Gen 1:1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Gen 1:2 Die Erde war wüst und öde. Finsternis lag über der abgrundtiefen Flut. Gottes Geist schwebte über den Wassern. Gen 1:3 Da sprach Gott: "Es werde Licht!" Und es ward Licht. Gen 1:4 Und Gott sah das Licht: Es war gut. So schied Gott das Licht von der Finsternis. Gen 1:5 Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Und es ward Abend und es ward Morgen: der erste Tag. Gen 1:6 Dann sprach Gott: "Es bilde sich ein Gewölbe inmitten der Wasser und sei Scheidewand zwischen Wassern und Wassern!" Gen 1:7 Und Gott schuf das Firmament und schied die Wasser unterhalb des Firmaments von denen oberhalb des Firmaments. - Und so ward es. Gen 1:8 Das Firmament nannte Gott Himmel. Und es ward Abend und es ward Morgen: der zweite Tag. Gen 1:9 Dann sprach Gott: "Sammeln sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einem Ort, daß sichtbar werde das trockene Land." - Und so ward es. Gen 1:10 Das trockene Land nannte Gott Erde, das zusammengeströmte Wasser nannte er Meer. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:11 Dann sprach Gott: "Sprossen lasse die Erde grünende, samenhaltende Kräuter und fruchttragende Bäume, die Früchte bringen nach ihrer Art, Früchte, die in sich selbst ihren Samen tragen auf der Erde." - Und so ward es. Gen 1:12 Die Erde brachte grünende, samentragende Kräuter aller Art und Bäume hervor, mit allerlei samenhaltenden Früchten. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:13 Und es ward Abend und es ward Morgen: der dritte Tag. Gen 1:14 Dann sprach Gott: "Lichter sollen am Firmament entstehen, um den Tag von der Nacht zu scheiden. Als Zeichen sollen sie dienen und Zeiten, Tage und Jahre anzeigen. Gen 1:15 Sie sollen leuchten am Himmelsgewölbe und Licht spenden der Erde!" - Und so ward es. Gen 1:16 Gott schuf die beiden großen Leuchten; die größere, daß sie beherrsche den Tag, und die kleinere, zur Beherrschung der Nacht, dazu noch die Sterne. Gen 1:17 Gott setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie hinableuchten auf die Erde, Gen 1:18 über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:19 Und es ward Abend und es ward Morgen: der vierte Tag. Gen 1:20 Dann sprach Gott: "Wimmeln soll das Wasser von lebenden Wesen, und Vögel sollen vor dem Himmelsgewölbe über die Erde dahinfliegen!" Gen 1:21 So schuf Gott die großen Seeungetüme und jedes lebende Wesen, das sich regt, von denen das Wasser wimmelt nach ihren Arten und geflügelten Vögel nach ihren Arten. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:22 Gott segnete sie und sprach: "Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt das Wasser im Meer. Und die Vögel mögen sich mehren auf der Erde!" Gen 1:23 Und es ward Abend und es ward Morgen: der fünfte Tag. Gen 1:24 Dann sprach Gott: "Die Erde bringe lebende Wesen aller Art hervor: Vieh, Gewürm und Wild des Feldes, jedes nach seiner Art!" Und so ward es. Gen 1:25 So machte Gott das Wild des Feldes nach seiner Art, das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm, das auf dem Boden kriecht, nach seiner Art. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:26 Dann sprach Gott: "Laßt uns den Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich! Herrschen soll er über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alles Wild des Feldes und über alles Gewürm, das am Boden kriecht!" Gen 1:27 So schuf Gott den Menschen nach seinem Bild. Als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er ihn. Gen 1:28 Gott segnete sie und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt die Erde. Macht sie euch untertan und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über jedes Lebewesen, das sich auf Erden regt!" Gen 1:29 Und Gott sprach: "Seht, ich übergebe euch alle samentragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samenhaltenden Früchten; sie sollen euch zur Nahrung dienen. Gen 1:30 Und allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was auf dem Boden kriecht und Lebensodem in sich hat, gebe ich alle grünen Kräuter zur Speise. - Und so ward es. Gen 1:31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte und sah, es war sehr gut. Und es ward Abend und es ward Morgen: der sechste Tag. Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und ihr gesamtes Heer Gen 2:2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er geschaffen und er ruhte am siebenten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Gen 2:3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das er durch seine Schöpfertat ins Dasein gerufen hatte. Gen 2:4 Das ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden: Zur Zeit, als Gott der Herr Himmel und Erde schuf, Gen 2:5 - auf der Erde gab es noch kein Gesträuch des Feldes und auf den Fluren wuchsen noch keine Pflanzen, denn Gott der Herr hatte noch keinen Regen auf die Erde fallen lassen und ein Mensch war noch nicht da, das Land zu bestellen Gen 2:6 und Flußwasser heraufsteigen zu lassen von der Erde und zu tränken den Ackerboden - Gen 2:7 da bildete Gott der Herr den Menschen aus dem Staub der Erde und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens - so wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen. Gen 2:8 Dann legte Gott der Herr fern im Osten, in Eden, einen Garten an und brachte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. Gen 2:9 Aus dem Boden ließ Gott der Herr allerlei Bäume hervorwachsen, die einen lieblichen Anblick boten und wohlschmeckende Früchte trugen, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gen 2:10 Von Eden her kam zur Bewässerung des Gartens ein Strom, der sich beim Heraustreten aus ihm in vier Arme verzweigte. Gen 2:11 Der erste heißt Pischon, der an Hawila vorbeifließt, wo man Gold findet - Gen 2:12 das Gold dieses Landes ist vortrefflich; dort gibt es auch Bdelliumharz und Karneolsteine. Gen 2:13 Der zweite Strom heißt Gihon - er fließt an Kusch vorbei. Gen 2:14 Der dritte Strom heißt Tigris, der östlich an Assur vorbeifließt. Der vierte Strom ist der Eufrat. - Gen 2:15 Gott der Herr nahm also den Menschen und brachte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und pflege. Gen 2:16 Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: "Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, Gen 2:17 nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen! Denn sobald du davon ißt, bist du dem Tod verfallen." Gen 2:18 Dann sprach Gott der Herr: "Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein ist. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht." Gen 2:19 Und Gott der Herr bildete aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen werde. Und wie der Mensch ein lebendes Wesen benannte, so ist sein Name. Gen 2:20 So gab der Mensch allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen. - Doch für den Menschen fand er keine Gehilfin, die ihm entsprach. Gen 2:21 Deshalb ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf über den Menschen kommen. Als er eingeschlafen war, entnahm er ihm eine Rippe und füllte die Stelle wieder mit Fleisch. Gen 2:22 Die Rippe, die Gott der Herr dem Menschen entnommen hatte, gestaltete er zu einer Frau und führte sie Adam zu. Gen 2:23 Da sagte Adam: "Diese endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese wird "Mensch" heißen, weil sie vom Menschen genommen ist. Gen 2:24 Darum verläßt der Mensch seinen Vater und seine Mutter und hängt seiner Frau an, und sie werden zu einem Fleisch. Gen 2:25 Beide waren sie nackt, der Mensch und seine Frau, und doch schämten sie sich nicht. Gen 3:1 Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte. Sie sagte zur Frau: "Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" Gen 3:2 Die Frau antwortete der Schlange: "Von den Früchten der Bäume des Gartens dürfen wir essen. Gen 3:3 Doch von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, ja, sie nicht einmal anrühren, sonst müßt ihr sterben." Gen 3:4 Die Schlange erwiderte der Frau: "Keineswegs werdet ihr sterben! Gen 3:5 Gott weiß wohl: Am Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet wie Gott sein, erkennend Gut und Böse." Gen 3:6 Und die Frau sah, daß die Früchte des Baumes köstlich munden müßten, einen lieblichen Anblick darboten und es begehrenswert wäre, durch sie einsichtig zu werden. Und sie nahm von seiner Frucht und sie aß. Und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. Gen 3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie merkten, daß sie nackt waren. Sie flochten Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schurze. Gen 3:8 Als sie aber das Geräusch der Schritte Gottes des Herrn hörten, der sich zur Zeit des Tagwindes im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott dem Herrn zwischen den Sträuchern des Gartens. Gen 3:9 Doch Gott der Herr rief nach Adam und fragte ihn: "Wo bist du?" Gen 3:10 Der antwortete: "Als ich im Garten das Geräusch deiner Schritte hörte, fürchtete ich mich, weil ich nackt bin; so habe ich mich verborgen." Gen 3:11 Da fragte er: "Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?" Gen 3:12 Adam antwortete: "Die Frau, die du mir zur Gefährtin gegeben hast, gab mir von dem Baum, und ich aß." Gen 3:13 Und Gott der Herr sprach zu der Frau: "Warum hast du das getan?" - Da sagte die Frau: "Die Schlange hat mich verführt; so habe ich gegessen." Gen 3:14 Da sprach Gott der Herr zur Schlange: "Weil du das getan hast, sei verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens! Gen 3:15 Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst nach seiner Ferse schnappen." Gen 3:16 Zur Frau sagte er: "Viele Beschwerden will ich dir auferlegen bei deiner Mutterschaft; in Schmerzen sollst du Kinder haben. Nach deinem Mann wirst du verlangen, er aber wird über dich herrschen." Gen 3:17 Zu Adam sagte er: "Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten habe: Du darfst nicht von ihm essen!: soll um deinetwillen der Ackerboden verflucht sein. Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren alle Tage deines Lebens! Gen 3:18 Dornen und Disteln wird er dir tragen, und doch mußt du das Gewächs des Feldes essen. Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bis. Denn Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück." - Gen 3:20 Der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebenden. Gen 3:21 Und Gott der Herr machte dem Menschen und seiner Frau Röcke aus Fell und bekleidete sie damit. Gen 3:22 Und Gott der Herr sprach: "Siehe, der Mensch ist wie einer von uns geworden - er erkennt Gut und Böse. Damit er nur nicht seine Hand ausstreckt und vom Baum des Lebens nimmt und ißt und ewig lebt!" - Gen 3:23 So schickte ihn denn Gott der Herr aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bebaue, von dem er genommen war. Gen 3:24 Und er vertrieb den Menschen und stellte im Osten des Gartens von Eden die Kerubim und das zuckende Flammenschwert, zu bewachen den Weg zum Baum des Lebens. Gen 4:1 Adam erkannte Eva, seine Frau. Sie wurde guter Hoffnung und gebar den Kain. Da sagte sie: "Einen Mann habe ich erhalten mit Hilfe des Herrn!" Gen 4:2 Hierauf bekam sie nochmals einen Sohn, seinen Bruder Abel. Abel wurde ein Schafhirt, Kain ein Ackerbauer. Gen 4:3 Nach geraumer Zeit geschah es nun, daß Kain von den Früchten des Feldes dem Herrn ein Opfer darbrachte; Gen 4:4 auch Abel opferte von den Erstlingen seiner Herde, und zwar die Fettstücke. Der Herr schaute gnädig auf Abel und sein Opfer, Gen 4:5 aber auf Kain und sein Opfer achtete er nicht. Da wurde Kain sehr zornig und blickte düster vor sich hin. Gen 4:6 Der Herr aber fragte Kain: "Warum bist du zornig und schaust so düster vor dich hin? Gen 4:7 Ist es nicht so: Wenn du recht handelst, darfst du auch den Blick frei erheben, doch handelst du unrecht, lauert die Sünde, deren Verlangen auf dich gerichtet ist, vor der Tür? - Du aber sollst über sie herrschen!" Gen 4:8 Eines Tages nun, als Kain mit seinem Bruder Abel, während sie auf dem Felde waren, einen Wortwechsel hatte, fiel Kain über seinen Bruder Abel her und schlug ihn tot. Gen 4:9 Nun fragte der Herr den Kain: "Wo ist dein Bruder Abel?" Er antwortete: "Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?" Gen 4:10 Da sprach er: "Was hast du getan? Laut schreit aus der Erde das Blut deines Bruders Abel zu mir. Gen 4:11 So sei denn verflucht, verbannt vom Heimatboden, der seinen Mund auftat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders zu trinken! Gen 4:12 Wenn du den Boden bestellst, gebe er dir fortan keinen Ertrag! Unstet und flüchtig sollst du auf der Erde sein. Gen 4:13 Da klagte Kain: "Zu schwer ist meine Strafe, als daß ich sie tragen könnte. Gen 4:14 Du treibst mich heute vom Ackerboden hinweg, vor deinem Angesicht muß ich mich verbergen, muß unstet und flüchtig auf der Erde sein. Jeder, der mir begegnet, wird mich erschlagen!" Gen 4:15 Der Herr antwortete ihm: "Nicht doch! Wer immer Kain tötet, soll es siebenfach büßen!" - Und der Herr machte ein Zeichen für Kain, daß niemand ihn erschlage, wer immer ihn fände. Gen 4:16 Kain ging weg vom Angesicht des Herrn und ließ sich im Lande Nod, östlich von Eden, nieder. Gen 4:17 Kain erkannte seine Frau; sie wurde guter Hoffnung und gebar Henoch. Kain gründete eine Stadt und gab ihr den Namen seines Sohnes Henoch. Gen 4:18 Dem Henoch wurde Irad geboren. Irad zeugte Mehujaël. Mehujaël zeugte Metuschaël. Metuschaël zeugte Lamech. Gen 4:19 Lamech nahm sich zwei Frauen: die eine hieß Ada, die andere Zilla. Gen 4:20 Ada gebar Jabal, der zum Stammvater derer wurde, die in Zelten und beim Vieh wohnen. Gen 4:21 Sein Bruder hieß Jubal - er wurde zum Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. Gen 4:22 Zilla gebar Tubal-Kajin, den Schmied, der Geräte aus Erz und Eisen herstellte. - Die Schwester Tubal-Kajins war Naama. Gen 4:23 Lamech sagte zu seinen Frauen: "Ada und Zilla, hört meine Rede, ihr Frauen Lamechs, lauscht meinem Spruch! Den Mann erschlage ich, der mich verwundet, den Knaben, der mich schlägt. Gen 4:24 Wird Kain siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach!" Gen 4:25 Adam erkannte wieder seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set. "Denn," sagte sie, "Gott gibt mir an Stelle Abels einen anderen Nachkommen, weil Kain jenen erschlagen hat. Gen 4:26 Auch dem Set wurde ein Sohn geboren. Er nannte ihn Enosch. - Damals begann man, den Namen des Herrn anzurufen. Gen 5:1 Dies ist das Verzeichnis der Nachkommen Adams. - Als Gott den Menschen schuf, erschuf er ihn als Gottes Ebenbild. Gen 5:2 Als Mann und Frau erschuf er ihn, segnete ihn und gab ihm, als er erschaffen war, den Namen Mensch. Gen 5:3 Im Alter von 130 Jahren wurde Adam Vater eines Sohnes, der ihm ähnlich, sein Ebenbild war. - Er nannte ihn Set. Gen 5:4 Adam lebte nach der Geburt des Set 800 Jahre und hatte noch andere Söhne und Töchter. Gen 5:5 Die ganze Lebensdauer Adams betrug 930 Jahre; dann starb er. Gen 5:6 Als Set 105 Jahre alt war, wurde er Vater des Enosch. Gen 5:7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch 807 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:8 Die ganze Lebensdauer Sets betrug 912 Jahre; dann starb er. Gen 5:9 Als Enosch 90 Jahre alt war, wurde er Vater des Kenan. Gen 5:10 Nach der Geburt Kenans lebte Enosch noch 815 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:11 Die ganze Lebensdauer des Enosch betrug 905 Jahre, dann starb er. Gen 5:12 Als Kenan 70 Jahre alt war, wurde er Vater des Mahalalel. Gen 5:13 Kenan lebte nach der Geburt Mahalalels noch 840 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:14 Die ganze Lebensdauer Kenans betrug 910 Jahre; dann starb er. Gen 5:15 Als Mahalalel 65 Jahre alt war, wurde er Vater des Jered. Gen 5:16 Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch 830 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:17 Die ganze Lebensdauer Mahalalels betrug 895 Jahre; dann starb er. Gen 5:18 Als Jered 162 Jahre alt war, wurde er Vater des Henoch. Gen 5:19 Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:20 Die ganze Lebensdauer Jereds betrug 962 Jahre; dann starb er. Gen 5:21 Als Henoch 65 Jahre alt war, wurde er Vater des Metuschelach. Gen 5:22 Nach der Geburt Metuschelachs ging Henoch seinen Weg mit Gott noch 300 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:23 Die ganze Lebensdauer Henochs betrug 365 Jahre. Gen 5:24 Da Henoch nach Gottes Geboten wandelte, war er eines Tages nicht mehr da, weil Gott ihn entrückt hatte. Gen 5:25 Als Metuschelach 187 Jahre alt war, wurde er Vater des Lamech. Gen 5:26 Metuschelach lebte nach der Geburt Lamechs 782 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:27 Die ganze Lebensdauer Metuschelachs betrug 969 Jahre; dann starb er. Gen 5:28 Als Lamech 182 Jahre alt war, bekam er einen Sohn, Gen 5:29 dem er den Namen Noach gab. Er sagte: "Dieser wird uns trösten bei der mühevollen Arbeit unserer Hände an dem Ackerboden, den der Herr verflucht hat." Gen 5:30 Lamech lebte nach der Geburt Noachs 595 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:31 Die ganze Lebensdauer Lamechs betrug 777 Jahre; dann starb er. Gen 5:32 Als Noach 500 Jahre alt war, wurde er Vater von Sem, Ham und Jafet. Gen 6:1 Als die Menschen sich auf der Erde zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren wurden, Gen 6:2 sahen die Gotteskinder, daß die Menschentöchter schön waren, und sie nahmen sich aus ihnen, so viele sie wollten, zu Frauen. Gen 6:3 Da sagte der Herr: "Mein Geist wird nicht mehr lange in den Menschen bleiben. Sie sind ja nichts anderes mehr als Fleisch. Ihre Lebensdauer soll nur noch 120 Jahre betragen." Gen 6:4 Damals, als die Gotteskinder die Menschentöchter heirateten - und auch später noch - und diese ihnen Kinder gebaren, lebten die Riesen auf Erden, die Recken der Vorzeit, die hochberühmten Helden. Gen 6:5 Als der Herr sah, daß die Verderbtheit der Menschen auf Erden groß war und alles Dichten und Trachten ihres Herzens immerfort nur auf das Böse ging, Gen 6:6 reute es den Herrn, daß er die Menschen auf Erden gemacht hatte, und er war tief betrübt. Gen 6:7 So beschloß denn der Herr: "Die Menschen, die ich erschaffen habe, will ich von der Erde vertilgen, die Menschen samt dem Vieh, dem Gewürm und den Vögeln des Himmels! Denn es reut mich, daß ich sie geschaffen habe." Gen 6:8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn. Gen 6:9 Folgendes ist Noachs Geschichte: Noach war der frömmste und untadelhafteste Mann unter seinen Zeitgenossen. Noach lebte nach Gottes Gebot. Gen 6:10 Drei Söhne hatte Noach: Sem, Ham und Jafet. Gen 6:11 Damals war die Erde verderbt vor Gott und voller Frevel. Gen 6:12 Als Gott nun sah, wie sehr die Erde verderbt war - denn die ganze Menschheit hatte sich in ihrem Tun dem Bösen zugewandt - Gen 6:13 sagte Gott zu Noach: "Das Ende aller lebenden Geschöpfe ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voll von den Freveltaten, die sie verübten. So will ich sie denn samt der Erde vertilgen. Gen 6:14 Mache dir eine Arche aus Zypressenholz! Baue Zellen in die Arche ein und dichte sie innen und außen mit Harz ab! Gen 6:15 Errichte sie in folgender Weise: 300 Ellen betrage die Länge der Arche, 50 Ellen ihre Breite und 30 Ellen ihre Höhe! Gen 6:16 Bringe an der Arche auch eine Lichtöffnung an und führe diese oben eine Elle hoch ganz herum! Setze dann an einer Seite die Tür zur Arche ein und lege ein unteres, mittleres und oberes Stockwerk an! Gen 6:17 Denn wisse wohl: Ich werde eine Wasserflut über die Erde kommen lassen, um alle Wesen unter dem Himmel, die Lebensodem in sich haben, zu vertilgen. Alles, was auf Erden lebt, soll umkommen Gen 6:18 Mit dir jedoch will ich einen Bund schließen. Du sollst mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und den Frauen deiner Söhne in die Arche gehen. Gen 6:19 Von allen lebenden Wesen sollst du je ein Paar in die Arche aufnehmen, um sie mit dir am Leben zu erhalten; je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein. Gen 6:20 Von jeder Art Vögel, Vieh und Gewürm am Boden soll je ein Paar mit dir hineingehen, damit sie am Leben bleiben. Gen 6:21 Besorge dir auch alles, was an Nahrungsmitteln gebraucht wird, und speichere es bei dir auf, damit es dir und ihnen zum Lebensunterhalt diene!" Gen 6:22 Und Noach führte es ganz so aus, wie Gott ihm befohlen hatte. Gen 7:1 Und Gott sprach zu Noach: "Geh mit deiner ganzen Familie in die Arche; denn dich allein habe ich unter diesem ganzen Geschlecht als gerecht vor mir befunden. Gen 7:2 Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben Männchen und Weibchen, von den unreinen aber je zwei, ein Männchen und das Weibchen dazu, Gen 7:3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, damit sie sich später auf Erden fortpflanzen können. Gen 7:4 Denn schon in sieben Tagen lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde regnen und vertilge alle Wesen, die ich geschaffen habe, vom Erdboden." Gen 7:5 Noach tat ganz so, wie der Herr ihm befohlen hatte. Gen 7:6 Noach war 600 Jahre alt, als die Wasserflut über die Erde kam. Gen 7:7 Mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne begab sich Noach in die Arche vor den Wassern der Flut. Gen 7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem, was auf dem Boden kriecht, Gen 7:9 kamen je zwei, ein Männchen und ein Weibchen, zu Noach in die Arche, wie Gott es Noach befohlen hatte. Gen 7:10 Nach Ablauf von sieben Tagen brachen die Wasser der Flut über die Erde herein. Gen 7:11 Im sechshundertsten Lebensjahr des Noach, am 17. Tag des zweiten Monats, an diesem Tage brachen alle Quellen der großen Tiefe auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich. Gen 7:12 Der Regen strömte vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde herab. Gen 7:13 An ebendiesem Tag gingen Noach und Noachs Söhne Sem, Ham und Jafet, sowie Noachs Frau und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in die Arche, Gen 7:14 sie und alle Arten Wild, Vieh und Gewürm, das auf dem Boden kriecht, und alle Arten Vögel, alles, was Flügel und Schwingen hatte. Gen 7:15 Sie gingen zu Noach in die Arche, je ein Paar von allen Wesen, in denen Lebensodem ist. Gen 7:16 Es kam von allen Wesen immer ein Männchen und ein Weibchen herbei, wie Gott ihm befohlen hatte. Dann schloß der Herr hinter ihm zu. Gen 7:17 Hierauf ergoß sich die Flut vierzig Tage lang über die Erde. Gen 7:18 Das Wasser wuchs und hob die Arche empor, so daß sie über der Erde schwamm. Gen 7:19 Immer mehr schwoll das Wasser an und stieg hoch über die Erde empor. Die Arche aber fuhr auf dem Wasser dahin. Zu so gewaltiger Höhe schwoll das Wasser auf der Erde an, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. Gen 7:20 Das Wasser stieg 15 Ellen hoch über die Berge empor, so daß diese überflutet wurden. Gen 7:21 Da kamen alle Wesen um, die sich auf Erden regten, Vögel, Vieh und Wild sowie alles Gewürm, das über den Boden kriecht, und auch alle Menschen. Gen 7:22 Alles, was Lebensodem in sich hatte, starb, sofern es auf dem trockenen Land lebte. Gen 7:23 So vernichtete er alle Wesen, die auf Erden lebten, den Menschen, das Vieh, das Gewürm und die Vögel des Himmels; sie wurden von der Erde vertilgt. Nur Noach und was bei ihm in der Arche war, blieb übrig. Gen 7:24 Das Wasser stieg noch 150 Tage lang weiter auf der Erde an. Gen 8:1 Da gedachte Gott des Noach und all des Wildes und Viehs, das bei ihm in der Arche war. Gott ließ deshalb einen Wind über die Erde wehen, so daß das Wasser fiel. Gen 8:2 Die Quellen der Tiefe und die Schleusen des Himmels schlossen sich, und dem Regen vom Himmel ward Einhalt getan. Gen 8:3 Das Wasser verlief sich allmählich von der Erde, und nach Verlauf von 150 Tagen nahm das Wasser ab. Gen 8:4 Am 17. Tag des siebten Monats fuhr die Arche auf einem der Berge von Ararat fest. Gen 8:5 Das Wasser nahm dann weiter ab bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag des zehnten Monats kamen die Gipfel der Berge zum Vorschein. Gen 8:6 Nach Verlauf von vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, Gen 8:7 und schickte einen Raben aus. Dieser flog hin und her, bis das Wasser von der Erde vertrocknet war. Gen 8:8 Dann ließ er eine Taube ausfliegen, um zu sehen, ob sich das Wasser von der Erdoberfläche verlaufen habe. Gen 8:9 Da aber die Taube kein Plätzchen fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie zu ihm in die Arche zurück; denn das Wasser bedeckte noch die ganze Erdoberfläche. Er streckte seine Hand aus, ergriff sie und holte sie zu sich in die Arche. Gen 8:10 Hierauf wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder eine Taube aus der Arche fliegen. Gen 8:11 Erst am Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe, sie hatte ein frisches Ölbaumblatt im Schnabel. Nun erkannte Noach, daß sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. Gen 8:12 Doch wartete er noch weitere sieben Tage und ließ die Taube wieder ausfliegen. Diesmal kehrte sie aber nicht mehr zu ihm zurück. Gen 8:13 Im 601. Jahr, am ersten Tag des ersten Monats begann sich das Wasser von der Erde zu verlaufen. Als jetzt Noach das Dach der Arche wegnahm und ausschaute, sah er, daß die Erdoberfläche zu trocknen anfing. Gen 8:14 Am 27 Tag des zweiten Monats war die Erde trocken geworden. Gen 8:15 Nun sprach Gott zu Noach: Gen 8:16 "Geh mit deiner Frau, deinen Söhnen und den Frauen deiner Söhne aus der Arche! Gen 8:17 Nimm mit dir all die verschiedenen Arten Tiere hinaus, die bei dir sind: Vögel, Vieh und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, damit sie sich auf der Erde frei bewegen und fruchtbar sind und sich mehren auf Erden!" Gen 8:18 Da ging Noach mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne hinaus. Gen 8:19 Alle Tiere, alles Gewürm und alle Vögel, alles, was sich nur auf Erden regt, verließen Art auf Art die Arche. Gen 8:20 Dann erbaute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und reinen Vögeln ein Stück und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. Gen 8:21 Als der liebliche Duft zum Herrn emporstieg, sprach der Herr bei sich: "Ich will die Erde nicht mehr um des Menschen willen verfluchen. Wenn auch das Sinnen des Menschenherzens böse ist von Jugend auf, so will ich doch nicht mehr alle Lebewesen vertilgen, wie ich es getan habe. Gen 8:22 Fortan sollen, solange die Erde steht, Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören." Gen 9:1 Darauf segnete Gott den Noach und seine Söhne und sagte zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde! Gen 9:2 Furcht und Schrecken vor euch beherrsche alle Tiere der Erde und alle Vögel des Himmels, alles, was auf Erden sich regt, und alle Fische des Meeres; in eure Gewalt sind sie gegeben. Gen 9:3 Alles, was sich regt, was lebt, diene euch zur Nahrung. Wie einstmals die grünenden Pflanzen, so gebe ich euch jetzt alles. Gen 9:4 Nur Fleisch, das noch seine Lebenskraft, nämlich das Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen. Gen 9:5 Auch über euer Blut, von dem euer Leben abhängt, will ich Rechenschaft fordern. Von jedem Tier will ich darüber Rechenschaft fordern und von dem Menschen; über das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder. Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden. Denn nach Gottes Bild hat Gott den Menschen geschaffen. Gen 9:7 Ihr aber seid nun fruchtbar und mehrt euch! Verbreitet euch auf Erden und werdet zahlreich auf ihr!" Gen 9:8 Alsdann sagte Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: Gen 9:9 "Ich schließe jetzt einen Bund mit euch und euren Nachkommen, die nach euch sein werden, Gen 9:10 und mit allen Lebewesen, die bei euch sind, mit den Vögeln, dem Vieh und allem Wild, das bei euch ist, mit allen Tieren der Erde, die aus der Arche herausgingen. Gen 9:11 Und zwar schließe ich meinen Bund mit euch dahin, daß kein Geschöpf mehr durch das Wasser der Flut vertilgt werden soll und fürder keine Flut mehr komme, um die Erde zu verheeren." Gen 9:12 Dann fuhr Gott fort: "Dies soll das Zeichen des Bundes sein, den ich zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch sind, für ewige Zeit schließe: Gen 9:13 Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Er soll das Bundeszeichen zwischen mir und der Erde sein. Gen 9:14 Wenn ich nun Wolken über der Erde zusammenballe und der Bogen in den Wolken sichtbar wird, Gen 9:15 so will ich meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch und allen Lebewesen jeglicher Art besteht. Nie mehr soll das Wasser zur Flut werden, die alle Geschöpfe vernichtet. Gen 9:16 Wenn der Bogen in den Wolken erscheint, werde ich ihn anschauen und des ewigen Bundes zwischen Gott und allen Lebewesen jeglicher Art, die auf Erden sind, gedenken." Gen 9:17 Und Gott sagte weiter zu Noach: "Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Lebewesen auf der Erde geschlossen habe." Gen 9:18 Noachs Söhne, die aus der Arche gingen, waren Sem, Ham und Jafet; Ham ist der Vater Kanaans. Gen 9:19 Diese drei waren die Söhne Noachs. Von ihnen stammt die ganze Menschheit ab. Gen 9:20 Noach fing an, das Land zu kultivieren, und legte einen Weinberg an. Gen 9:21 Als er nun von dem Wein trank, wurde er berauscht und lag entblößt in seinem Zelt. Gen 9:22 Ham, der Vater Kanaans, betrachtete die Blöße seines Vaters und erzählte es seinen beiden Brüdern draußen. Gen 9:23 Da nahmen Sem und Jafet das Obergewand und legten es sich beide auf die Schultern, traten rückwärts hinein und bedeckten damit die Blöße ihres Vaters. Ihr Gesicht war dabei abgewandt, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen. Gen 9:24 Als Noach aus seinem Weinrausch erwachte und erfuhr, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte, Gen 9:25 rief er aus: "Kanaan sei verflucht! Der niedrigste Knecht soll er sein seinen Brüdern!" Gen 9:26 Dann fuhr er fort: "Der Herr, der Gott Sems, sei gepriesen! Kanaan sei sein Knecht! Gen 9:27 Weiten Raum gebe Gott dem Jafet! In den Zelten Sems soll er wohnen! Kanaan sei sein Knecht!" Gen 9:28 Noach lebte nach der Sintflut noch 350 Jahre. Gen 9:29 Die ganze Lebenszeit Noachs betrug 950 Jahre; dann starb er. Gen 10:1 Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und Jafet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren. Gen 10:2 Die Söhne Jafets sind Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras. Gen 10:3 Die Söhne Gomers sind Aschkenas, Rifat und Togarma. Gen 10:4 Die Söhne Jawans sind Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die Rodaniter. Gen 10:5 Von ihnen zweigten sich die Inselvölker ab nach ihren Ländern, Sprachen, Stämmen und Völkerschaften. Gen 10:6 Die Söhne Hams sind Kusch, Ägypten, Put und Kanaan. Gen 10:7 Die Söhne von Kusch sind Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha, und die Söhne Ragmas sind Saba und Dedan. Gen 10:8 Kusch zeugte Nimrod; dieser wurde der erste Machthaber auf der Erde. Gen 10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Deshalb pflegt man zu sagen: "Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod". Gen 10:10 Seine Herrschaft erstreckte sich anfangs auf Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar. Gen 10:11 Von diesem Land zog er nach Assur aus und erbaute Ninive, Rehobot-Ir, Kelach Gen 10:12 sowie Resen, zwischen Ninive und Kelach, das ist die große Stadt. Gen 10:13 Ägypten zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naftuhiter, Gen 10:14 die Patrositer und die Kasluhiter, von denen die Philister abstammen, ferner die Kaftoriter. Gen 10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het, Gen 10:16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter, Gen 10:17 die Hiwiter, die Arkiter, die Siniter, Gen 10:18 die Arwaditer, die Zemariter und die Hamatiter. Als sich die Stämme der Kanaaniter weiter ausgebreitet hatten, Gen 10:19 reichte das Gebiet der Kanaaniter von Sidon, wenn man über Gerar kommt, bis Gaza, wenn man über Sodom, Gomorra, Adma und Zebojim kommt, bis Lescha. Gen 10:20 Das waren die Söhne Hams nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:21 Auch Sem, dem älteren Bruder Jafets, wurden Kinder geboren. Er ist der Stammvater aller Söhne Ebers. Gen 10:22 Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. Gen 10:23 Die Söhne Arams sind Uz, Hul, Geter und Masch. Gen 10:24 Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber. Gen 10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg (Teilung), denn zu seiner Zeit wurde das Land geteilt, und sein Bruder hieß Joktan. Gen 10:26 Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach, Gen 10:27 Hadoram, Usal, Dikla, Gen 10:28 Obal, Abimaël, Scheba, Gen 10:29 Ofir, Hawila und Jobab. Das alles sind Söhne Joktans. Gen 10:30 Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich von Mescha, wenn man über Sefar kommt, bis ans Ostgebirge. Gen 10:31 Das waren die Söhne Sems nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:32 Das waren die Stämme der Söhne Noachs nach ihre Völkerschaften in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der Flut die Völker der Erde ab. Gen 11:1 Das ganze Land sprach damals nur ein einzige Sprache und gebrauchte die gleichen Worte. Gen 11:2 Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. Gen 11:3 Eines Tages sagten sie zueinander: "Auf! Wir wollen Ziegeln formen und sie hart brennen!" Die Ziegel dienten ihnen als Bausteine, das Erdpech als Mörtel. Gen 11:4 Dann sagten sie: "Auf! Wir wollen uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht. Laßt uns ein Denkmal bauen, damit wir uns nicht über die ganze Erde hin zerstreuen!" Gen 11:5 Da stieg der Herr herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, an denen die Menschen bauten. Gen 11:6 Und der Herr sagte: "Seht, ein einziges Volk sind sie und sprechen die gleiche Sprache - und das ist erst der Anfang ihres Tuns! Gen 11:7 Fortan wird für sie nichts unausführbar sein, was immer sie sich vornehmen. So wollen wir denn jetzt hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, daß keiner mehr des anderen Sprache versteht!" Gen 11:8 Und der Herr zerstreute sie von dort über die ganze Erde. So mußten sie vom Ausbau der Stadt abstehen. Gen 11:9 Darum nannte man sie Babel; denn dort hat der Herr die Sprache des ganzen Landes verwirrt, und von dort hat der Herr sie über die ganze Erde zerstreut. - Gen 11:10 Dies sind die Nachkommen Sems: Sem zeugte im Alter von 100 Jahren Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. Gen 11:11 Nach der Geburt Arpachschads lebte Sem noch 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:12 Arpachschad zeugte mit 35 Jahren Schelach. Gen 11:13 Nach der Geburt Schelachs lebte Arpachschad noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:14 Schelach zeugte mit 30 Jahren Eber. Gen 11:15 Nach der Geburt Ebers lebte Schelach noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:16 Eber war 34 Jahre alt, da zeugte er Peleg. Gen 11:17 Nach der Geburt Pelegs lebte Eber noch 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:18 Peleg war 30 Jahre alt, da zeugte er Regu. Gen 11:19 Nach der Geburt Regus lebte Peleg noch 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:20 Regu war 32 Jahre alt, da zeugte er Serug. Gen 11:21 Nach der Geburt Serugs lebte Regu noch 217 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:22 Serug war 30 Jahre alt, da zeugte er Nahor. Gen 11:23 Nach der Geburt Nahors lebte Serug noch 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:24 Nahor war 29 Jahre alt, da zeugte er Terach. Gen 11:25 Nach der Geburt Terachs lebte Nahor noch 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:26 Terach war siebzig Jahre alt, da zeugte er Abram, Nahor und Haran. Gen 11:27 Das sind die Nachkommen Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran; Haran zeugte Lot. Gen 11:28 Haran starb noch zu Lebzeiten seines Vaters Terach in seiner Heimat Ur in Chaldäa. Gen 11:29 Abram und Nahor aber heirateten: Abrams Frau hieß Sarai und Nahors Frau hieß Milka; diese war die Tochter Harans, des Vaters von Milka und Jiska. Gen 11:30 Sarai aber war unfruchtbar; es wurde ihr kein Kind zuteil. - Gen 11:31 Terach nahm seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und wanderte mit ihnen aus Ur in Chaldäa aus, um nach Kanaan zu ziehen. Als sie bis Haran gelangt waren, ließen sie sich daselbst nieder. Gen 11:32 Die Lebenszeit Terachs betrug 205 Jahre; dann starb Terach in Haran. Gen 12:1 Eines Tages sprach der Herr zu Abram: Zieh fort aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und vom Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Gen 12:2 Denn ich will dich zu einem großen Volk werden lassen, dich segnen und deinen Namen berühmt machen. - Segen sollst du verbreiten. Gen 12:3 Ich will segnen, die dich segnen, und will verfluchen, die dir fluchen! In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!" Gen 12:4 So zog denn Abram fort, wie ihm der Herr befohlen hatte, und mit ihm zog Lot. Abram war 75 Jahre als, als er von Haran fortzog. Gen 12:5 Abram nahm seine Frau Sarai, seinen Neffen Lot und all ihre Habe mit, die sie besaßen, und so zogen sie fort, um nach Kanaan zu wandern. Als sie nach Kanaan gekommen waren, Gen 12:6 durchzog Abram das Land bis zum Heiligtum von Sichem, bis zur Terebinthe. - Die Kanaaniter wohnten damals im Land. Gen 12:7 Der Herr erschien dem Abram und sagte: "Dieses Land will ich deinen Nachkommen schenken." - Da erbaute er dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar. Gen 12:8 Hierauf zog er von dort weiter ins Gebirge östlich von Bet-El und schlug sein Zelt zwischen Bet-El im Westen und Ai im Osten auf; daselbst erbaute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Gen 12:9 Dann brach Abram auf und zog weiter, dem Südland zu. Gen 12:10 Als aber eine Hungersnot im Land ausbrach, zog Abram nach Ägypten, um sich dort eine Zeitlang aufzuhalten; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land. Gen 12:11 Als er sich Ägypten näherte, sagte er zu seiner Frau Sarai: "Ich weiß sehr wohl, daß du eine schöne Frau bist. Gen 12:12 Wenn dich nun die Ägypter sehen, werden sie denken:>Das ist seine Frau!< und werden mich umbringen, dich aber am Leben lassen. Gen 12:13 Sage einfach, du seist meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut geht und ich deinetwegen am Leben bleibe!" Gen 12:14 Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß die Frau sehr schön war. Gen 12:15 Auch die Hofleute des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao. Da wurde die Frau in den Palast des Pharao geholt. Gen 12:16 Dem Abram tat er aber um ihretwillen Gutes; er erhielt Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele. Gen 12:17 Doch der Herr schlug den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen wegen Sarai, der Frau Abrams. Gen 12:18 Da ließ der Pharao den Abram rufen und fragte: "Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir verhehlt, daß sie deine Frau ist? Gen 12:19 Warum hast du gesagt: Sie ist meine Schwester, so daß ich sie mir zur Frau nahm? Nun gut, hier hast du deine Frau; nimm sie und geh!" Gen 12:20 Dann entbot der Pharao seinetwegen Leute, die ihn mit seiner Frau und all seiner Habe fortbrachten. Gen 13:1 Abram zog mit seiner Frau und all seiner Habe aus Ägypten zurück ins Südland; auch Lot war bei ihm. Gen 13:2 Abram war inzwischen an Vieh, Silber und Gold sehr reich geworden. Gen 13:3 Aus dem Südland zog er von Ort zu Ort bis nach Bet-El, zwischen Bet-El und Ai, wo vordem sein Zelt gestanden hatte, Gen 13:4 und wo der Altar war, den er dort früher errichtet hatte. Hier rief Abram den Namen des Herrn an. Gen 13:5 Auch Lot, der mit Abram zog, besaß Schafe, Rinder und Zelte. Gen 13:6 So reichte für sie das Land nicht aus zum Beieinanderbleiben; denn ihre Herden waren zu groß, als daß sie hätten beieinander bleiben können. Gen 13:7 Es entstand Streit zwischen den Viehhirten Abrams und Lots. - Dazu waren damals noch die Kanaaniter und Perisiter im Land ansässig. Gen 13:8 So sagte Abram zu Lot: "Es soll keine Zwietracht geben zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten. Wir sind ja Brüder! Gen 13:9 Steht dir nicht das ganze Land offen? Trenne dich lieber von mir! Willst du nach links, so gehe ich rechts; willst du nach rechts, so gehe ich links." Gen 13:10 Lot erhob nun seine Augen und sah, daß die ganze Gegend am Jordan - der Herr hatte nämlich Sodom und Gomorra noch nicht zerstört - wohlbewässert war wie der Garten des Herrn, wie Ägypten, bis nach Zoar hin. Gen 13:11 Da wählte sich Lot die ganze Jordangegend aus. Dann brach Lot nach Osten auf, und sie trennten sich voneinander. Gen 13:12 Abram blieb in Kanaan wohnen. Lot dagegen ließ sich in den Ortschaften am Jordan nieder und schlug seine Zelte bis nach Sodom hin auf. Gen 13:13 Die Männer Sodoms aber waren böse und versündigten sich sehr gegen den Herrn. Gen 13:14 Der Herr aber sagte zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: "Erhebe deine Augen und schaue von dem Ort, wo du stehst, nach Norden, Süden, Osten und Westen! Gen 13:15 Denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deiner Nachkommenschaft für immer zu eigen geben. Gen 13:16 Ich will deine Nachkommenschaft zahlreich werden lassen wie den Staub der Erde. Nur wenn jemand imstande wäre, den Staub der Erde zu zählen, erst dann könnte auch deine Nachkommenschaft gezählt werden. Gen 13:17 Mache dich auf und durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite! Denn dir will ich es zu eigen geben." Gen 13:18 Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und ließ sich in der Folge bei den Terebinthen Mamres bei Hebron nieder. Hier baute er dem Herrn einen Altar. Gen 14:1 Zur Zeit Amrafels, des Königs von Schinar, Arjoch, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomer, des Königs von Elam und Tidal, des Königs der Völker, Gen 14:2 begab es sich, daß diese mit Bera, dem König von Sodom, Birscha, dem König von Gomorra, Schinab, dem König von Adma, Schemeber, dem König von Zebojim und mit dem König von Bela, das jetzt Zoar heißt, Krieg führten. Gen 14:3 Sie alle zogen vereint in das Siddimtal, wo das Salzmeer ist. Gen 14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedor-Laomer untertan gewesen, aber im dreizehnten Jahr fielen sie ab. Gen 14:5 Im vierzehnten Jahr kamen deshalb Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm verbündet waren, und schlugen die Rafaïter in Aschterot-Karnajim, die Susiter in Ham, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim Gen 14:6 und die Horiter im Bergland von Seïr bis nach El-Paran, das am Rand der Wüste liegt. Gen 14:7 Hierauf machten sie kehrt und kamen nach En-Mischpat, das jetzt Kadesch heißt, und schlugen das ganze Land der Amalekiter sowie die Amoriter, die in Hazezon-Tamar wohnten. Gen 14:8 Nun zogen der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adma, der König von Zebojim und der König von Bela, das jetzt Zoar heißt, aus und stellten sich im Siddimtal zur Schlacht gegen sie auf, Gen 14:9 gegen Kedor-Laomer, König von Elam, Tidal, König der Völker, Amrafel, König von Schinar, und Arjoch, König von Ellasar: vier Könige gegen fünf. Gen 14:10 Im Siddimtal war eine Erdpechgrube neben der anderen. Als nun die Könige von Sodom und Gomorra in die Flucht geschlagen waren, gerieten sie da hinein; die übrigen flohen ins Gebirge. Gen 14:11 Da nahmen jene die gesamte Habe von Sodom und Gomorra und deren ganzen Mundvorrat mit sich und zogen von dannen. Gen 14:12 Auch Lot, den Neffen Abrams, und seine Habe nahmen sie mit und zogen ab; der hatte sich nämlich in Sodom niedergelassen. Gen 14:13 Es kam nun einer, der entronnen war, und berichtete es Abram, dem Hebräer. Dieser wohnte damals bei den Terebinthen des Amoriters Mamre, des Bruders Eschkols und Aners, die mit Abram verbündet waren. Gen 14:14 Als nun Abram hörte, daß sein Verwandter gefangen weggeführt worden sei, ließ er seine erprobten hausgeborenen Leute - 318 Mann - ausrücken und jagte jenen bis Dan nach. Gen 14:15 Des Nachts teilte er seine Leute, fiel mit seinen Knechten über sie her, schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. So holte er alle Habe zurück. Gen 14:16 Auch seinen Bruder Lot brachte er zurück; ebenso die Frauen und die übrigen Leute. Gen 14:17 Als er nach dem Sieg über Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten Könige zurückkehrte, zog ihm der König von Sodom in das Tal Schawe entgegen, das ist das Königstal. Gen 14:18 Und Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei - er war nämlich ein Priester des höchsten Gottes - Gen 14:19 und segnete ihn mit den Worten: "Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde! Gen 14:20 Gepriesen sei der höchste Gott, der dir deine Feinde in die Hand geliefert hat!" - Abram gab ihm den Zehnten von allem. Gen 14:21 Der König von Sodom aber sagte zu Abram: "Gib mir nur die Leute wieder! Die Habe behalte für dich!" Gen 14:22 Doch Abram antwortete dem König von Sodom: "Zum Herrn, dem höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, erhebe ich meine Hand: Gen 14:23 Keinen Faden, keinen Schuhriemen, nichts von allem, was dir gehört, nehme ich an. Du sollst nicht sagen können: Ich habe Abram reich gemacht. Gen 14:24 Ich will nichts außer dem, was die Knechte verzehrt haben, und dem Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind: Aner, Eschkol und Mamre. Sie mögen ihren Anteil nehmen!" Gen 15:1 Nach diesen Ereignissen erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesicht also: "Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild; dein Lohn soll sehr groß sein." Gen 15:2 Abram antwortete: "Mein Herr! Herr, was kannst du mir geben, da ich kinderlos dahinleben muß und der Damaszener Eliëser Besitzer meines Vermögens wird?" Gen 15:3 Und Abram fuhr fort: "Mir hast du ja keine Nachkommenschaft gegeben, und so wird mein hausgeborener Knecht mich beerben." Gen 15:4 Da erging das Wort des Herrn an ihn also: "Nicht dieser wird dein Erbe sein, sondern ein leiblicher Sohn wird dich beerben." Gen 15:5 Und nachdem er ihn ins Freie hinausgeführt hatte, sprach er: "Blicke empor zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!" Dann fuhr er fort: "So zahlreich soll deine Nachkommenschaft sein." Gen 15:6 Abram glaubte dem Herrn, und dieser rechnete es ihm als Verdienst an. Gen 15:7 Nun sprach er zu ihm: "Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zum Besitz zu geben." Gen 15:8 Er antwortete: "Herr, Gott, woran kann ich erkennen, daß ich es besitzen werde?" Gen 15:9 Der Herr befahl ihm: "Bringe mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine junge Taube!" Gen 15:10 Er holte ihm alle diese Tiere, teilte sie in der Mitte und legte eine Hälfte der anderen gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. Gen 15:11 Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke nieder; Abram aber verscheuchte sie. Gen 15:12 Als nun die Sonne unterging, überkam Abram ein tiefer Schlaf; zugleich überfielen ihn Schrecken und große Finsternis. Gen 15:13 Da sagte der Herr zu Abram: "Du sollst wissen, daß deine Nachkommen in einem fremden Land weilen werden, das ihnen nicht gehört. Sie werden anderen dienen müssen, die sie 400 Jahre lang bedrücken. Gen 15:14 Doch das Volk, dem sie hörig sind, werde ich zur Rechenschaft ziehen. Danach werden sie mit reicher Habe auswandern. Gen 15:15 Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in hohem Alter begraben werden. Gen 15:16 Im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren; denn das Maß der Amoriter ist noch nicht voll." Gen 15:17 Als die Sonne untergegangen und tiefe Dunkelheit eingetreten war, fuhr plötzlich ein rauchender Ofen und eine brennende Fackel zwischen jenen Opferstücken hindurch. Gen 15:18 Damals schloß der Herr mit Abram einen Bund und versprach: "Deiner Nachkommenschaft gebe ich dieses Land vom Fluß Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat, Gen 15:19 das Land der Keniter, der Kenasiter, der Kadmoniter, Gen 15:20 der Hetiter, der Perisiter, der Rafaïter, Gen 15:21 der Amoriter, der Kanaaniter, der Girgaschiter, der Hiwiter und der Jebusiter." Gen 16:1 Sarai, die Frau Abrams, hatte ihm keine Kinder geschenkt; sie hatte aber eine ägyptische Magd, die Hagar hieß. Gen 16:2 Da sagte Sarai zu Abram: "Du weißt, der Herr hat mir Kinder versagt. Geh doch hin zu meiner Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu Kindern." Abram folgte dem Vorschlag Sarais. Gen 16:3 Sarai, Abrams Frau, nahm ihre ägyptische Magd Hagar - Abram lebte schon zehn Jahre in Kanaan - und gab sie ihrem Mann Abram zur Frau. Gen 16:4 Er heiratete Hagar, und sie wurde guter Hoffnung. Als sie aber merkte, daß sie Mutter war, sah sie auf ihre Herrin geringschätzig herab. Gen 16:5 Da sagte Sarai zu Abram: "An der Kränkung, die mir zugefügt wird, trägst du die Schuld. Ich selbst habe meine Magd in deinen Schoß gegeben. Jetzt aber, wo sie merkt, daß sie guter Hoffnung ist, sieht sie geringschätzig auf mich herab. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir!" Gen 16:6 Abram antwortete Sarai: "Deine Magd steht ja in deiner Gewalt; tu mit ihr, was dich gut dünkt!" Nun behandelte Sarai sie hart, so daß sie ihr entfloh. Gen 16:7 Der Engel des Herrn fand sie an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Weg nach Schur. Gen 16:8 Er fragte sie: "Hagar, Magd der Sarai, woher kommst du, und wohin gehst du?" Sie antwortete: "Ich bin auf der Flucht vor meiner Herrin Sarai." Gen 16:9 Der Engel des Herrn sagte zu ihr: "Kehre heim zu deiner Herrin und unterwirf dich ihrer Gewalt!" Gen 16:10 Und weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Ich will deine Nachkommenschaft so zahlreich machen, daß sie vor Menge nicht gezählt werden kann." Gen 16:11 Ferner sagte der Engel des Herrn zu ihr: "Du bist ja jetzt guter Hoffnung und wirst einen Sohn gebären, dem du den Namen Ismael(= Gott hört) geben sollst; denn der Herr hat auf deinen Notschrei gehört. Gen 16:12 Er wird ein Mensch sein, der dem Wildesel gleicht. Seine Hand wird gegen alle und die Hand aller gegen ihn sein. Trotzig wird er in der Nähe aller seiner Brüder wohnen." Gen 16:13 Da nannte sie den Herrn, der mit ihr geredet hatte, El-Roï (Du bist ein Gott des Schauens); "denn," sagte sie, "ich habe wirklich den gesehen, der nach mir schaute". Gen 16:14 Darum nennt man den Brunnen Beer-Lahai-Roï (Brunnen des Lebendigen, der da schaute). Er liegt, wie bekannt, zwischen Kadesch und Bered. Gen 16:15 Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar schenkte, Ismael. Gen 16:16 Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram Ismael gebar. Gen 17:1 Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien der Herr dem Abram und sagte zu ihm: "Ich bin der Allmächtige. Wandle vor mir und sei vollkommen! Gen 17:2 Ich schließe einen Bund zwischen mir und dir: Ich werde dir überaus zahlreiche Nachkommenschaft geben." Gen 17:3 Da warf sich Abram auf sein Angesicht nieder, und Gott redete mit ihm also: Gen 17:4 "Ja, ich schließe einen Bund mit dir: Du sollst der Stammvater gar vieler Völker werden. Gen 17:5 Darum sollst du fortan nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham sei dein Name; denn zum Stammvater gar vieler Völker bestimme ich dich. Gen 17:6 Ja, ich will deine Nachkommenschaft überaus zahlreich werden lassen. Völker sollen von dir abstammen und Könige von dir ihre Herkunft ableiten. Gen 17:7 Ich schließe einen ewigen Bund zwischen mir und dir und deiner Nachkommenschaft, Geschlecht auf Geschlecht: Dein Gott will ich sein und der Gott deiner Nachkommen. Gen 17:8 Dir und deiner Nachkommenschaft will ich das Land, in dem du jetzt als Fremdling weilst, ganz Kanaan, als ewiges Besitztum geben. Und ich will ihr Gott sein." Gen 17:9 Und Gott sprach weiter zu Abraham: "So haltet meinen Bund, du und deine Nachkommenschaft in allen Geschlechtern! Gen 17:10 Das ist mein Bund, den ihr wahren sollt, zwischen mir und euch samt euren Nachkommen: Alles Männliche soll bei euch beschnitten werden. Gen 17:11 Die Beschneidung soll an eurer Vorhaut vorgenommen werden. Dies sei das Bundeszeichen zwischen mir und euch. Gen 17:12 Im Alter von acht Tagen soll jedes Knäblein beschnitten werden, Geschlecht für Geschlecht; auch der hausgeborene Knecht sowie der von irgendeinem Fremden für Geld angekaufte Sklave, der nicht deines Stammes ist! Gen 17:13 Beschnitten soll werden sowohl der in deinem Haus geborene Knecht als auch der von dir um Geld erkaufte Sklave. So soll mein Bund ewig eurem Fleisch eingeprägt sein. Gen 17:14 Ein unbeschnittener Mann soll aus der Mitte seiner Volkgenossen ausgerottet werden; er hat den Bund mit mir gebrochen. Gen 17:15 Ferner sagte Gott zu Abraham: "Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein! Gen 17:16 Denn ich will sie segnen und dir von ihr einen Sohn schenken. Ja, ich will sie segnen: Völker sollen von ihr abstammen und Völkerkönige von ihr ihre Herkunft ableiten." Gen 17:17 Da warf sich Abraham auf sein Angesicht nieder und lachte, denn er dachte bei sich: "Kann einem Hundertjährigen noch ein Sohn geboren werden, oder sollte Sara, die Neunzigjährige, noch Mutter werden können?" Gen 17:18 Darum sagte Abraham zu Gott: "Möchte nur Ismael, wenn es dir gefällt, am Leben bleiben!" Gen 17:19 Gott aber antwortete: "Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären; den sollst du Isaak nennen! Mit ihm schließe ich einen ewigen Bund, der auch für seine Nachkommen gilt. Gen 17:20 Aber auch hinsichtlich Ismaels habe ich dich erhört: Ich segne auch ihn und lasse ihn fruchtbar werden und schenke ihm überaus zahlreiche Nachkommen. Zwölf Fürsten wird er zu Nachkommen haben, und zum Stammvater eines großes Volkes will ich ihn machen. Gen 17:21 Meinen Bund jedoch will ich nur mit Isaak schließen, den dir im folgenden Jahr um diese Zeit Sara gebären wird." Gen 17:22 Als Gott seine Rede mit ihm beendet hatte, fuhr er vor Abraham empor. Gen 17:23 Darauf nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle in seinem Haus Geborenen sowie alle für Geld von ihm Erkauften, alle männlichen Personen im Haus Abrahams, und beschnitt an ebendiesem Tag ihre Vorhaut, wie Gott ihm geboten hatte. Gen 17:24 Abraham aber war 99 Jahre alt, als seine Vorhaut beschnitten wurde. Gen 17:25 Sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als seine Vorhaut beschnitten wurde. Gen 17:26 An ein und demselben Tag wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten, Gen 17:27 und mit ihm wurden alle männlichen Personen in seinem Haus beschnitten, sowohl die im Haus Geborenen als die mit Geld von Fremden Angekauften. Gen 18:1 Eines Tages erschien ihm der Herr bei den Terebinthen Mamres, während er um die heiße Zeit des Tages am Zelteingang saß. Gen 18:2 Als er nämlich seine Augen erhob und um sich blickte, standen drei Männer vor ihm. Kaum hatte er sie bemerkt, lief er ihnen vom Zelteingang entgegen, verneigte sich bis zum Boden Gen 18:3 und sagte: "O Herr, finde ich in deinen Augen Gnade, so gehe doch nicht bei deinem Knecht vorüber. Gen 18:4 Es darf doch, bitte, ein wenig Wasser gebracht werden, daß ihr euch die Füße waschen könnt. Dann laßt euch unter dem Baum nieder! Gen 18:5 Ich will euch auch etwas zu essen holen, damit ihr euch stärkt. Danach mögt ihr weiterziehen. Denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorübergekommen." Und sie sprachen: "Tue, wie du gesagt hast!" Gen 18:6 Da eilte Abraham zu Sara ins Zelt und sagte: "Nimm schnell drei Maß Mehl, Feinmehl, knete es und backe Kuchen!" Gen 18:7 Dann eilte Abraham zu den Rindern, nahm ein zartes, fettes Kalb und übergab es dem Knecht, und dieser beeilte sich, es zuzubereiten. Gen 18:8 Dann holte er Butter und Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er selbst aber bediente sie unter dem Baum, während sie aßen. Gen 18:9 Sie fragten ihn nun: Wo ist deine Frau Sara?" Er antwortete: "Hier im Zelt." Gen 18:10 Da sagte der Herr: "Übers Jahr um diese Zeit kehre ich zu dir zurück. Dann wird Sara, deine Frau, einen Sohn haben." - Sara horchte aber am Zelteingang, der hinter seinem Rücken war. Gen 18:11 Da nun Abraham und Sara alt und hochbetagt waren und es Sara nicht mehr erging, wie es den Frauen ergeht, Gen 18:12 lachte Sara in sich hinein; denn sie dachte: "Nachdem ich verblüht bin, soll ich noch an Liebe denken? - Mein Herr ist gleichfalls alt!" Gen 18:13 Doch der Herr sagte zu Abraham: "Warum lacht denn Sara und denkt dabei: Sollte ich wirklich noch Mutter werden können, nachdem ich alt geworden? Gen 18:14 Ist etwa für den Herrn irgend etwas unmöglich? Übers Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir. Dann wird Sara einen Sohn haben." Gen 18:15 Da leugnete Sara und sagte: "Ich habe nicht gelacht." - Denn sie fürchtete sich. Er aber entgegnete: "Doch, du hast gelacht." Gen 18:16 Nun brachen die Männer von dort auf und wandten sich gen Sodom. Abraham ging mit ihnen, um ihnen das Geleit zu geben. Gen 18:17 Da dachte der Herr: "Soll ich vor Abraham geheimhalten, was ich zu tun vorhabe? Gen 18:18 Abraham soll doch zu einem großen und mächtigen Volk werden, und in ihm sollen alle Völker der Erde gesegnet sein. Gen 18:19 Denn ich habe ihn erkannt, auf daß er seinen Kindern und seiner Nachkommenschaft gebietet, den Weg des Herrn einzuhalten durch Übung von Gerechtigkeit und Recht, damit der Herr an Abraham in Erfüllung gehen lasse, was er ihm verheißen hat." Gen 18:20 So sprach denn der Herr: "Die Klage über Sodom und Gomorra ist gar groß geworden und ihre Sünde sehr schwer. Gen 18:21 Darum will ich hinabgehen und zusehen, ob sie so gehandelt haben, wie die Klage, die zu mir gedrungen ist, von ihnen meldet oder nicht. Ich will es wissen." Gen 18:22 Hierauf wandten sich die anderen Männer von dort gen Sodom, während Abraham noch vor dem Herrn stehenblieb. Gen 18:23 Da trat Abraham näher heran und sagte: "Willst du wirklich den Gerechten zugleich mit dem Gottlosen umkommen lassen? Gen 18:24 Vielleicht gibt es in der Stadt fünfzig Gerechte. Willst du sie wirklich mitvertilgen oder nicht lieber den Ort verschonen um der fünfzig Gerechten willen, die darin sind? Gen 18:25 Es liege dir fern, so zu handeln, daß du den Gerechten mit dem Gottlosen wegraffst und es dem Gerechten ebenso ergeht wie dem Gottlosen! Das liege dir fern! Sollte der Richter der ganzen Welt nicht Gerechtigkeit üben?" Gen 18:26 Da antwortete der Herr: "Fände ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt, so wollte ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben." Gen 18:27 Abraham begann von neuem und sprach: "Ich habe mich nun einmal unterfangen, zum Herrn zu reden, obwohl ich nur Staub und Asche bin. Gen 18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten noch fünf. Willst du wegen dieser fünf die ganze Stadt zerstören?" Er antwortete: "Ich will sie nicht zerstören, wenn ich dort fünfundvierzig finde." Gen 18:29 Darauf redete er abermals mit ihm und sagte: "Vielleicht finden sich dort nur vierzig." Jener erwiderte: "Auch um der vierzig willen, tue ich es nicht." Gen 18:30 Da sagte er: "Ach, zürne nicht, Herr, wenn ich nochmals rede! Vielleicht finden sich nur dreißig dort." Er entgegnete: "Ich will es auch nicht tun, wenn ich dort dreißig finde." Gen 18:31 Da sagte er: "Ich habe mich nun einmal unterfangen, zum Herrn zu sprechen! Vielleicht finden sich nur zwanzig dort." Er antwortete: "Ich werde sie auch um der zwanzig willen nicht vernichten." Gen 18:32 Nun sagte er: "Ach zürne nicht, Herr, wenn ich nur noch dies eine Mal rede! Vielleicht finden sich dort nur zehn." Er erwiderte: "Ich werde sie auch um der zehn willen nicht vernichten." Gen 18:33 Hierauf ging der Herr sogleich nach Beendigung des Gesprächs mit Abraham weg. Abraham aber kehrte nach Hause zurück. Gen 19:1 Als die beiden Engel am Abend nach Sodom kamen, saß Lot gerade im Tor von Sodom. Sobald Lot sie erblickte, erhob er sich vor ihnen, verneigte sich bis auf den Boden Gen 19:2 und sagte: "Ich bitte euch, meine Herren, kehrt doch zum Übernachten in das Haus eures Knechtes ein und wascht euch die Füße! Morgen früh mögt ihr dann aufbrechen und eures Weges ziehen!" Sie aber entgegneten: "Nein, wir wollen im Freien übernachten." Gen 19:3 Doch er nötigte sie dringend, bis sie bei ihm einkehrten und in sein Haus kamen. Nun bereitete er ihnen ein Mahl und ließ ungesäuerte Kuchen backen, und sie aßen. Gen 19:4 Noch hatten sie sich aber nicht schlafen gelegt, als die Männer der Stadt Sodom das Haus umringten, jung und alt, die ganze Bevölkerung bis auf den letzten Mann. Gen 19:5 Sie riefen Lot und sagten zu ihm: "Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bringe sie zu uns heraus, damit wir sie erkennen!" Gen 19:6 Da ging Lot zu ihnen hinaus vor die Tür, schloß aber die Tür hinter sich zu Gen 19:7 und sagte: "Liebe Brüder, begeht doch keinen solchen Frevel! Gen 19:8 Hört, ich habe noch zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben! Die will ich zu euch herausbringen. Tut mit ihnen, was euch beliebt! Doch diesen Männern dürft ihr nichts tun; denn sie haben sich in den Schatten meines Daches begeben!" Gen 19:9 Doch sie schrien: "Pack dich weg!" Und sie sagten: "Der ist doch nur als Fremdling hierhergekommen und will nun den Herrn spielen! Jetzt wollen wir dir noch Schlimmeres antun als jenen!" Und sie drangen ungestüm auf den Mann, auf Lot, ein und kamen immer näher, um die Tür zu erbrechen. Gen 19:10 Da streckten jene Männer ihre Hand hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus und verschlossen die Tür. Gen 19:11 Die Leute vor der Haustür, klein und groß, schlugen sie mit Blindheit, so daß sie sich vergeblich bemühten, den Eingang zu finden. Gen 19:12 Hierauf sagten die Männer zu Lot: "Wenn du sonst noch jemand hier hast, einen Schwiegersohn, deine Söhne und Töchter, und wer sonst noch in der Stadt dir angehört, den führe weg von diesem Ort! Gen 19:13 Denn wir werden diese Stätte zerstören, weil über sie schwere Klage vor dem Herrn laut geworden ist. Darum sandte uns der Herr, sie zu verderben." Gen 19:14 Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die Töchter von ihm geheiratet hatten, und sagte: "Auf, zieht weg von diesem Ort, denn der Herr will diese Stadt vertilgen!" Aber seine Schwiegersöhne dachten, er treibe nur Scherz mit ihnen. Gen 19:15 Als die Morgenröte anbrach, drängten die Engel Lot zur Eile mit den Worten: "Auf! Nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die noch daheim sind, damit nicht auch du wegen der Sündhaftigkeit der Stadt hinweggerafft wirst!" Gen 19:16 Als er immer noch zögerte, faßten die Männer ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand. Denn der Herr wollte ihn verschonen. Sie führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. Gen 19:17 Während sie sie hinausführten, sagte der eine: "Rette dich, es gilt dein Leben! Schau dich nicht um und bleibe nirgends in der Jordanebene stehen! Fliehe ins Gebirge, damit du nicht auch ums Leben kommst!" Gen 19:18 Lot antwortete ihnen: "Ach nein, Herr! Gen 19:19 Gewiß, dein Knecht hat Gnade gefunden in deinen Augen, und du erweist mir große Barmherzigkeit, daß du mich am Leben erhältst; aber ins Gebirge darf ich nicht fliehen. Wie leicht könnte mich dabei das Verderben ereilen, so daß ich doch sterben müßte! Gen 19:20 Siehe, die Stadt dort ist nahe genug, um mich dahin flüchten zu können. Auch ist sie nur klein. Dorthin möchte ich mich flüchten. Sie ist klein. So bliebe ich am Leben." Gen 19:21 Er antwortete ihm: "Nun wohl, auch in diesem Punkt will ich auf dich Rücksicht nehmen, daß ich die Stadt, von der du sprichst, nicht zerstöre. Gen 19:22 Flüchte dich eilends dorthin; denn ich kann nichts tun, bevor du dort angelangt bist!" - Darum nannte man die Stadt Zoar (die Kleine). Gen 19:23 Die Sonne ging gerade auf, als Lot nach Zoar kam. Gen 19:24 Nun ließ der Herr auf Sodom und Gomorra vom Herrn her, vom Himmel herab, Schwefel und Feuer regnen. Gen 19:25 So vernichtete er diese Städte, die ganze Gegend samt allen Bewohnern der Städte und allem, was auf den Fluren wuchs. Gen 19:26 Als seine Frau sich hinter ihm umschaute, wurde sie zu einer Salzsäule. Gen 19:27 Früh am anderen Morgen begab sich Abraham an die Stätte, wo er vor dem Herrn gestanden hatte. Gen 19:28 Als er auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet hinabschaute, sah er, wie ein Qualm vom Land aufstieg gleich dem Qualm eines Schmelzofens. Gen 19:29 Gott gedachte also des Abraham, als Gott die Städte der Gegend vernichtete, und ließ Lot aus der Zerstörung entkommen, während er die Städte vertilgte, in denen Lot gewohnt hatte. Gen 19:30 Lot zog von Zoar weiter hinauf und ließ sich mit seinen Töchtern im Gebirge nieder; denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben. Er wohnte mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle. Gen 19:31 Da sagte die Ältere zu der Jüngeren: "Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann mehr im Land, der Umgang mit uns haben möchte, wie es in aller Welt Brauch ist. Gen 19:32 Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, damit wir durch unseren Vater Kinder bekommen!" Gen 19:33 Sie gaben nun ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken; dann ging die Ältere hin und legte sich zu ihrem Vater. Er aber merkte nicht, wie sie sich hinlegte, noch wie sie aufstand. Gen 19:34 Am anderen Morgen sagte die Ältere zu der Jüngeren: "Siehe, ich lag heute nacht bei meinem Vater. Wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben. Dann geh hinein und leg dich zu ihm, damit wir durch unseren Vater Kinder bekommen!" Gen 19:35 So gaben sie ihrem Vater auch in dieser Nacht Wein zu trinken. Dann ging die Jüngere hin und legte sich zu ihm. Er aber merkte nicht, wie sie sich hinlegte, noch wie sie aufstand. Gen 19:36 Also wurden die beiden Töchter Lots durch ihren Vater guter Hoffnung. Gen 19:37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab; er ist der Stammvater der heutigen Moabiter. Gen 19:38 Auch die Jüngere gebar einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi; er ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. Gen 20:1 Danach zog Abraham in das Gebiet des Südlandes und nahm seinen Aufenthalt zwischen Kadesch und Schur. Als er sich in Gerar aufhielt, Gen 20:2 stellte Abraham seine Frau Sara überall als seine Schwester vor. Abimelech, der König von Gerar, sandte nun hin und ließ Sara holen. Gen 20:3 Doch Gott kam des Nachts im Traum zu Abimelech und sprach: "Du mußt sterben wegen der Frau, die du dir hast holen lassen; sie ist ja eine Ehefrau!" Gen 20:4 Da Abimelech sich ihr noch nicht genaht hatte, antwortete er: "O Herr, du bringst doch nicht Unschuldige um! Gen 20:5 Hat er doch selbst zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester; und auch sie hat erklärt: Er ist mein Bruder. In der Unschuld meines Herzens und mit reinen Händen habe ich so gehandelt." Gen 20:6 Da sagte Gott weiter zu ihm im Traum: "Auch ich weiß, daß du in der Unschuld deines Herzens so gehandelt hast. Ich selber habe dich davor bewahrt, dich gegen mich zu versündigen. Darum habe ich es nicht zugelassen, daß du sie berührtest. Gen 20:7 So gib jetzt dem Mann seine Frau zurück, denn er ist ein Prophet! Er wird Fürbitte für dich einlegen, daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht zurück, so wisse, daß du sterben mußt samt allen, die dir angehören." Gen 20:8 Früh am anderen Morgen rief Abimelech alle seine Diener zusammen und teilte ihnen den ganzen Vorfall mit. Die Männer gerieten in große Furcht. Gen 20:9 Abimelech ließ Abraham rufen und sprach zu ihm: "Was hast du uns angetan? Worin habe ich mich gegen dich verfehlt, daß du so schwere Schuld über mich und mein Reich gebracht hast? Was nimmermehr geschehen durfte, hast du mir angetan." Gen 20:10 Und Abimelech fragte den Abraham: "Was hast du damit beabsichtigt, daß du so gehandelt hast?" Gen 20:11 Abraham antwortete: "Ich dachte: Wenn an diesem Ort keine Gottesfurcht herrscht, wird man mich um meiner Frau willen ums Leben bringen. Gen 20:12 Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter, und so konnte sie meine Frau werden. Gen 20:13 Als mich nun Gott aus meinem Vaterhaus ins Ungewisse hinausziehen hieß, sagte ich zu ihr: Das mußt du mir zuliebe tun: Überall, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder." Gen 20:14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und schenkte sie Abraham; auch seine Frau Sara gab er ihm zurück. Gen 20:15 Abimelech fügte bei: "Mein Land steht dir offen; bleibe, wo es dir gefällt!" Gen 20:16 Zu Sara sagte er: "Hier gebe ich deinem Bruder tausend Silberstücke. Das soll für dich eine Entschädigung in den Augen aller sein, die bei dir sind. Nun bist du in jeder Beziehung gerechtfertigt." Gen 20:17 Abraham legte bei Gott Fürbitte ein, und Gott heilte den Abimelech, seine Frau und seine Mägde, so daß sie wieder Kinder bekommen konnten. Gen 20:18 Denn der Herr hatte jeden Mutterschoß im Haus Abimelechs verschlossen wegen Sara, der Frau Abrahams. Gen 21:1 Der Herr suchte Sara heim, wie er verheißen hatte, und der Herr tat an ihr, wie er vorausgesagt hatte. Gen 21:2 Sara wurde guter Hoffnung und gebar dem Abraham in seinem Alter einen Sohn zu der Zeit, die Gott vorhergesagt hatte. Gen 21:3 Abraham gab seinem neugeborenen Sohn, den ihm Sara geschenkt hatte, den Namen Isaak. Gen 21:4 Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als dieser acht Tage alt war, wie ihm Gott befohlen hatte. Gen 21:5 Hundert Jahre war Abraham, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. Gen 21:6 Da sprach Sara: "Ein Lachen hat mir Gott bereitet. Jeder, der davon hört, wird um meinetwillen lachen." Gen 21:7 Weiter sagte sie: "Wer hätte je dem Abraham gesagt, daß Sara noch Kinder stillen würde? Und doch habe ich ihm in seinem Alter einen Sohn geboren." Gen 21:8 Der Knabe wuchs heran und wurde entwöhnt. Am Tag der Entwöhnung Isaaks veranstaltete Abraham ein großes Mahl. Gen 21:9 Als Sara den Sohn der Ägypterin Hagar, den diese dem Abraham geboren hatte, spielen sah, Gen 21:10 sagte sie zu Abraham: "Jage diese Magd mit ihrem Sohn fort! Denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit Isaak, meinem Sohn, erben!" Gen 21:11 Die Sache aber mißfiel Abraham seines Sohnes wegen sehr. Gen 21:12 Da sagte Gott zu Abraham: "Laß es dir um den Knaben und deine Magd nicht leid sein! Willfahre Sara in allem, was sie dir sagt! Denn nur die von Isaak abstammen, sollen als deine Nachkommen gelten. Gen 21:13 Doch auch den Sohn der Magd mache ich zu einem Volk, weil er dein Nachkomme ist." Gen 21:14 So nahm denn Abraham am anderen Morgen in der Frühe Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab dies der Hagar, indem er es ihr auf die Schulter legte. Auch den Knaben gab er ihr und schickte sie fort. Da ging sie weg und irrte in der Wüste von Beerscheba umher. Gen 21:15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende ging, legte sie den Knaben unter einem der Sträucher nieder, Gen 21:16 ging hin und setzte sich abseits, einen Bogenschuß weit entfernt; "denn," dachte sie, "ich kann das Sterben des Kindes nicht mit ansehen." So saß sie abseits und begann laut zu weinen. Gen 21:17 Gott aber hörte auf den Wehruf des Knaben, und der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her zu: "Was ist dir, Hagar? Verzage nicht! Denn Gott hat den Wehruf des Knaben da, wo er liegt, gehört. Gen 21:18 Geh, nimm den Knaben und halte ihn fest an der Hand! Fürwahr, ich will ihn zu einem großen Volk werden lassen!" Gen 21:19 Dann tat Gott ihr die Augen auf, daß sie einen Wasserquell erblickte. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. Gen 21:20 Und Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und nahm seinen Aufenthalt in der Wüste und wurde ein Meister im Bogenschießen. Gen 21:21 Er ließ sich in der Wüste Paran nieder. Seine Mutter nahm ihm eine Frau aus Ägypten. Gen 21:22 In jener Zeit sagte Abimelech in Gegenwart seines Heerführers Pichol zu Abraham: "Gott ist mit dir in allem, was du tust. Gen 21:23 Darum schwöre mir hier bei Gott, daß du weder an mir, noch an meiner gesamten Nachkommenschaft treulos handeln wirst! Wie ich dir Freundschaft erwiesen habe, so sollst du sie auch mir erweisen und dem Land, in dem du dich als Gast aufhältst." Gen 21:24 Abraham antwortete: "Ja, ich will den Schwur leisten." Gen 21:25 Abraham aber stellte den Abimelech zur Rede wegen des Brunnens, den die Knechte Abimelechs mit Gewalt weggenommen hatten. Gen 21:26 Abimelech erwiderte: "Ich weiß nicht, wer dies getan hat. Du hast mir nichts davon gesagt, noch habe ich bis heute etwas davon gehört." Gen 21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie schlossen einen Vertrag miteinander. Gen 21:28 Als Abraham sieben Lämmer abgesondert hinstellte, Gen 21:29 fragte Abimelech den Abraham: "Was sollen diese sieben Lämmer bedeuten, die du abgesondert hinstellst?" Gen 21:30 Er antwortete: "Die sieben Lämmer mußt du von mir annehmen; denn die Gabe soll mir zum Zeugnis dienen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe." Gen 21:31 Darum nannte man diesen Ort Beerscheba, weil sie dort einander geschworen haben. Gen 21:32 So schlossen sie einen Vertrag in Beerscheba. Dann brachen Abimelech und sein Heerführer Pichol auf und kehrten ins Philisterland zurück. Gen 21:33 Abraham aber pflanzte eine Tamariske zu Beerscheba und rief daselbst den Namen des Herrn, des ewigen Gottes, an. Gen 21:34 Abraham hielt sich noch lange Zeit als Fremdling im Philisterland auf. Gen 22:1 Nach diesen Begebenheiten stellte Gott Abraham auf die Probe und sagte zu ihm: "Abraham!" - Der antwortete: "Hier bin ich." Gen 22:2 Er sprach: "Nimm Isaak, deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, und zieh in die Gegend von Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!" Gen 22:3 So schirrte denn Abraham früh am anderen Morgen seinen Esel, nahm zwei seiner Knechte und seinen Sohn Isaak mit sich, spaltete Holz zu einem Brandopfer, brach dann auf und zog nach dem Ort, den Gott ihm angegeben hatte. Gen 22:4 Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort in der Ferne liegen. Gen 22:5 Da sagte Abraham zu seinen Knechten: "Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, um anzubeten. Wir kommen dann wieder zu euch zurück" Gen 22:6 Hierauf nahm Abraham das Holz zum Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm Feuer und Schlachtmesser mit, und so gingen die beiden miteinander. Gen 22:7 Da sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: "Mein Vater!" - Dieser antwortete: "Hier bin ich, mein Sohn." - Er fragte nun: "Feuer und Holz sind wohl da, aber wo ist das Schaf zum Brandopfer?" Gen 22:8 Abraham antwortete: "Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer schon ersehen, mein Sohn." - So gingen beide miteinander weiter. Gen 22:9 Als sie an den Ort gekommen waren, den Gott ihm bezeichnet hatte, errichtete Abraham daselbst einen Altar und schichtete das Holz auf. Er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Gen 22:10 Darauf streckte Abraham seine Hand aus und ergriff das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Gen 22:11 Doch der Engel des Herrn rief ihm vom Himmel her zu: "Abraham, Abraham!" - Der antwortet: "Hier bin ich." Gen 22:12 Der Engel sprach: "Lege nicht Hand an den Knaben und tue ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, daß du gottesfürchtig bist und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast." Gen 22:13 Als Abraham um sich schaute, sah er im Hintergrund einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Dickicht verfangen hatte. Abraham ging hin, holte den Widder und brachte ihn an Stelle seines Sohnes als Brandopfer dar. Gen 22:14 Abraham nannte diesen Ort: "Jahwe-Jire" (= Der Herr sieht), so daß man noch heute sagt: "Auf dem Berg läßt sich der Herr sehen." Gen 22:15 Darauf rief der Engel des Herrn dem Abraham zum zweitenmal vom Himmel her zu Gen 22:16 und sprach: "Ich schwöre bei mir, lautet der Spruch des Herrn: Dafür, daß du dies getan und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, Gen 22:17 will ich dich reichlich segnen und deine Nachkommenschaft so zahlreich werden lassen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Gestade des Meeres, und deine Nachkommenschaft soll die Tore ihrer Feinde erobern. Gen 22:18 Alle Völker der Erde sollen durch deine Nachkommenschaft gesegnet werden zum Lohn dafür, daß du auf meinen Befehl gehört hast." Gen 22:19 Darauf kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück. Sie machten sich auf und begaben sich miteinander nach Beerscheba, und Abraham blieb in Beerscheba wohnen. Gen 22:20 Nach diesen Begebenheiten wurde dem Abraham gemeldet: "Auch Milka hat deinem Bruder Nahor Söhne geboren: Gen 22:21 Uz, seinen Erstgeborenen, und dessen Brüder Bus sowie Kemuël, den Stammvater der Aramäer, Gen 22:22 ferner Kesed, Haso, Pildasch Jidlaf und Betuël. Gen 22:23 Betuël aber war der Vater der Rebekka. - Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams. Gen 22:24 Auch seine Nebenfrau namens Rëuma hatte Söhne, nämlich Tebach, Gaham, Tahasch und Maacha. Gen 23:1 Die Lebenszeit Saras betrug 127 Jahre; das sind die Lebensjahre Saras. Gen 23:2 Sara starb zu Kirjat-Arba, das jetzt Hebron heißt, in Kanaan. Abraham hielt für sie die Totenklage und beweinte sie. Gen 23:3 Hierauf verließ Abraham die Tote und verhandelte mit den Hetitern: Gen 23:4 Er sagte: "Ich bin nur ein Fremdling und Beisasse unter euch. Gebt mir also einen Begräbnisplatz bei euch, damit ich meine Tote aus dem Haus bringen und begraben kann!" Gen 23:5 Die Hetiter antworteten dem Abraham: Gen 23:6 "Höre uns an, Herr! Du lebst hier als gottbegnadeter Fürst unter uns. Begrabe deine Tote im besten unserer Gräber! Keiner von uns wird es dir verweigern, deine Tote in seinem Grab zu bestatten." Gen 23:7 Da erhob sich Abraham, verneigte sich tief vor den Bewohnern des Landes, den Hetitern, Gen 23:8 und sagte zu ihnen: "Seid ihr damit einverstanden, daß ich meine Tote aus dem Haus bringe und begrabe, so erweist mir die Liebe und legt ein gutes Wort für mich ein bei Efron, dem Sohn Zohars, Gen 23:9 damit er mir die Höhle von Machpela abtritt, die ihm gehört und am Rande seines Grundstücks liegt! Um den vollen Preis soll er sie mir in eurer Gegenwart zum Erbbegräbnis überlassen." Gen 23:10 Efron aber saß inmitten der Hetiter. So antwortete der Hetiter Efron im Beisein aller, die zum Tor der Stadt gekommen waren: Gen 23:11 "Nicht doch, Herr, höre mich an! Das Grundstück schenke ich dir; auch die Höhle, die sich darauf befindet, schenke ich dir. Im Beisein meiner Volksgenossen schenke ich sie dir. Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:12 Da verneigte sich Abraham vor den Bewohnern des Landes Gen 23:13 und sagte dann zu Efron im Beisein der Bewohner des Landes: "Nein, höre mich doch an! Ich bezahle den Preis für das Grundstück. Nimm ihn von mir an, daß ich meine Tote dort begraben kann!" Gen 23:14 Efron antwortete Abraham: "Nein, Gen 23:15 Herr, höre mich an! Das Grundstück zu vierhundert Silberstücken, was hat das unter uns zu sagen? Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:16 Da nahm Abraham Efrons Forderung an. Abraham wog Efron den Kaufpreis ab, den dieser im Beisein der Hetiter verlangt hatte, nämlich vierhundert Silberstücke, wie sie im Handel üblich waren. Gen 23:17 So wurde Efrons Grundstück, das in der Machpela östlich von Mamre lag, das Grundstück samt der Höhle darauf, nebst allen Bäumen, die auf dem Grundstück ringsum in seinem Bereich waren, Gen 23:18 rechtskräftig Abrahams Eigentum im Beisein aller Hetiter, die zum Stadttor gekommen waren. Gen 23:19 Danach begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle des Grundstücks in der Machpela östlich von Mamre, das jetzt Hebron heißt, in Kanaan. Gen 23:20 So ging das Grundstück und die Höhle darauf rechtskräftig von den Hetitern an Abraham als Erbbegräbnis über. Gen 24:1 Abraham aber war alt und hochbetagt, und der Herr hatte Abraham in allem gesegnet. Gen 24:2 Da sagte Abraham zu seinem Knecht, seinem Hausältesten, der all seinen Besitz zu verwalten hatte: "Lege deine Hand unter meine Lende! Gen 24:3 Ich will dir beim Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, einen Eid abnehmen, daß du meinem Sohn keine von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne, zur Frau nimmst. Gen 24:4 Nein, ziehe in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft und hole dort eine Frau für meinen Sohn Isaak!" Gen 24:5 Da antwortete ihm der Knecht: "Vielleicht will aber die Frau, mir nicht in dieses Land folgen. Soll ich dann deinen Sohn wieder in das Land zurückbringen, aus dem du ausgezogen bist?" Gen 24:6 Abraham erwiderte ihm: "Hüte dich, meinen Sohn dahin zurückzubringen! Gen 24:7 Der Herr, der Gott des Himmels, der mich aus meines Vaters Haus und aus meinem Heimatland weggeführt hat, und der zu mir geredet und mir eidlich versprochen hat: Ich gebe deiner Nachkommenschaft dieses Land, der wird seinen Engel vor dir hersenden, daß du von dort meinem Sohn eine Frau holen kannst. Gen 24:8 Sollte dir aber die Frau nicht folgen wollen, so bist du dieses Eides ledig. Keinesfalls darfst du meinen Sohn dorthin zurückbringen." Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Lende Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm den Eid. Gen 24:10 Hierauf nahm der Knecht zehn Kamele seines Herrn und allerlei Kostbarkeiten seines Herrn mit sich auf die Reise, brach auf und zog nach Mesopotamien, in die Stadt Nahors. - Gen 24:11 Außerhalb der Stadt an einem Brunnen ließ er die Kamele sich lagern. Es war gegen Abend, um die Zeit, da die Frauen herauskommen, um Wasser zu holen. Gen 24:12 Dann betete er: "O Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Laß es mir heute glücken und zeige dich gnädig gegen Abraham, meinen Herrn! Gen 24:13 Siehe, ich stehe hier an der Quelle, und die Töchter der Stadtbewohner kommen heraus, um Wasser zu schöpfen. Gen 24:14 Wenn nun das Mädchen, zu dem ich sage: Neige deinen Krug, damit ich trinke!, antwortet: Trinke! Und auch deine Kamele will ich tränken!, so ist sie es, die du für Isaak, deinen Knecht, bestimmt hast, und daran will ich erkennen, daß du dich meinem Herrn gnädig erzeigst." Gen 24:15 Noch hatte er sein Gebet nicht beendet, da kam Rebekka heraus, die Tochter Betuëls, des Sohnes der Milka, der Frau von Abrahams Bruder Nahor, mit ihrem Krug auf der Schulter. Gen 24:16 Das Mädchen war überaus schön, eine Jungfrau, die noch kein Mann erkannt hatte. Sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam wieder herauf. Gen 24:17 Da ging der Knecht auf sie zu und sagte: "Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug trinken!" Gen 24:18 Sie antwortete: "Trinke, Herr!" Und sie ließ geschwind ihren Krug auf die Hand herab und gab ihm zu trinken. Gen 24:19 Als sie ihn sich hatte satt trinken lassen, sagte sie: "Auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben." Gen 24:20 Und eilends goß sie ihren Krug in die Tränkrinne aus, lief wieder zum Brunnen, Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele. Gen 24:21 Der Mann sah ihr schweigend zu, begierig zu erfahren, ob der Herr seiner Reise einen glücklichen Ausgang gäbe oder nicht. Gen 24:22 Nachdem die Kamele sich satt getrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Schekel schwer, und zwei Spangen für ihre Arme, zehn Schekel Goldes schwer, Gen 24:23 und fragte: "Wessen Tochter bist du? Sag es mir! Ist im Haus deines Vaters Raum für uns zum Übernachten?" Gen 24:24 Sie antwortete ihm: "Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes der Milka, den diese dem Nahor geboren hat." Gen 24:25 Und sie fuhr fort: "Stroh und Futter haben wir in Menge, auch Platz zum Übernachten." Gen 24:26 Da verneigte sich der Mann, warf sich nieder vor dem Herrn Gen 24:27 und sagte: "Gepriesen sei der Herr, der Gott Abrahams, meines Herrn, der seine Huld und Treue meinem Herrn nicht entzogen hat. Mich aber hat der Herr geraden Weges zum Haus des Bruders meines Herrn geführt." Gen 24:28 Das Mädchen aber lief fort und berichtete im Haus ihrer Mutter, was sich zugetragen hatte. Gen 24:29 Nun hatte Rebekka einen Bruder namens Laban. Laban eilte zu dem Mann hinaus an die Quelle. Gen 24:30 Als er nämlich den Nasenring und an den Armen seiner Schwester die Spangen gesehen und die Erzählung seiner Schwester Rebekka vernommen hatte: "So hat der Mann gesprochen," begab er sich zu dem Mann, der noch immer bei den Kamelen an der Quelle stand, und sagte: Gen 24:31 "Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du da draußen? Ich habe schon das Haus aufräumen lassen und Platz für die Kamele gemacht." Gen 24:32 Da begab sich der Mann in das Haus, jener aber sattelte die Kamele ab, brachte Stroh und Futter für die Kamele und Wasser zum Füßewaschen für ihn und die Leute, die bei ihm waren. Gen 24:33 Als er ihm zu essen vorsetzte, sagte er: "Ich esse nicht eher, als bis ich meine Sache vorgebracht habe." Laban bat: "So rede!" Gen 24:34 So begann er denn zu berichten: "Ich bin ein Knecht Abrahams. Gen 24:35 Gott hat meinen Herrn reich gesegnet, so daß er zu großem Wohlstand gelangt ist. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Esel und Kamele gegeben. Gen 24:36 Sara, meines Herrn Frau, gebar in ihrem Alter meinem Herrn noch einen Sohn; dem hat er all seinen Besitz übergeben. Gen 24:37 Nun nahm mein Herr mir folgenden Eid ab: Du darfst meinem Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne. Gen 24:38 Ziehe vielmehr in meines Vaters Haus und zu meiner Verwandtschaft und hole dort eine Frau für meinen Sohn! Gen 24:39 Ich entgegnete meinem Herrn: Vielleicht will aber die Frau mir nicht folgen. Gen 24:40 Da sagte er mir: Der Herr, vor dessen Antlitz ich gewandelt bin, wird seinen Engel mit dir senden und deiner Reise einen guten Ausgang geben. Du wirst für meinen Sohn eine Frau aus meiner Verwandtschaft und aus meines Vaters Haus holen. Gen 24:41 Des geleisteten Eides bist du dann ledig, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommst und man sie dir nicht gibt. - Nur dann bist du des geleisteten Eides ledig. Gen 24:42 Als ich nun heute zur Quelle kam, betete ich: O Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Wenn du doch der Reise, auf der ich mich befinde, einen guten Ausgang geben wolltest! Gen 24:43 Siehe, ich stehe an der Quelle! Wenn das Mädchen, das herauskommt, um Wasser zu holen, und zu dem ich sage: Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug trinken!, Gen 24:44 mir dann antwortet: Trinke nur, und auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen!, so ist das die Frau, die der Herr für den Sohn meines Herrn bestimmt hat. Gen 24:45 Ich hatte noch nicht ausgeredet, da kam Rebekka heraus, den Krug auf der Schulter. Sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte. Ich bat sie: Laß mich doch trinken! Gen 24:46 Sogleich nahm sie ihren Krug herab und sagte: Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken. So trank ich, und sie tränkte auch die Kamele. Gen 24:47 Hierauf fragte ich sie: Wessen Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich ihr den Ring an die Nase und die Spangen an ihre Arme. Gen 24:48 Dann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries den Herrn, den Gott Abrahams, meines Herrn, der mich auf den rechten Weg geführt, um die Tochter des Verwandten meines Herrn für seinen Sohn zu freien. Gen 24:49 Wollt ihr nun meinem Herrn Liebe und Treue erweisen, so sagt es mir; wo nicht, so sagt es mir auch, damit ich mich zur Rechten oder zur Linken wende!" Gen 24:50 Da antworteten Laban und Betuël und sprachen: "Das kommt vom Herrn. Wir können dir weder ja noch nein sagen. Gen 24:51 Rebekka steht dir zur Verfügung. Nimm sie und zieh hin, daß sie Frau des Sohnes deines Herrn werde, so wie der Herr es befohlen hat!" Gen 24:52 Als nun der Knecht Abrahams ihre Zusage hörte, warf er sich vor dem Herrn bis auf die Erde nieder. Gen 24:53 Hierauf holte der Knecht Geschmeide aus Gold und Silber und Gewänder hervor und schenkte sie Rebekka. Auch ihrem Bruder und ihrer Mutter schenkte er kostbare Sachen. Gen 24:54 Dann aßen und tranken sie, er und seine Begleiter, und übernachteten da. - Am anderen Morgen, als sie aufgestanden waren, sagte er: "Laßt mich zu meinem Herrn ziehen!" Gen 24:55 Ihr Bruder und ihre Mutter erwiderten: "Laßt doch das Mädchen noch einige Zeit, wenigstens zehn Tage, bei uns bleiben! Dann mag sie davonziehen!" Gen 24:56 Doch er entgegnete ihnen: "Haltet mich nicht auf! Der Herr hat ja meiner Reise einen glücklichen Ausgang gegeben. Laßt mich ziehen, damit ich zu meinem Herrn zurückkehre!" Gen 24:57 Sie erwiderten: "Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen." Gen 24:58 Sie riefen also Rebekka und fragten sie: "Willst du mit diesem Mann ziehen?" Sie antwortete: "Ja!" Gen 24:59 Da ließen sie ihre Schwester Rebekka samt ihrer Amme sowie den Knecht Abrahams mit seinen Leuten ziehen. Gen 24:60 Sie segneten Rebekka mit den Worten: "Liebe Schwester, werde du die Mutter von unzähligen Tausenden. Deine Nachkommen mögen die Tore ihrer Feinde erobern!" Gen 24:61 Hierauf brach Rebekka mit ihren Dienerinnen auf. Sie bestiegen die Kamele und folgten dem Mann. Der Knecht nahm Rebekka und zog von dannen. - Gen 24:62 Isaak kam gerade von einem Gang nach dem Brunnen Lahai-Roï; er wohnte nämlich im Südland. Gen 24:63 Als nun Isaak um die Zeit, da sich der Abend neigt, einmal aufs Feld hinausgegangen war, um seinen Gedanken nachzugehen, sah er, als er aufblickte, Kamele daherkommen. Gen 24:64 Auch Rebekka erblickte den Isaak, als sie aufschaute. Sie ließ sich schnell vom Kamel herab Gen 24:65 und fragte den Knecht: "Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt?" Der Knecht antwortete: "Das ist mein Herr." Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Gen 24:66 Der Knecht erzählte hierauf dem Isaak, was er ausgerichtet hatte. Gen 24:67 Isaak führte sie ins Zelt seiner Mutter Sara. Dann freite er Rebekka. Sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak über den Verlust seiner Mutter. Gen 25:1 Abraham hatte noch eine andere Frau namens Ketura genommen. Gen 25:2 Sie gebar ihm Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach. Gen 25:3 Jokschan wurde der Vater Schebas und Dedans. Die Söhne Dedans waren die Aschuriter, die Letuschiter und die Lëummiter. Gen 25:4 Die Söhne Midians waren Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaga. - Alle diese sind Nachkommen der Ketura. Gen 25:5 Abraham aber übergab seinen gesamten Besitz dem Isaak. Gen 25:6 Den Söhnen der Nebenfrauen, die Abraham hatte, gab Abraham nur Geschenke und hieß sie noch bei seinen Lebzeiten von seinem Sohn Isaak weg ostwärts in das Ostland ziehen. Gen 25:7 Dies ist die Zahl der Jahre, die Abraham durchlebt hat: 175 Jahre. Gen 25:8 Dann verschied Abraham. Er starb in gesegnetem Alter, hochbetagt und lebenssatt, und ward zu seinen Vätern versammelt. Gen 25:9 Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela auf dem Grundstück des Hetiters Efron, des Sohnes Zohars, östlich von Mamre, Gen 25:10 auf dem Grundstück, das Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Dort wurde Abraham und seine Frau Sara begraben. Gen 25:11 Nach Abrahams Tod segnete Gott dessen Sohn Isaak. Isaak wohnte bei dem Brunnen Lahai-Roï. - Gen 25:12 Es folgt der Stammbaum Ismaels, des Sohnes Abrahams, den die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren hatte. Gen 25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach ihren Geschlechtern geordnet: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot; dann kamen Kedar, Abdeël, Mibsam, Gen 25:14 Mischma, Duma, Massa, Gen 25:15 Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma. Gen 25:16 Dies sind die Söhne Ismaels, und dies sind ihre Namen nach ihren Niederlassungen und Zeltlagern, zwölf Fürsten je eines Stammes. Gen 25:17 Die Lebensjahre Ismaels betrugen 137 Jahre. Dann verschied er. Er starb und wurde zu seinen Vätern versammelt. Gen 25:18 Die Söhne Ismaels hatten ihre Wohnsitze von Hawila bis Schur, das östlich von Ägypten in der Richtung nach Assur hin liegt. In der Nähe aller ihrer Brüder ließen sie sich trotzig nieder. Gen 25:19 Es folgt der Stammbaum Isaaks, des Sohnes Abrahams. Abraham war der Vater Isaaks. Gen 25:20 Isaak war vierzig Jahre alt, als er sich Rebekka, die Tochter des Aramäers Betuël aus Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban, zur Frau nahm. Gen 25:21 Und Isaak betete zum Herrn für seine Frau, da sie keine Kinder hatte. Der Herr erhörte ihn, und so wurde seine Frau Rebekka guter Hoffnung. Gen 25:22 Als sich aber die Kinder in ihrem Schoß stießen, sagte sie: "Wenn es so steht, was wird dann aus mir werden?" - und sie ging hin, den Herrn zu befragen. Gen 25:23 Der Herr antwortete ihr: "Zwei Völker sind in deinem Leib, und zwei Stämme sind in deinem Schoß entzweit. Ein Stamm wird stärker sein als der andere, und der ältere wird dem jüngeren dienen." Gen 25:24 Als nun die Zeit da war, daß sie gebären sollte, stellte es sich heraus, daß Zwillinge in ihrem Leib waren. Gen 25:25 Der erste, der zum Vorschein kam, war rötlich, ganz wie ein haariger Mantel. Deshalb nannte man ihn Esau. Gen 25:26 Hierauf kam sein Bruder zum Vorschein; seine Hand hielt die Ferse Esaus gefaßt. Darum nannte man ihn Jakob. Isaak war bei ihrer Geburt sechzig Jahre alt. Gen 25:27 Als nun die Knaben heranwuchsen, ward Esau ein tüchtiger Jäger, ein Mann der Steppe. Jakob aber war ein stiller Mann, der bei den Zelten blieb. Gen 25:28 Isaak hatte den Esau lieber, weil er gern Wildbret aß; Rebekka aber hatte den Jakob lieber. Gen 25:29 Einst kochte Jakob ein Gericht. Da kam Esau ganz hungrig aus der Steppe heim. Gen 25:30 Esau sagte zu Jakob: "Gib mir doch schnell zu essen von dem Roten, dem roten Gericht da; denn ich bin ganz hungrig." - Darum nannte man ihn Edom. Gen 25:31 Jakob entgegnete: "Verkaufe mir zuvor dein Erstgeburtsrecht!" Gen 25:32 Esau erwiderte: "Ach, ich muß ja doch sterben. Was nützt mir das Erstgeburtsrecht?" Gen 25:33 Da sagte Jakob: "Schwöre es mir zuvor zu!" - So schwur er ihm und verkaufte so sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Gen 25:34 Nun gab Jakob dem Esau Brot und von dem Linsengericht. Der aß und trank, stand auf und ging davon. So gering schätzte Esau das Erstgeburtsrecht. Gen 26:1 Es brach im Land eine Hungersnot aus, eine andere als jene frühere, die zu Abrahams Zeit geherrscht hatte. Da begab sich Isaak zum König der Philister Abimelech nach Gerar. Gen 26:2 Damals erschien ihm der Herr und sagte: "Ziehe nicht nach Ägypten hinab! Bleib in dem Land, das ich dir anweise! Gen 26:3 Verweile als Gast in diesem Land, so will ich mit dir sein und dich segnen; denn dir und deiner Nachkommenschaft will ich alle diese Länder geben und so den Eid erfüllen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Gen 26:4 Ich will deine Nachkommen so zahlreich werden lassen wie die Sterne am Himmel. Alle diese Länder will ich deinen Nachkommen geben, und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden Gen 26:5 zum Lohn dafür, daß Abraham auf meine Stimme gehört und mein Gebot, meine Befehle, Satzungen und Weisungen befolgt hat." Gen 26:6 So blieb denn Isaak in Gerar. Gen 26:7 Als sich nun die Bewohner des Ortes nach seiner Frau erkundigten, sagte er: "Sie ist meine Schwester." Denn er fürchtete sich, zu sagen: Sie ist meine Frau. "Es könnten mich sonst," dachte er, "die Bewohner des Ortes Rebekka wegen umbringen, weil sie schön ist." Gen 26:8 Als er längere Zeit dort zugebracht hatte, schaute einmal der Philisterkönig Abimelech durchs Fenster und sah, wie Isaak seine Frau Rebekka liebkoste. Gen 26:9 Da ließ Abimelech den Isaak rufen und sagte: "Sie ist ganz sicher deine Frau. Wie konntest du nur sagen: Sie ist meine Schwester?" Isaak antwortete ihm: "Ich dachte, ich müßte ihretwegen sterben." Gen 26:10 Abimelech erwiderte: "Warum hast du uns das angetan? Wie leicht hätte sich einer aus dem Volk deiner Frau nahen können! Dann hättest du Schuld über uns gebracht." Gen 26:11 So gebot Abimelech allem Volk: "Wer sich an diesem Mann oder seiner Frau vergreift, der wird mit dem Tod bestraft!" Gen 26:12 Isaak säte dann in jenem Land und erntete in jenem Jahr hundertfältig. Denn der Herr segnete ihn. Gen 26:13 So wurde der Mann reich und immer reicher, bis er über die Maßen wohlhabend war. Gen 26:14 Er besaß Schaf- und Rinderherden und zahlreiches Gesinde. Da wurden die Philister auf ihn eifersüchtig. Gen 26:15 Darum verschütteten die Philister alle Brunnen, die die Knechte seines Vaters bei Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben hatten, und füllten sie mit Erde an. Gen 26:16 Abimelech sagte zu Isaak: "Zieh fort von uns! Denn du bist uns viel zu mächtig geworden." Gen 26:17 So zog Isaak von dort weg, schlug sein Lager im Tal von Gerar auf und blieb daselbst. Gen 26:18 Hierauf ließ Isaak die Brunnen wieder aufgraben, die man zu Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach dem Tod Abrahams verschüttet hatten, und gab ihnen die gleichen Namen, die sein Vater ihnen gegeben hatte. Gen 26:19 Isaaks Knechte gruben im Tal nach und fanden daselbst einen Brunnen mit frischem Wasser. Gen 26:20 Aber die Hirten von Gerar gerieten mit Isaaks Hirten in Streit, indem sie behaupteten: "Uns gehört das Wasser!" Er nannte den Brunnen Esek (Zank), weil sie sich dort mit ihm gezankt hatten. Gen 26:21 Dann gruben sie einen anderen Brunnen, gerieten aber auch über diesen in Streit; daher nannte er ihn Sitna (Streit). Gen 26:22 Hierauf zog er von dort weiter und grub wieder einen Brunnen. Um diesen gerieten sie nicht in Streit. Darum gab er ihm den Namen Rehobot (Weite), und sagte: "Jetzt hat der Herr uns freien Raum geschaffen, so daß wir uns im Land ausbreiten können." Gen 26:23 Von dort zog er nach Beerscheba hinauf. Gen 26:24 In jener Nacht erschien ihm der Herr und sagte: "Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir und will dich segnen und deine Nachkommenschaft zahlreich werden lassen um meines Knechtes Abraham willen." Gen 26:25 Er erbaute an dem Ort einen Altar, rief den Namen des Herrn an und schlug sein Zelt auf. Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen. Gen 26:26 Da kam Abimelech aus Gerar mit seinem Vertrauten Ahusat und seinem Heerführer Pichol zu ihm. Gen 26:27 Isaak fragte sie: "Warum seid ihr denn zu mir gekommen, da ihr doch feindlich gegen mich gesinnt seid und mich von euch fortgetrieben habt?" Gen 26:28 Sie antworteten: "Wir haben mit eigenen Augen gesehen, daß der Herr mit dir ist. Darum dachten wir, es solle ein eidliches Abkommen zwischen uns und dir zustande kommen! So wollen wir einen Vertrag mit dir schließen. Gen 26:29 Du sollst uns nichts Böses zufügen wie auch wir dich nicht angetastet, sondern dir nur Gutes getan haben und dich in Frieden ziehen ließen. Du bist nun einmal der Gesegnete des Herrn." Gen 26:30 Da bereitete er ihnen ein Gastmahl, und sie aßen und tranken. Gen 26:31 Am anderen Morgen in der Frühe leisteten sie sich gegenseitig den Schwur. Dann ließ Isaak sie ziehen, und sie gingen von ihm in Frieden. Gen 26:32 Am gleichen Tag kamen Isaaks Knechte und berichteten von dem Brunnen, den sie gegraben hatten: "Wir haben Wasser gefunden." Gen 26:33 Er nannte ihn Schiba (Schwur). - Daher heißt die Stadt bis auf den heutigen Tag Beerscheba (Schwurbrunnen). Gen 26:34 Als Esau vierzig Jahre alt war, heiratete er Judit, die Tochter des Hetiters Beeri, und Basemat, die Tochter des Hetiters Elon. Gen 26:35 Ihretwegen grämten sich Isaak und Rebekka sehr. Gen 27:1 Als Isaak alt und sein Auge schwach geworden war, so daß er nicht mehr sehen konnte, rief er seinen älteren Sohn Esau und sagte zu ihm: "Mein Sohn!" - Der antwortete ihm: "Hier bin ich." Gen 27:2 Da sagte er: "Du siehst, ich bin alt und weiß nicht, wie bald ich sterbe. Gen 27:3 So nimm nun dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen, geh hinaus in die Steppe und jage ein Stück Wild für mich! Gen 27:4 Bereite mir ein schmackhaftes Gericht daraus, wie ich es liebe, und bringe es mir! Dann will ich essen, und meine Seele soll dich dafür segnen, bevor ich sterbe!" Gen 27:5 Rebekka aber hatte zugehört, als Isaak so mit seinem Sohn Esau redete. - Esau ging nun hinaus in die Steppe, um ein Wild zu erjagen und heimzubringen. Gen 27:6 Da sagte Rebekka zu ihrem Sohn Jakob: "Ich habe zugehört, wie dein Vater zu deinem Bruder Esau sagte: Gen 27:7 "Bringe mir ein Stück Wild und bereite mir ein schmackhaftes Gericht! Dann will ich essen und dich vor dem Herrn segnen, bevor ich sterbe. Gen 27:8 Nun höre, mein Sohn, auf den Rat, den ich dir gebe! Gen 27:9 Geh hin zur Herde und hole mir von da zwei schöne Ziegenböckchen! Die will ich für deinen Vater zu einem schmackhaften Gericht zubereiten, wie er es liebt. Gen 27:10 Du bringst sie dann deinem Vater zum Essen, damit er dich segnet, bevor er stirbt." Gen 27:11 Doch Jakob erwiderte seiner Mutter Rebekka: "Aber mein Bruder Esau ist ein behaarter Mensch, während ich unbehaart bin. Gen 27:12 Vielleicht betastet mich mein Vater. Dann stehe ich als Betrüger vor ihm da und bringe Fluch statt Segen über mich." Gen 27:13 Doch seine Mutter antwortete ihm: "Der Fluch, der dir gilt, mein Sohn, treffe mich! Höre auf meinen Rat! Geh und hole mir die Böckchen!" Gen 27:14 Da ging er sie holen und brachte sie seiner Mutter. Seine Mutter bereitete daraus ein schmackhaftes Gericht, wie sein Vater es liebte. Gen 27:15 Hierauf holte Rebekka die besten Kleider ihres älteren Sohnes Esau, die sich in ihrem Wohnraum befanden, und zog sie ihrem jüngeren Sohn Jakob an. Gen 27:16 Die Felle der Ziegenböckchen legte sie ihm um die Arme und um den glatten Hals. Gen 27:17 Dann gab sie das schmackhafte Gericht samt dem Brot, das sie bereitet hatte, ihrem Sohn Jakob in die Hand. Gen 27:18 So ging er denn zu seinem Vater hinein und sagte: "Mein Vater!" - Der antwortete: "Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?" Gen 27:19 Jakob erwiderte seinem Vater: "Ich bin Esau dein Erstgeborener. Ich habe getan, wie du mir aufgetragen hast. Setze dich aufrecht und iß von dem Wildbret, und dann segne mich!" Gen 27:20 Doch Isaak fragte seinen Sohn: "Wie hast du so schnell etwas finden können, mein Sohn?" - Der antwortete: "Der Herr, dein Gott, ließ es mir in den Weg laufen." Gen 27:21 Doch Isaak sagte zu Jakob: "Tritt näher, daß ich dich betaste, meine Sohn, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht!" Gen 27:22 Jakob trat zu seinem Vater Isaak heran. Der betastete ihn und sagte: "Die Stimme ist zwar Jakobs Stimme, aber die Arme sind Esaus Arme." Gen 27:23 Er erkannte ihn nicht, weil seine Arme behaart waren wie die Arme seines Bruders Esau; so begrüßte er ihn mit einem Segenswunsch, Gen 27:24 und fragte noch einmal: "Du bist also wirklich mein Sohn Esau?" - Er antwortete: "Ich bin es." Gen 27:25 Da sagte Isaak: "So reiche es mir her, daß ich von dem Wildbret meines Sohnes esse und dich dann segne!" Jakob reichte es ihm hin, und er aß. Dann brachte er ihm Wein, und er trank. Gen 27:26 Hierauf sagte sein Vater Isaak zu ihm: "Komm her, mein Sohn, und küsse mich!" Gen 27:27 Der trat hinzu und küßte ihn. Als er den Duft seiner Kleider roch, segnete er ihn mit den Worten: "Ja, meines Sohnes Duft ist wie der Duft des Feldes, wenn der Herr es gesegnet. Gen 27:28 Es gebe dir Gott vom Tau des Himmels und von den Früchten der Erde, Überfluß an Wein und Korn; Gen 27:29 Völker sollen dir dienstbar sein, und Nationen vor dir sich beugen! Du sollst deiner Brüder Gebieter sein, und deiner Mutter Söhne sollen vor dir sich neigen! Verflucht sei, wer dich verflucht; gesegnet, wer dich segnet!" Gen 27:30 Als Isaak den Segen über Jakob vollendet hatte und Jakob kaum von seinem Vater Isaak weggegangen war, kam sein Bruder Esau von der Jagd zurück. Gen 27:31 Auch er bereitete ein schmackhaftes Gericht, brachte es seinem Vater und sagte zu seinem Vater: "Mein Vater setze sich auf und esse vom Wildbret deines Sohnes. Dann segne mich!" Gen 27:32 Da fragte ihn sein Vater Isaak: "Wer bist du?" - Er sagte: "Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau." Gen 27:33 Isaak erschrak über alle Maßen und rief: "Wer war denn der, der ein Wild erjagt und es mir gebracht hat? Ich habe von allem gegessen, bevor du kamst, und habe ihn gesegnet. So wird er auch gesegnet bleiben!" Gen 27:34 Als Esau die Worte seines Vaters vernahm, stieß er einen lauten Klageruf aus und bat seinen Vater: "Segne auch mich, lieber Vater!" Gen 27:35 Der antwortete: "Dein Bruder kam mit List und nahm dir den Segen weg." Gen 27:36 Darauf erwiderte er: "Mit Recht hat man ihm den Namen Jakob gegeben. Schon zweimal hat er mich überlistet: Mein Erstgeburtsrecht hat er mir genommen, und jetzt hat er mich auch noch um den Segen gebracht." Dann fragte er: "Hast du für mich keinen Segen übrigbehalten?" Gen 27:37 Isaak antwortete dem Esau: "Siehe, ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt und alle seine Brüder ihm zu Knechten gegeben. Mit Korn und Wein habe ich ihn versorgt. Was könnte ich da noch für dich tun, lieber Sohn?" Gen 27:38 Esau erwidertes seinem Vater: "Hast du nur den einen Segen, guter Vater? Segne auch mich, lieber Vater!" - Und Esau begann laut zu weinen. Gen 27:39 Da hob sein Vater Isaak an und sprach zu ihm: "Siehe, fern von der Erde Fruchtgefilden wird dein Wohnsitz sein und fern vom Tau des Himmels droben. Gen 27:40 Leben mußt du von deinem Schwert und dienstbar sein deinem Bruder. Strengst du dich an, so schüttelst du von deinem Nacken sein Joch." Gen 27:41 Esau wurde dem Jakob feind wegen des Segens, den ihm sein Vater gegeben hatte, und Esau sagte: "Bald kommt die Zeit, daß man um meinen Vater trauert; dann schlage ich meinen Bruder Jakob tot." Gen 27:42 Als nun der Rebekka die Äußerungen ihres älteren Sohnes Esau hinterbracht wurden, sandte sie hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sagte zu ihm: "Höre, dein Bruder Esau sinnt auf Rache gegen dich und will dich erschlagen. Gen 27:43 So folge meinem Rat, lieber Sohn! Mache dich auf und flieh nach Haran zu meinem Bruder Laban! Gen 27:44 Bleib einige Zeit bei ihm, bis deines Bruders Groll sich legt! Gen 27:45 Sobald der Zorn deines Bruders von dir abläßt und er vergißt, was du ihm angetan hast, sende ich hin und lasse dich von dort zurückholen. Warum soll ich euch beide an einem Tag verlieren?" Gen 27:46 Hierauf sagte Rebekka zu Isaak: "Ich bin des Lebens überdrüssig wegen der Hetiterinnen. Holt sich Jakob auch eine solche Hetiterin, eine von den Töchtern des Landes, zur Frau, was hätte ich da noch vom Leben?" Gen 28:1 Da ließ Isaak den Jakob rufen, segnete ihn und gebot ihm: "Du darfst dir keine Kanaaniterin zur Frau nehmen. Gen 28:2 Mache dich vielmehr auf, begib dich nach Paddan-Aram, zum Haus Betuëls, des Bruders deiner Mutter, und hole dir von dort eine Frau, eine von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter! Gen 28:3 Gott, der Allmächtige, segne dich, er mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du zu einer Menge von Völkern werdest! Gen 28:4 Und er gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen, damit du das Land, in dem du als Fremdling weilst und das Gott dem Abraham verliehen hat, zu eigen bekommst!" Gen 28:5 So ließ Isaak den Jakob ziehen, und dieser begab sich nach Paddan-Aram, zu Laban, dem Sohn des Aramäers Betuël, dem Bruder Rebekkas, der Mutter Jakobs und Esaus. Gen 28:6 Esau aber erfuhr, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Paddan-Aram gesandt hatte, um sich von dort eine Frau zu holen, indem er ihm den Segen mit der Weisung gab: "Du sollst dir keine Kanaaniterin zur Frau nehmen," Gen 28:7 und daß Jakob auf seinen Vater und seine Mutter hörte und nach Paddan-Aram aufbrach. Gen 28:8 Da merkte Esau, daß die Kanaaniterinnen seinem Vater mißfielen. Gen 28:9 Darum ging Esau zu Ismael und nahm sich Mahalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zu seinen Frauen hinzu. Gen 28:10 Jakob aber brach von Beerscheba auf und wanderte nach Haran. Gen 28:11 Er gelangte an einen Ort und blieb dort über Nacht, weil die Sonne untergegangen war. Er nahm einen von den dort umherliegenden Steinen, machte ihn sich als Kopflager zurecht und legte sich schlafen. Gen 28:12 Da träumte ihm: Eine Leiter stand auf der Erde, die mit ihrer Spitze bis zum Himmel reichte, und die Engel Gottes stiegen an ihr auf und nieder. Gen 28:13 Oben über ihr stand der Herr und sagte: "Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und Isaaks. Das Land, auf dem du ruhst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Gen 28:14 Deine Nachkommenschaft soll so zahlreich werden wie der Staub der Erde. Nach Westen und Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten. In dir und deinen Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden. Gen 28:15 Siehe, ich will mit dir sein und dich überall behüten, wohin du gehst. Ich werde dich auch wieder in dieses Land zurückführen; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich ausgeführt, was ich dir verheißen habe." Gen 28:16 Nun erwachte Jakob aus seinem Schlaf und rief aus: "Wahrlich, der Herr ist an dieser Stätte, aber ich wußte es nicht." Gen 28:17 Voll Ehrfurcht fügte er bei: "Wie ehrwürdig ist diese Stätte! Ja, hier ist Gottes Haus und hier die Pforte des Himmels!" Gen 28:18 Am anderen Morgen nahm Jakob den Stein, den er sich als Kopflager hergerichtet hatte, stellte ihn als Denkstein auf und goß Öl darüber. Gen 28:19 Er gab dann dieser Stätte den Namen Bet-El (Haus Gottes); früher hieß die Stadt Lus. Gen 28:20 Hierauf machte Jakob folgendes Gelübde: "Wenn Gott mit mir ist und mich auf dem Weg, den ich jetzt gehe, behütet, wenn er mir Brot zur Nahrung gibt und Kleider zum Anziehen, Gen 28:21 und ich glücklich in mein Vaterhaus zurückkehre, dann soll der Herr mein Gott sein, Gen 28:22 und dieser Stein, den ich als Denkstein aufgerichtet habe, soll ein Gotteshaus werden, und von allem, was du mir gibst, will ich getreulich den Zehnten geben." Gen 29:1 Danach machte sich Jakob auf den Weg und wanderte in das Land der Söhne des Ostens. Gen 29:2 Als er Ausschau hielt, erblickte er einen Brunnen in der Steppe, an dem sich gerade drei Schafherden lagerten; denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken. Über der Öffnung des Brunnens lag ein großer Stein. Gen 29:3 Erst wenn alle Herden dort zusammengetrieben waren, wälzte man den Stein von der Brunnenöffnung und tränkte die Schafe. Dann brachte man den Stein wieder an seinen Platz über der Öffnung des Brunnens. Gen 29:4 Jakob sagte zu ihnen: "Woher seid ihr, liebe Brüder?" Sie antworteten: "Wir sind aus Haran." Gen 29:5 Er fragte sie: "Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors?" Sie erwiderten: "Ja." Gen 29:6 Nun fragte er sie: "Geht es ihm gut?" Sie erwiderten: "Ja, und da kommt gerade seine Tochter Rahel mit den Schafen." Gen 29:7 Da sagte er: "Seht, der Tag ist noch lang, und noch ist es nicht Zeit, das Vieh zusammenzutreiben. Tränkt doch die Schafe und laßt sie dann wieder weiden!" Gen 29:8 Sie antworteten: "Das können wir nicht, bis alle Herden beisammen sind. Dann erst wälzt man den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkt die Schafe." Gen 29:9 Während er noch mit ihnen redete, war Rahel mit den Schafen ihres Vaters herbeigekommen; sie war nämlich Hirtin. Gen 29:10 Als nun Jakob die Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und dessen Herde sah, trat er hinzu, wälzte den Stein von der Brunnenöffnung hinweg und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. Gen 29:11 Dann küßte Jakob die Rahel und fing laut zu weinen an. Gen 29:12 Hierauf erzählte Jakob der Rahel, daß er ein Verwandter ihres Vaters sei, und zwar ein Sohn Rebekkas. Sie eilte weg, und teilte es ihrem Vater mit. Gen 29:13 Als nun Laban die Kunde von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, vernahm, eilte er ihm entgegen, umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Jakob erzählte Laban alles, was sich zugetragen hatte. Gen 29:14 Laban sagte zu ihm: "Ja, du bist mein Bein und Fleisch." - Als Jakob einen Monat lang bei ihm gewesen war, Gen 29:15 sagte Laban zu Jakob: "Solltest du umsonst für mich arbeiten, weil du mein Neffe bist? Laß mich wissen, was dein Lohn ist!" Gen 29:16 Nun hatte Laban zwei Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel. Gen 29:17 Lea hatte glanzlose Augen, Rahel aber war schön von Gestalt und Antlitz. Gen 29:18 Jakob hatte die Rahel lieb, und so sagte er: "Ich will dir um deine jüngere Tochter Rahel sieben Jahre dienen." Gen 29:19 Laban antwortete: "Es ist besser, ich gebe sie dir als einem fremden Mann. Bleib also bei mir!" Gen 29:20 So diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und diese kamen ihm wie wenige Tage vor, so lieb hatte er sie. Gen 29:21 Alsdann sagte Jakob zu Laban: "Gib mir nun meine Frau! Denn meine Zeit ist um. Ich möchte sie heiraten." Gen 29:22 So lud Laban alle Einwohner des Ortes ein und veranstaltete ein Festmahl. Gen 29:23 Am Abend aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm hinein, und Jakob hatte mit ihr ehelichen Umgang. Gen 29:24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Sklavin Silpa als Magd. Gen 29:25 Am Morgen stellte es sich nun heraus, daß es Lea war. Da sagte Jakob zu Laban: "Warum hast du mir das angetan? Habe ich nicht um Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?" Gen 29:26 Laban erwiderte: "Hierzulande ist es nicht Sitte, die Jüngere vor der Älteren wegzugeben. Gen 29:27 Führe die Hochzeitswoche mit dieser nur zu Ende, dann soll dir auch die andere gegeben werden für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre leisten mußt." Gen 29:28 Jakob tat so und führte mit dieser die Woche zu Ende. Dann gab Laban ihm auch seine Tochter Rahel zur Frau. Gen 29:29 Und Laban gab seiner Tochter Rahel seine Sklavin Bilha zur Magd. Gen 29:30 Jakob hatte auch mit Rahel ehelichen Umgang. Rahel hatte er lieber als Lea, und so diente er noch weitere sieben Jahre bei Laban. Gen 29:31 Als nun der Herr sah, daß Lea zurückgesetzt wurde, segnete er ihren Schoß, während Rahel unfruchtbar blieb. Gen 29:32 So wurde Lea guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den sie Ruben (Seht, ein Sohn!) nannte; "denn," sagte sie, "der Herr hat mein Elend angesehen. Nun wird mich mein Mann lieben." Gen 29:33 Dann wurde sie wieder guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Sie sagte: "Der Herr hat gehört, daß ich zurückgesetzt wurde; deshalb gab er mir auch diesen." Und sie nannte ihn Simeon (Hörer). Gen 29:34 Als sie abermals guter Hoffnung wurde und einen Sohn gebar, sagte sie: "Jetzt wird mein Mann mir zugetan sein; denn ich habe ihm drei Söhne geboren." Darum nannte sie ihn Levi (Anhang). Gen 29:35 Hierauf wurde sie nochmals guter Hoffnung, gebar einen Sohn und sagte: "Diesmal will ich den Herrn preisen." Deshalb nannte sie ihn Juda (Dank). - Hernach gebar sie kein Kind mehr. Gen 30:1 Als Rahel sah, daß Lea dem Jakob Kinder schenkte, wurde sie auf ihre Schwester eifersüchtig und sagte zu Jakob: "Schaffe mir Kinder, sonst sterbe ich!" Gen 30:2 Da wurde Jakob zornig über Rahel und sagte: "Stehe ich denn an Gottes Stelle, der dir Kindersegen versagt hat?" Gen 30:3 Sie antwortete: "Hier hast du meine Magd Bilha; wohne ihr bei, damit sie auf meinen Knien gebiert und ich durch sie zu Kindern komme!" Gen 30:4 So gab sie ihm ihre Magd Bilha zur Nebenfrau, und Jakob wohnte ihr bei. Gen 30:5 Bilha wurde guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen Sohn. Gen 30:6 Rahel sagte: "Gott hat mir Recht verschafft, indem er auch meine Bitte erhört und mir einen Sohn geschenkt hat." Darum gab sie ihm den Namen Dan (Richter). Gen 30:7 Rahels Magd Bilha wurde abermals guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. Gen 30:8 Da sagte Rahel: "Gotteskämpfe habe ich mit meiner Schwester ausgefochten und habe auch gesiegt." Deshalb nannte sie ihn Naftali (Kämpfer). Gen 30:9 Als nun Lea sah, daß sie kein Kind mehr gebar, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie dem Jakob zur Frau. Gen 30:10 Und Leas Magd Silpa schenkte dem Jakob einen Sohn. Gen 30:11 Da sagte Lea: "Glück auf!" und nannte ihn Gad (Glück). Gen 30:12 Hierauf gebar Leas Magd Silpa dem Jakob einen zweiten Sohn Gen 30:13 Da sagte Lea: "Ich Glückliche! Ja, mich werden die Frauen glücklich preisen." Deshalb nannte sie ihn Ascher (Glückskind). Gen 30:14 Als nun Ruben einmal zur Zeit der Weizenernte ausging, fand er auf dem Feld Alraunäpfel und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sagte Rahel zu Lea: "Gib mir doch einige von den Alraunäpfeln deines Sohnes." Gen 30:15 Aber diese erwiderte ihr: "Ist es nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen hast? Willst du mir nun auch die Alraunäpfel meines Sohnes nehmen?" Rahel entgegnete: "Meinetwegen kann er diese Nacht bei dir verbringen zum Entgelt für die Alraunäpfel deines Sohnes." Gen 30:16 Als nun Jakob am Abend vom Feld kam, ging ihm Lea entgegen und sagte: "Du mußt zu mir kommen; denn ich habe für dich vollen Lohn bezahlt mit den Alraunäpfeln meines Sohnes." So verbrachte er jene Nacht bei ihr. Gen 30:17 Gott hörte auf Lea: sie wurde guter Hoffnung und gebar Jakob einen fünften Sohn. Gen 30:18 Da sagte Lea: "Gott hat mir den Lohn dafür gegeben, daß ich meine Magd meinem Mann gegeben habe." Deshalb nannte sie ihren Sohn Issachar (Lohn) Gen 30:19 Lea wurde nochmals guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen sechsten Sohn. Gen 30:20 Lea sagte: "Gott hat mich mit einem schönen Geschenkt bedacht. Nunmehr wird mein Mann bei mir wohnen bleiben, weil ich ihm sechs Söhne geboren habe." Daher nannte sie ihn Sebulon (Bleibe). Gen 30:21 Später gebar sie eine Tochter, die sie Dina nannte. Gen 30:22 Nun gedachte Gott der Rahel, erhörte sie und schenkte ihr Mutterfreuden. Gen 30:23 Sie wurde guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sagte sie: "Gott hat meine Schmach hinweggenommen." Gen 30:24 Sie nannte ihn Josef (Zufüger) und sagte: "Der Herr gebe mir noch einen Sohn hinzu!" Gen 30:25 Nachdem Rahel Josef geboren hatte, sagte Jakob zu Laban: "Entlasse mich! Ich möchte in meinen Ort und in mein Vaterland heimziehen! Gen 30:26 Gib mir meine Frauen und Kinder, um die ich dir gedient habe, damit ich gehen kann! Du weißt ja, welchen Dienst ich dir geleistet habe." Gen 30:27 Laban antwortete ihm: "Möchte ich doch in deinen Augen Gnade finden! Ich weiß, der Herr hat mich deinetwegen gesegnet." Gen 30:28 Und er fuhr fort: "Bestimme den Lohn, den du von mir verlangst! Ich will ihn dir geben!" Gen 30:29 Er erwiderte ihm: "Du weißt selbst, welche Dienste ich dir geleistet habe, und was aus deinem Viehstand durch mich geworden ist. Gen 30:30 Nur wenig war es, was du hattest, ehe ich zu dir kam. Doch dieses mehrte sich gewaltig. Der Herr segnete dich bei jedem meiner Schritte. Wann aber werde auch ich für meinen Hausstand sorgen können?" Gen 30:31 Jener fragte: "Was soll ich dir geben?" Jakob antwortete: "Du brauchst mir gar nichts zu geben. Wenn du auf folgendes eingehst, will ich aufs neue die Tiere hüten. Gen 30:32 Laß mich heute alle deine Tiere durchgehen und daraus alle gesprenkelten und gefleckten Tiere absondern! Jedes dunkelfarbene Stück bei den Lämmern und jede gefleckte und gesprenkelte Ziege sei dann mein Lohn. Gen 30:33 Und daran soll meine Ehrlichkeit sich in Zukunft erweisen: Wenn du kommst, um meinen Lohn anzusehen, so soll alles, was unter den Ziegen nicht gesprenkelt oder gefleckt und unter den Lämmern nicht dunkelfarbig ist, als von mir gestohlen gelten." Gen 30:34 Da sagte Laban: "Gut, es geschehe, wie du gesagt hast!" Gen 30:35 Darauf sonderte Laban noch am selben Tag die gestreiften und gefleckten Böcke und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen ab, alles, woran etwas Weißes war, und alles, was dunkelfarbig war unter den Lämmern, und übergab es seinen Söhnen. Gen 30:36 Sodann ließ er einen Zwischenraum von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob. Jakob weidete nämlich die übrigen Schafe Labans. Gen 30:37 Nun holte sich Jakob frische Zweige von Silberpappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte an ihnen weiße Streifen heraus, indem er das Weiße an den Stäben bloßlegte. Gen 30:38 Dann stellte er die abgeschälten Stäbe in die Tröge, in die Tränkrinnen, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie begatteten sich nämlich, wenn sie zur Tränke kamen. Gen 30:39 Weil sich die Tiere angesichts der Zweige begatteten, warfen sie gestreifte, gesprenkelte und gefleckte Junge. Gen 30:40 Jakob sonderte dann die Lämmer ab. Auf diese Weise sorgte er dafür, daß die jungen Tiere in der Herde Labans gestreift und dunkelfarbig wurden. Er legte sich damit besondere Herden an, die er nicht zu den Tieren Labans tat. Gen 30:41 Sooft die kräftigen Tiere brünstig wurden, legte Jakob die Zweige in die Tröge, damit sie sich vor den Zweigen begatteten. Gen 30:42 Wenn aber die Tiere schwächlich waren, legte er sie nicht hinein. So erhielt Laban die schwächlichen Tiere, die kräftigen aber Jakob. Gen 30:43 Auf diese Weise wurde er außerordentlich reich und erwarb sich viel Kleinvieh, Mägde und Knechte, Kamele und Esel. Gen 31:1 Eines Tages erhielt er Kunde von den Reden der Söhne Labans, die sagten: "Jakob hat alles an sich gebracht, was unserem Vater gehörte. Mit dem Besitz unseres Vaters hat er sich diesen ganzen Reichtum erworben." Gen 31:2 Jakob ersah auch aus Labans Gesichtsausdruck, daß er nicht mehr so gesinnt war wie vordem. Gen 31:3 Da befahl der Herr dem Jakob: "Kehre heim in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft! Ich will mit dir sein." Gen 31:4 Jakob sandte hin, ließ Rahel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen Gen 31:5 und sagte zu ihnen: "Ich sehe es am Gesichtsausdruck eures Vaters, daß er gegen mich nicht mehr so gesinnt ist wie vordem, obwohl doch der Gott meines Vaters mit mir gewesen ist. Gen 31:6 Ihr selber wißt, daß ich eurem Vater mit meiner ganzen Kraft gedient habe. Gen 31:7 Euer Vater aber hat mich betrogen und mir zehnmal den Lohn geändert. Doch Gott ließ nicht zu, daß er mir Schaden zufügte. Wenn er sagte: Die gesprenkelten Tiere sollen dein Lohn sein, so warf die ganze Herde gesprenkelte Junge. Gen 31:8 Sagte er aber: Die gestreiften Tiere sollen dein Lohn sein, so warf die ganze Herde gestreifte Junge. Gen 31:9 So nahm Gott eurem Vater die Herde und gab sie mir. Gen 31:10 Es war zur Brunstzeit der Schafe, da sah ich deutlich im Traum, wie die Böcke, die die Schafe besprangen, gestreift, gesprenkelt und scheckig waren. Gen 31:11 Der Engel Gottes aber rief mir im Traum zu: Jakob! Ich antwortete: Hier bin ich! Gen 31:12 Er sagte: Achte genau darauf, wie alle Böcke, die die Schafe bespringen, gestreift, gesprenkelt und scheckig sind! Ich habe wahrlich alles mit angesehen, was Laban dir angetan hat. Gen 31:13 Ich bin der Gott von Bet-El, wo du einen Denkstein gesalbt und mir ein Gelübde gemacht hast. Mache dich jetzt auf! Zieh fort aus diesem Land und kehre in dein Heimatland zurück!" Gen 31:14 Da antworteten ihm Rahel und Lea: "Haben wir noch Anteil und Erbe im Haus unseres Vaters? Gen 31:15 Gelten wir ihm nicht als Fremde, nachdem er uns verkauft und das Geld, das er für uns bekam, aufgezehrt hat? Gen 31:16 Denn der ganze Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen hat, gehört uns und unseren Kindern. Handle jetzt nur in allem so, wie Gott dir befiehlt!" Gen 31:17 Jakob machte sich auf, setzte seine Kinder und Frauen auf die Kamele Gen 31:18 und führte all sein Vieh mit sich fort samt seiner ganzen Habe, die er erworben hatte, den Viehbestand, den er sich in Paddan-Aram angelegt hatte, um zu seinem Vater Isaak nach Kanaan zurückzukehren. Gen 31:19 Während nun Laban zur Schafschur weggegangen war, stahl Rahel den Terafim ihres Vater. Gen 31:20 Jakob täuschte nämlich den Aramäer Laban, indem er ihm verheimlichte, daß er fliehen wolle. Gen 31:21 So ergriff er mit allem, was ihm gehörte, die Flucht, machte sich auf den Weg, setzte über den Strom (Eufrat) und schlug die Richtung nach dem Gebirge Gilead ein. Gen 31:22 Am dritten Tag meldete man Laban, daß Jakob entflohen sei. Gen 31:23 Da nahm er seine Verwandten mit, jagte ihm sieben Tagereisen weit nach und holte ihn am Gebirge Gilead ein. Gen 31:24 Gott aber erschien dem Aramäer Laban nachts im Traum und warnte ihn: "Hüte dich wohl, mit Jakob statt im Guten im Bösen zu reden!" Gen 31:25 Als nun Laban den Jakob einholte, hatte Jakob sein Zelt auf dem Berg aufgeschlagen. Auch Laban mit seinen Verwandten schlug sein Zelt auf dem Gebirge Gilead auf. Gen 31:26 Laban sagte nun zu Jakob: "Was hast du getan? Du hast mich getäuscht und meine Töchter wie Kriegsgefangene fortgeführt. Gen 31:27 Warum bist du heimlich entflohen und hast hinterlistig gegen mich gehandelt? Du hast mir nichts davon mitgeteilt, sonst hätte ich dir mit Jauchzen und Gesängen, mit Pauken und Harfen das Geleit gegeben. Gen 31:28 Du hast mir nicht gestattet, meine Söhne und Töchter zu küssen. Du hast wahrlich recht töricht gehandelt. Gen 31:29 Es stünde nun in meiner Macht, euch übel mitzuspielen. Doch der Gott deines Vaters hat vergangene Nacht zu mir gesagt: Hüte dich davor, mit Jakob statt im Guten im Bösen zu reden! Gen 31:30 Mag sein, daß du fortgezogen bist, weil du dich so sehr nach deinem Vaterhaus sehntest. Warum aber hast du meine Götter gestohlen?" Gen 31:31 Jakob antwortete dem Laban: "Ja, ich fürchtete mich, weil ich dachte, du könntest mir deine Töchter entreißen. Gen 31:32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht am Leben bleiben! Durchsuch nur in Gegenwart unserer Verwandten alles, was ich bei mir habe, und nimm sie an dich!" Gen 31:33 Jakob wußte nämlich nicht, daß Rahel sie gestohlen hatte. Laban ging in das Zelt Jakobs und in das der Lea, sowie in das Zelt der beiden Mägde, fand aber nichts. Dann verließ er das Zelt Leas und trat in das Zelt Rahels. Gen 31:34 Rahel aber hatte den Terafim genommen, in die Kamelsänfte gelegt und sich darauf gesetzt. Laban durchsuchte nun das ganze Zelt, fand aber nichts. Gen 31:35 Sie aber sagte zu ihrem Vater: "O Herr, sei nicht ungehalten darüber, daß ich vor dir nicht aufstehen kann, denn es ergeht mir, wie es den Frauen ergeht." - Er suchte weiter, fand aber den Terafim nicht. Gen 31:36 Nun wurde Jakob zornig und schalt auf Laban. Und Jakob hob an und sagte zu Laban: "Was habe ich verbrochen, was gefehlt, daß du mich so hitzig verfolgst Gen 31:37 und mir meinen ganzen Hausrat durchstöberst? Was alles hast du denn von deinem Hausrat gefunden? Lege es hierher vor meine und deine Brüder! Sie sollen entscheiden, wer von uns beiden im Recht ist! Gen 31:38 Es sind nun zwanzig Jahre, daß ich bei dir bin. Deine Schafe und Ziegen haben nie eine Fehlgeburt gehabt, und von den Widdern deiner Herde habe ich keinen gegessen. Gen 31:39 Was zerrissen wurde, habe ich dir nicht gebracht. Ich selbst mußte es stets ersetzen. Von mir hast du es gefordert, mochte es bei Tag oder Nacht geraubt worden sein. Gen 31:40 Bei Tag verging ich vor Hitze und des Nachts vor Frost. Kein Schlaf kam in meine Augen. Gen 31:41 Ich habe nun zwanzig Jahre deinem Haus gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter, sechs Jahre um dein Vieh, aber zehnmal hast du mir den Lohn geändert. Gen 31:42 Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der Schrecken Isaaks, für mich gewesen wäre, so hättest du mich jetzt wahrlich mit leeren Händen ziehen lassen. Doch Gott hat mein Elend und meiner Hände Mühen gesehen und in der vergangenen Nacht das Urteil gesprochen." Gen 31:43 Laban erwiderte dem Jakob: "Mein sind die Töchter, mein die Kinder und das Vieh, kurz alles, was du siehst, gehört mir. Was aber kann ich heute noch für diese meine Töchter oder ihre Kinder, die sie geboren haben, tun? Gen 31:44 So komm denn, wir wollen ein Bündnis schließen, ich und du! Dies sei zum Zeugnis zwischen mir und dir!" Gen 31:45 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als Denkstein auf. Gen 31:46 Und Jakob befahl seinen Angehörigen: "Holt Steine zusammen!" Diese holten Steine herbei und errichteten einen Steinhaufen. Dann hielten sie dort auf dem Steinhaufen ein Mahl. Gen 31:47 Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta und Jakob nannte ihn Gal-Ed (Zeugenhügel). Gen 31:48 Laban sagte: Dieser Steinhaufen ist heute zum Zeugen geworden zwischen mir und dir!" Darum nannte er ihn Gal-Ed Gen 31:49 und Mizpa (Spähturm) und sagte: "Der Herr sei Wächter zwischen mir und dir, wenn wir uns getrennt haben! Gen 31:50 Behandelst du meine Töchter schlecht oder nimmst du noch andere Frauen zu meinen Töchtern hinzu, so bedenke, wenn sonst auch niemand bei uns ist, daß Gott Zeuge ist zwischen mir und dir!" Gen 31:51 Laban sagte weiter zu Jakob: "Siehe, dieser Steinhaufen und der Denkstein, den ich zwischen mir und dir errichtet habe: Gen 31:52 Zeuge sei dieser Steinhaufen und Zeuge sei dieser Denkstein, daß in böser Absicht weder ich über diesen Steinhaufen zu dir hinüberziehen darf, noch du über diesen Steinhaufen und diesen Denkstein zu mir herüberziehen darfst. Gen 31:53 Der Gott Abrahams und der Gott Nahors - der Gott ihrer Väter - soll Richter sein zwischen uns." - Da schwur Jakob beim Schrecken Isaaks, seines Vaters: Gen 31:54 Hierauf brachte Jakob auf dem Berg ein Schlachtopfer dar und lud seine Angehörigen ein, das Mahl zu halten. So hielten sie denn das Mahl und blieben über Nacht auf dem Berg. Gen 31:55 (32:1) Früh am anderen Morgen küßte Laban seine Enkel und Töchter und gab ihnen seinen Segen. Dann zog Laban ab und kehrte heim. Gen 32:1 (32:2) Auch Jakob ging seines Weges. Da begegneten ihm Engel Gottes. Gen 32:2 (32:3) Als Jakob sie erblickte, rief er aus: "Das ist Gottes Heerlager." Darum nannte er jenen Ort Mahanajim (Doppellager). Gen 32:3 (32:4) Hierauf sandte Jakob Boten voraus an seinen Bruder Esau in das Land Seïr, ins Gebiet von Edom, Gen 32:4 (32:5) und trug ihnen auf: "Sagt so zu meinem Herrn Esau: Dein Knecht Jakob läßt dir mitteilen: Bei Laban habe ich geweilt und bis jetzt mich aufgehalten. Gen 32:5 (32:6) Dort bin ich in den Besitz von Rindern, Eseln und Kleinvieh, von Knechten und Mägden gekommen. Und nun wollte ich meinem Herrn Nachricht senden und so Gnade finden in deinen Augen." Gen 32:6 (32:7) Die Boten kehrten zu Jakob zurück mit der Meldung: "Wir haben deinen Bruder Esau getroffen; er zieht dir entgegen, und zwar mit 400 Mann." Gen 32:7 (32:8) Da geriet Jakob in große Furcht, und Angst überfiel ihn. Er verteilte daher die Leute, die er bei sich hatte, und ebenso das Kleinvieh, sowie die Rinder und Kamele auf zwei Lager. Gen 32:8 (32:9) Er dachte nämlich: Wenn Esau das eine Lager angreift und es überwältigt, wird das andere Lager entrinnen können. Gen 32:9 (32:10) Dann betete Jakob: "Gott meines Vaters Abraham! Gott meines Vaters Isaak! O Herr, der du zu mir gesagt hast: Kehre in dein Vaterland und zu deiner Verwandtschaft zurück, dann will ich es dir wohlergehen lassen! Gen 32:10 (32:11) Ich bin nicht wert all der Gnaden und all der Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast. Denn nur mit einem Wanderstab habe ich den Jordan dort überschritten, und jetzt bin ich im Besitz von zwei Lagern. Gen 32:11 (32:12) Ach, errette mich aus meines Bruders Hand, aus der Hand Esaus; denn ich fürchte mich vor ihm, daß er kommt und uns erschlägt, die Mütter samt den Kindern. Gen 32:12 (32:13) Du hast doch verheißen: Ich werde es dir wohlergehen lassen und deine Nachkommenschaft zahlreich machen wie den Sand am Meer, den man vor Menge nicht zählen kann." Gen 32:13 (32:14) Nachdem er dort jene Nacht zugebracht hatte, wählte er aus seinem Besitz ein Geschenk für seinen Bruder Esau aus: Gen 32:14 (32:15) zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder, Gen 32:15 (32:16) dreißig säugende Kamele mit ihren Füllen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Eselfüllen. Gen 32:16 (32:17) Diese übergab er seinen Knechten, Herde für Herde gesondert, und befahl seinen Knechten: "Zieht mir voraus und laßt zwischen den einzelnen Herden einen Abstand!" Gen 32:17 (32:18) Dem ersten gab er folgende Weisung: "Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich fragt: Wem gehörst du an, und wohin willst du, und wem gehören die Tiere da vor dir?, Gen 32:18 (32:19) so antworte: Deinem Knecht Jakob. Es ist ein Geschenk, das er meinem Herrn Esau schickt; er selbst kommt gleich hinter uns her." Gen 32:19 (32:20) So gab er auch dem zweiten und dritten und allen, die die Herden trieben, die Weisung: "Wie ich jetzt angeordnet habe, so sollt ihr zu Esau sprechen, wenn ihr ihn antrefft. Gen 32:20 (32:21) Sagt auch: Dein Knecht Jakob kommt uns gleich nach!" - Er dachte: "Ich will ihn durch das Geschenk, das mir vorauszieht, günstig stimmen. Erst dann will ich ihm vor die Augen treten. Vielleicht nimmt er mich dann freundlich auf." Gen 32:21 (32:22) So ging ihm das Geschenk voraus, während er selbst in jener Nacht im Lager blieb. Gen 32:22 (32:23) Doch erhob er sich noch in jener Nacht, nahm seine beiden Frauen und seine beiden Mägde sowie seine elf Söhne und überschritt die Furt des Jabbok. Gen 32:23 (32:24) Er nahm sie, setzte sie über den Fluß und brachte dann seine übrige Habe hinüber. Gen 32:24 (32:25) Jakob blieb allein zurück. Da rang einer mit ihm bis zum Anbruch der Morgenröte. Gen 32:25 (32:26) Als dieser sah, daß er ihn nicht bezwingen könne, berührte er ihn am Hüftgelenk, so daß Jakobs Hüftgelenk sich ausrenkte, während er mit ihm rang. Gen 32:26 (32:27) Jener sagte: "Laß mich los; denn die Morgenröte bricht an!" - Doch er erwiderte: "Ich lasse dich nicht los, ehe du mich gesegnet hast." Gen 32:27 (32:28) Jener fragte ihn: "Wie heißt du?" - Er antwortete: "Jakob." Gen 32:28 (32:29) Jener aber sagte: "Du sollst hinfort nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und den Sieg davongetragen." Gen 32:29 (32:30) Da bat Jakob: "Tu mir doch deinen Namen kund!" - Er erwiderte: "Warum fragst du mich nach meinem Namen?" - Alsdann segnete er ihn. Gen 32:30 (32:31) Jakob nannte den Ort Penuël; "denn," sagte er, "ich habe Gott von Angesicht gesehen und bin doch mit dem Leben davongekommen." Gen 32:31 (32:32) Als er Penuël hinter sich hatte, ging vor ihm die Sonne auf. - Er hinkte aber wegen seiner Hüfte. - Gen 32:32 (32:33) Darum essen die Israeliten bis auf den heutigen Tag den Hüftnerv nicht, der über das Hüftgelenk läuft, weil er Jakobs Hüftgelenk am Hüftnerv berührte. Gen 33:1 Als Jakob aufblickte und Esau mit 400 Mann herankommen sah, verteilte er die Kinder auf Lea und Rahel und die beiden Mägde. Gen 33:2 Die Mägde mit ihren Kindern stellte er an die Spitze, dahinter Lea mit ihren Kindern und zuletzt Rahel mit Josef. Gen 33:3 Er selbst aber ging ihnen voraus und verneigte sich siebenmal zur Erde, bis er nahe an seinen Bruder herangekommen war. Gen 33:4 Esau eilte ihm entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn; und sie weinten beide. Gen 33:5 Als er dann seine Augen erhob und die Frauen mit den Kindern erblickte, fragte er: "Wer sind denn diese da bei dir?" Er antwortete: "Es sind die Kinder, die Gott deinem Knecht geschenkt hat." Gen 33:6 Die Mägde traten mit ihren Kindern heran und verneigten sich. Gen 33:7 Dann kam auch Lea mit ihren Kindern heran und verneigte sich. Zuletzt traten Josef und Rahel herzu und verneigten sich. Gen 33:8 Er fragte: "Was soll denn der ganze Zug bedeuten, auf den ich stieß?" Er antwortete: "Ich wollte dadurch Gnade finden vor meinem Herrn." Gen 33:9 Esau sagte: "Ich habe Besitz genug, lieber Bruder! Behalte, was dir gehört!" Gen 33:10 Aber Jakob entgegnete: "Nein, wenn ich in deinen Augen Gnade gefunden haben, so mußt du mein Geschenk von mir annehmen. Darum bin ich gerade vor dich getreten, wie man vor Gott erscheint, und du hast mich gut aufgenommen. Gen 33:11 Nimm doch mein Begrüßungsgeschenk an, das dir überbracht wurde! Gott hat mich ja reich gesegnet, und ich habe vollauf genug." - So drang er in ihn, bis er es annahm. Gen 33:12 Dann sagte Esau: "Laßt uns aufbrechen und weiterwandern! Ich will neben dir herziehen!" Gen 33:13 Doch Jakob entgegnete ihm: "Mein Herr sieht selber, daß die Kinder noch zart sind. Auch bei den Schafen und Rindern bedürfen die Tiere, die noch säugen, meiner Obhut. Würde man diese auch nur einen Tag über Gebühr anstrengen, so ginge die ganze Herde zugrunde. Gen 33:14 Mein Herr ziehe doch vor seinem Knecht her! Ich will dann gemächlich weiterwandern, wie es die Kraft der Herde, die ich treibe, und die Kraft der Kinder gestattet, bis ich zu meinem Herrn nach Seïr gelange." Gen 33:15 Esau erwiderte: "So will ich wenigstens einige von den Leuten, die mich begleiten, bei dir lassen." Doch jener entgegnete: "Wozu das? Möchte ich nur Gnade finden in den Augen meines Herrn!" Gen 33:16 So kehrte denn Esau an jenem Tag um und nahm seinen Weg nach Seïr. Gen 33:17 Jakob aber zog weiter nach Sukkot und baute sich ein Haus, und für sein Vieh errichtete er Hütten. Darum nannte man jenen Ort Sukkot (Hütten). Gen 33:18 Bei seiner Rückkehr aus Paddan-Aram kam Jakob auch wohlbehalten in die Stadt Sichem, die im Land Kanaan liegt, und schlug östlich von der Stadt sein Lager auf. Gen 33:19 Das Stück Land aber, auf dem er sein Zelt aufgeschlagen hatte, kaufte er von den Söhnen Hamors, des Herrn von Sichem, um hundert Kesita. Gen 33:20 Dort errichtete er einen Altar, den er "Gott ist der Gott Israels" nannte. Gen 34:1 Eines Tages ging Dina, die Tochter, die Lea dem Jakob geboren hatte, aus, um die Töchter des Landes zu sehen. Gen 34:2 Als Sichem, der Sohn des hiwitischen Landesfürsten Hamor, sie erblickte, ergriff er sie und vergewaltigte sie. Gen 34:3 Sein Herz hing aber an Jakobs Tochter Dina; er hatte das Mädchen lieb und redete ihr freundlich zu. Gen 34:4 Darum bat Sichem seinen Vater Hamor: "Wirb für mich um dieses Mädchen, damit sie meine Frau wird!" Gen 34:5 Nun hatte Jakob zwar erfahren, daß man seine Tochter Dina entehrt hatte. Weil aber seine Söhne beim Vieh auf dem Feld waren, schwieg er bis zu ihrer Rückkehr. Gen 34:6 Sichems Vater ging also zu Jakob hinaus, um mit ihm Rücksprache zu nehmen. Gen 34:7 Als die Söhne Jakobs vom Feld heimkamen und von der Sache hörten, wurden die Männer sehr erbittert und gerieten in großen Zorn; denn durch die Entehrung der Tochter Jakobs hatte jener eine große Schandtat an Israel begangen. Solches hätte nicht geschehen dürfen. Gen 34:8 Hamor machte ihnen folgenden Vorschlag: "Mein Sohn Sichem hat sein Herz an eure Tochter gehängt. Gebt sie ihm doch zur Frau! Gen 34:9 Verschwägert euch mit uns! Gebt uns eure Töchter und nehmt euch unsere Töchter und bleibt bei uns wohnen! Gen 34:10 Das Land soll euch offen stehen! Bleibt da, durchzieht es und werdet darin ansässig!" Gen 34:11 Weiter sagte Sichem zu ihrem Vater und ihren Brüdern: "Möchte ich doch in euren Augen Gnade finden! Was ihr von mir fordert, will ich euch geben. Gen 34:12 Verlangt von mir als Heiratsgabe und Brautgeschenk soviel ihr wollt, ich will euch geben, was ihr von mir fordert. Nur gebt mir das Mädchen zur Frau!" Gen 34:13 Weil jener ihre Schwester Dina entehrt hatte, gaben die Söhne Jakobs dem Sichem und seinem Vater Hamor eine arglistige Antwort. Gen 34:14 Sie sagten nämlich zu ihm: "Wir können uns nicht darauf einlassen, unsere Schwester einem Mann zu geben, der unbeschnitten ist; denn dies gilt uns als Schande. Gen 34:15 Wir können nur unter der Bedingung euren Wunsch erfüllen, wenn ihr so werdet wie wir, wenn sich nämlich alles Männliche bei euch beschneiden läßt. Gen 34:16 Dann wollen wir euch unsere Töchter geben und uns eure Töchter nehmen und bei euch wohnen bleiben und zu einem Volk werden. Gen 34:17 Wollt ihr aber auf unseren Vorschlag, euch beschneiden zu lassen, nicht eingehen, so nehmen wir unsere Tochter und ziehen fort." Gen 34:18 Ihr Vorschlag gefiel dem Hamor und Sichem, dem Sohn Hamors. Gen 34:19 Und der junge Mann zögerte nicht, den Vorschlag zur Ausführung zu bringen; denn er hatte an Jakobs Tochter Gefallen und war in seiner ganzen Familie der Angesehenste. Gen 34:20 So gingen Hamor und sein Sohn Sichem zum Tor der Stadt und sagten zu den Männern ihrer Stadt: Gen 34:21 "Die Leute sind uns gegenüber friedlich gesinnt. Sie mögen im Land wohnen bleiben und es durchziehen. Das Land hat ja nach allen Seiten Raum genug für sie. Ihre Töchter wollen wir uns zu Frauen nehmen und ihnen dafür unsere Töchter geben. Gen 34:22 Doch nur unter der Bedingung wollen die Leute bei uns bleiben und ein Volk mit uns werden, wenn bei uns alles, was männlichen Geschlechtes ist, beschnitten wird, wie sie selbst beschnitten sind. Gen 34:23 Werden ihre Herden ihr Besitz und all ihr Vieh uns nicht zugute kommen? Wir wollen ihnen also zu Willen sein, damit sie bei uns wohnen bleiben!" Gen 34:24 Da stimmten dem Hamor und seinem Sohn Sichem alle zu, die zum Tor der Stadt hinausgingen. Alle Männer, alle, die zum Tor der Stadt hinausgingen, ließen sich beschneiden. Gen 34:25 Am dritten Tag aber, als sie im Wundfieber lagen, nahmen die beiden Söhne Jakobs, Simeon und Levi, Dinas Brüder, jeder sein Schwert, überfielen die Stadt, die nichts Böses ahnte, und erschlugen alle Männer. Gen 34:26 Auch Hamor und seinen Sohn Sichem töteten sie mit dem Schwert, holten Dina aus dem Haus Sichems und zogen davon. Gen 34:27 Die übrigen Söhne Jakobs fielen über die Erschlagenen her und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester entehrt hatte. Gen 34:28 Ihre Schafe, Rinder und Esel, was in der Stadt und was auf dem Feld war, nahmen sie weg. Gen 34:29 All ihre Habe, auch alle ihre Kinder und Frauen führten sie gefangen fort und raubten alles, was in den Häusern war. Gen 34:30 Jakob aber sagte zu Simeon und Levi: "Ihr stürzt mich ins Unglück, indem ihr mich bei den Bewohnern des Landes, den Kanaanitern und Perisitern, verhaßt macht. Ich habe doch nur wenige Leute. Wenn sie sich gegen mich zusammentun, werden sie mich schlagen, und ich gehe samt meinem Haus zugrunde." Gen 34:31 Sie aber antworteten: "Durfte er etwa unsere Schwester wie eine Dirne behandeln?" Gen 35:1 Gott befahl dem Jakob: "Mache dich auf, ziehe nach Bet-El hinauf, laß dich dort nieder und erbaue daselbst dem Gott, der dir erschien, als du vor deinem Bruder Esau flohst, einen Altar!" Gen 35:2 Da gebot Jakob seiner Familie und allen, die bei ihm waren: "Schafft die fremden Götter weg, die ihr bei euch habt, reinigt euch und legt andere Kleider an! Gen 35:3 Dann wollen wir uns aufmachen und nach Bet-El hinaufziehen. Dort will ich einen Altar bauen dem Gott, der mich in der Zeit meiner Drangsal erhört hat und mit mir gewesen ist auf dem Weg, den ich gewandert bin." Gen 35:4 Sie übergaben nun Jakob alle fremden Götter, die in ihrem Besitz waren, sowie die Ringe, die sie an ihren Ohren trugen, und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe, die bei Sichem steht. Gen 35:5 Dann brachen sie auf. - Es lag aber ein so überaus großer Schrecken auf den Städten ringsumher, daß man die Söhne Jakobs nicht verfolgte. Gen 35:6 So kam Jakob nach Lus, das im Land Kanaan liegt, das jetzt Bet-El heißt, samt allen Leuten, die bei ihm waren. Gen 35:7 Er erbaute dort einen Altar und nannte die Stätte "Gott von Bet-El," weil Gott sich ihm daselbst geoffenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh. Gen 35:8 Damals starb Debora, Rebekkas Amme, und wurde unterhalb von Bet-El unter der Eiche begraben; man nennt sie seitdem Klageeiche. Gen 35:9 Gott erschien dem Jakob zum zweitenmal seit seiner Rückkehr aus Paddan-Aram und segnete ihn. Gen 35:10 Gott sprach zu ihm: "Dein Name ist Jakob, doch sollst du nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel soll dein Name sein!" So nannte er ihn Israel. Gen 35:11 Weiter sagte Gott zu ihm: "Ich bin der allmächtige Gott! Sei fruchtbar und mehre dich! Ein Volk, ja eine Schar von Völkern soll von dir abstammen, und Könige sollen dir entsprossen! Gen 35:12 Das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich auch dir geben. Deinen Nachkommen werde ich das Land verleihen." Gen 35:13 Dann fuhr Gott von ihm auf an der Stätte, wo er mit ihm geredet hatte. Gen 35:14 Jakob errichtete einen Denkstein an der Stätte, wo er mit ihm geredet hatte, ein Steinmal, goß ein Trankopfer darauf und schüttete Öl darüber. Gen 35:15 Jakob nannte die Stätte, wo Gott mit ihm geredet hatte, Bet-El. Gen 35:16 Dann zogen sie von Bet-El weiter. Als es nicht mehr weit bis Efrata war, wurde Rahel von Geburtswehen befallen und hatte eine schwere Geburt. Gen 35:17 Wie sie nun bei ihrer Niederkunft so schwer zu leiden hatte, sagte die Hebamme zu ihr: "Sei getrost! Auch diesmal hast du einen Sohn!" Gen 35:18 Da ihr aber das Leben entfloh, - denn sie mußte sterben, - nannte sie ihn Ben-Oni (Unheilskind); sein Vater jedoch nannte ihn Benjamin (Erfolgskind). Gen 35:19 So starb Rahel und wurde am Weg nach Efrata, das ist Betlehem, begraben. Gen 35:20 Jakob errichtete einen Denkstein auf ihrem Grab. Das ist das Grabmal der Rahel bis auf den heutigen Tag. Gen 35:21 Dann zog Israel weiter und schlug sein Zelt jenseits von Migdal-Eder (Herdenturm) auf. Gen 35:22 Während nun Israel sich in dieser Gegend aufhielt, ging Ruben hin und verging sich an Bilha, der Nebenfrau seines Vaters, und Israel erfuhr es. Gen 35:23 Die Söhne Jakobs waren ihrer zwölf: Die Söhne der Lea: Ruben, der Erstgeborene Jakobs, und Simeon, Levi, Juda, Issachar und Sebulon. Gen 35:24 Die Söhne Rahels: Josef und Benjamin. Gen 35:25 Die Söhne Bilhas, der Magd Rahels: Dan und Naftali. Gen 35:26 Die Söhne Silpas, der Magd Leas: Gad und Ascher. - Dies also sind die Söhne Jakobs, die ihm in Paddan-Aram geboren wurden. Gen 35:27 Dann gelangte Jakob zu seinem Vater Isaak nach Mamre, nach Kirjat-Arba, das jetzt Hebron heißt, wo Abraham und Isaak als Fremdlinge geweilt hatten. Gen 35:28 Die Lebenszeit Isaaks betrug 180 Jahre. Gen 35:29 Denn verschied Isaak und starb und ward, alt und lebenssatt, zu seinen Vätern versammelt. Seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn. Gen 36:1 Das sind die Nachkommen Esaus, der auch Edom genannt wurde: Gen 36:2 Esau nahm sich seine Frauen aus den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter des Hetiters Elon, Oholibama, die Tochter des Ana, eines Sohnes des Hiwiters Zibon, Gen 36:3 und Basemat, die Tochter Ismaels, eine Schwester Nebajots. Gen 36:4 Ada gebar dem Esau Elifas, Basemat gebar Reguël, Gen 36:5 und Oholibama gebar Jëusch, Jalam und Korach. - Das waren die Söhne Esaus, die ihm in Kanaan geboren wurden. Gen 36:6 Esau nahm seine Frauen, Söhne und Töchter und alle Leute, die zu seinem Haus gehörten, sowie sein Weidevieh, all sein Zugvieh und seine ganze Habe, die er in Kanaan erworben hatte, und zog von seinem Bruder Jakob weg in ein anderes Land. Gen 36:7 Denn ihr Besitz war zu groß, als daß sie hätten beieinander bleiben können, und das Land, in dem sie weilten, reichte - ihrer Herden wegen - für sie nicht aus. Gen 36:8 So ließ sich Esau auf dem Bergland von Seïr nieder. - Esau wird auch Edom genannt. Gen 36:9 Das sind die Nachkommen Esaus, des Stammvaters der Edomiter, auf dem Bergland von Seïr. Gen 36:10 Die Namen der Söhne Esaus sind: Elifas, der Sohn der Ada, der Frau Esaus, und Reguël, der Sohn Basemats, der Frau Esaus. Gen 36:11 Die Söhne des Elifas sind: Teman, Omar, Zefo, Gatam und Kenas. Gen 36:12 Timna war die Nebenfrau des Elifas, des Sohnes Esaus. Sie gebar dem Elifas Amalek. Das waren die Söhne Adas, der Frau Esaus. Gen 36:13 Die Söhne Reguëls sind: Nahat, Serach, Schamma und Misa. Das waren die Söhne Basemats, der Frau Esaus. Gen 36:14 Die Söhne, die Oholibama, die Frau Esaus und Tochter Anas, eines Sohnes Zibons, Esau gebar, sind: Jëusch, Jalam und Korach. Gen 36:15 Das sind die Häuptlinge der Nachkommen Esaus: die Söhne des Elifas, des Erstgeborenen Esaus: Häuptling Teman, Häuptling Omar, Häuptling Zefo, Häuptling Kenas, Gen 36:16 Häuptling Korach, Häuptling Gatam, Häuptling Amalek. Das waren die Häuptlinge, die von Elifas in Edom abstammen, Nachkommen der Ada. Gen 36:17 Dies sind die Nachkommen Reguëls, des Sohnes Esaus: Häuptling Nahat, Häuptling Serach, Häuptling Schamma, Häuptling Misa. - Dies sind die Häuptlinge, die von Reguël in Edom abstammen, Nachkommen Basemats, der Frau Esaus. Gen 36:18 Dies sind die Söhne Oholibamas, der Frau Esaus: Häuptling Jëusch, Häuptling Jalam, Häuptling Korach. - Dies sind die Häuptlinge, die von Oholibama, der Frau Esaus und Tochter Anas, abstammen. Gen 36:19 Das sind die Söhne Esaus und das ihre Häuptlinge. Das ist Edom. Gen 36:20 Dies sind die Söhne Seïrs, des Horiters, die Ureinwohner des Landes: Lotan, Schobal, Zibon, Ana, Gen 36:21 Dischon, Ezer und Dischan. Das sind die Häuptlinge der Horiter, der Söhne Seïrs, in Edom. Gen 36:22 Die Söhne Lotans sind: Hori und Hemam. Die Schwester Lotans ist Timna. Gen 36:23 Das sind die Söhne Schobals: Alwan, Manahat, Ebal, Schefi und Onam. Gen 36:24 Das sind die Söhne Zibons: Aja und Ana. Das ist jener Ana, der das Wasser in der Wüste fand, als er die Esel seines Vaters Zibon weidete. Gen 36:25 Die Kinder Anas sind: Dischon und Oholibama, die Tochter Anas. Gen 36:26 Die Söhne Dischons sind: Hemdan, Eschban, Jitran und Keran. Gen 36:27 Die Söhne Ezers sind: Bilhan, Saawan und Akan. Gen 36:28 Die Söhne Dischans sind: Uz und Aran. Gen 36:29 Die Häuptlinge der Horiter sind: Häuptling Lotan, Häuptling Schobal, Häuptling Zibon, Häuptling Ana, Gen 36:30 Häuptling Dischon, Häuptling Ezer, Häuptling Dischan. Das waren die Häuptlinge der Horiter nach ihren Geschlechtern im Land Seïr. Gen 36:31 Dies sind die Könige, die in Edom regierten, bevor ein König der Israeliten herrschte. Gen 36:32 König über Edom war Bela, der Sohn Beors; seine Stadt hieß Dinhaba. Gen 36:33 Als Bela starb, wurde Jobab, der Sohn Serachs aus Bozra, König an seiner Stelle. Gen 36:34 Als Jobab starb, wurde Huscham aus dem Land der Temaniter König an seiner Stelle. Gen 36:35 Als Huscham starb, wurde Hadad, der Sohn Bedads, der Midian im Grünland von Moab schlug, König an seiner Stelle; seine Stadt hieß Awit. Gen 36:36 Als Hadad starb, wurde Samla aus Masreka König an seiner Stelle. Gen 36:37 Als Samla starb, wurde Schaul aus Rehobot am Strom (Eufrat) König an seiner Stelle. Gen 36:38 Als Schaul starb, wurde Baal-Hanan, der Sohn Achbors, König an seiner Stelle. Gen 36:39 Als Baal-Hanan, der Sohn Achbors, starb, wurde Hadad König an seiner Stelle; seine Stadt hieß Pagu. Seine Frau hieß Mehetabel; sie war die Tochter Matreds und Enkelin Me-Sahabs. Gen 36:40 Das sind die Namen der Häuptlinge Esaus nach ihren Geschlechtern, nach ihren Wohnsitzen und mit ihren Namen: Häuptling Timna, Häuptling Alwa, Häuptling Jetet, Gen 36:41 Häuptling Oholibama, Häuptling Ela, Häuptling Pinon, Gen 36:42 Häuptling Kenas, Häuptling Teman, Häuptling Mibzar, Gen 36:43 Häuptling Magdiël, Häuptling Iram. - Dies sind die Häuptlinge von Edom nach ihren Wohnsitzen im Land, das sie in Besitz genommen hatten. Das ist der Stammbaum Esaus, des Stammvaters der Edomiter. Gen 37:1 Jakob ließ sich in dem Land nieder, in dem seine Väter als Fremdlinge geweilt hatten, im Land Kanaan. Gen 37:2 Dies ist die Familiengeschichte Jakobs: Als Josef siebzehn Jahre alt war, hütete er mit seinen Brüdern die Schafe, und zwar half er den Söhnen Bilhas und Silpas, der Frauen seines Vaters. Was man jenen Übles nachsagte, das berichtete Josef ihrem Vater. Gen 37:3 Israel hatte aber Josef lieber als alle seine Söhne, und so ließ er ihm ein langes Ärmelkleid machen. Gen 37:4 Als nun seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder, faßten sie Haß gegen ihn und brachten es nicht über sich, freundlich mit ihm zu reden. Gen 37:5 Einst hatte Josef einen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern. Nun haßten sie ihn noch ärger. Gen 37:6 Er erzählte ihnen: "Hört einmal, was ich für einen Traum gehabt habe! Gen 37:7 Denkt euch! Wir waren auf dem Feld beim Garbenbinden. Meine Garbe richtete sich auf und blieb stehen, während sich eure Garben ringsherumstellten und sich vor meiner Garbe verneigten." Gen 37:8 Da sagten die Brüder zu ihm: "Du willst wohl über uns noch König werden oder uns beherrschen?" Seitdem haßten sie ihn noch mehr wegen seiner Träume und seiner Reden. Gen 37:9 Ein andermal hatte er wieder einen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern. Er sagte: "Hört! Ich habe wieder einen Traum gehabt: Sonne, Mond und elf Sterne verneigten sich vor mir." Gen 37:10 Als er das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sagte zu ihm: "Was ist das für ein Traum, den du da gehabt hast? Sollen etwa ich, deine Mutter und deine Brüder kommen und uns vor dir niederwerfen?" Gen 37:11 Seitdem waren seine Brüder auf ihn eifersüchtig; sein Vater aber merkte sich die Sache. Gen 37:12 Als seine Brüder weggegangen waren, um bei Sichem die Schafe ihres Vaters zu weiden, Gen 37:13 sagte Israel zu Josef: "Deine Brüder hüten bei Sichem. Komm, ich will dich jetzt zu ihnen schicken!" Er antwortete ihm: "Ich bin bereit!" Gen 37:14 Da sagte er zu ihm: "Geh, schau nach, ob es deinen Brüdern und der Herde gut geht, und bringe mir Bescheid!" - So sandte er ihn aus dem Tal von Hebron weg, und er kam nach Sichem Gen 37:15 Wie er dort auf dem Feld umherirrte, traf ihn ein Mann; der fragte ihn: "Was suchst du? Gen 37:16 Er antwortete: "Ich suche meine Brüder. Sage mir doch, wo sie jetzt hüten!" Gen 37:17 Der Mann erwiderte: "Sie sind von hier weitergezogen, denn ich habe sie sagen hören: Wir wollen nach Dotan gehen." So ging denn Josef seinen Brüdern nach und traf sie in Dotan. Gen 37:18 Als sie ihn von weitem sahen, bevor er noch zu ihnen herangekommen war, heckten sie einen arglistigen Plan gegen ihn aus, um ihn umzubringen. Gen 37:19 Sie sagten zueinander: "Seht, da kommt der Träumer! Gen 37:20 Her jetzt, wir wollen ihn totschlagen und ihn in eine der Zisternen werfen und dann sagen, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Wir werden ja sehen, was aus seinen Träumen wird." Gen 37:21 Als Ruben dies hörte, suchte er ihn aus ihren Händen zu erretten und sagte: "Wir wollen ihn nicht ums Leben bringen!" Gen 37:22 Und Ruben redete ihnen zu: "Vergießt kein Blut! Werft ihn dort in die Zisterne in der Steppe, aber legt nicht Hand an ihn!" So wollte er ihn aus ihrer Hand retten und ihn seinem Vater wieder zurückbringen. Gen 37:23 Sobald nun Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie Josef den Rock, den langen Leibrock, den er anhatte, aus, packten ihn und warfen ihn in eine Zisterne. Gen 37:24 Die Zisterne war aber leer; kein Wasser war darin. Gen 37:25 Dann setzten sie sich nieder, um ihre Mahlzeit einzunehmen. Als sie ihre Augen erhoben und ausschauten, sahen sie eine Karawane von Ismaelitern aus der Richtung von Gilead daherkommen. Ihre Kamele waren mit Gummi, Balsam und Rosenharz beladen; sie waren damit unterwegs, um es nach Ägypten zu bringen. Gen 37:26 Juda sagte zu seinen Brüdern: "Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder umbringen und sein Blut zudecken? Gen 37:27 Kommt, wir wollen ihn an die Ismaeliter verkaufen und nicht Hand an ihn legen! Er ist ja unser Bruder, unser eigen Fleisch." Seine Brüder willigten ein. Gen 37:28 Als nun die midianitischen Kaufleute vorüberkamen, holten jene Josef aus der Zisterne herauf und verkauften Josef für zwanzig Silberlinge an die Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypten. Gen 37:29 Als Ruben wieder zur Zisterne kam, war Josef nicht mehr in der Zisterne. Er zerriß seine Kleider, Gen 37:30 kehrte zu seinen Brüdern zurück und sprach: "Der Knabe ist nicht mehr da! Wohin soll ich nun gehen?" Gen 37:31 Jene aber nahmen Josefs Rock, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock in das Blut. Gen 37:32 Dann schickten sie den langen Rock hin und ließen ihn ihrem Vater bringen und ihm sagen: "Das haben wir gefunden; sieh nach, ob es der Rock deines Sohnes ist oder nicht!" Gen 37:33 Er sah ihn an und rief aus: "Es ist der Rock meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihn gefressen! Zerrissen, zerrissen ist Josef!" Gen 37:34 Und Jakob zerriß seine Kleider und legte ein Sacktuch um seine Hüfte und trauerte um seinen Sohn lange Zeit. Gen 37:35 Zwar bemühten sich alle seine Söhne und Töchter, ihn zu trösten, doch er wollte sich nicht trösten lassen und sagte: "Nein! Trauernd will ich zu meinem Sohn in die Unterwelt hinabsteigen." - So beweinte ihn sein Vater. Gen 37:36 Die Midianiter aber verkauften ihn nach Ägypten an Potifar, einen Kämmerer des Pharao, den Obersten der Leibwache. Gen 38:1 Um jene Zeit zog Juda von seinen Brüdern weg und schlug sein Zelt bei einem Mann aus Adullam namens Hira auf. Gen 38:2 Dort sah Juda die Tochter eines Kanaaniters, der Schua hieß; er nahm sie zur Frau und lebte mit ihr. Gen 38:3 Sie wurde guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den er Er nannte. Gen 38:4 Dann wurde sie wieder guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den sie Onan nannte. Gen 38:5 Hierauf gebar sie noch einen Sohn, dem sie den Namen Schela gab; Juda aber war zu Kesib, als sie ihn gebar. Gen 38:6 Juda nahm nun für seinen erstgeborenen Sohn Er eine Frau namens Tamar. Gen 38:7 Er aber, Judas erstgeborener Sohn, machte sich dem Herrn mißfällig, und so ließ ihn der Herr sterben. Gen 38:8 Da sagte Juda zu Onan: "Lebe mit der Frau deines Bruders! Leiste ihr die Schwagerpflicht, damit du deinem Bruder Nachkommen verschaffst!" Gen 38:9 Weil Onan aber wußte, daß die Kinder nicht ihm gehören würden, ließ Onan, wenn er der Frau seines Bruders beiwohnte, den Samen zur Erde fallen, um seinem Bruder keine Nachkommen zu verschaffen. Gen 38:10 Doch dem Herrn mißfiel, was er tat, und so ließ er auch ihn sterben. Gen 38:11 Juda sagte nun zu seiner Schwiegertochter Tamar: "Wohne als Witwe im Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela herangewachsen ist!" - Er fürchtete nämlich, auch dieser könnte wie seine Brüder sterben. So ging Tamar hin und wohnte im Haus ihres Vaters. Gen 38:12 Als längere Zeit verstrichen war, starb Schuas Tochter, die Frau Judas. Nachdem Juda die Trauerzeit gehalten hatte, begab er sich mit seinem Freund Hira aus Adullam nach Timna zur Schafschur. Gen 38:13 Tamar wurde berichtet: "Eben kommt dein Schwiegervater nach Timna zur Schafschur." Gen 38:14 Da legte sie ihre Witwenkleidung ab, hüllte sich in einen Schleier und vermummte sich dicht. Dann setzte sie sich dorthin, wo es nach Enajim geht, das am Weg nach Timna liegt. Sie hatte nämlich bemerkt, daß Schela erwachsen war, ohne daß man sie ihm zur Frau gegeben hatte. Gen 38:15 Als Juda sie so sah, hielt er sie für eine Dirne; denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt. Gen 38:16 Er bog zu ihr ab an den Wegrand und sagte: "Höre, sei mir zu Willen!" - Er wußte nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie antwortete: "Was willst du mir geben, wenn ich dir zu Willen bin?" Gen 38:17 Er sagte: "Ich will dir ein Ziegenböckchen von der Herde schicken." Sie entgegnete: "Wenn du mir ein Pfand gibst, bis du es schickst." Gen 38:18 Er fragte: "Was für ein Pfand soll ich dir geben?" Sie antwortete: "Deinen Siegelring, deine Schnur und deinen Stab, den du in der Hand hast." Er gab es ihr, wohnte ihr bei, und sie wurde von ihm guter Hoffnung. Gen 38:19 Sie stand nun auf und ging von dannen, legte ihren Schleier ab und zog ihre Witwenkleidung wieder an. Gen 38:20 Juda schickte das Böckchen durch seinen Freund aus Adullam, um das Pfand von der Frau zurückzuerhalten; doch dieser fand sie nicht. Gen 38:21 Er fragte die Leute ihres Ortes: "Wo ist die Dirne, die in Enajim am Weg zu sitzen pflegt?" Sie antworteten ihm aber: "Hier war keine Dirne." Gen 38:22 So kehrte er zu Juda zurück und sagte: "Ich habe sie nicht gefunden, und auch die Leute des Ortes versicherten mir: Hier war keine Dirne." Gen 38:23 Juda entgegnete: "Sie mag es für sich behalten! Wenn wir nur nicht zum Gespött werden! Genug, ich habe das Böckchen geschickt, aber du hast sie nicht finden können." Gen 38:24 Etwa drei Monate später wurde dem Juda berichtet: "Deine Schwiegertochter Tamar hat sich vergangen und ist infolge ihrer Unzucht in Hoffnung." Juda gebot: "Führt sie hinaus! Sie soll verbrannt werden!" Gen 38:25 Als man sie hinausführen wollte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: "Von dem Mann, dem diese Sachen gehören, bin ich schwanger." Und sie ließ ihm weiter sagen: "Sieh doch nach, wem dieser Siegelring, diese Schnüre und dieser Stab gehören!" Gen 38:26 Als Juda die Sachen angesehen hatte, sagte er: "Sie ist im Recht wider mich. Warum gab ich sie nicht meinem Sohn Schela zur Frau?" Er hatte aber fortan keinen Umgang mehr mit ihr. Gen 38:27 Als nun die Zeit kam, da sie gebären sollte, waren Zwillinge in ihrem Schoß. Gen 38:28 Während sie gebar, streckte der eine die Hand vor. Die Hebamme nahm einen roten Faden, band ihn um seine Hand und sagte: "Der ist zuerst herausgekommen." Gen 38:29 Er zog aber seine Hand wieder zurück, und sein Bruder kam zum Vorschein. Da sagte sie: "Wozu machst du dir einen Riß?" Und so nannte man ihn Perez (Riß, Durchbruch). Gen 38:30 Hierauf kam sein Bruder zum Vorschein, an dessen Hand der rote Faden war, und man nannte ihn Serach (Rotglanz). Gen 39:1 Als Josef nach Ägypten gebracht worden war, kaufte ihn von den Ismaelitern, die ihn dorthin gebracht hatten, Potifar, ein Hofbeamter des Pharao, der Oberste der Leibwächter, ein Ägypter. Gen 39:2 Doch der Herr war mit Josef, so daß ihm alles gelang. So blieb er im Haus seines ägyptischen Herrn. Gen 39:3 Weil sein Herr sah, daß der Herr mit ihm war, und daß der Herr ihm alles, was er unternahm, gelingen ließ, Gen 39:4 fand Josef Gnade in seinen Augen; er durfte ihn bedienen, und dieser setzte ihn zum Verwalter über sein Haus ein und vertraute ihm sein ganzes Eigentum an. Gen 39:5 Von der Zeit an, wo er ihn zum Verwalter über sein Haus und über sein ganzes Eigentum bestellt hatte, segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josefs willen, und des Herrn Segen ruhte auf allem, was ihm gehörte, in Haus und Feld. Gen 39:6 Darum vertraute er dem Josef sein ganzes Eigentum an und kümmerte sich neben ihm um nichts mehr, außer um die Speise, die er genoß. Josef aber war schön von Gestalt und schön von Antlitz. Gen 39:7 Einige Zeit danach warf die Gattin seines Herr ihr Auge auf Josef und sagte zu ihm: "Komm doch zu mir!" Gen 39:8 Er aber weigerte sich und sagte zu der Gattin seines Herrn: "Bedenke, mein Herr kümmert sich neben mir um nichts im Haus und hat mir all sein Eigentum anvertraut. Gen 39:9 Er hat in diesem Haus nicht mehr Macht als ich und hat mir nichts vorenthalten als dich, weil du seine Frau bist. Wie sollte ich nun ein so schweres Unrecht tun und mich so gegen Gott versündigen?" Gen 39:10 Obgleich sie Tag für Tag auf Josef einredete, hörte er nicht auf ihre Lockungen, zu ihr zu kommen und sich mit ihr abzugeben. Gen 39:11 Nun begab es sich eines Tages, daß er, um seine Geschäfte zu besorgen, ins Haus kam, während niemand von den Hausangehörigen drinnen war. Gen 39:12 Da ergriff sie ihn bei seinem Gewand und sagte: "Sei mir zu Willen!" Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand, ergriff die Flucht und lief hinaus. Gen 39:13 Als sie sah, daß er sein Gewand in ihrer Hand gelassen hatte und entflohen war, Gen 39:14 rief sie ihre Hausangehörigen herbei und sagte zu ihnen: "Da seht! Er hat uns einen Hebräer gebracht, der seinen Mutwillen mit uns treiben soll. Er kam zu mir herein, um mich zu Fall zu bringen; ich aber schrie laut auf. Gen 39:15 Doch wie er hörte, daß ich ein lautes Geschrei erhob, ließ er sein Gewand neben mir liegen, ergriff die Flucht und lief hinaus." Gen 39:16 Und sie legte sein Gewand neben sich, bis sein Herr heimkam Gen 39:17 Diesem erzählte sie das gleiche, nämlich: "Der hebräische Sklave, den du uns gebracht hast, kam zu mir herein, um mit mir sein Spiel zu treiben. Gen 39:18 Doch als ich ein lautes Geschrei erhob, ließ er sein Gewand neben mir und floh hinaus." Gen 39:19 Als nun der Herr die Erzählung seiner Frau vernahm, die sie ihm vorbrachte: "In solcher Weise hat sich dein Knecht, dein Sklave, gegen mich benommen," wurde er sehr zornig. Gen 39:20 Josefs Herr ließ ihn ergreifen und in den Kerker werfen, wo die Gefangenen des Königs in Gewahrsam waren. Dort saß er nun im Gefängnis. Gen 39:21 Doch der Herr war mit Josef und ließ ihn die Herzen gewinnen; besonders wandte er ihm die Gunst des Gefängnisaufsehers zu. Gen 39:22 So vertraute der Gefängnisaufseher alle Gefangenen, die sich im Gefängnis befanden, Josef an; alles was dort geschah, erfolgte nach seiner Anordnung. Gen 39:23 Der Gefängnisaufseher brauchte sich um das, was er ihm anvertraute, nicht mehr zu kümmern, weil der Herr mit ihm war und der Herr gelingen ließ, was er unternahm. Gen 40:1 Einige Zeit danach vergingen sich der Mundschenk und der Bäcker des Königs von Ägypten gegen ihren Herrn, den König von Ägypten. Gen 40:2 Da wurde der Pharao über seine beiden Hofbeamten, den Obermundschenk und den Oberbäcker, zornig Gen 40:3 und ließ sie im Haus des Obersten der Leibwache in den gleichen Kerker werfen, in dem auch Josef gefangen saß. Gen 40:4 Der Oberste der Leibwache betraute Josef mit ihrer Bedienung. Als sie längere Zeit in Haft waren, Gen 40:5 hatten sie beide in der gleichen Nacht einen Traum. Jeder hatte einen Traum von besonderer Bedeutung, der Mundschenk sowohl als auch der Bäcker des Königs von Ägypten, die im Kerker gefangen saßen. Gen 40:6 Als Josef am anderen Morgen zu ihnen hereinkam, sah er ihnen an, daß sie niedergeschlagen waren. Gen 40:7 Er fragte die Hofbeamten des Pharao, die mit ihm im Haus seines Herrn in Haft waren: "Warum macht ihr heute so verdrießliche Gesichter?" Gen 40:8 Sie antworteten ihm: "Wir haben einen Traum gehabt, aber niemand ist da, der ihn deuten könnte." Josef sagte zu ihnen: "Traumdeutungen sind Sache Gottes. Erzählt mir einmal!" Gen 40:9 Der Obermundschenk erzählte dem Josef seinen Traum: "Ich sah im Traum einen Weinstock vor mir stehen. Gen 40:10 Drei Ranken waren an dem Weinstock. Als er zu sprossen anfing, brachen auch schon seine Blüten hervor, und die Trauben trugen gleichzeitig reife Beeren. Gen 40:11 Ich hatte den Becher des Pharao in der Hand, nahm die Trauben, preßte sie in den Becher des Pharao und gab dem Pharao den Becher in die Hand." Gen 40:12 Josef antwortete ihm: "Die Deutung dafür ist folgende: Die drei Ranken sind drei Tage. Gen 40:13 Nach drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben und dich wiederum in dein Amt einsetzen; dann wirst du dem Pharao den Becher in die Hand geben, ganz so wie früher, als du sein Mundschenk warst. Gen 40:14 Denke dann auch an mich, wenn es dir gut geht! Erweise mir die Liebe, mich beim Pharao zu empfehlen und mich aus diesem Haus zu befreien. Gen 40:15 Denn ich bin aus dem Land der Hebräer entführt worden, und auch hier habe ich nichts verbrochen, dessentwegen man mich in den Kerker werfen mußte." Gen 40:16 Als der Oberbäcker sah, wie gut Josef zu deuten wußte, sagte er zu ihm: "In meinem Traum war es mir, als trüge ich drei Körbe mit feinem Gebäck auf meinem Haupt. Gen 40:17 Im obersten Korb befanden sich allerlei Eßwaren für den Pharao, wie sie der Bäcker herstellt; aber die Vögel fraßen sie aus dem Korb auf meinem Kopf weg." Gen 40:18 Josef antwortete: "Die Deutung dafür ist folgende: Die drei Körbe sind drei Tage. Gen 40:19 Heute in drei Tagen wird der Pharao dein Haupt erheben - aber weg von dir, indem er dich an einem Pfahl aufhängen läßt, und die Vögel werden dein Fleisch von dir wegfressen." Gen 40:20 Am dritten Tag darauf, dem Geburtstag des Pharao, veranstaltete dieser ein Gastmahl für seinen ganzen Hof. Da erhob er dem Obermundschenk und dem Oberbäcker im Beisein seiner Diener das Haupt: Gen 40:21 Den Obermundschenk setzte er wieder in sein Amt ein, so daß er dem Pharao wieder den Becher reichen durfte. Gen 40:22 Den Oberbäcker aber ließ er hängen, ganz nach der Deutung, die ihnen Josef gegeben hatte. Gen 40:23 Der Obermundschenk jedoch dachte nicht mehr an Josef, sondern vergaß ihn. Gen 41:1 Zwei Jahre später hatte der Pharao einen Traum. Es war ihm, als stehe er am Nil. Gen 41:2 Aus dem Nil stiegen sieben Kühe herauf, stattlich und wohlgenährt, und weideten im Riedgras. Gen 41:3 Doch nach ihnen stiegen sieben andere Kühe aus dem Nil herauf, häßlich und dürr, und traten neben die anderen Kühe am Ufer des Nil. Gen 41:4 Dann fraßen die häßlichen, mageren Kühe die sieben stattlichen, fetten Kühe auf. - Und der Pharao erwachte. Gen 41:5 Als er wieder eingeschlafen war, hatte er einen zweiten Traum: Sieben Ähren wuchsen an einem Halm, dick und schön. Gen 41:6 Nach ihnen sproßten sieben dürre, vom Ostwind versengte Ähren auf; Gen 41:7 und die dürren Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. - Der Pharao erwachte und merkte, daß er geträumt hatte. Gen 41:8 Am Morgen war sein Geist voller Unruhe. Er sandte hin und ließ die Schriftkundigen und Weisen Ägyptens rufen. Der Pharao erzählte ihnen seine Träume, aber keiner fand sich, der sie dem Pharao zu deuten vermochte. Gen 41:9 Nun nahm der Obermundschenk das Wort und sagte zum Pharao: "Ich muß heute meine Schuld in Erinnerung bringen. Gen 41:10 Der Pharao war einst auf seine Diener zornig und hatte mich im Haus des Obersten der Leibwache in Haft legen lassen, mich und den Oberbäcker. Gen 41:11 Wir hatten in der gleichen Nacht einen Traum, ich und er. Jeder von uns hatte einen Traum, der von besonderer Bedeutung war. Gen 41:12 Nun war dort bei uns ein junger hebräischer Mann, ein Sklave des Obersten der Leibwache. Dem erzählten wir es, und er deutete uns unsere Träume. Er gab dem Traum eines jeden die passende Deutung. Gen 41:13 Und ganz so, wie er die Deutung gegeben hatte, traf es ein: Mich hat man wieder in mein Amt eingesetzt, und den anderen hat man hängen lassen." Gen 41:14 Nun sandte der Pharao hin und ließ Josef rufen. Man holte ihn in aller Eile aus dem Gefängnis. Nachdem er die Haare geschoren und die Kleider gewechselt hatte, begab er sich zu Pharao. Gen 41:15 Der Pharao sagte zu Josef: "Ich habe einen Traum gehabt, aber keiner weiß ihn zu deuten. Nun habe ich von dir vernommen, du brauchtest einen Traum nur zu hören, so könntest du ihn schon deuten." Gen 41:16 Josef antwortete dem Pharao: "Ich vermag nichts; aber Gott wird dem Pharao kundtun, was ihm zum Heil gereicht." Gen 41:17 Der Pharao erzählte dem Josef: "In meinem Traum stand ich am Ufer des Nil. Gen 41:18 Da stiegen aus dem Nil sieben Kühe herauf, wohlgenährt und stattlich, und weideten im Riedgras. Gen 41:19 Doch nach ihnen stiegen sieben andere Kühe herauf, dürr, ganz häßlich und mager; nie habe ich in ganz Ägypten so häßliche gesehen wie diese. Gen 41:20 Die mageren und häßlichen Kühe fraßen die sieben ersten, fetten Kühe auf. Gen 41:21 Als diese in ihrem Magen verschwunden waren, merkte man dennoch nicht, daß sie in ihren Magen gekommen waren; ihr Aussehen blieb häßlich wie zuvor. - Da erwachte ich. Gen 41:22 Dann sah ich in meinem Traum, wie sieben Ähren an einem Halm emporwuchsen, voll und schön. Gen 41:23 Doch nach ihnen sproßten sieben andere Ähren auf, taub, dürr, vom Ostwind versengt. Gen 41:24 Und die dürren Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. - Ich habe es schon den Schriftkundigen erzählt; doch keiner konnte mir Bescheid geben." Gen 41:25 Josef sagte zum Pharao: "Diese Träume des Pharao bedeuten ein und dasselbe; Gott hat dem Pharao kundgetan, was er zu tun gedenkt. Gen 41:26 Die sieben schönen Kühe bedeuten sieben Jahre; auch die sieben schönen Ähren bedeuten sieben Jahre: Die Träume haben die gleiche Bedeutung. Gen 41:27 Auch die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach jenen heraufstiegen, bedeuten sieben Jahre, und die sieben leeren, vom Ostwind versengten Ähren bedeuten sieben Hungerjahre. Gen 41:28 Das meinte ich, als ich zum Pharao sprach: Gott hat den Pharao schauen lassen, was er zu tun gedenkt. Gen 41:29 Ja, es werden jetzt sieben Jahre kommen, da großer Überfluß im ganzen Land Ägypten herrschen wird. Gen 41:30 Nach ihnen aber werden sieben Hungerjahre eintreten. Vom ganzen Überfluß im Land Ägypten wird keine Spur zurückbleiben, und die Hungersnot wird das Land verzehren. Gen 41:31 Vom Überfluß wird man im Land nichts mehr merken infolge dieser Hungersnot, die nachher kommt; denn sie wird sehr drückend sein. Gen 41:32 Daß aber der Traum des Pharao sich nochmals wiederholt hat, bedeutet, daß die Sache bei Gott fest beschlossen ist und Gott sie ohne Verzug ins Werk setzen wird. Gen 41:33 Und nun möge sich der Pharao nach einem klugen und weisen Mann umsehen und ihn über das Land Ägypten setzen. Gen 41:34 Der Pharao wolle ferner sofort Aufseher über das Land bestellen und während der sieben Jahre des Überflusses vom Land Ägypten den Fünften erheben. Gen 41:35 Man sammle den ganzen Ernteertrag dieser guten Jahre, die jetzt kommen, und speichere das Getreide zur Verfügung des Pharao als Vorrat in den Städten auf und verwahre es dort. Gen 41:36 Dann ist das Land mit Getreide eingedeckt für die sieben Hungerjahre, die über Ägypten kommen werden, und so wird das Land nicht durch die Hungersnot zugrunde gehen." Gen 41:37 Diese Rede fand den Beifall des Pharao und all seiner Diener. Gen 41:38 Und der Pharao sagte zu seinen Dienern: "Könnten wir wohl einen Mann finden, in dem der Geist Gottes wohnt wie in diesem?" Gen 41:39 Zu Josef aber sagte der Pharao: "Nachdem Gott dir alles geoffenbart hat, gibt es keinen, der so klug und weise wäre wie du. Gen 41:40 Du selbst sollst meinem Haus vorstehen; mein ganzes Volk soll sich deinen Befehlen unterwerfen; nur den Thron will ich vor dir voraushaben!" Gen 41:41 Dann sagte der Pharao zu Josef: "Hiermit setze ich dich über ganz Ägypten." Gen 41:42 Zugleich zog der Pharao seinen Siegelring von seiner Hand und steckte ihn an Josefs Hand, ließ ihn hierauf in Byssusgewänder kleiden und legte ihm die goldene Kette um den Hals. Gen 41:43 Er ließ ihn auf seinem zweiten Wagen fahren und vor ihm ausrufen: "Achtung!" - So setzte er ihn über ganz Ägypten. Gen 41:44 Alsdann sagte der Pharao zu Josef: "Zwar bin ich der Pharao; aber gegen deinen Willen soll niemand Hand oder Fuß rühren in ganz Ägypten." Gen 41:45 Der Pharao legte Josef den Namen Zafenat-Paneach bei und gab ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, zur Frau. - So wurde Josef Herr über Ägypten. Gen 41:46 Josef war dreißig Jahre alt, als er in des Pharao, des König von Ägypten, Dienste trat. Nachdem Josef vom Pharao weggegangen war, zog er durch ganz Ägypten. Gen 41:47 Das Land brachte nun in den sieben Jahren des Überflusses Ertrag in großer Fülle. Gen 41:48 Er sammelte den ganzen Ernteertrag, den es in den sieben Jahren in Ägypten gab, und ließ das Getreide in die Städte schaffen; in jede Stadt brachte er den Ertrag der umliegenden Felder ein. Gen 41:49 So häufte Josef Getreide auf gleich dem Sand am Meer in so gewaltigen Mengen, daß er davon abstehen mußte, es zu messen; denn man konnte es nicht mehr messen. Gen 41:50 Noch ehe die Hungersnot ausbrach, wurden dem Josef zwei Söhne geboren: Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, gebar sie ihm. Gen 41:51 Josef nannte den Erstgeborenen Manasse (Vergeßling); "denn," sagte er, "Gott hat mich all mein Unglück und mein ganzes Vaterhaus vergessen lassen." Gen 41:52 Den zweiten nannte er Efraim (Fruchtbringer); "denn," sagte er, "Gott hat mich fruchtbar werden lassen im Land meines Elends." Gen 41:53 Als dann die sieben Jahre, in denen Überfluß in Ägypten herrschte, vorüber waren, Gen 41:54 brachen die sieben Hungerjahre an, wie Josef verkündet hatte. Eine Hungersnot entstand in allen Länder; doch in ganz Ägypten gab es Brot. Gen 41:55 Sobald aber auch ganz Ägypten zu hungern begann, schrie das Volk zum Pharao um Brot. Der Pharao wies alle Ägypter an: "Geht zu Josef! Was der euch sagen wird, das tut!" Gen 41:56 Als nun im ganzen Land Hungersnot herrschte, ließ Josef alle Kornspeicher öffnen und den Ägyptern Getreide verkaufen. Dennoch wurde die Hungersnot in Ägypten immer drückender. Gen 41:57 Alle Welt kam nach Ägypten, um Getreide bei Josef zu kaufen; denn auf der ganzen Welt herrschte drückende Hungersnot. Gen 42:1 Als Jakob hörte, daß in Ägypten Getreide zu haben sei, sagte Jakob zu seinen Söhnen: "Was zögert ihn noch lange?" Gen 42:2 Und er fuhr fort: "Seht, ich habe gehört, daß es in Ägypten Getreide gibt. Zieht hin und kauft dort für uns Getreide, damit wir am Leben bleiben und nicht sterben!" Gen 42:3 So zogen denn zehn von Josefs Brüdern hinab, um in Ägypten Getreide zu kaufen. Gen 42:4 Benjamin aber, den Bruder Josefs, schickte Jakob nicht mit seinen Brüdern: denn er fürchtete, es könne ihm ein Unfall zustoßen. Gen 42:5 So kamen unter denen, die herbeiströmten, auch die Söhne Israels, um Getreide zu kaufen; denn auch in Kanaan herrschte Hungersnot. Gen 42:6 Nun war Josef Gebieter im Land; er war es, der allen Leuten im Land Getreide verkaufte. Als nun Josefs Brüder kamen und sich vor ihm bis zur Erde verneigten Gen 42:7 und Josef seine Brüder sah, erkannte er sie wohl, doch stellte er sich fremd gegen sie, fuhr sie hart an und sagte zu ihnen: "Woher kommt ihr?" Sie antworteten: "Aus Kanaan, um Getreide zu kaufen." Gen 42:8 Während Josef seine Brüder erkannt hatte, erkannten sie ihn nicht. Gen 42:9 Da mußte Josef an die Träume denken, die er einst von ihnen gehabt hatte. Er sagte zu ihnen: "Spione seid ihr! Ihr kommt nur her, um auszuforschen, wo das Land eine schwache Stelle hat!" Gen 42:10 Sie entgegneten ihm: "O nein, Herr, sondern deine Knechte sind gekommen, um Getreide zu kaufen. Gen 42:11 Wir alle sind Söhne eines einzigen Mannes. Ehrliche Leute sind wir. Deine Knechte sind keine Spione." Gen 42:12 Doch er erwiderte ihnen: "Nichts da! Sondern ihr kommt nur her, um zu erkunden, wo das Land eine schwache Stelle hat." Gen 42:13 Sie antworteten: "Deine Knechte sind ihrer zwölf, lauter Brüder, Söhne eines einzigen Mannes in Kanaan; doch der jüngste ist zur Zeit bei unserem Vater, und einer ist nicht mehr am Leben." Gen 42:14 Josef erwiderte ihnen: "Es ist so wie ich zu euch gesagt habe: Ihr seid Spione! Gen 42:15 Daran sollt ihr erprobt werden, beim Leben des Pharao! Ihr dürft nicht von hier fortgehen, bis euer jüngster Bruder hierher gekommen ist. Gen 42:16 Schickt einen von euch hin, euren Bruder zu holen! Ihr anderen aber bleibt gefangen. So sollen eure Aussagen geprüft werden, ob ihr es mit der Wahrheit ernst nehmt oder nicht. So wahr der Pharao lebt: Ihr seid Spione!" Gen 42:17 Hierauf ließ er sie zusammen drei Tage in Gewahrsam bringen. Gen 42:18 Am dritten Tag aber sagte Josef zu ihnen: "Wollt ihr am Leben bleiben, so müßt ihr folgendes tun - denn ich bin ein gottesfürchtiger Mann -: Gen 42:19 Seid ihr ehrliche Leute, dann mag einer von euch Brüdern als Gefangener in eurem bisherigen Gewahrsam zurückbleiben. Ihr anderen aber könnt hinziehen und Getreide für eure hungernden Familien mitnehmen. Gen 42:20 Aber euren jüngsten Bruder müßt ihr mir herbringen. So werden sich eure Aussagen als wahr erweisen, und ihr braucht nicht zu sterben." Sie gingen darauf ein. Gen 42:21 Dann sagten sie zueinander: "Wahrlich, das haben wir an unserem Bruder verschuldet; denn wir sahen seine Seelenangst, als er uns anflehte, und hörten nicht auf ihn. Darum kommt dieses Unglück über uns." Gen 42:22 Ruben warf ihnen vor: "Habe ich euch nicht gesagt: Versündigt euch nicht an dem Knaben! Aber ihr wolltet nicht hören. So wird jetzt für sein Blut Rechenschaft gefordert!" Gen 42:23 Sie wußten nicht, daß Josef sie verstand, weil ein Dolmetscher zwischen ihnen vermittelte. Gen 42:24 Er wandte sich von ihnen ab und weinte. Hierauf kehrte er sich ihnen wieder zu und redete mit ihnen. Alsdann ließ er Simeon aus ihrer Mitte ergreifen und vor ihren Augen fesseln. Gen 42:25 Darauf befahl Josef, ihre Säcke mit Getreide zu füllen, dabei aber jedem sein Geld wieder in seinen Sack zu legen und ihnen Verpflegung für die Reise mitzugeben. Gen 42:26 Nachdem er so für sie Sorge getragen hatte, luden sie ihr Getreide auf ihre Esel und zogen von dannen. Gen 42:27 Als aber einer von ihnen in der Herberge seinen Sack öffnete, um seinem Esel Futter zu geben, bemerkte er sein Geld, das gleich oben in seinem Sack lag. Gen 42:28 Er sagte zu seinen Brüdern: "Mein Geld ist wieder da! Es liegt hier in meinem Sack." Nun entsank ihnen der Mut. Bebend sahen sie sich an und sagten: "Warum hat uns Gott dies angetan?" Gen 42:29 Als sie zu ihrem Vater Jakob nach Kanaan kamen, erzählten sie ihm alles, was ihnen begegnet war. Gen 42:30 Sie sagten: "Der Mann, der im Land gebietet, fuhr uns hart an und stellte uns als Leute hin, die das Land auskundschaften wollten. Gen 42:31 Wir erwiderten ihm: Wir sind ehrliche Leute, wir sind keine Spione. Gen 42:32 Wir sind zwölf Brüder, lauter Söhne eines Vaters; der eine ist nicht mehr am Leben, und der jüngste ist zur Zeit bei unserem Vater in Kanaan. Gen 42:33 Doch der Mann, der im Land gebietet, entgegnete uns: Daran werde ich erkennen, daß ihr ehrliche Leute seid: Laßt einen von euch Brüdern bei mir zurück und nehmt mit, was ihr für eure hungernden Familien braucht, und zieht fort! Gen 42:34 Aber ihr müßt euren jüngsten Bruder zu mir bringen. Daran erkenne ich, daß ihr keine Spione seid, sondern ehrliche Leute. Dann will ich euch auch euren Bruder zurückgeben, und ihr könnt im Land frei umherziehen." Gen 42:35 Als sie nun ihre Säcke leerten, fand sich eines jeden Geldbeutel in seinem Sack. Als sie ihre Geldbeutel sahen, erschraken sie und ihr Vater. Gen 42:36 Ihr Vater Jakob sagte zu ihnen: "Ihr bringt mich um meine Kinder! Josef ist nicht mehr am Leben, Simeon ist nicht mehr am Leben, und nun wollt ihr auch Benjamin fortnehmen. Warum bricht alles dieses über mich herein?" Gen 42:37 Ruben sagte zu seinem Vater: "Meine beiden Söhne magst du töten, wenn ich ihn nicht zu dir zurückbringe. Vertraue ihn mir an; ich bringe ihn dir wieder!" Gen 42:38 Doch er erwiderte: "Mein Sohn darf nicht mit euch hinziehen. Sein Bruder ist ja tot, und er ist allein übrig. Stieße ihm auf dem Weg, den ihr ziehen müßt, ein Unfall zu, so brächtet ihr mein graues Haar vor Kummer in die Unterwelt." Gen 43:1 Die Hungersnot aber lastete schwer auf dem Land Gen 43:2 Als sie das Getreide, das sie aus Ägypten geholt hatten, ganz aufgebraucht hatten, sagte ihr Vater zu ihnen: "Zieht noch einmal hin und kauft wieder etwas Getreide für uns!" Gen 43:3 Juda entgegnete ihm: "Der Mann hat uns nachdrücklich eingeschärft: Ihr dürft mir nicht unter die Augen kommen, wenn euer Bruder nicht bei euch ist! Gen 43:4 Willst du uns also unseren Bruder mitgeben, so wollen wir hinziehen und für dich Getreide kaufen. Gen 43:5 Willst du ihn aber nicht mitgeben, so ziehen wir nicht hin; denn der Mann hat uns gesagt: Ihr dürft mir nicht unter die Augen kommen, wenn euer Bruder nicht bei euch ist." Gen 43:6 Da sagte Israel: "Warum habt ihr mir das Leid angetan, dem Mann zu verraten, daß ihr noch einen Bruder habt?" Gen 43:7 Sie antwortete: "Der Mann erkundigte sich eingehend nach uns und unserer Familie und fragte: Lebt euer Vater noch? Habt ihr noch einen Bruder? Wir haben ihm auf seine Fragen Auskunft gegeben. Konnten wir denn wissen, daß er von uns verlangen würde: Bringt euren Bruder her?" Gen 43:8 Juda aber bat seinen Vater Israel: "Gib mir den Knaben mit! Dann wollen wir uns auf den Weg machen und hinziehen, damit wir am Leben bleiben und nicht sterben müssen, wir, du und unsere Kinder. Gen 43:9 Ich will mich für ihn verbürgen. Mich sollst du für ihn verantwortlich machen. Wenn ich ihn dir nicht zurückbringe und dir vor Augen stelle, so will ich Zeit meines Lebens vor dir die Schuld tragen. Gen 43:10 Hätten wir nicht so lange gezögert, wir wären nun gewiß schon zweimal wieder zurück." Gen 43:11 Da sagte ihr Vater Israel zu ihnen: "Wenn es sein muß, dann tut folgendes: Nehmt von den besten Erzeugnissen des Landes etwas in euren Säcken mit und bringt es dem Mann als Geschenk, etwas Balsam und etwas Honig, Gummi und Rosenharz, Pistazien und Mandeln. Gen 43:12 Sodann nehmt doppelt so viel Geld mit; denn das Geld, das sich oben in euren Säcken fand, müßt ihr wieder mitnehmen. Vielleicht liegt ein Versehen vor. Gen 43:13 Auch euren Bruder nehmt mit! Und macht euch auf den Weg und zieht wieder zu dem Mann hin! Gen 43:14 Der allmächtige Gott gebe, daß ihr bei dem Mann Erbarmen findet und er euren Bruder wieder mit euch ziehen läßt und den Benjamin ebenso! Ich aber bin nun wieder kinderlos, wie ich einst ohne Kinder war!" Gen 43:15 So nahmen die Männer das Geschenk; auch den doppelten Geldbetrag nahmen sie mit und den Benjamin, brachen auf, zogen nach Ägypten und traten vor Josef. Gen 43:16 Als nun Josef den Benjamin bei ihnen sah, gebot er seinem Hausverwalter: "Führe diese Leute ins Haus. Lasse ein Stück Vieh schlachten und zubereiten; denn diese Leute sollen mittags bei mir speisen." Gen 43:17 Der Mann tat, wie Josef befohlen hatte, und führte die Leute in Josefs Haus. Gen 43:18 Da fürchteten sich die Leute, weil sie in das Haus Josefs geführt wurden, und dachten: "Wegen des Geldes, das beim ersten Mal wieder in unsere Säcke geriet, führt man uns da hinein, um uns anzuklagen und sich unser wie auch unserer Esel zu bemächtigen und uns dann zu Sklaven zu machen." Gen 43:19 Darum traten sie an Josefs Hausverwalter heran, redeten ihn am Hauseingang an Gen 43:20 und sagten: "Bitte, mein Herr! Wir sind schon einmal hierher gereist, um Getreide zu kaufen. Gen 43:21 Als wir in die Herberge kamen und unsere Säcke öffneten, fand sich das Geld eines jeden gleich obenauf in seinem Sack, unser Geld nach seinem Vollgewicht. Das bringen wir nun hiermit zurück, Gen 43:22 haben aber auch noch anderes Geld bei uns, um Getreide zu kaufen. Wir wissen nicht, wer unser Geld in unsere Säcke gelegt hat." Gen 43:23 Er antwortete: "Beruhigt euch! Seid ohne Furcht! Euer Gott und eures Vaters Gott hat da heimlich einen Schatz in eure Säcke gelegt. Euer Geld ist richtig bei mir eingegangen." Dann führte er den Simeon zu ihnen heraus. Gen 43:24 Hierauf brachte er die Leute in Josefs Haus, reichte ihnen Wasser, worin sie sich die Füße wuschen, und gab ihren Eseln Futter. Gen 43:25 Sie legten unterdessen das Geschenk zurecht, bis Josef gegen Mittag käme; denn sie hatten gehört, daß sie dort essen sollten. Gen 43:26 Als Josef heimkam, überreichten sie ihm das Geschenk, das sie mitgebracht hatten, im Haus und verneigten sich vor ihm bis zur Erde. Gen 43:27 Er erkundigte sich nach ihrem Befinden und fragte: "Wie geht es eurem alten Vater, von dem ihr erzählt habt? Ist er noch am Leben?" Gen 43:28 Sie antworteten: "Gut geht es deinem Knecht, unserem Vater; er ist noch am Leben." Dabei verbeugten sie sich tief. Gen 43:29 Als er umherblickte, sah er seinen Vollbruder Benjamin. Er fragte: "Das ist wohl euer jüngster Bruder, von dem ihr mir erzählt habt?" und fügte bei: "Gott schenke dir seine Huld, mein Sohn!" Gen 43:30 Dann brach Josef schnell ab; denn er wurde angesichts seines Bruders von tiefer Rührung ergriffen und war nahe daran, in Tränen auszubrechen. Er ging daher ins innere Gemach und weinte sich dort aus. Gen 43:31 Nachdem er sich das Gesicht gewaschen hatte, kam er wieder heraus und befahl, mit Gewalt sich beherrschend: "Tragt das Essen auf!" Gen 43:32 Da trug man ihm und jenen gesondert auf, ebenso den Ägyptern, die mit ihm speisten; denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebräern zusammen speisen, weil dies den Ägyptern als Greuel gilt. Gen 43:33 Sie saßen vor ihm, vom Ältesten bis zum Jüngsten genau nach dem Alter geordnet. Darob sahen sich die Männer erstaunt an. Gen 43:34 Er ließ ihnen von den Gerichten, die vor ihm standen, vorsetzen. Der Teil, den Benjamin vorgelegt bekam, war fünfmal so groß als der aller anderen. Sie tranken mit ihm und wurden guter Dinge. Gen 44:1 Hierauf befahl er seinem Hausverwalter: "Fülle die Säcke dieser Leute mit so viel Getreide, als sie fassen können, und lege einem jeden sein Geld oben in den Sack! Gen 44:2 Und meinen silbernen Becher lege oben in den Sack des Jüngsten samt dem Geld für sein Getreide!" - Jener tat so, wie Josef befohlen hatte. Gen 44:3 Als der Morgen anbrach, ließ man die Männer mit ihren Eseln ziehen. Gen 44:4 Sie hatten kaum die Stadt verlassen und waren noch nicht weit gekommen, gebot Josef seinem Hausverwalter: "Auf! Jage den Männer nach, und hast du sie eingeholt, so sage zu ihnen: Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? Warum habt ihr den silbernen Becher gestohlen? Gen 44:5 Ist es nicht der, aus dem mein Herr trinkt, und mit dem er zu weissagen pflegt? Ihr tatet übel daran, so zu handeln" Gen 44:6 Als er sie eingeholt hatte, sagte er dies zu ihnen. Gen 44:7 Sie antworteten ihm: "Wie kann mein Herr so etwas sagen? Deinen Knechten liegt es ganz fern, so etwas zu tun. Gen 44:8 Wir haben dir doch das Geld, das wir obenauf in unseren Säcken fanden, aus Kanaan wieder zurückgebracht. Wie sollten wir da aus dem Haus deines Herrn Silber oder Gold stehlen? Gen 44:9 Bei wem von deinen Knechten sich der Becher findet, der soll sterben! Wir anderen wollen dir, o Herr, leibeigen werden." Gen 44:10 Er erwiderte: "Obgleich es so sein müßte, wie ihr sagt, soll doch nur der, bei dem er gefunden wird, mir leibeigen sein. Ihr anderen sollt frei ausgehen." Gen 44:11 Schnell ließ jeder seinen Sack auf den Boden nieder, und jeder öffnete seinen Sack. Gen 44:12 Er aber begann zu suchen; beim Ältesten fing er an, und beim Jüngsten hörte er auf. Der Becher fand sich im Sack des Benjamin. Gen 44:13 Da zerrissen sie ihre Kleider. Nachdem jeder seinen Esel wieder beladen hatte, kehrten sie in die Stadt zurück. Gen 44:14 Als nun Juda und seine Brüder in Josefs Haus kamen, - dieser war noch dort anwesend -, warfen sie sich vor ihm auf die Erde nieder. Gen 44:15 Josef fuhr sie an: "Was habt ihr da angestellt? Wußtet ihr nicht, daß ein Mann wie ich wahrsagen kann?" Gen 44:16 Juda entgegnete: "Was sollen wir meinem Herrn sagen? Was sollen wir reden und wie uns rechtfertigen? Gott sucht die Sünde seiner Knechte heim. Wir alle gehören nun meinem Herrn als leibeigene Knechte an, wir wie der, bei dem der Becher gefunden wurde." Gen 44:17 Er erwiderte: "Fern sei es von mir, so zu handeln! Nur der, bei dem der Becher gefunden wurde, soll mir leibeigen sein. Ihr möget ungehindert zu eurem Vater ziehen!" Gen 44:18 Da trat Juda zu ihm heran und sagte: "Bitte, mein Herr, dein Knecht möchte ein Wort an meinen Herrn richten dürfen. Zürne deinem Knecht nicht! Du bist ja dem Pharao gleich. Gen 44:19 Mein Herr fragte seine Knechte: Habt ihr noch einen Vater oder einen Bruder? Gen 44:20 Wir antworteten meinem Herr: Wir haben noch einen alten Vater und einen spätgeborenen, kleinen Bruder; dessen Vollbruder ist tot, und so ist er noch als einziges Kind seiner Mutter übrig und darum seines Vater Liebling. Gen 44:21 Du befahlst deinen Knechten: Bringt ihn her zu mir! Ich möchte ihn mit eigenen Augen sehen! Gen 44:22 Wir antworteten meinem Herrn: Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; verließe er seinen Vater, so stürbe dieser. Gen 44:23 Da sagtest du zu deinen Knechten: Kommt euer jüngster Bruder nicht mit euch her, so dürft ihr mir nicht mehr unter die Augen kommen! Gen 44:24 Als wir dann zu deinem Knecht, meinem Vater, hinaufgezogen waren, teilten wir ihm die Worte meines Herrn mit. Gen 44:25 Eines Tages befahl uns unser Vater wieder: Zieht noch einmal hin, etwas Getreide für uns einzukaufen! Gen 44:26 Doch wir entgegneten: Wir können nicht hinziehen. Nur wenn unser jüngster Bruder mit uns geht, ziehen wir hin; denn wir dürfen dem Mann nicht unter die Augen kommen, wenn nicht unser jüngster Bruder bei uns ist. Gen 44:27 Da erwiderte uns dein Knecht, mein Vater: Ihr wißt selbst, daß meine Frau mir nur zwei Söhne geboren hat. Gen 44:28 Der eine ist von mir gegangen. Ich vermute, daß er zerrissen wurde. Bis heute habe ich ihn nicht wieder gesehen. Gen 44:29 Wenn ihr mir nun auch diesen noch wegnehmt und ihm ein Unglück zustößt, so bringt ihr mein graues Haar vor Kummer in die Unterwelt. Gen 44:30 Käme ich zu deinem Knecht, meinem Vater, zurück und der Jüngling, an dem sein ganzes Herz hängt, wäre nicht bei uns, Gen 44:31 so würde er sterben, sähe er, daß der Knabe nicht dabei ist; und deine Knechte hätten wirklich das graue Haar deines Knechtes, unseres Vaters, vor Kummer in die Unterwelt gebracht. Gen 44:32 Weil sich nun dein Knecht für den Knaben vor meinem Vater verbürgt hat, indem er versprach: Bringe ich ihn dir nicht wieder, so will ich mein Leben lang vor meinem Vater die Schuld tragen, Gen 44:33 so möchte dein Knecht an Stelle des Knaben als Leibeigener meines Herrn dableiben; der Knabe aber sollte mit seinen Brüder heimziehen dürfen. Gen 44:34 Denn wie könnte ich zu meinem Vater heimkehren, ohne daß der Jüngling bei mir wäre. Ich könnten den Jammer nicht mit ansehen, der meinen Vater überkäme." Gen 45:1 Da konnte sich Josef vor allen Umstehenden nicht mehr länger zurückhalten und rief: "Geht alle von hier hinaus!" So war niemand bei ihm, als Josef sich seinen Brüdern zu erkennen gab. Gen 45:2 Er weinte so laut, daß die Ägypter es hörten und die Kunde davon in des Pharao Haus drang. Gen 45:3 Josef sagte zu seinen Brüdern: "Ich bin Josef! So lebt also mein Vater noch!" Seine Brüder aber waren nicht imstande, ihm zu antworten, so bestürzt standen sie vor ihm. Gen 45:4 Doch Josef forderte seine Brüder auf: "Tretet doch her zu mir!" Als sie näher getreten waren, sagte er: "Ich bin euer Bruder Josef, den ihr nach Ägypten verkauft habt. Gen 45:5 Beunruhigt euch jetzt aber nicht und macht euch keine Vorwürfe darüber, daß ihr mich hierher verkauft habt; denn um euch am Leben zu erhalten, hat Gott mich euch vorausgesandt. Gen 45:6 Zwei Jahre herrscht nun schon die Hungersnot im Land, und fünf Jahre stehen noch bevor, in denen es kein Pflügen und kein Ernten gibt. Gen 45:7 Doch Gott hat mich euch vorausgesandt, um euer Geschlecht auf Erden zu erhalten und euch durch wunderbare Hilfe das Leben zu bewahren. Gen 45:8 So habt also nicht ihr mich hierher gesandt, sondern Gott. Er hat mich zum>Vater< des Pharao gemacht, zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Gebieter über ganz Ägypten. Gen 45:9 Zieht nun eilends zu meinem Vater und meldet ihm: So läßt dein Sohn Josef sagen: Gott hat mich zum Gebieter über ganz Ägypten gemacht. Komm ohne Verzug her zu mir! Gen 45:10 Du sollst im Land Goschen wohnen und in meiner Nähe sein, du und deine Kinder und Kindeskinder, samt deinen Schafen und Rindern und deiner ganzen Habe. Gen 45:11 Ich will hier für deinen Unterhalt sorgen; denn noch fünf Jahre wird die Hungersnot dauern. Du sollst nicht mit deiner Familie und allem, was du hast, verarmen. Gen 45:12 Ihr und mein Bruder Benjamin seht es ja mit eignen Augen daß ich es bin, der mit euch redet. Gen 45:13 Berichtet meinem Vater von meiner hohen Würde in Ägypten und von allem, was ihr erlebt habt! Dann bringt meinen Vater eilends hierher!" Gen 45:14 Dann fiel er seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und auch Benjamin weinte an seiner Brust. Gen 45:15 Dann küßte er alle seine anderen Brüder und umarmte sie unter Tränen. Danach unterhielten sich seine Brüder mit ihm. Gen 45:16 Auch in den Palast des Pharao drang die Kunde: "Josefs Brüder sind angekommen!" Der Pharao und seine Diener freuten sich darüber, Gen 45:17 und der Pharao sagte zu Josef: "Fordere deine Brüder auf, folgendes zu tun: Gen 45:18 Beladet eure Tiere, zieht nach Kanaan, holt euren Vater und eure Familien und kommt zu mir! Ich gebe euch dann, was Ägypten Gutes bietet; ja das Beste im Land sollt ihr genießen. Gen 45:19 Du bist ferner ermächtigt, sie zu folgendem aufzufordern: Nehmt euch aus Ägypten Wagen mit für eure Kinder und Frauen, laßt auch euren Vater aufsteigen und kommt hierher! Gen 45:20 Laßt es euch um euren Hausrat nicht leid sein; denn was ganz Ägypten Gutes bietet, soll euer sein!" Gen 45:21 Die Söhne Israels taten so. Josef gab ihnen auf des Pharao Befehl Wagen mit; ebenso versorgte er sie mit Verpflegung für die Reise. Gen 45:22 Ferner schenkte er jedem einzelnen Festkleider; dem Benjamin aber gab er dreihundert Silberstücke und fünf Festkleider. Gen 45:23 Ebenso sandte er seinem Vater zehn Esel, beladen mit den besten Erzeugnissen Ägyptens, und zehn Eselinnen, beladen mit Getreide, Brot und Verpflegung für seinen Vater auf der Reise. Gen 45:24 Dann entließ er seine Brüder, und sie zogen fort, nachdem er sie noch ermahnt hatte: "Macht euch unterwegs keine Vorwürfe!" Gen 45:25 So zogen sie aus Ägypten fort und kamen nach Kanaan zu ihrem Vater Jakob. Gen 45:26 Sie berichteten ihm: "Josef lebt noch, ja er ist Gebieter über ganz Ägypten." Aber sein Herz blieb teilnahmslos; denn er glaubte ihnen nicht. Gen 45:27 Als sie ihm jedoch alles erzählten, was Josef zu ihnen gesagt hatte, und er die Wagen erblickte, die Josef gesandt hatte, um ihn zu holen, da kam Leben in ihren Vater Jakob. Gen 45:28 Und Israel rief aus: "Genug! Mein Sohn Josef lebt noch! Ich will hingehen und ihn sehen, bevor ich sterbe!" Gen 46:1 So brach Israel mit all seiner Habe auf und kam nach Beerscheba. Hier brachte er dem Gott seines Vaters Isaak Opfer dar. Gen 46:2 Gott redete zu Israel in einem Nachtgesicht. Er rief ihn an: "Jakob, Jakob!" Der antwortete: "Hier bin ich." Gen 46:3 Er sprach: "Ich, der alleinige Gott, bin der Gott deines Vaters, Fürchte dich nicht, nach Ägypten zu ziehen; denn ich will dich dort zu einem großen Volk werden lassen. Gen 46:4 Ich selber ziehe mit dir nach Ägypten, und ich selbst führe dich auch wieder zurück. Josef soll dir die Augen zudrücken." Gen 46:5 Da brach Jakob von Beerscheba auf. Israels Söhne hoben ihren Vater Jakob sowie ihre Kinder und Frauen auf die Wagen, die der Pharao gesandt hatte, um ihn zu holen. Gen 46:6 Sie nahmen auch ihre Herden und ihr Habe mit, die sie in Kanaan erworben hatten. So kamen Jakob und seine ganze Nachkommenschaft nach Ägypten. Gen 46:7 Seine Söhne und Enkel, seine Töchter und Enkelinnen, seine ganze Nachkommenschaft also brachte er mit sich nach Ägypten. Gen 46:8 Dies aber sind die Namen der Kinder Israels, die nach Ägypten kamen, Jakobs und seiner Söhne: Gen 46:9 Der Erstgeborene Jakobs war Ruben. Die Söhne Rubens waren Henoch, Pallu, Hezron und Karmi. Gen 46:10 Die Söhne Simeons waren Jemuël, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Schaul, der Sohn der Kanaaniterin. Gen 46:11 Die Söhne Levis waren Gerschon, Kehat und Merari. Gen 46:12 Die Söhne Judas waren: Er, Onan, Schela, Perez und Serach; Er und Onan waren aber in Kanaan gestorben; die Söhne des Perez waren Hezron und Hamul. Gen 46:13 Die Söhne Issachars waren Tola, Puwa, Jaschub und Schimron. Gen 46:14 Die Söhne Sebulons waren Sered, Elon und Jachleël. Gen 46:15 Das waren die Söhne Leas, die sie Jakob in Paddan-Aram geboren hatte, dazu seine Tochter Dina, an Söhnen und Töchtern insgesamt dreiunddreißig Personen. Gen 46:16 Die Söhne Gads waren Zifjon, Haggi, Schuni, Ezbon, Eri, Arod und Areli. Gen 46:17 Die Söhne Aschers waren Jimna, Jischwa, Jischwi und Beria, dazu ihre Schwester Serach; die Söhne Berias waren Heber und Malkiël. Gen 46:18 Das waren die Söhne Silpas, die Laban seiner Tochter Lea mitgegeben hatte; sie alle hatte sie Jakob geboren, sechzehn Personen. Gen 46:19 Die Söhne Rahels, der Frau Jakobs, waren Josef und Benjamin. Gen 46:20 Josef hatte in Ägypten Kinder erhalten, die ihm Asenat, die Tochter Potiferas, des Priesters von On, geboren hatte: Manasse und Efraim. Gen 46:21 Die Söhne Benjamins waren Bela, Becher, Aschbel, Gera, Naaman, Ehi, Rosch, Muppim, Huppim und Ard. Gen 46:22 Dies sind die Söhne Rahels, die sie dem Jakob gebar, insgesamt vierzehn Personen. Gen 46:23 Dan hatte einen Sohn: Schuham. Gen 46:24 Die Söhne Naftalis waren Jachzeël, Guni, Jezer und Schillem. Gen 46:25 Das waren die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rahel gab; diese gebar sie dem Jakob, insgesamt sieben Personen. Gen 46:26 Die Gesamtzahl der leiblichen Nachkommen Jakobs, die mit ihm nach Ägypten übersiedelten, betrug, die Frauen der Söhne Jakobs nicht mitgerechnet, 66 Personen. Gen 46:27 Zwei Söhne waren Josef in Ägypten geboren worden. Die Gesamtzahl der Personen aus dem Haus Jakobs, die nach Ägypten kamen, belief sich auf siebzig. Gen 46:28 Jakob sandte nun Juda voraus zu Josef, damit dieser vor seiner Ankunft nach Goschen Weisung gebe. Als sie im Land Goschen angekommen waren, Gen 46:29 ließ Josef seinen Wagen anspannen und fuhr seinem Vater Israel nach Goschen entgegen. Als dieser vor ihm erschien, fiel er ihm um den Hals und weinte lange an seiner Brust. Gen 46:30 Israel sagte dann zu Josef: "Jetzt will ich gerne sterben, da ich dein Angesicht gesehen habe und weiß, daß du noch lebst." Gen 46:31 Hierauf sagte Josef zu seinen Brüdern und zu den Hausgenossen seines Vaters: "Ich gehe hinauf und erstatte dem Pharao Bericht und melde ihm: Meine Brüder und meines Vaters Hausgenossen, die in Kanaan lebten, sind zu mir gekommen. Gen 46:32 Die Leute sind Schafhirten; sie treiben nämlich Viehzucht, und ihre Schafe und Rinder und ihren gesamten Besitz haben sie mitgebracht. Gen 46:33 Wenn der Pharao euch rufen läßt und fragt: Was ist euer Beruf, Gen 46:34 so antwortet: Viehzüchter sind deine Knechte gewesen von Jugend auf bis jetzt, wir wie schon unsere Väter, damit ihr im Land Goschen bleiben dürft! Denn alle Schafhirten sind den Ägyptern ein Greuel." Gen 47:1 Josef ging hin und berichtete dem Pharao: "Mein Vater und meine Brüder sind mit ihren Schafen und Rindern und ihrem gesamten Besitz aus Kanaan gekommen und befinden sich im Land Goschen." Gen 47:2 Fünf von seinen Brüdern hatte er mit sich genommen. Diese stellte er dem Pharao vor. Gen 47:3 Als nun der Pharao seine Brüder fragte: "Was ist eure Beschäftigung?," antworteten sie dem Pharao: "Schafhirten sind deine Knechte, wir, wie schon unsere Väter." Gen 47:4 Dann sagten sie zum Pharao: "Wir sind gekommen, uns hier im Land eine Zeitlang aufzuhalten. Deine Knechte finden keine Weide mehr für ihre Schafe, da die Hungersnot schwer auf Kanaan lastet. Erlaube nun, daß deine Knechte im Land Goschen bleiben dürfen!" Gen 47:5 Da sagte der Pharao zu Josef: "Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen. Gen 47:6 Ägypten steht dir zur Verfügung. Siedle deinen Vater und deine Brüder im besten Teil des Landes an! Sie mögen im Land Goschen bleiben; und findest du, daß tüchtige Leute unter ihnen sind, so mache sie zu Aufsehern über meine eigenen Herden!" Gen 47:7 Nun führte Josef seinen Vater Jakob herein und stellte ihn dem Pharao vor. Jakob begrüßte den Pharao mit einem Segenswunsch. Gen 47:8 Der Pharao fragte Jakob: "Wie hoch ist die Zahl deiner Lebensjahre?" Gen 47:9 Jakob antwortete dem Pharao: "Die Dauer meiner Wanderschaft beträgt 130 Jahre, gering an Zahl und böse waren meine Lebensjahre. Sie reichen nicht an die Lebensjahre meiner Väter heran, die sie auf ihrer Pilgerschaft verbrachten." Gen 47:10 Dann verabschiedete sich Jakob vom Pharao und ging vom Pharao weg. Gen 47:11 Josef aber siedelte seinen Vater und seine Brüder an und gab ihnen in Ägypten Grundbesitz im besten Teil des Landes, nämlich in der Landschaft Ramses, wie der Pharao befohlen hatte. Gen 47:12 Josef versorgte seinen Vater und seine Brüder und die ganze Familie seines Vaters nach der Zahl der Angehörigen mit Brot. Gen 47:13 Auf der ganzen Erde gab es damals kein Brot mehr; denn die Hungersnot war sehr drückend. Auch Ägypten war wie Kanaan infolge der Hungersnot erschöpft. Gen 47:14 Josef brachte allmählich alles Geld, das sich in Ägypten und in Kanaan vorfand, in seiner Hand zusammen für das Getreide, das man kaufen mußte. Josef lieferte das Geld an das Haus des Pharao ab. Gen 47:15 Als nun der Geldvorrat in Ägypten und in Kanaan erschöpft war, kamen alle Ägypter zu Josef und baten: "Gib uns Brot! Warum sollen wir vor deinen Augen sterben? Doch Geld ist nicht mehr da." Gen 47:16 Josef erwiderte: "Gebt euer Vieh her, so will ich euch um euer Vieh Brot liefern, wenn ihr kein Geld mehr habt." Gen 47:17 Nun brachten sie ihr Vieh zu Josef, und Josef gab ihnen Brot um die Pferde, um den Schaf- und Rinderbestand und um die Esel. So versorgte er sie in jenem Jahr mit Brot um den Preis ihres ganzen Viehbestandes. Gen 47:18 Als das Jahr vorüber war, kamen sie im nächsten Jahr wieder zu ihm und sagten zu ihm: "Herr, wir können es dir nicht verhehlen: Das Geld ist zu Ende, und der Viehbestand ist an dich, Herr, übergegangen. Es ist nichts mehr zu deiner Vergütung, Herr, übriggeblieben, als unser Leib und unsere Äcker. Gen 47:19 Warum sollen wir vor deinen Augen verderben, wir und unsere Äcker? Kaufe uns und unsere Äcker um Brot, so wollen wir mit unseren Äckern dem Pharao dienstbar werden. Aber gib Saatkorn heraus, damit wir am Leben bleiben und nicht sterben und die Äcker nicht zur Wüste werden!" Gen 47:20 So kaufte Josef das ganze Ackerland in Ägypten für den Pharao auf; denn die Ägypter verkauften alle ihr Feld, weil die Hungersnot sie schwer drückte. So kam das Land in den Besitz des Pharao. Gen 47:21 Die Bevölkerung aber machte er leibeigen von einem Ende des ägyptischen Gebietes bis zum anderen. Gen 47:22 Nur das Ackerland der Priester kauft er nicht an; denn die Priester bezogen vom Pharao ein festes Einkommen und lebten von ihrem festen Einkommen, das der Pharao ihnen angewiesen hatte. Deshalb brauchten sie ihr Ackerland nicht zu verkaufen. Gen 47:23 Josef sagte zum Volk; "Ich kaufe euch samt euren Äckern jetzt hiermit für den Pharao! Da habt ihr Saatkorn, damit ihr das Ackerland besäen könnt. Gen 47:24 Aber von dem Ertrag müßt ihr ein Fünftel an den Pharao abliefern. Die übrigen vier Fünftel gehören euch zur Aussaat für die Felder und zum Unterhalt für euch und eure Familien, sowie zur Ernährung eurer Kinder." Gen 47:25 Da riefen sie: "Du rettest uns das Leben. Wir wollen deine Zufriedenheit erwerben, Herr, und gern dem Pharao leibeigen sein." Gen 47:26 So macht es Josef zu einer gesetzlichen Verpflichtung, die bis auf diesen Tag auf dem Grundbesitz in Ägypten ruht, dem Pharao den fünften Teil abzuliefern. Nur der Landbesitz der Priester fiel dem Pharao nicht zu. Gen 47:27 So siedelten sich die Israeliten in Ägypten an, in der Landschaft Goschen; sie setzten sich darin fest und mehrten sich und wurden sehr zahlreich. Gen 47:28 Jakob lebte in Ägypten noch siebzehn Jahre. Jakobs Lebensdauer betrug 147 Jahre. Gen 47:29 Als es mit Israel zum Sterben kam, ließ er seinen Sohn Josef rufen und sagte zu ihm: "Wenn ich dir etwas gelte, so lege deine Hand zum Schwur unter meine Lende, daß du mir die Liebe und Treue erweist, mich nicht in Ägypten zu begraben. Gen 47:30 Ich will vielmehr bei meinen Vätern ruhen. Darum bringe mich aus Ägypten weg und setze mich in ihrem Grab bei!" - Er antwortete: "Ich werde tun, wie du verlangst." Gen 47:31 Jener bat: "Schwöre mir!" Und er schwur ihm. - Da neigte sich Israel gegen das Kopfende des Bettes hin. Gen 48:1 Nach diesen Begebenheiten berichtete man dem Josef: "Dein Vater ist krank." Da nahm er seine beiden Söhne Manasse und Efraim mit sich. Gen 48:2 Als man dem Jakob meldete: "Dein Sohn Josef kommt zu dir," nahm Israel seine Kräfte zusammen und setzte sich im Bett auf. Gen 48:3 Und Jakob sagte zu Josef: "Der Allmächtige Gott ist mir zu Lus in Kanaan erschienen, hat mich gesegnet Gen 48:4 und zu mir gesprochen: Ich will dich fruchtbar machen und dich mehren und zu einer Menge von Völkern werden lassen und dieses Land deiner einstigen Nachkommenschaft zum Besitz für ewige Zeiten geben. Gen 48:5 Und nun sollen deine beiden Söhne, die dir in Ägypten geboren wurden, ehe ich zu dir nach Ägypten kam, mir angehören! Efraim und Manasse sollen mir gehören wie Ruben und Simeon. Gen 48:6 Die Kinder aber, die du nach ihnen bekommen hast, sollen dir angehören. Den Namen eines ihrer beiden Brüder sollen sie in ihrem Erbteil führen. Gen 48:7 Als ich aus Paddan-Aram kam, starb mir Rahel unterwegs in Kanaan, als es nur noch ein Stück Weges bis Efrata war, und ich begrub sie dort am Weg nach Efrata, das jetzt Betlehem heißt." Gen 48:8 Als Israel Josefs Söhne sah, fragte er: "Wer sind diese?" Gen 48:9 Josef antwortete seinem Vater: "Es sind meine Söhne, die Gott mir hier geschenkt hat." - Da sagte er: "Bringe sie her zu mir, ich will sie segnen!" Gen 48:10 Israels Augen waren nämlich vor Alter schwach geworden, so daß er nicht mehr gut sehen konnte. Er führte sie zu ihm, und der küßte und herzte sie. Gen 48:11 Dann sagte Israel zu Josef: "Ich hätte nicht geglaubt, dich wiederzusehen; und nun hat mich Gott noch deine Nachkommen schauen lassen." Gen 48:12 Hierauf nahm Josef sie wieder von seinen Knien weg und verneigte sich vor ihm bis auf die Erde. Gen 48:13 Alsdann nahm Josef die beiden, den Efraim mit seiner Rechten, so daß er links von Israel stand, und den Manasse mit seiner Linken, so daß er rechts von Israel stand, und führte sie zu ihm. Gen 48:14 Israel streckte seine Rechte aus und legte sie auf Efraims Haupt, obgleich dieser der jüngere war, und seine Linke auf Manasses Haupt, indem er seine Hände übers Kreuz legte, obwohl Manasse der Erstgeborene war. Gen 48:15 Dann segnete er Josef mit den Worten: "Der Gott, vor dessen Angesicht meine Väter Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirte war von meinem ersten Atemzug bis auf diesen Tag, Gen 48:16 der Engel der mich aus jeder Not befreite, er segne diese Knaben! In ihnen soll mein Name und der Name meiner Väter Abraham und Isaak fortleben! Sie mögen zahlreich werden und sich auf Erden mehren!" Gen 48:17 Als Josef sah, daß sein Vater seine rechte Hand auf Efraims Haupt legte, mißfiel ihm dies, und er ergriff die Hand seines Vaters, um sie von Efraims Haupt auf das Haupt Manasses zu legen. Gen 48:18 Dabei sagte Josef zu seinem Vater: "Nicht so, mein Vater! Dieser ist ja der Erstgeborene. Lege deine Rechte auf sein Haupt!" Gen 48:19 Doch sein Vater weigerte sich und sagte: "Ich weiß es wohl, mein Sohn, ich weiß es wohl. Auch er soll zu einem Volk, auch er soll mächtig werden; doch sein jüngerer Bruder soll größer sein als er, und seine Nachkommen sollen eine Menge von Völkern werden." Gen 48:20 Seinen Segensspruch über sie schloß er damals mit den Worten: "Mit euren Namen werden sich die Israeliten Glück wünschen, indem sie sprechen: Gott mache dich gleich Efraim und Manasse!" - So zog er also Efraim dem Manasse vor. Gen 48:21 Dann sagte Israel zu Josef: "Ich muß nun sterben. Doch Gott wird mit euch sein und euch in das Land eurer Väter zurückführen. Gen 48:22 Ich aber schenke dir einen Landstrich mehr als deinen Brüdern, den ich den Amoritern mit Schwert und Bogen abgenommen habe." Gen 49:1 Dann rief Jakob seine Söhne herbei und sprach: "Versammelt euch! Künden will ich euch nun künftiger Tage Geschick. Gen 49:2 Schart euch zusammen, Jakobssöhne, habt ach! Horcht auf Israel, euren Vater! Gen 49:3 Mein Erstgeborener Ruben! Du meine Kraft, du meiner Zeugungskraft Erstling - erster an Würde, erster an Macht! Gen 49:4 Du wogtest über wie Wasserfluten. Erster sollst du nicht fürderhin sein: Deines Vaters Ruhestatt hast du bestiegen, hast sie entweiht. - Mein Bett bestieg er! Gen 49:5 Simeon und Levi: Welch Brüderpaar! Ihre Schwerter sind der Gewalttat Rüstzeug. Gen 49:6 Nie will ich weilen in ihrem Rat, noch Anteil haben an ihrer Runde: Männer ermordeten sie im Zorn, lähmten Stiere im Übermut. Gen 49:7 Fluch ihrem Zorn, der so heftig, ihrem Grimm, der so grausam! So will ich sie denn verteilen in Jakob, sie in Israel zerstreuen. Gen 49:8 Dir aber, Juda, sagen Lob deine Brüder, deine Hand wuchtet in deiner Feinde Genick. Vor dir neigen sich deines Vaters Söhne. - Gen 49:9 Ein junger Löwe ist Juda. Aufgestiegen bist du, mein Sohn, durch Raub! - Hin streckt er sich, liegt wie ein Löwe, wie eine Löwin. Wer wagt es, ihn zu reizen? - Gen 49:10 Nicht weichen wird von Juda das Zepter, von seinen Füßen der Herrscherstab, bis der kommt, dem er gebührt, und dem die Völker gehorchen. Gen 49:11 Der bindet sein Füllen an einen Weinstock, an die Edelrebe das Junge seiner Eselin; er wäscht im Wein sein Kleid, in der Traube Blut sein Gewand. Gen 49:12 Es funkeln seine Augen vom Wein, seine Zähne sind weiß von Milch. Gen 49:13 Sebulon wohnt am Strand des Meeres, am Gestade der Schiffe; seinen Rücken wendet er Sidon zu. Gen 49:14 Ein knochiger Esel ist Issachar, der zwischen Hürden sich lagert. Gen 49:15 Doch wie er sah, daß die Ruhe süß, lieblich das Land, da bog er zum Lastentragen den Rücken, zum Fronknecht wurde er da. Gen 49:16 Recht verschaffen wird Dan seinem Volk, wie nur einer von Israels Stämmen. Gen 49:17 Dan ist wie eine Schlange am Weg, wie die Viper am Pfad, die dem Roß in die Fessel sticht. - Es sinkt hintüber der Reiter. Gen 49:18 Deines Heiles harre ich, Herr! Gen 49:19 Gad: Räuberhorden bedrängen ihn, doch er drängt ihnen nach auf der Ferse. Gen 49:20 Ascher hat Nahrung überreich, königliche Leckerbissen bietet er an. Gen 49:21 Naftali gleicht der flüchtigen Hirschkuh, wohlerfahren ist er in lieblicher Rede. Gen 49:22 Dem jungen Fruchtbaum ist Josef gleich, dem jungen Fruchtbaum am Quell; über die Mauer ranken sich seine Zweige. Gen 49:23 Pfeilbewehrte bedrängen ihn, zielen auf ihn und befehden ihn. Gen 49:24 Doch sein Bogen bleibt fest. Hurtig sind seine Arme und Hände in der Kraft von Jakobs mächtigem Gott, Israels Hirten und Fels. Gen 49:25 Vom Gott deines Vaters, der Hilfe dir leiht, vom Allmächtigen, der dich segnet, komme die Fülle des Segens vom Himmel droben und aus den Tiefen unten, die Segensfülle aus Brust und Schoß! Gen 49:26 Die Segnungen, die deinem Vater zuteil wurden, überragten die ewigen Berge, der uralten Hügel Pracht - sie mögen kommen auf Josefs Haupt, auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern! Gen 49:27 Benjamin ist ein reißender Wolf. Raub frißt er am Morgen, Beute teilt er am Abend." Gen 49:28 Alle diese sind die zwölf Stämme Israels, und das war es, was ihr Vater zu ihnen geredet hat, als er sie segnete. Gen 49:29 Dann gebot er ihnen: "Wenn ich zu meinen Vorfahren heimgegangen bin, so begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem Grundstück des Hetiters Efron, Gen 49:30 in der Höhle auf dem Grundstück der Machpela östlich von Mamre in Kanaan, auf dem Grundstück, das Abraham von dem Hetiter Efron als Erbbegräbnis gekauft hat. Gen 49:31 Dort hat man Abraham und seine Frau Sara begraben; dort hat man Isaak und seine Frau Rebekka bestattet, und dort habe ich Lea begraben." Gen 49:32 Das Grundstück und die Höhle darauf wurde den Hetitern abgekauft. Gen 49:33 Als Jakob seinen Söhnen den letzten Auftrag erteilt hatte, zog er seine Füße auf das Bett zurück. Dann verschied er und wurde zu seinen Vorfahren versammelt. Gen 50:1 Josef warf sich über seinen Vater, weinte über ihn gebeugt und küßte ihn. Gen 50:2 Dann befahl Josef den Ärzten, die in seinem Dienst standen, seinen Vater einzubalsamieren. So balsamierten die Ärzte Israel ein. Gen 50:3 Darüber vergingen vierzig Tage, denn soviel Zeit ist zum Einbalsamieren erforderlich. Die Ägypter hielten um ihn 70 Tage lang die Totenklage. Gen 50:4 Als die Trauerzeit vorüber war, sagte Josef zu den Hofbeamten des Pharao: "Wenn ich bei euch Gnade gefunden haben, so legt für mich ein Wort beim Pharao ein. Gen 50:5 Mein Vater hat mir einen Eid abgenommen und zu mir gesagt: Siehe, ich muß sterben! In meinem Grab, das ich mir in Kanaan angelegt habe, sollst du mich beisetzen. Daher möchte ich fortziehen, meinen Vater zu bestatten; dann kehre ich wieder zurück. Gen 50:6 Der Pharao sagte: "Ziehe hin und bestatte deinen Vater, wie er dich schwören ließ!" Gen 50:7 So zog Josef hin, seinen Vater zu begraben, und mit ihm zogen alle Diener des Pharao, seine Ersten Beamten und alle Würdenträger von Ägypten; Gen 50:8 ferner alle Angehörigen Josefs, seine Brüder und das Hausgesinde seines Vaters. Nur ihre Frauen und Kinder und ihre Schafe und Rinder ließen sie im Land Goschen. Gen 50:9 Ebenso zogen Wagen und Reiter mit ihm, so daß es ein ganz gewaltiger Zug war. Gen 50:10 Als sie nun nach Goren-Atad jenseits des Jordan gekommen waren, hielten sie dort eine große und sehr feierliche Totenklage. Er veranstaltete für seinen Vater eine siebentägige Trauerfeier. Gen 50:11 Als die Bewohner des Landes, die Kanaaniter, die Trauerfeier zu Goren-Atad sahen, sagten sie: "Da findet eine große Totenfeier der Ägypter statt." Darum gab man dem Ort den Namen Abel-Mizrajim (Ägyptertrauer); er liegt jenseits des Jordan. Gen 50:12 Seine Söhne taten ihm also, wie er ihnen befohlen hatte. Gen 50:13 Seine Söhne brachten ihn nämlich nach Kanaan und begruben ihn in der Höhle auf dem Grundstück Machpela, auf dem Grundstück, das Abraham zum Erbbegräbnis von dem Hetiter Efron erworben hatte, östlich von Mamre. Gen 50:14 Nachdem Josef seinen Vater bestattet hatte, kehrte er wieder nach Ägypten zurück, er und seine Brüder und alle, die zur Bestattung seines Vaters mit ihm hingezogen waren. Gen 50:15 Die Brüder Josefs aber fürchteten sich, als ihr Vater gestorben war und sagten: "Wie nun, wenn Josef sich feindlich gegen uns zeigen und uns all das Böse vergelten würde, das wir ihm angetan?" Gen 50:16 Darum sandten sie zu Josef und ließen ihm sagen: "Dein Vater hat vor seinem Tod folgende Anordnung gegeben: Gen 50:17 So sollt ihr zu Josef sagen: Ach, vergib doch deinen Brüdern ihr Vergehen und ihre Sünde, daß sie dir Böses zugefügt haben! Verzeihe uns doch jetzt unser Vergehen! Wir verehren ja den Gott deines Vaters!" - Als sie ihm dies sagen ließen, weinte Josef. Gen 50:18 Dann gingen seine Brüder selbst hin, fielen vor ihm nieder und sagten: "Siehe, wir sind dir leibeigen!" Gen 50:19 Doch Josef wehrte ihnen: "Seid ohne Furcht! Stehe ich denn an Gottes Statt? Gen 50:20 Ihr freilich hattet Böses gegen mich im Sinn, Gott aber lenkte es zum Guten, um das zu vollführen, was jetzt offenkundig ist, um viele Menschen am Leben zu erhalten. Gen 50:21 Seid jetzt ohne Furcht! Ich sorge für euch und eure Frauen und Kinder!". - So tröstete er sie und redete ihnen freundlich zu. Gen 50:22 Josef blieb nun in Ägypten wohnen, er und die Familie seines Vaters. Josef wurde 110 Jahre alt. Gen 50:23 Von Efraim sah Josef Urenkel; auch die Söhne Machirs, des Sohnes Manasses, wurden noch zu Lebzeiten Josefs geboren. Gen 50:24 Eines Tages sagte Josef zu seinen Brüdern: "Ich muß nun sterben, aber Gott wird sich euer gewiß annehmen und euch aus diesem Land in das Land führen, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat." Gen 50:25 Da ließ Josef die Söhne Israels schwören und sagte: "Wenn Gott sich dereinst euer gnädig annimmt, so nehmt meine Gebeine von hier mit!" Gen 50:26 Dann starb Josef, 110 Jahre alt. Man balsamierte ihn ein und legte ihn in Ägypten in einen Sarg. Exo 1:1 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die alle mit ihren Familien zusammen mit Jakob nach Ägypten gekommen waren: Exo 1:2 Ruben, Simeon, Levi, Juda, Exo 1:3 Issachar, Sebulon, Benjamin, Exo 1:4 Dan, Naftali Gad und Ascher. Exo 1:5 Die Zahl der Nachkommen Jakobs belief sich auf siebzig; Josef aber weilte schon vorher in Ägypten. Exo 1:6 Nach dem Tod Josefs und all seiner Brüder sowie jenes ganzen Geschlechtes Exo 1:7 vermehrten sich die Israeliten sehr und wurden überaus zahlreich und stark, so daß das ganze Land von ihnen dicht bevölkert wurde. Exo 1:8 Nun kam ein neuer König in Ägypten zur Herrschaft, der von Josef nicht wußte. Exo 1:9 Der sagte zu seinem Volk: "Seht, das Volk der Israeliten ist zahlreicher und stärker als wir. Exo 1:10 Wohlan, wir wollen gegen es klug zu Werke gehen, damit es nicht noch weiter wächst und im Falle eines Krieges zu unseren Feinden übergeht, gegen uns kämpft und aus dem Land wegzieht." Exo 1:11 Sie bestellten darum Fronvögte über dasselbe, um es mit Fronarbeiten zu bedrücken: es mußte für den Pharao die Vorratsstädte Pitom und Ramses bauen. Exo 1:12 Aber je mehr sie es bedrückten, desto zahlreicher wurde es und desto mehr breitete es sich aus, so daß ein Grauen vor den Israeliten sie erfaßte. Exo 1:13 Deshalb nötigten die Ägypter die Israeliten mit Gewalt zur Arbeit. Exo 1:14 Sie erschwerten ihnen das Leben durch harte Fron bei Lehm und Ziegeln und allerlei Feldarbeit. Zu all diesen Arbeiten zwang man sie. Exo 1:15 Den hebräischen Hebammen aber, von denen eine Schifra, die andere Pua hieß, gab der König von Ägypten folgenden Befehl: Exo 1:16 "Wenn ihr den Hebräerinnen Geburtshilfe leistet, so achtet auf das Geschlecht: Ist es ein Knabe, so tötet ihn! Ist es ein Mädchen, so mag es am Leben bleiben!" Exo 1:17 Doch die Hebammen waren gottesfürchtig und führten den Auftrag des Königs von Ägypten nicht aus, sondern ließen die Knaben am Leben. Exo 1:18 Deshalb ließ der König von Ägypten die Hebammen rufen und fragte sie: "Warum handelt ihr so und laßt die Knaben am Leben?" Exo 1:19 Die Hebammen antworteten dem Pharao: "Ja, die Hebräerinnen sind eben nicht wie die ägyptischen Frauen, sondern wissen sich selbst zu helfen. Ehe die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie schon geboren." Exo 1:20 Dafür ließ Gott es den Hebammen gut ergehen. So vermehrte sich denn das Volk und wurde sehr zahlreich. Exo 1:21 Den Hebammen schenkte Gott wegen ihrer Gottesfurcht eine große Nachkommenschaft. Exo 1:22 Der Pharao aber befahl seinem ganzen Volk: "Werft die neugeborenen Knaben alle in den Nil, die Mädchen aber laßt alle am Leben!" Exo 2:1 Ein Mann aus dem Haus Levi ging hin und heiratete eine Levitin. Exo 2:2 Die Frau wurde guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Als sie sah, daß er schön war, verbarg sie ihn drei Monate lang. Exo 2:3 Da sie ihn aber nicht länger versteckt halten konnte, nahm sie für ihn ein Kästchen aus Papyrusschilf, dichtete es mit Asphalt und Pech ab, legte den Knaben hinein und setzt es in das Schilf am Ufer des Nils. Exo 2:4 Sein Schwester hielt sich in einiger Entfernung auf, um zu sehen, was mit ihm geschehe. Exo 2:5 Es kam nun die Tochter des Pharao an den Nil, um zu baden. Während ihre Dienerinnen am Ufer des Nils auf- und abgingen, erblickte sie das Kästchen im Schilf. Sie schickte ihre Magd hin und ließ es holen. Exo 2:6 Als sie es öffnete, sah sie das Kind: es war ein weinender Knabe. Sie fühlte Mitleid mit ihm und dachte: "Das ist eines von den Kindern der Hebräer." Exo 2:7 Da fragte seine Schwester die Tochter des Pharao: "Soll ich hingehen und dir eine hebräische Amme holen, damit sie den Knaben stillt?" Exo 2:8 Die Tochter des Pharao antwortete ihr: "Ja, geh!" - Das Mädchen lief hin und holte die Mutter des Knaben. Exo 2:9 Zu dieser sagte die Tochter des Pharao: "Nimm diesen Knaben mit und stille ihn! Ich gebe dir dafür den Lohn." Die Frau nahm den Knaben und stillte ihn. Exo 2:10 Als der Knabe größer geworden war, brachte sie ihn der Tochter des Pharao zurück. Diese nahm ihn als Sohn an und gab ihm den Namen Mose. "Denn," sagte sie, "ich habe ihn aus dem Wasser gezogen." Exo 2:11 In jener Zeit, als Mose herangewachsen war, besuchte er eines Tages seine Brüder und sah, wie sie Frondienste leisten mußten. Als er bemerkte, wie ein Ägypter einen seiner hebräischen Brüder niederschlug, schaute er sich nach allen Seiten um, Exo 2:12 und als er gewahrte, daß niemand in der Nähe war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand. Exo 2:13 Am anderen Tag ging er wieder hinaus. Gerade stritten zwei Hebräer miteinander. Er rief nun dem, der im Unrecht war, zu: "Warum schlägst du deinen Landsmann?" Exo 2:14 Der aber entgegnete: "Wer hat dich zum Aufseher und Richter über uns bestellt? Willst du auch mich totschlagen wie den Ägypter?" Mose erschrak; denn er dachte: "So ist die Sache doch ans Licht gekommen." Exo 2:15 Der Pharao erfuhr von dem Vorfall und wollte Mose umbringen lassen. Doch Mose floh vor dem Pharao nach Midian; an einem Brunnen hielt er Rast. Exo 2:16 Der Priester der Midianiter hatte sieben Töchter. Diese kamen, schöpften Wasser und füllten die Tränkrinnen, um die Schafe ihres Vaters zu tränken. Exo 2:17 Da aber Hirten kamen und sie wegdrängten, stand Mose auf, half ihnen und gab ihrer Herde zu trinken. Exo 2:18 Als sie nun zu ihrem Vater Reguël heimkamen, fragte er: "Warum kommt ihr heute so früh heim?" Exo 2:19 Sie antworteten: "Ein Ägypter hat uns vor den Hirten in Schutz genommen. Ja, er hat uns sogar beim Schöpfen und beim Tränken der Schafe fleißig geholfen." Exo 2:20 Er sagte nun zu seinen Töchtern: "Wo ist er denn? Warum habt ihr den Mann dort gelassen? Ladet ihn doch zum Essen ein!" Exo 2:21 Mose ließ sich bewegen, bei dem Mann zu bleiben. Dieser gab Mose seine Tochter Zippora zur Frau. Exo 2:22 Als sie ihm einen Sohn gebar, gab er ihm den Namen Gerschom (Ödgast); denn er sagte: "Ein Gast bin ich im fremden Land." Exo 2:23 Lange Zeit verging. Indessen starb der König von Ägypten. Die Israeliten aber seufzten noch immer unter dem Frondienst und riefen laut um Hilfe, und ihr Notschrei stieg von der Arbeit zu Gott empor. Exo 2:24 Gott hörte ihr Wehklagen. Da gedachte Gott seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Exo 2:25 Gott sah auf die Israeliten herab, und Gott nahm sich ihrer an. Exo 3:1 Mose hütete die Schafe seines Schwiegervaters Jitro, des Priester von Midian. Eines Tages führte er die Herde in die Wüste und kam zum Berg Gottes, an den Horeb. Exo 3:2 Da erschien ihm der Engel des Herrn inmitten einer Feuerflamme, die aus einem Dornbusch herausschlug. Er sah, daß der Dornbusch brannte, - aber der Dornbusch wurde vom Feuer nicht verzehrt. Exo 3:3 Mose dachte: "Ich will hingehen und mir dieses seltsame Schauspiel näher ansehen, warum doch der Dornbusch nicht verbrennt." Exo 3:4 Als der Herr sah, daß er herantrat, um nachzuschauen, rief ihm Gott aus dem Dornbusch heraus zu: "Mose! Mose!" Er antwortete: "Hier bin ich!" Exo 3:5 Nun gebot er: "Tritt nicht näher heran! Ziehe die Schuhe von den Füßen! Denn der Ort, an dem du stehst, ist heiliger Boden." Exo 3:6 Und er fuhr fort: "Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, Isaaks und der Gott Jakobs." Da verhüllte Mose sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. Exo 3:7 Der Herr aber sprach: "Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten wohl gesehen und sein Wehklagen über seine Fronvögte vernommen. Ich weiß, wie sehr es leidet. Exo 3:8 Daher komme ich nun herab, um es aus der Gewalt der Ägypter zu erretten und aus diesem Land in ein schönes, geräumiges Land zu führen, in ein Land, das von Milch und Honig überströmt, in die Heimstätten der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Exo 3:9 Genug, das Wehklagen der Israeliten ist zu mir gedrungen, und ich sehe, wie schwer die Ägypter sie quälen. Exo 3:10 So geh nun! Ich sende dich zum Pharao. Führe mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten!" Exo 3:11 Da fragte Mose Gott: "Wie, ich soll zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten führen?" Exo 3:12 Gott aber versicherte: "Ich werde mit dir sein. Und dies soll dir als Zeichen dienen, daß ich dich sende: Wenn du das Volk aus Ägypten führst, werdet ihr auf diesem Berg Gott verehren." Exo 3:13 Mose fragte Gott wiederum: "Wenn ich aber zu den Israeliten komme und ihnen sage: Der Gott eurer Väter sendet mich zu euch, und wenn sie mich fragen: Wie heißt er denn?, was soll ich ihnen antworten?" Exo 3:14 Gott antwortete dem Mose: "Ich bin, der da ist." Und er fuhr fort: "So sollst du zu den Israeliten sprechen: Der ICH-BIN-DA (JAHWE) hat mich zu euch gesandt." Exo 3:15 Weiter sagte Gott zu Mose: "So sollst du den Israeliten verkünden: JAHWE (= Der Da-Seiende), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Dies ist mein Name in Ewigkeit und meine Benennung von Geschlecht zu Geschlecht. Exo 3:16 Geh und versammle die Ältesten der Israeliten und sage ihnen: Jahwe, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, ist mir erschienen und hat gesagt: Ich habe auf euch und auf das, was euch in Ägypten angetan ward, genau geachtet Exo 3:17 und habe beschlossen: Ich will euch aus dem Elend in Ägypten in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter führen, in ein Land, das von Milch und Honig fließt. Exo 3:18 Wenn sie auf dich hören, dann geh mit den Ältesten der Israeliten zum König von Ägypten! Sagt zu ihm: Der Herr, der Gott der Hebräer, ist uns erschienen. Wir müssen sofort drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen, um dem Herrn, unserem Gott, zu opfern. Exo 3:19 Ich weiß aber, daß der König von Ägypten euch nicht ziehen läßt, wenn er nicht mit Gewalt dazu gezwungen wird. Exo 3:20 Doch ich strecke meine Hand aus und suche die Ägypter heim mit allen meinen Wundern, die ich unter ihnen wirke. Danach werden sie euch ziehen lassen. Exo 3:21 Ich will dieses Volk bei den Ägyptern Gnade finden lassen. Wenn ihr auswandert, werdet ihr nicht mit leeren Händen abziehen. Exo 3:22 Die Frauen sollen sich nämlich bei ihren Nachbarinnen und Hausgenossinnen silberne und goldene Schmucksachen sowie Gewänder erbitten. Die sollt ihr euren Söhnen und Töchtern anlegen und so von den Ägyptern Beute nehmen!" Exo 4:1 Mose erwiderte: "Wenn sie mir aber nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sagen: Der Herr ist dir nicht erschienen?" Exo 4:2 Da entgegnete ihm der Herr: "Was hast du in deiner Hand?" Er antwortete: "Einen Stab." Exo 4:3 Nun befahl Gott: "Wirf ihn auf die Erde!" Er warf ihn auf die Erde, und dieser wurde zu einer Schlange. Mose aber ergriff vor ihr die Flucht. Exo 4:4 Doch der Herr gebot Mose: "Strecke deine Hand aus und fasse sie am Schwanz!". Er streckte seine Hand aus und packte sie. Sie wurde wieder zum Stab in seiner Hand. Exo 4:5 "So müssen sie glauben, daß dir der Herr erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs." Exo 4:6 Weiter sagte der Herr zu ihm: "Stecke deine Hand in deinen Busen. Er steckte seine Hand in den Busen. Als er sie wieder herauszog, war seine Hand von Aussatz weiß wie Schnee. Exo 4:7 Hierauf befahl Gott: "Stecke deine Hand noch einmal in deinen Busen!" Er steckte seine Hand nochmals in den Busen, und als er sie wieder aus seinem Busen herauszog, war sie wieder wie sein übriges Fleisch. Exo 4:8 "Wenn sie dir also nicht glauben und den Sinn des ersten Zeichens nicht verstehen wollen, so werden sie auf das zweite Zeichen hin glauben. Exo 4:9 Sollten sie aber auf diese beiden Zeichen hin nicht glauben und nicht auf dich hören, so nimm ein wenig Wasser aus dem Nil und gieße es auf den trockenen Boden! Dann wird das Wasser, das du aus dem Nil genommen hast, auf dem trockenen Boden zu Blut werden." Exo 4:10 Mose aber sagte zum Herrn: "Nicht doch, Herr! Ich bin kein Mann, der zu reden versteht. Ich war es früher nicht und bin es auch jetzt nicht, seitdem du mit deinem Diener redest, sondern bin mit Mund und Zunge unbeholfen." Exo 4:11 Doch der Herr antwortete ihm: "Wer hat dem Menschen den Mund gegeben? Wer macht ihn stumm oder taub? Wer sehend oder blind? Tue ich es nicht, der Herr? Exo 4:12 So geh denn hin! Ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst." Exo 4:13 Jener aber entgegnete: "Nein, Herr! Sende, wen du willst!" Exo 4:14 Jetzt wurde der Herr über Mose zornig und sagte: "Ist nicht dein Bruder Aaron noch da, der Levit? Ich weiß, daß dieser sehr gut reden kann. Er ist schon unterwegs, dir entgegenzugehen. Wenn er dich sieht, wird er sich herzlich freuen. Exo 4:15 Sprich mit ihm, lege ihm die Worte in den Mund! Ich will deine und seine Rede lenken und euch eingeben, was ihr tun sollt. Exo 4:16 Er rede an deiner Statt zum Volk. Er sei Sprecher an deiner Statt, und du stehst für ihn an Gottes Stelle. Exo 4:17 Nimm diesen Stab in die Hand! Mit ihm wirke die Wunderzeichen!" Exo 4:18 Mose kehrte nun zu seinem Schwiegervater Jitro zurück und bat ihn: "Ich möchte zu meinen Brüdern nach Ägypten zurückkehren, um zu sehen, ob sie noch leben." Jitro antwortete Mose: "Zieh hin in Frieden!" Exo 4:19 Der Herr hatte nämlich dem Mose im Land Midian geboten: "Geh, kehre nunmehr nach Ägypten zurück! Denn alle, die dir nach dem Leben trachteten, sind tot." Exo 4:20 Mose nahm also seine Frau und seine Söhne, ließ sie auf den Esel steigen und kehrte nach Ägypten zurück. Den Gottesstab aber nahm Mose in die Hand. Exo 4:21 Der Herr sagte noch zu Mose: "Wenn du nach Ägypten zurückkommst, habe acht: Wirke vor dem Pharao alle Wundertaten, die ich in deine Macht gebe. Doch ich werde sein Herz verhärten, daß er das Volk nicht ziehen läßt. Exo 4:22 Dann sage zum Pharao: So spricht der Herr: Israel ist mein erstgeborener Sohn. Exo 4:23 Ich befehle dir: Laß meinen Sohn ziehen, damit er mir dient! Weigerst du dich aber, ihn ziehen zu lassen, so werde ich deinen erstgeborenen Sohn sterben lassen." Exo 4:24 Unterwegs in der Nachtherberge trat der Herr dem Mose entgegen und wollte ihn töten. Exo 4:25 Da nahm Zippora einen scharfen Stein, beschnitt damit die Vorhaut ihres Sohnes, warf sie Mose vor die Füße und sagte: "Ein Blutbräutigam bist du mir!" Exo 4:26 Hierauf ließ er von ihm ab. Sie gebrauchte damals den Ausdruck "Blutbräutigam" im Hinblick auf die Beschneidung. Exo 4:27 Der Herr hatte Aaron befohlen: "Geh Mose in die Wüste entgegen!" So machte er sich denn auf, traf ihn am Berg Gottes und küßte ihn. Exo 4:28 Mose teilte nun dem Aaron alle Worte des Herrn mit, mit denen dieser ihm seine Sendung übertragen hatte, und alle die Wunderzeichen, die Gott ihm zu wirken geboten hatte. Exo 4:29 Mose und Aaron gingen hin und versammelten alle Ältesten der Israeliten. Exo 4:30 Aaron teilte ihnen alles mit, was der Herr dem Mose aufgetragen hatte, und dieser wirkte die Wunderzeichen vor den Augen des Volkes. Exo 4:31 Das Volk glaubte ihm, und als sie hörten, daß der Herr sich der Israeliten angenommen und ihr Elend angesehen habe, verneigten sie sich und warfen sich nieder. Exo 5:1 Darauf gingen Mose und Aaron hin und sagten zum Pharao: "So spricht Jahwe, der Gott Israels: Laß mein Volk ziehen, damit es mir in der Wüste ein Fest feiert!" Exo 5:2 Doch der Pharao antwortete: "Wer ist Jahwe, daß ich ihm gehorchen und Israel ziehen lassen soll? Ich kenne Jahwe nicht und will auch Israel nicht entlassen." Exo 5:3 Sie entgegneten: "Der Gott der Hebräer ist uns erschienen. Wir möchten drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, opfern, damit er uns nicht mit der Pest oder dem Schwert heimsucht." Exo 5:4 Doch der König von Ägypten erwiderte ihnen: "Mose und Aaron, warum wollt ihr das Volk von seiner Arbeit abspenstig machen? Macht euch an eure Frondienste!" Exo 5:5 Weiter sagte der Pharao: "Es gibt wahrlich ohnehin schon genug Gesindel im Land. Wollt ihr auch diese noch von ihren Arbeiten abhalten?" Exo 5:6 Am gleichen Tag noch erteilte der Pharao den Fronvögten des Volkes und seinen Aufsehern den Befehl: Exo 5:7 "Liefert dem Volk nicht mehr wie bisher Stroh zur Anfertigung von Ziegeln! Sie sollen sich selbst Stroh sammeln! Exo 5:8 Doch müßt ihr die festgesetzte Zahl Ziegel, die sie bisher fertiggestellt haben, von ihnen einfordern, ohne einen Abzug davon vorzunehmen! Weil sie faul sind, darum verlangen sie: Wir wollen fortziehen, unserem Gott zu opfern! Exo 5:9 Den Leuten muß die Arbeit erschwert werden, damit sie daran zu tun haben und nicht auf törichte Schwätzereien achten!" Exo 5:10 Die Fronvögte und Aufseher des Volkes gingen hin und überbrachten dem Volk den Befehl: "So spricht der Pharao: Ich lasse euch kein Stroh mehr liefern. Exo 5:11 Geht selbst hin und holt euch Stroh, wo ihr es findet! Doch wird euch von eurer Arbeit nichts erlassen." Exo 5:12 Das Volk zerstreute sich nun im ganzen Land Ägypten, um Stroh zur Bereitung der Spreu zu sammeln. Exo 5:13 Die Fronvögte aber drängten sie: "Ihr habt täglich die volle Arbeit zu liefern wie früher, als es noch Stroh gab." Exo 5:14 Man züchtigte die Aufseher der Israeliten, die von den Fronvögten des Pharao zu deren Beaufsichtigung eingesetzt waren, und hielt ihnen vor: "Warum habt ihr in den letzten Tagen nicht wie bisher euer Maß Ziegel abgeliefert?" Exo 5:15 Da kamen die israelitischen Aufseher zum Pharao und fragten ihn wehklagend: "Warum läßt du deinen Knechten dies antun? Exo 5:16 Man liefert deinen Knechten kein Stroh mehr, doch>Ziegel<, heißt es,>schafft nur herbeiHerr< ist sein Name! Exo 15:4 Die Wagen des Pharao und sein Heer warf er ins Meer; von seinen Streitern die Besten gingen im Schilfmeer zugrunde. Exo 15:5 Wasser wogten über sie hin; wie ein Stein fuhren sie nieder zur Tiefe. Exo 15:6 Deine Rechte, Herr, ist gewaltig an Kraft! Deine Rechte, Herr, hat zerschmettert den Feind. Exo 15:7 Durch deiner Hoheit Fülle warfst deine Gegner du hin, deinen Zorn ließest du los; wie Stoppeln fraß er sie weg. Exo 15:8 Vor deiner Nase Schnauben türmten sich hoch die Wasser, wie ein Wall standen die Wogen, es erstarrten im Meer die Wellen. Exo 15:9 Der Feind dachte in seinem Herzen: Nachjagen will ich! Einholen will ich! Beute will ich verteilen! Meine Gier soll an ihnen sich laben! Zücken will ich mein Schwert, es soll meine Hand sie vertilgen! Exo 15:10 Du bliesest mit deinem Atem drein, und schon hatte das Meer sie verschlungen; wie Blei gingen sie unter in der furchtbaren Flut. Exo 15:11 Wer von den Göttern ist wie du, Herr? Wer wie du, strahlend in erhabener Majestät, an Ruhmestaten so furchtbar, Wunderwerke vollbringend! Exo 15:12 Deine Rechte nur strecktest du aus, schon verschlang sie die Erde! Exo 15:13 In deiner Huld hast du geführt das Volk, das du befreit hast; du hast es geleitet in deiner Kraft zu deiner heiligen Wohnstatt. Exo 15:14 Dies hörten die Völker, und Zittern überkam sie, Furcht ergriff die Philister, Exo 15:15 Edoms Fürsten erschraken, Angst erfaßte die Führer von Moab, es zagten die Bewohner von Kanaan, Exo 15:16 Furcht und Entsetzen befiel sie; ob deiner Arme Kraft erstarrten sie zu Stein. - Dein Volk, o Herr, zog hindurch, es zog hindurch das Volk, das du dir erworben. Exo 15:17 Du führst es hin und pflanzt es ein auf dem Berg, der dir eigen, am Ort, den du, Herr, zur Wohnung dir schufst, am Heiligtum, das, Herr, deine Hände erbauten. Exo 15:18 Der Herr ist König in Ewigkeit!" Exo 15:19 Als nämlich die Pferde des Pharao, seine Wagen und Gespanne ins Meer hineinkamen, ließ der Herr die Wasser des Meeres auf sie zurückfluten, während die Israeliten trockenen Fußes durch das Meer gezogen waren. Exo 15:20 Da nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Pauke zur Hand, und alle Frauen folgten ihr mit Pauken und im Reigentanz. Mirjam sang ihnen vor: Exo 15:21 "Singet dem Herrn, denn gar gewaltig ist er: Rosse und Lenker warf er ins Meer!..." Exo 15:22 Mose ließ die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen weiter in die Wüste Schur und wanderten drei Tage in der Wüste, ohne Wasser zu finden. Exo 15:23 Als sie nach Mara kamen, konnten sie das Wasser von Mara nicht trinken, weil es bitter war. Darum hieß es Mara. Exo 15:24 Das Volk murrte gegen Mose und sagte: "Was sollen wir trinken?" Exo 15:25 So flehte er denn zum Herrn, und der Herr zeigte ihm ein Holz. Als er dies ins Wasser warf, wurde das Wasser süß. Dort gab er ihm Gesetz und Recht, und dort stellte er es auf die Probe. Exo 15:26 Er sprach: "Wenn du auf das Wort des Herrn, deines Gottes, willig hörst und tust, was recht ist in seinen Augen, seinen Befehlen gehorchst und alle seine Satzungen beobachtest, will ich von den Heimsuchungen, die ich über Ägypten kommen ließ, keine über dich verhängen. Vielmehr werde ich, der Herr, dein Heiland sein." Exo 15:27 Hierauf kamen sie nach Elim. Dort waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmen. Sie lagerten sich dort am Wasser. Exo 16:1 Die ganze israelitische Gemeinde brach von Elim auf und kam in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt, am fünfzehnten Tag des zweiten Monats nach dem Auszug aus Ägypten. Exo 16:2 Wegen der Wüste murrte die ganze israelitische Gemeinde gegen Mose und Aaron. Exo 16:3 Die Israeliten sagten zu ihnen: "Wären wir doch lieber in Ägypten durch die Hand des Herrn gestorben, als wir bei unseren Fleischtöpfen saßen und satt zu essen hatten! Doch ihr habt uns in diese Wüste geführt, um die ganze Gemeinde durch Hunger sterben zu lassen." Exo 16:4 Da sagte der Herr zu Mose: "Gut! Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll dann hinausgehen und sich den täglichen Bedarf einsammeln. Ich will es damit auf die Probe stellen, ob es nach meiner Weisung wandeln will oder nicht. Exo 16:5 Wenn es aber am sechsten Tag das, was es eingebracht hat, herrichtet, wird es das Doppelte von dem sein, was es sonst alltäglich einsammelt." Exo 16:6 Mose und Aaron verkündeten danach allen Israeliten: "Heute abend werdet ihr erkennen, daß der Herr es ist, der euch aus Ägypten geführt hat. Exo 16:7 Morgen aber werdet ihr die Herrlichkeit des Herrn schauen. Denn er hat euer Murren gegen den Herrn gehört. Doch was sind wir, daß ihr gegen uns murrt?" Exo 16:8 Mose fuhr fort: "Daran, daß der Herr euch heute abend Fleisch zu essen gibt und morgen Brot zur Sättigung, werdet ihr erkennen, daß der Herr euer Murren, das ihr gegen ihn erhoben habt, gehört hat. Denn was sind wir? Nicht gegen uns ist euer Murren gerichtet, sondern gegen den Herrn." Exo 16:9 Hierauf sagte Mose zu Aaron: "Gebiete der ganzen Gemeinde der Israeliten: Tretet vor den Herrn! Denn er hat euer Murren gehört." Exo 16:10 Als dann Aaron dieses der ganzen Gemeinde der Israeliten mitteilte und sie gegen die Wüste schauten, erschien die Herrlichkeit des Herrn in der Wolke. Exo 16:11 Der Herr aber sagte zu Mose: "Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Exo 16:12 Sag ihnen dieses: Heute abend sollt ihr Fleisch zu essen bekommen und morgen früh euch mit Brot sättigen. So sollt ihr erkennen, daß ich der Herr, euer Gott, bin." Exo 16:13 Und wirklich: Am Abend kam ein Wachtelschwarm heran und bedeckte das Lager. Am Morgen aber lag rings um das Lager eine Tauschicht. Exo 16:14 Nachdem die Tauschicht geschwunden war, lag über die Wüste hin etwas Feines, Körniges, fein wie der Reif am Boden. Exo 16:15 Als die Israeliten dies sahen, fragten sie einander: "Was ist das?," denn sie wußten nicht, was es war. Mose sagte zu ihnen: "Das ist das Brot, das euch der Herr zu essen gibt. Exo 16:16 Folgendes gebietet der Herr: Jeder von euch sammle davon nach seinem Bedarf: einen Gomer für den Kopf entsprechend eurer Personenzahl! Doch hole jeder davon nur für seine Zeltgenossen!" Exo 16:17 Die Israeliten taten so und sammelten ein, der eine viel, der andere wenig. Exo 16:18 Als sie es mit dem Gomer maßen, hatte der, der viel genommen, keinen Überschuß, und wer wenig geholt, keinen Mangel. Jeder hatte nach seinem Bedarf gesammelt. Exo 16:19 Weiter befahl ihnen Mose: "Niemand soll etwas davon bis zum Morgen aufbewahren." Exo 16:20 Aber sie hörten nicht auf Mose, sondern einige hoben davon bis zum Morgen auf. Es wurde jedoch wurmig und faulte. Mose wurde darum über sie zornig. Exo 16:21 So sammelten sie es Morgen für Morgen ein, jeder nach seinem Bedarf. Sobald aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es. Exo 16:22 Am sechsten Tag sammelten sie doppelt soviel Speise ein, zwei Gomer für die Person. Alle Vorsteher der Gemeinde kamen und meldeten es Mose. Exo 16:23 Der antwortete ihnen: "Folgendes gebietet der Herr: Der Ruhetag, der heilige Sabbat des Herrn, ist morgen. Was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht! Alles, was übrigbleibt, legt für euch zurück, um es für morgen aufzubewahren!" Exo 16:24 Sie legten es also bis zum Morgen zurück, wie Mose befohlen hatten, und es wurde nicht übelriechend, noch bildeten sich Würmer darin. Exo 16:25 Mose befahl: "Eßt dies heute; denn heute ist der Ruhetag des Herrn! Heute werde ihr auf dem Feld nichts finden. Exo 16:26 Sechs Tage könnt ihr davon einsammeln. Am siebten Tag ist Sabbat, an ihm gibt es nichts." Exo 16:27 Als am siebten Tag einige vom Volk hinausgingen, um zu sammeln, fanden sie nichts. Exo 16:28 Da sagte der Herr zu Mose: "Wie lange wollt ihr euch noch weigern, meine Befehle und Weisungen zu befolgen? Exo 16:29 Bedenkt doch, daß der Herr euch den Sabbat gegeben hat! Darum gibt er euch am sechsten Tag Speise für zwei Tage. Jeder bleibe daheim! Niemand verlasse am siebten Tag seine Wohnung!" Exo 16:30 So feierte das Volk am siebten Tag Sabbat. Exo 16:31 Die Israeliten aber nannten es Manna. Es war weiß wie Koriandersamen, und sein Geschmack war wie der von Honigkuchen. Exo 16:32 Mose verkündete: "Folgenden Auftrag gibt der Herr: Ein Gomer voll soll davon aufbewahrt werden für die kommenden Geschlechter, damit sie die Speise sehen, mit der ich euch in der Wüste genährt habe, als ich euch aus Ägypten wegführte." Exo 16:33 Daher befahl Mose dem Aaron: "Nimm einen Krug, tu einen Gomer voll Manna hinein und stelle ihn vor der Gesetzeslade zur Aufbewahrung für die kommenden Geschlechter nieder!" Exo 16:34 Gemäß dem Auftrag, den der Herr dem Mose gegeben hatte, stellte ihn Aaron vor der Gesetzeslade zur Aufbewahrung nieder. Exo 16:35 Die Israeliten aßen vierzig Jahre lang Manna, bis sie in bewohntes Land kamen. Sie aßen Manna, bis sie die Grenzen des Landes Kanaan erreichten. Exo 16:36 Ein Gomer ist der zehnte Teil eines Efa. Exo 17:1 Hierauf zog die ganze israelitische Gemeinde auf Befehl des Herrn aus der Wüste Sin von Lagerplatz zu Lagerplatz weiter. Schließlich lagerten sie sich in Refidim. Da es dort für das Volk kein Trinkwasser gab, Exo 17:2 haderte das Volk mit Mose und rief: "Gebt uns Wasser zum Trinken!" Doch Mose entgegnete ihnen: "Was hadert ihr mit mir? Warum versucht ihr den Herrn?" Exo 17:3 Aber das Volk, das dort nach Wasser lechzte, murrte weiter gegen Mose und sagte: "Warum hast du uns aus Ägypten geführt? Etwa um uns, unsere Kinder und unser Vieh vor Durst umkommen zu lassen?" Exo 17:4 Mose rief nun flehentlich zum Herrn: "Was soll ich mit diesem Volk machen? Nur wenig fehlt, so steinigt es mich." Exo 17:5 Der Herr antwortete Mose: "Geh dem Volk voran! Hole einige von den Ältesten der Israeliten mit dir! Nimm auch den Stab in die Hand, mit dem du in den Nil geschlagen hast, und geh! Exo 17:6 Ich werde mich dort vor dich auf den Felsen am Horeb stellen. Schlage dann an den Felsen, und es wird Wasser aus ihm hervorfließen, und das Volk kann trinken." Mose tat so vor den Augen der Ältesten Israels. Exo 17:7 Den Ort nannte er Massa (Prüfung, Versuchung) und Meriba (Streit), weil die Israeliten dort gehadert und den Herrn versucht hatten, indem sie sagten: "Ist denn der Herr in unserer Mitte oder nicht?" Exo 17:8 Darauf rückten die Amalekiter heran, um mit den Israeliten bei Refidim zu kämpfen. Exo 17:9 Mose befahl dem Josua: "Wähle für uns Männer aus und nimm morgen den Kampf mit den Amalekitern auf! Ich will mich mit dem Gottesstab in der Hand auf die Spitze des Hügels stellen." Exo 17:10 Josua tat, wie Mose ihm befohlen hatte, und kämpfte mit den Amalekitern. Mose, Aaron und Hur aber stiegen auf den Gipfel des Hügels. Exo 17:11 Solange Mose seinen Arm hochhielt, siegten die Israeliten. Wenn er aber seinen Arm sinken ließ, siegten die Amalekiter. Exo 17:12 Schließlich wurden die Arme des Mose zu schwer. Sie nahmen daher einen Stein und legten ihm diesen unter. Er setzte sich darauf, und Aaron und Hur stützten seine Arme, der eine auf dieser, der andere auf jener Seite. So hielten seine Arme bis Sonnenuntergang in der gleichen Lage aus, Exo 17:13 und Josua besiegte die Amalekiter und ihr Kriegsvolk mit der Schärfe des Schwertes. Exo 17:14 Hierauf befahl der Herr dem Mose: "Schreibe dies zur Erinnerung in das Buch und verkünde Josua, daß ich das Andenken an die Amalekiter unter dem Himmel völlig austilgen werde!" Exo 17:15 Mose baute dann einen Altar und nannte ihn "Der Herr ist mein Banner". Exo 17:16 Er sagte: "Die Hand an das Banner des Herrn! Krieg führt der Herr mit Amalek von Geschlecht zu Geschlecht." Exo 18:1 Als Jitro, der Priester der Midianiter, des Mose Schwiegervater, alles hörte, was Gott an Mose und seinem Volk Israel getan, daß der Herr nämlich die Israeliten aus Ägypten geführt hatte, Exo 18:2 da nahm Jitro, des Mose Schwiegervater, die Frau des Mose, Zippora, die dieser zurückgeschickt hatte, Exo 18:3 und ihre beiden Söhne mit sich. Der eine hieß Gerschom (Ödgast), weil Mose gesagt hatte: "Fremdling bin ich in einem fremden Land geworden," Exo 18:4 und der andere Eliëser (Gotthelf), weil er gesagt hatte: "Der Gott meines Vaters war meine Hilfe und errettete mich vor dem Schwert des Pharao." Exo 18:5 Jitro, der Schwiegervater des Mose, kam nun mit dessen Söhnen und dessen Frau zu Mose in die Wüste, wo jener sich am Berg Gottes gelagert hatte. Exo 18:6 Er ließ Mose sagen: "Ich, dein Schwiegervater Jitro, komme zu dir mit deiner Frau und ihren beiden Söhnen, die bei ihr sind." Exo 18:7 Mose machte sich auf und ging seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich und küßte ihn. Dann fragten sie einander nach ihrem Wohlbefinden und traten ins Zelt. Exo 18:8 Mose erzählte nun seinem Schwiegervater alles, was der Herr am Pharao und an Ägypten um der Israeliten willen getan hatte, all die Mühsale, die ihnen unterwegs zugestoßen waren, und wie der Herr sie errettete. Exo 18:9 Jitro freute sich über all das Gute, das der Herr den Israeliten erwiesen hatte, indem er sie aus der Gewalt der Ägypter befreite. Exo 18:10 Dann sagte Jitro: "Gepriesen sei der Herr, der euch aus der Gewalt der Ägypter und des Pharao befreit und das Volk aus der Gewalt der Ägypter errettet hat. Exo 18:11 Daß der Herr größer ist als alle Götter, erkenne ich nun aus dem, was geschah, als jene sich übermütig gegen sie benahmen." Exo 18:12 Jitro, der Schwiegervater des Mose, brachte dann Gott ein Brand- und Schlachtopfer dar, und Aaron kam mit den Ältesten Israels, um mit dem Schwiegervater des Mose vor Gott das Opfermahl zu halten. Exo 18:13 Am anderen Tag hielt Mose eine Gerichtssitzung ab, um dem Volk Recht zu sprechen. Das Volk drängte sich um Mose von morgens bis abends. Exo 18:14 Als der Schwiegervater des Mose sah, was dieser alles mit dem Volk zu tun hatte, sagte er: "Was machst du dir mit dem Volk so viel zu schaffen? Warum sitzest du allein zu Gericht, indes das ganze Volk von morgens bis abends dich umdrängt?" Exo 18:15 Mose antwortete seinem Schwiegervater: "Das Volk kommt zu mir, um Gottes Entscheidung einzuholen. Exo 18:16 Sooft sie einen Rechtsstreit haben, kommen sie zu mir, damit ich Richter zwischen ihnen sei und Gottes Rechtssprüche und seine Weisungen ihnen kundtue." Exo 18:17 Doch der Schwiegervater des Mose erwiderte diesem: "Das Verfahren, das du anwendest, ist nicht gut. Exo 18:18 Du und die Leute, die vor dich kommen, reiben sich dabei auf; denn diese Arbeit ist zu schwer für dich. Du kannst sie allein nicht bewältigen. Exo 18:19 Nun höre auf den Rat, den ich dir gebe, und Gott wird mit dir sein! Sei du für das Volk Sachwalter bei Gott und bringe du ihre Anliegen vor Gott Exo 18:20 Belehre sie ferner über die Gesetze und Rechtsbestimmungen und zeige ihnen den Weg, den sie gehen sollen, und die Werke, die sie zu tun haben! Exo 18:21 Suche dir zugleich im ganzen Volk tüchtige, gottesfürchtige Männer aus und setze sie als Vorsteher ein über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn! Exo 18:22 Sie sollen dem Volk jederzeit Recht sprechen. Jeden wichtigeren Fall jedoch sollen sie dir vorlegen. In minder wichtigen Dingen sollen sie selbst entscheiden. Entlaste dich auf diese Weise! Sie sollen mit dir die Last tragen! Exo 18:23 Wenn du es so machst und Gott es dir erlaubt, wirst du dabei bestehen, und alle diese Leute werden an Ort und Stelle befriedigt werden können." Exo 18:24 Mose hörte auf den Rat seines Schwiegervaters und tat alles, was jener ihm vorgeschlagen hatte. Exo 18:25 Aus ganz Israel wählte Mose tüchtige Männer aus und bestellte sie als Vorsteher über das Volk, über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn. Exo 18:26 Diese sollten jederzeit dem Volk Recht sprechen. Alle schwierigeren Fälle sollten sie aber Mose vorlegen, die minder schwierigen Dinge aber selbst entscheiden. Exo 18:27 Hierauf ließ Mose seinen Schwiegervater ziehen, und dieser kehrte in seine Heimat zurück. Exo 19:1 Im dritten Monat nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, an demselben Tag, kamen sie in die Wüste Sinai. Exo 19:2 Sie waren nämlich von Refidim aufgebrochen, in die Wüste Sinai gelangt und hatten sich in der Wüste gelagert. Dort vor dem Berg hatte sich Israel niedergelassen. Exo 19:3 Als nun Mose zu Gott hinaufstieg, rief ihm der Herr vom Berg herab zu: "Künde folgendes dem Haus Jakob und tu es kund den Söhnen Israels: Exo 19:4 Ihr habt gesehen, wie ich mit den Ägyptern verfuhr, wie ich euch mit Adlerflügeln trug und euch hierher zu mir brachte. Exo 19:5 Wenn ihr nun treulich auf mein Wort hört und meinen Bund haltet, so sollt ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein - denn mir gehört die ganze Erde, - Exo 19:6 ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk. - Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst." Exo 19:7 Mose ging hin, berief die Ältesten des Volkes und teilte ihnen all die Worte mit, die der Herr ihm aufgetragen hatte. Exo 19:8 Das ganze Volk antwortete einstimmig: "Alles, was der Herr befiehlt, wollen wir tun!" Als Mose die Antwort des Volkes dem Herrn überbrachte, Exo 19:9 sprach der Herr zu Mose: "Siehe, ich werde in dichtem Gewittergewölk zu dir kommen, damit das Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und dir für immer glaube." Mose teilte dem Herrn die Antwort des Volkes mit. Exo 19:10 Da sagte der Herr zu Mose: "Geh zum Volk, laß es heute und morgen sich heiligen! Es soll seine Kleider waschen Exo 19:11 und übermorgen bereit sein. Denn übermorgen wird der Herr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabkommen. Exo 19:12 Bezeichne dem Volk ringsum eine Grenze und gebiete: "Hütet euch wohl, den Berg zu besteigen oder auch nur seinen Fuß zu berühren! Alles, was den Berg berührt, muß sterben. Exo 19:13 Keine Hand darf solches dann berühren: wer es tut, soll gesteinigt oder abgeschossen werden. Sei es Mensch oder Tier, es darf nicht am Leben bleiben. Erst wenn das Widderhorn geblasen wird, darf der Berg bestiegen werden." Exo 19:14 Hierauf ging Mose vom Berg zum Volk hinab und ließ das Volk sich heiligen, und es wusch seine Kleider. Exo 19:15 Dann gebot er dem Volk: "Haltet euch übermorgen bereit! Naht euch keiner Frau!" Exo 19:16 Am dritten Tag brachen, als es Morgen wurde, Donner und Blitze los. Schweres Gewölk lagerte sich über dem Berg, und mächtiger Posaunenschall ertönte. Das ganze Volk, das im Lager war, erbebte. Exo 19:17 Mose führte das Volk aus dem Lager Gott entgegen, und es stellte sich am Fuß des Berges auf. Exo 19:18 Der Berg Sinai war ganz in Rauch gehüllt, weil der Herr in Feuer auf ihn herabgestiegen war. Rauch quoll von ihm auf wie der Rauch eines Schmelzofens. Der ganze Berg erbebte heftig. Exo 19:19 Der Posaunenschall wurde immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm im Donner. Exo 19:20 Als nun der Herr auf den Gipfel des Berges Sinai hinabgestiegen war, berief der Herr den Mose auf den Gipfel des Berges. Mose stieg hinauf, Exo 19:21 und der Herr befahl dem Mose: "Steige hinab, mahne das Volk, nicht zum Herrn durchzubrechen, um ihn zu sehen! Sonst würde eine große Anzahl davon umkommen. Exo 19:22 Selbst die Priester, die sonst dem Herrn nahen dürfen, sollen sich heiligen, damit der Herr sie nicht vernichte." Exo 19:23 Mose entgegnete dem Herrn: "Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai hinaufsteigen; denn du hast uns gemahnt, den Berg abzugrenzen und ihn für unnahbar zu erklären." Exo 19:24 Doch der Herr erwiderte ihm: "Steige hinab und komme mit Aaron wieder herauf! Die Priester aber und das Volk dürfen die Abgrenzung nicht durchbrechen, um zum Herrn emporzusteigen. Er würde sie vernichten." Exo 19:25 Mose stieg also zum Volk hinab und berichtete ihm alles. Exo 20:1 Hierauf gab ihm Gott alle folgenden Gebote: Exo 20:2 "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägypten, dem Haus der Knechtschaft, weggeführt hat. Exo 20:3 Du sollst neben mir keine anderen Götter haben! Exo 20:4 Du sollst dir kein Schnitzbild machen, kein Bild von dem, was oben im Himmel oder unten auf der Erde oder im Wasser unter der Erde ist! Exo 20:5 Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und sie nicht anbeten! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter an den Kindern, den Enkeln und den Urenkeln derer straft, die mich hassen, Exo 20:6 Barmherzigkeit hingegen bis ins tausendste Glied denen erweist, die mich lieben und meine Gebote halten. Exo 20:7 Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen! Denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißachtet. Exo 20:8 Achte darauf, den Sabbat zu heiligen! Exo 20:9 Sechs Tage magst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten! Exo 20:10 Aber der siebte Tag ist ein Ruhetag zu Ehren des Herrn, deines Gottes. Da darfst du keinerlei Arbeit tun, weder du noch dein Sohn oder deine Tochter, weder dein Knecht noch deine Magd noch dein Vieh noch der Fremdling, der bei dir innerhalb deiner Tore weilt! Exo 20:11 Denn in sechs Tagen schuf der Herr Himmel und Erde, das Meer und alles, was in ihnen ist, aber am siebten Tag ruhte er. Darum hat der Herr den Sabbat gesegnet und geheiligt. Exo 20:12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir geben wird! Exo 20:13 Du sollst nicht töten! Exo 20:14 Du sollst nicht ehebrechen! Exo 20:15 Du sollst nicht stehlen! Exo 20:16 Du sollst gegen deinen Nächsten kein falsches Zeugnis ablegen! Exo 20:17 Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus! Du sollst nicht begehren die Frau deines Nächsten, noch seinen Knecht, seine Magd, seinen Ochsen, seinen Esel, noch irgend etwas, was deinem Nächsten gehört!" Exo 20:18 Als das ganze Volk die Donnerschläge, die Blitze, den Posaunenschall und den rauchenden Berg wahrnahm, fürchtete sich das Volk und zitterte und blieb in der Ferne stehen. Exo 20:19 Sie sagten zu Mose: "Rede du mit uns, so wollen wir hören! Gott aber möge nicht mit uns sprechen! Sonst sind wir des Todes!" Exo 20:20 Mose antwortete dem Volk: "Habt keine Furcht! Denn Gott ist nur gekommen, um euch auf die Probe zu stellen und die Furcht vor ihm in euch wach zu halten, damit ihr nicht sündigt." Exo 20:21 Während das Volk nun in der Ferne stehenblieb, trat Mose an das dunkle Gewölk heran, in dem Gott war. Exo 20:22 Nun sprach der Herr zu Mose: "Gebiete den Israeliten folgendes: Ihr habt gesehen, daß ich vom Himmel her mit euch geredet habe. Macht euch neben mir keine silbernen Götzen! Exo 20:23 Fertigt euch keine goldenen Götzen an! Exo 20:24 Baue mir einen Altar von Erde und bringe auf ihm deine Brandopfer und Friedopfer, deine Schafe und deine Rinder dar! An der Stätte, die ich jeweils zur Verehrung meines Namens bestimmen werde, will ich zu dir kommen und dich segnen. Exo 20:25 Wenn du mir aber einen Altar aus Steinen errichten willst, so darfst du ihn nicht aus behauenen Steinen bauen. Denn wenn du sie mit deinem Meißel bearbeitest, entweihst du sie. Exo 20:26 Steige zu meinem Altar nicht auf Stufen empor, damit deine Blöße vor ihm nicht enthüllt wird! Exo 21:1 Folgendes sind die Rechtssatzungen, die du ihnen vorlegen sollst: Exo 21:2 Wenn du einen hebräischen Sklaven kaufst, so diene er dir sechs Jahre lang. Exo 21:3 Im siebten Jahr soll er unentgeltlich freigelassen werden. Ist er ledig gekommen, so soll er ledig wieder weggehen; war er verheiratet, so soll auch seine Frau mit ihm gehen. Exo 21:4 Hat ihm sein Herr eine Frau gegeben und diese ihm Söhne oder Töchter geboren, so soll die Frau mit ihren Kindern ihrem Herrn verbleiben, und er soll allein freigelassen werden. Exo 21:5 Erklärt aber der Sklave: "Ich habe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder lieb, ich will nicht freigelassen werden," Exo 21:6 soll ihn sein Herr vor Gericht bringen und ihn an die Tür oder an den Türpfosten stellen. Dort soll ihm sein Herr mit einem Pfriemen sein Ohr durchstechen, und er soll für immer sein Sklave sein. Exo 21:7 Wenn jemand seine Tochter als Sklavin verkauft, soll sie nicht wie die Sklaven freigelassen werden. Exo 21:8 Mißfällt sie ihrem Herrn, für den jener sie bestimmt hatte, so lasse er sie loskaufen. An ein fremdes Volk sie zu verkaufen, wenn er sie verschmäht, steht ihm nicht zu. Exo 21:9 Weist er sie aber seinem Sohn zu, so muß er sie nach dem Recht der Töchter behandeln. Exo 21:10 Nimmt er sich noch eine andere, so darf er sie in Fleischnahrung, Kleidung und im ehelichen Leben nicht verkürzen. Exo 21:11 Wenn er ihr aber diese drei Dinge nicht leistet, so darf sie ohne Entschädigung, ohne Entgelt frei weggehen. Exo 21:12 Wer einen anderen schlägt, so daß er stirbt, soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 21:13 Hat er es nicht vorsätzlich getan, sondern hat es Gott seiner Hand zustoßen lassen, so will ich dir eine Stätte bestimmen, wohin er fliehen kann. Exo 21:14 Wenn aber jemand einen anderen mit Vorsatz und Hinterlist tötet, so sollst du ihn von meinem Altar wegholen, damit er sterbe. Exo 21:15 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 21:16 Wer einen Menschen raubt, mag er ihn verkaufen, oder mag dieser sich noch in seiner Gewalt befinden, soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 21:17 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 21:18 Wenn Männer in Streit geraten und einer den anderen mit einem Stein oder mit einem Erdklumpen schlägt, so daß dieser zwar nicht stirbt, jedoch bettlägerig wird, Exo 21:19 soll, wenn er wieder aufkommt und im Freien an seinem Stock umhergehen kann, der andere, der ihn geschlagen hat, straflos bleiben. Nur muß er ihm den Schaden, den die Arbeitsunfähigkeit für ihn mit sich bringt, ersetzen und die Heilkosten zahlen. Exo 21:20 Schlägt jemand seinen Sklaven oder seine Sklavin mit dem Stock, so daß sie ihm unter den Händen sterben, so muß dies bestraft werden. Exo 21:21 Bleibt der Betreffende noch einen oder zwei Tage am Leben, so soll er nicht bestraft werden; denn es handelt sich um sein eigenes Geld. Exo 21:22 Wenn Männer miteinander streiten und dabei eine schwangere Frau so stoßen, daß eine Fehlgeburt eintritt, jedoch kein weiterer Schaden entsteht, so soll der Schuldige mit einer Geldbuße belegt werden, die der Ehemann der Frau nach dem Ausspruch von Schiedsrichtern über ihn verhängt. Exo 21:23 Entsteht aber ein weiterer Schaden, so sollst du geben Leben um Leben, Exo 21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Exo 21:25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule. Exo 21:26 Schlägt jemand seinen Sklaven oder seiner Sklavin ins Auge und zerstört er es, so soll er sie zur Entschädigung für das Auge freilassen. Exo 21:27 Wenn er seinem Sklaven oder seiner Sklavin einen Zahn ausschlägt, so soll er sie zur Entschädigung für den Zahn freilassen. Exo 21:28 Stößt ein Rind einen Mann oder eine Frau so, daß der Tod eintritt, so soll das Rind gesteinigt, sein Fleisch aber nicht gegessen werden. Der Besitzer des Rindes jedoch bleibt straffrei. Exo 21:29 War aber das Rind schon früher stößig und sein Besitzer verwarnt worden, ohne daß er es jedoch gehütet hätte, so soll das Rind, wenn es einen Mann oder eine Frau getötet hat, gesteinigt werden. Auch sein Besitzer soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 21:30 Wenn ihm aber eine Geldbuße auferlegt wird, so soll er für sein Leben so viel Lösegeld bezahlen, als von ihm verlangt wird. Exo 21:31 Stößt das Rind einen Knaben oder ein Mädchen, so soll nach demselben Recht mit ihm verfahren werden. Exo 21:32 Wenn das Rind einen Sklaven oder eine Sklavin stößt, soll der Eigentümer ihrem Herrn dreißig Silberlinge zahlen, das Rind aber soll gesteinigt werden. Exo 21:33 Läßt jemand eine Zisterne offen stehen, oder gräbt jemand eine Zisterne und deckt sie nicht zu, und fällt nun ein Rind oder ein Esel hinein, Exo 21:34 so soll der Eigentümer der Zisterne Ersatz leisten. Er muß den Besitzer mit Geld abfinden. Das verendete Tier jedoch verbleibt ihm. Exo 21:35 Wenn jemandes Rind das Rind eines anderen stößt, so daß es verendet, so sollen sie das lebende Rind verkaufen und den Erlös dafür teilen. Auch das verendete Tier sollen sie unter sich teilen. Exo 21:36 War es aber bekannt, daß das Rind schon früher stößig war, und hatte sein Eigentümer es nicht gehütet, so muß er zum vollen Ersatz für dieses Rind ein anderes geben. Das verendete Tier soll ihm gehören. Exo 22:1 (21:37) Wer ein Rind oder ein Schaf stiehlt und es schlachtet oder verkauft, muß als Schadenersatz fünf Rinder für das Rind und vier Schafe für das Schaf geben. Exo 22:2 (22:1) Wird ein Dieb beim Einbruch ertappt und totgeschlagen, so entsteht ihm gegenüber keine Blutschuld. Exo 22:3 (22:2) War aber die Sonne schon über ihm aufgegangen, so erwächst ihm gegenüber Blutschuld. - Der Dieb muß Ersatz leisten. Hat er nichts, so muß er zum Ersatz des Gestohlenen verkauft werden. Exo 22:4 (22:3) Wenn das Gestohlene, sei es ein Rind, Esel oder Schaf, noch lebend in seinem Besitz angetroffen wird, so muß er doppelten Ersatz leisten. Exo 22:5 (22:4) Wer in seinem Feld oder seinem Garten ein Feuer macht und den Brand übergreifen läßt, so daß er das Feld eines anderen anzündet, muß mit dem Besten seiner Felder und seines Gartens Ersatz leisten. Exo 22:6 (22:5) Wenn aber das Feuer selbst übergreift, Gestrüpp erfaßt, einen Getreidehaufen oder das noch stehende Getreide, oder das Feld verbrennt, muß jener, der den Brand verursacht hat, Ersatz leisten. Exo 22:7 (22:6) Übergibt jemand einem anderen Geld oder sonstige Gegenstände zur Aufbewahrung und wird dieses aus dem Haus des Betreffenden gestohlen, so muß der Dieb, wenn man ihn entdeckt, doppelten Ersatz leisten. Exo 22:8 (22:7) Wird der Dieb nicht ausfindig gemacht, soll der Eigentümer des Hauses vor Gericht erscheinen, ob er sich nicht am Eigentum des anderen vergriffen hat. Exo 22:9 (22:8) Bei jedem Fall von Veruntreuung, mag es sich um ein Rind, einen Esel, ein Schaf, ein Kleidungsstück oder um sonst etwas handeln, das abhanden kam und das nun jemand als sein Eigentum beansprucht, soll der Fall der beiden vor Gericht kommen. Wen das Gericht für schuldig erklärt, der soll dem anderen doppelten Ersatz leisten. Exo 22:10 (22:9) Gibt jemand einem anderen einen Esel, ein Rind, ein Schaf oder sonst irgendein Stück Vieh in Obhut, und geht dieses ein oder bricht etwas oder wird geraubt, ohne daß es jemand gesehen hat, Exo 22:11 (22:10) so soll ein Eid beim Herrn die Streitfrage zwischen beiden schlichten, daß sich der eine nicht am Eigentum des anderen vergriffen hat. Der Eigentümer muß sich damit zufrieden geben, und jener braucht keinen Ersatz zu leisten. Exo 22:12 (22:11) Ist es ihm jedoch gestohlen worden, so muß er dem Eigentümer Ersatz leisten. Exo 22:13 (22:12) Wurde es aber zerrissen, so soll er dasselbe zum Beweis beibringen. Für das Zerrissene braucht er keinen Ersatz zu leisten. Exo 22:14 (22:13) Entleiht es einer von einem anderen und bricht es etwas oder geht ein, so muß dieser, wenn dessen Besitzer nicht zugegen war, Ersatz leisten. Exo 22:15 (22:14) Wenn der Besitzer zugegen war, braucht er keinen Ersatz zu leisten. War es gemietet, so erhält er den Mietpreis. Exo 22:16 (22:15) Wenn jemand eine Jungfrau verführt, die nicht verlobt ist, und sich mit ihr vergeht, so muß er die Morgengabe entrichten und sie zur Frau nehmen. Exo 22:17 (22:16) Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, soll er einen der Heiratsgabe für Jungfrauen entsprechenden Betrag zahlen. Exo 22:18 (22:17) Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen. Exo 22:19 (22:18) Jeder, der mit einem Tier sich vergeht, soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 22:20 (22:19) Wer Göttern opfert, außer dem Herrn allein, soll dem Bann verfallen. Exo 22:21 (22:20) Einen Fremdling darfst du nicht übervorteilen und nicht bedrücken. Ihr selbst seid ja Fremdlinge in Ägypten gewesen. Exo 22:22 (22:21) Eine Witwe oder eine Waise sollt ihr nie bedrängen. Exo 22:23 (22:22) Bedrückst du sie und rufen sie zu mir um Hilfe, so werde ich ihr Rufen hören. Exo 22:24 (22:23) Mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch durch das Schwert umkommen lassen, so daß eure Frauen zu Witwen und eure Kinder zu Waisen werden. Exo 22:25 (22:24) Wenn du einem Armen aus meinem Volk, der bei dir wohnt, Geld leihst, so benimm dich gegen ihn nicht wie ein Wucherer! Legt ihm keinen Zins auf! Exo 22:26 (22:25) Nimmst du von einem anderen den Mantel in Pfand, so sollst du ihm dieses bis Sonnenuntergang wieder zurückgeben. Exo 22:27 (22:26) Denn er ist seine einzige Decke, die Hülle für seinen Leib. Worin soll er schlafen? Wenn er zu mir ruft, werde ich ihn erhören; denn ich bin barmherzig. Exo 22:28 (22:27) Gott darfst du nicht lästern und keinen Fürsten deines Volkes verwünschen. Exo 22:29 (22:28) Mit der Abgabe von dem Überfluß deiner Tenne und der Abgabe aus deiner Kelter halte nicht zurück. Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du mir schenken. Exo 22:30 (22:29) So sollst du es auch mit deinem Rind und deinem Schaf halten: sieben Tage soll es bei der Mutter bleiben, am achten Tag sollst du es mir darbringen. Exo 22:31 (22:30) Heilige Menschen sollt ihr mir sein und nicht Fleisch von einem auf dem Feld zerrissenen Tier genießen. Werft es den Hunden vor! Exo 23:1 Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen, deine Hand nicht dem bieten, der im Unrecht ist, um falsches Zeugnis abzulegen. Exo 23:2 Du sollst nicht der großen Menge folgen zu bösem Tun und bei einem Rechtsstreit nicht so aussagen, daß du mit der großen Menge gehst und das Recht beugst. Exo 23:3 Den Armen sollst du in seiner Streitsache nicht begünstigen. Exo 23:4 Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, sollst du sie ihm wieder zuführen. Exo 23:5 Siehst du den Esel deines Widersachers unter seiner Last zusammenbrechen, unterlasse es nicht, ihm aufzuhelfen; du sollst vereint mit ihm Hilfe leisten. Exo 23:6 Beuge nicht das Recht eines Armen in seiner Streitsache! Exo 23:7 Von falscher Anklage sollst du dich fernhalten und nicht den Tod eines Unschuldigen und jemandes, der im Recht ist, verschulden. Denn ich gebe dem, der im Unrecht ist, nicht recht. Exo 23:8 Nimm keine Bestechungsgeschenke an! Denn Geschenke machen die Sehenden blind und verdrehen die gerechte Sache. Exo 23:9 Einen Fremdling darfst du nicht hart behandeln. Ihr wißt ja, wie es einem Fremdling zumute ist, da ihr selbst Fremdlinge in Ägypten gewesen seid. Exo 23:10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seinen Ertrag ernten. Exo 23:11 Im siebten laß es brach liegen und gib es frei, damit die Armen deines Volkes sich davon nähren und das Wild des Feldes fressen kann, was sie übriglassen! So sollst du es auch mit deinen Weinbergen und deinen Ölbaumpflanzungen machen. Exo 23:12 Sechs Tage magst du deine Arbeit tun, am siebten Tag aber sollst du feiern, damit dein Ochse und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Sklavin und der Fremdling aufatmen können. Exo 23:13 An alles, was ich euch befohlen habe, sollt ihr euch halten. Den Namen anderer Götter sollt ihr nicht anrufen. Er soll aus eurem Mund nicht gehört werden. Exo 23:14 Dreimal im Jahr sollst du mir ein Fest feiern. Exo 23:15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du beobachten. Sieben Tage lang sollst du, wie ich dir geboten habe, zur bestimmten Zeit im Monat Abib ungesäuertes Brot essen! In ihm bist du ja aus Ägypten fortgezogen. Man darf aber nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen. Exo 23:16 Dann das Fest der Ernte des Erstlingsgetreides, das aus dem Ertrag dessen stammt, was du auf dem Feld ausgesät hast. Am Jahresschluß das Fest der Lese, wenn du vom Feld deinen Ertrag einholst. Exo 23:17 Dreimal im Jahr sollen alle deine männlichen Personen vor dem Allmächtigen, dem Herrn, erscheinen. Exo 23:18 Du sollst das Blut meiner Opfertiere nicht mit gesäuertem Brot zusammen opfern, und das Fett von meinen Festopfern soll nicht bis zum Morgen liegen bleiben. Exo 23:19 Das Beste von den Erstlingen deines Ackers sollst du zum Haus des Herrn, deines Gottes, bringen. Ein Böckchen sollst du nicht in der Milch seiner Mutter kochen. Exo 23:20 Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, um dich auf dem Weg zu behüten und dich an den Ort zu bringen, den ich für dich bestimmt habe. Exo 23:21 Habe acht auf ihn und gehorche seinen Anordnungen und sei nicht widerspenstig gegen ihn! Denn er würde deine Schuld nicht verzeihen, weil mein Name in ihm ist. Exo 23:22 Wenn du jedoch seinen Anweisungen willig folgst und alles tust, was ich sage, werde ich der Feind deiner Feinde sein und deine Bedränger bedrängen. Exo 23:23 Dann wird mein Engel vor dir hergehen und dich zu den Amoritern, Hetitern, Perisitern, Kanaanitern, Hiwitern und Jebusitern führen, die ich ausrotten werde. Exo 23:24 Du sollst ihre Götter nicht verehren, ihnen nicht dienen und nicht nach ihren Werken handeln, sondern sie vernichten und ihre Steinmale zertrümmern. Exo 23:25 Doch dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr dienen. So wird er dein Brot und Wasser segnen und Krankheiten von dir fernhalten. Exo 23:26 Keine Frau wird dann in deinem Land eine Fehlgeburt haben oder kinderlos sein, und deine Lebenstage will ich auf ihre volle Zahl bringen. Exo 23:27 Meinen Schrecken werde ich vor dir hersenden, alle Völker, zu denen du kommst, in Verwirrung bringen und bewirken, daß alle deine Feinde vor dir die Flucht ergreifen. Exo 23:28 Hornissen werde ich vor dir hersenden, damit sie die Hiwiter, Kanaaniter und Hetiter vor dir vertreiben. Exo 23:29 Ich will sie aber nicht in einem Jahr vor dir verjagen, sonst würde das Land zur Wüste werden und die wilden Tiere zu deinem Schaden überhandnehmen. Exo 23:30 Ganz allmählich will ich sie vor dir zurückdrängen, bis du zahlreich geworden bist und das Land in Besitz nehmen kannst. Exo 23:31 Ich will dann dein Gebiet sich ausdehnen lassen vom Schilfmeer bis zum Meer der Philister und von der Wüste bis zum Strom. Denn ich werde die Bewohner des Landes in deine Gewalt geben, so daß du sie vor dir her vertreiben kannst. Exo 23:32 Du darfst mit ihnen und ihren Göttern keinen Bund schließen. Exo 23:33 Sie dürfen nicht in deinem Land wohnen bleiben, damit sie dich nicht zur Sünde gegen mich verleiten. Denn wenn du ihren Göttern dientest, würde dir dies zum Fallstrick werden." Exo 24:1 Hierauf gebot er dem Mose: "Steige zum Herrn hinauf mit Aaron, Nadab, Abihu und siebzig israelitischen Ältesten! Doch bringt von fern eure Verehrung dar! Exo 24:2 Nur Mose soll zum Herrn herantreten. Jene dürfen nicht näher hinzutreten. Das Volk aber steige nicht mit ihm hinauf!" Exo 24:3 Mose kam und verkündete dem Volk alle Gebote des Herrn und alle Rechtssatzungen. Das ganze Volk antwortete einstimmig: "Alle Gebote, die der Herr gegeben hat, wollen wir befolgen!" Exo 24:4 Mose zeichnete nun alle Gebote des Herrn auf. Früh am anderen Morgen errichtete er einen Altar am Fuß des Berges und zwölf Denksteine nach der Zahl der zwölf Stämme Israels. Exo 24:5 Junge israelitische Männer beauftragte er, dem Herrn Brandopfer darzubringen und junge Rinder zum Friedopfer zu schlachten. Exo 24:6 Mose nahm die Hälfte des Blutes und goß es in Opferschalen. Die andere Hälfte des Blutes sprengte er an den Altar. Exo 24:7 Dann griff er zum Bundesbuch und las es dem Volk laut vor, worauf dieses gelobte: "Alles, was der Herr geboten hat, wollen wir willig tun und erfüllen!" Exo 24:8 Mose nahm nun das Blut, besprengte damit das Volk und sagte: "Dies ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen hat auf Grund all dieser Gebote." Exo 24:9 Hierauf stiegen Mose, Aaron, Nadab, Abihu und siebzig israelitische Älteste auf den Berg. Exo 24:10 Dort schauten sie den Gott Israels und unter seinen Füßen ein Gebilde, das Saphirplatten glich und einen hellen Glanz ausstrahlte wie der Himmel. Exo 24:11 Er streckte aber seine Hand nicht gegen die Auserwählten der Israeliten aus. Sie durften vielmehr Gott schauen, und sie aßen und tranken. Exo 24:12 Da gebot der Herr dem Mose: "Steige herauf zu mir auf den Berg und bleibe dort! Ich will dir Steintafeln mit dem Gesetz und den Geboten geben, die ich aufgeschrieben habe, damit man sie darin unterweise." Exo 24:13 Mose machte sich mit seinem Diener Josua auf. Bevor Mose auf den Berg Gottes stieg, Exo 24:14 befahl er den Ältesten: "Wartet hier auf uns, bis wir zu euch zurückkommen! Ihr habt Aaron und Hur bei euch. Wer eine Streitsache hat, wende sich an sie!" Exo 24:15 Während Mose den Berg erstieg, verhüllte die Wolke den Berg, Exo 24:16 und die Herrlichkeit des Herrn ließ sich auf den Berg Sinai nieder. Sechs Tage lang verhüllte ihn die Wolke. Am siebten Tag rief er Mose aus der Wolke heraus an. Exo 24:17 Den Augen der Israeliten bot sich die Herrlichkeit des Herrn dar wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges. Exo 24:18 Mose begab sich mitten in die Wolke hinein, als er den Berg vollends erstiegen hatte. Vierzig Tage und vierzig Nächte blieb Mose auf dem Berg. Exo 25:1 Der Herr gebot Mose: Exo 25:2 "Befiehl den Israeliten, daß sie ein Abgabe für mich erheben! Zieht für mich die Beisteuer ein von jedem, der sie freiwillig geben will! Exo 25:3 Die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt, bestehe in folgendem: in Gold, Silber und Kupfer, Exo 25:4 in blauem und rotem Purpur, Karmesin, Byssus, Ziegenhaaren, Exo 25:5 in rotgefärbten Widderfellen, Seekuhhäuten und Akazienholz, Exo 25:6 in Öl für den Leuchter, in Gewürzen für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk, Exo 25:7 in Onyxsteinen und anderen Edelsteinen zum Besatz für das Schulterkleid und für das Brustschild. Exo 25:8 Errichtet mir ein Heiligtum, damit ich in ihrer Mitte wohnen kann! Exo 25:9 Baut dies genau nach dem Abbild, das ich dir von der heiligen Wohnung und von allen ihren Geräten zeigen werde! Exo 25:10 Fertigt eine Lade aus Akazienholz an, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch! Exo 25:11 Überziehe sie innen und außen mit reinem Gold und oben führe einen goldenen Kranz rings um sie herum! Exo 25:12 Gieße dazu vier goldene Ringe und mache sie an den vier Füßen fest, zwei Ringe an der einen Seite und zwei Ringe an der anderen Seite! Exo 25:13 Fertige Stangen aus Akazienholz an und überziehe sie mit Gold! Exo 25:14 Stecke die Stangen in die Ringe an den Seiten der Lade, damit man an ihnen die Lade tragen kann. Exo 25:15 Die Stangen sollen in den Ringen der Lade bleiben und nie herausgezogen werden. Exo 25:16 In die Lade lege das Gesetz, das ich dir geben werde! Exo 25:17 Stelle dann die Sühnestätte her aus reinem Gold, zweieinhalb Ellen lang und anderthalb Ellen breit! Exo 25:18 Dazu mache zwei goldene Kerubfiguren! Fertige sie in getriebener Arbeit so an, daß sie mit den beiden Enden der Sühnestätte ein Stück bilden! Exo 25:19 Den einen Kerub mache so, daß er mit dem einen Ende ein Stück bildet, den anderen Kerub so, daß er mit dem anderen Ende ein Stück bildet! Bringe also die beiden Kerubfiguren auf den beiden Enden so an, daß sie mit der Sühnestätte ein Stück bilden! Exo 25:20 Die Kerubfiguren sollen ihre Flügel nach oben hin ausgebreitet halten und so zugleich mit ihren Flügeln die Sühnestätte überdecken. Ihre Gesichter sollen einander zugekehrt sein. Zugleich sollen sich die Gesichter der Kerubim auf die Sühnestätte richten. Exo 25:21 Lege die Sühnestätte oben auf die Lade, und in die Lade lege das Gesetz, das ich dir geben werde! Exo 25:22 Dort will ich mit dir zusammenkommen, und von der Sühnestätte aus inmitten der beiden Kerubim, die auf der Gesetzeslade sind, will ich dir alles mitteilen, was ich dir an die Israeliten aufzutragen habe. Exo 25:23 Fertige auch einen Tisch aus Akazienholz an, zwei Ellen lang, eine Elle breit und anderthalb Ellen hoch! Exo 25:24 Überziehe ihn mit reinem Gold und bringe an ihm ringsum einen goldenen Kranz an! Exo 25:25 Führe auch eine handbreitgroße Leiste rings um ihn herum, und an dieser Leiste bringe ringsum einen goldenen Kranz an! Exo 25:26 Gieße dafür vier goldene Ringe und befestige die Ringe an den vier Seiten, und zwar an seinen vier Füßen! Exo 25:27 Dicht an der Leiste sollen sich die Ringe befinden zur Aufnahme der Stangen, damit man den Tisch tragen kann. Exo 25:28 Die Stangen verfertige aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold! Mit ihnen soll der Tisch getragen werden. Exo 25:29 Stelle dann die zu ihm gehörigen Schüsseln, Schalen, Krüge und Becher zur Darbringung des Trankopfers her! Mache sie aus reinem Gold! Exo 25:30 Auf dem Tisch sollst du beständig Schaubrote vor mir aufliegen haben. Exo 25:31 Stelle auch einen Leuchter aus reinem Gold her! Der Leuchter, sein Fuß und sein Schaft muß in getriebener Arbeit angefertigt werden. Seine Kelche, Knäufe und Blüten sollen aus einem Stück mit ihm sein. Exo 25:32 Sechs Röhren sollen von beiden Seiten ausgehen, drei Leuchterröhren auf der einen Seite und drei Leuchterröhren auf der anderen. Exo 25:33 An jeder Röhre sollen drei mandelförmige Kelche - Knauf und Blüte - sein. So soll es an allen sechs Röhren sein, die vom Leuchter ausgehen. Exo 25:34 Am Leuchterschaft selbst sollen sich vier mandelförmige Kelche befinden - Knauf und Blüte -, Exo 25:35 und zwar soll sich immer ein Knauf unter jedem Paar der von ihm ausgehenden Röhren befinden, dann wieder ein Knauf unter zwei Röhren und dann abermals ein Knauf unter zwei Röhren, also unter den sechs Röhren, die von ihm ausgehen. Exo 25:36 Ihre Knäufe und Röhren sollen aus einem Stück mit ihm sein. Alles sei getriebene Arbeit aus einem Stück von reinem Gold. Exo 25:37 Fertige dazu sieben Lampen an! Man setze diese Lampen so darauf, daß sie auf den Platz um den Leuchter ihr Licht werfen. Exo 25:38 Auch die zugehörigen Lichtscheren und Pfannen sollen aus reinem Gold sein. Exo 25:39 Ein Talent reines Gold soll man, all diese Geräte miteingerechnet, dafür verwenden. Exo 25:40 Sieh zu, daß du die Ausführung genau nach dem Abbild machst, das dir auf dem Berg gezeigt worden ist. Exo 26:1 Stelle die heilige Wohnung aus zehn Zelttüchern her! Diese müssen aus gezwirntem Byssus, blauem und rotem Purpur und Karmesin mit Kerubim, wie sie der Kunstwirker macht, angefertigt sein. Exo 26:2 Die Länge eines jeden Zelttuches soll 28 Ellen und die Breite jedes Zelttuches vier Ellen betragen. Alle Zelttücher sollen das gleiche Maß haben. Exo 26:3 Je fünf Zelttücher sollen miteinander verbunden sein. Exo 26:4 Dazu mache Schleifen aus blauem Purpur am Saum des letzten Zelttuches des einen zusammengesetzten Stückes, desgleichen am Saum des letzten Zelttuches des anderen zusammengesetzten Stückes! Exo 26:5 Fünfzig Schleifen mache an dem einen Zelttuch fest und fünfzig am Saum des Zelttuches, das zum anderen zusammengesetzten Stück gehört, so daß die Schleifen einander gegenüberstehen! Exo 26:6 Dazu fertige fünfzig goldene Haken an, und verbinde die Zelttücher durch die Haken miteinander, so daß die Wohnung ein Ganzes bildet! Exo 26:7 Alsdann stelle Zelttücher aus Ziegenhaar zu einem Zeltdach über der heiligen Wohnung her! Verwende dazu elf Zelttücher! Exo 26:8 Die Länge eines jeden Zelttuches betrage 30 Ellen und die Breite vier Ellen. Die elf Zelttücher sollen das gleich Maß besitzen. Exo 26:9 Füge fünf Zelttücher für sich zu einem Stück zusammen und ebenso die sechs anderen Zelttücher für sich! Das sechste Zelttuch an der Vorderseite des Zeltes lege doppelt! Exo 26:10 Am Saum des letzten Zelttuches des einen zusammengesetzten Stückes bringe 50 Schleifen an und ebenso 50 am Saum des letzten Zelttuches des anderen zusammengesetzten Stückes! Exo 26:11 Mache dann 50 kupferne Haken, stecke diese Haken in die Schleifen und füge so das Zeltdach zu einem Ganzen zusammen! Exo 26:12 Vom überschüssigen Überhang der Zelttücher soll die Hälfte des überschüssigen Zelttuches an der Rückseite der heiligen Wohnung herabhängen, Exo 26:13 und von dem, was an der Länge der Zelttücher überschüssig ist, soll je eine Elle auf den Seiten der heiligen Wohnung herabhängen, um sie zu bedecken. Exo 26:14 Fertige dazu für die Zeltdecke eine Überdecke aus rotgegerbten Widderfellen und darüber eine Decke aus Seekuhhäuten an! Exo 26:15 Mache für die Wohnung aufstellbare Bretter aus Akazienholz! Exo 26:16 Zehn Ellen soll die Länge und anderthalb Ellen die Breite jedes Brettes betragen. Exo 26:17 Jedes Brett soll mit zwei Zapfen versehen sein, die miteinander verbunden sind. So sollst du alle Bretter der Wohnung herstellen. Exo 26:18 Richte die Bretter für die Wohnung her: 20 Bretter für die Mittagseite, die Südseite! Exo 26:19 Bringe unter den 20 Brettern 40 silberne Fußgestelle an, zwei Fußgestelle unter einem Brett für seine beiden Zapfen! Exo 26:20 Ebenso für die andere Seite der Wohnung, für die Nordseite, 20 Bretter Exo 26:21 und 40 silberne Fußgestelle, zwei Fußgestelle unter jedem Brett. Exo 26:22 Für die Hinterseite der Wohnung, die Westseite, mache sechs Bretter! Exo 26:23 Stelle außerdem noch zwei Bretter für die Ecken der Wohnung an der Rückseite her! Exo 26:24 Sie sollen unten zweischenkelig und ebenso oben zweischenkelig sein bis zum ersten Ring. So sollen beide beschaffen sein. Sie sollen die beiden Ecken bilden. Exo 26:25 Somit sollen es acht Bretter sein mit ihren silbernen Fußgestellen, im ganzen 16 Fußgestelle, je zwei Fußgestelle unter jedem Brett. Exo 26:26 Ferner sollst du Riegel aus Akazienholz anfertigen, fünf für die Bretter auf der einen Seite der Wohnung, Exo 26:27 fünf Riegel für die Bretter auf der anderen Seite der Wohnung und fünf Riegel für die Bretter an der Hinterseite der Wohnung nach Westen. Exo 26:28 Der mittlere Riegel soll in der Mitte der Bretter von einem Ende zum anderen durchlaufen. Exo 26:29 Überziehe die Bretter mit Gold! Die Ringe, die zum Einschieben der Riegel dienen, stelle aus Gold her! Auch die Riegel überziehe mit Gold! Exo 26:30 Dann richte die Wohnung in der Weise auf, wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist! Exo 26:31 Fertige sodann den einen Vorhang aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus an! In Kunstwirkerarbeit mit Kerubfiguren sollst du ihn herstellen. Exo 26:32 Befestige ihn an vier Säulen aus Akazienholz, die mit Gold überzogen und deren Haken von Gold sind und die auf vier silbernen Fußgestellen stehen! Exo 26:33 Hänge den Vorhang unter den Haken auf und bringe hinter diesen Vorhang die Lade des Gesetzes! Der Vorhang diene euch als Scheidewand zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten. Exo 26:34 Lege danach die Sühnestätte auf die Lade des Gesetzes im Allerheiligsten! Exo 26:35 Den Tisch stelle außerhalb des Vorhangs auf, dazu auf der Südseite der Wohnung den Leuchter dem Tisch gegenüber, während du dem Tisch auf der Nordseite seinen Platz gibst! Exo 26:36 Verfertige auch für den Eingang des Zeltes einen Vorhang aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit! Exo 26:37 Für diesen Vorhang errichte fünf Säulen aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold! Ihre Haken sollen von Gold sein. Gieße dafür fünf kupferne Fußgestelle! Exo 27:1 Hierauf errichte den Altar aus Akazienholz, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit! Der Altar soll viereckig sein, seine Höhe drei Ellen betragen. Exo 27:2 Bringe an den vier Ecken die zugehörigen Hörner an! Die Hörner sollen ein Ganzes mit ihm bilden. Überziehe ihn sodann mit Kupfer! Exo 27:3 Auch die zugehörigen Töpfe zur Entfernung der Fettasche, die zugehörigen Schaufeln, Schalen, Gabeln und Pfannen, alle zugehörigen Geräte mache aus Kupfer! Exo 27:4 Dann verfertige für ihn ein netzartiges Gitterwerk aus Kupfer und bringe am Netzwerk vier kupferne Ringe an seinen vier Ecken an! Exo 27:5 Befestige es unter der Umgangsstufe des Altars von unten her, so daß das Netzwerk bis zur halben Höhe des Altars reicht! Exo 27:6 Mache für den Altar Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Kupfer! Exo 27:7 Diese Stangen sollen in die Ringe gesteckt werden, so daß die Stangen sich zu beiden Seiten des Altars befinden, wenn man ihn trägt. Exo 27:8 Stelle ihn aus Brettern so her, daß er hohl ist! Wie man es dir auf dem Berg gezeigt hat, sollen sie die Ausführung machen. Exo 27:9 Den Vorhof der Wohnung stelle auf folgende Weise her: Fertige die Vorhofumhänge auf dessen Südseite aus gezwirntem Byssus an, 100 Ellen lang für diese Seite! Exo 27:10 Dazu 20 Säulen nebst ihren 20 kupfernen Fußgestellen. Die Haken der Säulen und ihre Ringe seien aus Silber. Exo 27:11 Ebenso fertige für die nördliche Längsseite Umhänge von 100 Ellen Länge, dazu 20 Säulen nebst ihren 20 kupfernen Fußgestellen! Die Haken der Säulen und ihre Ringe sollen aus Silber sein. Exo 27:12 Die westliche Breitseite des Vorhofs soll Umhänge von 50 Ellen haben; dazu zehn Säulen nebst ihren zehn Fußgestellen. Exo 27:13 Die östliche Breitseite des Vorhofs soll 50 Ellen betragen, Exo 27:14 und zwar sollen auf die eine Seite 15 Ellen Umhänge kommen, dazu drei Säulen nebst ihren drei Fußgestellen, Exo 27:15 für die andere Seite ebenfalls 15 Ellen Umhänge, dazu drei Säulen nebst ihren drei Fußgestellen. Exo 27:16 Das Tor des Vorhofs soll einen Vorhang haben von 20 Ellen Breite aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit, dazu vier Säulen nebst ihren vier Fußgestellen. Exo 27:17 Alle Säulen des Vorhofs sollen ringsum mit silbernen Ringen versehen sein. Auch ihre Haken seien aus Silber, ihre Fußgestelle aus Kupfer. Exo 27:18 Die Länge des Vorhofs soll 100 Ellen, seine Breite 50 Ellen und die Höhe fünf Ellen betragen. Die Vorhänge seien von gezwirntem Byssus und die Fußgestelle aus Kupfer. Exo 27:19 Alle Geräte der Wohnung, die zu ihrer gesamten Bedienung gebraucht werden, und alle ihre Pflöcke, sowie alle Pflöcke des Vorhofs sollen aus Kupfer sein. Exo 27:20 Gebiete den Israeliten, dir reines Öl aus gestoßenen Oliven für den Leuchter zu bringen, damit man fortwährend die Lampen in Brand halten kann. Exo 27:21 Im Offenbarungszelt außerhalb des Vorhangs, der sich vor der Lade mit dem Gesetz befindet, soll Aaron mit seinen Söhnen ihn herrichten, damit er vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn brennt. Dieses Gesetz soll ewige Geltung für die Israeliten haben von Geschlecht zu Geschlecht. Exo 28:1 Laß aus der Mitte der Israeliten deinen Bruder Aaron mit seinen Söhnen zu dir herantreten, damit er mir als Priester diene: Aaron und Aarons Söhne Nadab, Abihu, Eleasar und Itamar. Exo 28:2 Laß für deinen Bruder Aaron heilige Kleider anfertigen, ihm zur Ehre und zum Schmuck! Exo 28:3 Rede mit allen Kunstverständigen, die ich mit künstlerischem Geist erfüllt habe, daß sie die Kleider Aarons anfertigen, damit man ihn weihen kann und er mir als Priester diene. Exo 28:4 Folgendes sind die Kleider, die sie anfertigen sollen: Brustschild, Schulterkleid, Obergewand, Leibrock aus gewirktem Stoff, Kopfbund und Gürtel. Sie sollen also deinen Bruder Aaron samt seinen Söhnen heilige Kleider anfertigen, damit er mir als Priester diene, Exo 28:5 und dazu Gold, blauen und roten Purpur, Karmesin und Byssus nehmen. Exo 28:6 Das Schulterkleid sollen sie aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus in Kunstwirkerarbeit anfertigen. Exo 28:7 Es soll zwei zusammenfügbare Schulterstücke haben. An seinen beiden Enden soll man es zusammenbinden. Exo 28:8 Die Binde, die sich daran zum Anlegen befindet, soll von gleicher Arbeit und aus einem Stück mit ihm sein, aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Exo 28:9 Nimm dann zwei Onyxsteine und schneide darauf die Namen der Söhne Israels ein: Exo 28:10 Sechs Namen auf den einen Stein und die übrigen sechs Namen auf den zweiten Stein, nach der Geburtsfolge. Exo 28:11 In Steinschneidearbeit und Siegelstecherkunst sollst du in die beiden Steine die Namen der Söhne Israels einschneiden. Fasse sie in goldenem Flechtwerk ein Exo 28:12 und setze dann die beiden Steine auf die Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an die Israeliten! Aaron trage vor dem Herrn ihre Namen auf seinen Schultern zur Erinnerung! Exo 28:13 Dann stelle Goldgeflecht her Exo 28:14 und zwei Kettchen aus reinem Gold! Gib ihnen die Form von gedrehten Schnüren und befestige diese aus Schnüren gefertigten Kettchen an den Geflechten! Exo 28:15 Dann mache das Brustschild der Gottesentscheidungen in Kunstwirkerarbeit! Stelle es wie das Schulterkleid aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus her! Exo 28:16 Viereckig soll es sein, doppelt gelegt, eine Spanne lang und breit. Exo 28:17 Lege einen Besatz von Edelsteinen in vier Reihen herum! Die erste Reihe enthalte einen Karneol, einen Topas und einen Smaragd; Exo 28:18 die zweite Reihe einen Rubin, einen Saphir und einen Diamant; Exo 28:19 die dritte Reihe einen Hyazinth, einen Achat und einen Amethyst; Exo 28:20 die vierte Reihe einen Chrysolith, einen Onyxstein und einen Jaspis. Man setze sie, in Goldgeflecht gefaßt ein. Exo 28:21 Entsprechend den Namen der Söhne Israels betrage die Zahl der Steine zwölf. In Übereinstimmung mit deren Namen soll in Siegelstecherkunst der Name eines jeden der zwölf Stämme eingeschnitten sein. Exo 28:22 Befestige dann an dem Brustschild die schnurförmig gedrehten Kettchen aus reinem Gold. Exo 28:23 Bringe darum an dem Brustschild zwei goldene Ringe an und befestige die beiden Ringe an den zwei Enden des Brustschildes! Exo 28:24 Hierauf befestige die zwei goldenen Schnüre in den beiden Ringen, die sich an den Enden des Brustschildes befinden. Exo 28:25 Die beiden anderen Enden der beiden Schnüre mache an den beiden Geflechten fest und diese bringe auf den Schulterstücken des Schulterkleides auf seiner Vorderseite an! Exo 28:26 Dann stelle zwei andere goldene Ringe her und befestige sie an den beiden Enden des Brustschildes, an seinem inneren, dem Schulterkleid zugewandten Saum! Exo 28:27 Fertige noch zwei goldene Ringe an und befestige sie an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides, unten an seiner Vorderseite, dicht bei der Verbindungsstelle, oberhalb der Binde des Schulterkleides! Exo 28:28 Man soll dann das Brustschild mit seinen Ringen an die Ringe des Schulterkleides mittels einer Schnur aus blauem Purpur festbinden, so daß sich das Brustschild oberhalb der Binde des Schulterkleides hält und sich nicht vom Schulterkleid verschiebt. Exo 28:29 Aaron soll so zur beständigen Erinnerung des Herrn die Namen der Israeliten an dem Brustschild der Gottesentscheidungen auf seinem Herzen tragen, sooft er in das Heiligtum hineingeht. Exo 28:30 In das Brustschild der Gottesentscheidungen leg die Urim und Tummim hinein, damit sie auf dem Herzen Aarons ruhen, sooft er vor den Herrn tritt! So trage Aaron die Gottesentscheidungen für die Israeliten beständig vor dem Herrn auf seinem Herzen. Exo 28:31 Hierauf verfertige das Obergewand zum Schulterkleid ganz aus blauem Purpur! Exo 28:32 Die Halsöffnung befinde sich in der Mitte, und rings um die Öffnung laufe ein Saum in Webearbeit. Die Öffnung, die es hat, gleiche der eines Panzerhemdes, damit es nicht einreißt. Exo 28:33 Unten an seinem Saum bringe Granatäpfel aus blauem und rotem Purpur und Karmesin an, die rings um den Saum laufen, und dazwischen ringsum goldene Glöckchen, Exo 28:34 so daß rings um den Saum des Obergewandes goldene Glöckchen mit Granatäpfeln abwechseln. Exo 28:35 Aaron soll es tragen, um darin den heiligen Dienst zu verrichten, damit man es klingeln hört, sooft er ins Heiligtum vor den Herrn hineingeht und sooft er herauskommt. Sonst müßte er sterben. Exo 28:36 Fertige alsdann eine Platte aus feinem Gold an und grabe darauf in Siegelstecherschrift die Worte ein: "Dem Herrn geweiht"! Exo 28:37 Befestige sie an einer Schnur aus blauem Purpur, damit sie am Kopfbund getragen werden kann! Sie muß an der Vorderseite des Kopfbundes angebracht werden Exo 28:38 und soll auf die Stirn Aarons zu liegen kommen, damit Aaron die Verfehlungen auf sich nimmt, die die Israeliten bei der Darbringung all ihrer heiligen Weihegaben begehen. Sie ruhe beständig auf seiner Stirn, um sie so vor dem Herrn wohlgefällig zu machen. Exo 28:39 Den Leibrock webe aus Byssus, auch fertige einen Kopfbund aus Byssus an und wirke einen Gürtel in Buntwirkerarbeit! Exo 28:40 Für die Söhne Aarons fertige Leibröcke an und mache ihnen Gürtel und hohe Mützen zur Ehre und zum Schmuck! Exo 28:41 Bekleide damit deinen Bruder Aaron samt seinen Söhnen und salbe sie, setze sie in ihr Amt ein und heilige sie, damit sie mir als Priester dienen! Exo 28:42 Fertige ihnen zur Verhüllung der Blöße linnene Beinkleider an, die von den Hüften bis zu den Schenkeln reichen! Exo 28:43 Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, sooft sie in das Offenbarungszelt hineingehen oder an den Altar treten, um den Dienst im Heiligtum zu verrichten, damit sie keine Schuld auf sich laden und nicht sterben. Diese Verordnung hat für ihn und seine Nachkommen ewige Geltung. Exo 29:1 In folgender Weise sollst du mit ihnen verfahren, um sie mir zum Priesterdienst zu weihen: Nimm einen jungen Stier und zwei fehlerlose Widder, Exo 29:2 ungesäuertes Brot und ungesäuerte, mit Öl gemengte Kuchen, sowie ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen, die du aus feinem Weizenmehl bereiten sollst! Exo 29:3 Lege sie in einen Korb und bringe sie in dem Korb herbei, dazu den jungen Stier und die beiden Widder! Exo 29:4 Laß dann Aaron und seine Söhne an den Eingang des Offenbarungszeltes treten und sich mit Wasser reinigen! Exo 29:5 Nimm die Kleider und lege Aaron das Unterkleid, das zum Schulterkleid gehörige Obergewand, sowie das Schulterkleid mit dem Brustschild an! Gürte ihm die Binde des Schulterkleides um, Exo 29:6 setze ihm den Kopfbund aufs Haupt und befestige das heilige Diadem auf dem Kopfbund! Exo 29:7 Nimm sodann das Salböl, gieße es ihm aufs Haupt und salbe ihn! Exo 29:8 Laß hierauf seine Söhne herantreten und lege ihnen die Leibröcke an! Exo 29:9 Umgürte sie, Aaron und seine Söhne, mit dem Gürtel und setze ihnen die hohen Mützen auf! So wird ihnen das Priestertum übertragen kraft ewig gültiger Ordnung. Setze so Aaron und seine Söhne in ihr Amt ein! Exo 29:10 Laß den jungen Stier vor das Offenbarungszelt führen! Aaron und seine Söhne sollen die Hände auf den Kopf des jungen Stieres legen. Exo 29:11 Hierauf schlachte den jungen Stier vor dem Herrn am Eingang des Offenbarungszeltes, Exo 29:12 nimm etwas von dem Blut des Stieres und streiche es mit dem Finger an die Hörner des Altars! Alles übrige Blut gieße an den Fuß des Altars! Exo 29:13 Nimm alles Fett, das die Eingeweide bedeckt, den Leberlappen und die beiden Nieren samt dem Fett daran und laß es auf dem Altar in Rauch aufgehen! Exo 29:14 Das Fleisch des Stieres, seine Haut und den Darmunrat verbrenne außerhalb des Lagers; es ist ein Sündopfer. Exo 29:15 Hierauf nimm den einen Widder! Aaron und seine Söhne sollen die Hände auf den Kopf des Widders legen. Exo 29:16 Schlachte den Wider, nimm sein Blut und sprenge es rings um den Altar! Exo 29:17 Zerlege den Widder in Teile, wasche seine Eingeweide und Beine ab und lege sie zu den übrigen Teilen und zu seinem Kopf! Exo 29:18 Dann laß den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen! Es ist ein Brandopfer für den Herrn, ein lieblicher Geruch; ein Feueropfer ist es für den Herrn. Exo 29:19 Hierauf nimm den zweiten Widder! Aaron und seine Söhne sollen wieder die Hände auf den Kopf des Widders legen. Exo 29:20 Schlachte den Widder, nimm etwas von seinem Blut und bestreiche damit das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne, ebenso den Daumen ihrer rechten Hand und ihre große rechte Zehe! Das übrige Blut sprenge rings um den Altar! Exo 29:21 Nimm dann etwas von dem Blut, das sich auf dem Altar befindet, und von dem Salböl und besprenge damit Aaron und seine Kleider, sowie seine Söhne und die Kleider seiner Söhne, damit er und seine Kleider und ebenso seine Söhne und die Kleider seiner Söhne geheiligt werden. Exo 29:22 Nimm von dem Widder das Fett, den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, den Leberlappen und die beiden Nieren samt dem Fett daran, sowie die rechte Keule - denn es ist ein Weihewidder -, Exo 29:23 ferner einen Laib Brot, einen in Öl gebackenen Kuchen und einen Fladen aus dem Korb mit den ungesäuerten Broten, der vor dem Herrn steht! Exo 29:24 Gib dies alles Aaron und seinen Söhnen in die Hände und laß es so als "Webeopfer" dem Herrn darbringen! Exo 29:25 Nimm es wieder aus ihren Händen und laß es auf dem Brandopferaltar in Rauch aufgehen zum lieblichen Geruch vor dem Herrn; es ist ein Feueropfer für den Herrn. Exo 29:26 Alsdann nimm die Brust von dem Weihewidder Aarons und bringe sie vor dem Herrn als Webeopfer dar! Sie soll dir dann als Anteil zufallen. Exo 29:27 Die Brust des Webeopfers und die Hebekeule, die als Webe- und Hebeopfer dargebracht wurde, erkläre vom Weihewidder Aarons und seiner Söhne als geweiht! Exo 29:28 Sie sollen Aaron und seinen Söhnen als ewig geltende Gebühr von seiten der Israeliten gehören. Denn ein Hebeopfer ist es, und als Hebeopfer soll es seitens der Israeliten von ihren Friedopfern abgegeben werden, als ihr Hebeopfer an den Herrn. Exo 29:29 Die heiligen Gewänder Aarons sollen auf seine nachfolgenden Söhne übergehen, damit man sie darin salbe und in ihr Amt einsetze. Exo 29:30 Sieben Tage lang soll sie von seinen Söhnen derjenige, der an seiner Statt Priester wird, tragen, wenn er in das Offenbarungszelt eintritt, um im Heiligtum Dienst zu tun. Exo 29:31 Nimm den Weihewidder und koche sein Fleisch an heiliger Stätte! Exo 29:32 Das Fleisch des Widders sowie das Brot, das sich in dem Korb befindet, sollen Aaron und seine Söhne am Eingang des Offenbarungszeltes essen. Exo 29:33 Es dürfen nur die essen, für die das Sühnopfer vollzogen wurde, als sie in ihr Amt eingesetzt und geweiht wurden. Ein Fremder hingegen darf nicht davon genießen; denn es ist heilig. Exo 29:34 Wenn aber von dem Fleisch des Weiheopfers und von dem Brot etwas bis zum Morgen übrigbleibt, so verbrenne das Übriggebliebene! Es darf nichts mehr davon genossen werden; denn es ist heilig. Exo 29:35 Verfahre mit Aaron und seinen Söhnen genau so, wie ich dir befohlen habe! Die Weihe soll sieben Tage dauern. Exo 29:36 Opfere jeden Tag einen Stier als Sündopfer zur Sühne! Entsündige den Altar, indem du an ihm die Sühnegebräuche vornimmst, und salbe ihn, um ihn zu weihen. Exo 29:37 Sieben Tage lang nimm die Sühnehandlung an dem Altar vor und weihe ihn! So wird der Altar hochheilig werden. Ein jeder, der den Altar berührt, wird heilig werden. Exo 29:38 Folgendes sollst du auf dem Altar darbringen: Zwei einjährige Lämmer, Tag für Tag ohne Unterbrechung. Exo 29:39 Das eine Lamm opfere am Morgen, das zweite gegen Abend, Exo 29:40 dazu ein Zehntel Feinmehl, das mit einem Viertel Hin Öl aus zerstoßenen Oliven eingerührt ist! Als Trankopfer soll ein Viertel Hin Wein zum ersten Lamm kommen. Exo 29:41 Das zweite Lamm sollst du gegen Abend opfern. Verfahre dabei wie am Morgen mit dem Speiseopfer und dem dazugehörigen Trankopfer! Es soll zu lieblichem Geruch, ein Feueropfer für den Herrn sein. Exo 29:42 Es soll bei euch als regelmäßiges Brandopfer von Geschlecht zu Geschlecht vor dem Herrn dargebracht werden am Eingang des Offenbarungszeltes, wo ich mich euch offenbare, um dort mit dir zu reden. Exo 29:43 Dort werde ich mich den Söhnen Israels offenbaren, und durch meine Herrlichkeit wird es geheiligt werden. Exo 29:44 Das Offenbarungszelt und den Altar werde ich heiligen. Auch Aaron und seine Söhne will ich heiligen, damit sie mir als Priester dienen. Exo 29:45 Ich werde inmitten der Israeliten wohnen und ihr Gott sein. Exo 29:46 Sie sollen erkennen, daß ich, der Herr, ihr Gott bin, der sie aus Ägypten geführt hat, um in ihrer Mitte zu wohnen, ich, der Herr, ihr Gott. Exo 30:1 Baue auch einen Altar, der zur Verbrennung von Räucherwerk dient! Stelle ihn her aus Akazienholz! Exo 30:2 Er soll eine Elle lang und eine Elle breit, viereckig und zwei Ellen hoch sein. Die zugehörigen Hörner sollen ein Stück mit ihm bilden. Exo 30:3 Überziehe ihn mit reinem Gold, sowohl seine Platte wie auch seine Wände ringsum, sowie seine Hörner! Führe rings um ihn herum einen goldenen Kranz! Exo 30:4 Fertige für ihn unterhalb des Kranzes an beiden Seiten zwei goldene Ringe an und mache sie an seinen beiden Seiten fest! Sie sollen zur Aufnahme der Stangen dienen, damit man ihn daran tragen kann. Exo 30:5 Die Stangen mache aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold! Exo 30:6 Stelle ihn vor dem Vorhang auf, der vor der Gesetzeslade hängt, vor der Sühnestätte, die über der Gesetzeslade ist, woselbst ich mich dir offenbaren werden! Exo 30:7 Aaron soll dann wohlriechendes Räucherwerk darauf verbrennen. Jeden Morgen, wenn er die Lampen zurechtmacht, soll er es verbrennen. Exo 30:8 Auch wenn Aaron gegen Abend die Lampen aufsetzt, soll er es verbrennen. Es sei euer regelmäßiges Räucheropfer vor dem Herrn von Geschlecht zu Geschlecht. Exo 30:9 Ihr dürft auf ihm weder ungesetzliches Räucherwerk noch Brand- und Speiseopfer darbringen. Auch dürft ihr keine Trankopfer auf ihm ausgießen. Exo 30:10 Aaron vollziehe einmal im Jahr an seinen Hörnern die Sühnehandlung. Mit dem Blut des Sündopfers, das zur Sühnung dargebracht wird, vollziehe er an ihm einmal im Jahr von Geschlecht zu Geschlecht die Sühnehandlung; hochheilig ist er dem Herrn!" Exo 30:11 Weiter gebot der Herr dem Mose: Exo 30:12 "Wenn du die Gesamtzahl der Israeliten bei ihrer Musterung aufnimmst, so sollen die einzelnen dem Herrn für ihr Leben ein Lösegeld geben, wenn man sie mustert, damit bei ihrer Musterung keine Heimsuchung über sie komme. Exo 30:13 Folgendes soll ein jeder, der sich der Musterung unterziehen muß, entrichten: einen halben Schekel nach dem Schekel des Heiligtums, zu zwanzig Gera den Schekel, einen halben Schekel als Abgabe an den Herrn. Exo 30:14 Jeder, der sich der Musterung unterziehen muß, von zwanzig Jahren an und darüber, soll die Abgabe an den Herrn entrichten. Exo 30:15 Der Reiche gebe nicht mehr und der Arme nicht weniger als einen halben Schekel, wenn ihr die Abgabe an den Herrn zur Lösung eures Lebens entrichtet. Exo 30:16 Verwende das Lösegeld, das du von den Israeliten erhebst, für den Dienst am Offenbarungszelt, damit es den Israeliten zum gnädigen Gedenken vor dem Herrn diene und Entsühnung eures Lebens erwirke!" Exo 30:17 Weiter gebot der Herr dem Mose: Exo 30:18 "Fertige auch ein kupfernes Becken mit dem zugehörigen kupfernen Gestell für die Waschungen an, stelle es zwischen dem Offenbarungszelt und dem Altar auf und gieße Wasser hinein, Exo 30:19 damit Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße daraus waschen! Exo 30:20 Sie sollen sich mit Wasser waschen, damit sie nicht sterben, sooft sie ins Offenbarungszelt hineingehen, oder wenn sie an den Altar treten, um den Dienst zu verrichten und die Feueropfer für den Herrn in Rauch aufgehen zu lassen. Exo 30:21 Sie sollen ihre Hände und Füße waschen, damit sie nicht sterben. Diese Vorschrift soll ewige Geltung für sie haben; für ihn und seine Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht." Exo 30:22 Weiter gebot der Herr dem Mose: Exo 30:23 "Nimm Spezereien von der besten Sorte, nämlich 500 Schekel feinste Myrrhe und halb soviel, 250 Schekel, wohlriechenden Zimt, ferner 250 Schekel wohlriechenden Kalmus Exo 30:24 und 500 Schekel Kassia nach dem Schekel des Heiligtums, dazu ein Hin Olivenöl! Exo 30:25 Daraus stelle heiliges Salböl her, eine würzige Salbe, wie sie der Salbenmischer macht! Heiliges Salböl soll es sein. Exo 30:26 Salbe damit das Offenbarungszelt und die Gesetzeslade, Exo 30:27 den Tisch mit allen seinen Geräten, den Leuchter mit seinen Geräten und den Rauchopferaltar, Exo 30:28 ferner den Brandopferaltar mit allen seinen Geräten und das Becken mit seinem Gestell! Exo 30:29 So sollst du sie weihen, damit sie hochheilig sind. Jeder, der sie berührt, wird heilig werden. Exo 30:30 Salbe damit auch Aaron und seine Söhne und weihe sie mir so zum Priesterdienst! Exo 30:31 Den Israeliten aber gebiete folgendes: Als ein heiliges Salböl soll dies bei euch gelten von Geschlecht zu Geschlecht. Exo 30:32 Auf keines Menschen Leib darf es gegossen werden! Ihr dürft in der gleichen Mischung kein anderes bereiten! Denn es ist heilig und soll euch als heilig gelten! Exo 30:33 Wer eine solche Mischung wie diese herstellt und etwas davon an einen Unbefugten abgibt, soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden." Exo 30:34 Weiter gebot der Herr dem Mose: "Nimm dir Spezereien, nämlich Stakte, Onyx, Galbanum, Gewürzkräuter und reinen Weihrauch, alles zu gleichen Teilen, Exo 30:35 und bereite daraus Räucherwerk, eine würzige Mischung, wie sie der Salbenmischer herstellt, mit Salz vermengt, rein, zu heiligem Gebrauch! Exo 30:36 Zerstoße einen Teil davon ganz fein und lege etwas davon vor die Gesetzeslade im Offenbarungszelt, wo ich mich dir offenbaren werden; als hochheilig soll es euch gelten. Exo 30:37 Das Räucherwerk, das du bereiten sollst, - im gleichen Mischungsverhältnis dürft ihr euch keines herstellen -, soll dir als dem Herrn geheiligt gelten. Exo 30:38 Wer sich solches wie dieses herrichtet, um sich an seinem Wohlgeruch zu ergötzen, soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden." Exo 31:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Exo 31:2 "Siehe, ich habe Bezalel, den Sohn Uris, den Enkel Hurs, vom Stamm Juda beim Namen gerufen Exo 31:3 und ihn mit göttlichem Geist erfüllt, mit Kunstsinn, Einsicht und Verstand und allerlei Fertigkeiten, Exo 31:4 um Pläne zu entwerfen und sie in Gold, Silber und Kupfer auszuführen, Exo 31:5 Steine zum Besatz zu schneiden, Holz zu schnitzen, kurz, jederlei Arbeiten auszuführen. Exo 31:6 Zugleich habe ich ihm Oholiab, den Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, beigegeben und allen anderen Kunstverständigen Weisheit verliehen, um alles herzustellen, was ich dir befohlen habe; Exo 31:7 das Offenbarungszelt, die Gesetzeslade, die Sühnestätte darüber und die anderen Geräte im Zelt, Exo 31:8 nämlich den Tisch mit seinen Geräten, den Leuchter aus reinem Gold mit all seinen Geräten und den Rauchopferaltar, Exo 31:9 ferner den Brandopferaltar mit all seinen Geräten, das Becken, mit seinem Gestell, Exo 31:10 die Prachtkleider und die heiligen Gewänder für den Priester Aaron und die Kleider seiner Söhne für den Priesterdienst, Exo 31:11 ferner das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk für das Heiligtum. Genau so, wie ich dir befohlen habe, sollen sie es machen." Exo 31:12 Weiter gebot der Herr dem Mose: Exo 31:13 "Verkünde den Israeliten folgendes Gebot: Beobachtet meine Sabbate! Denn sie sind ein Zeichen des Bundes zwischen mir und euch von Geschlecht zu Geschlecht, damit man erkennt, daß ich, der Herr, es bin, der euch heiligt. Exo 31:14 Haltet also den Sabbat, denn er soll euch heilig sein! Wer ihn entweiht, werde mit dem Tod bestraft! Denn wer an ihm eine Arbeit verrichtet, werde aus seinen Volksgenossen ausgerottet. Exo 31:15 Sechs Tage lang darf gearbeitet werden. Am siebten Tag jedoch ist Sabbat, der dem Herrn heilige Ruhetag. Wer am Sabbat arbeitet, werde mit dem Tod bestraft! Exo 31:16 So sollen denn die Israeliten den Sabbat halten und von Geschlecht zu Geschlecht den Sabbat feiern als ewig geltende Verpflichtung. Exo 31:17 Er sei ein Zeichen des Bundes zwischen mir und den Israeliten für ewige Zeiten! Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde geschaffen; am siebten Tag aber ruhte und feierte er." Exo 31:18 Als der Herr seine Unterredung mit Mose auf dem Berg Sinai beendet hatte, übergab er ihm die beiden Gesetzestafeln, vom Finger Gottes beschriebene Steintafeln. Exo 32:1 Als das Volk sah, daß Mose mit seiner Rückkehr vom Berg zögerte, rottete sich das Volk bei Aaron zusammen und verlangte von ihm: "Auf! Mache uns einen Gott, der vor uns herzieht! Denn wir wissen nicht, was aus diesem Mose, dem Mann, der uns aus Ägypten geführt hat, geworden ist." Exo 32:2 Aaron antwortete ihnen: "Nehmt die goldenen Ringe ab, die eure Frauen, Söhne und Töchter an den Ohren tragen, und bringt sie mir!" Exo 32:3 Das ganze Volk nahm die goldenen Ringe ab, die sie an den Ohren trugen, und brachte sie zu Aaron. Exo 32:4 Der nahm sie von ihnen in Empfang, goß sie um und fertigte daraus ein gegossenes Kalb. Da riefen sie aus: "Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat!" Exo 32:5 Als Aaron das wahrnahm, errichtete er vor ihm einen Altar. Dann verkündete Aaron laut: "Morgen findet zu Ehren des Herrn ein Fest statt." Exo 32:6 Sie erhoben sich am anderen Morgen in der Frühe, opferten Brandopfer und brachten Friedopfer dar, und das Volk ließ sich nieder, um zu essen und zu trinken. Dann erhoben sie sich, um sich zu belustigen. Exo 32:7 Der Herr aber sagte zu Mose: "Auf, geh hinab! Denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt hast, tut Böses. Exo 32:8 Sie sind schnell von dem Weg abgewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht, haben es angebetet, ihm Opfer dargebracht und ausgerufen: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägypten geführt hat!" Exo 32:9 Weiter sagte der Herr zu Mose: "Ich habe dieses Volk beobachtet, und glaube mir, es ist ein halsstarriges Volk. Exo 32:10 Nun laß mich, auf daß mein Zorn wider es entbrenne und ich es vernichte! Dich aber will ich zu einem großen Volk machen." Exo 32:11 Mose suchte den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, indem er sagte: Exo 32:12 "Warum Herr, soll dein Zorn gegen dein Volk entbrennen, das du mit großer Kraft und starkem Arm aus Ägypten geführt hast? Warum sollen die Ägypter sagen dürfen: In böser Absicht hat er sie weggeführt, um sie in den Bergen umzubringen und sie vom Erdboden zu vertilgen? Laß ab von deiner Zornesglut und laß dich das Unheil gereuen, das du deinem Volk zugedacht hast! Exo 32:13 Gedenke des Abraham, Isaak und Israel, deiner Knechte, denen du bei dir selber geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommenschaft so zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und dieses ganze Land, von dem ich sprach, euren Nachkommen geben, und sie sollen es für immer besitzen." Exo 32:14 Da ließ sich der Herr das Unheil gereuen, das er seinem Volk angedroht hatte. Exo 32:15 Mose machte sich nun auf den Rückweg und stieg vom Berg herab, die beiden Gesetzestafeln in der Hand. Die Tafeln waren auf beiden Seiten beschrieben; vorn und hinten waren sie beschrieben. Exo 32:16 Von Gott selbst waren die Tafeln angefertigt, und die Schrift war Gottes Schrift, auf die Tafeln eingegraben. Exo 32:17 Als Josua die lärmenden Stimmen des Volkes hörte, sagte er zu Mose: "Im Lager ist Kriegslärm." Exo 32:18 Der aber antwortete: "Das ist kein Siegesjubel und auch nicht das Geschrei von Besiegten. Ich vernehme nur Singen!" Exo 32:19 Als er sich dem Lager näherte, sah er das Kalb und die Reigentänze. Da geriet Mose in Zorn, schleuderte die Tafeln weg und zerschmetterte sie am Fuß des Berges. Exo 32:20 Er nahm das Kalb, das sie angefertigt hatten, verbrannte es im Feuer und zerstieß es zu Staub, den er auf Wasser streute und die Israeliten trinken ließ. Exo 32:21 Zu Aaron aber sagte Mose: "Was hat dir dieses Volk getan, daß du eine so schwere Schuld über es gebracht hast?" Exo 32:22 Aaron erwiderte: "Mein Herr, gerate nicht in Zorn! Du weißt ja selbst, wie boshaft dieses Volk ist. Exo 32:23 Sie verlangten von mir: Mache uns einen Gott, der vor uns herzieht! Denn wir wissen nicht, was mit diesem Mose, dem Mann, der uns aus Ägypten geführt hat, geschehen ist. Exo 32:24 Ich sagte zu ihnen: Wer Gold hat, der nehme es ab! Sie gaben es mir, und ich warf es ins Feuer. Da kam dieses Stierbild heraus." Exo 32:25 Als Mose sah, daß das Volk so ausgelassen war, - denn Aaron hatte ihm die Zügel schießen lassen zur Schadenfreude für ihre Feinde -, Exo 32:26 stellte sich Mose in das Tor des Lagers und rief: "Wer für den Herrn ist, her zu mir!" Da sammelten sich alle Leviten um ihn. Exo 32:27 Zu ihnen sagte er: "So spricht der Herr, der Gott Israels: Ein jeder gürte sein Schwert an seine Hüfte! Geht durch das Lager von einem Tor zum anderen, jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund und seinen Verwandten!" Exo 32:28 Die Leviten taten nach dem Befehl des Mose und es kamen an diesem Tag von dem Volk gegen 3.000 Mann um. Exo 32:29 Dann sagte Mose: "Füllt euch heute die Hände für den Herrn! Denn jeder hat gegen seinen Sohn und gegen seinen Bruder gekämpft. Darum sollt ihr heute gesegnet sein!" Exo 32:30 Am anderen Tag sagte Mose zum Volk: "Ihr habt euch schwer versündigt. Darum will ich zum Herrn hinaufsteigen. Vielleicht kann ich Vergebung für eure Sünden erwirken." Exo 32:31 So kehrte Mose zum Herrn zurück und sagte: "Ach, dieses Volk hat eine große Sünde begangen. Es hat sich einen Gott aus Gold angefertigt. Exo 32:32 Doch nun vergib ihm seine Sünde! Wo nicht, so streiche mich lieber aus dem Buch, das du führst!" Exo 32:33 Der Herr antwortete Mose: "Nur wer sich gegen mich versündigt, den streiche ich aus meinem Buch. Exo 32:34 Geh nun hin und führe das Volk dahin, wohin ich dir geboten habe! Siehe, mein Engel wird vor dir herziehen. Aber wenn die Zeit der Heimsuchung gekommen ist, werde ich ihre Sünden an ihnen ahnden." Exo 32:35 Und der Herr schlug das Volk dafür, daß es das Kalb, das Aaron anfertigte, hatte machen lassen. Exo 33:1 Der Herr gebot dem Mose: "Geh, ziehe von hier weg, du und das Volk, das du aus Ägypten geführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe mit den Worten: Deinen Nachkommen will ich es geben! Exo 33:2 Ich werde einen Engel vor dir hersenden und die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter vertreiben. Exo 33:3 Er wird dich in ein Land bringen, das von Milch und Honig überfließt. Denn ich selbst will nicht in deiner Mitte hinaufziehen, weil du ein halsstarriges Volk bist. Ich müßte dich sonst unterwegs vernichten." Exo 33:4 Als nun das Volk diese schlimme Nachricht hörte, wurde es traurig, und niemand wollte seinen Schmuck anlegen. Exo 33:5 Denn der Herr sagte zu Mose: "Sage den Israeliten: Ihr seid ein halsstarriges Volk. Wenn ich auch nur einen Augenblick in deiner Mitte mit hinaufzöge, müßte ich dich vernichten. Lege darum deinen Schmuck von dir ab, dann will ich sehen, was ich mit dir tun kann." Exo 33:6 So legten denn die Israeliten am Berg Horeb ihren Schmuck ab und trugen ihn nicht mehr. Exo 33:7 Mose nahm das Zelt und schlug es für den Herrn außerhalb des Lagers in einiger Entfernung vom Lager auf. Er nannte es "Zelt der Offenbarung". Wenn nun jemand den Herrn befragen wollte, ging er hinaus zum Offenbarungszelt, das außerhalb des Lagers stand. Exo 33:8 Sooft Mose zum Zelt hinausging, erhob sich das ganze Volk. Jeder stellte sich unter den Eingang seines Zelten und schaute Mose nach, bis er ins Zelt trat. Exo 33:9 Sobald Mose ins Zelt getreten war, senkte sich die Wolkensäule herab und blieb am Eingang des Zeltes stehen, während der Herr mit Mose redete. Exo 33:10 Wenn nun das ganze Volk die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen sah, standen alle auf, und jeder warf sich am Eingang seines Zeltes nieder. Exo 33:11 Der Herr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, so wie jemand mit seinem Freund spricht. Alsdann kehrte Mose zum Lager zurück, während sein Diener, der junge Josua, der Sohn Nuns, nicht vom Zelt wich. Exo 33:12 Mose sagte zum Herrn: "Siehe, du befiehlst mir: Führe dieses Volk! Du hast mir aber nicht kundgetan, wen du mit mir senden willst. Und doch hast du versichert: Ich kenne dich mit Namen, und du hast Gnade in meinen Augen gefunden. Exo 33:13 Wenn ich nun wirklich Gnade in deinen Augen gefunden haben, so tue mir deine Absichten kund, damit ich an dir erkenne, daß ich Gnade in deinen Augen gefunden habe! Bedenke doch, daß dieses Volk dein Volk ist!" Exo 33:14 Er antwortete: "Soll mein Angesicht mitziehen, bis ich dir Ruhe verschafft habe?" Exo 33:15 Er erwiderte ihm: "Wenn dein Angesicht nicht mitzieht, so führe uns lieber nicht von hier weg! Exo 33:16 Woran soll man denn erkennen, daß ich und dein Volk Gnade gefunden haben in deinen Augen, wenn nicht daran, daß du mit uns ziehst und wir, ich und dein Volk, dadurch vor allen Völkern, die auf Erden wohnen, ausgezeichnet werden?" Exo 33:17 Der Herr entgegnete dem Mose: "Auch diese Bitte, die du ausgesprochen, will ich erfüllen. Denn du hast Gnade gefunden in meinen Augen, und ich kenne dich mit Namen." Exo 33:18 Da bat er: "Laß mich deine Herrlichkeit schauen!" Exo 33:19 Er antwortete: "Ich will meine ganze Herrlichkeit vor deinen Augen vorüberziehen lassen und den Namen des Herrn vor dir ausrufen. Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig sein will, und ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarmen will." Exo 33:20 Er fuhr fort: "Du kannst mein Angesicht nicht schauen. Kein Mensch sieht mich und bleibt am Leben." Exo 33:21 Weiter sagte der Herr: "Siehe, bei mir ist Platz! Da magst du dich auf den Felsen stellen. Exo 33:22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorüberzieht, werde ich dich in die Höhlung des Felsens stellen und meine Hand über dich decken, bis ich vorüber bin. Exo 33:23 Wenn ich dann meine Hand zurückziehe, wirst du mich von hinten schauen. Aber mein Angesicht darf niemand schauen!" Exo 34:1 Gott befahl dem Mose: "Haue dir zwei Steintafeln zurecht, wie die ersten waren, damit ich auf die Tafeln die Gebote schreibe, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerbrochen hast! Exo 34:2 Halte dich dann für morgen bereit, in der Frühe auf den Berg Sinai zu steigen und dort auf dem Gipfel des Berges vor mich zu treten! Exo 34:3 Niemand darf mit dir heraufsteigen und sich auf dem ganzen Berg blicken lassen. Auch Schafe und Rinder dürfen nicht zu diesem Berg hin weiden." Exo 34:4 So hieb er sich denn zwei Steintafeln zurecht, wie die früheren waren. Am anderen Morgen in aller Frühe machte sich Mose auf und stieg auf den Berg Sinai, wie der Herr ihm befohlen hatte. Die zwei Steintafeln nahm er in der Hand mit sich. Exo 34:5 Als der Herr dann in der Wolke herniederfuhr, stellte er sich dort neben ihn und rief den Namen des Herrn an. Exo 34:6 Da zog der Herr an ihm vorüber. Und der Herr rief aus: "Der Herr ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Gnade und Treue, Exo 34:7 der Tausenden die Treue wahrt, der Schuld, Frevel und Sünde vergibt, aber niemand frei ausgehen läßt, sondern die Schuld der Väter an Kindern und Kindeskindern heimsucht, am dritten und vierten Geschlecht. Exo 34:8 Mose verneigte sich eilends bis zur Erde, warf sich nieder Exo 34:9 und sagte: "Wenn ich Gnade in deinen Augen gefunden habe, o Herr, so möge der Herr in unserer Mitte mitziehen. Wenn es auch ein halsstarriges Volk ist, so verzeihe uns doch unsere Schuld und unsere Sünde und laß uns dein Eigentum sein!" Exo 34:10 Er entgegnete: "Siehe, ich schließe einen Bund: Vor deinem ganzen Volk will ich Wundertaten vollbringen, wie sie auf der ganzen Erde und bei allen Völkern nicht geschehen, und das Volk, in dessen Mitte du lebst, wird das Wirken des Herrn sehen. Denn wunderbar ist, was ich an dir tun werde. Exo 34:11 Merke dir wohl, was ich dir heute gebiete: Siehe, ich werde vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter vertreiben. Exo 34:12 Hüte dich, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommen wirst, ein Bündnis abzuschließen, damit sie dir nicht in deiner Mitte zum Fallstrick werden! Exo 34:13 Ihr sollt vielmehr ihre Altäre zerstören, ihre Steinmale zerbrechen und ihre Ascheren umhauen. Exo 34:14 Denn du sollst keinen anderen Gott anbeten.>Eifersüchtiger< lautet ja der Name des Herrn, und ein eifersüchtiger Gott ist er. Exo 34:15 Schließe daher kein Bündnis mit den Bewohnern des Landes! Sonst laden sie, wenn sie ihren Götzendienst treiben und ihren Götzen opfern, dich ein, und du könntest dich an ihrer Opfermahlzeit beteiligen Exo 34:16 und aus ihren Töchtern Frauen für deine Söhne nehmen. Wenn dann ihre Töchter Ehebruch treiben, könnten sie auch deine Söhne verführen, Ehebruch zu treiben. Exo 34:17 Du darfst dir kein Gottesbild von Guß machen. Exo 34:18 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du beobachten. Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib bist du aus Ägypten gezogen. Exo 34:19 Alle Erstgeburt gehört mir; unter all deinem Vieh sollst du den Erstlingswurf von Rind und Schaf weihen. Exo 34:20 Doch den ersten Wurf vom Esel sollst du mit einem Schaf auslösen. Willst du das nicht, so sollst du ihm das Genick brechen. Jeden Erstgeborenen von deinen Söhnen sollst du auslösen. Mit leeren Händen darf man vor mir nicht erscheinen. Exo 34:21 Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten aber ruhen. Selbst während der Zeit des Pflügens und Erntens sollst du den Sabbat halten. Exo 34:22 Auch das Wochenfest sollst du feiern zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte und das Lesefest an der Wende des Jahres. Exo 34:23 Dreimal im Jahr soll alles Männliche unter euch vor Gott dem Herrn, dem Gott Israels, erscheinen. Exo 34:24 Denn ich werde die Völker vor dir vertreiben und dein Gebiet weit machen, und niemand soll nach deinem Land begehren, während du hinaufziehst, um dreimal im Jahr vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen. Exo 34:25 Du sollst das Blut meines Schlachtopfers nicht zusammen mit gesäuertem Brot darbringen, und vom Opfer des Paschafestes soll nichts bis zum Morgen übrigbleiben. Exo 34:26 Das Beste von den Ersterzeugnissen deines Ackers sollst du zum Haus des Herrn, deines Gottes, bringen. Kein Böckchen sollst du in der Milch seiner Mutter kochen!" Exo 34:27 Nun gebot der Herr dem Mose: "Schreibe dir diese Gebote auf! Denn auf Grund dieser Gebote schließe ich mit dir und Israel einen Bund." Exo 34:28 Vierzig Tage und vierzig Nächte weilte er dort beim Herrn. Er aß weder Brot, noch trank er Wasser. Und der Herr schrieb auf die Tafeln die Gebote des Bundes, die zehn Gebote. Exo 34:29 Als Mose vom Berg Sinai herabstieg, - die beiden Gesetzestafeln trug Mose beim Abstieg vom Berg in der Hand, - da wußte Mose nicht, daß sein Angesicht infolge der Unterredung mit dem Herrn strahlte. Exo 34:30 Als Aaron und alle Israeliten Mose erblicken und sahen, daß sein Angesicht strahlte, fürchteten sie sich, ihm nahe zu kommen. Exo 34:31 Doch Mose rief sie herbei. Da gingen Aaron und alle Vorsteher der Gemeinde zu ihm hin, und Mose unterhielt sich mit ihnen. Exo 34:32 Auch alle übrigen Israeliten kamen herbei. Er teilte ihnen alles mit, was der Herr ihm auf dem Berg Sinai aufgetragen hatte. Exo 34:33 Nachdem Mose seine Unterredung mit ihnen beendet hatte, legte er eine Hülle über sein Angesicht. Exo 34:34 Sooft nun Mose vor den Herrn trat, um mit ihm zu reden, entfernte er die Hülle, bis er wieder heraustrat, und wenn er hinausgegangen war, teilte er den Israeliten alles mit, was ihm aufgetragen worden war. Exo 34:35 Dabei sahen die Israeliten das Antlitz des Mose, wie es strahlte. Mose legte dann wieder die Hülle über sein Angesicht, bis er wieder hinging, um mit dem Herrn zu reden. Exo 35:1 Hierauf versammelte Mose die ganze Gemeinde der Israeliten und sagte zu ihnen: "Folgendes hat der Herr zu tun befohlen: Exo 35:2 Sechs Tage lang darf gearbeitet werden! Der siebte Tag aber soll euch heilig sein, ein Feiertag, ein Ruhetag zu Ehren des Herrn. Wer an ihm eine Arbeit verrichtet, soll mit dem Tod bestraft werden. Exo 35:3 Am Sabbat dürft ihr in keiner eurer Wohnungen Feuer anzünden." Exo 35:4 Weiter gebot Mose der ganzen israelitischen Gemeinde: "Folgendes hat der Herr geboten: Exo 35:5 Gebt von eurem Besitz eine Abgabe für den Herrn! Jeder, den sein Herz dazu antreibt, bringe als Abgabe für den Herrn Gold, Silber und Kupfer, Exo 35:6 blauen und roten Purpur, Karmesin, Byssus und Ziegenhaare, Exo 35:7 rotgefärbte Widderfelle, Seekuhhäute und Akazienholz, Exo 35:8 Öl für den Leuchter und Gewürze für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk, Exo 35:9 Onyxsteine und andere Edelsteine zum Besatz für das Schulterkleid und für das Brustschild. Exo 35:10 Alle, die unter euch kunstverständig sind, sollen kommen und alles herstellen, was der Herr geboten hat, Exo 35:11 die Wohnung mit ihrer Zeltdecke und ihrer Überdecke, ihren Haken, Brettern, Riegeln, Säulen und deren Fußgestellen, Exo 35:12 die Lade und ihre Tragstangen, die Sühnestätte und den inneren Vorhang, Exo 35:13 den Tisch mit seinen Tragstangen und all seinen Geräten und die Schaubrote, Exo 35:14 den Leuchter zur Beleuchtung mit seinen Geräten und Lampen und das Öl für den Leuchter, Exo 35:15 den Rauchopferaltar mit seinen Tragstangen, das Salböl und wohlriechende Räucherwerk, den Türvorhang für den Eingang der Wohnung, Exo 35:16 den Brandopferaltar mit seinem kupfernen Gitterwerk, seinen Tragstangen und all seinen Geräten, das Becken mit seinem Gestell, Exo 35:17 die Umhänge für den Vorhof, seine Säulen mit ihren Fußgestellen, sowie den Vorhang für den Eingang zum Vorhof, Exo 35:18 die Pflöcke der Wohnung und die Pflöcke des Vorhofs mit den zugehörigen Stricken, Exo 35:19 Die Prachtkleider für den Dienst im Heiligtum, die heiligen Kleider für den Priester Aaron und die Kleider seiner Söhne für den Priesterdienst." Exo 35:20 Hierauf ging die ganze Gemeinde der Israeliten von Mose weg. Exo 35:21 Dann kam ein jeder, den sein Herz dazu antrieb, und jeder, der sich dazu angeregt fühlte, brachte die Abgabe für den Herrn zur Herstellung des Offenbarungszeltes, für den gesamten Dienst an ihm und für die heiligen Kleider. Exo 35:22 Es kamen Männer wie Frauen. Alle, die ihr Herz antrieb, brachten Spangen, Ohr- und Fingerringe, Halsgeschmeide, goldene Schmucksachen aller Art. Jeder, der dem Herrn eine Weihegabe an Gold versprochen hatte, Exo 35:23 und alle, die blauen und roten Purpur, Karmesin, Byssus, Ziegenhaare, rotgefärbte Widderfelle und Seekuhhäute besaßen, brachten es herbei. Exo 35:24 Wer immer ein Spende an Silber und Kupfer geben wollte, steuerte die Spende für den Herrn bei, und der, der Akazienholz zur Verwendung bei den Bauarbeiten besaß, schaffte es herbei. Exo 35:25 Alle kunstfertigen Frauen spannen eigenhändig und brachten das Gesponnene: blauen und roten Purpur, Karmesin und Byssus. Exo 35:26 Andere Frauen, die sich infolge ihrer Kunstfertigkeit dazu angetrieben fühlten, spannen die Ziegenhaare. Exo 35:27 Die Fürsten brachten Onyxsteine und andere Edelsteine zum Besatz für das Schulterkleid und für das Brustschild, Exo 35:28 dazu die Gewürze und das Öl für den Leuchter, für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk. Exo 35:29 Alle Männer und Frauen, die ihr Herz antrieb, für das ganze Werk etwas beizutragen, dessen Ausführung der Herr durch Mose befohlen hatte, steuerten bei. Als freiwillige Gabe brachten es die Israeliten dem Herrn dar. Exo 35:30 Hierauf sagte Mose zu den Israeliten: "Seht, der Herr hat Bezalel, den Sohn Uris, den Enkel Hurs, vom Stamm Juda, beim Namen gerufen Exo 35:31 und ihn mit göttlichem Geist erfüllt, mit Kunstsinn, Einsicht, Verstand und allerlei Fertigkeiten, Exo 35:32 um Pläne zu entwerfen, Arbeiten in Gold, Silber und Kupfer auszuführen, Exo 35:33 Steine zum Besatz zu schneiden, Holz zu schnitzen, kurz, jederlei Arbeiten auszuführen. Exo 35:34 Aber auch die Gabe, andere zu unterweisen, hat er ihm verliehen, ihm und Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan. Exo 35:35 Er hat sie mit Kunstsinn ausgestattet, Arbeiten aller Art auszuführen, wie sie der Kunsthandwerker, der Kunstweber und der Buntwirker in blauem und rotem Purpur, in Karmesin und Byssus, sowie der Weber verfertigt, sie, die Arbeiten aller Art ausführen und Kunstwerke ersinnen. Exo 36:1 So sollen nun Bezalel und Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der Herr Kunstsinn und Einsicht verliehen hat, so daß sie sich auf die Ausführung aller für das Heiligtum nötigen Arbeiten verstehen, das Werk genau so, wie der Herr es angeordnet hat, ausführen." Exo 36:2 Hierauf berief Mose den Bezalel und den Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der Herr Kunstsinn verliehen hatte, alle, die ihr Herz dazu antrieb, an die Ausführung des Werkes zu gehen. Exo 36:3 Sie empfingen von Mose alle Gaben, die die Israeliten für die Ausführung der Arbeiten zur Herstellung des Heiligtums beigesteuert hatten. Diese brachten ihm weiterhin an jedem Morgen freiwillige Gaben. Exo 36:4 Da kamen alle Künstler, die an den Arbeiten für das Heiligtum beschäftigt waren, Mann für Mann von der Arbeit, mit der sie beschäftigt waren, Exo 36:5 und sagten zu Mose: "Das Volk bringt viel mehr, als zur Ausführung der Arbeit, deren Fertigstellung der Herr befohlen hat, nötig ist." Exo 36:6 Mose ließ daher im Lager den Befehl verkünden: "Weder Mann noch Frau soll fortan noch eine Arbeit als Beisteuer für das Heiligtum anfertigen." So hörte das Volk mit den Spenden auf. Exo 36:7 Denn an dem, was an Arbeiten geliefert war, hatten sie zur Ausführung des ganzen Werkes genug, ja übergenug. Exo 36:8 So stellten denn alle Kunstverständigen unter den Werkleuten die Wohnung aus zehn Zelttüchern her. - Aus gezwirntem Byssus, blauem und rotem Purpur und Karmesin, mit Kerubfiguren, wie sie der Kunstwirker macht, fertigte er sie an. Exo 36:9 Die Länge eines jeden Zelttuches betrug 28 Ellen und die Breite eines Zelttuches vier Ellen. Alle Zelttücher hatten das gleiche Maß. Exo 36:10 Je fünf Zelttücher verband er miteinander. Exo 36:11 Sodann brachte er Schleifen aus blauem Purpur am Saum des letzten Zelttuches des einen zusammengesetzten Stückes an, desgleichen am Saum des letzten Zelttuches des anderen zusammengesetzten Stückes. Exo 36:12 Fünfzig Schleifen machte er an dem einen Zelttuch fest und 50 am Saum des Zelttuches, das zum anderen zusammengesetzten Stück gehörte, so daß die Schleifen einander gegenüberstanden. Exo 36:13 Dazu fertigte der 50 goldene Haken an und verband die Teppiche durch die Haken miteinander, so daß die Wohnung ein Ganzes bildete. Exo 36:14 Sodann stellte er Zelttücher aus Ziegenhaar zu einem Zeltdach über der heiligen Wohnung her. Elf Zelttücher fertigte er dafür an. Exo 36:15 Die Länge eines jeden Zelttuches betrug 30 Ellen und die Breite vier Ellen. Alle elf Zelttücher hatten das gleiche Maß Exo 36:16 Er fügte dann die fünf Zelttücher für sich zu einem Stück zusammen und ebenso die sechs anderen Zelttücher für sich. Exo 36:17 Am Saum des letzten Zelttuches des einen zusammengesetzten Stückes brachte er 50 Schleifen an und ebenso 50 am Saum des letzten Zelttuches des anderen zusammengesetzten Stückes. Exo 36:18 Dazu machte er 50 kupferne Haken, um die Zeltdecke zu einem Ganzen zusammenzufügen. Exo 36:19 Hierauf fertigte er für die Zeltdecke eine Überdecke aus rotgefärbten Widderfellen und darüber eine Decke aus Seekuhhäuten an. Exo 36:20 Dann machte er aus Akazienholz die zum Aufstellen eingerichteten Bretter für die Wohnung. Exo 36:21 Zehn Ellen betrug die Länge jedes Brettes und anderthalb Ellen die Breite jedes Brettes. Exo 36:22 Jedes Brett war mit zwei Zapfen versehen, die miteinander verbunden waren. So stellte er alle Bretter der Wohnung her. Exo 36:23 Und zwar machte er an Brettern für die Wohnung: 20 Bretter für die Mittagseite, die Südseite. Exo 36:24 Dann brachte er unter den 20 Brettern 40 silberne Fußgestelle an, zwei Fußgestelle unter einem Brett für seine beiden Zapfen. Exo 36:25 Ebenso fertigte er für die andere Seite der Wohnung, für die Nordseite, 20 Bretter an Exo 36:26 und 40 silberne Fußgestelle, zwei Fußgestelle unter jedem Brett. Exo 36:27 Für die Hinterseite der Wohnung, die Westseite, machte er sechs Bretter. Exo 36:28 Außerdem stellte er noch zwei Bretter für die Ecken der Wohnung auf der Rückseite her. Exo 36:29 Sie waren unten zweischenkelig und ebenso oben zweischenkelig bis zum ersten Ring. - So machte er es mit beiden in den zwei Ecken. Exo 36:30 Es waren somit acht Bretter mit ihren silbernen Fußgestellen, im ganzen 16 Fußgestelle, zwei Fußgestelle unter jedem Brett. Exo 36:31 Sodann fertigte er Riegel aus Akazienholz an, fünf für die Bretter auf der einen Seite der Wohnung, Exo 36:32 fünf Riegel für die Bretter auf der anderen Seite der Wohnung und fünf Riegel für die Bretter an der Hinterseite der Wohnung nach Westen. Exo 36:33 Den mittleren Riegel brachte er so an, daß er in der Mitte der Bretter von einem Ende zum anderen hindurchlief. Exo 36:34 Die Bretter überzog er mit Gold. Die Ringe, die zum Einschieben der Riegel dienten, stellte er aus Gold her. Auch die Riegel überzog er mit Gold. Exo 36:35 Dann fertigte er den Vorhang aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus an. In Kunstwirkerarbeit mit Kerubfiguren stellte er ihn her. Exo 36:36 Hierauf machte er für ihn vier Säulen aus Akazienholz und überzog sie mit Gold. Die zugehörigen Haken waren aus Gold. Er goß für sie vier silberne Füße. Exo 36:37 Für den Zelteingang verfertigte er einen Vorhang aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit, Exo 36:38 nebst den zugehörigen fünf Säulen und ihren Haken. Ihre Köpfe und Ringbänder überzog er mit Gold; die fünf Fußgestelle waren aus Kupfer. Exo 37:1 Bezalel fertigte hierauf die Lade aus Akazienholz an, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch Exo 37:2 Er überzog sie innen und außen mit reinem Gold und führte einen goldenen Kranz rings um sie herum Exo 37:3 Hierauf goß er dazu vier goldene Ringe für die vier Füße, zwei Ringe an der einen Seite und zwei Ringe an der anderen Seite. Exo 37:4 Dann fertigte er Stangen aus Akazienholz an und überzog sie mit Gold. Exo 37:5 Die Stangen steckte er in die Ringe an den Seiten der Lade, so daß man die Lade tragen konnte. Exo 37:6 Die Sühnestätte fertigte er aus reinem Gold an, zweieinhalb Ellen lang und anderthalb Ellen breit. Exo 37:7 Dazu machte er zwei Kerubfiguren. Er fertigte sie in getriebener Arbeit so an, daß sie mit den beiden Enden der Sühnestätte ein Stück bildeten. Exo 37:8 Den einen Kerub mit dem einen Ende, den anderen Kerub mit dem anderen Ende zu einem Stück mit der Sühnestätte verbunden, so brachte er die beiden Kerubfiguren auf den beiden Enden an. Exo 37:9 Die Kerubfiguren hielten ihre Flügel nach oben hin ausgebreitet und überdeckten so zugleich mit ihren Flügeln die Sühnestätte. Ihre Gesichter waren einander zugekehrt. Zugleich richteten sich die Gesichter der Kerubim auf die Sühnestätte. Exo 37:10 Sodann fertigte er den Tisch aus Akazienholz an, zwei Ellen lang, eine Elle breit und anderthalb Ellen hoch. Exo 37:11 Er überzog ihn mit reinem Gold und brachte an ihm ringsum einen goldenen Kranz an. Exo 37:12 Er führte auch eine handbreit große Leiste rings um in herum und an dieser Leiste einen goldenen Kranz, der ebenfalls rings herumlief. Exo 37:13 Er goß dafür vier goldene Ringe und befestigte die Ringe an den vier Seiten, und zwar an den vier Ecken seiner vier Füße. Exo 37:14 Dicht an der Leiste befanden sich die Ringe zur Aufnahme der Stangen, damit man den Tisch tragen konnte. Exo 37:15 Die Stangen verfertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, damit man den Tisch tragen konnte. Exo 37:16 Er stellte dann aus reinem Gold die Geräte her, die auf dem Tisch stehen sollten, die zugehörigen Schüsseln, Schalen, Krüge und Becher zur Darbringung des Trankopfers. Exo 37:17 Sodann machte er den Leuchter aus reinem Gold. In getriebener Arbeit fertigte er den Leuchter, seinen Fuß und seinen Schaft an. Seine Kelche, Knäufe und Blüten waren aus einem Stück mit ihm Exo 37:18 Sechs Röhren gingen von beiden Seiten aus, drei Leuchterröhren auf der einen Seite und drei auf der anderen. Exo 37:19 An jeder Röhre befanden sich drei mandelförmige Kelche - Knauf und Blüte -; so an allen sechs Röhren, die vom Leuchter ausgingen. Exo 37:20 Am Leuchterschaft selbst befanden sich vier mandelförmige Kelche - Knauf und Blüte -, Exo 37:21 und zwar immer ein Knauf unter jedem Paar der von ihm ausgehenden Röhren. So war es an allen sechs Röhren, die von ihm ausgingen. Exo 37:22 Ihre Knäufe und Röhren waren aus einem Stück mit ihm: alles getriebene Arbeit aus einem Stück, aus reinem Gold. Exo 37:23 Dann fertigte er dazu die sieben Lampen an nebst den zugehörigen Lichtscheren und Pfannen aus reinem Gold. Exo 37:24 Aus einem Talent reinen Goldes stellte er ihn und seine Geräte her. Exo 37:25 Weiter fertigte er den Rauchopferaltar aus Akazienholz an, eine Elle lang, eine Elle breit, viereckig und zwei Ellen hoch. Die zugehörigen Hörner bildeten ein Stück mit ihm. Exo 37:26 Er überzog ihn mit reinem Gold, seine Platte wie auch seine Wände ringsum sowie seine Hörner. Rings um ihn herum führte er einen goldenen Kranz. Exo 37:27 Dann brachte er unterhalb des Kranzes an seinen beiden Seiten, und zwar an zwei gegenüberliegenden Seiten, zwei goldene Ringe an zur Aufnahme der Stangen, damit man ihn daran tragen konnte. Exo 37:28 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold. Exo 37:29 Dann bereitete er das heilige Salböl und das reine, wohlriechende Räucherwerk, wie es der Salbenmischer herstellt. Exo 38:1 Hierauf errichtete er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit, viereckig und drei Ellen hoch. Exo 38:2 An den vier Ecken brachte er die zugehörigen Hörner an. Die Hörner bildeten mit ihm ein Ganzes. Er überzog ihn mit Kupfer. Exo 38:3 Dann fertigte er alle für den Altar erforderlichen Geräte an, die Töpfe, Schaufeln, Schalen, Gabeln und Pfannen. Alle Geräte machte er aus Kupfer. Exo 38:4 Er verfertigte für den Altar auch ein netzartiges Gitterwerk aus Kupfer unterhalb seiner Umgangsstufe von unten her bis zur halben Höhe. Exo 38:5 Für die vier Ecken des kupfernen Gitterwerkes goß er vier Ringe zur Aufnahme der Stangen. Exo 38:6 Hierauf machte er die Stangen aus Akazienholz und überzog sie mit Kupfer. Exo 38:7 Die Tragstangen steckte er in die Ringe an den Seiten des Altars, damit man ihn daran tragen konnte. Er stellte ihn aus Brettern so her, daß er hohl war. Exo 38:8 Dann fertigte er das Becken aus Kupfer an und das zugehörige Gestell aus Kupfer von den Spiegeln der diensttuenden Frauen, die am Eingang des Offenbarungszeltes den Dienst versahen. Exo 38:9 Hierauf stellte er den Vorhof her. Die Vorhofumhänge auf dessen Südseite waren aus gezwirntem Byssus, 100 Ellen lang, Exo 38:10 dazu 20 Säulen mit 20 Fußgestellen aus Kupfer. Die Haken der Säulen nebst den zugehörigen Ringen waren aus Silber. Exo 38:11 Auf der Nordseite waren die Umhänge 100 Ellen lang, dazu kamen 20 Säulen nebst den zugehörigen 20 kupfernen Fußgestellen. Die Haken der Säulen und die zugehörigen Ringe waren aus Silber. Exo 38:12 Auf der Westseite waren die Umhänge 50 Ellen lang, dazu kamen 10 Säulen nebst ihren 10 Fußgestellen. Die Haken der Säulen und ihre Ringe waren aus Silber. Exo 38:13 Vorn auf der Ostseite waren die Umhänge 50 Ellen lang. Exo 38:14 Umhänge von 15 Ellen waren auf der einen Seite, dazu drei Säulen nebst ihren drei Fußgestellen; Exo 38:15 auf der anderen Seite, zu beiden Seiten des Vorhoftores, waren ebenfalls Umhänge von 15 Ellen, dazu drei Säulen nebst ihren drei Fußgestellen. Exo 38:16 Alle Vorhofumhänge ringsum waren aus gezwirntem Byssus. Exo 38:17 Die Fußgestelle der Säulen waren aus Kupfer, die Haken der Säulen und ihre Ringe aus Silber, der Überzug ihrer Köpfe auch aus Silber. Alle Säulen des Vorhofs waren mit silbernen Ringen versehen. Exo 38:18 Der Vorhang des Vorhofeinganges war Buntwirkerarbeit aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Die Länge betrug zwanzig Ellen und die Höhe, durch die Breite bestimmt, fünf Ellen, entsprechend den Vorhängen des Vorhofs. Exo 38:19 Die zugehörigen vier Säulen mit ihren vier Fußgestellen waren aus Kupfer, ihre Haken aus Silber, der Überzug ihrer Köpfe und ihre Ringe ebenfalls aus Silber. Exo 38:20 Alle Pflöcke für die Wohnung und den Vorhof ringsum waren aus Kupfer. Exo 38:21 Folgendes ist die Kostenberechnung für die Wohnung, nämlich für die Wohnung des Gesetzes. Sie wurde auf Befehl des Mose durch die Dienstleistung der Leviten unter Leitung Itamars, des Sohnes des Priesters Aaron, vorgenommen. Exo 38:22 Bezalel, der Sohn Uris, der Enkel Hurs, aus dem Stamm Juda, hatte alles hergestellt, was der Herr dem Mose befohlen hatte, Exo 38:23 und mit ihm Oholiab, der Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, ein Kunsthandwerker, Kunstwirker und Buntwirker in blauem und rotem Purpur, Karmesin und Byssus. Exo 38:24 Was das gesamte Gold betrifft, das bei der Ausführung zu den verschiedenen Arbeiten am Heiligtum verwendet wurde, so betrug das als Weihegabe gespendete Gold 29 Talente und 730 Schekel nach dem Gewicht des Heiligtums. Exo 38:25 Das bei der Musterung der Gemeinde eingegangene Silber betrug 100 Talente und 1.775 Schekel nach dem Gewicht des Heiligtums, Exo 38:26 je ein Beka - die Hälfte eines Schekels nach dem Gewicht des Heiligtums - auf den Kopf all derer, die der Musterung unterlagen, von zwanzig Jahren und darüber, 603.550 Mann. Exo 38:27 Die 100 Talente Silber wurden zum Guß der Fußgestelle des Heiligtums und der Fußgestelle des Vorhangs verwendet, 100 Talente auf hundert Gußgestelle, auf jedes Fußgestell ein Talent. Exo 38:28 Aus den 1775 Schekel verfertigte er Haken für die Säulen, überzog ihre Köpfe und versah sie mit Ringen. Exo 38:29 Das als Weihegabe gespendete Kupfer betrug 70 Talente und 2.400 Schekel. Exo 38:30 Daraus verfertigte er die Fußgestelle der Tür des Offenbarungszeltes und den kupfernen Altar mit seinem kupfernen Gitterwerk und alle Geräte des Altars, Exo 38:31 die Fußgestelle im Vorhof ringsum und die Fußgestelle am Eingang des Vorhofs, alle Pflöcke der Wohnung und alle Pflöcke des Vorhofs ringsum. Exo 39:1 Aus blauem und rotem Purpur und Karmesin fertigten sie die Prachtgewänder zum Dienst im Heiligtum. Ebenso machten sie die heiligen Gewänder für Aaron, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 39:2 Das Schulterkleid fertigte er aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus an. Exo 39:3 Das Gold wurde breitgehämmert und zu Fäden zerschnitten, um sie in den blauen und roten Purpur und Byssus mittels Kunstwirkerarbeit einzuarbeiten. Exo 39:4 Man fertigte zwei zusammenfügbare Schulterstücke an. An den beiden Enden war es zusammengebunden. Exo 39:5 Die Binde, die sich daran zum Anlegen befand, war aus einem Stück mit ihm gearbeitet und von gleicher Arbeit, aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Exo 39:6 Man richtete die Onyxsteine zu, die, in goldenem Flechtwerk eingefaßt, die mittels Siegelstecherkunst eingestochenen Namen der Söhne Israels trugen. Exo 39:7 Als Steine des Gedenkens an die Israeliten setzte er sie auf die Schulterstücke des Schulterkleides, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 39:8 Das Brustschild verfertigte er wie das Schulterkleid als Kunstweberarbeit aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. Exo 39:9 Man machte das Brustschild viereckig, doppeltgelegt eine Spanne lang, eine Spanne breit, doppeltgelegt. Exo 39:10 Dann besetzte man es mit vier Reihen Edelsteinen: die erste Reihe enthielt einen Karneol, einen Topas und einen Smaragd, Exo 39:11 die zweite Reihe einen Rubin, einen Saphir und einen Diamant, Exo 39:12 die dritte Reihe einen Hyazinth, einen Achat und einen Amethyst, Exo 39:13 die vierte Reihe einen Chrysolith, einen Onyxstein und einen Jaspis. - Sie wurden bei ihrer Einfassung mit Goldflechtwerk umgeben. Exo 39:14 Die Zahl der Steine betrug entsprechend den Namen der Söhne Israels zwölf. In Siegelstecherkunst waren sie jeder mit dem Namen eines der zwölf Stämme versehen. Exo 39:15 Man befestigte dann an dem Brustschild die schnurähnlich gedrehten Kettchen aus reinem Gold. Exo 39:16 Hierauf fertigte man zwei goldene Geflechte und zwei goldene Ringe an und befestigte die beiden Ringe an den beiden Enden des Brustschildes. Exo 39:17 Die beiden goldenen Schnüre befestigte man an den beiden Ringen, die sich an den Enden des Brustschildes befanden. Exo 39:18 Die beiden anderen Enden der beiden Schnüre machte man an den beiden Geflechten fest und diese an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides auf seiner Vorderseite. Exo 39:19 Auch stellte man zwei andere goldene Ringe her und befestigte sie an den beiden Enden des Brustschildes, an seinem inneren, dem Schulterkleid zugewandten Saum. Exo 39:20 Hierauf fertigte man noch zwei goldene Ringe an und befestigte sie an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides unten an seiner Vorderseite, dicht bei der Verbindungsstelle, oberhalb der Binde des Schulterkleides. Exo 39:21 Mittels einer Schnur aus blauem Purpur knüpfte man das Brustschild mit seinen Ringen an die Ringe des Schulterkleides, so daß es oberhalb der Binde des Schulterkleides anlag und das Brustschild sich nicht vom Schulterkleid verschieben konnte, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Exo 39:22 Das Obergewand zum Schulterkleid verfertigte man in Webearbeit, ganz aus blauem Purpur. Exo 39:23 Die Halsöffnung des Obergewandes befand sich in der Mitte und glich der Halsöffnung eines Panzerhemdes. Rings um die Halsöffnung lief ein Saum, damit sie nicht einriß. Exo 39:24 Unten am Saum des Obergewandes brachte man Granatäpfel aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus an. Exo 39:25 Aus reinem Gold machte man Glöckchen und setzte die Glöckchen zwischen die Granatäpfel ringsum an den Saum des Obergewandes, Exo 39:26 so daß rings um den Saum des Obergewandes immer ein Glöckchen auf einen Granatapfel folgte, zur Verrichtung des heiligen Dienstes, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 39:27 Die Leibröcke für Aaron und seine Söhne fertigte man in Weberarbeit aus Byssus an, Exo 39:28 den Kopfbund aus Byssus, die hohen Mützen aus Byssus und die linnenen Hüftkleider aus gezwirntem Byssus, Exo 39:29 ferner den Gürtel aus gezwirntem Byssus, blauem und rotem Purpur und Karmesin, in Buntweberarbeit, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Exo 39:30 Das Stirnblatt, das heilige Diadem, fertigte man aus reinem Gold an und schrieb darauf in Siegelstecherschrift: "Dem Herrn geweiht". Exo 39:31 Man befestigte daran eine Schnur aus blauem Purpur, um es oben am Kopfbund anzubringen, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 39:32 So wurde die ganze Arbeit für die Wohnung des Offenbarungszeltes fertiggestellt. Genau so, wie der Herr dem Mose befohlen hatte, hatten die Israeliten es ausgeführt. Exo 39:33 Sie brachten nun zu Mose die Wohnung, das Zelt und alle seine Geräte, seine Haken, Bretter, Riegel, Säulen und Fußgestelle, Exo 39:34 ferner die Schutzdecke aus rotgefärbten Widderfellen, die Überdecke aus Seekuhhäuten und den inneren Vorhang, Exo 39:35 die Gesetzeslade und ihre Tragstangen nebst der Sühnestätte, Exo 39:36 den Tisch mit all seinen Geräten und die Schaubrote, Exo 39:37 den Leuchter aus reinem Gold mit seinen Lampen, die in einer Reihe aufgesetzt waren, und all seine Geräte, sowie das Öl zur Beleuchtung, Exo 39:38 ferner den goldenen Altar und das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk und den Vorhang für den Zelteingang, Exo 39:39 den kupfernen Altar mit seinem kupfernen Gitterwerk, seine Tragstangen und all seine Geräte, das Becken mit seinem Gestell, Exo 39:40 die Vorhänge des Vorhofs mit seinen Säulen und Fußgestellen und Pflöcken, sowie alle Geräte für den Dienst in der Wohnung des Offenbarungszeltes, Exo 39:41 ferner die Prachtkleider für den Dienst im Heiligtum, die heiligen Kleider für den Priester Aaron und die Kleider seiner Söhne für den priesterlichen Dienst. Exo 39:42 Genau so, wie der Herr dem Mose geboten hatte, führten die Israeliten die ganze Arbeit aus. Exo 39:43 Als Mose das ganze Werk besichtigte, sah er, daß sie es genau so ausgeführt hatten, wie der Herr befohlen hatte. Und Mose gab ihnen den Segen. Exo 40:1 Hierauf befahl der Herr dem Mose: Exo 40:2 "Schlage am ersten Tag des ersten Monats die Wohnung des Offenbarungszeltes auf, Exo 40:3 stelle die Gesetzeslade hinein und hänge den Vorhang vor die Lade! Exo 40:4 Bringe auch den Tisch hinein und lege die Schaubrote auf! Auch den Leuchter stelle hinein und setze seine Lampen auf! Exo 40:5 Den goldenen Rauchopferaltar stelle vor die Gesetzeslade und hänge den Vorhang am Eingang der Wohnung auf! Exo 40:6 Den Brandopferaltar errichte vor dem Eingang zur Wohnung des Offenbarungszeltes, Exo 40:7 und das Becken stelle zwischen das Offenbarungszelt und den Altar und gieße Wasser hinein! Exo 40:8 Richte dann ringsum den Vorhof auf und bringe den Vorhang am Eingang des Vorhofs an! Exo 40:9 Nimm sodann das Salböl, salbe die Wohnung und alles, was sich in ihr befindet, und weihe sie so und alle ihre Geräte, damit sie heilig ist! Exo 40:10 Salbe auch den Brandopferaltar und alle seine Geräte und weihe so den Altar, damit der Altar hochheilig ist! Exo 40:11 Auch das Becken mit seinem Gestell salbe und weihe! Exo 40:12 Dann lasse Aaron mit seinen Söhnen an den Eingang des Offenbarungszeltes treten und wasche sie mit Wasser! Exo 40:13 Bekleide Aaron mit den heiligen Gewändern, salbe ihn und weihe ihn so, damit er mir als Priester diene! Exo 40:14 Laß dann seine Söhne herantreten und bekleide sie mit Leibröcken Exo 40:15 und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, damit sie mir als Priester dienen! Die Salbung soll ihnen die Priesterwürde für alle Zeiten von Geschlecht zu Geschlecht verleihen." Exo 40:16 Mose tat genau so, wie der Herr ihm geboten hatte. Exo 40:17 Im ersten Monat des zweiten Jahres, am ersten Tag des Monats, wurde die Wohnung aufgeschlagen. Exo 40:18 Mose schlug die Wohnung in folgender Weise auf: Er setzte ihre Fußgestelle hin und stellte ihre Bretter darauf, brachte ihre Riegel an und richtete ihre Säulen auf. Exo 40:19 Dann breitete er die Zeltdecke über die Wohnung und legte die Überdecke des Zeltes oben darüber, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Exo 40:20 Hierauf nahm er das Gesetz und legte es in die Lade, steckte die Tragstangen an die Lade und legte die Sühnestätte oben auf die Lade. Exo 40:21 Er brachte die Lade in die Wohnung, hängte zur Verhüllung den inneren Vorhang auf und verhüllte so die Gesetzeslade, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 40:22 Dann stellte er den Tisch in das Offenbarungszelt auf die Nordseite der Wohnung außerhalb des Vorhangs. Exo 40:23 Auf ihm legte er die Schichten der Schaubrote vor dem Herrn zurecht, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 40:24 Den Leuchter stellte er in das Offenbarungszelt dem Tisch gegenüber auf die Südseite der Wohnung Exo 40:25 und setzte die Lampen vor dem Herrn auf, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Exo 40:26 Hierauf stellte er den goldenen Altar in das Offenbarungszelt vor den Vorhang Exo 40:27 und verbrannte wohlriechendes Räucherwerk darauf, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 40:28 Dann hängte er den Vorhang für die Tür der Wohnung auf. Exo 40:29 Den Brandopferaltar stellte er an den Eingang der Wohnung des Offenbarungszeltes und brachte das Brand- und Speiseopfer auf ihm dar, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Exo 40:30 Das Becken stellte er zwischen dem Offenbarungszelt und dem Altar auf und goß Wasser zum Waschen hinein. Exo 40:31 Mose und Aaron sowie seine Söhne wuschen sich daraus Hände und Füße. Exo 40:32 Sooft sie in das Offenbarungszelt hineingingen oder an den Altar herantraten, wuschen sie sich, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Exo 40:33 Auch richtete er den Vorhof rings um die Wohnung und um den Altar auf und hängte den Vorhang am Eingang des Vorhofs auf. So vollendete Mose das Werk. Exo 40:34 Da bedeckte die Wolke das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Exo 40:35 Mose konnte nicht in das Offenbarungszelt hineingehen; denn die Wolke hatte sich darauf niedergelassen, und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte die Wohnung. Exo 40:36 Sooft sich nun während der ganzen Zeit ihrer Wanderung die Wolke von der Wohnung hob, brachen die Israeliten auf. Exo 40:37 Wenn aber die Wolke sich nicht hob, brachen sie nicht auf bis zu dem Tag, wo sie sich wieder hob. Exo 40:38 Die Wolke lag nämlich bei Tag auf der Wohnung; des Nachts aber war sie mit Feuerschein erfüllt vor den Augen von ganz Israel auf seinem ganzen Wanderzug. Lev 1:1 Der Herr berief Mose und gebot ihm vom Offenbarungszelt aus: Lev 1:2 "Teile den Israeliten folgende Verordnung mit: Wenn ihr dem Herrn als Opfergabe Vieh darbringen wollt, so nehmt als Opfergabe Rinder und Kleinvieh! Lev 1:3 Wer als Opfergabe ein Rinderbrandopfer darbringen will, muß ein männliches, fehlerloses Tier opfern. Er bringe es vor den Eingang des Offenbarungszeltes, um sich dem Herrn wohlgefällig zu machen. Lev 1:4 Er lege die Hand auf den Kopf des Brandopfertieres. So wird es ihm gnädig aufgenommen werden und Versöhnung für ihn erwirken. Lev 1:5 Dann schlachte er vor dem Herrn das Rind. Die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut darbringen und das Blut ringsum auf den Altar gießen, der am Eingang zum Offenbarungszelt steht. Lev 1:6 Er häute das Brandopfer ab und zerlege es in seine Teile. Lev 1:7 Die Söhne des Priesters Aaron sollen Feuer auf dem Altar anmachen und Holz auf das Feuer auflegen. Lev 1:8 Dann sollen die Söhne Aarons, die Priester, die Stücke samt dem Kopf und dem Fett auf das Holz legen, das über dem Feuer auf dem Altar aufgeschichtet ist. Lev 1:9 Die Eingeweide und Beine aber soll er waschen. Dann lasse der Priester alles zusammen auf dem Altar in Rauch aufgehen als Brandopfer, als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn. Lev 1:10 Wenn jemand als Opfergabe zum Brandopfer Kleinvieh, Schafe oder Ziegen, darbringt, opfere er ein männliches, fehlerloses Tier. Lev 1:11 Er schlachte es vor dem Herrn auf der Nordseite des Altars. Die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen das Blut ringsum auf den Altar gießen. Lev 1:12 Er zerlege es in seine Teile, und der Priester soll diese samt dem Kopf und dem Fett auf das Holz legen, das über dem Feuer auf dem Altar aufgeschichtet ist. Lev 1:13 Die Eingeweide und Beine aber soll er waschen. Hierauf bringe der Priester alles zusammen dar und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als Brandopfer, als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn. Lev 1:14 Bringt jemand als Opfergabe für den Herrn zum Brandopfer Vögel dar, so opfere er Turteltauben oder Tauben. Lev 1:15 Der Priester bringe das Tier an den Altar, knicke ihm den Kopf ab und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen. Das Blut aber presse er an der Wand des Altars aus. Lev 1:16 Den Kropf mit seinem Inhalt nehme er weg und werfe ihn neben den Altar gegen Osten auf den Aschenhaufen. Lev 1:17 Hierauf reiße er dem Tier die Flügel ein, ohne sie abzutrennen. Dann lasse es der Priester auf dem Altar auf dem Holz, das über dem Feuer aufgeschichtet ist, in Rauch aufgehen als Brandopfer, als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn. Lev 2:1 Will jemand dem Herrn als Opfergabe ein Speiseopfer darbringen, so soll seine Gabe aus Feinmehl bestehen, das er mit Öl übergießen und mit Weihrauch bestreuen muß. Lev 2:2 Er bringe es den Söhnen Aarons, den Priestern. Der Priester nehme daraus eine Handvoll von dem mit Öl vermischten Mehl und den ganzen Weihrauch und lasse diesen Duftteil auf dem Altar in Rauch aufgehen als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn. Lev 2:3 Was vom Speiseopfer übrigbleibt, soll als Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn dem Aaron und seinen Söhnen gehören. Lev 2:4 Willst du als Speiseopfergabe etwas im Ofen Gebackenes darbringen, so bereite aus Feinmehl ungesäuerte Kuchen, die mit Öl angemengt sind, oder ungesäuerte Fladen, die mit Öl bestrichen sind! Lev 2:5 Soll deine Opfergabe in einem Speiseopfer auf der Röstplatte bestehen, so muß sie aus ungesäuertem, mit Öl angemengtem Feinmehl zubereitet sein. Lev 2:6 Mache daraus einzelne Stücke und übergieße sie mit Öl! So ist es ein Speiseopfer. Lev 2:7 Soll deine Opfergabe ein Speiseopfer sein, das in der Pfanne bereitet wird, so muß es aus Feinmehl mit Öl hergestellt werden. Lev 2:8 Dann bringe das Speiseopfer, das so bereitet ist, dem Herrn dar, indem du es dem Priester übergibst, der es zum Altar bringt! Lev 2:9 Der Priester nehme vom Speiseopfer den Duftteil weg und lasse ihn auf dem Altar als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn in Rauch aufgehen. Lev 2:10 Was von dem Speiseopfer übrigbleibt, gehöre Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges von den Feueropfern des Herrn. Lev 2:11 Kein Speiseopfer, das ihr dem Herrn darbringt, darf aus Gesäuertem bereitet werden. Denn ihr dürft keinen Sauerteig oder Honig dem Herrn als Feueropfer darbringen. Lev 2:12 Als Erstlingsgabe könnt ihr sie dem Herrn darbringen. Doch dürfen sie nicht auf den Altar zum lieblichen Wohlgeruch kommen. Lev 2:13 Alle deine Speiseopfergaben mußt du salzen. Nie darf das Salz des Bundes mit deinem Gott bei deinem Speiseopfer fehlen. Bei allen deinen Opfergaben mußt du Salz darbringen. Lev 2:14 Wenn du dem Herrn ein Speiseopfer von den Erstlingsfrüchten darbringen willst, so mußt du am Feuer geröstete Ähren von der ersten Frucht in den Gärten als Erstlingsspeiseopfer darbringen. Lev 2:15 Gieße Öl darüber und streue Weihrauch darauf! So ist es ein Speiseopfer. Lev 2:16 Der Priester soll den Duftteil davon: einen Teil von der ersten Frucht und vom Öl und den ganzen Weihrauch, als Feueropfer für den Herrn in Rauch aufgehen lassen. Lev 3:1 Will jemand Rinder als Friedopfergabe darbringen, so opfere er ein fehlerloses, männliches oder weibliches Tier. Lev 3:2 Er lege die Hand auf den Kopf des Opfertieres und schlachte es vor dem Eingang zum Offenbarungszelt. Die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut ringsum auf den Altar gießen. Lev 3:3 Dann soll er von dem Friedopfer das Fett, das die Eingeweide bedeckt, sowie alles Fett an den Eingeweiden, Lev 3:4 die beiden Nieren mit ihrem Fett, das an den Lendenmuskeln sitzt, und den Leberlappen dem Herrn als Feueropfer darbringen. Bei den Nieren nehme er es weg. Lev 3:5 Die Söhne Aarons sollen es auf dem Altar über dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer liegt, in Rauch aufgehen lassen als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn. Lev 3:6 Will jemand dem Herrn als Friedopfergabe Kleinvieh darbringen, so opfere er ein fehlerloses, männliches oder weibliches Tier. Lev 3:7 Bringt er ein Schaf als Opfergabe dar, so führe er es vor den Herrn, lege seine Hand auf den Kopf des Opfertiers und schlachte es vor dem Offenbarungszelt! Lev 3:8 Die Söhne Aarons sollen das Blut rings auf den Altar gießen. Lev 3:9 Dann bringe er dem Herrn von dem Friedopfer die Fetteile als Feueropfer dar: den ganzen Fettschwanz, - dicht am Schwanzbein soll er ihn abnehmen, - das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett an den Eingeweiden, Lev 3:10 die beiden Nieren mit ihrem Fett, das an den Lendenmuskeln sitzt, und den Leberlappen. Bei den Nieren soll er es ablösen. Lev 3:11 Der Priester lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen, als Feueropferspeise für den Herrn. Lev 3:12 Besteht aber seine Opfergabe in einer Ziege, so bringe er sie vor den Herrn, Lev 3:13 lege seine Hand auf ihren Kopf und schlachte sie vor dem Offenbarungszelt. Die Söhne Aarons sollen das Blut ringsum auf den Altar gießen. Lev 3:14 Hierauf bringe er davon als Feueropfergabe für den Herrn das Fett dar, das die Eingeweide deckt, und alles Fett an den Eingeweiden, Lev 3:15 die beiden Nieren mit ihrem Fett, das an den Lendenmuskeln sitzt, und den Leberlappen. Bei den Nieren löse er es ab. Lev 3:16 Der Priester lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als Feueropferspeise zu beruhigendem Wohlgeruch. - Alles Fett gehört dem Herrn! Lev 3:17 Dieses Gebot hat ewige Geltung für alle eure Geschlechter in allen euren Wohnsitzen: Ihr dürft kein Fett und kein Blut genießen." Lev 4:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 4:2 "Teile den Israeliten folgende Verordnung mit: Wenn sich jemand unvorsätzlich gegen irgendein Gebot des Herrn vergeht und etwas Verbotenes tut, so gelten folgende Bestimmungen: Lev 4:3 Begeht der gesalbte Priester eine Sünde, bei der die Schuld auch auf das Volk fällt, so soll er für das Vergehen, das er begangen hat, dem Herrn als Sündopfer einen fehlerlosen Stier darbringen. Lev 4:4 Er führe den Stier an den Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn, lege seine Hand auf den Kopf des Stieres und schlachte den Stier vor dem Herrn. Lev 4:5 Sodann nehme der gesalbte Priester etwas von dem Blut des Stieres und bringe es in das Offenbarungszelt. Lev 4:6 Der Priester tauche seinen Finger in das Blut und sprenge etwas von dem Blut siebenmal vor den Herrn gegen den Vorhang des Heiligtums hin. Lev 4:7 Dann streiche der Priester etwas von dem Blut an die Hörner des Altars mit dem wohlriechenden Räucherwerk, der vor dem Herrn im Offenbarungszelt steht. Alles übrige Blut des Stieres gieße er an den Fuß des Brandopferaltars, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht. Lev 4:8 Er löse alles Fett von dem Sündopferstier ab, das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett an den Eingeweiden, Lev 4:9 die beiden Nieren mit ihrem Fett, das an den Lendenmuskeln sitzt, und den Leberlappen. Bei den Nieren löse er es ab, Lev 4:10 so wie es beim Friedopferstier abgenommen wird. Dann lasse der Priester es auf dem Brandopferaltar in Rauch aufgehen. Lev 4:11 Aber die Haut des Stieres und sein ganzes Fleisch samt Kopf und Beinen, seine Eingeweide und seinen Darminhalt, Lev 4:12 also den ganzen Stier lasse er vor das Lager hinausbringen an einen reinen Ort, dorthin, wo man die Asche ausschüttet. Dann verbrenne er ihn auf einem Holzstoß. An dem Ort, wohin man die Asche schüttet, soll er verbrannt werden. Lev 4:13 Verfehlt sich aber die ganze Gemeinde der Israeliten unvorsätzlich, ohne sich dessen bewußt zu werden, indem sie irgendein Verbot des Herrn übertritt und so in Schuld gerät, Lev 4:14 so soll die Gemeinde, wenn die Sünde, deren sie sich schuldig gemacht hat, kund geworden ist, einen Stier als Sündopfer darbringen und ihn vor das Offenbarungszelt führen. Lev 4:15 Die Ältesten der Gemeinde sollen vor dem Herrn ihre Hände auf den Kopf des Stieres legen, und einer schlachte den Stier vor dem Herrn. Lev 4:16 Hierauf bringe der gesalbte Priester etwas von dem Blut des Stieres in das Offenbarungszelt. Lev 4:17 Der Priester tauche seinen Finger in das Blut und sprenge etwas von dem Blut siebenmal vor den Herrn gegen den Vorhang. Lev 4:18 Dann streiche er etwas von dem Blut an die Hörner des Altars, der vor dem Herrn im Offenbarungszelt steht. Alles übrige Blut gieße er an den Fuß des Brandopferaltars, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht. Lev 4:19 Dann löse er alles Fett von ihm ab und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen. Lev 4:20 Er verfahre dann mit dem Stier so, wie er mit dem Stier beim Sündopfer vorgegangen ist. So soll er mit ihm verfahren. Wenn der Priester ihnen so Sühne erwirkt hat, wird ihnen vergeben werden. Lev 4:21 Den Stier aber lasse er vor das Lager hinausschaffen und ihn so verbrennen, wie er den ersterwähnten Stier verbrennen ließ. Das ist das Sündopfer für die Gemeinde. Lev 4:22 Vergeht sich ein Stammesfürst, indem er unvorsätzlich irgendein Verbot des Herrn, seines Gottes, übertritt und so in Schuld gerät, Lev 4:23 so bringe er, wenn ihm das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, bekannt geworden ist, einen fehlerlosen Ziegenbock als Opfergabe dar, Lev 4:24 lege seine Hand auf den Kopf des Bockes und schlachte ihn da, wo man vor dem Herrn die Brandopfertiere schlachtet. So ist es ein Sündopfer. Lev 4:25 Der Priester nehme mit seinem Finger etwas von dem Blut des Sündopfers und streiche es an die Hörner des Brandopferaltars, das übrige Blut gieße er an den Fuß des Brandopferaltars. Lev 4:26 Das gesamte Fett lasse er auf dem Altar in Rauch aufgehen wie das Fett des Friedopfers. Wenn der Priester ihm so Sühne wegen seines Vergehens erwirkt hat, wird ihm vergeben werden. Lev 4:27 Verfehlt sich aber jemand aus dem gewöhnlichen Volk unvorsätzlich, indem er irgendein Verbot des Herrn übertritt und sich dadurch schuldig macht, Lev 4:28 so bringe er, sobald ihm das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, bekannt geworden ist, für den begangenen Fehler eine fehlerlose Ziege als Opfergabe dar. Lev 4:29 Er lege auf den Kopf des Sündopfers seine Hand und schlachte das Sündopfer an dem für das Brandopfer bestimmten Ort. Lev 4:30 Der Priester nehme mit dem Finger etwas von dem Blut, streiche es an die Hörner des Brandopferaltars und gieße das übrige Blut an den Fuß des Altars. Lev 4:31 Alles Fett löse er ab, wie das Fett beim Friedopfer weggenommen wird. Dann lasse es der Priester auf dem Altar in Rauch aufgehen zu lieblichem Geruch für den Herrn. Wenn ihm so der Priester Sühne erwirkt hat, wird ihm vergeben werden. Lev 4:32 Will er als Opfergabe ein Schaf zum Sündopfer darbringen, so opfere er ein weibliches, fehlerloses Tier. Lev 4:33 Er lege die Hand auf den Kopf des Sündopfers und schlachte es als Sündopfer da, wo man das Brandopfer schlachtet. Lev 4:34 Der Priester nehme mit dem Finger etwas von dem Blut des Sündopfers und streiche es an die Hörner des Brandopferaltars. Das übrige Blut gieße er an den Fuß des Altars. Lev 4:35 Alles Fett löse er ab, wie das Fett des Schafes beim Friedopfer abgenommen wird. Der Priester lasse es dann auf dem Altar über den Feueropfern des Herrn in Rauch aufgehen. Wenn ihm so der Priester wegen des begangenen Vergehens Sühne erwirkt hat, wird ihm vergeben werden. Lev 5:1 Vergeht sich jemand dadurch, daß er von einem Eid Kenntnis hat und als Zeuge auftreten könnte, sei es als Augenzeuge oder weil er sonst die Sache in Erfahrung gebracht hat, aber trotzdem keine Anzeige macht, so lädt er Schuld auf sich. Lev 5:2 Oder berührt jemand etwas Unreines, das Aas eines unreinen wilden Tieres oder das Aas eines unreinen Haustieres oder das Aas eines unreinen kriechenden Tieres, ohne daß er sich dessen bewußt wird, so wird er unrein und gerät in Schuld Lev 5:3 Oder kommt er mit der Unreinigkeit an einem Menschen in Berührung, mit irgendeiner Unreinigkeit, durch die man unrein werden kann, ohne daß er sich dessen bewußt wird, erfährt es aber nachher, so macht er sich schuldig. Lev 5:4 Oder schwört jemand unbesonnen, er wolle Gutes oder Böses tun, was immer man unbesonnen bei einem Eid aussagen kann, ohne daß er sich dessen bewußt wird, so macht er sich, sobald er sich dessen bewußt wird, dadurch schuldig. Lev 5:5 Wenn er also durch etwas derartiges in Schuld geraten ist, soll er bekennen, worin er gefehlt hat, Lev 5:6 und dann bringe er dem Herrn als Buße für das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, zum Sündopfer ein weibliches Stück Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege dar. Der Priester erwirke ihm dadurch Sühne für sein Vergehen. Lev 5:7 Wenn aber sein Vermögen für ein Stück Kleinvieh nicht ausreicht, so bringe er dem Herrn als Buße für sein Vergehen ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben dar, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer. Lev 5:8 Er bringe sie dem Priester. Dieser opfere die zum Sündopfer bestimmte zuerst. Er knicke ihr den Kopf dicht beim Genick ab, ohne ihn ganz abzutrennen. Lev 5:9 Dann sprenge er etwas von dem Blut des Sündopfers an die Wand des Altars. Das übrige Blut soll am Fuß des Altars ausgedrückt werden. Das ist das Sündopfer. Lev 5:10 Die andere bringe er so, wie es sich gebührt, als Brandopfer dar. Wenn der Priester ihm so Sühne verschafft hat für das Vergehen, das er begangen hat, wird ihm vergeben werden. Lev 5:11 Reicht indes sein Vermögen für ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben nicht aus, so bringe er als seine Opfergabe für sein Vergehen ein Zehntel Efa Feinmehl zum Sündopfer dar. Er schütte kein Öl darauf, noch tue er Weihrauch dazu. Denn es ist ein Sündopfer. Lev 5:12 Er bringe es zum Priester. Der Priester nehme davon eine Handvoll als seinen Duftteil und lasse es auf dem Altar über den Feueropfern des Herrn in Rauch aufgehen. So ist es ein Sündopfer. Lev 5:13 Wenn der Priester ihm so wegen des Vergehens, das er bei irgendeinem dieser Anlässe begangen hat, Sühne erwirkt hat, wird ihm vergeben werden. Es soll wie das Speiseopfer dem Priester gehören." Lev 5:14 Ferner gebot der Herr dem Mose: Lev 5:15 "Wenn jemand etwas veruntreut und sich unvorsätzlich an Dingen vergreift, die dem Herrn geheiligt sind, so bringe er dem Herrn als Buße von seinem Kleinvieh zum Sündopfer einen fehlerlosen Widder dar, der nach deiner Schätzung mindestens zwei Schekel Silber nach dem Gewicht des Heiligtums wert ist. Lev 5:16 Ferner soll er den Betrag, um den er das Heiligtum geschädigt hat, ersetzen und noch ein Fünftel des Betrages darauflegen und es dem Priester übergeben. Wenn der Priester ihm durch den Sündopferwidder Sühne erwirkt hat, wird ihm vergeben werden. Lev 5:17 Vergeht sich jemand und tut etwas, was durch die Gebote des Herrn verboten ist, ohne sich dessen bewußt zu werden, gerät er so in Schuld und hat er so ein Unrecht auf sich geladen, Lev 5:18 so bringe er vom Kleinvieh einen fehlerlosen Widder nach deiner Schätzung als Schuldopfer zum Priester. Wenn der Priester ihm dann wegen des Versehens, das er, ohne es zu wissen, begangen hat, Sühne erwirkt, so wird ihm vergeben werden. Lev 5:19 Es ist ein Schuldopfer: er hat sich ja gegen den Herrn verfehlt." Lev 6:1 (5:20) Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 6:2 (5:21) "Vergeht sich jemand und macht sich einer Veruntreuung gegen den Herrn schuldig, indem er seinem Nächsten gegenüber etwas Anvertrautes oder Hinterlegtes oder Entwendetes ableugnet oder seinen Nächsten übervorteilt Lev 6:3 (5:22) oder das Verlorene, das er gefunden hat, ableugnet oder einen falschen Eid schwört wegen irgendeiner Handlung, durch die sich ein Mensch versündigen kann, Lev 6:4 (5:23) wenn er sich so vergeht und Schuld auf sich lädt, so soll er das Entwendete, das er an sich genommen, oder das Erpreßte, das er sich mit Unrecht angeeignet hat, oder das Anvertraute, das ihm übergeben worden ist, oder das Verlorene, das er gefunden hat, Lev 6:5 (5:24) oder all das, weswegen er falsch geschworen hat, zurückstellen, und zwar soll er es nach seinem vollen Wert erstatten und noch ein Fünftel des Betrags dazulegen. Er soll es dem Eigentümer am Tag, an dem er sein Schuldopfer darbringt, zurückerstatten. Lev 6:6 (5:25) Als Buße bringe er für den Herrn einen fehlerlosen Widder vom Kleinvieh nach deiner Schätzung als Schuldopfer zum Priester. Lev 6:7 (5:26) Wenn der Priester ihm dann Sühne vor dem Herrn erwirkt hat, wird ihm jede Handlung vergeben werden, durch die sich einer verschulden kann." Lev 6:8 (6:1) Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 6:9 (6:2) "Gib Aaron und seinen Söhnen folgende Weisung: Dies sind die Bestimmungen für das Brandopfer: Dieses, das Brandopfer, soll auf dem Altar da, wo es angezündet worden ist, die ganze Nacht bis zum Morgen verbleiben. Es soll damit das Altarfeuer brennend erhalten werden. Lev 6:10 (6:3) Der Priester ziehe sein linnenes Gewand über und lege sich linnene Unterbeinkleider an und räume die Asche weg, in die das Brandopfer vom Feuer verwandelt worden ist, und schütte sie neben den Altar. Lev 6:11 (6:4) Dann ziehe er seine Kleider aus, lege andere Kleider an und bringe die Asche vor das Lager hinaus an einen reinen Ort. Lev 6:12 (6:5) Das Feuer auf dem Altar soll stets in Brand gehalten werden und nie erlöschen. Jeden Morgen setze der Priester Holzscheite darauf in Brand, lege das Brandopfer darüber und lasse darauf die Fettstücke der Friedopfer in Rauch aufgehen. Lev 6:13 (6:6) Immerfort soll das Feuer auf dem Altar brennen; nie darf es erlöschen. Lev 6:14 (6:7) Für das Speiseopfer gelten folgende Bestimmungen: Die Söhne Aarons sollen es vor den Herrn an den Altar bringen. Lev 6:15 (6:8) Dann nehme einer eine Handvoll von dem Feinmehl und dem Öl des Speiseopfers, dazu den gesamten Weihrauch auf dem Speiseopfer, und lasse es auf dem Altar im Rauch aufgehen zu lieblichem Geruch, als Duftteil für den Herrn. Lev 6:16 (6:9) Was dann noch übrig ist von ihm, sollen Aaron und seine Söhne essen. Ungesäuert soll es an heiliger Stätte genossen werden; im Vorhof des Offenbarungszeltes sollen sie es essen. Lev 6:17 (6:10) Es darf nicht mit Sauerteig gebacken werden. Ich habe es als ihren Anteil von meinen Feueropfern bestimmt. Hochheilig ist es wie das Sünd- und das Schuldopfer. Lev 6:18 (6:11) Alle männlichen Nachkommen Aarons dürfen es essen. Dieses Gesetz hat ewige Geltung in allen euren Geschlechtern. Jeder, der sie anrührt, wird geheiligt." Lev 6:19 (6:12) Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 6:20 (6:13) "Die Opfergabe, die Aaron und seine Söhne dem Herrn an dem Tag opfern sollen, an dem einer gesalbt wird, bestehe in einem Zehntel Efa Feinmehl als regelmäßigem Speiseopfer, die eine Hälfte davon am Morgen, die andere am Abend. Lev 6:21 (6:14) Auf einer Platte soll es mit Öl zurbereitet werden. Eingerührt sollst du es darbringen. In Stücken gebacken, sollst du es als Speiseopfer zu lieblichem Geruch für den Herrn darbringen. Lev 6:22 (6:15) Der Priester, der an Aarons Statt aus der Reihe seiner Söhne gesalbt ist, soll es nach ewig geltender Satzung für den Herrn herrichten. Als Ganzopfer soll es verbrannt werden. Lev 6:23 (6:16) Denn jedes Speiseopfer eines Priesters soll ein Ganzopfer sein: es darf davon nicht gegessen werden." Lev 6:24 (6:17) Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 6:25 (6:18) "Teile Aaron und seinen Söhnen diese Weisung mit: Folgende Bestimmungen gelten für das Sündopfer: An dem Ort, wo das Brandopfer geschlachtet wird, soll das Sündopfer vor dem Herrn geschlachtet werden. Es ist hochheilig. Lev 6:26 (6:19) Nur der Priester, der das Sündopfer darbringt, darf es essen. An heiliger Stätte, im Vorhof des Offenbarungszeltes, soll es gegessen werden. Lev 6:27 (6:20) Jeder, der das Fleisch davon berührt, wird heilig, und wenn etwas von dem Blut an sein Kleid spritzt, so mußt du den Teil, der bespritzt worden ist, an heiliger Stätte waschen. Lev 6:28 (6:21) Ein irdenes Gefäß, in dem es gekocht wurde, muß zerbrochen werden. Ist es in einem kupfernen Gefäß gekocht worden, so muß dieses gescheuert und mit Wasser ausgespült werden. Lev 6:29 (6:22) Nur die männlichen Angehörigen der Priesterschaft dürfen davon essen. Es ist hochheilig. Lev 6:30 (6:23) Aber alle Sündopfer, von denen ein Teil des Blutes in das Offenbarungszelt gebracht worden ist, um im Heiligtum zur Sühnung zu dienen, dürfen nicht gegessen werden, sondern sind im Feuer zu verbrennen. Lev 7:1 Folgende Vorschriften gelten für das Schuldopfer: Es ist hochheilig. Lev 7:2 An dem Ort, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten. Das Blut soll er ringsum an den Altar sprengen. Lev 7:3 Das ganze Fett davon soll er darbringen: den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt Lev 7:4 die beiden Nieren mit ihrem Fett, das an den Lendenmuskeln sitzt, und den Leberlappen. Bei den Nieren soll er es abnehmen. Lev 7:5 Der Priester lasse es dann auf dem Altar als Feueropfer für den Herrn in Rauch aufgehen. So ist es ein Schuldopfer. Lev 7:6 Alle männlichen Glieder der Priesterschaft dürfen davon essen. An heiliger Stätte muß es verzehrt werden. Es ist hochheilig. Lev 7:7 Was vom Sündopfer gilt, gilt auch vom Schuldopfer: für beide gilt dieselbe Bestimmung: es soll dem Priester gehören, der damit die Sühnung vollzogen hat. Lev 7:8 Dem Priester, der für jemand das Brandopfer darbringt, soll die Haut des Brandopfertieres, das er dargebracht hat, zufallen. Lev 7:9 Ferner soll jedes Speiseopfer, das im Ofen gebacken, und alles, was in der Pfanne oder auf der Platte bereitet wird, dem Priester gehören, der es darbringt. Lev 7:10 Aber jedes Speiseopfer, das mit Öl zubereitet oder trocken ist, soll allen Söhnen Aarons gehören, dem einen wie dem anderen. Lev 7:11 Folgende Bestimmungen gelten für die Friedopfer, die man dem Herrn darbringt: Lev 7:12 Wenn jemand ein solches zur Danksagung darbringt, so soll er zu dem Dankopfer noch ungesäuerte, mit Öl bereitete Kuchen und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und mit Öl angemengtes Feinmehl zu Kuchen zubereitet, darbringen. Lev 7:13 Mit Kuchen von gesäuertem Brotteig bringe er seine Opfergabe dar nebst dem Opfertier, in dem sein Dankfriedopfer besteht. Lev 7:14 Je einen davon soll er als Hebe für den Herrn zu jeder Opfergabe darbringen. Es soll dem Priester gehören, der das Blut des Friedopfers aussprengt. Lev 7:15 Das Fleisch des Dankfriedopfers muß am Tag seiner Darbringung gegessen werden. Man darf nichts davon bis zum nächsten Morgen übriglassen. Lev 7:16 Wenn aber die Opfergabe auf Grund eines Gelübdes dargebracht wird oder eine freie Leistung ist, dann soll das Fleisch zwar am Tag der Darbringung des Opfers gegessen werden, doch darf das, was davon übriggeblieben ist, noch am Tag darauf genossen werden. Lev 7:17 Was aber am dritten Tag vom Opferfleisch übrig ist, muß verbrannt werden. Lev 7:18 Denn wenn man noch am dritten Tag vom Fleisch des Friedopfers äße, so würde dies nicht recht sein. Es würde dem, der es dargebracht hat, nicht angerechnet werden, sondern als verdorben gelten, und jeder, der davon äße, würde Schuld auf sich laden. Lev 7:19 Auch solches Fleisch, das mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden, sondern ist zu verbrennen. Sonstiges Opferfleisch darf jeder Reine essen. Lev 7:20 Wer Fleisch von einem Friedopfer des Herrn genießt und mit Unreinheit behaftet ist, den soll man aus seinen Volksgenossen ausstoßen. Lev 7:21 Wer mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, sei es mit einem unreinen Menschen oder einem unreinen Tier oder mit irgendeinem unreinen Gewürm, und doch vom Fleisch des Friedopfers, das dem Herrn dargebracht worden ist, genießt, der soll aus seinen Volksgenossen ausgestoßen werden." Lev 7:22 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 7:23 "Gib den Israeliten folgende Weisung: Eßt keinerlei Fett von Rindern, Schafen und Ziegen. Lev 7:24 Das Fett von gefallenen oder zerrissenen Tieren darf zwar zu beliebigen Zwecken gebraucht werden. Aber essen dürft ihr es nicht. Lev 7:25 Denn jeder, der Fett von Tieren genießt, die man dem Herrn als Feueropfer darbringen kann, der soll, wenn er es genießt, aus seinen Volksgenossen ausgestoßen werden. Lev 7:26 Ebenso dürft ihr auch in keinem eurer Wohnsitze Blut genießen, weder von Vögeln noch von vierfüßigen Tieren. Lev 7:27 Wer irgendwelches Blut genießt, soll aus seinen Volksgenossen ausgestoßen werden." Lev 7:28 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 7:29 "Teile den Israeliten folgende Weisung mit: Wer dem Herrn ein Friedopfer darbringt, der soll dem Herrn von seinem Friedopfer den schuldigen Anteil darbringen. Lev 7:30 Er selber soll die Stücke herbeibringen, die dem Herrn als Feueropfer gehören. Er bringe das Fett nebst der Brust; die Brust, damit sie als Webeopfer vor dem Herrn gewebt werde. Lev 7:31 Das Fett aber lasse der Priester auf dem Altar in Rauch aufgehen, die Brust soll Aaron und seinen Söhnen gehören. Lev 7:32 Auch die rechte Keule sollt ihr von euren Friedopfern dem Priester als Hebe geben. Lev 7:33 Wer von den Söhnen Aarons das Blut und das Fett eines Friedopfers darbringt, dem soll als Anteil die rechte Keule zufallen. Lev 7:34 Denn die Webebrust und die Hebekeule nehme ich von den Israeliten als meinen Anteil an ihren Friedopfern und gebe sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen als eine immerfort zu leistende Gebühr von seiten der Israeliten." Lev 7:35 Dies ist der Anteil Aarons und seiner Söhne an den Feueropfern des Herrn seit dem Tag, an dem er sie zu sich herantreten ließ, damit sie dem Herrn als Priester dienten; Lev 7:36 ihn überwies der Herr ihnen am Tag, da er sie salbte, als eine Gabe von seiten der Israeliten. Es ist eine immerwährende, von Geschlecht zu Geschlecht ihnen obliegende Gebühr. Lev 7:37 Dies sind die Bestimmungen für das Brandopfer, das Speiseopfer, das Sünd- und Schuldopfer, das Einweihungsopfer und das Friedopfer, Lev 7:38 die der Herr auf dem Berg Sinai dem Mose geboten hat, als er den Israeliten befahl, in der Wüste Sinai ihre Opfergaben dem Herrn darzubringen. Lev 8:1 Hierauf befahl der Herr dem Mose: Lev 8:2 "Nimm Aaron und mit ihm seine Söhne, dazu die heiligen Gewänder und das Salböl, den jungen Stier zum Sündopfer, die beiden Widder sowie den Korb mit Ungesäuertem! Lev 8:3 Dann versammle die gesamte Gemeinde am Eingang des Offenbarungszeltes!" Lev 8:4 Mose tat, wie der Herr ihm geboten hatte, und die Gemeinde versammelte sich am Eingang zum Offenbarungszelt. Lev 8:5 Da sagte Mose zur Gemeinde: "Der Herr hat dies alles zu tun befohlen." Lev 8:6 Mose ließ nun Aaron und seine Söhne herantreten und wusch sie mit Wasser. Lev 8:7 Hierauf legte er ihm den Leibrock an, umgürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete ihn mit dem Obergewand, legte ihm das Schulterkleid darüber, band ihm die Binde des Schulterkleides um und machte es so an ihm fest. Lev 8:8 Dann befestigte er auf demselben das Brustschild und legte in das Brustschild die Urim und Tummim. Lev 8:9 Hierauf setzte er ihm den Kopfbund aufs Haupt und befestigte vorn am Kopfbund das goldene Stirnblatt, das heilige Diadem, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Lev 8:10 Dann nahm Mose das Salböl, salbte die heilige Wohnung und alles darin und heiligte sie so. Lev 8:11 Auch sprengte er etwas davon siebenmal auf den Altar und salbte den Altar nebst allen seinen Geräten, sowie das Becken und sein Gestell, um sie dadurch zu weihen. Lev 8:12 Dann goß Mose dem Aaron etwas von dem Salböl auf das Haupt und salbte ihn, um ihn dadurch zu weihen. Lev 8:13 Hierauf ließ Mose die Söhne Aarons herantreten, bekleidete sie mit Leibröcken, umgürtete sie mit dem Gürtel und setzte ihnen die hohen Mützen auf, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Lev 8:14 Dann ließ er den jungen Stier zum Sündopfer herbeiführen, und Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Sündopferstieres. Lev 8:15 Hierauf schlachtete ihn Mose, nahm das Blut, strich es mit seinen Fingern ringsum an die Hörner des Altars und entsündigte so den Altar. Das übrige Blut goß er an den Fuß des Altars. - So weihte er den Altar, indem er ihn entsühnte. Lev 8:16 Alsdann nahm er das ganze Fett, das die Eingeweide bedeckte, sowie den Leberlappen und die beiden Nieren mit ihrem Fett. Dieses ließ Mose auf dem Altar in Rauch aufgehen. Lev 8:17 Den Stier, seine Haut, sein Fleisch und den Darminhalt verbrannte er außerhalb des Lagers, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Lev 8:18 Nun ließ er den Widder zum Brandopfer herbeibringen, und Aaron und seine Söhne legten ihre Hände auf den Kopf des Widders. Lev 8:19 Mose schlachtete ihn und sprengte das Blut ringsum an den Altar. Lev 8:20 Er zerlegte den Widder in seine Teile, und Mose ließ den Kopf sowie die Stücke und das Fett in Rauch aufgehen. Lev 8:21 Die Eingeweide und die Beine wusch er mit Wasser. Dann ließ Mose den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen. So war es ein Brandopfer von lieblichem Geruch, ein Feueropfer für den Herrn, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Lev 8:22 Hierauf ließ er den anderen Widder, den Einsetzungswidder, herbeiführen, und Aaron und seine Söhne legte ihre Hände auf den Kopf des Widders. Lev 8:23 Dann schlachtete ihn Mose, nahm etwas von dem Blut und strich es an das rechte Ohrläppchen Aarons sowie an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes. Lev 8:24 Dann ließ Mose die Söhne Aarons herantreten und strich etwas von dem Blut an ihr rechtes Ohrläppchen sowie an ihren rechten Daumen und an ihre rechte große Zehe. Das übrige Blut aber sprengte Mose ringsum an den Altar. Lev 8:25 Hierauf nahm er das Fett, den Fettschwanz und alles Fett, das die Eingeweide bedeckt, den Leberlappen, sowie die beiden Nieren mit ihrem Fett und die rechte Keule. Lev 8:26 Ferner nahm er aus dem Korb mit dem Ungesäuerten, der vor dem Herrn stand, einen ungesäuerten Kuchen, einen mit Öl bereiteten Brotkuchen und einen Fladen und legte sie zu den Fettstücken und zu der rechten Keule. Lev 8:27 Er gab alles dem Aaron und seinen Söhnen in die Hände und ließ es als Webeopfer vor dem Herrn weben. Lev 8:28 Dann nahm Mose es ihnen aus den Händen und ließ es auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen. So war es ein Einsetzungsopfer zu lieblichem Geruch, ein Feueropfer für den Herrn. Lev 8:29 Nun nahm Mose die Brust und webte sie als Webeopfer vor dem Herrn. Sie fiel Mose von dem Einsetzungswidder als Anteil zu, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Lev 8:30 Hierauf nahm Mose etwas von dem Salböl und von dem Blut auf dem Altar und besprengte damit Aaron und seine Gewänder sowie seine Söhne und die Gewänder seiner Söhne und weihte so Aaron und seine Gewänder, ebenso seine Söhne und die Gewänder seiner Söhne. Lev 8:31 Hierauf sagte Mose zu Aaron und seinen Söhnen: "Kocht am Eingang des Offenbarungszeltes das Fleisch und eßt es dort samt dem Brot, das sich in dem zum Einweihungsopfer gehörigen Korb befindet! So wurde es mir durch Befehl angewiesen. Aaron und seine Söhne sollen es essen. Lev 8:32 Was von dem Fleisch und Brot übrigbleibt, müßt ihr verbrennen. Lev 8:33 Auch dürft ihr sieben Tage lang nicht vom Eingang des Offenbarungszeltes weggehen bis zu dem Tag, wo eure Einweihungszeit vorüber ist. Denn sieben Tage soll eure Einweihung dauern. Lev 8:34 Wie er heute getan hat, so hat der Herr auch weiter zu tun geboten, um Sühne für euch zu erwirken. Lev 8:35 Ihr müßt sieben Tage lang Tag und Nacht am Eingang des Offenbarungszeltes bleiben und die Anordnungen des Herrn befolgen. Sonst müßt ihr sterben. So ist es befohlen." Lev 8:36 Aaron und seine Söhne taten alles, was der Herr durch Mose befohlen hatte. Lev 9:1 Am achten Tag berief Mose Aaron und seine Söhne und die Ältesten der Israeliten Lev 9:2 und sagte zu Aaron: "Nimm dir ein junges Rind zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor dem Herrn dar! Lev 9:3 Den Israeliten aber gebiete folgendes: Nehmt einen Ziegenbock zum Sündopfer und ein Kalb und ein Schaf, beide einjährig und fehlerlos, zum Brandopfer, Lev 9:4 und einen Stier und einen Widder zum Friedopfer, um sie vor dem Herrn zu schlachten, dazu ein mit Öl zubereitetes Speiseopfer; denn heute wird der Herr euch erscheinen." Lev 9:5 Sie brachten also das, was Mose geboten hatte, vor das Offenbarungszelt, und die ganze Gemeinde kam herbei und trat vor den Herrn. Lev 9:6 Da sagte Mose: "Folgendes hat euch der Herr zu tun befohlen, damit euch die Herrlichkeit des Herrn erscheine." Lev 9:7 Hierauf befahl Mose dem Aaron: "Tritt an den Altar und bringe dein Sündopfer und dein Brandopfer dar, damit du für dich und dein Volk Sühne erwirkst! Dann bringe die Opfergabe des Volkes dar, damit du für sie Sühne erwirkst, wie der Herr befohlen hat!" Lev 9:8 Nun trat Aaron an den Altar und schlachtete das Kalb, das zum Sündopfer für ihn bestimmt war. Lev 9:9 Die Söhne Aarons reichten ihm das Blut dar, er tauchte seinen Finger in das Blut und strich es an die Hörner des Altars. Das übrige Blut goß er an den Fuß des Altars. Lev 9:10 Dann ließ er das Fett sowie die Nieren und den Leberlappen vom Sündopfer auf dem Altar in Rauch aufgehen, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Lev 9:11 Das Fleisch und die Haut aber verbrannte er außerhalb des Lagers. Lev 9:12 Hierauf schlachtete er das Brandopfer, und die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, das er ringsum an den Altar sprengte. Lev 9:13 Dann reichten sie ihm das Brandopfer, in Stücke zerlegt, samt dem Kopf. Er ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen. Lev 9:14 Hierauf wusch er die Eingeweide und Beine und ließ sie auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen. Lev 9:15 Sodann brachte er die Opfergabe des Volkes dar. Er nahm den Bock, der zum Sündopfer für das Volk bestimmt war, schlachtete ihn und brachte ihn wie zuvor als Sündopfer dar. Lev 9:16 Hierauf brachte er das Brandopfer dar und besorgte es, wie es sich gehörte. Lev 9:17 Ferner brachte er das Speiseopfer dar, nahm von demselben eine Handvoll und ließ es auf dem Altar in Rauch aufgehen, außer dem Morgenbrandopfer. Lev 9:18 Hierauf schlachtete er den Stier und den Widder als Friedopfer für das Volk. Die Söhne Aarons reichten ihm das Blut, das er ringsum an den Altar sprengte. Lev 9:19 Jedoch die Fettstücke vom Stier, den Fettschwanz vom Widder, die Eingeweidedecke, die Nieren und den Leberlappen, Lev 9:20 diese Fettstücke legten sie auf die Bruststücke. Dann ließ er die Fettstücke auf dem Altar in Rauch aufgehen. Lev 9:21 Die Bruststücke aber und die rechte Keule webte Aaron als Webeopfer vor dem Herrn, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Lev 9:22 Dann breitete Aaron seine Hände über das Volk aus und segnete es. Nachdem er das Sündopfer, das Brandopfer und das Friedopfer dargebracht hatte, stieg er vom Altar herab. Lev 9:23 Hierauf begaben sich Mose und Aaron in das Offenbarungszelt. Als sie herauskamen, segneten sie das Volk. Da erschien dem ganzen Volk die Herrlichkeit des Herrn. Lev 9:24 Und Feuer ging aus vom Herrn und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke. Als das ganze Volk dies sah, jubelte es und fiel auf sein Angesicht nieder. Lev 10:1 Aarons Söhne Nadab und Abihu jedoch nahmen jeder ihre Räucherpfanne, taten Feuer hinein, legten Räucherwerk darauf und brachten so dem Herrn ein ungehöriges Feueropfer dar, das er ihnen nicht geboten hatte. Lev 10:2 Doch Feuer ging vom Herrn aus und verzehrte sie. So starben sie vor dem Herrn. Lev 10:3 Da sagte Mose zu Aaron: "Hier erfüllt sich, was der Herr angekündigt hat mit den Worten:>An denen, die mir nahestehen, will ich meine Heiligkeit erweisen, und vor allem Volk will ich mich verherrlichen<." - Aaron aber schwieg. Lev 10:4 Mose rief nun Mischaël und Elizafan, die Söhne Usiëls, des Onkels Aarons, herbei und gebot ihnen: "Tretet herzu und tragt eure Brüder aus dem Heiligtum weg vor das Lager hinaus." Lev 10:5 Sie traten herzu und trugen sie in ihren Leibröcken vor das Lager hinaus, wie Mose geboten hatte. Lev 10:6 Mose gebot hierauf Aaron und dessen Söhnen Eleasar und Itamar: "Ihr dürft euer Haupthaar nicht ungeordnet herabhängen lassen und eure Kleider nicht einreißen. Sonst müßt ihr sterben, und der Herr würde der ganzen Gemeinde zürnen. Eure Brüder aber, das ganze Haus Israel, mögen den Brand beweinen, den der Herr angerichtet hat. Lev 10:7 Auch dürft ihr nicht den Eingang des Offenbarungszeltes verlassen, damit ihr nicht sterbet. Denn das Salböl des Herrn ist auf euch gekommen." So taten sie denn nach dem Geheiß des Mose. Lev 10:8 Alsdann gebot der Herr dem Aaron: Lev 10:9 "Wein und starkes Getränk dürft ihr, du und deine Söhne, nicht trinken, wenn ihr in das Offenbarungszelt hineingeht, damit ihr nicht sterbet, - diese Vorschrift hat ewige Geltung für alle eure Geschlechter -, Lev 10:10 und damit ihr stets zwischen Heiligem und Nichtheiligem, zwischen Reinem und Unreinem unterscheiden Lev 10:11 und die Israeliten in allen Satzungen unterweisen könnt, die ihnen der Herr durch Mose verkündet hat." Lev 10:12 Hierauf gebot Mose dem Aaron und seinen Söhnen Eleasar und Itamar, die noch übrig waren: "Nehmt das Speiseopfer, das von den Feueropfern des Herrn noch übrig ist, und eßt es ungesäuert neben dem Altar! Es ist ja hochheilig. Lev 10:13 Darum müßt ihr es an heiliger Stätte verzehren; denn es ist der Anteil, der dir und deinen Söhnen von den Feueropfern des Herrn zukommt. So ist mir geboten worden. Lev 10:14 Die Webebrust und die Hebekeule sollt ihr, du und mit dir deine Söhne und deine Töchter, an einem reinen Ort essen. Denn sie sind der Anteil, der dir und deinen Söhnen von den Friedopfern der Israeliten zukommt. Lev 10:15 Die Hebekeule und die Webebrust soll man samt den für die Feueropfer bestimmten Fettstücken bringen, um sie als Webeopfer vor dem Herrn zu weben. Dann sollen sie dir und deinen Söhnen mit dir als ewig festgesetzte Gebühr zufallen, wie der Herr geboten hat." Lev 10:16 Als Mose sich angelegentlich nach dem Sündopferbock erkundigte, stellte es sich heraus, daß er verbrannt worden war. Da zürnte er heftig auf Eleasar und Itamar, die Söhne Aarons, die ihm noch verblieben waren, und sagte: Lev 10:17 "Warum habt ihr das Sündopfer nicht an heiliger Stätte gegessen? Es ist ja hochheilig, und er hat es euch gegeben, damit ihr die Schuld der Gemeinde wegnehmt und ihnen Sühne vor dem Herrn erwirkt. Lev 10:18 Sein Blut ist nicht in das Innere des Heiligtums gebracht worden. Darum hättet ihr es im Heiligtum essen müssen, wie ich befohlen hatte." Lev 10:19 Aaron antwortete dem Mose: "Sie haben heute ihr Sündopfer und ihr Brandopfer vor dem Herrn dargebracht, und trotzdem hat mich solches betroffen. Wenn ich nun heute Sündopferfleisch genießen wollte, würde das dem Herrn gefallen?" Lev 10:20 Als Mose das hörte, gab er sich zufrieden. Lev 11:1 Hierauf gab der Herr dem Mose und Aaron folgende Verordnung: Lev 11:2 "Teile den Israeliten mit: Von allen Vierfüßlern auf der Erde dürft ihr folgende Tiere essen: Lev 11:3 Alles, was gespaltene Klauen hat, und zwar ganz durchgespaltene Klauen, und was zugleich wiederkäut unter den Vierfüßlern, das dürft ihr essen. Lev 11:4 Dagegen dürft ihr von den Wiederkäuern und von denen, die gespaltene Klauen haben, nicht essen: das Kamel, denn es ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine ganz gespaltenen Klauen. Es muß euch als unrein gelten. Lev 11:5 Ferner den Klippdachs, denn er ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine ganz gespaltenen Klauen. Er muß euch als unrein gelten. Lev 11:6 Sodann den Hasen. Denn er ist zwar ein Wiederkäuer, hat aber keine gespaltenen Klauen. Er muß euch als unrein gelten. Lev 11:7 Ebenso das Schwein: Es hat zwar gespaltene Klauen und sogar ganz gespaltene Klauen, aber es ist kein Wiederkäuer. Es muß euch als unrein gelten. Lev 11:8 Ihr dürft ihr Fleisch nicht genießen und ihr Aas nicht berühren. Sie müssen euch als unrein gelten. Lev 11:9 Von all den Wassertieren dürft ihr folgende essen: Alle Tier im Wasser, in den Meeren und Flüssen, die Flossen und Schuppen haben: diese dürft ihr essen. Lev 11:10 Alle Tiere aber in den Meeren und Flüssen, die keine Flossen und Schuppen haben unter allem, was im Wasser wimmelt, von allen Lebewesen, die im Wasser sind: die seien euch ein Greuel. Lev 11:11 Ein Greuel sollen sie euch sein. Von ihrem Fleisch dürft ihr nichts genießen, vor ihrem Aas müßt ihr Abscheu haben. Lev 11:12 Alle Wassertiere, die keine Flossen und Schuppen haben, sollen euch ein Greuel sein. Lev 11:13 Von den Vögeln sollt ihr folgende verabscheuen - sie dürfen nicht gegessen werden, sondern sind ein Greuel -: den Adler, den Bartgeier, den Geier, Lev 11:14 die Weihe, die Falkenarten, Lev 11:15 alle Arten Raben, Lev 11:16 den Strauß, die Schwalbe, die Möwe, alle Arten Habichte, Lev 11:17 das Käuzchen, den Sturzpelikan, den Uhu, Lev 11:18 die Eule, den Pelikan, den Erdgeier, Lev 11:19 den Storch, alle Arten Reiher, den Wiedehopf und die Fledermaus. Lev 11:20 Alle kleinen geflügelten Tiere, die auf vieren gehen, seien euch ein Greuel. Lev 11:21 Von all den kleinen geflügelten Tieren, die auf vieren gehen, dürft ihr nur die verzehren, die oberhalb ihrer Beine zwei Hinterschenkel haben und damit auf der Erde hüpfen. Lev 11:22 Von diesen dürft ihr folgende essen: alle Arten der Hargolheuschrecke und alle Arten der Hagabheuschrecke. Lev 11:23 Aber alle anderen kleinen geflügelten Tiere, die vier Füße haben, sollen euch ein Greuel sein. Lev 11:24 Durch folgende Tiere verunreinigt ihr euch - wer ihr Aas berührt, ist bis zum Abend unrein, Lev 11:25 und jeder, der ein Stück Aas trägt, muß seine Kleider waschen und ist bis zum Abend unrein -: Lev 11:26 Durch alle Tiere, die gespaltene, aber nicht ganz durchgespaltene Klauen haben und keine Wiederkäuer sind. Sie müssen euch als unrein gelten. Wer sie berührt, wird unrein. Lev 11:27 Auch alle vierfüßigen Tiere, die auf Tatzen gehen, müssen euch als unrein gelten. Wer ihr Aas berührt, wird bis zum Abend unrein. Lev 11:28 Wer ihr Aas trägt, muß seine Kleider waschen und ist bis zum Abend unrein. Sie sollen euch als unrein gelten. Lev 11:29 Weiter sollen euch unter den kleinen Tieren, die sich auf der Erde tummeln, folgende als unrein gelten: das Wiesel, die Maus, alle Arten Eidechsen, Lev 11:30 die Spitzmaus, das Chamäleon, der Gecko, die Echse und der Salamander. Lev 11:31 Diese sollen euch unter allen kleinen Tieren als unrein gelten. Jeder, der sie berührt, wenn sie tot sind, bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:32 Jeder Gegenstand, auf den ein solches im Tod fällt, wird unrein. Jedes Holzgerät, Kleidungsstück, Fell oder Tuch, jedes Gerät, das gebraucht wird, muß ins Wasser getaucht werden und bleibt bis zum Abend unrein; dann wird es wieder rein. Lev 11:33 Wenn aber eins von ihnen in ein irdenes Gefäß fällt, so wird alles, was darin ist, unrein, und ihr müßt es zerbrechen. Lev 11:34 Jede Speise, die man ißt und an die solches Wasser kommt, wird unrein. Ebenso wird jedes Getränk, das getrunken zu werden pflegt, in jedem derartigen Gefäß unrein. Lev 11:35 Auch alles, worauf ein solches Aas fällt, wird unrein. Ein Backofen oder Kochherd muß umgerissen werden; sie sind unrein und sollen euch als unrein gelten. Lev 11:36 Nur Quellen, Brunnen und Wasserbecken bleiben rein. Wer aber Aas eines solchen Tieres berührt, wird unrein. Lev 11:37 Wenn ein Aas auf Sämereien fällt, die gesät werden sollen, so bleiben diese rein. Lev 11:38 Kommt aber Wasser an die Sämereien, und fällt dann ein Aas darauf, so müssen sie euch als unrein gelten. Lev 11:39 Wenn eins von den Tieren stirbt, die euch zur Speise dienen, dann wird der, welcher das Aas berührt, bis zum Abend unrein. Lev 11:40 Wer aber etwas von dem Aas genießt, muß seine Kleider waschen und bleibt bis zum Abend unrein, und wer ein solches Aas anfaßt, muß seine Kleider waschen und bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:41 Alle kleinen Kriechtiere, die sich auf der Erde tummeln, sind ein Greuel; sie dürfen nicht gegessen werden. Lev 11:42 Alles, was auf dem Bauch kriecht, und alles, was sich auf vieren bewegt, und alle Vierfüßler von allen kleinen Tieren, die sich auf der Erde tummeln, dürft ihr nicht essen; denn sie sind ein Greuel. Lev 11:43 Macht euch nicht selbst zum Greuel durch irgendein Kriechtier und verunreinigt euch nicht durch sie, damit ihr nicht durch sie unrein werdet! Lev 11:44 Denn ich bin der Herr, euer Gott. So erweist euch denn als heilig und seid heilig, weil ich heilig bin! Verunreinigt euch nicht durch irgendein Kriechtier, von denen es auf Erden wimmelt! Lev 11:45 Denn ich bin der Herr, der euch aus Ägypten herausgeführt hat, um euer Gott zu sein. So sollt ihr heilig sein, weil ich heilig bin. Lev 11:46 Dies sind die Vorschriften über die Vierfüßler und Vögel und alle Lebewesen, die sich im Wasser regen, und über alle Wesen, die sich auf der Erde tummeln, Lev 11:47 damit man unterscheide zwischen Unreinem und Reinem und zwischen den Tieren, die man essen darf, und solchen, die nicht gegessen werden dürfen." Lev 12:1 Darauf gebot der Herr dem Mose: Lev 12:2 "Teile den Israeliten folgende Verordnung mit: Wenn eine Frau niederkommt und einem Knaben das Leben schenkt, so bleibt sie sieben Tage unrein; so lange ist sie unrein wie in den Tagen ihrer Unreinheit infolge ihrer monatlichen Regel. Lev 12:3 Am achten Tag muß seine Vorhaut beschnitten werden. Lev 12:4 Dann bleibe sie noch 33 Tage über die Zeit ihrer Blutreinigung zu Hause. Sie darf nichts Heiliges berühren und nicht das Heiligtum betreten, bis die Tage der Reinigung vorüber sind. Lev 12:5 Schenkt sie aber einem Mädchen das Leben, so bleibt sie zwei Wochen unrein wie bei der monatlichen Unreinheit, und 66 Tage über die Zeit der Blutreinigung bleibe sie zu Hause. Lev 12:6 Wenn dann die Tage ihrer Reinigung vorüber sind, so bringe sie, mag es sich um einen Sohn oder eine Tochter handeln, ein einjähriges Lamm zum Brandopfer und eine junge Taube oder eine Turteltaube zum Sündopfer an den Eingang des Offenbarungszeltes zum Priester. Lev 12:7 Dieser soll die Tiere vor dem Herrn darbringen und ihr dadurch Sühne erwirken; so wird sie von ihrem Blutfluß rein sein. Diese Vorschrift gilt für die Wöchnerinnen, mag es sich um einen Knaben oder ein Mädchen handeln. Lev 12:8 Reicht aber ihr Vermögen für ein Stück Kleinvieh nicht aus, so soll sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben nehmen, die eine zum Brandopfer, die andere zum Sündopfer. So erwirke ihr der Priester Sühne, damit sie rein wird." Lev 13:1 Alsdann befahl der Herr dem Mose und Aaron: Lev 13:2 "Wenn sich bei jemand auf der Haut eine Anschwellung oder ein Ausschlag oder ein heller Flecken bildet und so die Gefahr des Aussatzes vorliegt, so soll er zu dem Priester Aaron oder zu einem von seinen Söhnen, den Priestern, gebracht werden. Lev 13:3 Sieht der Priester die betroffene Stelle auf der Haut an und bemerkt er, daß das Haar an der betroffenen Stelle weiß geworden ist und die betroffene Stelle tiefer liegt als die übrige Haut, so handelt es sich um Aussatz. Wenn der Priester dies sieht, muß er ihn für unrein erklären. Lev 13:4 Befindet sich ein weißer Fleck an seiner Haut und liegt dieser nicht tiefer als die übrige Haut und ist das Haar noch nicht weiß geworden, so soll der Priester den Behafteten sieben Tage lang absperren. Lev 13:5 Wenn der Priester ihn dann am siebten Tag untersucht und bemerkt, daß die betroffene Stelle in ihrer Farbe gleichgeblieben ist, da das Übel auf der Haut nicht weiter um sich gegriffen hat, so soll der Priester den Behafteten weitere sieben Tag absperren. Lev 13:6 Untersucht ihn dann der Priester am siebten Tag abermals und findet er dabei, daß die betroffene Stelle blasser geworden ist und das Übel sich nicht weiter ausgebreitet hat, so soll ihn der Priester für rein erklären: es ist nur ein Ausschlag; der Betreffende soll seine Kleider waschen; dann ist er rein. Lev 13:7 Wenn aber der Ausschlag, nachdem der Betreffende, um rein zu werden, sich dem Priester gezeigt hat, weiter um sich greift, und er sich zum zweitenmal dem Priester zeigt, Lev 13:8 und der Priester bemerkt, daß der Ausschlag weiter um sich gegriffen hat, so soll der Priester ihn für unrein erklären: Es ist Aussatz. Lev 13:9 Zeigt sich an einem Menschen eine Stelle, die aussatzartig ist, so soll er zum Priester gebracht werden. Lev 13:10 Bemerkt der Priester, daß eine weiße Anschwellung sich auf der Haut befindet, woran das Haar weiß geworden ist, und daß wildes Fleisch auf der Anschwellung wuchert, Lev 13:11 so ist das ein veralteter Aussatz auf seiner Haut. Darum soll ihn der Priester für unrein erklären, ohne ihn abzusondern; denn er ist unrein. Lev 13:12 Wenn aber der Aussatz überall auf der Haut ausbricht, so daß der Aussatz die Haut des Betroffenen vom Kopf bis zu den Füßen bedeckt, wohin der Priester auch blicken mag, Lev 13:13 und der Priester bemerkt, daß der Aussatz den ganzen Leib überzogen hat, so erkläre er den Betroffenen für rein: er ist ganz weiß geworden und daher rein. Lev 13:14 Sobald sich aber wildes Fleisch an ihm zeigt, wird er unrein, Lev 13:15 und wenn der Priester wildes Fleisch an ihm wahrnimmt, so erkläre er ihn für unrein. Das wilde Fleisch ist unrein; es ist Aussatz. Lev 13:16 Verschwindet das wilde Fleisch wieder und wird er wieder weiß, so gehe er zum Priester. Lev 13:17 Wenn ihn der Priester untersucht und findet, daß die Stelle weiß geworden ist, so soll der Priester den Betroffenen für rein erklären: er ist rein. Lev 13:18 Wenn sich bei jemand auf der Haut ein Geschwür bildet und wieder heilt, Lev 13:19 dann aber an der Stelle des Geschwürs eine weiße Anschwellung oder ein weißlichroter Fleck entsteht, so soll er sich dem Priester zeigen. Lev 13:20 Bemerkt dann der Priester, daß dieser tiefer liegend erscheint als die Haut, und daß das Haar darauf weiß geworden ist, so soll ihn der Priester für unrein erklären: es ist Aussatz, der in dem Geschwür zum Ausbruch gekommen ist. Lev 13:21 Wenn aber der Priester die Stelle untersucht und findet, daß keine weißen Haare darauf sind, und daß sie nicht tiefer als die Haut liegt und blasser geworden ist, dann soll ihn der Priester sieben Tage lang absondern. Lev 13:22 Erweitert sie sich aber auf der Haut immer mehr, so soll ihn der Priester für unrein erklären; die Stelle ist vom Aussatz betroffen. Lev 13:23 Bleibt aber der Fleck auf die gleiche Stelle beschränkt, ohne sich weiter ausgebreitet zu haben, so ist es nur ein vernarbtes Geschwür. Der Priester soll ihn für rein erklären. Lev 13:24 Befindet sich bei jemand auf der Hand eine Brandwunde und sieht das Fleisch, das in der Brandwunde sich bildet, wie ein weißlichroter oder weißer Fleck aus, Lev 13:25 und bemerkt der Priester bei dessen Untersuchung, daß das Haar auf dem Fleck weiß geworden ist und er tiefer liegend erscheint als die Haut, so liegt Aussatz vor, der in der Brandwunde ausgebrochen ist. Darum soll ihn der Priester für unrein erklären; es ist Aussatz. Lev 13:26 Wenn aber der Priester bei der Untersuchung kein weißes Haar auf dem Fleck findet und dieser nicht tiefer liegt als die Haut, aber blaß aussieht, so soll ihn der Priester sieben Tage absondern. Lev 13:27 Untersucht ihn dann der Priester am siebten Tag, so soll ihn der Priester, falls der Fleck auf seiner Haut immer weiter um sich gegriffen hat, für unrein erklären: es ist Aussatz. Lev 13:28 Wenn aber der helle Fleck auf dieselbe Stelle beschränkt bleibt und nicht weiter auf der Haut um sich greift und blasser geworden ist, so liegt nur eine Anschwellung der Brandwunde vor. Darum soll ihn der Priester für rein erklären: es ist nur eine vernarbte Brandwunde. Lev 13:29 Wenn bei einem Mann oder einer Frau ein Ausschlag am Kopf oder am Bart entsteht, Lev 13:30 und der Priester bei der Untersuchung findet, daß er tiefer liegend als die Haut erscheint und dünnes, goldgelbes Haar daran ist, so erkläre ihn der Priester für unrein: es ist bösartiger Grind, der Aussatz des Kopfes oder des Bartes. Lev 13:31 Wenn aber der Priester den bösen Grind besichtigt und die befallene Stelle nicht tiefer liegend erscheint als die Haut und keine schwarzen Haare darauf sind, so soll der Priester den vom bösen Grind Betroffenen sieben Tage absondern. Lev 13:32 Untersucht dann der Priester die betroffene Stelle am siebten Tag und findet er, daß der böse Grind nicht weiter um sich gegriffen hat und kein goldgelbes Haar darauf entstanden ist und der Grind nicht tiefer liegend erscheint als die Haut, Lev 13:33 so soll der Betreffende sich scheren, aber nicht an der grindigen Stelle. Dann sondre der Priester den des bösen Grindes Verdächtigen nochmals sieben Tage ab. Lev 13:34 Wenn dann der Priester am siebten Tag den bösen Grind untersucht und der böse Grind nicht weiter auf der Haut um sich gegriffen hat und nicht tiefer erscheint, als die Haut, so soll der Priester den Betreffenden für rein erklären. Er soll dann seine Kleider waschen, dann ist er rein. Lev 13:35 Greift aber, nachdem er für rein erklärt worden ist, der böse Grind immer mehr um sich, Lev 13:36 und findet der Priester bei der Untersuchung, daß der böse Grind sich weiter auf der Haut verbreitet hat, so braucht der Priester nicht nach dem goldgelben Haar zu suchen; der Betreffende ist unrein. Lev 13:37 Wenn aber der böse Grind in seinem Aussehen gleichbleibt und wieder schwarzes Haar darauf wächst, so ist der Grind geheilt. Der Betreffende ist rein, und der Priester soll ihn für rein erklären. Lev 13:38 Zeigen sich bei einem Mann oder einer Frau auf der Haut helle Flecken, weiße helle Flecken, Lev 13:39 und bemerkt der Priester, daß auf der Haut verblaßte, helle weiße Flecken sind, so ist es ein gutartiger Ausschlag, der auf der Haut ausgebrochen ist; ein solcher ist rein. Lev 13:40 Wird bei jemand das Haupt kahl, so ist er ein Hinterkahlkopf: ein solcher ist rein. Lev 13:41 Wenn sein Haupt vorn kahl wird, so ist er ein Vorderkahlkopf; ein solcher ist ebenfalls rein. Lev 13:42 Zeigt sich aber an der vorderen oder hinteren Glatze ein weißlichroter Ausschlag, so ist es der Aussatz, der vorn oder hinten an seiner Glatze zum Ausbruch gekommen ist. Lev 13:43 Findet der Priester bei seiner Untersuchung vorn oder hinten an seiner Glatze einen weißlichroten Ausschlag, der aussieht wie der Aussatz auf der Haut des Körpers, Lev 13:44 so ist ein solcher aussätzig; er ist unrein. Der Priester erkläre ihn für unrein; er hat das Leiden an seinem Kopf. Lev 13:45 Ein Aussätziger, der dieses Übel an sich hat, soll in zerrissenen Kleidern einhergehen und sein Haupthaar aufgelöst tragen. Er soll seinen Bart verhüllen und "Unrein! Unrein!" ausrufen. Lev 13:46 Er bleibt unrein, solange er das Leiden hat. Weil er unrein ist, soll er abgesondert wohnen; außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten. Lev 13:47 Zeigt sich an einem Kleid eine aussätzige Stelle, sei es ein wollenes oder linnenes Kleid, Lev 13:48 oder an gewebten oder gewirkten linnenen oder wollenen Stoffen oder an Leder oder an einem ledernen Gegenstand, Lev 13:49 und ist die betroffene Stelle am Kleid oder am Leder oder an dem gewebten oder gewirkten Stoff oder an dem ledernen Gegenstand grünlich oder rötlich, so liegt Gefahr von Aussatz vor, und man soll es dem Priester zeigen. Lev 13:50 Der Priester soll dann die betroffene Stelle untersuchen und das vom Ausschlag Betroffene sieben Tage aussondern. Lev 13:51 Am siebten Tag soll der Priester die betroffene Stelle wieder untersuchen. Wenn dann der Ausschlag an dem Kleid oder dem gewebten oder gewirkten Stoff oder am Leder oder an dem Ledergegenstand weiter um sich gegriffen hat, so ist der Ausschlag ein bösartiger Aussatz; dergleichen ist unrein. Lev 13:52 Man soll das Kleid oder den gewebten oder gewirkten linnenen oder wollenen Stoff oder den Ledergegenstand irgendwelcher Art, woran sich der Ausschlag gezeigt hat, verbrennen. Es ist ein bösartiger Aussatz; man muß dergleichen verbrennen. Lev 13:53 Geht aus der Untersuchung des Priesters hervor, daß der Ausschlag auf dem Kleid, dem gewebten oder gewirkten Stoff oder Ledergegenstand irgendwelcher Art nicht um sich gegriffen hat, Lev 13:54 so ordne der Priester an, daß man das, woran der Ausschlag sich findet, auswasche. Er soll es nochmals sieben Tag absondern. Lev 13:55 Wenn es dann der Priester untersucht, nachdem man die betroffene Stelle gewaschen hat und das Aussehen der betroffenen Stelle sich nicht verändert hat, so ist es, auch wenn der Ausschlag nicht weiter um sich gegriffen hat, unrein, und man muß es verbrennen, mag die eingefressene Stelle auf seiner Rück- oder Vorderseite sein. Lev 13:56 Geht aber aus der Untersuchung des Priesters hervor, daß die betroffene Stelle, nachdem man sie gewaschen hat, verblaßt ist, so soll man sie aus dem Kleid oder dem Leder oder dem gewebten oder gewirkten Stoff ausschneiden. Lev 13:57 Wenn sich aber an dem Kleid oder dem gewebten oder gewirkten Stoff oder an einem Ledergegenstand irgendwelcher Art Ausschlag zeigt, so ist es ein frisch ausbrechender Aussatz, und man muß das, was mit dem Ausschlag behaftet ist, verbrennen. Lev 13:58 Das Kleid oder der gewebte oder gewirkte Stoff oder der Ledergegenstand irgendwelcher Art, von denen, nachdem man sie gewaschen hat, der Ausschlag verschwunden ist, müssen noch einmal gewaschen werden; erst dann werden sie rein. Lev 13:59 Dies sind die Vorschriften über den Aussatz an einem wollenen oder linnenen Kleid oder an einem gewebten oder gewirkten Stoff oder an einem Ledergegenstand irgendwelcher Art, insofern sie für rein oder unrein zu erklären sind." Lev 14:1 Ferner gab der Herr dem Mose folgende Weisung: Lev 14:2 "Für den Aussätzigen gelten am Tag, an dem er für rein erklärt wird, diese Vorschriften: Er soll vor den Priester gebracht werden, Lev 14:3 und zwar muß der Priester vor das Lager hinausgehen. Findet dann der Priester bei der Untersuchung, daß die vom Aussatz befallene Stelle ausgeheilt ist, Lev 14:4 so ordne der Priester an, daß man für den, der als rein erklärt werden soll, zwei lebende reine Vögel, etwas Zedernholz, Karmesinfäden und Ysop hole. Lev 14:5 Sodann gebe der Priester die Weisung, den einen Vogel über einem irdenen Gefäß mit frischem Wasser zu schlachten. Lev 14:6 Er nehme dann den anderen lebenden Vogel und das Zedernholz, die Karmesinfäden und den Ysop und tauche dies alles, auch den lebenden Vogel, in das Blut des Vogels, der über dem frischen Wasser geschlachtet wurde. Lev 14:7 Alsdann besprenge er den, der vom Aussatz rein erklärt werden soll, siebenmal und reinige ihn so. Den lebenden Vogel lasse er ins freie Feld fliegen. Lev 14:8 Hierauf muß der, welcher sich reinigen läßt, seine Kleider waschen, sein gesamtes Haar abscheren und sich baden; so wird er rein. Darnach darf er ins Lager gehen, muß aber noch sieben Tage außerhalb seines Zeltes bleiben. Lev 14:9 Am siebten Tag soll er nochmals sein gesamtes Haar scheren, Kopf, Bart und Augenbrauen; alle seine Haare soll er abscheren, seine Kleider waschen und sich baden; so wird er rein. Lev 14:10 Er nehme dann am achten Tag zwei fehlerlose männliche Lämmer und ein einjähriges, fehlerloses weibliches Lamm sowie als Speiseopfer drei Zehntel Efa Feinmehl, das mit Öl angerührt ist, und ein Log Öl. Lev 14:11 Der Priester aber, der die Reinigung vollzieht, soll den, der sich reinigen läßt, und jene Gaben vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes stellen. Lev 14:12 Dann nehme der Priester das eine Lamm, bringe es als Schuldopfer mit dem Log Öl dar und vollziehe mit beiden den Darbringungsritus vor dem Herrn. Lev 14:13 Hierauf schlachte er das Lamm an der Stelle, wo man das Sünd- und Brandopfer zu schlachten pflegt, an heiliger Stätte. Denn wie das Sündopfer, so soll auch das Schuldopfer dem Priester gehören: es ist hochheilig. Lev 14:14 Nun nehme der Priester etwas von dem Blut des Schuldopfers. Dies streiche der Priester dem, der sich reinigen läßt, an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes. Lev 14:15 Dann nehme der Priester etwas von dem Log Öl und gieße es in seine - des Priesters - linke Hand, Lev 14:16 tauche dann seinen rechten Finger in das Öl, das sich in seiner linken Hand befindet, und sprenge von dem Öl mit seinem Finger siebenmal vor dem Herrn. Lev 14:17 Von dem übrigen Öl aber, das in seiner Hand ist, streiche der Priester dem, der sich reinigen läßt, etwas an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes auf die Stelle, die er mit dem Blut des Schuldopfers bestrichen hat. Lev 14:18 Was dann von dem Öl in der Hand es Priesters noch übrig ist, das tue er dem, der sich reinigen läßt auf den Kopf, damit ihm so der Priester Sühne vor dem Herrn erwirke. Lev 14:19 Hierauf richte der Priester das Sündopfer her und erwirke dadurch für den, der sich reinigen läßt, Sühne wegen seiner Unreinheit. Danach schlachte er das Brandopfer. Lev 14:20 Dann bringe der Priester das Brand- und Speiseopfer auf dem Altar dar. Wenn der Priester ihm so Sühne erwirkt hat, ist er rein. Lev 14:21 Wenn er aber arm ist und es nicht zu leisten vermag, so nehme er ein Lamm als Schuldopfer, damit der Darbringungsritus vollzogen und ihm Sühne erwirkt werde, ferner ein Zehntel Efa Feinmehl, mit Öl angerührt, zum Speiseopfer und ein Log Öl, Lev 14:22 weiter zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben - was er zu leisten vermag -, damit die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer diene. Lev 14:23 Er bringe sie am achten Tag nach seiner Reinigung zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes vor den Herrn. Lev 14:24 Der Priester nehme dann das Schuldopferlamm sowie das Log Öl und vollziehe damit den Darbringungsritus. Lev 14:25 Hierauf schlachte man das Schuldopferlamm, und der Priester nehme etwas von dem Blut des Schuldopfers und streiche es dem, der sich reinigen läßt, an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes. Lev 14:26 Nun gieße der Priester etwas von dem Öl in seine - des Priesters - linke Hand. Lev 14:27 Der Priester sprenge von dem Öl, das in seiner linken Hand ist, mit seinem rechten Finger siebenmal vor dem Herrn. Lev 14:28 Sodann streiche der Priester etwas von dem Öl in seiner Hand dem, der sich reinigen läßt, an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes auf die Stelle, wo sich schon das Blut des Schuldopfers befindet. Lev 14:29 Was dann von dem Öl in der Hand des Priesters noch übrig ist, das tue er dem, der sich reinigen läßt, auf den Kopf, um ihm so vor dem Herrn Sühne zu erwirken. Lev 14:30 Alsdann richte er eine von den Turteltauben oder den jungen Tauben her, die er zu leisten vermochte, Lev 14:31 die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer, samt dem Speiseopfer. So soll der Priester dem, der sich reinigen läßt, Sühne vor dem Herrn erwirken. Lev 14:32 Das sind die Vorschriften betreffs dessen, der mit Aussatz behaftet ist und bei seiner Reinigung nicht das Geforderte aufbringen kann." Lev 14:33 Hierauf redete der Herr mit Mose und Aaron also: Lev 14:34 "Wenn ihr in das Land Kanaan kommt, das ich euch zum Eigentum geben will, und ich in dem Land, das euch gehört, an ein Haus den Aussatz kommen lasse, Lev 14:35 so soll der Hausbesitzer hingehen und es dem Priester anzeigen mit den Worten: Es zeigt sich an meinem Haus etwas, das wie Aussatz aussieht. Lev 14:36 Dann ordne der Priester an, daß man das Haus ausräume, ehe der Priester es betritt, um die schadhafte Stelle zu besichtigen, damit nicht alles, was im Haus sich befindet, als unrein bezeichnet werden muß. Dann erst soll der Priester zur Besichtigung in das Haus hineingehen. Lev 14:37 Bemerkt er dann bei Besichtigung der aussatzverdächtigen Stellen, daß sich dieselben an den Wänden des Hauses in Gestalt von grünen oder rötlichen Grübchen zeigen, die tiefer liegend erscheinen als die Wand, Lev 14:38 so gehe der Priester aus dem Haus hinaus vor die Haustür und verschließe das Haus sieben Tag lang. Lev 14:39 Wenn der Priester dann am siebten Tag zurückkommt und bemerkt, daß die aussatzverdächtigen Stellen an den Wänden des Hauses sich erweitert haben, Lev 14:40 so ordne der Priester an, daß man die Steine, an denen sich die aussatzverdächtigen Stellen zeigen, herausbreche und draußen vor der Stadt an einen unreinen Ort werfe. Lev 14:41 Dann kratze man das Haus im Inneren überall ab und schütte den abgekratzten Bewurf draußen vor der Stadt an einen unreinen Ort. Lev 14:42 Hierauf nehme man andere Steine und setze sie an Stelle der herausgenommenen Steine ein. Sodann nehme man anderen Lehm und bewerfe damit das Haus. Lev 14:43 Wenn sich dann abermals aussatzverdächtige Stellen am Haus zeigen, nachdem man die Steine herausgerissen und das Haus abgekratzt und beworfen hat, Lev 14:44 so komme der Priester wieder und nehme eine Untersuchung vor. Stellt sich heraus, daß die aussatzverdächtigen Stellen sich weiter verbreitet haben, so hat das Haus einen bösartigen Aussatz; es ist unrein. Lev 14:45 Man soll deshalb das Haus mit seinen Steinen, Balken und allem Hausbewurf niederlegen und außerhalb der Stadt an einen unreinen Ort schaffen. Lev 14:46 Wer aber das Haus betritt, solange es verschlossen ist, soll bis zum Abend als unrein gelten. Lev 14:47 Wer im Haus schläft, muß seine Kleider waschen, auch wer im Haus ißt, muß seine Kleider waschen. Lev 14:48 Geht aber der Priester in das Haus hinein und bemerkt er, daß die aussatzverdächtigen Stellen, nachdem man das Haus beworfen hat, nicht weiter um sich gegriffen haben, so soll der Priester das Haus für rein erklären; denn der Schaden ist geheilt. Lev 14:49 Er nehme zur Entsündigung des Hauses zwei Vögel, ferner Zedernholz, Karmesinfäden und Ysop. Lev 14:50 Dann schlachte er den einen Vogel über einem irdenen Gefäß mit frischem Wasser. Lev 14:51 Er nehme das Zedernholz, den Ysop, die Karmesinfäden und den lebenden Vogel und tauche sie in das Blut des geschlachteten Vogels sowie in das frische Wasser und besprenge damit siebenmal das Haus. Lev 14:52 So entsündige er das Haus mit dem Blut des Vogels und dem frischen Wasser sowie mit dem lebenden Vogel und dem Zedernholz, mit dem Ysop und den Karmesinfäden. Lev 14:53 Den lebenden Vogel aber lasse er vor der Stadt ins freie Feld fliegen und schaffe so dem Haus Sühnung; dann ist es rein. Lev 14:54 So lauten die Bestimmungen über die verschiedenen Arten des Aussatzes und des Grindes, Lev 14:55 ferner des Aussatzes an Kleidern und Häusern, Lev 14:56 der Hautmale, des Schorfes und der weißen Flecken. Lev 14:57 Sie sollen darüber belehren, wann etwas rein oder unrein ist. Dies sind die Bestimmungen über den Aussatz." Lev 15:1 Weiter gebot der Herr dem Mose und Aaron: Lev 15:2 "Teilt den Israeliten folgende Verordnungen mit: Wenn jemand an Samenfluß leidet, so ist dieser Ausfluß unrein, Lev 15:3 und zwar verhält es sich so mit der Unreinheit infolge des Ausflusses: Mag der Ausfluß aus seiner Scham stattfinden oder mag sie verstopft sein, so daß nichts ausfließt, so liegt Unreinheit bei ihm vor. Lev 15:4 Jedes Lager, das der Kranke benutzt, wird unrein, und jeder Gegenstand, worauf er sitzt, wird unrein. Lev 15:5 Wer sein Lager berührt, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:6 Auch wer sich auf einen Gegenstand setzt, auf dem der Samenflußkranke saß, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:7 Wer ferner den Leib des Samenflußkranken berührt, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:8 Auch wenn der Samenflußkranke durch seinen Speichel mit einem Reinen in Berührung kommt, so muß dieser seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:9 Ferner ist jeder Sattel unrein, auf dem der Samenflußkranke beim Reiten sitzt. Lev 15:10 Wer ferner etwas berührt, was jener unter sich gehabt hat, wird bis zum Abend unrein; und wer es fortträgt, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:11 Jeder, den der Samenflußkranke mit ungewaschenen Händen berührt, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:12 Ein irdenes Gefäß, das der Samenflußkranke berührt, muß zerbrochen werden, und jedes hölzerne Gefäß muß mit Wasser abgespült werden. Lev 15:13 Wird aber der an Ausfluß Erkrankte von seinem Leiden geheilt, so soll er von da ab, wo er gesund wurde, sieben Tage zählen. Alsdann soll er seine Kleider waschen und sich in frischem Wasser baden; so wird er rein. Lev 15:14 Am achten Tag aber nehme er zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, komme vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes und übergebe sie dem Priester. Lev 15:15 Der Priester richte sie dann her, die eine zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer. So erwirke ihm der Priester wegen des Ausflusses Sühne vor dem Herrn. Lev 15:16 Wer einen Samenerguß hat, bade seinen ganzen Leib; bis zum Abend ist er unrein. Lev 15:17 Kleidung und Lederzeug, woran der Same gekommen ist, muß gewaschen werden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:18 Wenn jemand einer Frau beiwohnt, so daß ein Samenerguß erfolgt, so müssen beide sich baden und sind bis zum Abend unrein. Lev 15:19 Wenn eine Frau Ausfluß hat, und zwar den monatlichen Blutfluß, so haftet an ihr die Unreinheit sieben Tage; wer sie berührt, ist bis zum Abend unrein. Lev 15:20 Alles, worauf sie während ihrer Unreinheit liegt, wird unrein, ebenso alles, worauf sie sitzt. Lev 15:21 Wer ihr Lager berührt, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:22 Wer einen Gegenstand anrührt, auf dem sie gesessen hat, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:23 Auch wer etwas, auf ihrem Lager oder auf dem Gegenstand, worauf sie saß, berührt, ist bis zum Abend unrein. Lev 15:24 Wenn aber jemand ihr beiwohnt und etwas von ihrer Unreinheit an ihn kommt, so ist er sieben Tage lang unrein, und jedes Lager, auf dem er liegt, wird unrein. Lev 15:25 Leidet eine Frau außerhalb der regelmäßigen Zeit an ständigem Blutfluß, oder hat sie über die regelmäßige Zeit hinaus den Blutfluß, so sind die Tage, an denen sie unreinen Ausfluß hat, wie die Tage ihrer Regel anzusehen; sie ist unrein. Lev 15:26 Für jedes Lager, auf dem sie während der Tage ihres Ausflusses liegt, gilt dasselbe wie für das Lager zur Zeit ihrer Regel, und jeder Gegenstand, auf dem sie sitzt, wird unrein wie zur Zeit ihrer Regel. Lev 15:27 Wer daher diese Dinge anrührt, wird unrein; er muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Lev 15:28 Wenn sie am Ausfluß geheilt worden ist, so soll sie noch sieben Tage zählen; dann ist sie rein. Lev 15:29 Am achten Tag aber nehme sie sich zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben und bringe sie zum Priester an den Eingang des Offenbarungszeltes. Lev 15:30 Der Priester richte dann die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer her. So erwirke ihr der Priester wegen ihres Ausflusses Sühne vor dem Herrn. Lev 15:31 So sollt ihr die Israeliten über ihre Unreinheit belehren, damit sie nicht infolge ihrer Unreinheit sterben, indem sie meine Wohnung, die sich in ihrer Mitte befindet, unrein machen. Lev 15:32 Das sind die Bestimmungen für diejenigen, die an Ausfluß erkrankt sind und die durch Samenerguß unrein werden, Lev 15:33 und für diejenigen, die die Regel haben, und für alle, die Ausfluß haben, ob Mann oder Frau, sowie für den, der einer Unreinen beiwohnt." Lev 16:1 Weiter redete der Herr mit Mose nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, die sterben mußten, als sie vor den Herrn getreten waren. Lev 16:2 Der Herr befahl Mose: "Sage deinem Bruder Aaron, er dürfe nicht zu jeder Zeit in das Heiligtum hinter dem Vorhang eintreten, vor die Sühnestätte oben auf der Lade, sonst müsse er sterben; denn über der Sühnestätte erscheine ich in der Wolke. Lev 16:3 Nur dann darf Aaron in das Heiligtum eintreten, wenn er mit einem jungen Stier als Sündopfer und mit einem Widder als Brandopfer kommt. Lev 16:4 Er muß einen heiligen Leibrock aus Leinen tragen, linnene Unterbeinkleider müssen den bloßen Leib bedecken, mit einem linnenen Gürtel muß er umgürtet sein und einen linnenen Kopfbund sich umgebunden haben: das sind die heiligen Gewänder, die er anlegen soll, nachdem er sich gebadet hat. Lev 16:5 Von der Gemeinde der Israeliten soll er sich zwei Ziegenböcke zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer geben lassen. Lev 16:6 Dann soll Aaron den jungen Stier, der zum Sündopfer bestimmt ist, herbeibringen und sich und seinem Haus Sühne erwirken. Lev 16:7 Hierauf soll er die beiden Böcke nehmen und sie vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes stellen. Lev 16:8 Aaron soll über die beiden Böcke das Los werfen, ein Los>für den Herrn<, das andere Los>für Asasel<. Lev 16:9 Alsdann soll Aaron den Bock, auf den das Los für den Herrn gefallen ist, herbeibringen und ihn als Sündopfer zubereiten. Lev 16:10 Den Bock aber, auf den das Los für Asasel gefallen ist, soll er lebend vor den Herrn stellen, damit er an ihm die Sühne vollziehe und ihn für Asasel in die Wüste schicke. Lev 16:11 Aaron soll also den jungen Stier, der zum Sündopfer für ihn bestimmt ist, herbeibringen und für sich und sein Haus Sühne erwirken, indem er den jungen Stier, der zum Sündopfer für ihn bestimmt ist, schlachtet. Lev 16:12 Dann soll er eine Pfanne voll glühender Kohlen von dem Altar vor dem Herrn nehmen, ebenso zwei Hände voll feingestoßenen, wohlriechenden Räucherwerks, und es hinter den Vorhang bringen. Lev 16:13 Dann soll er das Räucherwerk vor dem Herrn auf das Feuer legen, damit die Wolke des Räucherwerks die Sühnestätte auf der Gesetzeslade verhülle und er nicht sterbe. Lev 16:14 Hierauf nehme er etwas von dem Blut des Stieres und sprenge es mit seinem Finger an die Vorderseite der Sühnestätte; vor die Sühnestätte hin sprenge er siebenmal von dem Blut mit seinem Finger. Lev 16:15 Dann schlachte er den Bock, der zum Sündopfer für das Volk bestimmt ist, und bringe sein Blut hinter den Vorhang und verfahre mit dem Blut ebenso, wie er mit dem Blut des Stieres verfahren ist: er sprenge es auf die Sühnestätte und vor die Sühnestätte Lev 16:16 und entsündige so das Heiligtum wegen der Verunreinigungen durch die Israeliten und wegen aller Übertretungen, die sie begangen haben. Ebenso verfahre er auch mit dem Offenbarungszelt, das sich bei ihnen inmitten ihrer Unreinheiten befindet. Lev 16:17 Es darf aber niemand im Offenbarungszelt, wenn er es betritt, um im Heiligtum die Sühnehandlungen zu vollziehen, anwesend sein, bis er es verlassen hat und für sich und sein Haus und für die ganze Gemeinde Israel Sühne erwirkt hat. Lev 16:18 Nun gehe er an den Altar hinaus, der vor dem Herrn steht, und vollziehe auch an ihm die Entsündigung, indem er etwas von dem Blut des Stieres und von dem Blut des Bockes nimmt und es ringsum an die Hörner des Altars streicht. Lev 16:19 Dann sprenge er mit seinem Finger etwas von dem Blut siebenmal an den Altar und reinige ihn so und heilige ihn von den Unreinheiten der Israeliten. Lev 16:20 Hat er so die Entsündigung des Heiligtums und des Offenbarungszeltes und des Altars vollendet, so soll er den noch lebenden Bock herbeiführen. Lev 16:21 Aaron lege dem lebenden Bock seine beiden Hände auf den Kopf und bekenne über ihm alle Verschuldungen der Israeliten und alle Übertretungen, die sie begangen haben. Er lade sie auf den Kopf des Bockes und lasse diesen durch einen bereitstehenden Mann in die Wüste bringen. Lev 16:22 So soll der Bock alle ihre Verschuldungen mit sich fort in eine abgelegenen Gegend tragen. In der Wüste lasse man dann den Bock los. Lev 16:23 Hierauf soll Aaron in das Offenbarungszelt hineingehen und die linnenen Kleider, die er beim Betreten des Heiligtums angelegt halte, ausziehen und sie dort niederlegen. Lev 16:24 Er soll sich an heiliger Stätte baden, seine Kleider anziehen, wieder hinausgehen und das Brandopfer für sich und das Brandopfer für das Volk herrichten und dadurch sich und dem Volk Sühne erwirken. Lev 16:25 Das Fett des Sündopfers lasse er auf dem Altar in Rauch aufgehen. Lev 16:26 Der Mann aber, der den Bock für Asasel hinausgebracht hat, muß seine Kleider waschen und sich baden. Dann darf er wieder in das Lager kommen. Lev 16:27 Den Sündopferstier und den Sündopferbock, deren Blut man hineingebracht hat, um im Heiligtum die Sühnehandlungen zu vollziehen, soll man draußen vor das Lager hinausschaffen und ihre Felle, ihr Fleisch und den Inhalt ihrer Eingeweide verbrennen. Lev 16:28 Derjenige, der sie verbrannt hat, muß seine Kleider waschen und sich baden. Dann darf er wieder in das Lager kommen. Lev 16:29 Dieses Gesetz soll für euch ewige Geltung haben: Im siebten Monat, am zehnten Tag des Monats, sollt ihr fasten und keinerlei Arbeit verrichten, weder der Einheimische noch der Fremdling, der sich bei euch aufhält. Lev 16:30 Denn an diesem Tag wird man für euch Sühne erwirken, um euch zu reinigen. Von allen euren Sünden sollt ihr vor dem Herrn rein werden. Lev 16:31 Ein Tag völliger Ruhe soll es für euch sein, und ihr sollt fasten kraft einer ewig gültigen Satzung. Lev 16:32 Die Entsündigung aber soll der Priester vollziehen, den man gesalbt und geweiht hat, damit er an Stelle seines Vaters Priesterdienste tue. Und er soll die linnenen Kleider, die heiligen Gewänder anlegen Lev 16:33 und das Allerheiligste entsündigen und den Priestern und der ganzen Volksgemeinde Sühne erwirken. Lev 16:34 Dieses Gesetz, daß man für die Israeliten einmal im Jahr Sühne von allen ihren Sünden erwirken soll, hat für euch ewige Geltung." - Und er tat, wie der Herr dem Mose befohlen hatte. Lev 17:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 17:2 "Teile Aaron, seinen Söhnen und allen Israeliten folgende Verordnung mit: Dies ist es, was der Herr befiehlt: Lev 17:3 Jedem Israeliten, der ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege im Lager oder außerhalb des Lagers schlachtet Lev 17:4 und sie nicht an den Eingang des Offenbarungszeltes bringt, um sie dem Herrn als Opfergabe vor der Wohnung des Herrn darzubringen, dem soll es als Blutschuld angerechnet werden. Weil er Blut vergossen hat, soll er aus seinem Volk ausgerottet werden. Lev 17:5 Darum sollen die Israeliten ihre Schlachttiere, die sie bis jetzt auf freiem Feld schlachteten, zum Priester vor den Herrn an den Eingang des Offenbarungszeltes führen und sie als Friedopfer dem Herrn darbringen. Lev 17:6 Der Priester besprenge mit dem Blut den Altar des Herrn vor dem Eingang des Offenbarungszeltes und lasse das Fett zu lieblichem Geruch für den Herrn in Rauch aufgehen. Lev 17:7 Sie sollen ihre Schlachtopfer nicht mehr den Bocksdämonen darbringen, mit denen sie bisher Götzendienst getrieben haben. Dieses Gesetz hat für sie ewige Geltung von Geschlecht zu Geschlecht. Lev 17:8 Gebiete ihnen weiter: Wenn ein Israelit oder ein Fremder, der sich bei ihnen aufhält, ein Brandopfer oder ein Schlachtopfer darbringt, Lev 17:9 ohne sie an den Eingang des Offenbarungszeltes zu bringen, um sie dort dem Herrn zu opfern, so werde er aus seinen Volksgenossen ausgestoßen. Lev 17:10 Genießt ein Israelit oder ein Fremder, der sich bei ihnen aufhält, irgendwelches Blut, so werde ich gegen einen solchen Menschen, der Blut genießt, vorgehen und ihn aus seinem Volk hinwegraffen. Lev 17:11 Denn das Leben des Leibes ist im Blut, und nur auf dem Altar gebe ich es euch frei zur Sühne für eure Seelen; das Blut bewirkt ja Sühne, weil das Leben in ihm liegt. Lev 17:12 Darum gebiete ich den Israeliten: Niemand von euch darf Blut genießen. Auch der Fremde, der sich bei euch aufhält, darf kein Blut zu sich nehmen. Lev 17:13 Jeder Israelit und jeder Fremde, der sich bei ihnen aufhält, lasse daher, wenn er ein Stück Wild oder eßbares Geflügel erjagt, das Blut auslaufen und bedecke es mit Erde. Lev 17:14 Denn das Leben jedes Lebewesens liegt in seinem Blut. Darum befehle ich den Israeliten: Ihr dürft nicht das Blut eines Lebewesens genießen. Denn das Leben jedes Lebewesens liegt in seinem Blut. Jeder, der es genießt, soll getötet werden. Lev 17:15 Wer das Fleisch eines verendeten oder zerrissenen Tieres genossen hat, sei er Einheimischer oder Fremder, muß seine Kleider waschen und sich baden und ist bis zum Abend unrein. Dann ist er wieder rein. Lev 17:16 Wäscht er aber seine Kleider nicht und badet er sich nicht, so versündigt er sich." Lev 18:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 18:2 "Teile den Israeliten folgende Verordnung mit: Ich bin der Herr, euer Gott. Lev 18:3 Ihr dürft nicht tun, was man in Ägypten tut, wo ihr gewohnt habt, noch was man in Kanaan tut, wohin ich euch führen werde. Nach ihren Satzungen dürft ihr nicht leben. Lev 18:4 Erfüllt vielmehr meine Gebote und lebt gewissenhaft nach meinen Vorschriften! Ich bin der Herr, euer Gott. Lev 18:5 Darum beobachtet meine Satzungen und Gebote! Wer sie erfüllt, wird durch sie das Leben haben. Ich bin der Herr! Lev 18:6 Niemand darf mit seinen Blutsverwandten unehrbaren Umgang haben. Ich bin der Herr. Lev 18:7 Mit deinem Vater und mit deiner Mutter darfst du keinen unehrbaren Umgang haben. Sie ist deine Mutter. Du darfst sie nicht entehren. Lev 18:8 Mit der Frau deines Vaters darfst du keinen unehrbaren Umgang haben. Du würdest deinen Vater entehren. Lev 18:9 Mit deiner Schwester, der Tochter deines Vaters oder der Tochter deiner Mutter, mag sie im Haus geboren sein oder außerhalb, darfst du keinen unehrbaren Umgang haben. Lev 18:10 Mit der Tochter deines Sohnes oder mit der Tochter deiner Tochter darfst du keinen unehrbaren Umgang haben; denn sie sind dein eigenes Fleisch. Lev 18:11 Mit der Tochter einer Frau deines Vaters, die von deinem Vater stammt, darfst du keinen unehrbaren Umgang haben; sie ist deine Schwester. Lev 18:12 Mit der Schwester deines Vaters darfst du keinen unehrbaren Umgang haben; sie hat dasselbe Blut wie dein Vater. Lev 18:13 Mit der Schwester deiner Mutter darfst du keinen unehrbaren Umgang haben; denn sie hat dasselbe Blut wie deine Mutter. Lev 18:14 Mit der Frau des Bruders deines Vaters darfst du keinen unehrbaren Umgang haben. Seiner Frau darfst du nicht nahen. Sie ist deine Tante. Lev 18:15 Mit deiner Schwiegertochter darfst du keinen unehrbaren Umgang haben. Sie ist die Frau deines Sohnes. Du darfst ihr nicht beiwohnen. Lev 18:16 Mit der Frau deines Bruders darfst du keinen unehrbaren Umgang haben. Du entehrst sonst deinen Bruder. Lev 18:17 Mit einer Frau und zugleich mit ihrer Tochter darfst du keinen Umgang haben. Die Tochter ihres Sohnes oder die Tochter ihrer Tochter darfst du nicht nehmen, um ihnen beizuwohnen. Sie sind gleichen Blutes. Es wäre Blutschande. Lev 18:18 Auch darfst du eine Frau nicht zu ihrer Schwester hinzunehmen und dadurch Streit erregen, wenn du ihr neben jener zu ihren Lebzeiten beiwohntest. Lev 18:19 Du darfst einer Frau während der Zeit ihrer Unreinheit nicht nahen, um ihr beizuwohnen. Lev 18:20 Mit der Frau deines Nächsten darfst du keinen sündhaften Umgang haben. Du würdest dich dadurch unrein machen. Lev 18:21 Du darfst keines von deinem Kindern dem Moloch zum Opfer bringen lassen und den Namen deines Gottes entweihen. Ich bin der Herr! Lev 18:22 Du darfst mit einem Mann keinen Umgang haben wie mit einer Frau. Es wäre eine Greueltat. Lev 18:23 Auch mit keinem Tier darfst du Umgang haben und dich verunreinigen. Eine Frau darf sich nicht einem Tier zum Umgang hingeben. Dies wäre eine Schandtat. Lev 18:24 Verunreinigt euch nicht durch irgend etwas derartiges! Denn durch alles dieses haben sich die Völker befleckt, die ich bei eurer Ankunft vertreiben werde. Lev 18:25 Weil das Land unrein geworden ist, werde ich es wegen seiner Freveltaten heimsuchen, so daß das Land seine Bewohner ausspeien wird. Lev 18:26 So beobachtet denn meine Satzungen und Gebote! Verübt keine dieser Greueltaten, weder der Einheimische noch der Fremdling, der bei euch lebt! Lev 18:27 Denn alle diese Greueltaten verübten die Leute, die vor euch im Land wohnten, und dadurch wurde das Land unrein. Lev 18:28 Dann wird das Land euch nicht ausspeien, weil ihr es verunreinigt habt, wie es das Volk ausspeien wird, das vor euch da war. Lev 18:29 Wer eine solche Greueltat verübt, Leute, die derartiges tun, sollen aus der Mitte ihres Volkes ausgerottet werden. Lev 18:30 So beobachtet denn meine Anordnungen: Richtet euch nicht nach den greulichen Sitten, die vor euch geübt wurden! Verunreinigt euch dadurch nicht! Ich bin der Herr, euer Gott." Lev 19:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 19:2 "Teile der ganzen Gemeinde der Israeliten folgende Vorschriften mit: Seid heilig, denn ich, der Herr, euer Gott, bin heilig! Lev 19:3 Jeder ehre Vater und Mutter und beobachte meine Ruhetage! Ich bin der Herr, euer Gott! Lev 19:4 Wendet euch nicht den Götzen zu und macht euch keine gegossenen Götterbilder! Ich bin der Herr, euer Gott! Lev 19:5 Wenn ihr dem Herrn ein Friedopfer darbringt, so opfert es so, daß es wohlgefällig von euch angenommen wird! Lev 19:6 Am Tag, da ihr es opfert, oder am Tag darauf muß es gegessen werden. Was bis zum dritten Tag übrigbleibt, muß verbrannt werden. Lev 19:7 Sollte dennoch am dritten Tag davon gegessen werden, so würde es als verdorbenes Fleisch gelten und würde nicht wohlgefällig aufgenommen werden. Lev 19:8 Wer davon ißt, lädt Schuld auf sich. Denn er hat entweiht, was dem Herrn heilig ist. Ein solcher soll aus seinen Volkgenossen ausgerottet werden. Lev 19:9 Wenn ihr die Ernte eures Landes einholt, so erntet das Feld nicht bis zum äußersten Rand ab und haltet nach der Ernte keine Nachlese! Lev 19:10 Haltet auch im Weinberg keine Nachlese und lest die abgefallenen Beeren des Weinberges nicht auf! Laßt sie für den Armen und Fremdling zurück! Ich bin der Herr, euer Gott. Lev 19:11 Ihr sollt nicht stehlen, nicht lügen, nicht einer den anderen betrügen! Lev 19:12 Ihr soll bei meinem Namen nicht falsch schwören und so den Namen Gottes entweihen! Ich bin der Herr! Lev 19:13 Übervorteile und beraube deinen Nächsten nicht! Behalte den Lohn des Arbeiters nicht bis zum Morgen bei dir zurück! Lev 19:14 Fluche nicht einem Tauben, lege einem Blinden nichts in den Weg, sondern fürchte dich vor deinem Gott! Ich bin der Herr! Lev 19:15 Tut nicht Unrecht beim Rechtsprechen! Nimm weder Partei für den Armen noch Rücksicht auf den Vornehmen, sondern richte deinen Nächsten dem Recht gemäß! Lev 19:16 Streue keine Verleumdungen unter deinen Volksgenossen aus und bringe dadurch das Leben deines Nächsten nicht in Gefahr! Ich bin der Herr! Lev 19:17 Trage gegen deinen Bruder keinen Haß im Herzen! Weise deinen Nächsten freimütig zurecht, damit du seinetwegen keine Schuld auf dich ladest! Lev 19:18 Sei nicht rachgierig gegen deine Volksgenossen und trage ihnen nichts nach, sondern liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Ich bin der Herr! Lev 19:19 Beobachtet meine Gebote: Laß nicht zweierlei Arten deines Viehs sich begatten! Besäe dein Feld nicht mit zweierlei Samen! Kein Kleid, das aus zweierlei Garn zusammengewirkt ist, komme auf deinen Leib! Lev 19:20 Wenn sich ein Mann mit einer Frau vergeht, die als Sklavin einem anderen Mann angehört, aber weder freigelassen noch losgekauft ist, so sollen sie bestraft werden, doch nicht mit dem Tod, weil es sich nicht um eine Freie handelt. Lev 19:21 Er bringe aber zur Buße am Eingang des Offenbarungszeltes dem Herrn als Schuldopfer einen Widder dar. Lev 19:22 Der Priester soll ihm dann durch den Schuldopferwidder vor dem Herrn Sühne für die begangene Sünde erwirken. So wird ihm das Vergehen vergeben, in das er gefallen ist. Lev 19:23 Wenn ihr in das Land kommt und allerlei Obstbäume pflanzt, so schneidet ihre ersten Früchte - ihre Vorhaut - nicht ab! Nehmt sie drei Jahre lang nicht ab! Nichts darf von ihnen gegessen werden. Lev 19:24 Im vierten Jahr sollen alle ihre Früchte dem Herrn als Dankesgabe geweiht werden. Lev 19:25 Erst im fünften Jahr dürft ihr ihre Früchte genießen. Ein umso reichlicherer Ertrag wird euch dann zuteil werden. Ich bin der Herr, euer Gott! Lev 19:26 Ihr dürft nichts essen, was Blut enthält. Ihr dürft keine Wahrsagerei und Zauberei treiben. Lev 19:27 Ihr dürft euer Haupthaar an den Kopfseiten nicht kreisförmig scheren. Ihr dürft die Bartenden nicht stutzen. Lev 19:28 Macht euch wegen eines Toten keine Einschnitte in euren Körper! Ätzt euch keine Zeichen ein! Ich bin der Herr. Lev 19:29 Entweihe deine Tochter nicht, indem du sie zur Unzucht anhältst! Das Land darf keine Buhlerstätte werden und kein Tummelplatz der Unzucht! Lev 19:30 Haltet meine Ruhetage ein! Habt Ehrfurcht vor meinem Heiligtum! Ich bin der Herr! Lev 19:31 Wendet euch nicht an die Totenbeschwörer und Wahrsager! Befragt sie nicht! Ihr verunreinigt euch durch sie. Ich bin der Herr, euer Gott! Lev 19:32 Stehe vor einem grauen Haupt auf und ehre die Person eines Greises! Fürchte deinen Gott! Ich bin der Herr! Lev 19:33 Wenn ein Fremdling sich bei euch im Land aufhält, so dürft ihr ihn nicht bedrücken. Lev 19:34 Wie ein Einheimischer aus eurer eigenen Mitte gelte euch der Fremdling, der bei euch lebt. Ihr sollt ihn lieben wie euch selbst. Denn ihr seid selbst Fremdlinge im Land der Ägypter gewesen. Ich bin der Herr, euer Gott! Lev 19:35 Verübt kein Unrecht beim Rechtsprechen, bei Maß, Gewicht und Hohlmaß! Lev 19:36 Richtige Waage, richtiges Gewicht, richtiges Efa und Hin sollt ihr führen. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten geführt hat. Lev 19:37 So haltet denn genau alle meine Satzungen und Gebote! Ich bin der Herr!" Lev 20:1 Weiter befahl der Herr dem Mose: Lev 20:2 "Teile den Israeliten folgende Anweisung mit: Wenn ein Israelit oder ein Fremdling, der in Israel lebt, eines von seinen Kindern dem Moloch hingibt, soll er mit dem Tod bestraft werden. Die Bevölkerung soll ihn steinigen. Lev 20:3 Ich selbst werde gegen ihn vorgehen und ihn aus seinem Volk ausrotten, weil er sein Kind dem Moloch hingegeben und so mein Heiligtum verunreinigt und meinen heiligen Namen entweiht hat. Lev 20:4 Sollte aber die Bevölkerung ihre Augen vor einem Menschen, der sein Kind dem Moloch hingegeben hat, verschließen, und ihn nicht töten, Lev 20:5 so will ich selbst gegen einen solchen Menschen und sein ganzes Geschlecht vorgehen und ihn samt allen, die mit ihm dem Molochdienst sich hingegeben haben, aus ihrem Volk ausrotten. Lev 20:6 Wenn sich jemand an die Toten- und Wahrsagegeister wendet und Götzendienst mit ihnen treibt, werde ich gegen einen solchen Menschen vorgehen und ihn aus seinem Volk ausrotten. Lev 20:7 So heiligt euch denn und seid heilig! Denn ich bin der Herr, euer Gott! Lev 20:8 Haltet genau meine Gebote! Ich, der Herr, bin es, der euch heiligt! Lev 20:9 Jeder, der Vater oder Mutter verflucht, soll mit dem Tod bestraft werden. Weil er Vater und Mutter verflucht hat, ist er des Todes schuldig. Lev 20:10 Wenn jemand mit einer verheirateten Frau, mit der Ehefrau seines Nächsten, sich vergeht, so sollen Ehebrecher und Ehebrecherin mit dem Tod bestraft werden. Lev 20:11 Wenn sich jemand mit der Frau seines Vaters vergeht, hat er seinen Vater geschändet. Beide sollen mit dem Tod bestraft werden. Sie sind des Todes schuldig. Lev 20:12 Verfehlt sich jemand mit seiner Schwiegertochter, sollen beide mit dem Tod bestraft werden. Sie haben eine große Schandtat verübt und sind des Todes schuldig. Lev 20:13 Wenn sich ein Mann mit einem anderen Mann vergeht wie mit einer Frau, haben beide eine Schandtat begangen. Sie sollen mit dem Tod bestraft werden. Sie sind des Todes schuldig. Lev 20:14 Nimmt sich jemand eine Frau und dazu noch deren Mutter, ist das eine Schandtat. Man soll ihn und die beiden verbrennen, damit solcher Unzucht unter euch ein Ende gemacht werde. Lev 20:15 Wenn sich jemand mit einem Tier vergeht, soll er mit dem Tod bestraft werden. Auch das Tier sollt ihr töten. Lev 20:16 Wenn sich eine Frau einem Tier naht, um sich mit ihm zu vergehen, so töte die Frau und das Tier! Sie sollen sterben. Sie haben ihr Leben verwirkt. Lev 20:17 Heiratet jemand seine Schwester von väterlicher oder mütterlicher Seite und haben beide miteinander Umgang, so ist das Blutschande. Sie sollen vor den Augen ihrer Volksgenossen getötet werden. Er hat seine Schwester geschändet und soll seine Schuld büßen. Lev 20:18 Wenn jemand mit einer Frau zur Zeit ihres Unwohlseins Umgang hat, wenn also er und sie den weiblichen Monatsfluß aufdecken, so sollen beide aus ihrem Volk ausgerottet werden. Lev 20:19 Mit der Schwester deines Vaters oder deiner Mutter sollst du keinen Umgang haben. Denn ein solcher schändet sein eigenes Fleisch. Sie sollen ihre Schuld büßen. Lev 20:20 Wer sich mit der Frau seines Oheims vergeht, hat seinen Oheim geschändet. Sie sollen für ihre Sünde büßen. Kinderlos werden sie sterben. Lev 20:21 Wenn jemand die Frau seines Bruders zu sich nimmt, so ist das Blutschande. Er hat seinen Bruder entehrt. Sie sollen kinderlos bleiben. Lev 20:22 So haltet denn sorgsam alle meine Satzungen und Gebote, damit euch das Land nicht ausspeit, in das als Wohnsitz ich euch führen will! Lev 20:23 Folgt nicht den Satzungen der Völker, die ich bei eurer Ankunft vertreiben werde! Weil sie alle diese Dinge taten, sind sie mir zum Ekel geworden. Lev 20:24 Zu euch habe ich darum gesagt: Ihr sollt ihr Land zu eigen erhalten. Euch will ich es zum Besitz geben, ein Land, das von Milch und Honig überfließt. Ich bin der Herr, euer Gott, der euch von den übrigen Völkern abgesondert hat. Lev 20:25 So macht denn einen Unterschied zwischen den reinen und den unreinen vierfüßigen Tieren, zwischen den unreinen und reinen Vögeln! Verunreinigt euch nicht durch vierfüßige Tiere oder Vögel oder durch das, was sich sonst auf der Erde regt, und was ich euch als unrein bezeichnet habe! Lev 20:26 Ihr sollt mir heilig sein. Denn ich, der Herr, bin heilig und habe euch vor den übrigen Völkern auserwählt, mir anzugehören. Lev 20:27 Wenn ein Mann oder eine Frau einen Totenbeschwörungs- und Wahrsagegeist in sich hat, so sollen sie mit dem Tod bestraft werden. Man soll sie steinigen. Sie sind des Todes schuldig." Lev 21:1 Weiter befahlt der Herr dem Mose: "Teile den Priestern, den Söhnen Aarons, folgende Anweisung mit: Ein Priester darf sich an keinem toten Volksgenossen verunreinigen. Lev 21:2 Nur an seinen nächsten Blutsverwandten, an Mutter, Vater, Sohn, Tochter, Bruder Lev 21:3 und Schwester, wenn sie noch als Jungfrau bei ihm lebt und keinem Mann angehört, darf er sich verunreinigen. Lev 21:4 Ein Gatte darf sich an seinen Verwandten nicht unrein machen und entweihen. Lev 21:5 Sie dürfen sich auf ihrem Haupt keine Glatze scheren und ihre Bartenden nicht stutzen und sich keine Einschnitte an ihrem Körper machen. Lev 21:6 Sie sollen ihrem Gott heilig sein und den Namen ihres Gottes nicht entweihen. Denn sie bringen die Feueropfer des Herrn, die Speise ihres Gottes, dar. Darum sollen sie heilig sein. Lev 21:7 Sie dürfen keine Buhlerin oder Entehrte zur Frau nehmen. Auch eine von ihrem Mann geschiedene Frau dürfen sie nicht heiraten. Denn der Priester ist seinem Gott geweiht. Lev 21:8 Du sollst ihn ehren, weil er die Speise deines Gottes darbringt. Als heilig soll er dir gelten. Denn ich bin heilig, der Herr, der euch heiligt. Lev 21:9 Wenn die Tochter eines Priesters sich durch Unzucht entweiht, so entweiht sie dadurch ihren Vater. Man soll sie verbrennen. Lev 21:10 Der Priester aber, der der höchste unter seinen Amtsgenossen ist, auf dessen Haupt das Salböl gegossen worden ist und den man geweiht und mit den heiligen Gewändern bekleidet hat, darf sein Haupthaar nicht aufgelöst tragen noch seine Kleider einreißen. Lev 21:11 Er darf auch keiner Leiche nahekommen. Selbst an Vater und Mutter darf er sich nicht unrein machen. Lev 21:12 Er darf das Heiligtum nicht verlassen und das Heiligtum seines Gottes nicht entweihen. Denn die Weihe des Salböls seines Gottes ruht auf ihm. Ich bin der Herr! Lev 21:13 Zur Ehefrau muß er sich eine Jungfrau nehmen. Lev 21:14 Eine Witwe oder eine geschiedene Frau oder eine Entehrte oder eine Buhlerin, all diese darf er nicht heiraten. Nur eine Jungfrau aus seinem Volk soll er zur Frau nehmen. Lev 21:15 So wird er seine Nachkommenschaft unter seinem Volk nicht entweihen. Denn ich, der Herr, bin es, der ihn heiligt." Lev 21:16 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 21:17 "Teile Aaron folgende Anweisung mit: Wenn einer deiner künftigen Nachkommen einen Leibesfehler an sich hat, so darf er nicht hinzutreten, die Opferspeise seines Gottes darzubringen. Lev 21:18 Denn keiner, der einen Leibesfehler an sich hat, darf sich nahen, kein Blinder, Lahmer, Verstümmelter, keiner, bei dem ein Glied zu lang ist, Lev 21:19 keiner, der ein gebrochenes Bein oder einen gebrochenen Arm hat, Lev 21:20 kein Buckliger oder Schwindsüchtiger, keiner, der weiße Flecken im Auge, Krätze, Flechten oder zerdrückte Hoden hat. Lev 21:21 Kein Nachkomme des Priesters Aaron, der an einem Gebrechen leidet, darf hinzutreten, um die Feueropfer des Herrn darzubringen. Hat er ein Gebrechen, so darf er nicht hinzutreten, um die Speise seines Gottes darzubringen. Lev 21:22 Doch darf er von der Speise seines Gottes, nämlich von den hochheiligen und heiligen Gaben, essen. Lev 21:23 Aber er darf durch den Vorhang nicht hineingehen und an den Altar treten, weil er ein Gebrechen an sich hat. Sonst würde er meine heiligen Stätten entweihen. Denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt." Lev 21:24 Mose teilte dies Aaron und seinen Söhnen sowie allen Israeliten mit. Lev 22:1 Weiter befahl der Herr dem Mose: Lev 22:2 "Gebiete Aaron und seinen Söhnen, daß sie die heiligen Gaben, welche die Israeliten mir weihen, voll Ehrfurcht behandeln und meinen heiligen Namen nicht entweihen. Ich bin der Herr! Lev 22:3 Sage zu ihnen: Wenn jemals irgendeiner von allen euren Nachkommen den heiligen Gaben, welche die Israeliten dem Herrn weihen, im Zustand der Unreinheit nahetritt, so soll ein solcher Mensch aus meiner Gegenwart entfernt und getötet werden. Ich bin der Herr! Lev 22:4 Wer von den Nachkommen Aarons an Aussatz oder Ausfluß leidet, darf von den heiligen Gaben nicht essen, bevor er wieder rein ist. Wer irgendeinen, der sich durch eine Leiche verunreinigt hat, berührt, oder wer eine Befleckung erlitten hat, Lev 22:5 oder wer ein kriechendes Tier berührt, durch das er unrein wird, oder einen Menschen, durch den er sich irgendeine Art von Unreinheit zuzieht, Lev 22:6 wer also solches berührt, bleibt bis zum Abend unrein und darf nichts von den heiligen Gaben genießen, bis er sich gebadet hat. Lev 22:7 Nach Sonnenuntergang ist er wieder rein und darf von den heiligen Gaben essen. Denn sie kommen ihm als Speise zu. Lev 22:8 Von einem verendeten oder zerrissenen Tier darf er nicht essen. Er würde dadurch unrein werden. Ich bin der Herr! Lev 22:9 Also sollen sie meine Anordnungen befolgen, damit sie sich keine Sünde zuziehen und sterben, weil sie das Geheiligte entweihten. Ich bin es, der Herr, der sie heiligt. Lev 22:10 Kein Unbefugter darf etwas Heiliges genießen. Kein Beisasse oder Tagelöhner eines Priesters darf etwas Heiliges genießen. Lev 22:11 Wenn aber der Priester einen Sklaven für Geld erwirbt, so darf dieser davon essen. Ebenso dürfen die in seinem Haus geborenen Sklaven von seiner Speise essen. Lev 22:12 Vermählt sich die Tochter eines Priesters mit einem Nichtpriester, so darf sie von den heiligen Abgaben nichts genießen. Lev 22:13 Ist aber die Tochter eines Priesters verwitwet oder geschieden, und hat sie keine Kinder, und kehrt sie wieder in das Haus ihres Vaters zurück, so darf sie wie in ihrer Jugend von der Speise ihres Vater essen. Doch kein Unbefugter darf etwas davon genießen. Lev 22:14 Wenn jemand aus Versehen Heiliges genießt, soll er das Heilige unter Beigabe des fünften Teiles des Wertes dem Priester erstatten. Lev 22:15 Die Priester sollen die heiligen Gaben der Israeliten, die sie für den Herrn erheben, nicht entweihen. Lev 22:16 Sie würden sich eine strafbare Schuld aufbürden, wenn diese ihre heiligen Gaben genössen. Denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt." Lev 22:17 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 22:18 "Teile Aaron und seinen Söhnen und allen Israeliten folgende Verordnung mit: Wenn jemand vom Haus Israel oder von den Fremden in Israel seine Opfergabe darbringt, ob er nun dem Herrn gelobte oder freiwillige Gaben als Brandopfer darbringt, Lev 22:19 so sind dazu, um euch wohlgefällig zu machen, fehlerlose, männliche Rinder, Schafe und Ziegen erforderlich. Lev 22:20 Ein Tier, das einen Fehler an sich hat, dürft ihr nicht darbringen. Denn es würde euch nicht wohlgefällig machen. Lev 22:21 Will jemand dem Herrn als Friedopfer ein Rind oder ein Schaf darbringen, um ein Gelübde zu erfüllen oder als freiwillige Gabe, so darf es, um wohlgefällig zu sein, keinen Fehler und kein Gebrechen an sich haben. Lev 22:22 Tiere, die blind sind oder ein gebrochenes Glied oder eine Wunde haben oder mit Geschwüren, Krätze oder Flechten behaftet sind, dürft ihr dem Herrn nicht darbringen noch davon dem Herrn ein Feueropfer auf den Altar legen. Lev 22:23 Ein Rind, oder ein Schaf mit zu langen oder zu kurzen Gliedern darfst du als freiwillige Gabe opfern, aber als Gelübdeopfer würde es dich nicht wohlgefällig machen. Lev 22:24 Ein Tier, dem die Hoden zerquetscht, zerschlagen, abgerissen oder ausgeschnitten sind, dürft ihr dem Herrn nicht darbringen. Solche Tiere dürft ihr weder in eurem eigenen Land ziehen, Lev 22:25 noch sie von einem Ausländer kaufen und als Speise eures Gottes darbringen. Da eine Verstümmelung, ein Gebrechen ihnen anhaftet, machen sie euch nicht wohlgefällig." Lev 22:26 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 22:27 "Ein Rind oder ein Schaf oder ein Zicklein soll nach der Geburt sieben Tage lang bei seiner Mutter bleiben. Vom achten Tag an und weiterhin wird es vom Herrn, wenn es ihm als Feueropfer dargebracht wird, wohlgefällig aufgenommen werden. Lev 22:28 Ein Rind oder Schaf dürft ihr nicht zugleich mit seinem Jungen an ein und demselben Tag schlachten. Lev 22:29 Wenn ihr dem Herrn ein Dankopfer darbringen wollt, so müßt ihr es so opfern, daß es euch wohlgefällig macht: Lev 22:30 es muß noch am gleichen Tag verzehrt werden. Ihr dürft nichts davon bis zum anderen Morgen übriglassen. Ich bin der Herr! Lev 22:31 So haltet denn sorgfältig meine Gebote! Ich bin der Herr! Lev 22:32 Entweiht meinen heiligen Namen nicht! Ich will inmitten der Israeliten als der Heilige verehrt werden. Ich, der Herr, bin es, der euch heiligt, Lev 22:33 der euch aus Ägypten geführt hat, um euer Gott zu sein, ich, der Herr." Lev 23:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 23:2 "Teile den Israeliten folgende Verordnungen mit: Die Feste des Herrn, die ihr mit heiligen Festversammlungen begehen sollt, sind folgende: Lev 23:3 Sechs Tage hindurch darf gearbeitet werden. Der siebte Tag aber ist ein Tag unbedingter Ruhe mit heiliger Festversammlung. Da dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten. Es ist ein Ruhetag des Herrn in allen euren Wohnsitzen. Lev 23:4 Dies sind die Feste des Herrn mit heiligen Festversammlungen, die ihr zur festgesetzten Zeit feiern sollt: Lev 23:5 Am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend findet die Paschafeier zu Ehren des Herrn statt. Lev 23:6 Am fünfzehnten desselben Monats wird das Fest der ungesäuerten Brote zu Ehren des Herrn begangen. Da sollt ihr sieben Tage lang ungesäuertes Brot essen. Lev 23:7 Am ersten Tag habt ihr eine heilige Festversammlung abzuhalten. Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit tun. Lev 23:8 Sieben Tage lang sollt ihr dem Herrn ein Feueropfer darbringen. Am siebten Tag findet wieder eine heilige Festversammlung statt. Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit verrichten." Lev 23:9 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 23:10 "Teile den Israeliten folgende Bestimmung mit: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben will, und dort die Ernte haltet, sollt ihr von eurer Ernte die Erstlingsgarbe zum Priester bringen. Lev 23:11 Dieser soll dann die Garbe vor dem Herrn weben, um euch wohlgefällig zu machen. Am Tag nach dem Sabbat soll sie der Priester weben. Lev 23:12 Ihr sollt an dem Tag, an dem ihr die Garbe webt, dem Herrn ein fehlerloses, einjähriges Lamm als Brandopfer darbringen. Lev 23:13 Dazu als Speiseopfer zwei Zehntel Feinmehl, das mit Öl angerührt ist, ein Feueropfer voll lieblichen Geruchs für den Herrn, ferner als Trankopfer noch ein Viertel Hin Wein. Lev 23:14 Brot und geröstete oder zerstoßene Körner dürft ihr nicht essen, bevor ihr eurem Gott die Opfergabe dargebracht habt. Dies Gebot hat ewige Geltung für alle eure Geschlechter in allen euren Wohnsitzen. Lev 23:15 Ferner sollt ihr vom Tag nach dem Sabbat an, nämlich von dem Tag ab, an dem ihr die Webegarbe dargebracht habt, sieben volle Wochen abzählen. Lev 23:16 Bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, sollt ihr 50 Tage abzählen. Dann sollt ihr von dem neuen Getreide dem Herrn ein Speiseopfer darbringen. Lev 23:17 Aus euren Wohnsitzen sollt ihr zwei Webebrote mitbringen, die aus zwei Zehntel Feinmehl bestehen und mit Sauerteig gebacken sind, als Erstlingsopfer für den Herrn. Lev 23:18 Bringt ferner zu den Broten sieben fehlerlose, einjährige Lämmer, einen jungen Stier und zwei Widder dar - sie sollen für den Herrn ein Brandopfer sein - mit dem zugehörigen Speiseopfer und den erforderlichen Trankopfern als Feueropfer zu lieblichem Geruch für den Herrn. Lev 23:19 Sodann sollt ihr einen Ziegenbock als Sündopfer und zwei einjährige Lämmer als Friedopfer darbringen. Lev 23:20 Der Priester soll sie als Webeopfer weben zusammen mit den Erstlingsbroten vor dem Herrn. Diese und die zwei Lämmer sollen als Weihegabe dem Herrn und dem Priester zufallen. Lev 23:21 Am gleichen Tag sollt ihr eine heilige Festversammlung ansagen lassen. Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit verrichten. Dieses Gebot hat ewige Geltung für alle eure Geschlechter in allen euren Wohnsitzen. Lev 23:22 Wenn ihr in eurem Land Ernte haltet, so erntet das Feld nicht bis zum äußersten Rand ab und haltet nach der Ernte keine Nachlese! Überlaßt beides den Armen und Fremden! Ich bin der Herr, euer Gott!" Lev 23:23 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 23:24 "Teile den Israeliten folgende Bestimmung mit: Am ersten Tag des siebten Monats soll bei euch ein Ruhetag sein, ein Gedächtnistag mit Hörnerschall, eine heilige Festversammlung. Lev 23:25 Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit verrichten und sollt dem Herrn ein Feueropfer darbringen." Lev 23:26 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 23:27 "Der zehnte Tag desselben siebten Monats aber ist der Sühnetag. Da sollt ihr eine heilige Festversammlung abhalten, sollt fasten und dem Herrn ein Feueropfer darbringen. Lev 23:28 An diesem Tag dürft ihr keinerlei Arbeit verrichten. Denn es ist der Versöhnungstag, der euch Sühne vor dem Herrn, eurem Gott erwirken soll. Lev 23:29 Darum soll jeder, der an diesem Tag nicht fastet, aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden. Lev 23:30 Den Menschen, der an diesem Tag irgendeine Arbeit verrichtet, will ich aus seinen Volksgenossen hinwegraffen. Lev 23:31 Keinerlei Arbeit dürft ihr verrichten. Dies Gebot soll ewige Geltung für alle eure Geschlechter in allen euren Wohnsitzen haben. Lev 23:32 Ein Tag unbedingter Ruhe soll es für euch sein, und ihr sollt fasten. Am neunten Tag des Monats, am Abend, sollt ihr vom Abend bis zum folgenden Abend eure Ruhezeit einhalten." Lev 23:33 Weiter gebot der Herr dem Mose. Lev 23:34 "Teile den Israeliten folgende Bestimmung mit: Am fünfzehnten Tag desselben siebten Monats findet zu Ehren des Herrn sieben Tage lang das Laubhüttenfest statt. Lev 23:35 Am ersten Tag ist heilige Festversammlung. Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit verrichten. Lev 23:36 Sieben Tage hindurch sollt ihr dem Herrn ein Feueropfer darbringen, dann am achten Tag eine heilige Festversammlung abhalten und dem Herrn ein Feueropfer darbringen. Es ist der Schlußfesttag. Da dürft ihr keinerlei Werktagsarbeit verrichten. Lev 23:37 Das sind die Festtage des Herrn, an denen ihr heilige Festversammlungen abhalten sollt, um dem Herrn Feueropfer darzubringen: Brandopfer, Speiseopfer, Schlachtopfer und Trankopfer, wie sie der einzelne Tag verlangt, Lev 23:38 abgesehen von den Sabbaten des Herrn und den Gaben, allen euren Gelübdeopfern und freiwilligen Gaben, die ihr dem Herrn darbringt. Lev 23:39 Am fünfzehnten des siebten Monats jedoch, wenn ihr den Ertrag des Landes einholt, sollt ihr das Fest des Herrn sieben Tage lang feiern. Am ersten Tag soll Ruhetag sein und ebenso am achten Tag. Lev 23:40 Ihr sollt euch am ersten Tag die schönsten Früchte, Palmwedel und Zweige von dichtbelaubten Bäumen und von Bachweiden holen und sieben Tage lang vor dem Herrn, eurem Gott fröhlich sein. Lev 23:41 Dieses Fest sollt ihr jedes Jahr sieben Tage lang zu Ehren des Herrn begehen. Dieses Gebot hat ewige Geltung für alle eure Geschlechter. Im siebten Monat sollt ihr es feiern. Lev 23:42 Sieben Tage lang sollt ihr da in Laubhütten wohnen. Jeder eingesessene Israelit soll in Laubhütten wohnen, Lev 23:43 damit eure späteren Geschlechter erfahren, daß ich die Israeliten in Hütten wohnen ließ, als ich sie aus Ägypten führte, ich, der Herr, euer Gott." Lev 23:44 Mose teilte dann den Israeliten die Festzeiten des Herrn mit. Lev 24:1 Weiter gebot der Herr dem Mose: Lev 24:2 "Befiehl den Israeliten, dir reines Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter zu bringen, damit man Tag für Tag die Lampen aufsetzen kann. Lev 24:3 Außerhalb des Vorhangs vor der Lade mit dem Gesetz im Offenbarungszelt soll Aaron ihn herrichten, damit er vom Abend bis zum Morgen beständig vor dem Herrn brenne. Dieses Gebot hat ewige Geltung für eure Geschlechter. Lev 24:4 Auf dem Leuchter von Gold soll er die Lampen zurichten, daß sie ohne Unterlaß vor dem Herrn brennen. Lev 24:5 Nimm ferner Feinmehl und backe daraus zwölf Kuchen! Zwei Zehntel sollen auf jeden Kuchen kommen. Lev 24:6 Lege sie dann in zwei Schichten, je sechs in einer Schicht, auf den goldenen Tisch vor dem Herrn! Lev 24:7 Streue auf jede Schicht reinen Weihrauch als Duftteil für das Brot und als ein Feueropfer für den Herrn! Lev 24:8 Regelmäßig an jedem Sabbat schichte man sie so vor dem Herrn auf. Diese Verpflichtung bindet die Israeliten für alle Zeiten. Lev 24:9 Sie sollen Aaron und seinen Söhnen gehören, die sie an heiliger Stätte verzehren müssen. Denn ihm stehen die hochheiligen Gaben von den Feueropfern des Herrn als ewig geltendes Recht zu." Lev 24:10 Eines Tages mischte sich der Sohn einer Israelitin, der einen Ägypter zum Vater hatte, unter die Israeliten. Da gerieten der Sohn der Israelitin und ein israelitischer Mann miteinander in Streit. Lev 24:11 Dabei lästerte der Sohn der Israelitin den Namen des Herrn durch Fluchen. Man brachte ihn deshalb zu Mose. - Seine Mutter hieß Schelomit und war die Tochter Dibris vom Stamm Dan. - Lev 24:12 Man hielt ihn in Gewahrsam, bis jener ihnen auf Grund eines Ausspruchs des Herrn Weisung gäbe. Lev 24:13 Und der Herr gebot Mose: Lev 24:14 "Laß den Lästerer vor das Lager hinausführen, und alle, die es gehört haben, sollen ihm die Hände auf das Haupt legen, und die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Lev 24:15 Zu den Israeliten aber sollst du sagen: Wenn jemand seinem Gott flucht, so soll er für seine Sünde bestraft werden. Lev 24:16 Wer den Namen des Herrn lästert, soll mit dem Tod bestraft werden. Die ganze Gemeinde soll ihn steinigen. Der Fremde wie der Einheimische soll getötet werden, wenn er den Namen des Herrn lästert. Lev 24:17 Wenn jemand einen Menschen umbringt, soll er mit dem Tod bestraft werden. Lev 24:18 Wer ein Stück Vieh totschlägt, soll es ersetzen, Tier für Tier. Lev 24:19 Fügt jemand seinem Nächsten einen Leibesschaden zu, so soll man ihm ebenso tun, wie er getan hat: Lev 24:20 Bruch um Bruch, Auge um Auge, Zahn um Zahn! Derselbe Leibesschaden, den er einem anderen beigebracht hat, soll auch ihm zugefügt werden. Lev 24:21 Wer ein Stück Vieh totschlägt, soll es ersetzen; wer einen Menschen erschlägt, soll getötet werden. Lev 24:22 Das gleiche Recht gelte bei euch für den Fremden wie für den Einheimischen. Denn ich bin der Herr, euer Gott!" Lev 24:23 Als Mose dies den Israeliten verkündet hatte, führten sie den Lästerer vor das Lager hinaus und steinigten ihn. Die Israeliten taten so, wie der Herr dem Mose geboten hatte. Lev 25:1 Der Herr gebot dem Mose auf dem Berg Sinai: Lev 25:2 "Teile den Israeliten folgende Anordnung mit: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben will, so halte das Land zu Ehren des Herrn eine Ruhezeit. Lev 25:3 Bestelle sechs Jahre dein Feld, beschneide sechs Jahre deinen Weinberg und bringe den Ertrag deines Feldes heim! Lev 25:4 Doch im siebten Jahr soll das Land völlige Ruhe haben, eine Ruhezeit zu Ehren des Herrn. Da darfst du dein Feld nicht bestellen und deinen Weinberg nicht pflegen. Lev 25:5 Auch den Nachwuchs deiner vorigen Ernte darfst du nicht einholen und die Trauben deines nicht beschnittenen Weinbergs nicht lesen. Es soll für den Boden ein Ruhejahr sein. Lev 25:6 Der Ertrag des Bodens während seiner Ruhezeit soll euch zur Nahrung dienen, dir, deinen Knechten, Mägde, Tagelöhnern und Beisassen, die bei dir leben. Lev 25:7 Auch deinem Vieh und dem Wild in deinem Land diene der gesamte Ertrag zur Nahrung. Lev 25:8 Zähle sieben solcher Ruhejahre, also siebenmal sieben Jahre ab, so daß die Zeit der sieben Ruhejahre 49 Jahre ausmacht. Lev 25:9 Dann lasse am zehnten Tag des siebten Monats das Signalhorn erschallen! Am Versöhnungstag sollt ihr überall im Land das Horn ertönen lassen. Lev 25:10 Heiligt das fünfzigste Jahr! Verkündet Freiheit für alle Bewohner im Land! Es soll für euch ein Jubeljahr sein, in dem jeder wieder in den Besitz seines Eigentums kommt und zu seiner Familie zurückkehrt. Lev 25:11 Jedes fünfzigste Jahr sei für euch ein Jubeljahr. Da dürft ihr weder säen noch den Nachwuchs einernten noch Trauben in dem nicht beschnittenen Weinberg lesen. Lev 25:12 Es ist ja Jubeljahr, eine heilige Zeit für euch. Nur das, was von selbst wächst, dürft ihr vom Feld wegessen. Lev 25:13 In einem solchen Jubeljahr soll jeder von euch wieder zu seinem Eigentum kommen. Lev 25:14 Wenn du deinem Nächsten etwas verkaufst oder von deinem Nächsten etwas kaufst, so dürft ihr einander nicht übervorteilen, Lev 25:15 sondern nach der Zahl der Jahre seit dem letzten Jubeljahr sollst du von deinem Nächsten kaufen, und nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen. Lev 25:16 Bei einer größeren Zahl der Erntejahre soll er dir einen entsprechend höheren Kaufpreis zahlen und bei einer kleineren Zahl von Jahren einen entsprechend geringeren. Denn er verkauft dir eine gewisse Anzahl von Ernten. Lev 25:17 Keiner übervorteile den anderen, sondern fürchtet euch vor eurem Gott! Denn ich bin der Herr, euer Gott! Lev 25:18 So haltet denn meine Gebote und erfüllt gewissenhaft meine Satzungen! Dann werdet ihr in Sicherheit in eurem Land wohnen. Lev 25:19 Das Land wird seinen Ertrag geben, daß ihr euch satt essen und in Sicherheit darin wohnen könnt. Lev 25:20 Wenn ihr aber fragt: Wovon sollen wir im siebten Jahr leben, wenn wir nicht säen und ernten?, Lev 25:21 so wisset: Ich werde euch im sechsten Jahr meinen Segen spenden, daß es euch den Ertrag für drei Jahre liefert. Lev 25:22 Obwohl ihr erst im achten Jahr sät, werdet ihr immer noch von der alten Ernte zu essen haben. Bis ins neunte Jahr, bis zur neuen Ernte werdet ihr altes Getreide zu essen haben. Lev 25:23 Grund und Boden darf also nicht für immer verkauft werden. Denn mir gehört das Land. Ihr seid ja nur Fremdlinge und Beisassen bei mir. Lev 25:24 Darum müßt ihr in dem Land, das ihr einnehmt, überall die Wiedereinlösung von Grund und Boden gestatten. Lev 25:25 Verarmt dein Bruder und verkauft er etwas von seinem Grundbesitz, so soll sein nächster Verwandter als Löser für ihn eintreten und das wieder einlösen, was sein Verwandter verkauft hat. Lev 25:26 Wenn jemand keinen Löser hat, aber selbst so viel Geld aufzubringen vermag, als zur Wiedereinlösung erforderlich ist, Lev 25:27 so soll er die Jahre, die seit dem Verkauf verflossen sind, in Anrechnung bringen und den Restbetrag demjenigen zurückerstatten, an den er verkauft hat, und damit wieder zu seinem Eigentum kommen. Lev 25:28 Kann er aber nicht so viel Geld beschaffen, als zur Rückerstattung erforderlich ist, so bleibt das von ihm verkaufte Grundstück im Besitz des Käufers bis zum Jubeljahr. Im Jubeljahr aber soll es zurückfallen und er wieder zu seinem Eigentum kommen. Lev 25:29 Wenn jemand ein Wohnhaus in einer ummauerten Stadt verkauft, so soll das Einlösungsrecht bis zum Abschluß des Jahres, in dem er es verkauft hat, bestehen. Ein Jahr lang soll das Einlösungsrecht für ihn bestehen. Lev 25:30 Hat aber die Einlösung bis zum Ablauf eines vollen Jahres nicht stattgefunden, so soll das Haus, das in einer ummauerten Stadt liegt, dem Käufer und dessen Nachkommen für immer verbleiben. Es soll im Jubeljahr nicht zurückfallen. Lev 25:31 Die Häuser in den Dörfern dagegen, die von keiner Mauer umgeben sind, sollen als ein Teil des Landbesitzes angesehen werden. Sie können eingelöst werden und fallen im Jubeljahr zurück. Lev 25:32 Für die Levitenstädte steht den Leviten bezüglich der Häuser in den ihnen gehörenden Städten ein ewiges Einlösungsrecht zu. Lev 25:33 Wenn einer von den Leviten sein verkauftes Haus nicht wieder einlöst, so fällt es, wenn es in einer ihm zugewiesenen Stadt liegt, im Jubeljahr wieder zurück. Denn die Häuser in den Städten der Leviten sind ihr Erbbesitz inmitten der Israeliten. Lev 25:34 Das Weideland ihrer Städte aber darf nicht verkauft werden. Denn es gehört ihnen für alle Zeit. Lev 25:35 Ist einer deiner Brüder bei dir verschuldet und nicht zahlungsfähig, so sollst du ihm helfen, als wäre er ein Fremdling oder Beisasse, damit er neben dir sein Leben fristen kann. Lev 25:36 Du darfst nicht Zins und Aufschlag von ihm nehmen, sondern fürchte dich vor deinem Gott und laß deinen Bruder neben dir leben! Lev 25:37 Du darfst ihm dein Geld nicht um Zins geben noch deine Nahrungsmittel zu Wucherpreisen. Lev 25:38 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten geführt hat, um euch das Land Kanaan zu geben und euer Gott zu sein. Lev 25:39 Wenn einer deiner Volksgenossen bei dir verschuldet ist und sich dir verkauft, so laß ihn keine Sklavendienste tun! Lev 25:40 Wie ein Tagelöhner, wie ein Beisasse soll er bei dir sein. Nur bis zum Jubeljahr soll er bei dir dienen. Lev 25:41 Dann aber soll er dich frei verlassen dürfen, er und seine Kinder, und zu seinem Geschlecht zurückkehren und wieder in den Besitz seiner väterlichen Güter gelangen. Lev 25:42 Denn sie sind meine Knechte, die ich aus Ägypten geführt habe. Sie dürfen nicht wie Sklaven verkauft werden. Lev 25:43 Du sollst nicht mit Härte über ihn herrschen, sondern dich vor deinem Gott fürchten. Lev 25:44 Wenn ihr Sklaven und Sklavinnen braucht, so dürft ihr solche von den Völkern kaufen, die rings um euch her wohnen. Lev 25:45 Auch Kinder der Beisassen, die bei euch leben, dürft ihr kaufen, sowie ihre Nachkommen, die sich bei euch aufhalten und in eurem Land geboren sind. Diese dürft ihr als Eigentum besitzen Lev 25:46 und könnt sie auf eure Kinder nach euch vererben, damit die sie als Eigentum besitzen. Ihr könnt sie dauernd zu Sklaven haben. Aber über eure Brüder, die Israeliten, dürft ihr nicht, einer über den anderen, mit Härte herrschen. Lev 25:47 Erwirbt ein Fremdling oder Beisasse neben dir Vermögen, während einer deiner Brüder bei ihm in Schuld gerät und sich dem Fremdling oder Beisassen neben dir oder einem Abkömmling aus der Familie eines Fremdlings als Sklaven verkauft, Lev 25:48 so soll, nachdem er sich verkauft hat, das Loskaufsrecht für ihn bestehen: einer von seinen Brüdern darf ihn loskaufen, Lev 25:49 mag sein Oheim oder sein Vetter, oder sonst einer seiner nächsten Blutsverwandten aus seinem Geschlecht ihn loskaufen, oder mag er selbst so viel Geld aufbringen, um sich loszukaufen. Lev 25:50 Er soll mit dem, der ihn gekauft hat, die Zeit von dem Jahr ab, da er sich verkauft hat, bis zum Jubeljahr berechnen. Der Preis, um den er sich ihm verkauft hat, soll auf die Zahl der Jahre gleichmäßig verteilt werden. Wie bei einem Lohnarbeiter soll die Dienstzeit bei ihm berechnet werden. Lev 25:51 Wenn es noch viele Jahre bis zum Jubeljahr sind, so soll er für seine Auslösung einen dementsprechenden Betrag von der Kaufsumme zurückerstatten. Lev 25:52 Sind aber nur wenige Jahre bis zum Jubeljahr übrig, so muß er danach die Berechnung anstellen. Nach seinen Dienstjahren richtet es sich, wieviel er für seine Auslösung zurückzuerstatten hat. Lev 25:53 Wie einer, der Jahr für Jahr um Lohn arbeitet, soll bei bei ihm sein, und dieser darf vor deinen Augen nicht mit Härte über ihn herrschen. Lev 25:54 Wird er aber nicht auf diese Weise losgekauft, so soll er im Jubeljahr frei ausgehen, er und seine Kinder. Lev 25:55 Denn mir gehören die Israeliten als Knechte. Meine Knechte sind sie, die ich aus Ägypten geführt habe, ich, der Herr, euer Gott. Lev 26:1 Ihr dürft euch keine Götzen machen und keine Schnitzbilder und Steinmale aufstellen, auch keine Steine mit Bildwerk in eurem Land aufrichten, um euch davor niederzuwerfen. Denn ich, der Herr, bin euer Gott! Lev 26:2 Haltet meine Ruhetage und ehrt mein Heiligtum! Ich bin der Herr! Lev 26:3 Wenn ihr nach meinen Satzungen wandelt und meine Gebote gewissenhaft beobachtet, Lev 26:4 will ich euch Regen zur rechten Zeit geben. Das Land wird seinen Ertrag liefern, und die Bäume des Feldes werden ihre Früchte spenden. Lev 26:5 Die Dreschzeit wird sich bei euch bis zur Weinlese hinziehen und die Weinlese bis zur Saatzeit. Ihr sollt Brot in Fülle zu essen haben und sicher in eurem Land wohnen. Lev 26:6 Ich werde Frieden im Land herrschen lassen, so daß ihr euch niederlegen könnt, ohne daß euch jemand aufschreckt. Auch die wilden Tiere werde ich aus dem Land verschwinden lassen, und kein Schwert soll in euer Land eindringen. Lev 26:7 Ihr werdet eure Feinde in die Flucht schlagen, und sie werden vor euch durch das Schwert fallen. Lev 26:8 Fünf von euch sollen hundert in die Flucht schlagen und hundert von euch zehntausend. Eure Feinde werden vor euch durch das Schwert fallen. Lev 26:9 Ich will mich zu euch wenden, euch zahlreich werden lassen, euch mehren und meinen Bund mit euch aufrechterhalten. Lev 26:10 Ihr werdet Altes, Abgelagertes zu essen haben und sogar das Alte wegschaffen müssen, um für das Neue Platz zu machen. Lev 26:11 Ich will meinen Wohnsitz in eurer Mitte aufschlagen und keinen Widerwillen gegen euch hegen, Lev 26:12 sondern in eurer Mitte wandeln und euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein. Lev 26:13 Ich bin der Herr, euer Gott, der euch aus Ägypten geführt habt, damit ihr ihnen nicht länger als Sklaven dienen soll