worten: "Ich gebe deinem Stamme dieses Land vom Fluß Ägyptens bis zum großen Strom, dem Euphratstrom, Gen 15:19 das Gebiet der Keniter, Keniziter, Kadmoniter, Gen 15:20 Chittiter, Periziter, Rephaiter Gen 15:21 und Amoriter, Kanaaniter, Girgasiter sowie Jebusiter." Gen 16:1 Sarai aber, Abrams Weib, hatte ihm kein Kind geboren; sie hatte aber eine ägyptische Magd, die Hagar hieß. Gen 16:2 Nun sprach Sarai zu Abram: "Der Herr hat mir Kinder versagt. Heirate meine Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu Kindern. Und Abram folgte den Worten Sarais. Gen 16:3 So nahm Sarai, Abrams Weib, ihre Magd, die Ägypterin Hagar, nach Ablauf von zehn Jahren, die Abram im Lande Kanaan gewohnt, und gab sie ihrem Manne Abram, ihm selbst, zum Weib. Gen 16:4 Und er heiratete Hagar, und sie empfing. Als sie aber sah, daß sie guter Hoffnung war, sank ihre Herrin in ihren Augen. Gen 16:5 Da sprach Sarai zu Abram: "Meine Kränkung über dich! Ich selbst habe dir meine Magd abgetreten; nun sie aber sah, daß sie in Hoffnung sei, sank ich in ihren Augen. Zwischen mir und dir richte der Herr!" Gen 16:6 Da sprach Abram zu Sarai: "In deiner Hand ist deine Magd. Tue mit ihr, wie es dir gefällt!" Da drückte Sarai sie so, daß sie ihr entfloh. Gen 16:7 Der Engel des Herrn aber traf sie an einem gewissen Wasserquell in der Wüste, am Quell auf dem Wege nach Schur. Gen 16:8 Und er sprach: "Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her? Wo gehst du hin?" Sie sprach: "Vor meiner Herrin Sarai bin ich flüchtig." Gen 16:9 Da sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Kehr heim zu deiner Herrin und unterwirf dich ihren Händen!" Gen 16:10 Dann sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Ich mache deinen Stamm gar zahlreich; vor Menge kann man ihn nicht zählen." Gen 16:11 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: "Du bist gesegnet und wirst einen Sohn gebären. Den heißest du Ismael: denn der Herr hat dein Elend gehört. Gen 16:12 Ein Wildeselmensch wird er werden; seine Hand gegen alle und aller Hand gegen ihn! Allen seinen Brüdern steht er dreist gegenüber." Gen 16:13 Da nannte sie den Herrn, der mit ihr redete, "du bist der Gott des Trostes"; denn sie sprach: "Habe ich nicht schließlich Trost erfahren?" Gen 16:14 Daher nannte man den Brunnen: Lachaj Roi (Des Lebenden Trostbrunnen): er liegt zwischen Kades und Berad. Gen 16:15 Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar geboren, Ismael. Gen 16:16 Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram den Ismael gebar. Gen 17:1 Abram war 99 Jahre alt; da erschien der Herr dem Abram und sprach zu ihm: "Ich bin ein mächtiger Gott. Vor mir nur wandle! Alsdann fehlt dir nichts. Gen 17:2 Ich schließe zwischen mir und dir den Bund und will dich mächtig mehren." Gen 17:3 Da fiel Abram auf sein Antlitz, und Gott redete mit ihm also: Gen 17:4 "Das ist mein Bund mit dir: Stammvater einer Völkermenge wirst du jetzt. Gen 17:5 Drum sollst du fortan nimmer Abram heißen. Nein, Abraham ist jetzt dein Name; zu einer Völkermenge Vater mache ich dich ja. Gen 17:6 Ich lasse dich gar zahlreich werden und mache dich zu Völkern, und Könige entsprießen dir. Gen 17:7 Und zwischen mir und dir errichte ich den Bund und zwischen mir und deinem Stamm nach dir, ja, einen ewigen Bund für alle die Geschlechter, daß ich dir Schutzgott sei und deinem Stamm nach dir. Gen 17:8 Ich gebe dir und deinem Stamm nach dir den Boden deiner Pilgerfahrten, das ganze Land von Kanaan, zu ewigem Besitze; ein Schutzgott will ich ihnen sein." Gen 17:9 Und Gott sprach zu Abraham: "Du aber halte meinen Bund, du und dein Stamm nach dir, in allen den Geschlechtern! Gen 17:10 Das ist mein Bund, den ihr einhalten sollt, der zwischen mir und euch und deinem Stamm nach dir besteht: Bei euch soll alles Männliche beschnitten werden! Gen 17:11 Und zwar sollt ihr an eurer Vorhaut Fleisch beschnitten sein! Dies ist das Bundeszeichen zwischen mir und euch. Gen 17:12 Bei euch soll mit acht Tagen alles Männliche beschnitten werden, Geschlecht für Geschlecht, auch selbst der Haussklave und der von irgendeinem Fremden Angekaufte, der nimmer deines Stammes ist. Gen 17:13 Beschnitten werde dein Haussklave und der von dir mit Geld Erkaufte! So sei mein Bund an eurem Fleisch zum ewigen Bunde! Gen 17:14 Doch wer gesund und dennoch unbeschnitten ist, wer nicht an seiner Vorhaut Fleisch beschnitten, ein solches Wesen wird aus seinem Volke ausgestrichen. Zerrissen hat es meinen Bund." Gen 17:15 Und Gott sprach zu Abraham: "Du sollst dein Weib Sarai nicht länger Sarai nennen! Nein! Sara soll ihr Name sein! Gen 17:16 Ich segne sie und schenke dir durch sie noch einen Sohn. Ich segne sie; dann wird sie eine Völkermutter, und Völkerkönige entsprießen ihr." Gen 17:17 Da fiel Abraham auf sein Antlitz, lachte und sprach bei sich: "Sollte einem Hundertjährigen noch ein Kind geboren werden, oder sollte Sara, die neunzigjährige, noch gebären können?" Gen 17:18 Und Abraham sprach zu Gott: "Möchte nur Ismael auf dein Geheiß am Leben bleiben!" Gen 17:19 Da sprach Gott: "Trotzdem wird Sara, dies dein Weib, dir einen Sohn gebären; den sollst du Isaak heißen! Mit ihm errichte ich dann meinen Bund zum ewigen Bund für seinen Stamm nach ihm. Gen 17:20 Auch Ismaels wegen will ich dich erhören; ich segne ihn und lasse Frucht ihn tragen und mehre ihn gar mächtiglich. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und also mache ich auch ihn zu einem großen Volke. Gen 17:21 Doch meinen Bund will ich mit Isaak schließen, den dir um diese Zeit im künftigen Jahre Sara schenkt." Gen 17:22 Und er beendete seine Unterredung mit ihm. Und Gott fuhr vor Abraham auf. Gen 17:23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle seine Haussklaven, sowie alle mit Geld von ihm Erkauften, jedes Männliche unter den Leuten in Abrahams Haus, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tage, gleich nachdem Gott mit ihm gesprochen hatte. Gen 17:24 Abraham aber war 99 Jahre alt, als er am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ward. Gen 17:25 Und 13 Jahre alt war sein Sohn Ismael, als er am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ward. Gen 17:26 Am gleichen Tage war Abraham beschnitten worden wie sein Sohn Ismael. Gen 17:27 Und alle seine Hausgenossen, sowohl die Haussklaven als auch die mit Geld von Fremden Gekauften, waren mit ihm beschnitten worden. Gen 18:1 Und der Herr erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, als er sich an den Zelteingang zur Vormittagszeit setzte. Gen 18:2 Wie er nun seine Augen erhob und aufblickte, standen drei Männer vor ihm. Kaum sah er sie, lief er schon vom Zelteingang auf sie zu und neigte sich zu Boden. Gen 18:3 Dann sprach er: "Herr, finde ich in deinen Augen Gnade, dann ziehe nicht an deinem Sklaven vorüber! Gen 18:4 Man soll etwas Wasser bringen! Dann wascht ihr euch die Füße und legt euch unter diesen Baum! Gen 18:5 Ich hole inzwischen einen Bissen Brot, daß ihr euch stärket. Dann mögt ihr weiterziehen! Denn darum seid ihr bei eurem Sklaven vorbeigekommen." Sie sprachen: "Tu so, wie du gesagt!" Gen 18:6 Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: "Schnell drei Maß Mehl, Feinmehl! Knete und backe Kuchen!" Gen 18:7 Dann lief Abraham zu den Rindern, holte ein Kalb, zart und kräftig, und gab es dem Diener, der es eilends bereitete. Gen 18:8 Dann holte er Butter und Milch sowie das Kalb, das er hatte bereiten lassen, und setzte es ihnen vor; er selbst wartete ihnen unter dem Baume auf, während sie aßen. Gen 18:9 Da sprachen sie zu ihm: "Wo ist denn Sara, dein Weib?" Er sprach: "Hier im Zelt!" Gen 18:10 Da sprach er: "Ich kehre zu dir nach Ablauf von neun Monaten zurück; da hat dein Weib Sara einen Sohn." Sara aber horchte am Zelteingang hinter ihm. Gen 18:11 Abraham aber und Sara waren alt und hochbetagt, und Sara erging es nicht mehr nach Weiberart. Gen 18:12 So lachte Sara in sich hinein, indem sie dachte: "Welk geworden, sollte ich noch der Liebe pflegen? Mein Herr ist gleichfalls alt." Gen 18:13 Darauf sprach der Herr zu Abraham: "Warum lacht Sara und denkt dabei: 'Soll ich wahrhaftig ein Kind bekommen, nachdem ich alt geworden?' Gen 18:14 Ist für den Herrn etwas unmöglich? Um diese Zeit kehre ich zu dir nach Ablauf von neun Monaten zurück; dann hat Sara einen Sohn." Gen 18:15 Da leugnete Sara und sprach: "Ich habe nicht gelacht"; denn sie hatte Angst bekommen; er aber sprach: "Nein! Du hast gelacht." Gen 18:16 Herauf brachen die Männer von da auf und bogen gegen Sodom ab; Abraham aber ging mit ihnen, sie zu begleiten. Gen 18:17 Und der Herr sprach: "Soll ich vor Abraham verhehlen, was ich zu tun im Sinne habe? Gen 18:18 Doch Abraham soll zu einem Volke werden, groß und stark! Dann sollen sich in ihm die Erdenvölker alle segnen! Gen 18:19 Nein! Auserkoren hab ich ihn, auf daß er seinen Söhnen und dem Haus nach ihm gebiete, sie sollen doch den Weg des Herrn einhalten Gerechtigkeit und Recht ausübend, auf daß der Herr das über Abraham brächte, was er ihm einst verheißen hat." Gen 18:20 Und der Herr sprach: "Der Klageruf schwillt wider Sodom und Gomorrha an, und ihre Sünde wuchtet schwer. Gen 18:21 Ich will hinab und sehen, ob sie getan, so wie ihr Ruf, der vor mich kam, vermeldet. Alsdann Vernichtung! Wenn aber nicht - ich will es wissen." Gen 18:22 Da wandten sich die Männer von dort weg und gingen Sodom zu. Abraham aber blieb vor dem Herrn stehen. Gen 18:23 Und Abraham trat vor und sprach: "Willst du Schuldlose mit Schuldigen hinraffen? Gen 18:24 Vielleicht gibt's in der Stadt noch fünfzig Schuldlose. Willst du diese hinraffen und nicht vielmehr den Ort begnadigen, den fünfzig Schuldlosen darin zulieb? Gen 18:25 Nicht würdig wäre es deiner, solches zu tun, Schuldige und Unschuldige zusammen zu töten, daß es eins wäre, schuldlos oder schuldig. Das wäre deiner unwürdig. Sollte der ganzen Erde Richter nicht Gerechtigkeit üben?" Gen 18:26 Da sprach der Herr: "Fänd ich nur fünfzig Schuldlose zu Sodom in der Stadt, dann wollte ich ihretwegen den ganzen Ort begnadigen." Gen 18:27 Da hob Abraham an und sprach: "Ich habe mich nun unterfangen, mit meinem Herrn zu reden, wennschon ich Staub und Asche bin. Gen 18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Schuldlosen nur fünf. Willst du die ganze Stadt um dieser fünfe willen zugrunde richten?" Er sprach: "Nein, falls ich dort fünfundvierzig fände." Gen 18:29 Da redete er abermals mit ihm und sprach: "Vielleicht finden sich nur vierzig darin." Er sprach: "Dann tue ich es nicht um der vierzig willen." Gen 18:30 Er sprach: "Ach zürne nicht, mein Herr, daß ich noch einmal rede! Vielleicht finden sich nur dreißig darin." Er sprach: "Dann tue ich es nicht, wenn ich nur dreißig darin fände." Gen 18:31 Er sprach - "Ich habe mich nun schon unterfangen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich nur zwanzig darin." Er sprach: "Ich richte sie nicht zugrunde um der zwanzig Willen." Gen 18:32 Er sprach: "Ach zürne nicht, mein Herr, wenn ich dies eine Mal noch rede! Vielleicht finden sich nur zehn darin." Er sprach: "Ich richte sie dann nicht zugrunde wegen dieser zehn." Gen 18:33 Dann ging der Herr fort, sogleich, nachdem er das Gespräch mit Abraham beendet hatte. Abraham aber kehrte an seinen Ort zurück. Gen 19:1 Und die beiden Engel kamen des Abends nach Sodom; Lot aber wohnte in Sodoms Vorstadt. Als Lot sie erblickte, trat er an sie heran und neigte sich bis zum Boden. Gen 19:2 Dann sprach er: "Meine Herren! Kehrt doch in eures Knechtes Haus zur Nachtrast ein und wascht euch die Füße! Dann möget ihr frühmorgens eures Weges ziehen!" Sie aber sprachen: "Nein! Wir wollen auf der Straße mächtigen." Gen 19:3 Er aber drang inständig in sie, und so kehrten sie bei ihm ein und betraten sein Haus. Da bereitete er ihnen eine Mahlzeit, buk ungesäuerte Kuchen, und sie aßen. Gen 19:4 Noch hatten sie sich nicht schlafen gelegt, als schon die Männer der Stadt, die Leute von Sodom, das Haus umringten, jung und alt, das ganze Volk bis auf den letzten Mann. Gen 19:5 Und sie riefen nach Lot und sprachen zu ihm: "Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bring sie uns heraus, damit wir sie erkennen!" Gen 19:6 Da ging Lot zu ihnen vor die Tür hinaus; die Tür aber verschloß er hinter sich. Gen 19:7 Und er sprach: "Meine Brüder, tut doch nichts so Unnatürliches! Gen 19:8 Da habe ich zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben, sie will ich zu euch bringen. Tut an ihnen, was euch beliebt. Doch diesen Männern dürft ihr nichts tun; denn darum sind sie in meines Daches Schatten getreten." Gen 19:9 Da schrien sie: "Pack dich weg!" und sagten: "Kam einer als Gast und Richter zugleich? Jetzt tun wir dir noch übler als jenen." Und sie drangen hart auf den Mann, auf Lot, ein und gingen daran, die Tür zu erbrechen. Gen 19:10 Da griffen die Männer hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus, nachdem sie die Tür abgeschlossen hatten. Gen 19:11 Die Leute am Hauseingang aber hatten sie mit Blindheit geschlagen, klein und groß, und so konnten sie die Tür nicht finden. Gen 19:12 Die Männer aber sprachen zu Lot: "Hast du noch jemanden hier? Etwa einen Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter? All die Deinen in der Stadt führe von diesem Ort weg! Gen 19:13 Denn wir vertilgen diese Stätte, weil der Klageschrei wider sie vor dem Herrn mächtig geworden. Darum sandte uns der Herr, sie zu verderben." Gen 19:14 Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet, und sprach: "Auf! Fort aus diesem Ort! Der Herr will diese Stadt vertilgen!" Aber er schien seinen Schwiegersöhnen zu scherzen. Gen 19:15 Nach Anbruch der Morgenröte aber drängten die Engel Lot und sprachen: "Auf! Nimm dein Weib und diese deine beiden Töchter hier, daß du nicht weggerafft wirst ob der Missetat der Stadt!" Gen 19:16 Als er zögerte, griffen die Männer ihn, sein Weib und seine beiden Töchter an der Hand, weil der Herr ihn schonen wollte; sie führten ihn fort und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. Gen 19:17 Während sie sie hinausführten, sprach einer: "Flüchte dich um deines Lebens willen! Schau dich nicht um! Bleib nirgends in der Niederung stehen! Flieh ins Gebirge, daß du nicht weggerafft wirst!" Gen 19:18 Lot aber sprach zu ihnen: "Nicht so, Herr! Gen 19:19 Dein Knecht hat nun einmal Gnade bei dir gefunden; groß Erbarmen hast du mir erwiesen, mir das Leben zu retten; aber ich kann nicht ins Gebirge fliehen. Dann aber könnte mich das Verderben ereilen, daß ich stürbe! Gen 19:20 Siehe, diese Stadt ist nahe genug, hineinzuflüchten, und nur ein kleines Stück ist's noch. Dahin könnte ich mich flüchten. Es ist ja nur noch ein kleines Stück; dann könnte ich am Leben bleiben." Gen 19:21 Er sprach zu ihm: "Wohlan, ich nehme auch darin Rücksicht auf dich und will diese Stadt, von der du sprichst, nicht zerstören. Gen 19:22 Flieh eilends dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin kommst." Deshalb nannte man die Stadt Soar ("Kleinigkeit"). Gen 19:23 Eben war die Sonne aufgegangen; da kam Lot nach Soar. Gen 19:24 Der Herr aber ließ auf Sodom und Gomorrha Schwefel und Feuer regnen, vom Herrn her, vom Himmel herab. Gen 19:25 Und er vernichtete diese Städte, die ganze Niederung und alle Insassen der Städte und das Gewächs des Feldes. Gen 19:26 Sein Weib aber schaute hinter sich und ward zu einer Salzsäule. Gen 19:27 Abraham begab sich nun in der Frühe an die Stätte, wo er vor dem Herrn gestanden. Gen 19:28 Und er schaute auf Sodom und Gomorrha hinab und auf das ganze Land der Niederung; da sah er, wie ein Qualm vom Lande aufstieg, wie eines Schmelzofens Qualm. Gen 19:29 So war es, als Gott die Städte der Niederung zerstörte; dabei gedachte Gott Abrahams und schickte Lot aus dem Bereich der Zerstörung weg, als er die Städte, in denen Lot gewohnt, zerstörte. Gen 19:30 Lot zog dann von Soar hinauf und wohnte im Gebirge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, in Soar zu bleiben. So wohnte er in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. Gen 19:31 Da sprach die Ältere zu der jüngeren: "Unser Vater ist alt, und auf Erden gibt es niemand mehr, der Umgang mit uns haben könnte nach aller Welt Brauch. Gen 19:32 Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, daß wir durch unseren Vater unseren Stamm erhalten!" Gen 19:33 Da gaben sie ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken; dann ging die Ältere hinein und schlief bei ihrem Vater; er aber merkte nicht, wie sie sich legte, noch wie sie aufstand. Gen 19:34 Am Tage darauf sprach die Ältere zur Jüngeren: "Siehe, ich habe heute nacht bei meinem Vater geschlafen; wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben. Dann geh hinein und schlaf bei ihm, daß wir durch unseren Vater unseren Stamm erhalten!" Gen 19:35 Und sie gaben ihrem Vater auch an diesem Abend Wein zu trinken; dann ging die Jüngere hin und schlief bei ihm; er aber merkte nicht, wie sie sich legte, noch wie sie aufstand. Gen 19:36 Also kamen die beiden Töchter Lots durch ihren Vater in Hoffnung. Gen 19:37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab; das ist der Stammvater der heutigen Moabiter. Gen 19:38 Auch die jüngere gebar einen Sohn und sie nannte ihn Ben Ammi; das ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. Gen 20:1 Und Abraham zog von dort ins Gebiet des Südlands und wohnte zwischen Kades und Schur. Als er einst zu Gerar weilte, Gen 20:2 sprach Abraham von seinem Weibe Sara: "Sie ist meine Schwester." Da sandte der König von Gerar, Abimelech, hin und ließ Sara holen. Gen 20:3 Gott aber kam im nächtlichen Traume zu Abimelech und sprach zu ihm: "Des Weibes wegen, das du geholt, mußt du sterben, ist sie doch eine Ehefrau." Gen 20:4 Abimelech aber war ihr noch nicht genaht; so sprach er: "Herr, bringst du auch schuldlose Leute um? Gen 20:5 Er hat doch selbst zu mir gesagt: 'Sie ist meine Schwester' und auch sie hat gesagt: 'Er ist mein Bruder.' In meines Herzens Einfalt und mit reinen Händen habe ich das getan." Gen 20:6 Da sprach Gott zu ihm im Traume: "Auch ich weiß, daß du in deines Herzens Einfalt so gehandelt, und so bewahrte ich selbst dich davor, gegen mich zu sündigen; darum habe ich dir nicht zugelassen, sie zu berühren. Gen 20:7 Gib aber jetzt dem Manne sein Weib heraus! Weil er ein Prophet ist, soll er für dich beten, daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht heraus, so wisse, daß du sterben mußt, du samt all den Deinen!" Gen 20:8 Da rief frühmorgens Abimelech alle seine Diener zusammen und erzählte ihnen all das, und die Männer erschraken sehr. Gen 20:9 Dann ließ Abimelech Abraham rufen und sprach zu ihm: "Was hast du uns angetan? Womit habe ich gegen dich gefehlt, daß du so schwere Schuld über mich und über mein Gebiet gebracht hast? Was nimmermehr geschehen durfte, hast du mir angetan." Gen 20:10 Dann sprach Abimelech zu Abraham: "Was ist dir eingefallen, daß du dies getan hast?" Gen 20:11 Da sprach Abraham: "Ich habe eben gedacht: 'Gar keine Furcht vor Gott herrscht an diesem Ort; sie bringen mich meines Weibes wegen um.' Gen 20:12 Auch ist sie wirklich meine Schwester, meines Vaters Tochter, nur nicht meiner Mutter Tochter, und so ist sie mein Weib geworden. Gen 20:13 Als mich die Himmlischen aus meines Vaters Hause auf die Irrfahrt schickten, sprach ich zu ihr. 'Tu mir dies zuliebe! Wohin wir kommen, sag von mir: Es ist mein Bruder.'" Gen 20:14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Sklaven und Mägde und gab sie Abraham; auch gab er ihm sein Weib Sara heraus. Gen 20:15 Und Abimelech sprach: "Mein Land steht dir offen. Laß dich nieder, wo es dir beliebt!" Gen 20:16 Zu Sara aber sprach er: "Ich schenke deinem Bruder tausend Silberstücke. Dies sei dir Ersatz für alles, was dir, deinen Knechten und Mägden widerfahren ist." Gen 20:17 Abraham aber betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech, sein Weib und seine Mägde, daß sie Geburten hatten; Gen 20:18 denn der Herr hatte jeden Schoß in Abimelechs Hause wegen Sara, des Weibes Abrahams, verschlossen. Gen 21:1 Der Herr aber hatte Sara heimgesucht, wie er verheißen. Und der Herr tat an Sara, wie er vorausgesagt hatte. Gen 21:2 Und Sara war guter Hoffnung und gebar einen Sohn dem Abraham in seinem Greisenalter um die Zeit, die Gott vorausgesagt hatte. Gen 21:3 Und Abraham nannte seinen neugeborenen Sohn, den ihm die Sara gebar, Isaak. Gen 21:4 Und Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, wie ihm Gott befohlen hatte. Gen 21:5 Abraham aber war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren ward. Gen 21:6 Da sprach Sara: "Zum Scherze hat mich Gott gemacht. Wer davon hört, scherzt über mich." Gen 21:7 Und sie sprach: "Wer hätte Abraham zugeflüstert: 'Sara stillt Kinder noch?' Nun habe ich ihm doch noch einen Sohn in seinem Greisenalter geboren." Gen 21:8 Und das Kind wuchs und wurde entwöhnt, und Abraham bereitete ein großes Mahl an dem Tag, an dem Isaak entwöhnt ward. Gen 21:9 Sara aber sah den Sohn der Ägypterin Hagar, den sie Abraham geboren, wie er seinen Spott trieb. Gen 21:10 Da sprach sie zu Abraham: "Jage diese Magd und ihren Sohn fort! Denn dieser Magd Sohn soll nicht mit Isaak, meinem Sohn, erben!" Gen 21:11 Dies Wort aber betrübte Abraham heftig wegen seines Sohnes. Gen 21:12 Doch Gott sprach zu Abraham: "Nicht um den Knaben sei's dir leid und nicht um deine Magd! In allem, was dir Sara sagt, höre auf ihre Stimme! Nur wer von Isaak stammt, trägt deines Stammes Namen. Gen 21:13 Doch mache ich zu einem Volke auch den Sohn der Magd; auch er ist ja dein Sproß." Gen 21:14 Da nahm Abraham am anderen Morgen früh Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab es Hagar; das Kind legte er auf ihre Schultern und schickte sie fort. Da zog sie hin und verirrte sich in der Wüste Beerseba. Gen 21:15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende ging, ließ sie das Kind unter einem der Sträucher liegen, Gen 21:16 ging fort und saß für sich, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: "Ich kann nicht ansehen, wie das Kind stirbt." So saß sie abseits, erhob ihre Stimme und weinte. Gen 21:17 Gott aber hörte ihr Gebet um den Knaben, und Gottes Engel rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: "Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! Gott hat ja dein Gebet um den Knaben gehört, wo immer er ist. Gen 21:18 Auf! Nimm den Knaben! Fasse durch ihn wieder Mut! Ich will ihn ja zu einem großen Volke machen." Gen 21:19 Und Gott tat ihr die Augen auf, und sie erblickte einen Wasserquell. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. Gen 21:20 Und Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und wohnte in der Wüste und war ein Meister mit dem Bogen. Gen 21:21 Er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter besorgte ihm ein Weib aus dem Ägypterlande. Gen 21:22 In jener Zeit redeten Abimelech und sein Heerführer Pikol mit Abraham: "Gott ist mit dir in allem, was du tust. Gen 21:23 Nun schwöre mir hier bei Gott, daß du weder mich noch meinen Schoß und Sproß schädigest, sondern Güte, wie ich an dir geübt, auch an mir üben willst, desgleichen an dem Lande, in dem du zu Gast weilst!" Gen 21:24 Da sprach Abraham: "Ich schwöre es." Gen 21:25 Abraham aber stellte Abimelech zur Rede wegen des Wasserbrunnens, den Abimelechs Knechte weggenommen hatten. Gen 21:26 Abimelech aber sprach: "Ich weiß nicht, wer dies getan; du hast mir nichts gesagt, noch habe ich bis heute davon gehört." Gen 21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie schlossen einen Vertrag miteinander. Gen 21:28 Abraham aber stellte die sieben Lämmer der Herde besonders. Gen 21:29 Da sprach Abimelech zu Abraham: "Was sollen diese sieben Lämmer, die du besonders stellst?" Gen 21:30 Er sprach: "Die sieben Lämmer mußt du von mir nehmen, damit sie mir als Zeugnis dienen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe." Gen 21:31 Diese Stätte heißt daher Beerseba ("Schwurbrunnen"); denn dort haben sie einander zugeschworen. Gen 21:32 So schlossen sie einen Vertrag zu Beerseba. Alsdann brachen Abimelech und sein Heerführer Pikol auf und kehrten in das Philisterland zurück. Gen 21:33 Er aber pflanzte eine Tamariske zu Beerseba und rief dort den Namen des Herrn an, eines ewigen Gottes. Gen 21:34 Und Abraham weilte lange zu Gast im Philisterland. Gen 22:1 Nach diesen Begebnissen war es; da versuchte Gott den Abraham. Er sprach zu ihm: "Abraham!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 22:2 Da sprach er: "Nimm deinen einzigen Sohn, den du so liebst, den Isaak, und zieh ins Morialand ("Ölbaumland") und bring ihn zum Brandopfer dort dar, auf einem jener Berge, den ich dir bezeichnen werde!" Gen 22:3 Da sattelte Abraham frühmorgens seinen Esel, nahm seine beiden Diener samt seinem Sohne Isaak mit, spaltete Holzscheite zum Brandopfer, brach auf und zog nach der Stätte, von der ihm Gott gesprochen. Gen 22:4 Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen; da sah er von weitem die Stätte. Gen 22:5 Da sprach Abraham zu seinen Dienern: "Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, anzubeten. Wir kommen dann wieder zu euch." Gen 22:6 Und Abraham nahm das Opferholz und legte es seinem Sohne Isaak auf; er aber nahm Feuer und Messer mit. So zogen sie beide zusammen dahin. Gen 22:7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham; er sprach: "Mein Vater!" Er sprach: "Mein Sohn, hier bin ich." Er sprach: "Da ist Feuer und Holz. Aber wo ist das Schaf zum Opfer?" Gen 22:8 Da sprach Abraham: "Gott ersieht sich schon das Schaf zum Opfer, mein Sohn." So zogen sie beide zusammen dahin. Gen 22:9 Und sie kamen zu dem Ort, von dem ihm Gott gesprochen. Dort baute Abraham einen Altar und schichtete das Holz. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar auf das Holz. Gen 22:10 Dann streckte Abraham seine Hand aus und griff nach dem Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Gen 22:11 Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her und sprach: "Abraham! Abraham!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 22:12 Er sprach: "Leg deine Hand nicht an den Knaben! Tu ihm nichts! Jetzt weiß ich: Du bist gottesfürchtig; du verweigerst mir ja selbst deinen einzigen Sohn nicht." Gen 22:13 Und Abraham erhob seine Augen und sah hin; da hatte sich hinter ihm ein Widder mit den Hörnern im Dickicht verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn an seines Sohnes Statt zum Opfer dar. Gen 22:14 Und Abraham nannte diesen Ort: "Der Herr sorgt", so wie man noch sagt: "Auf dem Berg des Herrn ist man versorgt." Gen 22:15 Und des Herrn Engel rief Abraham ein zweitesmal vom Himmel her Gen 22:16 und sprach: "Ich leiste bei mir selber einen Schwur" - ein Spruch des Herrn -: "Weil du dies getan und deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert, Gen 22:17 so gebe ich dir meinen Segen und mache deinen Stamm so zahlreich wie des Himmels Sterne und wie den Sand am Meeresufer. Dein Stamm soll seiner Feinde Tor erobern! Gen 22:18 Der Erde Völker alle sollen sich mit deinem Stamme segnen zum Lohn dafür, daß du auf meine Stimme hast gehört." Gen 22:19 Und Abraham kehrte zu seinen Dienern zurück; sie brachen auf und zogen miteinander nach Beerseba. Und Abraham blieb in Beerseba wohnen. Gen 22:20 Nach diesen Begebnissen geschah es, daß man Abraham meldete: "Auch Milka hat deinem Bruder Nachor Söhne geboren: Gen 22:21 Uz, seinen Erstgeborenen, und seinen Bruder Buz und Kemuel, den Vater Arams, Gen 22:22 und Kesed, Chazo, Pildas, Jidlaph sowie Betuel." Gen 22:23 Betuel aber hatte Rebekka gezeugt. Diese acht hatte Milka dem Nachor, Abrahams Bruder, geboren. Gen 22:24 Er hatte auch ein Nebenweib namens Rëuma; sie gebar Tebach, Gacham, Tachas und Maaka. Gen 23:1 Die Lebensjahre Saras betrugen 127 Jahre; das sind die Lebensjahre Saras. Gen 23:2 Und Sara starb zu Kirjat Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Und Abraham kam, Sara zu beklagen und zu beweinen. Gen 23:3 Dann erhob sich Abraham von dem Leichnam weg und sprach zu den Söhnen Chets also: Gen 23:4 "Als Gast und Beisaß bin ich bei euch. Gebt mir bei euch doch ein Erbgrab, daß ich meine Tote aus dem Hause bringe und begrabe!" Gen 23:5 Und die Söhne Chets antworteten Abraham also: Gen 23:6 "Nein! Hör uns an, Herr! Ein Gottesfürst bist du in unserer Mitte. Begrabe deine Tote im besten unserer Gräber. Keiner von uns wird dir sein Grab verweigern, deine Tote darin zu bestatten." Gen 23:7 Da erhob sich Abraham, neigte sich vor den Landeskindern, den Söhnen Chets Gen 23:8 und redete also mit ihnen: "Ist es euch genehm, daß ich meine Tote aus dem Hause bringe und begrabe, so hört mich an! Legt Fürsprache für mich ein bei Ephron, Sochars Sohn, Gen 23:9 daß er mir die Höhle der Makpela lasse, die ihm gehört und am Rande seines Feldes liegt! Um vollen Preis lasse er sie mir in eurer Mitte zum Erbbegräbnis!" Gen 23:10 Ephron aber hatte einen Sitz unter den Söhnen Chets. So antwortete der Chittiter Ephron dem Abraham laut vor den Söhnen Chets, vor allen, die Zutritt zum Tore seiner Stadt hatten, also: Gen 23:11 "Nicht so, Herr! Hör mich an: Dieses Feld schenke ich dir; ich schenke dir auch die Höhle, die darauf ist. Vor meiner Volksgenossen Augen schenke ich sie dir. Begrabe deine Tote!" Gen 23:12 Da neigte sich Abraham vor den Landeskindern Gen 23:13 und sprach zu Ephron laut vor den Landeskindern also: "Ach, möchtest du mir Gehör schenken! Ich zahle den Preis des Feldes. Nimm ihn von mir an, daß ich dort meine Tote begraben kann!" Gen 23:14 Da antwortete Ephron dem Abraham also: Gen 23:15 "Nicht doch, mein Herr! Hör mich an! Ein Feld! Vierhundert Silberringe, was hat dies unter uns zu sagen? Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:16 Und Abraham hörte auf Ephron. So wog Abraham dem Ephron den Preis dar, von dem er im Beisein der Söhne Chets gesprochen: vierhundert Silberringe Kaufsilber. Gen 23:17 So ward Ephrons Feld, das in der Makpela gegenüber Mamre lag, das Feld samt der Höhle darin und allen Bäumen auf dem Feld und in seinem ganzen Umkreise Gen 23:18 rechtskräftig Abrahams Eigentum im Beisein der Söhne Chets, all derer, die Zutritt zum Tore seiner Stadt hatten. Gen 23:19 Danach begrub Abraham sein Weib Sara in der Höhle des Feldes der Makpela gegenüber Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Gen 23:20 So ward das Feld mit der Höhle darin rechtskräftig des Abraham Erbbegräbnis unter Zustimmung der Söhne Chets. Gen 24:1 Abraham aber war alt und hochbetagt geworden, und der Herr hatte Abraham in allem gesegnet. Gen 24:2 Da sprach Abraham zu seinem Knecht, seinem Hausältesten, der über all seinem Eigentume waltete: "Lege deine Hand unter meine Lende! Gen 24:3 Ich lasse dich schwören beim Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib freiest von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Mitte ich wohne. Gen 24:4 Nein! Du ziehst in mein Land und zu meiner Verwandtschaft und freist für Isaak, meinen Sohn, ein Weib." Gen 24:5 Da sprach der Knecht zu ihm: "Wenn mir aber das Weib in dies Land nicht folgen will? Soll ich dann deinen Sohn in jenes Land, aus dem du gezogen, wieder zurückbringen?" Gen 24:6 Da sprach Abraham zu ihm: "Hüte dich, meinen Sohn dorthin zurückzubringen! Gen 24:7 Der Herr, des Himmels Gott, der mich aus meinem Vaterhaus und meinem Heimatland geholt und der zu mir geredet und mir feierlich geschworen: 'Ich gebe deinem Stamme dies Land', derselbe sendet seinen Engel vor dir her, daß du ein Weib dorther für meinen Sohn freiest. Gen 24:8 Und sollte dir das Weib nicht folgen, dann bist du dieses Eides ledig. Doch keinesfalls darfst du meinen Sohn dorthin verbringen." Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Lende seines Herrn Abraham und schwur ihm auf dies Wort. Gen 24:10 Dann nahm der Knecht zehn Kamele von seines Herrn Kamelen und schickte sich zur Abreise an, im Besitz der Vollmacht über das ganze Vermögen seines Herrn. So brach er auf und zog nach Aram Naharaim ("Syrien der beiden Ströme"), zu der Stadt Nachors. Gen 24:11 Da ließ er die Kamele draußen vor der Stadt am Brunnen lagern, zur Abendzeit, um die Zeit, wann die Weiber zum Wasserholen herauskommen. Gen 24:12 Er sprach: "Herr, du Gott Abrahams, meines Herrn! Laß es mir heute glücken und zeige dich gnädig gegen Abraham, meinen Herrn! Gen 24:13 Hier stehe ich am Wasserquell; der Stadtleute Töchter kommen jetzt zum Wasserschöpfen. Gen 24:14 Das Mädchen nun sei es, dem ich sage: 'Neige deinen Krug, auf daß ich trinke!' und das antwortet: 'Trink! Und auch deine Kamele will ich tränken.' Sie hast du für deinen Knecht Isaak bestimmt, und an ihr erkenne ich, daß du Huld an meinem Herrn geübt." Gen 24:15 Noch hatte er nicht ausgeredet, da kam Rebekka heraus, die dem Betuel, dem Sohne Milkas, des Weibes Nachors, Abrahams Bruders, geboren war, mit ihrem Krug auf der Schulter. Gen 24:16 Das Mädchen war überaus schön, eine Jungfrau, die noch keinen Mann erkannt hatte. Sie stieg zum Quell hinab, füllte ihren Krug und stieg heraus. Gen 24:17 Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: "Laß mich aus deinem Krug ein wenig Wasser schlürfen!" Gen 24:18 Sie sprach:"Trink, mein Herr!", und geschwind ließ sie den Krug auf die Hand nieder und gab ihm zu trinken. Gen 24:19 Als sie ihn hatte genug trinken lassen, sprach sie: "Ich will auch deinen Kamelen schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben." Gen 24:20 Und eilends goß sie ihren Krug in die Tränkrinne, lief wieder zum Brunnen, Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele. Gen 24:21 Der Mann aber sah ihr zu, gespannt zu erfahren, ob der Herr ihm seine Reise habe glücken lassen oder nicht. Gen 24:22 Wie sich nun die Kamele sattgetrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Stirnring, einen halben Ring schwer, und legte zwei Armspangen an die Arme, zehn Ringe Goldes schwer. Gen 24:23 Und er sprach: "Wessen Tochter bist du? Sag mir's doch! Ist wohl Platz in deines Vaters Haus für uns zum Übemachten?" Gen 24:24 Sie sprach zu ihm: "Ich bin die Tochter des Betuel, den Milka dem Nachor einst geboren hat." Gen 24:25 Dann sprach sie zu ihm: "Stroh und Futter haben wir in Menge sowie Platz zum Übernachten." Gen 24:26 Da neigte sich der Mann, warf sich vor dem Herrn nieder und sprach: Gen 24:27 "Gepriesen sei der Herr, meines Herrn Abraham Gott, der seine Huld und Treue meinem Herrn nicht vorenthalten! Ich bin da auf dem rechten Wege; mich hat der Herr zum Haus der Brüder meines Herrn geführt." Gen 24:28 Das Mädchen aber lief und berichtete im Hause ihrer Mutter dies Begebnis. Gen 24:29 Rebekka aber hatte einen Bruder namens Laban; Laban lief nun zu dem Mann an den Quell hinaus. Gen 24:30 Kaum hatte er aber den Stirnring und die Spangen an den Armen seiner Schwester gesehen und seiner Schwester Rebekka Bericht vernommen: "So hat der Mann zu mir gesprochen", kam er schon zu dem Manne, dieser aber stand noch bei den Kamelen an dem Quell. Gen 24:31 Er sprach: "Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du da draußen? Habe ich doch das Haus aufgeräumt und Platz für die Kamele gemacht." Gen 24:32 So brachte der Mann die Kamele ins Haus und schirrte sie ab; dann brachte jener Stroh und Futter für die Kamele und Wasser zum Füßewaschen für ihn und die Männer bei ihm. Gen 24:33 Dann setzte man ihm zu essen vor; er aber sprach: "Ich esse nicht eher, als bis ich meine Sache vorgebracht." Sie sagten: "So rede!" Gen 24:34 Er sprach: "Ich bin Abrahams Knecht. Gen 24:35 Reich gesegnet hat der Herr meinen Herrn, daß er zu großem Wohlstande gelangte. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold geschenkt, Sklaven, Mägde, Kamele und Esel. Gen 24:36 Nun gebar auch Sara, meines Herrn Weib, meinem Herrn einen Sohn noch nach ihrem Altern. Ihm übergab er seinen ganzen Besitz. Gen 24:37 Nun ließ mich mein Herr also schwören: 'Du darfst für meinen Sohn kein Weib freien von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne. Gen 24:38 Nein! Du ziehst zu meines Vaters Haus und zu meiner Sippe und freist meinem Sohne ein Weib.' Gen 24:39 Da sprach ich zu meinem Herrn: 'Wenn aber das Weib mir nicht folgen will?' Gen 24:40 Da sagte er zu mir: 'Der Herr, vor dessen Antlitz ich gewandelt, wird seinen Engel mit dir senden; dann läßt er deine Reise wohl gelingen, und du freist meinem Sohne ein Weib aus meiner Sippe, und zwar aus meines Vaters Haus. Gen 24:41 Nur dann sollst du meines Eides ledig sein. Kommst du zu meiner Sippe und geben sie dir nichts, dann bist du meines Eides ledig.' Gen 24:42 Nun kam ich heute zum Quell; da sprach ich: Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Läßt du mir meine Reise, die ich unternommen, wohl gelingen? Gen 24:43 Hier stehe ich am Wasserquell. Nun sei es das junge Mädchen, das zum Schöpfen kommt und das ich anrede: 'Laß mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!' Gen 24:44 und das mir sagt: 'Trink du selber! Und auch den Kamelen will ich schöpfen!' Sie ist das Weib, das der Herr dem Sohne meines Herrn bestimmt hat. Gen 24:45 Kaum hatte ich so bei mir geschlossen, da kam Rebekka heraus, den Krug auf der Schulter, stieg zum Quell hinab und schöpfte. Ich sprach zu ihr: 'Gib mir zu trinken!' Gen 24:46 Da ließ sie eilends ihren Krug herab und sprach: 'Da! Trink! Und auch deine Kamele will ich tränken.' Da trank ich, und da tränkte sie auch die Kamele. Gen 24:47 Nun fragte ich sie und sprach: 'Wessen Tochter bist du?' Sie sprach: 'Die Tochter des Nachorsohnes Betuel, den jenem Milka einst geboren.' Da legte ich den Ring ihr an die Stirn und die Spangen an die Arme. Gen 24:48 Alsdann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries den Herrn, meines Herrn Abraham Gott, der mich auf rechten Weg geführt, die Tochter eines Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu freien. Gen 24:49 Wollt ihr nun Liebe und Treue meinem Herrn erweisen, so sagt es mir! Wo nicht, so sagt's mir auch, daß ich mich zur Rechten oder Linken wende!" Gen 24:50 Da antworteten Laban und Betuel und sprachen: "Das kommt vom Herrn; wir können weder gut noch übel dich bescheiden. Gen 24:51 Rebekka steht dir zur Verfügung. Nimm sie und geh, daß sie dem Sohne deines Herrn zum Weibe werde, wie der Herr gesagt!" Gen 24:52 Als Abrahams Knecht ihre Worte hörte, warf er sich vor dem Herrn auf die Erde nieder. Gen 24:53 Dann zog der Knecht silberne und goldene Geräte und Gewänder hervor und schenkte sie Rebekka; ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er Kleinodien. Gen 24:54 Sie aßen nun und tranken, er und die Männer bei ihm und blieben über Nacht. Am anderen Morgen, als sie aufstanden, sprach er: "Entlaßt mich zu meinem Herrn!" Gen 24:55 Da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: "Laß noch das Mädchen einige Tage oder doch wenigstens zehn bei uns! Dann mag sie ziehen." Gen 24:56 Da sprach er zu ihnen: "Haltet mich nicht auf! Der Herr hat meine Reise glücken lassen. Entlasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe!" Gen 24:57 Sie sprachen: "Wir wollen das Mädchen rufen und sie selbst befragen." Gen 24:58 Da riefen sie Rebekka und sprachen zu ihr: "Willst du mit diesem Manne ziehen?" Sie sagte: "Ja!" Gen 24:59 Da ließen sie ihre Schwester Rebekka mit ihrer Amme ziehen, ebenso den Knecht Abrahams mit seinen Leuten. Gen 24:60 Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: "Unsere Schwester, werde du zu ungezählten Tausenden! Mögen deine Nachkommen das Tor ihrer Hasser besetzen!" Gen 24:61 Dann brach Rebekka mit ihren Mägden auf; sie ritten auf den Kamelen und folgten dem Manne. So nahm der Knecht Rebekka und zog von dannen. Gen 24:62 Isaak aber war vom Brunnen Lachaj Roi ("des Lebenden Trost") hergekommen. Er wohnte nunmehr im Südland. Gen 24:63 Nun ging Isaak zum Betrachten bei Abendanbruch aufs Feld hinaus. Wie er aber die Augen erhob, kamen Kamele daher. Gen 24:64 Auch Rebekka erhob ihre Augen und erblickte Isaak. Da beugte sie sich vom Kamele herab, Gen 24:65 und sprach zu dem Knechte: "Wer ist der Mann da drüben, der uns auf dem Felde entgegenkommt?" Der Knecht sprach: "Das ist mein Herr." Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Gen 24:66 Der Knecht aber erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Gen 24:67 Da führte Isaak sie in seiner Mutter Sara Zelt. Er freite Rebekka, und sie ward sein Weib, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak über seiner Mutter Verlust. Gen 25:1 Abraham aber nahm nochmals ein Weib, namens Ketura. Gen 25:2 Und sie gebar ihm Zimran, Joksan, Medan, Midian, Isbak und Suach. Gen 25:3 Joksan aber hatte Seba und Dedan gezeugt, und Dedans Söhne wurden zu Asuritern, Letusitern und Lëumitern. Gen 25:4 Und Midians Söhne sind Epha, Epher, Chanok, Abida und Eldaa; all dies sind Söhne der Ketura. Gen 25:5 Dann übergab Abraham all sein Eigentum dem Isaak. Gen 25:6 Den Nebenweibersöhnen aber, die Abraham besaß, hatte Abraham Geschenke gegeben; er ließ sie zugunsten seines Sohnes Isaak, noch bei seinen Lebzeiten, ostwärts ins Ostland ziehen. Gen 25:7 Dies ist der Lebensjahre Abrahams Dauer, die er durchlebte, 175 Jahre. Gen 25:8 Und Abraham verschied und starb in schönem Alter, alt und lebenssatt, und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt. Gen 25:9 Ihn begruben seine Söhne Isaak und Ismael in der Höhle der Makpela, auf des Chittiters Ephrons, des Socharsohnes, Feld, Mamre gegenüber, Gen 25:10 auf dem Feld, das Abraham von Chets Söhnen gekauft. Dort waren Abraham und sein Weib Sara begraben worden. Gen 25:11 Nach Abrahams Tode segnete Gott seinen Sohn Isaak; Isaak aber wohnte bei dem Brunnen Lachaj Roi ("des Lebenden Trost"). Gen 25:12 Dies ist die Geschlechterfolge des Abrahamsohnes Ismael den die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren hat. Gen 25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihren Namen und ihrem Stammbaum: Ismaels Erstgeborener Nebajot, Kedar, Adbeel, Mibsam, Gen 25:14 Misma, Duma, Massa, Gen 25:15 Chadad, Tema, Jetur, Naphis und Kedma. Gen 25:16 Dies sind die Söhne Ismaels und dies ihre Namen nach ihren Gehöften und Zeltlagern, zwölf Fürsten nach ihren Stammverbänden. Gen 25:17 Und dies war Ismaels Lebensdauer: 137 Jahre; da verschied er. Er starb und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt. Gen 25:18 Sie lagerten von Chavila bis Schur, östlich von Ägypten und bis gen Assur hin. Er fiel zu Lebzeiten all seiner Brüder. Gen 25:19 Dies ist die Geschlechterfolge des Abrahamsohnes Isaak: Abraham hat Isaak gezeugt. Gen 25:20 Isaak aber war 40 Jahre alt, als er sich Rebekka, des Aramäers Betuel Tochter, aus Paddan Aram, die Schwester des Aramäers Laban, zum Weibe nahm. Gen 25:21 Isaak aber flehte zum Herrn für sein Weib, weil es unfruchtbar war. Und der Herr ließ sich von ihm erbitten, und so ward sein Weib Rebekka guter Hoffnung. Gen 25:22 Aber die Kinder rannten einander in ihrem Leibe an. Da sprach sie: "Steht's so, warum trifft es gerade mich?" Und sie ging den Herrn befragen. Gen 25:23 Da sprach der Herr zu ihr: "Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zwei Stämme scheiden sich aus deinem Schoße. Ein Stamm beherrscht den anderen; lang wird der jüngere dienstbar sein." Gen 25:24 Als ihre Zeit kam zum Gebären, da waren Zwillinge in ihrem Leib. Gen 25:25 Der erste, rötlich, kam wie ein haariger Mantel hervor, und man nannte ihn Esau. Gen 25:26 Danach kam sein Bruder hervor, und er hielt mit seiner Hand die Ferse Esaus. So nannte man ihn Jakob. Isaak aber war 60 Jahre alt, als sie geboren wurden. Gen 25:27 Die Knaben wuchsen nun heran. Esau ward ein tüchtiger Jäger, ein Mann der Steppe; Jakob aber war ein schlichter Mann, der bei den Zelten blieb. Gen 25:28 Isaak aber liebte Esau; denn er sprach gern von der Jagd. Rebekka aber liebte Jakob. Gen 25:29 Einst kochte Jakob ein Gericht; da kam Esau ganz erschöpft aus der Steppe. Gen 25:30 Und Esau sprach zu Jakob: "Laß mich doch eilends von dieser roten Zukost genießen! Denn ich bin erschöpft." Deshalb nannte man ihn Edom ("den Roten"). Gen 25:31 Da sprach Jakob: "Verkaufe mir zuvor dein Erstgeburtsrecht!" Gen 25:32 Esau sprach: "Ich muß sonst sterben. Was nützt mir da die Erstgeburt?" Gen 25:33 Jakob sprach: "Schwöre mir zuvor!" Da schwur er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Gen 25:34 Jakob aber gab Esau Brot und das Linsengericht. Da aß er und trank, stand auf und ging von hinnen. So verscherzte Esau das Erstgeburtsrecht. Gen 26:1 Nun kam eine Hungersnot ins Land, eine andere als jene frühere zu Abrahams Zeiten. So zog Isaak zum Philisterkönig Abimelech nach Gerar. Gen 26:2 Da erschien ihm der Herr und sprach: "Zieh nicht nach Ägypten hinab! Bleib in dem Land, das ich dir anweise! Gen 26:3 Bleib in diesem Lande zu Gast! Und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Stamm gebe ich all diese Lande; dann erfülle ich den Schwur, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Gen 26:4 Dann mehre ich deinen Stamm wie des Himmels Sterne und gebe deinem Stamm all diese Lande. In deinem Stamm sollen sich der Erde Völker alle segnen, Gen 26:5 zum Lohn dafür, daß Abraham auf meine Stimme gehört hat; er befolgte mein Gebot, meine Satzungen, Gesetze und Vorschriften." Gen 26:6 So blieb Isaak zu Gerar. Gen 26:7 Als aber die Leute des Ortes nach seinem Weibe fragten, sprach er: "Sie ist nur meine Schwester"; denn er fürchtete sich zu sagen: "Sie ist mein Weib"; sonst könnten mich die Leute des Ortes umbringen; denn Rebekka ist schön. Gen 26:8 Als er längere Zeit dort gewesen war, geschah es, daß der Philisterkönig Abimelech zum Fenster hinausschaute. Da sah er Isaak mit seinem Weib Rebekka kosen. Gen 26:9 Da rief Abimelech den Isaak herbei und sprach: "Also dein Weib ist sie! Wie hast du sagen können: 'Sie ist meine Schwester!'?" Da sprach Isaak zu ihm: "Ich habe gedacht, ich müßte ihretwegen sterben." Gen 26:10 Abimelech sprach: "Was hast du uns da getan? Wie leicht hätte einer aus dem Volke deinem Weibe beiwohnen können. Dann hättest du Schuld über uns gebracht." Gen 26:11 Da gebot Abimelech allem Volke: "Wer diesen Mann und sein Weib berührt, soll des Todes sterben." Gen 26:12 Isaak aber säte in jenem Lande. Und er erntete in jenem Jahre hundert Speicher voll. So segnete der Herr ihn. Gen 26:13 Und so ward der Mann reich und immer reicher, bis er schwer reich geworden war. Gen 26:14 Er besaß Schaf- und Rinderherden und viel Arbeitsvieh. Da beneideten ihn die Philister. Gen 26:15 Und die Philister verschütteten alle Brunnen, die seines Vaters Knechte bei seines Vaters Abraham Lebzeiten gegraben, und füllten sie mit Erde. Gen 26:16 Und Abimelech sprach zu Isaak: "Zieh fort von uns! Du bist ja mächtiger geworden, als uns lieb." Gen 26:17 Und Isaak zog von da weg und lagerte sich im Tale von Gerar und wohnte da. Gen 26:18 Da grub Isaak die Wasserbrunnen wieder auf, die man in seines Vaters Abrahams Tagen gegraben und die nach Abrahams Tod die Philister verschüttet hatten, und benannte sie wieder mit den Namen, die ihnen sein Vater gegeben. Gen 26:19 Auch gruben Isaaks Knechte im Tale nach und fanden dort einen Brunnen fließenden Wassers. Gen 26:20 Die Hirten von Gerar aber stritten mit Isaaks Knechten und sprachen: "Unser ist das Wasser." Da nannte man den Brunnen Esek ("Streit"), weil sie dort gestritten hatten. Gen 26:21 Dann bohrten sie einen anderen Brunnen; aber auch um diesen stritten sie, und man nannte ihn Sitna ("Hader"). Gen 26:22 Er zog von dort weiter und grub einen anderen Brunnen. Um diesen stritten sie nicht mehr. Und er nannte ihn Rechobot ("Freiland") und sprach: "Nun hat der Herr uns freien Raum geschaffen, und wir können im Lande sorglos sein." Gen 26:23 Von dort zog er nach Beerseba hinauf. Gen 26:24 Und der Herr erschien ihm in selbiger Nacht und sprach: "Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Ich bin mit dir. Ich segne dich und mehre deinen Stamm um meines Dieners Abraham Willen." Gen 26:25 Und er erbaute dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Er schlug auch hier sein Zelt auf. Und Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen. Gen 26:26 Da kam Abimelech zu ihm aus Gerar, mit seinem Vertrauten Achuzat und seinem Heerführer Pikol. Gen 26:27 Da sprach Isaak zu ihnen: "Warum kommt ihr zu mir? Ihr hasset mich doch und jagtet mich von euch fort?" Gen 26:28 Sie sprachen: "Wir haben gesehen, daß der Herr mit dir ist. Da sagten wir: Zwischen uns und dir sei ein Eid! Wir wollen einen Bund mit dir schließen, Gen 26:29 daß du uns kein Übel tust, wie wir dich nicht angetastet, sondern dir bloß Gutes getan; wir entließen dich doch in Frieden. Du bist ja der Gesegnete des Herrn." Gen 26:30 Da gab er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Gen 26:31 Frühmorgens schwuren sie einander zu. Dann verabschiedete sie Isaak, und sie gingen von ihm in Frieden. Gen 26:32 Am selben Tage aber kamen Isaaks Knechte und machten ihm Meldung über den Brunnen, den sie gegraben; sie sagten zu ihm: "Wir haben Wasser gefunden." Gen 26:33 Da nannte er ihn Siba ("Schwur"); daher heißt die Stadt bis auf diesen Tag Beerseba. Gen 26:34 Als Esau 40 Jahre alt ward, heiratete er des Chittiters Beeri Tochter Judith, ebenso des Chittiters Elon Tochter Basemat. Gen 26:35 Sie waren ein schwerer Kummer für Isaak und Rebekka. Gen 27:1 Als Isaak nun alt geworden und seine Augen erblindet waren, rief er seinen älteren Sohn Esau und sprach zu ihm: "Mein Sohn!" Der sprach zu ihm: "Hier bin ich." Gen 27:2 Da sprach er: "Ich bin jetzt alt geworden und kann täglich sterben. Gen 27:3 Nimm nun dein Jagdgerät, dein Wehrgehänge und deinen Bogen! Gehe aufs Feld und jage mir ein Wild! Gen 27:4 Dann bereite mir Leckerbissen, wie ich sie liebe, und bringe sie zum Essen, auf daß dich meine Seele segne, bevor ich sterbe!" Gen 27:5 Rebekka aber hatte gelauscht, wie Isaak mit seinem Sohne Esau sprach. Esau ging nun aufs Feld, Wild zum Vorsetzen zu jagen. Gen 27:6 Da sprach Rebekka zu ihrem Sohne Jakob also: "Ich habe eben gehört, wie mit deinem Bruder Esau dein Vater redete und sprach: Gen 27:7 'Hol mir ein Wild und bereite mir Leckerbissen zum Essen! Dann segne ich dich mit des Herrn Zustimmung vor meinem Tode.' Gen 27:8 Nun, mein Sohn, folg meinem Rat, was ich dich heiße! Gen 27:9 Geh zum Kleinvieh! Hol mir von dort zwei schöne Ziegenböckchen, daß ich sie für deinen Vater zu Leckerbissen bereite, wie er's liebt! Gen 27:10 Dann bringst du sie deinem Vater zum Essen, auf daß er dich segne vor seinem Tode." Gen 27:11 Da sprach Jakob zu seiner Mutter Rebekka: "Aber mein Bruder Esau ist sehr stark behaart, indes ich glatt bin. Gen 27:12 Vielleicht betastet mich mein Vater; dann stehe ich vor ihm als Possenreißer da und bringe über mich nur Fluch, nicht Segen." Gen 27:13 Da sprach seine Mutter zu ihm: "Auf mich falle die Verfluchung, die dir gilt, mein Sohn! Folge meinem Rat! Geh hin und hol es mir!" Gen 27:14 Da ging er, holte und brachte es seiner Mutter, und seine Mutter bereitete Leckerbissen, wie sein Vater sie liebte. Gen 27:15 Dann holte Rebekka ihres ältesten Sohnes Esau Kleider, die sie im Hause drinnen hatte, und zog sie ihrem jüngeren Sohne Jakob an. Gen 27:16 Die Ziegenböckchenfelle aber hatte sie um seine Arme und seinen glatten Hals gelegt. Gen 27:17 Dann gab sie die Leckerbissen samt dem Brot, wie sie's bereitet hatte, ihrem Sohne Jakob in die Hand. Gen 27:18 So kam er zu seinem Vater und sprach: "Mein Vater!" Er antwortete: "Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?" Gen 27:19 Da sprach Jakob zu seinem Vater: "Ich bin dein Erstgeborener, Esau. Ich habe getan, wie du mir gesagt. Auf! Iß von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne!" Gen 27:20 Da sprach Isaak zu seinem Sohn: "Wie hast du's, mein Sohn, so schnell gefunden?" Er sprach: "Der Herr, dein Gott, hat es mir in den Weg laufen lassen." Gen 27:21 Da sprach Isaak zu Jakob: "Tritt näher, mein Sohn, daß ich dich betaste! Bist du wirklich mein Sohn Esau? Bist du's nicht?" Gen 27:22 Da trat Jakob näher zu seinem Vater Isaak. Er betastete ihn und sprach: "Die Stimme ist zwar Jakobs Stimme; die Arme aber sind Esaus Arme." Gen 27:23 Und er erkannte ihn nicht; denn seine Arme waren wie die seines Bruders Esau behaart. So gab er ihm den Segen. Gen 27:24 Er sprach: "Du bist also Esau, mein Sohn?" Er sprach: "Ja." Gen 27:25 Da sprach er: "So bring's mir her, daß ich von meines Sohnes Wildbret esse, damit dich meine Seele segne!" Da brachte er es ihm, und er aß; dann brachte er ihm Wein, und er trank. Gen 27:26 Nun sprach sein Vater Isaak zu ihm: "Tritt näher und küsse mich, mein Sohn!" Gen 27:27 Da trat er näher und küßte ihn. Da roch er den Duft seiner Kleider, segnete ihn und sprach: "Wahrhaftig, meines Sohnes Duft ist wie der Duft des Feldes, das der Herr gesegnet. Gen 27:28 Dir gebe Gott vom Himmelstau und von der Erde besten Früchten, des Kornes und des Weins die Fülle! Gen 27:29 Dir sollen Völker dienen und Stämme sich vor dir verneigen! Sei Herrscher aber deine Brüder! Die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir verneigen! Wer dich verflucht, der sei verflucht! Und wer dich segnet, sei gesegnet!" Gen 27:30 Wie aber Isaak den Segen über Jakob beendet und Jakob kaum seinen Vater Isaak verlassen, kam sein Bruder Esau von seiner Jagd. Gen 27:31 Er bereitete gleichfalls Leckerbissen und brachte sie seinem Vater. Er sprach zu seinem Vater: "Mein Vater richte sich auf und esse von seines Sohnes Wildbret auf daß deine Seele mich segne!" Gen 27:32 Da sprach sein Vater Isaak zu ihm: "Wer bist du?" Er sprach: "Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau." Gen 27:33 Da erschrak Isaak über alle Maßen und sprach: "Wer in aller Welt ist der gewesen, der ein erjagtes Wild mir brachte, daß ich gehörig aß, bevor du kamst? Ihn segnete ich, und gesegnet wird er bleiben." Gen 27:34 Wie Esau die Worte seines Vaters vernahm, schrie er überlaut und bitterlich und sprach zu seinem Vater: "Mein Vater, segne auch mich!" Gen 27:35 Er sprach: "Dein Bruder ist mit List gekommen, und so nahm er dir deinen Segen." Gen 27:36 Da sprach er: "Heißt man ihn nicht Jakob? Schon zum zweitenmal betrog er mich. Mein Erstgeburtsrecht hat er genommen; jetzt nimmt er mir auch den Segen." Dann sprach er: "Hast du mir keinen Segen aufbewahrt?" Gen 27:37 Darauf erwiderte Isaak und sprach zu Esau: "Ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt. All seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gegeben und ihn mit Korn und Most belehnt. Was in aller Welt kann ich dir tun, mein Sohn?" Gen 27:38 Da sprach Esau zu seinem Vater: "Hast du nur den einen Segen, mein Vater? Mein Vater, segne doch auch mich!" und Esau fing laut zu weinen an. Gen 27:39 Darauf hub sein Vater Isaak an und sprach zu ihm: "Fern von der Erde edlen Frucht wird dein Wohnsitz sein, und fern vom Tau des Himmels droben. Gen 27:40 Von deinem Schwerte wirst du leben und deinem Bruder dienstbar sein, nur wenn du heimatlos umherschweifest, dann hältst du deinem Nacken fern sein Joch." Gen 27:41 So ward Esau dem Jakob feind wegen des Segens, den ihm sein Vater gegeben. Und Esau dachte bei sich: "Kommen die Trauertage um meinen Vater, dann töte ich meinen Bruder Jakob." Gen 27:42 Der Rebekka verriet sich aber das Vorhaben ihres älteren Sohnes Esau. So sandte sie hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sprach zu ihm: "Siehe, dein Bruder Esau sinnt auf Rache gegen dich und will dich töten. Gen 27:43 So folge meinem Rat, mein Sohn! Brich auf und mach, daß du geschwind zu meinem Bruder Laban nach Charan kommst! Gen 27:44 Dann bleibe eine Zeit bei ihm, bis sich deines Bruders Groll legt! Gen 27:45 Läßt dann deines Bruders Zorn von dir ab und vergißt er, was du ihm getan, dann sende ich und lasse dich von dort holen. Warum soll ich euch beide an einem Tag verlieren?" Gen 27:46 Und Rebekka sprach zu Isaak: "Ich bin des Lebens überdrüssig der Töchter Chets wegen. 47 Holt sich auch Jakob ein Weib von den Töchtern Chets, wie diese da aus des Landes Töchtern, wozu lebte ich noch?" Gen 28:1 Da rief Isaak den Jakob, segnete ihn, beschied ihn und sprach zu ihm: "Du darfst kein Weib aus Kanaans Töchtern freien! Gen 28:2 Mach dich auf und zieh nach Paddan Aram, zum Haus der Betuel, des Vaters deiner Mutter, und freie dir dort ein Weib, eine der Töchter Labans, deines Mutterbruders! Gen 28:3 Gott, der Allmächtige, segne dich, mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du zu einer Menge Völker werdest! Gen 28:4 Er verleihe dir Abrahams Segen, dir und deinem Stamme nach dir, daß du deiner Pilgerschaft Land zu eigen bekommst, das Gott dem Abraham verliehen!" Gen 28:5 So entließ Isaak den Jakob, und er zog nach Paddan Aram zu Betuels Sohn Laban, dem Aramäer, dem Bruder der Rebekka, der Mutter Jakobs und Esaus. Gen 28:6 Esau aber hatte bemerkt, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Paddan Aram gesandt, sich dort ein Weib zu holen, und daß er ihn segnete und so beschied: 'Du darfst kein Weib aus Kanaans Töchtern nehmen', Gen 28:7 und daß Jakob auf seinen Vater und seine Mutter hörte und nach Paddan Aram ging. Gen 28:8 Da merkte Esau, daß Kanaans Töchter seinem Vater Isaak mißfielen. Gen 28:9 So ging Esau zu Ismael und nahm Machalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zu seinen Weibern hin sich zum Weibe. Gen 28:10 Jakob aber zog von Beerseba aus und wanderte nach Charan. Gen 28:11 Und er kam an eine gewisse Stätte und übernachtete hier, weil die Sonne unterging. Er nahm einen von den Steinen der Stätte und machte ein Lager für sein Haupt und legte sich an dieser Stätte schlafen. Gen 28:12 Da träumte ihm: Auf der Erde stand eine Treppe, deren Spitze bis zum Himmel reichte, und darauf stiegen die Engel Gottes auf und ab. Gen 28:13 Da stand auch der Herr vor ihn, und sprach: "Ich bin der Herr, der Schutzgott deines Vaters Abraham und Isaaks; das Land, auf dem du ruhst, das gebe ich dir und deinem Stamme. Gen 28:14 Dann wird dein Stamm dem Staub der Erde gleich; nach Westen, Osten, Norden, Süden breitest du dich aus. Dann segnen sich in dir der Erde Geschlechter alle, sowie in deinem Stamme. Gen 28:15 Fürwahr, ich bin mit dir und hüte dich allüberall, wohin du gehst. Dann bringe ich dich auch zu diesem Boden wieder. Denn ich verlasse nimmer dich, bis ich vollbracht, was ich dir jetzt verheißen." Gen 28:16 Da erwachte Jakob aus seinem Schlafe und sprach: "Wahrlich, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht." Gen 28:17 Und er erschauerte und sprach: "Wie schauervoll ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und jenes ist die Himmelspforte." Gen 28:18 Frühmorgens nahm Jakob den Stein, den er zum Kopfpolster gemacht, stellte ihn als Malstein auf und goß Öl oben darauf. Gen 28:19 Und er nannte jenen Ort Betel ("Gotteshaus"); vorher aber hieß die Stadt Luz. Gen 28:20 Und Jakob machte ein Gelübde und sprach: "Ist Gott mit mir und behütet er mich auf dem Wege, den ich gehen muß, und gibt er mir Brot zur Nahrung und Kleider zur Bedeckung Gen 28:21 und kehre ich heil zu meines Vaters Haus heim, dann ist der Herr mir zum Schutzgott, Gen 28:22 und dieser Stein, den ich als Malstein aufgestellt, wird ein Gotteshaus, und alles, was Du mir geben wirst, will ich Dir getreulich verzehnten." Gen 29:1 Da machte sich Jakob auf den Weg und wanderte ins Land der Söhne des Ostens. Gen 29:2 Er schaute aus; da war im Feld ein Brunnen, und drei Schafherden lagerten daran; denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken. Der Stein aber über dem Brunnenloch war groß. Gen 29:3 Waren nun alle Herden dort beisammen, dann wälzte man den Stein vom Brunnenloch und tränkte die Schafe. Dann brachte man den Stein für das Brunnenloch wieder an seine Stelle. Gen 29:4 Da sprach Jakob zu ihnen: "Brüder! Wo seid ihr her?" Sie sagten: "Aus Charan." Gen 29:5 Er sprach zu ihnen: "Kennt ihr Laban, Nachors Sohn?" Sie sprachen: "Jawohl!" Gen 29:6 Er sprach zu ihnen: "Geht's ihm auch gut?" Sie sprachen: "Ja! Und da kommt gerade seine Tochter Rachel mit den Schafen." Gen 29:7 Er sprach: "Noch ist's hoch am Tag und noch zu früh, das Vieh einzutreiben. Tränket die Schafe und weidet weiter!" Gen 29:8 Sie sprachen: "Wir können es nicht, bis alle Herden beisammen sind; dann wälzt man den Stein vom Brunnenloch, und wir tränken die Schafe." Gen 29:9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie war Hirtin. Gen 29:10 Wie nun Jakob Rachel, die Tochter seines Mutterbruders Laban, erblickt hatte und die Schafe seines Mutterbruders Laban, da trat Jakob herzu und wälzte den Stein vom Brunnenloch und tränkte seines Mutterbruders Laban Schafe. Gen 29:11 Dann küßte Jakob die Rachel und hob laut zu weinen an. Gen 29:12 Und Jakob erzählte der Rachel, er sei ein Bruder ihres Vaters und zwar ein Sohn Rebekkas. Da lief sie und erzählte es ihrem Vater. Gen 29:13 Wie Laban solche Kunde von seinem Schwestersohne Jakob vernahm, lief er ihm entgegen, umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus; jener aber erzählte Laban die ganze Geschichte. Gen 29:14 Und Laban sprach zu ihm: "So bist du also von meinem Bein und Fleisch." Als er einen Monat lang bei ihm war. Gen 29:15 sprach Laban zu Jakob: "Wolltest du, weil du mein Bruder bist, mir umsonst dienen? Sag mir: Was soll dein Lohn sein?" Gen 29:16 Nun hatte Laban zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere Rachel. Gen 29:17 Lea hatte glanzlose Augen, Rachel aber war schön von Gestalt und Antlitz. Gen 29:18 Und Jakob gewann Rachel lieb. Er sprach: "Ich diene dir sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter." Gen 29:19 Laban sprach: "Besser, ich gebe sie dir als einem fremden Mann. Bleib bei mir!" Gen 29:20 So diente Jakob um Rachel sieben Jahre, und sie dünkten ihm wie wenige Tage, weil er sie liebte. Gen 29:21 Dann sprach Jakob zu Laban: "Gib mir mein Weib! Denn meine Zeit ist um, daß ich sie heirate." Gen 29:22 Da lud Laban alle Männer des Ortes ein und bereitete ein Gastmahl. Gen 29:23 Als es Abend ward, nahm er seine Tochter Lea und führte sie ihm zu, und er wohnte ihr bei. Gen 29:24 Und Laban gab seine Magd Zilpa seiner Tochter Lea zur Magd. Gen 29:25 Am Morgen aber war es die Lea. Da sprach er zu Laban: "Was hast du mir da getan? Habe ich nicht um Rachel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?" Gen 29:26 Laban sprach:"An unserem Ort ist's nicht der Brauch, die jüngere vor der Älteren wegzugehen. Gen 29:27 Führe mit der einen die Woche zu Ende, dann werden wir dir auch die andere geben um den Dienst von weiteren sieben Jahren bei mir." Gen 29:28 Und Jakob tat so und führte mit der einen die Woche zu Ende. Dann gab Laban ihm seine Tochter Rachel zum Weib. Gen 29:29 Und Laban gab seiner Tochter seine Magd Bilha zur Magd. Gen 29:30 So wohnte er auch Rachel bei. Er liebte aber Rachel mehr als Lea, und so diente er bei ihm andere sieben Jahre. Gen 29:31 Wie nun der Herr sah, daß Lea nicht geliebt wurde, öffnete er ihren Mutterschoß; Rachel aber blieb unfruchtbar. Gen 29:32 So empfing Lea, gebar einen Sohn und nannte ihn Ruben ("Seht! Ein Sohn"); denn sie sprach: "Gesehen hat ja der Herr mein Elend. Nun wird mein Mann mich liebgewinnen. Gen 29:33 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Gehört hat ja der Herr, daß ich ungeliebt bin. Darum gab er mir auch diesen." Und sie nannte ihn Simeon ("Hörer"). Gen 29:34 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Nun endlich wird sich mein Mann mit mir verbinden; drei Söhne habe ich ihm geboren." Darum nannte man ihn Levi ("Verbinder"). Gen 29:35 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Endlich kann ich den Herrn lobpreisen." Darum nannte sie ihn Juda ("Lobpreiser"). Danach hörte sie mit Gebären auf. Gen 30:1 Als Rachel sah, daß sie dem Jakob kein Kind gebar, ward Rachel auf ihre Schwester neidisch. Sie sprach zu Jakob: "Schaff mir Kinder! Wenn nicht, dann sterbe ich." Gen 30:2 Da ging Jakob die Geduld gegenüber Rachel aus, und er sprach: "Bin ich an Gottes Statt, der dir die Leibesfrucht versagt?" Gen 30:3 Sie sprach: "Hier ist meine Magd Bilha. Wohne ihr bei, daß sie für meinen Schoß gebäre und auch ich durch sie zu Kindern komme!" Gen 30:4 So gab sie ihm ihre Magd Bilha zum Weib, und Jakob wohnte ihr bei. Gen 30:5 Bilha ward guter Hoffnung und gebar Jakob einen Sohn. Gen 30:6 Da sprach Rachel: "Mir hat Gott Recht verschafft; auch hat er auf meine Stimme gehört und mir einen Sohn geschenkt." Deshalb nannte sie ihn Dan ("Richter"). Gen 30:7 Wieder ward Bilha, Rachels Magd, guter Hoffnung und gebar einen zweiten Sohn. Gen 30:8 Da sprach Rachel: "Gotteskämpfe habe ich gekämpft mit meiner Schwester und habe gesiegt." Und sie nannte ihn Naphtali ("Kämpfer"). Gen 30:9 Als Lea sah, daß sie aufhörte zu gebären, nahm sie ihre Magd Zilpa und gab sie Jakob zum Weib. Gen 30:10 Und Leas Magd Zilpa gebar Jakob einen Sohn. Gen 30:11 Da sprach Lea: "Glück auf!" Und sie nannte ihn Gad ("Glück"). Gen 30:12 Und Leas Magd Zilpa gebar Jakob einen zweiten Sohn. Gen 30:13 Da sprach Lea: "Heil mir! Mich preisen Töchter glücklich." Und sie nannte ihn Asser ("Heil"). Gen 30:14 Ruben ging in den Tagen der Weizenernte aus und fand auf dem Felde Liebesäpfel und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sprach Rachel zu Lea: "Gib mir doch von deines Sohnes Liebesäpfeln!" Gen 30:15 Sie sprach zu ihr: "lst's nicht genug, daß du meinen Mann wegnimmst, mußt du nun auch noch die Liebesäpfel meines Sohnes wegnehmen?" Da sprach Rachel: "So schlafe er diese Nacht bei dir für die Liebesäpfel deines Sohnes!" Gen 30:16 Als Jakob des Abends vom Felde kam, ging Lea ihm entgegen und sprach zu ihm: "Bei mir mußt du einkehren; denn ich habe dich mir für meines Sohnes Liebesäpfel ausbedungen." Und er schlief bei ihr in jener Nacht. Gen 30:17 Und Gott erhörte Lea, und sie empfing und gebar Jakob einen fünften Sohn. Gen 30:18 Da sprach Lea: "Gott hat mir meinen Lohn für das gegeben, was ich meiner Verwandten für meinen Mann gegeben habe." Und sie nannte ihn Issakar ("Belohner"). Gen 30:19 Wieder ward Lea guter Hoffnung und gebar Jakob einen sechsten Sohn. Gen 30:20 Und Lea sprach: "Gott hat mir eine schöne Spende gespendet; diesmal bleibt mein Mann bei mir; denn sechs Söhne habe ich ihm geboren." Und sie nannte ihn Zabulon ("Spender"). Gen 30:21 Danach gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina. Gen 30:22 Da erinnerte sich Gott der Rachel. Und Gott erhörte sie und öffnete ihr den Mutterschoß. Gen 30:23 Und sie ward guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Weggenommen hat Gott meine Schmach." Gen 30:24 Und sie nannte ihn Joseph ("Mehrer"), indem sie sagte: "Noch einen Sohn schenkte mir der Herr!" Gen 30:25 Als Rachel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: "Entlaß mich, daß ich in meine Heimat ziehe, in mein Land! Gen 30:26 Gib mir meine Weiber und meine Kinder, um die ich dir gedient! Dann gehe ich. Du kennst selbst meine Dienste, mit denen ich dir gedient." Gen 30:27 Da sprach Laban zu ihm: "Mit Vergunst! Ich hab's erraten: Deinetwegen hat der Herr mich gesegnet." Gen 30:28 Und er sprach: "Nenne deine Lohnforderung an mich, damit ich sie erfülle!" Gen 30:29 Er sprach zu ihm: "Du weißt selbst, wie ich dir gedient habe und was aus deinem Viehstand bei mir geworden ist. Gen 30:30 Denn wenig ist es gewesen, was du vor mir hattest. Dann aber mehrte es sich in Fülle. So hat dich der Herr nach meiner Ankunft gesegnet. Nun aber, wann soll ich für meinen Hausstand sorgen?" Gen 30:31 Er sprach: "Was soll ich dir geben?" Da sprach Jakob: "Gar nichts sollst du mir geben. Gewährst du mir folgendes, dann will ich aufs neue deine Schafe sorgsam weiden. Gen 30:32 Ich gehe heute alle deine Schafe durch. Entferne daraus jegliches gesprenkelte und gescheckte Stück! Dann ist jedes Schwarze bei den Lämmern und alles Scheckige und Gesprenkelte bei den Ziegen mein Lohn. Gen 30:33 Dann zeugt meine Ehrlichkeit in Zukunft für mich vor dir, kommst du, mich zu belohnen. Was nicht gesprenkelt und nicht scheckig bei den Ziegen und was nicht schwarz bei Lämmern ist, gelte bei mir als gestohlen!" Gen 30:34 Und Laban sprach: "Es sei, wie du gesagt!" Gen 30:35 So sonderte er am selben Tage die gestreiften und scheckigen Böcke ab, alle gesprenkelten und scheckigen Ziegen, alles, woran Weiß war, und alles Schwarze bei den Lämmern und übergab es seinen Söhnen. Gen 30:36 Dann ließ er einen Zwischenraum von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob; Jakob aber weidete Labans übriges Vieh. Gen 30:37 Da holte Jakob frische Stäbe von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte daran weiße Streifen heraus, das Weiße an den Stäben bloßlegend. Gen 30:38 Dann stellte er die geschälten Stäbe in die Tränkrinnen, in die Wasserrinnen, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie waren aber in Brunst, als sie zur Tränke kamen. Gen 30:39 So begatteten sich die Tiere vor den Stäben. Dann warfen die Tiere gestreifte, gesprenkelte und scheckige Junge. Gen 30:40 Die Lämmer aber sonderte Jakob ab. So machte er die besten Tiere in Labans Herden zu gestreiften und ganz schwarzen Stücken und legte sich besondere Herden an, die er nicht zu Labans Herden tat. Gen 30:41 Sooft fortan die Brunstzeit der kräftigen Tiere kam, legte Jakob die Stäbe den Tieren vor Augen in die Rinnen, auf daß sie sich vor den Stäben begatteten. Gen 30:42 Waren aber die Tiere schwächlich, dann legte er sie nicht hin. So fielen die schwächlichen dem Laban zu, die kräftigen Jakob. Gen 30:43 So ward der Mann ohne Maßen reich und kam zu viel Vieh, zu Mägden und Knechten, Kamelen und Eseln. Gen 31:1 Er vernahm aber die Reden der Labansöhne, die sagten: "Jakob bringt die ganze Habe unseres Vaters an sich; von dem, was unseres Vaters war, hat er all diesen Reichtum geschaffen." Gen 31:2 Jakob sah auch an Labans Angesicht, daß er nicht mehr so wie früher gegen ihn war. Gen 31:3 Da sprach der Herr zu Jakob: "Kehr in deiner Väter Land zurück, zu deiner Verwandtschaft! Ich will mit dir sein." Gen 31:4 Da sandte Jakob und rief Rachel und Lea aufs Feld zu seiner Herde. Gen 31:5 Er sprach zu ihnen: "Ich sehe an eures Vaters Angesicht, daß er zu mir nicht mehr so ist wie früher, und doch ist meines Vaters Gott mit mir. Gen 31:6 Ihr wißt aber, daß ich mit all meiner Kraft eurem Vater gedient habe. Gen 31:7 Doch euer Vater hat mich betrogen und mir den Lohn zehnmal geändert. Aber Gott hat ihm nicht verstattet, mich zu schädigen. Gen 31:8 Sprach er: 'Die Gesprenkelten seien dein Lohn!', dann warfen alle Tiere Gesprenkelte. Und sprach er: 'Die Gestreiften seien dein Lohn!', dann warfen alle Tiere Gestreifte. Gen 31:9 So entzog Gott das Vieh eurem Vater und gab es mir. Gen 31:10 Es war in der Brunstzeit der Tiere, da erhob ich meine Augen und sah im Traum, wie die Böcke die Schafe bespringen, gestreift, gesprenkelt und gescheckt. Gen 31:11 Und Gottes Engel sprach zu mir im Traum: 'Jakob!' Ich sprach: 'Hier bin ich.' Gen 31:12 Er sprach: 'Hebe deine Augen und sieh: Alle Böcke, die die Schafe bespringen, sind gestreift, gesprenkelt und gescheckt. Ich sehe ja alles, was Laban dir tut. Gen 31:13 Ich bin der Herr, der Gott von Betel, wo du ein Steinmal gesalbt und mir ein Gelübde gemacht. Nun auf! Zieh aus diesem Land und kehr in dein Heimatland zurück!"' Gen 31:14 Da antworteten Rachel und Lea und sprachen zu ihm: "Haben wir noch Teil und Erbe im Hause unseres Vaters? Gen 31:15 Gelten wir ihm nicht als Fremde? Er hat uns ja verhandelt. Soll er auch unseren Erlös verzehren dürfen? Gen 31:16 Ja, all der Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen, gehört uns und unseren Kindern. Tu also ganz, wie Gott zu dir gesagt!" Gen 31:17 Da erhob sich Jakob, hob seine Kinder und Weiber auf die Kamele Gen 31:18 und führte all sein Vieh weg und all seine Habe, die er erworben, das Vieh seines Besitzes, das er zu Paddan Aram erworben, um zu seinem Vater Isaak ins Land Kanaan zu ziehen. Gen 31:19 Während Laban ging, seine Schafe zu scheren, stahl Rachel ihres Vaters Teraphim. Gen 31:20 Jakob aber überlistete Laban, den Aramäer; durch nichts hatte er ihn ahnen lassen, daß er fliehen wollte. Gen 31:21 So floh er mit all seiner Habe. Er brach auf und setzte über den Strom und nahm die Richtung auf das Gebirge Gilead. Gen 31:22 Am dritten Tage bekam Laban die Kunde, Jakob sei entflohen. Gen 31:23 Da nahm er seine Brüder mit, verfolgte ihn sieben Tagereisen und holte ihn auf dem Gebirge Gilead ein. Gen 31:24 Da kam Gott zu Laban, dem Aramäer, nachts im Traum und sprach zu ihm: "Hüte dich, mit Jakob herausfordernd zum Bösen zu reden!" Gen 31:25 Als Laban Jakob erreichte, hatte Jakob auf dem Berge sein Zelt aufgeschlagen; Laban aber schlug es mit seinen Brüdern auf dem Gebirge Gilead auf. Gen 31:26 Und Laban sprach zu Jakob: "Was hast du getan, daß du mich überlistet und meine Töchter wie Kriegsgefangene fortgeführt hast? Gen 31:27 Warum bist du heimlich geflohen und hast mich bestohlen? Warum hast du's mir nicht kundgetan? Dann hätte ich dir mit Jauchzen und Singen, mit Pauken und Zithern das Geleite gegeben. Gen 31:28 Warum hast du mich nicht zum Abschied meine Enkel und meine Töchter küssen lassen? Nun, du hast recht töricht gehandelt. Gen 31:29 Ich habe die Macht, euch übel zu tun. Aber deines Vaters Gott hat gestern Nacht zu mir gesprochen: 'Hüte dich, mit Jakob herausfordernd zum Bösen zu reden!' Gen 31:30 Nun bist du eben fortgezogen, weil du dich nach deinem Vaterhause gesehnt hast. Warum hast du aber meine Götter gestohlen?" Gen 31:31 Da antwortete Jakob und sprach zu Laban: "Wohl! Ich habe Angst gehabt, weil ich gedacht habe, du könntest deine Töchter mir entreißen. Gen 31:32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht länger leben. Erkennst du im Beisein unserer Brüder etwas als dein eigen, dann nimm es an dich!" Jakob aber wußte nicht, daß Rachel sie gestohlen hatte. Gen 31:33 So kam Laban in Jakobs und in Leas Zelt sowie in das Zelt der beiden Mägde, fand aber nichts; dann ging er aus Leas Zelt und kam in das der Rachel. Gen 31:34 Rachel aber hatte die Teraphim genommen und legte sie in die Kamelsänfte und setzte sich auf sie. Laban durchstöberte das ganze Zelt, fand aber nichts. Gen 31:35 Da sprach sie zu ihrem Vater: "Sei nicht böse, mein Herr, daß ich vor dir nicht aufstehe! Mir ergeht es nach Weiberart." So suchte er, fand aber die Teraphim nicht. Gen 31:36 Da ward Jakob zornig und schalt Laban. Und Jakob hob an und sprach zu Laban: "Was ist mein Verbrechen? Was mein Vergehen, daß du hinter mir herhetzest Gen 31:37 und mir all mein Gerät durchstöberst? Was hast du von all deinem Hausrat gefunden? Leg's her vor meine und vor deine Brüder, daß sie zwischen uns entscheiden! Gen 31:38 Zwanzig Jahre bin ich so bei dir gewesen. Deine Mutterschafe und -ziegen haben nie einen Fehlwurf, und nie habe ich deiner Herde Widder verzehrt. Gen 31:39 Zerrissenes habe ich nie vor dich bringen dürfen; ich mußte es ersetzen; von mir fordertest du es. So bin ich betrogen worden bei Tag und bei Nacht. Gen 31:40 So ist es mir ergangen: Bei Tage hat mich die Hitze gefressen und der Frost bei Nacht. Meine Augen floh der Schlaf. Gen 31:41 Volle zwanzig Jahre habe ich so in deinem Hause dir gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs um deine Schafe, und zehnmal ändertest du meinen Lohn. Gen 31:42 Hätte ich nicht meines Vaters Gott gehabt, den Gott Abrahams und Isaaks Schrecken, leer hättest du mich ziehen lassen. Mein Abplagen und meiner Hände Mühen hat aber Gott gesehen und gestern nacht hat er entschieden." Gen 31:43 Da erwiderte Laban und sprach zu Jakob: "Mein sind die Töchter, mein die Kinder, mein das Vieh, und alles, was du siehst, gehört mir, also meinen Töchtern. Was könnte ich heute diesen tun oder ihren Kindern, die sie geboren haben? Gen 31:44 Nun komm! Wir wollen einen Bund miteinander schließen. Der Herr sei Zeuge zwischen mir und dir!" Gen 31:45 Und Jakob nahm einen Stein und richtete ihn als Steinmal auf. Gen 31:46 Jakob aber sprach zu seinen Brüdern: "Sammelt Steine!" Da nahmen sie Steine und machten einen Wall. Und sie aßen dort auf dem Wall. Gen 31:47 Laban nannte ihn Jegar Sahaduta ("Steinhaufen des Zeugnisses"), und Jakob nannte ihn Galed ("Zeugenwall"). Gen 31:48 Da sprach Laban: "Dieser Wall ist heute Zeuge zwischen mir und dir." Deshalb nannte er ihn Galed ("Zeugenwall"). Gen 31:49 Auch Mispa ("Wache"), weil er sagte: "Der Herr wache zwischen mir und dir, wenn wir einander ferne sind. Gen 31:50 Ob du meine Töchter schlecht behandelst oder ob du noch andere Weiber zu meinen Töchtern nimmst, ist auch kein Mensch bei uns, bedenke: Zwischen mir und dir ist ein Gott Zeuge!" Gen 31:51 Ferner sprach Laban zu Jakob: "Hier dieser Wall und dieses Steinmal, das ich errichte zwischen mir und dir: Gen 31:52 Dieser Wall sei Zeuge und Zeuge dieses Steinmal! Ich darf diesen Wall zu dir nicht überschreiten, noch darfst du diesen Wall und dieses Steinmal zu mir überschreiten in böser Absicht. Gen 31:53 Zwischen uns richte der Gott Abrahams und Nachors Gott, der Gott ihrer Väter!" Da schwur Jakob beim Schrecken seines Vaters Isaak. Gen 31:54 Dann schlachtete Jakob ein Schlachtopfer auf dem Berg und lud seine Brüder ein, das Mahl zu halten. Da hielten sie das Mahl und nächtigten auf dem Berg. Gen 31:55 (32:1) Frühmorgens aber küßte Laban seine Enkel und seine Töchter und segnete sie. Dann brach Laban auf und kehrte heim. Gen 32:1 (32:2) Auch Jakob zog seines Wegs; da stießen Gottes Engel auf ihn. Gen 32:2 (32:3) Jakob sprach, als er sie sah: "Dies ist Gottes Heerlager", und er nannte diesen Ort Machanaim ("Doppellager"). Gen 32:3 (32:4) Jakob sandte nun Boten voraus an seinen Bruder Esau ins Land Seïr, in Edoms Gefilde. Gen 32:4 (32:5) Er trug ihnen folgendes auf: "So sollt ihr sprechen: 'Meinem Herrn Esau läßt dein Sklave Jakob also melden: Bei Laban war ich zu Gast und verzögerte mich bis jetzt. Gen 32:5 (32:6) Ich kam aber zu Rindern und Eseln, zu Schafen, Sklaven und Mägden. Und so wollte ich es meinem Herrn melden lassen, um Huld bei dir zu finden.'" Gen 32:6 (32:7) Die Boten kehrten zu Jakob zurück und meldeten: "Zu deinem Bruder Esau sind wir gekommen, aber schon zieht er dir entgegen mit vierhundert Mann." Gen 32:7 (32:8) Da geriet Jakob in große Furcht und Bangigkeit. Dann teilte er die Leute bei sich sowie die Schafe, Rinder und Kamele in zwei Lager. Gen 32:8 (32:9) Er dachte nämlich: Kommt Esau über das eine Lager und schlägt es, dann kann das andere Lager entrinnen. Gen 32:9 (32:10) Und Jakob sprach: "Gott meines Vaters Abraham! Gott meines Vaters Isaak! Herr, der du zu mir sprachst: 'Kehr in dein Land zurück, zu der Verwandtschaft! Ich will dir wohltun', Gen 32:10 (32:11) nicht wert bin ich all der Liebe und Treue, die du deinem Diener erwiesen. Denn nur mit meinem Stock habe ich diesen Jordan überschritten, und jetzt besitze ich zwei Lager. Gen 32:11 (32:12) Ach, rette mich aus meines Bruders Esau Hand! Ich fürchte mich vor ihm. Daß er nicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Kindern! Gen 32:12 (32:13) Du aber hast gesprochen: 'Ich will dir reichlich wohltun; dann mache ich wie Sand am Meere deinen Stamm, vor Menge nicht zu zählen.'" Gen 32:13 (32:14) Er blieb nun dort in jener Nacht; dann nahm er aus dem, was ihm zur Hand war, ein Geschenk für seinen Bruder Esau, Gen 32:14 (32:15) 200 Ziegen, 20 Böcke, 200 Mutterschafe und 20 Widder, Gen 32:15 (32:16) 30 säugende Kamele mit ihren Füllen, 40 junge Kühe, 10 junge Stiere, 20 Eselinnen und 10 Eselsfüllen. Gen 32:16 (32:17) Er übergab diese seinen Knechten, jede Herde besonders, und sprach zu seinen Knechten: "Ziehet mir voraus und laßt jedesmal einen Zwischenraum zwischen den Herden!" Gen 32:17 (32:18) Und er wies den vordersten an: "Wenn mein Bruder Esau auf dich stößt und dich fragt: 'Wessen bist du? Wohin Willst du? Wessen sind diese da vor dir?', Gen 32:18 (32:19) so sprich: 'Deines Sklaven Jakob Geschenke sind sie, abgeschickt für Esau, meinen Herrn. Er selber folgt uns auf dem Fuße nach.'" Gen 32:19 (32:20) Ebenso wies er den zweiten, den dritten und alle übrigen an, die die Herden trieben, und sprach: "Genauso sollt ihr zu Esau sprechen, wenn ihr ihn treffet. Gen 32:20 (32:21) Ihr sollt sagen: 'Auch dein Sklave Jakob folgt uns auf dem Fuß!'" Er dachte nämlich: Ablenken will ich seine Aufmerksamkeit durch das Geschenk, das mir vorausgeht; erst dann trete ich ihm vor die Augen. Vielleicht nimmt er mich gnädig auf. Gen 32:21 (32:22) So ging ihm das Geschenk voraus; er selber nächtigte in jener Nacht zu Machanaim. Gen 32:22 (32:23) In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Weiber, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und führte sie über die Jabbokfurt. Gen 32:23 (32:24) Er nahm sie und führte sie über den Fluß und brachte alles, was er hatte, hinüber. Gen 32:24 (32:25) Jakob blieb allein zurück; da rang mit ihm ein Mann bis zum Anbruch der Morgenröte. Gen 32:25 (32:26) Und als er sah, daß er ihn nicht überwände, rührte er an seine Hüftpfanne, und Jakobs Hüftpfanne ward verrenkt, als er mit ihm rang. Gen 32:26 (32:27) Dann sprach er: "Laß mich los! Die Morgenröte bricht an." Er sprach: "Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest." Gen 32:27 (32:28) Er sprach zu ihm: "Wie heißest du?" Er sprach: "Jakob." Gen 32:28 (32:29) Da sprach er: "Fortan sollst du nicht Jakob heißen, sondern Israel. Du hast mit Gott gekämpft, und so trägst du den Sieg davon auch über Menschen." Gen 32:29 (32:30) Da bat Jakob und sprach: "Tu auch deinen Namen kund!" Er sprach: "Warum doch fragst du mich nach meinem Namen?" Und er segnete ihn dort. Gen 32:30 (32:31) Jakob nannte den Ort Penuël ("Gottes Antlitz"): "Ich habe Gott geschaut von Angesicht zu Angesicht und kam mit dem Leben davon." Gen 32:31 (32:32) Die Sonne strahlte ihm auf, als er an Penuël vorüberzog; er aber hinkte an seiner Hüfte. Gen 32:32 (32:33) Darum sollen Israels Söhne bis auf diesen Tag keine Sehne des Schenkels essen, der auf der Hüftpfanne läuft, weil er Jakobs Hüftpfanne, die Sehne des Schenkels, berührt hat. Gen 33:1 Jakob aber erhob seine Augen und schaute; da kam Esau mit 400 Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea, Rachel und die beiden Mägde. Gen 33:2 Und zwar stellte er die Mägde und ihre Kinder voran, dahinter Lea mit ihren Kindern und ganz hinten Rachel und Joseph. Gen 33:3 Er selbst ging ihnen voraus und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam. Gen 33:4 Da lief ihm Esau entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Und sie weinten. Gen 33:5 Dann erhob er seine Augen, sah die Weiber mit den Kindern und sprach: "Was sind diese da bei dir?" Er sprach: "Das sind die Kinder, die Gott deinem Sklaven geschenkt hat." Gen 33:6 Da traten die Mägde mit ihren Kindern herzu und verneigten sich. Gen 33:7 Auch Lea und ihre Kinder traten herzu und verneigten sich. Danach traten Joseph und Rachel herzu und verneigten sich. Gen 33:8 Er sprach: "Was soll dir dies ganze Lager, auf das ich gestoßen bin?" Er sprach: "Auf daß ich Gnade finde bei meinem Herrn!" Gen 33:9 Da sprach Esau: "Ich habe übergenug, mein Bruder. Behalte, was dir gehört!" Gen 33:10 Jakob sprach: "Nicht doch! Habe ich in deinen Augen Gnade gefunden, dann mußt du meine Gabe von mir annehmen. Denn ich habe dein Antlitz gesehen, so, wie ich Gottes Antlitz sah, und du nahmst mich zu Gnaden an. Gen 33:11 Nimm doch mein Grußgeschenk, das dir dargebracht ward! Denn Gott hat mich begnadet, und ich habe vollauf." So drang er in ihn, bis er es nahm. Gen 33:12 Dann sprach er: "Laßt uns aufbrechen und weiterziehen! Ich halte gleichen Schritt mit dir." Gen 33:13 Er aber sprach zu ihm: "Mein Herr sieht selber, daß die Kinder zart sind, und säugende Schafe und Kinder stehen in meiner Obhut. Wollte ich sie einen Tag über Gebühr anstrengen, dann stürbe die ganze Herde. Gen 33:14 So ziehe mein Herr doch vor seinem Sklaven her! Ich ziehe gemächlich weiter, im Schritte des Viehstands vor mir und im Schritte der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seïr komme!" Gen 33:15 Da sprach Esau: "So will ich wenigstens bei dir einen Teil meiner Leute lassen." Er aber sprach: "Wozu? Möchte ich nur Huld bei meinem Herrn finden!" Gen 33:16 So kehrte Esau an jenem Tag nach Seïr zurück. Gen 33:17 Jakob aber zog nach Sukkot weiter und baute sich ein Haus, seinem Vieh aber machte er Laubhütten. Daher nennt man den Ort Sukkot ("Hütten"). Gen 33:18 Und Jakob kam in friedlicher Gesinnung nach der Stadt Sichem im Lande Kanaan auf seiner Fahrt aus Paddan Aram und lagerte östlich von der Stadt. Gen 33:19 Er kaufte das Stück Feld, wo er sein Zelt gespannt, von den Söhnen Chamors, des Herrn von Sichem, um 100 Beutel. Gen 33:20 Und er stellte dort einen Altar auf und pries bei ihm den Gott Israels. Gen 34:1 Einst ging Dina, Leas Tochter, die sie Jakob geboren, aus, sich unter des Landes Töchtern sehen zu lassen. Gen 34:2 Da erblickte sie Sichem, der Sohn des chiwitischen Landesfürsten Chamor, entführte sie, wohnte ihr bei und tat ihr Gewalt an. Gen 34:3 Er aber hängte sich mit ganzer Seele an Jakobs Tochter Dina und gewann das Mädchen lieb. So redete er dem Mädchen zu Herzen. Gen 34:4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Chamor also: "Freie dies Kind mir zum Weibe!" Gen 34:5 Jakob aber hatte vernommen, man habe seine Tochter Dina geschändet. Seine Söhne aber waren mit seinem Vieh auf dem Felde gewesen. So hatte Jakob bis zu ihrer Rückkehr geschwiegen. Gen 34:6 Da ging Sichems Vater Chamor zu Jakob, mit ihm Rücksprache zu nehmen. Gen 34:7 Die Söhne Jakobs aber waren sofort vom Felde heimgekommen, als sie davon gehört hatten. Die Männer waren erbittert und in heftigem Zorn; denn eine Schandtat hatte er an Israel begangen, daß er Jakobs Tochter beschlief. Solches durfte nicht geschehen! Gen 34:8 Chamor aber redete mit ihnen also: "Mein Sohn Sichem hat sein Herz an eure Tochter gehängt. Gebt sie ihm doch zum Weibe! Gen 34:9 Verschwägert euch mit uns! Eure Töchter gebt ihr uns und nehmt euch unsere Töchter! Gen 34:10 Dann bleibt ihr bei uns wohnen. Das Land steht euch offen. Bleibt da und zieht umher und siedelt darin!" Gen 34:11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: "Möchte ich Gnade in euren Augen finden! Was ihr auch von mir fordert, ich gebe es. Gen 34:12 Fordert noch soviel Kaufgeld und Geschenke von mir, ich will's geben, wie ihr's von mir fordert. Nur gebt das Mädchen mir zum Weibe." Gen 34:13 Da antworteten Jakobs Söhne Sichem und seinem Vater Chamor arglistig; das Wort aber führten die, deren Vollschwester Dina er geschändet hatte. Gen 34:14 Sie sprachen zu ihm: "Wir können dies nicht tun, unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben. Denn dies gilt uns als schmachvoll. Gen 34:15 Doch unter der Bedingung willfahren wir euch, wenn ihr werdet wie wir, insofern alles Männliche bei euch beschnitten wird. Gen 34:16 Dann geben wir euch unsere Töchter und nehmen uns eure Töchter und wohnen bei euch und werden so ein Volk. Gen 34:17 Wollt ihr aber wegen der Beschneidung nicht auf uns hören, dann nehmen wir unsere Tochter und gehen." Gen 34:18 Und der Vorschlag gefiel Chamor, ebenso Chamors Sohne Sichem. Gen 34:19 Der Jüngling aber zauderte nicht, dies zu veranlassen; denn er hatte Gefallen an Jakobs Tochter. Auch war er im ganzen Hause seines Vaters der Angesehenste. Gen 34:20 So kamen Chamor und sein Sohn Sichem zum Tor ihrer Stadt und redeten also zu den Männern ihrer Stadt: Gen 34:21 "Friedlich gesinnt sind uns diese Männer. Sie sollen im Lande wohnen und darin verkehren, hat doch das Land nach allen Seiten Raum für sie. Wir wollen ihre Töchter uns zu Weibern nehmen und ihnen unsere Töchter geben. Gen 34:22 Doch einzig unter der Bedingung wollen diese Männer bei uns wohnen bleiben und ein Volk werden, wenn sich alles Männliche bei uns beschneidet, wie sie beschnitten sind. Gen 34:23 Werden ihre Herden aller Art und all ihr Vieh uns nicht von Nutzen sein? So wollen wir ihnen willfahren, daß sie bei uns wohnen bleiben." Gen 34:24 Da hörten auf Chamor und seinen Sohn Sichem alle, die zum Tore seiner Stadt hinausziehen konnten, und alle Männer, die zum Tore seiner Stadt hinausziehen konnten, ließen sich beschneiden. Gen 34:25 Aber am dritten Tage, als sie wundkrank waren, griffen die beiden Jakobssöhne, Simeon und Levi, Dinas Brüder, jeder nach seinem Schwert, überfielen dreist die Stadt und erschlugen jede Mannesperson. Gen 34:26 Auch Chamor und seinen Sohn Sichem schlugen sie mit des Schwertes Schärfe, dann holten sie Dina aus Sichems Hause. Gen 34:27 Dann zogen auch die anderen Jakobssöhne aus, kamen über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil sie ihre Schwester geschändet hatten. Gen 34:28 Sie nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel, was in der Stadt und draußen war. Gen 34:29 All ihre Habe und all ihre Kinder und ihre Weiber erbeuteten sie; und plünderten alles, was in den Häusern war. Gen 34:30 Da sprach Jakob zu Simeon und Levi: "Ihr habt mich verstört. Ihr macht mich bei des Landes Bewohnern, den Kanaanitern und den Perizitern, verhaßt, und doch habe ich nur wenige ohnmächtige Wichte. Rotten sie sich gegen mich zusammen, dann schlagen sie mich, und ich werde mit meinem Haus vernichtet." Gen 34:31 Sie sprachen: "Durfte man denn unsere Schwester wie eine Dirne behandeln?" Gen 35:1 Gott sprach zu Jakob: "Auf! Hin nach Betel, bleib dort und baue dort einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau bist geflohen." Gen 35:2 Da sprach Jakob zu seiner Familie und allen anderen bei ihm: "Werft die fremden Götter bei euch weg! Reinigt euch und bessert eure Kleider aus! Gen 35:3 Wir wollen uns aufmachen und nach Betel ziehen! Dort will ich einen Altar bauen dem Gott, der mich an meinem Nottag erhört und mit mir auf dem Weg gewesen, den ich gegangen bin." Gen 35:4 Da gaben sie Jakob alle fremden Götter aus ihrem Besitz, samt ihren Ohrringen, und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe bei Sichem. Gen 35:5 Dann brachen sie auf. Aber ein Gottesschrecken fiel auf die Städte ringsum; da verfolgten sie nicht die Jakobssöhne. Gen 35:6 So kam Jakob nach Luz im Land Kanaan, das ist Betel, er und all die Leute bei ihm. Gen 35:7 Er baute dort einen Altar und rief bei dem Orte den Gott von Betel an; denn hier hatten sich ihm die göttlichen Mächte geoffenbart, als er vor seinem Bruder floh. Gen 35:8 Da starb Rebekkas Amme Debora. Sie ward unterhalb Betels unter der Eiche begraben; man nannte sie Klageeiche. Gen 35:9 Und Gott erschien nochmals Jakob nach seiner Rückkehr aus Paddan Aram und segnete ihn. Gen 35:10 Und Gott sprach zu ihm: "Du heißest Jakob; fortan sollst du nicht Jakob heißen, nein, Israel soll nun dein Name sein!" Daher nannte man ihn Israel. Gen 35:11 Und Gott sprach zu ihm: "Gott bin ich, der Allmächtige. Sei fruchtbar, mehre dich! Ein Volk, ja Völkerscharen sollen dir entstammen und Könige aus deinen Lenden sprossen! Gen 35:12 Das Land, das ich gegeben Abraham und Isaak, gebe ich dir. Auch deinem Stamm nach dir verleihe ich das Land." Gen 35:13 Und Gott fuhr von ihm an der Stätte auf, wo er mit ihm geredet hatte. Gen 35:14 Da errichtete Jakob ein Mal an dem Ort, wo er mit ihm geredet, ein Steinmal, und goß darauf ein Trankopfer und schüttete Öl darüber. Gen 35:15 Und Jakob nannte die Stätte, wo Gott mit ihm geredet, Betel ("Gotteshaus"). Gen 35:16 Sie zogen von Betel weiter. Es war aber noch ziemlich weit nach Ephrat; da mußte Rachel gebären, und sie bekam eine schwere Geburt. Gen 35:17 Als ihr die Geburt so schwer ward, sprach die Geburtshelferin zu ihr: "Sei getrost! Du hast auch diesmal einen Sohn." Gen 35:18 Als ihr aber der Lebenshauch entfloh, denn sie mußte sterben, nannte sie ihn Ben Oni ("Mein Schmerzenskind"); sein Vater aber hieß ihn Benjamin ("Glückskind"). Gen 35:19 So starb Rachel. Sie ward am Weg nach Ephrat, das ist Bethlehem, begraben. Gen 35:20 Jakob stellte auf ihrem Grab ein Steinmal auf. Das ist das Steinmal am Rachelgrab bis auf diesen Tag. Gen 35:21 Israel zog weiter und spannte sein Zelt jenseits vom Herdenturm auf. Gen 35:22 Während Israel in dieser Gegend wohnte, ging Ruben hin und beschlief seines Vaters Nebenweib Bilha, und Israel vernahm es. Die Jakobssöhne waren aber ihrer zwölf. Gen 35:23 Die Leasöhne waren Jakobs Erstgeborener Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issakar und Zabulon. Gen 35:24 Die Rachelsöhne waren Joseph und Benjamin. Gen 35:25 Die Söhne Bilhas, der Magd der Rachel, waren Dan und Naphtali. Gen 35:26 Und die Söhne Zilpas, der Magd der Lea, waren Gad und Asser; dies sind die Jakobssöhne, die ihm zu Paddan Aram geboren sind. Gen 35:27 Jakob kam nun zu seinem Vater Isaak nach Mamre bei Kirjat Arba, das ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Gäste geweilt hatten. Gen 35:28 Und Isaaks Lebensdauer betrug 180 Jahre, Gen 35:29 da verschied Isaak. Er starb und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt, alt und lebenssatt. Ihn begruben seine Söhne Esau und Jakob. Gen 36:1 Das ist die Geschlechterfolge Esaus, das ist Edoms: Gen 36:2 Esau nahm seine Weiber aus den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter des Chittiters Elon, und Oholibama, die Tochter Anas, der Tochter des Choriters Sibon, Gen 36:3 und Basemat, die Tochter Ismaels und Schwester Nebajots. Gen 36:4 Ada gebar dem Esau den Eliphaz; Basemat aber hatte den Reguel geboren Gen 36:5 und Oholibama den Jëus, Jalam und Korach. Dies sind die Esausöhne, die im Lande Kanaan geboren sind. Gen 36:6 Esau nahm seine Weiber, Söhne und Töchter, überhaupt alle Seelen seines Hauses und seine Herde, all sein Vieh und seine ganze Habe, die er sich im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in ein anderes Land, fort von seinem Bruder Jakob. Gen 36:7 Denn ihr Besitz war zu groß geworden zum Beisammenbleiben, und das Land, in dem sie als Gäste weilten, hatte wegen ihrer Herden für sie nicht ausgereicht. Gen 36:8 So ließ sich Esau auf dem Gebirge Seïr nieder: Esau ist Edom. Gen 36:9 Das ist die Geschlechterfolge Esaus, des Vaters von Edom, auf dem Gebirge Seïr. Gen 36:10 Dies sind die Namen der Söhne Esaus: Eliphaz, der Sohn der Ada, des Weibes Esaus, und Reguel, der Sohn der Basemat, des Weibes Esaus. Gen 36:11 Die Söhne des Eliphaz waren Teman, Omar, Sepho, Gatam und Kenaz. Gen 36:12 Timna aber war ein Nebenweib des Esausohnes Eliphaz, und sie gebar dem Eliphaz den Amalek. Dies sind die Söhne der Ada, des Weibes Esaus. Gen 36:13 Und dies sind die Söhne Reguels. Nachat, Zerach, Samma und Mizza. Dies waren die Söhne der Basemat, des Weibes Esaus. Gen 36:14 Und dies waren die Söhne der Oholibama, der Tochter Anas, der Tochter Sibons und des Weibes Esaus: Sie gebar dem Esau den Jëus, den Jalam und den Korach. Gen 36:15 Dies sind die Häuptlinge der Söhne Esaus. Die Söhne des Erstgeborenen Esaus, Eliphaz, waren der Häuptling Teman, der Häuptling Omar, der Häuptling Sepho und der Häuptling Kenaz, Gen 36:16 der Häuptling Korach, der Häuptling Gatam und der Häuptling Amalek. Dies sind die Häuptlinge des Eliphaz im Lande Edom; dies sind die Söhne der Ada. Gen 36:17 Und dies sind die Söhne des Esausohnes Reguel: der Häuptling Nachat, der Häuptling Zerach, der Häuptling Samma und der Häuptling Mizza; dies sind die Häuptlinge Reguels im Lande Edom; dies sind die Söhne Basemats, des Weibes Esaus. Gen 36:18 Und dies sind die Söhne der Oholibama, des Weibes Esaus: der Häuptling Jëus, der Häuptling Jalam und der Häuptling Korach; dies sind die Häuptlinge der Oholibama, der Tochter Anas und des Weibes Esaus. Gen 36:19 Dies sind die Söhne Esaus und dies ihre Häuptlinge: das ist Edom. Gen 36:20 Dies sind die Söhne des Choriters Seïr, die Einwohner des Landes: Lotan, Sobal, Sibon und Ana, Gen 36:21 Dison, Eser und Disan; dies sind die Häuptlinge der Choriter, der Söhne Seïrs im Lande Edom. Gen 36:22 Die Söhne Lotans waren Chori und Hemam, und Lotans Schwester war Timna. Gen 36:23 Und dies sind die Söhne Sobals: Alwan, Manachat, Ebal, Sepho und Onam. Gen 36:24 Und dies sind die Söhne Sibons: Ajja und Ana; das ist der Ana, der die Ungeheuer in der Wüste angetroffen hat, als er seinem Vater Sibon die Esel weidete. Gen 36:25 Und dies sind die Söhne Anas: Dison, und Oholibama war die Tochter des Ana. Gen 36:26 Und dies sind die Söhne des Disan, Chemdan, Esban, Jitran und Keran.. Gen 36:27 Dies sind die Söhne des Eser: Bilhan, Zaawan und Akan. Gen 36:28 Dies sind die Söhne Disans: Uz und Aram. Gen 36:29 Dies sind die Häuptlinge der Choriter: der Häuptling Lotan, der Häuptling Sobal, der Häuptling Sibon und der Häuptling Ana, Gen 36:30 der Häuptling Dison, der Häuptling Eser, der Häuptling Disan; dies sind die Häuptlinge der Choriter nach ihren Geschlechtern im Lande Seïr. Gen 36:31 Dies sind die Könige, die im Lande Edom geherrscht haben, bevor ein König über Israels Söhne herrschte. Gen 36:32 König über Edom war Bela, Beors Sohn, und seine Stadt hieß Dinhaba. Gen 36:33 Als Bela starb, ward an seiner Statt König Jobab, Zerachs Sohn, aus Bosra. Gen 36:34 Als Jobab starb, ward an seiner Statt König Chusam aus dem Land der Temaniter. Gen 36:35 Als Chusam starb, ward an seiner Statt König Bedads Sohn Hadad, der die Midianiter auf Moabs Gefilden schlug, und seine Stadt hieß Awit. Gen 36:36 Als Hadad starb, ward an seiner Statt Samla aus Masreka König. Gen 36:37 Als Samla starb, ward an seiner Statt Saul aus Nechobot am Strome König. Gen 36:38 Als Saul starb, ward an seiner Statt Baalchanan aus Akbor König. Gen 36:39 Als Baalchanan aus Akbor starb, ward an seiner Statt Hadad König, und seine Stadt hieß Pau und sein Weib Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter von Mezahab. Gen 36:40 Dies sind die Namen der Häuptlinge Esaus nach ihren Geschlechtern, ihren Ortschaften und Namen: der Häuptling Timna, der Häuptling Alwa, der Häuptling Jetet, Gen 36:41 der Häuptling Oholibama, der Häuptling Ela, der Häuptling Pinon, Gen 36:42 der Häuptling Kenaz, der Häuptling Teman, der Häuptling Mibsar, Gen 36:43 der Häuptling Magdiel und der Häuptling Iram. Dies sind die Häuptlinge Edoms nach ihren Wohnsitzen in ihrem besetzten Gebiet. Das ist Esau, der Vater Edoms. Gen 37:1 Jakob aber wohnte in dem Land, in dem sein Vater zu Gast geweilt, im Land Kanaan. Gen 37:2 Dies ist Jakobs Geschlechterfolge: Als Joseph siebzehn Jahre alt geworden, pflegte er seine Brüder bei den Schafherden zu besuchen. Er hielt sich aber als junger Mann zu den Söhnen Bilhas und Zilpas, der Weiber seines Vaters. Und so konnte Joseph ihrem Vater schlimme Geschichten über sie vermelden. Gen 37:3 Israel aber liebte Joseph mehr als alle seine anderen Söhne; denn er war ihm in seinem Alter geboren, und so hatte er ihm einen langen Leibrock machen lassen. Gen 37:4 Wie nun seine Brüder sahen, daß ihn sein Vater mehr als alle seine Brüder liebte, da haßten sie ihn, und so konnten sie nicht unter sich freundlich über ihn reden. Gen 37:5 Einst hatte nun Joseph einen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern; da haßten sie ihn noch mehr. Gen 37:6 Er sprach zu ihnen: "Hört doch, was ich geträumt habe! Gen 37:7 Wir banden Garben auf dem Felde. Da hat sich meine Garbe aufgerichtet und ist stehengeblieben. Aber eure Garben stellten sich herum und neigten sich vor meiner Garbe." Gen 37:8 Da sprachen seine Brüder zu ihm "Du wärst wohl gern König über uns; du wärst wohl gern unser Herrscher?" Und sie haßten ihn noch ärger wegen seines Traumes und seiner Erzählung. Gen 37:9 Er träumte aber wieder und erzählte es seinen Brüdern. Er sprach: "Noch einen Traum habe ich gehabt: Die Sonne, der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir." Gen 37:10 Als er dies seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sprach zu ihm: "Was ist das für ein Traum, den du gehabt? Sollen wir, ich, deine Mutter und deine Brüder kommen und uns vor dir zur Erde neigen?" Gen 37:11 Seither waren ihm seine Brüder mißgesinnt. Sein Vater aber merkte sich die Sache. Gen 37:12 Nun gingen seine Brüder, ihres Vaters Schafe bei Sichem zu weiden. Gen 37:13 Da sprach Israel zu Joseph: "Weiden deine Brüder nicht zu Sichem? Komm! Ich will dich zu ihnen senden." Er sprach zu ihm: "Ich bin bereit." Gen 37:14 Da sprach er zu ihm: "Geh! Schau nach dem Befinden deiner Brüder und der Herde und bringe mir Bescheid!" So schickte er ihn aus dem Tal von Hebron, und er kam nach Sichem. Gen 37:15 Da sah ihn ein Mann auf dem Feld umherirren, und der Mann fragte ihn: "Wen suchst du?" Gen 37:16 Er sprach: "Ich suche meine Brüder. Sag mir doch, wo sie weiden!" Gen 37:17 Da sprach der Mann: "Sie sind von hier weggezogen. Ich habe sie nämlich sprechen gehört: 'Wir wollen nach Dotain gehen.'" Da ging Joseph seinen Brüdern nach und traf sie in Dotain. Gen 37:18 Sie sahen ihn aber schon von ferne, und bevor er zu ihnen kam, heckten sie gegen ihn einen Mordplan aus. Gen 37:19 Sie sprachen zueinander: "Seht, dort drüben kommt der Träumer! Gen 37:20 Nun auf! Erschlagen wir ihn und werfen wir ihn in eine der Gruben; dann sagen wir: 'Ein wildes Tier hat ihn gefressen.' Dann sehen wir, was aus seinen Träumen wird." Gen 37:21 Als Ruben dies hörte, suchte er ihn aus ihrer Hand zu retten. Er sprach: "Wir wollen ihn nicht totschlagen." Gen 37:22 Dann sprach Ruben zu ihnen: "Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Grube da in der Steppe! Aber legt nicht Hand an ihn!" So wollte er ihn aus ihrer Hand retten und ihn seinem Vater heimbringen. Gen 37:23 Wie nun Joseph zu seinen Brüdern kam, rissen sie Joseph seinen Leibrock ab, den langen Leibrock, den er anhatte. Gen 37:24 Und sie packten ihn und warfen ihn in die Grube; die Grube aber war leer und wasserlos. Gen 37:25 Dann setzten sie sich zum Mahle nieder. Wie sie nun aufblickten, sahen sie, wie eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead herankam, ihre Kamele beladen mit Tragakanth, Mastix und Ladanharz, auf dem Weg nach Ägypten. Gen 37:26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: "Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder umbrächten und dann sein Blut zudeckten? Gen 37:27 Kommt! Wir wollen ihn den Ismaelitern verkaufen! Aber unsere Hand komme nicht an ihn! Er ist doch unser Bruder, unser eigen Fleisch." Da willigten seine Brüder ein. Gen 37:28 Als aber midianitische Handelsleute vorüberzogen, zogen sie Joseph aus der Grube. Und sie verkauften Joseph an die Ismaeliter um zwanzig Silberlinge. Diese aber brachten Joseph nach Ägypten. Gen 37:29 Als nun Ruben wieder zu der Grube kam, war Joseph nicht mehr in der Grube. Da zerriß er seine Kleider, Gen 37:30 kehrte zu seinen Brüdern zurück und sprach: "Der Knabe ist nicht mehr da. Wie kann ich da heimgehen?" Gen 37:31 Da nahmen sie Josephs Leibrock, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock in das Blut. Gen 37:32 Dann machten sie den langen Leibrock noch schmutzig, brachten ihn ihrem Vater und sprachen: "Dies haben wir gefunden. Sieh zu, ob's deines Sohnes Rock ist oder nicht!" Gen 37:33 Er betrachtete ihn und sprach: "Meines Sohnes Rock ist's. Ein wildes Tier hat ihn gefressen. Ach, Joseph ist zerrissen worden." Gen 37:34 Und Jakob zerriß seine Kleider, legte ein härenes Gewand um seine Hüften und trauerte um seinen Sohn viele Tage. Gen 37:35 Da machten sich all seine Söhne und Töchter daran, ihn zu trösten; er aber wollte sich nicht trösten lassen. Er sprach: "Nein! Trauernd fahre ich zu meinem Sohne in die Unterwelt." Und sein Vater weinte um ihn. Gen 37:36 So hatten ihn die Midianiter nach Ägypten verkaufen lassen an Potiphar, den Kämmerer des Pharao und den Anführer der Leibwache. Gen 38:1 In jener Zeit verließ Juda seine Brüder und schloß sich einem Mann von Adullam, namens Chira, an. Gen 38:2 Dort sah nun Juda die Tochter eines Kanaaniters namens Sua; er freite und heiratete sie. Gen 38:3 Und sie empfing und gebar einen Sohn; er nannte ihn Ger. Gen 38:4 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn; sie nannte ihn Onan. Gen 38:5 Dann gebar sie noch einen Sohn; sie nannte ihn Sela; zu Kezib war es gewesen, wo sie ihn gebar. Gen 38:6 Dann freite Juda für seinen Erstgeborenen Ger ein Weib namens Tamar. Gen 38:7 Ger aber, Judas Erstgeborener, machte sich dem Herrn mißfällig, und so ließ ihn der Herr sterben. Gen 38:8 Da sprach Juda zu Onan: "Komm zu dem Weibe deines Bruders! Leiste ihr die Schwagerpflicht und erwecke deinem Bruder Nachkommen!" Gen 38:9 Onan aber wußte, daß ihm die Nachkommenschaft nicht gehören würde; als er nun zu seines Bruders Weibe kam, vereitelte er die Zeugung, um nicht seinem Bruder Nachkommen zu schenken. Gen 38:10 Dem Herrn aber mißfiel, was er getan, und er ließ auch ihn sterben. Gen 38:11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: "Bleib als Witwe in deines Vaters Haus, bis mein Sohn Sela erwachsen ist!" Denn er dachte, auch dieser könnte wie seine Brüder sterben. Tamar ging nun und blieb in ihres Vaters Haus. Gen 38:12 Längere Zeit verstrich; da starb Suas Tochter, Judas Weib. Als Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf zu seiner Schafschur mit seinem Freunde, dem Adullamiter Chira, nach Timna. Gen 38:13 Da ward Tamar gemeldet: "Dein Schwiegervater kommt nach Timna zur Schafschur." Gen 38:14 Da legte sie ihre Witwenkleider ab, bedeckte sich mit dem Schleier, vermummte sich und setzte sich an den Zugang nach Enaim, am Wege nach Timna. Sie hatte nämlich bemerkt, daß Sela erwachsen war, und dennoch war sie ihm nicht zum Weibe gegeben worden. Gen 38:15 Juda aber sah sie und hielt sie für eine Dirne; denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt. Gen 38:16 Und er bog zu ihr an den Weg ab und sprach: "Laß mich, bitte, zu dir kommen!" Denn er merkte nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie sprach: "Was gibst du mir dafür, wenn du zu mir kommen darfst?" Gen 38:17 Er sprach: "Ich sende dir ein Ziegenböckchen von der Herde." Sie sprach: "Wenn du mir ein Pfand gibst, bis du's schickst." Gen 38:18 Er sprach: "Was für ein Pfand soll ich dir geben?" Sie sprach: "Dein Siegel, deine Schnur und den Stab in deiner Hand!" Er gab es ihr; dann kam er zu ihr, und sie empfing von ihm. Gen 38:19 Dann erhob sie sich, legte ihren Schleier ab und zog ihre Witwenkleider wieder an. Gen 38:20 Juda sandte nun das Ziegenböckchen durch seinen Freund, den Adullamiter, um dafür das Pfand von dem Weibe zurückzuerhalten. Aber er fand sie nicht mehr. Gen 38:21 Da fragte er die Leute ihres Ortes: "Wo ist die Weihdirne, die hier bei Enaim am Wege gewesen ist?" Sie sprachen: "Hier ist doch keine Dirne gewesen." Gen 38:22 Da kehrte er zu Juda zurück und sprach: "Ich fand sie nicht, und auch die Leute im Orte sagten: "Hier war keine Dirne." Gen 38:23 Da sprach Juda: "So mag sie's behalten! Daß wir nur nicht zum Gespött werden! Ich aber habe dies Böckchen geschickt, und du hast sie nur nicht gefunden." Gen 38:24 Nach ungefähr drei Monaten ward Juda berichtet: "Deine Schwiegertochter Tamar hat nicht nur gebuhlt, sondern ist durch die Buhlerei auch in Hoffnung gekommen." Da sprach Juda: "Führt sie hinaus! Sie werde verbrannt!" Gen 38:25 Schon wurde sie hinausgeführt, da schickte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ sagen: "Von jenem Mann, dem dies gehört, bin ich guter Hoffnung." Sie ließ ihm auch sagen: "Sieh doch genau zu! Wem gehört dies, das Siegel, die Schnüre und der Stab?" Gen 38:26 Und Juda betrachtete sie und sprach: "Sie hat recht gegen mich. Warum habe ich sie nicht meinem Sohne Sela gegeben?" Er aber hatte fortan keinen Umgang mehr mit ihr. Gen 38:27 Zur Zeit ihres Gebärens aber waren Zwillinge in ihrem Leibe. Gen 38:28 Als sie gebar, streckte der eine eine Hand vor. Da nahm die Hebamme einen roten Faden und band ihn um seine Hand, wobei sie sprach: "Dieser ist zuerst herausgetreten." Gen 38:29 Als er aber seine Hand zurückzog, kam sein Bruder zum Vorschein. Da sprach sie: "Wie du dir einen Vorläufer bestellt hast!" Und man nannte ihn Peres ("Vorläufer"). Gen 38:30 Hernach kam sein Bruder zum Vorschein, an dessen Hand der rote Faden war. Und man nannte ihn Zerach ("Rot"). Gen 39:1 So war Joseph nach Ägypten gebracht worden. Da kaufte ihn Potiphar, Pharaos Kämmerer und Oberster der Leibwächter, ein ägyptischer Mann, von den Ismaelitern, die ihn dorthin gebracht hatten. Gen 39:2 Der Herr aber war mit Joseph, und so ward er ein Mann, dem alles gelang. Da er im Hause seines ägyptischen Herrn blieb, Gen 39:3 sah sein Herr, daß der Herr mit ihm sei und daß der Herr ihm alles, was er vornahm, gelingen ließ. Gen 39:4 So fand Joseph in seinen Augen Gnade und durfte ihn bedienen. Dann setzte er ihn als Verwalter über sein Haus und vertraute ihm sein ganzes Eigentum. Gen 39:5 Und seitdem er ihn über sein Haus bestellt und all sein Eigentum ihm anvertraut hatte, segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josephs willen. Und des Herrn Segen ruhte auf seinem Eigentum in Haus und Feld. Gen 39:6 So überließ er all sein Eigentum Joseph und kümmerte sich bei ihm um nichts als um die Speise, die er genoß. Joseph aber ward schön von Gestalt und Antlitz. Gen 39:7 Nach diesen Begebnissen geschah es, daß seines Herrn Weib die Augen zu Joseph erhob und sprach: "Leg dich zu mir!" Gen 39:8 Er aber weigerte sich und sprach zu seines Herrn Weib: "Sieh! Mein Herr kümmert sich bei mir um nichts im Hause; all sein Eigentum hat er mir übergeben. Gen 39:9 Niemand ist in diesem Hause größer als ich. Gar nichts hat er mir vorenthalten als dich, weil du sein Weib bist. Wie sollte ich nun dieses schwere Unrecht tun, daß ich mich wider Gott versündigte?" Gen 39:10 Sie redete aber Tag für Tag auf Joseph ein. Er aber war ihr nicht zu Willen, sich zu ihr zu legen und mit ihr beisammen zu sein. Gen 39:11 Da geschah es an einem solchen Tage, daß er ins Haus kam, seine Arbeit zu tun; vom Hausgesinde aber war keines dort im Gemach. Gen 39:12 Da packte sie ihn am Gewand und sprach: "Leg dich zu mir!" Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand und floh hinaus ins Freie. Gen 39:13 Als sie sah, daß er sein Gewand in ihrer Hand gelassen und ins Freie geflohen war, Gen 39:14 rief sie ihr Hausgesinde herbei und sprach zu ihm: "Seht! Da hat man uns einen hebräischen Mann gebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte sich zu mir legen; da schrie ich laut. Gen 39:15 Wie er aber hörte, daß ich lautes Geschrei erhob, ließ er sein Kleid bei mir, floh und lief ins Freie." Gen 39:16 Und sie legte sein Gewand neben sich, bis sein Herr heimkäme. Gen 39:17 Da berichtete sie ihm das gleiche und sprach: "Kommt da der hebräische Sklave, den du uns hergebracht, zu mir herein und will seinen Mutwillen mit mir treiben. Gen 39:18 Wie ich aber laut schrie, ließ er sein Kleid bei mir und floh ins Freie." Gen 39:19 Als der Herr seines Weibes Erzählung vernahm, die sie ihm vorgetragen: "Also hat dein Sklave mir getan", da ward er sehr zornig. Gen 39:20 Und Josephs Herr ließ ihn ergreifen und ins Gefängnis werfen, dahin, wo die Königsgefangenen saßen. Und so lag er dort im Kerker. Gen 39:21 Aber der Herr war mit Joseph und wandte ihm Huld zu. Er verschaffte ihm die Gunst des Oberkerkermeisters. Gen 39:22 Und der Oberkerkermeister vertraute Joseph alle Gefangenen im Kerker an, und alles, was man dort zu tun hatte, besorgte er. Gen 39:23 Der Oberkerkermeister aber kümmerte sich um gar nichts, was durch jenen geschah, weil der Herr mit ihm war und der Herr alles, was er vornahm, gelingen ließ. Gen 40:1 Nach jenen Begebnissen geschah es, daß sich des ägyptischen Königs Mundschenk und Bäcker gegen ihren Herrn, den König von Ägypten, vergingen. Gen 40:2 Und Pharao ergrimmte über seine beiden Hofleute, über den Obermundschenk und den Oberbäcker. Gen 40:3 Er ließ sie in Gewahrsam legen, ins Haus des Anführers der Leibwache, in den Kerker, an die Stätte, wo Joseph gefangen saß. Gen 40:4 Und der Anführer der Leibwächter gab ihnen Joseph bei, sie zu bedienen. So blieben sie längere Zeit im Gewahrsam. Gen 40:5 Da träumten beide in der gleichen Nacht, und zwar jeder einen besonderen Traum, des ägyptischen Königs Mundschenk und Bäcker, die im Kerker saßen. Gen 40:6 Am Morgen kam Joseph zu ihnen und sah sie an. Da waren sie verstimmt. Gen 40:7 Da fragte er des Pharaos Höflinge, die mit ihm im Gewahrsam in seines Herrn Haus waren: "Warum macht ihr heute solch böse Gesichter?" Gen 40:8 Sie sprachen zu ihm: "Wir haben einen Traum gehabt, und niemand ist da, der ihn deute." Da sprach Joseph zu ihnen: "Sind Deutungen nicht Gottes Sache? Erzählt mir doch!" Gen 40:9 Da erzählte der Obermundschenk dem Joseph seinen Traum und sprach zu ihm: "In meinem Traume stand vor mir ein Weinstock. Gen 40:10 Und am Weinstock sind drei Ranken. Er schlägt aus; dann kommt er zum Blühen, und schon tragen seine Kämme reife Trauben. Gen 40:11 Ich aber habe Pharaos Becher in der Hand, nehme die Trauben, presse sie in Pharaos Becher aus und gebe den Becher dem Pharao in die Hand." Gen 40:12 Da sprach Joseph zu ihm: "Dies ist seine Deutung: Drei Ranken sind drei Tage. Gen 40:13 Drei Tage noch, dann nimmt dich Pharao persönlich vor und stellt dich wieder auf deinen Posten, und du reichst Pharao wieder den Becher, ganz wie früher, als du sein Mundschenk gewesen. Gen 40:14 Denkst du also an mich, wenn es dir wieder gut geht, dann habe die Güte, mich beim Pharao zu empfehlen und mir so aus diesem Hause zu helfen! Gen 40:15 Denn aus der Hebräer Land bin ich entführt worden, und auch hier habe ich nichts verbrochen, daß sie mich in den Kerker werfen mußten." Gen 40:16 Als der Oberbäcker bemerkte, daß er zum Guten ausgelegt, sprach er zu Joseph: "In meinem Traume waren auf meinem Kopf drei geflochtene Körbe. Gen 40:17 Im obersten der Körbe waren allerlei Eßwaren für den Pharao, Backwerk; jedoch die Vögel fraßen es aus dem Korb auf meinem Kopfe weg." Gen 40:18 Da erwiderte Joseph und sprach: "Dies ist die Deutung: Drei Körbe sind drei Tage. Gen 40:19 Drei Tage noch, dann nimmt dich der Pharao persönlich in deiner Sache vor; dann hängt er dich an das Holz, und dann fressen die Vögel dein Fleisch von dir ab." Gen 40:20 Am dritten Tage war es, dem Geburtstag Pharaos; da bereitete er ein Mahl für alle seine Diener. Dabei nahm er den Obermundschenk und den Oberbäcker im Beisein seiner Diener persönlich vor. Gen 40:21 Da setzte er den Obermundschenk wieder zu seinem Mundschenk ein, und er durfte Pharao den Becher wieder reichen. Gen 40:22 Den Oberbäcker aber ließ er hängen, wie ihnen Joseph vorhergesagt. Gen 40:23 Der Obermundschenk aber gedachte nicht mehr Josephs. Er vergaß ihn. Gen 41:1 Nach Verlauf zweier Jahre träumte Pharao, er stehe am Nil. Gen 41:2 Da stiegen aus dem Nil sieben Kühe, prächtig von Aussehen und fett an Fleisch, und weideten im Riedgras. Gen 41:3 Ihnen nach stiegen sieben andere Kühe aus dem Nil, häßlich von Aussehen und mager an Fleisch, und traten neben jene Kühe am Nilufer. Gen 41:4 Dann fraßen die häßlichen und mageren Kühe die sieben stattlichen und fetten Kühe. Da erwachte Pharao. Gen 41:5 Er schlief wieder ein, da träumte er zum zweitenmal. Sieben Ähren wuchsen an einem Halm, dick und schön. Gen 41:6 Ihnen nach sproßten sieben Ähren, dürr und vom Ostwind versengt. Gen 41:7 Und die dürren Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte Pharao; ein Traum war es gewesen. Gen 41:8 Am Morgen aber war sein Gemüt noch unruhig; da sandte er hin und ließ alle Schriftkundigen und Weisen Ägyptens rufen. Und Pharao erzählte ihnen seine Träume; aber niemand vermochte sie dem Pharao zu deuten. Gen 41:9 Da nahm der Obermundschenk das Wort und sprach zu Pharao: "Heute muß ich meiner Nachlässigkeit gedenken. Gen 41:10 Der Pharao hatte einst auf seine Diener gezürnt, und so legte er mich in Gewahrsam in das Haus des Anführers der Leibwächter, mich und den Oberbäcker. Gen 41:11 Da träumten wir beide in einer Nacht, und zwar hatte jeder einen besonderen Traum. Gen 41:12 Nun war bei uns dort ein hebräischer Jüngling, ein Sklave des Obersten der Leibwächter, und dem erzählten wir es, und jener deutete uns unsere Träume. Jedem deutete er, seinem Traum gemäß. Gen 41:13 Und wie er es uns gedeutet, so traf es ein. Mich hat man wieder auf meinen Posten gestellt, und ihn hat man gehenkt." Gen 41:14 Da sandte Pharao und ließ Joseph rufen. Eilends entließen sie ihn aus dem Kerker. Er ließ sich scheren und wechselte seine Kleider. Dann kam er zu Pharao. Gen 41:15 Und Pharao sprach nun zu Joseph: "Ich habe einen Traum gehabt, und niemand kann ihn deuten. Nun habe ich von dir gehört, man sage, du brauchtest einen Traum nur zu hören, und du könntest ihn deuten!" Gen 41:16 Da erwiderte Joseph dem Pharao also: "Ich nicht; Gott nur kann offenbaren, was Pharao frommt." Gen 41:17 Da erzählte Pharao dem Joseph: "In meinem Traume stand ich an des Niles Ufer. Gen 41:18 Da stiegen sieben Kühe aus dem Nil, fett an Fleisch und stattlich anzusehen, und weideten im Riedgras. Gen 41:19 Ihnen nach stiegen sieben andere Kühe, elend und häßlich an Gestalt und mager an Fleisch. In ganz Ägypten habe ich nie etwas so Häßliches gesehen wie sie. Gen 41:20 Da fraßen die mageren und häßlichen Kühe die ersten sieben fetten Kühe. Gen 41:21 Sie kamen so in ihren Magen; aber man hatte gar nicht gemerkt, daß sie in ihren Magen gekommen waren; denn ihr Aussehen blieb häßlich, wie zuvor. Da erwachte ich. Gen 41:22 Und wieder sah ich in meinem Traum: Da wuchsen sieben Ähren voll und schön an einem Halm. Gen 41:23 Ihnen nach sproßten sieben andere Ähren, taub, dürr und vom Ostwind versengt. Gen 41:24 Und diese dürren Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. Ich sagte es den Schriftgelehrten; aber keiner konnte mir Bescheid geben." Gen 41:25 Da sprach Joseph zu Pharao: "Pharaos Traum ist unzweideutig. Gott tut dem Pharao kund, was er zu tun gedenkt. Gen 41:26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre. Die sieben schönen Ähren sind auch sieben Jahre. Nur ein Traum ist es. Gen 41:27 Und diese sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach ihnen kamen, sind sieben Jahre, und die sieben leeren, vom Ostwind versengten Ähren bedeuten sieben Hungerjahre. Gen 41:28 Das ist dasselbe, was ich Pharao schon sagte: 'Was Gott zu tun gedenkt, hat er Pharao schauen lassen.' Gen 41:29 Sieh, sieben Jahre kommen, da herrscht großer Überfluß im ganzen Land Ägypten. Gen 41:30 Nach ihnen kommen sieben Hungerjahre. Da weiß man nichts mehr von irgendwelchem Überfluß im Land Ägypten. Dann zehrt der Hunger im Land. Gen 41:31 Dann merkt man nichts mehr vom Überfluß im Land wegen dieser Hungersnot hernach; denn sie wird überschwer sein. Gen 41:32 Und daß der Traum des Pharao zweimal in verschiedener Form erschien, heißt: Die Sache ist fest bei Gott beschlossen, und Gott setzt eilends sie ins Werk. Gen 41:33 Nun ersehe sich Pharao einen klugen, weisen Mann und setze ihn über das Ägypterland! Gen 41:34 Möge Pharao unverzüglich über das Land Aufseher setzen und dann den fünften Teil aus dem Land Ägypten in den sieben Jahren des Überflusses als Abgabe erheben. Gen 41:35 Dann soll man jeglich Korn dieser kommenden guten Jahre aufspeichern und Getreide zu Pharaos Verfügung in den Städten zur Nahrung anhäufen und verwahren! Gen 41:36 Dann ist das Korn dem Land ein Rückhalt für die sieben Hungerjahre, die über das Ägypterland kommen, damit das Land durch die Hungersnot nicht zugrunde gehe." Gen 41:37 Diese Rede gefiel nun Pharao und all seinen Dienern. Gen 41:38 Und Pharao sprach zu seinen Dienern: "Könnten wir jemanden wie diesen finden, einen Mann, in dem Gottes Geist ist?" Gen 41:39 Und Pharao sprach zu Joseph: "Weil ein Gott dir all dies geoffenbart, ist keiner so klug und weise wie du. Gen 41:40 Du sollst meinem Hause vorstehen! Mein ganzes Volk soll deine Rede achten! Nur um den Thron will ich größer sein als du." Gen 41:41 Dann sprach Pharao zu Joseph: "Siehe! Ich setze dich über ganz Ägypterland." Gen 41:42 Dann zog Pharao seinen Siegelring von seiner Hand und streifte ihn an Josephs Hand, kleidete ihn mit Linnengewändern und legte ihm die goldene Kette um den Hals. Gen 41:43 Dann ließ er ihn auf seinem Wagen zweiten Ranges fahren und vor ihm ausrufen: Abrek! und daß man ihn einsetze als König über ganz Ägypterland. Gen 41:44 Und Pharao sprach zu Joseph: "Ich bin Pharao. Aber ohne dich hebe niemand Hand noch Fuß in ganz Ägypterland!" Gen 41:45 Und Pharao hieß Joseph Saphnat Paneach ("Speisung des Landes ist dieser Lebende da"). Und er gab ihm zum Weibe Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On. So ward Joseph im Ägypterland bekannt. Gen 41:46 Joseph war dreißig Jahre alt, als er in des ägyptischen Königs Pharao Dienste trat. Nachdem Joseph von Pharao weggegangen war, durchzog er ganz Ägypterland. Gen 41:47 Das Land war nun in den sieben Jahren des Überflusses überaus fruchtbar. Gen 41:48 So speicherte er jegliches Korn der sieben Jahre im Ägypterland auf und legte Korn in die Städte. In jede Stadt legte er das Korn des Feldes, das sie umgab. Gen 41:49 So häufte Joseph Getreide wie Sand am Meere überaus viel auf, bis man das Messen lassen mußte; denn es war unmeßbar. Gen 41:50 Zwei Söhne aber waren Joseph geboren worden, bevor das Hungerjahr kam. Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On, hatte sie ihm geboren. Gen 41:51 Und Joseph nannte den Erstgeborenen Manasse ("den Vergessenmachenden"); denn "Gott hat mich vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes Haus". Gen 41:52 Den zweiten nannte er Ephraim ("den Fruchtbaren"); denn "Gott hat mich zur Macht im Lande meines Elends kommen lassen". Gen 41:53 Zu Ende gingen nun die sieben Jahre des Überflusses im Ägypterland. Gen 41:54 Und die sieben Jahre des Hungers hoben an, wie Joseph gesagt hatte. Hunger war in allen Ländern; aber in ganz Ägypten gab es Brot. Gen 41:55 Als aber auch ganz Ägypterland hungerte, schrie das Volk zu Pharao um Brot; da sprach Pharao zu jedem Ägypter: "Geht zu Joseph! Was er euch sagen wird, tut!" Gen 41:56 Nun kam der Hunger über die ganze Erde. Da öffnete Joseph alle Speicher und verkaufte den Ägyptern Getreide. Aber auch in Ägypten ward der Hunger immer stärker. Gen 41:57 Alle Welt kam nun nach Ägypten, Getreide bei Joseph zu kaufen, denn stark war der Hunger auf der ganzen Erde geworden. Gen 42:1 Auch Jakob erfuhr, daß es in Ägypten Brotgetreide gebe; da sprach Jakob zu seinen Söhnen: "Warum zögert ihr?" Gen 42:2 Und er sprach: "Ich habe gehört, daß in Ägypten ein Kornmarkt ist. Ziehet dorthin und holt uns von dort Getreide, daß wir am Leben bleiben und nicht sterben!" Gen 42:3 Da zogen zehn der Brüder Josephs hinab, in Ägypten Getreide zu kaufen. Gen 42:4 Den Benjamin aber, Josephs Vollbruder, hatte Jakob nicht mit seinen Brüdern ziehen lassen; denn er dachte, ihn könnte ein Unfall treffen. Gen 42:5 So kamen Israels Söhne zum Markt inmitten der Herbeiströmenden; denn im Lande Kanaan war der Hunger. Gen 42:6 Joseph aber war der Gebieter des Landes; er war es, der jedem Volk der Erde Getreide verkaufte. So kamen auch Josephs Brüder und neigten sich vor ihm zu Boden. Gen 42:7 Da sah Joseph seine Brüder und erkannte sie; aber er stellte sich fremd gegen sie, ließ sie hart an und fragte sie: "Woher kommt ihr?" Sie sagten: "Aus dem Lande Kanaan zum Getreidekauf." Gen 42:8 Joseph erkannte seine Brüder; sie aber hatten ihn nicht erkannt. Gen 42:9 Da gedachte Joseph der Träume, die er ihretwegen gehabt. Er sprach zu ihnen: "Spione seid ihr. Ihr seid gekommen, die Blöße des Landes zu erspähen." Gen 42:10 Sie sprachen zu ihm: "Nein, Herr! Mundvorrat zu kaufen, sind deine Sklaven gekommen. Gen 42:11 Wir alle sind eines Mannes Söhne. Wir sind ehrlich. Niemals waren deine Knechte Spione." Gen 42:12 Er sprach zu ihnen: "Nichts da! Die Blöße des Landes zu erspähen, seid ihr gekommen." Gen 42:13 Sie sprachen: "Deiner Sklaven sind es zwölf, lauter Brüder, Söhne eines gewissen Mannes im Lande Kanaan. Der jüngste aber ist jetzt noch bei unserem Vater, und einer ist nicht mehr." Gen 42:14 Da sprach Joseph zu ihnen: "Dabei bleibt es, was ich zu euch gesagt: Spione seid ihr. Gen 42:15 Daran sollt ihr geprüft werden. Beim Leben Pharaos! Ihr dürft nicht eher von hier fort, bis euer jüngster Bruder herkommt. Gen 42:16 Schicket von euch einen, daß er euren Bruder hole! Ihr aber bleibt gefangen. So werden eure Aussagen geprüft, ob Wahrheit bei euch ist oder nicht. Beim Leben Pharaos! Ihr seid Spione." Gen 42:17 Und er ließ sie drei Tage in Gewahrsam legen. Gen 42:18 Am dritten Tage sprach Joseph zu ihnen: "Tut dies, dann bleibt ihr am Leben! Denn ich bin gottesfürchtig: Gen 42:19 Seid ihr ehrliche Leute, so bleibe von euch einer im Hause, darin ihr in Gewahrsam wart! Ihr anderen aber geht und bringt Korn für den Hunger eurer Familien heim! Gen 42:20 Euren jüngsten Bruder aber müßt ihr mir bringen, daß sich eure Worte bewahrheiten und ihr nicht sterben müßt! Tut also!" Gen 42:21 Da sprachen sie zueinander: "Leider haben wir dies an unserem Bruder verschuldet. Wir haben seine Angst gesehen, wie er uns anflehte, und wir haben nicht darauf geachtet. Deshalb ist diese Not über uns gekommen." Gen 42:22 Da antwortete ihnen Ruben und sprach: "Habe ich euch nicht gesagt: 'Versündigt euch nicht an dem Kinde!' Ihr aber habt nicht gehört. Nun wird sein Blut gefordert." Gen 42:23 Sie aber wußten nicht, daß Joseph zuhörte; denn der Dolmetscher war zwischen ihnen. Gen 42:24 Und er wandte sich von ihnen und weinte. Dann wandte er sich ihnen zu und redete mit ihnen. Hierauf ließ er Simeon aus ihrer Mitte greifen und vor ihren Augen fesseln. Gen 42:25 Joseph befahl aber, ihre Geräte mit Korn zu füllen und jedem sein Geld wieder in seinen Sack zu legen und ihnen Zehrung auf den Weg zu geben. Man tat so. Gen 42:26 Sie luden nun ihr Korn auf ihre Esel und zogen von dannen. Gen 42:27 Da öffnete der eine seinen Sack, um seinen Esel in der Herberge zu füttern, und erblickte sein Geld. Obenan lag es in seinem Sack. Gen 42:28 Da sprach er zu seinen Brüdern: "Mein Geld ist wieder da. Hier liegt es in meinem Sack." Da entsank ihnen der Mut, und bebend sahen sie einander an und sprachen: "Was hat uns Gott da getan?" Gen 42:29 Und sie kamen zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan und berichteten ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen: Gen 42:30 "Hart hat uns der Mann, der Herr des Landes, angelassen; er stellte uns hin wie Auskundschafter seines Landes." Gen 42:31 Wir sagten ihm: "Wir sind ehrliche Leute; nie waren wir Spione. Gen 42:32 Zwölf Brüder sind wir, lauter Söhne unseres Vaters. Einer ist nicht mehr. Der jüngste aber ist jetzt noch bei unserem Vater im Lande Kanaan. Gen 42:33 Aber der Mann, der Herr des Landes, sprach zu uns: 'Daran werde ich erkennen, ob ihr ehrliche Leute seid: Laßt einen von euch Brüdern hier bei mir! Den Bedarf für den Hunger eurer Familien nehmt mit und zieht ab! Gen 42:34 Doch bringt mir euren jüngsten Bruder, daß ich erkenne, daß ihr keine Spione seid, sondern ehrliche Leute! Ich werde euch dann euren Bruder zurückgeben, und ihr dürft im Lande umherziehen!'" Gen 42:35 Wie sie nun ihre Säcke leerten, war eines jeden Geldbeutel in seinem Sack. Sie erblickten samt ihrem Vater ihre Geldbeutel und erschraken. Gen 42:36 Da sprach ihr Vater Jakob zu ihnen: "Ihr beraubt mich der Kinder! Joseph ist nicht mehr, Simeon nicht mehr. Nun wollt ihr Benjamin fortnehmen. Über mich kommt alles." Gen 42:37 Da sprach Ruben zu seinem Vater: "Töte meine beiden Söhne, wenn ich ihn nicht zurückbringe! Vertraue ihn mir an! Ich bringe ihn dir wieder." Gen 42:38 Er sprach: "Niemals darf mein Sohn mit euch reisen. Denn sein Bruder ist tot; er allein ist übrig. Träfe ihn ein Leid auf dem Weg, den ihr ziehen müßt, so senktet ihr mein graues Haupt mit Kummer in die Unterwelt." Gen 43:1 Der Hunger aber lag schwer auf der Erde. Gen 43:2 Als sie nun das aus Ägypten gebrachte Korn aufgezehrt hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: "Geht noch einmal, ein wenig Korn für uns zu kaufen!" Gen 43:3 Da sprach Juda zu ihm: "Nachdrücklich hat uns der Mann eingeschärft: 'Ihr dürft mir nicht mehr vor die Augen kommen, euer Bruder sei denn bei euch.' Gen 43:4 Willst du also unseren Bruder mitgeben, dann ziehen wir hinab und kaufen Korn. Gen 43:5 Gibst du ihn aber uns nicht mit, dann ziehen wir nicht hinab. Der Mann hat ja zu uns gesagt: 'Ihr dürft mir nicht vor die Augen kommen, euer Bruder sei denn bei euch.'" Gen 43:6 Da sprach Israel: "Warum habt ihr es mir zu Leid getan, dem Manne zu verraten, daß ihr noch einen Bruder habt?" Gen 43:7 Da sprachen sie: "Der Mann erkundigte sich genau nach uns und unserer Familie. Er sprach: 'Ist euer Vater noch am Leben? Habt ihr noch einen Bruder?' Da gaben wir ihm Bescheid, wie es sich verhält. Konnten wir denn wissen, daß er sagen würde: 'Bringt euren Bruder her?'" Gen 43:8 Da sprach Juda zu seinem Vater Israel: "Gib mir den Knaben mit! Dann brechen wir auf und gehen und bleiben am Leben und müssen nicht sterben, wir so gut wie du und unsere Kinder. Gen 43:9 Ich bürge für ihn. Fordere ihn von nur! Bringe ich ihn dir nicht und stelle ihn dir nicht vor Augen, so will ich lebenslang vor dir schuldig sein. Gen 43:10 Hätten wir nicht allzulange gezaudert, wir wären schon zweimal zurück." Gen 43:11 Da sprach ihr Vater Israel zu ihnen: "Muß es sein, so tut dies: Nehmt vom feinsten Landeserzeugnis in euer Gepäck und bringt es als Geschenk dem Manne hinab, etwas Balsam, etwas Honig, Spezereien, Ladanum, Pistazien und Mandeln! Gen 43:12 Nehmt noch einmal soviel Geld mit euch! Auch das Geld oben in euren Säcken müßt ihr wieder mitnehmen. Vielleicht war es ein Versehen. Gen 43:13 Auch euren Bruder nehmt mit! Auf! Zieht wieder zu dem Manne! Gen 43:14 Gott, der Allmächtige, schenke euch Erbarmen bei dem Manne, daß er euren anderen Bruder euch freigebe, desgleichen Benjamin! Ich aber! Nun, dann bin ich eben kinderlos." Gen 43:15 So nahmen die Männer jenes Geschenk; auch den doppelten Geldbetrag nahmen sie mit, dazu Benjamin, brachen auf, zogen nach Ägypten und traten vor Joseph. Gen 43:16 Und Joseph sah bei ihnen den Benjamin. Da sprach er zu seinem Hausverwalter: "Führe die Männer ins Haus, und man schlachte ein Stück Vieh und richte es her! Die Männer sollen mittags bei mir speisen!" Gen 43:17 Und der Mann tat, wie Joseph gesagt. Und der Mann führte die Männer in Josephs Haus. Gen 43:18 Aber die Männer fürchteten sich, weil sie in Josephs Haus geführt wurden, und sprachen: "Des Geldes wegen, das beim vorigen Male wieder in unsere Säcke geriet, werden wir hereingebracht. Man will einen Vorwand gegen uns haben, uns überwältigen und uns als Sklaven behalten, samt unseren Eseln." Gen 43:19 So traten sie zu dem Manne, der Josephs Haus verwaltete, und redeten ihn an der Hauspforte an. Gen 43:20 Sie sprachen: "Bitte, mein Herr! Wir sind schon einmal hierher gereist, Korn zu kaufen. Gen 43:21 Als wir danach in die Herberge kamen und unsere Säcke öffneten, da lag eines jeden Geld oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem Vollgewicht. Nun bringen wir es eigenhändig zurück. Gen 43:22 Wir bringen auch anderes Geld, um Korn zu kaufen. Wir wissen nicht, wer unser Geld in unsere Säcke gelegt hat." Gen 43:23 Er sprach: "Beruhigt euch! Fürchtet euch nicht! Euer und eures Vaters Gott hat euch heimlich einen Schatz in eure Säcke gelegt. Euer Geld ist mir zugekommen." Dann gab er ihnen Simeon heraus. Gen 43:24 Darauf führte der Mann die Männer in Josephs Haus und brachte Wasser, daß sie sich die Füße wuschen, und ihren Eseln gab er Futter. Gen 43:25 Sie aber legten das Geschenk zurecht, bis Joseph mittags käme; denn sie hatten gehört, daß sie dort das Mahl einnehmen sollten. Gen 43:26 Joseph trat nun ein; da überreichten sie ihm das Geschenk, das sie bei sich hatten, und neigten sich vor ihm bis zur Erde. Gen 43:27 Er fragte nach ihrem Befinden und sprach: "Wie geht es eurem alten Vater, von dem ihr gesprochen? Lebt er noch?" Gen 43:28 Sie sprachen: "Gut geht es deinem Diener, unserem Vater: Er lebt noch." Dabei bückten und verneigten sie sich. Gen 43:29 Wie er aber seine Augen erhob, erblickte er seinen Vollbruder Benjamin. Da sprach er: "Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr zu mir gesprochen?" Dann sprach er: "Gott gebe dir Huld, mein Sohn!" Gen 43:30 Joseph aber brach schnell ab; denn sein Herz brannte nach seinem Bruder, und er ward zu Tränen gerührt. So ging er in das innere Gemach und weinte dort. Gen 43:31 Dann wusch er sein Antlitz, trat hervor, hielt an sich und sprach: "Tragt das Mahl auf!" Gen 43:32 Da trug man ihm und jenen besonders auf, ebenso den Ägyptern, die mit ihm speisten. Denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebräern zusammen speisen; das ist für die Ägypter ein Greuel. Gen 43:33 Sie saßen aber nach seiner Weisung, vom Ältesten bis zum Jüngsten genau nach dem Alter geordnet. Staunend sahen sich die Männer an. Gen 43:34 Er aber ließ von sich zu ihnen Gerichte hinüberbringen; Benjamins Gericht war dabei fünfmal größer als ihrer aller Gerichte. Dann tranken sie und wurden bei ihm guter Dinge. Gen 44:1 Hierauf gebot er seinem Hausverwalter: "Fülle die Säcke der Männer mit Korn, soviel sie tragen können, und leg eines jeden Geld oben in seinen Sack! Gen 44:2 Und meinen silbernen Becher leg oben in den Sack des jüngsten samt dem Geld für sein Getreide!" Er tat so, wie Joseph gesagt. Gen 44:3 Als der Morgen anbrach, entließ man die Männer mit ihren Eseln. Gen 44:4 Eben waren sie zur Stadt hinausgegangen, noch nicht weit, da sprach Joseph zu seinem Hausverwalter: "Auf! Jag den Männern nach! Holst du sie ein, dann sprich zu ihnen: 'Warum vergeltet ihr Gutes mit Bösem? Gen 44:5 Ist es nicht der Becher, aus dem mein Herr trinkt und weissagt? Ihr habt übel daran getan, daß ihr so gehandelt.'" Gen 44:6 Er holte sie ein und redete also zu ihnen. Gen 44:7 Sie sprachen zu ihm: "Warum spricht mein Herr solcherlei? Ferne sei es deinen Sklaven, so etwas zu tun! Gen 44:8 Haben wir doch das Geld, das wir in unseren Säcken oben fanden, dir aus dem Lande Kanaan zurückgebracht. Wie sollten wir aus deines Herren Haus Silber oder Gold stehlen? Gen 44:9 Bei wem von deinen Sklaven er sich findet, der soll sterben! Wir anderen wollen meinem Herrn leibeigen sein!" Gen 44:10 Da sprach er: "So sollte es eigentlich sein, wie ihr sagt. Doch soll nur der, bei dem er sich findet, mir leibeigen sein; ihr anderen aber geht frei aus." Gen 44:11 Da ließ jeder eilends seinen Sack zur Erde und öffnete seinen Sack. Gen 44:12 Er aber fing zu suchen an. Beim Ältesten hatte er angefangen und endete beim jüngsten. Da fand sich der Becher in Benjamins Sack. Gen 44:13 Darauf zerrissen sie ihre Kleider, beluden jeder seinen Esel und kehrten in die Stadt zurück. Gen 44:14 So kam Juda mit seinen Brüdern in Josephs Haus; dieser aber war noch dort, und sie fielen vor ihm zu Boden. Gen 44:15 Joseph aber sprach zu ihnen: "Was ist das für eine Tat, die ihr getan? Habt ihr nicht gewußt, daß ein Mann wie ich richtig ahnen kann?" Gen 44:16 Da sprach Juda: "Was sollen wir meinem Herrn sagen? Was reden? Wie uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Sklaven gefunden. Wir sind jetzt Sklaven unseres Herrn, wir so gut wie der, bei dem sich der Becher gefunden hat." Gen 44:17 Er sprach: "Ferne sei es nur, das zu tun! Der Mann, bei dem sich der Becher gefunden hat, soll allein mir leibeigen sein. Ihr anderen aber zieht in Frieden zu eurem Vater!" Gen 44:18 Da trat Juda zu ihm und sprach: "Bitte, mein Herr! Möchte dein Sklave ein Wort an meinen Herrn richten dürfen, ohne daß dein Zorn gegen deinen Sklaven entbrenne! Du bist ja wie Pharao. Gen 44:19 Mein Herr hat seine Sklaven gefragt: 'Habt ihr noch einen Vater oder einen Bruder?' Gen 44:20 Da sagten wir zu meinem Herrn: 'Wir haben noch einen alten Vater. Ein kleiner, spätgeborener Sohn ist auch da. Sein Bruder aber ist tot, und so ist er allein von seiner Mutter übrig und ist seines Vaters Liebling.' Gen 44:21 Du sprachst zu deinen Sklaven: 'Bringt ihn zu mir herab, damit ich ihn mit eigenen Augen sehe!' Gen 44:22 Da sprachen wir zu meinem Herrn: 'Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; denn verließe er seinen Vater, so stürbe dieser.' Gen 44:23 Du aber sprachest zu deinen Sklaven: 'Kommt euer jüngster Bruder nicht mit euch herab, dann dürft ihr nimmermehr mein Antlitz schauen.' Gen 44:24 Als wir zu deinem Sklaven, unserem Vater, hinaufgezogen, berichteten wir ihm meines Herrn Wort. Gen 44:25 Da sprach unser Vater: 'Kauft uns nochmals etwas Korn.' Gen 44:26 Da sagten wir: 'Wir können nicht hinabziehen; nur wenn unser jüngster Bruder mit uns geht, ziehen wir hinab. Wir dürfen ja dem Manne nicht mehr unter die Augen kommen, ist unser jüngster Bruder nicht bei uns.' Gen 44:27 Da sprach zu uns dein Sklave, mein Vater: 'Ihr wißt: Mein Weib hat mir zwei Söhne geboren. Gen 44:28 Der eine ist von mir gegangen. Ich sagte mir: Sicherlich ist er zerrissen worden. Bis heute habe ich ihn nicht mehr gesehen. Gen 44:29 Nehmt ihr mir auch diesen weg und träfe ihn ein Leid, dann senktet ihr mein graues Haar im Leid zur Unterwelt.' Gen 44:30 Und nun, komme ich zu deinem Sklaven, meinem Vater, und ist der Knabe nicht bei uns, an dem seine Seele hängt, Gen 44:31 dann stürbe er, sobald er sieht, der Knabe ist nicht mehr da, und deine Sklaven senkten deines Sklaven, unseres Vaters, graues Haar in Jammer zur Unterwelt. Gen 44:32 Weil sich dein Sklave für den Knaben meinem Vater so verbürgt hat: 'Wenn ich ihn dir nicht bringe, dann will ich lebenslang vor meinem Vater schuldig sein', Gen 44:33 so möchte dein Sklave an des Knaben Statt bleiben, als meines Herren Leibeigener! Der Knabe aber ziehe mit seinen Brüdern hinauf. Gen 44:34 Wie könnte ich zu meinem Vater ziehen ohne den Knaben bei mir? Nie könnte ich das Leid ansehen, das meinen Vater überkäme." Gen 45:1 Da konnte Joseph nicht länger an sich halten, trotz allen Umstehenden. Er rief: "Schafft jedermann von mir hinaus!" Und so war niemand bei ihm, als sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen gab. Gen 45:2 Er brach in lautes Weinen aus, daß es einige Ägypter hörten; auch Pharaos Haus vernahm davon. Gen 45:3 Dann sprach Joseph zu seinen Brüdern: "Ich bin Joseph. Lebt mein Vater noch?" Da konnten ihm seine Brüder keine Antwort geben; so bestürzt standen sie vor ihm. Gen 45:4 Da sprach Joseph zu seinen Brüdern: "Tretet zu mir her!" Und sie traten näher. Er sprach: "Ich bin euer Bruder Joseph, den ihr nach Ägypten verkauft habt. Gen 45:5 Nun aber grämt euch nicht! Nicht dünke es euch peinlich, daß ihr mich hierher verkauft habt! Denn zur Erhaltung eures Lebens hat mich Gott euch vorausgesandt. Gen 45:6 Zwei Jahre schon ist der Hunger im Lande, noch aber kommen fünf Jahre, wo nicht Pflügen noch Ernten ist. Gen 45:7 So hat mich Gott euch vorausgesandt, euch eine Zuflucht auf Erden zu schaffen, euch am Leben zu erhalten in wunderbarer Rettung. Gen 45:8 Somit habt nicht ihr mich hierhergesandt, sondern Gott. Er machte mich für Pharao zu einem Vater, zum Herrn für sein ganzes Haus und zum Gebieter über ganz Ägypterland. Gen 45:9 Zieht eilends zu meinem Vater hinauf! Dann sageet ihm: 'So spricht dein Sohn Joseph: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt. Komm herab zu mir und säume nicht! Gen 45:10 Dann läßt du dich im Lande Gosen nieder und bleibst in meiner Nähe, du, deine Söhne, deine Enkel, deine Schafe, deine Rinder und alles, was dein ist! Gen 45:11 Und ich versorge dich dort; denn noch fünf Jahre währt der Hunger, daß du nicht verkümmerst mit deinem Haus und allem, was dein ist.' Gen 45:12 Ihr seht es mit eigenen Augen, auch mein Bruder Benjamin, daß ich es bin, der zu euch spricht. Gen 45:13 Dann meldet meinem Vater all meine Ehre in Ägypten und alles, was ihr geschaut! Dann bringt ihr eilends meinen Vater hierher." Gen 45:14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte; auch Benjamin weinte an seinem Hals. Gen 45:15 Dann küßte er all seine Brüder und weinte an ihnen. Nun erst konnten seine Brüder mit ihm sprechen. Gen 45:16 Und die Kunde drang in Pharaos Haus, indem man sprach: "Josephs Brüder sind gekommen." Und Pharao mit seinen Dienern war darüber erfreut. Gen 45:17 Pharao sprach zu Joseph: "Sag deinen Brüdern: 'Tut also! Beladet eure Lasttiere und zieht ins Land Kanaan! Gen 45:18 Holt euren Vater sowie eure Familie und kommt zu mir! Ich gebe euch, was das Ägypterland Gutes bietet, und von des Landes Wohlstand sollt ihr genießen.' Gen 45:19 So bist du ermächtigt: 'Tut also! Nehmt aus Ägypterland euch Wagen für eure Kinder und Weiber mit! Dann laßt ihr euren Vater aufsteigen und kommt her. Gen 45:20 Laßt's euch nicht leid sein um euren Hausrat! Denn was das ganze Land Ägypten Gutes bietet, soll euer Sein.'" Gen 45:21 Die Söhne Israels taten so. Und Joseph gab ihnen Wagen nach Pharaos Geheiß. Auch gab er ihnen Zehrung auf die Reise mit. Gen 45:22 Allen aber, Mann für Mann, hatte er ein Ehrenkleid geschenkt; dem Benjamin aber hatte er 300 Silberlinge und fünf Ehrenkleider gegeben. Gen 45:23 Ebenso sandte er seinem Vater zehn Esel, beladen mit Ägyptens bestem Gut, sowie zehn Eselinnen, beladen mit Korn, Brot und Reisekost für seinen Vater. Gen 45:24 Dann entließ er seine Brüder, und sie zogen fort. Er sagte noch zu ihnen: "Säumt euch nicht auf dem Wege!" Gen 45:25 So zogen sie aus Ägypten hinauf und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob. Gen 45:26 Und sie berichteten ihm: "Joseph lebt noch. Ja, er waltet über ganz Ägypterland." Da erstarrte sein Herz; denn er glaubte ihnen nicht. Gen 45:27 Sie aber berichteten ihm alle Worte Josephs, die er an sie gerichtet. Er sah die Wagen, die Joseph gesandt, ihn hinzubringen. Da lebte der Geist ihres Vaters Jakob auf. Gen 45:28 Und Israel sprach: "Genug! Mein Sohn Joseph lebt noch. Ich gehe hin und will ihn sehen, bevor ich sterbe." Gen 46:1 So brach Israel mit all seiner Habe auf und kam nach Beerseba. Da brachte er dem Gott seines Vaters Isaak Opfer dar. Gen 46:2 Und Gott sprach zu Israel in einem Nachtgesichte. Er sprach: "Jakob! Jakob!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 46:3 Er sprach: "Ich bin Gott, der Schutzgott deines Vaters. Fürchte dich nicht; nach Ägypten zu ziehen! Denn dort mache ich dich zu einem großen Volke. Gen 46:4 Ich selber ziehe mit dir nach Ägypten und ich selber führe dich wieder herauf. Und Joseph wird dir die Hand auf die Augen legen." Gen 46:5 Da brach Jakob von Beerseba auf, und Israels Söhne hoben ihren Vater Jakob, ihre Kinder und Weiber auf die Wagen, die Pharao gesandt hatte, ihn zu holen. Gen 46:6 Und sie nahmen ihre Herden mit und ihre Fahrnis, die sie im Lande Kanaan erworben hatten. So kam Jakob mit seiner ganzen Nachkommenschaft nach Ägypten. Gen 46:7 Bei ihm waren seine Söhne und Enkel, ferner seine Töchter und Enkelinnen, brachte er doch seine ganze Nachkommenschaft mit sich nach Ägypten. Gen 46:8 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen, Jakobs und seiner Söhne: Jakobs Erstgeborener Ruben. Gen 46:9 Rubens Söhne sind Chanok, Pallu, Chesron und Karmi. Gen 46:10 Simeons Söhne sind Jemuel, Jamin, Ohad, Jakin und Sochar sowie der Kanaaniterin Sohn, Saul. Gen 46:11 Levis Söhne sind Gerson, Kehat und Merari, Gen 46:12 Judas Söhne sind Ger, Onan, Sela, Peres und Zerach; Ger und Onan aber starben schon im Lande Kanaan, und des Peres Söhne sind Chesron und Chamul. Gen 46:13 Issakars Söhne sind Tola, Pua, Job und Simron. Gen 46:14 Zabulons Söhne sind Sered, Elon und Jachleel. Gen 46:15 Dies sind die Söhne der Lea, die sie Jakob zu Paddan Aram gebar, sowie seine Tochter Dina; alles zusammen 33 Söhne und Töchter. Gen 46:16 Gads Söhne sind Siphjon, Chaggi, Suni, Esbon, Eri, Arodi und Areli. Gen 46:17 Assers Söhne sind Jimna, Jisma, Jiswi, Beria sowie ihre Schwester Serach; Berias Söhne sind Cheber und Malkiel. Gen 46:18 Dies sind die Söhne Zilpas, die Laban seiner Tochter Lea mitgegeben; sie hatte diese dem Jakob geboren, sechzehn Seelen. Gen 46:19 Die Söhne Rachels, des Weibes Jakobs, sind Joseph und Benjamin. Gen 46:20 Dem Joseph aber wurden im Land Ägypten Kinder geboren, die ihm Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On, gebar: Manasse und Ephraim. Gen 46:21 Benjamins Söhne sind Bela, Beker, Asbel, Gera, Naaman, Echi, Nos, Muppim, Chuppim und Ard. Gen 46:22 Dies sind Rachels Söhne, die dem Jakob geboren worden, zusammen vierzehn Seelen. Gen 46:23 Dans Sohn ist Chusim. Gen 46:24 Naphtalis Söhne sind Jachseel, Guni, Jeser und Sillem. Gen 46:25 Dies sind die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rachel mitgegeben; sie hatte diese dem Jakob geboren, zusammen sieben Seelen. Gen 46:26 Aller Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, seine leiblichen Nachkommen, ohne die Weiber der Jakobssöhne, waren es sechsundsechzig. Gen 46:27 Und der Söhne Josephs, die ihm in Ägypten geboren wurden, waren es zwei. Aller Seelen des Jakobshauses, die nach Ägypten kamen, waren es siebzig. Gen 46:28 Nun sandte er Juda zu Joseph voraus, daß er vor ihm Gosen benachrichtige. Und sie kamen ins Land Gosen. Gen 46:29 Da ließ Joseph seinen Wagen einspannen und fuhr hinauf nach Gosen, seinem Vater Israel entgegen. Als er vor ihm erschien, fiel er ihm um den Hals und weinte noch lange an seinem Hals. Gen 46:30 Dann sprach Israel zu Joseph: "Jetzt sterbe ich gern, nachdem ich dein Antlitz gesehen und weiß, daß du lebst." Gen 46:31 Joseph aber sprach zu seinen Brüdern und zu den anderen Hausgenossen seines Vaters: "Ich will vorauf, es Pharao melden und ihm sagen: 'Meine Brüder sowie meines Vaters Hausgenossen, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen. Gen 46:32 Schafhirten aber sind diese Männer; denn Viehzüchter waren sie von je. Sie haben ihre Schafe, Rinder und alle ihre Habe mitgebracht.' Gen 46:33 Wenn euch nun Pharao rufen läßt und spricht: 'Was ist euer Gewerbe?', Gen 46:34 dann sagt: 'Von Jugend auf bis heute sind deine Sklaven Viehzüchter gewesen, wir wie auch unsere Väter', damit ihr im Lande Gosen bleiben dürft; denn jeder Schafhirte ist den Ägyptern ein Greuel." Gen 47:1 So kam Joseph, meldete es Pharao und sprach: "Mein Vater und meine Brüder mit ihren Schafen und Rindern und all ihrer Habe sind aus dem Lande Kanaan gekommen und sind jetzt im Lande Gosen." Gen 47:2 Er hatte aber fünf der tüchtigsten seiner Brüder mitgenommen. Diese stellte er dem Pharao vor. Gen 47:3 Da sprach Pharao zu seinen Brüdern: "Was ist euer Gewerbe?" Sie sprachen zu Pharao: "Schafhirten sind deine Sklaven, wir wie unsere Väter." Gen 47:4 Dann sprachen sie zu Pharao: "Wir sind gekommen, im Land zu Gaste zu sein, weil es keine Weide mehr für deiner Sklaven Schafe gibt. Schwer ist ja der Hunger im Lande Kanaan. Nun möchten deine Sklaven in dem Lande Gosen weilen dürfen." Gen 47:5 Da sprach Pharao zu Joseph: "Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen. Gen 47:6 Offen steht dir das Ägypterland. Siedle deinen Vater und deine Brüder im besten Teil des Landes an! Sie mögen in dem Lande Gosen wohnen, und findest du, daß unter ihnen tüchtige Leute sind, dann kannst du sie zu Aufsehern über meine Herden machen." Gen 47:7 Da führte Joseph seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn Pharao vor. Jakob aber begrüßte Pharao mit einem Segenswunsch. Gen 47:8 Da sprach Pharao zu Jakob: "Wie viele Lebensjahre zählst du?" Gen 47:9 Da sprach Jakob zu Pharao: "Die Dauer meiner Wanderschaft beträgt 130 Jahre. Wenig und böse sind meine Lebensjahre gewesen. Sie reichen nicht an die Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgerschaft." Gen 47:10 Dann segnete Jakob den Pharao. Und so verließ er den Pharao. Gen 47:11 Und Joseph siedelte seinen Vater und seine Brüder an und gab ihnen im Lande Ägypten Besitz, im besten Teile des Landes, im Lande Ramses, wie Pharao befohlen hatte. Gen 47:12 Und Joseph versorgte seinen Vater, seine Brüder und die ganze Familie seines Vaters mit Brot, vornehmlich die Kinder. Gen 47:13 Nun gab es auf der ganzen Erde kein Brot mehr; denn der Hunger war sehr stark. Auch das Land Ägypten war ebenso vom Hunger erschöpft wie das Land Kanaan. Gen 47:14 Joseph aber hatte alles Geld im Land Ägypten und im Lande Kanaan an sich gebracht für das Getreide, das sie kaufen mußten. Und Joseph hatte das Geld in Pharaos Haus gebracht. Gen 47:15 So war das Geld im Lande Ägypten und im Lande Kanaan verschwunden. Da kam ganz Ägypten zu Joseph und sprach: "Gib uns Brot! Warum sollen wir vor deinen Augen sterben, nur weil das Geld zu Ende ging?" Gen 47:16 Da sprach Joseph: "Gebt eure Herden her! Dann gebe ich euch um eure Herden etwas, wenn das Geld zu Ende ist." Gen 47:17 So brachten sie ihre Herden zu Joseph, und Joseph gab ihnen Brot um die Rosse, die Schaf- und Rinderherden und die Esel. So versorgte er sie mit Brot um den Preis all ihrer Herden in jenem Jahre. Gen 47:18 So verging jenes Jahr. Da kamen sie im zweiten Jahre wieder zu ihm und sprachen zu ihm: "Wir können es meinem Herrn nicht verhehlen: Wenn das Geld zu Ende ist und der Besitz an Vieh an meinen Herrn übergeht, dann ist nichts mehr vor meinem Herrn übrig als unser Leib und unser Ackerland. Gen 47:19 Warum sollen wir vor deinen Augen hinsterben, wir und unser Ackerland? Kaufe uns und unser Ackerland um Brot! Wir wollen mit unserem Ackerland dem Pharao fronen. Aber gib Saatkorn her, daß wir leben und nicht sterben und daß das Ackerland nicht veröde!" Gen 47:20 So kaufte Joseph den ganzen Ackerboden Ägyptens für Pharao; denn die Ägypter verkauften jeder sein Feld. So hatte sie der Hunger gedrückt. Und das Land kam in Pharaos Besitz. Gen 47:21 Das Volk aber ließ er in Städte übersiedeln von einem Ende Ägyptens bis zum anderen. Gen 47:22 Nur das Ackerland der Priester kaufte er nicht. Denn die Priester hatten vom Pharao ein festes Einkommen. So lebten sie von ihrem Einkommen, das ihnen Pharao gewährte. Deshalb verkauften sie ihr Ackerland nicht. Gen 47:23 Da sprach Joseph zu den Leuten: "Nun habe ich euch samt eurem Ackerland für Pharao gekauft. Hier habt ihr Saatkorn. Dann könnt ihr das Ackerland besäen. Gen 47:24 Aber bei der Ernte müßt ihr ein Fünftel dem Pharao abliefern. Die anderen vier Fünftel sollen euch gehören zur Aussaat fürs Feld und zu eurem Unterhalt und dem eurer Familien und zur Nahrung der Kinder!" Gen 47:25 Sie sprachen: "Du rettest uns das Leben. Möchten wir Gnade finden in meines Herrn Augen! Dann wollen wir Pharaos Sklaven sein." Gen 47:26 So machte es Joseph zum Gesetz bis auf diesen Tag für Ägyptens Ackerland, daß dem Pharao ein Fünftel gehöre. Nur das Ackerland der Priester allein war Pharao nicht zugefallen. Gen 47:27 Israel aber blieb im Lande Ägypten, im Lande Gosen. Sie setzten sich darin fest, waren fruchtbar und mehrten sich stark. Gen 47:28 Und Jakob lebte im Lande Ägypten 17 Jahre. Der Tage Jakobs, seiner Lebensjahre wurden 147 Jahre. Gen 47:29 Als die Tage Israels dem Tod zugingen, rief er seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: "Gelte ich dir etwas, dann lege deine Hand unter meine Lende! Dann erweist du mir treue Liebe. Begrabe mich nicht in Ägypten! Gen 47:30 Bei meinen Vätern möchte ich liegen! Möchtest du mich fort aus Ägypten bringen und mich in ihrem Grabe bestattend Er sprach: "Ich tue, wie du sagst." Gen 47:31 Er sprach: "Schwöre mir!" Da schwur er ihm. Israel aber neigte sich zu Häupten des Bettes. Gen 48:1 Nach diesen Begebnissen ward Joseph gemeldet: "Dein Vater ist erkrankt." Da nahm er seine beiden Söhne mit, Manasse und Ephraim. Gen 48:2 Man meldete es Jakob und sprach. "Da kommt dein Sohn Joseph zu dir." Da nahm Israel seine Kräfte zusammen und setzte sich aufrecht im Bett. Gen 48:3 Und Jakob sprach zu Joseph: "Gott, der Allmächtige, ist mir zu Luz im Lande Kanaan erschienen, hat mich gesegnet und zu mir gesprochen: Gen 48:4 'Ich lasse fruchtbar dich und zahlreich werden und mache dich zu einer Völkermenge und gebe dieses Land deinem Stamme nach dir zum ewigen Besitz.' Gen 48:5 Nun sollen mir deine beiden Söhne gehören, die dir im Ägypterland geboren worden, bevor ich zu dir nach Ägypten kam! Ephraim und Manasse seien mein wie Ruben und Simeon! Gen 48:6 Aber die Kinder, die du nach ihnen gezeugt, seien dein! Auf ihrer Brüder Namen seien sie zu ihrem Erbteil berufen! Gen 48:7 Als ich aus Paddan kam, starb mir deine Mutter Rachel im Lande Kanaan unterwegs, nur noch eine Strecke Wegs bis Ephrat. Dort begrub ich sie am Wege nach Ephrat, das ist Bethlehem." Gen 48:8 Als Israel die Söhne Josephs sah, sprach er: "Wer sind die?" Gen 48:9 Da sprach Joseph zu seinem Vater: "Dies sind meine Söhne, die Gott mir hier geschenkt hat." Er sprach: "Bring sie zu mir her, daß ich sie segne!" Gen 48:10 Israels Augen nämlich waren stumpf geworden vor Alter, daß er nicht mehr sehen konnte. Da führte er sie zu ihm, und er küßte sie und herzte sie. Gen 48:11 Und Israel sprach zu Joseph: "Ich hätte nimmermehr geglaubt, dich wiederzusehen. Nun hat mich Gott selbst deinen Stamm noch sehen lassen." Gen 48:12 Da nahm sie Joseph von seinen Knien und verneigte sich bis auf den Boden vor ihm. Gen 48:13 Dann nahm Joseph die beiden, Ephraim an seine Rechte, links von Israel, und Manasse an seine Linke, rechts von Israel, und führte sie zu ihm. Gen 48:14 Da streckte Israel seine Rechte aus und legte sie auf Ephraims Haupt, obschon er der Jüngere war, und seine Linke auf das Haupt Manasses, seine Hände kreuzend, obschon Manasse der Erstgeborene war. Gen 48:15 Dann segnete er Joseph und sprach: "Der Gott, vor dem einst meine Väter Abraham und Isaak sind gewandelt, der Gott, der ist mein Hirte, seit ich bin gewesen, bis auf diesen Tag, Gen 48:16 der Engel, der von jedem Übel mich erlöst, er segne diese Knaben! In ihnen lebe fort mein Name und meiner Väter Abraham und Isaak Name fort und fort! Sie sollen sich auf Erden mehren und wachsen!" Gen 48:17 Als aber Joseph sah, daß sein Vater seine Rechte auf Ephraims Haupt legte, mißfiel ihm dies, und er griff nach seines Vaters Hand, um sie von Ephraims Haupt auf das Haupt Manasses zu legen. Gen 48:18 Und Joseph sprach zu seinem Vater: "Nicht so! Mein Vater! Ist dieser doch der Erstgeborene. Lege deine Hand auf sein Haupt!" Gen 48:19 Sein Vater aber weigerte sich und sprach: "Ich weiß, mein Sohn; ich weiß. Auch er wird ein Volk; auch er wird mächtig. Jedoch sein jüngerer Bruder wird mächtiger als er. Sein Stamm wird zur Völkerfülle werden." Gen 48:20 So segnete er sie an jenem Tage und sprach: "Mit dir soll Israel segnen, also sprechend: 'Gott mache dich wie Ephraim und wie Manasse!'" So setzte er Ephraim vor Manasse. Gen 48:21 Dann sprach Israel zu Joseph: "Siehe! Ich sterbe. Doch Gott ist mit euch, und so führt er euch heim in eurer Väter Land. Gen 48:22 Ich aber gebe dir vor deinen Brüdern Sichem, jenes einzige Stück, das ich den Amoritern einst mit meinem Schwert und Bogen abgenommen habe." Gen 49:1 Jakob berief nun seine Söhne und sprach: "Versammelt euch, damit ich euch verkünde, was euch begegnet in der Folgezeit. Gen 49:2 Schart euch zusammen! Ihr Jakobssöhne, hört! Auf euren Vater Israel hört jetzt!" Gen 49:3 "Ruben! Mein Erstling du, du meine Kraft, du Erstling meiner Stärke! Aufrechter Pflock! Du starker Pflock! Gen 49:4 Des Wassers Überschwang sei nimmer dir zu eigen! Denn du erstiegest deines Vaters Bett, entweihtest mit Gewalt mein Lager." Gen 49:5 "Simeon und Levi! Das Brüderpaar. Des Unrechts Waffen waren ihre Schwerter. Gen 49:6 Nicht möchte meine Seele ihrem Plane beitreten! Nicht möchte mein Gemüt mit ihrem Anschlag sich befreunden! In ihrem Zorne mordeten sie Männer, verstümmelten in ihrer Laune Stiere. Gen 49:7 Verflucht ihr Zorn, der stark, ihr Grimm, so hart! Und so verteile ich in Jakob sie, zerstreue sie in Israel." Gen 49:8 "Dich, Juda, sollen deine Brüder preisen! Am Nacken deiner Feinde deine Hand! Die Söhne deines Vaters neigen sich vor dir. Gen 49:9 Ein junger Leu ist Juda. Mein Sohn, vom Raube stiegest du empor. Er kauert, lagert wie der Leu, wie eine Löwin. Wer mag ihn reizen? Gen 49:10 Nicht weicht das Zepter je von Juda und nie der Herrscherstab von ihm, bis sein Ersehnter kommt, auf den die Völker hören. Gen 49:11 Sein Eselsfüllen bindet er an einen Weinstock und an die Edelrebe seiner Eselin Junges. Er wäscht in Wein sein Kleid, im Traubenblute sein Gewand. Gen 49:12 Von Wein die Augen fröhlich, die Zähne weiß von Milch." Gen 49:13 "Und Zabulon wohnt an dem Meeresstrand und fährt auf Schiffen, und seine Flanke reicht an Sidon." Gen 49:14 "Issakar ist ein starker Esel, der zwischen Höhen lagert. Gen 49:15 Er fand, daß Ruhe etwas Schönes und daß das Land gar prächtig. So beugte er zum Tragen seinen Nacken und ward ein Fronknecht." Gen 49:16 "Und Dan schafft seinem Volke Recht, wie einer nur von Israels Stämmen. Gen 49:17 Am Weg ist eine Schlange Dan und eine Hornviper am Pfad; sie beißt das Roß in seine Hinterfüße, und rückwärts stürzt sein Reiter. Gen 49:18 Auf Deine Hilfe hoff ich, Herr." Gen 49:19 "Den Gad umdrängt die Raubschar; doch schon drängt er dem Nachtrab nach." Gen 49:20 "Von Asser stammt gar fette Speise; er liefert königliche Leckerbissen." Gen 49:21 "Und Naphtali ist eine heilige Hirschkuh, die schöne Lämmer wirft." Gen 49:22 "Ein Stier ist Joseph, ein Stier an einer Quelle. Jungmänner ziehen gegen diesen Stier. Gen 49:23 Und ihn bedrängen Pfeilschützen, die ihn beschießen und ihm zusetzen. Gen 49:24 Doch wird ihr Bogen unbiegsam, und ihrer Hände Arme zittern vor dem Jakobsfürsten und vor des Israelsohnes Hirten. Gen 49:25 Dir helfe deines Vaters Gott, und der Allmächtige segne dich mit Himmelssegen oben, mit Segnungen der Tiefe drunten, mit Segnungen an Brust und Schoß! Gen 49:26 Die Segenswünsche deines Vaters, sie übertreffen jene meiner Eltern, den Wunsch der alten Hirten. Gelangen mögen sie auf Josephs Haupt, ja auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!" Gen 49:27 "Ein räuberischer Wolf ist Benjamin; am Morgen frißt er Raub und abends teilt er Beute." Gen 49:28 All diese sind die zwölf Stämme Israels, und dies war es, was ihr Vater zu ihnen gesprochen hat. Er segnete sie; jeden segnete er mit seinem besonderen Segen. Gen 49:29 Und er beschied sie und sprach zu ihnen: "Ich gehe nun zu meinem Volke ein. Begrabet mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem Feld des Chittiters Ephron, Gen 49:30 in jener Höhle auf dem Feld der Makpela, Mamre gegenüber im Lande Kanaan, auf jenem Feld, das Abraham von dem Chittiter Ephron zum Erbbegräbnis gekauft! Gen 49:31 Dort hat man Abraham begraben und sein Weib Sara. Dort hat man Isaak begraben und sein Weib Rebekka; dort habe auch ich Lea begraben, Gen 49:32 auf jenem Felde und in der Höhle, die von den Söhnen Chets stammt." Gen 49:33 Als Jakob die Aufträge an seine Söhne beendet hatte, zog er seine Füße auf dem Bett ein, verschied und ward zu seinen Vätern versammelt. Gen 50:1 Da warf sich Joseph auf seinen Vater, weinte über ihm und küßt ihn. Gen 50:2 Dann befahl Joseph seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Da balsamierten die Ärzte Israel ein. Gen 50:3 Darüber vergingen vierzig Tage; denn soviel Tage vergehen mit Einbalsamieren. Man beweinte ihn in Ägypten siebzig Tage lang. Gen 50:4 Als aber die Tage seiner Beweinung vorüber waren, sprach Joseph zu Pharaos Haus also: "Habe ich in euren Augen Gnade gefunden, dann legt für mich ein Wort bei Pharao ein! Gen 50:5 Mein Vater hat mich schwören lassen; er sprach: 'Siehe! Wenn ich tot bin, sollst du mich in meinem Grabe beisetzen, das ich mir im Lande Kanaan gegraben, dort sollst du mich begraben.' Nun möchte ich hinaufziehen und meinen Vater dort bestatten und wiederkehren." Gen 50:6 Da sprach Pharao: "So zieh hinauf! Bestatte deinen Vater, wie er dich hat schwören lassen!" Gen 50:7 So zog Joseph zur Bestattung seines Vaters hinauf; mit ihm zogen alle Diener Pharaos, die Ältesten seines Hauses und die Ältesten des Landes Ägypten, Gen 50:8 sowie das ganze Haus Josephs, seine Brüder und das Haus seines Vaters. Nur ihre Kinder, ihre Schafe und Rinder hatten sie im Lande Gosen gelassen. Gen 50:9 Mit ihm zogen Wagen und Reiter hinauf, ein ganz gewaltiger Zug. Gen 50:10 So kamen sie nach Goren Haatad ("Stechdorntenne") jenseits des Jordan und hielten dort sehr große und feierliche Totenklage Und er hielt für seinen Vater eine siebentägige Totenfeier ab. Gen 50:11 Die Bewohner des Landes aber, die Kanaaniter, sahen die Totenfeier zu Goren Haatad und sprachen: "Da findet eine große Totenfeier der Ägypter statt." Deshalb nannte man seinen Namen Abel Misraim ("Ägyptens Trauer"); es liegt jenseits des Jordan. Gen 50:12 Und seine Söhne taten ihm, wie er ihnen geboten hatte. Gen 50:13 Seine Söhne führten ihn in das Land Kanaan und bestatteten ihn in der Höhle des Feldes der Makpela, des Feldes, das Abraham zum Erbbegräbnis von dem Chittiter Ephron gegenüber Mamre erworben. Gen 50:14 Dann kehrte Joseph nach Ägypten zurück, er und seine Brüder sowie alle, die mit ihm zur Bestattung seines Vaters hinaufgezogen waren, nachdem er seinen Vater bestattet hatte. Gen 50:15 Als Josephs Brüder sahen, daß ihr Vater gestorben war sprachen sie: "Wenn Joseph uns befeindete und uns all das Böse, das wir ihm angetan, vergälte?" Gen 50:16 Da sandten sie zu Joseph und ließen sagen: "Dein Vater hat vor seinem Tode folgendes verordnet: Gen 50:17 'Sprecht so zu Joseph: Vergib doch die Missetat deiner Brüder und ihre Sünde, daß sie dir Böses getan!' Und nun verzeihe doch die Sünde der Verehrer des Gottes deines Vaters!" Da weinte Joseph, als sie so zu ihm sprachen. Gen 50:18 Nun gingen auch seine Brüder hin, fielen vor ihm nieder und sprachen: "Hier sind wir, deine Leibeigenen." Gen 50:19 Da sprach Joseph zu ihnen: "Fürchtet euch nicht! Bin ich an Gottes Statt? Gen 50:20 Ihr freilich habt Böses wider mich ersonnen; Gott aber hat es zum Guten gelenkt, um bis auf heute vorzusorgen, ein großes Volk am Leben zu erhalten. Gen 50:21 Nun fürchtet euch nicht. Ich sorge für euch und eure Kinder." So tröstete er sie und sprach ihnen Mut zu. Gen 50:22 Joseph blieb in Ägypten, er und seines Vaters Haus. Und Joseph lebte 110 Jahre. Gen 50:23 Joseph sah von Ephraim Urenkel; auch die Söhne Makirs, des Manassesohnes, waren auf Josephs Knien geboren worden. Gen 50:24 Joseph sprach zu seinen Brüdern: "Ich sterbe; Gott aber sorgt für euch; dann führt er euch aus diesem Lande in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat." Gen 50:25 Und Joseph ließ die Söhne Israels schwören und sprach: "Gott nimmt sich eurer an. Dann müßt ihr mein Gebein von hier hinaufbringen." Gen 50:26 So starb Joseph, 110 Jahre alt. Man balsamierte ihn ein und legte ihn in Ägypten in den Schrein. Exo 1:1 Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen sind. Mit Jakob sind sie gekommen, jeder mit seiner Familie: Exo 1:2 Ruben, Simeon,Levi, Juda, Exo 1:3 Issakar, Zabulon, Benjamin, Exo 1:4 Dan, Naphtali, Gad und Asser. Exo 1:5 Aller Seelen der aus Jakob Entsprungenen waren es siebzig; Joseph aber war schon in Ägypten gewesen. Exo 1:6 Da starben Joseph und alle seine Brüder, jenes ganze Geschlecht. Exo 1:7 Die Israeliten aber waren fruchtbar geworden; sie wurden überreich, wuchsen und erstarkten mehr und mehr, und das Land ward ihrer voll. Exo 1:8 Da trat in Ägypten ein neuer König auf, der von Joseph nichts wußte. Exo 1:9 Er sprach zu seinem Volk: "Das Volk der Söhne Israels wird uns zu viel und zu stark. Exo 1:10 Wohlan! Überlisten wir es, daß es nicht weiter wachse! Sonst könnte es sich, falls ein Krieg wider uns ausbreche, zu unseren Gegnern schlagen und gegen uns kämpfen und dann aus dem Lande ziehen." Exo 1:11 so setzten sie Fronvögte darüber, um mit Fronarbeiten es zu drücken. Und so baute es Pitom und Ramses zu Vorratsstädten für Pharao aus. Exo 1:12 Aber je mehr sie es drückten, desto mehr nahm es zu und breitete sich aus. Da graute jenen vor den Israeliten. Exo 1:13 Und so machten die Ägypter die Israeliten gewaltsam zu Sklaven Exo 1:14 und verbitterten ihnen das Leben mit harter Fron in Lehm und Ziegeln und allerlei Fron auf dem Felde. All ihr Frondienst, den man ihnen aufgelegt hatte, geschah mit Plackerei. Exo 1:15 Dann sprach der König von Ägypten zu den Hebammen der Hebräerinnen; die eine hieß Siphra, die andere Pua. Exo 1:16 Er sagte: "Entbindet ihr die Hebräerinnen, dann beseht ihr die Teile. Ist es ein Knabe, dann tötet ihr ihn. Ist es ein Mädchen, mag es leben." Exo 1:17 Die Hebammen aber fürchteten Gott, und so taten sie nicht, was ihnen der König von Ägypten befohlen, sondern ließen die Knaben am Leben. Exo 1:18 Da schrie der König von Ägypten die Hebammen an und sprach zu ihnen: "Warum habt ihr dies getan? Ihr ließet die Knaben am Leben." Exo 1:19 Da sprachen die Hebammen zu Pharao: "Die Hebräerinnen sind nicht wie die ägyptischen Weiber; sie sind wie Tiere. Bevor die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren." Exo 1:20 Und Gott ließ es den Hebammen gut ergehen. Das Volk aber wuchs und wurde sehr stark. Exo 1:21 Weil aber die Hebammen Gott gefürchtet hatten, verlieh er ihnen Vermögen. Exo 1:22 Pharao aber befahl seinem ganzen Volke: "Ihr sollt alle Knaben, die geboren werden, in den Nil werfen. Die Mädchen aber sollt ihr am Leben lassen." Exo 2:1 Da ging ein Mann aus Levis Haus hin und heiratete eine Tochter Levis. Exo 2:2 Und das Weib ward guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Als sie sah, daß er kräftig ward, verbarg sie ihn drei Monate. Exo 2:3 Länger aber konnte sie ihn nicht verborgen halten. So nahm sie für ihn ein Papyruskästchen, dichtete es mit Asphalt und Pech, legte den Knaben darein und setzte es in das Schilf am Nilufer. Exo 2:4 Seine Schwester aber stellte sich von ferne auf, zu sehen, was mit ihm geschähe. Exo 2:5 Da stieg Pharaos Tochter herab, im Nil zu baden, währenddessen sich ihre Dienerinnen am Nilufer ergingen. Da sah sie das Kästchen mitten im Schilfe. Und sie schickte ihre Magd und ließ es holen. Exo 2:6 Sie öffnete es und sah es, das Kind. Ein weinender Knabe war es. Und er dauerte sie. Sie sprach: "Dies ist einer von den Knaben der Hebräer." Exo 2:7 Da sprach seine Schwester zu der Tochter Pharaos: "Soll ich gehen? Dann hole ich dir ein stillendes Weib von den Hebräerinnen, daß sie dir den Knaben stille?" Exo 2:8 Und Pharaos Tochter sprach zu ihr: "Geh!" Da ging das Mädchen und holte des Knaben Mutter. Exo 2:9 Und Pharaos Tochter sprach zu ihr: "Nimm diesen Knaben und stille ihn mir! Ich gebe dir einen Lohn dafür." Da nahm das Weib den Knaben und stillte ihn. Exo 2:10 Der Knabe wuchs heran; da brachte sie ihn der Tochter Pharaos, und er galt ihr als Sohn. Sie nannte ihn Moses; sie sagte nämlich: "Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen." Exo 2:11 In jener Zeit, als Moses erwachsen war, ging er zu seinen Brüdern hinaus und sah sich ihre Fronarbeiten an. Da sah er, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann, einen seiner Brüder, niederschlug. Exo 2:12 Er wandte sich nun hierhin und dorthin, und als er sah, daß kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter. Dann verscharrte er ihn im Sand. Exo 2:13 Am andern Tage ging er wieder aus. Da rauften sich zwei Hebräer. Er sprach zu dem Schuldigen: "Warum schlägst du deinen Genossen?" Exo 2:14 Da sprach er: "Wer hat dich zum Obmann und Richter über uns gesetzt? Denkst du daran, mich totzuschlagen, wie du den Ägypter totgeschlagen hast?" Da erschrak Moses und dachte: "So ist die Sache ruchbar geworden." Exo 2:15 Auch Pharao erfuhr davon und trachtete, Moses umzubringen. Da floh Moses vor Pharao, kam in das Land Midian und setzte sich an den Brunnen. Exo 2:16 Der Priester Midians aber hatte sieben Töchter. Diese kamen und wollten Wasser schöpfen und die Tränkrinnen füllen, um ihres Vaters Schafe zu tränken. Exo 2:17 Da kamen die Hirten und vertrieben sie. Moses aber stand auf, half ihnen und tränkte ihre Schafe. Exo 2:18 Als sie zu ihrem Vater Raguel kamen, sprach er: "Warum kommt ihr heute so bald?" Exo 2:19 Sie sprachen: "Ein ägyptischer Mann hat uns gegen die Hirten geholfen. Er hat fleißig für uns geschöpft. Dann tränkte er die Schafe." Exo 2:20 Da sprach er zu seinen Töchtern: "Wo ist er? Warum habt ihr den Mann dort gelassen? Ladet ihn zum Mahle ein!" Exo 2:21 Und Moses willigte ein, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab seine Tochter Sippora dem Moses. Exo 2:22 Sie gebar einen Sohn, und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: "Gast bin ich geworden in fremdem Lande." Exo 2:23 Nach vielen Tagen starb der König von Ägypten. Die Israeliten aber seufzten unter der Fron und schrien auf. Und ihr Hilferuf stieg zu Gott von der Fron empor. Exo 2:24 Und Gott hörte ihr Gestöhn. Gott aber gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Exo 2:25 Und Gott sah die Söhne Israels. Und Gott nahm sich ihrer an. Exo 3:1 Moses aber hütete die Schafe seines Schwiegervaters Jetro, des Priesters von Midian. Da trieb er einmal die Schafe nach der Wüste und kam zu dem Gottesberg, an den Horeb. Exo 3:2 Da erschien ihm der Engel des Herrn mitten im Feuer aus dem Dornbusch heraus. Er sah hin: Der Dombusch brannte in Feuer; aber der Dornbusch ward nicht verzehrt. Exo 3:3 Da sprach Moses: "Ich will doch hingehen, diese großartige Erscheinung zu betrachten, warum der Dornbusch nicht verbrennt." Exo 3:4 Als der Herr sah, daß er herüberkam, um aufzuschauen, da rief ihn Gott aus dem Dornbusche an und sprach: "Moses! Moses!" Er sprach: "Hier bin ich." Exo 3:5 Er sprach: "Komm nicht näher! Streif deine Schuhe von den Füßen! Denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden." Exo 3:6 Und er sprach: "Ich bin der Schutzgott deiner Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." Da verbarg Moses sein Antlitz; denn er scheute sich, auf Gott zu blicken. Exo 3:7 Der Herr aber sprach: "Die Quälung meines Volkes in Ägypten habe ich wohl bemerkt und sein Schreien über seine Fronvögte gehört. Ich kenne seine Leiden. Exo 3:8 So fuhr ich denn herab, es aus Ägyptens Hand zu lösen und es aus diesem Lande hinaufzuführen in ein Land, trefflich und weit, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, zu dem Sitze der Kanaaniter und Chittiter, der Amoriter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Exo 3:9 Nun ist das Geschrei der Söhne Israels zu mir gedrungen, und ich habe die Quälerei gesehen, mit der die Ägypter sie quälen. Exo 3:10 So geh! Ich sende dich zu Pharao. Und führe mein Volk, die Söhne Israels, aus Ägypten!" Exo 3:11 Moses aber sprach zu Gott: "Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und die Söhne Israels aus Ägypten führe?" Exo 3:12 Er sprach: "Ich selber werde ja mit dir sein. Dies sei für dich das Zeichen, daß ich dich sende. Führst du das Volk aus Ägypten, dann feiert ihr auf diesem Berge ein Fest zu Gottes Ehren." Exo 3:13 Da sprach Moses zu Gott: "Ich komme also zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Der Schutzgott eurer Väter schickt mich zu euch.' Wenn sie mich fragen: 'Was ist es um seinen Namen?' was soll ich ihnen sagen?" Exo 3:14 Da sprach Gott zu Moses: "Ich bin der 'Ich bin'." Und er sprach: "So sollst du zu den Söhnen Israels sprechen: 'Der "Ich bin" hat mich zu euch gesandt.'" Exo 3:15 Und weiter sprach Gott zu Moses: "So sollst du zu den Söhnen Israels sprechen: 'Der Herr, der Schutzgott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, schickt mich zu euch.' Für ewig ist dies mein Name und dies für alle Geschlechter meine Bezeichnung. Exo 3:16 Geh! Versammle die Ältesten in Israel und sprich zu ihnen: Der Herr, der Schutzgott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, mit der Zusage: Ich achte genau auf euch und auf das, was euch in Ägypten geschieht. Exo 3:17 Und ich sage nun: Ich führe euch aus Ägyptens Elend weg in das Land der Kanaaniter, Chittiter, Amoriter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter, in ein Land, von Milch und Honig fließend. Exo 3:18 Und hören sie auf dich und kommst du mit den Ältesten Israels zum König von Ägypten, dann sagt ihr zu ihm: 'Der Herr, der Schutzgott der Hebräer, ist uns begegnet. Nun möchten wir drei Tagereisen in die Wüste ziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, opfern.' Exo 3:19 Ich aber weiß, daß nur unter starkem Druck Ägyptens König euch ziehen läßt. Exo 3:20 So recke ich denn meine Hand aus und schlage Ägypten mit all meinen Wundem, die ich darin wirken werde. Daraufhin läßt er euch ziehen. Exo 3:21 Und ich verschaffe diesem Volke bei den Ägyptern Wohlwollen, daß ihr nicht leer abzieht, wenn ihr geht. Exo 3:22 Die Weiber sollen sich von ihren Nachbarinnen und von ihren Hausgenossinnen Gold- und Silberschmuck ausbitten und Gewände! Dann legt sie euren Söhnen und Töchtern an und gewinnt so die Ägypter!" Exo 4:1 Moses erwiderte und sprach: "Wenn sie mir aber nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sprechen: 'Der Herr ist dir nicht erschienen'?" Exo 4:2 Da sprach der Herr zu ihm: "Was hast du da in deiner Hand?" Er sprach: "Einen Stab." Exo 4:3 Da sprach er: "Wirf ihn zur Erde!" Er warf ihn zur Erde. Da ward er eine Schlange, so daß Moses vor ihr floh. Exo 4:4 Da sprach der Herr zu Moses: "Streck deine Hand aus! Greif sie am Schwanze!" Er reckte seine Hand aus und packte sie. Da ward sie in seiner Hand zum Stabe. Exo 4:5 "Dies sei, damit sie glauben, daß der Herr, der Schutzgott ihrer Väter, dir erschienen ist, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." Exo 4:6 Der Herr sprach weiter zu ihm: "Bringe deine Hand in deinen Busen!" Da brachte er seine Hand in den Busen, und als er sie hervorzog, war seine Hand aussätzig wie Schnee. Exo 4:7 Er sprach: "Tu deine Hand wieder in deinen Busen!" Da tat er seine Hand wieder in seinen Busen und zog sie wieder aus seinem Busen. Da war sie wieder gleich dem anderen Fleische geworden. Exo 4:8 "Wollen sie dir nicht glauben und nicht auf des ersten Zeichens Sprache hören, dann glauben sie der Sprache dieses letzten Zeichens. Exo 4:9 Und glauben sie nicht diesen beiden Zeichen und hören sie nicht auf dich, dann nimmst du von dem Nilwasser und gießest es auf das Trockene. Dann wird das Wasser, das du dem Nil entnimmst, auf dem Trockenen zu Blut." Exo 4:10 Moses sprach zum Herrn: "Herr! Mit Verlaub! Ich bin kein Mann der Rede. Nicht gestern, nicht ehegestern und auch heute nicht, seit du mit deinem Diener sprichst. Ich bin unbeholfen mit Mund und Zunge." Exo 4:11 Da sprach der Herr zu ihm: "Wer kann dem Menschen einen Mund geben? Wer kann ihn stumm oder taub machen? Wer sehend oder blind? Bin es nicht ich, der Herr? Exo 4:12 Und nun geh! Ich will schon mit deinem Munde sein; dann lehre ich dich, was du reden sollst." Exo 4:13 Er aber sprach: "Herr! Mit Verlaub! Bestelle es lieber durch jemand anderen!" Exo 4:14 Da ward der Herr über Moses zornig und sprach: "Ist nicht dein Bruder Aaron, der Levite, da? Ich weiß, daß er gut reden kann. Zudem geht er dir gerade entgegen. Und so er dich sieht, freut er sich herzlich. Exo 4:15 Dann sprich mit ihm und lege ihm die Worte in den Mund! Ich aber will mit deinem und seinem Munde sein, und so lehre ich euch, was ihr tun sollt. Exo 4:16 Er selber redet nun für dich zum Volk. So dient er dir zum Mund, und du bist ihm zu einem Gott. Exo 4:17 Und diesen Stab sollst du in die Hand nehmen, um mit ihm die Zeichen zu tun." Exo 4:18 Moses ging und kehrte wieder zu seinem Schwiegervater Jetro und sprach zu ihm: "Ich möchte gehen und wieder zu meinen Brüdern in Ägypten kehren und sehen, ob sie noch leben." Jetro sprach zu Moses: "Geh in Frieden!" Exo 4:19 Der Herr aber hatte zu Moses in Midian gesprochen: "Geh! Kehr wieder nach Ägypten! Denn alle Männer sind gestorben, die dir nach dem Leben trachteten." Exo 4:20 So nahm Moses sein Weib und seine Söhne, setzte sie auf den Esel und kehrte wieder nach Ägypten. Auch den Gottesstab nahm Moses mit. Exo 4:21 Da sprach der Herr zu Moses: "Da du wieder nach Ägypten kehrst, sieh zu, daß du all diese Wunder, die ich in deine Macht gelegt, vor Pharao tust! Ich aber verhärte sein Herz, daß er das Volk nicht entläßt. Exo 4:22 Dann sprich zu Pharao: 'So spricht der Herr: Mein erstgeborener Sohn ist Israel! Exo 4:23 Ich sage dir: Entlaß meinen Sohn, daß er mich verehre! Doch weigerst du dich, ihn zu entlassen, dann erschlage ich deinen erstgeborenen Sohn.'" Exo 4:24 Unterwegs aber in der Herberge stieß der Herr auf ihn und wollte ihn töten. Exo 4:25 Da nahm Sippora einen Kiesel, beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes, rührte damit an seine Füße und sprach: "Du bist mir ein Blutmahner." Exo 4:26 Da ließ er von ihm ab. Damals hatte sie gesagt "Blutmahner" wegen der Beschneidung. Exo 4:27 Und der Herr sprach zu Aaron: "Geh Moses entgegen in die Wüste!" So ging er und traf ihn am Gottesberge und küßte ihn. Exo 4:28 Dann erzählte Moses dem Aaron alle seine Aufträge, die ihm der Herr gegeben, und alle Zeichen, die er ihm anbefohlen hatte. Exo 4:29 Da gingen Moses und Aaron und versammelten alle Ältesten der Israeliten. Exo 4:30 Und Aaron verkündete alle Aufträge, die der Herr dem Moses gegeben. Und der tat die Zeichen vor den Augen des Volkes. Exo 4:31 Da glaubte das Volk. Und als es hörte, daß der Herr sich der Söhne Israels angenommen und ihr Elend gesehen habe, verneigten sie sich und warfen sich nieder. Exo 5:1 Hernach kamen Moses und Aaron und sprachen zu Pharao: "So spricht der Herr, der Gott Israels: 'Entlaß mein Volk, daß sie mir ein Fest in der Wüste feiern!'" Exo 5:2 Da sprach Pharao: "Wer ist der Herr, daß ich ihm gehorchen und Israel entlassen soll? Den Herrn kenne ich nicht, und Israel entlasse ich nicht." Exo 5:3 Sie sprachen.- "Der Gott der Hebräer ist uns begegnet. Wir möchten nur drei Tagereisen in die Wüste gehen und dem Herrn, unserem Gott, opfern, daß er uns nicht mit Pest oder Schwert überfalle!" Exo 5:4 Da sprach der König von Ägypten zu ihnen: "Warum wollt ihr, Moses und Aaron, das Volk an seiner Arbeit hindern? Kümmert euch doch um eure Sachen!" Exo 5:5 Und Pharao sprach: "Fürwahr, allzuviel Leute sind schon im Land. Da lasset ihr diese von ihren Arbeiten ausruhen!" Exo 5:6 Und Pharao befahl am gleichen Tage des Volkes Fronvögten und seinen Aufsehern: Exo 5:7 "Liefert kein Stroh mehr dem Volk zum Ziegelmachen wie bisher! Selber sollen sie gehen und Stroh auflesen! Exo 5:8 Aber den Satz der Ziegel, die sie bisher hergestellt, belaßt für sie! Macht keinen Abzug daran! Faul sind sie, drum schreien sie: 'Laßt uns gehen, unserem Gott zu opfern!' Exo 5:9 Wuchtig laste die Arbeit auf diesen Leuten, und sie sollen daran zu tun haben, daß sie nicht auf Lügenreden achten!" Exo 5:10 Da kamen des Volkes Fronvögte und seine Aufseher heraus und sagten zum Volke: "So spricht der Pharao: Ich liefere euch kein Stroh mehr. Exo 5:11 Geht selber! Holt euch Stroh, wo ihr es findet! Von eurem Frondienst aber wird nichts gekürzt" Exo 5:12 Da zerstreute sich das Volk über ganz Ägypterland, Stoppeln für die Ziegel zu sammeln. Exo 5:13 Aber die Fronvögte drängten und sprachen: "Die volle Arbeit müßt ihr täglich liefern wie damals, als es Stroh gab." Exo 5:14 Da wurden die israelitischen Aufseher gezüchtigt. Ihnen hatten Pharaos Fronvögte die Schuld gegeben, indem sie sprachen: "Warum habt ihr nicht euer Maß an Ziegeln wie bisher, so auch heute fertig gebracht?" Exo 5:15 So kamen die israelitischen Aufseher, schrien zu Pharao und sprachen: "Warum tust du so mit deinen Sklaven? Exo 5:16 Stroh wird deinen Sklaven nicht mehr geliefert; doch 'Ziegel', sagt man uns, 'liefert ab!' Nun werden deine Sklaven schwer gezüchtigt, indes an dir die Schuld liegt." Exo 5:17 Er sprach: "Faul seid ihr, faul. Deshalb sagt ihr: 'Wir wollen gehen, dem Herrn zu opfern.' Exo 5:18 Jetzt marsch! Fort an die Arbeit! Stroh wird euch nicht geliefert; doch den Satz an Ziegeln habt ihr zu liefern." Exo 5:19 Da sahen die Aufseher der Israeliten sie traurig an und sprachen: "Ihr dürft das Tagwerk an Ziegeln nicht kürzen." Exo 5:20 Als sie von Pharao weggingen, trafen sie auf Moses und Aaron, die sie erwarteten. Exo 5:21 Sie sprachen zu ihnen: "Der Herr blicke auf euch und richte, daß ihr uns bei Pharao und seinen Dienern in übelsten Geruch gebracht, ja ihnen das Schwert in die Hand gedrückt habt, uns zu morden!" Exo 5:22 Da wandte sich Moses an den Herrn und sprach: "Herr! Warum tust du diesem Volk so übel? Wozu hast du mich hergesandt? Exo 5:23 Seit ich zu Pharao gekommen bin, in deinem Namen zu reden, hat er diesem Volke übel getan, und du hast dein Volk nicht davor geschützt." Exo 6:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Jetzt wirst du sehen, was ich an Pharao tun werde. Gezwungen läßt er sie ausziehen und gezwungen jagt er sie aus seinem Land." Exo 6:2 Und Gott redete mit Moses und sprach zu ihm: "Ich bin der Herr. Exo 6:3 Ich erschien Abraham, Isaak und Jakob als allmächtiger Gott; aber mit meinem Namen "Herr" habe ich mich ihnen nicht bekannt gemacht. Exo 6:4 Wie ich meinen Bund mit ihnen errichtet habe, das Land Kanaan ihnen zu geben, das Land, in dem sie zu Gast geweilt, Exo 6:5 so habe ich auch das Gestöhn der Söhne Israels gehört, die die Ägypter knechten. Und ich gedachte meines Bundes. Exo 6:6 Daher sprich zu den Söhnen Israels: 'Ich bin der Herr. Ich befreie euch nun vom Frondienst der Ägypter und reiße euch aus ihrer Sklaverei. Ich erlöse euch mit hochgerecktem Arme und gewaltigen Gerichten. Exo 6:7 Ich nehme euch mir zum Volk und bin euch ein Schutzgott. Da erfahret ihr, daß nur ich der Herr bin, euer Gott, der euch befreit vom Frondienst der Ägypter. Exo 6:8 Ich bringe euch dann in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob durch feierlichen Schwur verheißen. Ich gebe es euch zum Erbbesitz, ich der Herr.'" Exo 6:9 Und Moses berichtete dies den Israeliten. Aber sie hörten nicht auf Moses in ihrer gedrückten Stimmung und wegen der schweren Arbeit. Exo 6:10 Da sprach der Herr zu Moses also: Exo 6:11 "Geh! Sprich mit Pharao, dem König von Ägypten, er soll die Söhne Israels aus seinem Land entlassen!" Exo 6:12 Da redete Moses vor dem Herrn also: "Haben die Israeliten nicht auf mich gehört, wie sollte Pharao auf mich hören? Ich bin ja nicht gewandt im Reden." Exo 6:13 Da redete der Herr mit Moses und Aaron und entbot sie zu den Israeliten und zu Pharao, dem König von Ägypten, um die Israeliten aus Ägypterland zu führen. Exo 6:14 Dies sind ihre Familienhäupter: Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, waren Chanok, Pallu, Chesron und Karmi. Dies sind die Geschlechter Rubens. Exo 6:15 Simeons Söhne waren Jemuel, Jamin, Ohad, Jakin, Sochar und Saul, der Kanaaniterin Sohn. Dies sind die Sippen Simeons. Exo 6:16 Dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihrem Stammbaum: Gerson, Kehat und Merari. Levi ward 137 Jahre alt. Exo 6:17 Gersons Söhne waren Libni und Simi mit ihren Sippen. Exo 6:18 Kehats Söhne waren Amram, Ishar, Chebron und Uzziel. Kehat ward 133 Jahre alt. Exo 6:19 Meraris Söhne waren Machli und Musi. Dies sind die Sippen der Leviten nach ihrem Stammbaum. Exo 6:20 Amram heiratete seine Tante Jokebed. Sie gebar ihm Aaron und Moses; Amram ward 137 Jahre alt. Exo 6:21 Ishars Söhne waren Korach, Nepheg und Zikri. Exo 6:22 Uzziels Söhne waren Misael, Elsaphan und Sitri. Exo 6:23 Und Aaron heiratete Aminadabs Tochter Eliseba, des Nachson Schwester. Sie gebar ihm Nadab und Abihu, Eleazar und Itamar. Exo 6:24 Korachs Söhne waren Assir, Elkana und Abiasaph. Dies sind die Sippen der Korachiter. Exo 6:25 Aarons Sohn Eleazar hatte eine der Töchter Putiels geheiratet. Sie gebar ihm Pinechas. Dies sind die Familienhäupter der Leviten nach ihren Sippen. Exo 6:26 So war es mit Aaron und Moses, zu denen der Herr gesprochen: "Führt die Söhne Israels in ihren Scharen aus Ägypterland!" Exo 6:27 Sie sind es, die mit dem König von Ägypten, Pharao, redeten, um die Israeliten aus Ägypten zu führen. So war es mit Moses und Aaron. Exo 6:28 So war es an dem Tage, da der Herr mit Moses im Lande Ägypten gesprochen. Exo 6:29 Der Herr sprach zu Moses also: "Ich bin der Herr. Vermelde Pharao, dem König von Ägypten, alles, was ich dir sage!" Exo 6:30 Da sprach Moses vor dem Herrn: "Siehe! Ich bin im Reden ungewandt. Wie soll da Pharao auf mich hören?" Exo 7:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Siehe, ich mache dich für Pharao zu einem Gott, und dein Bruder Aaron ist dein Prophet. Exo 7:2 Alles, was ich dir auftrage, sollst du sagen. Doch zu Pharao sage dein Bruder Aaron, er solle die Söhne Israels aus seinem Lande entlassen! Exo 7:3 Ich aber will Pharaos Herz verhärten und im Ägypterland meine Zeichen und meine Wunder mehren. Exo 7:4 So hört Pharao nicht auf euch, bis ich meine Hand auf Ägypten lege und aus Ägypterland meine Scharen, mein Volk, die Söhne Israels, führe, unter großen Machterweisen. Exo 7:5 Dann erfahren die Ägypter, daß ich der Herr bin, wenn ich meine Hand gen Ägypten strecke und aus seiner Mitte die Söhne Israels führe." Exo 7:6 Moses und Aaron taten so. Wie es der Herr sie hieß, so taten sie. Exo 7:7 Moses aber war 80 Jahre alt und Aaron 83, als sie mit Pharao verhandelten. Exo 7:8 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron also: Exo 7:9 "Spricht Pharao zu euch: 'Gebt euren Erweis', dann sprich zu Aaron: 'Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao, daß er zur Natter werde!'" Exo 7:10 Da kamen Moses und Aaron zu Pharao und taten, wie der Herr befohlen. Aaron warf seinen Stab vor Pharao und seine Diener; da ward er zur Natter. Exo 7:11 Aber auch Pharao berief die Weisen und Zauberer, und Ägyptens Zauberkünstler taten so mit ihren Künsten. Exo 7:12 Sie warfen jeder seinen Stab hin, und diese wurden zu Nattern. Doch Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. Exo 7:13 Aber Pharaos Herz blieb verhärtet; hatte er doch nicht auf sie gehört, wie der Herr vorausgesagt. Exo 7:14 Und der Herr sprach zu Moses: "Des Pharao Herz ist verstockt. Er weigert sich, das Volk zu entlassen. Exo 7:15 Geh morgen früh zu Pharao! Da geht er an das Wasser. Dann tritt ihm am Nilufer entgegen. Den Stab, der sich zur Schlange wandelt, nimm mit dir! Exo 7:16 Dann sprich zu ihm: 'Der Herr, der Schutzgott der Hebräer, sendet mich zu dir mit der Weisung: "Entlaß mein Volk, daß sie in der Wüste mir zu Ehren ein Fest feiern!" Aber bis jetzt hast du nicht hören wollen. Exo 7:17 Nun spricht der Herr: "Daran sollst du erkennen, daß ich der Herr bin: Siehe, ich schlage mit dem Stab in meiner Hand auf das Wasser im Nil, dann wandelt dieses sich in Blut. Exo 7:18 Die Fische im Nil sterben, und der Nil wird stinkend; dann ekelt es die Ägypter, Wasser aus dem Nil zu trinken."'" Exo 7:19 Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich zu Aaron: 'Nimm deinen Stab und strecke deine Hand über die Gewässer in Ägypten, über ihre Flüsse, Kanäle, Teiche und alle ihre Wasserstellen, daß sie zu Blut werden!' Dann ist Blut im ganzen Land Ägypten, im Holzgefäß wie im Steinzeug." Exo 7:20 Da taten Moses und Aaron so, wie der Herr befohlen. Er hob den Stab und schlug das Wasser im Nil vor Pharaos und seiner Diener Augen. Da ward alles Wasser im Nil zu Blut. Exo 7:21 Die Fische im Nil starben; der Nil ward stinkend; da konnten die Ägypter kein Wasser aus dem Nil trinken. Blut war im ganzen Lande Ägypten. Exo 7:22 Aber auch Ägyptens Zauberkünstler taten ebenso mit ihren Zaubereien. So blieb Pharaos Herz verstockt; hatte er doch nicht auf sie gehört, wie es der Herr vorhergesagt. Exo 7:23 Und Pharao wandte sich und trat in sein Haus, hatte er sich doch auch dies nicht zu Herzen genommen. Exo 7:24 Alle Ägypter gruben nun rings um den Nil nach Trinkwasser, weil sie vom Nilwasser nicht trinken konnten. Exo 7:25 So vergingen volle sieben Tage, nachdem der Herr den Nil geschlagen hatte. Exo 8:1 (7:26) Da sprach der Herr zu Moses: "Geh zu Pharao hinein! Dann sagst du ihm: 'So spricht der Herr: "Entlasse mein Volk, daß sie mich verehren! Exo 8:2 (7:27) Willst du es aber nicht entlassen, dann plage ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen. Exo 8:3 (7:28) Von Fröschen wimmelt dann der Nil. Sie steigen heraus und kommen in dein Haus, in dein Schlafgemach, auf dein Bett und in deiner Diener und in deines Volkes Häuser, in deine Backöfen und Teigmulden. Exo 8:4 (7:29) Selbst an dir, wie an deinem Volke und an allen deinen Dienern, werden die Frösche hinaufsteigen."'" Exo 8:5 (8:1) Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich jetzt zu Aaron: 'Streck deine Hand mit deinem Stab über die Flüsse, Kanäle und Teiche und laß die Frösche über Ägypterland aufsteigen!'" Exo 8:6 (8:2) Da streckte Aaron seine Hand über Ägyptens Gewässer. Da kamen die Frösche und bedeckten das Land Ägypten. Exo 8:7 (8:3) Aber auch die Zauberkünstler taten ebenso mit ihren Zaubereien. Auch sie ließen Frösche über das Land Ägypten kommen. Exo 8:8 (8:4) Pharao aber rief Moses und Aaron herbei und sprach: "Leget Fürbitte beim Herrn ein, daß er die Frösche mir und meinem Volke nehme! Dann entlasse ich das Volk, daß es dem Herrn opfere." Exo 8:9 (8:5) Da sprach Moses zu Pharao: "Sag mir: Auf wann soll ich für dich, deine Diener und dein Volk beten, daß die Frösche von dir und deinen Häusern weichen und nur im Nile bleiben?" Exo 8:10 (8:6) Da sprach er: "Auf morgen." Er sprach: "Nach deinem Worte geschehe, daß du erkennst: Keiner ist wie der Herr, unser Gott. Exo 8:11 (8:7) Dann weichen Frösche von dir und deinen Häusern, von deinen Dienern und von deinem Volke und sollen nur noch im Nil bleiben." Exo 8:12 (8:8) So gingen Moses und Aaron von Pharao. Und Moses rief zum Herrn wegen des Versprechens, das er der Frösche halber dem Pharao gemacht. Exo 8:13 (8:9) Und der Herr tat nach Mosis Wort. Die Frösche starben weg aus den Häusern, den Gehöften und Feldern. Exo 8:14 (8:10) Man schüttete sie zu Haufen und das Land roch übel. Exo 8:15 (8:11) Als Pharao aber sah, daß Erleichterung geworden, verstockte er sein Herz, hatte er doch nicht mehr auf sie gehört, wie es der Herr vorhergesagt. Exo 8:16 (8:12) Da sprach der Herr zu Moses: "Sprich zu Aaron: 'Streck deinen Stab aus! Schlag auf dem Boden den Staub! Dann wird er in ganz Ägypterland zu Mücken.'" Exo 8:17 (8:13) Und sie taten so. Aaron streckte seine Hand mit dem Stab aus und schlug den Staub auf dem Boden. Da kamen Stechmücken an Mensch und Vieh. Aller Staub auf dem Boden war zu Stechmücken im Lande Ägypten geworden. Exo 8:18 (8:14) Da taten die Zauberkünstler ebenso mit ihren Zaubereien, die Stechmücken wegzubringen; aber dies konnten sie nicht. Die Stechmücken gingen an Mensch und Vieh. Exo 8:19 (8:15) Da sprachen die Zauberkünstler zu Pharao: "Dies ist Gottes Finger." Doch Pharaos Herz blieb verhärtet, hatte er doch nicht auf sie gehört, wie es der Herr vorhergesagt. Exo 8:20 (8:16) Und der Herr sprach zu Moses: "Morgen in der Frühe tritt vor Pharao, wenn er ans Wasser geht, und sprich zu ihm: 'So spricht der Herr: "Entlasse mein Volk, daß es mich verehre! Exo 8:21 (8:17) Entlässest du aber mein Volk nicht, dann lasse ich über dich, deine Diener, dein Volk und deine Häuser Fliegen kommen. Die Häuser der Ägypter werden voll von Fliegen, sowie das Ackerfeld, darauf sie sind. Exo 8:22 (8:18) Aber ausnehmen will ich an jenem Tage das Land Gosen, wo mein Volk weilt, daß dort keine Fliegen seien, damit du erkennest, daß ich Herr inmitten dieses Landes bin. Exo 8:23 (8:19) Diesen Unterschied mache ich zwischen meinem Volke und deinem Volke. Morgen geschieht dies Zeichen."'" Exo 8:24 (8:20) Und der Herr tat so. Hundsfliegen, eine schwere Menge, kamen in das Haus Pharaos und in das seiner Diener und über ganz Ägypterland; so ward durch die Hundsfliegen das Land verderbt. Exo 8:25 (8:21) Da rief Pharao nach Moses und Aaron und sprach: "Geht! Opfert eurem Gott im Lande!" Exo 8:26 (8:22) Da sprach Moses: "Nicht richtig wäre es, so zu tun. Was den Ägyptern ein Greuel ist, opfern wir dem Herrn, unserem Gott. Brächten wir zum Opfer, was den Ägyptern greulich dünkt, würden sie uns nicht steinigen? Exo 8:27 (8:23) Wir möchten in die Wüste drei Tagesreisen ziehen und dem Herrn, unserem Gott, opfern, wie der Herr uns geboten hat." Exo 8:28 (8:24) Da sprach Pharao: "Nun, ich lasse euch ziehen, dann könnt ihr dem Herrn, eurem Gott, in der Wüste opfern. Nur nicht zu weit entfernet euch! Legt für mich Fürsprache ein!" Exo 8:29 (8:25) Da sprach Moses: "Sowie ich von dir weggehe, lege ich Fürsprache beim Herrn ein. Morgen weichen von Pharao, seinen Dienern und seinem Volke die Fliegen. Nur möge Pharao nicht weiter trügen, daß er das Volk nicht zum Opfer für den Herrn entläßt!" Exo 8:30 (8:26) Da ging Moses von Pharao weg und legte Fürbitte beim Herrn ein. Exo 8:31 (8:27) Und der Herr tat nach Mosis Wort. Die Fliegen wichen von Pharao, seinen Dienern und seinem Volke; nicht eine blieb zurück. Exo 8:32 (8:28) Aber Pharao verstockte sein Herz auch diesmal. Er ließ das Volk nicht ziehen. Exo 9:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Geh zu Pharao hinein! Dann sprich zu ihm: 'So spricht der Herr, der Schutzgott der Hebräer: Entlaß mein Volk, daß sie mich verehren! Exo 9:2 Verweigerst du aber die Freilassung und hältst sie weiter fest, Exo 9:3 dann kommt die Hand des Herrn zum Verderben an dein Vieh auf dem Felde, an Pferde, Esel, Kamele, Rinder und Schafe, eine schrecklich schwere Seuche. Exo 9:4 Aber einen Unterschied macht der Herr zwischen Israels Vieh und dem Ägyptens: Keinem Israeliten stirbt ein Stück.'" Exo 9:5 Und der Herr bestimmte eine Zeit, indem er sprach: "Morgen schon tut dies der Herr an dem Lande." Exo 9:6 Und der Herr tat dies am folgenden Tage. Alles Vieh der Ägypter fiel; aber vom Vieh der Israeliten fiel nicht eines. Exo 9:7 Da ließ Pharao nachsehen. Und von Israels Vieh war auch nicht eines gefallen. Doch Pharaos Herz verstockte sich, und er entließ das Volk nicht. Exo 9:8 Da sprach der Herr zu Moses und Aaron: "Füllt eure Hände jetzt mit Ofenruß! Und Moses streue ihn himmelwärts vor Pharaos Augen! Exo 9:9 Dann wird er zu feinem Staube über ganz Ägypten und wird an Mensch und Tier in ganz Ägypten zu Beulen, und diese brechen schwärend auf." Exo 9:10 Da nahmen sie Ofenruß, traten vor Pharao, und Moses streute ihn himmelwärts. Da wurden schwärende Beulen, die aufbrachen, an Mensch und Vieh. Exo 9:11 Die Zauberkünstler aber konnten nicht vor Moses stehen wegen der Beulen; denn an den Zauberkünstlern, wie an allen Ägyptern, waren die Beulen. Exo 9:12 Der Herr aber verhärtete Pharaos Herz, hatte er doch nicht auf sie gehört, wie es der Herr dem Moses vorhergesagt. Exo 9:13 Da sprach der Herr zu Moses: "In aller Frühe tritt morgen vor den Pharao und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Schutzgott der Hebräer: 'Entlasse mein Volk, daß sie mich verehren! Exo 9:14 Denn diesmal schicke ich alle meine Plagen auch zu dir wie zu deinen Dienern und deinem Volke, daß du erkennest: Keiner ist auf der ganzen Erde wie ich. Exo 9:15 Schon jetzt könnte ich meine Hand ausstrecken und dich samt deinem Volke mit Seuchen schlagen, daß du von der Erde schwändest. Exo 9:16 Ich lasse dich doch gerade deshalb leben, damit ich dir meine Macht zeige, damit man auf der ganzen Erde meinen Ruhm künde. Exo 9:17 Hältst du aber weiterhin mein Volk zurück und willst es nicht entlassen, Exo 9:18 dann lasse ich morgen um diese Zeit einen überschweren Hagel niedergehen, desgleichen nicht in Ägypten war seit seiner Gründungszeit bis jetzt. Exo 9:19 Nun schick hin und birg dein Vieh und alles, was du auf dem Felde hast! All die Menschen und Tiere, die auf dem Felde betroffen werden und nicht unter Dach kommen, sterben, geht der Hagel auf sie nieder.'" Exo 9:20 Wer nun von Pharaos Höflingen das Wort des Herrn achtete, der flüchtete seine Sklaven und sein Vieh unter Dach. Exo 9:21 Wer aber des Herrn Wort mißachtete, der ließ seine Sklaven und sein Vieh auf dem Felde. Exo 9:22 Da sprach der Herr zu Moses: "Streck deine Hand gen Himmel, daß Hagel in ganz Ägypterland falle auf Mensch und Vieh und alles Feldgewächs im Lande Ägypten!" Exo 9:23 Und Moses streckte seinen Stab gen Himmel. Da ließ der Herr Donner und Hagel kommen, und Feuer ging nieder. So ließ der Herr Hagel auf das Land Ägypten fallen. Exo 9:24 Ein Hagel war es, und mitten im Hagel ein Flugfeuer, übermächtig. Seinesgleichen war nie über ganz Ägypterland gekommen, seitdem es ein Volk geworden. Exo 9:25 Und der Hagel schlug im ganzen Land Ägypten alles auf dem Felde, Mensch und Vieh. Auch alles Feldgewächs schlug der Hagel und zerschmetterte alle Bäume des Feldes. Exo 9:26 Nur in dem Lande Gosen, wo die Israeliten waren, fiel kein Hagel. Exo 9:27 Da sandte Pharao, berief Moses und Aaron und sprach zu ihnen: "Diesmal habe ich gefehlt. Der Herr ist im Recht; ich aber und mein Volk sind im Unrecht. Exo 9:28 Legt bei dem Herrn Fürsprache ein! Übergenug des Gottesdonners und des Hagels! Ich lasse euch frei. Ihr sollt nicht länger verweilen." Exo 9:29 Da sprach Moses zu ihm: "Sobald ich aus der Stadt gehe, breite ich zum Herrn meine Hände. Das Donnern wird aufhören, und der Hagel nicht mehr sein, daß du erkennest: Dem Herrn gehört die Erde. Exo 9:30 Doch du und deine Diener fürchten noch nicht den Herrn, Gott, wie ich wohl weiß." Exo 9:31 Der Flachs und die Gerste waren zerschlagen worden; denn die Gerste stand in Ähren, und der Flachs in Blüte. Exo 9:32 Weizen aber und Spelt waren nicht zerschlagen worden, weil sie spät sind. Exo 9:33 Moses ging nun von Pharao zur Stadt hinaus und breitete seine Hände zum Herrn. Da hörte Donnern und Hageln auf; auch der Regen goß nicht mehr auf die Erde. Exo 9:34 Als aber Pharao sah, daß Regen, Hagel und Donner aufgehört, verharrte er in seiner Sünde und verstockte sein Herz, samt seinen Dienern. Exo 9:35 Und Pharaos Herz verhärtete sich, und so ließ er die Israeliten nicht ziehen, wie es der Herr durch Moses vorhergesagt. Exo 10:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Geh hinein zu Pharao! Habe ich doch sein und seiner Diener Herz verstockt, daß ich diese Zeichen bei ihm tue, Exo 10:2 und daß du Kind und Kindeskindern erzählen kannst, wie ich mich an Ägypten ausgewirkt und welche Zeichen ich an ihnen getan habe. So könnt ihr erkennen, daß ich der Herr bin." Exo 10:3 Da kamen Moses und Aaron zu Pharao und sprachen zu ihm: "So spricht der Herr, der Schutzgott der Hebräer: 'Wie lange willst du dich nicht vor mir beugen? Entlasse mein Volk, daß es mir diene! Exo 10:4 Weigerst du dich aber, mein Volk zu entlassen, dann bringe ich morgen Heuschrecken in dein Gebiet. Exo 10:5 Dann decken sie des Landes Oberfläche, daß man den Boden nicht mehr sieht. Sie fressen dann den Rest, der vom Hagel übrig ist, und sie fressen alle Bäume ab, die euch im Felde sprießen. Exo 10:6 Voll werden davon deine Häuser, all deiner Diener Häuser und die ganz Ägyptens, wie es deine Väter nicht geschaut noch deine Großväter, seit ihrem Erdenwallen bis zu diesem Tag.'" Und er wandte sich und ging weg von Pharao. Exo 10:7 Da sprachen Pharaos Diener zu ihm: "Wie lange soll dieser uns eine Gefahr sein? Entlasse die Männer, daß sie dem Herrn, ihrem Gott, dienen! Siehst du nicht, daß Ägypten verdirbt?" Exo 10:8 Da wurden Moses und Aaron zu Pharao zurückgeholt, und er sprach zu ihnen: "Geht! Dienet dem Herrn, eurem Gott! Doch wer geht mit?" Exo 10:9 Da sprach Moses: "Mit unseren Jünglingen und unseren Greisen wollen wir ziehen, mit unseren Söhnen und Töchtern; mit unseren Schafen und Rindern wollen wir ziehen. Wir haben ja ein Fest des Herrn zu feiern." Exo 10:10 Da sprach er zu ihnen: "Möge der Herr so bei euch sein, wie ich euch mit euren Kindern fortlasse! Seht, daß ihr Böses im Sinne habt! Exo 10:11 Daraus wird nichts. Ihr Männer geht und verehrt den Herrn! Das war euer Begehr." Und man jagte sie von Pharao fort. Exo 10:12 Da sprach der Herr zu Moses: "Recke deine Hand über das Ägypterland, der Heuschrecken wegen! Sie sollen über das Land Ägypten kommen und im Lande alles Gewächs abfressen, das der Hagel hat stehen lassen." Exo 10:13 Da streckte Moses seinen Stab über das Ägypterland. Und der Herr führte einen Ostwind über das Land jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Morgen ward es; da hatte der Ostwind die Heuschrecken hergetragen. Exo 10:14 So kamen die Heuschrecken über ganz Ägypterland und fielen im ganzen Bereich Ägyptens übermächtig ein. Nie gab es vorher soviel Heuschrecken, noch wird es später soviel geben. Exo 10:15 Sie deckten des ganzen Landes Oberfläche, daß der Boden nicht mehr zu sehen war. Sie fraßen alles Gewächs im Lande und alle Baumfrüchte, die der Hagel hatte stehen lassen. Nichts Grünes blieb mehr an den Bäumen und Feldgewächsen im Ägypterland. Exo 10:16 Eilends ließ Pharao Moses und Aaron rufen und sprach: "Ich bin im Unrecht wider den Herrn, euren Gott, und wider euch. Exo 10:17 Verzeiht mir doch noch diesmal mein Verschulden und legt bei dem Herrn, eurem Gott, Fürsprache ein, daß er nur diesen Tod von mir wende!" Exo 10:18 Da ging er von Pharao weg und flehte zum Herrn. Exo 10:19 Da ließ der Herr einen sehr starken Westwind wehen. Dieser nahm die Heuschrecken und warf sie ins Schilfmeer. Nicht eine Heuschrecke blieb in Ägyptens ganzem Bereiche. Exo 10:20 Aber der Herr verstockte Pharaos Herz, und so entließ er die Israeliten nicht. Exo 10:21 Und der Herr sprach zu Moses: "Recke deine Hand gen Himmel! Finsternis komme über Ägypterland, und die Finsternis sei stark!" Exo 10:22 Da reckte Moses seine Hand gen Himmel, und eine dichte Finsternis ward in ganz Ägypterland, drei Tage lang. Exo 10:23 Keiner sah den anderen und keiner erhob sich von seinem Platz, drei Tage lang. Die Israeliten alle aber hatten Licht in ihren Siedlungen. Exo 10:24 Da rief Pharao nach Moses und sprach: "Geht! Verehrt den Herrn! Eure Schafe und Rinder aber bleiben hier. Doch eure Kinder gehen mit euch." Exo 10:25 Da sprach Moses: "Auch du selbst solltest uns Schlacht- und Brandopfer liefern, daß wir sie für den Herrn, unseren Gott, zurichten. Exo 10:26 Aber auch unser Vieh muß mit uns gehen. Nicht eine Klaue bleibe zurück! Davon müssen wir nehmen können, wenn wir dem Herrn, unserem Gott, zu Ehren ein Fest feiern wollen. Wir wissen ja nicht, wie wir den Herrn verehren sollen, bis wir dorthin kommen." Exo 10:27 Aber der Herr verhärtete Pharaos Herz, und so wollte er sie nicht entlassen. Exo 10:28 Und Pharao sprach zu ihm: "Geh weg von mir! Hüte dich, noch einmal mein Antlitz zu schauen! Sobald du mein Antlitz siehst, mußt du sterben." Exo 10:29 Moses sprach: "Recht hast du geredet. Ich werde nicht wieder dein Antlitz schauen." Exo 11:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Noch eine Plage bringe ich über Pharao und Ägypten. Hernach läßt er euch von hier abziehen, und wenn er lediglich die Entlassung zugibt, dann jagt er euch gewaltsam fort. Exo 11:2 Schärfe dem Volke ein, sie sollen, Männer wie Weiber, von den Bekannten silbernen und goldenen Schmuck erbitten!" Exo 11:3 Und der Herr stimmte die Ägypter dem Volke günstig. Dazu galt der Mann Moses sehr viel in Ägypten, bei Pharaos Dienern wie beim Volke. Exo 11:4 Da sprach Moses: "So spricht der Herr: 'Um Mitternacht fahre ich mitten durch Ägypten. Exo 11:5 Dann stirbt im Lande Ägypten jeder Erstgeborene, von Pharaos Erstgeborenem an, der einst auf seinem Throne sitzen sollte, bis zu dem Erstgeborenen der Sklavin hinter der Handmühle, und alle Erstlingswürfe des Viehes. Exo 11:6 Dann ist ein groß Gejammer im ganzen Lande Ägypten, desgleichen noch nie gewesen, noch je sein wird. Exo 11:7 Aber gegen keinen der Israeliten streckt ein Hund die Zunge heraus, weder gegen Mensch noch Vieh, daß ihr erkennet, wie der Herr zwischen Israel und Ägypten scheidet.' Exo 11:8 Dann beugen sich alle diese deine Diener zu mir, werfen sich vor mir nieder und sprechen: 'Zieh weg, du samt dem ganzen Volke bei dir!' Hernach ziehe ich weg." Und er ging von Pharao in loderndem Zorn. Exo 11:9 Da sprach der Herr zu Moses: "Der Pharao hört nicht auf euch, damit sich meine Wunder mehren im Ägypterlande." Exo 11:10 So hatten Moses und Aaron alle diese Wunder vor Pharao getan. Aber der Herr verhärtete Pharaos Sinn, daß er die Israeliten nicht aus seinem Lande entließ. Exo 12:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron im Lande Ägypten also: Exo 12:2 "Dieser Monat sei für euch der Anfangsmonat! Der Jahresmonde erster sei er für euch! Exo 12:3 Sprecht so zu der Gesamtgemeinde Israels! Am zehnten dieses Monats nehme sich jedermann ein Lamm nach den Sippen, ein Lamm für jedes Haus! Exo 12:4 Sind aber in einem Hause zuwenig für ein Lamm, dann nehme er es mit dem Nachbarn, der jenem gleich an Kopfsteuer ist! Jeder nach seinem Verzehr, sollt ihr zum Lamm beisteuern! Exo 12:5 Ein fehlerfreies, männliches, noch nicht jähriges Lämmchen müßt ihr haben; aus den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen! Exo 12:6 Dann verwahrt es bis zum vierzehnten des Monats! Dann schlachte es Israels Vollgemeinde abends! Exo 12:7 Und vom Blute sollen sie nehmen und an beide Pfosten und den Türsturz tun, zum Schutze der Häuser, wo sie es essen! Exo 12:8 Noch in derselben Nacht sollen sie das Fleisch essen, am Feuer gebraten, dazu ungesäuertes Brot. Mit Bitterkräutern sollen sie es essen! Exo 12:9 Eßt nichts davon roh noch gargekocht, sondern gebraten, Kopf mit Beinen und Rumpf! Exo 12:10 Laßt davon nichts bis zum Morgen übrig! Was bis zum Morgen übrigbleibt, sollt ihr verbrennen! Exo 12:11 So sollt ihr es essen: Eure Hüften gegürtet, eure Schuhe an den Füßen, euren Stab in der Hand! Dann esset es in Hast: Ein Passah ("Übergangsmahl") ist es dem Herrn. Exo 12:12 Denn ich durchziehe in jener Nacht das Ägypterland und schlage alle Erstgeburt im Land Ägypten, Mensch und Vieh. Ich, der Herr, vollziehe das Gericht an Ägyptens Göttern allen. Exo 12:13 Das Blut sei euch zum Zeichen an den Häusern, wo ihr weilt! Sehe ich das Blut, dann übergehe ich euch. Kein verderblicher Streich trifft euch, wenn ich das Land Ägypten schlage. Exo 12:14 Zum Gedächtnis diene euch dieser Tag. Feiert ihn als ein Fest des Herrn in allen euren Geschlechtern! Als ewige Satzung sollt ihr ihn feiern! Exo 12:15 Ihr sollt sieben Tage ungesäuertes Brot essen! Genau am ersten Tage sollt ihr aus euren Häusern Sauerteig entfernen - denn wer Gesäuertes ißt, ein solches Wesen werde aus Israel gestrichen! -, vom ersten bis zum siebten Tag. Exo 12:16 Am ersten Tage sei heilige Versammlung! Am siebten haltet gleichfalls heilige Versammlung! Dabei darf keine Arbeit verrichtet werden. Nur was jeglich Wesen zu essen haben muß, das allein werde von euch bereitet! Exo 12:17 Achtet diese Vorschrift! Denn an eben diesem Tage führe ich eure Scharen aus Ägypterland. Haltet diesen Tag in eueren Geschlechtern als ewige Einrichtung! Exo 12:18 Am vierzehnten des ersten Monds am Abend esset ungesäuertes Brot bis zu dem Abend des einundzwanzigsten des Monats! Exo 12:19 Kein Sauerteig finde sich sieben Tage lang in euren Häusern: Wer Gesäuertes ißt, werde aus Israels Gemeinschaft gestrichen! Sei's Fremdling, sei's Einheimischer! Exo 12:20 Nicht einen Bissen gesäuertes Brot sollt ihr essen! In all euren Siedlungen eßt nur ungesäuertes Brot!" Exo 12:21 Dann berief Moses alle Ältesten Israels und sprach zu ihnen: "Zieht aus und holt für eure Sippen Schafe und schlachtet das Passah! Exo 12:22 Dann nehmt ein Ysopbüschel, taucht es in das Blut im Becken und streicht von dem Blute im Becken an den Türsturz und an die beiden Türpfosten! Euer keiner soll bis zum Morgen aus der Tür seines Hauses gehen! Exo 12:23 Zieht dann der Herr hindurch, das Ägypterland zu schlagen, und sieht er an dem Türsturz und an den beiden Türpfosten das Blut und übergeht der Herr die Tür, dann läßt er den Verderber nicht eure Häuser zum Schlagen betreten. Exo 12:24 Achtet doch dies Wort! Als Satzung für euch und eure Kinder gelte es auf ewige Zeiten! Exo 12:25 Und kommt ihr in das Land, das der Herr euch gibt, wie er verheißen, dann haltet diesen Brauch! Exo 12:26 Und fragen eure Söhne euch: 'Was ist dieser Brauch!', Exo 12:27 dann saget: 'Das ist das Passahopfer für den Herrn, der Israels Häuser im Ägypterland übergangen, als er Ägypten schlug; unsere Häuser aber hat er ausgenommen.'" Da neigte sich das Volk und warf sich nieder. Exo 12:28 Dann gingen die Israeliten hin und taten so. Wie der Herr Moses und Aaron geboten, so taten sie auch hernach. Exo 12:29 Da geschah es zur Mitternacht, daß der Herr alle Erstgeburt im Ägypterlande schlug, von Pharaos Erstgeborenem an, der auf seinem Throne sitzen sollte, bis zum Erstgeborenen der Sklavin, die im Kerker lag, und alle Erstlingswürfe des Viehs. Exo 12:30 Noch in der Nacht stand Pharao auf mit all seinen Dienern und ganz Ägypten, und ein großes Jammern war in Ägypten; denn kein Haus gab es, in dem nicht ein Toter lag. Exo 12:31 Da berief er Moses und Aaron noch in der Nacht und sprach: "Auf! Fort aus meinem Volke, ihr und die Söhne Israels! Geht! Verehrt den Herrn nach euren Worten! Exo 12:32 Nehmt auch eure Schafe und Rinder mit, wie ihr gesagt, und zieht fort! Doch segnet mich zuvor!" Exo 12:33 Auch die Ägypter drängten darauf, das Volk schleunigst aus dem Land zu bringen; denn sie sagten: "Wir sind sonst alle des Todes." Exo 12:34 Da nahm das Volk seinen Brotteig, bevor er noch durchsäuert war, und seine Backschüsseln, in seine Mäntel gewickelt, auf die Schulter. Exo 12:35 Die Israeliten aber hatten nach Mosis Worten getan, und so erbaten sie sich von den Ägyptern Silber- und Goldschmuck und Kleider. Exo 12:36 Der Herr aber hatte die Ägypter dem Volke günstig gestimmt. Und er ließ sie bitten, und sie gewannen sich die Ägypter. Exo 12:37 Die Israeliten brachen von Ramses auf, nach Sukkot zu, ungefähr 600.000 Fußgänger, ohne Kinder. Exo 12:38 Auch viel Mischvolk zog mit ihnen, dazu Schafe und Rinder, eine mächtig große Herde. Exo 12:39 Sie buken ungesäuerte Brotkuchen aus dem Teige, den sie aus Ägypten mitnahmen; denn er war nicht gesäuert. Sie wurden ja von den Ägyptern verjagt. So konnten sie sich nicht aufhalten und keine Zehrung bereiten. Exo 12:40 Der Israeliten Bleiben in Ägypten betrug 430 Jahre. Exo 12:41 Nach Ablauf der 430 Jahre geschah es, daß genau am selben Tage alle Scharen des Herrn aus Ägypten zogen. Exo 12:42 Eine durchwachte Nacht war das für den Herrn, als er sie aus dem Land Ägypten führte. Dies ist die Nacht, da alle Israeliten zu Ehren des Herrn in jedem Geschlecht Nachtwachen halten. Exo 12:43 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: "Das ist die Passahordnung: Kein Sohn der Fremde darf mitessen. Exo 12:44 Aber jeder um Geld gekaufte Sklave darf mitessen, wenn du ihn beschnitten hast. Exo 12:45 Beisaß und Mietling dürfen nicht mitessen. Exo 12:46 Im Hause allein soll es gegessen werden. Aus dem Hause darfst du nichts vom Fleisch auf die Straße bringen. Auch kein Bein dürft ihr daran abbrechen. Exo 12:47 Die ganze Gemeinde Israels soll es so halten! Exo 12:48 Ist ein Gast bei dir und will dem Herrn Passah feiern, so muß alles Männliche bei ihm beschnitten sein. Dann erhält er das Vorrecht, es zu feiern. Er sei dann wie ein Sproß des Landes! Kein Unbeschnittener aber darf davon essen. Exo 12:49 Ein gleich Gesetz gilt für den Eingeborenen wie für den Gast, der bei euch weilt." Exo 12:50 Da taten alle Israeliten so. Wie der Herr dem Moses und Aaron befohlen, so taten sie. Exo 12:51 An eben jenem Tage führte der Herr die Israeliten aus dem Ägypterland, nach ihren Scharen geordnet, heraus. Exo 13:1 Da sprach der Herr zu Moses also: Exo 13:2 "Weihe mir alles Erstgeborene! Was bei den Israeliten den Mutterschoß durchbricht, ist mein, Mensch und Vieh." Exo 13:3 Und Moses sprach zum Volke: "Feiert zum Gedächtnis diesen Tag, da ihr aus Ägypten, aus dem Sklavenhause, gezogen seid! Mit starker Hand hat euch der Herr von dannen geführt. Also werde nichts Gesäuertes gegessen! Exo 13:4 Heute ziehet aus, am Neumond des Abib! Exo 13:5 Bringt dich der Herr in das Land der Kanaaniter, Chittiter, Amoriter, Chiwiter und Jebusiter, er, der einst deinen Vätern zugeschworen, ein Land, von Milch und Honig fließend, dir zu geben, dann übe diesen Brauch an diesem Neumond! Exo 13:6 Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen! Am siebten Tage aber sei ein Fest des Herrn! Exo 13:7 Ungesäuertes Brot werde die sieben Tage gegessen! Nichts Gesäuertes sei bei dir zu sehen! Kein Sauerteig sei bei dir in deinem ganzen Ortsgebiete zu sehen! Exo 13:8 Aber deinem Sohne vermelde an diesem Tage also: 'Um dessentwillen, was der Herr mir getan beim Auszug aus Ägypten, geschieht dies.' Exo 13:9 Und es sei dir zum Zeichen an der Hand und zum Merkmal zwischen den Augen, damit in deinem Munde sei die Lehre über den Herrn, daß dich der Herr mit starker Hand aus Ägypten geführt! Exo 13:10 Und achte diese Satzung zu ihrer Zeit, Jahr für Jahr! Exo 13:11 Bringt dich der Herr ins Kanaaniterland, wie er dir zugeschworen und deinen Vätern, und gibt er es dir, Exo 13:12 dann tritt dem Herrn alles ab, was den Mutterschoß durchbricht! Jeder Erstlingswurf des Viehes, das du hast, falls er männlich ist, gehört dem Herrn. Exo 13:13 Doch jeden Erstlingswurf des Esels sollst du mit einem Schafe auslösen und willst du nicht, dann zerbrich ihm das Genick! Bei deinen Kindern aber mußt du jede männliche Erstgeburt auslösen. Exo 13:14 Und fragt dich dein Sohn einmal: 'Was ist das?' dann sprich zu ihm: 'Mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten geführt, aus dem Frönerhause. Exo 13:15 Als Pharao sich weigerte, uns freizulassen, tötete der Herr im Lande Ägypten jede Erstgeburt, vom Erstgeborenen des Menschen bis zum Erstlingswurf des Viehs. Darum opfere ich dem Herrn jeden männlichen Erstlingswurf und löse jeden Erstgeborenen meiner Söhne aus. Exo 13:16 Und dir sei es zum Zeichen an der Hand und zur Marke zwischen den Augen, daß uns der Herr mit starker Hand aus Ägypten geführt hat!'" Exo 13:17 Als Pharao das Volk entließ, führte es Gott nicht den Weg nach dem Philisterland, der doch der nächste war. Denn Gott sprach: "Daß es nicht das Volk gereue, wenn es Kämpfe sähe, und dann nach Ägypten wieder wollte!" Exo 13:18 So ließ Gott das Volk auf dem Wege zur Wüste am Schilfmeer einschwenken. Die Israeliten aber zogen geordnet aus dem Ägypterland fort. Exo 13:19 Und Moses nahm Josephs Gebeine mit sich. Denn dieser hatte die Israeliten eidlich beschworen: "Bedenkt euch einstens Gott, dann nehmt meine Gebeine mit euch!" Exo 13:20 Und sie zogen von Sukkot ab und lagerten sich in Etam am Rand der Wüste. Exo 13:21 Der Herr aber zog vor ihnen einher, des Tags in einer Wolkensäule, sie den Weg zu leiten, und des Nachts in einer Feuersäule, ihnen zu leuchten, so daß sie Tag und Nacht wandern konnten. Exo 13:22 Nicht wich vor dem Volke die Wolkensäule bei Tag und die Feuersäule nicht bei Nacht. Exo 14:1 Und der Herr sprach zu Moses: Exo 14:2 "Befiehl den Söhnen Israels, daß sie umkehren und sich vor Pihachirot ("Wiesenort") lagern, zwischen Migdol ("Turm") und dem Meere vor Baalsephon ("Warteplatz"). Ihm gegenüber sollt ihr am Meere lagern! Exo 14:3 Dann sagt Pharao von den Israeliten: 'Verirrt haben sie sich im Land. Die Wüste hält sie umschlossen.' Exo 14:4 Und ich verhärte Pharaos Herz, daß er sie verfolge. So räche ich mich an Pharao und all seiner Heeresmacht. Die Ägypter sollen dann wissen, daß ich der Herr bin." Und sie taten so. Exo 14:5 Da ward es Ägyptens König klar, daß das Volk entwichen sei. Und Pharaos wie seiner Diener Herz ward anders gegen das Volk, und sie sprachen: "Was haben wir da gemacht, daß wir Israel aus unserem Dienst entlassen haben?" Exo 14:6 Und er schirrte seinen Wagen und nahm sein Volk mit sich. Exo 14:7 Sechshundert erlesene Wagen nahm er mit und was sonst an Wagen in Ägypten war, auf ihnen allen Streiter. Exo 14:8 Und der Herr verhärtete Pharaos, des Ägypterkönigs, Herz, und so verfolgte er die Israeliten. Die Israeliten aber waren in dichter Schar ausgezogen. Exo 14:9 So setzten ihnen die Ägypter nach und erreichten sie in dem Lager am Meer, mit allen Rossen der Wagen Pharaos, mit seinen Reitern und dem übrigen Heere, bei Pihachirot vor Baalsephon. Exo 14:10 Wie nun Pharao nähergekommen war, erhoben die Israeliten die Augen. Da waren ihnen die Ägypter nachgezogen, und so erschraken sie heftig. Da schrien die Israeliten zum Herrn. Exo 14:11 Und sie sprachen zu Moses: "Fehlte es an Gräbern in Ägypten, daß du uns zum Sterben in der Wüste mitgenommen hast? Was hast du uns da getan, uns aus Ägypten zu führen? Exo 14:12 Ist es nicht das gewesen, was wir zu dir in Ägypten gesagt: 'Laß uns in Ruhe! Wir wollen den Ägyptern dienen.' Ja, besser wäre es für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben." Exo 14:13 Da sprach Moses zum Volke: "Fürchtet euch nicht! Haltet stand! Dann erlebt ihr des Herrn Hilfe, die er euch heute schaffen wird. Denn so, wie ihr heute die Ägypter seht, seht ihr sie in alle Ewigkeit nicht wieder. Exo 14:14 Der Herr wird für euch streiten, und ihr dürft ruhig zusehen." Exo 14:15 Und der Herr sprach zu Moses: "Was schreist du zu mir? Heiße die Söhne Israels aufbrechen! Exo 14:16 Du aber heb deinen Stab empor, streck die Hand übers Meer und spalte es! Mitten durchs Meer sollen die Israeliten auf dem Trockenen ziehen. Exo 14:17 Ich aber verhärte der Ägypter Sinn. Sie sollen ihnen nachziehen. Ich räche mich so an Pharao und seiner ganzen Kriegermacht, an seinen Wagen und Reitern. Exo 14:18 Die Ägypter sollen dann erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich mich räche an Pharao und seinen Wagen und Reitern." Exo 14:19 Gottes Engel aber, der vor Israels Heer einherzog, erhob sich und trat hinter sie. Auch die Wolkensäule vor ihnen zog weg und stand hinter ihnen. Exo 14:20 So kam sie zwischen das ägyptische und das israelitische Lager. Da war nun die Wolke und die Finsternis da, und sie vermehrte die Nacht, so daß keines dem anderen während der ganzen Nacht zu nahe kam. Exo 14:21 Dann streckte Moses seine Hand über das Meer. Und der Herr trieb das Meer zurück durch einen starken Ostwind während der ganzen Nacht und machte das Meer zum Sandgrund. Und das Wasser ward geteilt. Exo 14:22 Die Israeliten gingen nun mitten durch das Meer im Trockenen. Und die Wasser standen als Mauer zu ihrer Rechten und Linken. Exo 14:23 Aber die Ägypter setzten nach und gingen hinter ihnen mit allen Rossen Pharaos, seinen Wagen und Reitern, mitten in das Meer hinein. Exo 14:24 In der Morgenwache geschah es; da neigte sich der Herr in der Feuer- und Wolkensäule über den Zug der Ägypter und verwirrte den ägyptischen Zug. Exo 14:25 Er hemmte ihre Wagenräder und ließ sie nur mit Beschwer vorwärts kommen. Da sprach Ägypten: "Fliehen will ich vor Israel." Denn der Herr stritt für sie gegen Ägypten. Exo 14:26 Da sprach der Herr zu Moses: "Streck deine Hand über das Meer! Zurückfluten sollen die Wasser über die Ägypter, ihre Wagen und Reiter!" Exo 14:27 Da streckte Moses seine Hand über das Meer. Und das Meer flutete um die Morgenwende zu seinem Boden zurück, indes die Ägypter ihm entgegenflohen. So trieb der Herr die Ägypter mitten in das Meer. Exo 14:28 Zurückfluteten da die Wasser und bedeckten die Wagen und Reiter in Pharaos ganzem Heere, das ihnen nachgezogen war ins Meer. Nicht einer von ihnen blieb übrig. Exo 14:29 Die Israeliten aber waren auf dem Trockenen mitten durch das Meer gezogen, und die Wasser standen als Mauer zu ihrer Rechten und Linken. Exo 14:30 So befreite der Herr an jenem Tage Israel aus der Hand Ägyptens, und Israel sah die Ägypter tot am Ufer des Meeres. Exo 14:31 Da sah Israel die Großtat, die der Herr an Ägypten getan. Und das Volk fürchtete den Herrn und vertraute dem Herrn und seinem Diener Moses. Exo 15:1 Damals sang Moses mit den Israeliten dieses Lied dem Herrn. Sie sprachen also: "Dem Herrn will ich lobsingen. Er hat gesiegt, / ins Meer gestürzt das Roß und seinen Reiter. Exo 15:2 Dem Herrn mein Lobgesang! / Zur Rettung ward er mir. / So ist mein Gott; ihn preise ich. / Ich rühme meines Vaters Gott. Exo 15:3 Der Herr ein Kriegsheld, sein Name Herr. Exo 15:4 Die Wagen Pharaos und seine Mannen hat er ins Meer geworfen. / Ins Schilfmeer tauchten die besten seiner Streiter. Exo 15:5 Abgründe deckten sie; / sie fuhren in die Strudel wie ein Stein. Exo 15:6 Herr, Deine Rechte, an Kraft so herrlich, / Herr, Deine Rechte zerschmettert Feinde. Exo 15:7 Mit Deines Zornes Fülle zerschlägst Du Deine Gegner; / ausschickst Du Deinen Grimm, er frißt sie wie das Stroh. Exo 15:8 Durch Deines Zornes Hauch schwoll an das Wasser. / Wallgleich die Fluten standen, und Abgründe gerannen in Meeres Herzen. Exo 15:9 Es sprach der Feind: 'Ich jage nach und hole ein und teile Raub. / An ihnen meine Gier sich letze! / Mein Schwert zück ich. Sie tilge meine Hand!' Exo 15:10 Du bliesest nur mit Deinem Hauche; / schon bedeckte sie das Meer. / Sie wirbelten wie Blei in die gewaltigen Gewässer. Exo 15:11 Wer gleicht Dir bei den Göttern, Herr? / Wer gleicht Dir, Du Erhabener im Heiligtum, / Furchtbarer, Schrecklicher, Du Wunderwirker? Exo 15:12 Du streckst die Rechte aus, / und sie verschluckt die Erde. Exo 15:13 Du lenkst mit Deiner Huld das Volk, das Du erlöst. / Du leitest es in Deiner Kraft zu Deiner heiligen Wohnstatt hin. Exo 15:14 Die Völker hören's, zittern, / und Angst packt die Bewohner Philistäas. Exo 15:15 Zusammenschrecken Edoms Fürsten, / und Moabs Edelinge faßt Erbeben, / und Kanaans Insassen alle zagen. Exo 15:16 Entsetzen, Schrecken stürzt auf sie; / ob Deines Armes Größe erstarren sie zu Stein, / bis daß hindurchzieht, Herr, Dein Volk, / bis daß hindurchzieht dies Dein Volk, das Du erkauft. Exo 15:17 Herbei bringst Du sie selbst / und pflanzest sie an jener Stätte ein, / die Du zu Deinem Sitze, Herr, bereitet, / im Heiligtum, mein Herr, das Deine Hände selbst erstellt. Exo 15:18 Der Herr ist König immerdar und ewig." - Exo 15:19 Pharaos Rosse waren ja samt seinen Wagen und Reitern ins Meer geraten, und der Herr brachte über sie des Meeres Gewässer zurück. Die Israeliten aber waren im Trockenen mitten durchs Meer gezogen. Exo 15:20 Da nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Pauke zur Hand, und alle Frauen folgten ihr mit Pauken und Reigentänzen. Exo 15:21 Da sang ihnen Mirjam zu: "Lobsingt dem Herrn! Er ist so hoch und hehr, / der Rosse und Reiter gestürzt ins Meer." Exo 15:22 Moses ließ nun Israel vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen in die Wüste Sur ("Mauer") hinein. Drei Tage gingen sie durch die Wüste; sie fanden aber kein Wasser. Exo 15:23 So kamen sie nach Mara; aber sie konnten in Mara kein Wasser trinken, weil es bitter war; daher hieß es Mara ("Bitternis"). Exo 15:24 Da murrte das Volk gegen Moses und sprach: "Was sollen wir trinken?" Exo 15:25 Er aber rief zum Herrn. Und der Herr wies ihn auf einen Baum. Davon warf er ins Wasser, und das Wasser ward süß. Dort gab er ihm Gesetz und Recht, und dort prüfte er es. Exo 15:26 Er sprach: "Hörst du gehorsam auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, und tust, was recht ist vor ihm, dann horchst du auf seine Weisungen und hältst all seine Satzungen, dann lege ich dir keines der Leiden auf, die ich Ägypten auferlegt. Ich, der Herr, bin dein Arzt." Exo 15:27 Und sie kamen nach Elim. Dort waren zwölf Quellen und siebzig Palmen. Und sie lagerten dort am Wasser. Exo 16:1 Von Elim brachen sie auf und kamen, die ganze Gemeinschaft Israels, in die Wüste Sin zwischen Elim und Sinai am fünfzehnten Tage des zweiten Monats nach ihrem Auszuge aus Ägypterland. Exo 16:2 Da murrten sie, die ganze israelitische Gemeinschaft, gegen Moses und Aaron wegen der Wüste. Exo 16:3 Und die Israeliten sprachen zu ihm: "Wären wir doch im Ägypterland durch des Herrn Hand gestorben! Da saßen wir beim Fleischtopf und aßen uns satt an Brot. Ihr habt uns in diese Wüste geführt, diese ganze Gemeinde durch Hunger zu töten." Exo 16:4 Da sprach der Herr zu Moses: "Ich lasse euch nun Brot vom Himmel regnen. Das Volk gehe hinaus! Doch lese es jeden Tag nur den Tagesbedarf! Damit prüfe ich es, ob es meiner Weisung folgt oder nicht. Exo 16:5 Messen sie dann am sechsten Tage, was sie einbringen, so wird es das Doppelte sein von dem, was sie tagtäglich lesen." Exo 16:6 Da sprachen Moses und Aaron zu allen Israeliten: "Am Abend erkennt ihr, daß der Herr euch aus Ägypterland geführt hat. Exo 16:7 Und am Morgen schaut ihr des Herrn Majestät, hat er doch euer Gemurr gegen den Herrn vernommen. Was sind wir, daß ihr gegen uns murrt?" Exo 16:8 Und Moses sprach: "Der Herr gibt euch am Abend Fleisch zu essen und zur Genüge Brot am Morgen, hat doch der Herr euer Gemurr wider ihn vernommen. Was sind wir? Nicht gegen uns geht euer Gemurr, sondern gegen den Herrn!" Exo 16:9 Und Moses sprach zu Aaron: "Sag der ganzen Gemeinschaft der Söhne Israels: 'Tritt vor den Herrn! Er hat euer Gemurr vernommen.'" Exo 16:10 Als Aaron dies der ganzen Gemeinschaft der Israeliten verkündigte und sie sich der Wüste zuwandten, da erschien des Herrn Majestät in der Wolke. Exo 16:11 Und der Herr sprach zu Moses also: Exo 16:12 "Der Israeliten Gemurr habe ich vernommen. Sag ihnen dies: Ihr werdet Fleisch am Abend essen und morgen früh euch am Brote sättigen. Da möget ihr erkennen, daß ich der Herr, euer Gott, bin." Exo 16:13 Und Abend war's, da zog ein Wachtelschwarm heran und bedeckte das Lager. Und am Morgen lag eine Tauschicht rings um das Lager. Exo 16:14 Dann stieg die Tauschicht auf, und auf der Wüstenfläche lag etwas Dünnes, Schuppiges, fein wie der Reif auf der Erde. Exo 16:15 Die Israeliten sahen es und sprachen zueinander: "Was ist das?", denn sie wußten nicht, was es war. Da sprach Moses zu ihnen: "Dies ist das Brot, das euch der Herr zu essen gibt. Exo 16:16 Das ist es, was der Herr mir geboten: 'Leset davon auf, jeder nach Bedarf. Je ein Maß auf den Kopf nach eurer Seelenzahl hole jeglicher für die in seinem Zelt!'" Exo 16:17 Und die Israeliten taten so. Sie lasen auf, der eine viel, der andere wenig. Exo 16:18 Da maßen sie mit dem Maß. Wer viel geholt, hatte nicht mehr, wer wenig geholt, nicht weniger gehabt. Jeder hatte für seinen Bedarf gelesen. Exo 16:19 Und Moses sprach zu ihnen: "Niemand hebe davon bis zum Morgen auf!" Exo 16:20 Aber sie hörten nicht auf Moses; sondern einige Männer hoben davon bis zum Morgen auf. Da ward es voller Würmer und roch übel. Moses aber ward auf sie zornig. Exo 16:21 So lasen sie es Morgen für Morgen auf, jeder nach seinem Bedarf. Wenn aber die Sonne heiß brannte, schmolz es. Exo 16:22 Aber am sechsten Tage lasen sie doppelte Speise, zwei Maß für einen. Da kamen alle Fürsten der Gemeinschaft und meldeten es Moses. Exo 16:23 Er sprach zu ihnen: "Dies ist es, was der Herr gemeint: Der heilige Ruhetag des Herrn ist morgen. Was ihr backen wollt, backet jetzt! Kochet jetzt, was ihr kochen wollt! Was übrigbleibt, verwahrt bis zum Morgen!" Exo 16:24 Und sie legten es bis zum anderen Morgen zurück, wie Moses befohlen. Nichts roch übel, und kein Wurm war darin. Exo 16:25 Und Moses sprach: "Eßt es heute! Denn heute ist ein Ruhetag des Herrn. Ihr findet nichts auf dem Felde. Exo 16:26 Sechs Tage könnt ihr es sammeln. Aber am siebten Tage ist Sabbat; an dem gibt es nichts." Exo 16:27 Doch am siebten Tage gingen vom Volke etliche zum Lesen hinaus; sie fanden aber nichts. Exo 16:28 Da sprach der Herr zu Moses: "Wie lange wollt ihr meine Vorschriften und Gebote nicht halten? Exo 16:29 Seht! Der Herr hat euch den Sabbat gegeben. Darum gibt er euch am sechsten Tag Speise für zwei Tage. So bleibe jeder daheim! Am siebten Tage aber gehe niemand von seinem Platz!" Exo 16:30 So ruhte am siebten Tage das Volk. Exo 16:31 Das Haus Israel aber nannte es Manna ("Was ist das"). Es war wie Koriandersamen, weißlich, und sein Geschmack wie Honigkuchen. Exo 16:32 Und Moses sprach: "Das ist es, was der Herr geboten: 'Füllt ein Maß davon zum Verwahr für eure Geschlechter, damit sie sehen das Brot, mit dem ich in der Wüste euch gespeist, als ich euch aus Ägypterland geführt!'" Exo 16:33 Und Moses sprach zu Aaron: "Nimm einen Krug und tu ein ganzes Maß Manna hinein und lege ihn nieder vor dem Herrn zum Verwahr für eure Geschlechter!" Exo 16:34 Und wie der Herr dem Moses befohlen, so legte ihn Aaron vor der Gesetzeslade nieder zum Verwahr. Exo 16:35 Die Israeliten aber aßen das Manna vierzig Jahre, bis sie in bewohntes Land kamen. Das Manna aßen sie, bis sie an die Grenze des Landes kamen. Exo 16:36 Ein Maß aber ist das Zehntteil eines Scheffels. Exo 17:1 Sie nun, die ganze Gemeinschaft der Israeliten, zogen von der Wüste Sin weiter, in Tagesmärschen nach des Herrn Befehl. Sie lagerten zu Raphidim ("Ebenen"). Da war aber kein Trinkwasser für das Volk. Exo 17:2 Das Volk aber haderte mit Moses und sprach: "Gebt uns Wasser zum Trinken!" Und Moses sprach zu ihnen: "Weshalb zankt ihr mit mir? Was prüft ihr den Herrn?" Exo 17:3 Das Volk aber dürstete dort nach Wasser. Und so murrte das Volk gegen Moses und sprach: "Wozu hast du uns aus Ägypten geführt? Mich, meine Kinder und mein Vieh durch Durst zu töten?" Exo 17:4 Da rief Moses zum Herrn und sprach: "Was fange ich mit diesem Volk noch an? Nur wenig, und sie steinigen mich." Exo 17:5 Der Herr sprach zu Moses: "Übergehe das Volk und nimm dir von den Ältesten in Israel nur ein paar mit! Auch deinen Stab, mit dem du den Nil geschlagen, nimm mit und geh! Exo 17:6 Siehe! Ich stehe dort vor dir auf dem Felsen am Horeb. Schlägst du an den Felsen, so fließt Wasser heraus, und das Volk kann trinken." Und Moses tat so vor den Augen der Ältesten Israels. Exo 17:7 Und er nannte die Stätte Massa ("Versuchung") und Meriba ("Zank"), weil die Israeliten gezankt und den Herrn versucht hatten mit den Worten: "Ist der Herr unter uns oder nicht?" Exo 17:8 Da kam Amalek und wollte mit Israel zu Raphidim kämpfen. Exo 17:9 Und Moses sprach zu Josue: "Wähle uns Männer! Alsdann ziehe aus und kämpfe mit Amalek! Ich aber stelle mich morgen auf des Hügels Spitze, den Gottesstab in der Hand." Exo 17:10 Und Josue tat, wie ihm Moses gesagt, bei dem Kampfe mit Amalek. Moses aber, Aaron und Hur waren auf den Gipfel des Hügels gestiegen. Exo 17:11 Wie nun Moses seinen Arm erhob, siegte Israel, und wie er seinen Arm sinken ließ, siegte Amalek. Exo 17:12 Aber Mosis Arme wurden steif. So nahmen sie einen Stein und legten ihm diesen unter, und er setzte sich darauf. Aaron aber und Hur stützten seine Arme, der eine hier, der andere dort. So blieben seine Arme fest bis zum Sonnenuntergang. Exo 17:13 So überwand Josue Amalek und sein Volk mit des Schwertes Schärfe. Exo 17:14 Da sprach der Herr zu Moses: "Schreibe dies zum Gedächtnis ins Buch und schärfe es Josue ein: 'Wegwischen will ich Amaleks Gedenken unterm Himmel!'" Exo 17:15 Und Moses erbaute einen Altar und nannte ihn "Mein Banner ist der Herr." Exo 17:16 Er Exo 18:1 Midians Priester Jetro aber, Mosis Schwiegervater, hörte alles, was Gott an Moses und seinem Volk Israel gewirkt, daß der Herr Israel aus Ägypten geführt hatte. Exo 18:2 Da nahm Jetro, Mosis Schwiegervater, die Sippora, Mosis Weib, das er heimgeschickt hatte, Exo 18:3 und ihre beiden Söhne. Der eine hieß Gersom, weil er gesagt: "Ich ward in fremdem Lande Fremdling." Exo 18:4 Der andere hieß: Eliezer. Denn: "Meines Vaters Gott war meine Hilfe, und er befreite mich vor Pharaos Schwert". Exo 18:5 So kam Mosis Schwiegervater Jetro mit seinen Söhnen und seinem Weibe zu Moses in die Wüste; er aber lagerte am Gottesberge. Exo 18:6 Da ließ er Moses sagen: "Ich, Jetro, dein Schwiegervater, komme zu dir mit deinem Weibe und ihren beiden Söhnen." Exo 18:7 Da ging Moses seinem Schwiegervater entgegen, neigte sich und küßte ihn. Dann fragten sie einander nach dem Befinden. Hierauf gingen sie in das Zelt. Exo 18:8 Da erzählte Moses seinem Schwiegervater alles, was der Herr an Pharao und Ägypten getan um Israels willen, alles Ungemach, das sie unterwegs getroffen, und wie sie der Herr gerettet hatte. Exo 18:9 Und Jetro freute sich all des Guten, das der Herr an Israel getan, als er es aus Ägyptens Gewalt erlöst. Exo 18:10 Und Jetro sprach: "Gepriesen sei der Herr, der euch befreit aus Ägyptens und Pharaos Hand und der das Volk aus Ägyptens Hand befreit hat! Exo 18:11 Nun sehe ich, daß der Herr größer ist als alle Götter; denn merkwürdig ist es, wie man sie verspottet hat." Exo 18:12 Dann weihte Mosis Schwiegervater Jetro Gott Brand- und Schlachtopfer. Und Aaron kam mit allen Ältesten Israels, mit Mosis Schwiegervater ein Mahl vor Gott zu halten. Exo 18:13 Am anderen Morgen setzte sich Moses, das Volk zu richten, und das Volk stand vor Moses vom Morgen bis zum Abend. Exo 18:14 Als Mosis Schwiegervater sah, wieviel er dem Volke tat, sprach er: "Was ist das, wie du es mit dem Volke machst? Warum sitzest du allein, und alles Volk steht vom Morgen bis zum Abend vor dir?" Exo 18:15 Da sprach Moses zu seinem Schwiegervater: "Das Volk kommt zu mir, Gott zu fragen. Exo 18:16 Haben sie eine Rechtssache, so kommt sie vor mich, und ich richte zwischen ihnen und künde Gottes Rechtssprüche und seine Weisungen." Exo 18:17 Da sprach Mosis Schwiegervater zu ihm: "Nicht gut ist's, wie du es treibst. Exo 18:18 Du reibst dich auf und das Volk bei dir. Es ist zu schwer für dich. Du kannst es allein nicht machen. Exo 18:19 Hör auf mich! Ich rate dir, und Gott sei mit dir! Vertritt du das Volk gegenüber Gott! Und bring du die Sachen vor Gott! Exo 18:20 Erkläre ihnen die Gesetze und Weisungen! Zeig ihnen den Weg, den sie gehen, und das Werk, das sie tun sollen! Exo 18:21 Aber du selbst sollst dir aus dem ganzen Volke Männer ersehen, tüchtig, gottesfürchtig, Männer, vertrauenswürdig, vorteilhassend! Setze sie über sie als Führer von Tausendschaften, Hundertschaften, Fünfzigschaften und Zehnschaften! Exo 18:22 Sie sollen jederzeit das Volk richten! Alle wichtigen Sachen sollen sie vor dich bringen! Die geringeren aber sollen sie alle selber entscheiden! Entlaste dich und laß sie mit dir tragen! Exo 18:23 Tust du so, dann kannst du bestehen bei dem, was Gott dir befiehlt. Und dies ganze Volk geht befriedigt heim." Exo 18:24 Und Moses hörte auf seines Schwiegervaters Rat und tat ganz so, wie er gesagt hatte. Exo 18:25 Moses wählte aus ganz Israel tüchtige Männer aus und stellte sie an die Spitze des Volkes, als Führer von Tausendschaften, Hundertschaften, Fünfzigschaften und Zehnschaften. Exo 18:26 Sie sprachen dem Volke jederzeit Recht. Die schwierigen Sachen aber brachten sie vor Moses; die geringfügigen entschieden sie alle selbst. Exo 18:27 Dann ließ Moses seinen Schwiegervater heimziehen, und er ging heim in sein Land. Exo 19:1 Am dritten Neumond nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, genau auf den Tag, waren sie in die Wüste Sinai gekommen. Exo 19:2 Sie brachen nämlich von Raphidim auf und kamen so in die Wüste Sinai. Und sie lagerten sich in der Wüste. Und Israel lagerte dort gegenüber dem Berge. Exo 19:3 Moses aber stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berge zu: "Sprich also zu dem Jakobshaus und kündige den Söhnen Israels: Exo 19:4 'Ihr selber habt gesehen, was ich an Ägypten getan und wie ich euch auf Adlerflügeln trug und euch zu mir herbrachte. Exo 19:5 Nun sollt ihr auf meine Stimme hören: Haltet ihr meinen Bund, dann seid ihr mir aus allen Völkern ein Sondergut. Denn mein ist die ganze Erde. Exo 19:6 Ihr aber sollt mir sein ein Königreich von Priestern, ein heilig Volk.' Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst." Exo 19:7 Da kam Moses, berief des Volkes Ältesten und trug ihnen alle diese Worte vor, die der Herr ihm aufgetragen. Exo 19:8 Und das ganze Volk erwiderte einhellig und sprach: "Alles, was der Herr befiehlt, wollen wir tun." Und Moses überbrachte die Worte des Volkes dem Herrn. Exo 19:9 Da sprach der Herr zu Moses: "Ich komme zu dir in dichter Wolke, damit das Volk höre, wenn ich mit dir rede, und daß sie für immer auch dir vertrauen." Moses aber berichtete die Worte des Volkes dem Herrn. Exo 19:10 Und der Herr sprach zu Moses: "Geh zum Volk! Bereite es vor, heute und morgen! Sie sollen saubere Kleider tragen! Exo 19:11 Für übermorgen seien sie bereit! Denn übermorgen fährt der Herr vor des ganzen Volkes Augen nieder auf den Sinaiberg. Exo 19:12 Das Volk aber schranke du ringsum ein und sprich: 'Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder nur an seinen Fuß zu rühren! Wer den Berg berührt, erleidet Todesstrafe.' Exo 19:13 Nicht soll eine Hand an ihn rühren! Gesteinigt oder durchstochen werde, ob Vieh oder Mensch! Nicht dürfen sie am Leben bleiben. Erst wenn das Lärmhorn tönt, dürfen sie den Berg hinaufsteigen." Exo 19:14 Da stieg Moses von dem Berge zum Volke hinab und bereitete das Volk vor. Sie legten saubere Gewänder an. Exo 19:15 Dann sprach er zum Volke: "Für übermorgen haltet euch bereit! Berührt kein Weib!" Exo 19:16 Als es am dritten Tage Morgen ward, brachen Donner los und Blitze. Eine schwere Wolke hing auf dem Berge, und mächtiger Hörnerschall ertönte. Da bebte alles Volk im Lager. Exo 19:17 Dann führte Moses das Volk Gott entgegen aus dem Lager, und am Fuße des Berges stellte es sich auf. Exo 19:18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf ihn im Feuer niedergefahren war. Und sein Rauch stieg auf, wie des Schmelzofens Rauch. Und der ganze Berg erbebte heftig. Exo 19:19 Der Hörnerschall aber ward immer stärker. Und Moses redete; die Gottheit aber antwortete ihm nur in einem Schall. Exo 19:20 Der Herr fuhr also auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, nieder. Da berief der Herr den Moses auf den Gipfel des Berges, und Moses stieg hinan. Exo 19:21 Und der Herr sprach zu Moses: "Steig hinab! Schärfe dem Volke ein, daß sie nicht vorwärtsdringen, den Herrn zu schauen! Sonst würden viele aus ihnen fallen. Exo 19:22 Die Priester selbst, die sonst dem Herrn nahen dürfen, müssen stehenbleiben, daß der Herr nicht gegen sie losfahre." Exo 19:23 Da sprach Moses zum Herrn: "Das Volk kann nicht den Sinaiberg besteigen; du hast ja selbst uns eingeschärft: 'Umschranke den Berg! Umhege ihn!'" Exo 19:24 Da sprach der Herr zu ihm: "Geh hinab und komm mit Aaron wieder! Aber die Priester und das Volk dürfen nicht stürmisch zum Herrn heraufsteigen, daß er nicht gegen sie losfahre." Exo 19:25 Da stieg Moses zum Volke hinab und sprach mit ihm. Exo 20:1 Und Gott redete all diese Worte; er sprach: Exo 20:2 "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Ägypterland, aus dem Frönerhaus geführt. Exo 20:3 Du sollst keinen anderen Gott gleich mir haben! Exo 20:4 Du sollst kein Bild dir machen, noch eine Abform dessen, was im Himmel droben ist oder auf Erden unten oder in dem unterirdischen Gewässer! Exo 20:5 Du sollst dich nicht vor solchen niederwerfen und nimmer sie verehren! Ein eifersüchtiger Gott bin ich, der Herr, dein Gott, der da die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, Enkeln und Urenkeln derer, die mich hassen, Exo 20:6 doch Huld erweist den Tausenden von denen, die mich lieben und die meine Gebote halten. Exo 20:7 Du sollst nicht des Herrn, deines Gottes, Namen eitel nennen! Der Herr läßt den nicht ungestraft, der seinen Namen eitel nennt. Exo 20:8 Gedenke, den Sabbattag zu heiligen! Exo 20:9 Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk verrichten! Exo 20:10 Ein Ruhetag, dem Herren, deinem Gott, zu Ehren, ist jedoch der siebte Tag. An ihm verrichte kein Geschäft, nicht du und nicht dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, und nicht dein Vieh und nicht dein Gast in deinen Toren! Exo 20:11 Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin, gemacht. Am siebten Tage aber ruhte er. Deswegen hat der Herr den Ruhetag gesegnet, und also heiligte er ihn. Exo 20:12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebest auf dem Erdboden, den dir der Herr, dein Gott, verleiht! Exo 20:13 Du sollst nicht morden! Exo 20:14 Du sollst nicht ehebrechen! Exo 20:15 Du sollst nicht stehlen! Exo 20:16 Du sollst nicht gegen deinen Nächsten falsches Zeugnis ablegen! Exo 20:17 Du sollst nicht deines Nächsten Haus begehren! Du sollst nicht deines Nächsten Weib begehren, noch seinen Knecht, noch seine Magd, und nicht sein Rind, noch seinen Esel, nichts, was deines Nächsten ist!" Exo 20:18 Und alles Volk ward inne der Donnerschläge, der Blitze, des Hörnerschalls und des rauchenden Berges. Und das Volk sah es, lief zurück und stand fern. Exo 20:19 Dann sprachen sie zu Moses: "Rede du mit uns! Dann wollen wir zuhören. Aber nicht rede Gott mit uns! Sonst sterben wir." Exo 20:20 Da sprach Moses zum Volke: "Habt keine Furcht! Die Gottheit ist gekommen, euch zu prüfen und damit die Furcht vor ihr in euch bleibe, auf daß ihr nicht sündiget." Exo 20:21 So stand das Volk fern. Moses aber trat zu dem Wolkendunkel, in dem Gott war. Exo 20:22 Da sprach der Herr zu Moses: "So sollst du sprechen zu den Israeliten: 'Ihr selber habt gesehen, daß ich mit euch vom Himmel aus geredet habe. Exo 20:23 Ihr sollt mich nicht als einen Gott aus Silber oder Gold machen. Das dürft ihr euch nicht machen. Exo 20:24 Du sollst aus Erde mir einen Altar anfertigen und darauf deine Brand- und Mahlopfer und deine Schafe und Rinder opfern. Wo immer meinen Namen ich ausspreche, da komme ich zu dir, und alsdann segne ich dich. Exo 20:25 Machst du mir aber aus Steinen einen Altar, dann sollst du ihn nicht mit behauenen Steinen bauen! Denn du entweihest sie, schwingst du dein Eisen über sie. Exo 20:26 Und nicht auf Stufen sollst du zu meinem Altar emporsteigen, damit nicht deine Blöße vor ihm offenbar werde!'" Exo 21:1 "Dies sind die Rechtssatzungen, die du ihnen vorlegen sollst: Exo 21:2 Kaufst du dir einen hebräischen Knecht, so diene er dir sechs Jahre! Im siebten aber gehe er frei und ledig aus! Exo 21:3 Kam er mit seinem Bündel, so gehe er mit seinem Bündel; hatte er ein Weib, so gehe sein Weib mit ihm! Exo 21:4 Gab ihm sein Herr ein Weib und gebar sie ihm Söhne oder Töchter, so bleibe das Weib mit seinen Kindern bei seinem Herrn. Er selber aber gehe mit seinem Bündel weg! Exo 21:5 Erklärt aber der Knecht: 'Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder' und mag nicht frei weggehen, Exo 21:6 dann bringe ihn sein Herr vor die Gottheit und stelle ihn an die Tür oder den Türpfosten! Und dann steche ihm sein Herr mit seinem Pfriemen durch das Ohr: Und nun sei er für immer sein Knecht! Exo 21:7 Verkauft jemand seine Tochter als Magd, dann darf sie nicht wie Knechte fortgehen. Exo 21:8 Mißfällt sie ihrem Herrn, der sie sich bestimmt hatte, dann lasse er sie loskaufen! Sie fremdem Volk zu verkaufen, hat er keine Macht, wenn er sie gehen läßt. Exo 21:9 Bestimmt er sie aber seinem Sohne, dann tue er ihr nach der freien Mädchen Recht! Exo 21:10 Nimmt er sich noch eine andere, dann schmälere er ihr nicht Fleisch, Kost, Gewand und Umarmung! Exo 21:11 Tut er ihr von diesen dreien keines, dann gehe sie ohne Entgelt, umsonst weg! Exo 21:12 Wer einen anderen totschlägt, soll des Todes sterben! Exo 21:13 Hat er aber nicht aufgelauert, sondern Gott hat es seiner Hand widerfahren lassen, dann bestimme ich dir eine Stätte, wohin er fliehen kann. Exo 21:14 Wenn aber jemand wider den Genossen brütet, ihn mit List zu töten, dann hole ihn von meinem Altar weg, daß er getötet werde! Exo 21:15 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, soll des Todes sterben! Exo 21:16 Wer einen Menschen raubt, er habe ihn verkauft oder er finde sich noch in seiner Hand, soll des Todes sterben! Exo 21:17 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll des Todes sterben! Exo 21:18 Wenn Männer streiten und einer schlägt den anderen so mit einem Steine oder mit der Faust, daß er zwar nicht stirbt, aber aufs Lager fällt, Exo 21:19 so bleibe der Schläger frei, wenn er wieder aufsteht und im Freien an seiner Krücke umhergeht! Nur sein Feiernmüssen ersetze er und lasse ihn ausheilen! Exo 21:20 Wenn jemand seinen Knecht oder seine Magd mit dem Stocke schlägt, und es stirbt eines unter seiner Hand, so werde es gesühnt! Exo 21:21 Übersteht es aber noch einen oder zwei Tage, dann werde es nicht gesühnt; denn um sein eigen Geld geht es! Exo 21:22 Wenn sich Männer raufen und stoßen ein schwangeres Weib, so daß es eine Fehlgeburt gibt, aber kein weiterer Schaden entsteht, so werde der Schuldige mit soviel bestraft, wie ihm der Gatte des Weibes auflegt! Er gebe es als Buße! Exo 21:23 Entsteht jedoch ein Schaden, dann wende an: Leben um Leben, Exo 21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Exo 21:25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule! Exo 21:26 Schlägt jemand seinem Knecht oder seiner Magd ins Auge und zerstört es, so lasse er ihn für sein Auge frei! Exo 21:27 Schlägt er seinem Knecht oder seiner Magd einen Zahn aus, so lasse er ihn für seinen Zahn frei! Exo 21:28 Und stößt ein Rind einen Mann oder ein Weib tot, so werde das Rind gesteinigt! Sein Fleisch werde nicht gegessen. Des Rindes Besitzer aber sei straffrei! Exo 21:29 War aber das Rind lange zuvor stößig und war sein Besitzer schon verwarnt, er aber hütete es nicht und nun tötet es einen Mann oder ein Weib, so werde das Rind gesteinigt, und auch sein Besitzer soll des Todes sterben! Exo 21:30 Wird ihm aber ein Sühnegeld auferlegt, so zahle er für sein Leben soviel Lösung, wie man ihm auflegt! Exo 21:31 Gleichviel, ob es einen Sohn oder eine Tochter stößt, werde ihm dann nach diesem Recht getan! Exo 21:32 Stößt aber das Rind einen Knecht oder eine Magd, dann zahle er ihrem Herrn dreißig Silberlinge! Das Rind aber werde gesteinigt Exo 21:33 Läßt jemand einen Brunnen offen oder gräbt er einen Brunnen und überdeckt ihn nicht und fällt ein Rind oder Esel hinein, Exo 21:34 dann zahle der Brunnenbesitzer! Den Geldwert erstatte er seinem Besitzer; das Tote aber sei sein! Exo 21:35 Wenn jemandes Rind des anderen Rind totstößt, dann sollen sie das lebende Rind verkaufen und seinen Erlös teilen, und auch das tote sollen sie teilen! Exo 21:36 Ist es aber bekannt gewesen, daß dieses Rind schon lange stößig war und sein Eigentümer behütete es nicht, so ersetze er das Rind durch ein anderes! Das tote aber sei sein! Exo 22:1 (21:37) Wenn jemand ein Rind oder ein Schaf stiehlt und dann es schlachtet oder es verkauft, dann gebe er für das Rind fünf und für das Schaf vier andere! Exo 22:2 (22:1) Wird ein Dieb beim Einbruch ertappt und dann totgeschlagen, so entsteht seinetwegen keine Blutschuld. Exo 22:3 (22:2) Hat dabei aber schon die Sonne geschienen, dann ist seinethalben Blutschuld. Ersatz muß der Dieb leisten. Hat er nichts, dann werde er für seinen Diebstahl verkauft. Exo 22:4 (22:3) Wird bei ihm das Gestohlene, Rind, Esel oder Schaf noch lebend gefunden, dann leiste er nur doppelte Buße! Exo 22:5 (22:4) Läßt jemand ein Feld oder einen Weinberg abweiden und läßt er das Vieh laufen, daß es ein anderes Feld abweidet, dann gebe er zum Ersatz das Beste von seinem Feld und Weinberg! Exo 22:6 (22:5) Wenn Feuer auskommt und Gestrüpp ergreift und ein Getreidehaufen wird dabei verbrannt oder das Korn auf dem Halm oder das Feld, dann ersetze, wer den Brand entzündet hat! Exo 22:7 (22:6) Wenn jemand seinem Genossen Geld gibt oder Geräte zum Aufheben und dies ist aus dem Hause des Mannes gestohlen worden, dann ersetze der Dieb doppelt, falls er entdeckt wird! Exo 22:8 (22:7) Wird aber der Dieb nicht entdeckt, dann trete der Hausherr vor die Gottheit, wenn er sich nicht an des anderen Habe vergriffen hat! Exo 22:9 (22:8) Bei Unterschlagung eines Rindes, eines Esels, eines Schafes, eines Mantels, bei allem, was abhanden gekommen und wovon man sagt: 'Das ist es', komme vor die Gottheit der beiden Sache! Wen Gott schuldig spricht, der ersetze dem anderen doppelt! Exo 22:10 (22:9) Wenn jemand einem anderen Esel oder Rinder oder Schafe oder sonst ein Tier zu hüten gibt und es stirbt oder wird verstümmelt oder verschleppt und keiner sieht es, Exo 22:11 (22:10) dann entscheidet zwischen beiden der Schwur beim Herrn, er habe nicht seine Hand an des anderen Habe gelegt. Das nehme der Besitzer an, und jener hat nichts zu ersetzen! Exo 22:12 (22:11) Ward es aber in seinem Beisein gestohlen, dann ersetze er dem Eigentümer! Exo 22:13 (22:12) Und wenn es zerrissen ward und er kann des zerrissenen Tieres Fell vorlegen, dann ersetze er nichts! Exo 22:14 (22:13) Wenn aber jemand eins vom anderen entlehnt und es wird verstümmelt oder stirbt, dann ersetze er, wenn sein Besitzer nicht zugegen war! Exo 22:15 (22:14) War aber der Besitzer da, dann ersetze er nichts! War es gemietet, bekommt er dafür den Mietpreis. Exo 22:16 (22:15) Betört jemand eine noch nicht verlobte Jungfrau und wohnt er ihr bei, dann mache er sie durch Morgengabe zum Weib! Exo 22:17 (22:16) Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so zahle er nach der Brautgabe der Jungfrauen! Exo 22:18 (22:17) Du sollst nicht eine Verführerin aufziehen! Exo 22:19 (22:18) Wer einem Tier beiwohnt, sterbe des Todes! Exo 22:20 (22:19) Wer den Göttern opfert, sei im Banne! Einzig und allein dem Herrn! Exo 22:21 (22:20) Einen Fremdling sollst du nicht drücken noch quälen! Auch ihr seid Fremdlinge im Land Ägypten gewesen. Exo 22:22 (22:21) Ihr sollt nie Witwen und Waisen bedrücken! Exo 22:23 (22:22) Drückst du sie, dann schreit sie zu mir, und ich höre ihr Schreien. Exo 22:24 (22:23) Aufflammt mein Zorn, und mit dem Schwerte töt ich euch, und eure Weiber werden Witwen, und Waisen eure Kinder. Exo 22:25 (22:24) Leihst du Geld meinem Volk, dem Armen bei dir, sei ihm nie wie ein Wucherer! Zins sollt ihr ihm nicht auferlegen! Exo 22:26 (22:25) Pfändest du des Genossen Mantel, gib ihn zurück bis zum Sonnenuntergang! Exo 22:27 (22:26) Denn er ist seine einzige Hülle, für seine Haut sein Kleid. Worin soll er sich schlafen legen? Schreit er zu mir, dann höre ich darauf. Denn ich bin mitleidsvoll. Exo 22:28 (22:27) Du sollst Gott nicht lästern. Du sollst keinem Fürsten deines Volkes fluchen! Exo 22:29 (22:28) Hinterziehen sollst du nicht deine Fülle noch dein Tröpflein! Gib mir deiner Söhne Erstgeborenen! Exo 22:30 (22:29) So sollst du auch mit deinem Rinde und deinem Schafe tun! Bei seiner Mutter bleibe es sieben Tage! Am achten magst du es mir bringen. Exo 22:31 (22:30) Heilige Männer sollt ihr mir sein! Zerrissenes Wildfleisch sollt ihr nicht essen! Den Hunden sollt ihr es vorwerfen! Exo 23:1 Du sollst kein Luggerücht annehmen! Reiche nicht die Hand dem Schuldigen, daß du unrecht Zeugnis gäbest! Exo 23:2 Du sollst nicht einer Mehrheit zum Schlechten folgen! Du sollst nicht über einen Streitfall so abstimmen, daß du dich der Mehrheit beugest und das Recht biegest! Exo 23:3 Den Reichen sollst du nicht in seinem Rechtsstreit beschönigen. Exo 23:4 Triffst du deines Feindes Rind oder Esel verlaufen an, dann sollst du sie ihm zuführen! Exo 23:5 Und siehst du deines Widersachers Esel unter seiner Last erliegen und bist du fertig mit seinem Absatteln, dann sollst du mit ihm noch rasten! Exo 23:6 Du sollst nicht deines Armen Recht in seinem Rechtsstreit beugen! Exo 23:7 Fern sollst du dich von lügenhafter Aussage halten! Wer ohne Schuld und im Recht ist, den bringe nicht ums Leben! Ich lasse den Schuldigen nicht ungestraft. Exo 23:8 Du sollst kein Geschenk annehmen! Denn das Geschenk blendet Sehende und verdreht der Gerechten Sache. Exo 23:9 Du sollst keinen Fremdling bedrücken! Ihr wißt ja selbst, wie es Fremdlingen zumute ist; ihr seid ja selbst Fremdlinge im Ägypterland gewesen! Exo 23:10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Ernte heimsen! Exo 23:11 Im siebten aber laß es brach liegen und gib es dann frei, daß deines Volkes Arme essen können! Und was sie übriglassen, soll das Tier des Feldes aufzehren! So sollst du auch mit deinem Weinberge und deinem Ölgarten tun! Exo 23:12 Sechs Tage sollst du deine Werke wirken! Am siebten aber sollst du feiern, damit dein Rind und dein Esel ruhe und aufatme das Kind deiner Magd und der Fremdling! Exo 23:13 In allem, was ich euch befehle, sollt ihr euch in acht nehmen! Der falschen Götter Namen sollt ihr nicht anrufen! Er soll aus deinem Munde nicht gehört werden! Exo 23:14 Dreimal im Jahr sollst du mir Feste feiern! Exo 23:15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten! Sieben Tage sollst du nur ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten, zur Zeit des Neumonds im Abib. An ihm bist du aus Ägypten fortgezogen. Mein Antlitz aber soll man nicht gabenleer schauen! Exo 23:16 Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deines Ertrages, dessen, womit den Acker du besätest, und am Jahresschluß das Fest der Lese, wenn du vom Felde deinen Ertrag erntest. Exo 23:17 Dreimal im Jahre lasse sich alles Männliche bei dir vor dem Herrn, dem Herrn, sehen! Exo 23:18 Du sollst nicht meines Opfers Blut mit Gesäuertem zusammen opfern! Nicht soll von meinen Festopfern das Fett bis zum Morgen noch da sein! Exo 23:19 Von deines Ackers Erstlingen den ersten Abhub sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen! Du sollst kein Böckchen im Fett seiner Mutter braten! Exo 23:20 Nun sende ich einen Engel vor dir her, dich auf dem Wege zu hüten und dich zur Stätte zu bringen, die ich bestimmt habe. Exo 23:21 Nimm dich vor ihm in acht und hör auf seine Stimme! Sei gegen ihn nicht widerspenstig! Er kann euren Frevel nicht ertragen, weil mein Name in ihm ist. Exo 23:22 Hörst du aber gehorsam auf seine Stimme und tust du alles, was ich sage, dann befeinde ich deine Feinde und dränge deine Dränger. Exo 23:23 Geht mein Engel vor dir her und bringt er dich dann zu den Amoritern und Chittitern, Perizitern, Kanaanitern, Chiwitern und den Jebusitem, die ich ausrotte, Exo 23:24 dann sollst du nicht ihre Götter anbeten und ihnen nicht dienen! Auch sollst du keine Abbilder von ihnen machen! Du sollst sie vielmehr niederreißen und zerschmettern ihre Denksteine! Exo 23:25 Dient ihr aber dem Herrn, eurem Gott, dann segnet er dein Brot und dein Wasser, und Krankheit halte ich dir ferne. Exo 23:26 Keine Fehlgebärende und Unfruchtbare wird in deinem Lande sein. Deiner Tage Zahl erfülle ich. Exo 23:27 Und mein Grauen sende ich vor dir her, und dann erschrecke ich alle Völker, zu denen du gelangst, und mache, daß vor dir alle deine Feinde fliehen. Exo 23:28 Vor dir her sende ich Hornissen, und sie vertreiben vor dir Chiwiter, Kanaaniter und Chittiter. Exo 23:29 Aber nicht in einem Jahre will ich sie vor dir vertreiben, sonst würde das Land zur Wüste, und die wilden Tiere nähmen zu deinem Schaden überhand. Exo 23:30 Nach und nach vertreibe ich sie vor dir, bis du zahlreich wirst und dann das Land besetzen kannst. Exo 23:31 Und ich stecke dir die Gebiete vom Schilfmeer bis zum Philistermeer und von der Wüste bis zum Strome ab. Denn ich gebe in eure Hand des Landes Einwohner, daß du sie vor dir vertreibest. Exo 23:32 Du darfst keinen Bund mit ihnen und ihren Göttern schließen. Exo 23:33 Sie dürfen nicht in deinem Lande bleiben, daß sie dich nicht zur Sünde gegen mich verleiten. Denn dientest du ihren Göttern, so würde dir dies zum Falle. Exo 24:1 Zu Moses aber hatte er gesprochen: "Steig zum Herrn empor, du, Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels und betet aus der Ferne an! Exo 24:2 Moses allein trete zum Herrn! Die anderen dürfen nicht näher treten. Auch das Volk darf nicht mit ihm hinaufsteigen." Exo 24:3 Und Moses kam und kündete dem Volke alle Worte des Herrn und alle Rechtssatzungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: "All die Worte, die der Herr gesprochen, wollen wir befolgen." Exo 24:4 Und Moses schrieb alle Worte des Herrn nieder. Am anderen Morgen früh aber baute er einen Altar unten am Berge und zwölf Denksteine für die zwölf Stämme Israels. Exo 24:5 Dann sandte er die Jungmänner der Israeliten hin, und sie brachten Brandopfer und schlachteten Stiere zu Dankopfern für den Herrn. Exo 24:6 Moses aber nahm den einen Teil des Blutes und goß es in die Becken; den anderen Teil des Blutes sprengte er an den Altar. Exo 24:7 Dann nahm er das Bundesbuch und las es dem Volke laut vor. Sie sprachen: "Alles, was der Herr geredet, wollen wir tun und darauf hören." Exo 24:8 Da nahm Moses das Blut, sprengte es auf das Volk und sprach: "Dies ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch schließt auf alle diese Worte hin." Exo 24:9 Dann stiegen Moses empor und Aaron, Nadab, Abihu mit siebzig der Ältesten Israels. Exo 24:10 Da sahen sie Israels Gott, zu seinen Füßen etwas wie ein Werk aus Saphirplatten und wie der Himmel selbst so rein. Exo 24:11 Aber an die Edlen der Israeliten hatte er nicht seine Hand gelegt. So schauten sie die Gottheit, konnten aber wie sonst essen und trinken. Exo 24:12 Da sprach der Herr zu Moses: "Steig auf den Berg zu mir und bleibe hier! Ich will dir Steintafeln mit dem Gesetze und dem Gebote geben, das ich zu ihrer Weisung geschrieben habe." Exo 24:13 Da stand Moses auf und sein Diener Josue. Und Moses stieg zu dem Berge der Gottheit empor. Exo 24:14 Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: "Wartet hier auf uns, bis wir zu euch zurückkehren! Bei euch sind ja Aaron und Hur. Wer einen Rechtsstreit hat, wende sich an sie!" Exo 24:15 Und Moses stieg auf den Berg. Da verhüllte die Wolke den Berg. Exo 24:16 Und des Herren Majestät ließ sich herab auf den Berg Sinai. Und die Wolke hüllte ihn sechs Tage ein. Am siebten Tage aber rief er Moses mitten aus der Wolke an. Exo 24:17 Die Erscheinung der Majestät des Herrn aber war wie ein fressendes Feuer auf dem Bergesgipfel vor den Augen der Söhne Israels. Exo 24:18 Und Moses kam mitten in die Wolke und stieg auf den Berg. Und dann weilte Moses auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte. Exo 25:1 Der Herr aber sprach zu Moses also: Exo 25:2 "Sprich zu den Söhnen Israels, sie sollen für mich beisteuern! Von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr Beisteuer für mich erheben! Exo 25:3 Dies sei die Beisteuer, die ihr von ihnen erheben sollt: Gold, Silber, Kupfer, Exo 25:4 Purpur, blau und rot, Karmesin, Linnen, Ziegenhaar, Exo 25:5 gegerbte Widderfelle, Seekuhhäute, Akazienholz, Exo 25:6 Öl für den Leuchter, Spezereien zum Salböl und zum Räucherwerk, dem köstlich duftenden, Exo 25:7 Onyxsteine und andere Edelsteine zum Besatz des Schulterkleides und der Tasche! Exo 25:8 Ein Heiligtum sollen sie mir machen, daß ich in ihrer Mitte wohne! Exo 25:9 Genau nach dem, was ich dir zeige, nach dem Muster der Wohnung und dem Muster all ihrer Geräte, so sollt ihr es machen! Exo 25:10 Sie sollen demnach von Akazienholz eine Lade machen, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb hoch und breit! Exo 25:11 Überziehe sie mit reinem Gold! Überziehe sie ganz von innen und von außen! Und mach einen goldenen Kranz ringsum an ihr! Exo 25:12 Vier goldene Ringe gieße für sie. An den vier Füßen bringe sie an, zwei Ringe auf der einen Seite, zwei auf der anderen! Exo 25:13 Mache Stangen von Akazien und überziehe sie mit Gold! Exo 25:14 Paß diese Stangen in die Ringe an der Seite der Lade, die Lade daran zu tragen! Exo 25:15 Die Stangen seien in den Ringen der Lade also, daß sie nicht herausschlüpfen! Exo 25:16 In diese Lade leg das Zeugnis, das ich dir geben werde! Exo 25:17 Mach aus reinem Gold eine Deckplatte zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit! Exo 25:18 Mach zwei Cherube, aus Gold getrieben, an beiden Enden der Deckplatte! Exo 25:19 Festige den einen Cherub an dem einen Ende, den anderen am anderen Ende! Auf der Deckplatte sollst du die Cherube an ihren beiden Enden aufstellen! Exo 25:20 Nach oben sollen die Cherube die Flügel breiten, mit ihren Flügeln die Deckplatte schirmend, das Antlitz einander zugekehrt! Nach der Deckplatte hin seien der Cherube Gesichter gerichtet! Exo 25:21 Lege die Deckplatte oben auf die Lade! In die Lade sollst du das Zeugnis legen, das ich dir geben werde! Exo 25:22 Ich bezeuge mich dir dort und rede mit dir von dieser Deckplatte zwischen den beiden Cheruben auf der Zeugnislade, sooft ich dir Befehle an die Israeliten gebe. Exo 25:23 Mach dann aus Akazienholz einen Tisch zwei Ellen lang, eine -Elle breit und anderthalb hoch! Exo 25:24 Überziehe ihn mit reinem Gold! Mach ihm einen goldenen Kranz ringsum! Exo 25:25 Mach ihm eine Leiste, handbreit, ringsum und einen goldenen Kranz an seiner Leiste ringsum! Exo 25:26 Mach ihm vier goldene Ringe und bringe die Ringe an die vier Ecken bei seinen Füßen! Exo 25:27 Dicht an der Leiste seien diese Ringe als Stangenhalter, um den Tisch zu tragen! Exo 25:28 Die Stangen mache aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold! An ihnen werde der Tisch getragen! Exo 25:29 Mach für ihn Schüsseln, Schalen, Kannen und Becher zum Darbringen des Trankopfers! Aus reinem Gold stelle sie her! Exo 25:30 Und auf dem Tisch lege Schaubrote beständig vor mich hin! Exo 25:31 Dann mach aus reinem Gold einen Leuchter! Der Leuchter und sein Fußgestell samt seinem Schaft seien ganz gediegene Arbeit! Blumenkelche, Knospen und Blüten daraus seien an ihm! Exo 25:32 Sechs Röhren gehen von seinen Seiten aus, drei Röhren auf der einen Seite des Leuchters und drei auf der anderen Seite des Leuchters. Exo 25:33 Drei Blumenkelche, mandelförmig, seien an jeder Röhre, mit Knospen und mit Blüten, auf der einen und der anderen Seite; so an den sechs Röhren, die von dem Leuchter ausgehen. Exo 25:34 Am Leuchter selbst seien vier Blumenkelche, mandelförmig, mit Knospen und mit Blüten! Exo 25:35 Und zwar sei eine Knospe unter jedem der drei Röhrenpaare an ihm, an den sechs Röhren, die von dem Leuchter ausgehen! Exo 25:36 Aus einem Stück sollen ihre Knospen und ihre Röhren mit ihm sein, aus feinem Gold getrieben! Exo 25:37 Mach sieben Lampen für ihn! Man setze ihm diese Lampen so auf, daß er die ihm zugekehrte Seite beleuchte! Exo 25:38 Aus reinem Gold seien seine Lichtscheren und Pfannen! Exo 25:39 Einen Barren feinen Goldes sollst du an ihn samt allen jenen Stücken verwenden! Exo 25:40 So schau! So baue genau nach dem Muster, das auf dem Berge dir gezeigt worden ist!" Exo 26:1 "Die Wohnung aber sollst du aus zehn Teppichen von gezwirntem Linnen, Purpur, blau und rot, und Karmesin fertigen! Mit Cheruben nach Kunstwirkers Art sollst du sie machen! Exo 26:2 Jeder Teppich sei achtundzwanzig Ellen lang, vier Ellen breit! Ein Maß für alle Teppiche! Exo 26:3 Je fünf der Teppiche seien zusammengeheftet! Exo 26:4 Mach von blauem Purpur Schleifen am Saume des letzten Teppichs der einen Fläche, desgleichen am Saume des letzten Teppichs der anderen Fläche! Exo 26:5 An dem einen Teppich sollst du fünfzig Schleifen machen und fünfzig Schleifen an dem Rande des Teppichs der anderen Fläche, daß sich die Schleifen gegenüberstehen! Exo 26:6 Mach fünfzig goldene Haken und hefte die Teppiche damit zusammen, daß die Wohnung ein Ganzes werde! Exo 26:7 Mach Teppiche aus Ziegenhaar zu einem Zelt über der Wohnung! Dazu sollst du elf der Teppiche verwenden! Exo 26:8 Jeder Teppich sei dreißig Ellen lang, vier Ellen breit! Ein Maß für alle elf Teppiche! Exo 26:9 Hefte fünf der Teppiche für sich zusammen, ebenso die anderen sechs! Den sechsten Teppich aber an des Zeltes Vorderseite nimm doppelt! Exo 26:10 Mach fünfzig Schleifen an dem einen Saume des letzten Teppichs der einen Fläche, desgleichen fünfzig an dem Rande des Teppichs der zweiten Fläche! Exo 26:11 Mach fünfzig Kupferhaken! Ziehe die Haken durch die Schleifen und füge so das Zelt zusammen, daß es ein Ganzes werde! Exo 26:12 Von dem überschüssigen Überhange an den Zeltteppichen sollst du die eine Hälfte über die Rückseite der Wohnung hängen! Exo 26:13 Auf beiden Seiten hänge je eine, Elle am Überschuß in der Länge der Zeltteppiche über die Seiten der Wohnung und hülle sie auf beiden Seiten! Exo 26:14 Mach für das Zelt eine Überdecke aus gegerbten Widderfellen und aus Seekuhhäuten eine weitere Überdecke darüber! Exo 26:15 Die Bretter zur Wohnung mache aus Akazienholz, standfest! Exo 26:16 Zehn Ellen lang sei jedes Brett, anderthalb Ellen breit! Exo 26:17 Zwei Zapfen habe jedes Brett zur gegenseitigem Versprießung! So sollst du es mit allen Brettern für die Wohnung machen! Exo 26:18 An Brettern für die Wohnung stelle zwanzig Bretter für die Südseite her! Exo 26:19 Vierzig Fußgestelle aus Silber sollst du unter die Zwanzig Bretter machen! Zwei Füße unter jedes Brett für seine beiden Zapfen! Exo 26:20 Desgleichen für die andere Seite der Wohnung gegen Norden zwanzig Bretter! Exo 26:21 Und vierzig Silberfüße, zwei Füße unter jedes Brett! Exo 26:22 Und für die Westseite der Wohnung mach sechs Bretter! Exo 26:23 Zwei Bretter mach für die Winkel an der Wohnung auf der Rückseite! Exo 26:24 Sie seien unten doppelkantig und am Kopfende kreisrund! So sei es für beide! Sie sollen die beiden Winkel bilden! Exo 26:25 Acht Bretter seien es somit und dazu ihre Silberfußgestelle, somit sechzehn Fußgestelle, je zwei als Fußgestell für jedes Brett! Exo 26:26 Dann mach fünf Riegel aus Akazienholz für die Bretter auf der einen Seite der Wohnung Exo 26:27 sowie fünf Riegel für die Bretter auf der anderen Seite und fünf für die Bretter an der westlichen Hinterseite der Wohnung! Exo 26:28 Der mittlere Riegel laufe in der Bretter Mitte von einem Ende zum anderen durch! Exo 26:29 Die Bretter sollst du mit Gold überziehen und aus Gold die Ringe zur Aufnahme für die Riegel machen. Dann überziehe die Riegel mit Gold! Exo 26:30 So erstelle die Wohnung nach ihrer Ordnung, wie sie dir auf dem Berge gezeigt worden ist! Exo 26:31 Mach einen Vorhang aus blauem und aus rotem Purpur, aus Karmesin und aus gezwirntem Linnen! In Kunstwirkarbeit mache man ihn mit Cheruben! Exo 26:32 Hänge ihn an vier Säulen aus Akazienholz, mit Gold überzogen, mit goldenen Stiften und vier Silberfüßen! Exo 26:33 Den Vorhang hänge an die Haken! Hinter diesen Vorhang bringe die Lade des Zeugnisses! So scheide euch der Vorhang das Heilige und das Allerheiligste! Exo 26:34 Und auf die Lade des Zeugnisses setze im Allerheiligsten die Deckplatte! Exo 26:35 Den Tisch stelle außerhalb des Vorhanges, den Leuchter dem Tisch gegenüber, auf der Wohnung Südseite! Den Tisch sollst du auf die Nordseite stellen! Exo 26:36 Mach einen Vorhang für des Zeltes Öffnung aus blauem und aus rotem Purpur, Karmesin und aus gezwirntem Linnen in Buntwirkarbeit. Exo 26:37 Und für den Vorhang mach fünf Säulen aus Akazienholz! Überziehe sie mit Gold und gieße für sie fünf Kupferfußgestelle! Exo 27:1 Mach aus Akazienholz den Altar, fünf Ellen lang, fünf Ellen breit! Viereckig sei der Altar und drei Ellen hoch! Exo 27:2 An den vier Ecken bringe seine Hörner so an, daß die Hörner von ihm ausgehen! Überziehe ihn mit Kupfer! Exo 27:3 Mach seine Töpfe für die Fettasche und seine Schaufeln, Becken, Gabeln, Pfannen, alle seine Sachen sollst du aus Kupfer herstellen! Exo 27:4 Mache für ihn ein Gitter, Netzwerk aus Kupfer! Bringe an dem Netz vier Kupferringe an, an den vier Ecken des Altares! Exo 27:5 Befestige dies unten so am Altargesims, daß das Netz noch bis zur Mitte des Altares reiche! Exo 27:6 Mach für den Altar Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Kupfer! Exo 27:7 Man bringe seine Stangen in die Ringe, damit sie in den Ringen bleiben zu beiden Seiten des Altares, wenn man ihn trägt! Exo 27:8 Aus Brettern sollst du ihn machen, daß er hohl sei! Wie man dir auf dem Berge zu schauen gegeben, so sollen sie es machen! Exo 27:9 Der Wohnung Vorhof mach so: Vorhofumhänge für die Südseite aus gezwirntem Linnen, für diese eine Seite hundert Ellen lang! Exo 27:10 Dazu zwanzig Säulen nebst ihren zwanzig Kupferfüßen! Der Säulen Nägel seien, wie ihre Ringe, silbern! Exo 27:11 Desgleichen für die Langseite des Nordens Umhänge von hundert Ellen Länge, dazu die zwanzig Säulen mit ihren zwanzig Kupferfüßen! Der Säulen Nägel seien, wie ihre Ringe, silbern! Exo 27:12 Des Vorhofes westliche Breitseite habe Umhänge von fünfzig Ellen, dazu zehn Säulen nebst ihren zehn Füßen! Exo 27:13 Des Vorhofes östliche Breitseite habe fünfzig Ellen! Exo 27:14 Fünfzehn Ellen Umhänge sollen auf die eine Seite kommen, dazu drei Säulen nebst drei Füßen! Exo 27:15 Desgleichen auf die andere Seite fünfzehn Ellen Umhänge, dazu drei Säulen mit drei Füßen! Exo 27:16 Des Vorhofes Tor habe einen Vorhang, zwanzig Ellen breit, von blauem und von rotem Purpur, Karmesin, gezwirntem Linnen, bunt gewirkt, dazu vier Säulen nebst vier Füßen! Exo 27:17 Des Vorhofes Säulen alle seien mit Silberringen ringsumher versehen! Auch ihre Nägel seien silbern, ihre Füße aber kupfern! Exo 27:18 Des Vorhofes Länge sei hundert Ellen, die Breite fünfzig, die Höhe fünf, aus gezwirntem Linnen! Die Füße aber seien kupfern! Exo 27:19 Aus Kupfer seien alle die Geräte in der Wohnung nebst ihrem ganzen Zubehör, desgleichen alle ihre Pflöcke und des Vorhofes Pflöcke! Exo 27:20 Du aber sollst den Israeliten befehlen, dir lauteres Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter zu holen, um die ewige Lampe anzuzünden! Exo 27:21 Im Festgezelt außerhalb des Vorhangs, vor dem Zeugnis, richte ihn Aaron mit seinen Söhnen zu, daß er vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn sei! Als ewige Verpflichtung sei dies den Israeliten für alle Geschlechter auferlegt!" Exo 28:1 "Berufe deinen Bruder Aaron und nächst ihm seine Söhne aus all den Söhnen Israels zu dir, daß er mir Priester sei! Aaron, Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar, die Söhne Aarons! Exo 28:2 Mach deinem Bruder Aaron Kleider für das Heiligtum, für den Anstand und die Würde! Exo 28:3 Du sollst dich mit allen Leuten weisen Sinnes besprechen, wen ich mit weisem Geiste erfülle, auf daß sie Aarons Kleider machen, um ihn zu weihen, daß er mir Priesterdienste tue! Exo 28:4 Dies sind die Kleider, die sie machen sollen: Die Tasche, das Schulterkleid, das Oberkleid und den Leibrock aus gewürfeltem Stoff, den Kopfbund und den Gürtel. So sollen sie deinem Bruder Aaron mit seinen Söhnen heilige Kleider machen, daß er mir Priesterdienste tue! Exo 28:5 Und dazu nehmen sollen sie Gold, blauen und roten Purpur, Karmesin und Linnen! Exo 28:6 Das Schulterkleid sollen sie aus Gold machen, aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und Linnen in kunstgewirkter Arbeit! Exo 28:7 Zwei Schulterstücke, unter sich verbunden, soll es haben! Auf seinen beiden Enden werde es geknüpft! Exo 28:8 Das Band zum Umbinden sei von gleicher Arbeit. Ein Stück mit ihm, aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen! Exo 28:9 Nimm zwei Onyxsteine und grabe darein der Söhne Israels Namen! Exo 28:10 Sechs ihrer Namen auf den einen Stein, die übrigens sechs Namen auf den zweiten Stein, nach ihrer Geburtsfolge! Exo 28:11 In Steinschneideart, in Siegelstich sollst du in die beiden Steine der Söhne Israels Namen graben und sie in goldenes Geflecht fassen! Exo 28:12 Setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an die Söhne Israels! Im Dienst des Herrn trage Aaron ihre Namen auf den Schultern zum Gedächtnis! Exo 28:13 Sodann mach Goldgeflechte Exo 28:14 und aus reinem Gold zwei Kettchen! Du sollst sie in gedrehten Schnüren herstellen! Befestige an den Goldgeflechten die Schnurkettchen! Exo 28:15 Dann mach in Kunstwirkarbeit eine Lostasche! Wie das Schulterkleid sollst du sie machen! Aus Gold, aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen sollst du sie machen! Exo 28:16 Viereckig sei sie, doppelt gelegt, je eine Spanne lang und breit! Exo 28:17 Besetze sie mit Edelsteinbesatz in vier Steinreihen! Karneol, Topas und Smaragd sei die erste Reihe! Exo 28:18 Die zweite Reihe Rubin, Saphir und Jaspis. Exo 28:19 Die dritte Reihe Hyazinth, Achat und Amethyst. Exo 28:20 Die vierte Reihe Chrysolith, Onyx und Beryll. In ihrer Einfassung seien sie goldumflochten! Exo 28:21 Die Steine sollen für der Söhne Israels Namen da sein, zwölf nach ihren Namen. In jeden sei der Name eines der zwölf Stämme eingegraben! Exo 28:22 Mach an die Tasche rein goldene Schnurkettchen! Exo 28:23 Bringe an der Tasche auch zwei goldene Ringe an! Befestige die beiden Ringe an den Enden der Tasche! Exo 28:24 Befestige die beiden goldenen Schnüre in den beiden Ringen an den Enden der Tasche! Exo 28:25 Der beiden Schnüre beide Enden sollst du an die zwei Geflechte befestigen und diese an die Schulterstücke vorn am Schulterkleid! Exo 28:26 Mach zwei goldene Ringe und setze sie an die beiden Enden der Tasche, an ihren Rand, nach innen dem Schulterkleid zu! Exo 28:27 Mach noch zwei goldene Ringe und befestige sie an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides, unten an der Vorderseite, bei der Knüpfung, doch oberhalb der Schulterkleidbinde! Exo 28:28 Man soll die Tasche samt den Ringen an die Ringe des Schulterkleides mit blauen Purpurschnüren ketten, daß sie über der Schulterkleidbinde sei und sich die Tasche nicht vom Schulterkleide trenne! Exo 28:29 Aaron trage in der Tasche auf der Brust der Söhne Israels Namen, wenn er ins Heiligtum geht, zur ständigen Erinnerung des Herrn! Exo 28:30 Und in die Tasche lege die Urim ("Die Klaren") und Tummim ("Die Wahren"), daß sie auf Aarons Brust seien, wenn er vor den Herrn tritt! Also trage Aaron für die Söhne Israels die Tasche vor dem Herrn beständig auf der Brust! Exo 28:31 Das Obergewand zum Schulterkleid mache aus blauem Purpur! Exo 28:32 In seiner Mitte sei seine Kopföffnung! Und diese Öffnung habe einen Saum ringsum in Webart! Wie eine Panzeröffnung soll es eine solche haben, daß es nicht zerreiße! Exo 28:33 Mach an dem Saum Granatäpfel von blauem und rotem Purpur und Karmesin, rings an seinem Saum, und goldene Glöckchen mitten darin ringsum! Exo 28:34 Goldene Glöckchen sollen mit Granatäpfeln am Saum des Oberkleides ringsum abwechseln! Exo 28:35 Beim Dienste trage es Aaron, und sein Geräusch werde gehört, wenn er vor den Herrn ins Heiligtum geht und wenn er herausgeht, daß er nicht sterbe! Exo 28:36 Dann mach aus reinem Gold ein Blatt und grabe darauf in Siegelstich: 'Heiligtum des Herrn'! Exo 28:37 Befestige dies mit blauer Purpurschnur am Kopfbunde! Vorn am Kopfbunde sei es! Exo 28:38 Es sei auf Aarons Stirn! So ersetze Aaron die Fehler an heiligen Gaben, die Israels Söhne darbringen, bei all ihren heiligen Opfergaben! Auf seiner Stirn sei es beständig, daß ihnen Wohlgefallen vor dem Herrn werde! Exo 28:39 Den Leibrock webe aus Linnen, würfelförmig ausgemustert! Einen Kopfbund mach aus Linnen! Und einen Gürtel in buntgewirkter Arbeit sollst du machen! Exo 28:40 Für Aarons Söhne sollst du Leibröcke herstellen; mach auch Gürtel, und hohe Mützen sollst du ihnen für den Anstand und die Würde machen! Exo 28:41 Kleide darein deinen Bruder Aaron und seine Söhne bei ihm! Dann salbe sie, fülle ihre Hand und weihe sie, daß sie mir Priesterdienste tun! Exo 28:42 Fertige ihnen Linnenbeinkleider zur Verhüllung der Blöße! Von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen! Exo 28:43 Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, wenn sie zum Festgezelt eingehen oder an den Altar treten, um Dienst im Heiligtum zu tun! Sonst würden sie Schuld auf sich laden und sterben. Dies gelte ihm und seinem Stamm als ewige Verpflichtung!" Exo 29:1 "Dies ist der Hergang, den du beachten sollst, wenn du sie zum Priesterdienst für mich weihst: Nimm einen jungen Stier und zwei fehlerlose Widder, Exo 29:2 ungesäuertes Brot, ungesäuerte, ölbestrichene Kuchen und ungesäuerte, ölbestrichene Fladen! Aus Weizenmehl sollst du sie machen! Exo 29:3 Leg sie in einen Korb und bringe sie in dem Korbe her! Dazu den Farren (=junger Stier) und die beiden Widder! Exo 29:4 Dann führe Aaron mit den Söhnen an des Bundeszeltes Eingang und bade sie in Wasser! Exo 29:5 Dann nimm die Gewänder! Bekleide Aaron mit dem Leibrock und mit dem Oberkleid zum Schulterkleid, mit dem Schulterkleid selbst und mit der Tasche und binde ihm des Schulterkleides Binde um! Exo 29:6 Setze ihm den Kopfbund auf sein Haupt! Befestige am Kopfbunde das heilige Diadem! Exo 29:7 Dann nimm das Salböl, gieße es auf sein Haupt und salbe ihn! Exo 29:8 Alsdann sollst du seine Söhne kommen lassen; bekleide sie dann mit Leibröcken! Exo 29:9 Umgürte sie mit einem Gürtel, Aaron wie seine Söhne! Setz ihnen Mützen auf! So stehe ihnen kraft ewiger Ordnung das Priesteramt zu! Nun fülle Aarons und seiner Söhne Hand. Exo 29:10 Dann bringe den Farren zu dem Festgezelt her, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Farren Kopf legen! Exo 29:11 Dann schlachte vor dem Herrn den Farren an dem Eingang zum Festgezelt! Exo 29:12 Nimm von dem Farrenblut und tu es mit deinem Finger an die Altarhörner! Das andere Blut sollst du ganz auf den Altarsockel gießen! Exo 29:13 Nimm alles Fett der Eingeweidedecke, den Leberlappen und die beiden Nieren samt dem Fett daran und laß es auf dem Altar verrauchen! Exo 29:14 Das Fleisch des Farren, sein Fell und seinen Mist sollst du außer Lagers verbrennen! Ein Sündopfer ist dies. Exo 29:15 Dann sollst du den einen Widder nehmen; Aaron aber und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Widders Kopf legen! Exo 29:16 Dann schlachte den Widder, nimm sein Blut und sprenge es rings um den Altar! Exo 29:17 Dann sollst du den Widder zerstückeln; hierauf wasche seine Eingeweide und Beine und lege sie zu seinen Rumpfstücken und seinem Kopf! Exo 29:18 Dann laß den ganzen Widder auf dem Altar verrauchen! Brandopfer ist es für den Herrn, ein süßer Duft. Ein Mahl ist es für den Herrn. Exo 29:19 Dann nimm den zweiten Widder, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Widders Kopf legen! Exo 29:20 Dann schlachte den Widder, nimm von seinem Blut und bring es an das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne und an den rechten Daumen und die rechte große Zehe! Das andere Blut sprenge rings um den Altar! Exo 29:21 Dann nimm von dem Blut am Altar und von dem Salböl! Besprenge damit Aaron und seine Gewänder, sodann die Aaronssöhne und ihre Gewänder, daß er und seine Gewandung sowie seine Söhne und ihre Gewandung geweiht werden! Exo 29:22 Dann nimm des Widders Fett, den Fettschwanz und das Fett der Eingeweidedecke, den Leberlappen und die beiden Nieren, das Fett davon und die rechte Keule, weil es ein Weihewidder ist, Exo 29:23 und einen Brotlaib, einen ölgebackenen Kuchen und einen Fladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote vor dem Herrn! Exo 29:24 Und leg das Ganze dem Aaron und den Söhnen auf die Hände und bringe es vor dem Herrn als Abgabe dar! Exo 29:25 Dann nimm es aus ihrer Hand und laß es auf dem Brandopferaltar aufdampfen zu süßem Duft vor dem Herrn! Ein Mahl für den Herrn ist es. Exo 29:26 Dann nimm die Brust vom Weihewidder, der für Aaron gilt, und bringe sie vor dem Herrn als Abgabe dar! Dann sei sie dein Teil! Exo 29:27 Weihe die Brust der Abgabe und die Weihegabekeule, von denen die eine sonst geopfert, die andere abgeliefert wird, vom Weiheopferwidder, zum Unterschied von dem, was sonst Aaron und seine Söhne bekommen! Exo 29:28 Dies falle sonst Aaron und seinen Söhnen zu, kraft einer für die Israeliten ewig geltenden Verpflichtung; denn dies ist eine Abgabe. Eine Abgabe der Söhne Israels sei es von ihren Mahlopfern, ihre Abgabe für den Herrn! Exo 29:29 Aarons heilige Gewänder sollen seinen Söhnen nach ihm zufallen, um sie darin zu salben und ihre Hand darin zu füllen! Exo 29:30 Wer von seinen Söhnen an seiner Statt Priester ist, der soll sie sieben Tage anziehen, wenn er ins Festgezelt zum Dienst im Heiligtum kommt! Exo 29:31 Den Weiheopferwidder aber sollst du nehmen, und dann koche sein Fleisch an heiliger Stätte! Exo 29:32 Das Widderfleisch verzehre Aaron mit seinen Söhnen samt dem Brot im Korb am Eingang zum Festgezelt! Exo 29:33 Dies sollen die verzehren, um deretwillen dieses Sühneopfer vollzogen wird, um ihre Hand zu füllen und sie zu weihen. Ein Unbefugter esse nicht davon, weil es heilige Dinge sind! Exo 29:34 Und bleibt vom Fleisch des Weiheopfers und vom Brot bis zum Morgen etwas übrig, verbrenne, was übrigbleibt! Man darf es nicht essen, weil es ein heilig Ding ward. Exo 29:35 Tu so mit Aaron und seinen Söhnen, ganz so, wie ich dir gebiete! Fülle ihnen sieben Tage die Hand! Exo 29:36 Und einen Sündopferstier sollst du bereiten für jeden Tag zum Sühnevollzug! Entsündige den Altar durch dein Sühnewerk und salbe ihn, um ihn zu weihen! Exo 29:37 Sieben Tage lang sollst du die Sühnehandlungen am Altar vollziehen; so weihe ihn ein! Dann wird der Altar hochheilig. Wer den Altar berührt, wird selber heilig. Exo 29:38 Das ist es, was du auf dem Altar herrichten sollst: Zwei einjährige Lämmer Tag für Tag als Regel! Exo 29:39 Am Morgen sollst du das eine Lamm bereiten, das zweite gegen Abend! Exo 29:40 Zum einen Lamm komme ein Zehntel Feinmehl, gemengt mit einem Viertelkrug Öl aus zerstoßenen Oliven, dazu ein Trankopfer aus einem Viertel Wein! Exo 29:41 Das andere Lamm sollst du gegen Abend bereiten! Dabei sollst du, wie beim morgendlichen Speise- und Trankopfer tun, zu süßem Duft! Ein Mahl für den Herrn ist es, Exo 29:42 das stetige Brandopfer für eure Geschlechter, am Eingang zum Festgezelt vor dem Herrn, wo ich mich euch offenbare, dort mit dir redend. Exo 29:43 Ich will mich daselbst den Söhnen Israels offenbaren. Durch meine Herrlichkeit wird es geweiht. Exo 29:44 So weihe ich das Festgezelt und den Altar. Auch Aaron weihe ich und seine Söhne, daß sie mir Priesterdienste tun. Exo 29:45 Ich wohne mitten unter Israels Söhnen und diene ihnen als Schutzgott. Exo 29:46 Und sie erfahren dann, daß ich der Herr, ihr Gott bin, der sie aus dem Ägypterland geführt, um unter ihnen zu verweilen, ich, der Herr, ihr Gott." Exo 30:1 "Mach einen Rauchaltar! Mach ihn aus Akazienholz! Exo 30:2 Viereckig sei er, eine Elle lang und eine breit, zwei hoch! Seine Hörner sollen von ihm ausgehen! Exo 30:3 Überziehe ihn mit reinem Gold, seine Platte, seine Wände ringsum und seine Hörner und mach ihm einen goldenen Kranz ringsum! Exo 30:4 Zwei goldene Ringe sollst du unterhalb des Kranzes an den beiden Seiten machen! An seinen Seiten sollst du sie machen, daß sie Gehäuse der Stangen seien, ihn daran zu tragen! Exo 30:5 Die Stangen mach aus Akazienholz und überzieh sie mit Gold! Exo 30:6 Stelle ihn vor den Vorhang vor der Lade des Zeugnisses und vor den Deckel über dem Zeugnis, wo ich mich dir offenbaren werde! Exo 30:7 Aaron räuchere darauf wohlriechendes Räucherwerk! Er soll es alle Morgen räuchern, wenn er die Lampen richtet! Exo 30:8 Und wenn Aaron abends die Lampen aufsteckt, dann soll er räuchern! In euren Geschlechtern sei vor dem Herrn ein stetig Rauchopfer! Exo 30:9 Ihr sollt auf ihm kein fremdes Räucherwerk darbringen, nicht Brand-, nicht Speiseopfer! Ihr sollt darauf kein Trankopfer ausgießen! Exo 30:10 Einmal im Jahr verrichte Aaron an seinen Hörnern die Sühnehandlung! Einmal im Jahr soll er daran durch das Versöhnungssündenopferblut die Sühne in euren Geschlechtern vornehen! Dem Herrn ist er hochheilig." Exo 30:11 Und der Herr redete mit Moses also: Exo 30:12 "Erhebst du der Söhne Israels Zahl bei ihrer Musterung, dann sollen sie dem Herrn ein Lösegeld für ihr Leben geben, Mann für Mann, wenn man sie mustert! Dann befällt sie keine Plage, wenn man sie mustert. Exo 30:13 Wer der Musterung unterliegt, der soll die Hälfte des heiligen Ringes zahlen! Zwanzig Korn sind ein gemeiner Ring; dieser gilt nur als halber Ring bei einer Abgabe für den Herrn. Exo 30:14 Wer der Musterung unterliegt, von zwanzig Jahren und darüber, soll für den Herrn die Abgabe geben! Exo 30:15 Der Reiche gebe nicht mehr, der Arme nicht weniger als einen halben Ring, wenn sie die Abgabe für den Herrn entrichten, um euer Leben zu lösen! Exo 30:16 Nimm von den Söhnen Israels das Sühnegeld und gib es für den Dienst am Festgezelt! So wirke es den Söhnen Israels beim Herrn ein Gedenken und ihres Lebens Lösung!" Exo 30:17 Der Herr sprach zu Moses: Exo 30:18 "Mach dir ein Kupferbecken mit kupfernem Gestell zum Waschen und stelle es zwischen Festgezelt und Altar und gieße Wasser darein! Exo 30:19 Daraus sollen sich Aaron und die Söhne Hände und Füße waschen! Exo 30:20 Wenn sie zum Festgezelt kommen, sollen sie sich waschen, daß sie nicht sterben, oder wenn sie beim Dienst zum Altare treten, ein Mahl für den Herrn aufdampfen zu lassen, Exo 30:21 dann sollen sie Hände und Füße waschen, daß sie nicht sterben! Dies sei ihnen ewige Pflicht, ihm sowie seinem Stamm für ihre Geschlechter!" Exo 30:22 Der Herr sprach zu Moses also: Exo 30:23 "Nimm dir Balsamessenz und reine Myrrhe fünfhundert, und Zimt halb soviel, zweihundertfünfzig, Gewürzrohr, zweihundertfünfzig, Exo 30:24 und Kassia, fünfhundert nach dem heiligen Ring, und einen Krug voll Olivenöl! Exo 30:25 Und mache es zu heiligem Salböl, zu würziger Salbe, zu eines Salbenmischers Werk! Ein heilig Salböl soll es werden! Exo 30:26 Salbe damit das Festgezelt und die Lade des Zeugnisses, Exo 30:27 den Tisch und alle seine Geräte, den Leuchter und sein Zubehör, den Rauchaltar, Exo 30:28 den Brandopferaltar und alle seine Geräte, das Becken und sein Gestell! Exo 30:29 So weihe sie, daß sie hochheilig seien! Wer sie berührt, wird gleichfalls heilig. Exo 30:30 Auch Aaron und seine Söhne sollst du salben; so weihe sie, daß sie mir Priester seien! Exo 30:31 Sprich zu den Söhnen Israels: 'Ein heilig Salböl sei mir dies für eure Geschlechter! Exo 30:32 Auf keines Menschen Leib darf es gegossen werden! Ihr dürft in seiner Mischung für euch nichts Gleiches machen. Ein heilig Ding ist es. Ein heilig Ding bleibe es euch. Exo 30:33 Wer solches mischt und davon an einen Unbefugten bringt, werde aus seinem Volke gestrichen!'" Exo 30:34 Der Herr sprach zu Moses: "Nimm Spezereien, Tropfharz, Räucherklaue, wohlriechendes Harz und reinen Weihrauch, alles zu gleichen Teilen! Exo 30:35 Mach daraus ein Räucherwerk, eine würzige Mischung, eines Salbenmischers Werk, scharf, rein, ein heilig Ding! Exo 30:36 Verreibe davon staubfein und bringe davon vor das Zeugnis ins Festgezelt, wo ich mich dir offenbaren werde! Hochheilig sei es euch! Exo 30:37 Das Räucherwerk, das du machst, dürft ihr für euch nicht mehr nachmachen. Ein heilig Ding für den Herrn sei es dir! Exo 30:38 Wer gleiches macht, daran zu riechen, werde aus seinem Volke gestrichen!" Exo 31:1 Der Herr sprach zu Moses: Exo 31:2 "Sieh! Ich berufe Besalel, des Uri Sohn, den Enkel Hurs, vom Stamme Juda. Exo 31:3 Ich erfülle ihn mit Gottesgeist, mit Weisheit, Einsicht und Wissen um jeglich Werk, Exo 31:4 um Pläne zu ersinnen und sie in Gold, Silber und Kupfer auszuführen, Exo 31:5 im Schnitt von Steinen zu Füllungen und im Schnitt von Hölzern, in vielgestaltiger Ausführung. Exo 31:6 Oholiab, den Sohn Achisamaks, vom Danstamme gebe ich ihm bei und verleihe Weisheit allen anderen Künstlern, daß sie alles machen, was ich dir befehle. Exo 31:7 Das Festgezelt und die Lade des Zeugnisses, die Deckplatte darüber und die anderen Geräte im Zelt, Exo 31:8 den Tisch und seine Geräte, den reinen Leuchter mit all seinen Geräten, den Rauchaltar, Exo 31:9 den Altar für Brandopfer und alle seine Geräte, das Becken mit seinem Gestell, Exo 31:10 die feineren Schutzdecken und die Gewänder für das Heiligtum, für Aaron, den Priester, und die Gewänder seiner Söhne für den priesterlichen Dienst, Exo 31:11 das Salböl und das würzige Rauchwerk für das Heiligtum. Ganz wie ich es dir befehle, sollen sie es machen!" Exo 31:12 Und der Herr sprach zu Moses: Exo 31:13 "Sag dies den Söhnen Israels: 'Beobachtet doch meine Ruhetage! Ein Zeichen zwischen mir und euch ist ein solcher in euren Geschlechtern, auf daß man wisse, daß ich, der Herr, euch heilige. Exo 31:14 Haltet auch den Sabbat! Er sei euch ein heilig Ding! Wer ihn entweiht, sterbe des Todes! Wer an ihm Arbeit tut, solch Wesen werde getilgt aus seinem Volke! Exo 31:15 Sechs Tage werde Arbeit getan! Am siebten Tage aber ist der rechte Ruhetag, ein heilig Ding dem Herrn! Wer am Sabbat Arbeit tut, sei des Todes!' Exo 31:16 So sollen die Söhne Israels den Sabbat halten! Zum ewigen Bunde sollen sie den Sabbat in ihren Geschlechtern machen! Exo 31:17 Er sei ein Zeichen zwischen mir und den Söhnen Israels für immer! Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde gemacht. Am siebten Tage aber hat er aufatmend geruht." Exo 31:18 Und er übergab Moses, nachdem er mit ihm auf dem Berg Sinai zu Ende geredet, die beiden Tafeln des Zeugnisses, steinerne Tafeln, vom Finger Gottes beschrieben. Exo 32:1 Als das Volk sah, daß Moses säumte, vom Berg herabzusteigen, rottete sich das Volk wider Aaron und sprach zu ihm: "Auf! Mach uns Götter, die vor uns herziehen! Denn also ist es mit Moses, dem Manne, der uns aus Ägypterland geführt: Wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist." Exo 32:2 Da sprach Aaron zu ihnen: "Dann reißt die goldenen Ringe ab, die in den Ohren eurer Weiber, Söhne und Töchter hängen, und bringt sie mir!" Exo 32:3 Da riß sich alles Volk seine goldenen Ohrringe ab und brachte sie zu Aaron. Exo 32:4 Er nahm sie aus ihrer Hand und formte sie in einer Gußform. So machte er ein Gußkalb daraus. Da sprachen sie: "Dies sind, Israel, deine Götter, die dich aus Ägypterland herausgeführt." Exo 32:5 Als aber Aaron dies wahrnahm, baute er vor ihm einen Altar. Dann rief Aaron und sprach: "Morgen ist ein Fest des Herrn." Exo 32:6 Da opferten sie frühmorgens Brandopfer und brachten Mahlopfer. Dann setzte sich das ganze Volk, zu essen und zu trinken. Hierauf erhob es sich zu scherzen. Exo 32:7 Da sprach der Herr zu Moses: "Geh hinab! Verkehrtes tut dein Volk, das du aus Ägypterland geführt. Exo 32:8 Rasch sind sie vom Pfade gewichen, den ich ihnen geboten. Sie haben sich ein Gußkalb gemacht. Dies beten sie an, opfern ihm und sprechen: 'Dies sind, Israel, deine Götter, die dich aus Ägypterland geführt.'" Exo 32:9 Und der Herr sprach zu Moses: "Ich sehe, woran ich mit diesem Volke bin. Ein widerspenstiges Volk ist es. Exo 32:10 Nun laß mich, daß mein Zorn wider sie entbrenne und ich sie vernichte! Dich aber mache ich zu einem großen Volke." Exo 32:11 Da begütigte Moses den Herrn, seinen Gott. "Warum willst du, Herr, so heftig deinem Volke zürnen, das du aus Ägypterland mit großer Kraft und starkem Arm geführt? Exo 32:12 Warum sollen die Ägypter sagen dürfen: Zur Unheilsstunde hat er sie herausgeführt, sie in den Bergen umzubringen und von der Erde zu tilgen? Laß von deiner Zornesglut! Laß dich gereuen des Unheils über dein Volk! Exo 32:13 Gedenke deiner Knechte Abraham und Isaak und Israel, was du ihnen bei dir geschworen hast! Du versprachest: 'Mehren will ich euren Stamm wie des Himmels Sterne, und dies ganze Land, von dem ich gesprochen, gebe ich eurem Stamm, daß es ihm auf ewig eigen sei.'" Exo 32:14 Da ließ sich der Herr des Unheils gereuen, das er seinem Volke zu tun gedroht. Exo 32:15 So wandte sich Moses und stieg vom Berg, die zwei Tafeln des Zeugnisses in der Hand. Die Tafeln waren auf beiden Seiten beschrieben. Vorne und hinten waren sie beschrieben. Exo 32:16 Die Tafeln aber waren Gotteswerk, und die Schrift Gottesschrift, gegraben auf die Tafeln. Exo 32:17 Da hörte Josue den Lärm des zügellosen Volkes und sprach zu Moses: "Kriegslärm ist im Lager." Exo 32:18 Er aber sprach. "Das ist kein Siegesjubel und kein Fluchgeschrei. Gemeines Schreien höre ich." Exo 32:19 Als er dem Lager näherkam, sah er das Kalb und Tänze. Da loderte Mosis Zorn empor, und er warf die Tafeln weg und zerschlug sie unten am Berge. Exo 32:20 Dann nahm er das Kalb, das sie gemacht, verbrannte es im Feuer und zerstieß es zu Staub. Dann streute er ihn auf das Wasser und gab ihn den Israeliten zu schlucken. Exo 32:21 Dann sprach Moses zu Aaron: "Was hat dir dieses Volk getan, daß du solch schwere Schuld darüber gebracht hast?" Exo 32:22 Da sprach Aaron: "Nicht zürne mein Herr! Du selber weißt, wie zügellos das Volk sein kann. Exo 32:23 Sie sprachen zu mir: 'Mach du uns Götter, die vor uns herziehen! Denn also ist es mit Moses, dem Manne, der uns aus Ägypterland geführt: Wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist.' Exo 32:24 Ich sprach zu ihnen: 'Wer hat Gold?' Da rissen sie es ab und gaben es mir. Ich warf es ins Feuer. Da kam dies Kalb heraus." Exo 32:25 Moses aber sah, daß das Volk ausgelassen war. Denn Aaron hatte es laufen lassen, hatte sich doch ihr Widerspruchsgeist hervorgedrängt. Exo 32:26 Da trat Moses ins Lagertor und rief: "Wer für den Herrn ist, her zu mir!" Da sammelten sich bei ihm alle Levisöhne. Exo 32:27 Er sprach zu ihnen: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Es lege jeder sein Schwert an seine Hüfte! Geht im Lager von einem Tor zum anderen und tötet, jeder selbst den eigenen Bruder, Freund und Anverwandten!'" Exo 32:28 Und die Levisöhne taten nach Mosis Wort. Vom Volke fielen an jenem Tage um 3.000 Mann. Exo 32:29 Und Moses sprach: "Tut für den Herrn das Höchste, was ihr tun könnt! Denn auch bei Sohn und Bruder ist es euch möglich, ihnen heute Segen zu vermitteln." Exo 32:30 Am anderen Morgen sprach Moses zu dem Volke: "Schwer habt ihr euch versündigt. Nun steige ich zum Herrn empor. Vielleicht kann ich euch Verzeihung für eure Sünde erwirken." Exo 32:31 So kehrte Moses zum Herrn und sprach.- "Sieh, dieses Volk hat schwer gesündigt. Goldene Götter machte es sich. Exo 32:32 Wenn du ihnen diese Sünde verzeihen wolltest! Wo nicht, so streiche mich lieber aus deinem Buche, in das du schreibst!" Exo 32:33 Da sprach der Herr zu Moses: "Wer sich gegen mich versündigt, nur den streiche ich aus meinem Buche. Exo 32:34 Nun aber gehe hin und führe das Volk, wohin ich dir gesagt! Fürwahr, mein Engel zieht vor dir her. Am Tage meiner Ahndung aber ahnde ich an ihnen ihre Sünde." Exo 32:35 Und der Herr schlug das Volk dafür, daß sie das Kalb hatten machen lassen, das Aaron gefertigt hatte. Exo 33:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Geh, zieh hinauf von hier, du und das Volk, das du aus Ägypterland geführt, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen mit den Worten: 'Deinem Stamme gebe ich es!' Exo 33:2 Ich sende aber einen Engel vor dir her und vertreibe die Kanaaniter und die Amoriter, Chittiter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Exo 33:3 Denn in das Land, von Milch und Honig fließend, ziehe ich nicht in deiner Mitte hinauf; weil du ein widerspenstiges Volk bist. Ich müßte dich sonst unterwegs vernichten." Exo 33:4 Als das Volk diese schlimme Botschaft vernahm, trauerte es, und niemand legte seinen Schmuck an. Exo 33:5 Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich zu den Söhnen Israels: 'Ihr seid ein widerspenstiges Volk. Zöge ich nur einen Augenblick in deiner Mitte mit, so müßte ich dich vertilgen. Lege keinen Schmuck mehr an, sonst wüßte ich, was ich dir täte!'" Exo 33:6 Da ließen die Israeliten vom Berge Horeb an ihren Schmuck weg. Exo 33:7 Moses aber nahm das Zelt; dann schlug er es dort außerhalb des Lagers auf, entfernt vom Lager. Er nannte es Festgezelt. Wer den Herrn suchte, ging zum Festgezelt außerhalb des Lagers. Exo 33:8 Sooft Moses zum Zelte hinausging, erhob sich alles Volk. Jeder stellte sich unter seine Zelttür, und so schauten sie Moses nach, bis er zum Zelte gekommen war. Exo 33:9 Sooft Moses zum Zelte kam, senkte sich die Wolkensäule herab und stand an der Zelttür und redete mit Moses. Exo 33:10 Sah nun das ganze Volk die Wolkensäule am Zelteingang stehen, dann begann es, jeder an seinem Zelteingang, sich niederzuwerfen. Exo 33:11 Der Herr aber redete mit Moses von Angesicht zu Angesicht, wie jemand mit seinem Freunde spricht. Kehrte er ins Lager zurück, so wich sein Diener Josue, Nuns Sohn, als Lediger, nicht aus dem Zelte. Exo 33:12 Moses sprach zum Herrn: "Du sagst zu mir: 'Führe dieses Volk hinauf!' Aber du tust mir nicht kund, wen du mit mir senden willst. Und doch sagst du: 'Ich kenne dich mit Namen. In meinen Augen hast du Gnade gefunden.' Exo 33:13 Nun, habe ich in deinen Augen Gnade gefunden, dann laß mich deine Art erkennen, daß ich dich recht verstehe und mich deiner Gnade würdig zeige! Bedenke! Dein Volk ist dies Volk." Exo 33:14 Er sprach: "Ginge mein Angesicht mit, beruhigte ich dich damit?" Exo 33:15 Da sprach er zu ihm: "Zieht nicht dein Angesicht mit, dann führe uns nicht von hier hinauf! Exo 33:16 Woran denn würde sonst erkannt, daß ich mit deinem Volk in deinen Augen Gnade gefunden, wenn nicht daran, daß Du mit uns ziehst? Dadurch sind wir ja, ich und dein Volk, vor allen Erdenvölkern ausgezeichnet." Exo 33:17 Da sprach der Herr zu Moses: "Auch dies, was du erbittest, will ich tun. Du hast ja Gnade in meinen Augen gefunden. Ich kenne dich mit Namen." Exo 33:18 Er sprach: "Laß mich deine Herrlichkeit schauen!" Exo 33:19 Da sprach er: "Ich führe an dir vorüber all meine Herrlichkeit und nenne vor dir des Herrn Namen: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, wem barmherzig, dem barmherzig." Exo 33:20 Dann sprach er: "Mein Angesicht kannst du nicht schauen. Kein Mensch schaut mich und lebt." Exo 33:21 Und der Herr sprach: "Hier bei mir ist Platz. Stell dich auf diesen Felsen! Exo 33:22 Fährt meine Herrlichkeit vorüber, dann stelle ich dich in die Felsenritze und lege meine Hand auf dich, bis ich vorüber bin. Exo 33:23 Ziehe ich dann meine Hand weg, dann schaust du meine Rückseite. Aber mein Angesicht bleibt unsichtbar." Exo 34:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Behaue dir zwei Steintafeln, wie die ersten! Ich schreibe dann auf die Tafeln die Worte, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerbrochen hast. Exo 34:2 Sei bereit für morgen und steige in der Frühe auf den Sinaiberg und tritt vor mich auf den Bergesgipfel! Exo 34:3 Aber niemand steige mit dir hinauf! Am ganzen Berge lasse sich niemand blicken! Auch Schafe und Rinder dürfen nicht nach diesem Berg zu weiden." Exo 34:4 So hieb er zwei Steintafeln wie die ersten zurecht. Und früh morgens stand Moses auf und bestieg den Berg Sinai, wie ihm der Herr befohlen, und nahm die zwei Steintafeln in seine Hand. Exo 34:5 Da fuhr der Herr im Gewölke herab und stellte sich dort neben ihn; dann nannte er den Namen des Herrn. Exo 34:6 Der Herr zog nämlich an ihm vorüber und rief: "Herr, Herr! Ein Gott, barmherzig und gnädig, langmütig, reich an steter Güte. Exo 34:7 Tausenden wahrt er die Treue und verzeiht Schuld und Fehl und Missetat. Aber straffrei läßt er nicht, sondern ahndet der Väter Schuld an Kindern und an Enkeln, am dritten und am vierten Gliede." Exo 34:8 Dann neigte sich Moses eilends zu Boden und warf sich nieder und sprach: Exo 34:9 "Habe ich, Herr, in deinen Augen Gnade gefunden, dann ziehe der Herr mit uns! Wohl ist es ein widerspenstiges Volk. Doch verzeihe unsere Schuld und Sünde! Mach uns zu den ewig Deinen!" Exo 34:10 Und er sprach: "So schließe ich denn einen Bund: Vor all deinem Volke will ich Wunder tun, wie sie nirgends auf Erden und bei keinem Volke gewirkt worden sind. Schauen soll das ganze Volk, in dessen Mitte du weilst, wie schauervoll das Herrenwerk ist, das ich an dir tun will! Exo 34:11 Merk dir, was ich dir heute gebiete! Sieh! Ich vertreibe vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Chittiter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Exo 34:12 Hüte dich vor einem Bunde mit den Insassen des Landes, in das du kommst, daß er nicht zum Falle in deiner Mitte werde! Exo 34:13 Ihre Altäre sollt ihr zerstören, ihre Steinmale zerbrechen, ihre heiligen Pfähle fällen! Exo 34:14 Du sollst dich nicht vor einem anderen Gott niederwerfen! Der Herr heißt eifersüchtig. Ein eifersüchtiger Gott ist er. Exo 34:15 Daß du keinen Bund mit des Landes Insassen schließest Wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern und man dich einlade, iß nichts von ihren Opfern! Exo 34:16 Nimm von ihren Töchtern kein Weib für deine Söhne. Ihre Töchter huren ja ihren Göttern nach, und so würden sie deine Söhne zur Götterhurerei verleiten! Exo 34:17 Du sollst dir kein Göttergußbild machen! Exo 34:18 Das Fest der ungesäuerten Brote halte! Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich es dir geboten, zur Zeit des Neumonds im Abib Exo 34:19 Du bist ja aus Ägypten gezogen an dem Neumond des Abib. 19 Ein jeder Erstlingswurf ist mein, und zwar ist all dein Zuchtvieh hier gemeint: der erste Wurf von Rindern und von Schafen. Exo 34:20 Den ersten Wurf vom Esel sollst du mit einem Schafe auslösen! Lösest du ihn nicht aus, dann brich ihm das Genick! All deine erstgeborenen Söhne sollst du auslösen! Nicht schaue man gabenleer mein Angesicht! Exo 34:21 Sechs Tage magst du arbeiten: am siebten aber sollst du ruhen! Selbst zur Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhen! Exo 34:22 Du sollst dir ein Wochenfest zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte halten und dein Herbstfest an der Jahreswende! Exo 34:23 Dreimal im Jahr erscheine vor dem Herrn, dem Herrn, dem Gotte Israels, alles, was bei dir ist! Exo 34:24 Ich tilge viele Völker vor dir und weite dein Gebiet. Und so wird niemand dein Land begehren, solange du hinaufziehst, vor dem Herrn, deinem Gott, dreimal im Jahre zu erscheinen. Exo 34:25 Du sollst meines Opfers Blut nicht mit Gesäuertem zusammen schlachten! Über Nacht soll nichts vom Passahfestopfer bis zum Morgen noch da sein! Exo 34:26 Von deines Ackers Erstlingen den ersten Abhub sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen! Du sollst kein Böckchen in seiner Mutter Fett braten!" Exo 34:27 Und der Herr sprach zu Moses: "Schreib diese Worte dir auf! Denn laut dieser Worte schließe ich mit dir und mit Israel einen Bund." Exo 34:28 Und er weilte dort beim Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte. Er aß kein Brot und trank kein Wasser. Auf die Tafeln aber schrieb er die Worte des Bundes, die zehn Worte. Exo 34:29 Als Moses vom Berge Sinai niederstieg - die beiden Zeugnistafeln in Mosis Hand -, als er vom Berge niederstieg, wußte Moses nicht, daß seine Gesichtshaut von der Unterredung mit ihm strahlte. Exo 34:30 Aaron und alle anderen Israeliten schauten Moses, wie seine Gesichtshaut strahlte. Da fürchteten sie sich, ihm nahe zu kommen. Exo 34:31 Da rief ihnen Moses zu, und Aaron und alle Fürsten in der Gemeinschaft wandten sich ihm zu. Dann redete Moses mit ihnen. Exo 34:32 Hernach traten alle Israeliten herzu, und er gebot ihnen alles, was der Herr mit ihm auf dem Berge gesprochen hatte. Exo 34:33 Als Moses seine Unterredung mit ihnen beendigt hatte, legte er auf sein Antlitz einen Schleier. Exo 34:34 Sooft Moses vor den Herrn kam, mit ihm zu reden, entfernte er den Schleier, bis er wieder heraustrat. Trat er heraus und meldete den Israeliten, wozu er entboten ward, Exo 34:35 dann sahen die Israeliten an Mosis Antlitz, daß Mosis Gesichtshaut strahlte. Dann aber legte Moses den Schleier wieder über sein Antlitz, bis er hineinkam, mit ihm zu reden. Exo 35:1 Moses versammelte nun die ganze israelitische Gemeinschaft und sprach zu ihnen: "Dies sind die Worte, die der Herr zu tun befiehlt: Exo 35:2 'Gearbeitet darf nur sechs Tage werden! Der siebte Tag soll euch ein heilig Ding, ein rechter Ruhetag des Herrn sein! Wer an ihm irgendeine Arbeit tut, soll getötet werden! Exo 35:3 Ihr dürft in keiner eurer Siedlungen am Sabbattage Feuer machen!'" Exo 35:4 Und Moses sprach zu der ganzen israelitischen Gemeinschaft also: "Dies ist es, was der Herr befiehlt: Exo 35:5 Liefert von euch aus eine Gabe für den Herrn! Wen dazu sein Herz treibt, der bringe für den Herrn eine Gabe an Gold, Silber, Kupfer, Exo 35:6 an blauem und rotem Purpur, Karmesin und Linnen, Ziegenhaar, Exo 35:7 gegerbten Widderfellen, Seekuhhäuten und Akazienholz, Exo 35:8 Öl für den Leuchter und Spezereien zum Salböl und zum würzigen Räucherwerk Exo 35:9 und Onyx- sowie andere Edelsteine zum Besatze des Schulterkleides und der Tasche! Exo 35:10 Dann sollen alle, die kundigen Sinnes bei euch, kommen und alles machen, was der Herr befiehlt, Exo 35:11 die Wohnung und das Zelt mit seiner Hülle und seinen Haken, Brettern, Riegeln, Säulen, Füßen, Exo 35:12 die Lade, ihre Stangen, ihre Deckplatte, den verhüllenden Vorhang, Exo 35:13 den Tisch mit seinen Stangen und all seinen Geräten, das Schaubrot, Exo 35:14 den Leuchter zur Beleuchtung, alle seine Geräte, seine Lampen und das Leuchteröl, Exo 35:15 den Rauchaltar und seine Stangen, das Salböl und das würzige Räucherwerk, den Vorhang für der Wohnung Tür, Exo 35:16 den Brandopferaltar, das Kupfergitterwerk daran und seine Stangen, seine Geräte, den Kessel und sein Gestell, Exo 35:17 des Vorhofs Umhänge mit seinen Säulen und Fußgestellen, des Vorhoftores Vorhang, Exo 35:18 der Wohnung Pflöcke, die des Vorhofes, ihre Stricke, Exo 35:19 die Schongewänder zum Dienste im Heiligtum, des Heiligtums Gewänder für den Priester Aaron und seiner Söhne Kleider für den Priesterdienst." Exo 35:20 Da gingen sie, die ganze israelitische Gemeinschaft von Moses weg. Exo 35:21 Dann kam jeder, den sein Sinn bewegt, und jeder, den sein Herz angetrieben; sie brachten eine Gabe dem Herrn für die Arbeit am Festgezelt, für all seinen Dienst darin und für die heiligen Gewänder. Exo 35:22 Die Männer kamen neben den Weibern; alle, die ihr Herz antrieb, brachten Spangen, Ohr- und Fingerringe und Geschmeide, lauter goldene Sachen, jeder, der an Gold eine Weihegabe dem Herrn geweiht hatte. Exo 35:23 Jeder, bei dem sich blauer und roter Purpur, Karmesin, Linnen, Ziegenhaar, gegerbte Widderfelle und Seekuhhäute vorgefunden, brachte es. Exo 35:24 Jeder, der eine Gabe an Silber und Kupfer geben wollte, brachte diese Gabe für den Herrn, ebenso wer Akazienholz für allerlei Verwertung hatte. Exo 35:25 Jedes kunstfertige Weib, das auf gewöhnliche Art spann, brachte das Gespinst, blauen und roten Purpur, Karmesin und Linnen. Exo 35:26 Alle die Weiber, die ihr Sinn in Weisheit bewegt hatte, verspannen Ziegenhaar. Exo 35:27 Die Fürsten brachten Onyx- und andere Edelsteine zum Besatz des Schulterkleides und der Tasche, Exo 35:28 dazu die Spezereien und das Öl für den Leuchter, zum Salböl und zum wohlduftenden Räucherwerk. Exo 35:29 Jeder Mann und jedes Weib brachte, was sie ihr Herz zu bringen trieb, für alle Arbeit, deren Anfertigung der Herr durch Moses geboten hatte. Die Söhne Israels brachten es freiwillig dem Herrn. Exo 35:30 Moses aber sprach zu den Israeliten: "Seht! Mit Namen hat der Herr den Besalel berufen, des Uri Sohn, den Enkel Hurs, vom Stamme Juda. Exo 35:31 Mit Gottesgeist erfüllte er ihn, mit Kunstsinn, Einsicht und Wissen um ein jeglich Werk, Exo 35:32 und um Pläne zu ersinnen, um in Gold, Silber oder Kupfer sie auszuführen, Exo 35:33 in Steinschnitt zu Füllungen und im Holzschneiden, um sie vielgestaltig auszuführen. Exo 35:34 Auch die Gabe, Anregungen zu geben, hat er in sein Herz gelegt. Ihn selber und Oholiab, den Sohn Achisamaks, vom Stamme Dan, Exo 35:35 sie beide hat er mit weisem Sinne erfüllt, jegliche Arbeit zu machen, die des Schmiedes und des Kunstwebers, des Buntwirkers in blauem und rotem Purpur, in Karmesin und Linnen und die des Webers. So machten sie jegliche Arbeit und ersannen Kunstwerke." Exo 36:1 "So mache es Besalel, Oholiab und jeder Kunstverständige, dem der Herr Weisheit und Einsicht verliehen, alle Arbeit zur Fertigung des Heiligtumes zu verstehen, Weisheit und Einsicht für alles, was der Herr befohlen hat!" Exo 36:2 Hierauf berief Moses den Besalel und Oholiab und jeden kunstverständigen Mann, dem der Herr Weisheit verliehen, jeden, den sein Sinn bewegt hatte, an die Ausführung des Werkes zu gehen. Exo 36:3 Sie empfingen unter Mosis Aufsicht alle Gaben, die die Israeliten für die Arbeit der Fertigstellung des Heiligtums gebracht, um sie zu verarbeiten. Aber noch brachten sie ihm jeden Morgen freiwillige Gaben. Exo 36:4 Da gingen alle Weisen, die alle Arbeit am Heiligtume machten, Mann für Mann von ihrer Arbeit weg, die sie machten, Exo 36:5 und sprachen zu Moses: "Das Volk bringt viel mehr, als zur Fertigung der vom Herrn gebotenen Arbeiten nötig ist." Exo 36:6 Da gab Moses Befehl, und man ließ im Lager den Ruf ergehen: "Nicht Mann noch Weib mehr mache etwas zu einer Gabe für das Heiligtum!" So ward dem Volke weiteres Bringen verwehrt. Exo 36:7 Stoff genug war da, um alle Arbeit auszuführen, ja übergenug. Exo 36:8 So machten all die Kunstverständigen unter den am Werk Beschäftigten die Wohnung aus zehn Teppichen von gezwirntem Linnen, blauem und rotem Purpur und Karmesin. Mit Cheruben, nach Kunstwirkers Art, hatte man sie gemacht. Exo 36:9 Jeder Teppich war achtundzwanzig Ellen lang und vier breit. Alle Teppiche hatten einerlei Maß. Exo 36:10 Fünf Teppiche heftete man zusammen. Exo 36:11 Man machte blaue Purpurschleifen am Saume des äußersten Teppichs der einen Naht, ebenso am Saum des äußersten Teppichs der anderen Naht. Exo 36:12 Fünfzig Schleifen hatte man an dem einen Teppich gemacht und fünfzig am Rand des Teppichs der anderen Naht, so daß die Schleifen einander gegenüberstanden. Exo 36:13 Dann machte man fünfzig goldene Haken und heftete die Teppiche mittels der Haken zusammen. So ward die Wohnung ein Ganzes. Exo 36:14 Dann machte man Teppiche aus Ziegenhaar zu einem Zelt über der Wohnung. Elf Teppiche nahm man dazu. Exo 36:15 jeder Teppich war dreißig Ellen lang und vier breit. Alle elf Teppiche hatten einerlei Maß. Exo 36:16 Dann heftete man fünf Teppiche für sich zu einem Ganzen, ebenso die sechs Teppiche für sich. Exo 36:17 Dann machte man fünfzig Schleifen am Saum des äußersten Teppichs der einen Naht und fünfzig an dem der anderen Naht. Exo 36:18 Dann machte man fünfzig Kupferhaken, um das Zelt zu einem Ganzen zusammenzuheften. Exo 36:19 Dann machte man eine Zeltdecke aus gegerbten Widderfellen und oben darüber eine Decke aus Seekuhhäuten. Exo 36:20 Dann machte man gerade Bretter zur Wohnung aus Akazienholz. Exo 36:21 Jedes Brett zehn Ellen lang und anderthalb breit, Exo 36:22 an den einzelnen Brettern zwei Zapfen unter sich verbunden. So machte man alle Bretter der Wohnung. Exo 36:23 Und zwar machte man an Brettern für die Wohnung zwanzig Bretter für die Südseite. Exo 36:24 Unter die zwanzig Bretter machte man vierzig silberne Füße, je zwei Füße unter jedem Brett für seine zwei Zapfen. Exo 36:25 Ebenso für die andere Seite der Wohnung gegen Norden zwanzig Bretter Exo 36:26 mit ihren vierzig silbernen Füßen, je zwei Füße unter jedem Brett. Exo 36:27 Für die Westseite machte man sechs Bretter Exo 36:28 und zwei Bretter für die Winkel der Wohnung auf der Rückseite. Exo 36:29 Sie waren unten doppelkantig und am Kopfende kreisrund. So machte man es mit beiden in den beiden Winkeln. Exo 36:30 Somit waren es acht Bretter mit sechzehn silbernen Füßen; je zwei Füße unter jedem Brett. Exo 36:31 Dann machte man fünf Akazienholzriegel für die Bretter der einen Wohnseite, Exo 36:32 fünf Riegel für die Bretter der anderen Wohnseite und fünf Riegel für die Bretter der westlich gelegenen Wohnseite. Exo 36:33 Den mittelsten Riegel ließ man in der Brettermitte von einem Ende zum anderen durchlaufen. Exo 36:34 Die Bretter überzog man mit Gold. Aus Gold fertigte man auch die Ringe zur Aufnahme der Riegel; die Riegel überzog man gleichfalls mit Gold. Exo 36:35 Dann stellte man den Vorhang her aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen, mit Cheruben in Kunstwirkerarbeit. Exo 36:36 Man machte für ihn vier Akaziensäulen und überzog sie mit Gold. Auch ihre Stifte waren aus Gold, und man goß für sie vier silberne Füße. Exo 36:37 Dann machte man einen Vorhang für die Zeltöffnung aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen in Buntwirkerarbeit Exo 36:38 nebst seinen fünf Säulen und ihren Stiften. Ihre Köpfe und ihre Ringe überzog man mit Gold; ihre fünf Füße aber waren kupfern. Exo 37:1 Und Besalel machte die Lade aus Akazienholz, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb breit und hoch. Exo 37:2 Er überzog sie in- und auswendig mit reinem Gold und machte ihr einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:3 Dann goß er für sie vier goldene Ringe für die vier Füße, zwei Ringe auf der einen Seite und zwei auf der anderen. Exo 37:4 Dann fertigte er Akazienstangen und überzog sie mit Gold. Exo 37:5 Diese Stangen zog er durch die Ringe an den beiden Seiten der Lade, um die Lade zu tragen. Exo 37:6 Dann machte er aus reinem Gold eine Deckplatte, zweieinhalb Ellen lang und anderthalb breit. Exo 37:7 Auch machte er zwei goldene Cherube. Er machte sie in getriebener Arbeit für die beiden Enden der Deckplatte. Exo 37:8 Den einen Cherub an dem einen Ende, den anderen am anderen Ende. An beiden Enden der Deckplatte brachte er die Cherube an. Exo 37:9 Die Cherube breiteten nach oben ihre Flügel, mit ihren Flügeln die Deckplatte deckend, die Gesichter sich zugekehrt. Die Cherubsgesichter aber schauten nach der Deckplatte hin. Exo 37:10 Dann machte er aus Akazienholz einen Tisch, zwei Ellen lang, eine breit und anderthalb hoch. Exo 37:11 Er überzog ihn mit reinem Gold und machte ihm einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:12 Dann machte er ihm eine handbreit große Leiste ringsum, und daran machte er wieder einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:13 Er goß für ihn vier goldene Ringe und befestigte diese Ringe an den vier Ecken seiner vier Füße. Exo 37:14 Dicht an der Leiste waren die Ringe zur Aufnahme der Stangen, um den Tisch zu tragen. Exo 37:15 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, um den Tisch zu tragen. Exo 37:16 Er machte die Geräte für den Tisch, seine Schüsseln, Schalen, Becher und Kannen zur Trankopferspende, aus reinem Gold. Exo 37:17 Aus reinem Gold machte er auch den Leuchter; in getriebener Arbeit machte er den Leuchter, sein Fußgestell und seinen Schaft; seine Kelche, Knospen und Blüten gingen aus ihm hervor. Exo 37:18 Von seinen Seiten gingen sechs Röhren aus, je drei auf jeder Leuchterseite. Exo 37:19 An jeder Röhre waren drei Mandelblütenkelche, je eine Knospe samt der Blüte. So an allen sechs von dem Leuchter ausgehenden Röhren. Exo 37:20 Am Leuchter selbst waren vier Mandelblütenkelche, mit Knospen und Blüten, Exo 37:21 jedesmal eine Knospe unter jedem der drei Röhrenpaare, der sechs von ihm ausgehenden Röhren. Exo 37:22 Ihre Knospen und Röhren waren aus einem Stück mit ihm, alles getriebene Arbeit aus einem Stück, von reinem Gold. Exo 37:23 Dann machte er seine sieben Lampen nebst seinen Lichtscheren und Pfannen von reinem Gold. Exo 37:24 Aus einem Barren Feingold machte er ihn und seine Geräte. Exo 37:25 Dann machte er aus Akazienholz den Räucheraltar, eine Elle lang, eine breit, viereckig und zwei Ellen hoch. Seine Hörner gingen aus ihm hervor. Exo 37:26 Er überzog mit reinem Gold ihn, seine Platte und seine Wände ringsum sowie seine Hörner und machte ihm einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:27 Unterhalb des Kranzes machte er seinen beiden Ecken beiderseitig je zwei goldene Ringe zur Aufnahme der Stangen, um ihn daran zu tragen. Exo 37:28 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold. Exo 37:29 Dann machte er das heilige Salböl sowie das reine, wohlriechende Räucherwerk nach Salbenmischer Art. Exo 38:1 Dann machte er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen lang, fünf breit, viereckig und drei Ellen hoch. Exo 38:2 Er machte an seinen vier Ecken seine Hörner so, daß seine Hörner an ihm ausliefen. Er überzog sie mit Kupfer. Exo 38:3 Dann machte er alle Altargeräte, Töpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln und Pfannen. Aus Kupfer machte er alle seine Geräte. Exo 38:4 Für den Altar machte er ein Gitterwerk, ein kupfernes Netzwerk, unterhalb seines Gesimses bis zu seiner halben Höhe. Exo 38:5 Er goß vier Ringe für die vier Ecken des Kupfergitterwerkes zur Aufnahme der Stangen. Exo 38:6 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Kupfer. Exo 38:7 Die Stangen zog er durch die Ringe an den Seiten des Altares, um ihn daran zu tragen. Exo 38:8 Er machte ihn aus Brettern, so daß er hohl war. Das Becken machte er aus Kupfer, ebenso sein Gestell aus Kupfer von den Spiegeln der Mädchen, die den Eingang zum Festgezelt schmückten. Exo 38:9 Dann machte er den Vorhof. Die Vorhofumhänge aus gezwirntem Linnen für die Südseite waren hundert Ellen lang, Exo 38:10 dazu zwanzig Säulen mit ihren zwanzig Kupferfüßen. Die Säulenstifte und ihre Ringe waren silbern. Exo 38:11 Für die Nordseite hundert Ellen, dazu zwanzig Säulen mit ihren zwanzig Kupferfüßen. Die Säulenstifte und ihre Ringe waren silbern. Exo 38:12 Für die Westseite Umhänge von fünfzig Ellen, dazu zehn Säulen mit ihren zehn Füßen. Die Säulenstifte und ihre Ringe waren silbern. Exo 38:13 Für die Ostseite fünfzig Ellen-, Exo 38:14 Umhänge von fünfzehn Ellen für die eine Seite, dazu drei Säulen mit ihren drei Füßen, Exo 38:15 für die andere Seite, zu beiden Seiten des Vorhoftores, Umhänge von fünfzehn Ellen, dazu drei Säulen mit ihren drei Füßen. Exo 38:16 Alle Vorhofumhänge ringsum waren von gezwirntem Linnen. Exo 38:17 Die Säulenfüße kupfern, die Säulenstifte und ihre Ringe silbern, ebenso der Überzug ihrer Köpfe silbern. Alle Vorhofsäulen waren mit Silberringen versehen. Exo 38:18 Des Vorhoftores Vorhang war Buntwirkerarbeit aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen, zwanzig Ellen lang und fünf Ellen hoch in der Breite, entsprechend den Vorhofsumhängen. Exo 38:19 Seine vier Säulen mit ihren vier Füßen waren kupfern, ihre Stifte silbern und der Überzug ihrer Köpfe und ihrer Ringe silbern. Exo 38:20 Alle Pflöcke an der Wohnung und am Vorhof ringsum waren kupfern. Exo 38:21 Dies sind die Verordnungen für die Wohnung, die Zeugniswohnung, wie sie auf Mosis Befehl als Dienst der Leviten unter dem Priester Itamar, dem Aaronssohn, verordnet wurden. Exo 38:22 Besalel, Uris Sohn und Hurs Enkel vom Stamm Juda, machte alles, was der Herr dem Moses geboten, Exo 38:23 und mit ihm Oholiab, Achisamaks Sohn, vom Stamm Dan als Schmied, Kunstwirker und Buntwirker in rotem und blauem Purpur, Karmesin und Linnen. Exo 38:24 Alles Gold, das bei der Arbeit, bei aller Arbeit am Heiligtum, verwendet ward, das Gold der Spende, betrug 29 Barren und 730 Ringe nach der Währung des heiligen Ringes, Exo 38:25 das Silber aus der Musterung der Gemeinde hundert Barren und 1.775 Ringe nach der Währung des heiligen Ringes, Exo 38:26 je die Hälfte von jedem Kopf, ein Halbring nach der Währung des heiligen Ringes, von allen, die der Musterung von zwanzig Jahren und darüber unterlagen, 603.550 Mann. Exo 38:27 Die hundert Barren Silber wurden zum Gießen der Fußgestelle des Heiligtums und der Vorhanggestelle verwendet, hundert Barren zu hundert Füßen, zu jedem Fuß ein Barren. Exo 38:28 Aus den 1.775 Ringen machte man Säulenstifte, überzog ihre Köpfe und versah sie mit Ringen. Exo 38:29 Das Kupfer der Weihegabe betrug 70 Barren 2.400 Ringe. Exo 38:30 Daraus machte man die Füße der Tür des Bundeszeltes, den kupfernen Altar, das kupferne Gitterwerk an ihm, alle Altargeräte, Exo 38:31 die Füße im Vorhof ringsum, die Füße des Vorhoftores alle Pflöcke der Wohnung und alle Pflöcke des Vorhofes ringsum. Exo 39:1 Aus blauem und rotem Purpur und Karmesin machten sie die Überwürfe als Schutzdecken für das Heiligtum; ebenso die Heiligtumsgewänder für Aaron, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 39:2 Das Schulterkleid machte man aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen. Exo 39:3 Man schlug Goldplatten breit; dann zerschnitt man sie in Fäden, um sie in blauen und roten Purpur, Karmesin und Linnen mittels Kunstwirkerarbeit einzuarbeiten. Exo 39:4 Man brachte daran Schulterstücke, unter sich verbunden, an; an beiden Enden ward es verknüpft. Exo 39:5 Das Band zum Umbinden an ihm war ein Stück mit ihm von gleicher Arbeit aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen, wie der Herr dem Moses befohlen. Exo 39:6 Dann richtete man Onyxsteine her, um sie mit goldenem Netzwerk einzufassen und mittels Siegelstich darin die Namen der Söhne Israels einzugraben. Exo 39:7 Man setzte sie auf die Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an die Söhne Israels, wie der Herr es dem Moses befohlen hatte. Exo 39:8 Die Tasche aber machte man in Kunstwirkerarbeit nach Art des Schulterkleides aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen. Exo 39:9 Viereckig, gedoppelt hatte man die Tasche gemacht, je eine Spanne lang und breit, gedoppelt. Exo 39:10 Man besetzte sie mit vier Reihen Edelsteinen: Karneol, Topas und Smaragd war die erste Reihe. Exo 39:11 Die zweite Reihe war Rubin, Saphir und Jaspis. Exo 39:12 Die dritte Hyazinth, Achat und Amethyst. Exo 39:13 Die vierte Chrysolith, Onyx und Beryll; in ihrer Einfassung waren sie goldumflochten. Exo 39:14 Die Steine waren nach den Namen der Söhne Israels zwölf, mittels Siegelstich jeder für einen Namen der zwölf Stämme. Exo 39:15 An die Tasche machte man reingoldene Schnurkettchen. Exo 39:16 Dann machte man zwei goldene Geflechte und zwei goldene Ringe. Die Ringe befestigte man an den beiden Enden der Tasche. Exo 39:17 Die zwei goldenen Schnüre befestigte man an den beiden Ringen am Ende der Tasche. Exo 39:18 Die zwei Enden der beiden Schnüre befestigte man an die zwei Geflechte und diese an die Schulterstücke des Schulterkleides. Exo 39:19 Dann machte man zwei goldene Ringe und setzte sie an die zwei Enden der Tasche am Rand nach innen, dem Schulterkleid zu. Exo 39:20 Man machte noch zwei goldene Ringe und befestigte sie an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides unten an der Vorderseite bei der Knüpfung, doch oberhalb der Schulterkleidbinde. Exo 39:21 Dann kettete man die Tasche mit ihren Ringen an die Ringe des Schulterkleides mit blauen Purpurschnüren, daß sie über der Schulterkleidsbinde blieb und sich die Tasche nicht vom Schulterkleide trennte, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 39:22 Das Oberkleid des Schulterkleides machte man in Webarbeit, ganz aus blauem Purpur. Exo 39:23 Des Obergewandes Öffnung in seiner Mitte glich der eines Panzers, mit einem Saume um seine Öffnung, daß es nicht zerreiße. Exo 39:24 An den Saum des Obergewandes machte man Granatäpfel aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen. Exo 39:25 Aus reinem Gold machte man Glöckchen und setzte die Glöckchen zwischen die Granatäpfel hinein, rings um den Saum des Obergewandes, Exo 39:26 daß immer ein Glöckchen mit einem Granatapfel abwechselte, rings um den Saum des Obergewandes, wie es der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 39:27 Die Leibröcke machte man aus Linnen in Webarbeit für Aaron und seine Söhne, Exo 39:28 den Kopfbund aus Linnen, ebenso die Mützen, die Beinkleider aus gezwirntem Linnen, Exo 39:29 den Gürtel aus gezwirntem Linnen, blauem und rotem Purpur und Karmesin in Buntwirkerarbeit, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 39:30 Das Blatt des heiligen Diadems machte man aus reinem Gold und schrieb darauf in Siegelstecherschrift: "Heiligtum des Herrn". Exo 39:31 Man befestigte es mit einer blauen Purpurschnur oben am Kopfbund, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 39:32 So wurde alle Arbeit für die Wohnung des Festgezeltes vollendet. Die Israeliten taten ganz, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 39:33 So brachten sie zu Moses die Wohnung, das Zelt und all seine Geräte, seine Haken, Bretter, Riegel, Säulen und Füße, Exo 39:34 die Oberdecke aus gegerbten Widderfellen sowie die Überdecke aus Seekuhhäuten und den verhüllenden Vorhang, Exo 39:35 die Zeugnislade, ihre Stangen, die Deckplatte, Exo 39:36 den Tisch mit all seinen Geräten, die Schaubrote, Exo 39:37 den Leuchter aus reinem Gold mit seinen Lampen, den Lampen in einer Reihe, und all seinen Geräten, sowie das Öl für den Leuchter, Exo 39:38 den goldenen Altar, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk und den Vorhang für die Zelttür, Exo 39:39 den kupfernen Altar mit dem kupfernem Gitterwerk daran, seine Stangen mit all seinen Geräten, das Becken und sein Gestell, Exo 39:40 die Umhänge des Vorhofs, seine Säulen und Füße, den Vorhang für das Vorhoftor, seine Stricke und Pflöcke, sowie alle Geräte zum Dienste in der Wohnung des Bundeszeltes, Exo 39:41 die Überwürfe als Schutzdecken für das Heiligtum, die Heiligtumsgewänder für den Priester Aaron und die Gewänder seiner Söhne zum Priesterdienste. Exo 39:42 Wie alles der Herr dem Moses geboten, so hatten die Israeliten die gesamte Arbeit getan. Exo 39:43 Da besah Moses die ganze Arbeit, und sie hatten sie so getan. So wie es der Herr befohlen, hatten sie es gemacht. Da segnete sie Moses. Exo 40:1 Und der Herr sprach zu Moses: Exo 40:2 "Am ersten Tage des ersten Monds sollst du des Festgezeltes Wohnung aufschlagen. Exo 40:3 Dann stelle die Zeugnislade darein und verhülle die Lade mit dem Vorhang! Exo 40:4 Bring den Tisch hinein! Leg die Schichten (der Schaubrote) auf! Dann bringe den Leuchter hinein und setze seine Lampen auf! Exo 40:5 Den goldenen Rauchaltar stelle vor die Zeugnislade und hänge den Türvorhang der Wohnung auf! Exo 40:6 Und vor die Tür der Festgezeltwohnung stelle den Brandopferaltar! Exo 40:7 Das Becken stelle zwischen Bundeszelt und Altar auf und gieße Wasser darein! Exo 40:8 Lege ringsum den Vorhof an und hänge den Vorhang zum Vorhoftore auf! Exo 40:9 Nimm Salböl! Salbe die Wohnung und alles, was darin, und weihe sie und alle ihre Geräte, daß sie ein Heiligtum werde! Exo 40:10 Salbe auch den Brandopferaltar und alle seine Geräte und weihe den Altar, so daß dieser Altar hochheilig werde! Exo 40:11 Salbe auch das Becken mit seinem Fußgestell und weihe es! Exo 40:12 Führe Aaron mit seinen Söhnen zu des Festgezeltes Tür und wasche sie mit Wasser! Exo 40:13 Bekleide Aaron mit den Kleidern für das Heiligtum! Salbe ihn und weihe ihn, daß er mir Priesterdienste tue! Exo 40:14 Auch seine Söhne sollst du herbeiführen! Bekleide sie mit Leibröcken! Exo 40:15 Und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt, daß sie uns Priesterdienste tun! Die Salbung zum ewigen Priestertum gelte für sie über ihre Geschlechter hin!" Exo 40:16 Und Moses tat so. Wie ihm der Herr geboten, tat er. Exo 40:17 Am ersten Tag des ersten Monats im zweiten Jahre ist die Wohnung aufgeschlagen worden. Exo 40:18 Und Moses erstellte die Wohnung. Er setzte ihre Fußgestelle hin, setzte ihre Bretter darauf, fügte ihre Riegel ein und stellte ihre Säulen auf. Exo 40:19 Er spannte das Zelt über die Wohnung und legte über das Zelt die Überdecke, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 40:20 Er nahm auch das Zeugnis, legte es in die Lade, steckte an die Lade die Stangen und setzte oben auf die Lade die Deckplatte. Exo 40:21 Die Lade aber brachte er in die Wohnung, hängte den verhüllenden Vorhang auf und verhüllte so die Zeugnislade, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 40:22 Den Tisch stellte er in das Festgezelt auf der Wohnung Nordseite außerhalb des Vorhangs. Exo 40:23 Er legte darauf die Schichten der Brote vor dem Herrn zurecht, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 40:24 Den Leuchter stellte er ins Bundeszelt gegenüber dem Tisch auf die Südseite der Wohnung. Exo 40:25 Er setzte die Lampen vor den Herrn, wie der Herr dem Moses gebot. Exo 40:26 Den goldenen Altar stellte er ins Festgezelt vor den Vorhang Exo 40:27 und zündete darauf wohlriechendes Räucherwerk an, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 40:28 Dann hängte er den Türvorhang der Wohnung auf. Exo 40:29 Den Brandopferaltar aber stellte er an den Eingang des Festgezeltes; man opferte darauf das Brand- und Speiseopfer, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 40:30 Das Becken aber stellte er zwischen dem Festgezelt und dem Altare auf und goß Waschwasser hinein. Exo 40:31 Daraus wuschen sich Moses, Aaron und seine Söhne Hände und Füße. Exo 40:32 Sooft Sie zum Festgezelt kamen und sich dem Altare nahten, wuschen sie sich, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 40:33 Den Vorhof aber legte er rings um die Wohnung und den Altar an und hängte den Vorhang des Vorhoftores auf. So vollendete Moses sein Werk. Exo 40:34 Da verhüllte eine Wolke das Festgezelt, hatte doch die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllt. Exo 40:35 Und Moses konnte nicht ins Festgezelt eingehen; denn die Wolke hatte sich darauf gelagert und die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllt. Exo 40:36 Wenn sich die Wolke von der Wohnung hob, zogen die Israeliten fort, auf all ihren Zügen. Exo 40:37 Hob sich aber die Wolke nicht, so zogen sie nicht fort, bis sie sich hob. Exo 40:38 Denn eine Wolke lag tagsüber auf der Wohnung. Des Nachts aber war Feuer darüber vor den Augen des ganzen Hauses Israel auf allen ihren Zügen. Lev 1:1 Und der Herr rief Moses und redete mit ihm vom Festgezelt aus: Lev 1:2 "Sprich zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Will jemand von euch ein Opfer dem Herrn darbringen, so könnt ihr eure Tieropfer nur vom Rind und Schaf darbringen. Lev 1:3 Ist sein Opfer ein Rinderbrandopfer, dann soll er ein männliches, fehlerloses Tier zum Opfer bringen! Er soll es an des Festgezeltes Pforte bringen, daß ihm Wohlgefallen vor dem Herrn werde! Lev 1:4 Er lege auf den Kopf des Brandopfers seine Hand. So wird es ihm angerechnet und wird ihm Sühne schaffen. Lev 1:5 Dann schlachte er vor dem Herrn das junge Rind! Und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut hintragen und mit dem Blute ringsum den Altar besprengen, der vor der Pforte des Festgezeltes ist! Lev 1:6 Dann häute er das Brandopfer und zerstückle es! Lev 1:7 Die Priester, Aarons Söhne, sollen Feuer auf dem Altar machen und auf das Feuer Holzscheite schichten! Lev 1:8 Dann sollen Aarons Söhne, die Priester, auf den Holzscheiten des Altarfeuers die Stücke und den Kopf samt dem Fett auflegen! Lev 1:9 Seine Eingeweide aber und Beine soll er mit Wasser waschen; dann lasse der Priester alles auf dem Altar aufdampfen als Brandopfer, als Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 1:10 Stammt sein Opfer für das Brandopfer vom Kleinvieh, von Lämmern oder Ziegen, dann soll er ein männliches, fehlerloses Tier zum Opfer bringen! Lev 1:11 Er schlachte es auf der Nordseite des Altares vor dem Herrn! Die Priester aber, Aarons Söhne, sollen mit seinem Blut ringsum den Altar besprengen! Lev 1:12 Dann zerlege er es in seine Teile! Mit seinem Kopf und Fett lege sie der Priester auf die Scheite des Altarfeuers! Lev 1:13 Die Eingeweide und die Beine soll er im Wasser waschen! Dann bringe der Priester alles dar und lasse es auf dem Altar aufdampfen! Ein Brandopfer ist es, ein Mahl süßen Duftes für den Herrn. Lev 1:14 Ist ein Vogelbrandopfer seine Opfergabe für den Herrn, dann bringe er von Turtel- oder jungen Tauben sein Opfer dar! Lev 1:15 Der Priester bringe es zum Altar und drücke ihm den Kopf ab und lasse es auf dem Altar aufdampfen! An des Altares Wand werde sein Blut ausgepreßt! Lev 1:16 Er trenne dem Vogel den Kropf samt seinem Unrat ab und werfe ihn neben den Altar ostwärts auf den Aschenhaufen! Lev 1:17 Dann zerknicke er ihn an seinen Flügeln, ohne ihn zu teilen! Dann lasse ihn der Priester auf dem Altar aufdampfen auf Holzscheiten über dem Feuer! Ein Brandopfer ist es, ein Mahl süßen Duftes für den Herrn.'" Lev 2:1 "'Bringt jemand ein Speiseopfer dem Herrn dar, dann sei aus Feinmehl sein Opfer! Er gieße Öl darauf und gebe Weihrauch daran! Lev 2:2 Dann bringe er es den Priestern, Aarons Söhnen! Und deren einer hebe eine Handvoll davon ab, von seinem Feinmehl, seinem Öl mit all seinem Weihrauch! Dann lasse der Priester auf dem Altar sein Brandteil aufdampfen, ein Mahl süßen Duftes für den Herrn. Lev 2:3 Was vom Speiseopfer übrigbleibt, gehöre Aaron sowie seinen Söhnen als Hochheiliges von den Mählern des Herrn! Lev 2:4 Willst du als Speiseopfer Backwerk bringen, dann seien es Feinmehlkuchen, ungesäuert und mit Öl bereitet, und Fladen, ungesäuert und mit Öl bestrichen! Lev 2:5 Ist dein Opfer ein Speiseopfer in der Pfanne, dann sei es aus ungesäuertem, mit Öl bereitetem Feinmehl! Lev 2:6 Zerbrich es in Einzelbissen. Gieße Öl darüber! Ein Speiseopfer ist es. Lev 2:7 Ist dein Opfer ein Topfspeiseopfer, so werde es mit Öl aus feinem Mehl bereitet! Lev 2:8 Dies Speiseopfer, daraus bereitet, bring dem Herrn dar! Man gebe es dem Priester, und er bringe es zum Altar! Lev 2:9 Vom Speiseopfer nehme der Priester seinen Brandteil und lasse ihn auf dem Altar aufdampfen als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 2:10 Was vom Speiseopfer übrigbleibt, gehöre Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges von den Mählern für den Herrn! Lev 2:11 Wollt ihr dem Herrn ein Speiseopfer bringen, so darf es nicht aus Gesäuertem gemacht werden. Ihr dürft ja keinen Sauerteig und keinen Honig als Mahl für den Herrn aufdampfen lassen. Lev 2:12 Als des ersten Abhubs Gabe sollt ihr sie dem Herrn darbringen! Aber auf den Altar dürfen sie nicht kommen zu süßem Duft. Lev 2:13 Alle deine Speiseopfer sollst du salzen! Nicht sollst du deines Gottesbundes Salz bei deinem Speiseopfer fehlen lassen! Zu all deinen Opfern sollst du Salz bringen! Lev 2:14 Bringst du dem Herrn ein Speiseopfer von den Erstlingsfrüchten, dann sollst du Ähren bringen, am Feuer geröstet, frische Graupen als Frühfruchtspeiseopfer! Lev 2:15 Tu Öl daran und lege Weihrauch darauf! Ein Speiseopfer ist es. Lev 2:16 Der Priester lasse von den Graupen und dem Öl mit seinem ganzen Weihrauch den Brandteil aufdampfen! Ein Mahl ist es für den Herrn.'" Lev 3:1 "'Ist seine Opfergabe ein Dankopfer und will er von Rindern sie darbringen, so sei es ein fehlerloses männlich oder weiblich Tier, das man dem Herrn darbringt! Lev 3:2 Er lege auf den Kopf seiner Opfergabe die Hand und schlachte sie vor der Pforte des Festgezeltes! Die Priester, Aarons Söhne, sollen mit dem Blut den Altar ringsum besprengen! Lev 3:3 Dann bringe er von dem Dankopfer dem Herrn ein Mahl, das Fett der Eingeweidedecke sowie alles Eingeweidefett, Lev 3:4 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und an den Leberlappen! Bei den Nieren soll er es abtrennen! Lev 3:5 Die Aaronssöhne sollen es auf dem Brandopferaltar aufdampfen lassen, auf den Holzscheiten im Feuer, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 3:6 Kommt aber ein Opfer als Dankopfer für den Herrn vom Kleinvieh her, dann sei es ein fehlerloses männlich oder weiblich Tier, das man darbringt! Lev 3:7 Will man ein Lamm als Opfer bringen, so bringe man es vor den Herrn Lev 3:8 und lege auf den Kopf seines Opfers die Hand und schlachte es vor dem Festgezelt! Die Aaronssöhne sollen mit dem Blut den Altar ringsum besprengen! Lev 3:9 Dann bringe man von dem Dankopfer dem Herrn ein Mahl: das Beste, den ganzen Fettschwanz, - dicht am Schwanzbein trenne man ihn ab! - sowie das Fett der Eingeweidedecke und alles andere Eingeweidefett, Lev 3:10 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und den Leberlappen! Bei den Nieren trenne man es ab! Lev 3:11 Der Priester lasse es auf dem Altar aufdampfen als Mahl für den Herrn! Lev 3:12 Ist aber eine Ziege seine Opfergabe, so bringe er sie vor den Herrn Lev 3:13 und lege die Hand auf ihren Kopf und schlachte sie vor dem Festgezelt! Die Aaronssöhne sollen mit dem Blute den Altar ringsum besprengen! Lev 3:14 Dann bringe er von seinem Opfer als Mahl für den Herrn das Fett der Eingeweidedecke und alles andere Fingeweidefett, Lev 3:15 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und an den Leberlappen! Bei den Nieren soll man es abtrennen! Lev 3:16 Der Priester lasse es auf dem Altar aufdampfen als Mahl zum süßen Duft! Dem Herrn gehört jedwedes Fett. Lev 3:17 Für eure Geschlechter in all euren Siedlungen gilt allzeit dies Gebot: Fett und Blut dürft ihr nicht genießen.'" Lev 4:1 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 4:2 "Sage dies zu den Söhnen Israels, wenn sich jemand unvorsätzlich gegen irgendein Gebot des Herrn verginge in Dingen, die man nicht tun darf, und handelte doch gegen eines von ihnen: Lev 4:3 Sündigt der gesalbte Priester, wodurch Schuld auch auf das Volk kommt, dann bringe er für seine Sünde, die er getan, einen fehlerlosen jungen Stier dem Herrn zur Entsündigung dar! Lev 4:4 Den Stier bringe er an die Pforte des Festgezeltes vor den Herrn und lege auf den Stierkopf die Hand und schlachte den Stier vor dem Herrn! Lev 4:5 Dann nehme der gesalbte Priester vom Farrenblut und bringe es ins Festgezelt! Lev 4:6 Der Priester tauche seinen Finger in das Blut und sprenge von dem Blut vor den Herrn siebenmal gegen des Heiligtumes Vorhang hin! Lev 4:7 Und der Priester streiche von dem Blut an die Hörner des Altares für würziges Rauchwerk vor dem Herrn im Festgezelt! Alles andere Farrenblut soll er an den Sockel des Brandopferaltares vor der Tür des Festgezeltes gießen! Lev 4:8 Er soll alles Fett vom Sündopferfarren abheben, das Fett der Eingeweidedecke und das Fett der Eingeweide, Lev 4:9 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und den Leberlappen! Bei den Nieren soll er es abtrennen! Lev 4:10 Wie es abgehoben wird vom Dankopferrinde, so lasse es der Priester auf dem Brandopferaltar aufdampfen! Lev 4:11 Die Haut des Farren, all sein Fleisch samt Kopf und Beinen, Eingeweiden und Mist, Lev 4:12 den ganzen Farren schaffe man vor das Lager an einen reinen Ort auf den Aschenhaufen! Dann verbrenne man ihn auf Holzscheiten im Feuer! Auf dem Aschenhaufen werde er verbrannt! Lev 4:13 Irrt aber die ganze Versammlung Israels und ist es der Gemeinschaft nicht bewußt, daß sie etwas getan, was man nach des Herrn Geboten nicht tun darf, und werden sie so schuldig, Lev 4:14 und wird die Sünde erkannt, durch die sie gesündigt, dann bringe die Gemeinschaft einen jungen Stier als Sündopfer dar! Sie bringe ihn vor das Festgezelt! Lev 4:15 Die Ältesten der Gemeinschaft sollen auf den Farrenkopf die Hände vor dem Herrn legen! Dann schlachte man den Farren vor dem Herrn! Lev 4:16 Dann bringe der gesalbte Priester vom Farrenblut ins Festgezelt! Lev 4:17 Der Priester benetze seinen Finger mit dem Blut und sprenge es an den Vorhang vor dem Herrn siebenmal! Lev 4:18 Er soll von dem Blute etwas an die Hörner des Altares vor dem Herrn im Festgezelt tun, und alles andere Blut soll er an des Brandopferaltares Sockel vor dem Festgezelt gießen! Lev 4:19 Auch soll er all sein Fett abheben; dann lasse er es auf dem Altare aufdampfen! Lev 4:20 Er tue mit dem Farren, wie er mit dem Sündenopferstier getan hat! So soll er auch mit ihm tun! So entsühne sie der Priester und suche ihnen Vergebung zu erwirken! Lev 4:21 Den Farren schaffe man vors Lager und verbrenne ihn, wie man den vorigen Farren verbrannt hat! Das ist der Gemeinschaft Sündopfer. Lev 4:22 Sündigt ein Fürst und tut unvorsätzlich etwas, was man nach des Herrn, seines Gottes, Geboten nicht tun darf, und wird er schuldig, Lev 4:23 und wird ihm seine Sünde, durch die er gesündigt, bewußt, dann bringe er einen fehlerlosen Ziegenbock als ein Opfer dar! Lev 4:24 Er lege auf des Bockes Kopf die Hand und schlachte ihn am Ort, wo man vor dem Herrn das Brandopfer sonst schlachtet! Ein Sündopfer ist es. Lev 4:25 Der Priester nehme vom Sündopferblut etwas mit dem Finger und tue es an des Brandopferaltares Hörner, und an des Brandopferaltares Sockel soll er sein übriges Blut gießen. Lev 4:26 All sein Fett soll er auf dem Altar aufdampfen lassen wie das Fett des Dankopfers! So entsühne ihn der Priester von seiner Sünde und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Lev 4:27 Sündigt unvorsätzlich eine einzelne Seele vom Volk des Landes, indem sie etwas tut, was man nach den Geboten des Herrn nicht tun darf, und wird sie schuldig Lev 4:28 und wird ihr ihre Sünde, die sie getan, bewußt, dann bringe sie eine fehlerlose Ziege dar als Opfer für ihre Sünde, die sie getan! Lev 4:29 Sie lege auf den Kopf des Sündopfers ihre Hand und schlachte an dem Ort des Brandopfers das Sündopfer! Lev 4:30 Der Priester nehme von seinem Blute etwas mit dem Finger und tue es an des Brandopferaltares Hörner, und an den Sockel des Altares soll er sein Blut ausgießen! Lev 4:31 All sein Fett soll er wegnehmen, wie man es vom Dankopfer wegnimmt! Der Priester lasse es auf dem Altar aufdampfen zum süßen Duft für den Herrn! So entsühne ihn der Priester und suche ihm Verzeihung zu erlangen! Lev 4:32 Bringt er ein Lamm als Opfergabe für seine Sünde dar, so bringe er ein weibliches, fehlerloses Tier! Lev 4:33 Er lege auf des Sündopfers Kopf die Hand und schlachte das Sündopfer an dem Ort, wo man das Brandopfer zu schlachten pflegt! Lev 4:34 Der Priester nehme von des Sündopfers Blut etwas mit dem Finger und tue es an des Brandopferaltares Hörner, und an den Sockel des Altares soll er sein übriges Blut gießen! Lev 4:35 All sein Fett soll er wegnehmen, wie das Fett des Lammes beim Dankopfer weggenommen wird! Der Priester lasse es aufdampfen auf dem Altar, der sonst für des Herren Mahl bestimmt ist! So entsühne ihn der Priester wegen der vollbrachten Sünde und suche ihm Verzeihung zu erwirken!" Lev 5:1 "Sündigt jemand, der ein Fluchwort hört, und könnte er Zeuge sein als Augenzeuge oder als einer, der Beweise liefern kann, macht aber keine Anzeige, so lädt er Schuld auf sich. Lev 5:2 Oder jemand berührt Unreines oder das Aas eines unreinen Wildes oder eines unreinen Haustieres oder das Aas eines unreinen Gewürms, ist sich aber dessen nicht bewußt, so ist er dennoch unrein und schuldig. Lev 5:3 Oder rührt jemand an die Unreinheit eines Menschen, irgendwelche Unreinheit, wodurch man unrein wird, ist sich aber dessen nicht bewußt, so wird er schuldig, wenn er dessen bewußt wird. Lev 5:4 Oder jemand schwört recht unbesonnen, er wolle Schlechtes oder Gutes tun, was eben ein Mensch beim Schwören unbesonnen sprechen kann, ist sich aber dessen nicht bewußt, dann wird er an einem davon schuldig, wenn er sich dessen bewußt wird. Lev 5:5 Fühlt sich jemand dieser Dinge schuldig, so erkenne er, daß er darin gefehlt, Lev 5:6 und bringe dem Herrn als Buße für die vollbrachte Sünde zum Sündopfer ein Weibchen vom Kleinvieh, ein Schäfchen oder eine Ziege! So entsühne ihn der Priester von seiner Sünde! Lev 5:7 Reicht sein Vermögen nicht für ein Schaf hin, dann bringe er zur Buße für seine Sünde dem Herrn ein Paar Turtel- oder junge Tauben, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer! Lev 5:8 Er bringe sie zum Priester! Und dieser bringe an erster Stelle die zum Sündopfer bestimmte dar! Er knicke ihren Kopf dicht vor dem Genick ein, ohne ihn abzutrennen! Lev 5:9 Dann sprenge er von dem Blute des Sündopfers etwas an die Altarwand! Der Rest des Blutes aber werde am Altarsockel ausgepreßt! Ein Sündopfer ist es. Lev 5:10 Die zweite soll er nach Gebühr fürs Brandopfer herrichten! So entsühne ihn der Priester von seiner Sünde, die er getan, und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Lev 5:11 Reicht sein Vermögen nicht für ein paar Turtel- oder junge Tauben hin, dann bringe er für seine Sünde nur ein Zehntel Scheffel Feinmehl als seine Sündopfergabe dar! Er soll aber kein Öl darauftun noch Weihrauch darüberstreuen! Ein Sündopfer ist es ja. Lev 5:12 Er bringe es zum Priester! Der Priester nehme davon eine Handvoll als sein Brandteil und lasse es aufgehen auf dem Altar für des Herrn Mähler! Es ist ein Sündopfer! Lev 5:13 So entsühne ihn der Priester wegen seiner Sünde, die er bei einem dieser Anlässe getan, und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Dem Priester falle es zu wie das Speiseopfer!" Lev 5:14 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 5:15 "Wenn jemand pflichtvergessen handelt und sündigt, so bringe er als seine Buße dem Herrn vom Kleinvieh einen fehlerlosen Widder zur Buße im Wert von zwei Silberringen nach dem Ring des Heiligtums! Lev 5:16 Was er am Heiligen gesündigt, muß er zahlen, und er soll ein Fünftel des Betrages darauflegen; dann gebe er es dem Priester! So soll ihn der Priester durch den Schuldopferwidder entsühnen, und er suche ihm Verzeihung zu erlangen! Lev 5:17 Wenn jemand sündigt und tut, was man nach den Geboten des Herrn nicht tun darf, ist sich aber dessen nicht bewußt, dann ist er dennoch schuldig und muß seine Verschuldung tragen. Lev 5:18 Er bringe zur Buße vom Kleinvieh einen fehlerlosen Widder nach deiner Schätzung zum Priester! So entsühne ihn der Priester wegen des Versehens, das er unwissentlich tat, und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Lev 5:19 Es ist ein Schuldopfer. Er hat sich an dem Herrn verschuldet." Lev 6:1 (5:20) Und der Herr sprach zu Moses also. Lev 6:2 (5:21) "Jemand sündigt und handelt pflichtvergessen am Herrn, wenn er seinem Volksgenossen Anvertrautes oder ein Darlehen oder einen Diebstahl ableugnet oder seinem Nächsten vorenthält Lev 6:3 (5:22) oder das Verlorene findet und verhehlt, und er beschwört eine Lüge, eines von all dem, wodurch ein Mensch sündigen kann. Lev 6:4 (5:23) Sündigt er so und ist schuldig, so erstatte er das von ihm Geraubte oder das von ihm Vorenthaltene oder das Anvertraute oder das Verlorene, das er gefunden, Lev 6:5 (5:24) oder all das, worüber er falsch geschworen hat! Er erstatte den Betrag; dazu lege er ein Fünftel darauf! Er soll es dem Eigentümer am Tage seines Schuldopfers geben! Lev 6:6 (5:25) Als seine Buße soll er dem Herrn einen fehlerlosen Widder bringen, vom Kleinvieh nach deiner Schätzung, für den Priester als Buße! Lev 6:7 (5:26) So entsühne ihn der Priester vor dem Herrn und suche ihm Verzeihung zu erwirken für alles, wodurch er sich verschuldet!" Lev 6:8 (6:1) Und der Herr sprach zu Moses: Lev 6:9 (6:2) "Gebiete Aaron und seinen Söhnen also: 'Dies ist die Lehre über das Brandopfer, das ist das, was hinaufkommt in seinen Brand die ganze Nacht bis zum Morgen, und das Feuer des Altars werde darauf in Brand erhalten! Lev 6:10 (6:3) Der Priester kleide sich in sein Linnenkleid und lege ein Linnenbeinkleid an sein Fleisch und nehme vom Altar die Asche weg, worin das Feuer das Brandopfer verzehrt hat, und lege sie neben den Altar! Lev 6:11 (6:4) Dann ziehe er seine Kleider aus und lege andere Kleider an und trage an einen reinen Ort die Asche vor das Lager! Lev 6:12 (6:5) Auf dem Altar brenne unterdessen das Feuer! Es darf nicht verlöschen. Alle Morgen entzünde der Priester darauf Holzscheite und schichte das Brandopfer darauf und lasse darauf die Fettstücke der Dankopfer aufdampfen! Lev 6:13 (6:6) Auf dem Altar soll stets Feuer brennen und nie verlöschen! Lev 6:14 (6:7) Und dies ist die Lehre über das Speiseopfer: Die Aaronssöhne sollen es vor den Herrn an die Vorderseite des Altars bringen! Lev 6:15 (6:8) Dann nehme einer eine Handvoll von dem Feinmehl und von dem Öl des Speiseopfers und allen Weihrauch auf dem Speiseopfer und lasse es auf dem Altar zu süßem Duft als Brandteil für den Herrn verdampfen! Lev 6:16 (6:9) Sein Übriges soll Aaron samt den Söhnen essen! An heiliger Stätte werde es ungesäuert gegessen. Im Vorhofe des Festgezeltes sollen sie es essen! Lev 6:17 (6:10) Mit Sauerteig darf es nicht gebacken werden. Als ihren Anteil an meinen Mählern habe ich es bestimmt. Hochheilig ist es, wie das Sünd- und Schuldopfer. Lev 6:18 (6:11) Wer von den Aaronskindern männlich ist, darf es essen. Ewige Gebühr für eure Geschlechter ist es von des Herren Mählern. Wer daran rührt, wird heilig.'" Lev 6:19 (6:12) Und der Herr sprach zu Moses: Lev 6:20 (6:13) "Dies sei Aarons und seiner Söhne Opfer, das sie dem Herrn an seinem Salbungsfesttag bringen sollen: ein Zehntel Scheffel feines Mehl als ständiges Speiseopfer, die eine Hälfte davon am Morgen, die andere am Abend. Lev 6:21 (6:14) Auf einer Pfanne werde es mit Öl bereitet! Du sollst es eingerührt darbringen. Als halbgebackenes Bissenspeiseopfer sollst du es dem Herrn zu süßem Dufte darbringen! Lev 6:22 (6:15) Auch der Priester, der an seiner Statt aus seinen Söhnen gesalbt wird, soll es bereiten! Als ewige Gebühr lasse man es für den Herrn als Ganzopfer aufdampfen! Lev 6:23 (6:16) Ganzopfer seien alle Priesterspeiseopfer! Sie dürfen nicht gegessen werden." Lev 6:24 (6:17) Und der Herr sprach zu Moses: Lev 6:25 (6:18) "Sprich zu Aaron und zu seinen Söhnen: 'Dies ist die Lehre über das Sündopfer: An dem Orte, wo das Brandopfer geschlachtet wird, werde vor dem Herrn das Sündopfer geschlachtet! Es ist hochheilig. Lev 6:26 (6:19) Der Priester, der es als Sündopfer darbringt, soll es essen! An heiliger Stätte werde es gegessen, im Vorhof des Festgezeltes. Lev 6:27 (6:20) Wer sein Fleisch berührt, wird heilig, und spritzt etwas von seinem Blut an ein Kleid, so sollst du das Bespritzte an heiligem Ort waschen! Lev 6:28 (6:21) Ein irdenes Gefäß, in dem es gekocht wird, werde zerbrochen, und wird es in einem kupfernen Gefäß gekocht, so werde dies gescheuert und mit Wasser ausgespült! Lev 6:29 (6:22) Wer bei den Priestern männlich ist, darf davon essen. Hochheilig ist es. Lev 6:30 (6:23) Aber nicht gegessen werde irgendein Sündopfer, von dem ein Teil des Blutes in das Festgezelt gebracht wird, um in dem Heiligtum die Sühne zu vollziehen! Im Feuer werde es verbrannt!'" Lev 7:1 "Und dies ist die Lehre über das Schuldopfer: Es ist hochheilig. Lev 7:2 Am Orte, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten! Sein Blut soll man an den Altar ringsum sprengen! Lev 7:3 Man soll von ihm all sein Fett darbringen, den Fettschwanz und das Fett der Eingeweidedecke, Lev 7:4 die beiden Nieren und das Fett daran und das der Lenden und den Leberlappen! Von den Nieren soll man es abtrennen! Lev 7:5 Der Priester lasse es auf dem Altare aufdampfen als Mahl für den Herrn! Es ist ein Schuldopfer. Lev 7:6 Wer bei den Priestern männlich ist, darf es essen. An heiliger Stätte soll man es verzehren! Es ist hochheilig. Lev 7:7 Wie das Sündopfer, so das Schuldopfer! Ein Gesetz gilt für beide: Dem Priester, der damit die Sühne vollzieht, soll es zufallen! Lev 7:8 Dem Priester, der eines anderen Brandopfer darbringt, gehöre die Haut des Brandopfers, das er darbringt! Dem Priester soll sie gehören! Lev 7:9 Und jedes Speiseopfer, das im Ofen gebacken wird, und alles, was im Topf und in der Pfanne bereitet wird, soll dem Priester gehören, der es darbringt! Ihm soll es gehören! Lev 7:10 Und jedes Speiseopfer, mit Öl bereitet und trocken, soll allen Aaronssöhnen gehören, einem wie dem anderen! Lev 7:11 Und dies ist die Lehre über die Dankopfer, die man dem Herrn darbringt: Lev 7:12 Bringt er sie als Dankopfer dar, dann bringe er zu dem Dankopfer noch ungesäuerte, mit Öl bereitete Kuchen und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und feines Mehl zu Kuchen, mit Öl vermengt! Lev 7:13 Zu Kuchen von gesäuertem Brote soll er sein Opfer bei seinem Lobdankopfer darbringen! Lev 7:14 Zu jeder Art von Opfer bringe er davon je einen dar als Weihegabe für den Herrn! Dem Priester, der das Blut des Dankopfers aussprengt, soll es gehören! Lev 7:15 Das Fleisch des Lobdankopfers soll am Tag seiner Darbringung gegessen werden! Man soll nichts davon bis zum Morgen hinlegen! Lev 7:16 Ist seiner Opfergabe Opfer ein Gelübde oder eine freie Leistung, dann werde es am Tag der Opferung verzehrt! Den Rest davon mag man am Tag darauf essen. Lev 7:17 Was vom Opferfleisch noch am dritten Tag übrig ist, werde verbrannt! Lev 7:18 Wird von dem Fleisch des Dankopfers am dritten Tage gegessen, so gereicht dies dem Darbringer nicht zum Segen; ihm wird es nicht zugerechnet. Es gilt als verdorben, und wer davon genießt, muß seine Schuld tragen. Lev 7:19 Das Fleisch, das irgend etwas Unreinem zu nahe kam, werde nicht gegessen! Es ist zu verbrennen. Das Fleisch sonst darf jeder Reine essen. Lev 7:20 Wer Fleisch von einem Dankopfer des Herrn genießt und ist mit Unreinheit behaftet, der werde aus seinem Volke gestrichen! Lev 7:21 Wer etwas Unreines berührt, sei es Unreines an einem Menschen oder an einem unreinen Tier oder ein unreines Gewürm, und ißt vom Fleisch des Dankopfers des Herrn, dieser werde aus seinem Volke gestrichen!" Lev 7:22 Und der Herr redete mit Moses: Lev 7:23 "Sprich also zu den Söhnen Israels: 'Ihr sollt kein Fett von Rindern, Schafen und Ziegen essen! Lev 7:24 Das Fett gefallener und zerrissener Tiere kann zu allerlei verwendet werden; aber essen dürft ihr es nicht. Lev 7:25 Jeder, der Tierfett ißt, wie man es dem Herrn als Mahl bringt, wer davon ißt, dieser werde aus seinem Volke gestrichen! Lev 7:26 Ihr sollt keinerlei Blut in irgendeiner eurer Siedlungen genießen, nicht von Vögeln und nicht von Vieh! Lev 7:27 Wer irgendwie Blut genießt, soll aus seinem Volke gestrichen werden!'" Lev 7:28 Und der Herr redete zu Moses: Lev 7:29 "Sprich also zu den Söhnen Israels: 'Wer dem Herrn sein Dankopfer bringt, soll von seinem Dankopfer dem Herrn seine Opfergabe bringen! Lev 7:30 Seine eigenen Hände sollen des Herrn Mahl darbringen! Er bringe das Fett samt der Brust! Die Brust, um sie als Gabe vor den Herrn zu bringen! Lev 7:31 Der Priester lasse das Fett auf dem Altar aufdampfen! Die Brust gehöre Aaron und den Söhnen! Lev 7:32 Die rechte Keule sollt ihr von euren Dankopfern dem Priester als Weihegabe geben! Lev 7:33 Wer von den Aaronssöhnen Blut und Fett der Dankopfer darbringt, dem soll die rechte Keule als Anteil gehören! Lev 7:34 Ich selber habe ja von den Söhnen Israels bei ihren Dankopfern die Brust der Abgabe genommen und die Keule der Weihegabe und sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen gegeben als ewige Gebühr von seiten der Israeliten.'" Lev 7:35 Dies ist der Rechtsteil des Aaron und seiner Söhne an den Mählern des Herrn, seitdem er sie herangezogen hatte, dem Herrn Priesterdienste zu leisten, Lev 7:36 hatte doch der Herr am Tage, da man sie salbte, geboten, man solle ihnen dies geben von seiten der Israeliten als ewige Gebühr für ihre Geschlechter. Lev 7:37 Dies ist die Lehre über das Brandopfer, das Speiseopfer, das Sünd- und Schuldopfer, das Einsetzungsopfer und das Dankopfer, Lev 7:38 die der Herr dem Moses auf dem Berg Sinai geboten, als er den Israeliten befahl, ihre Opfer dem Herrn in der Wüste Sinai darzubringen. Lev 8:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 8:2 "Nimm Aaron und seine Söhne, die Gewänder und das Salböl, den Sündopferfarren und die beiden Widder sowie den Korb mit Ungesäuertem! Lev 8:3 Versammle die ganze Gemeinschaft vor der Pforte des Festgezeltes!" Lev 8:4 Da tat Moses, wie ihm der Herr befohlen. Die Gemeinschaft versammelte sich vor der Tür des Festgezeltes. Lev 8:5 Da sprach Moses zur Gemeinschaft: "Dies ist es, was der Herr zu tun geboten hat." Lev 8:6 Dann ließ Moses Aaron und seine Söhne herantreten und ließ sie ein Wasserbad nehmen. Lev 8:7 Er legte ihm den Leibrock an, umgürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete ihn mit dem Obergewand, legte ihm das Schulterkleid an, band ihm die Schulterkleidbinde um und befestigte sie fest daran. Lev 8:8 Dann befestigte er die Tasche daran und legte in die Tasche die Urim ("Die Klaren") und Tummim ("Die Wahren"). Lev 8:9 Aufs Haupt setzte er ihm den Kopfbund und befestigte vorn am Kopfbund das goldene Blatt, das heilige Diadem, wie es der Herr dem Moses geboten hatte. Lev 8:10 Dann nahm Moses das Salböl, salbte die Wohnung und alles darin und weihte es. Lev 8:11 Davon sprengte er siebenmal auf den Altar, salbte den Altar, alle seine Geräte sowie das Becken und sein Gestell, um sie zu weihen. Lev 8:12 Dann goß er vom Salböle auf Aarons Haupt und salbte ihn, um ihn zu weihen. Lev 8:13 hierauf ließ Moses die Söhne Aarons herantreten, bekleidete sie mit Leibröcken, umgürtete sie mit einem Gürtel und setzte ihnen Mützen auf, wie es der Herr dem Moses befohlen. Lev 8:14 Er holte dann den Sündopferfarren. Und Aaron mit seinen Söhnen legten die Hände auf den Kopf des Sündopferfarrens. Lev 8:15 Moses aber schlachtete ihn, nahm das Blut und tat es mit dem Finger ringsum an die Altarhörner und entsündigte den Altar; das übrige Blut aber hatte er an den Altarsockel gegossen. So weihte er den Altar durch Vollzug der Sühnehandlungen daran. Lev 8:16 Dann nahm man alles Eingeweidefett, den Leberlappen und die beiden Nieren mit ihrem Fett. Und Moses ließ es auf dem Altar aufdampfen. Lev 8:17 Den Farren, seine Haut, sein Fleisch und seinen Mist hatte man außerhalb des Lagers verbrannt, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 8:18 Dann ließ er den Brandopferwidder bringen, und Aaron mit seinen Söhnen legten die Hände auf den Widderkopf. Lev 8:19 Moses schlachtete ihn und sprengte das Blut rings um den Altar. Lev 8:20 Den Widder aber hatte er in seine Rumpfstücke zerlegt. Den Kopf, die Rumpfstücke und den Schmer ließ nun Moses aufdampfen. Lev 8:21 Die Eingeweide aber und die Beine hatte er mit Wasser gewaschen. Dann ließ Moses den ganzen Widder auf dem Altar aufdampfen. Ein Brandopfer von süßem Duft war es, ein Mahl für den Herrn, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 8:22 Dann ließ er den anderen Widder bringen, den Einsetzungswidder, und Aaron mit seinen Söhnen legten die Hände auf den Widderkopf. Lev 8:23 Moses schlachtete ihn, nahm von seinem Blute und tat es an Aarons rechtes Ohrläppchen, an seinen rechten Daumen und seine rechte große Zehe. Lev 8:24 Dann ließ Moses die Aaronssöhne herantreten und tat vom Blute an ihr rechtes Ohrläppchen, ihren rechten Daumen und ihre rechte große Zehe. Das übrige Blut sprengte Moses ringsum an den Altar. Lev 8:25 Er nahm das Fett, den Fettschwanz und alles Eingeweidefett, die Leberlappen, die beiden Nieren mit ihrem Fett und die rechte Keule. Lev 8:26 Aus dem Korbe mit Ungesäuertem, der vor dem Herrn stand, hatte er einen ungesäuerten Kuchen genommen, einen mit Öl bereiteten Brotkuchen und einen Fladen; dann legte er sie zu den Fettstücken und zu der rechten Keule. Lev 8:27 Dann gab er alles Aaron und seinen Söhnen in die Hände und weihte es so als Abgabe vor dem Herrn. Lev 8:28 Hierauf nahm es Moses ihnen aus den Händen und ließ es auf dem Brandopferaltar aufdampfen. Ein Einsetzungsopfer von süßem Duft, ein Mahl für den Herrn war es. Lev 8:29 Dann nahm Moses die Brust und brachte sie vor dem Herrn als Abgabe dar. Sie fiel vom Einsetzungswidder Moses als Anteil zu, wie es der Herr dem Moses geboten. Lev 8:30 Und Moses nahm vom Salböl und vom Blute auf dem Altar und sprengte es auf Aaron, seine Gewänder, ebenso auf seine Söhne und seiner Söhne Gewänder. So weihte er Aaron und seine Gewänder, ebenso seine Söhne und seiner Söhne Gewänder. Lev 8:31 Dann sprach Moses zu Aaron und seinen Söhnen: "Kocht vor des Festgezeltes Pforte das Fleisch! Dort sollt ihr es essen samt dem Brot im Korbe des Weiheopfers, wie mir geboten ward: 'Aaron soll es mit seinen Söhnen essen!' Lev 8:32 Was an Fleisch und Brot übrigbleibt, müßt ihr verbrennen! Lev 8:33 Nicht weichen sollt ihr sieben Tage von des Festgezeltes Pforte bis zu dem Tage, da eure Weihezeit vorüber ist! Sieben Tage lang soll er euch weihen! Lev 8:34 Wie man heute getan, so hat der Herr auch weiterhin zu tun geboten, wenn es gilt, euch zu entsühnen. Lev 8:35 Sieben Tage sollt ihr an des Festgezeltes Pforte Tag und Nacht bleiben! Befolgt des Herrn Geheiß, sonst müßt ihr sterben. Denn so ist mir geboten worden." Lev 8:36 Aaron und seine Söhne taten alles, was der Herr durch Moses befohlen hatte. Lev 9:1 Am achten Tage berief Moses Aaron und seine Söhne sowie Israels Älteste. Lev 9:2 Er sprach zu Aaron: "Nimm dir ein junges Kalb zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor dem Herrn dar! Lev 9:3 Und zu den Söhnen Israels sollst du folgendes sprechen: 'Holt einen Ziegenbock für das Sündopfer! Ein Kalb und ein Schaf, beide noch nicht jährig und fehlerlos, für das Brandopfer, Lev 9:4 und ein Rind mit einem Widder für das Dankopf er, zur Schlachtung vor dem Herrn, und ein mit Öl bereitetes Speiseopfer! Denn heute erscheint euch der Herr.'" Lev 9:5 Sie holten nun, was Moses verlangt hatte, zum Festgezelt, und die ganze Gemeinschaft kam und trat vor den Herrn. Lev 9:6 Da sprach Moses: "Was euch der Herr befiehlt, sollt ihr tun, daß euch des Herrn Herrlichkeit erscheine!" Lev 9:7 Und Moses sprach zu Aaron: "Tritt an den Altar! Besorge dein Sünd- und Brandopfer und schaffe für dich und für das Volk Sühne! Dann besorge des Volkes Opfergabe und schaffe ihnen Sühne, wie der Herr befohlen hat!" Lev 9:8 Und Aaron trat an den Altar und schlachtete das Sündopferkalb für sich selbst. Lev 9:9 Und Aarons Söhne reichten ihm das Blut. Er tauchte seinen Finger ins Blut und tat es an die Altarhörner. Das übrige Blut aber hatte er an den Altarsockel gegossen. Lev 9:10 Das Fett, die Nieren, die Leberlappen vom Sündopfer hatte er auf dem Altar aufdampfen lassen, wie der Herr dem Moses geboten. Lev 9:11 Das Fleisch aber und die Haut hatte er außerhalb des Lagers verbrennen lassen. Lev 9:12 Dann schlachtete er das Brandopfer. Die Aaronssöhne reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar. Lev 9:13 Das Brandopfer reichten sie ihm in Stücken samt dem Kopfe. Er ließ es auf dem Altar aufdampfen. Lev 9:14 Die Eingeweide und die Beine wusch er mit Wasser und ließ sie zu dem Brandopfer hin auf dem Altar aufdampfen. Lev 9:15 Dann brachte er das Opfer des Volkes dar. Er nahm den Sündopferbock, der für das Volk war, schlachtete ihn und brachte ihn als Sündopfer dar wie den ersten. Lev 9:16 Dann brachte er das Brandopfer dar und machte es nach Vorschrift. Lev 9:17 Hierauf brachte er das Speiseopfer dar. Er nahm davon eine Handvoll und ließ es auf dem Altar aufdampfen, außer dem Morgenbrandopfer. Lev 9:18 Dann schlachtete er das Rind und den Widder als Dankopfer für das Volk. Die Aaronssöhne reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar. Lev 9:19 Des Rindes Fettstücke und die des Widders, den Fettschwanz, die Decke, die Nieren und den Leberlappen, Lev 9:20 die Fettstücke legten sie auf die Bruststücke. Dann ließ er die Fettstücke auf dem Altar aufdampfen. Lev 9:21 Die Bruststücke aber und die rechte Keule brachte Aaron als Abgabe vor dem Herrn dar, wie es Moses befohlen hatte. Lev 9:22 Dann streckte Aaron die Hand über das Volk und segnete es. Nach Vollzug des Sünd-, des Brand- und des Dankopfers stieg er herab. Lev 9:23 Moses und Aaron traten nun ins Festgezelt. Dann gingen sie hinaus und segneten das Volk. Da erschien des Herrn Majestät dem ganzen Volk. Lev 9:24 Feuer aber ging vom Herrn aus und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke. Alles Volk sah es. Sie jubelten und fielen dabei auf ihr Angesicht. Lev 10:1 Die Aaronssöhne Nadab und Abihu aber nahmen ein jeder seine Kohlenpfanne, taten Feuer hinein, legten Weihrauch darauf und brachten vor den Herrn ein ungehöriges Feuer, das er ihnen nicht geboten hatte. Lev 10:2 Da ging Feuer von dem Herrn aus und verzehrte sie. So starben sie vor dem Herrn. Lev 10:3 Da sprach Moses zu Aaron: "Dies ist es, was der Herr sagen will: 'An denen, die mir nahestehen, zeige ich mich als heilig und als herrlich vor dem ganzen Volke.'" Aaron aber schwieg. Lev 10:4 Da rief Moses nach Misael und Elsaphan, den Söhnen Uziels, des Oheims von Aaron, und sprach zu ihnen: "Kommt her und tragt eure Brüder fort vom Heiligtum hinaus vor das Lager!" Lev 10:5 Da kamen sie her und trugen sie in ihren Leibröcken vor das Lager, wie Moses gesagt hatte. Lev 10:6 Und Moses sprach zu Aaron, Eleazar und Itamar, seinen Söhnen: "Löst nicht euer Haupthaar! Zerreißt nicht eure Kleider, daß ihr nicht sterbet! Er würde über die ganze Gemeinschaft ergrimmen, wenn eure Brüder, das ganze Haus Israels, den Brand beweinten, den der Herr gemacht. Lev 10:7 Weicht nicht von der Pforte des Festgezeltes, daß ihr nicht sterbet! Das Salböl des Herrn ist an euch." Sie aber taten nach dem Wort des Herrn. Lev 10:8 Da sprach der Herr zu Aaron: Lev 10:9 "Trink weder Wein noch Bier, weder du noch deine Söhne, wenn ihr das Festgezelt betretet, daß ihr nicht sterbet! Für eure Geschlechter sei es ewig geltende Vorschrift! Lev 10:10 Unterscheidet zwischen Heiligem und Nichtheiligem, Unreinem und Reinem! Lev 10:11 Unterweiset die Israeliten in all den Gesetzen, die ihnen der Herr durch Moses verkündet hat!" Lev 10:12 Und Moses sprach zu Aaron, Eleazar und Itamar, seinen übriggebliebenen Söhnen: "Nehmt das Speiseopfer, das von des Herrn Mählern übrig ist, und esset es ungesäuert neben dem Altar! Es ist hochheilig. Lev 10:13 Eßt es an heiliger Stätte! Es ist die Gebühr, die dir mit deinen Söhnen von des Herrn Mählern zufällt. So ist es mir geboten worden. Lev 10:14 Der Abgabe Brust sowie der Weihegabe Keule sollt ihr an reinem Orte essen, du, deine Söhne und deine Töchter! Sie sollen dir und deinen Söhnen von den Dankopfern der Israeliten als Gebühr zufallen! Lev 10:15 Der Weihegabe Keule und die Brust der Abgabe soll man zu den Mählern der Fettstücke bringen, um sie vor dem Herrn darzubringen! Sie sollen dir und deinen Söhnen, wie der Herr befohlen, als ewige Gebühr zufallen!" Lev 10:16 Moses aber hatte besorgt nach dem Sündopferbock gefragt. Da war er schon verbrannt. Daraufhin zürnte er auf Eleazar und Itamar, Aarons Söhne, und sprach: Lev 10:17 "Warum habt ihr das Sündopfer nicht an heiliger Stätte gegessen? Hochheilig ist es ja. Er hat es euch gegeben, um die Schuld der Gemeinschaft wegzunehmen und für sie vor dem Herrn Sühne zu erwirken. Lev 10:18 Ist doch sein Blut nicht in das Innere des Heiligtums hineingebracht worden! Darum mußtet ihr es im Heiligtum ganz verzehren, wie es mir geboten ward." Lev 10:19 Da sprach Aaron zu Moses: "Sie haben heute ihr Sünd- und Brandopfer vor dem Herrn dargebracht, und doch traf mich solches. Hätte ich heute ein Sündopfer verzehrt, gefiele dies dem Herrn?" Lev 10:20 Dies hörte Moses, und es war recht vor seinen Augen. Lev 11:1 Der Herr redete mit Moses und Aaron und sagte zu ihnen folgendes: Lev 11:2 "Sprecht zu den Söhnen Israels: 'Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft von allem Vieh auf Erden: Lev 11:3 Was gespaltene Klauen hat, ganz durchgespaltene, und was wiederkäut, das dürft ihr essen. Lev 11:4 Dagegen dürft ihr von den Wiederkäuern nicht die genießen, die gespaltene Klauen haben: das Kamel; denn es hat, wenn auch Wiederkäuer, doch keine ganz gespaltenen Klauen. Unrein sei es euch! Lev 11:5 Auch nicht den Klippdachs; denn er hat, obschon Wiederkäuer, keine ganz gespaltenen Klauen. Unrein sei er euch! Lev 11:6 Auch nicht den Hasen; denn er hat, obschon Wiederkäuer, keine ganz gespaltenen Klauen. Unrein sei er euch! Lev 11:7 Auch nicht das Schwein! Es hat zwar ganz gespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer. Unrein sei es euch! Lev 11:8 Ihr dürft ihr Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren. Sie seien euch unrein! Lev 11:9 Von allem, was im Wasser ist, dürft ihr dies verzehren: Was im Gewässer, in den Meeren und in Bächen Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen. Lev 11:10 Was aber im Meer und in den Bächen weder Flossen noch Schuppen hat von allem, was im Wasser wimmelt, von allen Lebewesen, die im Wasser sind, sei euch ein Greuel! Lev 11:11 Sie seien euch ein Greuel! Von ihrem Fleische dürft ihr nichts genießen. Ihr Aas müßt ihr verabscheuen. Lev 11:12 Greuel sei euch, was im Wasser keine Flossen und keine Schuppen hat. Lev 11:13 Und von den Vögeln sollt ihr folgende verabscheuen! Sie dürfen, als Greuel, nicht gegessen werden: Adler, Bartgeier und Geier, Lev 11:14 Weihe und Falken, je in ihrer Art, Lev 11:15 alle Raben, je in ihrer Art; Lev 11:16 Strauß, Schwalbe, Möve, Habicht, je in ihrer Art, Lev 11:17 Käuzchen und Sturzpelikan, Uhu, Lev 11:18 Eule und Pelikan, Erdgeier, Lev 11:19 Storch, Regenpfeifer, je in ihrer Art, Wiedehopf, Fledermaus. Lev 11:20 Und alles geflügelte Gewimmel, das auf Vieren geht, sei euch ein Greuel! Lev 11:21 Von allem geflügelten Gewimmel, das auf Vieren geht, dürft ihr nur die verzehren, die über ihren Füßen ein Schenkelpaar haben, um damit auf der Erde zu hüpfen. Lev 11:22 Von diesen dürft ihr folgende verzehren: Die Heuschrecke in ihrer Art, die Freßheuschrecke in ihrer Art, das Heupferd in seiner Art, die Springheuschrecke in ihrer Art. Lev 11:23 Die anderen kleinen Flügeltiere, die vier Füße haben, seien euch ein Greuel! Lev 11:24 Durch folgendes könnt ihr euch unrein machen: Wer ihr Aas berührt, bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:25 Wer eines ihrer Äser trägt, soll seine Kleider waschen! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:26 Jedes Tier, das Klauen hat, die zwar gespalten, aber nicht ganz durchgespalten sind, und das nicht wiederkäut, gelte euch als unrein! Wer es berührt, wird unrein. Lev 11:27 Alles, was auf Tatzen geht, sei euch von allen Vierfüßlern unrein! Wer ihr Aas berührt, bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:28 Wer ihr Aas anfaßt, wasche seine Kleider! Er bleibt bis zum Abend unrein. Sie seien euch unrein! Lev 11:29 Die für euch unrein sind, sind folgende von dem Gewimmel, das auf Erden wimmelt: das Wiesel, die Maus und die Eidechsen in ihrer Art, Lev 11:30 die Spitzmaus, das Chamäleon, der Gecko, die Eidechse und der Salamander. Lev 11:31 Diese seien euch von allem Gewimmel unrein! Wer sie in ihrem Tod berührt, sei bis zum Abend unrein! Lev 11:32 Alles das, worauf von ihnen eines im Tode fällt, wird unrein. Alles Holzgerät oder Gewand oder Fell oder Tuch, all die Gefäße, die zum Gebrauch dienen. Ins Wasser werde es verbracht! Es bleibt bis zum Abend unrein. Dann ist es wieder rein. Lev 11:33 Fällt davon eines in ein irdenes Gefäß, so wird alles, was darin ist, unrein. Ihr müßt es zerschlagen. Lev 11:34 Alle Speise, an die zum Genießen Wasser kommt, wird unrein, und alles trinkbare Getränk wird in jedem Gefäß unrein. Lev 11:35 Alles, worauf eines ihrer Äser fällt, wird unrein. Backofen und Kochherd müssen abgebrochen werden, wenn sie unrein sind. Auch sie seien euch unrein! Lev 11:36 Nur Quellen, Brunnen und Wasserbecken bleiben rein. Nur wer ihr Aas berührt, wird unrein. Lev 11:37 Fällt eines ihrer Äser auf irgendeinen Samen einer Aussaat, die man säen will, so bleibt er rein. Lev 11:38 Bringt man aber Wasser an den Samen und eines ihrer Äser fällt darauf, so sei er euch unrein! Lev 11:39 Fällt ein Stück von dem Vieh, das euch zum Essen dient, dann wird bis zum Abend unrein, wer sein Aas berührt. Lev 11:40 Und wer von seinem Aase ißt, soll seine Kleider waschen! Er bleibt bis zum Abend unrein. Wer sein Aas anfaßt, soll seine Kleider waschen! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:41 All das Gewimmel, das auf Erden wimmelt, ist als Greuel nicht genießbar. Lev 11:42 Was auf dem Bauche kriecht und was auf Vieren geht, bis zu allem Vierfüßigen, von allem Gewimmel, das auf Erden wimmelt, eßt sie nicht! Sie sind ein Greuel. Lev 11:43 Ihr sollt euch nicht selbst durch irgendein Kriechtier abscheulich machen! Verunreinigt euch nicht durch sie, daß ihr dadurch unrein würdet! Lev 11:44 Denn ich, der Herr, bin euer Gott. Nun, so zeigt euch als heilig und seid heilig! Denn ich bin heilig. Ihr sollt euch nicht selbst durch irgendein Gewimmel verunreinigen, das auf Erden wimmelt! Lev 11:45 Ich bin der Herr, der euch aus Ägypterland geführt, um euch Gott zu sein. So werdet heilig! Denn ich bin heilig. Lev 11:46 Dies ist die Lehre über das Vieh, das Geflügel und alle Lebewesen, die im Wasser tummeln und alle Wesen, die auf Erden wimmeln, Lev 11:47 damit man scheide zwischen Unreinem und Reinem und zwischen eßbaren Lebewesen und ungenießbaren Lebewesen.'" Lev 12:1 Der Herr sprach zu Moses also: Lev 12:2 "Sprich zu den Söhnen Israels: 'Schenkt ein Weib einem Knaben im Wochenbett das Leben, so ist sie sieben Tage unrein, so wie sie in den Tagen ihrer monatlichen Unreinheit unrein ist. Lev 12:3 Am achten Tage werde seines Gliedes Fleisch beschnitten! Lev 12:4 Dreiunddreißig Tage soll sie im Reinigungsblute bleiben! Sie darf nichts Heiliges berühren und darf nicht in das Heiligtum kommen, bis daß die Tage ihrer Reinigung vorüber sind! Lev 12:5 Schenkt sie aber einem Mädchen das Leben, so sei sie zwei Wochen unrein wie bei ihrer monatlichen Unreinheit, und sechsundsechzig Tage soll sie im Reinigungsblute bleiben! Lev 12:6 Sind die Tage ihrer Reinigung vorüber bei einem Sohn oder einer Tochter, so soll sie ein noch nicht einjähriges Lamm zum Brandopfer bringen und eine junge Taube oder eine Turteltaube zum Sündopfer an des Festgezeltes Pforte zu dem Priester! Lev 12:7 Er bringe sie vor dem Herrn dar und schaffe ihr Sühne! So werde sie rein von ihrem Blutflusse! Dies ist die Lehre über Kindbetterinnen, sei es bei Knaben oder Mädchen. Lev 12:8 Reicht aber ihr Vermögen nicht für ein Schaf hin, so nehme sie zwei Turteltauben oder sonst zwei junge Tauben, die eine für das Brandopfer, die andere für das Sündopfer, und so verschaffe ihr der Priester Sühne, daß sie rein werde!' Lev 13:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron also: Lev 13:2 "Zeigt sich auf jemandes Haut ein Mal oder ein Grind oder ein Fleck und bildet sich auf seiner Haut ein Aussatzschaden, dann bringe man ihn vor den Priester Aaron oder einen seiner Priestersöhne! Lev 13:3 Sieht nun der Priester den Schaden an der Haut und ist das Haar in dem Schaden weiß geworden und ist der Schein des Schadens tiefer als die Haut seines Fleisches, so ist es Aussatzschaden. Sieht dies der Priester, dann erkläre er ihn für unrein! Lev 13:4 Ist ein weißer Fleck an der Haut seines Fleisches und ist sein Schein nicht tiefer als die Haut und ist das Haar daran nicht weiß geworden, dann sondere der Priester sieben Tage den Schaden ab! Lev 13:5 Beschaut ihn der Priester am siebten Tage und blieb der Schaden bei seiner Farbe, griff der Schaden auf der Haut nicht weiter um sich, dann sondere der Priester weitere sieben Tage den Schaden ab! Lev 13:6 Beschaut ihn der Priester abermals am siebten Tage und wurde der Schaden blässer und griff der Schaden auf der Haut nicht weiter um sich, dann erkläre ihn der Priester für rein! Ein Grind ist es. Er wasche seine Kleider! Dann ist er rein. Lev 13:7 Greift aber auf der Haut der Grind immer weiter um sich, nachdem er vom Priester zu seiner Reinsprechung beschaut war, und zeigt er sich abermals dem Priester Lev 13:8 und sieht der Priester, daß auf der Haut der Grind um sich griff, dann erkläre der Priester ihn für unrein! Aussatz ist es. Lev 13:9 Ist an einem Menschen ein Aussatzschaden, so bringe man diesen Fall vor den Priester! Lev 13:10 Sieht der Priester, daß ein weißes Mal an der Haut ist, und das Haar daran ist weiß geworden und in dem Mal wuchert wildes Fleisch, Lev 13:11 dann ist an der Haut seines Fleisches ein unheilbarer Aussatz. Der Priester erkläre ihn für unrein! Er soll ihn aber nicht absondern! Er ist unrein. Lev 13:12 Blüht aber der Aussatz auf der Haut und bedeckt der Aussatz vom Kopf bis zu den Füßen die ganze Schadenhaut im ganzen Schaubereich des Priesters Lev 13:13 und sieht der Priester, daß der Aussatz seinen ganzen Leib bedeckt, dann erkläre er den Schaden für rein! Ganz weiß geworden, ist er rein. Lev 13:14 Wenn sich aber wildes Fleisch an ihm zeigt, dann wird er unrein. Lev 13:15 Und sieht der Priester das wilde Fleisch, dann erkläre er ihn für unrein! Das wilde Fleisch ist unrein. Aussatz ist es. Lev 13:16 Verschwindet freilich das wilde Fleisch und er wird weiß und kam er zum Priester Lev 13:17 und besah ihn der Priester und wurde der Schaden weiß, dann erkläre der Priester den Schaden für rein! Er ist rein. Lev 13:18 Ist an der Haut ein Geschwür und heilt es wieder Lev 13:19 und entsteht an Stelle des Geschwüres ein weißes Mal oder ein weißrötliches, ein Fleck, so zeige er sich dem Priester! Lev 13:20 Und sieht der Priester, daß die Gestalt des Fleckes tiefer als die Haut ist, und ist daran sein Haar weiß geworden, dann erkläre ihn der Priester für unrein! Aussatzschaden ist es, im Geschwür ausgebrochen. Lev 13:21 Beschaut es der Priester und kein Haar ist daran weiß geworden, auch ist es nicht tiefer als die Haut, nur blasser, dann sondere ihn der Priester sieben Tage ab! Lev 13:22 Greift es dann weiter auf der Haut um sich, dann erkläre ihn der Priester für unrein! Ein Schaden ist es. Lev 13:23 Bleibt aber der Fleck an der gleichen Stelle und breitet er sich nicht aus, so ist es die Narbe des Geschwürs. Dann erkläre ihn der Priester für rein! Lev 13:24 Oder ist eine Brandwunde an der Haut und ist das Fleisch an der Brandwunde ein weißroter oder weißer Fleck Lev 13:25 und der Priester beschaut ihn, und das Haar ist an dem Fleck weiß geworden und seine Gestalt ist tiefer als die Haut, so ist der Aussatz in der Brandwunde ausgebrochen. Der Priester erkläre ihn für unrein! Es ist der Aussatz. Lev 13:26 Beschaut ihn der Priester und ist kein weißes Haar am Fleck und ist er nicht tiefer als die Haut, nur blässer, dann sondere ihn der Priester sieben Tage ab! Lev 13:27 Beschaut ihn der Priester am siebten Tag, dann erkläre ihn der Priester für unrein, falls es auf seiner Haut weiter um sich griff! Dann ist es Aussatz. Lev 13:28 Blieb aber der Fleck auf der gleichen Stelle und griff er nicht auf der Haut um sich und ward er nur blässer, so ist es das Mal der Brandwunde. Für rein erkläre ihn der Priester! Nur Brandwundnarbe ist es. Lev 13:29 Ist bei einem Manne oder Weib ein Schaden am Kopf oder Bart Lev 13:30 und der Priester beschaut den Schaden und ist er tiefer als die Haut und goldgelbes dünnes Haar daran, dann erkläre ihn der Priester für unrein! Krätze ist es, Aussatz des Kopfes oder Bartes. Lev 13:31 Besichtigt der Priester den Krätzeschaden und ist er nicht tiefer als die Haut, fehlen aber schwarze Haare, dann sondere der Priester den Krätzeschaden sieben Tage ab! Lev 13:32 Besichtigt der Priester am siebten Tag den Schaden und griff die Krätze nicht um sich und war darin kein goldgelbes Haar und ist die Krätze nicht tiefer als die Haut, Lev 13:33 So lasse er sich scheren, aber nicht die Krätze! Dann sondere der Priester die Krätze nochmals sieben Tage ab! Lev 13:34 Besichtigt am siebten Tag der Priester die Krätze und griff die Krätze nicht auf der Haut um sich und ist ihre Gestalt nicht tiefer als die Haut, so erkläre ihn der Priester für rein. Er wasche seine Kleider! Dann ist er rein. Lev 13:35 Greift aber die Krätze auf der Haut um sich nach seiner Reinerklärung Lev 13:36 und besichtigt ihn der Priester und hat die Krätze weiter auf der Haut um sich gegriffen, so braucht der Priester nicht nach dem goldgelben Haar zu suchen. Er ist unrein. Lev 13:37 Bleibt sich aber die Krätze im Aussehen gleich und wächst schwarzes Haar daran, so ist die Krätze geheilt. Er ist rein. Für rein erkläre ihn der Priester! Lev 13:38 Sind bei einem Manne oder Weibe Flecken auf der Haut, mattweiße Flecken Lev 13:39 und bemerkt ein Priester, daß auf der Haut ihres Fleisches verblaßte, weiße Flecken sind, so sind es Flechten, die auf der Haut ausbrachen. Ein solcher ist rein. Lev 13:40 Wird jemandes Haupt kahl und ist es ein Hinterglatzkopf, so ist er rein. Lev 13:41 Wird aber vorn sein Kopf kahl, so ist es ein Vorderglatzkopf. Er ist rein. Lev 13:42 Zeigt sich aber an der hinteren oder vorderen Glatze ein weißlichroter Schaden, so ist es der Aussatz, der an seiner hinteren oder vorderen Glatze ausbricht. Lev 13:43 Besichtigt ihn der Priester und ist ein weißlichrotes Schadenmal an seiner hinteren oder vorderen Glatze, das aussieht wie der Aussatz auf der Haut des Fleisches, Lev 13:44 so ist er ein aussätziger Mann. Er ist unrein. Der Priester soll ihn für unrein erklären! An seinem Kopfe ist sein Schaden. Lev 13:45 Der Aussätzige, der den Schaden an sich hat, soll sein Gewand zerreißen und soll das Haupthaar fliegen lassen, den Bart verhüllen und rufen "Unrein! Unrein!" Lev 13:46 Er bleibe die ganze Zeit, da er den Schaden hat, unrein! Er soll abgesondert wohnen! Sein Bleiben sei außerhalb des Lagers! Lev 13:47 Ist an einem Tuche ein Aussatzschaden, an Woll- oder Leintuch, Lev 13:48 oder an Leinen- oder Wollgewebe oder Einschlag, oder auch an Leder oder an Lederware, Lev 13:49 und ist der Schaden grünlich oder rötlich am Tuch oder am Leder oder am Gewebe oder am Einschlag oder an der Lederware, so ist es Aussatzschaden. Er werde vom Priester beschaut! Lev 13:50 Besichtigt der Priester den Schaden, so sondere er den Schaden sieben Tage ab! Lev 13:51 Am siebten Tage beschaue er den Schaden! Hat auf dem Tuche, dem Gewebe, dem Einschlag, dem Leder oder an der Lederware der Schaden um sich gegriffen, dann ist der Schaden ein fressender Aussatz. Er ist unrein. Lev 13:52 Man verbrenne das Tuch oder das Gewebe oder den Einschlag in Wolle oder Leinen oder jede Ledertasche, woran der Schaden ist! Denn fressender Aussatz ist es. Im Feuer soll es verbrannt werden! Lev 13:53 Besichtigt es der Priester, und der Schaden griff nicht um sich auf dem Tuch oder Gewebe oder Einschlag oder auf irgendwelchen Ledersache, Lev 13:54 dann gebiete der Priester, daß man wasche, an denen der Schaden ist, und sondere es nochmals sieben Tage ab! Lev 13:55 Beschaut es dann der Priester, nachdem der Schaden gewaschen wurde, und hat sich die Farbe des Schadens nicht verändert und hat der Schaden nicht um sich gegriffen, so ist es unrein. Im Feuer sollst du es verbrennen, sei es eine Einfressung an seiner hinteren oder vorderen Seite! Lev 13:56 Besieht es aber der Priester, und ist der Schaden verblaßt, nachdem man ihn gewaschen hat, so schneide man ihn aus dem Tuche oder Leder oder Aufzug oder Einschlag! Lev 13:57 Erscheint er nochmals am Tuch oder Gewebe oder Einschlag oder an irgendeiner Ledersache, so ist es ein frisch ausbrechender. Du sollst im Feuer das verbrennen, woran der Schaden ist! Lev 13:58 Das Tuch, das Gewebe, der Einschlag oder die Lederwaren aller Art, die du wuschest und von denen der Schaden gewichen, müssen wiederum gewaschen werden. Dann erst sind sie rein. Lev 13:59 Dies ist die Lehre über den Aussatzschaden an wollenem oder linnenem Tuch oder an Gewebe oder Einschlag oder irgendeiner Ledersache, inwiefern sie für rein oder unrein zu erklären sind." Lev 14:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 14:2 "Dies ist das Gesetz über den für aussätzig Erklärten am Tage seiner Reinigung: Man bringe seinen Fall vor den Priester! Lev 14:3 Dann gehe der Priester vor das Lager! Beschaut es der Priester und ist der Aussatzschaden am Aussätzigen geheilt, Lev 14:4 dann gebiete der Priester, daß man für den zu Reinigenden zwei lebende, reine Vögel und Zedernholz und Karmesinwolle und Ysop hole! Lev 14:5 Dann gebiete der Priester, daß man den einen Vogel in ein Tongefäß über frischem Wasser schlachte! Lev 14:6 Den anderen lebendigen Vogel soll er nehmen und das Zedernholz, die Karmesinwolle und den Ysop und tauche sie und den lebendigen Vogel ins Blut des über frischem Wasser abgeschlachteten Vogels. Lev 14:7 Dann besprenge er den vom Aussatz zu Reinigenden siebenmal und reinige ihn so! Den lebenden Vogel aber lasse er aufs freie Feld! Lev 14:8 Dann wasche der sich zu Reinigende seine Kleider und schere sein ganzes Haar und bade sich, so wird er rein. Danach darf er ins Lager kommen, bleibe aber noch sieben Tage vor seinem Zelte! Lev 14:9 Am siebten Tage soll er all sein Haar scheren, seinen Kopf und seinen Bart und seine Augenbrauen! All sein Haar soll er scheren! Dann wasche er seine Kleider und bade seinen Leib! So wird er rein. Lev 14:10 Am achten Tage soll er zwei fehlerlose Lämmer nehmen und ein noch nicht einjähriges, fehlerloses, weibliches Lamm sowie drei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, für das Speiseopfer und eine Kanne Öl! Lev 14:11 Der Priester, der reinigt, stelle den Mann, der sich reinigen läßt, und diese Sachen vor den Herrn an des Festgezeltes Tür! Lev 14:12 Dann nehme der Priester das eine Lamm und bringe es als Schuldopfer mit der Kanne Öl dar und weihe beides vor dem Herrn! Lev 14:13 Und er schlachte an dem Orte, wo das Sünd- und Brandopfer geschlachtet wird, das Lamm an heiliger Stätte! Dem Priester gehöre das Schuldopfer wie das Sündopfer! Es ist hochheilig. Lev 14:14 Dann nehme der Priester vom Blut des Schuldopfers! Der Priester streiche es dem zu Reinigenden an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes! Lev 14:15 Dann nehme der Priester aus der Kanne etwas Öl und gieße es in die priesterliche Linke! Lev 14:16 Dann tauche der Priester seinen rechten Finger in das Öl in seiner Linken und sprenge vor dem Herrn vom Öl mit seinem Finger siebenmal! Lev 14:17 Vom Öl, das auf seiner Hand noch übrigbleibt, soll der Priester dem zu Reinigenden etwas an das rechte Ohrläppchen und an den Daumen seiner rechten Hand streichen und an die große Zehe seines rechten Fußes oben auf das Blut des Schuldopfers! Lev 14:18 Was dann noch übrig ist von dem Öle auf der Hand des Priesters, soll er auf das Haupt des zu Reinigenden tun! So schaffe ihm der Priester vor dem Herrn Sühne! Lev 14:19 Dann richte der Priester das Sündopfer her und schaffe so Sühne dem zu Reinigenden wegen seiner Unreinheit! Danach soll er das Brandopfer schlachten! Lev 14:20 Dann bringe der Priester auf dem Altar das Brand- und das Speiseopfer dar! Schafft ihm so der Priester Sühne, dann wird er rein. Lev 14:21 Ist er aber arm und unvermöglich, dann nehme er ein Lamm als Schuldopfer zur Darbringung und Sühneschaffung sowie ein Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, mit einer Kanne Öl für das Speiseopfer Lev 14:22 Sowie zwei Turtel- oder ein Paar junge Tauben, wie er es eben vermag! Die eine sei Sündopfer, die andere Brandopfer! Lev 14:23 Er bringe sie am achten Tage nach seiner Reinigung zum Priester an des Festgezeltes Tür vor den Herrn! Lev 14:24 Der Priester nehme mit der Kanne Öl das Lamm des Schuldopfers! Dann bringe der Priester sie vor dem Herrn als Abgabe dar! Lev 14:25 Dann schlachte man das Lamm des Schuldopfers! Der Priester nehme vom Blut des Schuldopfers und streiche es dem zu Reinigenden an das rechte Ohrläppchen und an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes! Lev 14:26 Von dem Öle soll der Priester etwas in die priesterliche Linke gießen! Lev 14:27 Dann sprenge der Priester mit seinem rechten Finger etwas von dem Öl in seiner Linken vor den Herrn siebenmal! Lev 14:28 Dann tue der Priester etwas von dem Öl in seiner Hand an des zu Reinigenden rechtes Ohrläppchen und an den Daumen seiner Rechten und an die große Zehe seines rechten Fußes, wo sich das Blut des Schuldopfers befindet! Lev 14:29 Was vom Öl auf des Priesters Hand noch übrig ist, soll er an des zu Reinigenden Kopf tun! So schaffe er ihm vor dem Herrn Sühne! Lev 14:30 Dann richte er von den Turteltauben oder jungen Tauben, die er sich leisten kann, Lev 14:31 die eine als Sündopfer her, die andere als Brandopfer samt dem Speiseopfer! So schaffe der Priester dem zu Reinigenden Sühne vor dem Herrn! Lev 14:32 Das ist die Weisung für den, der den Aussatzschaden hat und der bei seiner Reinigung unvermöglich ist." Lev 14:33 Und der Herr redete mit Moses und Aaron also: Lev 14:34 "Kommt ihr in das Kanaaniterland, das ich euch zu eigen gebe, und schlage ich mit dem Aussatzschaden ein Haus in eurem eigenen Lande, Lev 14:35 so komme der Hausbesitzer und melde es dem Priester mit den Worten: 'Wie ein Schaden dünkt es mir am Hause!' Lev 14:36 Da gebiete der Priester, das Haus zu räumen, bevor der Priester kommt, den Schaden zu besichtigen, damit nicht alles im Haus unrein werde! Dann soll der Priester kommen, das Haus zu besichtigen! Lev 14:37 Besichtigt er den Schaden und ist an den Hauswänden der Schaden in Gestalt von grünen oder roten Grübchen, die tiefer als die Wand zu liegen scheinen, Lev 14:38 dann gehe der Priester aus dem Haus an die Haustür und verschließe auf sieben Tage das Haus! Lev 14:39 Kommt der Priester am siebten Tag wieder und sieht er, daß der Schaden an den Hauswänden weiter um sich griff, Lev 14:40 dann gebiete der Priester, daß man die Steine, an denen der Schaden ist, ausbreche und draußen vor der Stadt an einen unreinen Ort werfe! Lev 14:41 Dann lasse er das Haus ringsum inwendig abkratzen, und draußen vor der Stadt schütte man den abgekratzten Lehm an einen unreinen Ort! Lev 14:42 Dann nehme man andere Steine und bringe sie an den Platz jener Steine! Dann soll man anderen Lehm nehmen und das Haus tünchen! Lev 14:43 Kehrt der Schaden am Haus wieder, nachdem jene Steine weggenommen und das abgekratzte Haus getüncht, Lev 14:44 dann komme der Priester, und sieht er, daß im Haus der Schaden weiter um sich griff, so ist ein fressender Aussatz am Haus. Es ist unrein. Lev 14:45 Man schleife das Haus mit seinen Steinen und Balken und den gesamten Lehm des Hauses und bringe es hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort! Lev 14:46 Wer das verschlossene Haus betreten hat, gelte bis zum Abend für unrein! Lev 14:47 Wer im Haus geschlafen hat, der soll seine Kleider waschen! Wer im Haus gegessen hat, der soll seine Kleider waschen! Lev 14:48 Kommt der Priester und besichtigt es und hat der Schaden im Haus nicht um sich gegriffen nach dem Tünchen des Hauses, dann erkläre der Priester das Haus für rein! Der Schaden ist geheilt. Lev 14:49 Zwei Vögel nehme er zur Entsündigung des Hauses und Zedernholz und Karmesinwolle mit Ysop! Lev 14:50 Dann schlachte er den einen Vogel in ein Tongefäß über frischem Wasser Lev 14:51 und nehme das Zedernholz, den Ysop, die Karmesinwolle und den lebenden Vogel, tauche sie in das Blut des geschlachteten Vogels und in das frische Wasser und besprenge siebenmal das Haus! Lev 14:52 So entsündigt er das Haus mit Vogelblut und frischem Wasser, mit dem lebenden Vogel, dem Zedernholz, dem Ysop und der Karmesinwolle! Lev 14:53 Dann lasse er den lebenden Vogel vor die Stadt ins freie Feld entkommen! So schaffe er dem Hause Sühne! Dann ist es rein. Lev 14:54 Das ist die Weisung für die verschiedenen Arten des Aussatzschadens und der Krätze, Lev 14:55 des Aussatzes an Tüchern und Häusern, Lev 14:56 der Hautmale, des Schorfes und der Flecken, Lev 14:57 um danach zwischen Rein oder Unrein zu entscheiden. Dies ist das Gesetz über den Aussatz." Lev 15:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron also: Lev 15:2 "Redet mit den Söhnen Israels und sprecht zu ihnen: Wer einen Fluß an seinem Fleische hat, dessen Ausfluß ist unrein. Lev 15:3 Dies ist eine Unreinheit durch seinen Fluß: Mag sein Fleisch seinen Fluß ausscheiden oder mag sein Fleisch so verstopft sein, daß nichts fließt, bei ihm ist es Unreinheit. Lev 15:4 Das ganze Lager, auf dem der Flüssige liegt, ist unrein, ebenso alles Gerät, auf dem er sitzt. Lev 15:5 Wer sein Lager anrührt, soll seine Kleider waschen, dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:6 Wer sich auf das Gerät setzt, auf dem der Flüssige saß, soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:7 Wer das Fleisch des Flüssigen berührt, soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:8 Speit der Flüssige auf den Reinen, so wasche dieser seine Kleider und bade sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:9 Alles Reitzeug, auf dem der Flüssige reitet, ist unrein. Lev 15:10 Wer etwas, was unter ihm war, anrührt, bleibt bis zum Abend unrein. Wer es fortträgt, soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:11 Wen der Flüssige mit ungewaschenen Händen berührt, der wasche seine Kleider und bade sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:12 Ein Tongefäß, das der Flüssige berührt, werde zerbrochen und alles Holzgerät mit Wasser abgespült! Lev 15:13 Wird der Flüssige rein von seinem Fluß, dann zähle er von seinem Reinwerden sieben Tage! Dann wasche er seine Kleider und bade sein Fleisch in frischem Wasser! Dann ist er rein. Lev 15:14 Am achten Tage soll er zwei Turtel- oder junge Tauben nehmen; dann komme er an des Festgezeltes Pforte vor den Herrn und gebe sie dem Priester! Lev 15:15 Der Priester richte sie her, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer! So schaffe ihm der Priester wegen seines Flusses Sühne vor dem Herrn! Lev 15:16 Entgeht einem Mann der Same, so bade er seinen ganzen Leib! Er bleibt bis zum Abend unrein! Lev 15:17 Und jedes Tuch und jedes Lederzeug, an die Samen kommt, werde gewaschen! Bis zum Abend bleibt es unrein. Lev 15:18 Und schläft jemand bei einem Weibe, daß Samenfluß erfolgt, so müssen sie sich baden und sind bis zum Abend unrein. Lev 15:19 Wird ein Weib durch seines Leibes Blutfluß flüssig, so haftet sieben Tage an ihr die Unreinheit. Wer sie berührt, wird bis zum Abend unrein. Lev 15:20 Alles, worauf sie während ihrer Unreinheit liegt, und alles, worauf sie sitzt, wird unrein. Lev 15:21 Wer ihr Lager anrührt, der soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:22 Wer irgendein Gerät berührt, auf dem sie saß, der soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:23 Wer auf dem Lager oder dem Gerät, auf dem sie saß, etwas berührt, wird bis zum Abend unrein. Lev 15:24 Wenn einer bei ihr liegt, kommt er in ihre Unreinheit und bleibt sieben Tage unrein. Das ganze Lager, auf dem er liegt, wird unrein. Lev 15:25 Fließt eines Weibes Blutfluß viele Tage außer der Zeit ihrer gewöhnlichen Unreinheit, oder wenn sie über ihre Unreinheit hinaus noch flüssig bleibt, so gelten alle Tage des Flusses ihrer Unreinheit als Tage ihrer Unreinheit. Sie ist unrein. Lev 15:26 Das ganze Lager, auf dem sie alle Tage ihres Flusses sitzt, gelte ihr wie das Lager ihrer gewöhnlichen Unreinheit, und alles Gerät, auf dem sie sitzt, wird unrein, wie bei ihrer gewöhnlichen Unreinheit. Lev 15:27 Und unrein wird jeder, der diese Dinge berührt. Er wasche seine Kleider und bade sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:28 Ist sie aber von ihrem Flusse rein geworden, so zähle sie noch sieben Tage! Dann ist sie rein. Lev 15:29 Am achten Tage soll sie zwei Turtel- oder junge Tauben nehmen; dann bringe sie diese zum Priester an des Festgezeltes Pforte! Lev 15:30 Der Priester richte die eine als Sündopfer her, die andere als Brandopfer! Und so verschaffe der Priester ihr vor dem Herrn Sühne, des Flusses wegen, der sie unrein machte! Lev 15:31 Ihr sollt die Söhne Israels ob ihrer Unreinheit verwarnen, auf daß sie nicht durch ihre Unreinheit sterben, indem sie meine Wohnung in ihrer Mitte unrein machen! Lev 15:32 Das ist das Gesetz über den Flüssigen und den, dem der Same entgeht, wodurch er unrein wird, Lev 15:33 und über die, die an ihrer Unreinigkeit leidet, und über den, der seinen Fluß hat, über Männer wie über Weiber, und über den, der bei einer Unreinen liegt.'" Lev 16:1 Und der Herr redete zu Moses nach dem Tode der beiden Aaronssöhne, als sie dem Herrn zu nahe traten und sterben mußten. Lev 16:2 Der Herr sprach zu Moses: "Sag deinem Bruder Aaron, er dürfe nicht zu jeder Zeit ins Heiligtum und hinter den Vorhang vor der Lade Deckplatte kommen, sonst müsse er sterben! Denn in der Wolke erscheine ich über der Deckplatte. Lev 16:3 Nur so soll Aaron ins Heiligtum kommen, daß er einen jungen Stier als Sündopfer darbringt und einen Widder als Brandopfer! Lev 16:4 Er soll einen heiligen Linnenleibrock anziehen! Über seinem Fleisch sollen linnene Beinkleider sein! Er soll sich mit einem Linnengürtel gürten und einen Linnenkopfbund umbinden! Dies sind heilige Gewänder. Darum wasche er sein Fleisch! Dann ziehe er sie an! Lev 16:5 Und von der israelitischen Gemeinschaft soll er zwei Ziegenböcke zum Sündopfer nehmen und einen Widder zum Brandopfer! Lev 16:6 Alsdann hole Aaron seinen Sündopferfarren und schaffe so sich und seinem Hause Sühne! Lev 16:7 Dann nehme er die beiden Böcke und stelle sie an des Festgezeltes Tür vor den Herrn! Lev 16:8 Und Aaron lege die Lose auf die beiden Böcke! Ein Los gelte für den Herrn, ein Los für Azazel! Lev 16:9 Dann nehme Aaron jenen Bock, auf den das Los gefallen 'Für den Herrn', und bereite ihn als Sündopfer! Lev 16:10 Den Bock, auf den das Los gefallen 'Für Azazel', soll er lebend vor den Herrn stellen, um an ihm die Sühne zu vollziehen und ihn dem Azazel in die Wüste zuzuschicken! Lev 16:11 Aaron bringe seinen Sündopferfarren her und schaffe sich und seinem Hause Sühne! Er schlachte seinen Sündopferfarren! Lev 16:12 Dann nehme er die Pfanne voller Feuerkohlen vom Altare vor dem Herrn weg und zwei Hände feines, würziges Räucherwerk und bringe es hinter jenen Vorhang! Lev 16:13 Dann tue er das Räucherwerk aufs Feuer vor dem Herrn und hülle mit der Räucherwerkwolke die Deckplatte auf dem Zeugnis ein, daß er nicht sterbe! Lev 16:14 Dann nehme er vom Farrenblut und sprenge es mit seinem Finger an die Vorderseite der Deckplatte! Vor die Deckplatte soll er siebenmal von dem Blute mit seinem Finger sprengen! Lev 16:15 Dann schlachte er des Volkes Sündopferbock und bringe sein Blut hinter jenen Vorhang und tue mit seinem Blute so wie mit dem Farrenblut und sprenge es auf die Deckplatte und vor sie hin! Lev 16:16 So entsündige er das Heiligtum, wegen der Unreinheiten der Söhne Israels und wegen ihrer Frevel bei all ihren Sünden. So soll er mit dem Festgezelte dessen tun, der bei ihnen wohnt inmitten ihrer Unreinheit! Lev 16:17 Im Festgezelt darf aber niemand sein, wenn er kommt, im Heiligtum die Sühnebräuche zu tun, bis zu seinem Austritt. So schaffe er sich und seinem Hause und der Gesamtgemeinde Israels Sühne! Lev 16:18 Dann gehe er hinaus zum Altar, der vor dem Herrn ist, und entsündige ihn! Er nehme vom Farrenblut und vom Bocksblut und bringe dieses an die Altarhörner ringsum! Lev 16:19 Er sprenge auf ihn vom Blute mit seinem Finger siebenmal! So reinige und heilige er ihn von den Unreinheiten der Söhne Israels. Lev 16:20 Und hat er die Entsündigung des Heiligtums, des Festgezeltes und des Altares vollendet, dann bringe er den lebenden Bock herbei! Lev 16:21 Und Aaron lege seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes und bekenne über ihm die Schuld all der Söhne Israels und alle ihre Frevel bei all ihren Sünden und lege sie auf den Kopf des Bockes und lasse ihn durch einen blöden Menschen in die Wüste führen! Lev 16:22 So trage der Bock auf sich all ihre Schuld in eine abgelegene Gegend fort! In die Wüste treibe er den Bock hinaus! Lev 16:23 Aaron aber komme wieder zum Festgezelt! Hernach ziehe er die Linnenkleider aus, die er sich angelegt, als er das Heiligtum betreten, und lege sie dort nieder! Lev 16:24 Dann wasche er an heiligem Ort sein Fleisch mit Wasser, ziehe seine Kleider an, gehe hinaus und richte sein und des Volkes Brandopfer her! So schaffe er sich und dem Volke Sühne! Lev 16:25 Des Sündopfers Fett soll er auf dem Altar aufdampfen lassen! Lev 16:26 Wer aber den Bock zu Azazel hinausschafft, soll seine Kleider waschen; dann bade er sein Fleisch in Wasser! Dann darf er ins Lager kommen. Lev 16:27 Den Sündopferfarren und den Sündopferbock, deren Blut man hineinbrachte, um im Heiligtum die Sühnebräuche zu tun, soll man vor das Lager bringen, und hier verbrenne man ihre Haut, ihr Fleisch und ihren Mist! Lev 16:28 Wer sie verbrennt, soll seine Kleider waschen; dann bade er sein Fleisch in Wasser! Alsdann darf er ins Lager kommen. Lev 16:29 So sei es euch zu ewiger Satzung: Am zehnten Tag des siebten Monats sollt ihr euch kasteien und keine Arbeit tun, weder der Eingeborene noch der Fremdling, der bei euch weilt! Lev 16:30 Denn an diesem Tage schafft man euch zu eurer Reinigung Sühne. Von all euren Sünden sollt ihr euch vor dem Herrn reinigen! Lev 16:31 Ein Tag völliger Ruhe sei es für euch, und kasteit euch kraft ewiger Satzung! Lev 16:32 Und die Entsündigung vollziehe der Priester, der gesalbt und eingekleidet ward, um Priesterdienst an seines Vaters Statt zu tun! Er lege die linnenen Gewänder an, die Kleider für das Allerheiligste! Lev 16:33 Und er entsündige das Allerheiligste, das Festgezelt und den Altar! So soll er den Priestern und der ganzen Volksgemeinde Sühne schaffen! Lev 16:34 Dies sei euch ewige Satzung, daß man den Söhnen Israels von allen ihren Sünden einmal im Jahre Sühne schaffe!" Und er tat, wie der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 17:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 17:2 "Rede mit Aaron, seinen Söhnen und mit allen Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Dies ist es, was der Herr gebietet: Lev 17:3 Jeder vom Hause Israel, der ein Rind, ein Lamm oder eine Ziege im Lager schlachtet oder außerhalb des Lagers schlachtet Lev 17:4 und sie nicht an des Festgezeltes Pforte bringt, um vor des Herrn Wohnung sie dem Herrn als Opfergabe darzubringen, dem werde es als Blutschuld angerechnet, hat er doch Blut vergossen! Dieser Mann werde aus seinem Volke gestrichen, Lev 17:5 auf daß die Israeliten ihre Schlachtopfer, die sie auf freiem Feld schlachteten, zum Priester an des Festgezeltes Pforte dem Herrn bringen und sie als Dankopfer dem Herrn schlachten! Lev 17:6 Der Priester besprenge mit dem Blut den Altar an des Festgezeltes Pforte und lasse das Fett aufdampfen zu süßem Duft für den Herrn! Lev 17:7 Sie sollen aber ihre Schlachtopfer nicht mehr den Bocksgestalten opfern, denen sie nachhuren! Dies sei ihnen ewige Satzung in ihren Geschlechtern.' Lev 17:8 Und du sollst ihnen sagen: 'Wer vom Hause Israel und von den Fremden, die in seiner Mitte weilen, Brand- oder Schlachtopfer darbringt Lev 17:9 und es nicht vor des Festgezeltes Pforte bringt, es für den Herrn zu bereiten, ein solcher werde aus seinem Volke gestrichen! Lev 17:10 Und gegen jeden vom Hause Israel und von den Fremdlingen bei ihnen, der irgend Blut genießt, will ich mein Antlitz richten und ihn aus seinem Volke streichen! Lev 17:11 Des Fleisches Leben ist im Blute. Für den Altar habe ich es euch gegeben, um euch selbst Sühne zu schaffen. Denn Blut schafft Sühne durch das Leben. Lev 17:12 Darum sage ich zu den Söhnen Israels: Von euch darf niemand Blut genießen, auch nicht der Fremde unter euch. Lev 17:13 Und jeder Israelit und jeder ihrer Fremdlinge, der sich ein Wild erlegt oder eßbares Geflügel, lasse sein Blut auslaufen und bedecke es mit Erde! Lev 17:14 Denn jedes Fleisches Leben ist sein Blut kraft seines Lebensodems. Darum sage ich zu den Söhnen Israels: Von keinem Fleische dürft ihr das Blut genießen. Denn jedes Fleisches Leben ist sein Blut. Jeder werde ausgestrichen, der es genießt! Lev 17:15 Und jegliche Person, die Gefallenes oder Zerrissenes ißt, Eingeborener oder Fremdling, wasche ihre Kleider und bade sich in Wasser! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 17:16 Wäscht er nicht und badet er nicht seinen Leib, dann zieht er sich Schuld zu.'" Lev 18:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 18:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Ich, der Herr, bin euer Gott! Lev 18:3 Ihr sollt nicht nach dem Treiben des Ägypterlandes tun, in dem ihr gesessen, und nicht nach dem Treiben des Landes Kanaan, in das ich euch bringe! Ihr sollt nicht nach ihren Satzungen wandeln. Lev 18:4 Meine Satzungen sollt ihr befolgen und meine Vorschriften halten, danach zu wandeln! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 18:5 Wahret meine Vorschriften und Satzungen! Wer sie tut, wird durch sie leben. Ich bin der Herr. Lev 18:6 Niemand soll sich seinen nächsten Blutsverwandten nahen, die Blöße zu enthüllen! Lev 18:7 Die Blöße deines Vaters und deiner Mutter darfst du nicht enthüllen. Deine Mutter ist es. Du darfst nicht ihre Blöße enthüllen. Lev 18:8 Die Blöße deines Vaterweibes darfst du nicht enthüllen. Deines Vaters Blöße ist es. Lev 18:9 Die Blöße deiner Schwester, deines Vaters Tochter oder deiner Mutter Tochter, daheim geboren oder auswärts, darfst du nicht enthüllen. Lev 18:10 Die Blöße deiner Sohnestochter oder deiner Tochtertochter darfst du nicht enthüllen. Sie sind deine Blöße. Lev 18:11 Die Blöße der Tochter eines Weibes deines Vaters, als deinem Vater geboren, darfst du nicht enthüllen. Sie ist deine Schwester. Lev 18:12 Die Blöße der Schwester deines Vaters darfst du nicht enthüllen. Sie ist deines Vaters Leib. Lev 18:13 Die Blöße der Schwester deiner Mutter darfst du nicht enthüllen. Sie ist deiner Mutter Leib. Lev 18:14 Die Blöße deines Vaterbruders darfst du nicht enthüllen, noch nahe dich seinem Weib! Sie ist deine Tante. Lev 18:15 Die Blöße deiner Schwiegertochter darfst du nicht enthüllen. Sie ist deines Sohnes Weib. Lev 18:16 Die Blöße deines Brudersweibes darfst du nicht enthüllen. Sie ist deines Bruders Blöße. Lev 18:17 Die Blöße eines Weibes und seiner Tochter darfst du nicht enthüllen. Die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter darfst du nicht nehmen, ihre Blöße zu enthüllen. Sie sind nächste Blutsverwandte. Unzucht ist es. Lev 18:18 Du darfst nicht ein Weib zu seiner Schwester hinzunehmen als Nebenweib, um neben ihm zu seinen Lebzeiten ihre Blöße zu enthüllen. Lev 18:19 Du darfst dich nicht einem Weib zur Zeit der Unreinheit nahen, ihre Scham zu enthüllen. Lev 18:20 Mit dem Weibe eines anderen aus deinem Volke darfst du keinen Beischlaf haben, auf daß du dich dadurch nicht unrein machst. Lev 18:21 Von deinen Nachkommen darfst du keinen hergeben zur Weihe an den Moloch. Du darfst nicht Gottes Namen entweihen. Ich bin der Herr. Lev 18:22 Einem Manne darfst du nicht beiliegen wie einem Weibe. Ein Greuel ist es. Lev 18:23 Du darfst dich nicht fleischlich mit einem Tiere vermischen, dich dadurch unrein zu machen. Nicht darf sich ein Weib vor ein Tier hinstellen, sich zu paaren. Schwere Schandtat ist es. Lev 18:24 Versündigt euch nicht durch derartiges! Denn durch all das haben sich die Heiden versündigt, die ich vor euch vertreibe. Lev 18:25 Das Land ward unrein, und ich suchte seine Missetaten an ihm heim. Und das Land spie seine Einwohner darum aus. Lev 18:26 So haltet meine Vorschriften und Satzungen! Ihr dürft nichts von all diesen Greueln tun, weder Eingeborene noch Fremde, die bei euch weilen. Lev 18:27 Denn alle diese Greuel haben im Lande die Leute getan, die vor euch waren, und das Land ward dadurch unrein. Lev 18:28 Daß nicht das Land euch ausspeie, wenn ihr es verunreinigt, wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch war! Lev 18:29 Wer einen dieser Greuel tut, ausgestrichen müssen aus dem Volke Leute werden, die solches tun. Lev 18:30 So folgt meiner Anordnung, daß ihr keine dieser Greuelsitten, die vor euch getan worden sind, übet und euch dadurch unrein machet! Ich, der Herr, bin ja euer Gott.'" Lev 19:1 Und der Herr redete mit Moses also: Lev 19:2 "Rede mit der ganzen Gemeinschaft der Söhne Israels und sprich zu ihr: 'Seid heilig! Denn heilig bin ich, der Herr, euer Gott. Lev 19:3 Ihr sollt jeder seine Mutter und seinen Vater fürchten und meine Ruhetage beobachten. Ich, der Herr, bin euer Gott! Lev 19:4 Wendet euch nicht den Götzen zu! Ihr sollt euch keine gegossenen Götter machen! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:5 Und schlachtet ihr dem Herrn ein Dankopfer, so sollt ihr es zu eurer Begnadigung opfern! Lev 19:6 Am Tage, da ihr es darbringt, und am Tage darauf muß es gegessen werden. Was bis zum dritten Tage übrigbleibt, soll verbrannt werden! Lev 19:7 Würde es am dritten Tage gegessen, so wäre es Verdorbenes, das nicht zu Gnaden geachtet wird. Lev 19:8 Wer es genießt, lädt Schuld auf sich. Denn er entheiligt das dem Herrn Geweihte. Aus seinem Volke werde diese Seele gestrichen! Lev 19:9 Wenn ihr euer Land aberntet, dann darfst du dein Feld nicht bis zum letzten Rande abernten. Du sollst nicht nach deiner Ernte Nachlese halten! Lev 19:10 Auch deinen Weinberg sollst du nicht nachlesen! Du sollst in deinem Weinberge nicht die zerstreuten Beeren auflesen! Du sollst sie dem Armen und dem Fremdling überlassen! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:11 Ihr sollt nicht stehlen! Ihr sollt nicht hehlen! Ihr sollt einander nicht betrügen. Lev 19:12 Ihr sollt nicht bei meinem Namen falsch schwören, daß du den Namen deines Gottes entweihest! Ich bin der Herr. Lev 19:13 Du sollst nicht deinen Nächsten drücken! Du sollst nicht rauben! Nicht soll bei dir des Lohnarbeiters Lohn bis zum Morgen nächtigen! Lev 19:14 Du sollst nicht einem Tauben fluchen! Du sollst nicht vor den Blinden einen Anstoß legen! Fürchte dich vor deinem Gott! Ich bin der Herr. Lev 19:15 Ihr sollt keine Verdrehung beim Rechtsprechen machen! Du sollst nicht den Niederen abweisen! Du sollst nicht auf einen Großen Rücksicht nehmen! Du sollst deinen Nächsten recht richten! Lev 19:16 Du sollst nicht als Ohrenbläser beim Volk umhergehen! Du sollst nicht dem Blute deines Nächsten nachstellen! Ich bin der Herr. Lev 19:17 Du sollst nicht deinen Bruder in deinem Herzen hassen! Mit Freimut sollst du den Angehörigen deines Volkes zurechtweisen und nicht seinetwegen Schuld auf dich laden! Lev 19:18 Du sollst nicht rachgierig sein und nicht deines Volkes Söhnen grollen! Liebe deinen Nächsten wie einen deinesgleichen! Ich bin der Herr. Lev 19:19 Ihr sollt meine Satzungen beobachten! Du sollst nicht zweiartig dein Vieh paaren! Du sollst nicht zweiartig dein Feld besäen! Nicht soll an dich ein Kleid, zweiartig gewebt, kommen! Lev 19:20 Wohnt ein Mann einem Weibe bei und sie ist als Sklavin mit einem anderen Manne verbunden, ist aber noch nicht losgekauft oder noch nicht freigelassen, so soll man eine Unterscheidung machen! Sie soll nicht den Tod erleiden, weil sie keine Freigelassene war. Lev 19:21 Er aber bringe dem Herrn als Buße an des Festgezeltes Pforte zum Schuldopfer einen Widder! Lev 19:22 Der Priester schaffe ihm vor dem Herrn durch den Schuldopferwidder Sühne wegen seiner Sünde, die er getan, und suche ihm Verzeihung zu erwirken von seiner Sünde, die er tat! Lev 19:23 Kommt ihr in das Land, dann pflanzt allerlei Fruchtbäume, aber scheuet das, was daran zu scheuen ist, ihre Frucht! Drei Jahre sollt ihr sie scheuen! Sie darf nicht gegessen werden! Lev 19:24 Im vierten Jahre sei all ihre Frucht heilig, dem Herrn geweiht! Lev 19:25 Im fünften Jahr dürft ihr ihre Früchte genießen, daß ihre Ernte euer Gut mehre. Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:26 Ihr sollt nichts mit Blut essen! Ihr sollt nicht wahrsagen! Ihr sollt nicht zaubern! Lev 19:27 Ihr sollt nicht eures Haupthaares Ecken runden! Du sollst nicht deines Bartes Ecken verderben! Lev 19:28 Ihr sollt euch nicht wegen einer Leiche an eurem Leibe ritzen. Ihr sollt keine Schriftzeichen euch einätzen! Ich bin der Herr. Lev 19:29 Entweihe deine Tochter nicht, daß du sie zur Unzucht führst, auf daß nicht das Land unzüchtig werde und sich das Land mit grober Unzucht fülle! Lev 19:30 Ihr sollt meine Ruhetage halten! Ihr sollt vor meinem Heiligtum Ehrfurcht haben! Ich bin der Herr. Lev 19:31 Wendet euch nicht an die Totengeister! Befragt nicht die Wahrsagegeister, daß ihr dadurch unrein würdet! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:32 Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen! Ehre die Person des Greises! Fürchte dich vor deinem Gott! Ich bin der Herr. Lev 19:33 Weilt in eurem Lande bei euch ein Fremder, dann dürft ihr ihn nicht drücken. Lev 19:34 Der Fremdling soll euch sein wie ein Eingeborener aus euch! Liebe ihn wie deinesgleichen! Ihr seid Fremdlinge im Lande Ägypten gewesen. Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:35 Ihr sollt keine Verdrehung beim Rechtsprechen, beim Längenmaß, Gewicht und Gefäß machen! Lev 19:36 Richtige Waage, richtige Gewichtsteine, richtiger Scheffel und richtige Kanne sollen bei euch sein! Ich, der Herr, bin euer Gott, der euch aus Ägypterland geführt hat. Lev 19:37 So beachtet alle Vorschriften und Satzungen und erfüllet sie, bin ich doch der Herr!'" Lev 20:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 20:2 "Sprich zu den Söhnen Israels: Wer aus den Söhnen Israels und aus den Fremdlingen in Israel von seinen Kindern eines dem Moloch gibt, soll den Tod erleiden! Das Volk des Landes soll ihn steinigen! Lev 20:3 Ich selber richte mein Antlitz wider diesen Mann und streiche ihn aus seinem Volke, weil er von seinen Kindern eines dem Moloch gibt und so mein Heiligtum unrein macht und meinen heiligen Namen entweiht. Lev 20:4 Und wollte vor einem solchen Manne das Volk des Landes seine Augen schließen, wenn er von seinen Kindern eines dem Moloch gibt, und wollten sie ihn nicht töten, Lev 20:5 dann richte ich mein Antlitz gegen einen solchen Mann und seine Sippe. Ich streiche ihn aus seinem Volke, ihn samt allen, die ihm in Unzucht mit dem Moloch nachfolgen. Lev 20:6 Und gegen die Person, die sich an Toten- und an Wahrsagegeister wendet, ihnen nachzuhuren, richte ich mein Angesicht und streiche sie aus ihrem Volke. Lev 20:7 Zeigt euch als heilig, daß ihr heilig werdet! Ich bin der Herr, euer Gott. Lev 20:8 Beachtet und befolget meine Satzungen! Ich bin der, der euch heiligt, ich, der Herr. Lev 20:9 Wer Vater und Mutter grob beleidigt, soll den Tod erleiden! Weil er Vater und Mutter grob beleidigt, bleibt seine Blutschuld auf ihm. Lev 20:10 Buhlt ein Mann mit eines anderen Mannes Weib, buhlt ein Mann mit seines Nächsten Weib, so leide der Ehebrecher und die Ehebrecherin den Tod! Lev 20:11 Liegt jemand bei dem Weibe seines Vaters, hat er des Vaters Blöße enthüllt, so sollen beide den Tod leiden, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen. Lev 20:12 Liegt jemand bei der eigenen Schwiegertochter, so sollen beide den Tod leiden. Sie haben eine schwere Schandtat ausgeübt, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen. Lev 20:13 Liegt jemand bei einem Manne, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide eine Greueltat getan. Den Tod sollen sie leiden, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen! Lev 20:14 Nimmt jemand ein Weib und ihre Mutter dazu, so ist dies grobe Unzucht. Man soll ihn und sie verbrennen, auf daß nicht Unzucht unter euch im Schwange seil Lev 20:15 Wer sich mit einem Tiere vermischt, soll den Tod leiden! Auch das Tier sollt ihr umbringen! Lev 20:16 Naht sich ein Weib einem Tiere, sich mit ihm zu paaren, so töte Weib und Tier! Den Tod sollen sie leiden, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen! Lev 20:17 Nimmt jemand seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, seine Schwester, und schaut er ihre Blöße und sie schaut seine Blöße, so ist dies Verruchtheit. Sie sollen angesichts ihres Volkes ausgestrichen werden, hat er doch die Blöße seiner Schwester enthüllt; er lädt Schuld auf sich. Lev 20:18 Liegt jemand bei einem Weibe in ihrem Unwohlsein und enthüllt er ihre Blöße und deckt er ihren Quell auf und enthüllt sie den Quell ihrer Blutungen, so sollen beide aus ihrem Volke gestrichen werden! Lev 20:19 Enthülle nicht die Blöße deiner Mutterschwester noch der Vaterschwester! Wer seine eigenen Verwandten entblößt, ihre Schuld sollen sie büßen. Lev 20:20 Liegt jemand bei der Tante, so hat er seines Oheims Blöße enthüllt. Sie laden ihre Schuld auf sich. Kinderlos werden sie sterben. Lev 20:21 Nimmt jemand seines Bruders Weib, so ist es Blutschande. Er hat seines Bruders Blöße enthüllt. Kinderlos werden sie bleiben. Lev 20:22 Haltet alle meine Vorschriften und Satzungen! Tut sie, daß euch das Land nicht ausspeie, in das ich euch bringe, darin zu siedeln! Lev 20:23 Ihr sollt nicht nach den Satzungen der Heiden wandeln, die ich vor euch vertreibe! Denn all das haben sie getan, daß es mich vor ihnen ekelte. Lev 20:24 Ich sprach zu euch: Ihr sollt ihr Land zu eigen haben. Ich gebe es euch zum Besitz, ein Land, von Milch und Honig fließend. Ich, der Herr, bin euer Gott, der euch von den anderen Völkern gesondert hat. Lev 20:25 So scheidet zwischen reinem und unreinem Vieh, reinem und unreinem Geflügel! Ihr sollt euch selbst nicht abscheulich machen durch das Vieh, das Geflügel oder durch das, was auf dem Boden kriecht und was ich für euch als unrein ausgesondert habe! Lev 20:26 Seid mir heilig! Denn ich, der Herr, bin heilig. Ich sondere euch von den Völkern, daß ihr mein seiet. Lev 20:27 Ist in einem Mann oder Weib ein Toten- oder Wahrsagegeist, so sollen sie den Tod leiden! Man soll sie steinigen! Ihre Blutschuld bleibt bei ihnen.'" Lev 21:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich zu den Priestern, zu den Söhnen Aarons, sage ihnen: 'An keiner Leiche aus seiner Verwandtschaft darf er sich unrein machen. Lev 21:2 Nur an den nächsten Blutsverwandten, an seiner Mutter, seinem Vater, seinem Sohn, seiner Tochter, seinem Bruder Lev 21:3 und an seiner jungfräulichen Schwester, die ihm nahesteht und die noch keines Mannes ist, darf er sich unrein machen. Lev 21:4 Er darf sich nicht als Gatte an seinen anderen Verwandten unrein machen. Lev 21:5 Sie sollen auf ihrem Kopf keine Glatze machen, nicht ihres Bartes Rand scheren und in ihr Fleisch keine Einschnitte machen. Lev 21:6 Heilig seien sie ihrem Gott und sie sollen ihres Gottes Namen nicht entweihen! Sie bringen ja die Mähler für den Herrn, die Speise ihres Gottes, dar. Deswegen seien sie heilig! Lev 21:7 Sie dürfen keine Dirne noch eine Vergewaltigte heiraten, noch ein von seinem Manne verstoßenes Weib. Denn heilig ist er seinem Gott. Lev 21:8 Heilig halte ihn! Er bringt deines Gottes Speise dar. Heilig sei er dir! Denn heilig bin ich, der Herr, der euch heiligt. Lev 21:9 Entweiht sich eine Priestertochter durch Hurerei, so entweiht sie ihren Vater. Im Feuer werde sie verbrannt! Lev 21:10 Der Hohepriester unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt das Salböl ausgegossen und der eingekleidet ward durch Anlegen der Gewänder, lasse nie sein Haupthaar offen fliegen! Nicht soll er seine Kleider zerreißen! Lev 21:11 Er soll zu keiner Leiche gehen! Selbst nicht des Vaters oder der Mutter wegen darf er sich unrein machen. Lev 21:12 Er soll nicht aus dem Heiligtum gehen und nicht seines Gottes Heiligtum entweihen! Die Weihe durch seines Gottes Ölsalbung ruht auf ihm. Ich bin der Herr. Lev 21:13 Er soll eine Jungfrau heiraten! Lev 21:14 Er soll keine Witwe nehmen, noch Verstoßene, noch Vergewaltigte, noch Dirne, sondern eine Jungfrau aus der Verwandtschaft, Lev 21:15 daß er nicht durch seine Verwandten seinen Stamm entweihe! Denn ich, der Herr, bin es, der ihn heiligt.'" Lev 21:16 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 21:17 "Sprich so zu Aaron: 'Hat einer aus deinem Stamme ein Gebrest, dann darf er nicht herantreten, Speise seinem Gott darzubringen. Lev 21:18 Denn niemand darf herantreten, der ein Gebrest hat, kein Blinder oder Lahmer oder Entstellter oder Überlanger, Lev 21:19 oder wer einen Beinbruch hat oder einen Armbruch, Lev 21:20 oder ein Buckliger oder ein Zwerg oder ein Fleckäugiger oder ein Krätziger oder ein Grindiger oder einer mit zerriebenen Hoden. Lev 21:21 Kein Mann, der ein Gebrest hat, vom Stamm des Priesters Aaron darf herantreten, die Mähler für den Herrn darzubringen. Hat er ein Gebrest, dann darf er nicht herantreten, die Speise seines Gottes darzubringen. Lev 21:22 Die Speise seines Gottes, von den hochheiligen und selbstverständlich von den heiligen Gaben, darf er essen. Lev 21:23 Nur soll er nicht zum Vorhang kommen und sich nicht dem Altare nähern, weil er ein Gebrest hat! Sonst entweiht er meine Heiligtümer. Denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt.'" Lev 21:24 Und Moses redete so zu Aaron und seinen Söhnen und zu allen Söhnen Israels. Lev 22:1 Und der Herr redete zu Moses also.- Lev 22:2 "Sag dem Aaron und seinen Söhnen, sie sollen wegen der heiligen Gaben der Israeliten enthaltsam sein, auf daß sie meinen heiligen Namen nicht entweihen, wenn sie mir, dem Herrn, Gaben weihen! Lev 22:3 Sprich zu ihnen: 'Für eure Geschlechter! Wer von all euren Nachkommen je den heiligen Gaben naht, die dem Herrn die Israeliten weihen, solange an ihm Unreinheit ist, diese Person werde vor meinem Angesichte weggestrichen! Ich bin der Herr. Lev 22:4 Wer von dem Aaronsstamm aussätzig oder flüssig ist, soll nichts von den heiligen Gaben essen, bis er wieder rein ist! Wer einen, der durch eine Leiche unrein ward, berührt, oder wem der Same entgeht, Lev 22:5 wer ein Gewürm berührt, wodurch man unrein wird, oder einen Menschen, an dem man unrein wird durch irgendeine Unreinheit an ihm, Lev 22:6 diese Person, die das berührt, sei bis zum Abend unrein! Sie soll nichts von heiligen Gaben essen, bevor sie ihren Leib gebadet hat! Lev 22:7 Sobald die Sonne untergeht, ist er rein. Hernach mag er von heiligen Gaben essen. Denn das ist sein Brot. Lev 22:8 Gefallenes und Zerrissenes darf er nicht essen, daß er nicht dadurch unrein werde. Ich bin der Herr. Lev 22:9 Sie sollen meine Vorschrift befolgen, daß sie nicht deswegen Sünde auf sich laden; sie würden sterben, wenn sie es entweihen. Ich bin es, der Herr, der sie heiligt. Lev 22:10 Kein Unbefugter darf Heiliges genießen. Der Beisaß des Priesters und der Lohndiener dürfen nichts Heiliges essen. Lev 22:11 Erwirbt ein Priester für Geld einen Sklaven, so darf er mitessen, ebenso ein Hausgeborener. Sie dürfen von seiner Speise essen. Lev 22:12 Aber eine Priestertochter, die einen Nichtpriester geheiratet hat, darf von der Weihegabe der heiligen Gaben nichts genießen. Lev 22:13 Dagegen eine Priestertochter, die Witwe ist oder verstoßen und kinderlos und wieder in ihr Vaterhaus zurückkehrt, wie in der ledigen Zeit, darf von der Speise ihres Vaters essen. Ein Unzugehöriger darf aber nicht davon essen. Lev 22:14 Wenn jemand aus Versehen Geheiligtes ißt, so lege er ein Fünftel des Betrages darauf und gebe es dem Priester samt der heiligen Gabe! Lev 22:15 Sie sollen nicht entweihen der Israeliten heilige Gaben, die sie dem Herrn als Weihegabe darbringen! Lev 22:16 Sonst würden sie ihnen Schuldverfehlungen aufladen, wenn sie ihre heiligen Gaben essen. Denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt.'" Lev 22:17 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 22:18 "Sprich zu Aaron, seinen Söhnen und zu allen Israeliten und sage zu ihnen: 'Bringt vom Hause Israels oder von den Fremdlingen in Israel jemand sein Opfer dar, sei es versprochen oder freiwillig, das er dem Herrn als Brandopfer darbringen will, Lev 22:19 so sei es zu eurer Begnadigung ein fehlerloses männliches Tier von Rindern, Lämmern oder Ziegen! Lev 22:20 Was einen Makel an sich hat, dürft ihr nicht darbringen. Es würde euch nicht zur Begnadigung sein. Lev 22:21 Will jemand dem Herrn ein Dankopfer darbringen, als besonderes Opfer für Gelobtes oder als freiwillige Gabe von Rindern oder Schafen, so sei es für die Begnadigung fehlerlos! Keinen Makel darf es an sich haben. Lev 22:22 Was blind ist oder gebrochen oder verstümmelt oder geschwürig oder krätzig oder grindig, das dürft ihr dem Herrn nicht darbringen und nicht als Mahl für den Herrn auf den Altar legen. Lev 22:23 Ein Rind oder ein Schaf, überdeckt oder verkrüppelt, darfst du als freie Gabe herrichten. Aber als Gelübdeopfer wird es nicht angerechnet. Lev 22:24 Zerquetschtes oder Zerstoßenes oder Abgerissenes oder Verschnittenes dürft ihr dem Herrn nicht darbringen. Ihr dürft in eurem Lande solches nicht machen. Lev 22:25 Auch von Ausländern dürft ihr nichts von alledem als Speise eures Gottes darbringen. Ihr Verderb ist an ihnen. Gebrest ist daran. Solches wird euch nicht angerechnet.'" Lev 22:26 Und der Herr redete zu Moses also: Lev 22:27 "Wenn ein Rind, ein Lamm oder ein Zicklein geworfen wird, soll es sieben Tage unter seiner Mutter sein! Vom achten Tage ab und weiterhin kann es als Opfer, als Mahl für den Herrn, angesehen werden. Lev 22:28 Ihr dürft weder Rind noch Schaf an einem Tag mit seinem Jungen schlachten. Lev 22:29 Wollt ihr dem Herrn ein Lobesopfer opfern, so sollt ihr es zu eurer Begnadigung opfern! Lev 22:30 Am selben Tage noch werde es gegessen! Ihr dürft davon nichts bis zum Morgen übriglassen! Ich bin der Herr. Lev 22:31 Beachtet meine Vorschriften! Tut sie! Ich bin der Herr. Lev 22:32 Ihr sollt nicht meinen heiligen Namen entweihen! Ich will geheiligt sein bei den Söhnen Israels. Ich, der Herr, bin es, der euch heiligt, Lev 22:33 der euch aus dem Ägypterland geführt, um euch Gott zu sein. Ich bin der Herr." Lev 23:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 23:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Des Herrn Feste, die ihr als heilige Vorlesungstage feiern sollt, dies sind meine Feste: Lev 23:3 Sechs Tage soll Arbeit getan werden. Der siebte aber ist ein Tag unbedingter Ruhe, ein heiliger Vorlesungstag. Da dürft ihr keine Arbeit tun. Ein Ruhetag des Herrn ist er in allen euren Siedlungen. Lev 23:4 Dies sind des Herrn Feste, die heiligen Vorlesungstage, die ihr zu ihrer Zeit begehen sollt. Lev 23:5 Am vierzehnten des ersten Monats gegen Abend ist Passah für den Herrn. Lev 23:6 Am fünfzehnten desselben Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote für den Herrn. Ihr sollt sieben Tage ungesäuertes Brot genießen. Lev 23:7 Am ersten Tage habt ihr heilige Vorlesung abzuhalten. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Lev 23:8 Sieben Tage bringet dem Herrn ein Mahl dar! Am siebten Tage ist heilige Vorlesung. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun.'" Lev 23:9 Und der Herr redete zu Moses: Lev 23:10 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Kommt ihr in das Land, das ich euch gebe, und haltet ihr darin die Ernte, so bringt eurer Ernte erste Abhubsgarbe dem Priester! Lev 23:11 Er bringe die Garbe vor den Herrn, euch zur Begnadigung! Am Morgen nach dem Sabbat soll sie der Priester darbringen! Lev 23:12 Bereitet an dem Tage, da ihr die Garbe bringt, für den Herrn ein fehlerloses, noch nicht einjähriges Lamm zum Brandopfer! Lev 23:13 Dazu als Speiseopfer zwei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn, dazu einen vierter Krug Wein als Trankopfer! Lev 23:14 Brot, geröstete, zerstoßene Körner, dürft ihr bis zu eben dem Tage nicht essen, bis ihr für euren Gott die Opfergabe dargebracht. Dies ist ewige Satzung für eure Geschlechter in all euren Siedlungen. Lev 23:15 Dann zählt für euch von dem Tage nach dem Sabbat, vom Tage, wo ihr die Garbe dargebracht, sieben volle Wochen ab! Lev 23:16 Bis zum Tage nach dem siebten Sabbat sollt ihr fünfzig Tage abzählen! Dann bringt dem Herrn ein neues Speiseopfer dar! Lev 23:17 Aus euren Siedlungen sollt ihr zwei Weihebrote aus zwei Zehntel feinem Mehl bringen, mit Sauerteig gebacken, als Erstlingsopfer für den Herrn! Lev 23:18 Und zu dem Brote bringt noch sieben fehlerlose Lämmer, noch nicht ein Jahr alt, einen jungen Stier und zwei Widder! Sie sollen ein Brandopfer dem Herrn sein, nebst ihren Speis- und Trankopfern, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 23:19 Dann bereitet einen Ziegenbock zum Sündopfer sowie zwei Lämmer, nicht ein Jahr alt, zum Dankopfer! Lev 23:20 Der Priester bringe sie mit den Erstlingsbroten vor dem Herrn samt den beiden Lämmern dar! Zu des Priesters Nutzen seien sie dem Herrn geweiht! Lev 23:21 An eben diesem Tage haltet eine Vorlesung ab! Heilige Vorlesung sei es euch! Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit verrichten. Dies ist ewige Satzung in allen euren Siedlungen für eure Geschlechter. Lev 23:22 Und wenn ihr euer Land aberntet, so sollst du dein Feld nicht bis zum Rande abernten und nach deiner Ernte keine Nachlese halten! Dem Armen und dem Fremdling sollst du es lassen! Ich, der Herr, bin euer Gott.'" Lev 23:23 Der Herr redete mit Moses: Lev 23:24 "Sprich also zu den Söhnen Israels: 'Der erste im siebten Monate soll euch ein Ruhetag sein, ein freudiges Gedächtnis, eine heilige Vorlesung! Lev 23:25 Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Dagegen bringt dem Herrn ein Mahl dar!'" Lev 23:26 Und der Herr redete mit Moses: Lev 23:27 "Genau der zehnte Tag desselben siebten Monats ist der Sühnetag. Da sollt ihr eine heilige Vorlesung abhalten und euch kasteien und dem Herrn ein Mahl darbringen! Lev 23:28 Aber keinerlei Arbeit dürft ihr an eben diesem Tage tun. Ein Sühnetag ist es, um euch Sühne zu schaffen vor dem Herrn, eurem Gott. Lev 23:29 Denn alle die Personen, die sich nicht an eben diesem Tage kasteien, sind aus den Reihen ihres Volkes zu streichen. Lev 23:30 Und alle die Personen, die an eben diesem Tag irgendeine Arbeit tun, raffe ich aus ihrem Volke weg. Lev 23:31 Ihr dürft keinerlei Arbeit tun. Dies ist ewige Satzung in allen euren Siedlungen für eure Geschlechter. Lev 23:32 Er sei für euch ein strenger Ruhetag! Kasteiet euch! Am neunten Tage des Monats abends, vom Abend bis zum Abend, sollt ihr Sabbatruhe halten!" Lev 23:33 Und der Herr redete mit Moses: Lev 23:34 "Sprich also zu den Söhnen Israels: Am fünfzehnten desselben siebten Monats feiere man dem Herrn sieben Tage lang das Laubhüttenfest! Lev 23:35 Am ersten Tage ist heilige Vorlesung. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Lev 23:36 Ihr sollt sieben Tage dem Herrn ein Mahl bringen! Am achten Tage haltet heilige Vorlesung ab und bringt dann dem Herrn ein Mahl! Tag der Festversammlung ist es. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Lev 23:37 Dies sind des Herrn Feste, an denen ihr heiligen Vorlesungen obliegen sollt, dabei dem Herrn ein Mahl darbringend, Brand-, Speise-, Schlacht- und Trankopfer je nach Erfordernis des Tages, Lev 23:38 abgesehen von den Sabbaten des Herrn und euren Gaben, allen euren gelobten Opfern und euren freien Spenden, die ihr dem Herrn geben werdet. Lev 23:39 Genau am fünfzehnten des siebten Monats, wenn ihr des Landes Ernte einheimset, sollt ihr das Fest des Herrn sieben Tage feiern! Ein Ruhetag ist der erste Tag, ebenso der achte. Lev 23:40 Am ersten Tage holt euch Zweige vom Myrtenbaum, Palmfächer und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden! Und freut euch vor dem Herrn, eurem Gotte, sieben Tage! Lev 23:41 So feiert es im Jahre sieben Tage als Fest des Herrn, ewiges Gesetz für eure Geschlechter! Im siebten Monat sollt ihr es feiern. Lev 23:42 Sieben Tage sollt ihr in den Lauben wohnen! Jeder Eingeborene in Israel soll in den Lauben wohnen, Lev 23:43 damit eure Geschlechter wissen, daß ich die Söhne Israels in Lauben habe siedeln lassen, als ich sie aus Ägypterland geführt! Ich, der Herr, bin euer Gott." Lev 23:44 Und Moses verkündete die Feste den Söhnen Israels. Lev 24:1 Und der Herr redete mit Moses also: Lev 24:2 "Befiehl den Söhnen Israels, sie sollen dir lauteres Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter liefern, um ein stetes Licht zu haben! Lev 24:3 Draußen vor des Zeugnisses Vorhang im Festgezelt mache es Aaron zurecht für die Zeit vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn! Eine ewige Satzung für eure Geschlechter! Lev 24:4 Auf dem reingoldenen Leuchter soll er die Lichter zurechtmachen, ständig vor dem Herrn! Lev 24:5 Nimm feines Mehl und backe daraus zwölf Kuchen! Zwei Zehntel soll auf einen Kuchen kommen! Lev 24:6 Lege sie in zwei Reihen, je sechs für einen Teil, vor dem Herrn auf einen Tisch von reinem Gold! Lev 24:7 Und jedem Teile gib reinen Weihrauch bei, damit er dem Brot als Brandteile diene, ein Mahl für den Herrn! Lev 24:8 Er soll es jedesmal am Sabbat stets vor dem Herrn aufschichten, von den Söhnen Israels aus eine ewige Verpflichtung! Lev 24:9 Es gehöre Aaron und seinen Söhnen! Sie sollen es an heiliger Stätte verzehren! Denn ihm gehört es als Hochheiliges von des Herrn Mählern, ein ewiges Anrecht." Lev 24:10 Da war eines israelitischen Weibes Sohn mit ausgezogen, dessen Vater ein Ägypter war, unter den Israeliten. Nun rauften im Lager der Sohn der Israelitin und ein israelitischer Mann. Lev 24:11 Da schmähte des israelitischen Weibes Sohn den Namen und lästerte. Da brachten sie ihn zu Moses. Seine Mutter aber vom Stamme Dan hieß Selomit, Dibris Tochter. Lev 24:12 Sie führten ihn in den Gewahrsam, bis aus des Herrn Mund ihnen Weisung käme. Lev 24:13 Und der Herr redete mit Moses: Lev 24:14 "Führe den Lästerer vor das Lager! Alle, die es hörten, sollen die Hände auf sein Haupt legen! Dann soll ihn die gesamte Gemeinde steinigen! Lev 24:15 Und zu den Söhnen Israels sprich also: 'Wer seinen Gott lästert, lädt Schuld auf sich. Lev 24:16 Wer aber des Herrn Namen schmäht, leide den Tod! Ihn soll die Gesamtgemeinde steinigen. Sei es Fremdling oder Eingeborener! Weil er den Namen geschmäht, muß er sterben. Lev 24:17 Wer ein Menschenwesen erschlägt, soll den Tod erleiden! Lev 24:18 Wer ein Tierwesen erschlägt, soll es ersetzen! Wesen um Wesen. Lev 24:19 Wenn jemand seinem Nächsten einen Leibesschaden zufügt, dem werde getan, wie er getan! Lev 24:20 Bruch um Bruch! Aug' um Aug'! Zahn um Zahn! Der gleiche Leibesschaden, den er einem anderen zufügt, werde ihm zugefügt! Lev 24:21 Wer ein Stück Vieh erschlägt, soll es ersetzen! Wer einen Menschen erschlägt, soll getötet werden. Lev 24:22 Einerlei Recht sei euch, dem Fremdling wie dem Einheimischen! Ich, der Herr, bin euer Gott.'" Lev 24:23 Und Moses berichtete so den Israeliten. Da führten sie den Lästerer vor das Lager und steinigten ihn. Die Israeliten taten also, wie der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 25:1 Der Herr aber hatte zu Moses auf dem Berge Sinai also gesprochen: Lev 25:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, so halte das Land für den Herrn eine Ruhezeit! Lev 25:3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen! Sechs Jahre sollst du deinen Weinberg beschneiden, dann heimse seine Ernte! Lev 25:4 Im siebten Jahre aber soll das Land volle Ruhe haben, als Ruhezeit für den Herrn! Du darfst dein Feld nicht besäen, noch deine Weinberge beschneiden! Lev 25:5 Den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht beschneiden! Die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks sollst du nicht lesen. Ein Ruhejahr soll es für das Land sein. Lev 25:6 Während eurer Bodenruhe diene zur Nahrung dir, deinem Knechte, deiner Magd, deinem Lohnarbeiter, deinem Beisaß unter deinem Schutze, Lev 25:7 deinem Vieh und dem Wilde in deinem Lande all sein Ertrag. Lev 25:8 Zähle dir sieben Jahrwochen ab, siebenmal sieben Jahre! So seien dir die Tage der sieben Jahrwochen neunundvierzig Jahre! Lev 25:9 Dann laß im siebten Mond das Lärmhorn erschallen, am zehnten Tage des Monats! Am Sühnetage sollt ihr in eurem Lande das Horn ertönen lassen! Lev 25:10 Heiligt das fünfzigste Jahr und ruft Freiheit im Land für alle seine Insassen aus! Jubeljahr sei es euch! Da kehrt ein jeder zu seinem Besitz und jeder zu seiner Sippe zurück! Lev 25:11 Jubeljahr sei euch das fünfzigste Jahr! Nicht säen dürft ihr noch den Nachwuchs einernten und nicht von unbeschnittenen Traubenstöcken lesen! Lev 25:12 Ein Jubeljahr soll euch heilig sein! Vom Felde weg sollt ihr seinen Ertrag verzehren! Lev 25:13 In diesem Jubeljahr kommt ihr jeder wieder zu seinem Besitz. Lev 25:14 Verkauft ihr etwas einem Angehörigen eures Volkes oder kauft ihr es von einem solchen, so plage keiner den anderen! Lev 25:15 Nach der Zahl der Jahre nach dem Jubeljahr sollst du den Angehörigen deines Volkes abkaufen! Nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen! Lev 25:16 Für eine größere Zahl von Jahren sollst du einen höheren Kaufpreis zahlen und einen kleineren für eine kleinere Zahl von Jahren! Wenn er dir eine Anzahl Ernten verkauft, Lev 25:17 dann sollt ihr nicht einander plagen, einer den anderen Angehörigen seines Volkes! Fürchte dich vor deinem Gott! Denn ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 25:18 Tut meine Vorschriften! Meine Satzungen sollt ihr wahren! Erfüllt sie! Dann wohnet ihr im Lande sicher. Lev 25:19 Und dann gibt das Land seine Frucht. Satt könnt ihr euch essen und sicher darin siedeln. Lev 25:20 Und sprächet ihr: "Was sollen wir im siebten Jahre essen? Wir dürfen ja nicht säen und keinen Vorrat sammeln", Lev 25:21 so entbiete ich im sechsten Jahre meinen Segen für euch, daß es für drei Jahre Ertrag gibt. Lev 25:22 Sät ihr im achten Jahr, so könnt ihr noch Altes vom Ertrag genießen. Bis zum neunten Jahre, bis seine Ernte kommt, könnt ihr Altes essen. Lev 25:23 Nicht soll das Land endgültig verkauft werden! Denn mein ist das Land. Ihr seid nur Gäste und Beisassen bei mir. Lev 25:24 Ihr sollt überall in eurem eigenen Lande Wiedereinlösung für das Land gestatten Lev 25:25 Verarmt dein Bruder und verkauft von seinem Besitz, so gehe sein nächster Verwandter zu ihm als Löser und löse den Verkauf seines Bruders aus! Lev 25:26 Hat jemand keinen Löser, aber ist er zur Wiedereinlösung vermöglich, Lev 25:27 so bringe er die Jahre seit dem Verkauf in Anrechnung! Was darüber ist, erstatte er seinem Käufer, damit er wieder zu seinem Besitz komme! Lev 25:28 Ist er aber zur Rückerstattung unvermögend, dann bleibe sein Verkauf im Besitz des Käufers bis zum Jubeljahr! Im Jubeljahr aber falle es heim, daß er wieder zu seinem Besitz kommt! Lev 25:29 Verkauft jemand in einer ummauerten Stadt ein Wohnhaus, so währe sein Einlösungsrecht bis zum Tage des Jahres seines Verkaufes! Sein Einlösungsrecht soll auf den Tag währen! Lev 25:30 Wird es aber bis zum Ablauf eines vollen Jahres nicht eingelöst, dann verfalle das Haus in der Stadt mit Mauern endgültig seinem Käufer und seinen Nachkommen! Im Jubeljahr fällt es nicht heim. Lev 25:31 Die Häuser in Dörfern ohne Ringmauern sind zum Ackerfelde zu rechnen. Für sie gibt es ein Einlösungsrecht; sie fallen im Jubeljahre heim. Lev 25:32 Bei den Levitenhäusern, bei ihren eigenen Häusern in den Städten, gibt es stets ein Einlösungsrecht. Lev 25:33 Wer von den Leviten nicht einlösen kann, dessen verkauftes Haus falle in der eigenen Stadt im Jubeljahr zurück. Denn der Levitenstädte Häuser sind ihr Eigentum inmitten der Söhne Israels. Lev 25:34 Aber ihrer Städte Weideland darf nicht verkauft werden. Für alle Zeit gehört es ihnen. Lev 25:35 Verarmt dein Bruder, zittert seine Hand neben dir, dann halte ihn fest! Als Gast und Beisasse, so lebe er bei dir! Lev 25:36 Nimm keinen Wucherzins von ihm! Fürchte deinen Gott! Dein Bruder lebe neben dir! Lev 25:37 Du sollst ihm dein Geld nicht gegen Zins geben und nicht um Zinsen deine Speise. Lev 25:38 Ich, der Herr, bin euer Gott, der aus Ägypterland euch geführt, euch das Land von Kanaan zu geben und euch Gott zu sein. Lev 25:39 Verarmt dein Bruder neben dir und verkauft er sich dir, so sollst du ihn keine Sklavendienste tun lassen! Lev 25:40 Er soll bei dir wie ein Lohnarbeiter sein, ein Beisasse! Er soll bei dir bis zum Jubeljahr dienen! Lev 25:41 Dann verlasse er samt seinen Söhnen dich und kehre zu seiner Sippe! Zum Besitz seiner Väter kehre er wieder! Lev 25:42 Sie sind ja meine Knechte, die ich aus Ägypterland geführt. Sie dürfen nicht wie Sklaven verkauft werden. Lev 25:43 Du sollst nicht mit Härte über ihn herrschen! Fürchte dich vor deinem Gott! Lev 25:44 Dein Sklave und deine Sklavin, die dein sind: von den Heidenvölkern rings um euch rnöget ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben. Lev 25:45 Auch von den Kindern der Beisassen neben euch möget ihr kaufen sowie aus ihrer Sippe bei euch. Die sie in eurem Land gezeugt, sie mögen euer Besitz werden. Lev 25:46 Vererbet sie nach euch auf eure Söhne als ihren Besitz! Ihr möget sie dauernd zu Sklaven haben. Aber über eure israelitischen Brüder dürft ihr gegenseitig nicht mit Härte walten. Lev 25:47 Kommt bei dir ein Fremder oder Beisaß zu Besitz, dein Bruder aber wird neben ihm arm und verkauft sich einem Beisassen bei dir oder einem Abkömmling aus des Fremdlings Sippe, Lev 25:48 so gibt es nach seinem Verkauf für ihn Auslösung. Einer seiner Brüder soll ihn lösen, Lev 25:49 oder sein Oheim oder seines Oheims Sohn, oder einer seiner nächsten Blutsverwandten seiner Sippe, oder reicht sein Vermögen zu, so löse er sich aus! Lev 25:50 Er rechne mit seinem Käufer die Zeit vom Jahre seines Verkaufs bis zum Jubeljahr! Der Preis seines Verkaufs sei nach der Jahre Zahl! Wie ein Lohnarbeiter soll er eine bestimmte Zeit bei ihm sein! Lev 25:51 Sind es noch viele der Jahre, dann soll er dementsprechend seine Lösungssumme von seinem Kaufgeld erstatten! Lev 25:52 Fehlen aber nur wenige Jahre bis zum Jubeljahr, so berechne er sie ihm! Nach seinen Jahren soll er seine Lösungssumme erstatten! Lev 25:53 Gleich dem, der Jahr für Jahr um Lohn arbeitet, soll er neben ihm sein! Er soll aber nicht mit Härte über ihn walten vor deinen Augen! Lev 25:54 Wird er nicht auf diese Weise ausgelöst, dann gehe er im Jubeljahr samt seinen Söhnen frei aus! Lev 25:55 Denn die Söhne Israels sind mir Knechte. Meine Knechte sind sie, die ich aus dem Ägypterland herausgeführt. Ich, der Herr, bin euer Gott.'" Lev 26:1 "Ihr sollt keine Götzen machen! Ihr sollt euch kein Schnitzbild errichte und kein Steinmal! Ihr sollt keinen Klagestein in eurem Lande setzen, um euch darauf hinzuwerfen! Denn ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 26:2 Meine Ruhetage sollt ihr beobachten! Vor meinem Heiligtume sollt ihr Ehrfurcht haben! Ich bin der Herr. Lev 26:3 Wandelt ihr nach meinen Satzungen und haltet ihr meine Vorschriften und tut ihr nach ihnen, Lev 26:4 alsdann gebe ich eure Regen zu ihrer Zeit. Das Land gibt seine Ernte und des Feldes Baum seine Frucht. Lev 26:5 Dann reicht euch die Dreschzeit bis zur Weinlese und die Weinlese bis zur Saatzeit. Ihr eßt bis zum Sattsein euer Brot und sitzt in Sicherheit in eurem Lande. Lev 26:6 Dem Land gebe ich Frieden. Ihr legt euch nieder, und niemand schreckt euch. Böses Getier schaffe ich aus dem Lande. Kein Schwert zieht mehr durch euer Land. Lev 26:7 Verfolgt ihr eure Feinde, dann verfallen sie vor euch dem Schwerte! Lev 26:8 Eurer fünf verfolgen hundert und eurer hundert zehntausend. So verfallen eure Feinde vor euch dem Schwert. Lev 26:9 Ich wende mich euch zu und mehre euch und mache euch zahlreich. Meinen Bund errichte ich mit euch. Lev 26:10 Essen könnt ihr Altes, Gelagertes. Das Alte aber müßt ihr erst hinausschaffen vor dem Neuen. Lev 26:11 Ich nehme meinen Wohnsitz bei euch, und meine Seele wird euch nicht verabscheuen. Lev 26:12 Ich wandle unter euch und bin euch Gott. Ihr aber sollt mir zum Volke sein! Lev 26:13 Ich, der Herr, bin euer Gott, der aus Ägypterland euch geführt, damit ihr nicht länger ihnen Sklaven wäret. Ich zerbrach die Stangen eures Joches und ließ euch aufrecht gehen. Lev 26:14 Hört ihr aber nicht auf mich und tut ihr nicht nach allen den Geboten, Lev 26:15 verwerft ihr meine Vorschriften und verabscheut eure Seele meine Satzungen, daß alle meine Gebote ungetan bleiben, daß ihr meinen Bund brechet, Lev 26:16 dann tu ich Ähnliches an euch. Ich verhänge über euch plötzlich Schwindsucht und Brand, die die Augen vernichten und die Seele verkümmern. Umsonst sät ihr euren Samen. Eure Feinde verzehren ihn. Lev 26:17 Ich kehre mein Antlitz wider euch. Von euren Feinden werdet ihr geschlagen, und eure Hasser unterjochen euch. Ihr flieht, wo keiner euch verfolgt. Lev 26:18 Gehorcht ihr mir auf dies hin nicht, dann züchtige ich euch noch siebenmal härter für eure Sünden. Lev 26:19 Ich breche euren frechen Übermut und lasse euren Himmel wie Eisen werden, euer Ackerfeld wie Erz. Lev 26:20 Umsonst verzehrt sich eure Kraft. Ertraglos bleibt euer Ackerfeld. Des Feldes Bäume geben keine Frucht. Lev 26:21 Und geht ihr dann mit mir noch unschicklich um, und wollt ihr mir nicht gehorchen, dann schlage ich euch nach euren Sünden siebenfach. Lev 26:22 Ich sende gegen euch des Feldes Wild, damit es euch entvölkere und euer Vieh würge und euch mindere, damit eure Straßen veröden. Lev 26:23 Und nehmt ihr dann noch keine Zucht von mir an, Lev 26:24 dann gehe auch ich mit euch unschicklich um und schlage euch siebenfach um eurer Sünde willen. Lev 26:25 Ich bringe über euch ein Schwert, das den Bundesbruch rächt. Bergt ihr euch in euren Städten, dann sende ich unter euch die Pest. In Feindeshände werdet ihr gegeben. Lev 26:26 Zerbreche ich euch des Brotes Stütze, dann können euer Brot zehn Weiber in einem einzigen Ofen backen. Sie werden euch das Brot zuwägen. Dann esset ihr und werdet nicht satt. Lev 26:27 Und hört ihr trotzdem nicht auf mich, und geht ihr mit mir unschicklich um, Lev 26:28 dann gehe auch ich in meinem Grimm mit euch unschicklich um und züchtige euch meinerseits um eurer Sünden willen siebenfach. Lev 26:29 Dann eßt ihr eurer Söhne Fleisch, und eurer Töchter Fleisch werdet ihr essen. Lev 26:30 Und ich verwüste eure Höhen, zerstöre eure Rauchaltäre und werfe auf eure Götzen eure Leichen. So ekelt sich meine Seele vor euch. Lev 26:31 Ich mache zu Trümmern eure Städte und lasse eure Heiligtümer unbewohnt und nicht mehr rieche ich euren süßen Duft. Lev 26:32 Ich verwüste das Land, und eure Feinde entsetzen sich darob, wenn sie in ihm siedeln. Lev 26:33 Euch aber zerstreue ich unter die Heiden und ich zücke hinter euch ein Schwert. Zur Wüste soll euer Land werden, zu Trümmern eure Städte! Lev 26:34 Dann zahlt das Land seine Sabbate mit all der Zeit der Verödung, indessen ihr im Lande eurer Feinde seid. Dann feiert das Land und zahlt so seine Sabbate. Lev 26:35 Ruhe hat es die ganze Zeit der Verödung, die Ruhe, die es nicht gehabt, als ihr bei euren Ruhezeiten darin noch wohntet. Lev 26:36 Die von euch übrigbleiben, mache ich verzagt in ihrer Feinde Länder. Verwehten Blattes Rauschen schlägt sie in die Flucht. Sie fliehen wie auf Schwertes Flucht und stürzen, obwohl sie niemand verfolgt. Lev 26:37 Sie fallen wie vor einem Schwerte, der eine über den anderen, obschon von niemandem verfolgt. Ihr haltet vor euren Feinden nicht stand. Lev 26:38 Und bei den Heiden schwindet ihr, und eurer Feinde Land frißt euch. Lev 26:39 Die von euch übrigbleiben, siechen ob ihrer Sündenschuld in eurer Feinde Ländern hin. Sie siechen obendrein ob ihrer Väter Sünden hin. Lev 26:40 Bekennen sie dann ihre Schuld und die der Väter, in ihrem Trug, mit dem sie mich betrogen, auch daß sie mit mir unschicklich umgegangen Lev 26:41 und daß auch ich mit ihnen unschicklich gehandelt und sie in ihrer Feinde Land verbracht, wenn sich dann ihr unbeschnitten Herze beugt und wenn sie dann ihre Sündenschuld aufzählen, Lev 26:42 dann gedenke ich meines Jakobbundes und meines Isaakbundes und meines Abrahambundes und des Landes gedenke ich. Lev 26:43 Das Land muß aber von ihnen verlassen werden und seine Sabbate abzahlen, indes es wüste liegt und jene fort sind. Sie selber müssen ihre Sündenschuld aufzählen, weil sie meine Satzungen verworfen und meine Vorschriften mißachtet haben. Lev 26:44 Trotzdem verwerfe ich sie nicht, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind, und ich verabscheue sie nicht, so daß ich sie ganz vertilgt und meinen Bund mit ihnen aufgelöst hätte. Ich, der Herr, bin ihr Gott. Lev 26:45 Ich gedenke zu ihrem Besten des Bundes mit den Ahnen, die ich aus Ägypterland vor der Heiden Augen weggeführt, um ihnen Gott zu sein, ich, der Herr." Lev 26:46 Dies sind die Gebote, Satzungen und Lehren, die der Herr zwischen sich und den Söhnen Israels auf dem Berge Sinai durch Moses aufgestellt hat. Lev 27:1 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 27:2 "Sprich zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Wenn jemand Personen nach dem Schätzungswert dem Herrn gelobt, Lev 27:3 dann sei Schätzungswert des Männlichen von zwanzig bis zu sechzig Jahren nach heiligem Gewicht fünfzig Silberringe! Lev 27:4 Ist es ein Weibliches, sei der Wert dreißig Ringe! Lev 27:5 Ist es von fünf bis zu zwanzig Jahren, so sei der Wert des Männlichen zwanzig Ringe, der des Weiblichen zehn! Lev 27:6 Ist es von einem Monat bis zu fünf Jahren, so sei der Wert des Männlichen fünf Silberringe, der des Weiblichen drei Silberringe! Lev 27:7 Ist es von sechzig Jahren und darüber, so sei der Wert des Männlichen fünfzehn Ringe und der des Weibes zehn! Lev 27:8 Ist es aber zu arm für den Schätzungswert, dann bringe man es vor den Priester, und der Priester werte es! Nach dem, was der Gelobende zahlen kann, soll ihn der Priester werten! Lev 27:9 Und ist es Vieh, von dem man dem Herrn ein Opfer bringen will, dann soll alles, was einer davon gibt, dem Herrn geheiligt sein! Lev 27:10 Er soll es nicht auswechseln und nicht Gutes für Schlechtes vertauschen oder Schlechtes für Gutes, und tauscht er doch das eine Vieh mit dem anderen, so sei das eine geheiligt; aber auch das andere soll es sein! Lev 27:11 Ist es aber irgendein unreines Tier, das man dem Herrn nicht als Opfer darbringen darf, so stelle er das Vieh dem Priester vor! Lev 27:12 Der Priester werte es zwischen gut und schlecht! Wie es der Priester wertet, so soll es bleiben! Lev 27:13 Löst er es aber ein, so lege er ein Fünftel auf den Schätzungswert! Lev 27:14 Weiht jemand dem Herrn sein Haus als heilige Gabe, so werte es der Priester zwischen gut und schlecht! Wie es der Priester schätzt, dabei soll es bleiben! Lev 27:15 Will jemand, der sein Haus geweiht hat, es einlösen, so lege er ein Fünftel des Wertes darauf, und es sei wieder sein! Lev 27:16 Weiht jemand etwas von seinem Besitz dem Herrn, so sei der Wert nach seiner Aussaat! Ein Malter Gerstenaussaat zu fünfzig Silberringen. Lev 27:17 Weiht er vom Jubeljahre ab sein Feld, so soll es nach dem Richtwerte zu stehen kommen! Lev 27:18 Weiht er aber nach dem Jubeljahr sein Feld, so berechne der Priester den Silberpreis mit Rücksicht nach den Jahren, die bis zum Jubeljahre fehlen! Dies werde vom Richtwert abgezogen! Lev 27:19 Will aber der, der das Feld geweiht, es einlösen, dann lege er ein Fünftel des Wertes darauf, und es sei wieder sein! Lev 27:20 Löst er aber das Feld nicht ein und hat man das Feld an einen anderen verkauft, so kann es nicht mehr eingelöst werden. Lev 27:21 Vielmehr ist dies Feld, wird es im Jubeljahre frei, etwas, was dem Herrn geweiht ist, wie ein dem Bann verfallenes Feld. Dem Priester soll sein Besitz zufallen. Lev 27:22 Weiht er jedoch dem Herrn ein Feld, das er sich selbst gekauft und das nicht zu seinem Erbbesitz gehört, Lev 27:23 so berechne ihm der Priester den Betrag des Richtwertes bis zum Jubeljahr! Er gebe den Wert an demselben Tag als heilige Gabe für den Herrn! Lev 27:24 Im Jubeljahre kommt das Feld an den zurück, von dem er es gekauft und dem es als Erbbesitz gehört hat. Lev 27:25 Nach heiligem Gewicht geschehe jede Schätzung! Zwanzig Korn seien ein Ring! Lev 27:26 Erstgeburten aber, die beim Vieh als erstgeworfen des Herrn sind, darf niemand opfern, weder Rind noch Schaf. Dem Herrn gehören sie ohnehin. Lev 27:27 Bei unreinem Vieh löse man es nach dem Schätzungswert und lege ein Fünftel des Betrags darauf! Wird es nicht eingelöst, so werde es nach dem Wert verkauft! Lev 27:28 Keinerlei Banngut, das ein Mann dem Herrn bannt, nichts, was ihm gehört, Mensch oder Vieh oder Erbgrundstück, darf verkauft oder eingelöst werden. Alles Banngut ist dem Herrn hochheilig. Lev 27:29 Was von Menschen gebannt wird, darf nicht losgekauft werden. Es soll getötet werden! Lev 27:30 Aller Zehnte vom Boden, der Saatfrucht und der Baumfrüchte sind des Herrn. Sie sind dem Herrn geheiligt. Lev 27:31 Löst aber jemand einen Teil von seinem Zehnten ein, so soll er ein Fünftel des Betrages darauflegen! Lev 27:32 Bei allem Zehnten von Rind und Schaf, von allem, was unterm Hirtenstabe durchgeht, soll das zehnte Stück dem Herrn geheiligt werden. Lev 27:33 Man soll nicht zwischen gut und schlecht untersuchen! Man soll es nicht vertauschen! Tauschte man es doch, dann sei das eine dem Heiligtum verfallen, ebenso soll es mit dem anderen sein! Es darf nicht eingelöst werden.'" Lev 27:34 Dies sind die Gebote, die der Herr dem Moses für die Israeliten auf dem Berge Sinai gegeben hat. Num 1:1 Und der Herr redete mit Moses in der Wüste Sinai im Festgezelt am ersten Tage des zweiten Monats im zweiten Jahre nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten: Num 1:2 "Erhebt die Gesamtzahl der israelitischen Gesamtgemeinde nach ihren Sippen und Familien, in Namenszählung, alles Männliche aber nach der Kopfzahl! Num 1:3 Von zwanzig Jahren an und darüber sollt ihr in Israel alle Kampffähigen nach ihren Scharen mustern, du und Aaron! Num 1:4 Euch zugesellt soll für jeden Stamm je einer sein, und zwar sei es das Familienoberhaupt! Num 1:5 Dies sind die Namen der Männer, die euch beistehen sollen: für Ruben: Elisur, Sedeurs Sohn; Num 1:6 für Simeon: Selumiel, Surisaddais Sohn; Num 1:7 für Juda: Amminadabs Sohn Nachson; Num 1:8 für Issakar: Suars Sohn Netanel; Num 1:9 für Zabulon: Chelons Sohn Eliab; Num 1:10 für die Josephssöhne: von Ephraim Elisama, Ammihuds Sohn, von Manasse Pedahsurs Sohn Gamliel; Num 1:11 für Benjamin: Gidonis Sohn Abidan; Num 1:12 für Dan: Ammisaddais Sohn Achiezer; Num 1:13 für Asser: Okrans Sohn Pagiel; Num 1:14 für Gad: Reuels Sohn Eljasaph; Num 1:15 für Naphtali: Enans Sohn Achira." Num 1:16 Dies waren die Berufenen der Gemeinde, die Fürsten ihrer väterlichen Stämme, die Häupter der Sippen Israels. Num 1:17 So nahm Moses mit Aaron diese namentlich bezeichneten Männer. Num 1:18 Die Gesamtgemeinde aber versammelten sie am ersten des zweiten Monats. Da trugen sie sich nach der Geburt in ihren Sippen familienweise ein, in Namenszählung, Kopf für Kopf, von zwanzig Jahren und darüber. Num 1:19 Wie der Herr dem Moses befohlen, so musterte er sie in der Wüste Sinai. Num 1:20 Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung, Kopf für Kopf, alles Männliche, von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrpflichtigen, Num 1:21 ihre aus dem Stamme Ruben Ausgemusterten, 46.500. Num 1:22 Von den Söhnen Simeons entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien die Gemusterten unter schriftlicher Namensaufnahme, Kopf für Kopf, alles Männliche, von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrpflichtigen, Num 1:23 ihre aus dem Stamme Simeon Ausgemusterten, 59.300. Num 1:24 Von den Söhnen Gads entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrpflichtigen, Num 1:25 ihre aus dem Stamme Gad Ausgemusterten, 45.650. Num 1:26 Von den Söhnen Judas entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:27 ihre aus dem Stamme Juda Ausgemusterten, 74.600. Num 1:28 Von den Söhnen Issakars entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:29 ihre aus dem Stamme Issakar Ausgemusterten, 54.400. Num 1:30 Von den Söhnen Zabulons entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:31 ihre aus dem Stamme Zabulon Ausgemusterten, 57.400. Num 1:32 Von den Josephssöhnen, von den Söhnen Ephraims entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:33 ihre aus dem Stamme Ephraim Ausgemusterten, 40.500. Num 1:34 Von den Söhnen Manasses entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:35 ihre aus dem Stamme Manasse Ausgemusterten, 32.200. Num 1:36 Von den Söhnen Benjamins entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:37 ihre aus dem Stamme Benjamin Ausgemusterten, 35.400. Num 1:38 Von den Söhnen Dans entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:39 ihre aus dem Stamme Dan Ausgemusterten, 62.700. Num 1:40 Von den Söhnen Assers entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:41 ihre aus dem Stamme Asser Ausgemusterten, 41.500. Num 1:42 Von den Söhnen Naphtalis entsprachen in ihren Geschlechtem, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:43 ihre aus dem Stamme Naphtali Ausgemusterten, 53.400. Num 1:44 Dies sind die Ausgemusterten, die Moses und Aaron gemustert haben, sowie die Fürsten Israels, zwölf Mann, je einer für seine Familie. Num 1:45 Alle, familienweise von zwanzig Jahren und darüber gemusterten Israeliten wurden sämtlich in Israel wehrpflichtig. Num 1:46 Aller Gemusterten waren es 603.550. Num 1:47 Die Leviten aber waren nach ihrem väterlichen Stamme nicht mit ihnen gemustert worden. Num 1:48 Der Herr hatte nämlich zu Moses gesagt: Num 1:49 "Du darfst den Levitenstamm in keiner Weise mustern. Ihre Gesamtzahl sollst du bei Israels Söhnen nicht aufnehmen! Num 1:50 Dagegen beauftrage du die Leviten über die Wohnung des Zeugnisses, über alle ihre Geräte und alles, was dazu gehört! Sie sollen die Wohnung und alle ihre Geräte tragen! Pflegen sollen sie diese! Darum sollen sie rings um die Wohnung lagern! Num 1:51 Setzt sich die Wohnung in Bewegung, dann sollen die Leviten sie auseinandernehmen, und lagert sich die Wohnung, dann sollen die Leviten sie erstellen! Ein Fremder, der hinzutritt, soll des Todes sterben! Num 1:52 Die anderen Israeliten sollen lagern, jeder in seinem Lager und jeder bei seiner Fahne, nach ihren Scharen! Num 1:53 Die Leviten aber sollen um die Wohnung des Zeugnisses lagern, daß kein Zorn über die israelitische Gemeinschaft komme! Darum sollen die Leviten die Wache an der Wohnung des Zeugnisses übernehmen!" Num 1:54 Die Israeliten taten so. Genau so wie der Herr dem Moses geboten, also taten sie. Num 2:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: Num 2:2 "Jeder soll sich bei seiner Fahne lagern, bei den Abzeichen seiner Familie! So sollen die Israeliten lagern! Dem Festgezelt gegenüber ringsum sollen sie lagern! Num 2:3 Nach vorne, nach Osten zu, sollen lagern die Fahne des Lagers Juda nach seinen Scharen und der Fürst der Judasöhne Nachson, Amminadabs Sohn, Num 2:4 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 74.600! Num 2:5 Neben ihm lagere der Stamm Issakar und der Fürst der Issakarsöhne Netanel, Suars Sohn, Num 2:6 und seine Schar mit seinen Ausgemusterten, 54.400! Num 2:7 Ferner der Stamm Zabulon und der Fürst der Zabulonsöhne Eliab, Chelons Sohn, Num 2:8 und seine Schar mit seinen Ausgemusterten, 57.400! Num 2:9 Alle in Judas Lager Ausgemusterten zählen 186.400 nach ihren Scharen. Sie haben zuerst zu ziehen. Num 2:10 Die Fahne des Lagers Rubens sei nach Süden zu, nach ihren Scharen, und Fürst der Rubensöhne sei Elisur, Sedeurs Sohn, Num 2:11 und seine Schar mit seinen Ausgemusterten, 46.500! Num 2:12 Daneben lagere der Stamm Simeon und der Fürst der Simeonsöhne Selumiel, Surisaddais Sohn, Num 2:13 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 59.300! Num 2:14 Dann der Stamm Gad und der Fürst der Gadsöhne Eljasaph, Reuels Sohn, Num 2:15 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 45.650! Num 2:16 Alle in Rubens Lager Ausgemusterten zählen 151.450 nach ihren Scharen. Sie haben an zweiter Stelle zu ziehen. Num 2:17 Das aufgeschlagene Festgezelt und das Levitenlager seien in der Mitte der anderen Lager! Wie sie lagern, so sollen sie ziehen, jeder von seinem Platze bei ihren Fahnen! Num 2:18 Die Fahne des Lagers Ephraims nach seinen Scharen sei gegen Westen, und Fürst der Ephraimsöhne sei Elisama, Ammihuds Sohn, Num 2:19 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 40.500! Num 2:20 Daneben der Stamm Manasse, und Fürst der Manassesöhne sei Gamliel, Pedahsurs Sohn, Num 2:21 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 32.2001 Num 2:22 Dann der Stamm Benjamin und Fürst der Benjaminsöhne Abidan, Gidonis Sohn, Num 2:23 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 35.400! Num 2:24 Alle im Lager Ephraims Ausgemusterten, 108.100 nach ihren Scharen, sollen an dritter Stelle ziehen. Num 2:25 Die Fahne des Lagers Dans sei gegen Norden, nach ihren Scharen, und Fürst der Söhne Dans sei Achiezer, Ammisaddais Sohn, Num 2:26 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 62.700! Num 2:27 Daneben lagere den Stamm Asser, und Fürst der Assersöhne sei Pagiel, Okrans Sohn, Num 2:28 und seine Schar und ihre Ausgemusterten, 41.500! Num 2:29 Dann der Stamm Naphtali, und Fürst der Naphtalisöhne sei Achira, Enans Sohn, Num 2:30 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 53.400! Num 2:31 Alle im Lager Dans Ausgemusterten, 157.600, sollen zuletzt nach ihren Fahnen ziehen." Num 2:32 Dies sind die Ausgemusterten der Israeliten nach ihren Familien; sämtliche Ausgemusterten der Lager nach ihren Scharen, 603.550. Num 2:33 Die Leviten aber waren unter den Israeliten nicht mitgemustert worden, wie der Herr dem Moses befohlen. Num 2:34 Die Israeliten taten alles, wie der Herr dem Moses befohlen. So lagerten sie nach ihren Fahnen. Und also zogen sie aus, jeder nach seiner Sippe und bei seiner Familie. Num 3:1 Dies sind die Geschehnisse Aarons und Mosis zur Zeit, da der Herr mit Moses auf dem Berge Sinai geredet hat. Num 3:2 Dies sind die Namen der Aaronsöhne: der Erstgeborene Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar. Num 3:3 Dies sind die Namen der Söhne Aarons, der gesalbten Priester, die man zum Priesterdienste eingesetzt hatte. Num 3:4 Nadab und Abihu aber waren vor dem Herrn gestorben, weil sie vor dem Herrn ungehöriges Feuer darbrachten in der Wüste Sinai. Sie hatten keine Söhne gehabt, und so verwalteten Eleazar und Itamar bei ihres Vaters Lebzeiten das Priesteramt. Num 3:5 Und der Herr sprach zu Moses: Num 3:6 "Bringe den Levistamm her und stelle ihn dem Priester Aaron vor, daß er ihm Dienste leiste! Num 3:7 Sie sollen seiner und der Gesamtgemeinde vor dem Festgezelt warten im Dienst an der Wohnung! Num 3:8 Des Festgezeltes sämtlicher Geräte sollen sie warten und sonst der Söhne Israels im Dienste an der Wohnung! Num 3:9 Die Leviten übergib Aaron und seinen Söhnen! Beigegeben sind sie ihm aus den Söhnen Israels. Num 3:10 Aaron mit seinen Söhnen sollst du bestellen, daß sie an dem Festgezelt ihres Priesteramtes warten! Der Unbefugte, der herantritt, soll des Todes sterben!" Num 3:11 Und der Herr sprach zu Moses: Num 3:12 "Ich selber nehme die Leviten aus der Israeliten Mitte anstatt aller erstgeborenen Israeliten, die zuerst den Mutterschoß durchbrechen. So seien die Leviten mein! Num 3:13 Denn mein ist alle Erstgeburt. An dem Tage, da ich alle Erstgeburt im Land Ägypten geschlagen, habe ich mir alle Erstgeburt in Israel geweiht. Vom Menschen bis zum Vieh. Sie gehören mir, dem Herrn!" Num 3:14 Und der Herr sprach zu Moses in der Steppe Sinai: Num 3:15 "Mustere die Levisöhne nach ihren Sippen und Familien! Alles Männliche von einem Monat aufwärts sollst du mustern!" Num 3:16 Da musterte sie Moses, nach des Herrn Befehl, wie ihm geboten ward. Num 3:17 Dies sind Levis Söhne nach ihren Namen: Gerson, Kehat und Merari. Num 3:18 Dies sind die Namen der Söhne Gersons nach ihren Sippen: Libni und Simi. Num 3:19 Die Söhne Kehats nach ihren Sippen sind Amram, Jishar, Chetron und Uzziel. Num 3:20 Die Söhne Meraris nach ihren Sippen sind Machli und Musi. Dies sind die Sippen der Leviten nach ihren Familien. Num 3:21 Von Gerson stammt das Geschlecht der Libniter und das der Simiter. Dies sind die Sippen der Gersoniter. Num 3:22 Die Zahl ihrer Ausgemusterten, aller Männlichen von einem Monat und darüber, betrug 7.500. Num 3:23 Die Sippen der Gersoniter sollen hinter der Wohnung gen Westen lagern! Num 3:24 Das Familienhaupt der Gersoniter war Laels Sohn Eljasaph. Num 3:25 Die Wartung der Gersonsöhne sei im Festgezelt die Wohnung und das Zelt seine Hülle, der Vorhang vor der Tür des Festgezeltes, Num 3:26 die Vorhofumhänge, der Vorhang vor der Vorhoftür um Wohnung und Altar und seine Stricke mit seinem ganzen Zubehör! Num 3:27 Von Kehat stammt das Geschlecht der Amramiter, der Ishariter, der Chetroniter und der Uzzieliter. Dies sind die Geschlechter der Kehatiter. Num 3:28 Nach der Zählung alles Männlichen, von einem Monat an gerechnet, sind es 8.300, die des Heiligtums warten. Num 3:29 Die Sippen der Kehatsöhne sollen neben der Wohnung gen Süden lagern! Num 3:30 Familienhaupt der Kehatitersippen ist Uzziels Sohn Elisaphan. Num 3:31 Ihre Sorge sei die Lade, der Tisch, der Leuchter, die Altäre, die heiligen Geräte, mit denen man amtet, und der Vorhang, mit all ihrem Zubehör! Num 3:32 Das Oberhaupt der Levihäupter ist Eleazar, der Sohn des Priesters Aaron, Aufseher derer, die des Heiligtums warten. Num 3:33 Von Merari stammt das Geschlecht der Machliter und Musiter. Das sind die Sippen Meraris. Num 3:34 Ihrer Ausgemusterten, in der Zählung alles Männlichen von einem Monat aufwärts, sind es 6.200. Num 3:35 Familienhaupt der Sippen Meraris ist Suriel, Abichails Sohn; sie lagerten neben der Wohnung gegen Norden. Num 3:36 Die Merarisöhne haben die Aufgabe, die Bretter der Wohnung zu besorgen, ihre Riegel, Säulen, Füße und alle ihre Geräte, kurz ihr gesamtes Zubehör, Num 3:37 ferner die Vorhofsäulen ringsum und ihre Füße, Pflöcke und Stricke. Num 3:38 Vor der Wohnung nach vorne, vor dem Festgezelt gen Osten, lagerten Moses, Aaron und seine Söhne, die den Dienst am Heiligtum besorgten, den Dienst für die Israeliten. Der Unbefugte, der sich naht, soll des Todes sterben. Num 3:39 Aller Ausgemusterten der Leviten, die Moses und Aaron nach des Herrn Befehl nach ihren Sippen gemustert hatten, alles Männliche von einem Monat aufwärts, sind es 22.000. Num 3:40 Und der Herr sprach zu Moses: "Mustere alle männliche Erstgeburt der Söhne Israels von einem Monat aufwärts! Erhebe die Zahl ihrer Namen! Num 3:41 Für mich, den Herrn, nimm die Leviten anstatt aller israelitischen Erstgeburt und der Leviten Vieh anstatt aller Erstlingswürfe unter dem Vieh der Israeliten!" Num 3:42 Da musterte Moses nach des Herrn Befehl alle Erstgeburt unter den Söhnen Israels. Num 3:43 Und die Zahl der Namen aller männlichen Erstgeburt von einem Monat aufwärts, nach ihren Ausgemusterten, war 22.273. Num 3:44 Und der Herr sprach zu Moses: Num 3:45 "Nimm die Leviten anstatt aller erstgeborenen Israeliten und der Leviten Vieh anstatt ihres Viehes! Die Leviten sollen mir, dem Herrn, gehören! Num 3:46 Und für die Auslösung der 273 israelitischen Erstgeborenen, die über die Leviten überschüssig sind, Num 3:47 erhebe für jeden Kopf fünf Ringe! Erhebe sie nach heiligem Gewicht! Den Ring zu zwanzig Korn. Num 3:48 Und gib das Geld dem Aaron und seinen Söhnen zur Ablösung ihrer Überschüssigen!" Num 3:49 Und Moses erhob das Ablösungsgeld von denen, die überschüssig waren über die durch die Leviten Abgelösten. Num 3:50 Er erhob das Geld von den israelitischen Erstgeborenen, 1.365 (Ring) heiliges Gewicht. Num 3:51 Und Moses übergab das Ablösungsgeld dem Aaron und seinen Söhnen nach des Herrn Wort, wie es der Herr dem Moses befolgen hatte. Num 4:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: Num 4:2 "Erhebt der Kehatsöhne Kopfzahl aus den anderen Levisöhnen, nach ihren Sippen und Familien Num 4:3 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig Jahren, alles, was zum Dienste kommt, an dem Festgezelt Arbeit zu tun! Num 4:4 Dies ist der Dienst der Kehatsöhne an dem Festgezelt, in hochheiligen Dingen: Num 4:5 Beim Abzug des Lagers sollen Aaron und seine Söhne kommen und den hüllenden Vorhang abnehmen und die Zeugnislade mit ihm verhüllen! Num 4:6 Darüber sollen sie eine weiche Lederdecke legen und oben darauf ein blaues Purpurtuch breiten und ihre Tragstangen einstecken! Num 4:7 Über den Schaubrottisch sollen sie ein blaues Purpurtuch breiten und darauf die Schüsseln, Schalen, Becher und Trankopferkannen stellen! Das stets aufgelegte Brot sei auch darauf! Num 4:8 Darüber sollen sie Karmesintuch breiten, dies mit einer weichen Überdecke einpacken und die Tragstangen hineinstecken! Num 4:9 Dann sollen sie ein blaues Purpurtuch nehmen und damit den Leuchter, seine Lampen, seine Lichtscheren und Pfannen und all die Ölgefäße bedecken, mit denen man daran amtet! Num 4:10 Dann sollen sie ihn und alle seine Geräte in eine Hülle aus weichem Leder tun und ihn auf eine Tragbahre legen! Num 4:11 Ein blaues Purpurtuch sollen sie über den goldenen Altar breiten, ihn in eine weiche Lederdecke packen und seine Tragstangen hineinstecken! Num 4:12 Dann sollen sie alle dienstlichen Geräte nehmen, mit denen man im Heiligtum amtet, in ein blaues Purpurtuch wickeln, sie in eine weiche Lederdecke packen und auf die Tragbahre legen! Num 4:13 Dann sollen sie den Altar von seiner Asche reinigen und über ihn ein rotes Purpurtuch breiten Num 4:14 und alle die Geräte darauflegen, mit denen man darauf amtet, die Pfannen, Gabeln, Schaufeln, Becken, kurz alle die Altargeräte! Sie sollen eine weiche Lederdecke darüber breiten und seine Tragstangen hineinstecken! Num 4:15 Sind Aaron und seine Söhne mit dem Einpacken des Heiligen und des ganzen Zubehörs des Heiligen fertig beim Aufbruch des Lagers, dann sollen die Kehatsöhne kommen, sie zu tragen! Sie dürfen aber das Heilige nicht berühren, sonst müßten sie sterben. Das ist das Trägeramt der Kehatsöhne am Festgezelt. Num 4:16 Zum Aufsichtsamt des Aaronsohnes und Priesters Eleazar gehört das Leuchteröl, das würzige Räucherwerk, das regelmäßige Speiseopfer und das Salböl, die Aufsicht über die ganze Wohnung und alles, was darin an Heiligem ist, und sein Zubehör." Num 4:17 Und der Herr redete zu Moses und Aaron. Num 4:18 "Laßt nicht der Kehatitersippen Stamm aus den Leviten ausgerottet werden! Num 4:19 Tut dies für sie, daß sie leben und nicht sterben, wenn sie an das Hochheilige treten! Dann komme Aaron mit den Söhnen und stelle jene, Mann für Mann, an das, was sie zu leisten und zu tragen haben, Num 4:20 daß sie nicht hineinkommen und sehen, wie man das Heiligtum zerlegt, und sterben!" Num 4:21 Und der Herr sprach zu Moses: Num 4:22 "Du sollst auch der Gersonsöhne Kopfzahl aufnehmen, familienweise nach ihren Sippen! Num 4:23 Von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig mustere sie, alle, die antreten, am Festgezelt Dienst zu tun! Num 4:24 Dies ist der Dienst der Gersonitersippen an Leistung und Tragen: Num 4:25 Sie sollen die Teppiche der Wohnung tragen, des Festgezeltes Decke und die weiche Lederdecke obendrauf, den Vorhang der Festgezelttür, Num 4:26 die Vorhofumhänge, den Vorhang vor der Toröffnung des Vorhofes rings um die Wohnung und den Altar, die Stricke und alle ihre anderen Dienstgeräte! Was daran zu tun ist, sollen sie dienstwillig tun! Num 4:27 Auf Aarons und seiner Söhne Geheiß erfolge der Gersonitersöhne Dienstleistung nach all ihrem Tragen und ihrer sonstigen Leistung! Ihr sollt ihnen all ihr Tragen zuordnen! Num 4:28 Dies ist der Dienst der Gersonitersöhnesippen am Festgezelt. Ihre Aufsicht stehe unter Itamar, dem Aaronsohn und Priester! Num 4:29 Die Söhne Meraris sollst du nach ihren Sippen und Familien mustern! Num 4:30 Von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig sollst du sie mustern, alle, die antreten, am Festgezelt Dienst zu tun! Num 4:31 Was ihre Pflicht zu tragen ist bei ihrem ganzen Dienst am Festgezelt, sind die Bretter der Wohnung, ihre Riegel, Säulen, Füße, Num 4:32 die Vorhofsäulen ringsherum und ihre Füße, Pflöcke, Stricke samt allem Zubehör und allem, was es dabei zu besorgen gibt. Mit Namen sollt ihr die Geräte ihres pflichtigen Trägers angeben! Num 4:33 Dies ist der Dienst der Sippen der Merarisöhne bei ihrer Dienstleistung am Festgezelt unter Aufsicht Itamars, des Aaronssohnes und Priesters." Num 4:34 Und Moses und die Fürsten der Gemeinde musterten die Kehatitersöhne nach ihren Sippen und Familien Num 4:35 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, am Festgezelt Dienst zu tun. Num 4:36 Ihrer Ausgemusterten waren es nach ihren Geschlechtern 2.750. Num 4:37 Das sind die aus den Kehatitersippen Ausgemusterten, alle, die am Festgezelt Dienste taten und die Moses und Aaron, auf des Herrn Befehl an Moses, gemustert hatten. Num 4:38 Die Ausgemusterten der Gersonsöhne nach ihren Sippen und Familien, Num 4:39 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, am Festgezelt Dienst zu tun, Num 4:40 ihrer Ausgemusterten waren nach Sippen und Familien 2.630. Num 4:41 Dies sind die Ausgemusterten der Sippen der Gersonsöhne, alle, die am Festzelt Dienste taten und die Moses und Aaron nach des Herrn Befehl gemustert hatten. Num 4:42 Die Ausgemusterten der Sippen der Merarisöhne nach Sippen und Familien Num 4:43 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, am Festzelt Dienst zu tun, Num 4:44 ihrer Ausgemusterten waren nach Sippen 3.200. Num 4:45 Das sind die Ausgemusterten der Sippen der Merarisöhne, die Moses und Aaron nach des Herrn Befehl an Moses gemustert hatten. Num 4:46 All die Ausgemusterten, die Moses, Aaron und die Fürsten Israels bei den Leviten musterten, nach ihren Sippen und Familien, Num 4:47 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, Dienst zu tun und das Trägeramt am Festzelt auszuüben, Num 4:48 ihrer Ausgemusterten waren 8.580. Num 4:49 Nach des Herrn Befehl stellte man sie unter Mosis Aufsicht, Mann für Mann bei ihrem Dienst und Trägeramt an, und die man anstellte, waren die, die der Herr dem Moses befohlen. Num 5:1 Und der Herr redete also mit Moses: Num 5:2 "Befiehl den Söhnen Israels, sie sollen aus dem Lager jeden Aussatzverdächtigen entfernen, jeden Flüssigen und jeden an einer Leiche Verunreinigten! Num 5:3 Männer und Weiber sollt ihr fortschaffen und vor das Lager sollt ihr sie schaffen, damit sie nicht ihr Lager unrein machen, weil ich unter ihnen wohne!" Num 5:4 Und die Israeliten taten so. Sie schafften sie vor das Lager. Wie der Herr zu Moses gesprochen, so hatten die Israeliten getan. Num 5:5 Und der Herr sprach zu Moses: Num 5:6 "Sprich zu den Israeliten: 'Tut jemand, Mann oder Weib, irgendeine Menschensünde, in Untreue gegen den Herrn, und fühlt sich dieser schuldig, Num 5:7 dann soll er seine Sünde, die er getan, bekennen! Er gebe den veruntreuten Betrag zurück und darauf soll er ein Fünftel legen und er gebe es dem, gegen den er sich verschuldet hat! Num 5:8 Fehlt aber dem Mann ein Verwandter, dem man die Buße entrichten könnte, so fällt die schuldige Buße dem Herrn zum Besten der Priester zu, abgesehen vom Sühnewidder, mit dem man ihm Sühne schafft. Num 5:9 Jede Weihegabe von all den heiligen Gaben, dem Priester von den Israeliten dargebracht, soll ihm gehören! Num 5:10 Die ihm zustehenden Opfer sollen ihm gehören! Was jemand dem Priester gibt, soll ihm gehören!'" Num 5:11 Und der Herr sprach zu Moses: Num 5:12 "Sprich zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Ist eines Mannes Weib ausschweifend und übt Trug an ihm, Num 5:13 und ein anderer wohnt ihr bei, und dies bleibt ihrem Manne verborgen, weil sie unentdeckt bleibt, so verunreinigt sie sich. Ein Zeuge aber fehlt gegen sie, und sie ward nicht ertappt. Num 5:14 Nun kommt ein Geist der Eifersucht aber ihn, und er eifert auf sein Weib, die sich verunreinigt hat, oder ein Geist der Eifersucht kommt über ihn, und er eifert auf sein Weib, obschon sie sich nicht verunreinigt hat; Num 5:15 dann führe der Mann sein Weib zum Priester und bringe ihr Opfer für sie mit, ein Zehntel Scheffel Gerstenmehl! Er soll aber kein Öl darüber gießen noch Weihrauch darauf tun! Es ist ein Eifersuchtsspeiseopfer, ein Offenbarungsspeiseopfer zum Offenbaren der Sünde. Num 5:16 Der Priester führe sie nun herbei und stelle sie vor den Herrn! Num 5:17 Dann hole der Priester heiliges Wasser in einem Tongefäß! Auch etwas Staub vom Boden der Wohnung soll der Priester nehmen; dann tue er ihn in das Wasser! Num 5:18 Der Priester stelle dann das Weib vor den Herrn, bringe des Weibes Haupthaar in Unordnung und lege in ihre Hände das Offenbarungsspeiseopfer, das Eifersuchtsspeiseopfer! Aber in des Priesters Hand soll das fluchbringende Bitterwasser bleiben! Num 5:19 Dann beschwöre sie der Priester! Er spreche zum Weibe: Hat dir kein Mann beigewohnt und hast du dich nicht vergangen und verunreinigt, bist du vielmehr unter deinem Manne gewesen, dann schade dir nicht das fluchbringende Bitterwasser! Num 5:20 Wenn du dich aber hast vergangen, obwohl deinem Manne unterstehend, und bist du unrein geworden dadurch, daß ein Mann dir beigewohnt, von deinem Manne abgesehen, Num 5:21 so beschwöre der Priester das Weib mit dem Fluchschwure! Und der Priester spreche so zu dem Weibe: Dich soll der Herr inmitten deines Volkes zum Fluche und zur Verwünschung machen! Der Herr gebe dir Fehlgeburten bei willigem Leibe! Num 5:22 Dies fluchbringende Wasser komme in dein Eingeweide, den Leib willig zu machen, aber Fehlgeburten zu bewirken! Das Weib spreche: Amen! Amen! Num 5:23 Dann schreibe der Priester die Verwünschungen auf eine Tafel, wische sie in das Bitterwasser Num 5:24 und lasse das Weib das fluchbringende Wasser trinken! So komme das fluchbringende Wasser in sie zu bitterem Wehe! Num 5:25 Dann nehme der Priester dem Weibe das Eifersuchtsspeiseopfer aus der Hand, weihe das Speiseopfer vor dem Herrn und bringe es zum Altar! Num 5:26 Der Priester nehme vom Speiseopfer eine Handvoll als sein Teil und lasse es auf dem Altar verrauchen! Dann soll er das Weib das Wasser trinken lassen! Num 5:27 Und so er sie das Wasser trinken läßt, kommt, ist sie unrein und ihrem Marine untreu gewesen, das fluchbringende Wasser in sie zu bitterem Wehe. Ihr Leib wird zwar empfänglich sein; doch wird sie Fehlgeburten haben. So wird das Weib zum Fluche bei seinem Volke werden. Num 5:28 Ist aber das Weib nicht unrein, sondern rein, so bleibt es unversehrt und bringt ein lebend Kind zu Welt. Num 5:29 Dies ist das Gesetz über die Eifersuchtsfälle: Vergeht sich ein Weib, ihrem Mann unterstehend, und wird es unrein, Num 5:30 oder kommt über einen Mann ein Geist der Eifersucht und eifert er auf sein Weib, so stelle er das Weib vor den Herrn, und der Priester tue an ihm genau nach diesem Gesetz! Num 5:31 Der Mann bleibt dann von Verschuldung frei. Ein solches Weib aber lädt Schuld auf sich.'" Num 6:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 6:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Will jemand, Mann oder Weib, ein Nasiräergelübde ablegen, um sich dem Herrn zu weihen, Num 6:3 so soll er sich des Weines und des Bieres enthalten! Au