Gen 1:1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Gen 1:2 Die Erde war wüst und öde. Finsternis lag über der abgrundtiefen Flut. Gottes Geist schwebte über den Wassern. Gen 1:3 Da sprach Gott: "Es werde Licht!" Und es ward Licht. Gen 1:4 Und Gott sah das Licht: Es war gut. So schied Gott das Licht von der Finsternis. Gen 1:5 Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht. Und es ward Abend und es ward Morgen: der erste Tag. Gen 1:6 Dann sprach Gott: "Es bilde sich ein Gewölbe inmitten der Wasser und sei Scheidewand zwischen Wassern und Wassern!" Gen 1:7 Und Gott schuf das Firmament und schied die Wasser unterhalb des Firmaments von denen oberhalb des Firmaments. - Und so ward es. Gen 1:8 Das Firmament nannte Gott Himmel. Und es ward Abend und es ward Morgen: der zweite Tag. Gen 1:9 Dann sprach Gott: "Sammeln sollen sich die Wasser unterhalb des Himmels an einem Ort, daß sichtbar werde das trockene Land." - Und so ward es. Gen 1:10 Das trockene Land nannte Gott Erde, das zusammengeströmte Wasser nannte er Meer. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:11 Dann sprach Gott: "Sprossen lasse die Erde grünende, samenhaltende Kräuter und fruchttragende Bäume, die Früchte bringen nach ihrer Art, Früchte, die in sich selbst ihren Samen tragen auf der Erde." - Und so ward es. Gen 1:12 Die Erde brachte grünende, samentragende Kräuter aller Art und Bäume hervor, mit allerlei samenhaltenden Früchten. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:13 Und es ward Abend und es ward Morgen: der dritte Tag. Gen 1:14 Dann sprach Gott: "Lichter sollen am Firmament entstehen, um den Tag von der Nacht zu scheiden. Als Zeichen sollen sie dienen und Zeiten, Tage und Jahre anzeigen. Gen 1:15 Sie sollen leuchten am Himmelsgewölbe und Licht spenden der Erde!" - Und so ward es. Gen 1:16 Gott schuf die beiden großen Leuchten; die größere, daß sie beherrsche den Tag, und die kleinere, zur Beherrschung der Nacht, dazu noch die Sterne. Gen 1:17 Gott setzte sie an das Himmelsgewölbe, damit sie hinableuchten auf die Erde, Gen 1:18 über Tag und Nacht herrschen und das Licht von der Finsternis scheiden. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:19 Und es ward Abend und es ward Morgen: der vierte Tag. Gen 1:20 Dann sprach Gott: "Wimmeln soll das Wasser von lebenden Wesen, und Vögel sollen vor dem Himmelsgewölbe über die Erde dahinfliegen!" Gen 1:21 So schuf Gott die großen Seeungetüme und jedes lebende Wesen, das sich regt, von denen das Wasser wimmelt nach ihren Arten und geflügelten Vögel nach ihren Arten. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:22 Gott segnete sie und sprach: "Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt das Wasser im Meer. Und die Vögel mögen sich mehren auf der Erde!" Gen 1:23 Und es ward Abend und es ward Morgen: der fünfte Tag. Gen 1:24 Dann sprach Gott: "Die Erde bringe lebende Wesen aller Art hervor: Vieh, Gewürm und Wild des Feldes, jedes nach seiner Art!" Und so ward es. Gen 1:25 So machte Gott das Wild des Feldes nach seiner Art, das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm, das auf dem Boden kriecht, nach seiner Art. Und Gott sah: Es war gut. Gen 1:26 Dann sprach Gott: "Laßt uns den Menschen machen nach unserem Bild, uns ähnlich! Herrschen soll er über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels, über das Vieh, über alles Wild des Feldes und über alles Gewürm, das am Boden kriecht!" Gen 1:27 So schuf Gott den Menschen nach seinem Bild. Als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er ihn. Gen 1:28 Gott segnete sie und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllt die Erde. Macht sie euch untertan und herrscht über die Fische des Meeres, über die Vögel des Himmels und über jedes Lebewesen, das sich auf Erden regt!" Gen 1:29 Und Gott sprach: "Seht, ich übergebe euch alle samentragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samenhaltenden Früchten; sie sollen euch zur Nahrung dienen. Gen 1:30 Und allem Wild des Feldes, allen Vögeln des Himmels und allem, was auf dem Boden kriecht und Lebensodem in sich hat, gebe ich alle grünen Kräuter zur Speise. - Und so ward es. Gen 1:31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte und sah, es war sehr gut. Und es ward Abend und es ward Morgen: der sechste Tag. Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und ihr gesamtes Heer Gen 2:2 Und Gott vollendete am siebten Tag sein Werk, das er geschaffen und er ruhte am siebenten Tag von all seinem Werk, das er gemacht hatte. Gen 2:3 Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von all seinem Werk, das er durch seine Schöpfertat ins Dasein gerufen hatte. Gen 2:4 Das ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden: Zur Zeit, als Gott der Herr Himmel und Erde schuf, Gen 2:5 - auf der Erde gab es noch kein Gesträuch des Feldes und auf den Fluren wuchsen noch keine Pflanzen, denn Gott der Herr hatte noch keinen Regen auf die Erde fallen lassen und ein Mensch war noch nicht da, das Land zu bestellen Gen 2:6 und Flußwasser heraufsteigen zu lassen von der Erde und zu tränken den Ackerboden - Gen 2:7 da bildete Gott der Herr den Menschen aus dem Staub der Erde und hauchte in seine Nase den Odem des Lebens - so wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen. Gen 2:8 Dann legte Gott der Herr fern im Osten, in Eden, einen Garten an und brachte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. Gen 2:9 Aus dem Boden ließ Gott der Herr allerlei Bäume hervorwachsen, die einen lieblichen Anblick boten und wohlschmeckende Früchte trugen, und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gen 2:10 Von Eden her kam zur Bewässerung des Gartens ein Strom, der sich beim Heraustreten aus ihm in vier Arme verzweigte. Gen 2:11 Der erste heißt Pischon, der an Hawila vorbeifließt, wo man Gold findet - Gen 2:12 das Gold dieses Landes ist vortrefflich; dort gibt es auch Bdelliumharz und Karneolsteine. Gen 2:13 Der zweite Strom heißt Gihon - er fließt an Kusch vorbei. Gen 2:14 Der dritte Strom heißt Tigris, der östlich an Assur vorbeifließt. Der vierte Strom ist der Eufrat. - Gen 2:15 Gott der Herr nahm also den Menschen und brachte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und pflege. Gen 2:16 Und Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: "Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, Gen 2:17 nur vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen! Denn sobald du davon ißt, bist du dem Tod verfallen." Gen 2:18 Dann sprach Gott der Herr: "Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein ist. Ich will ihm eine Gehilfin machen, die ihm entspricht." Gen 2:19 Und Gott der Herr bildete aus dem Ackerboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und führte sie zum Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen werde. Und wie der Mensch ein lebendes Wesen benannte, so ist sein Name. Gen 2:20 So gab der Mensch allem Vieh und den Vögeln des Himmels und allen Tieren des Feldes Namen. - Doch für den Menschen fand er keine Gehilfin, die ihm entsprach. Gen 2:21 Deshalb ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf über den Menschen kommen. Als er eingeschlafen war, entnahm er ihm eine Rippe und füllte die Stelle wieder mit Fleisch. Gen 2:22 Die Rippe, die Gott der Herr dem Menschen entnommen hatte, gestaltete er zu einer Frau und führte sie Adam zu. Gen 2:23 Da sagte Adam: "Diese endlich ist Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese wird "Mensch" heißen, weil sie vom Menschen genommen ist. Gen 2:24 Darum verläßt der Mensch seinen Vater und seine Mutter und hängt seiner Frau an, und sie werden zu einem Fleisch. Gen 2:25 Beide waren sie nackt, der Mensch und seine Frau, und doch schämten sie sich nicht. Gen 3:1 Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte. Sie sagte zur Frau: "Hat Gott wirklich gesagt: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen?" Gen 3:2 Die Frau antwortete der Schlange: "Von den Früchten der Bäume des Gartens dürfen wir essen. Gen 3:3 Doch von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: Davon dürft ihr nicht essen, ja, sie nicht einmal anrühren, sonst müßt ihr sterben." Gen 3:4 Die Schlange erwiderte der Frau: "Keineswegs werdet ihr sterben! Gen 3:5 Gott weiß wohl: Am Tag, da ihr davon eßt, werden euch die Augen aufgehen, und ihr werdet wie Gott sein, erkennend Gut und Böse." Gen 3:6 Und die Frau sah, daß die Früchte des Baumes köstlich munden müßten, einen lieblichen Anblick darboten und es begehrenswert wäre, durch sie einsichtig zu werden. Und sie nahm von seiner Frucht und sie aß. Und sie gab davon auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß. Gen 3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie merkten, daß sie nackt waren. Sie flochten Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schurze. Gen 3:8 Als sie aber das Geräusch der Schritte Gottes des Herrn hörten, der sich zur Zeit des Tagwindes im Garten erging, versteckten sich der Mensch und seine Frau vor Gott dem Herrn zwischen den Sträuchern des Gartens. Gen 3:9 Doch Gott der Herr rief nach Adam und fragte ihn: "Wo bist du?" Gen 3:10 Der antwortete: "Als ich im Garten das Geräusch deiner Schritte hörte, fürchtete ich mich, weil ich nackt bin; so habe ich mich verborgen." Gen 3:11 Da fragte er: "Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Hast du etwa von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?" Gen 3:12 Adam antwortete: "Die Frau, die du mir zur Gefährtin gegeben hast, gab mir von dem Baum, und ich aß." Gen 3:13 Und Gott der Herr sprach zu der Frau: "Warum hast du das getan?" - Da sagte die Frau: "Die Schlange hat mich verführt; so habe ich gegessen." Gen 3:14 Da sprach Gott der Herr zur Schlange: "Weil du das getan hast, sei verflucht unter allem Vieh und allen Tieren des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen alle Tage deines Lebens! Gen 3:15 Feindschaft setze ich zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen. Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst nach seiner Ferse schnappen." Gen 3:16 Zur Frau sagte er: "Viele Beschwerden will ich dir auferlegen bei deiner Mutterschaft; in Schmerzen sollst du Kinder haben. Nach deinem Mann wirst du verlangen, er aber wird über dich herrschen." Gen 3:17 Zu Adam sagte er: "Weil du auf die Stimme deiner Frau gehört hast und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir geboten habe: Du darfst nicht von ihm essen!: soll um deinetwillen der Ackerboden verflucht sein. Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren alle Tage deines Lebens! Gen 3:18 Dornen und Disteln wird er dir tragen, und doch mußt du das Gewächs des Feldes essen. Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zur Erde zurückkehrst, von der du genommen bis. Denn Staub bist du, und zum Staub kehrst du zurück." - Gen 3:20 Der Mensch gab seiner Frau den Namen Eva; denn sie wurde die Mutter aller Lebenden. Gen 3:21 Und Gott der Herr machte dem Menschen und seiner Frau Röcke aus Fell und bekleidete sie damit. Gen 3:22 Und Gott der Herr sprach: "Siehe, der Mensch ist wie einer von uns geworden - er erkennt Gut und Böse. Damit er nur nicht seine Hand ausstreckt und vom Baum des Lebens nimmt und ißt und ewig lebt!" - Gen 3:23 So schickte ihn denn Gott der Herr aus dem Garten von Eden weg, damit er den Ackerboden bebaue, von dem er genommen war. Gen 3:24 Und er vertrieb den Menschen und stellte im Osten des Gartens von Eden die Kerubim und das zuckende Flammenschwert, zu bewachen den Weg zum Baum des Lebens. Gen 4:1 Adam erkannte Eva, seine Frau. Sie wurde guter Hoffnung und gebar den Kain. Da sagte sie: "Einen Mann habe ich erhalten mit Hilfe des Herrn!" Gen 4:2 Hierauf bekam sie nochmals einen Sohn, seinen Bruder Abel. Abel wurde ein Schafhirt, Kain ein Ackerbauer. Gen 4:3 Nach geraumer Zeit geschah es nun, daß Kain von den Früchten des Feldes dem Herrn ein Opfer darbrachte; Gen 4:4 auch Abel opferte von den Erstlingen seiner Herde, und zwar die Fettstücke. Der Herr schaute gnädig auf Abel und sein Opfer, Gen 4:5 aber auf Kain und sein Opfer achtete er nicht. Da wurde Kain sehr zornig und blickte düster vor sich hin. Gen 4:6 Der Herr aber fragte Kain: "Warum bist du zornig und schaust so düster vor dich hin? Gen 4:7 Ist es nicht so: Wenn du recht handelst, darfst du auch den Blick frei erheben, doch handelst du unrecht, lauert die Sünde, deren Verlangen auf dich gerichtet ist, vor der Tür? - Du aber sollst über sie herrschen!" Gen 4:8 Eines Tages nun, als Kain mit seinem Bruder Abel, während sie auf dem Felde waren, einen Wortwechsel hatte, fiel Kain über seinen Bruder Abel her und schlug ihn tot. Gen 4:9 Nun fragte der Herr den Kain: "Wo ist dein Bruder Abel?" Er antwortete: "Ich weiß es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders?" Gen 4:10 Da sprach er: "Was hast du getan? Laut schreit aus der Erde das Blut deines Bruders Abel zu mir. Gen 4:11 So sei denn verflucht, verbannt vom Heimatboden, der seinen Mund auftat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders zu trinken! Gen 4:12 Wenn du den Boden bestellst, gebe er dir fortan keinen Ertrag! Unstet und flüchtig sollst du auf der Erde sein. Gen 4:13 Da klagte Kain: "Zu schwer ist meine Strafe, als daß ich sie tragen könnte. Gen 4:14 Du treibst mich heute vom Ackerboden hinweg, vor deinem Angesicht muß ich mich verbergen, muß unstet und flüchtig auf der Erde sein. Jeder, der mir begegnet, wird mich erschlagen!" Gen 4:15 Der Herr antwortete ihm: "Nicht doch! Wer immer Kain tötet, soll es siebenfach büßen!" - Und der Herr machte ein Zeichen für Kain, daß niemand ihn erschlage, wer immer ihn fände. Gen 4:16 Kain ging weg vom Angesicht des Herrn und ließ sich im Lande Nod, östlich von Eden, nieder. Gen 4:17 Kain erkannte seine Frau; sie wurde guter Hoffnung und gebar Henoch. Kain gründete eine Stadt und gab ihr den Namen seines Sohnes Henoch. Gen 4:18 Dem Henoch wurde Irad geboren. Irad zeugte Mehujaël. Mehujaël zeugte Metuschaël. Metuschaël zeugte Lamech. Gen 4:19 Lamech nahm sich zwei Frauen: die eine hieß Ada, die andere Zilla. Gen 4:20 Ada gebar Jabal, der zum Stammvater derer wurde, die in Zelten und beim Vieh wohnen. Gen 4:21 Sein Bruder hieß Jubal - er wurde zum Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. Gen 4:22 Zilla gebar Tubal-Kajin, den Schmied, der Geräte aus Erz und Eisen herstellte. - Die Schwester Tubal-Kajins war Naama. Gen 4:23 Lamech sagte zu seinen Frauen: "Ada und Zilla, hört meine Rede, ihr Frauen Lamechs, lauscht meinem Spruch! Den Mann erschlage ich, der mich verwundet, den Knaben, der mich schlägt. Gen 4:24 Wird Kain siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach!" Gen 4:25 Adam erkannte wieder seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set. "Denn," sagte sie, "Gott gibt mir an Stelle Abels einen anderen Nachkommen, weil Kain jenen erschlagen hat. Gen 4:26 Auch dem Set wurde ein Sohn geboren. Er nannte ihn Enosch. - Damals begann man, den Namen des Herrn anzurufen. Gen 5:1 Dies ist das Verzeichnis der Nachkommen Adams. - Als Gott den Menschen schuf, erschuf er ihn als Gottes Ebenbild. Gen 5:2 Als Mann und Frau erschuf er ihn, segnete ihn und gab ihm, als er erschaffen war, den Namen Mensch. Gen 5:3 Im Alter von 130 Jahren wurde Adam Vater eines Sohnes, der ihm ähnlich, sein Ebenbild war. - Er nannte ihn Set. Gen 5:4 Adam lebte nach der Geburt des Set 800 Jahre und hatte noch andere Söhne und Töchter. Gen 5:5 Die ganze Lebensdauer Adams betrug 930 Jahre; dann starb er. Gen 5:6 Als Set 105 Jahre alt war, wurde er Vater des Enosch. Gen 5:7 Nach der Geburt des Enosch lebte Set noch 807 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:8 Die ganze Lebensdauer Sets betrug 912 Jahre; dann starb er. Gen 5:9 Als Enosch 90 Jahre alt war, wurde er Vater des Kenan. Gen 5:10 Nach der Geburt Kenans lebte Enosch noch 815 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:11 Die ganze Lebensdauer des Enosch betrug 905 Jahre, dann starb er. Gen 5:12 Als Kenan 70 Jahre alt war, wurde er Vater des Mahalalel. Gen 5:13 Kenan lebte nach der Geburt Mahalalels noch 840 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:14 Die ganze Lebensdauer Kenans betrug 910 Jahre; dann starb er. Gen 5:15 Als Mahalalel 65 Jahre alt war, wurde er Vater des Jered. Gen 5:16 Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch 830 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:17 Die ganze Lebensdauer Mahalalels betrug 895 Jahre; dann starb er. Gen 5:18 Als Jered 162 Jahre alt war, wurde er Vater des Henoch. Gen 5:19 Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:20 Die ganze Lebensdauer Jereds betrug 962 Jahre; dann starb er. Gen 5:21 Als Henoch 65 Jahre alt war, wurde er Vater des Metuschelach. Gen 5:22 Nach der Geburt Metuschelachs ging Henoch seinen Weg mit Gott noch 300 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:23 Die ganze Lebensdauer Henochs betrug 365 Jahre. Gen 5:24 Da Henoch nach Gottes Geboten wandelte, war er eines Tages nicht mehr da, weil Gott ihn entrückt hatte. Gen 5:25 Als Metuschelach 187 Jahre alt war, wurde er Vater des Lamech. Gen 5:26 Metuschelach lebte nach der Geburt Lamechs 782 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:27 Die ganze Lebensdauer Metuschelachs betrug 969 Jahre; dann starb er. Gen 5:28 Als Lamech 182 Jahre alt war, bekam er einen Sohn, Gen 5:29 dem er den Namen Noach gab. Er sagte: "Dieser wird uns trösten bei der mühevollen Arbeit unserer Hände an dem Ackerboden, den der Herr verflucht hat." Gen 5:30 Lamech lebte nach der Geburt Noachs 595 Jahre und hatte Söhne und Töchter. Gen 5:31 Die ganze Lebensdauer Lamechs betrug 777 Jahre; dann starb er. Gen 5:32 Als Noach 500 Jahre alt war, wurde er Vater von Sem, Ham und Jafet. Gen 6:1 Als die Menschen sich auf der Erde zu vermehren begannen und ihnen Töchter geboren wurden, Gen 6:2 sahen die Gotteskinder, daß die Menschentöchter schön waren, und sie nahmen sich aus ihnen, so viele sie wollten, zu Frauen. Gen 6:3 Da sagte der Herr: "Mein Geist wird nicht mehr lange in den Menschen bleiben. Sie sind ja nichts anderes mehr als Fleisch. Ihre Lebensdauer soll nur noch 120 Jahre betragen." Gen 6:4 Damals, als die Gotteskinder die Menschentöchter heirateten - und auch später noch - und diese ihnen Kinder gebaren, lebten die Riesen auf Erden, die Recken der Vorzeit, die hochberühmten Helden. Gen 6:5 Als der Herr sah, daß die Verderbtheit der Menschen auf Erden groß war und alles Dichten und Trachten ihres Herzens immerfort nur auf das Böse ging, Gen 6:6 reute es den Herrn, daß er die Menschen auf Erden gemacht hatte, und er war tief betrübt. Gen 6:7 So beschloß denn der Herr: "Die Menschen, die ich erschaffen habe, will ich von der Erde vertilgen, die Menschen samt dem Vieh, dem Gewürm und den Vögeln des Himmels! Denn es reut mich, daß ich sie geschaffen habe." Gen 6:8 Nur Noach fand Gnade in den Augen des Herrn. Gen 6:9 Folgendes ist Noachs Geschichte: Noach war der frömmste und untadelhafteste Mann unter seinen Zeitgenossen. Noach lebte nach Gottes Gebot. Gen 6:10 Drei Söhne hatte Noach: Sem, Ham und Jafet. Gen 6:11 Damals war die Erde verderbt vor Gott und voller Frevel. Gen 6:12 Als Gott nun sah, wie sehr die Erde verderbt war - denn die ganze Menschheit hatte sich in ihrem Tun dem Bösen zugewandt - Gen 6:13 sagte Gott zu Noach: "Das Ende aller lebenden Geschöpfe ist bei mir beschlossen, denn die Erde ist voll von den Freveltaten, die sie verübten. So will ich sie denn samt der Erde vertilgen. Gen 6:14 Mache dir eine Arche aus Zypressenholz! Baue Zellen in die Arche ein und dichte sie innen und außen mit Harz ab! Gen 6:15 Errichte sie in folgender Weise: 300 Ellen betrage die Länge der Arche, 50 Ellen ihre Breite und 30 Ellen ihre Höhe! Gen 6:16 Bringe an der Arche auch eine Lichtöffnung an und führe diese oben eine Elle hoch ganz herum! Setze dann an einer Seite die Tür zur Arche ein und lege ein unteres, mittleres und oberes Stockwerk an! Gen 6:17 Denn wisse wohl: Ich werde eine Wasserflut über die Erde kommen lassen, um alle Wesen unter dem Himmel, die Lebensodem in sich haben, zu vertilgen. Alles, was auf Erden lebt, soll umkommen Gen 6:18 Mit dir jedoch will ich einen Bund schließen. Du sollst mit deinen Söhnen, mit deiner Frau und den Frauen deiner Söhne in die Arche gehen. Gen 6:19 Von allen lebenden Wesen sollst du je ein Paar in die Arche aufnehmen, um sie mit dir am Leben zu erhalten; je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein. Gen 6:20 Von jeder Art Vögel, Vieh und Gewürm am Boden soll je ein Paar mit dir hineingehen, damit sie am Leben bleiben. Gen 6:21 Besorge dir auch alles, was an Nahrungsmitteln gebraucht wird, und speichere es bei dir auf, damit es dir und ihnen zum Lebensunterhalt diene!" Gen 6:22 Und Noach führte es ganz so aus, wie Gott ihm befohlen hatte. Gen 7:1 Und Gott sprach zu Noach: "Geh mit deiner ganzen Familie in die Arche; denn dich allein habe ich unter diesem ganzen Geschlecht als gerecht vor mir befunden. Gen 7:2 Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben Männchen und Weibchen, von den unreinen aber je zwei, ein Männchen und das Weibchen dazu, Gen 7:3 auch von den Vögeln des Himmels je sieben Männchen und Weibchen, damit sie sich später auf Erden fortpflanzen können. Gen 7:4 Denn schon in sieben Tagen lasse ich es vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde regnen und vertilge alle Wesen, die ich geschaffen habe, vom Erdboden." Gen 7:5 Noach tat ganz so, wie der Herr ihm befohlen hatte. Gen 7:6 Noach war 600 Jahre alt, als die Wasserflut über die Erde kam. Gen 7:7 Mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne begab sich Noach in die Arche vor den Wassern der Flut. Gen 7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem, was auf dem Boden kriecht, Gen 7:9 kamen je zwei, ein Männchen und ein Weibchen, zu Noach in die Arche, wie Gott es Noach befohlen hatte. Gen 7:10 Nach Ablauf von sieben Tagen brachen die Wasser der Flut über die Erde herein. Gen 7:11 Im sechshundertsten Lebensjahr des Noach, am 17. Tag des zweiten Monats, an diesem Tage brachen alle Quellen der großen Tiefe auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich. Gen 7:12 Der Regen strömte vierzig Tage und vierzig Nächte auf die Erde herab. Gen 7:13 An ebendiesem Tag gingen Noach und Noachs Söhne Sem, Ham und Jafet, sowie Noachs Frau und die drei Frauen seiner Söhne mit ihnen in die Arche, Gen 7:14 sie und alle Arten Wild, Vieh und Gewürm, das auf dem Boden kriecht, und alle Arten Vögel, alles, was Flügel und Schwingen hatte. Gen 7:15 Sie gingen zu Noach in die Arche, je ein Paar von allen Wesen, in denen Lebensodem ist. Gen 7:16 Es kam von allen Wesen immer ein Männchen und ein Weibchen herbei, wie Gott ihm befohlen hatte. Dann schloß der Herr hinter ihm zu. Gen 7:17 Hierauf ergoß sich die Flut vierzig Tage lang über die Erde. Gen 7:18 Das Wasser wuchs und hob die Arche empor, so daß sie über der Erde schwamm. Gen 7:19 Immer mehr schwoll das Wasser an und stieg hoch über die Erde empor. Die Arche aber fuhr auf dem Wasser dahin. Zu so gewaltiger Höhe schwoll das Wasser auf der Erde an, daß alle hohen Berge unter dem ganzen Himmel bedeckt wurden. Gen 7:20 Das Wasser stieg 15 Ellen hoch über die Berge empor, so daß diese überflutet wurden. Gen 7:21 Da kamen alle Wesen um, die sich auf Erden regten, Vögel, Vieh und Wild sowie alles Gewürm, das über den Boden kriecht, und auch alle Menschen. Gen 7:22 Alles, was Lebensodem in sich hatte, starb, sofern es auf dem trockenen Land lebte. Gen 7:23 So vernichtete er alle Wesen, die auf Erden lebten, den Menschen, das Vieh, das Gewürm und die Vögel des Himmels; sie wurden von der Erde vertilgt. Nur Noach und was bei ihm in der Arche war, blieb übrig. Gen 7:24 Das Wasser stieg noch 150 Tage lang weiter auf der Erde an. Gen 8:1 Da gedachte Gott des Noach und all des Wildes und Viehs, das bei ihm in der Arche war. Gott ließ deshalb einen Wind über die Erde wehen, so daß das Wasser fiel. Gen 8:2 Die Quellen der Tiefe und die Schleusen des Himmels schlossen sich, und dem Regen vom Himmel ward Einhalt getan. Gen 8:3 Das Wasser verlief sich allmählich von der Erde, und nach Verlauf von 150 Tagen nahm das Wasser ab. Gen 8:4 Am 17. Tag des siebten Monats fuhr die Arche auf einem der Berge von Ararat fest. Gen 8:5 Das Wasser nahm dann weiter ab bis zum zehnten Monat. Am ersten Tag des zehnten Monats kamen die Gipfel der Berge zum Vorschein. Gen 8:6 Nach Verlauf von vierzig Tagen öffnete Noach das Fenster der Arche, das er gemacht hatte, Gen 8:7 und schickte einen Raben aus. Dieser flog hin und her, bis das Wasser von der Erde vertrocknet war. Gen 8:8 Dann ließ er eine Taube ausfliegen, um zu sehen, ob sich das Wasser von der Erdoberfläche verlaufen habe. Gen 8:9 Da aber die Taube kein Plätzchen fand, wo ihr Fuß ruhen konnte, kam sie zu ihm in die Arche zurück; denn das Wasser bedeckte noch die ganze Erdoberfläche. Er streckte seine Hand aus, ergriff sie und holte sie zu sich in die Arche. Gen 8:10 Hierauf wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder eine Taube aus der Arche fliegen. Gen 8:11 Erst am Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe, sie hatte ein frisches Ölbaumblatt im Schnabel. Nun erkannte Noach, daß sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. Gen 8:12 Doch wartete er noch weitere sieben Tage und ließ die Taube wieder ausfliegen. Diesmal kehrte sie aber nicht mehr zu ihm zurück. Gen 8:13 Im 601. Jahr, am ersten Tag des ersten Monats begann sich das Wasser von der Erde zu verlaufen. Als jetzt Noach das Dach der Arche wegnahm und ausschaute, sah er, daß die Erdoberfläche zu trocknen anfing. Gen 8:14 Am 27 Tag des zweiten Monats war die Erde trocken geworden. Gen 8:15 Nun sprach Gott zu Noach: Gen 8:16 "Geh mit deiner Frau, deinen Söhnen und den Frauen deiner Söhne aus der Arche! Gen 8:17 Nimm mit dir all die verschiedenen Arten Tiere hinaus, die bei dir sind: Vögel, Vieh und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, damit sie sich auf der Erde frei bewegen und fruchtbar sind und sich mehren auf Erden!" Gen 8:18 Da ging Noach mit seinen Söhnen, seiner Frau und den Frauen seiner Söhne hinaus. Gen 8:19 Alle Tiere, alles Gewürm und alle Vögel, alles, was sich nur auf Erden regt, verließen Art auf Art die Arche. Gen 8:20 Dann erbaute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und reinen Vögeln ein Stück und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. Gen 8:21 Als der liebliche Duft zum Herrn emporstieg, sprach der Herr bei sich: "Ich will die Erde nicht mehr um des Menschen willen verfluchen. Wenn auch das Sinnen des Menschenherzens böse ist von Jugend auf, so will ich doch nicht mehr alle Lebewesen vertilgen, wie ich es getan habe. Gen 8:22 Fortan sollen, solange die Erde steht, Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören." Gen 9:1 Darauf segnete Gott den Noach und seine Söhne und sagte zu ihnen: "Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde! Gen 9:2 Furcht und Schrecken vor euch beherrsche alle Tiere der Erde und alle Vögel des Himmels, alles, was auf Erden sich regt, und alle Fische des Meeres; in eure Gewalt sind sie gegeben. Gen 9:3 Alles, was sich regt, was lebt, diene euch zur Nahrung. Wie einstmals die grünenden Pflanzen, so gebe ich euch jetzt alles. Gen 9:4 Nur Fleisch, das noch seine Lebenskraft, nämlich das Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen. Gen 9:5 Auch über euer Blut, von dem euer Leben abhängt, will ich Rechenschaft fordern. Von jedem Tier will ich darüber Rechenschaft fordern und von dem Menschen; über das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder. Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden. Denn nach Gottes Bild hat Gott den Menschen geschaffen. Gen 9:7 Ihr aber seid nun fruchtbar und mehrt euch! Verbreitet euch auf Erden und werdet zahlreich auf ihr!" Gen 9:8 Alsdann sagte Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: Gen 9:9 "Ich schließe jetzt einen Bund mit euch und euren Nachkommen, die nach euch sein werden, Gen 9:10 und mit allen Lebewesen, die bei euch sind, mit den Vögeln, dem Vieh und allem Wild, das bei euch ist, mit allen Tieren der Erde, die aus der Arche herausgingen. Gen 9:11 Und zwar schließe ich meinen Bund mit euch dahin, daß kein Geschöpf mehr durch das Wasser der Flut vertilgt werden soll und fürder keine Flut mehr komme, um die Erde zu verheeren." Gen 9:12 Dann fuhr Gott fort: "Dies soll das Zeichen des Bundes sein, den ich zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch sind, für ewige Zeit schließe: Gen 9:13 Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Er soll das Bundeszeichen zwischen mir und der Erde sein. Gen 9:14 Wenn ich nun Wolken über der Erde zusammenballe und der Bogen in den Wolken sichtbar wird, Gen 9:15 so will ich meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch und allen Lebewesen jeglicher Art besteht. Nie mehr soll das Wasser zur Flut werden, die alle Geschöpfe vernichtet. Gen 9:16 Wenn der Bogen in den Wolken erscheint, werde ich ihn anschauen und des ewigen Bundes zwischen Gott und allen Lebewesen jeglicher Art, die auf Erden sind, gedenken." Gen 9:17 Und Gott sagte weiter zu Noach: "Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Lebewesen auf der Erde geschlossen habe." Gen 9:18 Noachs Söhne, die aus der Arche gingen, waren Sem, Ham und Jafet; Ham ist der Vater Kanaans. Gen 9:19 Diese drei waren die Söhne Noachs. Von ihnen stammt die ganze Menschheit ab. Gen 9:20 Noach fing an, das Land zu kultivieren, und legte einen Weinberg an. Gen 9:21 Als er nun von dem Wein trank, wurde er berauscht und lag entblößt in seinem Zelt. Gen 9:22 Ham, der Vater Kanaans, betrachtete die Blöße seines Vaters und erzählte es seinen beiden Brüdern draußen. Gen 9:23 Da nahmen Sem und Jafet das Obergewand und legten es sich beide auf die Schultern, traten rückwärts hinein und bedeckten damit die Blöße ihres Vaters. Ihr Gesicht war dabei abgewandt, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen. Gen 9:24 Als Noach aus seinem Weinrausch erwachte und erfuhr, was sein jüngster Sohn ihm angetan hatte, Gen 9:25 rief er aus: "Kanaan sei verflucht! Der niedrigste Knecht soll er sein seinen Brüdern!" Gen 9:26 Dann fuhr er fort: "Der Herr, der Gott Sems, sei gepriesen! Kanaan sei sein Knecht! Gen 9:27 Weiten Raum gebe Gott dem Jafet! In den Zelten Sems soll er wohnen! Kanaan sei sein Knecht!" Gen 9:28 Noach lebte nach der Sintflut noch 350 Jahre. Gen 9:29 Die ganze Lebenszeit Noachs betrug 950 Jahre; dann starb er. Gen 10:1 Das ist die Geschlechterfolge nach den Söhnen Noachs, Sem, Ham und Jafet. Ihnen wurden nach der Flut Söhne geboren. Gen 10:2 Die Söhne Jafets sind Gomer, Magog, Madai, Jawan, Tubal, Meschech und Tiras. Gen 10:3 Die Söhne Gomers sind Aschkenas, Rifat und Togarma. Gen 10:4 Die Söhne Jawans sind Elischa, Tarschisch, die Kittäer und die Rodaniter. Gen 10:5 Von ihnen zweigten sich die Inselvölker ab nach ihren Ländern, Sprachen, Stämmen und Völkerschaften. Gen 10:6 Die Söhne Hams sind Kusch, Ägypten, Put und Kanaan. Gen 10:7 Die Söhne von Kusch sind Seba, Hawila, Sabta, Ragma und Sabtecha, und die Söhne Ragmas sind Saba und Dedan. Gen 10:8 Kusch zeugte Nimrod; dieser wurde der erste Machthaber auf der Erde. Gen 10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn. Deshalb pflegt man zu sagen: "Ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn wie Nimrod". Gen 10:10 Seine Herrschaft erstreckte sich anfangs auf Babel, Erech, Akkad und Kalne im Land Schinar. Gen 10:11 Von diesem Land zog er nach Assur aus und erbaute Ninive, Rehobot-Ir, Kelach Gen 10:12 sowie Resen, zwischen Ninive und Kelach, das ist die große Stadt. Gen 10:13 Ägypten zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naftuhiter, Gen 10:14 die Patrositer und die Kasluhiter, von denen die Philister abstammen, ferner die Kaftoriter. Gen 10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Het, Gen 10:16 ferner die Jebusiter, die Amoriter, die Girgaschiter, Gen 10:17 die Hiwiter, die Arkiter, die Siniter, Gen 10:18 die Arwaditer, die Zemariter und die Hamatiter. Als sich die Stämme der Kanaaniter weiter ausgebreitet hatten, Gen 10:19 reichte das Gebiet der Kanaaniter von Sidon, wenn man über Gerar kommt, bis Gaza, wenn man über Sodom, Gomorra, Adma und Zebojim kommt, bis Lescha. Gen 10:20 Das waren die Söhne Hams nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:21 Auch Sem, dem älteren Bruder Jafets, wurden Kinder geboren. Er ist der Stammvater aller Söhne Ebers. Gen 10:22 Die Söhne Sems sind Elam, Assur, Arpachschad, Lud und Aram. Gen 10:23 Die Söhne Arams sind Uz, Hul, Geter und Masch. Gen 10:24 Arpachschad zeugte Schelach, Schelach zeugte Eber. Gen 10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg (Teilung), denn zu seiner Zeit wurde das Land geteilt, und sein Bruder hieß Joktan. Gen 10:26 Joktan zeugte Almodad, Schelef, Hazarmawet, Jerach, Gen 10:27 Hadoram, Usal, Dikla, Gen 10:28 Obal, Abimaël, Scheba, Gen 10:29 Ofir, Hawila und Jobab. Das alles sind Söhne Joktans. Gen 10:30 Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich von Mescha, wenn man über Sefar kommt, bis ans Ostgebirge. Gen 10:31 Das waren die Söhne Sems nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:32 Das waren die Stämme der Söhne Noachs nach ihre Völkerschaften in ihren Völkern. Von ihnen zweigten sich nach der Flut die Völker der Erde ab. Gen 11:1 Das ganze Land sprach damals nur ein einzige Sprache und gebrauchte die gleichen Worte. Gen 11:2 Als sie nun von Osten aufbrachen, fanden sie eine Ebene im Land Schinar und siedelten sich dort an. Gen 11:3 Eines Tages sagten sie zueinander: "Auf! Wir wollen Ziegeln formen und sie hart brennen!" Die Ziegel dienten ihnen als Bausteine, das Erdpech als Mörtel. Gen 11:4 Dann sagten sie: "Auf! Wir wollen uns eine Stadt bauen und einen Turm, dessen Spitze bis an den Himmel reicht. Laßt uns ein Denkmal bauen, damit wir uns nicht über die ganze Erde hin zerstreuen!" Gen 11:5 Da stieg der Herr herab, um die Stadt und den Turm anzusehen, an denen die Menschen bauten. Gen 11:6 Und der Herr sagte: "Seht, ein einziges Volk sind sie und sprechen die gleiche Sprache - und das ist erst der Anfang ihres Tuns! Gen 11:7 Fortan wird für sie nichts unausführbar sein, was immer sie sich vornehmen. So wollen wir denn jetzt hinabsteigen und dort ihre Sprache verwirren, daß keiner mehr des anderen Sprache versteht!" Gen 11:8 Und der Herr zerstreute sie von dort über die ganze Erde. So mußten sie vom Ausbau der Stadt abstehen. Gen 11:9 Darum nannte man sie Babel; denn dort hat der Herr die Sprache des ganzen Landes verwirrt, und von dort hat der Herr sie über die ganze Erde zerstreut. - Gen 11:10 Dies sind die Nachkommen Sems: Sem zeugte im Alter von 100 Jahren Arpachschad, zwei Jahre nach der Flut. Gen 11:11 Nach der Geburt Arpachschads lebte Sem noch 500 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:12 Arpachschad zeugte mit 35 Jahren Schelach. Gen 11:13 Nach der Geburt Schelachs lebte Arpachschad noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:14 Schelach zeugte mit 30 Jahren Eber. Gen 11:15 Nach der Geburt Ebers lebte Schelach noch 403 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:16 Eber war 34 Jahre alt, da zeugte er Peleg. Gen 11:17 Nach der Geburt Pelegs lebte Eber noch 430 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:18 Peleg war 30 Jahre alt, da zeugte er Regu. Gen 11:19 Nach der Geburt Regus lebte Peleg noch 209 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:20 Regu war 32 Jahre alt, da zeugte er Serug. Gen 11:21 Nach der Geburt Serugs lebte Regu noch 217 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:22 Serug war 30 Jahre alt, da zeugte er Nahor. Gen 11:23 Nach der Geburt Nahors lebte Serug noch 200 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:24 Nahor war 29 Jahre alt, da zeugte er Terach. Gen 11:25 Nach der Geburt Terachs lebte Nahor noch 119 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. Gen 11:26 Terach war siebzig Jahre alt, da zeugte er Abram, Nahor und Haran. Gen 11:27 Das sind die Nachkommen Terachs: Terach zeugte Abram, Nahor und Haran; Haran zeugte Lot. Gen 11:28 Haran starb noch zu Lebzeiten seines Vaters Terach in seiner Heimat Ur in Chaldäa. Gen 11:29 Abram und Nahor aber heirateten: Abrams Frau hieß Sarai und Nahors Frau hieß Milka; diese war die Tochter Harans, des Vaters von Milka und Jiska. Gen 11:30 Sarai aber war unfruchtbar; es wurde ihr kein Kind zuteil. - Gen 11:31 Terach nahm seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und wanderte mit ihnen aus Ur in Chaldäa aus, um nach Kanaan zu ziehen. Als sie bis Haran gelangt waren, ließen sie sich daselbst nieder. Gen 11:32 Die Lebenszeit Terachs betrug 205 Jahre; dann starb Terach in Haran. Gen 12:1 Eines Tages sprach der Herr zu Abram: Zieh fort aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und vom Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Gen 12:2 Denn ich will dich zu einem großen Volk werden lassen, dich segnen und deinen Namen berühmt machen. - Segen sollst du verbreiten. Gen 12:3 Ich will segnen, die dich segnen, und will verfluchen, die dir fluchen! In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!" Gen 12:4 So zog denn Abram fort, wie ihm der Herr befohlen hatte, und mit ihm zog Lot. Abram war 75 Jahre als, als er von Haran fortzog. Gen 12:5 Abram nahm seine Frau Sarai, seinen Neffen Lot und all ihre Habe mit, die sie besaßen, und so zogen sie fort, um nach Kanaan zu wandern. Als sie nach Kanaan gekommen waren, Gen 12:6 durchzog Abram das Land bis zum Heiligtum von Sichem, bis zur Terebinthe. - Die Kanaaniter wohnten damals im Land. Gen 12:7 Der Herr erschien dem Abram und sagte: "Dieses Land will ich deinen Nachkommen schenken." - Da erbaute er dort dem Herrn, der ihm erschienen war, einen Altar. Gen 12:8 Hierauf zog er von dort weiter ins Gebirge östlich von Bet-El und schlug sein Zelt zwischen Bet-El im Westen und Ai im Osten auf; daselbst erbaute er dem Herrn einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Gen 12:9 Dann brach Abram auf und zog weiter, dem Südland zu. Gen 12:10 Als aber eine Hungersnot im Land ausbrach, zog Abram nach Ägypten, um sich dort eine Zeitlang aufzuhalten; denn die Hungersnot lastete schwer auf dem Land. Gen 12:11 Als er sich Ägypten näherte, sagte er zu seiner Frau Sarai: "Ich weiß sehr wohl, daß du eine schöne Frau bist. Gen 12:12 Wenn dich nun die Ägypter sehen, werden sie denken:>Das ist seine Frau!< und werden mich umbringen, dich aber am Leben lassen. Gen 12:13 Sage einfach, du seist meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut geht und ich deinetwegen am Leben bleibe!" Gen 12:14 Als nun Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß die Frau sehr schön war. Gen 12:15 Auch die Hofleute des Pharao sahen sie und rühmten sie vor dem Pharao. Da wurde die Frau in den Palast des Pharao geholt. Gen 12:16 Dem Abram tat er aber um ihretwillen Gutes; er erhielt Schafe, Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele. Gen 12:17 Doch der Herr schlug den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen wegen Sarai, der Frau Abrams. Gen 12:18 Da ließ der Pharao den Abram rufen und fragte: "Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir verhehlt, daß sie deine Frau ist? Gen 12:19 Warum hast du gesagt: Sie ist meine Schwester, so daß ich sie mir zur Frau nahm? Nun gut, hier hast du deine Frau; nimm sie und geh!" Gen 12:20 Dann entbot der Pharao seinetwegen Leute, die ihn mit seiner Frau und all seiner Habe fortbrachten. Gen 13:1 Abram zog mit seiner Frau und all seiner Habe aus Ägypten zurück ins Südland; auch Lot war bei ihm. Gen 13:2 Abram war inzwischen an Vieh, Silber und Gold sehr reich geworden. Gen 13:3 Aus dem Südland zog er von Ort zu Ort bis nach Bet-El, zwischen Bet-El und Ai, wo vordem sein Zelt gestanden hatte, Gen 13:4 und wo der Altar war, den er dort früher errichtet hatte. Hier rief Abram den Namen des Herrn an. Gen 13:5 Auch Lot, der mit Abram zog, besaß Schafe, Rinder und Zelte. Gen 13:6 So reichte für sie das Land nicht aus zum Beieinanderbleiben; denn ihre Herden waren zu groß, als daß sie hätten beieinander bleiben können. Gen 13:7 Es entstand Streit zwischen den Viehhirten Abrams und Lots. - Dazu waren damals noch die Kanaaniter und Perisiter im Land ansässig. Gen 13:8 So sagte Abram zu Lot: "Es soll keine Zwietracht geben zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen Hirten. Wir sind ja Brüder! Gen 13:9 Steht dir nicht das ganze Land offen? Trenne dich lieber von mir! Willst du nach links, so gehe ich rechts; willst du nach rechts, so gehe ich links." Gen 13:10 Lot erhob nun seine Augen und sah, daß die ganze Gegend am Jordan - der Herr hatte nämlich Sodom und Gomorra noch nicht zerstört - wohlbewässert war wie der Garten des Herrn, wie Ägypten, bis nach Zoar hin. Gen 13:11 Da wählte sich Lot die ganze Jordangegend aus. Dann brach Lot nach Osten auf, und sie trennten sich voneinander. Gen 13:12 Abram blieb in Kanaan wohnen. Lot dagegen ließ sich in den Ortschaften am Jordan nieder und schlug seine Zelte bis nach Sodom hin auf. Gen 13:13 Die Männer Sodoms aber waren böse und versündigten sich sehr gegen den Herrn. Gen 13:14 Der Herr aber sagte zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: "Erhebe deine Augen und schaue von dem Ort, wo du stehst, nach Norden, Süden, Osten und Westen! Gen 13:15 Denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deiner Nachkommenschaft für immer zu eigen geben. Gen 13:16 Ich will deine Nachkommenschaft zahlreich werden lassen wie den Staub der Erde. Nur wenn jemand imstande wäre, den Staub der Erde zu zählen, erst dann könnte auch deine Nachkommenschaft gezählt werden. Gen 13:17 Mache dich auf und durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite! Denn dir will ich es zu eigen geben." Gen 13:18 Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und ließ sich in der Folge bei den Terebinthen Mamres bei Hebron nieder. Hier baute er dem Herrn einen Altar. Gen 14:1 Zur Zeit Amrafels, des Königs von Schinar, Arjoch, des Königs von Ellasar, Kedor-Laomer, des Königs von Elam und Tidal, des Königs der Völker, Gen 14:2 begab es sich, daß diese mit Bera, dem König von Sodom, Birscha, dem König von Gomorra, Schinab, dem König von Adma, Schemeber, dem König von Zebojim und mit dem König von Bela, das jetzt Zoar heißt, Krieg führten. Gen 14:3 Sie alle zogen vereint in das Siddimtal, wo das Salzmeer ist. Gen 14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedor-Laomer untertan gewesen, aber im dreizehnten Jahr fielen sie ab. Gen 14:5 Im vierzehnten Jahr kamen deshalb Kedor-Laomer und die Könige, die mit ihm verbündet waren, und schlugen die Rafaïter in Aschterot-Karnajim, die Susiter in Ham, die Emiter in der Ebene von Kirjatajim Gen 14:6 und die Horiter im Bergland von Seïr bis nach El-Paran, das am Rand der Wüste liegt. Gen 14:7 Hierauf machten sie kehrt und kamen nach En-Mischpat, das jetzt Kadesch heißt, und schlugen das ganze Land der Amalekiter sowie die Amoriter, die in Hazezon-Tamar wohnten. Gen 14:8 Nun zogen der König von Sodom, der König von Gomorra, der König von Adma, der König von Zebojim und der König von Bela, das jetzt Zoar heißt, aus und stellten sich im Siddimtal zur Schlacht gegen sie auf, Gen 14:9 gegen Kedor-Laomer, König von Elam, Tidal, König der Völker, Amrafel, König von Schinar, und Arjoch, König von Ellasar: vier Könige gegen fünf. Gen 14:10 Im Siddimtal war eine Erdpechgrube neben der anderen. Als nun die Könige von Sodom und Gomorra in die Flucht geschlagen waren, gerieten sie da hinein; die übrigen flohen ins Gebirge. Gen 14:11 Da nahmen jene die gesamte Habe von Sodom und Gomorra und deren ganzen Mundvorrat mit sich und zogen von dannen. Gen 14:12 Auch Lot, den Neffen Abrams, und seine Habe nahmen sie mit und zogen ab; der hatte sich nämlich in Sodom niedergelassen. Gen 14:13 Es kam nun einer, der entronnen war, und berichtete es Abram, dem Hebräer. Dieser wohnte damals bei den Terebinthen des Amoriters Mamre, des Bruders Eschkols und Aners, die mit Abram verbündet waren. Gen 14:14 Als nun Abram hörte, daß sein Verwandter gefangen weggeführt worden sei, ließ er seine erprobten hausgeborenen Leute - 318 Mann - ausrücken und jagte jenen bis Dan nach. Gen 14:15 Des Nachts teilte er seine Leute, fiel mit seinen Knechten über sie her, schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. So holte er alle Habe zurück. Gen 14:16 Auch seinen Bruder Lot brachte er zurück; ebenso die Frauen und die übrigen Leute. Gen 14:17 Als er nach dem Sieg über Kedor-Laomer und die mit ihm verbündeten Könige zurückkehrte, zog ihm der König von Sodom in das Tal Schawe entgegen, das ist das Königstal. Gen 14:18 Und Melchisedek, der König von Salem, brachte Brot und Wein herbei - er war nämlich ein Priester des höchsten Gottes - Gen 14:19 und segnete ihn mit den Worten: "Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde! Gen 14:20 Gepriesen sei der höchste Gott, der dir deine Feinde in die Hand geliefert hat!" - Abram gab ihm den Zehnten von allem. Gen 14:21 Der König von Sodom aber sagte zu Abram: "Gib mir nur die Leute wieder! Die Habe behalte für dich!" Gen 14:22 Doch Abram antwortete dem König von Sodom: "Zum Herrn, dem höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, erhebe ich meine Hand: Gen 14:23 Keinen Faden, keinen Schuhriemen, nichts von allem, was dir gehört, nehme ich an. Du sollst nicht sagen können: Ich habe Abram reich gemacht. Gen 14:24 Ich will nichts außer dem, was die Knechte verzehrt haben, und dem Anteil der Männer, die mit mir gezogen sind: Aner, Eschkol und Mamre. Sie mögen ihren Anteil nehmen!" Gen 15:1 Nach diesen Ereignissen erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesicht also: "Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild; dein Lohn soll sehr groß sein." Gen 15:2 Abram antwortete: "Mein Herr! Herr, was kannst du mir geben, da ich kinderlos dahinleben muß und der Damaszener Eliëser Besitzer meines Vermögens wird?" Gen 15:3 Und Abram fuhr fort: "Mir hast du ja keine Nachkommenschaft gegeben, und so wird mein hausgeborener Knecht mich beerben." Gen 15:4 Da erging das Wort des Herrn an ihn also: "Nicht dieser wird dein Erbe sein, sondern ein leiblicher Sohn wird dich beerben." Gen 15:5 Und nachdem er ihn ins Freie hinausgeführt hatte, sprach er: "Blicke empor zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!" Dann fuhr er fort: "So zahlreich soll deine Nachkommenschaft sein." Gen 15:6 Abram glaubte dem Herrn, und dieser rechnete es ihm als Verdienst an. Gen 15:7 Nun sprach er zu ihm: "Ich bin der Herr, der dich aus Ur in Chaldäa geführt hat, um dir dieses Land zum Besitz zu geben." Gen 15:8 Er antwortete: "Herr, Gott, woran kann ich erkennen, daß ich es besitzen werde?" Gen 15:9 Der Herr befahl ihm: "Bringe mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege, einen dreijährigen Widder, eine Turteltaube und eine junge Taube!" Gen 15:10 Er holte ihm alle diese Tiere, teilte sie in der Mitte und legte eine Hälfte der anderen gegenüber; die Vögel aber zerteilte er nicht. Gen 15:11 Da stießen Raubvögel auf die Fleischstücke nieder; Abram aber verscheuchte sie. Gen 15:12 Als nun die Sonne unterging, überkam Abram ein tiefer Schlaf; zugleich überfielen ihn Schrecken und große Finsternis. Gen 15:13 Da sagte der Herr zu Abram: "Du sollst wissen, daß deine Nachkommen in einem fremden Land weilen werden, das ihnen nicht gehört. Sie werden anderen dienen müssen, die sie 400 Jahre lang bedrücken. Gen 15:14 Doch das Volk, dem sie hörig sind, werde ich zur Rechenschaft ziehen. Danach werden sie mit reicher Habe auswandern. Gen 15:15 Du aber wirst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in hohem Alter begraben werden. Gen 15:16 Im vierten Geschlecht werden sie hierher zurückkehren; denn das Maß der Amoriter ist noch nicht voll." Gen 15:17 Als die Sonne untergegangen und tiefe Dunkelheit eingetreten war, fuhr plötzlich ein rauchender Ofen und eine brennende Fackel zwischen jenen Opferstücken hindurch. Gen 15:18 Damals schloß der Herr mit Abram einen Bund und versprach: "Deiner Nachkommenschaft gebe ich dieses Land vom Fluß Ägyptens bis zum großen Strom, dem Eufrat, Gen 15:19 das Land der Keniter, der Kenasiter, der Kadmoniter, Gen 15:20 der Hetiter, der Perisiter, der Rafaïter, Gen 15:21 der Amoriter, der Kanaaniter, der Girgaschiter, der Hiwiter und der Jebusiter." Gen 16:1 Sarai, die Frau Abrams, hatte ihm keine Kinder geschenkt; sie hatte aber eine ägyptische Magd, die Hagar hieß. Gen 16:2 Da sagte Sarai zu Abram: "Du weißt, der Herr hat mir Kinder versagt. Geh doch hin zu meiner Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu Kindern." Abram folgte dem Vorschlag Sarais. Gen 16:3 Sarai, Abrams Frau, nahm ihre ägyptische Magd Hagar - Abram lebte schon zehn Jahre in Kanaan - und gab sie ihrem Mann Abram zur Frau. Gen 16:4 Er heiratete Hagar, und sie wurde guter Hoffnung. Als sie aber merkte, daß sie Mutter war, sah sie auf ihre Herrin geringschätzig herab. Gen 16:5 Da sagte Sarai zu Abram: "An der Kränkung, die mir zugefügt wird, trägst du die Schuld. Ich selbst habe meine Magd in deinen Schoß gegeben. Jetzt aber, wo sie merkt, daß sie guter Hoffnung ist, sieht sie geringschätzig auf mich herab. Der Herr sei Richter zwischen mir und dir!" Gen 16:6 Abram antwortete Sarai: "Deine Magd steht ja in deiner Gewalt; tu mit ihr, was dich gut dünkt!" Nun behandelte Sarai sie hart, so daß sie ihr entfloh. Gen 16:7 Der Engel des Herrn fand sie an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Weg nach Schur. Gen 16:8 Er fragte sie: "Hagar, Magd der Sarai, woher kommst du, und wohin gehst du?" Sie antwortete: "Ich bin auf der Flucht vor meiner Herrin Sarai." Gen 16:9 Der Engel des Herrn sagte zu ihr: "Kehre heim zu deiner Herrin und unterwirf dich ihrer Gewalt!" Gen 16:10 Und weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Ich will deine Nachkommenschaft so zahlreich machen, daß sie vor Menge nicht gezählt werden kann." Gen 16:11 Ferner sagte der Engel des Herrn zu ihr: "Du bist ja jetzt guter Hoffnung und wirst einen Sohn gebären, dem du den Namen Ismael(= Gott hört) geben sollst; denn der Herr hat auf deinen Notschrei gehört. Gen 16:12 Er wird ein Mensch sein, der dem Wildesel gleicht. Seine Hand wird gegen alle und die Hand aller gegen ihn sein. Trotzig wird er in der Nähe aller seiner Brüder wohnen." Gen 16:13 Da nannte sie den Herrn, der mit ihr geredet hatte, El-Roï (Du bist ein Gott des Schauens); "denn," sagte sie, "ich habe wirklich den gesehen, der nach mir schaute". Gen 16:14 Darum nennt man den Brunnen Beer-Lahai-Roï (Brunnen des Lebendigen, der da schaute). Er liegt, wie bekannt, zwischen Kadesch und Bered. Gen 16:15 Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar schenkte, Ismael. Gen 16:16 Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram Ismael gebar. Gen 17:1 Als nun Abram 99 Jahre alt war, erschien der Herr dem Abram und sagte zu ihm: "Ich bin der Allmächtige. Wandle vor mir und sei vollkommen! Gen 17:2 Ich schließe einen Bund zwischen mir und dir: Ich werde dir überaus zahlreiche Nachkommenschaft geben." Gen 17:3 Da warf sich Abram auf sein Angesicht nieder, und Gott redete mit ihm also: Gen 17:4 "Ja, ich schließe einen Bund mit dir: Du sollst der Stammvater gar vieler Völker werden. Gen 17:5 Darum sollst du fortan nicht mehr Abram heißen, sondern Abraham sei dein Name; denn zum Stammvater gar vieler Völker bestimme ich dich. Gen 17:6 Ja, ich will deine Nachkommenschaft überaus zahlreich werden lassen. Völker sollen von dir abstammen und Könige von dir ihre Herkunft ableiten. Gen 17:7 Ich schließe einen ewigen Bund zwischen mir und dir und deiner Nachkommenschaft, Geschlecht auf Geschlecht: Dein Gott will ich sein und der Gott deiner Nachkommen. Gen 17:8 Dir und deiner Nachkommenschaft will ich das Land, in dem du jetzt als Fremdling weilst, ganz Kanaan, als ewiges Besitztum geben. Und ich will ihr Gott sein." Gen 17:9 Und Gott sprach weiter zu Abraham: "So haltet meinen Bund, du und deine Nachkommenschaft in allen Geschlechtern! Gen 17:10 Das ist mein Bund, den ihr wahren sollt, zwischen mir und euch samt euren Nachkommen: Alles Männliche soll bei euch beschnitten werden. Gen 17:11 Die Beschneidung soll an eurer Vorhaut vorgenommen werden. Dies sei das Bundeszeichen zwischen mir und euch. Gen 17:12 Im Alter von acht Tagen soll jedes Knäblein beschnitten werden, Geschlecht für Geschlecht; auch der hausgeborene Knecht sowie der von irgendeinem Fremden für Geld angekaufte Sklave, der nicht deines Stammes ist! Gen 17:13 Beschnitten soll werden sowohl der in deinem Haus geborene Knecht als auch der von dir um Geld erkaufte Sklave. So soll mein Bund ewig eurem Fleisch eingeprägt sein. Gen 17:14 Ein unbeschnittener Mann soll aus der Mitte seiner Volkgenossen ausgerottet werden; er hat den Bund mit mir gebrochen. Gen 17:15 Ferner sagte Gott zu Abraham: "Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara soll ihr Name sein! Gen 17:16 Denn ich will sie segnen und dir von ihr einen Sohn schenken. Ja, ich will sie segnen: Völker sollen von ihr abstammen und Völkerkönige von ihr ihre Herkunft ableiten." Gen 17:17 Da warf sich Abraham auf sein Angesicht nieder und lachte, denn er dachte bei sich: "Kann einem Hundertjährigen noch ein Sohn geboren werden, oder sollte Sara, die Neunzigjährige, noch Mutter werden können?" Gen 17:18 Darum sagte Abraham zu Gott: "Möchte nur Ismael, wenn es dir gefällt, am Leben bleiben!" Gen 17:19 Gott aber antwortete: "Nein, deine Frau Sara wird dir einen Sohn gebären; den sollst du Isaak nennen! Mit ihm schließe ich einen ewigen Bund, der auch für seine Nachkommen gilt. Gen 17:20 Aber auch hinsichtlich Ismaels habe ich dich erhört: Ich segne auch ihn und lasse ihn fruchtbar werden und schenke ihm überaus zahlreiche Nachkommen. Zwölf Fürsten wird er zu Nachkommen haben, und zum Stammvater eines großes Volkes will ich ihn machen. Gen 17:21 Meinen Bund jedoch will ich nur mit Isaak schließen, den dir im folgenden Jahr um diese Zeit Sara gebären wird." Gen 17:22 Als Gott seine Rede mit ihm beendet hatte, fuhr er vor Abraham empor. Gen 17:23 Darauf nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle in seinem Haus Geborenen sowie alle für Geld von ihm Erkauften, alle männlichen Personen im Haus Abrahams, und beschnitt an ebendiesem Tag ihre Vorhaut, wie Gott ihm geboten hatte. Gen 17:24 Abraham aber war 99 Jahre alt, als seine Vorhaut beschnitten wurde. Gen 17:25 Sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als seine Vorhaut beschnitten wurde. Gen 17:26 An ein und demselben Tag wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten, Gen 17:27 und mit ihm wurden alle männlichen Personen in seinem Haus beschnitten, sowohl die im Haus Geborenen als die mit Geld von Fremden Angekauften. Gen 18:1 Eines Tages erschien ihm der Herr bei den Terebinthen Mamres, während er um die heiße Zeit des Tages am Zelteingang saß. Gen 18:2 Als er nämlich seine Augen erhob und um sich blickte, standen drei Männer vor ihm. Kaum hatte er sie bemerkt, lief er ihnen vom Zelteingang entgegen, verneigte sich bis zum Boden Gen 18:3 und sagte: "O Herr, finde ich in deinen Augen Gnade, so gehe doch nicht bei deinem Knecht vorüber. Gen 18:4 Es darf doch, bitte, ein wenig Wasser gebracht werden, daß ihr euch die Füße waschen könnt. Dann laßt euch unter dem Baum nieder! Gen 18:5 Ich will euch auch etwas zu essen holen, damit ihr euch stärkt. Danach mögt ihr weiterziehen. Denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorübergekommen." Und sie sprachen: "Tue, wie du gesagt hast!" Gen 18:6 Da eilte Abraham zu Sara ins Zelt und sagte: "Nimm schnell drei Maß Mehl, Feinmehl, knete es und backe Kuchen!" Gen 18:7 Dann eilte Abraham zu den Rindern, nahm ein zartes, fettes Kalb und übergab es dem Knecht, und dieser beeilte sich, es zuzubereiten. Gen 18:8 Dann holte er Butter und Milch und das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor. Er selbst aber bediente sie unter dem Baum, während sie aßen. Gen 18:9 Sie fragten ihn nun: Wo ist deine Frau Sara?" Er antwortete: "Hier im Zelt." Gen 18:10 Da sagte der Herr: "Übers Jahr um diese Zeit kehre ich zu dir zurück. Dann wird Sara, deine Frau, einen Sohn haben." - Sara horchte aber am Zelteingang, der hinter seinem Rücken war. Gen 18:11 Da nun Abraham und Sara alt und hochbetagt waren und es Sara nicht mehr erging, wie es den Frauen ergeht, Gen 18:12 lachte Sara in sich hinein; denn sie dachte: "Nachdem ich verblüht bin, soll ich noch an Liebe denken? - Mein Herr ist gleichfalls alt!" Gen 18:13 Doch der Herr sagte zu Abraham: "Warum lacht denn Sara und denkt dabei: Sollte ich wirklich noch Mutter werden können, nachdem ich alt geworden? Gen 18:14 Ist etwa für den Herrn irgend etwas unmöglich? Übers Jahr um diese Zeit komme ich wieder zu dir. Dann wird Sara einen Sohn haben." Gen 18:15 Da leugnete Sara und sagte: "Ich habe nicht gelacht." - Denn sie fürchtete sich. Er aber entgegnete: "Doch, du hast gelacht." Gen 18:16 Nun brachen die Männer von dort auf und wandten sich gen Sodom. Abraham ging mit ihnen, um ihnen das Geleit zu geben. Gen 18:17 Da dachte der Herr: "Soll ich vor Abraham geheimhalten, was ich zu tun vorhabe? Gen 18:18 Abraham soll doch zu einem großen und mächtigen Volk werden, und in ihm sollen alle Völker der Erde gesegnet sein. Gen 18:19 Denn ich habe ihn erkannt, auf daß er seinen Kindern und seiner Nachkommenschaft gebietet, den Weg des Herrn einzuhalten durch Übung von Gerechtigkeit und Recht, damit der Herr an Abraham in Erfüllung gehen lasse, was er ihm verheißen hat." Gen 18:20 So sprach denn der Herr: "Die Klage über Sodom und Gomorra ist gar groß geworden und ihre Sünde sehr schwer. Gen 18:21 Darum will ich hinabgehen und zusehen, ob sie so gehandelt haben, wie die Klage, die zu mir gedrungen ist, von ihnen meldet oder nicht. Ich will es wissen." Gen 18:22 Hierauf wandten sich die anderen Männer von dort gen Sodom, während Abraham noch vor dem Herrn stehenblieb. Gen 18:23 Da trat Abraham näher heran und sagte: "Willst du wirklich den Gerechten zugleich mit dem Gottlosen umkommen lassen? Gen 18:24 Vielleicht gibt es in der Stadt fünfzig Gerechte. Willst du sie wirklich mitvertilgen oder nicht lieber den Ort verschonen um der fünfzig Gerechten willen, die darin sind? Gen 18:25 Es liege dir fern, so zu handeln, daß du den Gerechten mit dem Gottlosen wegraffst und es dem Gerechten ebenso ergeht wie dem Gottlosen! Das liege dir fern! Sollte der Richter der ganzen Welt nicht Gerechtigkeit üben?" Gen 18:26 Da antwortete der Herr: "Fände ich in Sodom fünfzig Gerechte in der Stadt, so wollte ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben." Gen 18:27 Abraham begann von neuem und sprach: "Ich habe mich nun einmal unterfangen, zum Herrn zu reden, obwohl ich nur Staub und Asche bin. Gen 18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten noch fünf. Willst du wegen dieser fünf die ganze Stadt zerstören?" Er antwortete: "Ich will sie nicht zerstören, wenn ich dort fünfundvierzig finde." Gen 18:29 Darauf redete er abermals mit ihm und sagte: "Vielleicht finden sich dort nur vierzig." Jener erwiderte: "Auch um der vierzig willen, tue ich es nicht." Gen 18:30 Da sagte er: "Ach, zürne nicht, Herr, wenn ich nochmals rede! Vielleicht finden sich nur dreißig dort." Er entgegnete: "Ich will es auch nicht tun, wenn ich dort dreißig finde." Gen 18:31 Da sagte er: "Ich habe mich nun einmal unterfangen, zum Herrn zu sprechen! Vielleicht finden sich nur zwanzig dort." Er antwortete: "Ich werde sie auch um der zwanzig willen nicht vernichten." Gen 18:32 Nun sagte er: "Ach zürne nicht, Herr, wenn ich nur noch dies eine Mal rede! Vielleicht finden sich dort nur zehn." Er erwiderte: "Ich werde sie auch um der zehn willen nicht vernichten." Gen 18:33 Hierauf ging der Herr sogleich nach Beendigung des Gesprächs mit Abraham weg. Abraham aber kehrte nach Hause zurück. Gen 19:1 Als die beiden Engel am Abend nach Sodom kamen, saß Lot gerade im Tor von Sodom. Sobald Lot sie erblickte, erhob er sich vor ihnen, verneigte sich bis auf den Boden Gen 19:2 und sagte: "Ich bitte euch, meine Herren, kehrt doch zum Übernachten in das Haus eures Knechtes ein und wascht euch die Füße! Morgen früh mögt ihr dann aufbrechen und eures Weges ziehen!" Sie aber entgegneten: "Nein, wir wollen im Freien übernachten." Gen 19:3 Doch er nötigte sie dringend, bis sie bei ihm einkehrten und in sein Haus kamen. Nun bereitete er ihnen ein Mahl und ließ ungesäuerte Kuchen backen, und sie aßen. Gen 19:4 Noch hatten sie sich aber nicht schlafen gelegt, als die Männer der Stadt Sodom das Haus umringten, jung und alt, die ganze Bevölkerung bis auf den letzten Mann. Gen 19:5 Sie riefen Lot und sagten zu ihm: "Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bringe sie zu uns heraus, damit wir sie erkennen!" Gen 19:6 Da ging Lot zu ihnen hinaus vor die Tür, schloß aber die Tür hinter sich zu Gen 19:7 und sagte: "Liebe Brüder, begeht doch keinen solchen Frevel! Gen 19:8 Hört, ich habe noch zwei Töchter, die keinen Mann erkannt haben! Die will ich zu euch herausbringen. Tut mit ihnen, was euch beliebt! Doch diesen Männern dürft ihr nichts tun; denn sie haben sich in den Schatten meines Daches begeben!" Gen 19:9 Doch sie schrien: "Pack dich weg!" Und sie sagten: "Der ist doch nur als Fremdling hierhergekommen und will nun den Herrn spielen! Jetzt wollen wir dir noch Schlimmeres antun als jenen!" Und sie drangen ungestüm auf den Mann, auf Lot, ein und kamen immer näher, um die Tür zu erbrechen. Gen 19:10 Da streckten jene Männer ihre Hand hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus und verschlossen die Tür. Gen 19:11 Die Leute vor der Haustür, klein und groß, schlugen sie mit Blindheit, so daß sie sich vergeblich bemühten, den Eingang zu finden. Gen 19:12 Hierauf sagten die Männer zu Lot: "Wenn du sonst noch jemand hier hast, einen Schwiegersohn, deine Söhne und Töchter, und wer sonst noch in der Stadt dir angehört, den führe weg von diesem Ort! Gen 19:13 Denn wir werden diese Stätte zerstören, weil über sie schwere Klage vor dem Herrn laut geworden ist. Darum sandte uns der Herr, sie zu verderben." Gen 19:14 Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die Töchter von ihm geheiratet hatten, und sagte: "Auf, zieht weg von diesem Ort, denn der Herr will diese Stadt vertilgen!" Aber seine Schwiegersöhne dachten, er treibe nur Scherz mit ihnen. Gen 19:15 Als die Morgenröte anbrach, drängten die Engel Lot zur Eile mit den Worten: "Auf! Nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die noch daheim sind, damit nicht auch du wegen der Sündhaftigkeit der Stadt hinweggerafft wirst!" Gen 19:16 Als er immer noch zögerte, faßten die Männer ihn, seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand. Denn der Herr wollte ihn verschonen. Sie führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. Gen 19:17 Während sie sie hinausführten, sagte der eine: "Rette dich, es gilt dein Leben! Schau dich nicht um und bleibe nirgends in der Jordanebene stehen! Fliehe ins Gebirge, damit du nicht auch ums Leben kommst!" Gen 19:18 Lot antwortete ihnen: "Ach nein, Herr! Gen 19:19 Gewiß, dein Knecht hat Gnade gefunden in deinen Augen, und du erweist mir große Barmherzigkeit, daß du mich am Leben erhältst; aber ins Gebirge darf ich nicht fliehen. Wie leicht könnte mich dabei das Verderben ereilen, so daß ich doch sterben müßte! Gen 19:20 Siehe, die Stadt dort ist nahe genug, um mich dahin flüchten zu können. Auch ist sie nur klein. Dorthin möchte ich mich flüchten. Sie ist klein. So bliebe ich am Leben." Gen 19:21 Er antwortete ihm: "Nun wohl, auch in diesem Punkt will ich auf dich Rücksicht nehmen, daß ich die Stadt, von der du sprichst, nicht zerstöre. Gen 19:22 Flüchte dich eilends dorthin; denn ich kann nichts tun, bevor du dort angelangt bist!" - Darum nannte man die Stadt Zoar (die Kleine). Gen 19:23 Die Sonne ging gerade auf, als Lot nach Zoar kam. Gen 19:24 Nun ließ der Herr auf Sodom und Gomorra vom Herrn her, vom Himmel herab, Schwefel und Feuer regnen. Gen 19:25 So vernichtete er diese Städte, die ganze Gegend samt allen Bewohnern der Städte und allem, was auf den Fluren wuchs. Gen 19:26 Als seine Frau sich hinter ihm umschaute, wurde sie zu einer Salzsäule. Gen 19:27 Früh am anderen Morgen begab sich Abraham an die Stätte, wo er vor dem Herrn gestanden hatte. Gen 19:28 Als er auf Sodom und Gomorra und auf das ganze Gebiet hinabschaute, sah er, wie ein Qualm vom Land aufstieg gleich dem Qualm eines Schmelzofens. Gen 19:29 Gott gedachte also des Abraham, als Gott die Städte der Gegend vernichtete, und ließ Lot aus der Zerstörung entkommen, während er die Städte vertilgte, in denen Lot gewohnt hatte. Gen 19:30 Lot zog von Zoar weiter hinauf und ließ sich mit seinen Töchtern im Gebirge nieder; denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben. Er wohnte mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle. Gen 19:31 Da sagte die Ältere zu der Jüngeren: "Unser Vater ist alt, und es gibt keinen Mann mehr im Land, der Umgang mit uns haben möchte, wie es in aller Welt Brauch ist. Gen 19:32 Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, damit wir durch unseren Vater Kinder bekommen!" Gen 19:33 Sie gaben nun ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken; dann ging die Ältere hin und legte sich zu ihrem Vater. Er aber merkte nicht, wie sie sich hinlegte, noch wie sie aufstand. Gen 19:34 Am anderen Morgen sagte die Ältere zu der Jüngeren: "Siehe, ich lag heute nacht bei meinem Vater. Wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben. Dann geh hinein und leg dich zu ihm, damit wir durch unseren Vater Kinder bekommen!" Gen 19:35 So gaben sie ihrem Vater auch in dieser Nacht Wein zu trinken. Dann ging die Jüngere hin und legte sich zu ihm. Er aber merkte nicht, wie sie sich hinlegte, noch wie sie aufstand. Gen 19:36 Also wurden die beiden Töchter Lots durch ihren Vater guter Hoffnung. Gen 19:37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab; er ist der Stammvater der heutigen Moabiter. Gen 19:38 Auch die Jüngere gebar einen Sohn und nannte ihn Ben-Ammi; er ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. Gen 20:1 Danach zog Abraham in das Gebiet des Südlandes und nahm seinen Aufenthalt zwischen Kadesch und Schur. Als er sich in Gerar aufhielt, Gen 20:2 stellte Abraham seine Frau Sara überall als seine Schwester vor. Abimelech, der König von Gerar, sandte nun hin und ließ Sara holen. Gen 20:3 Doch Gott kam des Nachts im Traum zu Abimelech und sprach: "Du mußt sterben wegen der Frau, die du dir hast holen lassen; sie ist ja eine Ehefrau!" Gen 20:4 Da Abimelech sich ihr noch nicht genaht hatte, antwortete er: "O Herr, du bringst doch nicht Unschuldige um! Gen 20:5 Hat er doch selbst zu mir gesagt: Sie ist meine Schwester; und auch sie hat erklärt: Er ist mein Bruder. In der Unschuld meines Herzens und mit reinen Händen habe ich so gehandelt." Gen 20:6 Da sagte Gott weiter zu ihm im Traum: "Auch ich weiß, daß du in der Unschuld deines Herzens so gehandelt hast. Ich selber habe dich davor bewahrt, dich gegen mich zu versündigen. Darum habe ich es nicht zugelassen, daß du sie berührtest. Gen 20:7 So gib jetzt dem Mann seine Frau zurück, denn er ist ein Prophet! Er wird Fürbitte für dich einlegen, daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht zurück, so wisse, daß du sterben mußt samt allen, die dir angehören." Gen 20:8 Früh am anderen Morgen rief Abimelech alle seine Diener zusammen und teilte ihnen den ganzen Vorfall mit. Die Männer gerieten in große Furcht. Gen 20:9 Abimelech ließ Abraham rufen und sprach zu ihm: "Was hast du uns angetan? Worin habe ich mich gegen dich verfehlt, daß du so schwere Schuld über mich und mein Reich gebracht hast? Was nimmermehr geschehen durfte, hast du mir angetan." Gen 20:10 Und Abimelech fragte den Abraham: "Was hast du damit beabsichtigt, daß du so gehandelt hast?" Gen 20:11 Abraham antwortete: "Ich dachte: Wenn an diesem Ort keine Gottesfurcht herrscht, wird man mich um meiner Frau willen ums Leben bringen. Gen 20:12 Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter, und so konnte sie meine Frau werden. Gen 20:13 Als mich nun Gott aus meinem Vaterhaus ins Ungewisse hinausziehen hieß, sagte ich zu ihr: Das mußt du mir zuliebe tun: Überall, wohin wir kommen, sage von mir: Er ist mein Bruder." Gen 20:14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Knechte und Mägde und schenkte sie Abraham; auch seine Frau Sara gab er ihm zurück. Gen 20:15 Abimelech fügte bei: "Mein Land steht dir offen; bleibe, wo es dir gefällt!" Gen 20:16 Zu Sara sagte er: "Hier gebe ich deinem Bruder tausend Silberstücke. Das soll für dich eine Entschädigung in den Augen aller sein, die bei dir sind. Nun bist du in jeder Beziehung gerechtfertigt." Gen 20:17 Abraham legte bei Gott Fürbitte ein, und Gott heilte den Abimelech, seine Frau und seine Mägde, so daß sie wieder Kinder bekommen konnten. Gen 20:18 Denn der Herr hatte jeden Mutterschoß im Haus Abimelechs verschlossen wegen Sara, der Frau Abrahams. Gen 21:1 Der Herr suchte Sara heim, wie er verheißen hatte, und der Herr tat an ihr, wie er vorausgesagt hatte. Gen 21:2 Sara wurde guter Hoffnung und gebar dem Abraham in seinem Alter einen Sohn zu der Zeit, die Gott vorhergesagt hatte. Gen 21:3 Abraham gab seinem neugeborenen Sohn, den ihm Sara geschenkt hatte, den Namen Isaak. Gen 21:4 Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als dieser acht Tage alt war, wie ihm Gott befohlen hatte. Gen 21:5 Hundert Jahre war Abraham, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. Gen 21:6 Da sprach Sara: "Ein Lachen hat mir Gott bereitet. Jeder, der davon hört, wird um meinetwillen lachen." Gen 21:7 Weiter sagte sie: "Wer hätte je dem Abraham gesagt, daß Sara noch Kinder stillen würde? Und doch habe ich ihm in seinem Alter einen Sohn geboren." Gen 21:8 Der Knabe wuchs heran und wurde entwöhnt. Am Tag der Entwöhnung Isaaks veranstaltete Abraham ein großes Mahl. Gen 21:9 Als Sara den Sohn der Ägypterin Hagar, den diese dem Abraham geboren hatte, spielen sah, Gen 21:10 sagte sie zu Abraham: "Jage diese Magd mit ihrem Sohn fort! Denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit Isaak, meinem Sohn, erben!" Gen 21:11 Die Sache aber mißfiel Abraham seines Sohnes wegen sehr. Gen 21:12 Da sagte Gott zu Abraham: "Laß es dir um den Knaben und deine Magd nicht leid sein! Willfahre Sara in allem, was sie dir sagt! Denn nur die von Isaak abstammen, sollen als deine Nachkommen gelten. Gen 21:13 Doch auch den Sohn der Magd mache ich zu einem Volk, weil er dein Nachkomme ist." Gen 21:14 So nahm denn Abraham am anderen Morgen in der Frühe Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab dies der Hagar, indem er es ihr auf die Schulter legte. Auch den Knaben gab er ihr und schickte sie fort. Da ging sie weg und irrte in der Wüste von Beerscheba umher. Gen 21:15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende ging, legte sie den Knaben unter einem der Sträucher nieder, Gen 21:16 ging hin und setzte sich abseits, einen Bogenschuß weit entfernt; "denn," dachte sie, "ich kann das Sterben des Kindes nicht mit ansehen." So saß sie abseits und begann laut zu weinen. Gen 21:17 Gott aber hörte auf den Wehruf des Knaben, und der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her zu: "Was ist dir, Hagar? Verzage nicht! Denn Gott hat den Wehruf des Knaben da, wo er liegt, gehört. Gen 21:18 Geh, nimm den Knaben und halte ihn fest an der Hand! Fürwahr, ich will ihn zu einem großen Volk werden lassen!" Gen 21:19 Dann tat Gott ihr die Augen auf, daß sie einen Wasserquell erblickte. Sie ging hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. Gen 21:20 Und Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und nahm seinen Aufenthalt in der Wüste und wurde ein Meister im Bogenschießen. Gen 21:21 Er ließ sich in der Wüste Paran nieder. Seine Mutter nahm ihm eine Frau aus Ägypten. Gen 21:22 In jener Zeit sagte Abimelech in Gegenwart seines Heerführers Pichol zu Abraham: "Gott ist mit dir in allem, was du tust. Gen 21:23 Darum schwöre mir hier bei Gott, daß du weder an mir, noch an meiner gesamten Nachkommenschaft treulos handeln wirst! Wie ich dir Freundschaft erwiesen habe, so sollst du sie auch mir erweisen und dem Land, in dem du dich als Gast aufhältst." Gen 21:24 Abraham antwortete: "Ja, ich will den Schwur leisten." Gen 21:25 Abraham aber stellte den Abimelech zur Rede wegen des Brunnens, den die Knechte Abimelechs mit Gewalt weggenommen hatten. Gen 21:26 Abimelech erwiderte: "Ich weiß nicht, wer dies getan hat. Du hast mir nichts davon gesagt, noch habe ich bis heute etwas davon gehört." Gen 21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie schlossen einen Vertrag miteinander. Gen 21:28 Als Abraham sieben Lämmer abgesondert hinstellte, Gen 21:29 fragte Abimelech den Abraham: "Was sollen diese sieben Lämmer bedeuten, die du abgesondert hinstellst?" Gen 21:30 Er antwortete: "Die sieben Lämmer mußt du von mir annehmen; denn die Gabe soll mir zum Zeugnis dienen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe." Gen 21:31 Darum nannte man diesen Ort Beerscheba, weil sie dort einander geschworen haben. Gen 21:32 So schlossen sie einen Vertrag in Beerscheba. Dann brachen Abimelech und sein Heerführer Pichol auf und kehrten ins Philisterland zurück. Gen 21:33 Abraham aber pflanzte eine Tamariske zu Beerscheba und rief daselbst den Namen des Herrn, des ewigen Gottes, an. Gen 21:34 Abraham hielt sich noch lange Zeit als Fremdling im Philisterland auf. Gen 22:1 Nach diesen Begebenheiten stellte Gott Abraham auf die Probe und sagte zu ihm: "Abraham!" - Der antwortete: "Hier bin ich." Gen 22:2 Er sprach: "Nimm Isaak, deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, und zieh in die Gegend von Morija und bringe ihn dort zum Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!" Gen 22:3 So schirrte denn Abraham früh am anderen Morgen seinen Esel, nahm zwei seiner Knechte und seinen Sohn Isaak mit sich, spaltete Holz zu einem Brandopfer, brach dann auf und zog nach dem Ort, den Gott ihm angegeben hatte. Gen 22:4 Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort in der Ferne liegen. Gen 22:5 Da sagte Abraham zu seinen Knechten: "Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, um anzubeten. Wir kommen dann wieder zu euch zurück" Gen 22:6 Hierauf nahm Abraham das Holz zum Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm Feuer und Schlachtmesser mit, und so gingen die beiden miteinander. Gen 22:7 Da sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: "Mein Vater!" - Dieser antwortete: "Hier bin ich, mein Sohn." - Er fragte nun: "Feuer und Holz sind wohl da, aber wo ist das Schaf zum Brandopfer?" Gen 22:8 Abraham antwortete: "Gott wird sich das Schaf zum Brandopfer schon ersehen, mein Sohn." - So gingen beide miteinander weiter. Gen 22:9 Als sie an den Ort gekommen waren, den Gott ihm bezeichnet hatte, errichtete Abraham daselbst einen Altar und schichtete das Holz auf. Er band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Gen 22:10 Darauf streckte Abraham seine Hand aus und ergriff das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Gen 22:11 Doch der Engel des Herrn rief ihm vom Himmel her zu: "Abraham, Abraham!" - Der antwortet: "Hier bin ich." Gen 22:12 Der Engel sprach: "Lege nicht Hand an den Knaben und tue ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, daß du gottesfürchtig bist und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast." Gen 22:13 Als Abraham um sich schaute, sah er im Hintergrund einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Dickicht verfangen hatte. Abraham ging hin, holte den Widder und brachte ihn an Stelle seines Sohnes als Brandopfer dar. Gen 22:14 Abraham nannte diesen Ort: "Jahwe-Jire" (= Der Herr sieht), so daß man noch heute sagt: "Auf dem Berg läßt sich der Herr sehen." Gen 22:15 Darauf rief der Engel des Herrn dem Abraham zum zweitenmal vom Himmel her zu Gen 22:16 und sprach: "Ich schwöre bei mir, lautet der Spruch des Herrn: Dafür, daß du dies getan und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, Gen 22:17 will ich dich reichlich segnen und deine Nachkommenschaft so zahlreich werden lassen wie die Sterne des Himmels und wie den Sand am Gestade des Meeres, und deine Nachkommenschaft soll die Tore ihrer Feinde erobern. Gen 22:18 Alle Völker der Erde sollen durch deine Nachkommenschaft gesegnet werden zum Lohn dafür, daß du auf meinen Befehl gehört hast." Gen 22:19 Darauf kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück. Sie machten sich auf und begaben sich miteinander nach Beerscheba, und Abraham blieb in Beerscheba wohnen. Gen 22:20 Nach diesen Begebenheiten wurde dem Abraham gemeldet: "Auch Milka hat deinem Bruder Nahor Söhne geboren: Gen 22:21 Uz, seinen Erstgeborenen, und dessen Brüder Bus sowie Kemuël, den Stammvater der Aramäer, Gen 22:22 ferner Kesed, Haso, Pildasch Jidlaf und Betuël. Gen 22:23 Betuël aber war der Vater der Rebekka. - Diese acht gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams. Gen 22:24 Auch seine Nebenfrau namens Rëuma hatte Söhne, nämlich Tebach, Gaham, Tahasch und Maacha. Gen 23:1 Die Lebenszeit Saras betrug 127 Jahre; das sind die Lebensjahre Saras. Gen 23:2 Sara starb zu Kirjat-Arba, das jetzt Hebron heißt, in Kanaan. Abraham hielt für sie die Totenklage und beweinte sie. Gen 23:3 Hierauf verließ Abraham die Tote und verhandelte mit den Hetitern: Gen 23:4 Er sagte: "Ich bin nur ein Fremdling und Beisasse unter euch. Gebt mir also einen Begräbnisplatz bei euch, damit ich meine Tote aus dem Haus bringen und begraben kann!" Gen 23:5 Die Hetiter antworteten dem Abraham: Gen 23:6 "Höre uns an, Herr! Du lebst hier als gottbegnadeter Fürst unter uns. Begrabe deine Tote im besten unserer Gräber! Keiner von uns wird es dir verweigern, deine Tote in seinem Grab zu bestatten." Gen 23:7 Da erhob sich Abraham, verneigte sich tief vor den Bewohnern des Landes, den Hetitern, Gen 23:8 und sagte zu ihnen: "Seid ihr damit einverstanden, daß ich meine Tote aus dem Haus bringe und begrabe, so erweist mir die Liebe und legt ein gutes Wort für mich ein bei Efron, dem Sohn Zohars, Gen 23:9 damit er mir die Höhle von Machpela abtritt, die ihm gehört und am Rande seines Grundstücks liegt! Um den vollen Preis soll er sie mir in eurer Gegenwart zum Erbbegräbnis überlassen." Gen 23:10 Efron aber saß inmitten der Hetiter. So antwortete der Hetiter Efron im Beisein aller, die zum Tor der Stadt gekommen waren: Gen 23:11 "Nicht doch, Herr, höre mich an! Das Grundstück schenke ich dir; auch die Höhle, die sich darauf befindet, schenke ich dir. Im Beisein meiner Volksgenossen schenke ich sie dir. Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:12 Da verneigte sich Abraham vor den Bewohnern des Landes Gen 23:13 und sagte dann zu Efron im Beisein der Bewohner des Landes: "Nein, höre mich doch an! Ich bezahle den Preis für das Grundstück. Nimm ihn von mir an, daß ich meine Tote dort begraben kann!" Gen 23:14 Efron antwortete Abraham: "Nein, Gen 23:15 Herr, höre mich an! Das Grundstück zu vierhundert Silberstücken, was hat das unter uns zu sagen? Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:16 Da nahm Abraham Efrons Forderung an. Abraham wog Efron den Kaufpreis ab, den dieser im Beisein der Hetiter verlangt hatte, nämlich vierhundert Silberstücke, wie sie im Handel üblich waren. Gen 23:17 So wurde Efrons Grundstück, das in der Machpela östlich von Mamre lag, das Grundstück samt der Höhle darauf, nebst allen Bäumen, die auf dem Grundstück ringsum in seinem Bereich waren, Gen 23:18 rechtskräftig Abrahams Eigentum im Beisein aller Hetiter, die zum Stadttor gekommen waren. Gen 23:19 Danach begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle des Grundstücks in der Machpela östlich von Mamre, das jetzt Hebron heißt, in Kanaan. Gen 23:20 So ging das Grundstück und die Höhle darauf rechtskräftig von den Hetitern an Abraham als Erbbegräbnis über. Gen 24:1 Abraham aber war alt und hochbetagt, und der Herr hatte Abraham in allem gesegnet. Gen 24:2 Da sagte Abraham zu seinem Knecht, seinem Hausältesten, der all seinen Besitz zu verwalten hatte: "Lege deine Hand unter meine Lende! Gen 24:3 Ich will dir beim Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, einen Eid abnehmen, daß du meinem Sohn keine von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne, zur Frau nimmst. Gen 24:4 Nein, ziehe in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft und hole dort eine Frau für meinen Sohn Isaak!" Gen 24:5 Da antwortete ihm der Knecht: "Vielleicht will aber die Frau, mir nicht in dieses Land folgen. Soll ich dann deinen Sohn wieder in das Land zurückbringen, aus dem du ausgezogen bist?" Gen 24:6 Abraham erwiderte ihm: "Hüte dich, meinen Sohn dahin zurückzubringen! Gen 24:7 Der Herr, der Gott des Himmels, der mich aus meines Vaters Haus und aus meinem Heimatland weggeführt hat, und der zu mir geredet und mir eidlich versprochen hat: Ich gebe deiner Nachkommenschaft dieses Land, der wird seinen Engel vor dir hersenden, daß du von dort meinem Sohn eine Frau holen kannst. Gen 24:8 Sollte dir aber die Frau nicht folgen wollen, so bist du dieses Eides ledig. Keinesfalls darfst du meinen Sohn dorthin zurückbringen." Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Lende Abrahams, seines Herrn, und schwur ihm den Eid. Gen 24:10 Hierauf nahm der Knecht zehn Kamele seines Herrn und allerlei Kostbarkeiten seines Herrn mit sich auf die Reise, brach auf und zog nach Mesopotamien, in die Stadt Nahors. - Gen 24:11 Außerhalb der Stadt an einem Brunnen ließ er die Kamele sich lagern. Es war gegen Abend, um die Zeit, da die Frauen herauskommen, um Wasser zu holen. Gen 24:12 Dann betete er: "O Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Laß es mir heute glücken und zeige dich gnädig gegen Abraham, meinen Herrn! Gen 24:13 Siehe, ich stehe hier an der Quelle, und die Töchter der Stadtbewohner kommen heraus, um Wasser zu schöpfen. Gen 24:14 Wenn nun das Mädchen, zu dem ich sage: Neige deinen Krug, damit ich trinke!, antwortet: Trinke! Und auch deine Kamele will ich tränken!, so ist sie es, die du für Isaak, deinen Knecht, bestimmt hast, und daran will ich erkennen, daß du dich meinem Herrn gnädig erzeigst." Gen 24:15 Noch hatte er sein Gebet nicht beendet, da kam Rebekka heraus, die Tochter Betuëls, des Sohnes der Milka, der Frau von Abrahams Bruder Nahor, mit ihrem Krug auf der Schulter. Gen 24:16 Das Mädchen war überaus schön, eine Jungfrau, die noch kein Mann erkannt hatte. Sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam wieder herauf. Gen 24:17 Da ging der Knecht auf sie zu und sagte: "Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug trinken!" Gen 24:18 Sie antwortete: "Trinke, Herr!" Und sie ließ geschwind ihren Krug auf die Hand herab und gab ihm zu trinken. Gen 24:19 Als sie ihn sich hatte satt trinken lassen, sagte sie: "Auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben." Gen 24:20 Und eilends goß sie ihren Krug in die Tränkrinne aus, lief wieder zum Brunnen, Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele. Gen 24:21 Der Mann sah ihr schweigend zu, begierig zu erfahren, ob der Herr seiner Reise einen glücklichen Ausgang gäbe oder nicht. Gen 24:22 Nachdem die Kamele sich satt getrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Schekel schwer, und zwei Spangen für ihre Arme, zehn Schekel Goldes schwer, Gen 24:23 und fragte: "Wessen Tochter bist du? Sag es mir! Ist im Haus deines Vaters Raum für uns zum Übernachten?" Gen 24:24 Sie antwortete ihm: "Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes der Milka, den diese dem Nahor geboren hat." Gen 24:25 Und sie fuhr fort: "Stroh und Futter haben wir in Menge, auch Platz zum Übernachten." Gen 24:26 Da verneigte sich der Mann, warf sich nieder vor dem Herrn Gen 24:27 und sagte: "Gepriesen sei der Herr, der Gott Abrahams, meines Herrn, der seine Huld und Treue meinem Herrn nicht entzogen hat. Mich aber hat der Herr geraden Weges zum Haus des Bruders meines Herrn geführt." Gen 24:28 Das Mädchen aber lief fort und berichtete im Haus ihrer Mutter, was sich zugetragen hatte. Gen 24:29 Nun hatte Rebekka einen Bruder namens Laban. Laban eilte zu dem Mann hinaus an die Quelle. Gen 24:30 Als er nämlich den Nasenring und an den Armen seiner Schwester die Spangen gesehen und die Erzählung seiner Schwester Rebekka vernommen hatte: "So hat der Mann gesprochen," begab er sich zu dem Mann, der noch immer bei den Kamelen an der Quelle stand, und sagte: Gen 24:31 "Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du da draußen? Ich habe schon das Haus aufräumen lassen und Platz für die Kamele gemacht." Gen 24:32 Da begab sich der Mann in das Haus, jener aber sattelte die Kamele ab, brachte Stroh und Futter für die Kamele und Wasser zum Füßewaschen für ihn und die Leute, die bei ihm waren. Gen 24:33 Als er ihm zu essen vorsetzte, sagte er: "Ich esse nicht eher, als bis ich meine Sache vorgebracht habe." Laban bat: "So rede!" Gen 24:34 So begann er denn zu berichten: "Ich bin ein Knecht Abrahams. Gen 24:35 Gott hat meinen Herrn reich gesegnet, so daß er zu großem Wohlstand gelangt ist. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Esel und Kamele gegeben. Gen 24:36 Sara, meines Herrn Frau, gebar in ihrem Alter meinem Herrn noch einen Sohn; dem hat er all seinen Besitz übergeben. Gen 24:37 Nun nahm mein Herr mir folgenden Eid ab: Du darfst meinem Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaaniter nehmen, in deren Land ich wohne. Gen 24:38 Ziehe vielmehr in meines Vaters Haus und zu meiner Verwandtschaft und hole dort eine Frau für meinen Sohn! Gen 24:39 Ich entgegnete meinem Herrn: Vielleicht will aber die Frau mir nicht folgen. Gen 24:40 Da sagte er mir: Der Herr, vor dessen Antlitz ich gewandelt bin, wird seinen Engel mit dir senden und deiner Reise einen guten Ausgang geben. Du wirst für meinen Sohn eine Frau aus meiner Verwandtschaft und aus meines Vaters Haus holen. Gen 24:41 Des geleisteten Eides bist du dann ledig, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommst und man sie dir nicht gibt. - Nur dann bist du des geleisteten Eides ledig. Gen 24:42 Als ich nun heute zur Quelle kam, betete ich: O Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Wenn du doch der Reise, auf der ich mich befinde, einen guten Ausgang geben wolltest! Gen 24:43 Siehe, ich stehe an der Quelle! Wenn das Mädchen, das herauskommt, um Wasser zu holen, und zu dem ich sage: Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Krug trinken!, Gen 24:44 mir dann antwortet: Trinke nur, und auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen!, so ist das die Frau, die der Herr für den Sohn meines Herrn bestimmt hat. Gen 24:45 Ich hatte noch nicht ausgeredet, da kam Rebekka heraus, den Krug auf der Schulter. Sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte. Ich bat sie: Laß mich doch trinken! Gen 24:46 Sogleich nahm sie ihren Krug herab und sagte: Trinke, und auch deine Kamele will ich tränken. So trank ich, und sie tränkte auch die Kamele. Gen 24:47 Hierauf fragte ich sie: Wessen Tochter bist du? Sie antwortete: Ich bin die Tochter Betuëls, des Sohnes Nahors, den ihm Milka geboren hat. Da legte ich ihr den Ring an die Nase und die Spangen an ihre Arme. Gen 24:48 Dann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries den Herrn, den Gott Abrahams, meines Herrn, der mich auf den rechten Weg geführt, um die Tochter des Verwandten meines Herrn für seinen Sohn zu freien. Gen 24:49 Wollt ihr nun meinem Herrn Liebe und Treue erweisen, so sagt es mir; wo nicht, so sagt es mir auch, damit ich mich zur Rechten oder zur Linken wende!" Gen 24:50 Da antworteten Laban und Betuël und sprachen: "Das kommt vom Herrn. Wir können dir weder ja noch nein sagen. Gen 24:51 Rebekka steht dir zur Verfügung. Nimm sie und zieh hin, daß sie Frau des Sohnes deines Herrn werde, so wie der Herr es befohlen hat!" Gen 24:52 Als nun der Knecht Abrahams ihre Zusage hörte, warf er sich vor dem Herrn bis auf die Erde nieder. Gen 24:53 Hierauf holte der Knecht Geschmeide aus Gold und Silber und Gewänder hervor und schenkte sie Rebekka. Auch ihrem Bruder und ihrer Mutter schenkte er kostbare Sachen. Gen 24:54 Dann aßen und tranken sie, er und seine Begleiter, und übernachteten da. - Am anderen Morgen, als sie aufgestanden waren, sagte er: "Laßt mich zu meinem Herrn ziehen!" Gen 24:55 Ihr Bruder und ihre Mutter erwiderten: "Laßt doch das Mädchen noch einige Zeit, wenigstens zehn Tage, bei uns bleiben! Dann mag sie davonziehen!" Gen 24:56 Doch er entgegnete ihnen: "Haltet mich nicht auf! Der Herr hat ja meiner Reise einen glücklichen Ausgang gegeben. Laßt mich ziehen, damit ich zu meinem Herrn zurückkehre!" Gen 24:57 Sie erwiderten: "Wir wollen das Mädchen rufen und es selbst fragen." Gen 24:58 Sie riefen also Rebekka und fragten sie: "Willst du mit diesem Mann ziehen?" Sie antwortete: "Ja!" Gen 24:59 Da ließen sie ihre Schwester Rebekka samt ihrer Amme sowie den Knecht Abrahams mit seinen Leuten ziehen. Gen 24:60 Sie segneten Rebekka mit den Worten: "Liebe Schwester, werde du die Mutter von unzähligen Tausenden. Deine Nachkommen mögen die Tore ihrer Feinde erobern!" Gen 24:61 Hierauf brach Rebekka mit ihren Dienerinnen auf. Sie bestiegen die Kamele und folgten dem Mann. Der Knecht nahm Rebekka und zog von dannen. - Gen 24:62 Isaak kam gerade von einem Gang nach dem Brunnen Lahai-Roï; er wohnte nämlich im Südland. Gen 24:63 Als nun Isaak um die Zeit, da sich der Abend neigt, einmal aufs Feld hinausgegangen war, um seinen Gedanken nachzugehen, sah er, als er aufblickte, Kamele daherkommen. Gen 24:64 Auch Rebekka erblickte den Isaak, als sie aufschaute. Sie ließ sich schnell vom Kamel herab Gen 24:65 und fragte den Knecht: "Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt?" Der Knecht antwortete: "Das ist mein Herr." Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Gen 24:66 Der Knecht erzählte hierauf dem Isaak, was er ausgerichtet hatte. Gen 24:67 Isaak führte sie ins Zelt seiner Mutter Sara. Dann freite er Rebekka. Sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak über den Verlust seiner Mutter. Gen 25:1 Abraham hatte noch eine andere Frau namens Ketura genommen. Gen 25:2 Sie gebar ihm Simran, Jokschan, Medan, Midian, Jischbak und Schuach. Gen 25:3 Jokschan wurde der Vater Schebas und Dedans. Die Söhne Dedans waren die Aschuriter, die Letuschiter und die Lëummiter. Gen 25:4 Die Söhne Midians waren Efa, Efer, Henoch, Abida und Eldaga. - Alle diese sind Nachkommen der Ketura. Gen 25:5 Abraham aber übergab seinen gesamten Besitz dem Isaak. Gen 25:6 Den Söhnen der Nebenfrauen, die Abraham hatte, gab Abraham nur Geschenke und hieß sie noch bei seinen Lebzeiten von seinem Sohn Isaak weg ostwärts in das Ostland ziehen. Gen 25:7 Dies ist die Zahl der Jahre, die Abraham durchlebt hat: 175 Jahre. Gen 25:8 Dann verschied Abraham. Er starb in gesegnetem Alter, hochbetagt und lebenssatt, und ward zu seinen Vätern versammelt. Gen 25:9 Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle von Machpela auf dem Grundstück des Hetiters Efron, des Sohnes Zohars, östlich von Mamre, Gen 25:10 auf dem Grundstück, das Abraham von den Hetitern gekauft hatte. Dort wurde Abraham und seine Frau Sara begraben. Gen 25:11 Nach Abrahams Tod segnete Gott dessen Sohn Isaak. Isaak wohnte bei dem Brunnen Lahai-Roï. - Gen 25:12 Es folgt der Stammbaum Ismaels, des Sohnes Abrahams, den die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren hatte. Gen 25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach ihren Geschlechtern geordnet: Der Erstgeborene Ismaels war Nebajot; dann kamen Kedar, Abdeël, Mibsam, Gen 25:14 Mischma, Duma, Massa, Gen 25:15 Hadad, Tema, Jetur, Nafisch und Kedma. Gen 25:16 Dies sind die Söhne Ismaels, und dies sind ihre Namen nach ihren Niederlassungen und Zeltlagern, zwölf Fürsten je eines Stammes. Gen 25:17 Die Lebensjahre Ismaels betrugen 137 Jahre. Dann verschied er. Er starb und wurde zu seinen Vätern versammelt. Gen 25:18 Die Söhne Ismaels hatten ihre Wohnsitze von Hawila bis Schur, das östlich von Ägypten in der Richtung nach Assur hin liegt. In der Nähe aller ihrer Brüder ließen sie sich trotzig nieder. Gen 25:19 Es folgt der Stammbaum Isaaks, des Sohnes Abrahams. Abraham war der Vater Isaaks. Gen 25:20 Isaak war vierzig Jahre alt, als er sich Rebekka, die Tochter des Aramäers Betuël aus Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban, zur Frau nahm. Gen 25:21 Und Isaak betete zum Herrn für seine Frau, da sie keine Kinder hatte. Der Herr erhörte ihn, und so wurde seine Frau Rebekka guter Hoffnung. Gen 25:22 Als sich aber die Kinder in ihrem Schoß stießen, sagte sie: "Wenn es so steht, was wird dann aus mir werden?" - und sie ging hin, den Herrn zu befragen. Gen 25:23 Der Herr antwortete ihr: "Zwei Völker sind in deinem Leib, und zwei Stämme sind in deinem Schoß entzweit. Ein Stamm wird stärker sein als der andere, und der ältere wird dem jüngeren dienen." Gen 25:24 Als nun die Zeit da war, daß sie gebären sollte, stellte es sich heraus, daß Zwillinge in ihrem Leib waren. Gen 25:25 Der erste, der zum Vorschein kam, war rötlich, ganz wie ein haariger Mantel. Deshalb nannte man ihn Esau. Gen 25:26 Hierauf kam sein Bruder zum Vorschein; seine Hand hielt die Ferse Esaus gefaßt. Darum nannte man ihn Jakob. Isaak war bei ihrer Geburt sechzig Jahre alt. Gen 25:27 Als nun die Knaben heranwuchsen, ward Esau ein tüchtiger Jäger, ein Mann der Steppe. Jakob aber war ein stiller Mann, der bei den Zelten blieb. Gen 25:28 Isaak hatte den Esau lieber, weil er gern Wildbret aß; Rebekka aber hatte den Jakob lieber. Gen 25:29 Einst kochte Jakob ein Gericht. Da kam Esau ganz hungrig aus der Steppe heim. Gen 25:30 Esau sagte zu Jakob: "Gib mir doch schnell zu essen von dem Roten, dem roten Gericht da; denn ich bin ganz hungrig." - Darum nannte man ihn Edom. Gen 25:31 Jakob entgegnete: "Verkaufe mir zuvor dein Erstgeburtsrecht!" Gen 25:32 Esau erwiderte: "Ach, ich muß ja doch sterben. Was nützt mir das Erstgeburtsrecht?" Gen 25:33 Da sagte Jakob: "Schwöre es mir zuvor zu!" - So schwur er ihm und verkaufte so sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Gen 25:34 Nun gab Jakob dem Esau Brot und von dem Linsengericht. Der aß und trank, stand auf und ging davon. So gering schätzte Esau das Erstgeburtsrecht. Gen 26:1 Es brach im Land eine Hungersnot aus, eine andere als jene frühere, die zu Abrahams Zeit geherrscht hatte. Da begab sich Isaak zum König der Philister Abimelech nach Gerar. Gen 26:2 Damals erschien ihm der Herr und sagte: "Ziehe nicht nach Ägypten hinab! Bleib in dem Land, das ich dir anweise! Gen 26:3 Verweile als Gast in diesem Land, so will ich mit dir sein und dich segnen; denn dir und deiner Nachkommenschaft will ich alle diese Länder geben und so den Eid erfüllen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Gen 26:4 Ich will deine Nachkommen so zahlreich werden lassen wie die Sterne am Himmel. Alle diese Länder will ich deinen Nachkommen geben, und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden Gen 26:5 zum Lohn dafür, daß Abraham auf meine Stimme gehört und mein Gebot, meine Befehle, Satzungen und Weisungen befolgt hat." Gen 26:6 So blieb denn Isaak in Gerar. Gen 26:7 Als sich nun die Bewohner des Ortes nach seiner Frau erkundigten, sagte er: "Sie ist meine Schwester." Denn er fürchtete sich, zu sagen: Sie ist meine Frau. "Es könnten mich sonst," dachte er, "die Bewohner des Ortes Rebekka wegen umbringen, weil sie schön ist." Gen 26:8 Als er längere Zeit dort zugebracht hatte, schaute einmal der Philisterkönig Abimelech durchs Fenster und sah, wie Isaak seine Frau Rebekka liebkoste. Gen 26:9 Da ließ Abimelech den Isaak rufen und sagte: "Sie ist ganz sicher deine Frau. Wie konntest du nur sagen: Sie ist meine Schwester?" Isaak antwortete ihm: "Ich dachte, ich müßte ihretwegen sterben." Gen 26:10 Abimelech erwiderte: "Warum hast du uns das angetan? Wie leicht hätte sich einer aus dem Volk deiner Frau nahen können! Dann hättest du Schuld über uns gebracht." Gen 26:11 So gebot Abimelech allem Volk: "Wer sich an diesem Mann oder seiner Frau vergreift, der wird mit dem Tod bestraft!" Gen 26:12 Isaak säte dann in jenem Land und erntete in jenem Jahr hundertfältig. Denn der Herr segnete ihn. Gen 26:13 So wurde der Mann reich und immer reicher, bis er über die Maßen wohlhabend war. Gen 26:14 Er besaß Schaf- und Rinderherden und zahlreiches Gesinde. Da wurden die Philister auf ihn eifersüchtig. Gen 26:15 Darum verschütteten die Philister alle Brunnen, die die Knechte seines Vaters bei Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben hatten, und füllten sie mit Erde an. Gen 26:16 Abimelech sagte zu Isaak: "Zieh fort von uns! Denn du bist uns viel zu mächtig geworden." Gen 26:17 So zog Isaak von dort weg, schlug sein Lager im Tal von Gerar auf und blieb daselbst. Gen 26:18 Hierauf ließ Isaak die Brunnen wieder aufgraben, die man zu Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach dem Tod Abrahams verschüttet hatten, und gab ihnen die gleichen Namen, die sein Vater ihnen gegeben hatte. Gen 26:19 Isaaks Knechte gruben im Tal nach und fanden daselbst einen Brunnen mit frischem Wasser. Gen 26:20 Aber die Hirten von Gerar gerieten mit Isaaks Hirten in Streit, indem sie behaupteten: "Uns gehört das Wasser!" Er nannte den Brunnen Esek (Zank), weil sie sich dort mit ihm gezankt hatten. Gen 26:21 Dann gruben sie einen anderen Brunnen, gerieten aber auch über diesen in Streit; daher nannte er ihn Sitna (Streit). Gen 26:22 Hierauf zog er von dort weiter und grub wieder einen Brunnen. Um diesen gerieten sie nicht in Streit. Darum gab er ihm den Namen Rehobot (Weite), und sagte: "Jetzt hat der Herr uns freien Raum geschaffen, so daß wir uns im Land ausbreiten können." Gen 26:23 Von dort zog er nach Beerscheba hinauf. Gen 26:24 In jener Nacht erschien ihm der Herr und sagte: "Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Denn ich bin mit dir und will dich segnen und deine Nachkommenschaft zahlreich werden lassen um meines Knechtes Abraham willen." Gen 26:25 Er erbaute an dem Ort einen Altar, rief den Namen des Herrn an und schlug sein Zelt auf. Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen. Gen 26:26 Da kam Abimelech aus Gerar mit seinem Vertrauten Ahusat und seinem Heerführer Pichol zu ihm. Gen 26:27 Isaak fragte sie: "Warum seid ihr denn zu mir gekommen, da ihr doch feindlich gegen mich gesinnt seid und mich von euch fortgetrieben habt?" Gen 26:28 Sie antworteten: "Wir haben mit eigenen Augen gesehen, daß der Herr mit dir ist. Darum dachten wir, es solle ein eidliches Abkommen zwischen uns und dir zustande kommen! So wollen wir einen Vertrag mit dir schließen. Gen 26:29 Du sollst uns nichts Böses zufügen wie auch wir dich nicht angetastet, sondern dir nur Gutes getan haben und dich in Frieden ziehen ließen. Du bist nun einmal der Gesegnete des Herrn." Gen 26:30 Da bereitete er ihnen ein Gastmahl, und sie aßen und tranken. Gen 26:31 Am anderen Morgen in der Frühe leisteten sie sich gegenseitig den Schwur. Dann ließ Isaak sie ziehen, und sie gingen von ihm in Frieden. Gen 26:32 Am gleichen Tag kamen Isaaks Knechte und berichteten von dem Brunnen, den sie gegraben hatten: "Wir haben Wasser gefunden." Gen 26:33 Er nannte ihn Schiba (Schwur). - Daher heißt die Stadt bis auf den heutigen Tag Beerscheba (Schwurbrunnen). Gen 26:34 Als Esau vierzig Jahre alt war, heiratete er Judit, die Tochter des Hetiters Beeri, und Basemat, die Tochter des Hetiters Elon. Gen 26:35 Ihretwegen grämten sich Isaak und Rebekka sehr. Gen 27:1 Als Isaak alt und sein Auge schwach geworden war, so daß er nicht mehr sehen konnte, rief er seinen älteren Sohn Esau und sagte zu ihm: "Mein Sohn!" - Der antwortete ihm: "Hier bin ich." Gen 27:2 Da sagte er: "Du siehst, ich bin alt und weiß nicht, wie bald ich sterbe. Gen 27:3 So nimm nun dein Jagdgerät, deinen Köcher und deinen Bogen, geh hinaus in die Steppe und jage ein Stück Wild für mich! Gen 27:4 Bereite mir ein schmackhaftes Gericht daraus, wie ich es liebe, und bringe es mir! Dann will ich essen, und meine Seele soll dich dafür segnen, bevor ich sterbe!" Gen 27:5 Rebekka aber hatte zugehört, als Isaak so mit seinem Sohn Esau redete. - Esau ging nun hinaus in die Steppe, um ein Wild zu erjagen und heimzubringen. Gen 27:6 Da sagte Rebekka zu ihrem Sohn Jakob: "Ich habe zugehört, wie dein Vater zu deinem Bruder Esau sagte: Gen 27:7 "Bringe mir ein Stück Wild und bereite mir ein schmackhaftes Gericht! Dann will ich essen und dich vor dem Herrn segnen, bevor ich sterbe. Gen 27:8 Nun höre, mein Sohn, auf den Rat, den ich dir gebe! Gen 27:9 Geh hin zur Herde und hole mir von da zwei schöne Ziegenböckchen! Die will ich für deinen Vater zu einem schmackhaften Gericht zubereiten, wie er es liebt. Gen 27:10 Du bringst sie dann deinem Vater zum Essen, damit er dich segnet, bevor er stirbt." Gen 27:11 Doch Jakob erwiderte seiner Mutter Rebekka: "Aber mein Bruder Esau ist ein behaarter Mensch, während ich unbehaart bin. Gen 27:12 Vielleicht betastet mich mein Vater. Dann stehe ich als Betrüger vor ihm da und bringe Fluch statt Segen über mich." Gen 27:13 Doch seine Mutter antwortete ihm: "Der Fluch, der dir gilt, mein Sohn, treffe mich! Höre auf meinen Rat! Geh und hole mir die Böckchen!" Gen 27:14 Da ging er sie holen und brachte sie seiner Mutter. Seine Mutter bereitete daraus ein schmackhaftes Gericht, wie sein Vater es liebte. Gen 27:15 Hierauf holte Rebekka die besten Kleider ihres älteren Sohnes Esau, die sich in ihrem Wohnraum befanden, und zog sie ihrem jüngeren Sohn Jakob an. Gen 27:16 Die Felle der Ziegenböckchen legte sie ihm um die Arme und um den glatten Hals. Gen 27:17 Dann gab sie das schmackhafte Gericht samt dem Brot, das sie bereitet hatte, ihrem Sohn Jakob in die Hand. Gen 27:18 So ging er denn zu seinem Vater hinein und sagte: "Mein Vater!" - Der antwortete: "Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?" Gen 27:19 Jakob erwiderte seinem Vater: "Ich bin Esau dein Erstgeborener. Ich habe getan, wie du mir aufgetragen hast. Setze dich aufrecht und iß von dem Wildbret, und dann segne mich!" Gen 27:20 Doch Isaak fragte seinen Sohn: "Wie hast du so schnell etwas finden können, mein Sohn?" - Der antwortete: "Der Herr, dein Gott, ließ es mir in den Weg laufen." Gen 27:21 Doch Isaak sagte zu Jakob: "Tritt näher, daß ich dich betaste, meine Sohn, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht!" Gen 27:22 Jakob trat zu seinem Vater Isaak heran. Der betastete ihn und sagte: "Die Stimme ist zwar Jakobs Stimme, aber die Arme sind Esaus Arme." Gen 27:23 Er erkannte ihn nicht, weil seine Arme behaart waren wie die Arme seines Bruders Esau; so begrüßte er ihn mit einem Segenswunsch, Gen 27:24 und fragte noch einmal: "Du bist also wirklich mein Sohn Esau?" - Er antwortete: "Ich bin es." Gen 27:25 Da sagte Isaak: "So reiche es mir her, daß ich von dem Wildbret meines Sohnes esse und dich dann segne!" Jakob reichte es ihm hin, und er aß. Dann brachte er ihm Wein, und er trank. Gen 27:26 Hierauf sagte sein Vater Isaak zu ihm: "Komm her, mein Sohn, und küsse mich!" Gen 27:27 Der trat hinzu und küßte ihn. Als er den Duft seiner Kleider roch, segnete er ihn mit den Worten: "Ja, meines Sohnes Duft ist wie der Duft des Feldes, wenn der Herr es gesegnet. Gen 27:28 Es gebe dir Gott vom Tau des Himmels und von den Früchten der Erde, Überfluß an Wein und Korn; Gen 27:29 Völker sollen dir dienstbar sein, und Nationen vor dir sich beugen! Du sollst deiner Brüder Gebieter sein, und deiner Mutter Söhne sollen vor dir sich neigen! Verflucht sei, wer dich verflucht; gesegnet, wer dich segnet!" Gen 27:30 Als Isaak den Segen über Jakob vollendet hatte und Jakob kaum von seinem Vater Isaak weggegangen war, kam sein Bruder Esau von der Jagd zurück. Gen 27:31 Auch er bereitete ein schmackhaftes Gericht, brachte es seinem Vater und sagte zu seinem Vater: "Mein Vater setze sich auf und esse vom Wildbret deines Sohnes. Dann segne mich!" Gen 27:32 Da fragte ihn sein Vater Isaak: "Wer bist du?" - Er sagte: "Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau." Gen 27:33 Isaak erschrak über alle Maßen und rief: "Wer war denn der, der ein Wild erjagt und es mir gebracht hat? Ich habe von allem gegessen, bevor du kamst, und habe ihn gesegnet. So wird er auch gesegnet bleiben!" Gen 27:34 Als Esau die Worte seines Vaters vernahm, stieß er einen lauten Klageruf aus und bat seinen Vater: "Segne auch mich, lieber Vater!" Gen 27:35 Der antwortete: "Dein Bruder kam mit List und nahm dir den Segen weg." Gen 27:36 Darauf erwiderte er: "Mit Recht hat man ihm den Namen Jakob gegeben. Schon zweimal hat er mich überlistet: Mein Erstgeburtsrecht hat er mir genommen, und jetzt hat er mich auch noch um den Segen gebracht." Dann fragte er: "Hast du für mich keinen Segen übrigbehalten?" Gen 27:37 Isaak antwortete dem Esau: "Siehe, ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt und alle seine Brüder ihm zu Knechten gegeben. Mit Korn und Wein habe ich ihn versorgt. Was könnte ich da noch für dich tun, lieber Sohn?" Gen 27:38 Esau erwidertes seinem Vater: "Hast du nur den einen Segen, guter Vater? Segne auch mich, lieber Vater!" - Und Esau begann laut zu weinen. Gen 27:39 Da hob sein Vater Isaak an und sprach zu ihm: "Siehe, fern von der Erde Fruchtgefilden wird dein Wohnsitz sein und fern vom Tau des Himmels droben. Gen 27:40 Leben mußt du von deinem Schwert und dienstbar sein deinem Bruder. Strengst du dich an, so schüttelst du von deinem Nacken sein Joch." Gen 27:41 Esau wurde dem Jakob feind wegen des Segens, den ihm sein Vater gegeben hatte, und Esau sagte: "Bald kommt die Zeit, daß man um meinen Vater trauert; dann schlage ich meinen Bruder Jakob tot." Gen 27:42 Als nun der Rebekka die Äußerungen ihres älteren Sohnes Esau hinterbracht wurden, sandte sie hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sagte zu ihm: "Höre, dein Bruder Esau sinnt auf Rache gegen dich und will dich erschlagen. Gen 27:43 So folge meinem Rat, lieber Sohn! Mache dich auf und flieh nach Haran zu meinem Bruder Laban! Gen 27:44 Bleib einige Zeit bei ihm, bis deines Bruders Groll sich legt! Gen 27:45 Sobald der Zorn deines Bruders von dir abläßt und er vergißt, was du ihm angetan hast, sende ich hin und lasse dich von dort zurückholen. Warum soll ich euch beide an einem Tag verlieren?" Gen 27:46 Hierauf sagte Rebekka zu Isaak: "Ich bin des Lebens überdrüssig wegen der Hetiterinnen. Holt sich Jakob auch eine solche Hetiterin, eine von den Töchtern des Landes, zur Frau, was hätte ich da noch vom Leben?" Gen 28:1 Da ließ Isaak den Jakob rufen, segnete ihn und gebot ihm: "Du darfst dir keine Kanaaniterin zur Frau nehmen. Gen 28:2 Mache dich vielmehr auf, begib dich nach Paddan-Aram, zum Haus Betuëls, des Bruders deiner Mutter, und hole dir von dort eine Frau, eine von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter! Gen 28:3 Gott, der Allmächtige, segne dich, er mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du zu einer Menge von Völkern werdest! Gen 28:4 Und er gebe dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen, damit du das Land, in dem du als Fremdling weilst und das Gott dem Abraham verliehen hat, zu eigen bekommst!" Gen 28:5 So ließ Isaak den Jakob ziehen, und dieser begab sich nach Paddan-Aram, zu Laban, dem Sohn des Aramäers Betuël, dem Bruder Rebekkas, der Mutter Jakobs und Esaus. Gen 28:6 Esau aber erfuhr, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Paddan-Aram gesandt hatte, um sich von dort eine Frau zu holen, indem er ihm den Segen mit der Weisung gab: "Du sollst dir keine Kanaaniterin zur Frau nehmen," Gen 28:7 und daß Jakob auf seinen Vater und seine Mutter hörte und nach Paddan-Aram aufbrach. Gen 28:8 Da merkte Esau, daß die Kanaaniterinnen seinem Vater mißfielen. Gen 28:9 Darum ging Esau zu Ismael und nahm sich Mahalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zu seinen Frauen hinzu. Gen 28:10 Jakob aber brach von Beerscheba auf und wanderte nach Haran. Gen 28:11 Er gelangte an einen Ort und blieb dort über Nacht, weil die Sonne untergegangen war. Er nahm einen von den dort umherliegenden Steinen, machte ihn sich als Kopflager zurecht und legte sich schlafen. Gen 28:12 Da träumte ihm: Eine Leiter stand auf der Erde, die mit ihrer Spitze bis zum Himmel reichte, und die Engel Gottes stiegen an ihr auf und nieder. Gen 28:13 Oben über ihr stand der Herr und sagte: "Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham und Isaaks. Das Land, auf dem du ruhst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. Gen 28:14 Deine Nachkommenschaft soll so zahlreich werden wie der Staub der Erde. Nach Westen und Osten, Norden und Süden sollst du dich ausbreiten. In dir und deinen Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden. Gen 28:15 Siehe, ich will mit dir sein und dich überall behüten, wohin du gehst. Ich werde dich auch wieder in dieses Land zurückführen; denn ich werde dich nicht verlassen, bis ich ausgeführt, was ich dir verheißen habe." Gen 28:16 Nun erwachte Jakob aus seinem Schlaf und rief aus: "Wahrlich, der Herr ist an dieser Stätte, aber ich wußte es nicht." Gen 28:17 Voll Ehrfurcht fügte er bei: "Wie ehrwürdig ist diese Stätte! Ja, hier ist Gottes Haus und hier die Pforte des Himmels!" Gen 28:18 Am anderen Morgen nahm Jakob den Stein, den er sich als Kopflager hergerichtet hatte, stellte ihn als Denkstein auf und goß Öl darüber. Gen 28:19 Er gab dann dieser Stätte den Namen Bet-El (Haus Gottes); früher hieß die Stadt Lus. Gen 28:20 Hierauf machte Jakob folgendes Gelübde: "Wenn Gott mit mir ist und mich auf dem Weg, den ich jetzt gehe, behütet, wenn er mir Brot zur Nahrung gibt und Kleider zum Anziehen, Gen 28:21 und ich glücklich in mein Vaterhaus zurückkehre, dann soll der Herr mein Gott sein, Gen 28:22 und dieser Stein, den ich als Denkstein aufgerichtet habe, soll ein Gotteshaus werden, und von allem, was du mir gibst, will ich getreulich den Zehnten geben." Gen 29:1 Danach machte sich Jakob auf den Weg und wanderte in das Land der Söhne des Ostens. Gen 29:2 Als er Ausschau hielt, erblickte er einen Brunnen in der Steppe, an dem sich gerade drei Schafherden lagerten; denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken. Über der Öffnung des Brunnens lag ein großer Stein. Gen 29:3 Erst wenn alle Herden dort zusammengetrieben waren, wälzte man den Stein von der Brunnenöffnung und tränkte die Schafe. Dann brachte man den Stein wieder an seinen Platz über der Öffnung des Brunnens. Gen 29:4 Jakob sagte zu ihnen: "Woher seid ihr, liebe Brüder?" Sie antworteten: "Wir sind aus Haran." Gen 29:5 Er fragte sie: "Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors?" Sie erwiderten: "Ja." Gen 29:6 Nun fragte er sie: "Geht es ihm gut?" Sie erwiderten: "Ja, und da kommt gerade seine Tochter Rahel mit den Schafen." Gen 29:7 Da sagte er: "Seht, der Tag ist noch lang, und noch ist es nicht Zeit, das Vieh zusammenzutreiben. Tränkt doch die Schafe und laßt sie dann wieder weiden!" Gen 29:8 Sie antworteten: "Das können wir nicht, bis alle Herden beisammen sind. Dann erst wälzt man den Stein von der Öffnung des Brunnens und tränkt die Schafe." Gen 29:9 Während er noch mit ihnen redete, war Rahel mit den Schafen ihres Vaters herbeigekommen; sie war nämlich Hirtin. Gen 29:10 Als nun Jakob die Rahel, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, und dessen Herde sah, trat er hinzu, wälzte den Stein von der Brunnenöffnung hinweg und tränkte die Schafe Labans, des Bruders seiner Mutter. Gen 29:11 Dann küßte Jakob die Rahel und fing laut zu weinen an. Gen 29:12 Hierauf erzählte Jakob der Rahel, daß er ein Verwandter ihres Vaters sei, und zwar ein Sohn Rebekkas. Sie eilte weg, und teilte es ihrem Vater mit. Gen 29:13 Als nun Laban die Kunde von Jakob, dem Sohn seiner Schwester, vernahm, eilte er ihm entgegen, umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus. Jakob erzählte Laban alles, was sich zugetragen hatte. Gen 29:14 Laban sagte zu ihm: "Ja, du bist mein Bein und Fleisch." - Als Jakob einen Monat lang bei ihm gewesen war, Gen 29:15 sagte Laban zu Jakob: "Solltest du umsonst für mich arbeiten, weil du mein Neffe bist? Laß mich wissen, was dein Lohn ist!" Gen 29:16 Nun hatte Laban zwei Töchter; die ältere hieß Lea und die jüngere Rahel. Gen 29:17 Lea hatte glanzlose Augen, Rahel aber war schön von Gestalt und Antlitz. Gen 29:18 Jakob hatte die Rahel lieb, und so sagte er: "Ich will dir um deine jüngere Tochter Rahel sieben Jahre dienen." Gen 29:19 Laban antwortete: "Es ist besser, ich gebe sie dir als einem fremden Mann. Bleib also bei mir!" Gen 29:20 So diente Jakob um Rahel sieben Jahre, und diese kamen ihm wie wenige Tage vor, so lieb hatte er sie. Gen 29:21 Alsdann sagte Jakob zu Laban: "Gib mir nun meine Frau! Denn meine Zeit ist um. Ich möchte sie heiraten." Gen 29:22 So lud Laban alle Einwohner des Ortes ein und veranstaltete ein Festmahl. Gen 29:23 Am Abend aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm hinein, und Jakob hatte mit ihr ehelichen Umgang. Gen 29:24 Und Laban gab seiner Tochter Lea seine Sklavin Silpa als Magd. Gen 29:25 Am Morgen stellte es sich nun heraus, daß es Lea war. Da sagte Jakob zu Laban: "Warum hast du mir das angetan? Habe ich nicht um Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?" Gen 29:26 Laban erwiderte: "Hierzulande ist es nicht Sitte, die Jüngere vor der Älteren wegzugeben. Gen 29:27 Führe die Hochzeitswoche mit dieser nur zu Ende, dann soll dir auch die andere gegeben werden für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre leisten mußt." Gen 29:28 Jakob tat so und führte mit dieser die Woche zu Ende. Dann gab Laban ihm auch seine Tochter Rahel zur Frau. Gen 29:29 Und Laban gab seiner Tochter Rahel seine Sklavin Bilha zur Magd. Gen 29:30 Jakob hatte auch mit Rahel ehelichen Umgang. Rahel hatte er lieber als Lea, und so diente er noch weitere sieben Jahre bei Laban. Gen 29:31 Als nun der Herr sah, daß Lea zurückgesetzt wurde, segnete er ihren Schoß, während Rahel unfruchtbar blieb. Gen 29:32 So wurde Lea guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den sie Ruben (Seht, ein Sohn!) nannte; "denn," sagte sie, "der Herr hat mein Elend angesehen. Nun wird mich mein Mann lieben." Gen 29:33 Dann wurde sie wieder guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Sie sagte: "Der Herr hat gehört, daß ich zurückgesetzt wurde; deshalb gab er mir auch diesen." Und sie nannte ihn Simeon (Hörer). Gen 29:34 Als sie abermals guter Hoffnung wurde und einen Sohn gebar, sagte sie: "Jetzt wird mein Mann mir zugetan sein; denn ich habe ihm drei Söhne geboren." Darum nannte sie ihn Levi (Anhang). Gen 29:35 Hierauf wurde sie nochmals guter Hoffnung, gebar einen Sohn und sagte: "Diesmal will ich den Herrn preisen." Deshalb nannte sie ihn Juda (Dank). - Hernach gebar sie kein Kind mehr. Gen 30:1 Als Rahel sah, daß Lea dem Jakob Kinder schenkte, wurde sie auf ihre Schwester eifersüchtig und sagte zu Jakob: "Schaffe mir Kinder, sonst sterbe ich!" Gen 30:2 Da wurde Jakob zornig über Rahel und sagte: "Stehe ich denn an Gottes Stelle, der dir Kindersegen versagt hat?" Gen 30:3 Sie antwortete: "Hier hast du meine Magd Bilha; wohne ihr bei, damit sie auf meinen Knien gebiert und ich durch sie zu Kindern komme!" Gen 30:4 So gab sie ihm ihre Magd Bilha zur Nebenfrau, und Jakob wohnte ihr bei. Gen 30:5 Bilha wurde guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen Sohn. Gen 30:6 Rahel sagte: "Gott hat mir Recht verschafft, indem er auch meine Bitte erhört und mir einen Sohn geschenkt hat." Darum gab sie ihm den Namen Dan (Richter). Gen 30:7 Rahels Magd Bilha wurde abermals guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. Gen 30:8 Da sagte Rahel: "Gotteskämpfe habe ich mit meiner Schwester ausgefochten und habe auch gesiegt." Deshalb nannte sie ihn Naftali (Kämpfer). Gen 30:9 Als nun Lea sah, daß sie kein Kind mehr gebar, nahm sie ihre Magd Silpa und gab sie dem Jakob zur Frau. Gen 30:10 Und Leas Magd Silpa schenkte dem Jakob einen Sohn. Gen 30:11 Da sagte Lea: "Glück auf!" und nannte ihn Gad (Glück). Gen 30:12 Hierauf gebar Leas Magd Silpa dem Jakob einen zweiten Sohn Gen 30:13 Da sagte Lea: "Ich Glückliche! Ja, mich werden die Frauen glücklich preisen." Deshalb nannte sie ihn Ascher (Glückskind). Gen 30:14 Als nun Ruben einmal zur Zeit der Weizenernte ausging, fand er auf dem Feld Alraunäpfel und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sagte Rahel zu Lea: "Gib mir doch einige von den Alraunäpfeln deines Sohnes." Gen 30:15 Aber diese erwiderte ihr: "Ist es nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen hast? Willst du mir nun auch die Alraunäpfel meines Sohnes nehmen?" Rahel entgegnete: "Meinetwegen kann er diese Nacht bei dir verbringen zum Entgelt für die Alraunäpfel deines Sohnes." Gen 30:16 Als nun Jakob am Abend vom Feld kam, ging ihm Lea entgegen und sagte: "Du mußt zu mir kommen; denn ich habe für dich vollen Lohn bezahlt mit den Alraunäpfeln meines Sohnes." So verbrachte er jene Nacht bei ihr. Gen 30:17 Gott hörte auf Lea: sie wurde guter Hoffnung und gebar Jakob einen fünften Sohn. Gen 30:18 Da sagte Lea: "Gott hat mir den Lohn dafür gegeben, daß ich meine Magd meinem Mann gegeben habe." Deshalb nannte sie ihren Sohn Issachar (Lohn) Gen 30:19 Lea wurde nochmals guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen sechsten Sohn. Gen 30:20 Lea sagte: "Gott hat mich mit einem schönen Geschenkt bedacht. Nunmehr wird mein Mann bei mir wohnen bleiben, weil ich ihm sechs Söhne geboren habe." Daher nannte sie ihn Sebulon (Bleibe). Gen 30:21 Später gebar sie eine Tochter, die sie Dina nannte. Gen 30:22 Nun gedachte Gott der Rahel, erhörte sie und schenkte ihr Mutterfreuden. Gen 30:23 Sie wurde guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sagte sie: "Gott hat meine Schmach hinweggenommen." Gen 30:24 Sie nannte ihn Josef (Zufüger) und sagte: "Der Herr gebe mir noch einen Sohn hinzu!" Gen 30:25 Nachdem Rahel Josef geboren hatte, sagte Jakob zu Laban: "Entlasse mich! Ich möchte in meinen Ort und in mein Vaterland heimziehen! Gen 30:26 Gib mir meine Frauen und Kinder, um die ich dir gedient habe, damit ich gehen kann! Du weißt ja, welchen Dienst ich dir geleistet habe." Gen 30:27 Laban antwortete ihm: "Möchte ich doch in deinen Augen Gnade finden! Ich weiß, der Herr hat mich deinetwegen gesegnet." Gen 30:28 Und er fuhr fort: "Bestimme den Lohn, den du von mir verlangst! Ich will ihn dir geben!" Gen 30:29 Er erwiderte ihm: "Du weißt selbst, welche Dienste ich dir geleistet habe, und was aus deinem Viehstand durch mich geworden ist. Gen 30:30 Nur wenig war es, was du hattest, ehe ich zu dir kam. Doch dieses mehrte sich gewaltig. Der Herr segnete dich bei jedem meiner Schritte. Wann aber werde auch ich für meinen Hausstand sorgen können?" Gen 30:31 Jener fragte: "Was soll ich dir geben?" Jakob antwortete: "Du brauchst mir gar nichts zu geben. Wenn du auf folgendes eingehst, will ich aufs neue die Tiere hüten. Gen 30:32 Laß mich heute alle deine Tiere durchgehen und daraus alle gesprenkelten und gefleckten Tiere absondern! Jedes dunkelfarbene Stück bei den Lämmern und jede gefleckte und gesprenkelte Ziege sei dann mein Lohn. Gen 30:33 Und daran soll meine Ehrlichkeit sich in Zukunft erweisen: Wenn du kommst, um meinen Lohn anzusehen, so soll alles, was unter den Ziegen nicht gesprenkelt oder gefleckt und unter den Lämmern nicht dunkelfarbig ist, als von mir gestohlen gelten." Gen 30:34 Da sagte Laban: "Gut, es geschehe, wie du gesagt hast!" Gen 30:35 Darauf sonderte Laban noch am selben Tag die gestreiften und gefleckten Böcke und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen ab, alles, woran etwas Weißes war, und alles, was dunkelfarbig war unter den Lämmern, und übergab es seinen Söhnen. Gen 30:36 Sodann ließ er einen Zwischenraum von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob. Jakob weidete nämlich die übrigen Schafe Labans. Gen 30:37 Nun holte sich Jakob frische Zweige von Silberpappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte an ihnen weiße Streifen heraus, indem er das Weiße an den Stäben bloßlegte. Gen 30:38 Dann stellte er die abgeschälten Stäbe in die Tröge, in die Tränkrinnen, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie begatteten sich nämlich, wenn sie zur Tränke kamen. Gen 30:39 Weil sich die Tiere angesichts der Zweige begatteten, warfen sie gestreifte, gesprenkelte und gefleckte Junge. Gen 30:40 Jakob sonderte dann die Lämmer ab. Auf diese Weise sorgte er dafür, daß die jungen Tiere in der Herde Labans gestreift und dunkelfarbig wurden. Er legte sich damit besondere Herden an, die er nicht zu den Tieren Labans tat. Gen 30:41 Sooft die kräftigen Tiere brünstig wurden, legte Jakob die Zweige in die Tröge, damit sie sich vor den Zweigen begatteten. Gen 30:42 Wenn aber die Tiere schwächlich waren, legte er sie nicht hinein. So erhielt Laban die schwächlichen Tiere, die kräftigen aber Jakob. Gen 30:43 Auf diese Weise wurde er außerordentlich reich und erwarb sich viel Kleinvieh, Mägde und Knechte, Kamele und Esel. Gen 31:1 Eines Tages erhielt er Kunde von den Reden der Söhne Labans, die sagten: "Jakob hat alles an sich gebracht, was unserem Vater gehörte. Mit dem Besitz unseres Vaters hat er sich diesen ganzen Reichtum erworben." Gen 31:2 Jakob ersah auch aus Labans Gesichtsausdruck, daß er nicht mehr so gesinnt war wie vordem. Gen 31:3 Da befahl der Herr dem Jakob: "Kehre heim in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft! Ich will mit dir sein." Gen 31:4 Jakob sandte hin, ließ Rahel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen Gen 31:5 und sagte zu ihnen: "Ich sehe es am Gesichtsausdruck eures Vaters, daß er gegen mich nicht mehr so gesinnt ist wie vordem, obwohl doch der Gott meines Vaters mit mir gewesen ist. Gen 31:6 Ihr selber wißt, daß ich eurem Vater mit meiner ganzen Kraft gedient habe. Gen 31:7 Euer Vater aber hat mich betrogen und mir zehnmal den Lohn geändert. Doch Gott ließ nicht zu, daß er mir Schaden zufügte. Wenn er sagte: Die gesprenkelten Tiere sollen dein Lohn sein, so warf die ganze Herde gesprenkelte Junge. Gen 31:8 Sagte er aber: Die gestreiften Tiere sollen dein Lohn sein, so warf die ganze Herde gestreifte Junge. Gen 31:9 So nahm Gott eurem Vater die Herde und gab sie mir. Gen 31:10 Es war zur Brunstzeit der Schafe, da sah ich deutlich im Traum, wie die Böcke, die die Schafe besprangen, gestreift, gesprenkelt und scheckig waren. Gen 31:11 Der Engel Gottes aber rief mir im Traum zu: Jakob! Ich antwortete: Hier bin ich! Gen 31:12 Er sagte: Achte genau darauf, wie alle Böcke, die die Schafe bespringen, gestreift, gesprenkelt und scheckig sind! Ich habe wahrlich alles mit angesehen, was Laban dir angetan hat. Gen 31:13 Ich bin der Gott von Bet-El, wo du einen Denkstein gesalbt und mir ein Gelübde gemacht hast. Mache dich jetzt auf! Zieh fort aus diesem Land und kehre in dein Heimatland zurück!" Gen 31:14 Da antworteten ihm Rahel und Lea: "Haben wir noch Anteil und Erbe im Haus unseres Vaters? Gen 31:15 Gelten wir ihm nicht als Fremde, nachdem er uns verkauft und das Geld, das er für uns bekam, aufgezehrt hat? Gen 31:16 Denn der ganze Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen hat, gehört uns und unseren Kindern. Handle jetzt nur in allem so, wie Gott dir befiehlt!" Gen 31:17 Jakob machte sich auf, setzte seine Kinder und Frauen auf die Kamele Gen 31:18 und führte all sein Vieh mit sich fort samt seiner ganzen Habe, die er erworben hatte, den Viehbestand, den er sich in Paddan-Aram angelegt hatte, um zu seinem Vater Isaak nach Kanaan zurückzukehren. Gen 31:19 Während nun Laban zur Schafschur weggegangen war, stahl Rahel den Terafim ihres Vater. Gen 31:20 Jakob täuschte nämlich den Aramäer Laban, indem er ihm verheimlichte, daß er fliehen wolle. Gen 31:21 So ergriff er mit allem, was ihm gehörte, die Flucht, machte sich auf den Weg, setzte über den Strom (Eufrat) und schlug die Richtung nach dem Gebirge Gilead ein. Gen 31:22 Am dritten Tag meldete man Laban, daß Jakob entflohen sei. Gen 31:23 Da nahm er seine Verwandten mit, jagte ihm sieben Tagereisen weit nach und holte ihn am Gebirge Gilead ein. Gen 31:24 Gott aber erschien dem Aramäer Laban nachts im Traum und warnte ihn: "Hüte dich wohl, mit Jakob statt im Guten im Bösen zu reden!" Gen 31:25 Als nun Laban den Jakob einholte, hatte Jakob sein Zelt auf dem Berg aufgeschlagen. Auch Laban mit seinen Verwandten schlug sein Zelt auf dem Gebirge Gilead auf. Gen 31:26 Laban sagte nun zu Jakob: "Was hast du getan? Du hast mich getäuscht und meine Töchter wie Kriegsgefangene fortgeführt. Gen 31:27 Warum bist du heimlich entflohen und hast hinterlistig gegen mich gehandelt? Du hast mir nichts davon mitgeteilt, sonst hätte ich dir mit Jauchzen und Gesängen, mit Pauken und Harfen das Geleit gegeben. Gen 31:28 Du hast mir nicht gestattet, meine Söhne und Töchter zu küssen. Du hast wahrlich recht töricht gehandelt. Gen 31:29 Es stünde nun in meiner Macht, euch übel mitzuspielen. Doch der Gott deines Vaters hat vergangene Nacht zu mir gesagt: Hüte dich davor, mit Jakob statt im Guten im Bösen zu reden! Gen 31:30 Mag sein, daß du fortgezogen bist, weil du dich so sehr nach deinem Vaterhaus sehntest. Warum aber hast du meine Götter gestohlen?" Gen 31:31 Jakob antwortete dem Laban: "Ja, ich fürchtete mich, weil ich dachte, du könntest mir deine Töchter entreißen. Gen 31:32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht am Leben bleiben! Durchsuch nur in Gegenwart unserer Verwandten alles, was ich bei mir habe, und nimm sie an dich!" Gen 31:33 Jakob wußte nämlich nicht, daß Rahel sie gestohlen hatte. Laban ging in das Zelt Jakobs und in das der Lea, sowie in das Zelt der beiden Mägde, fand aber nichts. Dann verließ er das Zelt Leas und trat in das Zelt Rahels. Gen 31:34 Rahel aber hatte den Terafim genommen, in die Kamelsänfte gelegt und sich darauf gesetzt. Laban durchsuchte nun das ganze Zelt, fand aber nichts. Gen 31:35 Sie aber sagte zu ihrem Vater: "O Herr, sei nicht ungehalten darüber, daß ich vor dir nicht aufstehen kann, denn es ergeht mir, wie es den Frauen ergeht." - Er suchte weiter, fand aber den Terafim nicht. Gen 31:36 Nun wurde Jakob zornig und schalt auf Laban. Und Jakob hob an und sagte zu Laban: "Was habe ich verbrochen, was gefehlt, daß du mich so hitzig verfolgst Gen 31:37 und mir meinen ganzen Hausrat durchstöberst? Was alles hast du denn von deinem Hausrat gefunden? Lege es hierher vor meine und deine Brüder! Sie sollen entscheiden, wer von uns beiden im Recht ist! Gen 31:38 Es sind nun zwanzig Jahre, daß ich bei dir bin. Deine Schafe und Ziegen haben nie eine Fehlgeburt gehabt, und von den Widdern deiner Herde habe ich keinen gegessen. Gen 31:39 Was zerrissen wurde, habe ich dir nicht gebracht. Ich selbst mußte es stets ersetzen. Von mir hast du es gefordert, mochte es bei Tag oder Nacht geraubt worden sein. Gen 31:40 Bei Tag verging ich vor Hitze und des Nachts vor Frost. Kein Schlaf kam in meine Augen. Gen 31:41 Ich habe nun zwanzig Jahre deinem Haus gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter, sechs Jahre um dein Vieh, aber zehnmal hast du mir den Lohn geändert. Gen 31:42 Wenn nicht der Gott meines Vaters, der Gott Abrahams und der Schrecken Isaaks, für mich gewesen wäre, so hättest du mich jetzt wahrlich mit leeren Händen ziehen lassen. Doch Gott hat mein Elend und meiner Hände Mühen gesehen und in der vergangenen Nacht das Urteil gesprochen." Gen 31:43 Laban erwiderte dem Jakob: "Mein sind die Töchter, mein die Kinder und das Vieh, kurz alles, was du siehst, gehört mir. Was aber kann ich heute noch für diese meine Töchter oder ihre Kinder, die sie geboren haben, tun? Gen 31:44 So komm denn, wir wollen ein Bündnis schließen, ich und du! Dies sei zum Zeugnis zwischen mir und dir!" Gen 31:45 Da nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als Denkstein auf. Gen 31:46 Und Jakob befahl seinen Angehörigen: "Holt Steine zusammen!" Diese holten Steine herbei und errichteten einen Steinhaufen. Dann hielten sie dort auf dem Steinhaufen ein Mahl. Gen 31:47 Laban nannte ihn Jegar-Sahaduta und Jakob nannte ihn Gal-Ed (Zeugenhügel). Gen 31:48 Laban sagte: Dieser Steinhaufen ist heute zum Zeugen geworden zwischen mir und dir!" Darum nannte er ihn Gal-Ed Gen 31:49 und Mizpa (Spähturm) und sagte: "Der Herr sei Wächter zwischen mir und dir, wenn wir uns getrennt haben! Gen 31:50 Behandelst du meine Töchter schlecht oder nimmst du noch andere Frauen zu meinen Töchtern hinzu, so bedenke, wenn sonst auch niemand bei uns ist, daß Gott Zeuge ist zwischen mir und dir!" Gen 31:51 Laban sagte weiter zu Jakob: "Siehe, dieser Steinhaufen und der Denkstein, den ich zwischen mir und dir errichtet habe: Gen 31:52 Zeuge sei dieser Steinhaufen und Zeuge sei dieser Denkstein, daß in böser Absicht weder ich über diesen Steinhaufen zu dir hinüberziehen darf, noch du über diesen Steinhaufen und diesen Denkstein zu mir herüberziehen darfst. Gen 31:53 Der Gott Abrahams und der Gott Nahors - der Gott ihrer Väter - soll Richter sein zwischen uns." - Da schwur Jakob beim Schrecken Isaaks, seines Vaters: Gen 31:54 Hierauf brachte Jakob auf dem Berg ein Schlachtopfer dar und lud seine Angehörigen ein, das Mahl zu halten. So hielten sie denn das Mahl und blieben über Nacht auf dem Berg. Gen 31:55 (32:1) Früh am anderen Morgen küßte Laban seine Enkel und Töchter und gab ihnen seinen Segen. Dann zog Laban ab und kehrte heim. Gen 32:1 (32:2) Auch Jakob ging seines Weges. Da begegneten ihm Engel Gottes. Gen 32:2 (32:3) Als Jakob sie erblickte, rief er aus: "Das ist Gottes Heerlager." Darum nannte er jenen Ort Mahanajim (Doppellager). Gen 32:3 (32:4) Hierauf sandte Jakob Boten voraus an seinen Bruder Esau in das Land Seïr, ins Gebiet von Edom, Gen 32:4 (32:5) und trug ihnen auf: "Sagt so zu meinem Herrn Esau: Dein Knecht Jakob läßt dir mitteilen: Bei Laban habe ich geweilt und bis jetzt mich aufgehalten. Gen 32:5 (32:6) Dort bin ich in den Besitz von Rindern, Eseln und Kleinvieh, von Knechten und Mägden gekommen. Und nun wollte ich meinem Herrn Nachricht senden und so Gnade finden in deinen Augen." Gen 32:6 (32:7) Die Boten kehrten zu Jakob zurück mit der Meldung: "Wir haben deinen Bruder Esau getroffen; er zieht dir entgegen, und zwar mit 400 Mann." Gen 32:7 (32:8) Da geriet Jakob in große Furcht, und Angst überfiel ihn. Er verteilte daher die Leute, die er bei sich hatte, und ebenso das Kleinvieh, sowie die Rinder und Kamele auf zwei Lager. Gen 32:8 (32:9) Er dachte nämlich: Wenn Esau das eine Lager angreift und es überwältigt, wird das andere Lager entrinnen können. Gen 32:9 (32:10) Dann betete Jakob: "Gott meines Vaters Abraham! Gott meines Vaters Isaak! O Herr, der du zu mir gesagt hast: Kehre in dein Vaterland und zu deiner Verwandtschaft zurück, dann will ich es dir wohlergehen lassen! Gen 32:10 (32:11) Ich bin nicht wert all der Gnaden und all der Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast. Denn nur mit einem Wanderstab habe ich den Jordan