1#1. Mose,1,1#1. IM Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde; -1) genannt -+Genesis-, d.h. das Buch von der Schöpfung und dem Anfang. 2#1. Mose,1,2#2. die Erde war aber eine Wüstenei und Öde, und Finsternis lag über der weiten Flut-1-, und der Geist Gottes schwebte (brütend) über der Wasserfläche*. -1) = dem Urmeer. 3#1. Mose,1,3#3. Da sprach Gott: «Es werde Licht!» und es ward Licht. 4#1. Mose,1,4#4. Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis 5#1. Mose,1,5#5. und nannte das Licht «Tag», der Finsternis aber gab er den Namen «Nacht». Und es wurde Abend und wurde Morgen: erster Tag. 6#1. Mose,1,6#6. DANN sprach Gott: «Es entstehe ein festes Gewölbe inmitten der Wasser und bilde eine Scheidewand zwischen den beiderseitigen Wassern!» Und es geschah so. 7#1. Mose,1,7#7. So machte Gott das feste Gewölbe und schied dadurch die Wasser unterhalb des Gewölbes von den Wassern oberhalb des Gewölbes. 8#1. Mose,1,8#8. Und Gott nannte das feste Gewölbe «Himmel». Und es wurde Abend und wurde Morgen: zweiter Tag. 9#1. Mose,1,9#9. DANN sprach Gott: «Es sammle sich das Wasser unterhalb des Himmels an einen besonderen Ort, damit das Trockene-1- sichtbar wird!» Und es geschah so. -1) = das feste Land. 10#1. Mose,1,10#10. Und Gott nannte das Trockene «Erde»-1-, dem Wasser aber, das sich gesammelt hatte, gab er den Namen «Meer»-2-. Und Gott sah, daß es gut war. - -1) o: «Land».   2) d.h. Weltmeer. 11#1. Mose,1,11#11. Dann sprach Gott: «Die Erde lasse junges Grün sprossen, samentragende Pflanzen und Bäume, die je nach ihrer Art Früchte mit Samen darin auf der Erde tragen!» Und es geschah so: 12#1. Mose,1,12#12. die Erde ließ junges Grün hervorgehen, Kräuter, die je nach ihrer Art Samen trugen, und Bäume, die Früchte mit Samen darin je nach ihrer Art trugen. Und Gott sah, daß es gut war. 13#1. Mose,1,13#13. Und es wurde Abend und wurde Morgen: dritter Tag. 14#1. Mose,1,14#14. DANN sprach Gott: «Es sollen Lichter-1- am Himmelsgewölbe entstehen, um Tag und Nacht voneinander zu scheiden; die sollen Merkzeichen sein und zur (Bestimmung von) Festzeiten, sowie zur (Zählung von) Tagen und Jahren dienen; -1) o: Leuchten. 15#1. Mose,1,15#15. und sie sollen Lichter-1- am Himmelsgewölbe sein, um Licht über die Erde zu verbreiten!» Und es geschah so. -1) o: Leuchten. 16#1. Mose,1,16#16. Da machte Gott die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, dazu auch die Sterne. 17#1. Mose,1,17#17. Gott setzte sie dann an das Himmelsgewölbe, damit sie Licht über die Erde verbreiteten 18#1. Mose,1,18#18. und am Tage und in der Nacht die Herrschaft führten und das Licht von der Finsternis schieden. Und Gott sah, daß es gut war. 19#1. Mose,1,19#19. Und es wurde Abend und wurde Morgen: vierter Tag. 20#1. Mose,1,20#20. DANN sprach Gott: «Es wimmle das Wasser von einem Gewimmel lebender Wesen, und Vögel sollen über der Erde am Himmelsgewölbe hin fliegen!» 21#1. Mose,1,21#21. Da schuf Gott die großen Seetiere und alle Arten der kleinen Lebewesen, die da sich regen, von denen die Gewässer wimmeln, dazu alle Arten der beschwingten Vögel. Und Gott sah, daß es gut war. 22#1. Mose,1,22#22. Da segnete Gott sie mit den Worten: «Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser in den Meeren, und auch die Vögel sollen sich auf der Erde mehren!» 23#1. Mose,1,23#23. Und es wurde Abend und wurde Morgen: fünfter Tag. 24#1. Mose,1,24#24. DANN sprach Gott: «Die Erde bringe alle Arten lebender Wesen hervor, Vieh, Kriechgetier-1- und wilde Landtiere, jedes nach seiner Art!» Und es geschah so. -1) o: Gewürm. 25#1. Mose,1,25#25. Da machte Gott alle Arten der wilden Landtiere und alle Arten des Viehs und alles Getier, das auf dem Erdboden kriecht, jedes nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. - 26#1. Mose,1,26#26. Dann sprach Gott: «Laßt uns Menschen machen nach unserm Bilde, uns ähnlich, die da herrschen sollen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels, über das (zahme) Vieh und über alle (wilden) Landtiere und über alles Gewürm, das auf dem Erdboden kriecht!» 27#1. Mose,1,27#27. Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde: nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie. 28#1. Mose,1,28#28. Gott segnete sie dann mit den Worten: «Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde an und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alle Lebewesen, die auf der Erde sich regen!» 29#1. Mose,1,29#29. Dann fuhr Gott fort: «Hiermit übergebe ich euch alle samentragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samentragenden Früchten: die sollen euch zur Nahrung dienen! 30#1. Mose,1,30#30. Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was auf der Erde kriecht, was Lebensodem in sich hat, weise ich alles grüne Kraut der Pflanzen zur Nahrung an.» Und es geschah so. 31#1. Mose,1,31#31. Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und siehe: es war sehr gut. Und es wurde Abend und wurde Morgen: der sechste Tag. 32#1. Mose,2,1#1. SO waren der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer vollendet. 33#1. Mose,2,2#2. Da brachte Gott am siebten Tage sein Werk, das er geschaffen hatte, zur Vollendung und ruhte am siebten Tage von aller seiner Arbeit, die er vollbracht hatte. 34#1. Mose,2,3#3. Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm hat Gott von seinem ganzen Schöpfungswerk und seiner Arbeit geruht. - 35#1. Mose,2,4#4. Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. ZUR Zeit, als Gott der HErr-1- Erde und Himmel schuf, -1) hier erscheint zum ersten Mal in der hebr. Bibel der Gottesname «Jahwe», nach Luthers Vorgang durch «HErr» wiedergegeben. Wo im Hebr. das Wort für «Herr» steht, ist es im deutschen mit kleinem «e» geschrieben. Was «Jahwe» bedeutet, ist aus 2.Mo. 3,14 zu ersehen, wo Gott seinen Namen kundtut. 36#1. Mose,2,5#5. als es auf der Erde noch keine Sträucher auf dem Felde gab und noch keine Pflanzen auf den Fluren gewachsen waren, weil Gott der HErr noch keinen Regen auf die Erde hatte fallen lassen und auch noch keine Menschen da waren, um den Ackerboden zu bestellen - 37#1. Mose,2,6#6. es stieg aber ein Wasserdunst von der Erde auf und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens -: 38#1. Mose,2,7#7. da bildete Gott der HErr den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies ihm den Lebensodem in die Nase; so wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen. 39#1. Mose,2,8#8. Hierauf pflanzte Gott der HErr einen Garten in Eden nach Osten hin und versetzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. 40#1. Mose,2,9#9. Dann ließ Gott der HErr allerlei Bäume aus dem Erdboden hervorwachsen, die lieblich anzusehen waren und wohlschmeckende Früchte trugen, dazu auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen-1-. -1) o: von Gut und Böse. 41#1. Mose,2,10#10. ES entsprang aber ein Strom in Eden, um den Garten zu bewässern, und teilte sich von dort aus, und zwar in vier Arme. 42#1. Mose,2,11#11. Der erste heißt Pison: dieser ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, woselbst sich das Gold findet, 43#1. Mose,2,12#12. und das Gold dieses Landes ist kostbar-1-; dort kommt auch das Bedolachharz-2- vor und der Edelstein Soham-3-. -1) o: gediegen.   2) = Edelharz.   3) = Chrysopras(?). 44#1. Mose,2,13#13. Der zweite Strom heißt Gihon: dieser ist es, der das ganze Land Kusch-1- umfließt. -1) = Äthiopien. 45#1. Mose,2,14#14. Der dritte Strom heißt Hiddekel-1-: dieser ist es, der östlich von Assyrien fließt; und der vierte Strom ist der Euphrat. -1) = Tigris. 46#1. Mose,2,15#15. ALS nun Gott der HErr den Menschen genommen und ihn in den Garten Eden versetzt hatte, damit er ihn bestelle und behüte, 47#1. Mose,2,16#16. gab Gott der HErr dem Menschen die Weisung: «Von allen Bäumen des Gartens darfst du nach Belieben essen; 48#1. Mose,2,17#17. aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen - von dem darfst du nicht essen; denn sobald du von diesem ißt, mußt du des Todes sterben.» 49#1. Mose,2,18#18. HIERAUF sagte Gott der HErr: «Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein ist: ich will ihm eine Hilfe-1- schaffen, die zu ihm paßt-2-.» -1) d.h. ein Wesen, das ihm Hilfe oder Beistand leistet = einen Gehilfen bzw. eine Gehilfin.   2) o: ihm zur Seite stehe. 50#1. Mose,2,19#19. Da bildete Gott der HErr aus Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde; und wie der Mensch sie alle-1- benennen würde, so sollten sie heißen. -1) = jedes einzelne. 51#1. Mose,2,20#20. So legte denn der Mensch allem Vieh-1- und den Vögeln des Himmels und allen wilden Tieren Namen bei; aber für einen Menschen fand er keine Hilfe-2- darunter, die zu ihm gepaßt hätte-a-. -1) = allen zahmen Tieren.   2) o: Gehilfin.   a) vgl. V. 18. 52#1. Mose,2,21#21. Da ließ Gott der HErr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so daß er einschlief; dann nahm er eine von seinen Rippen heraus und verschloß deren Stelle wieder mit Fleisch; 53#1. Mose,2,22#22. die Rippe aber, die Gott aus dem Menschen genommen hatte, gestaltete er zu einem Weibe und führte dieses dem Menschen zu. 54#1. Mose,2,23#23. Da rief der Mensch aus: «Diese endlich ist es: Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese soll ,Männin'-1- heißen; denn vom Manne ist diese genommen.» -1) im Hebr. liegt ein Wortspiel vor: -+isch- = Mann, -+ischscha- = Frau. 55#1. Mose,2,24#24. Darum verläßt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt seinem Weibe an, und sie werden ein Fleisch sein. 56#1. Mose,2,25#25. Und sie waren beide nackt, der Mensch-1- und sein Weib, und doch schämten sie sich nicht (vor einander). -1) o: Mann. 57#1. Mose,3,1#1. NUN war die Schlange listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HErr geschaffen hatte; die sagte zum Weibe: «Sollte Gott wirklich gesagt haben: ,Ihr dürft von allen Bäumen des Gartens nicht essen-1-!'» -1) d.h. also: von gar keinem Baum. 58#1. Mose,3,2#2. Da antwortete das Weib der Schlange: «Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; 59#1. Mose,3,3#3. nur von den Früchten des Baumes, der mitten im Garten steht, hat Gott gesagt: ,Ihr dürft von ihnen nicht essen, ja sie nicht einmal anrühren, sonst müßt ihr sterben!'» 60#1. Mose,3,4#4. Da erwiderte die Schlange dem Weibe: «Ihr werdet sicherlich nicht sterben; 61#1. Mose,3,5#5. sondern Gott weiß wohl, daß, sobald ihr davon eßt, euch die Augen aufgehen werden und ihr wie Gott selbst sein werdet, indem ihr erkennt, was gut und was böse ist.» 62#1. Mose,3,6#6. Da nun das Weib sah, daß von dem Baume gut zu essen sei und daß er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum sei, weil man durch ihn klug werden könne, so nahm sie eine von seinen Früchten und aß und gab auch ihrem Manne, der bei ihr war, und der aß auch. 63#1. Mose,3,7#7. Da gingen ihnen beiden die Augen auf, und sie nahmen wahr, daß sie nackt waren; darum hefteten sie Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schürze daraus. 64#1. Mose,3,8#8. ALS sie dann aber die Stimme-1- Gottes des HErrn hörten, der in der Abendkühle im Garten sich erging, versteckten sie sich, der Mann (Adam) und sein Weib, vor Gott dem HErrn unter den Bäumen des Gartens. -1) o: das Geräusch der Schritte. 65#1. Mose,3,9#9. Aber Gott der HErr rief nach dem Mann mit den Worten: «Wo bist du?» 66#1. Mose,3,10#10. Da antwortete er: «Als ich deine Stimme im Garten-1- hörte, fürchtete ich mich, weil ich nackt bin; darum habe ich mich versteckt.» -1) aÜs: Als ich das Geräusch deiner Schritte im Garten hörte (vgl. V. 8). 67#1. Mose,3,11#11. Da fragte Gott: «Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Du hast doch nicht etwa von dem Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?» 68#1. Mose,3,12#12. Da antwortete Adam: «Das Weib, das du mir beigesellt hast, die hat mir von dem Baume gegeben, da habe ich gegessen.» 69#1. Mose,3,13#13. Da sagte Gott der HErr zu dem Weibe: «Warum hast du das getan?» Das Weib antwortete: «Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen.» 70#1. Mose,3,14#14. Da sagte Gott der HErr zu der Schlange: «Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein vor-1- allen Tieren, zahmen und wilden! Auf dem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang! -1) o: unter. 71#1. Mose,3,15#15. Und ich will Feindschaft setzen-1- zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen-2- und ihrem Samen: er wird dir nach dem Kopfe treten-3-, und du wirst ihm nach der Ferse schnappen-4-.» -1) = herrschen lassen.   2) d.h. Nachwuchs, Nachkommenschaft.   3) o: dir den Kopf zertreten.   4) o: in die Ferse stechen. 72#1. Mose,3,16#16. Zum Weibe aber sagte er: «Viele Mühsal will ich dir bereiten, wenn du Mutter wirst: mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und doch nach deinem Manne Verlangen tragen; er aber soll dein Herr sein!» 73#1. Mose,3,17#17. Zu dem Manne-1- aber sagte er: «Weil du der Aufforderung deines Weibes nachgekommen bist und von dem Baume gegessen hast, von dem zu essen ich dir ausdrücklich verboten hatte, so soll der Ackerboden verflucht sein um deinetwillen: mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang! -1) o: zu Adam. 74#1. Mose,3,18#18. Dornen und Gestrüpp soll er dir wachsen lassen, und du sollst dich vom Gewächs des Feldes nähren-1-! -1) aÜs: und doch mußt du dich . . . nähren. 75#1. Mose,3,19#19. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, von dem du genommen bist; denn Staub-1- bist du, und zu Staub-1- mußt du wieder werden!» -1) o: Erde. 76#1. Mose,3,20#20. ADAM gab dann seinem Weibe den Namen Eva-1-; denn sie ist die Stammutter aller Lebenden geworden. -1) eig: -+Chawwa- = Lebenspenderin. 77#1. Mose,3,21#21. Darauf machte Gott der HErr dem Manne-1- und seinem Weibe Röcke von Fellen und bekleidete sie (damit). -1) o: Adam. 78#1. Mose,3,22#22. Und Gott der HErr sagte: «Der Mensch ist jetzt ja geworden wie unsereiner, insofern er gut und böse zu unterscheiden weiß. Nun aber - daß er nur nicht seine Hand ausstreckt und auch (Früchte) vom Baume des Lebens nimmt und (sie) ißt und unsterblich wird!» 79#1. Mose,3,23#23. So stieß ihn denn Gott der HErr aus dem Garten Eden hinaus, damit er den Erdboden bestelle, von dem er genommen war; 80#1. Mose,3,24#24. und als er den Menschen hinausgetrieben hatte, ließ er östlich vom Garten Eden die Cherube sich lagern und die Flamme des kreisenden-1- Schwertes, damit sie den Zugang zum Baume des Lebens bewachten. -1) o: zuckenden = funkelnden. 81#1. Mose,4,1#1. EVA gebar dann dem Adam, ihrem Gatten, einen Sohn Kain-1-. Da sagte sie: «Einen Mann-2- habe ich ins Dasein gerufen-3- mit Hilfe des HErrn!» -1) d.h. Erwerb, Gewinn.   2) = männlichen Sproß.   3) eig: erworben, gewonnen. 82#1. Mose,4,2#2. Hierauf gebar sie nochmals, nämlich seinen Bruder Abel-1-; und Abel wurde ein Hirt von Kleinvieh, Kain aber ein Ackerbauer. -1) d.h. Hauch, Vergänglichkeit. 83#1. Mose,4,3#3. Nun begab es sich nach Verlauf geraumer Zeit, daß Kain dem HErrn eine Opfergabe von den Früchten des Ackers darbrachte; 84#1. Mose,4,4#4. und auch Abel opferte von den Erstgeburten seiner Herde, und zwar von ihren Fettstücken. Da schaute der HErr (mit Wohlgefallen) auf Abel und seine Opfergabe; 85#1. Mose,4,5#5. aber Kain und seine Gabe sah er nicht an. Darüber geriet Kain in heftige Erregung, so daß sein Angesicht sich finster senkte-1-. -1) o: so daß er den Blick zu Boden schlug. 86#1. Mose,4,6#6. Da sagte der HErr zu Kain: «Warum bist du erregt geworden, und warum hat dein Angesicht sich finster gesenkt-1-? -1) o: schlägst du den Blick zu Boden. 87#1. Mose,4,7#7. Wird nicht, wenn du recht handelst, dein Opfer angenommen-1-? lagert-2- nicht, wenn du böse handelst, die Sünde vor der Tür (als ein Feind, dessen) Verlangen auf dich gerichtet ist, den du aber bezwingen sollst?» -1) aÜs. des unsicheren Textes: Ist's nicht also: wenn du recht handelst, so kannst du (dein Antlitz frei) erheben?   2) o: lauert. 88#1. Mose,4,8#8. Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: [«Laß uns aufs Feld gehen!»] und als sie auf dem Felde waren, fiel Kain über seinen Bruder Abel her und schlug ihn tot. 89#1. Mose,4,9#9. DA sagte der HErr zu Kain: «Wo ist dein Bruder Abel?» Er antwortete: «Ich weiß es nicht; bin ich etwa meines Bruders Hüter?» 90#1. Mose,4,10#10. Gott aber sagte: «Was hast du getan? Ich höre das Blut deines Bruders zu mir aus dem Erdboden schreien! 91#1. Mose,4,11#11. Und nun - verflucht sollst du sein, (hinweggetrieben) vom Ackerboden, der seinen Mund aufgetan hat, um das von deiner Hand vergossene Blut deines Bruders in sich aufzunehmen! 92#1. Mose,4,12#12. Wenn du den Acker bestellst, soll er dir hinfort keinen Ertrag mehr geben: unstet und flüchtig sollst du auf der Erde sein!» 93#1. Mose,4,13#13. Da sagte Kain zum HErrn: «Meine Strafe-1- ist zu groß, als daß ich sie tragen könnte! -1) o: Sündenschuld. 94#1. Mose,4,14#14. Du treibst mich ja heute von dem Ackerland hinweg, und ich muß mich vor deinen Augen verbergen und werde unstet und flüchtig auf der Erde sein; so wird denn jeder, der mich antrifft, mich totschlagen!» 95#1. Mose,4,15#15. Aber der HErr antwortete ihm: «Nicht also! Jeder, der Kain totschlägt, soll siebenfältiger Rache verfallen!» Hierauf brachte der HErr an Kain ein Wahrzeichen-a- an, damit ihn niemand erschlüge, der mit ihm zusammenträfe. -a) vgl. Hes. 9,4. 96#1. Mose,4,16#16. So ging denn Kain vom Angesicht des HErrn hinweg und ließ sich im Lande Nod östlich von Eden nieder. 97#1. Mose,4,17#17. DEM Kain gebar hierauf sein Weib einen Sohn, Henoch; und als Kain dann eine Stadt-1- erbaute, benannte er sie nach seines Sohnes Namen Henoch. -1) = Wohnstätte. 98#1. Mose,4,18#18. Dem Henoch wurde dann Irad geboren; dieser wurde der Vater Mehujaels, Mehujael wurde der Vater Methusaels und Methusael der Vater Lamechs. 99#1. Mose,4,19#19. Lamech aber nahm sich zwei Frauen, von denen die eine Ada, die andere Zilla hieß. 100#1. Mose,4,20#20. Ada gebar dann den Jabal; dieser wurde der Stammvater der Zeltbewohner und Herdenbesitzer-1-. -1) w: die in Zelten und mit dem Vieh zusammen wohnen (o: mit Viehbesitz umgehen) = Viehzüchter. 101#1. Mose,4,21#21. Sein Bruder hieß Jubal; dieser wurde der Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. 102#1. Mose,4,22#22. Auch Zilla gebar einen Sohn, nämlich Thubalkain, den Hämmerer-1- von allen schneidenden Geräten aus Kupfer und Eisen-2-. Die Schwester Thubalkains war Naama. -1) o: Schmied.   2) ws. ist zu lesen: den Stammvater aller derer, die Kupfer und Eisen bearbeiten. 103#1. Mose,4,23#23. Lamech aber sagte (einst) zu seinen Frauen: «Ada und Zilla, höret meine Rede! ihr Weiber Lamechs, vernehmet meinen Spruch! Einen Mann erschlage ich, wenn er mich verwundet, und einen Jüngling, wenn er mir eine Strieme beibringt! 104#1. Mose,4,24#24. Denn wenn Kain siebenfältig gerächt werden soll, so Lamech siebenundsiebzigfach-1-!» -1) aÜs: Wenn sich Kain siebenmal rächt, so Lamech siebenundsiebzigmal. 105#1. Mose,4,25#25. DEM Adam aber gebar sein Weib (Eva) nochmals einen Sohn, dem sie den Namen Seth-1- gab; «denn», sagte sie, «Gott hat mir einen andern Sproß-2- verliehen an Stelle Abels, weil Kain ihn erschlagen hat.» -1) d.h. Setzling, Ersatz.   2) = Sohn. 106#1. Mose,4,26#26. Auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, den er Enos-1- nannte. Damals fing man an, den Namen des HErrn-a- anzurufen. -1) = Mensch, mit der Nebenbed. des Schwächlichen(?). a) vgl. 1.Mo. 2,4. 107#1. Mose,5,1#1. Dies ist die Geschlechtstafel-1- Adams: Am Tage, als Gott den Adam-2- schuf, gestaltete er ihn nach Gottes Ebenbild; -1) = das Verzeichnis der Nachkommen.  2) = den Menschen. 108#1. Mose,5,2#2. als Mann und Weib schuf er sie und segnete sie und gab ihnen den Namen «Mensch» damals, als sie geschaffen wurden. 109#1. Mose,5,3#3. Adam aber war 130 Jahre alt, als ihm ein Sohn geboren wurde, der ihm als sein Abbild glich und den er Seth nannte. 110#1. Mose,5,4#4. Nach der Geburt Seths lebte Adam noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 111#1. Mose,5,5#5. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Adams 930 Jahre; dann starb er. - 112#1. Mose,5,6#6. Als Seth 105 Jahre alt war, wurde ihm Enos geboren. 113#1. Mose,5,7#7. Nach der Geburt des Enos lebte Seth noch 807 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 114#1. Mose,5,8#8. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Seths 912 Jahre; dann starb er. - 115#1. Mose,5,9#9. Als Enos 90 Jahre alt war, wurde ihm Kenan geboren. 116#1. Mose,5,10#10. Nach der Geburt Kenans lebte Enos noch 815 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 117#1. Mose,5,11#11. Demnach betrug die ganze Lebenszeit des Enos 905 Jahre; dann starb er. - 118#1. Mose,5,12#12. Als Kenan 70 Jahre alt war, wurde ihm Mahalalel geboren. 119#1. Mose,5,13#13. Nach der Geburt Mahalalels lebte Kenan noch 840 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 120#1. Mose,5,14#14. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Kenans 910 Jahre; dann starb er. - 121#1. Mose,5,15#15. Als Mahalalel 65 Jahre alt war, wurde ihm Jered geboren. 122#1. Mose,5,16#16. Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch 830 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 123#1. Mose,5,17#17. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Mahalalels 895 Jahre; dann starb er. - 124#1. Mose,5,18#18. Als Jered 162 Jahre alt war, wurde ihm Henoch geboren. 125#1. Mose,5,19#19. Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 126#1. Mose,5,20#20. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Jereds 962 Jahre; dann starb er. - 127#1. Mose,5,21#21. Als Henoch 65 Jahre alt war, wurde ihm Methusalah geboren. 128#1. Mose,5,22#22. Henoch wandelte mit Gott; er lebte nach der Geburt Methusalahs noch 300 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 129#1. Mose,5,23#23. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Henochs 365 Jahre. 130#1. Mose,5,24#24. Henoch wandelte mit Gott und war plötzlich nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweggenommen-a-. - -a) vgl. Hebr. 11,5. 131#1. Mose,5,25#25. Als Methusalah 187 Jahre alt war, wurde ihm Lamech geboren. 132#1. Mose,5,26#26. Nach der Geburt Lamechs lebte Methusalah noch 782 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 133#1. Mose,5,27#27. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Methusalahs 969 Jahre; dann starb er. - 134#1. Mose,5,28#28. Als Lamech 182 Jahre alt war, wurde ihm ein Sohn geboren, 135#1. Mose,5,29#29. den er Noah-1- nannte; «denn», sagte er, «dieser wird uns Trost verschaffen bei unserer Arbeit und bei der Mühsal, die unsere Hände durch den Acker haben, den der HErr verflucht hat.» -1) d.h. Trost, Ruhe. 136#1. Mose,5,30#30. Nach der Geburt Noahs lebte Lamech noch 595 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 137#1. Mose,5,31#31. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Lamechs 777 Jahre; dann starb er. - 138#1. Mose,5,32#32. Als Noah 500 Jahre alt war, wurden ihm seine Söhne Sem, Ham und Japheth geboren. 139#1. Mose,6,1#1. ALS nun die Menschen sich auf der Oberfläche des Erdbodens zu vermehren begannen und ihnen auch Töchter geboren wurden 140#1. Mose,6,2#2. und die Gottessöhne* die Schönheit der Menschentöchter sahen, nahmen sie sich von ihnen diejenigen zu Frauen, die ihnen besonders gefielen. 141#1. Mose,6,3#3. Da sagte der HErr: «Mein Geist soll nicht für immer im Menschen erniedrigt sein(?), weil er ja Fleisch ist; so sollen denn seine Tage (fortan) nur noch hundertundzwanzig Jahre betragen-1-!» -1) aÜs: «Nicht soll mein Geist für immer im Menschen walten (o: noch länger bleiben); in ihrem Irren (o: Irregehen) sind sie (die Menschen) Fleisch; so soll denn seine (des Menschen) Lebensdauer nur 120 Jahre betragen.» 142#1. Mose,6,4#4. Zu jener Zeit waren die Riesen auf der Erde und auch später noch, solange die Gottessöhne mit den Menschentöchtern verkehrten und diese ihnen (Kinder) gebaren. Das sind die Helden-1-, die in der Urzeit lebten, die hochberühmten Männer. -1) o: Recken. 143#1. Mose,6,5#5. ALS nun der HErr sah, daß die Bosheit der Menschen groß war auf der Erde und alles Sinnen und Trachten ihres Herzens immerfort nur böse war, 144#1. Mose,6,6#6. da gereute es ihn, die Menschen auf der Erde geschaffen zu haben, und er wurde in seinem Herzen tief betrübt. 145#1. Mose,6,7#7. Darum sagte der HErr: «Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vom ganzen Erdboden weg vertilgen, die Menschen wie das Vieh, das Gewürm wie die Vögel des Himmels; denn ich bereue es, sie geschaffen zu haben.» 146#1. Mose,6,8#8. Noah aber hatte Gnade beim HErrn gefunden. 147#1. Mose,6,9#9. DIES ist die Geschichte Noahs: Noah war ein frommer, unsträflicher-a- Mann unter seinen Zeitgenossen: mit Gott wandelte Noah. -a) vgl. 1.Mo. 17,1. 148#1. Mose,6,10#10. Er hatte drei Söhne: Sem, Ham und Japheth. 149#1. Mose,6,11#11. Die Erde wurde aber immer verderbter vor Gott und war voll von Gewalttaten. 150#1. Mose,6,12#12. Als nun Gott die Erde ansah und die völlige Verderbtheit wahrnahm - denn alles Fleisch-1- hatte sich in ihrem ganzen Tun auf Erden zum Bösen gewandt -, -1) = die gesamte Menschen- und Tierwelt. 151#1. Mose,6,13#13. da sagte Gott zu Noah: «Das Ende aller lebenden Geschöpfe ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist durch ihre Schuld voll von Gewalttaten; darum will ich sie mitsamt-1- der Erde verderben-2-. -1) vermutlich ist zu lesen: von der Erde.   2) o: vernichten. 152#1. Mose,6,14#14. Baue dir eine Arche aus Tannenholz; mit lauter Zellen-1- sollst du die Arche versehen und sie von innen und von außen mit Erdharz verpichen. -1) o: Kammern. 153#1. Mose,6,15#15. Und so sollst du sie bauen: dreihundert Ellen-1- soll die Länge der Arche betragen, fünfzig Ellen ihre Breite und dreißig Ellen ihre Höhe. -1) eine Elle = 45-49 cm (also etwa 1/2 Meter). 154#1. Mose,6,16#16. Eine Lichtöffnung sollst du an der Arche anbringen, und zwar eine Elle hoch sollst du sie-1- ganz herum hoch oben herstellen, und den Eingang zur Arche an ihrer Seite anbringen und ein unteres, ein mittleres und ein oberes Stockwerk in ihr anlegen. -1) d.h. die Lichtöffnung. 155#1. Mose,6,17#17. Denn wisse wohl: ich will die große Flut über die Erde kommen lassen, um alle Geschöpfe, die Lebensodem in sich haben, unter dem ganzen Himmel zu vertilgen: alles, was auf der Erde lebt, soll umkommen! 156#1. Mose,6,18#18. Mit dir aber will ich einen Bund schließen: du sollst in die Arche gehen, du und mit dir deine Söhne und dein Weib und die Weiber deiner Söhne-1-. -1) = deine Schwiegertöchter. 157#1. Mose,6,19#19. Und von allen lebenden Wesen, von allen Tieren, sollst du je ein Paar in die Arche mit hineinnehmen, um sie mit dir am Leben zu erhalten: je ein Männliches und ein Weibliches sollen es sein. 158#1. Mose,6,20#20. Von jeder Art der Vögel und von jeder Art der Vierfüßler, von jeder Art der Kriechtiere des Erdbodens - von diesen allen soll immer ein Paar zu dir in die Arche hineinkommen, damit sie am Leben erhalten bleiben. 159#1. Mose,6,21#21. Du selbst aber nimm dir alle Arten von Nahrungsmitteln, die als Speise genossen werden, und sammle bei dir Vorräte davon, damit sie dir und ihnen zur Nahrung dienen.» 160#1. Mose,6,22#22. Und Noah tat es; er machte alles genau so, wie Gott es ihm geboten hatte. 161#1. Mose,7,1#1. DANN sagte der HErr zu Noah: «Gehe du mit deiner ganzen Familie in die Arche, denn dich habe ich als gerecht vor mir erfunden unter diesem Geschlecht. 162#1. Mose,7,2#2. Von allen reinen Tieren nimm je sieben Paare zu dir, immer ein Männchen und sein Weibchen, aber von den unreinen Tieren nur je zwei Stück, ein Männchen und sein Weibchen; 163#1. Mose,7,3#3. auch von den Vögeln des Himmels je sieben Paare, Männchen und Weibchen, damit Nachkommenschaft auf der ganzen Erde am Leben erhalten bleibt; 164#1. Mose,7,4#4. denn es sind nur noch sieben Tage, dann will ich es vierzig Tage und vierzig Nächte hindurch auf die Erde regnen lassen und will den ganzen Bestand an Lebewesen, die ich geschaffen habe, vom ganzen Erdboden vertilgen.» 165#1. Mose,7,5#5. Da tat Noah alles genau so, wie der HErr es ihm geboten hatte. 166#1. Mose,7,6#6. Noah war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut über die Erde kam. 167#1. Mose,7,7#7. Da ging Noah und mit ihm seine Söhne, sein Weib und seine Schwiegertöchter in die Arche hinein vor den Gewässern der Sintflut. 168#1. Mose,7,8#8. Von den reinen und von den unreinen Vierfüßlern, sowie von den Vögeln und von allem, was auf dem Erdboden kriecht, 169#1. Mose,7,9#9. kamen immer zwei, ein Männchen und ein Weibchen, zu Noah in die Arche hinein, wie Gott ihm geboten hatte. 170#1. Mose,7,10#10. Und nach Ablauf der sieben Tage, da kamen die Gewässer der Sintflut über die Erde. 171#1. Mose,7,11#11. ES war im sechshundertsten Lebensjahre Noahs, am siebzehnten Tage des zweiten Monats: an diesem Tage brachen alle Quellen-1- der großen Tiefe-2- auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich, -1) o: Brunnen.   2) = Urflut. 172#1. Mose,7,12#12. und der Regen strömte vierzig Tage und vierzig Nächte hindurch auf die Erde. 173#1. Mose,7,13#13. An eben diesem Tage ging Noah mit seinen Söhnen Sem, Ham und Japheth und mit seinem Weibe und seinen drei Schwiegertöchtern in die Arche hinein, 174#1. Mose,7,14#14. sie und alle Arten der wilden Tiere und alle Arten des Viehs-1- und alle Arten des Gewürms, das auf der Erde kriecht, auch alle Arten der Vögel, alles, was Flügel hatte und beschwingt war-2-; -1) = der Haustiere.   2) = alles Federvieh. 175#1. Mose,7,15#15. die kamen zu Noah in die Arche hinein, je ein Paar von allen Geschöpfen, die Lebensodem in sich hatten; 176#1. Mose,7,16#16. und die da hineinkamen, waren immer ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleische-1-, wie Gott ihm geboten hatte. Hierauf schloß der HErr hinter ihm zu. -1) = allen Geschöpfen. 177#1. Mose,7,17#17. Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über die Erde, und das Wasser stieg und hob die Arche empor, so daß sie hoch über der Erde schwamm. 178#1. Mose,7,18#18. Und das Wasser nahm gewaltig zu und stieg hoch über der Erde, so daß die Arche auf der weiten Flut dahinfuhr. 179#1. Mose,7,19#19. Und das Wasser stieg immer noch höher über der Erde, so daß alle höchsten Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, überflutet-1- wurden. -1) w: bedeckt. 180#1. Mose,7,20#20. Fünfzehn Ellen hoch ging das Wasser über sie hin, so daß die Berge überflutet wurden. 181#1. Mose,7,21#21. Damals kamen alle Geschöpfe um, die auf der Erde sich regten: was an Vögeln, an Vieh und an wilden Tieren da war, sowie alles Gewürm, von dem die Erde wimmelte, und auch alle Menschen: 182#1. Mose,7,22#22. alles, in dessen Nase ein Hauch von Lebensodem war, das starb, alles, soweit es auf dem Trockenen lebte. 183#1. Mose,7,23#23. So vertilgte Gott-1- alle Geschöpfe, die auf dem ganzen Erdboden waren, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels: sie wurden alle von der Erde vertilgt; nur Noah blieb übrig und was sich bei ihm in der Arche befand. -1) aL: So wurden vertilgt. 184#1. Mose,7,24#24. Das Wasser aber stieg unaufhörlich über der Erde hundertundfünfzig Tage lang. 185#1. Mose,8,1#1. DA dachte Gott an Noah und an alle wilden Tiere und an all das Vieh, das bei ihm in der Arche war; und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, so daß die Wasser sanken; 186#1. Mose,8,2#2. die Quellen der Tiefe-1- und die Fenster des Himmels schlossen sich, und dem Regen vom Himmel her wurde Einhalt getan. -1) = die Brunnen der Urflut, vgl. 1.Mo. 7,11. 187#1. Mose,8,3#3. Da verlief sich das Wasser allmählich von der Erde und begann nach Ablauf der hundertundfünfzig Tage zu fallen; 188#1. Mose,8,4#4. und am siebzehnten Tage des siebten Monats saß die Arche auf einem der Berge von Ararat-1- fest. -1) = Armenien. 189#1. Mose,8,5#5. Das Wasser nahm dann immerfort ab bis zum zehnten Monat: am ersten Tage des zehnten Monats kamen die Gipfel der Berge zum Vorschein. 190#1. Mose,8,6#6. Nach Verlauf von vierzig Tagen aber öffnete Noah das Fenster der Arche, das er angebracht hatte, 191#1. Mose,8,7#7. und ließ den Raben ausfliegen; der flog hin und her, bis das Wasser auf der Erde abgetrocknet war. 192#1. Mose,8,8#8. Hierauf ließ er die Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob das Wasser sich auf der Erdoberfläche verlaufen habe. 193#1. Mose,8,9#9. Da die Taube aber keinen Ort fand, wo ihre Füße hätten ruhen-1- können, kehrte sie zu ihm zu der Arche zurück; denn das Wasser bedeckte noch die Oberfläche der ganzen Erde. Da streckte er seine Hand hinaus, ergriff sie und nahm sie wieder zu sich in die Arche. -1) o: sich niederlassen. 194#1. Mose,8,10#10. Hierauf wartete er noch weitere sieben Tage und ließ dann die Taube zum zweitenmal aus der Arche fliegen. 195#1. Mose,8,11#11. Da kam die Taube um die Abendzeit zu ihm zurück, und siehe da: sie hatte ein frisches Ölbaumblatt im Schnabel! Daran erkannte Noah, daß das Wasser auf der Erde sich verlaufen hatte. 196#1. Mose,8,12#12. Nun wartete er nochmals weitere sieben Tage und ließ die Taube wieder ausfliegen; doch diesmal kehrte sie nicht wieder zu ihm zurück. 197#1. Mose,8,13#13. Und im sechshundertundersten Lebensjahre Noahs, am ersten Tage des ersten Monats, da war das Wasser von der Erde weggetrocknet. Als jetzt Noah das Dach von der Arche abnahm und Ausschau hielt, da war der Erdboden abgetrocknet; 198#1. Mose,8,14#14. und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde ganz trocken geworden. 199#1. Mose,8,15#15. Da gebot Gott dem Noah: 200#1. Mose,8,16#16. «Verlaß (jetzt) die Arche, du und mit dir dein Weib und deine Söhne und deine Schwiegertöchter! 201#1. Mose,8,17#17. Sämtliche Tiere von allen Arten, die bei dir sind, Vögel, Vieh und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, laß mit dir hinausgehen, damit sie sich auf der Erde frei bewegen und fruchtbar seien und sich mehren auf der Erde.» 202#1. Mose,8,18#18. Da ging Noah mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seinen Schwiegertöchtern hinaus; 203#1. Mose,8,19#19. auch alle vierfüßigen Tiere, alles Gewürm, alle Vögel, alles, was sich auf der Erde regt, gingen nach ihren Arten aus der Arche hinaus. 204#1. Mose,8,20#20. NOAH baute dann dem HErrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln (je ein Stück) und brachte Brandopfer auf dem Altar dar. 205#1. Mose,8,21#21. Als nun der HErr den lieblichen Duft-1- roch, sagte er bei sich selbst: «Ich will hinfort den Erdboden nicht noch einmal um der Menschen willen verfluchen; denn das Sinnen und Trachten-a- des Menschenherzens ist böse von Jugend auf; auch will ich hinfort nicht noch einmal alles Lebende sterben lassen, wie ich es getan habe. -1) w: den Duft der Beruhigung (o: Versöhnung). a) vgl. 1.Mo. 6,5. 206#1. Mose,8,22#22. Hinfort, solange die Erde steht, sollen Säen und Ernten, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören!» 207#1. Mose,9,1#1. DANN segnete Gott Noah und seine Söhne mit folgenden Worten: «Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. 208#1. Mose,9,2#2. Die Furcht und der Schrecken vor euch soll auf allem Getier und der Erde liegen und auf allen Vögeln des Himmels! Alles, was sich auf dem Erdboden-1- regt, auch alle Fische des Meeres: - in eure Gewalt sind sie gegeben. -1) o: Lande. 209#1. Mose,9,3#3. Alles, was sich regt und was da lebt, soll euch zur Nahrung dienen: wie (einstmals) die grünenden Pflanzen, so weise ich euch (jetzt) alles zu. 210#1. Mose,9,4#4. Nur Fleisch, das noch seine Seele-1-, nämlich sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen. -1) o: Lebenskraft. 211#1. Mose,9,5#5. Jedoch euer eigenes Blut, um wessen Leben es sich auch bei euch handle-1-, will ich rächen-2-; an jedem Tiere will ich es rächen; und auch an jedem Menschen, an euch untereinander, will ich das Leben jedes Menschen rächen: -1) aÜs: euer eigenes Blut, das zu euren Seelen (o: zu eurem Leben) in Beziehung steht.   2) w: zurückfordern; von jedem Tier werde ich es zurückfordern. 212#1. Mose,9,6#6. Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden; denn nach seinem Bilde hat Gott den Menschen geschaffen. 213#1. Mose,9,7#7. Ihr aber - seid fruchtbar und mehret euch, wimmelt-1- auf der Erde und werdet zahlreich auf ihr!» -1) o: seid regsam. 214#1. Mose,9,8#8. WEITER sagte Gott zu Noah und seinen Söhnen, die bei ihm waren, folgendes: 215#1. Mose,9,9#9. «Ich will (jetzt) einen Bund mit euch aufrichten-1- und mit eurer Nachkommenschaft, die nach euch sein wird, -1) o: schließen. 216#1. Mose,9,10#10. auch mit allen lebenden Wesen, die bei euch sind, mit den Vögeln, den zahmen und allen wilden Tieren, die bei euch sind, nämlich mit allen denen, die aus der Arche herausgegangen sind, mit allem Getier der Erde. 217#1. Mose,9,11#11. Ich schließe also meinen Bund mit euch dahin, daß hinfort niemals wieder alle lebenden Geschöpfe durch das Wasser einer Sintflut vertilgt werden sollen und daß niemals wieder eine Sintflut eintreten soll, um die Erde zu verheeren!» 218#1. Mose,9,12#12. Dann fuhr Gott fort: «Dies soll das Zeichen des Bundes sein, den ich zwischen mir und euch und allen lebenden Wesen, die bei euch sind, auf ewige Zeiten festsetze: 219#1. Mose,9,13#13. meinen Bogen stelle ich in die Wolken; der soll das Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde sein! 220#1. Mose,9,14#14. Wenn ich hinfort Gewölk über der Erde sammle und der Bogen in den Wolken sichtbar wird, 221#1. Mose,9,15#15. dann will ich meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch und allen lebenden Wesen jeglicher Fleischesart besteht; und das Wasser soll niemals wieder zu einer Sintflut werden, um alle lebenden Geschöpfe zu vertilgen. 222#1. Mose,9,16#16. Nein, wenn der Bogen in den Wolken steht, so will ich ihn anschauen, um des ewigen Bundes zwischen Gott und allen lebenden Wesen von jeglicher Fleischesart, die auf der Erde ist, zu gedenken.» 223#1. Mose,9,17#17. Und Gott schloß mit den Worten an Noah: «Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen lebenden Wesen auf der Erde aufgerichtet-1- habe.» -1) o: geschlossen. 224#1. Mose,9,18#18. DIE Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem, Ham und Japheth; Ham aber ist der Vater Kanaans. 225#1. Mose,9,19#19. Diese drei waren die Söhne Noahs, und von diesen aus ist die ganze Erde bevölkert worden-1-. -1) = stammt die ganze Erdbevölkerung ab. 226#1. Mose,9,20#20. Noah aber wurde nun ein Landmann und legte auch einen Weinberg an. 227#1. Mose,9,21#21. Als er dann aber von dem Weine trank, wurde er trunken und lag entblößt in seinem Zelt. 228#1. Mose,9,22#22. Als nun Ham, der Vater Kanaans, seinen Vater entblößt hatte daliegen sehen, erzählte er es seinen beiden Brüdern draußen. 229#1. Mose,9,23#23. Da nahmen Sem und Japheth das Obergewand (ihres Vaters), legten es beide gemeinsam auf ihre Schultern, traten rückwärts hinzu und bedeckten ihren entblößten Vater damit; ihr Gesicht aber war dabei abgewandt, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen. 230#1. Mose,9,24#24. Als nun Noah von seinem Rausch erwachte und erfuhr, wie sein jüngster Sohn sich gegen ihn benommen hatte, 231#1. Mose,9,25#25. rief er aus: «Verflucht sei Kanaan! der niedrigste Knecht soll er seinen Brüdern sein!» 232#1. Mose,9,26#26. Dann fuhr er fort: «Gepriesen sei der HErr, der Gott Sems! Kanaan aber soll sein Knecht sein! 233#1. Mose,9,27#27. Weiten Raum schaffe Gott dem Japheth, und er wohne in den Zelten Sems! Kanaan aber soll sein Knecht sein!» 234#1. Mose,9,28#28. Nach der Sintflut lebte Noah noch dreihundertfünfzig Jahre; 235#1. Mose,9,29#29. demnach betrug die ganze Lebenszeit Noahs neunhundertundfünfzig Jahre; dann starb er. 236#1. Mose,10,1#1. DIES ist der Stammbaum-1- der Noahsöhne, Sem, Ham und Japheth; Söhne wurden ihnen erst nach der Sintflut geboren. -1) w: Dies sind die Geschlechter (o: Nachkommen). 237#1. Mose,10,2#2. Die Söhne Japheths-1- waren: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Thubal, Mesech und Thiras. -1) = die Japhethiten. 238#1. Mose,10,3#3. Die Söhne Gomers waren: Askenas, Riphath und Thogarma. 239#1. Mose,10,4#4. Und die Söhne Jawans: Elisa und Tharsis, die Kitthiter und die Dodaniter. 240#1. Mose,10,5#5. Von diesen aus haben sich die Bewohner der Meeresländer-1- der (heidnischen) Völker abgezweigt. Dies sind die Söhne-2- Japheths nach ihren Ländern, jeder nach seiner Sprache, nach ihren Geschlechtern-3-, nach ihren Völkerschaften. -1) d.h. der Inseln und Küstenländer.   2) = Nachkommen.   3) o: Stämmen. 241#1. Mose,10,6#6. Die Söhne Hams-1- waren: Kusch, Mizraim, Put und Kanaan. -1) = die Hamiten. 242#1. Mose,10,7#7. Und die Söhne Kuschs: Seba, Hawila, Sabtha, Ragma und Sabthecha; und die Söhne Ragma's: Seban und Dedan. - 243#1. Mose,10,8#8. Kusch war der Vater Nimrods; dieser wurde der erste Gewalthaber auf der Erde. 244#1. Mose,10,9#9. Er war ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn; darum pflegt man zu sagen: «Ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn wie Nimrod.» 245#1. Mose,10,10#10. Den Anfang seines Königtums-1- bildeten Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear-2-. -1) o: Reiches.   2) d.h. Babylonien. 246#1. Mose,10,11#11. Von diesem Lande zog er nach Assur-1- und erbaute Ninive, Rehoboth-Ir und Kalah, -1) = Assyrien. 247#1. Mose,10,12#12. dazu Resen zwischen Ninive und Kalah, das ist die große Stadt. - 248#1. Mose,10,13#13. Von Mizraim sodann stammen die Luditer, Anamiter, Lehabiter, Naphthuchiter, 249#1. Mose,10,14#14. Pathrusiter, Kasluchiter und Kaphthoriter, von denen die Philister ausgegangen sind. - 250#1. Mose,10,15#15. Kanaan aber hatte zu Söhnen Sidon, seinen Erstgeborenen, und Heth, 251#1. Mose,10,16#16. ferner die Jebusiter, Amoriter, Girgasiter, 252#1. Mose,10,17#17. Hewiter, Arkiter, Siniter, 253#1. Mose,10,18#18. Arwaditer, Zemariter und Hamathiter. Später haben sich dann die Geschlechter-1- der Kanaaniter zerstreut, -1) o: Stämme. 254#1. Mose,10,19#19. so daß das Gebiet der Kanaaniter von Sidon in der Richtung auf Gerar bis Gaza, dann in der Richtung auf Sodom und Gomorrha, Adma und Zeboim bis Lesa reichte. 255#1. Mose,10,20#20. Dies sind die Söhne-1- Hams nach ihren Stämmen, ihren Sprachen, ihren Ländern, ihren Völkerschaften. -1) = Nachkommen. 256#1. Mose,10,21#21. Aber auch dem Sem, dem Stammvater aller Söhne Ebers, dem älteren Bruder Japheths, wurden Söhne geboren. 257#1. Mose,10,22#22. Die Söhne Sems-1- waren: Elam, Assur, Arpachsad, Lud und Aram. -1) = die Semiten. 258#1. Mose,10,23#23. Und die Söhne Arams waren: Uz, Hul, Gether und Mas. 259#1. Mose,10,24#24. Arpachsad aber war der Vater Selahs und Selah der Vater Ebers. 260#1. Mose,10,25#25. Dem Eber aber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg-1-, weil sich die Erde-2- zu seiner Zeit teilte; und sein Bruder hieß Joktan. -1) d.h. Teilung.   2) o: Erdbevölkerung. 261#1. Mose,10,26#26. Joktan hatte zu Söhnen Almodad, Seleph, Hazarmaweth, Jerah, 262#1. Mose,10,27#27. Hadoram, Usal, Dikla, 263#1. Mose,10,28#28. Obal, Abimael, Seba, 264#1. Mose,10,29#29. Ophir, Hawila und Jobab; diese alle waren Söhne Joktans, 265#1. Mose,10,30#30. und ihre Wohnsitze erstreckten sich von Mesa in der Richtung auf Sephar bis zum Ostgebirge. 266#1. Mose,10,31#31. Dies sind die Söhne-1- Sems nach ihren Geschlechtern-2-, nach ihren Sprachen, ihren Ländern, ihren Völkerschaften. -1) = Nachkommen.   2) o: Stämmen. 267#1. Mose,10,32#32. Dies sind die Geschlechter-1- der Söhne-2- Noahs nach ihrer Abstammung, nach ihren Völkerschaften; und von ihnen aus haben sich die Völker auf der Erde nach der Sintflut abgezweigt. -1) o: Stämme.   2) = Nachkommen. 268#1. Mose,11,1#1. ES hatte aber die ganze Erdbevölkerung eine einzige Sprache und einerlei Worte. 269#1. Mose,11,2#2. Als sie nun nach Osten hin zogen, fanden sie eine Tiefebene im Lande Sinear-1- und blieben dort wohnen. -1) = Babylonien. 270#1. Mose,11,3#3. Da sagten sie zueinander: «Auf! wir wollen Ziegel-1- streichen und sie im Feuer hart brennen!» So dienten ihnen denn die Ziegel als Bausteine, und das Erdharz-2- diente ihnen als Mörtel. -1) o: Backsteine.   2) o: der Asphalt. 271#1. Mose,11,4#4. Dann sagten sie: «Auf! wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reichen soll, und wollen uns einen Namen-1- schaffen, damit wir uns nicht über die ganze Erde hin zerstreuen!» -1) o: ein Denkmal. 272#1. Mose,11,5#5. Da fuhr der HErr herab, um sich die Stadt und den Turm anzusehen, welche die Menschen erbauten-1-. -1) o: erbaut hatten. 273#1. Mose,11,6#6. Da sagte der HErr: «Fürwahr, sie sind ein einziges Volk und haben alle dieselbe Sprache, und dies ist erst der Anfang ihres Unternehmens: hinfort wird ihnen nichts mehr unausführbar sein, was sie sich vornehmen. 274#1. Mose,11,7#7. Auf! wir wollen hinabfahren und ihre Sprache dort verwirren, so daß keiner mehr die Sprache des andern versteht!» 275#1. Mose,11,8#8. So zerstreute sie denn der HErr von dort über die ganze Erde, so daß sie den Bau der Stadt aufgeben mußten. 276#1. Mose,11,9#9. Daher gab man der Stadt den Namen Babel-1-; denn dort hat der HErr die Sprache der ganzen Erdbevölkerung verwirrt und sie von dort über die ganze Erde zerstreut. -1) d.h. Verwirrung. 277#1. Mose,11,10#10. DIES ist der Stammbaum-1- Sems: Als Sem 100 Jahre alt war, wurde ihm Arpachsad geboren, zwei Jahre nach der Sintflut. -1) = die Nachkommenschaft o: Familiengeschichte. 278#1. Mose,11,11#11. Nach der Geburt Arpachsads aber lebte Sem noch 500 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 279#1. Mose,11,12#12. Als Arpachsad 35 Jahre alt war, wurde er der Vater Selahs. 280#1. Mose,11,13#13. Nach der Geburt Selahs lebte Arpachsad noch 403 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 281#1. Mose,11,14#14. Als Selah 30 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Eber geboren. 282#1. Mose,11,15#15. Nach der Geburt Ebers lebte Selah noch 403 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 283#1. Mose,11,16#16. Als Eber 34 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Peleg geboren. 284#1. Mose,11,17#17. Nach der Geburt Pelegs lebte Eber noch 430 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 285#1. Mose,11,18#18. Als Peleg 30 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Rehu geboren. 286#1. Mose,11,19#19. Nach der Geburt Rehus lebte Peleg noch 209 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 287#1. Mose,11,20#20. Als Rehu 32 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Serug geboren. 288#1. Mose,11,21#21. Nach der Geburt Serugs lebte Rehu noch 207 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 289#1. Mose,11,22#22. Als Serug 30 Jahre alt war, wurde er der Vater Nahors. 290#1. Mose,11,23#23. Nach der Geburt Nahors lebte Serug noch 200 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 291#1. Mose,11,24#24. Als Nahor 29 Jahre alt war, wurde er der Vater Tharahs. 292#1. Mose,11,25#25. Nach der Geburt Tharahs lebte Nahor noch 119 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 293#1. Mose,11,26#26. Als Tharah 70 Jahre alt war, wurden ihm seine Söhne Abram, Nahor und Haran geboren. 294#1. Mose,11,27#27. UND dies ist der Stammbaum-1- Tharahs: Tharah hatte drei Söhne: Abram, Nahor und Haran; Haran aber war der Vater Lots. -1) = die Nachkommenschaft o: Familiengeschichte. 295#1. Mose,11,28#28. Haran starb dann noch bei Lebzeiten seines Vaters Tharah in seinem Geburtslande, zu Ur in Chaldäa. 296#1. Mose,11,29#29. Abram und Nahor aber nahmen sich ebenfalls Frauen: Abrams Frau hieß Sarai, und Nahors Frau hieß Milka; diese war eine Tochter Harans, des Vaters der Milka und der Jiska. 297#1. Mose,11,30#30. Sarai aber war unfruchtbar: sie hatte keine Kinder. 298#1. Mose,11,31#31. Da nahm Tharah seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und zog mit ihnen aus Ur in Chaldäa weg, um sich ins Land Kanaan zu begeben; als sie aber bis Haran gekommen waren, blieben sie daselbst wohnen. 299#1. Mose,11,32#32. Tharah brachte hierauf sein Leben auf zweihundertfünf Jahre; dann starb er in Haran. 300#1. Mose,12,1#1. DER HErr sprach zu Abram: «Verlaß dein Land und deine Verwandtschaft und deines Vaters Haus (und ziehe) in das Land, das ich dir zeigen werde; 301#1. Mose,12,2#2. denn ich will dich zu einem großen Volke machen und will dich segnen und deinen Namen groß-1- machen, und du sollst ein Segen werden-2-. -1) = berühmt.   2) aÜs: so daß dein Name zu einem Segenswort wird. 302#1. Mose,12,3#3. Ich will die segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will ich verfluchen; und in dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden-1-.» -1) aÜs: mit dir (o: mit deinem Namen) sollen alle Geschlechter der Erde sich Segen wünschen; vgl. 1.Mo. 26,4; 48,20. 303#1. Mose,12,4#4. DA machte sich Abram auf den Weg, wie der HErr ihm geboten hatte, auch Lot zog mit ihm; Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran aufbrach. 304#1. Mose,12,5#5. Abram nahm also seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders (Haran), und alle Habe, die sie besaßen, und alles Gesinde, das sie in Haran erworben hatten, und so zogen sie aus, um nach dem Lande Kanaan zu wandern. Als sie nun in diesem Lande angekommen waren, 305#1. Mose,12,6#6. zog Abram im Lande umher bis zu der heiligen Stätte von Sichem, bis zur Orakel-Terebinthe-1-; die Kanaanäer wohnten damals im Lande. -1) w: «Terebinthe (o: Eiche) des Zeigers (o: des Deuters).» Gemeint ist ein hoher Baum, unter welchem Orakel (d.h. Wahrsagungen) erteilt wurden. 306#1. Mose,12,7#7. Da erschien der HErr dem Abram und sagte zu ihm: «Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben!» Da baute er dort dem HErrn, der ihm erschienen war, einen Altar. 307#1. Mose,12,8#8. Hierauf zog er von dort weiter nach dem Berglande östlich von Bethel und schlug sein Zelt zwischen Bethel im Westen und Ai im Osten auf; dort baute er dem HErrn einen Altar und rief den Namen des HErrn an. 308#1. Mose,12,9#9. Dann brach er wieder auf und zog immer weiter nach dem Südgau zu. 309#1. Mose,12,10#10. ALS dann eine Hungersnot im Lande ausbrach, zog Abram nach Ägypten hinab, um dort als Fremdling eine Zeitlang zu verbleiben; denn die Hungersnot lag schwer auf dem Lande. 310#1. Mose,12,11#11. Als er nun auf seinem Zuge von Ägypten nicht mehr weit entfernt war, sagte er zu seiner Frau Sarai: «Ich weiß sehr wohl, daß du eine Frau von großer Schönheit bist. 311#1. Mose,12,12#12. Wenn dich nun die Ägypter sehen und denken: ,Das ist seine Frau', dann werden sie mich erschlagen, während sie dich am Leben lassen. 312#1. Mose,12,13#13. Sage doch, du seiest meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut ergehe und ich, soweit es sich um dich handelt, am Leben bleibe.» 313#1. Mose,12,14#14. Als nun Abram in Ägypten ankam, sahen die Ägypter, daß die Frau überaus schön war; 314#1. Mose,12,15#15. und als die Hofleute des Pharaos sie zu Gesicht bekommen hatten, rühmten sie die Frau dem Pharao gegenüber; da wurde sie in dessen Palast geholt. 315#1. Mose,12,16#16. Dem Abram aber bewies sich der Pharao um ihretwillen wohlwollend, so daß er Kleinvieh und Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele geschenkt erhielt. 316#1. Mose,12,17#17. Aber der HErr suchte den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen-1- heim wegen Sarais, der Frau Abrams. -1) o: Krankheiten. 317#1. Mose,12,18#18. Da ließ der Pharao Abram rufen und sagte zu ihm: «Was hast du mir da angetan! Warum hast du mir nicht mitgeteilt, daß sie deine Frau ist? 318#1. Mose,12,19#19. Warum hast du sie für deine Schwester ausgegeben, so daß ich sie mir zur Frau genommen habe? Doch nun - hier hast du deine Frau: nimm sie und gehe!» 319#1. Mose,12,20#20. Hierauf entbot der Pharao seinethalben Leute, die ihn samt seiner Frau und seiner ganzen Habe (aus dem Lande) geleiten mußten. 320#1. Mose,13,1#1. SO zog denn Abram mit seiner Frau und mit all seinem Hab und Gut aus Ägypten wieder hinauf nach dem Südgau; auch Lot war bei ihm. 321#1. Mose,13,2#2. Abram war aber sehr reich an Herden, an Silber und Gold; 322#1. Mose,13,3#3. und er zog weiter von einem Lagerplatz zum andern aus dem Südgau bis nach Bethel, bis an die Stätte, wo sein Zelt anfangs gestanden hatte-a-, zwischen Bethel und Ai, 323#1. Mose,13,4#4. zu der Stätte, wo der Altar stand, den er dort zuvor gebaut hatte; und Abram rief dort den Namen des HErrn an. 324#1. Mose,13,5#5. ABER auch Lot, der mit Abram zog, besaß Kleinvieh, Rinder und Zelte. 325#1. Mose,13,6#6. So reichte denn das Land nicht aus, daß beide hätten beisammen bleiben können; denn ihr Hab und Gut war groß geworden; daher konnten sie nicht beieinander bleiben. 326#1. Mose,13,7#7. So entstand denn Streit zwischen den Hirten von Abrams Herden und den Hirten von Lots Vieh; es waren nämlich die Kanaanäer und Pherissiter damals im Lande ansässig. 327#1. Mose,13,8#8. Da sagte Abram zu Lot: «Laß doch keine Streitigkeiten zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten herrschen: wir sind ja Brüder-1-. -1) = nahe Verwandte. 328#1. Mose,13,9#9. Steht dir nicht das ganze Land zur freien Verfügung? Trenne dich lieber von mir! Willst du nach der linken Seite, so gehe ich nach rechts, und willst du nach der rechten Seite, so gehe ich nach links.» 329#1. Mose,13,10#10. DA hob Lot seine Augen auf und sah, daß die ganze Gegend-1- am Jordan überall wohlbewässertes Land war - bevor nämlich der HErr Sodom und Gomorrha zerstört hatte -, wie der Garten Gottes, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin. -1) o: Aue. 330#1. Mose,13,11#11. Da wählte Lot für sich die ganze Gegend am Jordan-1- und zog ostwärts. So trennten sich beide voneinander: -1) = die Jordanaue. 331#1. Mose,13,12#12. Abram blieb im Lande Kanaan wohnen, während Lot sich in den Ortschaften der Jordanaue niederließ und mit seinen Zelten bis nach Sodom zog. 332#1. Mose,13,13#13. Die Einwohner von Sodom aber waren böse Leute und arge Sünder vor dem HErrn. 333#1. Mose,13,14#14. DER HErr aber sagte zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: «Hebe deine Augen auf und schaue von der Stelle, auf der du stehst, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen: 334#1. Mose,13,15#15. denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen auf ewige Zeiten geben 335#1. Mose,13,16#16. und will deine Nachkommenschaft so zahlreich werden lassen wie den Staub der Erde, so daß, wenn jemand den Staub der Erde zu zählen vermöchte, auch deine Nachkommenschaft zählbar sein sollte. 336#1. Mose,13,17#17. Wohlan, durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite, denn dir will ich es geben!» 337#1. Mose,13,18#18. Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und nahm (endlich) seinen Wohnsitz unter-1- den Terebinthen Mamre's-a-, die bei Hebron stehen; dort baute er dem HErrn einen Altar. -1) o: bei.   a) vgl. 1.Mo. 14,13. 338#1. Mose,14,1#1. ES begab sich dann zur Zeit Amraphels, des Königs von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs von Gojim-1-: -1) d.h. des Königs der Völker o: der Heiden(?). 339#1. Mose,14,2#2. die fingen Krieg an mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birsa, dem König von Gomorrha, mit Sineab, dem König von Adma, mit Semheber, dem König von Zebojim, und mit dem König von Bela, das ist Zoar. 340#1. Mose,14,3#3. Alle diese kamen als Verbündete im Tale von Siddim zusammen, wo jetzt das Salzmeer liegt. 341#1. Mose,14,4#4. Zwölf Jahre lang waren sie dem Kedorlaomer untertan-1- gewesen, aber im dreizehnten Jahre waren sie von ihm abgefallen. -1) = tributpflichtig. 342#1. Mose,14,5#5. Im vierzehnten Jahre kamen dann Kedorlaomer und die mit ihm verbündeten Könige und schlugen die Rephaiter bei Astheroth-Karnajim und die Susiter bei Ham und die Emiter in der Eben von Kirjathajim 343#1. Mose,14,6#6. und die Horiter auf ihrem Gebirge Seir bis nach El-Paran, das am Rand der Wüste-1- liegt. -1) o: Steppe. 344#1. Mose,14,7#7. Darauf kehrten sie um und kamen nach En-Mispat-1-, das ist Kades, und verwüsteten das ganze Gefilde der Amalekiter, sowie auch das Gebiet der Amoriter, die in Hazazon-Thamar wohnten. -1) d.h. Gerichtsquelle. 345#1. Mose,14,8#8. Da zogen der König von Sodom und die Könige von Gomorrha, von Adma, von Zebojim und von Bela - das ist Zoar - aus und stellten sich gegen sie zur Schlacht auf im Siddimtal, 346#1. Mose,14,9#9. nämlich gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Thideal, den König von Gojim, und Amraphel, den König von Sinear, und Arioch, den König von Ellasar: vier Könige gegen die fünf. 347#1. Mose,14,10#10. Das Siddimtal war aber voll von Gruben mit Erdharz-1-. Als nun der König von Sodom und der von Gomorrha in die Flucht geschlagen waren, gerieten sie da hinein, die Überlebenden-2- aber flohen ins Gebirge (Juda). -1) = Asphalt.   2) o: die Übriggebliebenen. 348#1. Mose,14,11#11. Da plünderten jene Sodom und Gomorrha ganz aus, raubten alle ihre Lebensmittel und zogen damit ab; 349#1. Mose,14,12#12. sie nahmen auch Lot, Abrams Brudersohn, der damals in Sodom wohnte, samt seinem Hab und Gut mit sich und zogen ab. 350#1. Mose,14,13#13. DA kam ein Flüchtling und meldete es Abram, dem Hebräer-1-; dieser wohnte damals unter-2- den Terebinthen des Amoriters Mamre, der ein Bruder Eskols und Aners, der Bundesgenossen Abrams, war. -1) d.h. dem von jenseit des Euphrat Stammenden.   2) o: bei. 351#1. Mose,14,14#14. Als nun Abram die Kunde erhielt, daß sein Brudersohn (Lot) gefangen weggeführt worden war, da bot er seine waffengeübten Leute, dreihundert und achtzehn Mann, die in seinem Hause geboren waren, zum Kampfe auf und eilte jenen nach bis Dan. 352#1. Mose,14,15#15. Hier teilte er seine Leute in mehrere Haufen, überfiel die Feinde zur Nachtzeit mit seinen Knechten, schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. 353#1. Mose,14,16#16. So brachte er die gesamte Habe zurück; auch seinen Brudersohn Lot und dessen Hab und Gut brachte er zurück, ebenso die Frauen und das Volk-1-. -1) d.h. sämtliche gefangene Leute. 354#1. Mose,14,17#17. ALS Abram nun von seinem Siege über Kedorlaomer und die mit ihm verbündeten Könige zurückkehrte, ging ihm der König von Sodom entgegen in das Tal Sawe, das ist das Königstal. 355#1. Mose,14,18#18. Melchisedek-1- aber, der König von Salem-2-, brachte Brot und Wein aus der Stadt heraus; er war aber ein Priester des höchsten Gottes. -1) d.h. König der Gerechtigkeit.   2) d.h. Friede (hier wohl = Jerusalem). 356#1. Mose,14,19#19. Er segnete ihn dann mit den Worten: «Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, 357#1. Mose,14,20#20. und gepriesen sei der höchste Gott, der dir deine Feinde in die Hand geliefert hat!» Ihm gab (Abram) alsdann den Zehnten von allem-a-. -a) Hebr. 7,2. 358#1. Mose,14,21#21. DA sagte der König von Sodom zu Abram: «Gib mir die (gefangenen) Leute und behalte die Habe für dich!» 359#1. Mose,14,22#22. Aber Abram antwortete dem König von Sodom: «Ich hebe meine Hand zum HErrn auf, zum höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, (und schwöre): 360#1. Mose,14,23#23. Keinen Faden und keinen Schuhriemen, überhaupt nichts von deinem ganzen Eigentum will ich behalten! Du sollst nicht sagen können, du habest Abram reich gemacht. 361#1. Mose,14,24#24. Ich will nichts davon! Nur was die Knechte-1- verzehrt haben und den Beuteanteil, der den mit mir verbündeten Männern Aner, Eskol und Mamre zukommt: - die sollen ihren Anteil nehmen!» -1) = Knappen. 362#1. Mose,15,1#1. NACH diesen Begebenheiten erging das Wort des HErrn an Abram in einem Gesicht also: «Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin ja dein Schild; dein Lohn soll sehr groß sein.» 363#1. Mose,15,2#2. Abram aber antwortete: «Ach HErr, mein Gott, was könntest du mir geben? Ich gehe ja als kinderloser Mann dahin-1-, und der Besitzer meines Vermögens wird (mein hausgeborener Knecht) Elieser von Damaskus sein.» -1) = von hinnen. 364#1. Mose,15,3#3. Dann fuhr Abram fort: «Ach, du hast mir ja keine Kinder gegeben; [darum wird einer von den Knechten meines Hauses mein Erbe sein!]» 365#1. Mose,15,4#4. Aber da erging das Wort des HErrn an ihn also: «Nicht dieser soll dein Erbe sein; sondern ein leiblicher Sproß-1- soll es sein, der dich beerbt.» -1) = Sohn. 366#1. Mose,15,5#5. Darauf ließ er ihn ins Freie hinaustreten und sagte: «Blicke zum Himmel empor und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!» Dann fuhr er fort: «So (unzählbar) soll deine Nachkommenschaft sein!» 367#1. Mose,15,6#6. Da glaubte Abram dem HErrn, und das rechnete dieser ihm als Gerechtigkeit an-a-. -a) Röm. 4,3. 368#1. Mose,15,7#7. DANN sagte Gott zu ihm: «Ich bin der HErr, der dich aus Ur in Chaldäa hat auswandern lassen, um dir dieses Land zum Besitz zu geben.» 369#1. Mose,15,8#8. Abram erwiderte: «HErr, mein Gott! woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde?» 370#1. Mose,15,9#9. Da antwortete er ihm: «Hole mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder, dazu eine Turteltaube und eine junge Taube!» 371#1. Mose,15,10#10. Da holte er ihm alle diese Tiere, schnitt sie in der Mitte durch und legte die Hälften eines jeden Tieres einander gegenüber; die Vögel aber schnitt er nicht entzwei. 372#1. Mose,15,11#11. Da stießen die Raubvögel auf die Fleischstücke herab, aber Abram verscheuchte sie. 373#1. Mose,15,12#12. Als nun die Sonne sich zum Untergang neigte, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und zugleich stellte sich eine Beängstigung, tiefe Finsternis, bei ihm ein. 374#1. Mose,15,13#13. Da sprach er-1- zu Abram: «Sicher wissen sollst du, daß deine Nachkommen als Fremdlinge in einem Lande weilen werden, das ihnen nicht gehört; dort werden sie als Knechte-2- dienen müssen, und man wird sie bedrücken vierhundert Jahre lang. -1) d.h. Gott.   2) = Sklaven. 375#1. Mose,15,14#14. Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich zur Rechenschaft ziehen; und darnach werden sie mit reicher Habe ausziehen. 376#1. Mose,15,15#15. Du aber sollst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem-1- Alter begraben werden. -1) = hohem. 377#1. Mose,15,16#16. Aber erst das vierte Geschlecht von ihnen wird hierher zurückkehren; denn das Maß der Sündenschuld der Amoriter ist bis jetzt noch nicht voll.» 378#1. Mose,15,17#17. Als dann die Sonne untergegangen und tiefe Dunkelheit eingetreten war, da war es wie ein rauchender Backofen und eine Feuerfackel, was zwischen jenen Fleischstücken hindurchfuhr-1-. -1) o: hindurchschritt. 379#1. Mose,15,18#18. An jenem Tage schloß der HErr einen Bund mit Abram und erklärte: «Deiner Nachkommenschaft will ich dieses Land geben vom Bach Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphratstrom: 380#1. Mose,15,19#19. die Keniter, Kenissiter, Kadmoniter, 381#1. Mose,15,20#20. Hethiter, Pherissiter, Rephaiter, 382#1. Mose,15,21#21. Amoriter, Kanaaniter, Girgasiter und Jebusiter.» 383#1. Mose,16,1#1. SARAI, Abrams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren; sie hatte aber eine ägyptische Leibmagd, namens Hagar. 384#1. Mose,16,2#2. Da sagte Sarai zu Abram: «Du siehst, daß der HErr mir Kindersegen versagt hat. So gehe doch ein zu meiner Leibmagd: vielleicht komme ich durch sie zu Kindern.» Als Abram auf diesen Vorschlag seiner Frau einging, 385#1. Mose,16,3#3. nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Leibmagd Hagar und gab sie ihrem Manne Abram zum Weibe-1-. - Abram hatte damals aber zehn Jahre lang im Lande Kanaan gewohnt. - -1) = zur Nebenfrau. 386#1. Mose,16,4#4. Abram ging dann zu Hagar ein, und sie wurde guter Hoffnung; als sie aber merkte, daß sie Mutter werden würde, sah sie ihre Herrin geringschätzig an. 387#1. Mose,16,5#5. Da sagte Sarai zu Abram: «Die Kränkung, die mir zugefügt wird, ist deine Schuld! Ich selbst habe dir meine Leibmagd in die Arme gegeben; jetzt aber, da sie fühlt, daß sie Mutter werden wird, sieht sie mich geringschätzig an: der HErr sei Richter zwischen mir und dir!» 388#1. Mose,16,6#6. Da sagte Abram zu Sarai: «Deine Leibmagd steht ja doch unter deiner Gewalt: verfahre mit ihr, wie es dich gut dünkt!» Als nun Sarai sie hart behandelte, entfloh sie ihr. 389#1. Mose,16,7#7. DA fand der Engel des HErrn sie an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Wege nach Sur, 390#1. Mose,16,8#8. und fragte sie: «Hagar, Leibmagd der Sarai, woher kommst du, und wohin willst du?» Sie antwortete: «Ich bin auf der Flucht vor meiner Herrin Sarai.» 391#1. Mose,16,9#9. Da sagte der Engel des HErrn zu ihr: «Kehre zu deiner Herrin zurück und unterwirf dich ihrer Gewalt.» 392#1. Mose,16,10#10. Dann fuhr der Engel des HErrn fort: «Ich will deine Nachkommenschaft überaus zahlreich werden lassen, so daß man sie vor Menge nicht soll zählen können.» 393#1. Mose,16,11#11. Weiter sagte der Engel des HErrn zu ihr: «Du bist jetzt guter Hoffnung und wirst Mutter eines Sohnes werden, den du Ismael-1- nennen sollst; denn der HErr hat auf deinen Notschrei gehört. -1) d.h. Gott hört. 394#1. Mose,16,12#12. Der wird ein Mensch wie ein Wildesel sein: seine Hand gegen alle und die Hand aller gegen ihn, und allen seinen Brüdern wird er trotzig gegenüberstehen-1-.» -1) w: er wird allen seinen Brüdern im Gesicht (o: auf der Nase) sitzen. - aÜs: er wird ostwärts von allen seinen Brüdern wohnen. 395#1. Mose,16,13#13. Da nannte sie den Namen des HErrn, der zu ihr geredet hatte: «Du bist der Gott des Schauens; denn», sagte sie, «ich habe wirklich hier den geschaut, der nach mir geschaut hat.» 396#1. Mose,16,14#14. Darum hat man den Brunnen «Brunnen des Lebendigen, der nach mir schaut» genannt; er liegt bekanntlich zwischen Kades und Bered. 397#1. Mose,16,15#15. Hagar gebar dann dem Abram einen Sohn, und Abram gab seinem Sohne, den Hagar ihm geboren hatte, den Namen Ismael-1-. -1) d.h. Gott hört. 398#1. Mose,16,16#16. Abram war aber sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar. 399#1. Mose,17,1#1. ALS nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HErr und sagte zu ihm: «Ich bin der allmächtige Gott: wandle vor mir und sei fromm-1-! -1) o: unsträflich (eig: vollkommen, ganz); vgl. 1.Mo. 6,9. 400#1. Mose,17,2#2. Ich will einen Bund zwischen mir und dir stiften und dich überaus zahlreich werden lassen.» 401#1. Mose,17,3#3. Da warf sich Abram auf sein Angesicht nieder; Gott aber redete weiter mit ihm so: 402#1. Mose,17,4#4. «Wisse wohl: mein Bund mit dir geht dahin, daß du der Stammvater einer Menge von Völkern werden sollst. 403#1. Mose,17,5#5. Darum sollst du hinfort nicht mehr Abram-1- heißen, sondern dein Name soll jetzt Abraham-2- lauten; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. -1) d.h. erhabener Vater.   2) d.h. Vater einer Menge. 404#1. Mose,17,6#6. Ich will dich also überaus zahlreich werden lassen und dich zu (ganzen) Völkern machen; auch Könige sollen von dir abstammen. 405#1. Mose,17,7#7. Und ich will meinen Bund errichten-1- zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir, Geschlecht für Geschlecht, als einen ewigen Bund, um dein Gott zu sein und (der Gott) deiner Nachkommen nach dir. -1) o: aufrecht erhalten. 406#1. Mose,17,8#8. Und ich will dir und deinen Nachkommen nach dir das Land, in dem du (jetzt) als Fremdling weilst, nämlich das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz geben und will ihr Gott sein.» 407#1. Mose,17,9#9. WEITER sagte Gott zu Abraham: «Was dich aber betrifft, so sollst du den Bund mit mir halten, du samt deinen Nachkommen nach dir, Geschlecht für Geschlecht! 408#1. Mose,17,10#10. Dies aber ist mein Bund, den ihr halten sollt und der zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir besteht: Alles Männliche soll bei euch beschnitten werden! 409#1. Mose,17,11#11. Und zwar sollt ihr am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden: das soll das Zeichen des Bundes zwischen mir und euch sein! 410#1. Mose,17,12#12. Jedes Knäblein soll im Alter von acht Tagen bei euch die Beschneidung empfangen, Geschlecht für Geschlecht, auch der im Hause geborene, sowie der für Geld von irgend einem Fremden gekaufte Knecht, mag er auch nicht zu deiner Nachkommenschaft gehören. 411#1. Mose,17,13#13. Ja, beschnitten soll werden sowohl der in deinem Hause geborene als auch der für Geld von dir gekaufte Knecht: darin soll mein Bundeszeichen an eurem Leibe bestehen als ein ewiges Bundeszeichen! 412#1. Mose,17,14#14. Ein unbeschnittener Männlicher aber, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten worden ist, - ein solcher Mensch soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden: meinen Bund hat er gebrochen!» 413#1. Mose,17,15#15. WEITER sprach Gott zu Abraham: «Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara-1- soll ihr Name sein-2-. -1) d.h. Fürstin.   2) die Formen Sarai (o: Saraj) und Sara sind nur äußerlich verschieden, ihr Sinn ist der gleiche. 414#1. Mose,17,16#16. Denn ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben; ja ich will sie segnen, daß sie zu (ganzen) Völkern werden soll; sogar Könige von Völkerschaften sollen von ihr abstammen.» 415#1. Mose,17,17#17. Da warf sich Abraham auf sein Angesicht nieder und lachte; denn er dachte bei sich: «Einem Hundertjährigen soll noch (ein Sohn) geboren werden? und die neunzigjährige Sara soll noch Mutter werden?» 416#1. Mose,17,18#18. So sagte denn Abraham zu Gott: «Ach möchte nur Ismael vor dir am Leben bleiben-1-!» -1) aÜs: Möchte doch Ismael auf dein Geheiß (o: nach deinem Wohlgefallen) leben! 417#1. Mose,17,19#19. Doch Gott antwortete: «Ganz gewiß wird deine Frau Sara dir einen Sohn gebären, den du Isaak-1- nennen sollst; und ich will meinen Bund mit ihm aufrichten-2- als einen ewigen Bund für seine Nachkommen nach ihm. -1) d.h. Lacher.   2) o: aufrecht erhalten. 418#1. Mose,17,20#20. Aber auch in betreff Ismaels habe ich dich erhört; wisse wohl: ich will ihn segnen und fruchtbar werden lassen und ihm eine überaus zahlreiche Nachkommenschaft verleihen: zwölf Fürsten soll er zu Nachkommen haben, und zu einem großen Volke will ich ihn machen. 419#1. Mose,17,21#21. Jedoch meinen Bund will ich mit Isaak aufrichten-1-, der dir von Sara übers Jahr um diese Zeit geboren werden soll.» -1) o: aufrecht erhalten. 420#1. Mose,17,22#22. Als Gott nun seine Unterredung mit Abraham beendet hatte, fuhr er (zum Himmel) empor von Abraham weg. 421#1. Mose,17,23#23. DARAUF nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle in seinem Hause geborenen Knechte, sowie alle für Geld von ihm gekauften Knechte, alle männlichen Personen unter den Leuten in seinem Hause, und vollzog die Beschneidung an ihnen noch an eben diesem Tage, wie Gott es ihm geboten hatte. 422#1. Mose,17,24#24. Abraham war aber neunundneunzig Jahre alt, als er vorschriftsgemäß beschnitten wurde, 423#1. Mose,17,25#25. und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als man ihn vorschriftsgemäß beschnitt. 424#1. Mose,17,26#26. An einem und demselben Tage wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten; 425#1. Mose,17,27#27. und mit ihm wurden alle männlichen Personen in seinem Hause beschnitten, sowohl die im Hause geborenen als auch die für Geld von Fremden gekauften Knechte. 426#1. Mose,18,1#1. DANN erschien ihm der HErr bei den Terebinthen Mamre's, während er gerade um die Zeit der Mittagshitze am-1- Eingang seines Zeltes saß. -1) o: im. 427#1. Mose,18,2#2. Als er nämlich aufblickte und hinsah, standen plötzlich drei Männer vor ihm. Kaum hatte er sie erblickt, da eilte er ihnen vom Eingang seines Zeltes aus entgegen, verneigte sich vor ihnen bis auf den Boden 428#1. Mose,18,3#3. und sagte: «O Herr, wenn ich irgend Gnade in deinen Augen gefunden habe, so gehe doch nicht an deinem Knechte vorüber! 429#1. Mose,18,4#4. Man soll euch etwas Wasser bringen, damit ihr euch die Füße waschen könnt; dann ruht euch unter dem Baume aus, 430#1. Mose,18,5#5. und ich will euch etwas zu essen holen, damit ihr euch erquickt: danach mögt ihr weiter ziehen; ihr seid doch nun einmal bei eurem Knecht vorübergekommen.» Sie antworteten: «Tu so, wie du gesagt hast!» 431#1. Mose,18,6#6. Da eilte Abraham zu Sara ins Zelt und sagte: «Nimm schnell drei Maß Mehl, feines Mehl, knete es und backe Kuchen!» 432#1. Mose,18,7#7. Dann eilte Abraham zu den Rindern, nahm ein zartes, gutes-1- Kalb und übergab es dem Knechte; der mußte es schnell zubereiten. -1) = fettes. 433#1. Mose,18,8#8. Dann holte er Sauermilch und süße Milch-1- sowie das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor; er selbst aber bediente sie unter dem Baume, während sie aßen. -1) aÜs: Butter und Milch. 434#1. Mose,18,9#9. Da fragten sie ihn: «Wo ist deine Frau Sara?» Er antwortete: «Drinnen im Zelt.» 435#1. Mose,18,10#10. Da sagte jener: «Übers Jahr um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen: dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.» Sara horchte aber am Zelteingang, der hinter ihm war. 436#1. Mose,18,11#11. Abraham und Sara waren aber alt und hochbetagt, so daß Sara nach ihrer leiblichen Beschaffenheit keine Kinder mehr erwarten konnte-1-. -1) w: es hatte aufgehört, der Sara nach der Weiber Weise zu gehen. 437#1. Mose,18,12#12. Darum lachte Sara in sich hinein und dachte: «Jetzt, nachdem ich verwelkt bin, sollte ich noch an Liebeslust denken? und mein Eheherr ist ja auch ein Greis.» 438#1. Mose,18,13#13. Da sagte der HErr zu Abraham: «Warum hat denn Sara gelacht und denkt: ,Sollte ich alte Frau wirklich noch Mutter werden können?' 439#1. Mose,18,14#14. Ist etwa für den HErrn irgend etwas unmöglich? Zu der genannten Zeit, übers Jahr, komme ich wieder zu dir: dann wird Sara einen Sohn haben.» 440#1. Mose,18,15#15. Da leugnete Sara und sagte: «Ich habe nicht gelacht!» denn sie fürchtete sich. Er aber entgegnete: «Doch, du hast gelacht!» 441#1. Mose,18,16#16. NUNMEHR brachen die drei Männer von dort auf und schauten aus nach Sodom hinab-1-, während Abraham mit ihnen ging, um ihnen das Geleit zu geben. -1) aÜs: und wandten sich auf Sodom zu. 442#1. Mose,18,17#17. Da dachte der HErr: «Soll ich vor Abraham geheim halten, was ich zu tun vorhabe? 443#1. Mose,18,18#18. Abraham soll ja doch zu einem großen und mächtigen Volk werden, und in ihm sollen alle Völker der Erde gesegnet werden; 444#1. Mose,18,19#19. denn ich habe ihn dazu ausersehen, daß er seinen Söhnen und seinem ganzen Hause nach ihm ans Herz lege, den Weg des HErrn innezuhalten, indem sie Gerechtigkeit und Recht üben, damit der HErr für Abraham alles in Erfüllung gehen lasse, was er in Bezug auf ihn verheißen hat.» 445#1. Mose,18,20#20. So sagte denn der HErr: «Das Geschrei-1- über Sodom und Gomorrha ist gar groß geworden, und ihre Sünde ist wahrlich sehr schwer. -1) o: der Klageruf. 446#1. Mose,18,21#21. Darum will ich hinabgehen und zusehen, ob sie wirklich ganz so gehandelt haben, wie die lauten Klagen, die zu mir gedrungen sind, von ihnen melden, oder ob es sich nicht so verhält: ich will es erkunden.» 447#1. Mose,18,22#22. Hierauf wandten sich die (andern beiden) Männer von dort weg und gingen auf Sodom zu, während Abraham noch vor dem HErrn stehen blieb. 448#1. Mose,18,23#23. Da trat Abraham näher heran und sagte: «Willst du wirklich die Gerechten-1- zugleich mit den Gottlosen wegraffen? -1) o: Schuldlosen. 449#1. Mose,18,24#24. Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt: willst du die wirklich umkommen lassen und nicht lieber dem Orte vergeben um der fünfzig Gerechten willen, die in ihm sind? 450#1. Mose,18,25#25. Fern sei es von dir, so zu handeln, die Gerechten zusammen mit den Gottlosen ums Leben zu bringen, so daß es den Gerechten ebenso ergeht wie den Gottlosen: das sei fern von dir! Der Richter der ganzen Erde muß doch Gerechtigkeit üben!» 451#1. Mose,18,26#26. Da antwortete der HErr: «Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt finden sollte, so will ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben.» 452#1. Mose,18,27#27. Darauf nahm Abraham wieder das Wort und sagte: «Ach siehe, ich habe es gewagt, zu dem Allherrn zu reden, obgleich ich nur Staub und Asche bin. 453#1. Mose,18,28#28. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten noch fünf: willst du da wegen dieser fünf die ganze Stadt vernichten?» Er antwortete: «Nein ich will sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.» 454#1. Mose,18,29#29. Darauf fuhr Abraham fort, ihn nochmals anzureden, und sagte: «Vielleicht finden sich deren dort nur vierzig.» Jener erwiderte: «Ich will ihnen um der vierzig willen nichts tun.» 455#1. Mose,18,30#30. Abraham sagte: «Möge doch der Allherr nicht zürnen, wenn ich nochmals rede: vielleicht finden sich dort nur dreißig.» Er antwortete: «Ich will ihnen nichts tun, wenn ich dort dreißig finde.» 456#1. Mose,18,31#31. Er sagte weiter: «Siehe doch, ich habe es gewagt, zu dem Allherrn zu reden: vielleicht finden sich dort nur zwanzig.» Er antwortete: «Ich will sie schon um der zwanzig willen nicht vernichten.» 457#1. Mose,18,32#32. Da sagte er: «Möge doch der Allherr nicht zürnen, wenn ich noch dies eine Mal rede: vielleicht finden sich dort nur zehn.» Er erwiderte: «Ich will sie schon um der zehn willen nicht vernichten.» 458#1. Mose,18,33#33. Hierauf ging der HErr weg, nachdem er das Gespräch mit Abraham beendet hatte; Abraham aber kehrte nach Hause zurück. 459#1. Mose,19,1#1. ALS nun die beiden Engel am Abend nach Sodom kamen, saß Lot gerade am-1- Tor-2- von Sodom. Sobald Lot sie erblickte, erhob er sich vor ihnen, verneigte sich mit dem Angesicht bis zur Erde -1) o: im.   2) das Stadttor und der daranliegende freie Platz bildete den Mittelpunkt des Verkehrs, sowie der Gemeinde- und der Gerichtsversammlungen. 460#1. Mose,19,2#2. und sagte: «Bitte, meine Herren! kehrt doch im Hause eures Knechtes ein, um dort zu übernachten, und wascht euch die Füße; morgen früh mögt ihr euch dann wieder aufmachen und eures Weges ziehen.» Sie aber antworteten: «Nein, wir wollen hier im Freien-1- übernachten.» -1) o: auf der Straße. 461#1. Mose,19,3#3. Da nötigte er sie dringend, bis sie bei ihm einkehrten und in sein Haus eintraten. Dann bereitete er ihnen ein Mahl und ließ ungesäuerte Kuchen backen, die sie aßen. 462#1. Mose,19,4#4. Noch hatten sie sich aber nicht schlafen gelegt, als die Männer der Stadt, die Bürger von Sodom, das Haus umzingelten, jung und alt, die ganze Bevölkerung bis auf den letzten Mann. 463#1. Mose,19,5#5. Die riefen nach Lot und sagten zu ihm: «Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bringe sie zu uns heraus, damit wir uns an sie machen!» 464#1. Mose,19,6#6. Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang des Hauses, schloß aber die Tür hinter sich zu 465#1. Mose,19,7#7. und sagte: «Meine Brüder, vergeht euch doch nicht so arg! 466#1. Mose,19,8#8. Hört: ich habe zwei Töchter, die noch mit keinem Manne zu tun gehabt haben; die will ich zu euch herausbringen: macht dann mit ihnen, was euch beliebt. Nur diesen Männern tut nichts zuleide, nachdem sie einmal unter den Schatten meines Daches getreten sind!» 467#1. Mose,19,9#9. Doch sie antworteten: «Zurück da!» und weiter sagten sie: «Der ist der einzige Fremde, der gekommen ist, um hier zu wohnen, und will nun den Herrn spielen! Warte nur, wir wollen es mit dir noch schlimmer machen als mit jenen!» So drangen sie denn auf den Mann, auf Lot, mit Gewalt ein und gingen daran, die Tür zu erbrechen; 468#1. Mose,19,10#10. doch die Männer griffen mit ihren Händen hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus herein und verschlossen die Tür; 469#1. Mose,19,11#11. dann schlugen sie die Männer vor dem Eingang des Hauses mit Blindheit, klein und groß, so daß sie sich vergebens bemühten, den Eingang zu finden. 470#1. Mose,19,12#12. DARAUF sagten die Männer zu Lot: «Wen du sonst noch hier hast - einen Schwiegersohn, sowie deine Söhne und Töchter und wer dir sonst noch in der Stadt angehört -, die laß aus diesem Orte weggehen; 471#1. Mose,19,13#13. denn wir wollen diesen Ort zerstören, weil schlimme Klagen über ihn vor dem HErrn laut geworden sind; daher hat der HErr uns gesandt, die Stadt zu zerstören.» 472#1. Mose,19,14#14. Da ging Lot aus dem Hause hinaus und sagte zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten-1-: «Macht euch auf und verlaßt diesen Ort! denn der HErr will die Stadt zerstören.» Aber er kam seinen Schwiegersöhnen vor wie einer, der Scherz (mit ihnen) trieb. -1) o: heiraten wollten. 473#1. Mose,19,15#15. Als dann die Morgenröte aufstieg, drängten die Engel Lot zur Eile mit den Worten: «Auf! nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier bei dir anwesend sind, damit du nicht auch wegen der Sündhaftigkeit der Stadt ums Leben kommst.» 474#1. Mose,19,16#16. Als er aber immer noch zögerte, faßten die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HErr ihn verschonen wollte; sie führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los. 475#1. Mose,19,17#17. Als sie nun mit ihnen draußen im Freien waren, sagte der eine: «Rette dich: es gilt dein Leben! Sieh dich nicht um und bleibe nirgends in der Jordan-Ebene stehen! Rette dich in das Gebirge, damit du nicht auch ums Leben kommst!» 476#1. Mose,19,18#18. Da antwortete ihnen Lot: «Ach nein, mein Herr! 477#1. Mose,19,19#19. Bedenke doch: dein Knecht hat (nun einmal) Gnade in deinen Augen gefunden, und du hast mir die große Barmherzigkeit erwiesen, mich am Leben zu erhalten; aber ich vermag mich nicht in das Gebirge zu retten: das Verderben würde mich ereilen, so daß ich sterben müßte! 478#1. Mose,19,20#20. Siehe, dort ist eine Ortschaft in der Nähe, so daß ich dahin fliehen könnte, und sie ist ja ganz klein-1-: dorthin möchte ich mich retten; sie ist ja doch ganz klein-1-; dann könnte ich am Leben bleiben!» -1) aÜs: sie ist nur um eine Kleinigkeit entfernt. 479#1. Mose,19,21#21. Da antwortete er ihm: «Nun gut, ich will dir auch in diesem Stück zu Willen sein, indem ich den Ort, von dem du sprichst, nicht mit zerstöre. 480#1. Mose,19,22#22. Flüchte dich eilends dorthin! denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist.» Daher hat der Ort den Namen Zoar-1- erhalten. -1) d.h. Kleinheit. 481#1. Mose,19,23#23. Als dann die Sonne über der Erde aufgegangen und Lot in Zoar angekommen war, 482#1. Mose,19,24#24. ließ der HErr Schwefel und Feuer vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha regnen 483#1. Mose,19,25#25. und vernichtete diese Städte und die ganze Jordan-Ebene samt allen Bewohnern der Ortschaften und allem, was auf den Fluren gewachsen war. 484#1. Mose,19,26#26. Lots Frau aber hatte sich hinter ihm umgeschaut; da wurde sie zu einer Salzsäule. 485#1. Mose,19,27#27. Als Abraham sich nun am folgenden Morgen in der Frühe an den Ort begab, wo er vor dem HErrn gestanden hatte, 486#1. Mose,19,28#28. und nach Sodom und Gomorrha hinabschaute und die ganze Fläche der Jordan-Ebene überblickte, da sah er, wie der Rauch vom Lande aufstieg gleich dem Rauch von einem Schmelzofen. 487#1. Mose,19,29#29. Gott aber hatte, als er die Städte in der Jordan-Ebene zerstörte, an Abraham gedacht und Lot mitten aus der Zerstörung hinausgeführt, als er die Städte zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte. 488#1. Mose,19,30#30. LOT aber zog aus Zoar weiter aufwärts und nahm seinen Wohnsitz zusammen mit seinen beiden Töchtern im Gebirge, denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben; er ließ sich vielmehr mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle nieder. 489#1. Mose,19,31#31. Da sagte die ältere zu der jüngeren: «Unser Vater ist alt, und kein Mann ist sonst im Lande, der Umgang mit uns haben könnte, wie es in aller Welt Brauch ist. 490#1. Mose,19,32#32. Komm, wir wollen unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, damit wir von unserm Vater Nachkommenschaft ins Leben rufen.» 491#1. Mose,19,33#33. So gaben sie denn ihrem Vater an jenem Abend Wein zu trinken, und die ältere ging dann hinein und legte sich zu ihrem Vater; er aber merkte nichts davon, weder wie sie sich hinlegte, noch als sie aufstand. 492#1. Mose,19,34#34. Am andern Morgen sagte dann die ältere zu der jüngeren: «Siehst du, ich habe in der vorigen Nacht bei meinem Vater gelegen. Wir wollen ihm nun auch heute abend Wein zu trinken geben; dann gehst du hinein und legst dich zu ihm, damit wir von unserm Vater Nachkommenschaft ins Leben rufen.» 493#1. Mose,19,35#35. So gaben sie denn ihrem Vater auch an diesem Abend Wein zu trinken, und die jüngere stand auf und legte sich zu ihm; er aber merkte nichts davon, weder als sie sich hinlegte, noch als sie aufstand. 494#1. Mose,19,36#36. So wurden denn die beiden Töchter Lots von ihrem Vater schwanger. 495#1. Mose,19,37#37. Und die ältere gebar einen Sohn und nannte ihn «Moab»-1-; der ist der Stammvater der heutigen Moabiter. -1) d.h. vom Vater. 496#1. Mose,19,38#38. Die jüngere gebar auch einen Sohn und gab ihm den Namen «Ben-Ammi»-1-; der ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. -1) d.h. Sohn meines Volkes; o: meines nächsten Verwandten. 497#1. Mose,20,1#1. ABRAHAM brach dann von dort-1- auf (und zog) in den Südgau, wo er seinen Wohnsitz zwischen Kades und Sur nahm. Er hielt sich aber zeitweise als Fremdling auch in Gerar auf -1) d.h. von Hebron. 498#1. Mose,20,2#2. und gab dort seine Frau Sara für seine Schwester aus. Da sandte Abimelech-1-, der König von Gerar, hin und ließ Sara zu sich holen. -1) Würdename der Könige der Philister = «mein Vater ist Milki (d.h. König)». 499#1. Mose,20,3#3. Aber in der Nacht kam Gott zu Abimelech im Traum und sagte zu ihm: «Jetzt bist du des Todes wegen der Frau, die du dir hast holen lassen: sie ist ja eines Mannes Ehefrau!» 500#1. Mose,20,4#4. Abimelech war ihr aber noch nicht nahe gekommen; darum antwortete er: «O Herr, du wirst doch nicht ein schuldloses Volk umbringen? 501#1. Mose,20,5#5. Hat er nicht selbst zu mir gesagt, daß sie seine Schwester sei? und auch sie selbst hat erklärt, er sei ihr Bruder. In der Unschuld meines Herzens und mit reinen Händen habe ich dies getan!» 502#1. Mose,20,6#6. Da sagte Gott weiter im Traum zu ihm: «Auch ich weiß wohl, daß du in der Unschuld deines Herzens so gehandelt hast, und ich selbst habe dich davor behütet, daß du dich gegen mich versündigt hast; darum habe ich auch nicht zugelassen, daß du sie berührtest. 503#1. Mose,20,7#7. So gib also jetzt dem Manne seine Frau zurück, denn er ist ein Prophet; dann soll er Fürbitte für dich einlegen, so daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht zurück, so wisse, daß du mit allen deinen Angehörigen sterben mußt!» 504#1. Mose,20,8#8. Am andern Morgen in der Frühe berief Abimelech eiligst alle seine Diener und teilte ihnen den ganzen Vorfall mit; da gerieten die Männer in große Bestürzung. 505#1. Mose,20,9#9. Abimelech ließ dann Abraham rufen und sagte zu ihm: «Was hast du uns da angetan? Worin habe ich mich dir gegenüber verfehlt, daß du eine so große Verschuldung über mich und mein Reich gebracht hast? Du hast an mir in einer Weise gehandelt, wie es nicht recht ist!» 506#1. Mose,20,10#10. Weiter sagte Abimelech zu Abraham: «Was hast du dir denn dabei gedacht, daß du so gehandelt hast?» 507#1. Mose,20,11#11. Da antwortete Abraham: «Ja, ich dachte, es sei sicherlich keine Gottesfurcht an diesem Orte zu finden und man werde mich um meiner Frau willen ums Leben bringen. 508#1. Mose,20,12#12. Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter, und so hat sie meine Frau werden können. 509#1. Mose,20,13#13. Als mich nun Gott einst aus meines Vaters Hause-1- ins Ungewisse wegziehen hieß, da habe ich zu ihr gesagt: ,Erweise mir die Liebe, daß du überall, wohin wir kommen werden, von mir sagst, ich sei dein Bruder.'» -1) o: Familie. 510#1. Mose,20,14#14. Da nahm Abimelech Kleinvieh und Rinder, Knechte und Mägde und schenkte sie dem Abraham, auch seine Frau Sara gab er ihm zurück. 511#1. Mose,20,15#15. Dann fügte er hinzu: «Mein Land steht dir nunmehr offen-1-: nimm deinen Wohnsitz, wo es dir gefällt!» -1) o: zur Verfügung. 512#1. Mose,20,16#16. Zu Sara aber sagte er: «Hier gebe ich deinem Bruder tausend Silberstücke: das soll für dich ein Sühnegeld-1- in den Augen aller sein, die bei dir sind, so daß du nun in allem gerechtfertigt dastehst!» -1) = eine Entschädigung o: Ehrenrettung. 513#1. Mose,20,17#17. Darauf legte Abraham Fürbitte bei Gott ein, und Gott ließ Abimelech, seine Frau und seine Mägde wieder gesund werden, so daß sie wieder Kinder bekommen konnten; 514#1. Mose,20,18#18. denn der HErr hatte den Mutterschoß aller Frauen im Hause Abimelechs verschlossen um Saras, der Frau Abrahams, willen. 515#1. Mose,21,1#1. DER HErr suchte dann Sara gnädig heim, wie er verheißen hatte, und tat an ihr, wie er zugesagt hatte: 516#1. Mose,21,2#2. Sara wurde guter Hoffnung und gebar dem Abraham in seinem Greisenalter einen Sohn zu der Zeit, die Gott ihm im voraus angegeben hatte. 517#1. Mose,21,3#3. Abraham gab dann seinem Sohne, der ihm geboren worden war, den Sara ihm geboren hatte, den Namen Isaak-a- -a) vgl. 1.Mo. 17,19. 518#1. Mose,21,4#4. und beschnitt seinen Sohn, als er acht Tage alt war, wie Gott ihm geboten hatte. 519#1. Mose,21,5#5. Hundert Jahre war Abraham alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. 520#1. Mose,21,6#6. Da sagte Sara: «Ein Lachen hat mir Gott bereitet: jeder, der von der Sache hört, wird über mich lachen.» 521#1. Mose,21,7#7. Weiter sagte sie: «Wer hätte wohl je dem Abraham gesagt, daß Sara noch Kinder an der Brust nähren würde? Und nun habe ich ihm doch noch einen Sohn in seinem Greisenalter geboren!» 522#1. Mose,21,8#8. Und der Knabe wuchs heran und wurde entwöhnt; da veranstaltete Abraham am Tage der Entwöhnung Isaaks ein großes Festmahl. 523#1. Mose,21,9#9. ALS nun Sara den Sohn der Ägypterin Hagar, den diese dem Abraham geboren hatte, mit ihrem Sohne Isaak spielen sah, 524#1. Mose,21,10#10. sagte sie zu Abraham: «Verstoße die Magd da und ihren Sohn! denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit meinem Sohn, mit Isaak, erben!» 525#1. Mose,21,11#11. Dieses Wort betrübte Abraham sehr mit Rücksicht auf seinen Sohn; 526#1. Mose,21,12#12. aber Gott sagte zu Abraham: «Laß es dir um den Knaben und um deine Magd nicht leid sein: gehorche der Sara in allem, was sie von dir verlangt; denn nur nach Isaak soll dir Nachkommenschaft genannt werden-1-. -1) d.h. nur die, welche von Isaak stammen, sollen als deine wahrhaften Nachkommen gelten. 527#1. Mose,21,13#13. Doch auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volke werden lassen, weil er dein Sohn ist.» 528#1. Mose,21,14#14. So stand denn Abraham am andern Morgen früh auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab dies der Hagar; den Knaben aber setzte er ihr auf die Schulter und entließ so beide. Da ging sie weg und irrte in der Wüste von Beerseba umher. 529#1. Mose,21,15#15. Als dann das Wasser im Schlauch zu Ende gegangen war, warf sie den Knaben unter einen der Sträucher, 530#1. Mose,21,16#16. ging weg und setzte sich abseits ihm gegenüber, wohl einen Bogenschuß weit entfernt; «denn», sagte sie, «ich kann das Sterben des Knaben nicht ansehen!» Sie setzte sich also ihm gegenüber; er aber fing an, laut zu weinen. 531#1. Mose,21,17#17. Da hörte Gott das Schreien des Knaben, und der Engel Gottes rief der Hagar vom Himmel her die Worte zu: «Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! denn Gott hat das Schreien des Knaben gehört, ebendort wo er liegt. 532#1. Mose,21,18#18. Stehe auf, nimm den Knaben und halte ihn fest an der Hand, denn ich will ihn zu einem großen Volke werden lassen.» 533#1. Mose,21,19#19. Dann tat Gott ihr die Augen auf, so daß sie eine Quelle mit Wasser erblickte; da ging sie hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. 534#1. Mose,21,20#20. Und Gott war mit dem Knaben, so daß er heranwuchs; er nahm seinen Aufenthalt in der Wüste und wurde ein gewaltiger Bogenschütze; 535#1. Mose,21,21#21. und zwar nahm er seinen Aufenthalt in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Ägypterin zur Frau. 536#1. Mose,21,22#22. ZU derselben Zeit hatte Abimelech nebst seinem Heerführer Pichol eine Unterredung mit Abraham und sagte: «Gott ist mit dir in allem, was du unternimmst. 537#1. Mose,21,23#23. Darum schwöre mir jetzt hier bei Gott, daß du weder gegen mich noch gegen meine Kinder und Kindeskinder jemals treulos handeln, sondern dieselbe Freundschaft, die ich dir erwiesen habe, auch mir und dem Lande erweisen willst, in welchem du als Fremdling dich aufhältst!» 538#1. Mose,21,24#24. Da antwortete Abraham: «Ja, ich will den Schwur leisten.» 539#1. Mose,21,25#25. Abraham machte aber dem Abimelech Vorhalt wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs sich mit Gewalt angeeignet hatten. 540#1. Mose,21,26#26. Abimelech erwiderte: «Ich weiß nicht, wer das getan hat: weder hast du mir bisher etwas davon mitgeteilt, noch habe ich bis heute etwas davon gehört.» 541#1. Mose,21,27#27. Hierauf nahm Abraham Kleinvieh und Rinder und gab sie dem Abimelech, und sie schlossen beide einen Vertrag miteinander. 542#1. Mose,21,28#28. Als nun Abraham noch sieben Schaflämmer abgesondert stellte, 543#1. Mose,21,29#29. fragte Abimelech den Abraham: «Was sollen die sieben Lämmer hier bedeuten, die du besonders gestellt hast?» 544#1. Mose,21,30#30. Er antwortete: «Die sieben Lämmer mußt du von mir annehmen, damit dies mir zum Zeugnis diene, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.» 545#1. Mose,21,31#31. Darum nennt man jenen Ort «Beerseba»-1-, weil sie beide dort einander geschworen haben. -1) d.h. Siebenbrunnen o: Eidesbrunnen. 546#1. Mose,21,32#32. Nachdem sie so einen Vertrag-1- zu Beerseba geschlossen hatten, brach Abimelech mit seinem Heerführer Pichol auf, und sie kehrten ins Philisterland zurück. -1) o: Bund. 547#1. Mose,21,33#33. (Abraham) aber pflanzte eine Tamariske in Beerseba und rief dort den Namen des HErrn, des ewigen Gottes, an. 548#1. Mose,21,34#34. Abraham hielt sich dann noch geraume Zeit als Fremdling im Philisterlande auf. 549#1. Mose,22,1#1. NACH diesen Begebenheiten wollte Gott den Abraham auf die Probe stellen-1- und sagte zu ihm: «Abraham!» Dieser antwortete: «Hier bin ich!» -1) = prüfen. 550#1. Mose,22,2#2. Da sagte Gott: «Nimm Isaak, deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, und begib dich (mit ihm) in die Landschaft Morija und bringe ihn dort als Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir angeben werde!» 551#1. Mose,22,3#3. DA sattelte-1- Abraham am andern Morgen früh seinen Esel und nahm zwei von seinen Knechten und seinen Sohn Isaak mit sich; er spaltete Holzscheite für das Brandopfer und machte sich dann auf den Weg nach dem Orte, den Gott ihm angegeben hatte. -1) o: bepackte. 552#1. Mose,22,4#4. Als er am dritten Tage die Augen aufschlug, sah er den Ort in der Ferne liegen. 553#1. Mose,22,5#5. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: «Bleibt ihr für euch hier mit dem Esel; ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten; dann kommen wir wieder zu euch zurück.» 554#1. Mose,22,6#6. Hierauf nahm Abraham das Holz für das Brandopfer und belud seinen Sohn Isaak damit; er selbst aber nahm das Feuer-1- und das Schlachtmesser in die Hand, und so gingen die beiden zusammen weiter. -1) gemeint ist wohl ein Topf mit Glühkohlen. 555#1. Mose,22,7#7. Da sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: «Mein Vater!» Abraham antwortete: «Was willst du, mein Sohn?» Da sagte er: «Wir haben hier wohl Feuer und Holz; aber wo ist das Schaf für das Brandopfer?» 556#1. Mose,22,8#8. Abraham erwiderte: «Gott wird schon für ein Schaf zum Brandopfer sorgen, mein Sohn.» So gingen die beiden zusammen weiter. 557#1. Mose,22,9#9. ALS sie nun an den Ort gekommen waren, den Gott ihm angegeben hatte, errichtete Abraham daselbst einen Altar und legte die Holzscheite auf ihm zurecht; dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben über die Scheite; 558#1. Mose,22,10#10. darauf streckte er seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 559#1. Mose,22,11#11. Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel her die Worte zu: «Abraham, Abraham!» Er antwortete: «Hier bin ich!» 560#1. Mose,22,12#12. Jener rief: «Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts zuleide! denn jetzt weiß ich, daß du gottesfürchtig bist, weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast.» 561#1. Mose,22,13#13. Als Abraham dann um sich blickte, sah er hinter sich einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Dickicht verfangen hatte. Da ging Abraham hin, holte den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. 562#1. Mose,22,14#14. Abraham nannte dann jenen Ort: «Der HErr sieht»-1-; deshalb sagt man noch heutigentags: «Auf dem Berge, wo der HErr gesehen wird»-2-. -1) = Gottessicht.   2) o: sich sehen läßt = erscheint. 563#1. Mose,22,15#15. HIERAUF rief der Engel des HErrn dem Abraham zum zweitenmal vom Himmel her die Worte zu: 564#1. Mose,22,16#16. «Ich schwöre bei mir selbst» - so lautet der Ausspruch des Herrn -: «darum, daß du so gehandelt und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, 565#1. Mose,22,17#17. will ich dich reichlich segnen und deine Nachkommenschaft überaus zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Gestade des Meeres; und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; 566#1. Mose,22,18#18. und in deiner-1- Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden zum Lohn dafür, daß du meiner Aufforderung nachgekommen bist!» -1) o: durch deine. 567#1. Mose,22,19#19. Darauf kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück; und sie machten sich auf den Weg und begaben sich miteinander nach Beerscheba; dort nahm Abraham seinen dauernden Wohnsitz. 568#1. Mose,22,20#20. NACH diesen Begebenheiten wurde dem Abraham gemeldet: «Auch Milka hat deinem Bruder Nahor Söhne geboren, 569#1. Mose,22,21#21. nämlich seinen Erstgeborenen Uz und dessen Bruder Bus und Kemuel, den Vater von Aram, 570#1. Mose,22,22#22. und Kesed sowie Haso, Pildas, Jidlaph und Bethuel»; 571#1. Mose,22,23#23. (Bethuel aber war der Vater der Rebekka). Diese acht Söhne gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams. 572#1. Mose,22,24#24. Auch sein Nebenweib namens Rehuma hatte Söhne geboren, nämlich Tebah und Gaham, Thahas und Maacha. 573#1. Mose,23,1#1. ALS Sara nun ihr Leben auf hundertundsiebenundzwanzig Jahre gebracht hatte, 574#1. Mose,23,2#2. starb sie in Kirjath-Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Da ging Abraham hinein, um Sara zu beklagen und zu beweinen. 575#1. Mose,23,3#3. Hierauf stand Abraham von der Seite-1- seiner Verstorbenen auf und verhandelte mit den Hethitern so: -1) w: weg vom Angesicht seiner Toten, d.h. weg von seiner Toten, über deren Gesicht er gebeugt gewesen war. 576#1. Mose,23,4#4. «Ich bin (nur) ein Fremdling und Beisasse-1- hier bei euch: überlaßt mir doch ein Erbbegräbnis bei euch, damit ich meine Tote, die in meinem Hause liegt, begraben kann!» -1) d.h. Gast ohne Grundbesitz. 577#1. Mose,23,5#5. Die Hethiter gaben dem Abraham folgende Antwort: 578#1. Mose,23,6#6. «Höre uns an, Herr! Du lebst hier als ein Gottesfürst unter uns: begrabe deine Tote in dem besten von unsern Gräbern: keiner von uns wird dir seine Grabstätte zur Bestattung deiner Toten versagen.» 579#1. Mose,23,7#7. Da erhob sich Abraham, verneigte sich tief vor den Bewohnern des Landes, den Hethitern, 580#1. Mose,23,8#8. und sagte weiter zu ihnen: «Wenn ihr damit einverstanden seid, daß ich meine Tote, die in meinem Hause liegt, hier begrabe, so erweist mir die Liebe und legt ein gutes Wort für mich bei Ephron, dem Sohne Zohars, ein, 581#1. Mose,23,9#9. daß er mir die Höhle in der Machpela-1- überläßt, die ihm gehört und am Ende seines Feldes liegt; für den vollen Wert möge er sie mir zu einem Erbbegräbnis hier in eurer Mitte überlassen!» -1) Machpela (deutsch: Verdoppelung) ist der Name der Gegend. 582#1. Mose,23,10#10. Nun saß Ephron mitten unter den Hethitern und gab dem Abraham vor den versammelten Hethitern im Beisein aller, die ins Tor seiner Stadt gekommen waren-1-, folgende Antwort: -1) aÜs: aller, die im Tor seiner Stadt aus- und eingingen (o: aller, die Zutritt hatten zum Tor = d.h. die den Rat seiner Stadt bildeten). 583#1. Mose,23,11#11. «Nicht doch, Herr! höre mich an! Das Feld-1- schenke ich dir; auch die Höhle darauf schenke ich dir; im Beisein meiner Volksgenossen schenke ich sie dir: begrabe nur deine Tote!» -1) o: Grundstück. 584#1. Mose,23,12#12. Da verneigte sich Abraham tief vor den Bewohnern des Landes 585#1. Mose,23,13#13. und sagte dann zu Ephron, im Beisein aller Bewohner des Landes: «O doch! wenn du mich nur anhören wolltest! Ich zahle dir den Preis für das Grundstück: nimm ihn von mir an, so will ich meine Tote dort begraben!» 586#1. Mose,23,14#14. Darauf antwortete Ephron dem Abraham: 587#1. Mose,23,15#15. «Höre mich doch an, Herr! Ein Stück Land im Wert von vierhundert Schekel Silber-1- - was will das zwischen mir und dir besagen?! Begrabe nur deine Tote!» -1) ein Silberschekel wiegt 14,55 Gramm. 588#1. Mose,23,16#16. Abraham nahm die Forderung Ephrons an und wog ihm den Kaufpreis dar, den Betrag, welchen jener im Beisein der Hethiter gefordert hatte, nämlich vierhundert Schekel Silber, nach der beim Kauf und Verkauf üblichen Währung-1-. -1) aÜs: Gewicht. 589#1. Mose,23,17#17. So wurde das Grundstück Ephrons, das in der Machpela östlich von Mamre lag, das Feld samt der Höhle darauf nebst allen Bäumen, die auf dem Grundstück in seinem ganzen Umfang ringsum standen, 590#1. Mose,23,18#18. dem Abraham rechtskräftig als Eigentum abgetreten im Beisein der Hethiter, soviele ihrer ins Tor seiner Stadt gekommen waren-1-. -1) vgl. Anm. zu 1.Mo. 23,10. 591#1. Mose,23,19#19. Hierauf begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle auf dem Grundstück in der Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. 592#1. Mose,23,20#20. So wurde das Grundstück samt der Höhle darauf dem Abraham als Erbbegräbnis von den Hethitern rechtskräftig überlassen. 593#1. Mose,24,1#1. ALS nun Abraham alt und hochbetagt geworden war und der HErr ihn in allem gesegnet hatte, 594#1. Mose,24,2#2. sagte Abraham zu dem ältesten Knechte seines Hauses-1-, der seinen gesamten Besitz zu verwalten hatte: «Lege deine Hand unter meine Hüfte-2-: -1) nämlich Elieser (vgl. 1.Mo. 15,2).   2) die Gebärde des Schwures. 595#1. Mose,24,3#3. ich will dir beim HErrn, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, einen Eid abnehmen, daß du für meinen Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaanäer nehmen willst, unter denen ich hier wohne; 596#1. Mose,24,4#4. nein du sollst in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft gehen und dort um eine Frau für meinen Sohn Isaak werben!» 597#1. Mose,24,5#5. Da antwortete ihm der Knecht: «Vielleicht wird das Weib mir in dieses Land nicht folgen wollen; soll ich alsdann deinen Sohn wieder in das Land zurückführen, aus dem du ausgewandert bist?» 598#1. Mose,24,6#6. Abraham antwortete ihm: «Hüte dich wohl, meinen Sohn dorthin zurückzuführen! 599#1. Mose,24,7#7. Der HErr, der Gott des Himmels, der mich aus meines Vaters Hause und aus meinem Heimatlande weggeführt und der mir zugesagt und mir zugeschworen hat: ,Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben': - der wird seinen Engel vor dir her senden, so daß du von dort eine Frau für meinen Sohn gewinnst. 600#1. Mose,24,8#8. Wenn das Weib dir aber nicht folgen will, so sollst du von diesem mir geleisteten Eide entbunden sein; nur darfst du meinen Sohn nicht dorthin zurückführen!» 601#1. Mose,24,9#9. Da legte der Knecht seine Hand seinem Herrn Abraham unter die Hüfte und leistete ihm in dieser Sache den verlangten Eid. 602#1. Mose,24,10#10. HIERAUF nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und allerlei Kostbarkeiten seines Herrn zu sich, machte sich auf den Weg und zog nach Mesopotamien nach der Stadt Nahors, (Haran). 603#1. Mose,24,11#11. Dort ließ er die Kamele draußen vor der Stadt bei dem Wasserbrunnen sich lagern zur Abendzeit, zu der Zeit, wo die Frauen herauszukommen pflegen, um Wasser zu holen. 604#1. Mose,24,12#12. Dann betete er: «O HErr, du Gott meines Herrn Abraham! laß es mir doch heute glücken und erweise meinem Herrn Abraham Gnade! 605#1. Mose,24,13#13. Siehe, ich stehe jetzt hier bei der Quelle, und die Töchter der Stadtbewohner werden herauskommen, um Wasser zu holen. 606#1. Mose,24,14#14. Wenn ich nun zu einem Mädchen sage: ,Neige, bitte, deinen Krug, damit ich trinke!' und sie mir dann antwortet: ,Trinke! und auch deinen Kamelen will ich zu trinken geben!' so möge diese es sein, die du für deinen Knecht Isaak bestimmt hast; und daran will ich erkennen, daß du meinem Herrn Gnade erwiesen hast.» 607#1. Mose,24,15#15. Er hatte noch nicht zu Ende geredet, da kam schon Rebekka-1- heraus, die Tochter Bethuels, der ein Sohn der Milka, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams, war; sie trug ihren Krug auf der Schulter. -1) d.h. die Fesselnde, Anziehende. 608#1. Mose,24,16#16. Das Mädchen war von großer Schönheit und noch unverheiratet, eine Jungfrau; sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam wieder herauf. 609#1. Mose,24,17#17. Da eilte der Knecht auf sie zu und sagte: «Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!» 610#1. Mose,24,18#18. Sie antwortete: «Trinke, Herr!» und ließ sogleich ihren Krug (von der Schulter) auf ihre Hand herab und ließ ihn trinken. 611#1. Mose,24,19#19. Als sie aber seinen Durst gestillt hatte, sagte sie: «Auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben.» 612#1. Mose,24,20#20. Mit diesen Worten goß sie ihren Krug eilends in die Tränkrinne aus, lief dann nochmals zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele, 613#1. Mose,24,21#21. während jener ihr verwundert zusah, ohne jedoch ein Wort zu sagen, um zu erkennen, ob der HErr Glück zu seiner Reise gegeben habe oder nicht. 614#1. Mose,24,22#22. ALS nun die Kamele sich satt getrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Schekel schwer, und zwei Spangen für ihre Arme, zehn Schekel Goldes schwer-1-, -1) ein Goldschekel wiegt 16,37 Gramm. 615#1. Mose,24,23#23. und fragte sie: «Wessen Tochter bist du? teile es mir doch mit! Ist wohl im Hause deines Vaters Platz für uns zum Übernachten?» 616#1. Mose,24,24#24. Sie antwortete ihm: «Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren hat»-a-. -a) vgl. 1.Mo. 22,23. 617#1. Mose,24,25#25. Dann fuhr sie fort: «Sowohl Stroh als auch Futter haben wir in Menge und auch Platz zum Übernachten.» 618#1. Mose,24,26#26. Da verneigte sich der Mann, warf sich vor dem HErrn nieder 619#1. Mose,24,27#27. und rief aus: «Gepriesen sei der HErr, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Güte und Treue meinem Herrn nicht entzogen hat! Gerades Weges zum Hause des Verwandten-1- meines Herrn hat mich der Ewige geführt!» -1) = des Bruders. 620#1. Mose,24,28#28. Das Mädchen aber war unterdessen hingelaufen und hatte im Hause ihrer Mutter alles erzählt, was sich zugetragen hatte. 621#1. Mose,24,29#29. Nun hatte Rebekka einen Bruder namens Laban; dieser eilte zu dem Manne hinaus an die Quelle. 622#1. Mose,24,30#30. Sobald er nämlich den Nasenring und die Spangen an den Armen seiner Schwester erblickt und seine Schwester Rebekka hatte erzählen hören, was der Mann zu ihr gesagt habe, ging er zu dem Manne hinaus, der immer noch bei den Kamelen an der Quelle stand. 623#1. Mose,24,31#31. Er sagte nun zu ihm: «Komm in mein Haus, du Gesegneter des HErrn! warum stehst du hier draußen? Ich habe das Haus schon aufräumen lassen und Platz für die Kamele geschafft!» 624#1. Mose,24,32#32. So kam denn der Mann in das Haus; dort zäumte Laban die Kamele ab, gab ihnen Stroh und Futter und brachte ihm sowie den Leuten, die bei ihm waren, Wasser zum Waschen der Füße. 625#1. Mose,24,33#33. Als man ihm aber zu essen vorsetzte, sagte er: «Ich werde nicht eher essen, als bis ich meine Sache-1- vorgetragen habe.» Jener erwiderte: «So rede!» -1) o: mein Anliegen. 626#1. Mose,24,34#34. DA berichtete er: «Ich bin ein Knecht Abrahams. 627#1. Mose,24,35#35. Gott der HErr hat meinen Herrn außerordentlich gesegnet, so daß er reich geworden ist; denn er hat ihm Kleinvieh und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben. 628#1. Mose,24,36#36. Dazu hat Sara, die Frau meines Herrn, ihm noch in ihrem Alter einen Sohn geboren; dem hat er alles übergeben, was er besitzt. 629#1. Mose,24,37#37. Nun hat mein Herr mir folgenden Eid abgenommen: ,Du darfst meinem Sohne keine Frau aus den Töchtern der Kanaanäer nehmen, in deren Lande ich wohne, 630#1. Mose,24,38#38. sondern sollst zu meines Vaters Hause und zu meiner Verwandtschaft ziehen, um für meinen Sohn dort eine Frau zu nehmen.' 631#1. Mose,24,39#39. Ich entgegnete meinem Herrn: ,Vielleicht wird das Weib mir nicht folgen wollen.' 632#1. Mose,24,40#40. Da erwiderte er mir: ,Gott der HErr, vor dessen Angesicht ich gewandelt bin, wird seinen Engel mit dir senden und dir Glück zu deiner Reise geben, damit du für meinen Sohn eine Frau aus meiner Verwandtschaft und zwar aus dem Hause meines Vaters gewinnst. 633#1. Mose,24,41#41. Dann sollst du von dem mir geleisteten Eid entbunden sein, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommst und man sie dir dort nicht geben will - dann bist du von dem mir geleisteten Eid entbunden.' 634#1. Mose,24,42#42. Nun bin ich heute zu der Quelle gekommen und habe gebetet: ,O HErr, du Gott meines Herrn Abraham! wenn du doch Glück zu der Reise geben möchtest, auf der ich mich jetzt befinde! 635#1. Mose,24,43#43. Siehe, ich stehe jetzt hier an der Quelle: laß es doch geschehen, daß das Mädchen, das herauskommt, um Wasser zu holen, und zu der ich sage: ,Gib mir, bitte, ein wenig Wasser aus deinem Kruge zu trinken!' 636#1. Mose,24,44#44. daß die mir dann antwortet: ,Trinke du selbst, und auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen!' - so möge diese es sein, die Gott der HErr dem Sohne meines Herrn zur Frau bestimmt hat!' 637#1. Mose,24,45#45. Ich hatte dieses bei mir noch nicht zu Ende geredet, da kam auch schon Rebekka aus dem Orte heraus mit ihrem Kruge auf ihrer Schulter; sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte Wasser. Da bat ich sie: ,Gib mir, bitte, zu trinken!' 638#1. Mose,24,46#46. Sogleich ließ sie ihren Krug (von der Schulter) herab und sagte: ,Trinke, und auch deinen Kamelen will ich zu trinken geben!' Da trank ich, und sie tränkte dann auch die Kamele. 639#1. Mose,24,47#47. Hierauf fragte ich sie, wessen Tochter sie sei, und sie antwortete: ,Die Tochter Bethuels, des Sohnes Nahors, den Milka ihm geboren hat.' Da legte ich ihr den Ring an die Nase und die Spangen an ihre Arme; 640#1. Mose,24,48#48. dann verneigte ich mich vor Gott dem HErrn, warf mich vor ihm nieder und pries den HErrn, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hatte, um die Tochter des Verwandten-1- meines Herrn für seinen Sohn zu gewinnen. -1) = Bruders. 641#1. Mose,24,49#49. Und nun, wenn ihr meinem Herrn Liebe und Treue erweisen wollt, so sagt es mir! Wo nicht, so sagt es mir auch, damit ich mich zur Rechten oder zur Linken wende!» 642#1. Mose,24,50#50. DA antworteten Laban und Bethuel: «Von Gott dem HErrn ist dies ausgegangen-1-: wir können dir nichts dazu sagen, weder ja noch nein. -1) = so gefügt. 643#1. Mose,24,51#51. Rebekka steht dir zur Verfügung: nimm sie und ziehe hin, damit sie die Frau des Sohnes deines Herrn wird, wie Gott der HErr es bestimmt hat!» 644#1. Mose,24,52#52. Sobald der Knecht Abrahams diese ihre Worte gehört hatte, verbeugte er sich vor Gott dem HErrn bis auf die Erde; 645#1. Mose,24,53#53. dann holte er silberne und goldene Geräte-1- und Gewänder hervor und schenkte sie der Rebekka; auch ihrem Bruder und ihrer Mutter schenkte er Kostbarkeiten. -1) o: Geschmeide. 646#1. Mose,24,54#54. Dann aßen und tranken sie, er und die Leute, die bei ihm waren, und blieben über Nacht da. Am andern Morgen aber, als sie aufgestanden waren, sagte er: «Laßt mich nun zu meinem Herrn ziehen!» 647#1. Mose,24,55#55. Da erwiderten ihm ihr Bruder und ihre Mutter: «Laß doch das Mädchen noch einige Zeit oder (wenigstens) zehn Tage bei uns bleiben, dann magst du aufbrechen.» 648#1. Mose,24,56#56. Doch er entgegnete ihnen: «Haltet mich nicht auf! Da Gott der HErr Glück zu meiner Reise gegeben hat, so laßt mich nun ziehen, damit ich zu meinem Herrn zurückkehre.» 649#1. Mose,24,57#57. Da sagten sie: «Wir wollen das Mädchen rufen und sie selbst entscheiden lassen.» 650#1. Mose,24,58#58. So riefen sie denn Rebekka und fragten sie: «Willst du mit diesem Manne ziehen?» Sie antwortete: «Ja, ich will mit ihm ziehen.» 651#1. Mose,24,59#59. Da ließen sie ihre Schwester Rebekka samt ihrer Amme und ebenso den Knecht Abrahams samt seinen Leuten ziehen 652#1. Mose,24,60#60. und segneten Rebekka mit den Worten: «Du, unsere Schwester, werde die Mutter von tausendmal Tausenden, und deine Nachkommen mögen die Tore ihrer Feinde besetzen-1-!» -1) o: in Besitz nehmen. 653#1. Mose,24,61#61. So machte sich denn Rebekka mit ihren Dienerinnen auf den Weg; sie setzten sich auf die Kamele und zogen hinter dem Manne her: der Knecht hatte Rebekka übernommen und zog von dannen. 654#1. Mose,24,62#62. ISAAK aber war gerade auf der Heimkehr von einem Gang nach dem «Brunnen des Lebendigen, der mich sieht»-a-; er wohnte nämlich im Südgau -a) 1.Mo. 16,14. 655#1. Mose,24,63#63. und war gegen Abend aufs Feld hinausgegangen, um mit seinen Gedanken allein zu sein-1-. Als er nun aufblickte, sah er auf einmal Kamele daherkommen. -1) die Üs. ist hier unsicher. 656#1. Mose,24,64#64. Als nun auch Rebekka ihre Augen aufschlug und den Isaak erblickte, ließ-1- sie sich rasch vom Kamele herab -1) o: beugte. 657#1. Mose,24,65#65. und fragte den Knecht: «Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Felde entgegenkommt?» Der Knecht antwortete: «Das ist mein Herr!» Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. 658#1. Mose,24,66#66. Der Knecht erzählte dann dem Isaak alles, wie es ihm ergangen war. 659#1. Mose,24,67#67. Isaak aber führte Rebekka in das Zelt seiner (verstorbenen) Mutter Sara und nahm sie auf: sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak nach dem Hingang-1- seiner Mutter. -1) o: über den Verlust. 660#1. Mose,25,1#1. ABRAHAM aber nahm nochmals eine Frau namens Ketura; 661#1. Mose,25,2#2. die gebar ihm Simran und Joksan, Medan und Midian, Jisbak und Suah. 662#1. Mose,25,3#3. Joksan wurde dann der Vater Seba's und Dedans; und die Söhne Dedans waren die Assuriter und Letusiter und die Leummiter. 663#1. Mose,25,4#4. Die Söhne Midians waren Epha und Epher, Henoch, Abida und Eldaba. Alle diese sind Nachkommen der Ketura. 664#1. Mose,25,5#5. Abraham aber übergab seinen gesamten Besitz dem Isaak; 665#1. Mose,25,6#6. dagegen den Söhnen, die er von den Nebenweibern-1- hatte, gab er nur Geschenke und ließ sie noch bei seinen Lebzeiten von seinem Sohn Isaak hinweg ostwärts in das Ostland ziehen. -1) rw: «von der Nebenfrau» (vgl. 1.Chr. 1,32). 666#1. Mose,25,7#7. Dies aber ist die Zeit-1- der Lebensjahre, die Abraham gelebt hat: hundertfünfundsiebzig Jahre; -1) = Zahl. 667#1. Mose,25,8#8. da verschied und starb er in gesegnetem Alter, hochbetagt und lebenssatt, und wurde zu seinen Stammesgenossen versammelt. 668#1. Mose,25,9#9. Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle der Machpela auf dem Felde des Hethiters Ephron, des Sohnes Zohars, das östlich von Mamre lag, 669#1. Mose,25,10#10. auf dem Felde, das Abraham von den Hethitern käuflich erworben hatte; dort sind Abraham und seine Frau Sara begraben worden. 670#1. Mose,25,11#11. Nach Abrahams Tode aber segnete Gott dessen Sohn Isaak; dieser wohnte bei dem «Brunnen des Lebendigen, der mich sieht»-a-. -a) 1.Mo. 16,14. 671#1. Mose,25,12#12. DIES ist der Stammbaum-1- Ismaels, des Sohnes Abrahams, den die Ägypterin Hagar, die Leibmagd Sara's, dem Abraham geboren hat; -1) = die Nachkommenschaft. 672#1. Mose,25,13#13. dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihrer Geburtsfolge: Der erstgeborene Sohn Ismaels war Nebajoth, sodann Kedar, Abdeel und Mibsam, 673#1. Mose,25,14#14. Misma, Duma und Massa, 674#1. Mose,25,15#15. Hadad und Thema, Jetur, Naphis und Kedma. 675#1. Mose,25,16#16. Dies waren die Söhne Ismaels und dies ihre Namen nach ihren Niederlassungen und ihren Zeltlagern: zwölf Fürsten entsprechend ihren Völkerschaften. 676#1. Mose,25,17#17. Und dies war die Lebensdauer Ismaels: hundertsiebenunddreißig Jahre; da verschied er und starb und wurde zu seinen Stammesgenossen versammelt. 677#1. Mose,25,18#18. Sie hatten aber ihre Wohnsitze von Hawila an bis nach Sur, das östlich von Ägypten liegt, in der Richtung nach Assyrien hin: er hatte sich ostwärts von allen seinen Brüdern niedergelassen-1-. -1) aÜs: allen seinen Brüdern fiel er ins Gesicht, o: setzte er sich auf die Nase (vgl. 1.Mo. 16,12). 678#1. Mose,25,19#19. DIES ist der Stammbaum-1- Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater Isaaks; -1) = die Familiengeschichte. 679#1. Mose,25,20#20. und Isaak war vierzig Jahre alt, als er Rebekka, die Tochter des Aramäers-1- Bethuel aus Nord-Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban, zur Frau nahm. -1) = Syrers. 680#1. Mose,25,21#21. Und Isaak betete zum HErrn für seine Frau, denn sie hatte keine Kinder; da ließ der HErr sich von ihm-1- erbitten, so daß seine Frau Rebekka guter Hoffnung wurde. -1) o: für ihn. 681#1. Mose,25,22#22. Als aber die beiden Kinder sich in ihrem Schoße stießen, sagte sie: «Wenn es so steht, wozu bin ich da in diesen Zustand gekommen?» und sie ging hin, um den HErrn zu befragen. 682#1. Mose,25,23#23. Da antwortete ihr der HErr: «Zwei Völker sind in deinem Mutterschoße, und zwei Volksstämme werden sich von deinem Leibe ausscheiden; der eine Stamm wird stärker sein als der andere, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.» 683#1. Mose,25,24#24. Als nun die Zeit ihrer Niederkunft da war, stellte es sich wirklich heraus, daß Zwillinge in ihrem Leibe waren. 684#1. Mose,25,25#25. Der erste, der zum Vorschein kam, war rotbraun, rauh am ganzen Leibe wie ein haariger Mantel; darum nannte man ihn Esau-1-. -1) d.h. behaart, der Rauhe. 685#1. Mose,25,26#26. Hierauf kam sein Bruder zum Vorschein, der mit seiner Hand die Ferse Esaus gefaßt hielt; darum nannte man ihn Jakob-1-. Isaak aber war bei ihrer Geburt sechzig Jahre alt. -1) d.h. Fersenhalter, Überlister. 686#1. Mose,25,27#27. Als nun die Knaben heranwuchsen, wurde Esau ein tüchtiger Jäger, ein Mann des freien Feldes-1-; Jakob dagegen war ein stiller Mann, der in den Zelten blieb. -1) d.h. der sich auf dem Felde umhertrieb. 687#1. Mose,25,28#28. Isaak hatte den Esau lieber, weil er gern Wildbret aß; Rebekka aber hatte Jakob lieber. 688#1. Mose,25,29#29. NUN hatte Jakob eines Tages ein Gericht gekocht, als Esau ganz erschöpft vom Felde heimkam. 689#1. Mose,25,30#30. Da sagte Esau zu Jakob: «Laß mich doch schnell essen von dem Roten, dem roten Gericht da, denn ich bin ganz erschöpft!» Darum gab man ihm den Namen Edom-1-. -1) d.h. der Rote. 690#1. Mose,25,31#31. Aber Jakob antwortete: «Verkaufe mir zuvor-1- dein Erstgeburtsrecht!» -1) o: heute. 691#1. Mose,25,32#32. Da erwiderte Esau: «Ach, ich muß ja doch (bald) sterben: wozu nützt mir da das Erstgeburtsrecht?» 692#1. Mose,25,33#33. Jakob aber sagte: «Schwöre mir zuvor-1-!» Da schwur er ihm und verkaufte so dem Jakob sein Erstgeburtsrecht. -1) o: heute. 693#1. Mose,25,34#34. Hierauf gab Jakob dem Esau Brot und von dem Linsengericht-1-. Als er dann gegessen und getrunken hatte, stand er auf und ging seines Weges. So gab Esau sein Erstgeburtsrecht geringschätzig preis.-a- -1) aÜs: gab dem Esau die Mahlzeit, es war ein Linsengericht.   a) Hebr. 12,16. 694#1. Mose,26,1#1. ES kam aber eine Hungersnot über das Land, wie schon früher einmal eine zur Zeit Abrahams geherrscht hatte; darum begab sich Isaak nach Gerar zu dem Philisterkönig Abimelech-a-. -a) vgl. 1.Mo. 20,2. 695#1. Mose,26,2#2. Denn der HErr war ihm erschienen und hatte zu ihm gesagt: «Ziehe nicht nach Ägypten hinab, sondern nimm deinen Wohnsitz in dem Lande, das ich dir angeben werde! 696#1. Mose,26,3#3. Bleibe als Fremdling in diesem Lande wohnen; ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese Länder geben und so den Eid erfüllen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe: 697#1. Mose,26,4#4. ich will deine Nachkommen so zahlreich werden lassen wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle diese Länder geben; und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden-1-, -1) aÜs: mit deinen Nachkommen (d.h. mit dem Namen deiner Nachkommen) sollen alle Völker der Erde sich segnen (= sich Segen wünschen); vgl. 1.Mo. 12,2.3. 698#1. Mose,26,5#5. zum Lohn dafür, daß Abraham meinen Weisungen gehorsam gewesen ist und meine Anordnungen beobachtet hat, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze.» 699#1. Mose,26,6#6. So blieb denn Isaak in Gerar wohnen. 700#1. Mose,26,7#7. ALS nun die Bewohner des Ortes sich nach seiner Frau erkundigten, sagte er: «Sie ist meine Schwester»; er scheute sich nämlich zu sagen: «Sie ist meine Frau»; «denn», dachte er, «es könnten sonst die Leute des Ortes mich um Rebekka's willen ums Leben bringen; sie ist ja von großer Schönheit.» 701#1. Mose,26,8#8. Als er sich nun längere Zeit dort aufgehalten hatte, schaute der Philisterkönig Abimelech einmal zum Fenster hinaus und sah, wie Isaak seine Frau Rebekka herzte. 702#1. Mose,26,9#9. Da ließ Abimelech den Isaak rufen und sagte: «Sie ist ja doch deine Frau! wie hast du sie da für deine Schwester ausgeben können?» Isaak antwortete ihm: «Ja, ich dachte, ich müßte sonst ihretwegen sterben.» 703#1. Mose,26,10#10. Da erwiderte Abimelech: «Was hast du uns da angetan! Wie leicht hätte es geschehen können, daß einer aus dem Volke hier deiner Frau Gewalt angetan hätte! dann würdest du eine Verschuldung über uns gebracht haben.» 704#1. Mose,26,11#11. Hierauf gebot Abimelech dem ganzen Volke: «Wer sich an diesem Manne oder an seiner Frau vergreift, soll unfehlbar mit dem Tode bestraft werden!» 705#1. Mose,26,12#12. ISAAK säte dann in jenem Lande und erntete in jenem Jahre das Hundertfache; denn der HErr segnete ihn. 706#1. Mose,26,13#13. So wurde er denn ein reicher Mann und wurde immer reicher, bis er über die Maßen reich war; 707#1. Mose,26,14#14. denn er besaß Herden von Kleinvieh und Herden von Rindern und ein zahlreiches Gesinde, so daß die Philister neidisch auf ihn wurden. 708#1. Mose,26,15#15. Daher verschütteten die Philister alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters einst bei Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben hatten, und füllten sie mit Schutt an. 709#1. Mose,26,16#16. Da sagte Abimelech zu Isaak: «Verlaß unser Land, denn du bist uns zu stark geworden.» 710#1. Mose,26,17#17. Da zog Isaak von dort weg, schlug sein Lager im Tale von Gerar auf und nahm dort seinen Wohnsitz. 711#1. Mose,26,18#18. Hierauf ließ Isaak die Wasserbrunnen, welche man bei Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach dem Tode Abrahams verschüttet hatten, wieder aufgraben und legte ihnen dieselben Namen bei, die sein Vater ihnen gegeben hatte. 712#1. Mose,26,19#19. Auch gruben die Leute Isaaks im Talgrunde nach und fanden dort einen Brunnen mit Quellwasser. 713#1. Mose,26,20#20. Aber die Hirten von Gerar fingen mit den Hirten Isaaks Streit an, indem sie behaupteten, das Wasser gehöre ihnen. Da nannte er den Brunnen «Zankbrunnen», weil sie sich dort mit ihm gezankt hatten. 714#1. Mose,26,21#21. Dann gruben sie einen andern Brunnen, gerieten aber auch über diesen in Streit; daher nannte er ihn «Anfeindung». 715#1. Mose,26,22#22. Darauf zog er von dort weiter und grub wieder einen Brunnen, über den dann kein Streit mehr entstand; daher nannte er ihn «Freier Raum», indem er sagte: «Jetzt hat der HErr uns freien Raum geschafft, so daß wir uns im Lande ausbreiten können.» 716#1. Mose,26,23#23. Von dort zog er dann nach Beerseba hinauf. 717#1. Mose,26,24#24. Da erschien ihm der HErr in jener Nacht und sprach: «Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; ich will dich segnen und deine Nachkommenschaft zahlreich werden lassen um meines Knechtes Abraham willen.» 718#1. Mose,26,25#25. Da baute er dort einen Altar, rief den Namen des HErrn an und schlug dort sein Zelt auf; hierauf gruben die Knechte Isaaks dort nach einem Brunnen. 719#1. Mose,26,26#26. DA kam Abimelech mit seinem Freunde Ahussath und seinem Heerführer Pichol-a- aus Gerar zu ihm. -a) 1.Mo. 21,22. 720#1. Mose,26,27#27. Isaak fragte sie: «Warum kommt ihr zu mir, da ihr doch feindlich gegen mich gesinnt seid und mich aus eurem Lande vertrieben habt?» 721#1. Mose,26,28#28. Da antworteten sie: «Wir haben klar erkannt, daß der HErr mit dir ist; darum haben wir gedacht, es solle doch ein eidliches Abkommen zwischen uns beiden, zwischen uns und dir, zustande kommen, und wir wollen einen Vertrag mit dir schließen, 722#1. Mose,26,29#29. daß du uns nichts zuleide tun willst, wie auch wir dir keinen Schaden zugefügt, sondern dir nur Gutes erwiesen und dich in Frieden haben ziehen lassen: du bist nun einmal der Gesegnete des HErrn!» 723#1. Mose,26,30#30. Da richtete er ihnen ein Gastmahl aus, und sie aßen und tranken. 724#1. Mose,26,31#31. Am andern Morgen in der Frühe aber leisteten sie einander den Schwur; dann ließ Isaak sie ziehen, und sie schieden als Freunde von ihm. 725#1. Mose,26,32#32. An demselben Tage kamen dann die Knechte Isaaks und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, mit den Worten: «Wir haben Wasser gefunden!» 726#1. Mose,26,33#33. Da nannte er ihn «Sibea»-1-. Daher heißt die Stadt dort «Beerseba»-2- bis auf den heutigen Tag. -1) Sebua = Schwur, Eidvertrag.   2) d.h. Schwurbrunnen, vgl. 1.Mo. 21,31. 727#1. Mose,26,34#34. ALS nun Esau vierzig Jahre alt war, heiratete er Judith, die Tochter des Hethiters Beeri, und Basmath, die Tochter des Hethiters Elon: 728#1. Mose,26,35#35. die waren ein Herzenskummer für Isaak und Rebekka. 729#1. Mose,27,1#1. ALS aber Isaak alt geworden und sein Augenlicht erloschen war, so daß er nicht mehr sehen konnte, berief er seinen älteren Sohn Esau und sagte zu ihm: «Mein Sohn!» Er antwortete ihm: «Hier bin ich!» 730#1. Mose,27,2#2. Jener fuhr fort: «Du siehst, ich bin alt geworden und weiß nicht, wie bald ich sterben werde. 731#1. Mose,27,3#3. So nimm nun doch deine Jagdgeräte, deinen Köcher und Bogen, und gehe aufs Feld hinaus und erjage ein Stück Wild für mich; 732#1. Mose,27,4#4. dann bereite mir ein schmackhaftes Gericht, wie ich es liebe, und bringe es mir herein, damit ich esse und dich dann segne-1-, bevor ich sterbe.» -1) w: damit meine Seele dich segne. 733#1. Mose,27,5#5. REBEKKA hatte aber zugehört, als Isaak so zu seinem Sohne Esau redete. Während nun Esau aufs Feld hinausging, um ein Stück Wild zu erjagen und heimzubringen, 734#1. Mose,27,6#6. sagte Rebekka zu ihrem Sohne Jakob: «Ich habe soeben gehört, wie dein Vater mit deinem Bruder Esau geredet hat und zu ihm sagte: 735#1. Mose,27,7#7. ,Bringe mir doch ein Stück Wild und bereite mir ein schmackhaftes Gericht, damit ich esse und dich dann vor dem Angesicht des HErrn segne, bevor ich sterbe.' 736#1. Mose,27,8#8. So höre nun, mein Sohn, auf den Rat, den ich dir jetzt gebe! 737#1. Mose,27,9#9. Gehe hin zur Herde und hole mir von dort zwei gute Ziegenböckchen; die will ich dann für deinen Vater zu einem schmackhaften Gericht zubereiten, wie er es liebt; 738#1. Mose,27,10#10. das bringst du dann deinem Vater hinein, damit er es ißt und dich dann noch vor seinem Tode segnet.» 739#1. Mose,27,11#11. Da erwiderte Jakob seiner Mutter Rebekka: «Ja, aber mein Bruder Esau ist stark behaart, während ich eine glatte Haut habe. 740#1. Mose,27,12#12. Vielleicht wird mein Vater mich betasten: dann würde ich als Betrüger vor ihm dastehen und einen Fluch statt des Segens über mich bringen.» 741#1. Mose,27,13#13. Aber seine Mutter antwortete ihm: «Den Fluch, der dich treffen könnte, nehme ich auf mich, mein Sohn! Folge du nur meinem Rat: geh hin und hole mir die Böckchen!» 742#1. Mose,27,14#14. Da ging er hin, holte die Böckchen und brachte sie seiner Mutter; und diese bereitete davon ein schmackhaftes Gericht, wie sein Vater es liebte. 743#1. Mose,27,15#15. Hierauf holte Rebekka die Festtagskleider ihres älteren Sohnes Esau, die sich bei ihr in der Wohnung befanden, und gab sie ihrem jüngeren Sohne Jakob zum Anziehen; 744#1. Mose,27,16#16. die Felle der Ziegenböckchen aber legte sie ihm um die Arme und um die glatten Stellen seines Halses; 745#1. Mose,27,17#17. dann gab sie das schmackhafte Essen nebst dem Brot, das sie gebacken hatte, ihrem Sohne Jakob in die Hand. 746#1. Mose,27,18#18. SO ging er denn zu seinem Vater hinein und sagte: «Mein Vater!» Dieser antwortete: «Hier bin ich! wer bist du, mein Sohn?» 747#1. Mose,27,19#19. Jakob erwiderte seinem Vater: «Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir aufgetragen hast. Richte dich nun auf, setze dich und iß von meinem Wildbret, damit du mich dann segnest.» 748#1. Mose,27,20#20. Da fragte Isaak seinen Sohn: «Wie hast du denn so schnell etwas gefunden, mein Sohn?» Er antwortete: «Ja, der HErr, dein Gott, hat es mir entgegenlaufen lassen-1-.» -1) aÜs: hat es sich gut für mich treffen lassen. 749#1. Mose,27,21#21. Da sagte Isaak zu Jakob: «Tritt doch näher heran, mein Sohn, damit ich dich betaste, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht!» 750#1. Mose,27,22#22. Da trat Jakob nahe an seinen Vater Isaak heran, und als dieser ihn betastet hatte, sagte er: «Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Arme sind Esau's Arme;» 751#1. Mose,27,23#23. und er erkannte ihn nicht, weil seine Arme behaart waren wie die Arme seines Bruders Esau; so segnete er ihn denn. 752#1. Mose,27,24#24. Er fragte nämlich: «Du bist doch wirklich mein Sohn Esau?» Jener antwortete: «Ja ich bin's.» 753#1. Mose,27,25#25. Da fuhr er fort: «So reiche es mir her, damit ich von dem Wildbret meines Sohnes esse und ich dich dann segne.» Da reichte er es ihm hin, und er aß; er brachte ihm auch Wein, den er trank. 754#1. Mose,27,26#26. Hierauf sagte sein Vater Isaak zu ihm: «Tritt nun nahe heran, mein Sohn, und küsse mich!» 755#1. Mose,27,27#27. Da trat er heran und küßte ihn; dabei roch jener den Geruch seiner Kleider und segnete ihn mit den Worten: «Ja, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch-1- eines Feldes, das der HErr gesegnet hat. -1) o: Duft. 756#1. Mose,27,28#28. So gebe Gott dir denn vom Tau des Himmels und von den Fruchtgefilden der Erde Überfluß sowohl an Korn als auch an Wein! 757#1. Mose,27,29#29. Völker sollen dir dienen und Völkerschaften sich vor dir beugen! Sei ein Herr über deine Brüder, und bücken sollen sich vor dir die Söhne deiner Mutter! Wer dir flucht, der sei verflucht, und wer dich segnet, der soll gesegnet sein!» 758#1. Mose,27,30#30. ALS nun Isaak mit der Segnung Jakobs eben zu Ende war und Jakob kaum von seinem Vater Isaak hinausgegangen war, da kam sein Bruder Esau von seiner Jagd zurück. 759#1. Mose,27,31#31. Er bereitete gleichfalls ein schmackhaftes Gericht, brachte es seinem Vater hinein und sagte zu ihm: «Richte dich auf, mein Vater, und iß vom Wildbret deines Sohnes, damit du mich dann segnest!» 760#1. Mose,27,32#32. Da fragte ihn sein Vater Isaak: «Wer bist du?» Er antwortete: «Ich bin dein erstgeborener Sohn Esau.» 761#1. Mose,27,33#33. Da erbebte-1- Isaak über alle Maßen und sagte: «Wer ist denn der gewesen, der ein Stück Wild erjagt und es mir gebracht hat? Ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe i