1#1. Mose,1,1#1. IM Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde; -1) genannt -+Genesis-, d.h. das Buch von der Schöpfung und dem Anfang. 2#1. Mose,1,2#2. die Erde war aber eine Wüstenei und Öde, und Finsternis lag über der weiten Flut-1-, und der Geist Gottes schwebte (brütend) über der Wasserfläche*. -1) = dem Urmeer. 3#1. Mose,1,3#3. Da sprach Gott: «Es werde Licht!» und es ward Licht. 4#1. Mose,1,4#4. Und Gott sah, daß das Licht gut war; da schied Gott das Licht von der Finsternis 5#1. Mose,1,5#5. und nannte das Licht «Tag», der Finsternis aber gab er den Namen «Nacht». Und es wurde Abend und wurde Morgen: erster Tag. 6#1. Mose,1,6#6. DANN sprach Gott: «Es entstehe ein festes Gewölbe inmitten der Wasser und bilde eine Scheidewand zwischen den beiderseitigen Wassern!» Und es geschah so. 7#1. Mose,1,7#7. So machte Gott das feste Gewölbe und schied dadurch die Wasser unterhalb des Gewölbes von den Wassern oberhalb des Gewölbes. 8#1. Mose,1,8#8. Und Gott nannte das feste Gewölbe «Himmel». Und es wurde Abend und wurde Morgen: zweiter Tag. 9#1. Mose,1,9#9. DANN sprach Gott: «Es sammle sich das Wasser unterhalb des Himmels an einen besonderen Ort, damit das Trockene-1- sichtbar wird!» Und es geschah so. -1) = das feste Land. 10#1. Mose,1,10#10. Und Gott nannte das Trockene «Erde»-1-, dem Wasser aber, das sich gesammelt hatte, gab er den Namen «Meer»-2-. Und Gott sah, daß es gut war. - -1) o: «Land».   2) d.h. Weltmeer. 11#1. Mose,1,11#11. Dann sprach Gott: «Die Erde lasse junges Grün sprossen, samentragende Pflanzen und Bäume, die je nach ihrer Art Früchte mit Samen darin auf der Erde tragen!» Und es geschah so: 12#1. Mose,1,12#12. die Erde ließ junges Grün hervorgehen, Kräuter, die je nach ihrer Art Samen trugen, und Bäume, die Früchte mit Samen darin je nach ihrer Art trugen. Und Gott sah, daß es gut war. 13#1. Mose,1,13#13. Und es wurde Abend und wurde Morgen: dritter Tag. 14#1. Mose,1,14#14. DANN sprach Gott: «Es sollen Lichter-1- am Himmelsgewölbe entstehen, um Tag und Nacht voneinander zu scheiden; die sollen Merkzeichen sein und zur (Bestimmung von) Festzeiten, sowie zur (Zählung von) Tagen und Jahren dienen; -1) o: Leuchten. 15#1. Mose,1,15#15. und sie sollen Lichter-1- am Himmelsgewölbe sein, um Licht über die Erde zu verbreiten!» Und es geschah so. -1) o: Leuchten. 16#1. Mose,1,16#16. Da machte Gott die beiden großen Lichter: das größere Licht zur Herrschaft über den Tag und das kleinere Licht zur Herrschaft über die Nacht, dazu auch die Sterne. 17#1. Mose,1,17#17. Gott setzte sie dann an das Himmelsgewölbe, damit sie Licht über die Erde verbreiteten 18#1. Mose,1,18#18. und am Tage und in der Nacht die Herrschaft führten und das Licht von der Finsternis schieden. Und Gott sah, daß es gut war. 19#1. Mose,1,19#19. Und es wurde Abend und wurde Morgen: vierter Tag. 20#1. Mose,1,20#20. DANN sprach Gott: «Es wimmle das Wasser von einem Gewimmel lebender Wesen, und Vögel sollen über der Erde am Himmelsgewölbe hin fliegen!» 21#1. Mose,1,21#21. Da schuf Gott die großen Seetiere und alle Arten der kleinen Lebewesen, die da sich regen, von denen die Gewässer wimmeln, dazu alle Arten der beschwingten Vögel. Und Gott sah, daß es gut war. 22#1. Mose,1,22#22. Da segnete Gott sie mit den Worten: «Seid fruchtbar und mehret euch und erfüllet das Wasser in den Meeren, und auch die Vögel sollen sich auf der Erde mehren!» 23#1. Mose,1,23#23. Und es wurde Abend und wurde Morgen: fünfter Tag. 24#1. Mose,1,24#24. DANN sprach Gott: «Die Erde bringe alle Arten lebender Wesen hervor, Vieh, Kriechgetier-1- und wilde Landtiere, jedes nach seiner Art!» Und es geschah so. -1) o: Gewürm. 25#1. Mose,1,25#25. Da machte Gott alle Arten der wilden Landtiere und alle Arten des Viehs und alles Getier, das auf dem Erdboden kriecht, jedes nach seiner Art. Und Gott sah, daß es gut war. - 26#1. Mose,1,26#26. Dann sprach Gott: «Laßt uns Menschen machen nach unserm Bilde, uns ähnlich, die da herrschen sollen über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels, über das (zahme) Vieh und über alle (wilden) Landtiere und über alles Gewürm, das auf dem Erdboden kriecht!» 27#1. Mose,1,27#27. Da schuf Gott den Menschen nach seinem Bilde: nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie. 28#1. Mose,1,28#28. Gott segnete sie dann mit den Worten: «Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde an und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel des Himmels und über alle Lebewesen, die auf der Erde sich regen!» 29#1. Mose,1,29#29. Dann fuhr Gott fort: «Hiermit übergebe ich euch alle samentragenden Pflanzen auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samentragenden Früchten: die sollen euch zur Nahrung dienen! 30#1. Mose,1,30#30. Aber allen Tieren der Erde und allen Vögeln des Himmels und allem, was auf der Erde kriecht, was Lebensodem in sich hat, weise ich alles grüne Kraut der Pflanzen zur Nahrung an.» Und es geschah so. 31#1. Mose,1,31#31. Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und siehe: es war sehr gut. Und es wurde Abend und wurde Morgen: der sechste Tag. 32#1. Mose,2,1#1. SO waren der Himmel und die Erde mit ihrem ganzen Heer vollendet. 33#1. Mose,2,2#2. Da brachte Gott am siebten Tage sein Werk, das er geschaffen hatte, zur Vollendung und ruhte am siebten Tage von aller seiner Arbeit, die er vollbracht hatte. 34#1. Mose,2,3#3. Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn; denn an ihm hat Gott von seinem ganzen Schöpfungswerk und seiner Arbeit geruht. - 35#1. Mose,2,4#4. Dies ist die Entstehungsgeschichte des Himmels und der Erde, als sie geschaffen wurden. ZUR Zeit, als Gott der HErr-1- Erde und Himmel schuf, -1) hier erscheint zum ersten Mal in der hebr. Bibel der Gottesname «Jahwe», nach Luthers Vorgang durch «HErr» wiedergegeben. Wo im Hebr. das Wort für «Herr» steht, ist es im deutschen mit kleinem «e» geschrieben. Was «Jahwe» bedeutet, ist aus 2.Mo. 3,14 zu ersehen, wo Gott seinen Namen kundtut. 36#1. Mose,2,5#5. als es auf der Erde noch keine Sträucher auf dem Felde gab und noch keine Pflanzen auf den Fluren gewachsen waren, weil Gott der HErr noch keinen Regen auf die Erde hatte fallen lassen und auch noch keine Menschen da waren, um den Ackerboden zu bestellen - 37#1. Mose,2,6#6. es stieg aber ein Wasserdunst von der Erde auf und tränkte die ganze Oberfläche des Erdbodens -: 38#1. Mose,2,7#7. da bildete Gott der HErr den Menschen aus Erde vom Ackerboden und blies ihm den Lebensodem in die Nase; so wurde der Mensch zu einem lebenden Wesen. 39#1. Mose,2,8#8. Hierauf pflanzte Gott der HErr einen Garten in Eden nach Osten hin und versetzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. 40#1. Mose,2,9#9. Dann ließ Gott der HErr allerlei Bäume aus dem Erdboden hervorwachsen, die lieblich anzusehen waren und wohlschmeckende Früchte trugen, dazu auch den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen-1-. -1) o: von Gut und Böse. 41#1. Mose,2,10#10. ES entsprang aber ein Strom in Eden, um den Garten zu bewässern, und teilte sich von dort aus, und zwar in vier Arme. 42#1. Mose,2,11#11. Der erste heißt Pison: dieser ist es, der das ganze Land Hawila umfließt, woselbst sich das Gold findet, 43#1. Mose,2,12#12. und das Gold dieses Landes ist kostbar-1-; dort kommt auch das Bedolachharz-2- vor und der Edelstein Soham-3-. -1) o: gediegen.   2) = Edelharz.   3) = Chrysopras(?). 44#1. Mose,2,13#13. Der zweite Strom heißt Gihon: dieser ist es, der das ganze Land Kusch-1- umfließt. -1) = Äthiopien. 45#1. Mose,2,14#14. Der dritte Strom heißt Hiddekel-1-: dieser ist es, der östlich von Assyrien fließt; und der vierte Strom ist der Euphrat. -1) = Tigris. 46#1. Mose,2,15#15. ALS nun Gott der HErr den Menschen genommen und ihn in den Garten Eden versetzt hatte, damit er ihn bestelle und behüte, 47#1. Mose,2,16#16. gab Gott der HErr dem Menschen die Weisung: «Von allen Bäumen des Gartens darfst du nach Belieben essen; 48#1. Mose,2,17#17. aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen - von dem darfst du nicht essen; denn sobald du von diesem ißt, mußt du des Todes sterben.» 49#1. Mose,2,18#18. HIERAUF sagte Gott der HErr: «Es ist nicht gut für den Menschen, daß er allein ist: ich will ihm eine Hilfe-1- schaffen, die zu ihm paßt-2-.» -1) d.h. ein Wesen, das ihm Hilfe oder Beistand leistet = einen Gehilfen bzw. eine Gehilfin.   2) o: ihm zur Seite stehe. 50#1. Mose,2,19#19. Da bildete Gott der HErr aus Erde alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels und brachte sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er sie benennen würde; und wie der Mensch sie alle-1- benennen würde, so sollten sie heißen. -1) = jedes einzelne. 51#1. Mose,2,20#20. So legte denn der Mensch allem Vieh-1- und den Vögeln des Himmels und allen wilden Tieren Namen bei; aber für einen Menschen fand er keine Hilfe-2- darunter, die zu ihm gepaßt hätte-a-. -1) = allen zahmen Tieren.   2) o: Gehilfin.   a) vgl. V. 18. 52#1. Mose,2,21#21. Da ließ Gott der HErr einen tiefen Schlaf auf den Menschen fallen, so daß er einschlief; dann nahm er eine von seinen Rippen heraus und verschloß deren Stelle wieder mit Fleisch; 53#1. Mose,2,22#22. die Rippe aber, die Gott aus dem Menschen genommen hatte, gestaltete er zu einem Weibe und führte dieses dem Menschen zu. 54#1. Mose,2,23#23. Da rief der Mensch aus: «Diese endlich ist es: Gebein von meinem Gebein und Fleisch von meinem Fleisch! Diese soll ,Männin'-1- heißen; denn vom Manne ist diese genommen.» -1) im Hebr. liegt ein Wortspiel vor: -+isch- = Mann, -+ischscha- = Frau. 55#1. Mose,2,24#24. Darum verläßt ein Mann seinen Vater und seine Mutter und hängt seinem Weibe an, und sie werden ein Fleisch sein. 56#1. Mose,2,25#25. Und sie waren beide nackt, der Mensch-1- und sein Weib, und doch schämten sie sich nicht (vor einander). -1) o: Mann. 57#1. Mose,3,1#1. NUN war die Schlange listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der HErr geschaffen hatte; die sagte zum Weibe: «Sollte Gott wirklich gesagt haben: ,Ihr dürft von allen Bäumen des Gartens nicht essen-1-!'» -1) d.h. also: von gar keinem Baum. 58#1. Mose,3,2#2. Da antwortete das Weib der Schlange: «Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; 59#1. Mose,3,3#3. nur von den Früchten des Baumes, der mitten im Garten steht, hat Gott gesagt: ,Ihr dürft von ihnen nicht essen, ja sie nicht einmal anrühren, sonst müßt ihr sterben!'» 60#1. Mose,3,4#4. Da erwiderte die Schlange dem Weibe: «Ihr werdet sicherlich nicht sterben; 61#1. Mose,3,5#5. sondern Gott weiß wohl, daß, sobald ihr davon eßt, euch die Augen aufgehen werden und ihr wie Gott selbst sein werdet, indem ihr erkennt, was gut und was böse ist.» 62#1. Mose,3,6#6. Da nun das Weib sah, daß von dem Baume gut zu essen sei und daß er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum sei, weil man durch ihn klug werden könne, so nahm sie eine von seinen Früchten und aß und gab auch ihrem Manne, der bei ihr war, und der aß auch. 63#1. Mose,3,7#7. Da gingen ihnen beiden die Augen auf, und sie nahmen wahr, daß sie nackt waren; darum hefteten sie Blätter vom Feigenbaum zusammen und machten sich Schürze daraus. 64#1. Mose,3,8#8. ALS sie dann aber die Stimme-1- Gottes des HErrn hörten, der in der Abendkühle im Garten sich erging, versteckten sie sich, der Mann (Adam) und sein Weib, vor Gott dem HErrn unter den Bäumen des Gartens. -1) o: das Geräusch der Schritte. 65#1. Mose,3,9#9. Aber Gott der HErr rief nach dem Mann mit den Worten: «Wo bist du?» 66#1. Mose,3,10#10. Da antwortete er: «Als ich deine Stimme im Garten-1- hörte, fürchtete ich mich, weil ich nackt bin; darum habe ich mich versteckt.» -1) aÜs: Als ich das Geräusch deiner Schritte im Garten hörte (vgl. V. 8). 67#1. Mose,3,11#11. Da fragte Gott: «Wer hat dir gesagt, daß du nackt bist? Du hast doch nicht etwa von dem Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?» 68#1. Mose,3,12#12. Da antwortete Adam: «Das Weib, das du mir beigesellt hast, die hat mir von dem Baume gegeben, da habe ich gegessen.» 69#1. Mose,3,13#13. Da sagte Gott der HErr zu dem Weibe: «Warum hast du das getan?» Das Weib antwortete: «Die Schlange hat mich verführt; da habe ich gegessen.» 70#1. Mose,3,14#14. Da sagte Gott der HErr zu der Schlange: «Weil du das getan hast, sollst du verflucht sein vor-1- allen Tieren, zahmen und wilden! Auf dem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang! -1) o: unter. 71#1. Mose,3,15#15. Und ich will Feindschaft setzen-1- zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen-2- und ihrem Samen: er wird dir nach dem Kopfe treten-3-, und du wirst ihm nach der Ferse schnappen-4-.» -1) = herrschen lassen.   2) d.h. Nachwuchs, Nachkommenschaft.   3) o: dir den Kopf zertreten.   4) o: in die Ferse stechen. 72#1. Mose,3,16#16. Zum Weibe aber sagte er: «Viele Mühsal will ich dir bereiten, wenn du Mutter wirst: mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und doch nach deinem Manne Verlangen tragen; er aber soll dein Herr sein!» 73#1. Mose,3,17#17. Zu dem Manne-1- aber sagte er: «Weil du der Aufforderung deines Weibes nachgekommen bist und von dem Baume gegessen hast, von dem zu essen ich dir ausdrücklich verboten hatte, so soll der Ackerboden verflucht sein um deinetwillen: mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang! -1) o: zu Adam. 74#1. Mose,3,18#18. Dornen und Gestrüpp soll er dir wachsen lassen, und du sollst dich vom Gewächs des Feldes nähren-1-! -1) aÜs: und doch mußt du dich . . . nähren. 75#1. Mose,3,19#19. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du zum Erdboden zurückkehrst, von dem du genommen bist; denn Staub-1- bist du, und zu Staub-1- mußt du wieder werden!» -1) o: Erde. 76#1. Mose,3,20#20. ADAM gab dann seinem Weibe den Namen Eva-1-; denn sie ist die Stammutter aller Lebenden geworden. -1) eig: -+Chawwa- = Lebenspenderin. 77#1. Mose,3,21#21. Darauf machte Gott der HErr dem Manne-1- und seinem Weibe Röcke von Fellen und bekleidete sie (damit). -1) o: Adam. 78#1. Mose,3,22#22. Und Gott der HErr sagte: «Der Mensch ist jetzt ja geworden wie unsereiner, insofern er gut und böse zu unterscheiden weiß. Nun aber - daß er nur nicht seine Hand ausstreckt und auch (Früchte) vom Baume des Lebens nimmt und (sie) ißt und unsterblich wird!» 79#1. Mose,3,23#23. So stieß ihn denn Gott der HErr aus dem Garten Eden hinaus, damit er den Erdboden bestelle, von dem er genommen war; 80#1. Mose,3,24#24. und als er den Menschen hinausgetrieben hatte, ließ er östlich vom Garten Eden die Cherube sich lagern und die Flamme des kreisenden-1- Schwertes, damit sie den Zugang zum Baume des Lebens bewachten. -1) o: zuckenden = funkelnden. 81#1. Mose,4,1#1. EVA gebar dann dem Adam, ihrem Gatten, einen Sohn Kain-1-. Da sagte sie: «Einen Mann-2- habe ich ins Dasein gerufen-3- mit Hilfe des HErrn!» -1) d.h. Erwerb, Gewinn.   2) = männlichen Sproß.   3) eig: erworben, gewonnen. 82#1. Mose,4,2#2. Hierauf gebar sie nochmals, nämlich seinen Bruder Abel-1-; und Abel wurde ein Hirt von Kleinvieh, Kain aber ein Ackerbauer. -1) d.h. Hauch, Vergänglichkeit. 83#1. Mose,4,3#3. Nun begab es sich nach Verlauf geraumer Zeit, daß Kain dem HErrn eine Opfergabe von den Früchten des Ackers darbrachte; 84#1. Mose,4,4#4. und auch Abel opferte von den Erstgeburten seiner Herde, und zwar von ihren Fettstücken. Da schaute der HErr (mit Wohlgefallen) auf Abel und seine Opfergabe; 85#1. Mose,4,5#5. aber Kain und seine Gabe sah er nicht an. Darüber geriet Kain in heftige Erregung, so daß sein Angesicht sich finster senkte-1-. -1) o: so daß er den Blick zu Boden schlug. 86#1. Mose,4,6#6. Da sagte der HErr zu Kain: «Warum bist du erregt geworden, und warum hat dein Angesicht sich finster gesenkt-1-? -1) o: schlägst du den Blick zu Boden. 87#1. Mose,4,7#7. Wird nicht, wenn du recht handelst, dein Opfer angenommen-1-? lagert-2- nicht, wenn du böse handelst, die Sünde vor der Tür (als ein Feind, dessen) Verlangen auf dich gerichtet ist, den du aber bezwingen sollst?» -1) aÜs. des unsicheren Textes: Ist's nicht also: wenn du recht handelst, so kannst du (dein Antlitz frei) erheben?   2) o: lauert. 88#1. Mose,4,8#8. Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: [«Laß uns aufs Feld gehen!»] und als sie auf dem Felde waren, fiel Kain über seinen Bruder Abel her und schlug ihn tot. 89#1. Mose,4,9#9. DA sagte der HErr zu Kain: «Wo ist dein Bruder Abel?» Er antwortete: «Ich weiß es nicht; bin ich etwa meines Bruders Hüter?» 90#1. Mose,4,10#10. Gott aber sagte: «Was hast du getan? Ich höre das Blut deines Bruders zu mir aus dem Erdboden schreien! 91#1. Mose,4,11#11. Und nun - verflucht sollst du sein, (hinweggetrieben) vom Ackerboden, der seinen Mund aufgetan hat, um das von deiner Hand vergossene Blut deines Bruders in sich aufzunehmen! 92#1. Mose,4,12#12. Wenn du den Acker bestellst, soll er dir hinfort keinen Ertrag mehr geben: unstet und flüchtig sollst du auf der Erde sein!» 93#1. Mose,4,13#13. Da sagte Kain zum HErrn: «Meine Strafe-1- ist zu groß, als daß ich sie tragen könnte! -1) o: Sündenschuld. 94#1. Mose,4,14#14. Du treibst mich ja heute von dem Ackerland hinweg, und ich muß mich vor deinen Augen verbergen und werde unstet und flüchtig auf der Erde sein; so wird denn jeder, der mich antrifft, mich totschlagen!» 95#1. Mose,4,15#15. Aber der HErr antwortete ihm: «Nicht also! Jeder, der Kain totschlägt, soll siebenfältiger Rache verfallen!» Hierauf brachte der HErr an Kain ein Wahrzeichen-a- an, damit ihn niemand erschlüge, der mit ihm zusammenträfe. -a) vgl. Hes. 9,4. 96#1. Mose,4,16#16. So ging denn Kain vom Angesicht des HErrn hinweg und ließ sich im Lande Nod östlich von Eden nieder. 97#1. Mose,4,17#17. DEM Kain gebar hierauf sein Weib einen Sohn, Henoch; und als Kain dann eine Stadt-1- erbaute, benannte er sie nach seines Sohnes Namen Henoch. -1) = Wohnstätte. 98#1. Mose,4,18#18. Dem Henoch wurde dann Irad geboren; dieser wurde der Vater Mehujaels, Mehujael wurde der Vater Methusaels und Methusael der Vater Lamechs. 99#1. Mose,4,19#19. Lamech aber nahm sich zwei Frauen, von denen die eine Ada, die andere Zilla hieß. 100#1. Mose,4,20#20. Ada gebar dann den Jabal; dieser wurde der Stammvater der Zeltbewohner und Herdenbesitzer-1-. -1) w: die in Zelten und mit dem Vieh zusammen wohnen (o: mit Viehbesitz umgehen) = Viehzüchter. 101#1. Mose,4,21#21. Sein Bruder hieß Jubal; dieser wurde der Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. 102#1. Mose,4,22#22. Auch Zilla gebar einen Sohn, nämlich Thubalkain, den Hämmerer-1- von allen schneidenden Geräten aus Kupfer und Eisen-2-. Die Schwester Thubalkains war Naama. -1) o: Schmied.   2) ws. ist zu lesen: den Stammvater aller derer, die Kupfer und Eisen bearbeiten. 103#1. Mose,4,23#23. Lamech aber sagte (einst) zu seinen Frauen: «Ada und Zilla, höret meine Rede! ihr Weiber Lamechs, vernehmet meinen Spruch! Einen Mann erschlage ich, wenn er mich verwundet, und einen Jüngling, wenn er mir eine Strieme beibringt! 104#1. Mose,4,24#24. Denn wenn Kain siebenfältig gerächt werden soll, so Lamech siebenundsiebzigfach-1-!» -1) aÜs: Wenn sich Kain siebenmal rächt, so Lamech siebenundsiebzigmal. 105#1. Mose,4,25#25. DEM Adam aber gebar sein Weib (Eva) nochmals einen Sohn, dem sie den Namen Seth-1- gab; «denn», sagte sie, «Gott hat mir einen andern Sproß-2- verliehen an Stelle Abels, weil Kain ihn erschlagen hat.» -1) d.h. Setzling, Ersatz.   2) = Sohn. 106#1. Mose,4,26#26. Auch dem Seth wurde ein Sohn geboren, den er Enos-1- nannte. Damals fing man an, den Namen des HErrn-a- anzurufen. -1) = Mensch, mit der Nebenbed. des Schwächlichen(?). a) vgl. 1.Mo. 2,4. 107#1. Mose,5,1#1. Dies ist die Geschlechtstafel-1- Adams: Am Tage, als Gott den Adam-2- schuf, gestaltete er ihn nach Gottes Ebenbild; -1) = das Verzeichnis der Nachkommen.  2) = den Menschen. 108#1. Mose,5,2#2. als Mann und Weib schuf er sie und segnete sie und gab ihnen den Namen «Mensch» damals, als sie geschaffen wurden. 109#1. Mose,5,3#3. Adam aber war 130 Jahre alt, als ihm ein Sohn geboren wurde, der ihm als sein Abbild glich und den er Seth nannte. 110#1. Mose,5,4#4. Nach der Geburt Seths lebte Adam noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 111#1. Mose,5,5#5. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Adams 930 Jahre; dann starb er. - 112#1. Mose,5,6#6. Als Seth 105 Jahre alt war, wurde ihm Enos geboren. 113#1. Mose,5,7#7. Nach der Geburt des Enos lebte Seth noch 807 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 114#1. Mose,5,8#8. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Seths 912 Jahre; dann starb er. - 115#1. Mose,5,9#9. Als Enos 90 Jahre alt war, wurde ihm Kenan geboren. 116#1. Mose,5,10#10. Nach der Geburt Kenans lebte Enos noch 815 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 117#1. Mose,5,11#11. Demnach betrug die ganze Lebenszeit des Enos 905 Jahre; dann starb er. - 118#1. Mose,5,12#12. Als Kenan 70 Jahre alt war, wurde ihm Mahalalel geboren. 119#1. Mose,5,13#13. Nach der Geburt Mahalalels lebte Kenan noch 840 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 120#1. Mose,5,14#14. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Kenans 910 Jahre; dann starb er. - 121#1. Mose,5,15#15. Als Mahalalel 65 Jahre alt war, wurde ihm Jered geboren. 122#1. Mose,5,16#16. Nach der Geburt Jereds lebte Mahalalel noch 830 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 123#1. Mose,5,17#17. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Mahalalels 895 Jahre; dann starb er. - 124#1. Mose,5,18#18. Als Jered 162 Jahre alt war, wurde ihm Henoch geboren. 125#1. Mose,5,19#19. Nach der Geburt Henochs lebte Jered noch 800 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 126#1. Mose,5,20#20. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Jereds 962 Jahre; dann starb er. - 127#1. Mose,5,21#21. Als Henoch 65 Jahre alt war, wurde ihm Methusalah geboren. 128#1. Mose,5,22#22. Henoch wandelte mit Gott; er lebte nach der Geburt Methusalahs noch 300 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 129#1. Mose,5,23#23. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Henochs 365 Jahre. 130#1. Mose,5,24#24. Henoch wandelte mit Gott und war plötzlich nicht mehr da, denn Gott hatte ihn hinweggenommen-a-. - -a) vgl. Hebr. 11,5. 131#1. Mose,5,25#25. Als Methusalah 187 Jahre alt war, wurde ihm Lamech geboren. 132#1. Mose,5,26#26. Nach der Geburt Lamechs lebte Methusalah noch 782 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 133#1. Mose,5,27#27. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Methusalahs 969 Jahre; dann starb er. - 134#1. Mose,5,28#28. Als Lamech 182 Jahre alt war, wurde ihm ein Sohn geboren, 135#1. Mose,5,29#29. den er Noah-1- nannte; «denn», sagte er, «dieser wird uns Trost verschaffen bei unserer Arbeit und bei der Mühsal, die unsere Hände durch den Acker haben, den der HErr verflucht hat.» -1) d.h. Trost, Ruhe. 136#1. Mose,5,30#30. Nach der Geburt Noahs lebte Lamech noch 595 Jahre und hatte Söhne und Töchter. 137#1. Mose,5,31#31. Demnach betrug die ganze Lebenszeit Lamechs 777 Jahre; dann starb er. - 138#1. Mose,5,32#32. Als Noah 500 Jahre alt war, wurden ihm seine Söhne Sem, Ham und Japheth geboren. 139#1. Mose,6,1#1. ALS nun die Menschen sich auf der Oberfläche des Erdbodens zu vermehren begannen und ihnen auch Töchter geboren wurden 140#1. Mose,6,2#2. und die Gottessöhne* die Schönheit der Menschentöchter sahen, nahmen sie sich von ihnen diejenigen zu Frauen, die ihnen besonders gefielen. 141#1. Mose,6,3#3. Da sagte der HErr: «Mein Geist soll nicht für immer im Menschen erniedrigt sein(?), weil er ja Fleisch ist; so sollen denn seine Tage (fortan) nur noch hundertundzwanzig Jahre betragen-1-!» -1) aÜs: «Nicht soll mein Geist für immer im Menschen walten (o: noch länger bleiben); in ihrem Irren (o: Irregehen) sind sie (die Menschen) Fleisch; so soll denn seine (des Menschen) Lebensdauer nur 120 Jahre betragen.» 142#1. Mose,6,4#4. Zu jener Zeit waren die Riesen auf der Erde und auch später noch, solange die Gottessöhne mit den Menschentöchtern verkehrten und diese ihnen (Kinder) gebaren. Das sind die Helden-1-, die in der Urzeit lebten, die hochberühmten Männer. -1) o: Recken. 143#1. Mose,6,5#5. ALS nun der HErr sah, daß die Bosheit der Menschen groß war auf der Erde und alles Sinnen und Trachten ihres Herzens immerfort nur böse war, 144#1. Mose,6,6#6. da gereute es ihn, die Menschen auf der Erde geschaffen zu haben, und er wurde in seinem Herzen tief betrübt. 145#1. Mose,6,7#7. Darum sagte der HErr: «Ich will die Menschen, die ich geschaffen habe, vom ganzen Erdboden weg vertilgen, die Menschen wie das Vieh, das Gewürm wie die Vögel des Himmels; denn ich bereue es, sie geschaffen zu haben.» 146#1. Mose,6,8#8. Noah aber hatte Gnade beim HErrn gefunden. 147#1. Mose,6,9#9. DIES ist die Geschichte Noahs: Noah war ein frommer, unsträflicher-a- Mann unter seinen Zeitgenossen: mit Gott wandelte Noah. -a) vgl. 1.Mo. 17,1. 148#1. Mose,6,10#10. Er hatte drei Söhne: Sem, Ham und Japheth. 149#1. Mose,6,11#11. Die Erde wurde aber immer verderbter vor Gott und war voll von Gewalttaten. 150#1. Mose,6,12#12. Als nun Gott die Erde ansah und die völlige Verderbtheit wahrnahm - denn alles Fleisch-1- hatte sich in ihrem ganzen Tun auf Erden zum Bösen gewandt -, -1) = die gesamte Menschen- und Tierwelt. 151#1. Mose,6,13#13. da sagte Gott zu Noah: «Das Ende aller lebenden Geschöpfe ist bei mir beschlossen; denn die Erde ist durch ihre Schuld voll von Gewalttaten; darum will ich sie mitsamt-1- der Erde verderben-2-. -1) vermutlich ist zu lesen: von der Erde.   2) o: vernichten. 152#1. Mose,6,14#14. Baue dir eine Arche aus Tannenholz; mit lauter Zellen-1- sollst du die Arche versehen und sie von innen und von außen mit Erdharz verpichen. -1) o: Kammern. 153#1. Mose,6,15#15. Und so sollst du sie bauen: dreihundert Ellen-1- soll die Länge der Arche betragen, fünfzig Ellen ihre Breite und dreißig Ellen ihre Höhe. -1) eine Elle = 45-49 cm (also etwa 1/2 Meter). 154#1. Mose,6,16#16. Eine Lichtöffnung sollst du an der Arche anbringen, und zwar eine Elle hoch sollst du sie-1- ganz herum hoch oben herstellen, und den Eingang zur Arche an ihrer Seite anbringen und ein unteres, ein mittleres und ein oberes Stockwerk in ihr anlegen. -1) d.h. die Lichtöffnung. 155#1. Mose,6,17#17. Denn wisse wohl: ich will die große Flut über die Erde kommen lassen, um alle Geschöpfe, die Lebensodem in sich haben, unter dem ganzen Himmel zu vertilgen: alles, was auf der Erde lebt, soll umkommen! 156#1. Mose,6,18#18. Mit dir aber will ich einen Bund schließen: du sollst in die Arche gehen, du und mit dir deine Söhne und dein Weib und die Weiber deiner Söhne-1-. -1) = deine Schwiegertöchter. 157#1. Mose,6,19#19. Und von allen lebenden Wesen, von allen Tieren, sollst du je ein Paar in die Arche mit hineinnehmen, um sie mit dir am Leben zu erhalten: je ein Männliches und ein Weibliches sollen es sein. 158#1. Mose,6,20#20. Von jeder Art der Vögel und von jeder Art der Vierfüßler, von jeder Art der Kriechtiere des Erdbodens - von diesen allen soll immer ein Paar zu dir in die Arche hineinkommen, damit sie am Leben erhalten bleiben. 159#1. Mose,6,21#21. Du selbst aber nimm dir alle Arten von Nahrungsmitteln, die als Speise genossen werden, und sammle bei dir Vorräte davon, damit sie dir und ihnen zur Nahrung dienen.» 160#1. Mose,6,22#22. Und Noah tat es; er machte alles genau so, wie Gott es ihm geboten hatte. 161#1. Mose,7,1#1. DANN sagte der HErr zu Noah: «Gehe du mit deiner ganzen Familie in die Arche, denn dich habe ich als gerecht vor mir erfunden unter diesem Geschlecht. 162#1. Mose,7,2#2. Von allen reinen Tieren nimm je sieben Paare zu dir, immer ein Männchen und sein Weibchen, aber von den unreinen Tieren nur je zwei Stück, ein Männchen und sein Weibchen; 163#1. Mose,7,3#3. auch von den Vögeln des Himmels je sieben Paare, Männchen und Weibchen, damit Nachkommenschaft auf der ganzen Erde am Leben erhalten bleibt; 164#1. Mose,7,4#4. denn es sind nur noch sieben Tage, dann will ich es vierzig Tage und vierzig Nächte hindurch auf die Erde regnen lassen und will den ganzen Bestand an Lebewesen, die ich geschaffen habe, vom ganzen Erdboden vertilgen.» 165#1. Mose,7,5#5. Da tat Noah alles genau so, wie der HErr es ihm geboten hatte. 166#1. Mose,7,6#6. Noah war aber sechshundert Jahre alt, als die Sintflut über die Erde kam. 167#1. Mose,7,7#7. Da ging Noah und mit ihm seine Söhne, sein Weib und seine Schwiegertöchter in die Arche hinein vor den Gewässern der Sintflut. 168#1. Mose,7,8#8. Von den reinen und von den unreinen Vierfüßlern, sowie von den Vögeln und von allem, was auf dem Erdboden kriecht, 169#1. Mose,7,9#9. kamen immer zwei, ein Männchen und ein Weibchen, zu Noah in die Arche hinein, wie Gott ihm geboten hatte. 170#1. Mose,7,10#10. Und nach Ablauf der sieben Tage, da kamen die Gewässer der Sintflut über die Erde. 171#1. Mose,7,11#11. ES war im sechshundertsten Lebensjahre Noahs, am siebzehnten Tage des zweiten Monats: an diesem Tage brachen alle Quellen-1- der großen Tiefe-2- auf, und die Fenster des Himmels öffneten sich, -1) o: Brunnen.   2) = Urflut. 172#1. Mose,7,12#12. und der Regen strömte vierzig Tage und vierzig Nächte hindurch auf die Erde. 173#1. Mose,7,13#13. An eben diesem Tage ging Noah mit seinen Söhnen Sem, Ham und Japheth und mit seinem Weibe und seinen drei Schwiegertöchtern in die Arche hinein, 174#1. Mose,7,14#14. sie und alle Arten der wilden Tiere und alle Arten des Viehs-1- und alle Arten des Gewürms, das auf der Erde kriecht, auch alle Arten der Vögel, alles, was Flügel hatte und beschwingt war-2-; -1) = der Haustiere.   2) = alles Federvieh. 175#1. Mose,7,15#15. die kamen zu Noah in die Arche hinein, je ein Paar von allen Geschöpfen, die Lebensodem in sich hatten; 176#1. Mose,7,16#16. und die da hineinkamen, waren immer ein Männchen und ein Weibchen von allem Fleische-1-, wie Gott ihm geboten hatte. Hierauf schloß der HErr hinter ihm zu. -1) = allen Geschöpfen. 177#1. Mose,7,17#17. Da kam die Sintflut vierzig Tage lang über die Erde, und das Wasser stieg und hob die Arche empor, so daß sie hoch über der Erde schwamm. 178#1. Mose,7,18#18. Und das Wasser nahm gewaltig zu und stieg hoch über der Erde, so daß die Arche auf der weiten Flut dahinfuhr. 179#1. Mose,7,19#19. Und das Wasser stieg immer noch höher über der Erde, so daß alle höchsten Berge, die unter dem ganzen Himmel sind, überflutet-1- wurden. -1) w: bedeckt. 180#1. Mose,7,20#20. Fünfzehn Ellen hoch ging das Wasser über sie hin, so daß die Berge überflutet wurden. 181#1. Mose,7,21#21. Damals kamen alle Geschöpfe um, die auf der Erde sich regten: was an Vögeln, an Vieh und an wilden Tieren da war, sowie alles Gewürm, von dem die Erde wimmelte, und auch alle Menschen: 182#1. Mose,7,22#22. alles, in dessen Nase ein Hauch von Lebensodem war, das starb, alles, soweit es auf dem Trockenen lebte. 183#1. Mose,7,23#23. So vertilgte Gott-1- alle Geschöpfe, die auf dem ganzen Erdboden waren, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und bis zu den Vögeln des Himmels: sie wurden alle von der Erde vertilgt; nur Noah blieb übrig und was sich bei ihm in der Arche befand. -1) aL: So wurden vertilgt. 184#1. Mose,7,24#24. Das Wasser aber stieg unaufhörlich über der Erde hundertundfünfzig Tage lang. 185#1. Mose,8,1#1. DA dachte Gott an Noah und an alle wilden Tiere und an all das Vieh, das bei ihm in der Arche war; und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, so daß die Wasser sanken; 186#1. Mose,8,2#2. die Quellen der Tiefe-1- und die Fenster des Himmels schlossen sich, und dem Regen vom Himmel her wurde Einhalt getan. -1) = die Brunnen der Urflut, vgl. 1.Mo. 7,11. 187#1. Mose,8,3#3. Da verlief sich das Wasser allmählich von der Erde und begann nach Ablauf der hundertundfünfzig Tage zu fallen; 188#1. Mose,8,4#4. und am siebzehnten Tage des siebten Monats saß die Arche auf einem der Berge von Ararat-1- fest. -1) = Armenien. 189#1. Mose,8,5#5. Das Wasser nahm dann immerfort ab bis zum zehnten Monat: am ersten Tage des zehnten Monats kamen die Gipfel der Berge zum Vorschein. 190#1. Mose,8,6#6. Nach Verlauf von vierzig Tagen aber öffnete Noah das Fenster der Arche, das er angebracht hatte, 191#1. Mose,8,7#7. und ließ den Raben ausfliegen; der flog hin und her, bis das Wasser auf der Erde abgetrocknet war. 192#1. Mose,8,8#8. Hierauf ließ er die Taube ausfliegen, um zu erfahren, ob das Wasser sich auf der Erdoberfläche verlaufen habe. 193#1. Mose,8,9#9. Da die Taube aber keinen Ort fand, wo ihre Füße hätten ruhen-1- können, kehrte sie zu ihm zu der Arche zurück; denn das Wasser bedeckte noch die Oberfläche der ganzen Erde. Da streckte er seine Hand hinaus, ergriff sie und nahm sie wieder zu sich in die Arche. -1) o: sich niederlassen. 194#1. Mose,8,10#10. Hierauf wartete er noch weitere sieben Tage und ließ dann die Taube zum zweitenmal aus der Arche fliegen. 195#1. Mose,8,11#11. Da kam die Taube um die Abendzeit zu ihm zurück, und siehe da: sie hatte ein frisches Ölbaumblatt im Schnabel! Daran erkannte Noah, daß das Wasser auf der Erde sich verlaufen hatte. 196#1. Mose,8,12#12. Nun wartete er nochmals weitere sieben Tage und ließ die Taube wieder ausfliegen; doch diesmal kehrte sie nicht wieder zu ihm zurück. 197#1. Mose,8,13#13. Und im sechshundertundersten Lebensjahre Noahs, am ersten Tage des ersten Monats, da war das Wasser von der Erde weggetrocknet. Als jetzt Noah das Dach von der Arche abnahm und Ausschau hielt, da war der Erdboden abgetrocknet; 198#1. Mose,8,14#14. und am siebenundzwanzigsten Tage des zweiten Monats war die Erde ganz trocken geworden. 199#1. Mose,8,15#15. Da gebot Gott dem Noah: 200#1. Mose,8,16#16. «Verlaß (jetzt) die Arche, du und mit dir dein Weib und deine Söhne und deine Schwiegertöchter! 201#1. Mose,8,17#17. Sämtliche Tiere von allen Arten, die bei dir sind, Vögel, Vieh und alles Gewürm, das auf der Erde kriecht, laß mit dir hinausgehen, damit sie sich auf der Erde frei bewegen und fruchtbar seien und sich mehren auf der Erde.» 202#1. Mose,8,18#18. Da ging Noah mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seinen Schwiegertöchtern hinaus; 203#1. Mose,8,19#19. auch alle vierfüßigen Tiere, alles Gewürm, alle Vögel, alles, was sich auf der Erde regt, gingen nach ihren Arten aus der Arche hinaus. 204#1. Mose,8,20#20. NOAH baute dann dem HErrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln (je ein Stück) und brachte Brandopfer auf dem Altar dar. 205#1. Mose,8,21#21. Als nun der HErr den lieblichen Duft-1- roch, sagte er bei sich selbst: «Ich will hinfort den Erdboden nicht noch einmal um der Menschen willen verfluchen; denn das Sinnen und Trachten-a- des Menschenherzens ist böse von Jugend auf; auch will ich hinfort nicht noch einmal alles Lebende sterben lassen, wie ich es getan habe. -1) w: den Duft der Beruhigung (o: Versöhnung). a) vgl. 1.Mo. 6,5. 206#1. Mose,8,22#22. Hinfort, solange die Erde steht, sollen Säen und Ernten, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht nicht mehr aufhören!» 207#1. Mose,9,1#1. DANN segnete Gott Noah und seine Söhne mit folgenden Worten: «Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde. 208#1. Mose,9,2#2. Die Furcht und der Schrecken vor euch soll auf allem Getier und der Erde liegen und auf allen Vögeln des Himmels! Alles, was sich auf dem Erdboden-1- regt, auch alle Fische des Meeres: - in eure Gewalt sind sie gegeben. -1) o: Lande. 209#1. Mose,9,3#3. Alles, was sich regt und was da lebt, soll euch zur Nahrung dienen: wie (einstmals) die grünenden Pflanzen, so weise ich euch (jetzt) alles zu. 210#1. Mose,9,4#4. Nur Fleisch, das noch seine Seele-1-, nämlich sein Blut, in sich hat, dürft ihr nicht essen. -1) o: Lebenskraft. 211#1. Mose,9,5#5. Jedoch euer eigenes Blut, um wessen Leben es sich auch bei euch handle-1-, will ich rächen-2-; an jedem Tiere will ich es rächen; und auch an jedem Menschen, an euch untereinander, will ich das Leben jedes Menschen rächen: -1) aÜs: euer eigenes Blut, das zu euren Seelen (o: zu eurem Leben) in Beziehung steht.   2) w: zurückfordern; von jedem Tier werde ich es zurückfordern. 212#1. Mose,9,6#6. Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll wieder durch Menschen vergossen werden; denn nach seinem Bilde hat Gott den Menschen geschaffen. 213#1. Mose,9,7#7. Ihr aber - seid fruchtbar und mehret euch, wimmelt-1- auf der Erde und werdet zahlreich auf ihr!» -1) o: seid regsam. 214#1. Mose,9,8#8. WEITER sagte Gott zu Noah und seinen Söhnen, die bei ihm waren, folgendes: 215#1. Mose,9,9#9. «Ich will (jetzt) einen Bund mit euch aufrichten-1- und mit eurer Nachkommenschaft, die nach euch sein wird, -1) o: schließen. 216#1. Mose,9,10#10. auch mit allen lebenden Wesen, die bei euch sind, mit den Vögeln, den zahmen und allen wilden Tieren, die bei euch sind, nämlich mit allen denen, die aus der Arche herausgegangen sind, mit allem Getier der Erde. 217#1. Mose,9,11#11. Ich schließe also meinen Bund mit euch dahin, daß hinfort niemals wieder alle lebenden Geschöpfe durch das Wasser einer Sintflut vertilgt werden sollen und daß niemals wieder eine Sintflut eintreten soll, um die Erde zu verheeren!» 218#1. Mose,9,12#12. Dann fuhr Gott fort: «Dies soll das Zeichen des Bundes sein, den ich zwischen mir und euch und allen lebenden Wesen, die bei euch sind, auf ewige Zeiten festsetze: 219#1. Mose,9,13#13. meinen Bogen stelle ich in die Wolken; der soll das Zeichen des Bundes zwischen mir und der Erde sein! 220#1. Mose,9,14#14. Wenn ich hinfort Gewölk über der Erde sammle und der Bogen in den Wolken sichtbar wird, 221#1. Mose,9,15#15. dann will ich meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch und allen lebenden Wesen jeglicher Fleischesart besteht; und das Wasser soll niemals wieder zu einer Sintflut werden, um alle lebenden Geschöpfe zu vertilgen. 222#1. Mose,9,16#16. Nein, wenn der Bogen in den Wolken steht, so will ich ihn anschauen, um des ewigen Bundes zwischen Gott und allen lebenden Wesen von jeglicher Fleischesart, die auf der Erde ist, zu gedenken.» 223#1. Mose,9,17#17. Und Gott schloß mit den Worten an Noah: «Dies ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen lebenden Wesen auf der Erde aufgerichtet-1- habe.» -1) o: geschlossen. 224#1. Mose,9,18#18. DIE Söhne Noahs, die aus der Arche gingen, waren Sem, Ham und Japheth; Ham aber ist der Vater Kanaans. 225#1. Mose,9,19#19. Diese drei waren die Söhne Noahs, und von diesen aus ist die ganze Erde bevölkert worden-1-. -1) = stammt die ganze Erdbevölkerung ab. 226#1. Mose,9,20#20. Noah aber wurde nun ein Landmann und legte auch einen Weinberg an. 227#1. Mose,9,21#21. Als er dann aber von dem Weine trank, wurde er trunken und lag entblößt in seinem Zelt. 228#1. Mose,9,22#22. Als nun Ham, der Vater Kanaans, seinen Vater entblößt hatte daliegen sehen, erzählte er es seinen beiden Brüdern draußen. 229#1. Mose,9,23#23. Da nahmen Sem und Japheth das Obergewand (ihres Vaters), legten es beide gemeinsam auf ihre Schultern, traten rückwärts hinzu und bedeckten ihren entblößten Vater damit; ihr Gesicht aber war dabei abgewandt, so daß sie die Blöße ihres Vaters nicht sahen. 230#1. Mose,9,24#24. Als nun Noah von seinem Rausch erwachte und erfuhr, wie sein jüngster Sohn sich gegen ihn benommen hatte, 231#1. Mose,9,25#25. rief er aus: «Verflucht sei Kanaan! der niedrigste Knecht soll er seinen Brüdern sein!» 232#1. Mose,9,26#26. Dann fuhr er fort: «Gepriesen sei der HErr, der Gott Sems! Kanaan aber soll sein Knecht sein! 233#1. Mose,9,27#27. Weiten Raum schaffe Gott dem Japheth, und er wohne in den Zelten Sems! Kanaan aber soll sein Knecht sein!» 234#1. Mose,9,28#28. Nach der Sintflut lebte Noah noch dreihundertfünfzig Jahre; 235#1. Mose,9,29#29. demnach betrug die ganze Lebenszeit Noahs neunhundertundfünfzig Jahre; dann starb er. 236#1. Mose,10,1#1. DIES ist der Stammbaum-1- der Noahsöhne, Sem, Ham und Japheth; Söhne wurden ihnen erst nach der Sintflut geboren. -1) w: Dies sind die Geschlechter (o: Nachkommen). 237#1. Mose,10,2#2. Die Söhne Japheths-1- waren: Gomer, Magog, Madai, Jawan, Thubal, Mesech und Thiras. -1) = die Japhethiten. 238#1. Mose,10,3#3. Die Söhne Gomers waren: Askenas, Riphath und Thogarma. 239#1. Mose,10,4#4. Und die Söhne Jawans: Elisa und Tharsis, die Kitthiter und die Dodaniter. 240#1. Mose,10,5#5. Von diesen aus haben sich die Bewohner der Meeresländer-1- der (heidnischen) Völker abgezweigt. Dies sind die Söhne-2- Japheths nach ihren Ländern, jeder nach seiner Sprache, nach ihren Geschlechtern-3-, nach ihren Völkerschaften. -1) d.h. der Inseln und Küstenländer.   2) = Nachkommen.   3) o: Stämmen. 241#1. Mose,10,6#6. Die Söhne Hams-1- waren: Kusch, Mizraim, Put und Kanaan. -1) = die Hamiten. 242#1. Mose,10,7#7. Und die Söhne Kuschs: Seba, Hawila, Sabtha, Ragma und Sabthecha; und die Söhne Ragma's: Seban und Dedan. - 243#1. Mose,10,8#8. Kusch war der Vater Nimrods; dieser wurde der erste Gewalthaber auf der Erde. 244#1. Mose,10,9#9. Er war ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn; darum pflegt man zu sagen: «Ein gewaltiger Jäger vor dem HErrn wie Nimrod.» 245#1. Mose,10,10#10. Den Anfang seines Königtums-1- bildeten Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear-2-. -1) o: Reiches.   2) d.h. Babylonien. 246#1. Mose,10,11#11. Von diesem Lande zog er nach Assur-1- und erbaute Ninive, Rehoboth-Ir und Kalah, -1) = Assyrien. 247#1. Mose,10,12#12. dazu Resen zwischen Ninive und Kalah, das ist die große Stadt. - 248#1. Mose,10,13#13. Von Mizraim sodann stammen die Luditer, Anamiter, Lehabiter, Naphthuchiter, 249#1. Mose,10,14#14. Pathrusiter, Kasluchiter und Kaphthoriter, von denen die Philister ausgegangen sind. - 250#1. Mose,10,15#15. Kanaan aber hatte zu Söhnen Sidon, seinen Erstgeborenen, und Heth, 251#1. Mose,10,16#16. ferner die Jebusiter, Amoriter, Girgasiter, 252#1. Mose,10,17#17. Hewiter, Arkiter, Siniter, 253#1. Mose,10,18#18. Arwaditer, Zemariter und Hamathiter. Später haben sich dann die Geschlechter-1- der Kanaaniter zerstreut, -1) o: Stämme. 254#1. Mose,10,19#19. so daß das Gebiet der Kanaaniter von Sidon in der Richtung auf Gerar bis Gaza, dann in der Richtung auf Sodom und Gomorrha, Adma und Zeboim bis Lesa reichte. 255#1. Mose,10,20#20. Dies sind die Söhne-1- Hams nach ihren Stämmen, ihren Sprachen, ihren Ländern, ihren Völkerschaften. -1) = Nachkommen. 256#1. Mose,10,21#21. Aber auch dem Sem, dem Stammvater aller Söhne Ebers, dem älteren Bruder Japheths, wurden Söhne geboren. 257#1. Mose,10,22#22. Die Söhne Sems-1- waren: Elam, Assur, Arpachsad, Lud und Aram. -1) = die Semiten. 258#1. Mose,10,23#23. Und die Söhne Arams waren: Uz, Hul, Gether und Mas. 259#1. Mose,10,24#24. Arpachsad aber war der Vater Selahs und Selah der Vater Ebers. 260#1. Mose,10,25#25. Dem Eber aber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg-1-, weil sich die Erde-2- zu seiner Zeit teilte; und sein Bruder hieß Joktan. -1) d.h. Teilung.   2) o: Erdbevölkerung. 261#1. Mose,10,26#26. Joktan hatte zu Söhnen Almodad, Seleph, Hazarmaweth, Jerah, 262#1. Mose,10,27#27. Hadoram, Usal, Dikla, 263#1. Mose,10,28#28. Obal, Abimael, Seba, 264#1. Mose,10,29#29. Ophir, Hawila und Jobab; diese alle waren Söhne Joktans, 265#1. Mose,10,30#30. und ihre Wohnsitze erstreckten sich von Mesa in der Richtung auf Sephar bis zum Ostgebirge. 266#1. Mose,10,31#31. Dies sind die Söhne-1- Sems nach ihren Geschlechtern-2-, nach ihren Sprachen, ihren Ländern, ihren Völkerschaften. -1) = Nachkommen.   2) o: Stämmen. 267#1. Mose,10,32#32. Dies sind die Geschlechter-1- der Söhne-2- Noahs nach ihrer Abstammung, nach ihren Völkerschaften; und von ihnen aus haben sich die Völker auf der Erde nach der Sintflut abgezweigt. -1) o: Stämme.   2) = Nachkommen. 268#1. Mose,11,1#1. ES hatte aber die ganze Erdbevölkerung eine einzige Sprache und einerlei Worte. 269#1. Mose,11,2#2. Als sie nun nach Osten hin zogen, fanden sie eine Tiefebene im Lande Sinear-1- und blieben dort wohnen. -1) = Babylonien. 270#1. Mose,11,3#3. Da sagten sie zueinander: «Auf! wir wollen Ziegel-1- streichen und sie im Feuer hart brennen!» So dienten ihnen denn die Ziegel als Bausteine, und das Erdharz-2- diente ihnen als Mörtel. -1) o: Backsteine.   2) o: der Asphalt. 271#1. Mose,11,4#4. Dann sagten sie: «Auf! wir wollen uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis in den Himmel reichen soll, und wollen uns einen Namen-1- schaffen, damit wir uns nicht über die ganze Erde hin zerstreuen!» -1) o: ein Denkmal. 272#1. Mose,11,5#5. Da fuhr der HErr herab, um sich die Stadt und den Turm anzusehen, welche die Menschen erbauten-1-. -1) o: erbaut hatten. 273#1. Mose,11,6#6. Da sagte der HErr: «Fürwahr, sie sind ein einziges Volk und haben alle dieselbe Sprache, und dies ist erst der Anfang ihres Unternehmens: hinfort wird ihnen nichts mehr unausführbar sein, was sie sich vornehmen. 274#1. Mose,11,7#7. Auf! wir wollen hinabfahren und ihre Sprache dort verwirren, so daß keiner mehr die Sprache des andern versteht!» 275#1. Mose,11,8#8. So zerstreute sie denn der HErr von dort über die ganze Erde, so daß sie den Bau der Stadt aufgeben mußten. 276#1. Mose,11,9#9. Daher gab man der Stadt den Namen Babel-1-; denn dort hat der HErr die Sprache der ganzen Erdbevölkerung verwirrt und sie von dort über die ganze Erde zerstreut. -1) d.h. Verwirrung. 277#1. Mose,11,10#10. DIES ist der Stammbaum-1- Sems: Als Sem 100 Jahre alt war, wurde ihm Arpachsad geboren, zwei Jahre nach der Sintflut. -1) = die Nachkommenschaft o: Familiengeschichte. 278#1. Mose,11,11#11. Nach der Geburt Arpachsads aber lebte Sem noch 500 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 279#1. Mose,11,12#12. Als Arpachsad 35 Jahre alt war, wurde er der Vater Selahs. 280#1. Mose,11,13#13. Nach der Geburt Selahs lebte Arpachsad noch 403 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 281#1. Mose,11,14#14. Als Selah 30 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Eber geboren. 282#1. Mose,11,15#15. Nach der Geburt Ebers lebte Selah noch 403 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 283#1. Mose,11,16#16. Als Eber 34 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Peleg geboren. 284#1. Mose,11,17#17. Nach der Geburt Pelegs lebte Eber noch 430 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 285#1. Mose,11,18#18. Als Peleg 30 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Rehu geboren. 286#1. Mose,11,19#19. Nach der Geburt Rehus lebte Peleg noch 209 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 287#1. Mose,11,20#20. Als Rehu 32 Jahre alt war, wurde ihm sein Sohn Serug geboren. 288#1. Mose,11,21#21. Nach der Geburt Serugs lebte Rehu noch 207 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 289#1. Mose,11,22#22. Als Serug 30 Jahre alt war, wurde er der Vater Nahors. 290#1. Mose,11,23#23. Nach der Geburt Nahors lebte Serug noch 200 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 291#1. Mose,11,24#24. Als Nahor 29 Jahre alt war, wurde er der Vater Tharahs. 292#1. Mose,11,25#25. Nach der Geburt Tharahs lebte Nahor noch 119 Jahre und hatte Söhne und Töchter. - 293#1. Mose,11,26#26. Als Tharah 70 Jahre alt war, wurden ihm seine Söhne Abram, Nahor und Haran geboren. 294#1. Mose,11,27#27. UND dies ist der Stammbaum-1- Tharahs: Tharah hatte drei Söhne: Abram, Nahor und Haran; Haran aber war der Vater Lots. -1) = die Nachkommenschaft o: Familiengeschichte. 295#1. Mose,11,28#28. Haran starb dann noch bei Lebzeiten seines Vaters Tharah in seinem Geburtslande, zu Ur in Chaldäa. 296#1. Mose,11,29#29. Abram und Nahor aber nahmen sich ebenfalls Frauen: Abrams Frau hieß Sarai, und Nahors Frau hieß Milka; diese war eine Tochter Harans, des Vaters der Milka und der Jiska. 297#1. Mose,11,30#30. Sarai aber war unfruchtbar: sie hatte keine Kinder. 298#1. Mose,11,31#31. Da nahm Tharah seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, die Frau seines Sohnes Abram, und zog mit ihnen aus Ur in Chaldäa weg, um sich ins Land Kanaan zu begeben; als sie aber bis Haran gekommen waren, blieben sie daselbst wohnen. 299#1. Mose,11,32#32. Tharah brachte hierauf sein Leben auf zweihundertfünf Jahre; dann starb er in Haran. 300#1. Mose,12,1#1. DER HErr sprach zu Abram: «Verlaß dein Land und deine Verwandtschaft und deines Vaters Haus (und ziehe) in das Land, das ich dir zeigen werde; 301#1. Mose,12,2#2. denn ich will dich zu einem großen Volke machen und will dich segnen und deinen Namen groß-1- machen, und du sollst ein Segen werden-2-. -1) = berühmt.   2) aÜs: so daß dein Name zu einem Segenswort wird. 302#1. Mose,12,3#3. Ich will die segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will ich verfluchen; und in dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden-1-.» -1) aÜs: mit dir (o: mit deinem Namen) sollen alle Geschlechter der Erde sich Segen wünschen; vgl. 1.Mo. 26,4; 48,20. 303#1. Mose,12,4#4. DA machte sich Abram auf den Weg, wie der HErr ihm geboten hatte, auch Lot zog mit ihm; Abram aber war fünfundsiebzig Jahre alt, als er aus Haran aufbrach. 304#1. Mose,12,5#5. Abram nahm also seine Frau Sarai und Lot, den Sohn seines Bruders (Haran), und alle Habe, die sie besaßen, und alles Gesinde, das sie in Haran erworben hatten, und so zogen sie aus, um nach dem Lande Kanaan zu wandern. Als sie nun in diesem Lande angekommen waren, 305#1. Mose,12,6#6. zog Abram im Lande umher bis zu der heiligen Stätte von Sichem, bis zur Orakel-Terebinthe-1-; die Kanaanäer wohnten damals im Lande. -1) w: «Terebinthe (o: Eiche) des Zeigers (o: des Deuters).» Gemeint ist ein hoher Baum, unter welchem Orakel (d.h. Wahrsagungen) erteilt wurden. 306#1. Mose,12,7#7. Da erschien der HErr dem Abram und sagte zu ihm: «Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben!» Da baute er dort dem HErrn, der ihm erschienen war, einen Altar. 307#1. Mose,12,8#8. Hierauf zog er von dort weiter nach dem Berglande östlich von Bethel und schlug sein Zelt zwischen Bethel im Westen und Ai im Osten auf; dort baute er dem HErrn einen Altar und rief den Namen des HErrn an. 308#1. Mose,12,9#9. Dann brach er wieder auf und zog immer weiter nach dem Südgau zu. 309#1. Mose,12,10#10. ALS dann eine Hungersnot im Lande ausbrach, zog Abram nach Ägypten hinab, um dort als Fremdling eine Zeitlang zu verbleiben; denn die Hungersnot lag schwer auf dem Lande. 310#1. Mose,12,11#11. Als er nun auf seinem Zuge von Ägypten nicht mehr weit entfernt war, sagte er zu seiner Frau Sarai: «Ich weiß sehr wohl, daß du eine Frau von großer Schönheit bist. 311#1. Mose,12,12#12. Wenn dich nun die Ägypter sehen und denken: ,Das ist seine Frau', dann werden sie mich erschlagen, während sie dich am Leben lassen. 312#1. Mose,12,13#13. Sage doch, du seiest meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut ergehe und ich, soweit es sich um dich handelt, am Leben bleibe.» 313#1. Mose,12,14#14. Als nun Abram in Ägypten ankam, sahen die Ägypter, daß die Frau überaus schön war; 314#1. Mose,12,15#15. und als die Hofleute des Pharaos sie zu Gesicht bekommen hatten, rühmten sie die Frau dem Pharao gegenüber; da wurde sie in dessen Palast geholt. 315#1. Mose,12,16#16. Dem Abram aber bewies sich der Pharao um ihretwillen wohlwollend, so daß er Kleinvieh und Rinder, Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele geschenkt erhielt. 316#1. Mose,12,17#17. Aber der HErr suchte den Pharao und sein Haus mit schweren Plagen-1- heim wegen Sarais, der Frau Abrams. -1) o: Krankheiten. 317#1. Mose,12,18#18. Da ließ der Pharao Abram rufen und sagte zu ihm: «Was hast du mir da angetan! Warum hast du mir nicht mitgeteilt, daß sie deine Frau ist? 318#1. Mose,12,19#19. Warum hast du sie für deine Schwester ausgegeben, so daß ich sie mir zur Frau genommen habe? Doch nun - hier hast du deine Frau: nimm sie und gehe!» 319#1. Mose,12,20#20. Hierauf entbot der Pharao seinethalben Leute, die ihn samt seiner Frau und seiner ganzen Habe (aus dem Lande) geleiten mußten. 320#1. Mose,13,1#1. SO zog denn Abram mit seiner Frau und mit all seinem Hab und Gut aus Ägypten wieder hinauf nach dem Südgau; auch Lot war bei ihm. 321#1. Mose,13,2#2. Abram war aber sehr reich an Herden, an Silber und Gold; 322#1. Mose,13,3#3. und er zog weiter von einem Lagerplatz zum andern aus dem Südgau bis nach Bethel, bis an die Stätte, wo sein Zelt anfangs gestanden hatte-a-, zwischen Bethel und Ai, 323#1. Mose,13,4#4. zu der Stätte, wo der Altar stand, den er dort zuvor gebaut hatte; und Abram rief dort den Namen des HErrn an. 324#1. Mose,13,5#5. ABER auch Lot, der mit Abram zog, besaß Kleinvieh, Rinder und Zelte. 325#1. Mose,13,6#6. So reichte denn das Land nicht aus, daß beide hätten beisammen bleiben können; denn ihr Hab und Gut war groß geworden; daher konnten sie nicht beieinander bleiben. 326#1. Mose,13,7#7. So entstand denn Streit zwischen den Hirten von Abrams Herden und den Hirten von Lots Vieh; es waren nämlich die Kanaanäer und Pherissiter damals im Lande ansässig. 327#1. Mose,13,8#8. Da sagte Abram zu Lot: «Laß doch keine Streitigkeiten zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten herrschen: wir sind ja Brüder-1-. -1) = nahe Verwandte. 328#1. Mose,13,9#9. Steht dir nicht das ganze Land zur freien Verfügung? Trenne dich lieber von mir! Willst du nach der linken Seite, so gehe ich nach rechts, und willst du nach der rechten Seite, so gehe ich nach links.» 329#1. Mose,13,10#10. DA hob Lot seine Augen auf und sah, daß die ganze Gegend-1- am Jordan überall wohlbewässertes Land war - bevor nämlich der HErr Sodom und Gomorrha zerstört hatte -, wie der Garten Gottes, wie das Land Ägypten, bis nach Zoar hin. -1) o: Aue. 330#1. Mose,13,11#11. Da wählte Lot für sich die ganze Gegend am Jordan-1- und zog ostwärts. So trennten sich beide voneinander: -1) = die Jordanaue. 331#1. Mose,13,12#12. Abram blieb im Lande Kanaan wohnen, während Lot sich in den Ortschaften der Jordanaue niederließ und mit seinen Zelten bis nach Sodom zog. 332#1. Mose,13,13#13. Die Einwohner von Sodom aber waren böse Leute und arge Sünder vor dem HErrn. 333#1. Mose,13,14#14. DER HErr aber sagte zu Abram, nachdem Lot sich von ihm getrennt hatte: «Hebe deine Augen auf und schaue von der Stelle, auf der du stehst, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen: 334#1. Mose,13,15#15. denn das ganze Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen auf ewige Zeiten geben 335#1. Mose,13,16#16. und will deine Nachkommenschaft so zahlreich werden lassen wie den Staub der Erde, so daß, wenn jemand den Staub der Erde zu zählen vermöchte, auch deine Nachkommenschaft zählbar sein sollte. 336#1. Mose,13,17#17. Wohlan, durchziehe das Land nach seiner Länge und Breite, denn dir will ich es geben!» 337#1. Mose,13,18#18. Da zog Abram mit seinen Zelten weiter und nahm (endlich) seinen Wohnsitz unter-1- den Terebinthen Mamre's-a-, die bei Hebron stehen; dort baute er dem HErrn einen Altar. -1) o: bei.   a) vgl. 1.Mo. 14,13. 338#1. Mose,14,1#1. ES begab sich dann zur Zeit Amraphels, des Königs von Sinear, Ariochs, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Thideals, des Königs von Gojim-1-: -1) d.h. des Königs der Völker o: der Heiden(?). 339#1. Mose,14,2#2. die fingen Krieg an mit Bera, dem König von Sodom, und mit Birsa, dem König von Gomorrha, mit Sineab, dem König von Adma, mit Semheber, dem König von Zebojim, und mit dem König von Bela, das ist Zoar. 340#1. Mose,14,3#3. Alle diese kamen als Verbündete im Tale von Siddim zusammen, wo jetzt das Salzmeer liegt. 341#1. Mose,14,4#4. Zwölf Jahre lang waren sie dem Kedorlaomer untertan-1- gewesen, aber im dreizehnten Jahre waren sie von ihm abgefallen. -1) = tributpflichtig. 342#1. Mose,14,5#5. Im vierzehnten Jahre kamen dann Kedorlaomer und die mit ihm verbündeten Könige und schlugen die Rephaiter bei Astheroth-Karnajim und die Susiter bei Ham und die Emiter in der Eben von Kirjathajim 343#1. Mose,14,6#6. und die Horiter auf ihrem Gebirge Seir bis nach El-Paran, das am Rand der Wüste-1- liegt. -1) o: Steppe. 344#1. Mose,14,7#7. Darauf kehrten sie um und kamen nach En-Mispat-1-, das ist Kades, und verwüsteten das ganze Gefilde der Amalekiter, sowie auch das Gebiet der Amoriter, die in Hazazon-Thamar wohnten. -1) d.h. Gerichtsquelle. 345#1. Mose,14,8#8. Da zogen der König von Sodom und die Könige von Gomorrha, von Adma, von Zebojim und von Bela - das ist Zoar - aus und stellten sich gegen sie zur Schlacht auf im Siddimtal, 346#1. Mose,14,9#9. nämlich gegen Kedorlaomer, den König von Elam, und Thideal, den König von Gojim, und Amraphel, den König von Sinear, und Arioch, den König von Ellasar: vier Könige gegen die fünf. 347#1. Mose,14,10#10. Das Siddimtal war aber voll von Gruben mit Erdharz-1-. Als nun der König von Sodom und der von Gomorrha in die Flucht geschlagen waren, gerieten sie da hinein, die Überlebenden-2- aber flohen ins Gebirge (Juda). -1) = Asphalt.   2) o: die Übriggebliebenen. 348#1. Mose,14,11#11. Da plünderten jene Sodom und Gomorrha ganz aus, raubten alle ihre Lebensmittel und zogen damit ab; 349#1. Mose,14,12#12. sie nahmen auch Lot, Abrams Brudersohn, der damals in Sodom wohnte, samt seinem Hab und Gut mit sich und zogen ab. 350#1. Mose,14,13#13. DA kam ein Flüchtling und meldete es Abram, dem Hebräer-1-; dieser wohnte damals unter-2- den Terebinthen des Amoriters Mamre, der ein Bruder Eskols und Aners, der Bundesgenossen Abrams, war. -1) d.h. dem von jenseit des Euphrat Stammenden.   2) o: bei. 351#1. Mose,14,14#14. Als nun Abram die Kunde erhielt, daß sein Brudersohn (Lot) gefangen weggeführt worden war, da bot er seine waffengeübten Leute, dreihundert und achtzehn Mann, die in seinem Hause geboren waren, zum Kampfe auf und eilte jenen nach bis Dan. 352#1. Mose,14,15#15. Hier teilte er seine Leute in mehrere Haufen, überfiel die Feinde zur Nachtzeit mit seinen Knechten, schlug sie und verfolgte sie bis Hoba, das nördlich von Damaskus liegt. 353#1. Mose,14,16#16. So brachte er die gesamte Habe zurück; auch seinen Brudersohn Lot und dessen Hab und Gut brachte er zurück, ebenso die Frauen und das Volk-1-. -1) d.h. sämtliche gefangene Leute. 354#1. Mose,14,17#17. ALS Abram nun von seinem Siege über Kedorlaomer und die mit ihm verbündeten Könige zurückkehrte, ging ihm der König von Sodom entgegen in das Tal Sawe, das ist das Königstal. 355#1. Mose,14,18#18. Melchisedek-1- aber, der König von Salem-2-, brachte Brot und Wein aus der Stadt heraus; er war aber ein Priester des höchsten Gottes. -1) d.h. König der Gerechtigkeit.   2) d.h. Friede (hier wohl = Jerusalem). 356#1. Mose,14,19#19. Er segnete ihn dann mit den Worten: «Gesegnet seist du, Abram, vom höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, 357#1. Mose,14,20#20. und gepriesen sei der höchste Gott, der dir deine Feinde in die Hand geliefert hat!» Ihm gab (Abram) alsdann den Zehnten von allem-a-. -a) Hebr. 7,2. 358#1. Mose,14,21#21. DA sagte der König von Sodom zu Abram: «Gib mir die (gefangenen) Leute und behalte die Habe für dich!» 359#1. Mose,14,22#22. Aber Abram antwortete dem König von Sodom: «Ich hebe meine Hand zum HErrn auf, zum höchsten Gott, dem Schöpfer des Himmels und der Erde, (und schwöre): 360#1. Mose,14,23#23. Keinen Faden und keinen Schuhriemen, überhaupt nichts von deinem ganzen Eigentum will ich behalten! Du sollst nicht sagen können, du habest Abram reich gemacht. 361#1. Mose,14,24#24. Ich will nichts davon! Nur was die Knechte-1- verzehrt haben und den Beuteanteil, der den mit mir verbündeten Männern Aner, Eskol und Mamre zukommt: - die sollen ihren Anteil nehmen!» -1) = Knappen. 362#1. Mose,15,1#1. NACH diesen Begebenheiten erging das Wort des HErrn an Abram in einem Gesicht also: «Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin ja dein Schild; dein Lohn soll sehr groß sein.» 363#1. Mose,15,2#2. Abram aber antwortete: «Ach HErr, mein Gott, was könntest du mir geben? Ich gehe ja als kinderloser Mann dahin-1-, und der Besitzer meines Vermögens wird (mein hausgeborener Knecht) Elieser von Damaskus sein.» -1) = von hinnen. 364#1. Mose,15,3#3. Dann fuhr Abram fort: «Ach, du hast mir ja keine Kinder gegeben; [darum wird einer von den Knechten meines Hauses mein Erbe sein!]» 365#1. Mose,15,4#4. Aber da erging das Wort des HErrn an ihn also: «Nicht dieser soll dein Erbe sein; sondern ein leiblicher Sproß-1- soll es sein, der dich beerbt.» -1) = Sohn. 366#1. Mose,15,5#5. Darauf ließ er ihn ins Freie hinaustreten und sagte: «Blicke zum Himmel empor und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst!» Dann fuhr er fort: «So (unzählbar) soll deine Nachkommenschaft sein!» 367#1. Mose,15,6#6. Da glaubte Abram dem HErrn, und das rechnete dieser ihm als Gerechtigkeit an-a-. -a) Röm. 4,3. 368#1. Mose,15,7#7. DANN sagte Gott zu ihm: «Ich bin der HErr, der dich aus Ur in Chaldäa hat auswandern lassen, um dir dieses Land zum Besitz zu geben.» 369#1. Mose,15,8#8. Abram erwiderte: «HErr, mein Gott! woran soll ich erkennen, daß ich es besitzen werde?» 370#1. Mose,15,9#9. Da antwortete er ihm: «Hole mir eine dreijährige Kuh, eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder, dazu eine Turteltaube und eine junge Taube!» 371#1. Mose,15,10#10. Da holte er ihm alle diese Tiere, schnitt sie in der Mitte durch und legte die Hälften eines jeden Tieres einander gegenüber; die Vögel aber schnitt er nicht entzwei. 372#1. Mose,15,11#11. Da stießen die Raubvögel auf die Fleischstücke herab, aber Abram verscheuchte sie. 373#1. Mose,15,12#12. Als nun die Sonne sich zum Untergang neigte, fiel ein tiefer Schlaf auf Abram, und zugleich stellte sich eine Beängstigung, tiefe Finsternis, bei ihm ein. 374#1. Mose,15,13#13. Da sprach er-1- zu Abram: «Sicher wissen sollst du, daß deine Nachkommen als Fremdlinge in einem Lande weilen werden, das ihnen nicht gehört; dort werden sie als Knechte-2- dienen müssen, und man wird sie bedrücken vierhundert Jahre lang. -1) d.h. Gott.   2) = Sklaven. 375#1. Mose,15,14#14. Aber auch das Volk, dem sie dienen müssen, will ich zur Rechenschaft ziehen; und darnach werden sie mit reicher Habe ausziehen. 376#1. Mose,15,15#15. Du aber sollst in Frieden zu deinen Vätern eingehen und in gutem-1- Alter begraben werden. -1) = hohem. 377#1. Mose,15,16#16. Aber erst das vierte Geschlecht von ihnen wird hierher zurückkehren; denn das Maß der Sündenschuld der Amoriter ist bis jetzt noch nicht voll.» 378#1. Mose,15,17#17. Als dann die Sonne untergegangen und tiefe Dunkelheit eingetreten war, da war es wie ein rauchender Backofen und eine Feuerfackel, was zwischen jenen Fleischstücken hindurchfuhr-1-. -1) o: hindurchschritt. 379#1. Mose,15,18#18. An jenem Tage schloß der HErr einen Bund mit Abram und erklärte: «Deiner Nachkommenschaft will ich dieses Land geben vom Bach Ägyptens bis an den großen Strom, den Euphratstrom: 380#1. Mose,15,19#19. die Keniter, Kenissiter, Kadmoniter, 381#1. Mose,15,20#20. Hethiter, Pherissiter, Rephaiter, 382#1. Mose,15,21#21. Amoriter, Kanaaniter, Girgasiter und Jebusiter.» 383#1. Mose,16,1#1. SARAI, Abrams Frau, hatte ihm keine Kinder geboren; sie hatte aber eine ägyptische Leibmagd, namens Hagar. 384#1. Mose,16,2#2. Da sagte Sarai zu Abram: «Du siehst, daß der HErr mir Kindersegen versagt hat. So gehe doch ein zu meiner Leibmagd: vielleicht komme ich durch sie zu Kindern.» Als Abram auf diesen Vorschlag seiner Frau einging, 385#1. Mose,16,3#3. nahm Sarai, Abrams Frau, ihre ägyptische Leibmagd Hagar und gab sie ihrem Manne Abram zum Weibe-1-. - Abram hatte damals aber zehn Jahre lang im Lande Kanaan gewohnt. - -1) = zur Nebenfrau. 386#1. Mose,16,4#4. Abram ging dann zu Hagar ein, und sie wurde guter Hoffnung; als sie aber merkte, daß sie Mutter werden würde, sah sie ihre Herrin geringschätzig an. 387#1. Mose,16,5#5. Da sagte Sarai zu Abram: «Die Kränkung, die mir zugefügt wird, ist deine Schuld! Ich selbst habe dir meine Leibmagd in die Arme gegeben; jetzt aber, da sie fühlt, daß sie Mutter werden wird, sieht sie mich geringschätzig an: der HErr sei Richter zwischen mir und dir!» 388#1. Mose,16,6#6. Da sagte Abram zu Sarai: «Deine Leibmagd steht ja doch unter deiner Gewalt: verfahre mit ihr, wie es dich gut dünkt!» Als nun Sarai sie hart behandelte, entfloh sie ihr. 389#1. Mose,16,7#7. DA fand der Engel des HErrn sie an einer Wasserquelle in der Wüste, an der Quelle auf dem Wege nach Sur, 390#1. Mose,16,8#8. und fragte sie: «Hagar, Leibmagd der Sarai, woher kommst du, und wohin willst du?» Sie antwortete: «Ich bin auf der Flucht vor meiner Herrin Sarai.» 391#1. Mose,16,9#9. Da sagte der Engel des HErrn zu ihr: «Kehre zu deiner Herrin zurück und unterwirf dich ihrer Gewalt.» 392#1. Mose,16,10#10. Dann fuhr der Engel des HErrn fort: «Ich will deine Nachkommenschaft überaus zahlreich werden lassen, so daß man sie vor Menge nicht soll zählen können.» 393#1. Mose,16,11#11. Weiter sagte der Engel des HErrn zu ihr: «Du bist jetzt guter Hoffnung und wirst Mutter eines Sohnes werden, den du Ismael-1- nennen sollst; denn der HErr hat auf deinen Notschrei gehört. -1) d.h. Gott hört. 394#1. Mose,16,12#12. Der wird ein Mensch wie ein Wildesel sein: seine Hand gegen alle und die Hand aller gegen ihn, und allen seinen Brüdern wird er trotzig gegenüberstehen-1-.» -1) w: er wird allen seinen Brüdern im Gesicht (o: auf der Nase) sitzen. - aÜs: er wird ostwärts von allen seinen Brüdern wohnen. 395#1. Mose,16,13#13. Da nannte sie den Namen des HErrn, der zu ihr geredet hatte: «Du bist der Gott des Schauens; denn», sagte sie, «ich habe wirklich hier den geschaut, der nach mir geschaut hat.» 396#1. Mose,16,14#14. Darum hat man den Brunnen «Brunnen des Lebendigen, der nach mir schaut» genannt; er liegt bekanntlich zwischen Kades und Bered. 397#1. Mose,16,15#15. Hagar gebar dann dem Abram einen Sohn, und Abram gab seinem Sohne, den Hagar ihm geboren hatte, den Namen Ismael-1-. -1) d.h. Gott hört. 398#1. Mose,16,16#16. Abram war aber sechsundachtzig Jahre alt, als Hagar ihm den Ismael gebar. 399#1. Mose,17,1#1. ALS nun Abram neunundneunzig Jahre alt war, erschien ihm der HErr und sagte zu ihm: «Ich bin der allmächtige Gott: wandle vor mir und sei fromm-1-! -1) o: unsträflich (eig: vollkommen, ganz); vgl. 1.Mo. 6,9. 400#1. Mose,17,2#2. Ich will einen Bund zwischen mir und dir stiften und dich überaus zahlreich werden lassen.» 401#1. Mose,17,3#3. Da warf sich Abram auf sein Angesicht nieder; Gott aber redete weiter mit ihm so: 402#1. Mose,17,4#4. «Wisse wohl: mein Bund mit dir geht dahin, daß du der Stammvater einer Menge von Völkern werden sollst. 403#1. Mose,17,5#5. Darum sollst du hinfort nicht mehr Abram-1- heißen, sondern dein Name soll jetzt Abraham-2- lauten; denn zum Stammvater einer Menge von Völkern habe ich dich bestimmt. -1) d.h. erhabener Vater.   2) d.h. Vater einer Menge. 404#1. Mose,17,6#6. Ich will dich also überaus zahlreich werden lassen und dich zu (ganzen) Völkern machen; auch Könige sollen von dir abstammen. 405#1. Mose,17,7#7. Und ich will meinen Bund errichten-1- zwischen mir und dir und deinen Nachkommen nach dir, Geschlecht für Geschlecht, als einen ewigen Bund, um dein Gott zu sein und (der Gott) deiner Nachkommen nach dir. -1) o: aufrecht erhalten. 406#1. Mose,17,8#8. Und ich will dir und deinen Nachkommen nach dir das Land, in dem du (jetzt) als Fremdling weilst, nämlich das ganze Land Kanaan, zum ewigen Besitz geben und will ihr Gott sein.» 407#1. Mose,17,9#9. WEITER sagte Gott zu Abraham: «Was dich aber betrifft, so sollst du den Bund mit mir halten, du samt deinen Nachkommen nach dir, Geschlecht für Geschlecht! 408#1. Mose,17,10#10. Dies aber ist mein Bund, den ihr halten sollt und der zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir besteht: Alles Männliche soll bei euch beschnitten werden! 409#1. Mose,17,11#11. Und zwar sollt ihr am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden: das soll das Zeichen des Bundes zwischen mir und euch sein! 410#1. Mose,17,12#12. Jedes Knäblein soll im Alter von acht Tagen bei euch die Beschneidung empfangen, Geschlecht für Geschlecht, auch der im Hause geborene, sowie der für Geld von irgend einem Fremden gekaufte Knecht, mag er auch nicht zu deiner Nachkommenschaft gehören. 411#1. Mose,17,13#13. Ja, beschnitten soll werden sowohl der in deinem Hause geborene als auch der für Geld von dir gekaufte Knecht: darin soll mein Bundeszeichen an eurem Leibe bestehen als ein ewiges Bundeszeichen! 412#1. Mose,17,14#14. Ein unbeschnittener Männlicher aber, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten worden ist, - ein solcher Mensch soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden: meinen Bund hat er gebrochen!» 413#1. Mose,17,15#15. WEITER sprach Gott zu Abraham: «Deine Frau Sarai sollst du nicht mehr Sarai nennen, sondern Sara-1- soll ihr Name sein-2-. -1) d.h. Fürstin.   2) die Formen Sarai (o: Saraj) und Sara sind nur äußerlich verschieden, ihr Sinn ist der gleiche. 414#1. Mose,17,16#16. Denn ich will sie segnen und dir auch von ihr einen Sohn geben; ja ich will sie segnen, daß sie zu (ganzen) Völkern werden soll; sogar Könige von Völkerschaften sollen von ihr abstammen.» 415#1. Mose,17,17#17. Da warf sich Abraham auf sein Angesicht nieder und lachte; denn er dachte bei sich: «Einem Hundertjährigen soll noch (ein Sohn) geboren werden? und die neunzigjährige Sara soll noch Mutter werden?» 416#1. Mose,17,18#18. So sagte denn Abraham zu Gott: «Ach möchte nur Ismael vor dir am Leben bleiben-1-!» -1) aÜs: Möchte doch Ismael auf dein Geheiß (o: nach deinem Wohlgefallen) leben! 417#1. Mose,17,19#19. Doch Gott antwortete: «Ganz gewiß wird deine Frau Sara dir einen Sohn gebären, den du Isaak-1- nennen sollst; und ich will meinen Bund mit ihm aufrichten-2- als einen ewigen Bund für seine Nachkommen nach ihm. -1) d.h. Lacher.   2) o: aufrecht erhalten. 418#1. Mose,17,20#20. Aber auch in betreff Ismaels habe ich dich erhört; wisse wohl: ich will ihn segnen und fruchtbar werden lassen und ihm eine überaus zahlreiche Nachkommenschaft verleihen: zwölf Fürsten soll er zu Nachkommen haben, und zu einem großen Volke will ich ihn machen. 419#1. Mose,17,21#21. Jedoch meinen Bund will ich mit Isaak aufrichten-1-, der dir von Sara übers Jahr um diese Zeit geboren werden soll.» -1) o: aufrecht erhalten. 420#1. Mose,17,22#22. Als Gott nun seine Unterredung mit Abraham beendet hatte, fuhr er (zum Himmel) empor von Abraham weg. 421#1. Mose,17,23#23. DARAUF nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle in seinem Hause geborenen Knechte, sowie alle für Geld von ihm gekauften Knechte, alle männlichen Personen unter den Leuten in seinem Hause, und vollzog die Beschneidung an ihnen noch an eben diesem Tage, wie Gott es ihm geboten hatte. 422#1. Mose,17,24#24. Abraham war aber neunundneunzig Jahre alt, als er vorschriftsgemäß beschnitten wurde, 423#1. Mose,17,25#25. und sein Sohn Ismael war dreizehn Jahre alt, als man ihn vorschriftsgemäß beschnitt. 424#1. Mose,17,26#26. An einem und demselben Tage wurden Abraham und sein Sohn Ismael beschnitten; 425#1. Mose,17,27#27. und mit ihm wurden alle männlichen Personen in seinem Hause beschnitten, sowohl die im Hause geborenen als auch die für Geld von Fremden gekauften Knechte. 426#1. Mose,18,1#1. DANN erschien ihm der HErr bei den Terebinthen Mamre's, während er gerade um die Zeit der Mittagshitze am-1- Eingang seines Zeltes saß. -1) o: im. 427#1. Mose,18,2#2. Als er nämlich aufblickte und hinsah, standen plötzlich drei Männer vor ihm. Kaum hatte er sie erblickt, da eilte er ihnen vom Eingang seines Zeltes aus entgegen, verneigte sich vor ihnen bis auf den Boden 428#1. Mose,18,3#3. und sagte: «O Herr, wenn ich irgend Gnade in deinen Augen gefunden habe, so gehe doch nicht an deinem Knechte vorüber! 429#1. Mose,18,4#4. Man soll euch etwas Wasser bringen, damit ihr euch die Füße waschen könnt; dann ruht euch unter dem Baume aus, 430#1. Mose,18,5#5. und ich will euch etwas zu essen holen, damit ihr euch erquickt: danach mögt ihr weiter ziehen; ihr seid doch nun einmal bei eurem Knecht vorübergekommen.» Sie antworteten: «Tu so, wie du gesagt hast!» 431#1. Mose,18,6#6. Da eilte Abraham zu Sara ins Zelt und sagte: «Nimm schnell drei Maß Mehl, feines Mehl, knete es und backe Kuchen!» 432#1. Mose,18,7#7. Dann eilte Abraham zu den Rindern, nahm ein zartes, gutes-1- Kalb und übergab es dem Knechte; der mußte es schnell zubereiten. -1) = fettes. 433#1. Mose,18,8#8. Dann holte er Sauermilch und süße Milch-1- sowie das Kalb, das er hatte zubereiten lassen, und setzte es ihnen vor; er selbst aber bediente sie unter dem Baume, während sie aßen. -1) aÜs: Butter und Milch. 434#1. Mose,18,9#9. Da fragten sie ihn: «Wo ist deine Frau Sara?» Er antwortete: «Drinnen im Zelt.» 435#1. Mose,18,10#10. Da sagte jener: «Übers Jahr um diese Zeit will ich wieder zu dir kommen: dann wird deine Frau Sara einen Sohn haben.» Sara horchte aber am Zelteingang, der hinter ihm war. 436#1. Mose,18,11#11. Abraham und Sara waren aber alt und hochbetagt, so daß Sara nach ihrer leiblichen Beschaffenheit keine Kinder mehr erwarten konnte-1-. -1) w: es hatte aufgehört, der Sara nach der Weiber Weise zu gehen. 437#1. Mose,18,12#12. Darum lachte Sara in sich hinein und dachte: «Jetzt, nachdem ich verwelkt bin, sollte ich noch an Liebeslust denken? und mein Eheherr ist ja auch ein Greis.» 438#1. Mose,18,13#13. Da sagte der HErr zu Abraham: «Warum hat denn Sara gelacht und denkt: ,Sollte ich alte Frau wirklich noch Mutter werden können?' 439#1. Mose,18,14#14. Ist etwa für den HErrn irgend etwas unmöglich? Zu der genannten Zeit, übers Jahr, komme ich wieder zu dir: dann wird Sara einen Sohn haben.» 440#1. Mose,18,15#15. Da leugnete Sara und sagte: «Ich habe nicht gelacht!» denn sie fürchtete sich. Er aber entgegnete: «Doch, du hast gelacht!» 441#1. Mose,18,16#16. NUNMEHR brachen die drei Männer von dort auf und schauten aus nach Sodom hinab-1-, während Abraham mit ihnen ging, um ihnen das Geleit zu geben. -1) aÜs: und wandten sich auf Sodom zu. 442#1. Mose,18,17#17. Da dachte der HErr: «Soll ich vor Abraham geheim halten, was ich zu tun vorhabe? 443#1. Mose,18,18#18. Abraham soll ja doch zu einem großen und mächtigen Volk werden, und in ihm sollen alle Völker der Erde gesegnet werden; 444#1. Mose,18,19#19. denn ich habe ihn dazu ausersehen, daß er seinen Söhnen und seinem ganzen Hause nach ihm ans Herz lege, den Weg des HErrn innezuhalten, indem sie Gerechtigkeit und Recht üben, damit der HErr für Abraham alles in Erfüllung gehen lasse, was er in Bezug auf ihn verheißen hat.» 445#1. Mose,18,20#20. So sagte denn der HErr: «Das Geschrei-1- über Sodom und Gomorrha ist gar groß geworden, und ihre Sünde ist wahrlich sehr schwer. -1) o: der Klageruf. 446#1. Mose,18,21#21. Darum will ich hinabgehen und zusehen, ob sie wirklich ganz so gehandelt haben, wie die lauten Klagen, die zu mir gedrungen sind, von ihnen melden, oder ob es sich nicht so verhält: ich will es erkunden.» 447#1. Mose,18,22#22. Hierauf wandten sich die (andern beiden) Männer von dort weg und gingen auf Sodom zu, während Abraham noch vor dem HErrn stehen blieb. 448#1. Mose,18,23#23. Da trat Abraham näher heran und sagte: «Willst du wirklich die Gerechten-1- zugleich mit den Gottlosen wegraffen? -1) o: Schuldlosen. 449#1. Mose,18,24#24. Vielleicht gibt es fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt: willst du die wirklich umkommen lassen und nicht lieber dem Orte vergeben um der fünfzig Gerechten willen, die in ihm sind? 450#1. Mose,18,25#25. Fern sei es von dir, so zu handeln, die Gerechten zusammen mit den Gottlosen ums Leben zu bringen, so daß es den Gerechten ebenso ergeht wie den Gottlosen: das sei fern von dir! Der Richter der ganzen Erde muß doch Gerechtigkeit üben!» 451#1. Mose,18,26#26. Da antwortete der HErr: «Wenn ich in Sodom fünfzig Gerechte innerhalb der Stadt finden sollte, so will ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben.» 452#1. Mose,18,27#27. Darauf nahm Abraham wieder das Wort und sagte: «Ach siehe, ich habe es gewagt, zu dem Allherrn zu reden, obgleich ich nur Staub und Asche bin. 453#1. Mose,18,28#28. Vielleicht fehlen an den fünfzig Gerechten noch fünf: willst du da wegen dieser fünf die ganze Stadt vernichten?» Er antwortete: «Nein ich will sie nicht vernichten, wenn ich dort fünfundvierzig finde.» 454#1. Mose,18,29#29. Darauf fuhr Abraham fort, ihn nochmals anzureden, und sagte: «Vielleicht finden sich deren dort nur vierzig.» Jener erwiderte: «Ich will ihnen um der vierzig willen nichts tun.» 455#1. Mose,18,30#30. Abraham sagte: «Möge doch der Allherr nicht zürnen, wenn ich nochmals rede: vielleicht finden sich dort nur dreißig.» Er antwortete: «Ich will ihnen nichts tun, wenn ich dort dreißig finde.» 456#1. Mose,18,31#31. Er sagte weiter: «Siehe doch, ich habe es gewagt, zu dem Allherrn zu reden: vielleicht finden sich dort nur zwanzig.» Er antwortete: «Ich will sie schon um der zwanzig willen nicht vernichten.» 457#1. Mose,18,32#32. Da sagte er: «Möge doch der Allherr nicht zürnen, wenn ich noch dies eine Mal rede: vielleicht finden sich dort nur zehn.» Er erwiderte: «Ich will sie schon um der zehn willen nicht vernichten.» 458#1. Mose,18,33#33. Hierauf ging der HErr weg, nachdem er das Gespräch mit Abraham beendet hatte; Abraham aber kehrte nach Hause zurück. 459#1. Mose,19,1#1. ALS nun die beiden Engel am Abend nach Sodom kamen, saß Lot gerade am-1- Tor-2- von Sodom. Sobald Lot sie erblickte, erhob er sich vor ihnen, verneigte sich mit dem Angesicht bis zur Erde -1) o: im.   2) das Stadttor und der daranliegende freie Platz bildete den Mittelpunkt des Verkehrs, sowie der Gemeinde- und der Gerichtsversammlungen. 460#1. Mose,19,2#2. und sagte: «Bitte, meine Herren! kehrt doch im Hause eures Knechtes ein, um dort zu übernachten, und wascht euch die Füße; morgen früh mögt ihr euch dann wieder aufmachen und eures Weges ziehen.» Sie aber antworteten: «Nein, wir wollen hier im Freien-1- übernachten.» -1) o: auf der Straße. 461#1. Mose,19,3#3. Da nötigte er sie dringend, bis sie bei ihm einkehrten und in sein Haus eintraten. Dann bereitete er ihnen ein Mahl und ließ ungesäuerte Kuchen backen, die sie aßen. 462#1. Mose,19,4#4. Noch hatten sie sich aber nicht schlafen gelegt, als die Männer der Stadt, die Bürger von Sodom, das Haus umzingelten, jung und alt, die ganze Bevölkerung bis auf den letzten Mann. 463#1. Mose,19,5#5. Die riefen nach Lot und sagten zu ihm: «Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bringe sie zu uns heraus, damit wir uns an sie machen!» 464#1. Mose,19,6#6. Da trat Lot zu ihnen hinaus an den Eingang des Hauses, schloß aber die Tür hinter sich zu 465#1. Mose,19,7#7. und sagte: «Meine Brüder, vergeht euch doch nicht so arg! 466#1. Mose,19,8#8. Hört: ich habe zwei Töchter, die noch mit keinem Manne zu tun gehabt haben; die will ich zu euch herausbringen: macht dann mit ihnen, was euch beliebt. Nur diesen Männern tut nichts zuleide, nachdem sie einmal unter den Schatten meines Daches getreten sind!» 467#1. Mose,19,9#9. Doch sie antworteten: «Zurück da!» und weiter sagten sie: «Der ist der einzige Fremde, der gekommen ist, um hier zu wohnen, und will nun den Herrn spielen! Warte nur, wir wollen es mit dir noch schlimmer machen als mit jenen!» So drangen sie denn auf den Mann, auf Lot, mit Gewalt ein und gingen daran, die Tür zu erbrechen; 468#1. Mose,19,10#10. doch die Männer griffen mit ihren Händen hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus herein und verschlossen die Tür; 469#1. Mose,19,11#11. dann schlugen sie die Männer vor dem Eingang des Hauses mit Blindheit, klein und groß, so daß sie sich vergebens bemühten, den Eingang zu finden. 470#1. Mose,19,12#12. DARAUF sagten die Männer zu Lot: «Wen du sonst noch hier hast - einen Schwiegersohn, sowie deine Söhne und Töchter und wer dir sonst noch in der Stadt angehört -, die laß aus diesem Orte weggehen; 471#1. Mose,19,13#13. denn wir wollen diesen Ort zerstören, weil schlimme Klagen über ihn vor dem HErrn laut geworden sind; daher hat der HErr uns gesandt, die Stadt zu zerstören.» 472#1. Mose,19,14#14. Da ging Lot aus dem Hause hinaus und sagte zu seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten-1-: «Macht euch auf und verlaßt diesen Ort! denn der HErr will die Stadt zerstören.» Aber er kam seinen Schwiegersöhnen vor wie einer, der Scherz (mit ihnen) trieb. -1) o: heiraten wollten. 473#1. Mose,19,15#15. Als dann die Morgenröte aufstieg, drängten die Engel Lot zur Eile mit den Worten: «Auf! nimm deine Frau und deine beiden Töchter, die hier bei dir anwesend sind, damit du nicht auch wegen der Sündhaftigkeit der Stadt ums Leben kommst.» 474#1. Mose,19,16#16. Als er aber immer noch zögerte, faßten die Männer ihn und seine Frau und seine beiden Töchter bei der Hand, weil der HErr ihn verschonen wollte; sie führten ihn hinaus und ließen ihn erst draußen vor der Stadt wieder los. 475#1. Mose,19,17#17. Als sie nun mit ihnen draußen im Freien waren, sagte der eine: «Rette dich: es gilt dein Leben! Sieh dich nicht um und bleibe nirgends in der Jordan-Ebene stehen! Rette dich in das Gebirge, damit du nicht auch ums Leben kommst!» 476#1. Mose,19,18#18. Da antwortete ihnen Lot: «Ach nein, mein Herr! 477#1. Mose,19,19#19. Bedenke doch: dein Knecht hat (nun einmal) Gnade in deinen Augen gefunden, und du hast mir die große Barmherzigkeit erwiesen, mich am Leben zu erhalten; aber ich vermag mich nicht in das Gebirge zu retten: das Verderben würde mich ereilen, so daß ich sterben müßte! 478#1. Mose,19,20#20. Siehe, dort ist eine Ortschaft in der Nähe, so daß ich dahin fliehen könnte, und sie ist ja ganz klein-1-: dorthin möchte ich mich retten; sie ist ja doch ganz klein-1-; dann könnte ich am Leben bleiben!» -1) aÜs: sie ist nur um eine Kleinigkeit entfernt. 479#1. Mose,19,21#21. Da antwortete er ihm: «Nun gut, ich will dir auch in diesem Stück zu Willen sein, indem ich den Ort, von dem du sprichst, nicht mit zerstöre. 480#1. Mose,19,22#22. Flüchte dich eilends dorthin! denn ich kann nichts tun, bis du dorthin gekommen bist.» Daher hat der Ort den Namen Zoar-1- erhalten. -1) d.h. Kleinheit. 481#1. Mose,19,23#23. Als dann die Sonne über der Erde aufgegangen und Lot in Zoar angekommen war, 482#1. Mose,19,24#24. ließ der HErr Schwefel und Feuer vom Himmel herab auf Sodom und Gomorrha regnen 483#1. Mose,19,25#25. und vernichtete diese Städte und die ganze Jordan-Ebene samt allen Bewohnern der Ortschaften und allem, was auf den Fluren gewachsen war. 484#1. Mose,19,26#26. Lots Frau aber hatte sich hinter ihm umgeschaut; da wurde sie zu einer Salzsäule. 485#1. Mose,19,27#27. Als Abraham sich nun am folgenden Morgen in der Frühe an den Ort begab, wo er vor dem HErrn gestanden hatte, 486#1. Mose,19,28#28. und nach Sodom und Gomorrha hinabschaute und die ganze Fläche der Jordan-Ebene überblickte, da sah er, wie der Rauch vom Lande aufstieg gleich dem Rauch von einem Schmelzofen. 487#1. Mose,19,29#29. Gott aber hatte, als er die Städte in der Jordan-Ebene zerstörte, an Abraham gedacht und Lot mitten aus der Zerstörung hinausgeführt, als er die Städte zerstörte, in denen Lot gewohnt hatte. 488#1. Mose,19,30#30. LOT aber zog aus Zoar weiter aufwärts und nahm seinen Wohnsitz zusammen mit seinen beiden Töchtern im Gebirge, denn er fürchtete sich, in Zoar zu bleiben; er ließ sich vielmehr mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle nieder. 489#1. Mose,19,31#31. Da sagte die ältere zu der jüngeren: «Unser Vater ist alt, und kein Mann ist sonst im Lande, der Umgang mit uns haben könnte, wie es in aller Welt Brauch ist. 490#1. Mose,19,32#32. Komm, wir wollen unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, damit wir von unserm Vater Nachkommenschaft ins Leben rufen.» 491#1. Mose,19,33#33. So gaben sie denn ihrem Vater an jenem Abend Wein zu trinken, und die ältere ging dann hinein und legte sich zu ihrem Vater; er aber merkte nichts davon, weder wie sie sich hinlegte, noch als sie aufstand. 492#1. Mose,19,34#34. Am andern Morgen sagte dann die ältere zu der jüngeren: «Siehst du, ich habe in der vorigen Nacht bei meinem Vater gelegen. Wir wollen ihm nun auch heute abend Wein zu trinken geben; dann gehst du hinein und legst dich zu ihm, damit wir von unserm Vater Nachkommenschaft ins Leben rufen.» 493#1. Mose,19,35#35. So gaben sie denn ihrem Vater auch an diesem Abend Wein zu trinken, und die jüngere stand auf und legte sich zu ihm; er aber merkte nichts davon, weder als sie sich hinlegte, noch als sie aufstand. 494#1. Mose,19,36#36. So wurden denn die beiden Töchter Lots von ihrem Vater schwanger. 495#1. Mose,19,37#37. Und die ältere gebar einen Sohn und nannte ihn «Moab»-1-; der ist der Stammvater der heutigen Moabiter. -1) d.h. vom Vater. 496#1. Mose,19,38#38. Die jüngere gebar auch einen Sohn und gab ihm den Namen «Ben-Ammi»-1-; der ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. -1) d.h. Sohn meines Volkes; o: meines nächsten Verwandten. 497#1. Mose,20,1#1. ABRAHAM brach dann von dort-1- auf (und zog) in den Südgau, wo er seinen Wohnsitz zwischen Kades und Sur nahm. Er hielt sich aber zeitweise als Fremdling auch in Gerar auf -1) d.h. von Hebron. 498#1. Mose,20,2#2. und gab dort seine Frau Sara für seine Schwester aus. Da sandte Abimelech-1-, der König von Gerar, hin und ließ Sara zu sich holen. -1) Würdename der Könige der Philister = «mein Vater ist Milki (d.h. König)». 499#1. Mose,20,3#3. Aber in der Nacht kam Gott zu Abimelech im Traum und sagte zu ihm: «Jetzt bist du des Todes wegen der Frau, die du dir hast holen lassen: sie ist ja eines Mannes Ehefrau!» 500#1. Mose,20,4#4. Abimelech war ihr aber noch nicht nahe gekommen; darum antwortete er: «O Herr, du wirst doch nicht ein schuldloses Volk umbringen? 501#1. Mose,20,5#5. Hat er nicht selbst zu mir gesagt, daß sie seine Schwester sei? und auch sie selbst hat erklärt, er sei ihr Bruder. In der Unschuld meines Herzens und mit reinen Händen habe ich dies getan!» 502#1. Mose,20,6#6. Da sagte Gott weiter im Traum zu ihm: «Auch ich weiß wohl, daß du in der Unschuld deines Herzens so gehandelt hast, und ich selbst habe dich davor behütet, daß du dich gegen mich versündigt hast; darum habe ich auch nicht zugelassen, daß du sie berührtest. 503#1. Mose,20,7#7. So gib also jetzt dem Manne seine Frau zurück, denn er ist ein Prophet; dann soll er Fürbitte für dich einlegen, so daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht zurück, so wisse, daß du mit allen deinen Angehörigen sterben mußt!» 504#1. Mose,20,8#8. Am andern Morgen in der Frühe berief Abimelech eiligst alle seine Diener und teilte ihnen den ganzen Vorfall mit; da gerieten die Männer in große Bestürzung. 505#1. Mose,20,9#9. Abimelech ließ dann Abraham rufen und sagte zu ihm: «Was hast du uns da angetan? Worin habe ich mich dir gegenüber verfehlt, daß du eine so große Verschuldung über mich und mein Reich gebracht hast? Du hast an mir in einer Weise gehandelt, wie es nicht recht ist!» 506#1. Mose,20,10#10. Weiter sagte Abimelech zu Abraham: «Was hast du dir denn dabei gedacht, daß du so gehandelt hast?» 507#1. Mose,20,11#11. Da antwortete Abraham: «Ja, ich dachte, es sei sicherlich keine Gottesfurcht an diesem Orte zu finden und man werde mich um meiner Frau willen ums Leben bringen. 508#1. Mose,20,12#12. Übrigens ist sie wirklich meine Schwester, die Tochter meines Vaters, nur nicht die Tochter meiner Mutter, und so hat sie meine Frau werden können. 509#1. Mose,20,13#13. Als mich nun Gott einst aus meines Vaters Hause-1- ins Ungewisse wegziehen hieß, da habe ich zu ihr gesagt: ,Erweise mir die Liebe, daß du überall, wohin wir kommen werden, von mir sagst, ich sei dein Bruder.'» -1) o: Familie. 510#1. Mose,20,14#14. Da nahm Abimelech Kleinvieh und Rinder, Knechte und Mägde und schenkte sie dem Abraham, auch seine Frau Sara gab er ihm zurück. 511#1. Mose,20,15#15. Dann fügte er hinzu: «Mein Land steht dir nunmehr offen-1-: nimm deinen Wohnsitz, wo es dir gefällt!» -1) o: zur Verfügung. 512#1. Mose,20,16#16. Zu Sara aber sagte er: «Hier gebe ich deinem Bruder tausend Silberstücke: das soll für dich ein Sühnegeld-1- in den Augen aller sein, die bei dir sind, so daß du nun in allem gerechtfertigt dastehst!» -1) = eine Entschädigung o: Ehrenrettung. 513#1. Mose,20,17#17. Darauf legte Abraham Fürbitte bei Gott ein, und Gott ließ Abimelech, seine Frau und seine Mägde wieder gesund werden, so daß sie wieder Kinder bekommen konnten; 514#1. Mose,20,18#18. denn der HErr hatte den Mutterschoß aller Frauen im Hause Abimelechs verschlossen um Saras, der Frau Abrahams, willen. 515#1. Mose,21,1#1. DER HErr suchte dann Sara gnädig heim, wie er verheißen hatte, und tat an ihr, wie er zugesagt hatte: 516#1. Mose,21,2#2. Sara wurde guter Hoffnung und gebar dem Abraham in seinem Greisenalter einen Sohn zu der Zeit, die Gott ihm im voraus angegeben hatte. 517#1. Mose,21,3#3. Abraham gab dann seinem Sohne, der ihm geboren worden war, den Sara ihm geboren hatte, den Namen Isaak-a- -a) vgl. 1.Mo. 17,19. 518#1. Mose,21,4#4. und beschnitt seinen Sohn, als er acht Tage alt war, wie Gott ihm geboten hatte. 519#1. Mose,21,5#5. Hundert Jahre war Abraham alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren wurde. 520#1. Mose,21,6#6. Da sagte Sara: «Ein Lachen hat mir Gott bereitet: jeder, der von der Sache hört, wird über mich lachen.» 521#1. Mose,21,7#7. Weiter sagte sie: «Wer hätte wohl je dem Abraham gesagt, daß Sara noch Kinder an der Brust nähren würde? Und nun habe ich ihm doch noch einen Sohn in seinem Greisenalter geboren!» 522#1. Mose,21,8#8. Und der Knabe wuchs heran und wurde entwöhnt; da veranstaltete Abraham am Tage der Entwöhnung Isaaks ein großes Festmahl. 523#1. Mose,21,9#9. ALS nun Sara den Sohn der Ägypterin Hagar, den diese dem Abraham geboren hatte, mit ihrem Sohne Isaak spielen sah, 524#1. Mose,21,10#10. sagte sie zu Abraham: «Verstoße die Magd da und ihren Sohn! denn der Sohn dieser Magd soll nicht mit meinem Sohn, mit Isaak, erben!» 525#1. Mose,21,11#11. Dieses Wort betrübte Abraham sehr mit Rücksicht auf seinen Sohn; 526#1. Mose,21,12#12. aber Gott sagte zu Abraham: «Laß es dir um den Knaben und um deine Magd nicht leid sein: gehorche der Sara in allem, was sie von dir verlangt; denn nur nach Isaak soll dir Nachkommenschaft genannt werden-1-. -1) d.h. nur die, welche von Isaak stammen, sollen als deine wahrhaften Nachkommen gelten. 527#1. Mose,21,13#13. Doch auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volke werden lassen, weil er dein Sohn ist.» 528#1. Mose,21,14#14. So stand denn Abraham am andern Morgen früh auf, nahm Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab dies der Hagar; den Knaben aber setzte er ihr auf die Schulter und entließ so beide. Da ging sie weg und irrte in der Wüste von Beerseba umher. 529#1. Mose,21,15#15. Als dann das Wasser im Schlauch zu Ende gegangen war, warf sie den Knaben unter einen der Sträucher, 530#1. Mose,21,16#16. ging weg und setzte sich abseits ihm gegenüber, wohl einen Bogenschuß weit entfernt; «denn», sagte sie, «ich kann das Sterben des Knaben nicht ansehen!» Sie setzte sich also ihm gegenüber; er aber fing an, laut zu weinen. 531#1. Mose,21,17#17. Da hörte Gott das Schreien des Knaben, und der Engel Gottes rief der Hagar vom Himmel her die Worte zu: «Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! denn Gott hat das Schreien des Knaben gehört, ebendort wo er liegt. 532#1. Mose,21,18#18. Stehe auf, nimm den Knaben und halte ihn fest an der Hand, denn ich will ihn zu einem großen Volke werden lassen.» 533#1. Mose,21,19#19. Dann tat Gott ihr die Augen auf, so daß sie eine Quelle mit Wasser erblickte; da ging sie hin, füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. 534#1. Mose,21,20#20. Und Gott war mit dem Knaben, so daß er heranwuchs; er nahm seinen Aufenthalt in der Wüste und wurde ein gewaltiger Bogenschütze; 535#1. Mose,21,21#21. und zwar nahm er seinen Aufenthalt in der Wüste Paran, und seine Mutter nahm ihm eine Ägypterin zur Frau. 536#1. Mose,21,22#22. ZU derselben Zeit hatte Abimelech nebst seinem Heerführer Pichol eine Unterredung mit Abraham und sagte: «Gott ist mit dir in allem, was du unternimmst. 537#1. Mose,21,23#23. Darum schwöre mir jetzt hier bei Gott, daß du weder gegen mich noch gegen meine Kinder und Kindeskinder jemals treulos handeln, sondern dieselbe Freundschaft, die ich dir erwiesen habe, auch mir und dem Lande erweisen willst, in welchem du als Fremdling dich aufhältst!» 538#1. Mose,21,24#24. Da antwortete Abraham: «Ja, ich will den Schwur leisten.» 539#1. Mose,21,25#25. Abraham machte aber dem Abimelech Vorhalt wegen des Wasserbrunnens, den die Knechte Abimelechs sich mit Gewalt angeeignet hatten. 540#1. Mose,21,26#26. Abimelech erwiderte: «Ich weiß nicht, wer das getan hat: weder hast du mir bisher etwas davon mitgeteilt, noch habe ich bis heute etwas davon gehört.» 541#1. Mose,21,27#27. Hierauf nahm Abraham Kleinvieh und Rinder und gab sie dem Abimelech, und sie schlossen beide einen Vertrag miteinander. 542#1. Mose,21,28#28. Als nun Abraham noch sieben Schaflämmer abgesondert stellte, 543#1. Mose,21,29#29. fragte Abimelech den Abraham: «Was sollen die sieben Lämmer hier bedeuten, die du besonders gestellt hast?» 544#1. Mose,21,30#30. Er antwortete: «Die sieben Lämmer mußt du von mir annehmen, damit dies mir zum Zeugnis diene, daß ich diesen Brunnen gegraben habe.» 545#1. Mose,21,31#31. Darum nennt man jenen Ort «Beerseba»-1-, weil sie beide dort einander geschworen haben. -1) d.h. Siebenbrunnen o: Eidesbrunnen. 546#1. Mose,21,32#32. Nachdem sie so einen Vertrag-1- zu Beerseba geschlossen hatten, brach Abimelech mit seinem Heerführer Pichol auf, und sie kehrten ins Philisterland zurück. -1) o: Bund. 547#1. Mose,21,33#33. (Abraham) aber pflanzte eine Tamariske in Beerseba und rief dort den Namen des HErrn, des ewigen Gottes, an. 548#1. Mose,21,34#34. Abraham hielt sich dann noch geraume Zeit als Fremdling im Philisterlande auf. 549#1. Mose,22,1#1. NACH diesen Begebenheiten wollte Gott den Abraham auf die Probe stellen-1- und sagte zu ihm: «Abraham!» Dieser antwortete: «Hier bin ich!» -1) = prüfen. 550#1. Mose,22,2#2. Da sagte Gott: «Nimm Isaak, deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, und begib dich (mit ihm) in die Landschaft Morija und bringe ihn dort als Brandopfer dar auf einem der Berge, den ich dir angeben werde!» 551#1. Mose,22,3#3. DA sattelte-1- Abraham am andern Morgen früh seinen Esel und nahm zwei von seinen Knechten und seinen Sohn Isaak mit sich; er spaltete Holzscheite für das Brandopfer und machte sich dann auf den Weg nach dem Orte, den Gott ihm angegeben hatte. -1) o: bepackte. 552#1. Mose,22,4#4. Als er am dritten Tage die Augen aufschlug, sah er den Ort in der Ferne liegen. 553#1. Mose,22,5#5. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: «Bleibt ihr für euch hier mit dem Esel; ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen und anbeten; dann kommen wir wieder zu euch zurück.» 554#1. Mose,22,6#6. Hierauf nahm Abraham das Holz für das Brandopfer und belud seinen Sohn Isaak damit; er selbst aber nahm das Feuer-1- und das Schlachtmesser in die Hand, und so gingen die beiden zusammen weiter. -1) gemeint ist wohl ein Topf mit Glühkohlen. 555#1. Mose,22,7#7. Da sagte Isaak zu seinem Vater Abraham: «Mein Vater!» Abraham antwortete: «Was willst du, mein Sohn?» Da sagte er: «Wir haben hier wohl Feuer und Holz; aber wo ist das Schaf für das Brandopfer?» 556#1. Mose,22,8#8. Abraham erwiderte: «Gott wird schon für ein Schaf zum Brandopfer sorgen, mein Sohn.» So gingen die beiden zusammen weiter. 557#1. Mose,22,9#9. ALS sie nun an den Ort gekommen waren, den Gott ihm angegeben hatte, errichtete Abraham daselbst einen Altar und legte die Holzscheite auf ihm zurecht; dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar oben über die Scheite; 558#1. Mose,22,10#10. darauf streckte er seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu schlachten. 559#1. Mose,22,11#11. Da rief ihm der Engel des HErrn vom Himmel her die Worte zu: «Abraham, Abraham!» Er antwortete: «Hier bin ich!» 560#1. Mose,22,12#12. Jener rief: «Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts zuleide! denn jetzt weiß ich, daß du gottesfürchtig bist, weil du mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast.» 561#1. Mose,22,13#13. Als Abraham dann um sich blickte, sah er hinter sich einen Widder, der sich mit seinen Hörnern im Dickicht verfangen hatte. Da ging Abraham hin, holte den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. 562#1. Mose,22,14#14. Abraham nannte dann jenen Ort: «Der HErr sieht»-1-; deshalb sagt man noch heutigentags: «Auf dem Berge, wo der HErr gesehen wird»-2-. -1) = Gottessicht.   2) o: sich sehen läßt = erscheint. 563#1. Mose,22,15#15. HIERAUF rief der Engel des HErrn dem Abraham zum zweitenmal vom Himmel her die Worte zu: 564#1. Mose,22,16#16. «Ich schwöre bei mir selbst» - so lautet der Ausspruch des Herrn -: «darum, daß du so gehandelt und mir deinen einzigen Sohn nicht vorenthalten hast, 565#1. Mose,22,17#17. will ich dich reichlich segnen und deine Nachkommenschaft überaus zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und wie den Sand am Gestade des Meeres; und deine Nachkommen sollen die Tore ihrer Feinde besitzen; 566#1. Mose,22,18#18. und in deiner-1- Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden zum Lohn dafür, daß du meiner Aufforderung nachgekommen bist!» -1) o: durch deine. 567#1. Mose,22,19#19. Darauf kehrte Abraham zu seinen Knechten zurück; und sie machten sich auf den Weg und begaben sich miteinander nach Beerscheba; dort nahm Abraham seinen dauernden Wohnsitz. 568#1. Mose,22,20#20. NACH diesen Begebenheiten wurde dem Abraham gemeldet: «Auch Milka hat deinem Bruder Nahor Söhne geboren, 569#1. Mose,22,21#21. nämlich seinen Erstgeborenen Uz und dessen Bruder Bus und Kemuel, den Vater von Aram, 570#1. Mose,22,22#22. und Kesed sowie Haso, Pildas, Jidlaph und Bethuel»; 571#1. Mose,22,23#23. (Bethuel aber war der Vater der Rebekka). Diese acht Söhne gebar Milka dem Nahor, dem Bruder Abrahams. 572#1. Mose,22,24#24. Auch sein Nebenweib namens Rehuma hatte Söhne geboren, nämlich Tebah und Gaham, Thahas und Maacha. 573#1. Mose,23,1#1. ALS Sara nun ihr Leben auf hundertundsiebenundzwanzig Jahre gebracht hatte, 574#1. Mose,23,2#2. starb sie in Kirjath-Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Da ging Abraham hinein, um Sara zu beklagen und zu beweinen. 575#1. Mose,23,3#3. Hierauf stand Abraham von der Seite-1- seiner Verstorbenen auf und verhandelte mit den Hethitern so: -1) w: weg vom Angesicht seiner Toten, d.h. weg von seiner Toten, über deren Gesicht er gebeugt gewesen war. 576#1. Mose,23,4#4. «Ich bin (nur) ein Fremdling und Beisasse-1- hier bei euch: überlaßt mir doch ein Erbbegräbnis bei euch, damit ich meine Tote, die in meinem Hause liegt, begraben kann!» -1) d.h. Gast ohne Grundbesitz. 577#1. Mose,23,5#5. Die Hethiter gaben dem Abraham folgende Antwort: 578#1. Mose,23,6#6. «Höre uns an, Herr! Du lebst hier als ein Gottesfürst unter uns: begrabe deine Tote in dem besten von unsern Gräbern: keiner von uns wird dir seine Grabstätte zur Bestattung deiner Toten versagen.» 579#1. Mose,23,7#7. Da erhob sich Abraham, verneigte sich tief vor den Bewohnern des Landes, den Hethitern, 580#1. Mose,23,8#8. und sagte weiter zu ihnen: «Wenn ihr damit einverstanden seid, daß ich meine Tote, die in meinem Hause liegt, hier begrabe, so erweist mir die Liebe und legt ein gutes Wort für mich bei Ephron, dem Sohne Zohars, ein, 581#1. Mose,23,9#9. daß er mir die Höhle in der Machpela-1- überläßt, die ihm gehört und am Ende seines Feldes liegt; für den vollen Wert möge er sie mir zu einem Erbbegräbnis hier in eurer Mitte überlassen!» -1) Machpela (deutsch: Verdoppelung) ist der Name der Gegend. 582#1. Mose,23,10#10. Nun saß Ephron mitten unter den Hethitern und gab dem Abraham vor den versammelten Hethitern im Beisein aller, die ins Tor seiner Stadt gekommen waren-1-, folgende Antwort: -1) aÜs: aller, die im Tor seiner Stadt aus- und eingingen (o: aller, die Zutritt hatten zum Tor = d.h. die den Rat seiner Stadt bildeten). 583#1. Mose,23,11#11. «Nicht doch, Herr! höre mich an! Das Feld-1- schenke ich dir; auch die Höhle darauf schenke ich dir; im Beisein meiner Volksgenossen schenke ich sie dir: begrabe nur deine Tote!» -1) o: Grundstück. 584#1. Mose,23,12#12. Da verneigte sich Abraham tief vor den Bewohnern des Landes 585#1. Mose,23,13#13. und sagte dann zu Ephron, im Beisein aller Bewohner des Landes: «O doch! wenn du mich nur anhören wolltest! Ich zahle dir den Preis für das Grundstück: nimm ihn von mir an, so will ich meine Tote dort begraben!» 586#1. Mose,23,14#14. Darauf antwortete Ephron dem Abraham: 587#1. Mose,23,15#15. «Höre mich doch an, Herr! Ein Stück Land im Wert von vierhundert Schekel Silber-1- - was will das zwischen mir und dir besagen?! Begrabe nur deine Tote!» -1) ein Silberschekel wiegt 14,55 Gramm. 588#1. Mose,23,16#16. Abraham nahm die Forderung Ephrons an und wog ihm den Kaufpreis dar, den Betrag, welchen jener im Beisein der Hethiter gefordert hatte, nämlich vierhundert Schekel Silber, nach der beim Kauf und Verkauf üblichen Währung-1-. -1) aÜs: Gewicht. 589#1. Mose,23,17#17. So wurde das Grundstück Ephrons, das in der Machpela östlich von Mamre lag, das Feld samt der Höhle darauf nebst allen Bäumen, die auf dem Grundstück in seinem ganzen Umfang ringsum standen, 590#1. Mose,23,18#18. dem Abraham rechtskräftig als Eigentum abgetreten im Beisein der Hethiter, soviele ihrer ins Tor seiner Stadt gekommen waren-1-. -1) vgl. Anm. zu 1.Mo. 23,10. 591#1. Mose,23,19#19. Hierauf begrub Abraham seine Frau Sara in der Höhle auf dem Grundstück in der Machpela östlich von Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. 592#1. Mose,23,20#20. So wurde das Grundstück samt der Höhle darauf dem Abraham als Erbbegräbnis von den Hethitern rechtskräftig überlassen. 593#1. Mose,24,1#1. ALS nun Abraham alt und hochbetagt geworden war und der HErr ihn in allem gesegnet hatte, 594#1. Mose,24,2#2. sagte Abraham zu dem ältesten Knechte seines Hauses-1-, der seinen gesamten Besitz zu verwalten hatte: «Lege deine Hand unter meine Hüfte-2-: -1) nämlich Elieser (vgl. 1.Mo. 15,2).   2) die Gebärde des Schwures. 595#1. Mose,24,3#3. ich will dir beim HErrn, dem Gott des Himmels und dem Gott der Erde, einen Eid abnehmen, daß du für meinen Sohn keine Frau aus den Töchtern der Kanaanäer nehmen willst, unter denen ich hier wohne; 596#1. Mose,24,4#4. nein du sollst in mein Vaterland und zu meiner Verwandtschaft gehen und dort um eine Frau für meinen Sohn Isaak werben!» 597#1. Mose,24,5#5. Da antwortete ihm der Knecht: «Vielleicht wird das Weib mir in dieses Land nicht folgen wollen; soll ich alsdann deinen Sohn wieder in das Land zurückführen, aus dem du ausgewandert bist?» 598#1. Mose,24,6#6. Abraham antwortete ihm: «Hüte dich wohl, meinen Sohn dorthin zurückzuführen! 599#1. Mose,24,7#7. Der HErr, der Gott des Himmels, der mich aus meines Vaters Hause und aus meinem Heimatlande weggeführt und der mir zugesagt und mir zugeschworen hat: ,Deinen Nachkommen will ich dieses Land geben': - der wird seinen Engel vor dir her senden, so daß du von dort eine Frau für meinen Sohn gewinnst. 600#1. Mose,24,8#8. Wenn das Weib dir aber nicht folgen will, so sollst du von diesem mir geleisteten Eide entbunden sein; nur darfst du meinen Sohn nicht dorthin zurückführen!» 601#1. Mose,24,9#9. Da legte der Knecht seine Hand seinem Herrn Abraham unter die Hüfte und leistete ihm in dieser Sache den verlangten Eid. 602#1. Mose,24,10#10. HIERAUF nahm der Knecht zehn Kamele von den Kamelen seines Herrn und allerlei Kostbarkeiten seines Herrn zu sich, machte sich auf den Weg und zog nach Mesopotamien nach der Stadt Nahors, (Haran). 603#1. Mose,24,11#11. Dort ließ er die Kamele draußen vor der Stadt bei dem Wasserbrunnen sich lagern zur Abendzeit, zu der Zeit, wo die Frauen herauszukommen pflegen, um Wasser zu holen. 604#1. Mose,24,12#12. Dann betete er: «O HErr, du Gott meines Herrn Abraham! laß es mir doch heute glücken und erweise meinem Herrn Abraham Gnade! 605#1. Mose,24,13#13. Siehe, ich stehe jetzt hier bei der Quelle, und die Töchter der Stadtbewohner werden herauskommen, um Wasser zu holen. 606#1. Mose,24,14#14. Wenn ich nun zu einem Mädchen sage: ,Neige, bitte, deinen Krug, damit ich trinke!' und sie mir dann antwortet: ,Trinke! und auch deinen Kamelen will ich zu trinken geben!' so möge diese es sein, die du für deinen Knecht Isaak bestimmt hast; und daran will ich erkennen, daß du meinem Herrn Gnade erwiesen hast.» 607#1. Mose,24,15#15. Er hatte noch nicht zu Ende geredet, da kam schon Rebekka-1- heraus, die Tochter Bethuels, der ein Sohn der Milka, der Frau Nahors, des Bruders Abrahams, war; sie trug ihren Krug auf der Schulter. -1) d.h. die Fesselnde, Anziehende. 608#1. Mose,24,16#16. Das Mädchen war von großer Schönheit und noch unverheiratet, eine Jungfrau; sie stieg zur Quelle hinab, füllte ihren Krug und kam wieder herauf. 609#1. Mose,24,17#17. Da eilte der Knecht auf sie zu und sagte: «Laß mich doch ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!» 610#1. Mose,24,18#18. Sie antwortete: «Trinke, Herr!» und ließ sogleich ihren Krug (von der Schulter) auf ihre Hand herab und ließ ihn trinken. 611#1. Mose,24,19#19. Als sie aber seinen Durst gestillt hatte, sagte sie: «Auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben.» 612#1. Mose,24,20#20. Mit diesen Worten goß sie ihren Krug eilends in die Tränkrinne aus, lief dann nochmals zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele, 613#1. Mose,24,21#21. während jener ihr verwundert zusah, ohne jedoch ein Wort zu sagen, um zu erkennen, ob der HErr Glück zu seiner Reise gegeben habe oder nicht. 614#1. Mose,24,22#22. ALS nun die Kamele sich satt getrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Nasenring, einen halben Schekel schwer, und zwei Spangen für ihre Arme, zehn Schekel Goldes schwer-1-, -1) ein Goldschekel wiegt 16,37 Gramm. 615#1. Mose,24,23#23. und fragte sie: «Wessen Tochter bist du? teile es mir doch mit! Ist wohl im Hause deines Vaters Platz für uns zum Übernachten?» 616#1. Mose,24,24#24. Sie antwortete ihm: «Ich bin die Tochter Bethuels, des Sohnes der Milka, den sie dem Nahor geboren hat»-a-. -a) vgl. 1.Mo. 22,23. 617#1. Mose,24,25#25. Dann fuhr sie fort: «Sowohl Stroh als auch Futter haben wir in Menge und auch Platz zum Übernachten.» 618#1. Mose,24,26#26. Da verneigte sich der Mann, warf sich vor dem HErrn nieder 619#1. Mose,24,27#27. und rief aus: «Gepriesen sei der HErr, der Gott meines Herrn Abraham, der seine Güte und Treue meinem Herrn nicht entzogen hat! Gerades Weges zum Hause des Verwandten-1- meines Herrn hat mich der Ewige geführt!» -1) = des Bruders. 620#1. Mose,24,28#28. Das Mädchen aber war unterdessen hingelaufen und hatte im Hause ihrer Mutter alles erzählt, was sich zugetragen hatte. 621#1. Mose,24,29#29. Nun hatte Rebekka einen Bruder namens Laban; dieser eilte zu dem Manne hinaus an die Quelle. 622#1. Mose,24,30#30. Sobald er nämlich den Nasenring und die Spangen an den Armen seiner Schwester erblickt und seine Schwester Rebekka hatte erzählen hören, was der Mann zu ihr gesagt habe, ging er zu dem Manne hinaus, der immer noch bei den Kamelen an der Quelle stand. 623#1. Mose,24,31#31. Er sagte nun zu ihm: «Komm in mein Haus, du Gesegneter des HErrn! warum stehst du hier draußen? Ich habe das Haus schon aufräumen lassen und Platz für die Kamele geschafft!» 624#1. Mose,24,32#32. So kam denn der Mann in das Haus; dort zäumte Laban die Kamele ab, gab ihnen Stroh und Futter und brachte ihm sowie den Leuten, die bei ihm waren, Wasser zum Waschen der Füße. 625#1. Mose,24,33#33. Als man ihm aber zu essen vorsetzte, sagte er: «Ich werde nicht eher essen, als bis ich meine Sache-1- vorgetragen habe.» Jener erwiderte: «So rede!» -1) o: mein Anliegen. 626#1. Mose,24,34#34. DA berichtete er: «Ich bin ein Knecht Abrahams. 627#1. Mose,24,35#35. Gott der HErr hat meinen Herrn außerordentlich gesegnet, so daß er reich geworden ist; denn er hat ihm Kleinvieh und Rinder, Silber und Gold, Knechte und Mägde, Kamele und Esel gegeben. 628#1. Mose,24,36#36. Dazu hat Sara, die Frau meines Herrn, ihm noch in ihrem Alter einen Sohn geboren; dem hat er alles übergeben, was er besitzt. 629#1. Mose,24,37#37. Nun hat mein Herr mir folgenden Eid abgenommen: ,Du darfst meinem Sohne keine Frau aus den Töchtern der Kanaanäer nehmen, in deren Lande ich wohne, 630#1. Mose,24,38#38. sondern sollst zu meines Vaters Hause und zu meiner Verwandtschaft ziehen, um für meinen Sohn dort eine Frau zu nehmen.' 631#1. Mose,24,39#39. Ich entgegnete meinem Herrn: ,Vielleicht wird das Weib mir nicht folgen wollen.' 632#1. Mose,24,40#40. Da erwiderte er mir: ,Gott der HErr, vor dessen Angesicht ich gewandelt bin, wird seinen Engel mit dir senden und dir Glück zu deiner Reise geben, damit du für meinen Sohn eine Frau aus meiner Verwandtschaft und zwar aus dem Hause meines Vaters gewinnst. 633#1. Mose,24,41#41. Dann sollst du von dem mir geleisteten Eid entbunden sein, wenn du zu meiner Verwandtschaft kommst und man sie dir dort nicht geben will - dann bist du von dem mir geleisteten Eid entbunden.' 634#1. Mose,24,42#42. Nun bin ich heute zu der Quelle gekommen und habe gebetet: ,O HErr, du Gott meines Herrn Abraham! wenn du doch Glück zu der Reise geben möchtest, auf der ich mich jetzt befinde! 635#1. Mose,24,43#43. Siehe, ich stehe jetzt hier an der Quelle: laß es doch geschehen, daß das Mädchen, das herauskommt, um Wasser zu holen, und zu der ich sage: ,Gib mir, bitte, ein wenig Wasser aus deinem Kruge zu trinken!' 636#1. Mose,24,44#44. daß die mir dann antwortet: ,Trinke du selbst, und auch für deine Kamele will ich Wasser schöpfen!' - so möge diese es sein, die Gott der HErr dem Sohne meines Herrn zur Frau bestimmt hat!' 637#1. Mose,24,45#45. Ich hatte dieses bei mir noch nicht zu Ende geredet, da kam auch schon Rebekka aus dem Orte heraus mit ihrem Kruge auf ihrer Schulter; sie stieg zur Quelle hinab und schöpfte Wasser. Da bat ich sie: ,Gib mir, bitte, zu trinken!' 638#1. Mose,24,46#46. Sogleich ließ sie ihren Krug (von der Schulter) herab und sagte: ,Trinke, und auch deinen Kamelen will ich zu trinken geben!' Da trank ich, und sie tränkte dann auch die Kamele. 639#1. Mose,24,47#47. Hierauf fragte ich sie, wessen Tochter sie sei, und sie antwortete: ,Die Tochter Bethuels, des Sohnes Nahors, den Milka ihm geboren hat.' Da legte ich ihr den Ring an die Nase und die Spangen an ihre Arme; 640#1. Mose,24,48#48. dann verneigte ich mich vor Gott dem HErrn, warf mich vor ihm nieder und pries den HErrn, den Gott meines Herrn Abraham, der mich den rechten Weg geführt hatte, um die Tochter des Verwandten-1- meines Herrn für seinen Sohn zu gewinnen. -1) = Bruders. 641#1. Mose,24,49#49. Und nun, wenn ihr meinem Herrn Liebe und Treue erweisen wollt, so sagt es mir! Wo nicht, so sagt es mir auch, damit ich mich zur Rechten oder zur Linken wende!» 642#1. Mose,24,50#50. DA antworteten Laban und Bethuel: «Von Gott dem HErrn ist dies ausgegangen-1-: wir können dir nichts dazu sagen, weder ja noch nein. -1) = so gefügt. 643#1. Mose,24,51#51. Rebekka steht dir zur Verfügung: nimm sie und ziehe hin, damit sie die Frau des Sohnes deines Herrn wird, wie Gott der HErr es bestimmt hat!» 644#1. Mose,24,52#52. Sobald der Knecht Abrahams diese ihre Worte gehört hatte, verbeugte er sich vor Gott dem HErrn bis auf die Erde; 645#1. Mose,24,53#53. dann holte er silberne und goldene Geräte-1- und Gewänder hervor und schenkte sie der Rebekka; auch ihrem Bruder und ihrer Mutter schenkte er Kostbarkeiten. -1) o: Geschmeide. 646#1. Mose,24,54#54. Dann aßen und tranken sie, er und die Leute, die bei ihm waren, und blieben über Nacht da. Am andern Morgen aber, als sie aufgestanden waren, sagte er: «Laßt mich nun zu meinem Herrn ziehen!» 647#1. Mose,24,55#55. Da erwiderten ihm ihr Bruder und ihre Mutter: «Laß doch das Mädchen noch einige Zeit oder (wenigstens) zehn Tage bei uns bleiben, dann magst du aufbrechen.» 648#1. Mose,24,56#56. Doch er entgegnete ihnen: «Haltet mich nicht auf! Da Gott der HErr Glück zu meiner Reise gegeben hat, so laßt mich nun ziehen, damit ich zu meinem Herrn zurückkehre.» 649#1. Mose,24,57#57. Da sagten sie: «Wir wollen das Mädchen rufen und sie selbst entscheiden lassen.» 650#1. Mose,24,58#58. So riefen sie denn Rebekka und fragten sie: «Willst du mit diesem Manne ziehen?» Sie antwortete: «Ja, ich will mit ihm ziehen.» 651#1. Mose,24,59#59. Da ließen sie ihre Schwester Rebekka samt ihrer Amme und ebenso den Knecht Abrahams samt seinen Leuten ziehen 652#1. Mose,24,60#60. und segneten Rebekka mit den Worten: «Du, unsere Schwester, werde die Mutter von tausendmal Tausenden, und deine Nachkommen mögen die Tore ihrer Feinde besetzen-1-!» -1) o: in Besitz nehmen. 653#1. Mose,24,61#61. So machte sich denn Rebekka mit ihren Dienerinnen auf den Weg; sie setzten sich auf die Kamele und zogen hinter dem Manne her: der Knecht hatte Rebekka übernommen und zog von dannen. 654#1. Mose,24,62#62. ISAAK aber war gerade auf der Heimkehr von einem Gang nach dem «Brunnen des Lebendigen, der mich sieht»-a-; er wohnte nämlich im Südgau -a) 1.Mo. 16,14. 655#1. Mose,24,63#63. und war gegen Abend aufs Feld hinausgegangen, um mit seinen Gedanken allein zu sein-1-. Als er nun aufblickte, sah er auf einmal Kamele daherkommen. -1) die Üs. ist hier unsicher. 656#1. Mose,24,64#64. Als nun auch Rebekka ihre Augen aufschlug und den Isaak erblickte, ließ-1- sie sich rasch vom Kamele herab -1) o: beugte. 657#1. Mose,24,65#65. und fragte den Knecht: «Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Felde entgegenkommt?» Der Knecht antwortete: «Das ist mein Herr!» Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. 658#1. Mose,24,66#66. Der Knecht erzählte dann dem Isaak alles, wie es ihm ergangen war. 659#1. Mose,24,67#67. Isaak aber führte Rebekka in das Zelt seiner (verstorbenen) Mutter Sara und nahm sie auf: sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak nach dem Hingang-1- seiner Mutter. -1) o: über den Verlust. 660#1. Mose,25,1#1. ABRAHAM aber nahm nochmals eine Frau namens Ketura; 661#1. Mose,25,2#2. die gebar ihm Simran und Joksan, Medan und Midian, Jisbak und Suah. 662#1. Mose,25,3#3. Joksan wurde dann der Vater Seba's und Dedans; und die Söhne Dedans waren die Assuriter und Letusiter und die Leummiter. 663#1. Mose,25,4#4. Die Söhne Midians waren Epha und Epher, Henoch, Abida und Eldaba. Alle diese sind Nachkommen der Ketura. 664#1. Mose,25,5#5. Abraham aber übergab seinen gesamten Besitz dem Isaak; 665#1. Mose,25,6#6. dagegen den Söhnen, die er von den Nebenweibern-1- hatte, gab er nur Geschenke und ließ sie noch bei seinen Lebzeiten von seinem Sohn Isaak hinweg ostwärts in das Ostland ziehen. -1) rw: «von der Nebenfrau» (vgl. 1.Chr. 1,32). 666#1. Mose,25,7#7. Dies aber ist die Zeit-1- der Lebensjahre, die Abraham gelebt hat: hundertfünfundsiebzig Jahre; -1) = Zahl. 667#1. Mose,25,8#8. da verschied und starb er in gesegnetem Alter, hochbetagt und lebenssatt, und wurde zu seinen Stammesgenossen versammelt. 668#1. Mose,25,9#9. Seine Söhne Isaak und Ismael begruben ihn in der Höhle der Machpela auf dem Felde des Hethiters Ephron, des Sohnes Zohars, das östlich von Mamre lag, 669#1. Mose,25,10#10. auf dem Felde, das Abraham von den Hethitern käuflich erworben hatte; dort sind Abraham und seine Frau Sara begraben worden. 670#1. Mose,25,11#11. Nach Abrahams Tode aber segnete Gott dessen Sohn Isaak; dieser wohnte bei dem «Brunnen des Lebendigen, der mich sieht»-a-. -a) 1.Mo. 16,14. 671#1. Mose,25,12#12. DIES ist der Stammbaum-1- Ismaels, des Sohnes Abrahams, den die Ägypterin Hagar, die Leibmagd Sara's, dem Abraham geboren hat; -1) = die Nachkommenschaft. 672#1. Mose,25,13#13. dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihrer Geburtsfolge: Der erstgeborene Sohn Ismaels war Nebajoth, sodann Kedar, Abdeel und Mibsam, 673#1. Mose,25,14#14. Misma, Duma und Massa, 674#1. Mose,25,15#15. Hadad und Thema, Jetur, Naphis und Kedma. 675#1. Mose,25,16#16. Dies waren die Söhne Ismaels und dies ihre Namen nach ihren Niederlassungen und ihren Zeltlagern: zwölf Fürsten entsprechend ihren Völkerschaften. 676#1. Mose,25,17#17. Und dies war die Lebensdauer Ismaels: hundertsiebenunddreißig Jahre; da verschied er und starb und wurde zu seinen Stammesgenossen versammelt. 677#1. Mose,25,18#18. Sie hatten aber ihre Wohnsitze von Hawila an bis nach Sur, das östlich von Ägypten liegt, in der Richtung nach Assyrien hin: er hatte sich ostwärts von allen seinen Brüdern niedergelassen-1-. -1) aÜs: allen seinen Brüdern fiel er ins Gesicht, o: setzte er sich auf die Nase (vgl. 1.Mo. 16,12). 678#1. Mose,25,19#19. DIES ist der Stammbaum-1- Isaaks, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater Isaaks; -1) = die Familiengeschichte. 679#1. Mose,25,20#20. und Isaak war vierzig Jahre alt, als er Rebekka, die Tochter des Aramäers-1- Bethuel aus Nord-Mesopotamien, die Schwester des Aramäers Laban, zur Frau nahm. -1) = Syrers. 680#1. Mose,25,21#21. Und Isaak betete zum HErrn für seine Frau, denn sie hatte keine Kinder; da ließ der HErr sich von ihm-1- erbitten, so daß seine Frau Rebekka guter Hoffnung wurde. -1) o: für ihn. 681#1. Mose,25,22#22. Als aber die beiden Kinder sich in ihrem Schoße stießen, sagte sie: «Wenn es so steht, wozu bin ich da in diesen Zustand gekommen?» und sie ging hin, um den HErrn zu befragen. 682#1. Mose,25,23#23. Da antwortete ihr der HErr: «Zwei Völker sind in deinem Mutterschoße, und zwei Volksstämme werden sich von deinem Leibe ausscheiden; der eine Stamm wird stärker sein als der andere, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.» 683#1. Mose,25,24#24. Als nun die Zeit ihrer Niederkunft da war, stellte es sich wirklich heraus, daß Zwillinge in ihrem Leibe waren. 684#1. Mose,25,25#25. Der erste, der zum Vorschein kam, war rotbraun, rauh am ganzen Leibe wie ein haariger Mantel; darum nannte man ihn Esau-1-. -1) d.h. behaart, der Rauhe. 685#1. Mose,25,26#26. Hierauf kam sein Bruder zum Vorschein, der mit seiner Hand die Ferse Esaus gefaßt hielt; darum nannte man ihn Jakob-1-. Isaak aber war bei ihrer Geburt sechzig Jahre alt. -1) d.h. Fersenhalter, Überlister. 686#1. Mose,25,27#27. Als nun die Knaben heranwuchsen, wurde Esau ein tüchtiger Jäger, ein Mann des freien Feldes-1-; Jakob dagegen war ein stiller Mann, der in den Zelten blieb. -1) d.h. der sich auf dem Felde umhertrieb. 687#1. Mose,25,28#28. Isaak hatte den Esau lieber, weil er gern Wildbret aß; Rebekka aber hatte Jakob lieber. 688#1. Mose,25,29#29. NUN hatte Jakob eines Tages ein Gericht gekocht, als Esau ganz erschöpft vom Felde heimkam. 689#1. Mose,25,30#30. Da sagte Esau zu Jakob: «Laß mich doch schnell essen von dem Roten, dem roten Gericht da, denn ich bin ganz erschöpft!» Darum gab man ihm den Namen Edom-1-. -1) d.h. der Rote. 690#1. Mose,25,31#31. Aber Jakob antwortete: «Verkaufe mir zuvor-1- dein Erstgeburtsrecht!» -1) o: heute. 691#1. Mose,25,32#32. Da erwiderte Esau: «Ach, ich muß ja doch (bald) sterben: wozu nützt mir da das Erstgeburtsrecht?» 692#1. Mose,25,33#33. Jakob aber sagte: «Schwöre mir zuvor-1-!» Da schwur er ihm und verkaufte so dem Jakob sein Erstgeburtsrecht. -1) o: heute. 693#1. Mose,25,34#34. Hierauf gab Jakob dem Esau Brot und von dem Linsengericht-1-. Als er dann gegessen und getrunken hatte, stand er auf und ging seines Weges. So gab Esau sein Erstgeburtsrecht geringschätzig preis.-a- -1) aÜs: gab dem Esau die Mahlzeit, es war ein Linsengericht.   a) Hebr. 12,16. 694#1. Mose,26,1#1. ES kam aber eine Hungersnot über das Land, wie schon früher einmal eine zur Zeit Abrahams geherrscht hatte; darum begab sich Isaak nach Gerar zu dem Philisterkönig Abimelech-a-. -a) vgl. 1.Mo. 20,2. 695#1. Mose,26,2#2. Denn der HErr war ihm erschienen und hatte zu ihm gesagt: «Ziehe nicht nach Ägypten hinab, sondern nimm deinen Wohnsitz in dem Lande, das ich dir angeben werde! 696#1. Mose,26,3#3. Bleibe als Fremdling in diesem Lande wohnen; ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinen Nachkommen will ich alle diese Länder geben und so den Eid erfüllen, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe: 697#1. Mose,26,4#4. ich will deine Nachkommen so zahlreich werden lassen wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle diese Länder geben; und in deiner Nachkommenschaft sollen alle Völker der Erde gesegnet werden-1-, -1) aÜs: mit deinen Nachkommen (d.h. mit dem Namen deiner Nachkommen) sollen alle Völker der Erde sich segnen (= sich Segen wünschen); vgl. 1.Mo. 12,2.3. 698#1. Mose,26,5#5. zum Lohn dafür, daß Abraham meinen Weisungen gehorsam gewesen ist und meine Anordnungen beobachtet hat, meine Gebote, meine Satzungen und meine Gesetze.» 699#1. Mose,26,6#6. So blieb denn Isaak in Gerar wohnen. 700#1. Mose,26,7#7. ALS nun die Bewohner des Ortes sich nach seiner Frau erkundigten, sagte er: «Sie ist meine Schwester»; er scheute sich nämlich zu sagen: «Sie ist meine Frau»; «denn», dachte er, «es könnten sonst die Leute des Ortes mich um Rebekka's willen ums Leben bringen; sie ist ja von großer Schönheit.» 701#1. Mose,26,8#8. Als er sich nun längere Zeit dort aufgehalten hatte, schaute der Philisterkönig Abimelech einmal zum Fenster hinaus und sah, wie Isaak seine Frau Rebekka herzte. 702#1. Mose,26,9#9. Da ließ Abimelech den Isaak rufen und sagte: «Sie ist ja doch deine Frau! wie hast du sie da für deine Schwester ausgeben können?» Isaak antwortete ihm: «Ja, ich dachte, ich müßte sonst ihretwegen sterben.» 703#1. Mose,26,10#10. Da erwiderte Abimelech: «Was hast du uns da angetan! Wie leicht hätte es geschehen können, daß einer aus dem Volke hier deiner Frau Gewalt angetan hätte! dann würdest du eine Verschuldung über uns gebracht haben.» 704#1. Mose,26,11#11. Hierauf gebot Abimelech dem ganzen Volke: «Wer sich an diesem Manne oder an seiner Frau vergreift, soll unfehlbar mit dem Tode bestraft werden!» 705#1. Mose,26,12#12. ISAAK säte dann in jenem Lande und erntete in jenem Jahre das Hundertfache; denn der HErr segnete ihn. 706#1. Mose,26,13#13. So wurde er denn ein reicher Mann und wurde immer reicher, bis er über die Maßen reich war; 707#1. Mose,26,14#14. denn er besaß Herden von Kleinvieh und Herden von Rindern und ein zahlreiches Gesinde, so daß die Philister neidisch auf ihn wurden. 708#1. Mose,26,15#15. Daher verschütteten die Philister alle Brunnen, welche die Knechte seines Vaters einst bei Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben hatten, und füllten sie mit Schutt an. 709#1. Mose,26,16#16. Da sagte Abimelech zu Isaak: «Verlaß unser Land, denn du bist uns zu stark geworden.» 710#1. Mose,26,17#17. Da zog Isaak von dort weg, schlug sein Lager im Tale von Gerar auf und nahm dort seinen Wohnsitz. 711#1. Mose,26,18#18. Hierauf ließ Isaak die Wasserbrunnen, welche man bei Lebzeiten seines Vaters Abraham gegraben und die die Philister nach dem Tode Abrahams verschüttet hatten, wieder aufgraben und legte ihnen dieselben Namen bei, die sein Vater ihnen gegeben hatte. 712#1. Mose,26,19#19. Auch gruben die Leute Isaaks im Talgrunde nach und fanden dort einen Brunnen mit Quellwasser. 713#1. Mose,26,20#20. Aber die Hirten von Gerar fingen mit den Hirten Isaaks Streit an, indem sie behaupteten, das Wasser gehöre ihnen. Da nannte er den Brunnen «Zankbrunnen», weil sie sich dort mit ihm gezankt hatten. 714#1. Mose,26,21#21. Dann gruben sie einen andern Brunnen, gerieten aber auch über diesen in Streit; daher nannte er ihn «Anfeindung». 715#1. Mose,26,22#22. Darauf zog er von dort weiter und grub wieder einen Brunnen, über den dann kein Streit mehr entstand; daher nannte er ihn «Freier Raum», indem er sagte: «Jetzt hat der HErr uns freien Raum geschafft, so daß wir uns im Lande ausbreiten können.» 716#1. Mose,26,23#23. Von dort zog er dann nach Beerseba hinauf. 717#1. Mose,26,24#24. Da erschien ihm der HErr in jener Nacht und sprach: «Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; ich will dich segnen und deine Nachkommenschaft zahlreich werden lassen um meines Knechtes Abraham willen.» 718#1. Mose,26,25#25. Da baute er dort einen Altar, rief den Namen des HErrn an und schlug dort sein Zelt auf; hierauf gruben die Knechte Isaaks dort nach einem Brunnen. 719#1. Mose,26,26#26. DA kam Abimelech mit seinem Freunde Ahussath und seinem Heerführer Pichol-a- aus Gerar zu ihm. -a) 1.Mo. 21,22. 720#1. Mose,26,27#27. Isaak fragte sie: «Warum kommt ihr zu mir, da ihr doch feindlich gegen mich gesinnt seid und mich aus eurem Lande vertrieben habt?» 721#1. Mose,26,28#28. Da antworteten sie: «Wir haben klar erkannt, daß der HErr mit dir ist; darum haben wir gedacht, es solle doch ein eidliches Abkommen zwischen uns beiden, zwischen uns und dir, zustande kommen, und wir wollen einen Vertrag mit dir schließen, 722#1. Mose,26,29#29. daß du uns nichts zuleide tun willst, wie auch wir dir keinen Schaden zugefügt, sondern dir nur Gutes erwiesen und dich in Frieden haben ziehen lassen: du bist nun einmal der Gesegnete des HErrn!» 723#1. Mose,26,30#30. Da richtete er ihnen ein Gastmahl aus, und sie aßen und tranken. 724#1. Mose,26,31#31. Am andern Morgen in der Frühe aber leisteten sie einander den Schwur; dann ließ Isaak sie ziehen, und sie schieden als Freunde von ihm. 725#1. Mose,26,32#32. An demselben Tage kamen dann die Knechte Isaaks und berichteten ihm von dem Brunnen, den sie gegraben hatten, mit den Worten: «Wir haben Wasser gefunden!» 726#1. Mose,26,33#33. Da nannte er ihn «Sibea»-1-. Daher heißt die Stadt dort «Beerseba»-2- bis auf den heutigen Tag. -1) Sebua = Schwur, Eidvertrag.   2) d.h. Schwurbrunnen, vgl. 1.Mo. 21,31. 727#1. Mose,26,34#34. ALS nun Esau vierzig Jahre alt war, heiratete er Judith, die Tochter des Hethiters Beeri, und Basmath, die Tochter des Hethiters Elon: 728#1. Mose,26,35#35. die waren ein Herzenskummer für Isaak und Rebekka. 729#1. Mose,27,1#1. ALS aber Isaak alt geworden und sein Augenlicht erloschen war, so daß er nicht mehr sehen konnte, berief er seinen älteren Sohn Esau und sagte zu ihm: «Mein Sohn!» Er antwortete ihm: «Hier bin ich!» 730#1. Mose,27,2#2. Jener fuhr fort: «Du siehst, ich bin alt geworden und weiß nicht, wie bald ich sterben werde. 731#1. Mose,27,3#3. So nimm nun doch deine Jagdgeräte, deinen Köcher und Bogen, und gehe aufs Feld hinaus und erjage ein Stück Wild für mich; 732#1. Mose,27,4#4. dann bereite mir ein schmackhaftes Gericht, wie ich es liebe, und bringe es mir herein, damit ich esse und dich dann segne-1-, bevor ich sterbe.» -1) w: damit meine Seele dich segne. 733#1. Mose,27,5#5. REBEKKA hatte aber zugehört, als Isaak so zu seinem Sohne Esau redete. Während nun Esau aufs Feld hinausging, um ein Stück Wild zu erjagen und heimzubringen, 734#1. Mose,27,6#6. sagte Rebekka zu ihrem Sohne Jakob: «Ich habe soeben gehört, wie dein Vater mit deinem Bruder Esau geredet hat und zu ihm sagte: 735#1. Mose,27,7#7. ,Bringe mir doch ein Stück Wild und bereite mir ein schmackhaftes Gericht, damit ich esse und dich dann vor dem Angesicht des HErrn segne, bevor ich sterbe.' 736#1. Mose,27,8#8. So höre nun, mein Sohn, auf den Rat, den ich dir jetzt gebe! 737#1. Mose,27,9#9. Gehe hin zur Herde und hole mir von dort zwei gute Ziegenböckchen; die will ich dann für deinen Vater zu einem schmackhaften Gericht zubereiten, wie er es liebt; 738#1. Mose,27,10#10. das bringst du dann deinem Vater hinein, damit er es ißt und dich dann noch vor seinem Tode segnet.» 739#1. Mose,27,11#11. Da erwiderte Jakob seiner Mutter Rebekka: «Ja, aber mein Bruder Esau ist stark behaart, während ich eine glatte Haut habe. 740#1. Mose,27,12#12. Vielleicht wird mein Vater mich betasten: dann würde ich als Betrüger vor ihm dastehen und einen Fluch statt des Segens über mich bringen.» 741#1. Mose,27,13#13. Aber seine Mutter antwortete ihm: «Den Fluch, der dich treffen könnte, nehme ich auf mich, mein Sohn! Folge du nur meinem Rat: geh hin und hole mir die Böckchen!» 742#1. Mose,27,14#14. Da ging er hin, holte die Böckchen und brachte sie seiner Mutter; und diese bereitete davon ein schmackhaftes Gericht, wie sein Vater es liebte. 743#1. Mose,27,15#15. Hierauf holte Rebekka die Festtagskleider ihres älteren Sohnes Esau, die sich bei ihr in der Wohnung befanden, und gab sie ihrem jüngeren Sohne Jakob zum Anziehen; 744#1. Mose,27,16#16. die Felle der Ziegenböckchen aber legte sie ihm um die Arme und um die glatten Stellen seines Halses; 745#1. Mose,27,17#17. dann gab sie das schmackhafte Essen nebst dem Brot, das sie gebacken hatte, ihrem Sohne Jakob in die Hand. 746#1. Mose,27,18#18. SO ging er denn zu seinem Vater hinein und sagte: «Mein Vater!» Dieser antwortete: «Hier bin ich! wer bist du, mein Sohn?» 747#1. Mose,27,19#19. Jakob erwiderte seinem Vater: «Ich bin Esau, dein erstgeborener Sohn; ich habe getan, wie du mir aufgetragen hast. Richte dich nun auf, setze dich und iß von meinem Wildbret, damit du mich dann segnest.» 748#1. Mose,27,20#20. Da fragte Isaak seinen Sohn: «Wie hast du denn so schnell etwas gefunden, mein Sohn?» Er antwortete: «Ja, der HErr, dein Gott, hat es mir entgegenlaufen lassen-1-.» -1) aÜs: hat es sich gut für mich treffen lassen. 749#1. Mose,27,21#21. Da sagte Isaak zu Jakob: «Tritt doch näher heran, mein Sohn, damit ich dich betaste, ob du wirklich mein Sohn Esau bist oder nicht!» 750#1. Mose,27,22#22. Da trat Jakob nahe an seinen Vater Isaak heran, und als dieser ihn betastet hatte, sagte er: «Die Stimme ist Jakobs Stimme, aber die Arme sind Esau's Arme;» 751#1. Mose,27,23#23. und er erkannte ihn nicht, weil seine Arme behaart waren wie die Arme seines Bruders Esau; so segnete er ihn denn. 752#1. Mose,27,24#24. Er fragte nämlich: «Du bist doch wirklich mein Sohn Esau?» Jener antwortete: «Ja ich bin's.» 753#1. Mose,27,25#25. Da fuhr er fort: «So reiche es mir her, damit ich von dem Wildbret meines Sohnes esse und ich dich dann segne.» Da reichte er es ihm hin, und er aß; er brachte ihm auch Wein, den er trank. 754#1. Mose,27,26#26. Hierauf sagte sein Vater Isaak zu ihm: «Tritt nun nahe heran, mein Sohn, und küsse mich!» 755#1. Mose,27,27#27. Da trat er heran und küßte ihn; dabei roch jener den Geruch seiner Kleider und segnete ihn mit den Worten: «Ja, der Geruch meines Sohnes ist wie der Geruch-1- eines Feldes, das der HErr gesegnet hat. -1) o: Duft. 756#1. Mose,27,28#28. So gebe Gott dir denn vom Tau des Himmels und von den Fruchtgefilden der Erde Überfluß sowohl an Korn als auch an Wein! 757#1. Mose,27,29#29. Völker sollen dir dienen und Völkerschaften sich vor dir beugen! Sei ein Herr über deine Brüder, und bücken sollen sich vor dir die Söhne deiner Mutter! Wer dir flucht, der sei verflucht, und wer dich segnet, der soll gesegnet sein!» 758#1. Mose,27,30#30. ALS nun Isaak mit der Segnung Jakobs eben zu Ende war und Jakob kaum von seinem Vater Isaak hinausgegangen war, da kam sein Bruder Esau von seiner Jagd zurück. 759#1. Mose,27,31#31. Er bereitete gleichfalls ein schmackhaftes Gericht, brachte es seinem Vater hinein und sagte zu ihm: «Richte dich auf, mein Vater, und iß vom Wildbret deines Sohnes, damit du mich dann segnest!» 760#1. Mose,27,32#32. Da fragte ihn sein Vater Isaak: «Wer bist du?» Er antwortete: «Ich bin dein erstgeborener Sohn Esau.» 761#1. Mose,27,33#33. Da erbebte-1- Isaak über alle Maßen und sagte: «Wer ist denn der gewesen, der ein Stück Wild erjagt und es mir gebracht hat? Ich habe von allem gegessen, ehe du kamst, und habe ihn gesegnet; so wird er nun auch gesegnet bleiben.» -1) = erschrak. 762#1. Mose,27,34#34. Sobald Esau diese Worte seines Vaters vernahm, erhob er ein überaus lautes und klägliches Geschrei und bat seinen Vater: «Segne auch mich, mein Vater!» 763#1. Mose,27,35#35. Isaak aber antwortete: «Dein Bruder ist mit List gekommen und hat den dir gebührenden Segen vorweggenommen.» 764#1. Mose,27,36#36. Da sagte Esau: «Ja, er heißt mit Recht Jakob-1-; denn er hat mich nun schon zweimal überlistet: mein Erstgeburtsrecht hat er mir genommen, und jetzt hat er mich auch um meinen Segen gebracht!» Dann fragte er: «Hast du denn für mich keinen Segen zurückbehalten?» -1) d.h. Überlister; vgl. 1.Mo. 25,26. 765#1. Mose,27,37#37. Da antwortete Isaak dem Esau mit den Worten: «Ich habe ihn nun einmal zum Herrn über dich gesetzt und alle seine Brüder ihm zu Knechten gegeben; mit Korn und Wein habe ich ihn versorgt! was könnte ich also nun noch für dich tun, mein Sohn?» 766#1. Mose,27,38#38. Da sagte Esau zu seinem Vater: «Hast du denn nur den einen Segen, mein Vater? Segne auch mich, mein Vater!» und Esau begann laut zu weinen. 767#1. Mose,27,39#39. Da antwortete ihm sein Vater Isaak mit den Worten: «Ach, ohne fetten Erdboden-1- wird dein Wohnsitz sein und ohne Tau vom Himmel droben! -1) aÜs: fern von den Fettgefilden (o: Fruchtgefilden) der Erde. 768#1. Mose,27,40#40. Mittels deines Schwertes mußt du leben, und deinem Bruder sollst du dienstbar sein. Wenn du aber rüttelst-1-, wirst du sein Joch dir vom Nacken abschütteln. -1) o: dich anstrengst. 769#1. Mose,27,41#41. SO wurde denn Esau dem Jakob feind wegen des Segens, den sein Vater ihm erteilt hatte; und Esau dachte bei sich: «Bald werden die Tage der Trauer um meinen Vater kommen, dann will ich meinen Bruder Jakob totschlagen!» 770#1. Mose,27,42#42. Als nun der Rebekka diese Äußerungen ihres älteren Sohnes Esau hinterbracht wurden, ließ sie ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sagte zu ihm: «Wisse: dein Bruder Esau sinnt auf Rache gegen dich und will dich totschlagen! 771#1. Mose,27,43#43. Darum höre nun, was ich dir rate, mein Sohn! Mache dich auf, fliehe zu meinem Bruder Laban nach Haran 772#1. Mose,27,44#44. und bleibe einige Zeit bei ihm, bis der Groll deines Bruders sich gelegt hat! 773#1. Mose,27,45#45. Wenn dann sein Zorn gegen dich geschwunden ist und er vergessen hat, was du ihm angetan hast, dann will ich hinsenden und dich von dort zurückholen lassen. Warum soll ich euch beide an einem Tage verlieren-1-?» -1) der Mörder würde der Blutrache verfallen. 774#1. Mose,27,46#46. Hierauf sagte Rebekka zu Isaak: «Das Leben wird mir verleidet durch diese Hethiterinnen! Wenn auch Jakob sich solch eine Hethiterin zur Frau nähme, eine von den Töchtern des Landes, was hätte ich da noch vom Leben?» 775#1. Mose,28,1#1. DA ließ Isaak den Jakob rufen, segnete ihn und gebot ihm: «Du darfst dir keine Frau aus den Töchtern der Kanaanäer nehmen. 776#1. Mose,28,2#2. Mache dich auf, gehe nach Nord-Mesopotamien zum Hause Bethuels, des Vaters deiner Mutter, und hole dir von dort eine Frau, eine von den Töchtern Labans, des Bruders deiner Mutter! 777#1. Mose,28,3#3. Der allmächtige Gott aber segne dich, er mache dich fruchtbar und lasse dich zahlreich werden, so daß du zu einem Haufen-1- von Völkern wirst! -1) = einer Menge. 778#1. Mose,28,4#4. und er gewähre dir den Segen Abrahams, dir und deinen Nachkommen mit dir, damit du das Land, in dem du bis jetzt als Fremdling gewohnt hast und das Gott dem Abraham verliehen hat, in Besitz nimmst.» 779#1. Mose,28,5#5. So ließ Isaak den Jakob ziehen, und dieser machte sich auf den Weg nach Nord-Mesopotamien zu Laban, dem Sohne des Aramäers Bethuel, dem Bruder Rebekka's, der Mutter Jakobs und Esau's. 780#1. Mose,28,6#6. ALS nun Esau sah-1-, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Nord-Mesopotamien hatte ziehen lassen, damit er sich von dort eine Frau hole, und daß er ihn gesegnet und ihm die Weisung gegeben hatte, keine Frau von den Töchtern der Kanaanäer zu nehmen, -1) o: erfuhr. 781#1. Mose,28,7#7. und daß Jakob seinem Vater und seiner Mutter gehorsam gewesen und nach Nord-Mesopotamien gezogen war: 782#1. Mose,28,8#8. da merkte Esau, daß die Töchter der Kanaanäer seinem Vater mißfielen. 783#1. Mose,28,9#9. Darum begab er sich zu Ismael und nahm zu seinen Frauen noch eine andere Frau hinzu, nämlich Mahalath, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajoths. 784#1. Mose,28,10#10. ALS Jakob aber von Beerseba aufgebrochen war und sich auf die Wanderschaft nach Haran begeben hatte, 785#1. Mose,28,11#11. gelangte er an die (heilige) Stätte-1-, und blieb daselbst über Nacht; denn die Sonne war schon untergegangen. Er nahm also einen von den Steinen, die dort lagen, machte ihn zu seinem Kopflager und legte sich daselbst schlafen. -1) gemeint ist die später hochheilige Örtlichkeit von Bethel. 786#1. Mose,28,12#12. Da hatte er einen Traum: er sah eine Leiter, die auf der Erde stand und mit ihrer Spitze bis an den Himmel reichte, und die Engel Gottes stiegen auf ihr hinauf und herab. 787#1. Mose,28,13#13. Plötzlich stand dann der HErr auf ihr-1- und sagte: «Ich bin der HErr, der Gott deines Vaters-2- Abraham und der Gott Isaaks; das Land, auf dem du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben; -1) o: vor ihm.   2) = Großvaters. 788#1. Mose,28,14#14. und deine Nachkommen sollen so zahlreich werden wie der Staub der Erde; und du sollst dich nach Westen und Osten, nach Norden und Süden hin ausbreiten, und in dir und in deinen Nachkommen sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden-1-. -1) aÜs: mit dir und deinen Nachkommen (d.h. mit deinem und deines Geschlechtes Namen) sollen sich alle Geschlechter der Erde segnen; vgl. 1.Mo. 12,2.3. 789#1. Mose,28,15#15. Und siehe, ich will mit dir sein und dich überall behüten, wohin du gehst, und will dich auch in dieses Land zurückbringen; denn ich will dich nicht verlassen, bis ich das ausgeführt habe, was ich dir verheißen habe.» 790#1. Mose,28,16#16. DA erwachte Jakob aus seinem Schlaf und sagte: «Wahrlich, der HErr ist an dieser Stätte gegenwärtig, ohne daß ich es wußte!» 791#1. Mose,28,17#17. Da fürchtete er sich und rief aus: «Wie schaurig ist diese Stätte! Ja, hier ist das Haus-1- Gottes und hier die Pforte des Himmels!» -1) o: die Wohnung. 792#1. Mose,28,18#18. Am Morgen aber in aller Frühe stand Jakob auf, nahm den Stein, den er sich zum Lager für sein Haupt gemacht hatte, richtete ihn als Denkstein-1- auf und goß Öl oben darauf. -1) o: Malstein (hebr. -+Massebe-), meist eine Steinsäule, durch die ein Ort als gottgeweiht bezeichnet wurde. 793#1. Mose,28,19#19. Er gab dann jener Stätte den Namen «Bethel»-1- - vordem hatte die Ortschaft «Lus» geheißen - -1) d.h. Haus Gottes. 794#1. Mose,28,20#20. und sprach hierauf folgendes Gelübde aus: «Wenn Gott mit mir ist und mich auf dem Wege, den ich jetzt gehen muß, behütet und mir Brot zur Nahrung und Kleidung zum Anziehen gibt 795#1. Mose,28,21#21. und ich glücklich in mein Vaterhaus zurückkehre, so soll der HErr mein Gott sein, 796#1. Mose,28,22#22. und dieser Stein, den ich als Denkstein aufgerichtet habe, soll zu einem Gotteshause werden, und von allem, was du mir geben wirst, will ich dir getreulich den Zehnten entrichten!» 797#1. Mose,29,1#1. HIERAUF setzte Jakob seine Wanderung fort und gelangte in das Land, das gegen Osten lag. 798#1. Mose,29,2#2. Als er sich dort umsah, gewahrte er auf dem Felde einen Brunnen, an dem gerade drei Herden Kleinvieh lagerten; denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken; über der Öffnung des Brunnens aber lag ein großer Stein. 799#1. Mose,29,3#3. Diesen wälzte man erst dann, wenn alle Herden dort zusammengetrieben waren, von der Brunnenöffnung ab und tränkte das Kleinvieh; darauf legte man den Stein wieder zurück an seinen Platz über der Öffnung des Brunnens. 800#1. Mose,29,4#4. Da sagte Jakob zu den Leuten: «Meine Brüder, woher seid ihr?» Sie antworteten: «Wir sind aus Haran.» 801#1. Mose,29,5#5. Hierauf fragte er sie: «Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors?» Sie antworteten: «Ja, den kennen wir.» 802#1. Mose,29,6#6. Da fragte er sie: «Geht es ihm gut?» Sie erwiderten: «Ja; und da kommt gerade seine Tochter Rahel mit dem Kleinvieh!» 803#1. Mose,29,7#7. Da sagte er: «Es ist ja noch hoch am Tage, und noch ist's nicht die Zeit, das Vieh zusammenzutreiben; tränkt doch das Kleinvieh und laßt es dann wieder weiden!» 804#1. Mose,29,8#8. Sie antworteten: «Das können wir nicht, bis alle Herden beisammen sind; dann erst wälzt man den Stein von der Öffnung des Brunnens ab, und wir tränken das Kleinvieh.» 805#1. Mose,29,9#9. WÄHREND er noch mit ihnen redete, war Rahel mit dem Kleinvieh ihres Vaters herangekommen; denn sie war eine Hirtin. 806#1. Mose,29,10#10. Sobald nun Jakob Rahel, die Tochter seines Oheims Laban, und das Kleinvieh seines Oheims Laban erblickt hatte, trat er hinzu, wälzte den Stein von der Brunnenöffnung ab und tränkte das Kleinvieh seines Oheims Laban. 807#1. Mose,29,11#11. Dann küßte er Rahel, weinte laut 808#1. Mose,29,12#12. und teilte ihr mit, daß er ein Neffe ihres Vaters und zwar ein Sohn Rebekka's sei; da eilte sie weg und berichtete es ihrem Vater. 809#1. Mose,29,13#13. Als nun Laban die Nachricht über Jakob, den Sohn seiner Schwester, vernahm, lief er ihm entgegen, umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus; da erzählte er dem Laban seine ganze Lebensgeschichte. 810#1. Mose,29,14#14. Laban aber sagte zu ihm: «Fürwahr, du bist von meinem Fleisch und Bein-1-.» ALS Jakob nun einen Monat lang bei Laban geblieben war, -1) d.h. du bist ein zu mir gehöriger Blutsverwandter. 811#1. Mose,29,15#15. sagte dieser zu ihm: «Du bist doch mein Verwandter-1-: solltest du da umsonst für mich arbeiten? Laß mich wissen, was dein Lohn sein soll!» -1) = Neffe. 812#1. Mose,29,16#16. Nun hatte Laban zwei Töchter: die ältere hieß Lea, die jüngere Rahel; 813#1. Mose,29,17#17. Lea hatte matte Augen, während Rahel schön von Gestalt und schön von Angesicht war. 814#1. Mose,29,18#18. Daher hatte Jakob die Rahel lieb gewonnen und sagte: «Ich will dir sieben Jahre lang um deine jüngere Tochter Rahel dienen.» 815#1. Mose,29,19#19. Laban antwortete: «Es ist besser, ich gebe sie dir als einem fremden Manne: bleibe also bei mir!» 816#1. Mose,29,20#20. So diente denn Jakob um Rahel sieben Jahre, und diese kamen ihm wie wenige Tage vor: so lieb hatte er Rahel. 817#1. Mose,29,21#21. Hierauf sagte Jakob zu Laban: «Meine Zeit ist abgelaufen: gib mir nun meine Frau, damit ich mich mit ihr verheirate.» 818#1. Mose,29,22#22. Da lud Laban alle Einwohner des Ortes ein und veranstaltete ein Festmahl; 819#1. Mose,29,23#23. am Abend aber nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm hinein, und er wohnte ihr bei; 820#1. Mose,29,24#24. und Laban gab seiner Tochter Lea seine Magd Silpa zur Leibmagd. 821#1. Mose,29,25#Am andern Morgen aber stellte es sich heraus, daß es Lea war. 25. Als er nun zu Laban sagte: «Was hast du mir da angetan! Habe ich nicht um Rahel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?» 822#1. Mose,29,26#26. antwortete Laban: «Hier zu Lande ist es nicht Sitte, die jüngere Tochter vor der älteren wegzugeben. 823#1. Mose,29,27#27. Bringe die Brautwoche mit dieser zu Ende, dann soll dir auch die andere gegeben werden für den Dienst, den du mir noch weitere sieben Jahre leisten mußt.» 824#1. Mose,29,28#28. Jakob willigte ein und hielt die Brautwoche mit Lea aus; dann gab Laban ihm auch seine Tochter Rahel zur Frau; 825#1. Mose,29,29#29. und Laban gab seiner Tochter Rahel seine Magd Bilha zur Leibmagd. 826#1. Mose,29,30#30. Jakob ging nun auch zu Rahel ein, hatte aber Rahel lieber als Lea; er blieb dann noch weitere sieben Jahre bei Laban im Dienst. 827#1. Mose,29,31#31. ALS nun der HErr sah, daß Lea ungeliebt war, machte er sie fruchtbar, während Rahel kinderlos blieb. 828#1. Mose,29,32#32. Lea wurde also guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den sie Ruben-1- nannte; «denn», sagte sie, «der HErr hat mein Elend angesehen; ja, nun wird mein Mann mich lieb gewinnen.» -1) d.h: Sehet ein Sohn! 829#1. Mose,29,33#33. Hierauf wurde sie wieder guter Hoffnung, und als sie einen Sohn geboren hatte, sagte sie: «Weil der HErr gehört hat, daß ich ungeliebt bin, hat er mir auch diesen Sohn gegeben»; darum nannte sie ihn Simeon-1-. -1) d.h. Erhörung. 830#1. Mose,29,34#34. Als sie dann wieder guter Hoffnung geworden war und einen Sohn gebar, sagte sie: «Nun endlich wird mein Mann mir anhangen-1-, denn ich habe ihm drei Söhne geboren»; darum nannte sie ihn Levi-2-. -1) o: zugetan sein.   2) d.h. Anschließung, Anhänglichkeit. 831#1. Mose,29,35#35. Hierauf wurde sie nochmals guter Hoffnung und gebar einen Sohn; da sagte sie: «Diesmal will ich den HErrn preisen!» darum nannte sie ihn Juda-1-. Danach bekam sie kein Kind mehr. -1) d.h. Gegenstand des Preises. 832#1. Mose,30,1#1. ALS nun Rahel sah, daß sie dem Jakob keine Kinder gebar, wurde sie auf ihre Schwester neidisch-1- und sagte zu Jakob: «Schaffe mir Kinder, oder ich sterbe!» -1) o: eifersüchtig. 833#1. Mose,30,2#2. Da geriet Jakob in Zorn gegen Rahel und sagte: «Stehe ich etwa an Gottes Statt, der dir Kindersegen versagt hat?» 834#1. Mose,30,3#3. Da erwiderte sie: «Hier hast du meine Leibmagd Bilha; gehe zu ihr ein, damit sie auf meinen Knieen-1- gebiert-2- und auch ich durch sie zu Kindern komme!» -1) o: auf meinem Schoß.   2) d.h. Mutter eines Kindes wird, das ich alsdann als mein eigenes annehmen will; vgl. 1.Mo. 50,23. 835#1. Mose,30,4#4. So gab sie ihm ihre Leibmagd Bilha zum (Neben-)Weib, und Jakob ging zu ihr ein; 836#1. Mose,30,5#5. da wurde Bilha guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen Sohn. 837#1. Mose,30,6#6. Rahel aber sagte: «Gott hat mich mein Recht finden lassen und auch meine Bitte erhört und mir einen Sohn geschenkt!» darum gab sie ihm den Namen Dan-1-. -1) d.h. Richter o. einer, der Recht schafft. 838#1. Mose,30,7#7. Hierauf wurde Bilha, die Leibmagd Rahels, wieder guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen zweiten Sohn. 839#1. Mose,30,8#8. Da sagte Rahel: «Gotteskämpfe-1- habe ich mit meiner Schwester gekämpft und habe auch gesiegt!» Darum nannte sie ihn Naphthali-2-. -1) d.h. Kämpfe mit Gottes Hilfe.   2) d.h. der Erkämpfte. 840#1. Mose,30,9#9. ALS nun Lea sah, daß sie nicht mehr Mutter wurde, nahm sie ihre Leibmagd Silpa und gab sie dem Jakob zum (Neben-)Weibe. 841#1. Mose,30,10#10. So gebar denn Silpa, die Leibmagd Lea's, dem Jakob einen Sohn. 842#1. Mose,30,11#11. Da sagte Lea: «Glückauf!» und gab ihm den Namen Gad-1-. -1) d.h. Glück. 843#1. Mose,30,12#12. Hierauf gebar Silpa, die Leibmagd Lea's, dem Jakob noch einen zweiten Sohn. 844#1. Mose,30,13#13. Da sagte Lea: «Ich Glückliche! Ja glücklich werden mich die Töchter des Volkes-1- preisen!» Darum nannte sie ihn Asser-2-. -1) = die Frauen.   2) d.h. beglückt o. Glückbringer. 845#1. Mose,30,14#14. ALS nun Ruben einmal in den Tagen der Weizenernte ausging, fand er Liebesäpfel auf dem Felde und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sagte Rahel zu Lea: «Gib mir doch einige von den Liebesäpfeln deines Sohnes!» 846#1. Mose,30,15#15. Aber sie antwortete ihr: «Ist es nicht genug, daß du mir meinen Mann genommen hast? Willst-1- du mir nun auch noch die Liebesäpfel meines Sohnes nehmen?» Darauf antwortete Rahel: «So mag Jakob denn diese Nacht bei dir verbringen zum Entgelt für die Liebesäpfel deines Sohnes!» -1) o: mußt. 847#1. Mose,30,16#16. Als Jakob nun am Abend vom Felde heimkam, ging Lea hinaus ihm entgegen und sagte: «Zu mir mußt du eingehen; denn ich habe dich um vollen Preis mit den Liebesäpfeln meines Sohnes erkauft!» So verbrachte er denn jene Nacht bei ihr; 848#1. Mose,30,17#17. und Gott erhörte die Bitte der Lea, so daß sie guter Hoffnung wurde und dem Jakob einen fünften Sohn gebar. 849#1. Mose,30,18#18. Da sagte Lea: «Gott hat mir meinen Lohn dafür gegeben, daß ich meine Leibmagd meinem Manne überlassen habe»; darum gab sie ihm den Namen Issaschar-1-. -1) d.h. Lohnempfang o. mein Lohn. 850#1. Mose,30,19#19. Hierauf wurde Lea noch einmal guter Hoffnung und gebar dem Jakob einen sechsten Sohn. 851#1. Mose,30,20#20. Da sagte Lea: «Gott hat mich mit einem schönen Geschenk bedacht: nun endlich wird mein Mann bei mir wohnen; denn ich habe ihm sechs Söhne geboren!» Darum nannte sie ihn Sebulon-1-. -1) d.h. Wohner. 852#1. Mose,30,21#21. Später gebar sie noch eine Tochter, die sie Dina-a- nannte. -a) vgl. 1.Mo. 34. 853#1. Mose,30,22#22. NUN dachte Gott auch an Rahel: Gott erhörte sie und vergönnte ihr Mutterfreuden; 854#1. Mose,30,23#23. sie wurde guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sagte sie: «Gott hat meine Schmach hinweggenommen!» 855#1. Mose,30,24#24. Darum gab sie ihm den Namen Joseph-1-, indem sie sagte: «Der HErr möge mir noch einen Sohn hinzufügen!» -1) d.h. er nahm weg; o: er fügte hinzu! 856#1. Mose,30,25#25. ALS nun Rahel den Joseph geboren hatte, sagte Jakob zu Laban: «Laß mich ziehen! ich möchte in meine Heimat und in mein Vaterland zurückkehren. 857#1. Mose,30,26#26. Gib mir meine Frauen und meine Kinder, um die ich dir gedient habe, damit ich hinziehen kann; du weißt ja selbst, welche Dienste ich dir geleistet habe.» 858#1. Mose,30,27#27. Da antwortete ihm Laban: «Erweise mir doch eine Liebe! Es ist mir klar geworden, daß der HErr mich um deinetwillen gesegnet hat.» 859#1. Mose,30,28#28. Dann fuhr er fort: «Bestimme nur den Lohn, den du von mir verlangst, so will ich ihn dir geben.» 860#1. Mose,30,29#29. Da antwortete er ihm: «Du weißt selbst, wie ich dir gedient habe und was aus deinem Viehbesitz unter meiner Hut geworden ist. 861#1. Mose,30,30#30. Du besaßest ja vor meiner Ankunft nur wenig; aber nun hat er sich gewaltig vermehrt, und der HErr hat dich bei allem, was ich unternommen habe, gesegnet. Nun aber - wann soll auch ich für meine Familie sorgen?» 862#1. Mose,30,31#31. Da fragte jener: «Was soll ich dir geben?» Jakob antwortete: «Du brauchst mir gar nichts zu geben! Wenn du nur auf folgenden Vorschlag von mir eingehst, so will ich dein Kleinvieh von neuem weiden und hüten: 863#1. Mose,30,32#32. ich will heute durch dein sämtliches Kleinvieh hindurchgehen, indem ich daraus alle gesprenkelten und gefleckten Tiere und überdies jedes dunkelfarbige Stück unter den Schaflämmern und alle gefleckten und gesprenkelten Ziegen absondere; und nur solche Tiere sollen mein Lohn sein. 864#1. Mose,30,33#33. Und darin soll an irgend einem künftigen Tage meine Ehrlichkeit sich klar erweisen: Wenn du kommst, um dir meinen Lohn anzusehen, so soll jedes Stück, das unter den Ziegen nicht gesprenkelt oder gefleckt und unter den Schafen nicht dunkelfarbig ist, als von mir gestohlen gelten.» 865#1. Mose,30,34#34. Da sagte Laban: «Gut! dein Vorschlag soll gelten!» 866#1. Mose,30,35#35. ER sonderte dann noch an demselben Tage die gestreiften und gefleckten Ziegenböcke und alle gesprenkelten und gefleckten Ziegen ab, jedes Stück, woran nur etwas Weißes war, und alles, was unter den Schafen dunkelfarbig war, und übergab diese Tiere der Hut seiner Söhne. 867#1. Mose,30,36#36. Sodann setzte er einen Zwischenraum von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob fest; Jakob aber blieb als Hirt bei dem übrigen Kleinvieh Labans. 868#1. Mose,30,37#37. Nun holte sich Jakob frische Stäbe-1- von Weißpappeln, sowie von Mandelbäumen und Platanen und schälte an ihnen weiße Streifen heraus, indem er das Weiße an den Stäben bloßlegte; -1) o: Schosse. 869#1. Mose,30,38#38. dann stellte er die Stäbe, die er geschält hatte in die Wassertröge, in die Wassertränkrinnen, zu denen das Kleinvieh zum Trinken zu kommen pflegte, gerade vor die Tiere hin. Wenn dann die Tiere, die zur Tränke kamen, brünstig wurden 870#1. Mose,30,39#39. und sich vor den Stäben begatteten, so brachten sie gestreifte, gesprenkelte und gefleckte Junge zur Welt. 871#1. Mose,30,40#40. Jakob sonderte dann die Lämmer ab und richtete die Blicke der Tiere auf das Gestreifte-1- und alles Dunkelfarbige unter dem Kleinvieh Labans, und legte (so) für sich besondere Herden an, die er nicht zu dem Kleinvieh Labans tat. -1) aÜs: und machte zum Vortrab der Herde das Gestreifte . . . 872#1. Mose,30,41#41. Und so oft fortan das kräftige Kleinvieh brünstig wurde, stellte Jakob die Stäbe den Tieren vor die Augen in die Wassertröge, damit sie sich vor den Stäben begatteten; 873#1. Mose,30,42#42. wenn dagegen die Tiere schwächlich waren, stellte er sie nicht hin; so kam es, daß die schwächlichen Tiere dem Laban, die kräftigen aber dem Jakob zuteil wurden. 874#1. Mose,30,43#43. So wurde er ein außerordentlich reicher Mann, und er erwarb sich große Herden, auch Mägde und Knechte, Kamele und Esel. 875#1. Mose,31,1#1. DA erhielt Jakob Kunde von den Äußerungen der Söhne Labans, die da sagten: «Jakob hat das ganze Hab und Gut unsers Vaters an sich gebracht und seinen ganzen jetzigen Reichtum aus dem Besitz unsers Vaters gewonnen.» 876#1. Mose,31,2#2. Zugleich merkte Jakob an Labans Gesichtsausdruck wohl, daß er gegen ihn nicht mehr so gesinnt war wie früher. 877#1. Mose,31,3#3. Da sagte der HErr zu Jakob: «Kehre in das Land deiner Väter und zu deiner Verwandtschaft zurück; ich will mit dir sein!» 878#1. Mose,31,4#4. DA sandte Jakob hin, ließ Rahel und Lea auf das Feld zu seiner Herde rufen 879#1. Mose,31,5#5. und sagte zu ihnen: «Ich sehe es dem Gesicht eures Vaters an, daß er gegen mich nicht mehr so gesinnt ist wie früher, obgleich doch der Gott meines Vaters mit mir gewesen ist. 880#1. Mose,31,6#6. Ihr selbst wißt ja, daß ich eurem Vater mit meiner ganzen Kraft gedient habe; 881#1. Mose,31,7#7. doch euer Vater hat mich betrogen und mir den Lohn schon zehnmal abgeändert, Gott aber hat ihm nicht gestattet, mir Schaden zuzufügen. 882#1. Mose,31,8#8. So oft er nämlich sagte: ,Die gesprenkelten Tiere sollen dein Lohn sein!' warf die ganze Herde gesprenkelte Lämmer, und so oft er sagte: ,Die gestreiften Tiere sollen dein Lohn sein!' warf die ganze Herde gestreifte Lämmer. 883#1. Mose,31,9#9. So hat Gott eurem Vater den Viehbesitz genommen und ihn mir gegeben. 884#1. Mose,31,10#10. In der Brunstzeit des Kleinviehs nämlich hob ich meine Augen auf und sah im Traume, wie die Böcke, welche das Kleinvieh belegten, gestreift, gesprenkelt und getüpfelt waren. 885#1. Mose,31,11#11. Der Engel Gottes aber sagte im Traume zu mir: ,Jakob!' Ich antwortete: ,Hier bin ich!' 886#1. Mose,31,12#12. Da sagte er: ,Hebe doch deine Augen auf und sieh: alle Böcke, die das Kleinvieh belegen, sind gestreift, gesprenkelt und getüpfelt! Denn ich habe alles gesehen, was Laban dir angetan hat. 887#1. Mose,31,13#13. Ich bin der Gott von Bethel, wo du einen Denkstein gesalbt und wo du mir ein Gelübde getan hast. Mache dich jetzt auf, verlaß dieses Land und kehre in dein Heimatland zurück!'» 888#1. Mose,31,14#14. Da antworteten ihm Rahel und Lea mit den Worten: «Haben wir etwa noch ein Teil und Erbe im Hause unsers Vaters? 889#1. Mose,31,15#15. Haben wir ihm nicht als Fremde gegolten? Er hat uns ja verhandelt und den Erlös für uns längst vollständig verbraucht. 890#1. Mose,31,16#16. Ja der ganze Reichtum, den Gott unserm Vater entzogen hat, gehört uns und unsern Söhnen-1-. Tu also nun alles, was Gott dir geboten hat!» -1) o: Kindern. 891#1. Mose,31,17#17. DA machte Jakob sich auf, setzte seine Kinder und seine Frauen auf die Kamele 892#1. Mose,31,18#18. und nahm sein sämtliches Vieh und all sein Hab und Gut mit, das er erworben hatte, das Vieh, das ihm gehörte, das er in Nord-Mesopotamien erworben hatte, um sich zu seinem Vater Isaak nach dem Lande Kanaan zu begeben. 893#1. Mose,31,19#19. Während aber Laban hingegangen war, um seine Schafe zu scheren, entwandte Rahel das Bild des Hausgottes-1- ihres Vaters; -1) o: Hausgötzen. Die Bed. des hebrW. Therephim ist strittig. Ws. bez. es das Bild eines Hausgottes o. Hausgötzen, durch dessen Befragung man Aufschluß über die Zukunft zu erhalten suchte (vgl. Ri. 17,5; 1.Sam. 19,13). 894#1. Mose,31,20#20. und auch Jakob täuschte den Aramäer Laban, insofern er ihm nichts davon mitteilte, daß er sich heimlich entfernen wollte. 895#1. Mose,31,21#21. Er entfloh also mit allem, was ihm gehörte, und machte sich auf den Weg; er setzte über den Euphratstrom und schlug den Weg-1- nach dem Gebirge Gilead ein. -1) o: die Richtung. 896#1. Mose,31,22#22. Erst am dritten Tage erfuhr Laban, daß Jakob entflohen war. 897#1. Mose,31,23#23. Da nahm er seine Stammesgenossen mit sich, verfolgte ihn sieben Tagereisen weit und holte ihn am Gebirge Gilead ein. 898#1. Mose,31,24#24. Aber Gott erschien dem Aramäer Laban nachts im Traum und sagte zu ihm: «Hüte dich wohl, mit Jakob anders als freundlich zu reden-1-!» -1) w: mit Jakob vom Guten weg zum Bösen hin zu reden. 899#1. Mose,31,25#25. ALS nun Laban den Jakob eingeholt hatte - Jakob hatte aber sein Zelt auf dem Berge-1- aufgeschlagen, und auch Laban lagerte sich mit seinen Stammesgenossen im Gebirge Gilead -, -1) o: im Gebirge. 900#1. Mose,31,26#26. da sagte Laban zu Jakob: «Warum hast du es unternommen, mich zu täuschen, und hast meine Töchter wie Kriegsgefangene entführt? 901#1. Mose,31,27#27. Warum bist du heimlich entflohen und hast mich hintergangen-1- und mir nichts davon mitgeteilt - ich hätte dir sonst mit Sang und Klang, mit Paukenschall und Saitenspiel das Geleit gegeben -, -1) o: verstohlen gegen mich gehandelt. 902#1. Mose,31,28#28. und hast mir nicht einmal verstattet, meine Enkel und Töchter (zum Abschied) zu küssen? Ja, du hast töricht gehandelt! 903#1. Mose,31,29#29. Es stände nun wohl in meiner Macht, dir übel mitzuspielen; aber der Gott deines Vaters hat gestern Nacht zu mir gesagt: ,Hüte dich ja davor, mit Jakob anders als freundlich zu reden!' 904#1. Mose,31,30#30. Nun gut, du bist von mir weggegangen, weil du so starke Sehnsucht nach dem Hause deines Vaters hattest; aber warum hast du mir meinen (Haus-)Gott gestohlen?» 905#1. Mose,31,31#31. Da antwortete Jakob dem Laban: «(Ich bin geflohen,) weil ich mich fürchtete; denn ich dachte, du würdest mir deine Töchter entreißen. 906#1. Mose,31,32#32. Bei wem du aber dein Götterbild findest, der soll nicht am Leben bleiben! Durchsuche im Beisein unserer Stammesgenossen alles, was ich bei mir habe, und nimm das an dich, was dir gehört!» Jakob wußte nämlich nicht, daß Rahel (das Götterbild) entwandt hatte. 907#1. Mose,31,33#33. Da ging Laban in Jakobs Zelt und in Leas Zelt und in das Zelt der beiden Mägde, fand aber nichts. Aus dem Zelt der Lea ging er dann in das Zelt der Rahel. 908#1. Mose,31,34#34. Diese hatte aber das Götterbild genommen und es in den Sattelkorb des Kamels-1- gelegt und sich daraufgesetzt. Laban durchsuchte nun das ganze Zelt, fand aber nichts. -1) o: in die Kamelsänfte. 909#1. Mose,31,35#35. Sie hatte nämlich zu ihrem Vater gesagt: «O Herr, sei nicht ungehalten darüber, daß ich vor dir nicht aufstehen kann! ich bin eben unwohl nach der Frauen Weise.» So hatte er denn trotz seines Suchens das Götterbild nicht gefunden. 910#1. Mose,31,36#36. NUNMEHR geriet Jakob in Zorn und machte Laban laute Vorwürfe mit den Worten: «Was habe ich nun verbrochen, was verschuldet, daß du mich so hitzig verfolgt hast? 911#1. Mose,31,37#37. Du hast nun all meinen Hausrat durchstöbert: was hast du denn von deinem gesamten Hausrat gefunden? Lege es hierher vor meine und deine Stammesgenossen: sie sollen entscheiden, wer von uns beiden im Recht ist! 912#1. Mose,31,38#38. Zwanzig Jahre bin dich jetzt bei dir gewesen: deine Mutterschafe und deine Ziegen haben nie fehlgeworfen, und von den Böcken deines Kleinviehs habe ich keinen gegessen. 913#1. Mose,31,39#39. Wenn ein Stück Vieh (von wilden Tieren) zerrissen war, habe ich es nicht zu dir bringen dürfen, nein, ich habe es ersetzen müssen: von mir hast du es gefordert, mochte es bei Tage oder in der Nacht geraubt sein. 914#1. Mose,31,40#40. So ging es mir: bei Tage kam ich vor Hitze um und nachts vor Frost, und kein Schlaf kam in meine Augen. 915#1. Mose,31,41#41. Jetzt sind es zwanzig Jahre, daß ich dir in deinem Hause gedient habe: vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs Jahre bei deinem Kleinvieh; und zehnmal hast du mir den Lohn abgeändert. 916#1. Mose,31,42#42. Wenn nicht der Gott meines Vaters-1-, der Gott Abrahams, den auch Isaak verehrt-2-, auf meiner Seite gestanden hätte, ja, dann hättest du mich jetzt mit leeren Händen ziehen lassen! Aber Gott hat mein Elend und die mühselige Arbeit meiner Hände gesehen und gestern Nacht sein Urteil abgegeben!» -1) = Großvaters.   2) w: und die Furcht (o: der Schrecken) Isaaks =, d.h. der, den Isaak fürchtet. 917#1. Mose,31,43#43. DA gab Laban dem Jakob zur Antwort: «Die Töchter sind meine Töchter, und die Kinder sind meine Kinder, das Vieh ist mein Vieh, und alles, was du hier siehst, gehört mir! Aber was könnte ich heute noch für diese meine Töchter tun oder für ihre Kinder, die sie geboren haben? 918#1. Mose,31,44#44. So komm denn, laß uns beide einen Vertrag miteinander schließen, der soll als Zeuge zwischen mir und dir dienen!» 919#1. Mose,31,45#45. Hierauf nahm Jakob einen Stein und richtete ihn als Denkstein auf; 920#1. Mose,31,46#46. dann sagte er zu seinen Stammesgenossen: «Lest Steine zusammen!» Da holten sie Steine und machten einen Haufen davon; dann hielten sie dort auf dem Steinhaufen ein Mahl. 921#1. Mose,31,47#47. Und Laban nannte ihn «Jegar-Sahadutha»-1-, Jakob aber nannte ihn «Galed»-2-. -1) d.h. aram: Haufe des Zeugnisses.   2) d.h. hebr: ein als Zeuge dienender Haufe. 922#1. Mose,31,48#48. Darauf sagte Laban: «Dieser Steinhaufe ist heute ein Zeuge zwischen mir und dir!» Darum nannte er ihn «Galed»; 923#1. Mose,31,49#49. und den Denkstein, den er aufgerichtet hatte, nannte er «Mizpa»-1-, indem er sagte: «Der HErr sei Wächter zwischen mir und dir, wenn wir einander aus den Augen gekommen sind! -1) d.h. Warte o. Wacht. 924#1. Mose,31,50#50. Solltest du je meine Töchter schlecht behandeln oder noch andere Frauen zu meinen Töchtern hinzunehmen, wenn dann auch kein Mensch bei uns sein sollte: - bedenke wohl: Gott ist Zeuge zwischen mir und dir!» 925#1. Mose,31,51#51. Weiter sagte Laban zu Jakob: «Siehe, der Steinhaufe hier und der Denkstein hier, den ich zwischen mir und dir aufgerichtet habe: 926#1. Mose,31,52#52. dieser Steinhaufe soll ein Zeuge und der Denkstein hier ein Zeugnis sein, daß weder ich über diesen Steinhaufen zu dir hinausgehen darf, noch du über diesen Steinhaufen und diesen Denkstein zu mir in böser Absicht hinausgehen darfst. 927#1. Mose,31,53#53. Der Gott Abrahams und der Gott Nahors sollen Richter zwischen uns sein, der Gott je ihres Stammvaters!» Als dann Jakob bei dem Gott, den sein Vater Isaak verehrte-a-, geschworen hatte, -a) vgl. V. 42. 928#1. Mose,31,54#54. brachte er ein Schlachtopfer auf dem Berge dar und lud seine Stammesgenossen zur Teilnahme am Mahl ein. So hielten sie denn das Mahl und übernachteten auf dem Berge. 929#1. Mose,31,55#55. AM andern Morgen aber in der Frühe küßte Laban seine Enkel und seine Töchter und nahm Abschied von ihnen; dann brach er auf und kehrte an seinen Wohnort zurück. 930#1. Mose,32,1#1. ALS nun auch Jakob seines Weges zog, begegneten ihm Engel Gottes. 931#1. Mose,32,2#2. Sobald Jakob sie erblickte, sagte er: «Hier ist Gottes Heerlager!» Darum nannte er jenen Ort «Mahanaim»-1-. -1) d.h. zwei Lager, Doppellager. 932#1. Mose,32,3#3. HIERAUF sandte Jakob Boten voraus an seinen Bruder Esau nach der Landschaft Seir, ins Gebiet der Edomiter, 933#1. Mose,32,4#4. und gab ihnen folgenden Auftrag: «So sollt ihr zu meinem Herrn, zu Esau, sagen: ,Dein Knecht Jakob läßt dir folgendes melden: Ich habe bei Laban in der Fremde gelebt und mich bis jetzt dort aufgehalten; 934#1. Mose,32,5#5. ich habe mir dort Rinder und Esel, Kleinvieh, Knechte und Mägde erworben und sende nun Boten, um es meinem Herrn mitzuteilen, damit ich Gnade in deinen Augen-1- finde.'» -1) = bei dir. 935#1. Mose,32,6#6. Die Boten kehrten dann zu Jakob zurück mit der Meldung: «Wir sind zu deinem Bruder Esau gekommen, und er zieht dir auch schon in Begleitung von vierhundert Mann entgegen.» 936#1. Mose,32,7#7. Da geriet Jakob in große Angst, und es wurde ihm bange; er teilte daher die Leute, die er bei sich hatte, und ebenso das Kleinvieh, sowie die Rinder und Kamele in zwei Heere; 937#1. Mose,32,8#8. denn er dachte: «Wenn Esau den einen Zug überfällt und niederschlägt, so wird doch der andere Zug entrinnen können.» 938#1. Mose,32,9#9. DANN betete Jakob: «Gott meines Vaters-1- Abraham und meines Vaters Isaak, HErr, der du mir geboten hast: ,Kehre in dein Vaterland und zu deiner Verwandtschaft zurück, ich will dir Gutes tun': - -1) = Großvaters. 939#1. Mose,32,10#10. ich bin zu gering für all die Gnadenerweise und all die Treue, die du deinem Knecht erwiesen hast! denn nur mit meinem Wanderstabe bin ich (einst) über den Jordan dort gezogen und bin jetzt zu zwei Heeren geworden. 940#1. Mose,32,11#11. Ach errette mich nun aus der Hand meines Bruders, aus der Hand Esaus! denn ich bin in Angst vor ihm, daß er kommt und uns erschlägt, die Mütter samt den Kindern! 941#1. Mose,32,12#12. Du hast mir doch verheißen: ,Gewiß, ich will dir Gutes tun und deine Nachkommen so zahlreich werden lassen, daß sie sind wie der Sand am Meer, den man vor Menge nicht zählen kann.'» 942#1. Mose,32,13#13. ER blieb dann in jener Nacht dort und wählte aus dem Vieh, das ihm gerade zur Hand war, ein Geschenk für seinen Bruder Esau aus, 943#1. Mose,32,14#14. nämlich zweihundert Ziegen und zwanzig Böcke, zweihundert Mutterschafe und zwanzig Widder, 944#1. Mose,32,15#15. dreißig säugende Kamele nebst ihren Füllen, vierzig junge Kühe und zehn junge Stiere, zwanzig Eselinnen und zehn Eselfüllen. 945#1. Mose,32,16#16. Er übergab diese seinen Knechten, jede Herde besonders, und befahl seinen Knechten: «Zieht vor mir her und laßt einen Abstand zwischen den einzelnen Herden!» 946#1. Mose,32,17#17. Dann gab er dem ersten-1- folgende Weisung: «Wenn mein Bruder Esau dir begegnet und dich fragt: ,Wem gehörst du, und wohin willst du, und wem gehören die Tiere, die du da treibst?' -1) = vordersten. 947#1. Mose,32,18#18. so antworte: ,Sie gehören deinem Knecht Jakob; es ist das ein Geschenk, das er meinem Herrn Esau sendet; er selbst kommt gleich hinter uns her.'» 948#1. Mose,32,19#19. Dieselbe Weisung gab er auch dem zweiten und dem dritten und allen anderen, welche die Herden trieben, nämlich: «Ganz ebenso sollt ihr zu Esau sagen, wenn ihr ihm begegnet, 949#1. Mose,32,20#20. und sollt weiter sagen: ,Dein Knecht Jakob kommt selbst gleich hinter uns her.'» Er dachte nämlich: «Ich will ihn durch das Geschenk versöhnen, das mir vorauszieht; erst dann will ich ihm selber vor die Augen treten; vielleicht nimmt er mich dann freundlich an.» 950#1. Mose,32,21#21. So zog also das Geschenk vor ihm her, während er selbst jene Nacht im Lager zubrachte. 951#1. Mose,32,22#22. ER machte sich aber noch in derselben Nacht auf, nahm seine beiden Frauen und seine beiden Leibmägde samt seinen elf Söhnen und setzte über die Furt des Jabbok. 952#1. Mose,32,23#23. Er nahm sie also und ließ sie über den Fluß fahren, und als er dann auch alle seine Habe hinübergebracht hatte, 953#1. Mose,32,24#24. blieb er allein zurück. Da rang ein Mann mit ihm bis zum Aufgang der Morgenröte. 954#1. Mose,32,25#25. Als dieser nun sah, daß er ihn nicht bezwingen konnte, gab er ihm einen Schlag auf das Hüftgelenk; dadurch wurde Jakobs Hüftgelenk während seines Ringens mit ihm verrenkt-1-. -1) o: ausgerenkt. 955#1. Mose,32,26#26. Da sagte jener: «Laß mich los, denn die Morgenröte ist schon heraufgezogen!» Jakob aber antwortete: «Ich lasse dich nicht los, bevor du mich gesegnet hast.» 956#1. Mose,32,27#27. Da fragte jener ihn: «Wie heißt du?» Er antwortete: «Jakob.» 957#1. Mose,32,28#28. Da sagte er: «Du sollst hinfort nicht mehr Jakob heißen, sondern «Israel»-1-; denn du hast mit Gott und mit Menschen gekämpft und bist Sieger geblieben.» -1) d.h. Streiter Gottes, Gotteskämpfer. 958#1. Mose,32,29#29. Da richtete Jakob die Bitte an ihn: «Teile mir doch deinen Namen mit!» Er aber erwiderte: «Warum willst du meinen Namen wissen?» Hierauf segnete er ihn dort. 959#1. Mose,32,30#30. Jakob nannte dann jenen Ort «Pniel»-1-; «denn», sagte er, «ich habe Gott von Angesicht zu Angesicht gesehen und bin doch am Leben geblieben.» -1) d.h. Angesicht Gottes. 960#1. Mose,32,31#31. Als er dann an Pniel-1- vorübergezogen war, ging ihm die Sonne auf; er hinkte aber an seiner Hüfte. -1) o: Pnuel. 961#1. Mose,32,32#32. Darum essen die Israeliten bis auf den heutigen Tag den Muskel nicht, der über der Hüftpfanne liegt, weil er dem Jakob einen Schlag auf die Hüftpfanne, den Hüftmuskel, versetzt hatte. 962#1. Mose,33,1#1. ALS nun Jakob aufblickte und seinen Bruder Esau mit vierhundert Mann herankommen sah, verteilte er die Kinder auf Lea, auf Rahel und auf die beiden Leibmägde, 963#1. Mose,33,2#2. und zwar stellte er die Leibmägde mit ihren Kindern vornan, dann Lea mit ihren Kindern hinter sie und Rahel mit Joseph zuletzt. 964#1. Mose,33,3#3. Er selbst aber ging vor ihnen her und verneigte sich siebenmal bis zur Erde, bis er nahe an seinen Bruder herangekommen war. 965#1. Mose,33,4#4. Esau aber eilte ihm entgegen und umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn, und sie weinten beide. 966#1. Mose,33,5#5. Als Esau dann aufblickte und die Frauen mit den Kindern gewahrte, fragte er: «Wer sind diese da bei dir?» Er antwortete: «Es sind die Kinder, mit denen Gott deinen Knecht gesegnet hat.» 967#1. Mose,33,6#6. Da traten die beiden Leibmägde mit ihren Kindern herzu und verneigten sich; 968#1. Mose,33,7#7. dann trat auch Lea mit ihren Kindern herzu, indem sie sich verneigten; zuletzt traten Joseph und Rahel herzu und verneigten sich. 969#1. Mose,33,8#8. Hierauf fragte Esau weiter: «Was hat denn dieser ganze Zug (des Viehs) zu bedeuten, auf den ich gestoßen bin?» Jakob antwortete: «Ich wollte dadurch die Gunst meines Herrn gewinnen.» 970#1. Mose,33,9#9. Da sagte Esau: «Ich habe Besitz genug, lieber Bruder: behalte, was dir gehört!» 971#1. Mose,33,10#10. Aber Jakob erwiderte: «Ach nein! wenn du mir eine Liebe erweisen willst, so nimm mein Geschenk von mir an! denn als ich dein Angesicht sah, war es mir, als hätte ich Gottes Angesicht gesehen: so freundlich hast du mich angesehen-1-. -1) o: aufgenommen. 972#1. Mose,33,11#11. Nimm doch mein Bewillkommnungsgeschenk an, das dir überbracht worden ist! Gott hat mich ja reich gesegnet, und ich habe alles vollauf.» So nötigte er ihn mit Bitten, bis er es annahm. 973#1. Mose,33,12#12. HIERAUF sagte Esau: «Laß uns nun aufbrechen und weiterziehen! ich will vor-1- dir herziehen.» -1) o: neben. 974#1. Mose,33,13#13. Aber Jakob antwortete ihm: «Mein Herr sieht selbst, daß die Kinder noch zart sind und daß ich noch Bedacht auf die säugenden Schafe und Kühe nehmen muß; wenn man diese auch nur einen Tag übertriebe-1-, so würde die ganze Herde zugrunde gehen. -1) = mit Gewalt triebe. 975#1. Mose,33,14#14. Mein Herr wolle doch seinem Knecht vorausziehen; ich aber will ganz langsam weiterziehen, wie eben das Vieh, das ich zu treiben habe, und die Kinder fortkommen können, bis ich zu meinem Herrn nach Seir gelange.» 976#1. Mose,33,15#15. Da sagte Esau: «So will ich wenigstens einen Teil meiner Leute bei dir zurücklassen.» Doch er antwortete: «Wozu das? Möchte ich nur Gnade in den Augen meines Herrn finden!» 977#1. Mose,33,16#16. So kehrte denn Esau an jenem Tage um und zog seines Weges nach Seir zurück. 978#1. Mose,33,17#17. JAKOB aber brach nach Sukkoth auf, wo er sich ein Haus baute und für sein Vieh Ställe errichtete; daher erhielt der Ort den Namen Sukkoth-1-. -1) d.h. Hütten, Ställe. 979#1. Mose,33,18#18. Darauf kam Jakob bei seiner Rückkehr aus Nord-Mesopotamien wohlbehalten nach der Stadt Sichem, die im Lande Kanaan liegt, und schlug dort östlich von der Stadt sein Lager auf. 980#1. Mose,33,19#19. Das Stück Land aber, auf dem er sein Zelt aufgeschlagen hatte, kaufte er von den Söhnen Hemors, des Vaters Sichems, für hundert Silberstücke-1-; -1) genau «Kesita», ein Silberstück von unbekanntem Wert. 981#1. Mose,33,20#20. und er baute dort einen Altar, den er «Allgott ist der Gott Israels» nannte. 982#1. Mose,34,1#1. ALS Dina, die Tochter Jakobs, welche Lea ihm geboren hatte, einst ausging, um sich unter den Mädchen des Landes umzusehen, 983#1. Mose,34,2#2. da sah Sichem sie, der Sohn des Hewiters Hemor, des Landesfürsten; der ergriff sie und tat ihr Gewalt an. 984#1. Mose,34,3#3. Sein Herz hing aber an Dina, der Tochter Jakobs; er gewann das Mädchen lieb und redete ihr freundlich zu. 985#1. Mose,34,4#4. Er sagte daher zu seinem Vater Hemor: «Nimm-1- mir dieses Mädchen zur Frau!» -1) = freie. 986#1. Mose,34,5#5. Nun hatte Jakob zwar von der Entehrung seiner Tochter Dina Kunde erhalten; weil aber seine Söhne gerade bei seinem Vieh auf dem Felde waren, verhielt er sich ruhig, bis sie heimkamen. 987#1. Mose,34,6#6. DA begab sich Hemor, der Vater Sichems, zu Jakob hinaus, um mit ihm zu reden. 988#1. Mose,34,7#7. Als nun die Söhne Jakobs vom Felde heimgekommen waren und von dem Vorfall hörten, fühlten die Männer sich schwer gekränkt und gerieten in lodernden Zorn; denn eine Schandtat hatte Sichem an Israel durch die Entehrung der Tochter Jakobs verübt: derartiges hätte nicht geschehen dürfen! 989#1. Mose,34,8#8. Da sprach sich Hemor folgendermaßen gegen sie aus: «Mein Sohn Sichem hat sein Herz an eure Tochter gehängt; gebt sie ihm doch zur Frau 990#1. Mose,34,9#9. und verschwägert euch (überhaupt) mit uns: gebt uns eure Töchter und nehmt euch die unsrigen 991#1. Mose,34,10#10. und bleibt bei uns wohnen! Das Land soll euch zur Verfügung stehen: bleibt darin wohnen und durchzieht es und macht euch darin ansässig!» 992#1. Mose,34,11#11. Sichem aber sagte zu ihrem-1- Vater und zu ihren Brüdern: «Gewährt mir doch meine Bitte! Alles, was ihr von mir verlangt, will ich geben! -1) d.h. Dinas. 993#1. Mose,34,12#12. Mögt ihr auch noch so viel als Heiratsgabe und Brautgeschenk von mir fordern: ich will euch geben, soviel ihr von mir verlangt; nur gebt mir das Mädchen zur Frau!» 994#1. Mose,34,13#13. DA gaben die Söhne Jakobs dem Sichem und seinem Vater Hemor eine arglistige Antwort - es redeten nämlich die, deren Vollschwester Dina er entehrt hatte-1- -; -1) gemeint sind Simeon und Levi (vgl. V. 25). 995#1. Mose,34,14#14. sie sagten nämlich zu ihnen: «Darauf können wir uns nicht einlassen, unsere Schwester einem unbeschnittenen Manne zu geben; denn das wäre eine Schande für uns. 996#1. Mose,34,15#15. Nur unter der Bedingung wollen wir euch zu Willen sein, wenn ihr so werden wollt, wie wir sind, nämlich wenn alles, was männlichen Geschlechts bei euch ist, sich beschneiden läßt. 997#1. Mose,34,16#16. In diesem Falle wollen wir euch unsere Töchter geben und auch eure Töchter uns zu Frauen nehmen und wollen bei euch wohnen bleiben und zu einem Volk mit euch werden. 998#1. Mose,34,17#17. Wollt ihr aber auf unsern Vorschlag, euch beschneiden zu lassen, nicht eingehen, so nehmen wir unsere Tochter und ziehen von hier weg.» 999#1. Mose,34,18#18. Ihr Vorschlag gefiel dem Hemor und seinem Sohne Sichem, 1000#1. Mose,34,19#19. und der junge Mann zögerte nicht, darauf einzugehen; denn er war in die Tochter Jakobs verliebt; auch war er der Angesehenste in der ganzen Familie seines Vaters. 1001#1. Mose,34,20#20. So gingen denn Hemor und sein Sohn Sichem auf den Marktplatz-1- ihrer Stadt, besprachen sich mit ihren Mitbürgern und sagten: -1) w: in das Tor (o: zum Tor). 1002#1. Mose,34,21#21. «Diese Männer sind friedlich gegen uns gesinnt; so mögen sie bei uns im Lande wohnen bleiben und darin umherziehen; das Land ist ja groß genug für sie nach allen Seiten hin. Wir wollen uns ihre Töchter zu Frauen nehmen und ihnen unsere Töchter geben. 1003#1. Mose,34,22#22. Jedoch nur unter der Bedingung sind die Männer gewillt, bei uns zu bleiben und ein Volk mit uns zu bilden, wenn alles, was männlichen Geschlechts bei uns ist, beschnitten wird, wie sie selbst beschnitten sind; 1004#1. Mose,34,23#23. ihre Herden, ihr Hab und Gut und all ihr Vieh würden alsdann uns gehören. Ja, wir wollen ihre Forderung annehmen, damit sie bei uns wohnen bleiben.» 1005#1. Mose,34,24#24. Der Vorschlag Hemors und seines Sohnes Sichem fand die Zustimmung aller, die zum Tor seiner Stadt hinauszugehen-1- pflegten: alle männlichen Personen, alle, die zum Tor seiner Stadt hinauszugehen pflegten, ließen sich beschneiden. -1) o: aus- und einzugehen. 1006#1. Mose,34,25#25. AM dritten Tage aber, als sie im Wundfieber lagen, da nahmen die beiden Söhne Jakobs, Simeon und Levi, die Vollbrüder der Dina, jeder sein Schwert, drangen in die Stadt ein, die nichts Böses ahnte, und erschlugen alles Männliche; 1007#1. Mose,34,26#26. auch Hemor und seinen Sohn Sichem erschlugen sie mit der Schärfe des Schwertes, holten Dina aus dem Hause Sichems und zogen davon. 1008#1. Mose,34,27#27. Die (übrigen) Söhne Jakobs fielen dann über die Erschlagenen her und plünderten die Stadt, weil man ihre Schwester entehrt hatte. 1009#1. Mose,34,28#28. Ihr Kleinvieh, ihre Rinder und Esel, sowohl was in der Stadt als auch was draußen auf dem Felde war, nahmen sie weg, 1010#1. Mose,34,29#29. überhaupt ihren gesamten Besitz, auch alle ihre Kinder und Frauen führten sie als Gefangene und als Beute weg und raubten alles, was in den Häusern war. 1011#1. Mose,34,30#30. DA sagte Jakob zu Simeon und Levi: «Ihr habt mich ins Unglück gestürzt, indem ihr mich bei den Bewohnern des Landes, den Kanaanäern und Pherissitern, tödlich verhaßt gemacht habt, und ich bilde doch nur ein leicht zählbares Häuflein. Wenn sie sich jetzt gegen mich zusammentun, so werden sie mich erschlagen, und ich gehe samt meinem Hause zugrunde!» 1012#1. Mose,34,31#31. Sie aber antworteten: «Durfte er-1- denn mit unserer Schwester wie mit einer Dirne verfahren?» -1) o: man. 1013#1. Mose,35,1#1. DA gebot Gott dem Jakob: «Mache dich auf, ziehe nach Bethel hinauf, nimm dort deinen Wohnsitz und errichte dort einen Altar für den Gott, der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau flohst!» 1014#1. Mose,35,2#2. Da befahl Jakob seiner Familie und allen anderen, die bei ihm waren: «Schafft die fremden Götter weg, die ihr bei euch habt, reinigt euch und legt andere Kleider an! 1015#1. Mose,35,3#3. Wir wollen aufbrechen und nach Bethel hinaufziehen: dort will ich einen Altar errichten dem Gott, der mich zur Zeit meiner Not erhört hat und auf dem Wege, den ich gezogen bin, mit mir gewesen ist.» 1016#1. Mose,35,4#4. Darauf übergaben sie dem Jakob alle fremden Götter, die in ihrem Besitz waren, und ebenso ihre Ohrringe, und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe, die bei Sichem steht. 1017#1. Mose,35,5#5. Als sie dann aufbrachen, fiel ein Schrecken Gottes auf die Ortschaften der ganzen Umgegend, so daß sie die Söhne Jakobs nicht verfolgten. 1018#1. Mose,35,6#6. SO kam denn Jakob nach Lus, das im Lande Kanaan liegt - das ist Bethel -, er samt allen Leuten, die sich bei ihm befanden. 1019#1. Mose,35,7#7. Er baute dort einen Altar und nannte die Stätte «der Gott von Bethel», weil Gott sich ihm dort geoffenbart hatte, als er vor seinem Bruder floh. 1020#1. Mose,35,8#8. Damals starb Debora, die Amme der Rebekka, und wurde unterhalb Bethels unter der Eiche begraben, die seitdem die «Klageeiche» heißt. 1021#1. Mose,35,9#9. DA erschien Gott dem Jakob zum zweitenmal seit seiner Rückkehr aus Nord-Mesopotamien und segnete ihn; 1022#1. Mose,35,10#10. und Gott sagte zu ihm: «Dein Name ist Jakob; aber künftig sollst du nicht mehr Jakob heißen, sondern ,Israel' soll dein Name sein»; so gab er ihm den Namen Israel-a-. -a) 1.Mo. 32,28. 1023#1. Mose,35,11#11. Weiter sagte Gott zu ihm: «Ich bin der allmächtige Gott; sei fruchtbar und mehre dich! Ein Volk, ja eine ganze Menge-1- von Völkern soll aus dir werden-2-, und Könige sollen unter deinen leiblichen Nachkommen sein. -1) o: Schar, Gemeinde.   2) o: von dir stammen. 1024#1. Mose,35,12#12. Und das Land, das ich Abraham und Isaak gegeben habe, will ich dir geben und es auch deiner Nachkommenschaft nach dir verleihen.» 1025#1. Mose,35,13#13. Hierauf fuhr Gott von ihm in die Höhe empor an der Stätte, wo er mit ihm geredet hatte. 1026#1. Mose,35,14#14. Da errichtete Jakob einen Denkstein an der Stätte, wo er mit ihm geredet hatte, ein Denkmal von Stein, und goß ein Trankopfer auf dasselbe aus und begoß es mit Öl. 1027#1. Mose,35,15#15. Und Jakob nannte die Stätte, wo Gott mit ihm geredet hatte, «Bethel»-1-. -1) d.h. Haus Gottes. 1028#1. Mose,35,16#16. HIERAUF zogen sie von Bethel weiter; und als sie nur noch eine Strecke Weges bis nach Ephrath zu gehen hatten, wurde Rahel von Geburtswehen befallen und hatte eine schwere Niederkunft. 1029#1. Mose,35,17#17. Als sie nun bei der Geburt schwer zu leiden hatte, sagte die Wehmutter zu ihr: «Laß dir nicht bange sein! denn du wirst auch diesmal einen Sohn haben.» 1030#1. Mose,35,18#18. Als ihr dann aber die Seele-1- entfloh - denn sie mußte sterben -, nannte sie ihn «Benoni»-2-, sein Vater aber nannte ihn «Benjamin»-3-. -1) = das Leben.   2) d.h. mein Schmerzenskind o. Unglückssohn.   3) d.h. Glückssohn. 1031#1. Mose,35,19#19. So starb Rahel und wurde auf dem Wege nach Ephrath, das jetzt Bethlehem heißt, begraben. 1032#1. Mose,35,20#20. Jakob errichtete dann einen Denkstein auf ihrem Grabe; das ist der Denkstein, der auf dem Grabe Rahels noch heute steht. 1033#1. Mose,35,21#21. HIERAUF zog Israel weiter und schlug sein Zelt jenseits von Migdal-Eder-1- auf. -1) d.h. Herdenturm. 1034#1. Mose,35,22#22. Während nun Israel sich in jener Gegend aufhielt, ging Ruben hin und verging sich mit Bilha, dem Nebenweibe seines Vaters; und Israel erfuhr es. - Jakob hatte aber zwölf Söhne. 1035#1. Mose,35,23#23. Die Söhne der Lea waren: Ruben, der Erstgeborene Jakobs, ferner Simeon, Levi, Juda Issaschar und Sebulon. 1036#1. Mose,35,24#24. Die Söhne der Rahel waren: Joseph und Benjamin. 1037#1. Mose,35,25#25. Die Söhne der Bilha, der Leibmagd Rahels, waren: Dan und Naphthali, 1038#1. Mose,35,26#26. und die Söhne der Silpa, der Leibmagd Lea's, waren: Gad und Asser. Dies sind die Söhne Jakobs, die ihm in Nord-Mesopotamien geboren worden waren. 1039#1. Mose,35,27#27. Jakob kam dann zu seinem Vater Isaak nach Mamre, der Stadt Arba's, das ist Hebron, woselbst Abraham und Isaak als Fremdlinge gewohnt hatten. 1040#1. Mose,35,28#28. Isaak brachte aber sein Leben auf hundertundachtzig Jahre; 1041#1. Mose,35,29#29. da verschied Isaak und starb und wurde zu seinen Stammesgenossen versammelt, alt und lebenssatt; und seine Söhne Esau und Jakob begruben ihn-1-. -1) und zwar in der Höhle der Machpela (vgl. 1.Mo. 49,31). 1042#1. Mose,36,1#1. DIES sind die Nachkommen Esau's, das ist Edoms-a-. -a) vgl. 1.Mo. 25,30. 1043#1. Mose,36,2#2. Esau hatte seine Frauen aus den Kanaanäerinnen genommen, nämlich Ada, die Tochter des Hethiters Elon, und Oholibama, die Tochter Ana's, die Enkelin des Hewiters Zibeon-a-, -a) 1.Mo. 26,34. 1044#1. Mose,36,3#3. und Basmath, die Tochter Ismaels, die Schwester Nebajoths-a-. -a) 1.Mo. 28,9. 1045#1. Mose,36,4#4. Ada gebar dann dem Esau den Eliphas, und Basmath gebar den Reguel; 1046#1. Mose,36,5#5. und Oholibama gebar Jehus und Jaglam und Korah. Dies sind die Söhne Esau's, die ihm im Lande Kanaan geboren wurden. 1047#1. Mose,36,6#6. Dann nahm Esau seine Frauen, seine Söhne und Töchter, überhaupt alle Personen, die zu seinem Hause gehörten, dazu auch seinen Besitz, sowohl all sein Vieh als auch seine ganze Habe, die er im Lande Kanaan erworben hatte, und zog von seinem Bruder Jakob weg in ein anderes Land-1-; -1) Seir. 1048#1. Mose,36,7#7. denn ihr Besitz war zu groß, als daß sie hätten beieinander bleiben können, und das Land, in dem sie als Fremdlinge wohnten, reichte für sie wegen der Menge ihrer Herden nicht aus. 1049#1. Mose,36,8#8. So ließ sich denn Esau im Gebirge Seir nieder: Esau, das ist Edom. 1050#1. Mose,36,9#9. DIES sind die Nachkommen Esau's, des Stammvaters der Edomiter im Gebirge Seir. 1051#1. Mose,36,10#10. Dies sind die Namen der Söhne Esau's: Eliphas, der Sohn der Ada, der Frau Esau's; Reguel, der Sohn der Basmath, der Frau Esau's. 1052#1. Mose,36,11#11. Die Söhne des Eliphas waren: Theman, Omar, Zepho, Gaetham und Kenas. 1053#1. Mose,36,12#12. Thimna aber war ein Nebenweib des Eliphas, des Sohnes Esau's; die gebar dem Eliphas den Amalek. Dies sind die Nachkommen der Ada, der Frau Esau's. 1054#1. Mose,36,13#13. Die Söhne Reguels aber sind diese: Nahath und Serah, Samma und Missa. Dies waren die Nachkommen der Basmath, der Frau Esau's. 1055#1. Mose,36,14#14. Und die Söhne von Esau's Frau Oholibama, der Tochter Ana's, der Enkelin Zibeons, die sie dem Esau gebar, waren diese: Jehus, Jaglam und Korah. 1056#1. Mose,36,15#15. DIES sind die Gaufürsten-1- unter den Nachkommen Esau's: Die Söhne des Eliphas, des erstgeborenen Sohnes Esau's, waren: der Häuptling Theman-2-, der Häuptling Omar, der Häuptling Zepho, der Häuptling Kenas, -1) o: Häuptlinge.   2) aüs: «der Häuptling (o: Fürst) von Theman», ebenso im Folgenden «der Häuptling von Omar usw.». Vgl. V. 40ff. 1057#1. Mose,36,16#16. der Häuptling Korah, der Häuptling Gaetham, der Häuptling Amalek. Dies sind die Häuptlinge, die von Eliphas im Lande Edom abstammen, die Abkömmlinge der Ada. 1058#1. Mose,36,17#17. Und dies sind die Söhne Reguels, des Sohnes Esau's: der Häuptling Nahath, der Häuptling Serah, der Häuptling Samma, der Häuptling Missa. Dies sind die Häuptlinge, die von Reguel im Lande Edom abstammen, die Abkömmlinge der Basmath, der Frau Esau's. 1059#1. Mose,36,18#18. Und dies sind die Söhne der Oholibama, der Frau Esau's: der Häuptling Jehus, der Häuptling Jaglam, der Häuptling Korah. Dies sind die Häuptlinge, die von Esau's Frau Oholibama, der Tochter Ana's, abstammen. 1060#1. Mose,36,19#19. Dies sind die Söhne Esau's und dies ihre Häuptlinge: das ist Edom. 1061#1. Mose,36,20#20. DIES sind die Söhne des Horiters Seir, die früher im Lande wohnten: Lotan, Sobal, Zibeon, Ana, 1062#1. Mose,36,21#21. Dison, Ezer und Disan. Dies sind die Gaufürsten-1- der Horiter, der Söhne Seirs, im Lande Edom. -1) o: Häuptlinge. 1063#1. Mose,36,22#22. Die Söhne Lotans waren: Hori und Hemam, und Lotans Schwester hieß Thimna. 1064#1. Mose,36,23#23. Und dies sind die Söhne Sobals: Alwan und Manahath und Ebal, Sepho und Onam. 1065#1. Mose,36,24#24. Und dies sind die Söhne Zibeons: Ajja und Ana. Das ist derselbe Ana, der die heißen Quellen(?) in der Wüste entdeckte, als er seinem Vater Zibeon die Esel hütete. 1066#1. Mose,36,25#25. Die Söhne Ana's aber sind diese: Dison; und Oholibama war die Tochter Ana's. 1067#1. Mose,36,26#26. Und dies sind die Söhne Disons: Hemdan, Esban, Jithran und Cheran. 1068#1. Mose,36,27#27. Dies sind die Söhne Ezers: Bilhan, Saawan und Akan. 1069#1. Mose,36,28#28. Dies sind die Söhne Disans: Uz und Aran. 1070#1. Mose,36,29#29. Dies sind die Häuptlinge der Horiter: der Häuptling Lotan, der Häuptling Sobal, der Häuptling Zibeon, der Häuptling Ana, 1071#1. Mose,36,30#30. der Häuptling Dison, der Häuptling Ezer, der Häuptling Disan. Das sind die Häuptlinge der Horiter nach ihren Stämmen-1- im Lande Seir. -1) o: Gauen. 1072#1. Mose,36,31#31. UND dies sind die Könige, die im Lande Edom geherrscht haben, ehe ein König der Israeliten geherrscht hat-1-: -1) gemeint ist ws: über Edom, das David unterwarf (2.Sam. 8,13.14). 1073#1. Mose,36,32#32. Bela, der Sohn Beors, war König in Edom, und seine Stadt-1- hieß Dinhaba. -1) = Residenz. 1074#1. Mose,36,33#33. Nach Bela's Tode wurde König an seiner Statt Jobab, der Sohn Serahs, aus Bozra. 1075#1. Mose,36,34#34. Nach Jobabs Tode wurde König an seiner Statt Husam aus der Landschaft der Themaniter. 1076#1. Mose,36,35#35. Nach Husams Tode wurde König an seiner Statt Hadad, der Sohn Bedads, der die Midianiter auf der Hochebene der Moabiter besiegte; seine Stadt hieß Awith. 1077#1. Mose,36,36#36. Nach Hadads Tode wurde Samla aus Masreka König an seiner Statt. 1078#1. Mose,36,37#37. Nach Samla's Tode wurde Saul aus Rehoboth am Euphratstrom König an seiner Statt. 1079#1. Mose,36,38#38. Nach Sauls Tode wurde König an seiner Statt Baal-Hanan, der Sohn Achbors. 1080#1. Mose,36,39#39. Als Baal-Hanan, der Sohn Achbors, starb, wurde König an seiner Statt Hadar, dessen Hauptstadt Pagu hieß; seine Frau hieß Mehetabeel und war die Tochter Matreds, die Enkelin Mesahabs. 1081#1. Mose,36,40#40. DIES sind die Namen der Gaufürsten-1- Esau's nach ihren Geschlechtern, nach ihren Wohnplätzen und mit ihren Namen: der Häuptling von Thimna, der Häuptling von Alwa, der Häuptling von Jetheth, -1) o: Hauptleute. 1082#1. Mose,36,41#41. der Häuptling von Oholibama, der Häuptling von Ela, der Häuptling von Pinon, 1083#1. Mose,36,42#42. der Häuptling von Kenas, der Häuptling von Theman, der Häuptling von Mibzar, 1084#1. Mose,36,43#43. der Häuptling von Magdiel, der Häuptling von Iram. Das sind die Häuptlinge der Edomiter nach ihren Wohnsitzen in dem Lande, das sie in Besitz genommen hatten. Das ist Esau, der Stammvater der Edomiter. 1085#1. Mose,37,1#1. JAKOB aber blieb in dem Lande wohnen, in dem sich sein Vater als Fremdling aufgehalten hatte, im Lande Kanaan. 1086#1. Mose,37,2#2. Dies ist die Geschichte Jakobs: Als Joseph siebzehn Jahre alt war, hütete er das Kleinvieh mit seinen Brüdern, und zwar war er als junger Bursche bei den Söhnen der Bilha und Silpa, der Frauen seines Vaters, und was man diesen-1- Übles nachsagte, hinterbrachte er ihrem Vater. -1) d.h. seinen Brüdern. 1087#1. Mose,37,3#3. Israel hatte aber Joseph lieber als alle seine anderen Söhne, weil er ihm in seinem Alter geboren war; und so ließ er ihm ein langes Ärmelkleid machen. 1088#1. Mose,37,4#4. Als nun seine Brüder sahen, daß ihr Vater ihn lieber hatte als alle seine Brüder-1-, faßten sie einen Haß gegen ihn und gewannen es nicht über sich, ein freundliches Wort mit ihm zu reden. -1) aL: alle seine anderen Söhne. 1089#1. Mose,37,5#5. EINST hatte Joseph einen Traum und teilte ihn seinen Brüdern mit; seitdem haßten sie ihn noch mehr. 1090#1. Mose,37,6#6. Er sagte nämlich zu ihnen: «Hört einmal diesen Traum, den ich gehabt habe! 1091#1. Mose,37,7#7. Wir waren gerade damit beschäftigt, Garben draußen auf dem Felde zu binden, und denkt nur: meine Garbe richtete sich empor und blieb auch aufrecht stehen, eure Garben aber stellten sich rings im Kreise um sie auf und verneigten sich vor meiner Garbe.» 1092#1. Mose,37,8#8. Da sagten seine Brüder zu ihm: «Du möchtest wohl gern König über uns werden oder gar Herrscher über uns sein?» Seitdem haßten sie ihn noch mehr wegen seiner Träume und wegen seiner Reden. 1093#1. Mose,37,9#9. Ein andermal hatte er wieder einen Traum, den er seinen Brüdern so erzählte: «Hört, ich habe wieder einen Traum gehabt! Denkt nur: die Sonne, der Mond und elf Sterne verneigten sich vor mir!» 1094#1. Mose,37,10#10. Als er das seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sagte zu ihm: «Was ist das für ein Traum, den du da gehabt hast! Meinst du, ich und deine Mutter und deine Brüder sollen kommen und uns vor dir zur Erde verneigen?» 1095#1. Mose,37,11#11. So wurden denn seine Brüder eifersüchtig auf ihn, sein Vater aber behielt das Wort-1- im Gedächtnis. -1) o: Vorkommnis. 1096#1. Mose,37,12#12. ALS nun seine Brüder einst hingegangen waren, um das Kleinvieh ihres Vaters bei Sichem zu weiden, 1097#1. Mose,37,13#13. sagte Israel zu Joseph: «Du weißt, deine Brüder sind auf der Weide bei Sichem: komm, ich will dich zu ihnen schicken.» Joseph antwortete ihm: «Ich bin bereit!» 1098#1. Mose,37,14#14. Da sagte er zu ihm: «Gehe doch hin und sieh zu, wie es deinen Brüdern geht und wie es um das Vieh steht, und bringe mir Bescheid!» So sandte er ihn aus dem Tal von Hebron, und Joseph kam nach Sichem. 1099#1. Mose,37,15#15. Während er nun dort auf dem Felde umherirrte, traf ihn ein Mann; der fragte ihn: «Was suchst du?» 1100#1. Mose,37,16#16. Er antwortete: «Meine Brüder suche ich; sage mir doch, wo sie jetzt weiden!» 1101#1. Mose,37,17#17. Der Mann antwortete: «Sie sind von hier weggezogen; denn ich habe sie sagen hören: ,Wir wollen nach Dothan gehen.'» Da ging Joseph hinter seinen Brüdern her und fand sie bei Dothan. 1102#1. Mose,37,18#18. Als sie ihn nun von weitem sahen, machten sie, ehe er noch in ihre Nähe gekommen war, einen Anschlag auf sein Leben 1103#1. Mose,37,19#19. und sagten zueinander: «Da kommt ja der Träumer her! 1104#1. Mose,37,20#20. Nun wohlan! wir wollen ihn totschlagen und in eine der Gruben-1- werfen und dann sagen, ein wildes Tier habe ihn gefressen; dann werden wir ja sehen, was aus seinen Träumen wird!» -1) = Zisternen. 1105#1. Mose,37,21#21. ALS Ruben das hörte, suchte er ihn aus ihren Händen zu retten, indem er sagte: «Wir wollen ihn nicht totschlagen!» 1106#1. Mose,37,22#22. Dann sagte Ruben weiter zu ihnen: «Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Grube-1- dort in der Steppe, aber legt nicht Hand an ihn!» - er wollte ihn nämlich aus ihrer Hand retten und ihn dann wieder zu seinem Vater bringen. -1) = Zisterne. 1107#1. Mose,37,23#23. Sobald nun Joseph bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm seinen Rock aus, das lange Ärmelkleid, das er anhatte, 1108#1. Mose,37,24#24. ergriffen ihn hierauf und warfen ihn in die Grube; die Grube war aber leer, es befand sich kein Wasser darin. 1109#1. Mose,37,25#25. Als sie sich dann niedergesetzt hatten, um zu essen, und in die Ferne schauten, sahen sie eine Karawane-1- von Ismaelitern, die aus Gilead herkamen und deren Kamele mit Tragakanth-2-, Mastix-3- und Ladanum-4- beladen waren; sie wollten damit nach Ägypten hinabziehen. -1) d.h. einen Reisezug.   2) Gummi vom Astragalusstrauch, in Ägypten beim Einbalsamieren verwendet.   3) balsamisches Harz.   4) wohlriechendes Schleimharz der Cistusrose. 1110#1. Mose,37,26#26. Da sagte Juda zu seinen Brüdern: «Welchen Vorteil hätten wir davon, wenn wir unsern Bruder erschlügen und seine Ermordung verheimlichten-1-? -1) w: und sein Blut bedeckten (= verscharrten). 1111#1. Mose,37,27#27. Kommt, wir wollen ihn an die Ismaeliter verkaufen, aber nicht selbst Hand an ihn legen: er ist ja doch unser Bruder, unser Fleisch und Blut!» Seine Brüder gingen auf den Vorschlag ein. 1112#1. Mose,37,28#28. ALS nun die midianitischen Kaufleute vorüberkamen, zogen sie-1- Joseph aus der Grube herauf und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke an die Ismaeliter; diese brachten Joseph dann nach Ägypten. -1) d.h. die Brüder. 1113#1. Mose,37,29#29. Als Ruben nun zu der Grube zurückkehrte und Joseph sich nicht mehr in der Grube befand, da zerriß er seine Kleider, 1114#1. Mose,37,30#30. kehrte zu seinen Brüdern zurück und rief aus: «Der Knabe ist nicht mehr da! Wohin soll ich nun gehen?» 1115#1. Mose,37,31#31. Hierauf nahmen sie Josephs Rock, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock in das Blut; 1116#1. Mose,37,32#32. dann ließen sie das lange Ärmelkleid durch einen Boten ihrem Vater überbringen und ihm sagen: «Dieses haben wir gefunden: sieh doch genau zu, ob es der Rock deines Sohnes ist oder nicht!» 1117#1. Mose,37,33#33. ER sah es genau an und rief aus: «Es ist der Rock meines Sohnes! Ein wildes Tier hat ihn gefressen! Ja, ja, Joseph ist zerfleischt worden!» 1118#1. Mose,37,34#34. Und Jakob zerriß seine Kleider, legte ein härenes Gewand-1- um seine Hüften und trauerte um seinen Sohn lange Zeit. -1) = Trauergewand. 1119#1. Mose,37,35#35. Alle seine Söhne und alle seine Töchter bemühten sich zwar, ihn zu trösten, aber er wies jeden Trost zurück und sagte: «Nein, im Trauerkleid will ich zu meinem Sohn in die Unterwelt hinabfahren!» So beweinte ihn sein Vater. 1120#1. Mose,37,36#36. Die Midianiter aber verkauften Joseph nach Ägypten an Potiphar, einen Hofbeamten des Pharao-1-, den Obersten der Leibwächter-2-. -1) «Pharao» ist nicht Eigenname, sondern Titel des Königs von Ägypten.   2) eig: der Scharfrichter. 1121#1. Mose,38,1#1. UM diese Zeit begab es sich, daß Juda sich von seinen Brüdern trennte und sich an einen Mann aus Adullam namens Hira anschloß-1-. -1) w: und sein Zelt bei einem Manne . . . aufschlug. 1122#1. Mose,38,2#2. Dort sah Juda die Tochter eines Kanaanäers namens Sua; die nahm er zur Frau und lebte mit ihr. 1123#1. Mose,38,3#3. Sie wurde guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den er Ger nannte. 1124#1. Mose,38,4#4. Hierauf wurde sie wieder guter Hoffnung und gebar einen Sohn, den sie Onan nannte. 1125#1. Mose,38,5#5. Sodann wurde sie nochmals Mutter eines Sohnes, dem sie den Namen Sela gab; sie befand sich aber in Chesib, als sie ihn gebar. - 1126#1. Mose,38,6#6. Juda nahm dann für seinen erstgeborenen Sohn Ger eine Frau namens Thamar. 1127#1. Mose,38,7#7. Aber Ger, der Erstgeborene Juda's, zog sich das Mißfallen des HErrn zu; daher ließ der HErr ihn sterben. 1128#1. Mose,38,8#8. Da sagte Juda zu Onan: «Gehe zu der Frau deines Bruders ein und leiste ihr die Schwagerpflicht-1-, damit du das Geschlecht deines Bruders fortpflanzest!» -1) = vollziehe mit ihr die Schwagerehe, vgl. 5.Mo. 25,5ff. 1129#1. Mose,38,9#9. Da Onan aber wußte, daß die Kinder nicht als seine eigenen gelten würden, ließ er, so oft er zu der Frau seines Bruders einging, (den Samen) zur Erde fallen, um seinem Bruder keine Nachkommen zu verschaffen. 1130#1. Mose,38,10#10. Dieses sein Tun mißfiel aber dem HErrn, und so ließ er auch ihn sterben. 1131#1. Mose,38,11#11. Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Thamar: «Bleibe als Witwe im Hause deines Vaters wohnen, bis mein Sohn Sela herangewachsen ist!» Er fürchtete nämlich, daß auch dieser sterben würde wie seine Brüder. So ging denn Thamar hin und wohnte im Hause ihres Vaters. 1132#1. Mose,38,12#12. ALS nun geraume Zeit vergangen war, starb die Tochter Sua's, die Frau Juda's; und als die Trauerzeit vorüber war, ging Juda (einmal) mit seinem Freunde Hira, dem Adullamiter, nach Thimna hinauf, um seine Schafe zu scheren. 1133#1. Mose,38,13#13. Als nun der Thamar berichtet wurde, daß ihr Schwiegervater sich gerade zur Schafschur nach Thimna hinauf begäbe, 1134#1. Mose,38,14#14. legte sie ihre Witwenkleidung ab, hüllte sich dicht in einen Schleier und setzte sich an den Eingang von Enaim-1-, das am Wege nach Thimna liegt; denn sie hatte gesehen, daß Sela erwachsen war, ohne daß man sie ihm zur Frau gegeben hatte. -1) d.h. Zweibrunn. 1135#1. Mose,38,15#15. Als nun Juda sie da sitzen sah, hielt er sie für eine Dirne; denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt. 1136#1. Mose,38,16#16. Er bog also zu ihr ab zu der Stelle des Weges hin, wo sie saß, und sagte: «Komm her, sei mir zu Willen!» denn er wußte nicht, daß sie seine Schwiegertochter war. Sie antwortete: «Was willst du mir dafür geben, wenn ich dir zu Willen bin?» 1137#1. Mose,38,17#17. Er sagte: «Ich will dir ein Böckchen von der Herde herschicken.» Sie erwiderte: «Ja, wenn du mir so lange ein Pfand gibst, bis du es herschickst.» 1138#1. Mose,38,18#18. Da fragte er: «Was für ein Pfand ist es, das ich dir geben soll?» Sie antwortete: «Deinen Siegelring, deine Schnur-1- und den Stab, den du da in der Hand hast.» Da gab er es ihr und wohnte ihr bei, und sie wurde schwanger von ihm. -1) = Halskette. 1139#1. Mose,38,19#19. Hierauf stand sie auf, entfernte sich, legte ihren Schleier ab und zog ihre Witwenkleidung wieder an. 1140#1. Mose,38,20#20. Juda schickte nun das Böckchen durch seinen Freund, den Adullamiter, um das Pfand von dem Weibe zurückzuerhalten; aber der fand sie nicht; 1141#1. Mose,38,21#21. und als er bei den Leuten jenes Ortes nachfragte: «Wo ist die geweihte Buhlerin, die hier bei Enaim am Wege gesessen hat?» antworteten sie ihm: «Hier ist keine geweihte Buhlerin gewesen.» 1142#1. Mose,38,22#22. So kehrte er denn zu Juda zurück und sagte: «Ich habe sie nicht gefunden; auch haben die Leute des Ortes gesagt, es sei dort keine geweihte Buhlerin gewesen.» 1143#1. Mose,38,23#23. Da erwiderte Juda: «So mag sie es für sich behalten, damit wir uns nicht den Spott der Leute zuziehen! Du weißt ja, daß ich dies Böckchen geschickt habe; du hast sie aber nicht gefunden.» 1144#1. Mose,38,24#24. UNGEFÄHR drei Monate später wurde dem Juda als sicher berichtet: «Deine Schwiegertochter Thamar hat sich verführen lassen und ist infolge ihrer Ausschweifung schwanger geworden.» Da gebot Juda: «Führt sie hinaus, damit sie verbrannt wird!» 1145#1. Mose,38,25#25. Als sie nun hinausgeführt werden sollte, schickte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ ihm sagen: «Von dem Manne, dem diese Sachen hier gehören, bin ich schwanger»; und weiter ließ sie ihm sagen: «Sieh doch genau zu, wem dieser Siegelring, diese Schnur und dieser Stab gehören!» 1146#1. Mose,38,26#26. Als nun Juda die Sachen genau angesehen hatte, sagte er: «Sie ist mir gegenüber im Recht: warum habe ich sie meinem Sohne Sela nicht zur Frau gegeben!» Er vollzog aber hinfort keine Beiwohnung mehr mit ihr. 1147#1. Mose,38,27#27. ALS nun die Zeit ihrer Niederkunft da war, ergab es sich, daß Zwillinge in ihrem Mutterschoße waren; 1148#1. Mose,38,28#28. und bei der Geburt streckte das eine Kind die Hand vor; da griff die Wehmutter zu, band ihm einen roten Faden um die Hand und sagte: «Dieser ist zuerst zum Vorschein gekommen.» 1149#1. Mose,38,29#29. Doch (das Kind) zog seine Hand wieder zurück, und nun kam sein Bruder zum Vorschein. Da sagte sie: «Was für einen Riß hast du dir da gerissen!» Daher nannte man ihn «Perez»-1-. -1) d.h. Riß. 1150#1. Mose,38,30#30. Darauf kam sein Bruder zum Vorschein, an dessen Hand der rote Faden war; daher nannte man ihn «Serah»-1-. -1) d.h. Glanz, rot. 1151#1. Mose,39,1#1. ALS aber Joseph nach Ägypten gebracht worden war, kaufte ihn Potiphar, ein Ägypter, ein Hofbeamter des Pharaos, der Oberste der Leibwächter-a-, von den Ismaelitern, die ihn dorthin gebracht hatten. -a) vgl. 1.Mo. 37,36. 1152#1. Mose,39,2#2. Gott der HErr aber war mit Joseph, so daß ihm alles gelang, während er im Hause seines Herrn, des Ägypters, war. 1153#1. Mose,39,3#3. Weil nun sein Herr sah, daß Gott mit ihm war und daß Gott alles, was er vornahm, ihm gelingen ließ, 1154#1. Mose,39,4#4. wandte er dem Joseph seine Gunst zu, so daß er sich selbst von ihm bedienen ließ; dann machte er ihn zum Aufseher über sein Hauswesen und vertraute ihm alles an, was er besaß. 1155#1. Mose,39,5#5. Und von der Zeit an, wo er ihn zum Aufseher über sein Haus und zum Verwalter seines ganzen Besitzes gemacht hatte, segnete Gott das Haus des Ägypters um Josephs willen, so daß der Segen Gottes auf allem ruhte, was er besaß, im Hause und auf dem Felde. 1156#1. Mose,39,6#6. Daher überließ er sein ganzes Besitztum der Verwaltung Josephs: er selbst kümmerte sich neben ihm um nichts mehr als um seine Mahlzeiten. JOSEPH war aber schön von Gestalt und schön von Angesicht. 1157#1. Mose,39,7#7. So kam es schließlich dahin, daß die Gattin seines Herrn ihre Augen auf Joseph richtete und ihn verführen wollte. 1158#1. Mose,39,8#8. Er weigerte sich aber und sagte zu der Gattin seines Herrn: «Bedenke doch! mein Herr kümmert sich neben mir um nichts im Hause und hat mir alles anvertraut, was er besitzt. 1159#1. Mose,39,9#9. Er selbst hat in diesem Hause keine größere Geltung als ich, und nichts hat er mir vorenthalten als dich allein, weil du ja sein Weib bist. Wie sollte ich da ein so großes Unrecht begehen und mich gegen Gott versündigen!» 1160#1. Mose,39,10#10. Obgleich sie daher Tag für Tag auf Joseph einredete, hörte er doch nicht auf sie, daß er sich zu ihr getan und sich mit ihr vergangen hätte. 1161#1. Mose,39,11#11. Nun begab es sich eines Tages, daß Joseph, wie gewöhnlich, ins Haus kam, um seine Geschäfte zu besorgen, während gerade keiner von den Hausangehörigen-1- drinnen im Hause anwesend war. -1) o: von der Dienerschaft. 1162#1. Mose,39,12#12. Da faßte sie ihn am Gewand mit den Worten: «Sei mir zu Willen!» Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand, ergriff die Flucht und eilte zum Hause hinaus. 1163#1. Mose,39,13#13. Als sie nun sah, daß er sein Gewand in ihrer Hand gelassen hatte und zum Hause hinausgeflohen war, 1164#1. Mose,39,14#14. rief sie die Leute ihres Hauses herbei und sagte zu ihnen: «Seht doch! er-1- hat uns da einen Hebräer hereingebracht, daß er seinen Mutwillen an uns auslasse! Der ist zu mir hereingekommen, um mich zu verführen; ich habe aber laut geschrieen, -1) d.h. der Herr hier im Hause = mein Mann. 1165#1. Mose,39,15#15. und als er hörte, daß ich ein lautes Geschrei erhob und um Hilfe rief, hat er sein Gewand neben mir liegen lassen und ist zum Hause hinaus entflohen!» 1166#1. Mose,39,16#16. Dann ließ sie sein Gewand neben sich liegen, bis sein Herr nach Hause kam; 1167#1. Mose,39,17#17. und sie erzählte ihm den Vorfall mit denselben Worten, nämlich: «Der hebräische Sklave, den du uns hergebracht hast, ist zu mir hereingekommen, um seinen Mutwillen an mir auszulassen; 1168#1. Mose,39,18#18. als ich aber ein lautes Geschrei erhob und um Hilfe rief, hat er sein Gewand neben mir liegen lassen und ist zum Hause hinausgeflohen!» 1169#1. Mose,39,19#19. ALS nun sein Herr die Mitteilung seiner Frau hörte, die ihm berichtete: «So und so hat dein Sklave sich gegen mich benommen!» da stieg der Zorn in ihm auf; 1170#1. Mose,39,20#20. und der Herr Josephs ließ ihn ergreifen und ins Gefängnis werfen, an den Ort, wo die Gefangenen des Königs in Gewahrsam lagen; dort saß er nun im Gefängnis. 1171#1. Mose,39,21#21. Aber Gott der HErr war mit Joseph und ließ ihn die Zuneigung aller gewinnen und wandte ihm auch die Gunst des obersten Aufsehers des Gefängnisses zu. 1172#1. Mose,39,22#22. Dieser übergab alle Gefangenen, die sich im Gefängnis befanden, dem Joseph zur Aufsicht; und alles, was es dort zu tun gab, hatte dieser zu besorgen. 1173#1. Mose,39,23#23. Der oberste Aufseher des Gefängnisses kümmerte sich um gar nichts bei allem, was ihm-1- anvertraut war; denn Gott der HErr war mit ihm, und Gott ließ alles gelingen, was er vornahm. -1) d.h. dem Joseph. 1174#1. Mose,40,1#1. NUN begab es sich einige Zeit danach, daß der Mundschenk und der Bäcker des Königs von Ägypten sich gegen ihren Herrn, den König von Ägypten, verfehlten. 1175#1. Mose,40,2#2. Da geriet der Pharao über seine beiden Hofbeamten, den Obermundschenken und den Oberbäcker, in Zorn, 1176#1. Mose,40,3#3. und er ließ sie im Hause des Obersten der Leibwächter-a- in Haft legen, ins Gefängnis, an den Ort, wo auch Joseph gefangen lag. -a) vgl. 1.Mo. 37,36. 1177#1. Mose,40,4#4. Der Oberste der Leibwächter aber betraute Joseph mit der Fürsorge für sie, so daß er sie zu bedienen hatte; und so befanden sie sich eine Zeitlang in Haft. 1178#1. Mose,40,5#5. DA träumten sie beide in einer und derselben Nacht einen Traum, und zwar jeder einen eigenen Traum von besonderer Bedeutung, der Mundschenk und der Bäcker des Königs von Ägypten, die im Kerker gefangen saßen. 1179#1. Mose,40,6#6. Als nun Joseph am Morgen zu ihnen hineinkam und bemerkte, daß sie mißgestimmt waren, 1180#1. Mose,40,7#7. fragte er sie, die beiden Hofbeamten des Pharaos, die sich mit ihm im Hause seines Herrn in Haft befanden: «Warum seht ihr denn heute so mißmutig aus?» 1181#1. Mose,40,8#8. Sie antworteten ihm: «Wir haben einen Traum gehabt, und nun ist niemand da, der ihn uns deuten könnte.» Da sagte Joseph zu ihnen: «Traumdeutungen sind Sache Gottes: erzählt mir doch eure Träume!» 1182#1. Mose,40,9#9. DA erzählte der Obermundschenk dem Joseph seinen Traum folgendermaßen: «In meinem Traume war es mir, als ob ich einen Weinstock vor mir stehen sähe; 1183#1. Mose,40,10#10. an diesem Weinstock waren drei Reben; und sowie er anfing zu treiben, brachen auch schon seine Blüten hervor, und die Trauben brachten die Beeren zur Reife. 1184#1. Mose,40,11#11. Ich aber hielt den Becher des Pharaos in der Hand, nahm die Trauben, preßte sie aus in den Becher des Pharaos und gab dann den Becher dem Pharao in die Hand.» 1185#1. Mose,40,12#12. Da sagte Joseph zu ihm: «Dies ist die Deutung: Die drei Weinreben sind drei Tage; 1186#1. Mose,40,13#13. in drei Tagen von heute ab wird der Pharao dir das Haupt erheben, indem er dich wieder in dein Amt einsetzt, so daß du ihm den Becher in die Hand gibst ganz nach der früheren Weise, als du noch sein Mundschenk warst. 1187#1. Mose,40,14#14. Aber halte dann auch die Erinnerung an mich fest, wenn es dir wieder gut geht, erweise mir dann die Liebe, den Pharao auf mich aufmerksam zu machen, und bringe mich aus diesem Hause hinaus! 1188#1. Mose,40,15#15. Denn ich bin aus dem Lande der Hebräer heimlich gestohlen-1- worden und habe auch hier gar nichts begangen, daß man mich in den Kerker geworfen hat.» -1) o: schmählich entführt. 1189#1. Mose,40,16#16. ALS nun der Oberbäcker sah, daß Joseph eine günstige Deutung gegeben hatte, sagte er zu Joseph: «Auch in meinem Traume war es mir, als trüge ich drei Körbe mit feinem Gebäck auf meinem Haupte; 1190#1. Mose,40,17#17. und in dem obersten Korb befanden sich allerlei Eßwaren für den Pharao, wie sie der Bäcker herstellt; aber die Vögel fraßen sie aus dem Korbe auf meinem Haupte weg.» 1191#1. Mose,40,18#18. Da sagte Joseph: «Dies ist die Deutung des Traumes: Die drei Körbe sind drei Tage; 1192#1. Mose,40,19#19. in drei Tagen von heute ab wird der Pharao dir das Haupt erheben, nämlich dich an einen Baum-1- hängen lassen; da werden dann die Vögel das Fleisch von dir oben wegfressen.» -1) o: Pfahl. 1193#1. Mose,40,20#20. DREI Tage später nun war der Geburtstag des Pharaos; da veranstaltete er ein Festmahl für alle seine Diener und erhob seinem Obermundschenken und seinem Oberbäcker das Haupt inmitten seiner Diener; 1194#1. Mose,40,21#21. den Obermundschenken setzte er wieder in sein Schenkenamt ein, so daß er dem Pharao wieder den Becher zu reichen hatte; 1195#1. Mose,40,22#22. den Oberbäcker aber ließ er hängen, ganz so, wie Joseph ihnen (die Träume) gedeutet hatte. 1196#1. Mose,40,23#23. Aber der Obermundschenk dachte nicht mehr an Joseph, sondern vergaß ihn. 1197#1. Mose,41,1#1. NUN begab es sich nach Verlauf von zwei vollen Jahren, daß der Pharao einen Traum hatte: ihm war es, er stehe am Nil. 1198#1. Mose,41,2#2. Da sah er aus dem Strom sieben schöne, wohlgenährte Kühe heraufsteigen und im Riedgras weiden. 1199#1. Mose,41,3#3. Dann sah er nach diesen sieben andere Kühe aus dem Strom heraufsteigen, die sahen häßlich aus und waren mager am Fleisch und traten neben die anderen Kühe am Ufer des Stromes; 1200#1. Mose,41,4#4. hierauf fraßen die häßlichen und mageren Kühe die sieben schönen und wohlgenährten Kühe auf. Da erwachte der Pharao. 1201#1. Mose,41,5#5. Als er dann wieder eingeschlafen war, hatte er einen zweiten Traum; und zwar sah er sieben Ähren oben an einem Halme wachsen, dicke und schöne; 1202#1. Mose,41,6#6. nach diesen aber schossen sieben dünne und vom Ostwind versengte Ähren hervor, 1203#1. Mose,41,7#7. und diese dünnen Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte der Pharao und merkte, daß es ein (bedeutungsvoller) Traum war. 1204#1. Mose,41,8#8. Am Morgen fühlte er sich darüber innerlich beunruhigt, so daß er alle Schriftkundigen-1- Ägyptens und alle Weisen des Landes rufen ließ; er erzählte ihnen seine Träume, aber es war keiner da, der sie dem Pharao zu deuten vermochte. -1) o: Geheimwisser = Wahrsager. 1205#1. Mose,41,9#9. DA nahm der Obermundschenk das Wort und sagte zum Pharao: «Ich muß heute meine Verfehlungen in Erinnerung bringen. 1206#1. Mose,41,10#10. Als der Pharao (einst) über seine Diener in Zorn geraten war und mich im Hause des Obersten der Leibwächter in Gewahrsam hatte legen lassen, mich und den Oberbäcker, 1207#1. Mose,41,11#11. da hatten wir beide in einer und derselben Nacht einen Traum, ich und er, und zwar jeder einen Traum von besonderer Bedeutung. 1208#1. Mose,41,12#12. Nun befand sich dort ein hebräischer junger Mann bei uns, ein Sklave des Obersten der Leibwächter; dem erzählten wir's, und er deutete uns unsere Träume: er gab dem Traum eines jeden die entsprechende Deutung, 1209#1. Mose,41,13#13. und ganz so, wie er uns die Deutung gegeben hatte, so ist es eingetroffen: mich hat (der Pharao) wieder in mein Amt eingesetzt, und jenen hat er hängen lassen.» 1210#1. Mose,41,14#14. Da sandte der Pharao hin und ließ Joseph rufen; man holte-1- ihn in aller Eile aus dem Gefängnis; er mußte sich scheren lassen und andere Kleider anziehen und trat dann vor den Pharao. -1) o: entließ. 1211#1. Mose,41,15#15. DA sagte der Pharao zu Joseph: «Ich habe einen Traum gehabt, aber niemand weiß ihn zu deuten. Nun habe ich von dir sagen hören, du brauchtest einen Traum nur zu hören, so könntest du ihn schon deuten.» 1212#1. Mose,41,16#16. Da antwortete Joseph dem Pharao: «O nein, nicht ich! aber Gott wird etwas kundtun, was dem Pharao Segen bringt.» 1213#1. Mose,41,17#17. Nun sagte der Pharao zu Joseph: «In meinem Traume war es mir, ich stände am Ufer des Nils; 1214#1. Mose,41,18#18. da sah ich sieben wohlgenährte, schöne Kühe aus dem Strom heraufsteigen und im Riedgras weiden. 1215#1. Mose,41,19#19. Nach diesen sah ich sieben andere Kühe heraufsteigen, die dürr und sehr häßlich und mager am Fleisch waren; ich habe in ganz Ägypten nirgends so häßliche gesehen wie diese. 1216#1. Mose,41,20#20. Hierauf fraßen die mageren und häßlichen Kühe die sieben ersten wohlgenährten Kühe auf; 1217#1. Mose,41,21#21. aber auch als sie in ihren Leib gekommen waren, merkte man ihnen nicht an, daß sie in ihren Leib gekommen waren; nein, ihr Aussehen blieb so häßlich wie im Anfang. Da wachte ich auf. 1218#1. Mose,41,22#22. Dann sah ich in meinem Traume sieben Ähren, die oben an einem Halme wuchsen, volle und schöne. 1219#1. Mose,41,23#23. Nach diesen aber schossen sieben dürre, dünne, vom Ostwind versengte Ähren hervor; 1220#1. Mose,41,24#24. und die dünnen Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. Ich habe dies schon den Schriftkundigen-a- mitgeteilt, aber keiner hat mir eine Erklärung geben können.» -a) V. 8. 1221#1. Mose,41,25#25. Da sagte Joseph zum Pharao: «(Beides,) was der Pharao geträumt hat, bedeutet ein und dasselbe: Gott hat dem Pharao angekündigt, was er zu tun gedenkt. 1222#1. Mose,41,26#26. Die sieben schönen Kühe bedeuten sieben Jahre, und die sieben schönen Ähren bedeuten auch sieben Jahre: es ist ein und derselbe Traum. 1223#1. Mose,41,27#27. Auch die sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach ihnen (aus dem Strom) heraufstiegen, sind sieben Jahre, und die sieben leeren, vom Ostwind versengten Ähren bedeuten, daß sieben Hungerjahre kommen werden. 1224#1. Mose,41,28#28. Das meinte ich, als ich (vorhin) zum Pharao sagte: ,Gott hat dem Pharao geoffenbart, was er zu tun gedenkt.' 1225#1. Mose,41,29#29. Wisse: es werden sieben Jahre mit großem Überfluß im ganzen Land Ägypten kommen; 1226#1. Mose,41,30#30. aber nach diesen werden sieben Hungerjahre eintreten, so daß der ganze Überfluß im Lande Ägypten vergessen sein wird; und die Hungersnot wird das Land so verzehren, 1227#1. Mose,41,31#31. daß man von dem früheren Überfluß im Lande Ägypten nichts mehr merken wird infolge der späteren Hungersnot; denn diese wird überaus schwer sein. 1228#1. Mose,41,32#32. Daß aber der Traum sich dem Pharao zweimal wiederholt hat, das bedeutet: die Sache ist bei Gott fest beschlossen, und Gott wird sie ohne Verzug ausführen.» 1229#1. Mose,41,33#33. «UND nun möge der Pharao sich nach einem einsichtigen und weisen Manne umsehen, den er über das Land Ägypten setze! 1230#1. Mose,41,34#34. und der Pharao wolle Vorsorge tragen, daß er Aufseher über das Land bestelle, und erhebe den fünften Teil des Ertrages vom Lande Ägypten während der sieben Jahre des Überflusses! 1231#1. Mose,41,35#35. Man sammle so den gesamten Ernteertrag jener guten Jahre, die nun kommen werden, und speichere das Getreide unter der Obhut des Pharaos als Vorrat in den Städten auf und verwahre es dort. 1232#1. Mose,41,36#36. Dann wird dieser Vorrat dem Lande einen Rückhalt für die sieben Hungerjahre gewähren, die im Lande Ägypten eintreten werden, und das Land wird durch die Hungersnot nicht zugrunde gerichtet werden.» 1233#1. Mose,41,37#37. DIESE Darlegung fand den Beifall des Pharaos und aller seiner Diener; 1234#1. Mose,41,38#38. und der Pharao sagte zu seinen Dienern: «Könnten wir wohl noch einen Mann finden, in dem der Geist Gottes wohnt wie in diesem?» 1235#1. Mose,41,39#39. Zu Joseph aber sagte der Pharao: «Nachdem-1- Gott dir dieses alles geoffenbart hat, gibt es keinen, der so einsichtig und weise wäre wie du. -1) o: weil. 1236#1. Mose,41,40#40. Du selber sollst über mein Haus gesetzt sein, und deinen Befehlen soll mein ganzes Volk sich fügen; nur den Besitz des Thrones will ich vor dir voraushaben.» 1237#1. Mose,41,41#41. Weiter sagte der Pharao zu Joseph: «Hiermit setze ich dich über das ganze Land Ägypten!» 1238#1. Mose,41,42#42. Darauf zog der Pharao seinen Siegelring vom Finger und steckte ihn dem Joseph an die Hand, ließ ihn in Gewänder von Byssus-1- kleiden und legte ihm die goldene Kette um den Hals. -1) entweder feinste weiße Baumwolle o. feine Leinwand. 1239#1. Mose,41,43#43. Außerdem ließ er ihn auf seinem zweiten Staatswagen fahren, und man rief vor ihm her aus: «Abrek!»-1-. So setzte er ihn über das ganze Land Ägypten. -1) die Bed. dieses Ausdrucks ist ungewiß: «Wirf dich nieder!» o: «Lebensspender» o: «Ernährer des Landes» und andere. 1240#1. Mose,41,44#44. Sodann sagte der Pharao zu Joseph: «Ich bin der Pharao; aber ohne deine Einwilligung soll niemand die Hand oder den Fuß im ganzen Lande Ägypten rühren.» 1241#1. Mose,41,45#45. Außerdem verlieh der Pharao dem Joseph den Titel «Zaphenath-Paneah»-1- und gab ihm Asenath, die Tochter Potiphera's, des Priester von On-2- zur Frau. So gebot denn Joseph über das (ganze) Land Ägypten. -1) d.h. der das Leben Ernährende.   2) = Heliopolis in Unterägypten. 1242#1. Mose,41,46#46. DREISSIG Jahre war Joseph alt, als er in den Dienst des Pharaos, des Königs von Ägypten, trat. Nachdem Joseph sich nun vom Pharao wegbegeben hatte, durchzog er das ganze Land Ägypten. 1243#1. Mose,41,47#47. Das Land trug aber während der sieben Jahre des Überflusses (Getreide) in Hülle und Fülle. 1244#1. Mose,41,48#48. Da sammelte er den ganzen Ernteertrag der sieben guten Jahre, die über Ägypten kamen, und ließ das Getreide in die Städte schaffen: nämlich in jede Stadt brachte er den Ertrag der umliegenden Felder hinein. 1245#1. Mose,41,49#49. So speicherte Joseph Getreide auf wie Sand am Meer, unendlich viel, bis man aufhörte, es zu messen, denn es war nicht mehr zu messen-1-. -1) = unermeßlich viel. 1246#1. Mose,41,50#50. Noch ehe das Hungerjahr kam, wurden dem Joseph zwei Söhne geboren von Asenath, der Tochter Potiphera's, des Priesters von On. 1247#1. Mose,41,51#51. Joseph nannte seinen erstgeborenen Sohn Manasse-1-; «denn», sagte er, «Gott hat mich all mein Unglück und mein ganzes Vaterhaus-2- vergessen lassen». -1) d.h. der vergessen macht.   2) d.h. alles, was mir vom Hause meines Vaters zugefügt worden ist. 1248#1. Mose,41,52#52. Den zweiten aber nannte er Ephraim-1-; «denn», sagte er, «Gott hat mich fruchtbar werden lassen im Land meines Elends». -1) d.h. doppelte Fruchtbarkeit. 1249#1. Mose,41,53#53. ALS dann die sieben Jahre des Überflusses, der im Lande Ägypten geherrscht hatte, zu Ende waren, 1250#1. Mose,41,54#54. da brachen die sieben Hungerjahre an, ganz so wie Joseph es vorausgesagt hatte; und es entstand eine Hungersnot in allen Ländern; aber in ganz Ägypten hatte man Brot. 1251#1. Mose,41,55#55. Als dann aber auch das ganze Land Ägypten Hunger litt und das Volk zum Pharao um Brot schrie, sagte der Pharao zu allen Ägyptern: «Wendet euch an Joseph; was der euch sagen wird, das tut!» 1252#1. Mose,41,56#56. Die Hungersnot erstreckte sich aber über die ganze Erde. Da ließ Joseph allenthalben die Kornhäuser öffnen und den Ägyptern Getreide verkaufen; und doch wurde die Hungersnot immer drückender in Ägypten. 1253#1. Mose,41,57#57. Da kam die ganze Erdbevölkerung zu Joseph nach Ägypten, um Getreide zu kaufen; denn auf der ganzen Erde herrschte drückende Hungersnot. 1254#1. Mose,42,1#1. ALS nun Jakob erfuhr, daß in Ägypten Getreide zu haben sei, sagte er zu seinen Söhnen: «Was seht ihr euch lange an?» 1255#1. Mose,42,2#2. Dann fuhr er fort: «Wisset wohl: ich habe gehört, daß in Ägypten Getreide zu haben ist; zieht hinab und kauft uns dort Getreide, damit wir zu leben haben und nicht verhungern!» 1256#1. Mose,42,3#3. So machten sich denn zehn von den Brüdern Josephs auf den Weg, um Getreide in Ägypten zu kaufen; 1257#1. Mose,42,4#4. Benjamin aber, den Vollbruder Josephs, ließ Jakob nicht mit seinen Brüdern ziehen; denn er fürchtete, es könne ihm ein Unfall zustoßen. 1258#1. Mose,42,5#5. So kamen denn die Söhne Israels, um Getreide zu kaufen wie andere Leute, die auch hinzogen; denn es herrschte Hungersnot im Lande Kanaan. 1259#1. Mose,42,6#6. NUN war Joseph der Gebieter im Lande; er war es, der allem Volk im Lande-1- das Getreide verkaufte. Als nun die Brüder Josephs zu ihm kamen, verneigten sie sich vor ihm mit dem Angesicht bis zur Erde. -1) o: der ganzen Bevölkerung der Erde. 1260#1. Mose,42,7#7. Sobald Joseph seine Brüder sah, erkannte er sie, gab sich ihnen aber nicht zu erkennen, sondern redete sie hart an und fragte sie: «Woher seid ihr gekommen?» Sie antworteten: «Aus dem Lande Kanaan, um Lebensmittel zu kaufen.» 1261#1. Mose,42,8#8. Wiewohl Joseph nun seine Brüder erkannt hatte, erkannten sie ihn doch nicht. 1262#1. Mose,42,9#9. Da mußte Joseph an die Träume denken, die er einst in bezug auf sie geträumt hatte, und er sagte zu ihnen: «Kundschafter seid ihr! Ihr seid nur hergekommen, um zu erspähen, wo das Land offen steht!» 1263#1. Mose,42,10#10. Sie antworteten ihm: «O nein, Herr! deine Knechte sind gekommen, um Lebensmittel zu kaufen. 1264#1. Mose,42,11#11. Wir alle sind Söhne eines Mannes, ehrliche Leute sind wir, deine Knechte sind keine Kundschafter!» 1265#1. Mose,42,12#12. Doch er antwortete ihnen: «Nein, sondern ihr seid hergekommen, um zu erkunden, wo das Land offen steht!» 1266#1. Mose,42,13#13. Sie erwiderten: «Wir, deine Knechte, sind zwölf Brüder, die Söhne eines Mannes im Lande Kanaan; der jüngste ist allerdings augenblicklich bei unserm Vater, und der eine ist nicht mehr da.» 1267#1. Mose,42,14#14. Aber Joseph entgegnete ihnen: «Es ist doch so, wie ich euch gesagt habe: ihr seid Kundschafter! 1268#1. Mose,42,15#15. Daran sollt ihr geprüft werden: Beim Leben des Pharaos! ihr sollt von hier nicht weggehen, wenn euer jüngster Bruder nicht hierher kommt. 1269#1. Mose,42,16#16. Schickt einen von euch hin, daß er euren Bruder hole! ihr anderen aber bleibt solange gefangen, bis eure Aussagen geprüft sind, ob ihr mit der Wahrheit umgeht oder nicht! So wahr der Pharao lebt: ihr seid Kundschafter!» 1270#1. Mose,42,17#17. Hierauf ließ er sie beisammen drei Tage lang in Gewahrsam nehmen. 1271#1. Mose,42,18#18. AM dritten Tage aber sagte Joseph zu ihnen: «Wollt ihr am Leben bleiben, so müßt ihr es folgendermaßen machen! denn ich bin ein gottesfürchtiger Mann. 1272#1. Mose,42,19#19. Wenn ihr ehrliche Leute seid, so soll nur einer von euch Brüdern als Gefangener hier in eurem bisherigen Gewahrsam zurückbleiben; ihr anderen aber mögt hinziehen und Getreide für den Bedarf eurer Familien mitnehmen! 1273#1. Mose,42,20#20. Aber euren jüngsten Bruder müßt ihr zu mir herbringen; dann sollen eure Aussagen als wahr gelten, und ihr braucht nicht zu sterben!» Sie gingen darauf ein, 1274#1. Mose,42,21#21. sagten aber einer zum andern: «Wahrlich, das haben wir an unserm Bruder verschuldet! denn wir sahen seine Seelenangst, als er uns anflehte, aber wir hörten nicht auf ihn; deshalb ist jetzt dieses Unglück über uns gekommen!» 1275#1. Mose,42,22#22. Da antwortete ihnen Ruben: «Habe ich euch damals nicht gesagt: ,Versündigt euch nicht an dem Knaben!' aber ihr wolltet nicht hören; so wird denn jetzt auch sein Blut von uns gefordert!» 1276#1. Mose,42,23#23. Sie wußten aber nicht, daß Joseph sie verstand; denn er verhandelte mit ihnen durch einen Dolmetscher. 1277#1. Mose,42,24#24. Da wandte er sich von ihnen ab und weinte. Als er dann wieder zu ihnen zurückgekehrt war und mit ihnen gesprochen hatte, ließ er Simeon aus ihrer Mitte ergreifen und vor ihren Augen in Fesseln legen. 1278#1. Mose,42,25#25. DANN gab Joseph Befehl, man solle ihre Säcke mit Getreide füllen, ihr Geld aber einem jeden wieder in seinen Sack legen und ihnen auch Zehrung für den Weg mitgeben. Als das geschehen war, 1279#1. Mose,42,26#26. luden sie ihr Getreide auf ihre Esel und zogen von dannen. 1280#1. Mose,42,27#27. Als aber einer von ihnen in der Herberge seinen Sack öffnete, um seinem Esel Futter zu geben, bemerkte er sein Geld, das in seinem Sack obenauf lag. 1281#1. Mose,42,28#28. Da sagte er zu seinen Brüdern: «Mein Geld ist wieder da! Denkt euch nur: es liegt hier in meinem Sack!» Da entfiel ihnen der Mut; sie sahen einander erschrocken an und riefen aus: «Was hat Gott uns da angetan!» 1282#1. Mose,42,29#29. Als sie hierauf zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan zurückkamen, erzählten sie ihm alles, was sie erlebt hatten, mit den Worten: 1283#1. Mose,42,30#30. «Der Mann, der im Lande Herr ist, hat uns hart angelassen und uns wie Leute behandelt, die das Land auskundschaften wollten; 1284#1. Mose,42,31#31. und als wir zu ihm sagten: ,Wir sind ehrliche Leute, wir sind nie Kundschafter gewesen; 1285#1. Mose,42,32#32. zwölf Brüder sind wir, die Söhne unsers Vaters; der eine ist nicht mehr da, und der jüngste befindet sich zur Zeit bei unserm Vater im Lande Kanaan', - 1286#1. Mose,42,33#33. da erwiderte uns der Mann, der im Lande Herr ist: ,Daran will ich erkennen, ob ihr ehrliche Leute seid: laßt einen von euch Brüdern bei mir zurück und nehmt den Bedarf für eure hungernden Familien mit und kehrt heim; 1287#1. Mose,42,34#34. bringt dann aber euren jüngsten Bruder zu mir! Daran werde ich erkennen, daß ihr keine Kundschafter, sondern ehrliche Leute seid; dann will ich euch auch euren Bruder zurückgeben, und ihr könnt im Lande frei verkehren.'» 1288#1. Mose,42,35#35. Als sie dann ihre Säcke leerten, fand jeder seinen Geldbeutel in seinem Sack; und als sie samt ihrem Vater sahen, daß es ihre Beutel waren, erschraken sie. 1289#1. Mose,42,36#36. Da sagte ihr Vater Jakob zu ihnen: «Ihr beraubt mich meiner Kinder! Joseph ist nicht mehr da, Simeon ist nicht mehr da, und nun sollt ihr Benjamin holen-1-! Über mich ist all dieses Leid hereingebrochen!» -1) o: wollt ihr auch wegnehmen. 1290#1. Mose,42,37#37. Da antwortete Ruben seinem Vater: «Meine beiden Söhne magst du töten, wenn ich ihn nicht zu dir zurückbringe! Vertraue ihn mir an: ich bringe ihn zu dir zurück!» 1291#1. Mose,42,38#38. Doch Jakob entgegnete: «Mein Sohn soll nicht mit euch hinabziehen! Sein rechter Bruder ist tot, und er ist allein übrig geblieben; wenn ihm ein Unfall auf dem Wege zustieße, den ihr ziehen müßt, so würdet ihr mein graues Haar mit Herzeleid-1- in die Unterwelt bringen!» -1) o: durch den Kummer. 1292#1. Mose,43,1#1. DIE Hungersnot lag aber schwer auf dem Lande. 1293#1. Mose,43,2#2. Als nun das Getreide, das sie aus Ägypten geholt hatten, vollständig aufgezehrt war, sagte ihr Vater zu ihnen: «Zieht noch einmal hin und kauft uns etwas Getreide zur Nahrung!» 1294#1. Mose,43,3#3. Da antwortete ihm Juda: «Der Mann hat uns eindringlich gewarnt mit den Worten: ,Ihr dürft mir nicht mehr vor die Augen treten, wenn euer Bruder nicht bei euch ist!' 1295#1. Mose,43,4#4. Willst du uns also unsern Bruder mitgeben, dann wollen wir hinabziehen und Lebensmittel für dich kaufen; 1296#1. Mose,43,5#5. willst du ihn aber nicht mitgehen lassen, so ziehen wir nicht hinab; denn der Mann hat zu uns gesagt: ,Ihr dürft mir nicht vor die Augen treten, wenn euer Bruder nicht bei euch ist!'» 1297#1. Mose,43,6#6. Da sagte Israel: «Warum habt ihr mir das zuleide getan, dem Manne mitzuteilen, daß ihr noch einen Bruder habt?» 1298#1. Mose,43,7#7. Sie antworteten: «Der Mann erkundigte sich genau nach uns und unserer Familie und fragte: ,Lebt euer Vater noch? habt ihr noch einen Bruder?' Da haben wir ihm auf seine Fragen Auskunft gegeben. Konnten wir denn wissen, daß er verlangen würde: ,Bringt euren Bruder her!'?» 1299#1. Mose,43,8#8. Juda aber sagte zu seinem Vater Israel: «Laß den Knaben mit mir gehen: dann wollen wir uns auf den Weg machen und hinziehen, damit wir am Leben bleiben und nicht verhungern, weder wir selbst noch du und unsere Familien! 1300#1. Mose,43,9#9. Ich will Bürge für ihn sein; von meiner Hand sollst du ihn zurückfordern! Wenn ich ihn nicht wieder zu dir bringe und ihn dir nicht vor die Augen stelle, so will ich Zeit meines Lebens schuldbeladen vor dir dastehen! 1301#1. Mose,43,10#10. Ja, hätten wir nicht so lange gezögert, gewiß, wir wären jetzt schon zweimal wieder zurückgekehrt.» 1302#1. Mose,43,11#11. Da erwiderte ihnen ihr Vater Israel: «Wenn es denn sein muß, so macht es folgendermaßen: Nehmt von den besten Erzeugnissen des Landes etwas in euren Säcken mit und überbringt es dem Manne als Geschenk: etwas Mastixbalsam und etwas Honig, Gewürzkräuter und Ladanum-1-, Pistaziennüsse und Mandeln! -1) s. 1.Mo. 37,25. 1303#1. Mose,43,12#12. Außerdem nehmt an Geld den doppelten Betrag mit! denn auch das Geld, das sich oben in euren Säcken wiedergefunden hat, müßt ihr wieder mit euch nehmen: vielleicht liegt ein Versehen vor. 1304#1. Mose,43,13#13. Auch euren Bruder nehmt mit und macht euch auf den Weg und zieht wieder hin zu dem Manne! 1305#1. Mose,43,14#14. Der allmächtige Gott aber lasse euch Erbarmen bei dem Manne finden, daß er euren andern Bruder wieder mit euch ziehen läßt und auch Benjamin! Ich aber - wie ich einstmals kinderlos gewesen bin, so habe ich auch jetzt wieder keine Kinder-1-!» -1) aÜs: Ich aber - wenn ich kinderlos sein soll, muß ich eben kinderlos sein. 1306#1. Mose,43,15#15. So nahmen denn die Männer das betreffende Geschenk und den doppelten Betrag an Geld mit sich, dazu auch den Benjamin, machten sich auf den Weg, zogen nach Ägypten hinab und traten vor Joseph. 1307#1. Mose,43,16#16. ALS nun Joseph den Benjamin bei ihnen sah, befahl er seinem Hausverwalter: «Führe die Männer ins Haus hinein, laß ein Schlachttier schlachten und richte zu, denn die Männer sollen zu Mittag bei mir speisen.» 1308#1. Mose,43,17#17. Der Mann tat, wie Joseph ihm befohlen hatte, und führte die Männer in Josephs Haus. 1309#1. Mose,43,18#18. Da fürchteten sie sich, daß sie in das Haus Josephs geführt wurden, und dachten: «Wegen des Geldes, das vorigesmal wieder in unsere Säcke geraten ist, werden wir hineingeführt: man will sich auf uns stürzen, uns überwältigen und uns zu Sklaven machen samt unsern Eseln.» 1310#1. Mose,43,19#19. Darum traten sie an den Hausverwalter Josephs heran und redeten ihn noch am Eingang des Hauses so an: 1311#1. Mose,43,20#20. «Bitte, mein Herr! wir sind schon einmal hergekommen, um Lebensmittel zu kaufen. 1312#1. Mose,43,21#21. Als wir dann aber in die Herberge gekommen waren und unsere Säcke öffneten, da fand sich das Geld eines jeden oben in seinem Sack, unser Geld in vollem Betrage. Darum haben wir es jetzt wieder mitgebracht, 1313#1. Mose,43,22#22. haben aber auch noch anderes Geld bei uns, um Lebensmittel zu kaufen. Wir wissen nicht, wer uns damals unser Geld in unsere Säcke gelegt hat.» 1314#1. Mose,43,23#23. Da antwortete jener: «Seid unbesorgt, ihr habt nichts zu fürchten! Euer Gott und eures Vaters Gott hat euch da heimlich einen Schatz in eure Säcke gelegt; euer Geld ist richtig an mich gekommen.» Dann führte er Simeon zu ihnen heraus. 1315#1. Mose,43,24#24. Hierauf ließ er die Männer in das Haus Josephs eintreten, gab ihnen Wasser zum Füßewaschen und ließ ihren Eseln Futter geben. 1316#1. Mose,43,25#25. Sie legten aber das Geschenk zurecht und warteten dann, bis Joseph zur Mittagszeit kommen würde; sie hatten nämlich gehört, daß sie dort speisen sollten. 1317#1. Mose,43,26#26. ALS nun Joseph nach Hause gekommen war, brachten sie ihm das Geschenk, das sie bei sich hatten, ins Zimmer hinein und verneigten sich vor ihm bis zur Erde. 1318#1. Mose,43,27#27. Er begrüßte sie freundlich und fragte sie: «Geht es eurem alten Vater wohl, von dem ihr mir erzählt habt? ist er noch am Leben?» 1319#1. Mose,43,28#28. Sie antworteten: «Deinem Knecht, unserm Vater, geht es wohl; ja, er ist noch am Leben.» Dabei verbeugten sie sich wiederholt tief. 1320#1. Mose,43,29#29. Als er dann hinblickte und Benjamin, seinen Vollbruder, den Sohn seiner eigenen Mutter, sah, fragte er: «Ist dies euer jüngster Bruder, von dem ihr mir erzählt habt?» Dann fügte er hinzu: «Gott sei dir gnädig, mein Sohn!» 1321#1. Mose,43,30#30. Hierauf aber brach Joseph schnell ab, denn sein Gefühl überwältigte ihn beim Anblick seines Bruders, so daß er weinen mußte; er ging deshalb ins Innengemach und weinte sich dort aus. 1322#1. Mose,43,31#31. Dann wusch er sich das Gesicht und kam wieder heraus, nahm sich zusammen und befahl: «Tragt das Essen auf!» 1323#1. Mose,43,32#32. Da trug man für ihn besonders auf und für sie besonders und auch für die Ägypter, die bei ihm speisten, besonders; denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebräern zusammen speisen, weil das für die Ägypter eine Verunreinigung sein würde. 1324#1. Mose,43,33#33. Sie hatten aber ihre Plätze nach seiner Anweisung, vom Ältesten bis zum Jüngsten, genau nach ihrem Alter; darüber sahen sie sich einander verwundert an. 1325#1. Mose,43,34#34. Hierauf ließ er von den vor ihm stehenden Gerichten Anteile zu ihnen hintragen; es war aber dessen, was man Benjamin vorlegte, fünfmal so viel, als was man allen anderen vorlegte. Und sie tranken mit ihm und wurden guter Dinge. 1326#1. Mose,44,1#1. HIERAUF befahl er-1- seinem Hausverwalter: «Fülle den Männern ihre Säcke mit Getreide, soviel sie fortschaffen können, und lege einem jeden sein Geld (wieder) oben in seinen Sack! -1) Joseph. 1327#1. Mose,44,2#2. Meinen Becher aber, den silbernen Becher, sollst du dem Jüngsten oben in seinen Sack legen samt dem Gelde für sein Getreide!» Jener tat nach dem von Joseph ihm erteilten Befehl. 1328#1. Mose,44,3#3. Am andern Morgen, als es hell wurde, ließ man die Männer mit ihren Eseln ziehen. 1329#1. Mose,44,4#4. Als sie aber kaum zur Stadt hinausgezogen und noch nicht weit gekommen waren, befahl Joseph seinem Hausverwalter: «Auf! eile den Männern nach! und hast du sie eingeholt, so sage zu ihnen: ,Warum habt ihr Gutes mit Bösem vergolten? 1330#1. Mose,44,5#5. Warum habt ihr den silbernen Becher gestohlen? Es ist gerade der Becher, aus dem mein Herr trinkt und mittels dessen er auch wahrzusagen pflegt. Ihr habt da schlecht gehandelt!'» 1331#1. Mose,44,6#6. Als er sie nun eingeholt hatte, sagte er diese Worte zu ihnen. 1332#1. Mose,44,7#7. Da antworteten sie ihm: «O Herr, wie kannst du so etwas sagen? Es liegt deinen Knechten fern, so etwas zu tun! 1333#1. Mose,44,8#8. Wir haben dir ja doch auch das Geld, das wir oben in unsern Säcken gefunden hatten, aus dem Lande Kanaan zurückgebracht: wie sollten wir da jetzt aus dem Hause deines Herrn Silber oder Gold gestohlen haben? 1334#1. Mose,44,9#9. Bei wem von deinen Knechten (der Becher) gefunden wird, der soll sterben, und auch wir anderen wollen Sklaven meines Herrn werden!» 1335#1. Mose,44,10#10. Er antwortete: «Gut! es sei, wie ihr gesagt habt: bei wem er gefunden wird, der soll mein Sklave sein; ihr anderen aber sollt frei ausgehen!» 1336#1. Mose,44,11#11. Da setzten sie jeder seinen Sack schnell auf die Erde nieder, und jeder öffnete seinen Sack. 1337#1. Mose,44,12#12. Er aber fing an zu suchen; beim Ältesten fing er an, und beim Jüngsten hörte er auf: da fand sich der Becher im Sack Benjamins. 1338#1. Mose,44,13#13. Da zerrissen sie ihre Kleider; ein jeder belud seinen Esel wieder, und sie kehrten in die Stadt zurück. 1339#1. Mose,44,14#14. ALS nun Juda und seine Brüder in das Haus Josephs gekommen waren - dieser war aber dort noch anwesend -, warfen sie sich vor ihm auf die Erde nieder. 1340#1. Mose,44,15#15. Da sagte Joseph zu ihnen: «Was für eine Tat habt ihr da begangen! Wußtet ihr nicht, daß ein Mann wie ich sich auf Zeichendeutung versteht?» 1341#1. Mose,44,16#16. Da antwortete Juda: «Was sollen wir zu meinem-1- Herrn sagen? was sollen wir reden und wie uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Knechte ans Licht gebracht: wir (alle) gehören jetzt meinem Herrn als Sklaven, wir ebensogut wie der, in dessen Besitz der Becher gefunden worden ist.» -1) o: unserm. 1342#1. Mose,44,17#17. Joseph aber antwortete: «Fern sei es von mir, so zu verfahren! Nur der, in dessen Besitz der Becher sich gefunden hat, soll mein Sklave werden; ihr anderen aber mögt ungehindert zu eurem Vater zurückkehren!» 1343#1. Mose,44,18#18. Da trat Juda an ihn heran und sagte: «Bitte, mein Herr! laß doch deinen Knecht ein Wort an dich richten, mein Herr, ohne daß dein Zorn gegen deinen Knecht entbrennt, obgleich du so hoch stehst wie der Pharao! 1344#1. Mose,44,19#19. Mein Herr hat vordem seine Knechte gefragt: ,Habt ihr noch einen Vater oder einen Bruder?' 1345#1. Mose,44,20#20. Da antworteten wir meinem Herrn: ,Wir haben noch einen alten Vater und einen noch jungen Bruder, der ihm im Alter geboren ist; dessen rechter Bruder ist tot, und so ist er ihm allein von seiner Mutter übriggeblieben und ist deshalb der Liebling seines Vaters.' 1346#1. Mose,44,21#21. Da befahlst du deinen Knechten: ,Bringt ihn zu mir her, ich will ihn mit eigenen Augen zu sehen bekommen!' 1347#1. Mose,44,22#22. Da antworteten wir meinem Herrn: ,Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; denn wenn er seinen Vater verließe, so würde dieser sterben.' 1348#1. Mose,44,23#23. Aber du antwortetest deinen Knechten: ,Kommt euer jüngster Bruder nicht mit euch her, so dürft ihr mir nicht wieder vor die Augen treten!' 1349#1. Mose,44,24#24. Als wir dann zu deinem Knecht, meinem Vater, zurückgekehrt waren, teilten wir ihm die Worte meines Herrn mit; 1350#1. Mose,44,25#25. und als später unser Vater sagte: ,Zieht wieder hin und kauft uns etwas Getreide!' 1351#1. Mose,44,26#26. da antworteten wir: ,Wir können nicht hinabziehen; nur wenn unser jüngster Bruder uns begleitet, wollen wir hinabziehen; denn wir dürfen uns vor dem Manne nicht sehen lassen, wenn unser jüngster Bruder nicht bei uns ist.' 1352#1. Mose,44,27#27. Da erwiderte uns dein Knecht, mein Vater: ,Ihr wißt selbst, daß meine Frau mir nur zwei Söhne geboren hat; 1353#1. Mose,44,28#28. der eine ist von mir weggegangen, und ich mußte mir sagen: Sicherlich hat ihn ein Tier zerrissen! und ich habe ihn bis heute nicht wiedergesehen. 1354#1. Mose,44,29#29. Wenn ihr mir nun auch diesen noch wegnehmt und ihm ein Unglück zustößt, so werdet ihr mein graues Haar mit Jammer in die Unterwelt hinabbringen!' 1355#1. Mose,44,30#30. Käme ich jetzt also zu deinem Knecht, meinem Vater, heim und der Knabe wäre nicht bei uns, an dem doch sein ganzes Herz hängt, 1356#1. Mose,44,31#31. und müßte er sehen, daß der Knabe nicht da ist, so würde er sterben, und deine Knechte hätten wirklich das graue Haar deines Knechtes, unsers Vaters, mit Herzeleid-a- in die Unterwelt hinabgebracht! -a) 1.Mo. 42,38. 1357#1. Mose,44,32#32. Weil nun dein Knecht sich bei meinem Vater für den Knaben verbürgt und gelobt hat: ,Wenn ich ihn dir nicht zurückbringe, so will ich Zeit meines Lebens vor meinem Vater schuldbeladen dastehen!' 1358#1. Mose,44,33#33. so laß doch jetzt deinen Knecht anstatt des Knaben als Sklaven meines Herrn hier bleiben, den Knaben aber laß mit seinen Brüdern heimziehen! 1359#1. Mose,44,34#34. Denn wie könnte ich zu meinem Vater zurückkehren, ohne daß der Knabe bei mir wäre? Ich könnte den Jammer nicht mitansehen, der meinen Vater träfe!» 1360#1. Mose,45,1#1. DA vermochte Joseph nicht länger an sich zu halten vor allen, die um ihn her standen, sondern er rief aus: «Laßt jedermann von mir weg hinausgehen!» So war denn niemand zugegen, als Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gab. 1361#1. Mose,45,2#2. Er brach aber in ein so lautes Weinen aus, daß die Ägypter es hörten und auch das Haus des Pharaos Kunde davon erhielt. 1362#1. Mose,45,3#3. Joseph sagte aber zu seinen Brüdern: «Ich bin Joseph! Lebt mein Vater noch?» Seine Brüder vermochten aber nicht, ihm zu antworten: so bestürzt standen sie vor ihm. 1363#1. Mose,45,4#4. Da sagte er zu seinen Brüdern: «Tretet doch nahe an mich heran!» Als sie nun näher getreten waren, sagte er: «Ich bin euer Bruder Joseph, den ihr nach Ägypten verkauft habt! 1364#1. Mose,45,5#5. Nun beunruhigt euch aber nicht und macht euch keine Vorwürfe darüber, daß ihr mich hierher verkauft habt! denn um uns alle am Leben zu erhalten, hat Gott mich euch vorausgesandt. 1365#1. Mose,45,6#6. DENN jetzt herrscht die Hungersnot erst zwei Jahre im Lande, und fünf Jahre stehen noch bevor, in denen kein Pflügen und kein Ernten stattfinden wird. 1366#1. Mose,45,7#7. Darum hat Gott mich euch vorausgesandt, um das Fortbestehen eures Geschlechts auf Erden zu sichern und um euch, eine große Schar von Erretteten, am Leben zu erhalten. 1367#1. Mose,45,8#8. So habt also nicht ihr mich hierher gebracht, sondern Gott; der hat mich dem Pharao zum Vater-1- gemacht und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Gebieter im ganzen Lande Ägypten. -1) = vertrauten Berater. 1368#1. Mose,45,9#9. Zieht nun eilends zu meinem Vater hinauf und meldet ihm: ,So läßt dir dein Sohn Joseph sagen: Gott hat mich zum Gebieter von ganz Ägypten gemacht: komm zu mir herab, säume nicht! 1369#1. Mose,45,10#10. Du sollst im Lande Gosen wohnen und in meiner Nähe sein, du, deine Kinder und Kindeskinder samt deinem Kleinvieh und deinen Rindern und deinem ganzen Hab und Gut. 1370#1. Mose,45,11#11. Ich will dich daselbst versorgen, denn noch fünf Jahre wird die Hungersnot dauern, damit du nicht verarmst-1-, du und dein Haus und alles, was du besitzest.' -1) o: im Elend verkommst. 1371#1. Mose,45,12#12. Ihr seht es ja mit eigenen Augen und auch mein Bruder Benjamin sieht es mit eigenen Augen, daß ich persönlich es bin, der zu euch redet. 1372#1. Mose,45,13#13. Berichtet also meinem Vater alle die hohen Ehren, die ich in Ägypten habe, und alles, was ihr gesehen habt, und bringt meinen Vater eilends hierher!» 1373#1. Mose,45,14#14. Darauf fiel er seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte, und auch Benjamin weinte an seinem Halse; 1374#1. Mose,45,15#15. dann küßte er alle seine Brüder und umarmte sie unter Tränen; nun erst vermochten auch seine Brüder mit ihm zu reden. 1375#1. Mose,45,16#16. ALS nun die Kunde von der Ankunft der Brüder Josephs in den Palast des Pharaos drang, war sie dem Pharao und seinen Dienern angenehm. 1376#1. Mose,45,17#17. Daher sagte der Pharao zu Joseph: «Sage deinen Brüdern: ,Tut also: beladet eure Lasttiere und zieht heim ins Land Kanaan, 1377#1. Mose,45,18#18. holt euren Vater und eure Familien und kommt zu mir! ich will euch den besten Teil des Landes Ägypten geben, damit ihr das Fett-1- des Landes genießen könnt.' -1) = die vorzüglichsten Erzeugnisse. 1378#1. Mose,45,19#19. Du bist ermächtigt, (ihnen zu sagen): ,Tut also: nehmt euch aus Ägypten Wagen mit für eure Kinder und Frauen, laßt auch euren Vater aufsteigen und kommt hierher! 1379#1. Mose,45,20#20. Laßt es euch um euren Hausrat nicht leid sein! denn das Beste vom ganzen Land Ägypten soll euch zuteil werden.'» 1380#1. Mose,45,21#21. SO taten denn die Söhne Israels also, und Joseph gab ihnen Wagen nach dem Befehl des Pharaos und außerdem Zehrung für die Reise. 1381#1. Mose,45,22#22. Ihnen allen schenkte er, einem jeden, einen Festtagsanzug; dem Benjamin aber schenkte er dreihundert Silberstücke und fünf Festtagsanzüge. 1382#1. Mose,45,23#23. Seinem Vater aber sandte er dementsprechend: zehn Esel, die mit den besten Erzeugnissen Ägyptens beladen waren, und zehn Eselinnen, die Getreide, Brot und Reisekost für seinen Vater trugen. 1383#1. Mose,45,24#24. Alsdann entließ er seine Brüder, und sie zogen ab, nachdem er sie noch ermahnt hatte: «Erzürnt-1- euch nicht unterwegs-2-!» -1) o: zankt.   2) aÜs: «Macht euch unterwegs keine Vorwürfe!». 1384#1. Mose,45,25#25. SO zogen sie denn aus Ägypten ab und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob, 1385#1. Mose,45,26#26. dem sie berichteten: «Joseph lebt noch und ist Gebieter über das ganze Land Ägypten!» Aber sein Herz blieb kalt dabei, denn er glaubte ihnen nicht. 1386#1. Mose,45,27#27. Als sie ihm aber alles erzählten, was Joseph ihnen aufgetragen hatte, und als er die Wagen sah, die Joseph geschickt hatte, um ihn zu holen, da kam wieder Leben in den Geist ihres Vaters Jakob, 1387#1. Mose,45,28#28. so daß er ausrief: «Genug! mein Sohn Joseph lebt noch! Ich will hinziehen und ihn noch einmal sehen, ehe ich sterbe!» 1388#1. Mose,46,1#1. SO brach denn Israel mit allen seinen Angehörigen-1- auf, und als er nach Beerseba gekommen war, brachte er dort dem Gott seines Vaters Isaak Schlachtopfer dar. -1) aÜs: mit seinem ganzen Hausstand (o: mit aller seiner Habe). 1389#1. Mose,46,2#2. Da redete Gott mit Israel nachts in einem Gesicht und sagte: «Jakob, Jakob!» Er antwortete: «Hier bin ich!» 1390#1. Mose,46,3#3. Darauf sagte Gott: «Ich bin Gott, der Gott deines Vaters! Fürchte dich nicht, nach Ägypten hinabzuziehen; denn ich will dich dort zu einem großen Volk machen. 1391#1. Mose,46,4#4. Ich selbst will mit dir nach Ägypten hinabziehen, und ich selbst will dich (einst) auch wieder zurückführen, und Josephs Hand soll dir die Augen zudrücken.» 1392#1. Mose,46,5#5. Da brach Jakob von Beerseba auf, und seine Söhne ließen ihren Vater Jakob nebst ihren Kindern und ihren Frauen auf den Wagen fahren, die der Pharao geschickt hatte, um ihn zu holen. 1393#1. Mose,46,6#6. Sie nahmen auch ihr Vieh und ihre Habe mit, die sie im Lande Kanaan erworben hatten, und kamen so nach Ägypten, Jakob mit seiner gesamten Nachkommenschaft: 1394#1. Mose,46,7#7. seine Söhne und Enkel, seine Töchter und Enkelinnen, überhaupt seine ganze Nachkommenschaft brachte er mit sich nach Ägypten. 1395#1. Mose,46,8#8. DIES aber sind die Namen der Nachkommen Israels, die nach Ägypten kamen: Jakob und seine Söhne. Der erstgeborene Sohn Jakobs war Ruben; 1396#1. Mose,46,9#9. und die Söhne Rubens waren Hanoch, Pallu, Hezron und Karmi. 1397#1. Mose,46,10#10. Die Söhne Simeons waren Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn der Kanaanäerin. 1398#1. Mose,46,11#11. Die Söhne Levi's waren Gerson, Kehath und Merari. 1399#1. Mose,46,12#12. Die Söhne Juda's waren Ger, Onan, Sela, Perez und Serah; aber Ger und Onan waren schon im Lande Kanaan gestorben, und die Söhne des Perez waren Hezron und Hamul. 1400#1. Mose,46,13#13. Die Söhne Issaschars waren Thola, Puwwa, Job und Simron. 1401#1. Mose,46,14#14. Die Söhne Sebulons waren Sered, Elon und Jahleel. 1402#1. Mose,46,15#15. Dies sind die Söhne der Lea, die sie dem Jakob in Nord-Mesopotamien geboren hatte, dazu seine Tochter Dina, insgesamt dreiunddreißig Söhne und Töchter. - 1403#1. Mose,46,16#16. Die Söhne Gads aber waren Ziphjon und Haggi, Suni und Ezbon, Heri, Arodi und Areli. 1404#1. Mose,46,17#17. Die Söhne Assers waren Jimna, Jiswa, Jiswi, Beria und ihre Schwester Serah; und die Söhne Beria's waren Heber und Malkiel. 1405#1. Mose,46,18#18. Dies sind die Söhne der Silpa, die Laban seiner Tochter Lea (als Leibmagd) gegeben hatte; diese hatte sie dem Jakob geboren, zusammen sechzehn Seelen. - 1406#1. Mose,46,19#19. Die Söhne der Rahel, der Frau Jakobs, waren Joseph und Benjamin. 1407#1. Mose,46,20#20. Dem Joseph aber waren in Ägypten Manasse und Ephraim geboren, die ihm Asenath, die Tochter Potiphera's, des Priester von On, geboren hatte. 1408#1. Mose,46,21#21. Die Söhne Benjamins waren Bela, Becher und Asbel, Gera und Naaman, Ehi und Ros, Muppim und Huppim und Ard. 1409#1. Mose,46,22#22. Dies sind die Söhne der Rahel, die dem Jakob geboren waren, insgesamt vierzehn Seelen. - 1410#1. Mose,46,23#23. Die Söhne Dans aber waren: Husim; 1411#1. Mose,46,24#24. und die Söhne Naphthali's: Jahzeel, Guni, Jezer und Sillem. 1412#1. Mose,46,25#25. Dies sind die Söhne der Bilha, die Laban seiner Tochter Rahel (als Leibmagd) gegeben hatte; diese hatte sie dem Jakob geboren, insgesamt sieben Seelen. - 1413#1. Mose,46,26#26. Die Gesamtzahl der Seelen-1-, die mit Jakob nach Ägypten kamen, seine leiblichen Nachkommen, ungerechnet die Frauen der Söhne Jakobs, betrug sechsundsechzig. -1) = Personen. 1414#1. Mose,46,27#27. Die Söhne Josephs aber, die ihm in Ägypten geboren wurden, waren zwei Seelen. Daher betrug die Gesamtzahl der Seelen des Hauses Jakobs, die nach Ägypten kamen, siebzig. 1415#1. Mose,46,28#28. JAKOB hatte aber Juda zu Joseph vorausgesandt, damit dieser ihm die Landschaft Gosen im voraus anweisen lasse. Als sie nun im Lande Gosen angekommen waren, 1416#1. Mose,46,29#29. ließ Joseph seinen Wagen anspannen und fuhr seinem Vater Israel nach Gosen entgegen; und als er vor ihm erschien, fiel er ihm um den Hals und weinte lange an seinem Halse. 1417#1. Mose,46,30#30. Israel aber sagte zu Joseph: «Nun will ich gern sterben, nachdem ich dein Angesicht gesehen habe (und weiß), daß du noch am Leben bist.» 1418#1. Mose,46,31#31. Hierauf sagte Joseph zu seinen Brüdern und zu den anderen Angehörigen seines Vaters: «Ich will jetzt hinfahren und dem Pharao Bericht erstatten und ihm melden: ,Meine Brüder, sowie die Angehörigen meines Vaters, die bisher im Lande Kanaan gewohnt haben, sind zu mir gekommen. 1419#1. Mose,46,32#32. Diese Leute sind Hirten von Kleinvieh - sie sind von jeher Viehzüchter gewesen -, und sie haben ihr Kleinvieh, ihre Rinder und ihren gesamten Besitz mitgebracht.' 1420#1. Mose,46,33#33. Wenn euch dann der Pharao rufen läßt und euch fragt: ,Was ist euer Gewerbe?' 1421#1. Mose,46,34#34. so antwortet: ,Deine Knechte sind von Jugend auf bis jetzt Viehzüchter gewesen, wir wie auch schon unsere Väter', - damit ihr im Lande Gosen wohnen dürft; denn alle Hirten von Kleinvieh sind den Ägyptern ein Greuel-1-.» -1) d.h. ein Gegenstand des Abscheus. 1422#1. Mose,47,1#1. SO ging denn Joseph hin und erstattete dem Pharao Bericht mit den Worten: «Mein Vater und meine Brüder sind mit ihrem Kleinvieh, ihren Rindern und ihrem gesamten Besitz aus dem Lande Kanaan angekommen und befinden sich jetzt im Lande Gosen.» 1423#1. Mose,47,2#2. Er hatte aber aus der Gesamtzahl seiner Brüder fünf Männer mitgebracht, die er dem Pharao vorstellte. 1424#1. Mose,47,3#3. Als nun der Pharao die Brüder Josephs fragte: «Was ist euer Gewerbe?» antworteten sie dem Pharao: «Deine Knechte sind Hirten von Kleinvieh, wir wie auch schon unsere Väter.» 1425#1. Mose,47,4#4. Weiter sagten sie zum Pharao: «Wir sind hergekommen, um eine Zeitlang als Fremdlinge hier im Lande zu wohnen, weil deine Knechte keine Weide mehr für ihr Kleinvieh haben: so schwer liegt die Hungersnot auf dem Lande Kanaan. Laß nun doch deine Knechte im Lande Gosen wohnen!» 1426#1. Mose,47,5#5. Da sagte der Pharao zu Joseph: «Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen: 1427#1. Mose,47,6#6. das Land Ägypten steht dir zur Verfügung; laß deinen Vater und deine Brüder im besten Teil des Landes wohnen! Sie dürfen im Lande Gosen wohnen; und wenn du siehst, daß tüchtige Leute unter ihnen sind, so mache sie zu Oberhirten über meine eigenen Herden!» 1428#1. Mose,47,7#7. HIERAUF ließ Joseph auch seinen Vater Jakob eintreten und stellte ihn dem Pharao vor; Jakob aber begrüßte den Pharao mit einem Segenswunsch. 1429#1. Mose,47,8#8. Da sagte der Pharao zu Jakob: «Wie groß ist die Zahl deiner Lebensjahre?» 1430#1. Mose,47,9#9. Jakob antwortete dem Pharao: «Die Zahl der Jahre meiner Wanderschaft beträgt hundertunddreißig Jahre; gering an Zahl und mühselig sind die Tage meiner Lebensjahre gewesen und reichen nicht an die Tage der Lebensjahre meiner Väter in der Zeit ihrer Wanderschaft heran.» 1431#1. Mose,47,10#10. Hierauf entfernte sich Jakob vom Pharao mit einem Segenswunsch für ihn. 1432#1. Mose,47,11#11. Joseph aber wies seinem Vater und seinen Brüdern Wohnsitze an und verlieh ihnen eigenen Grundbesitz in Ägypten, im besten Teile des Landes, nämlich in der Landschaft Ramses, wie der Pharao befohlen hatte. 1433#1. Mose,47,12#12. Und Joseph versorgte seinen Vater, seine Brüder und alle Angehörigen seines Vaters mit Brotkorn, einen jeden nach der Zahl seiner Familienglieder. - 1434#1. Mose,47,13#13. ES gab aber kein Brotkorn im ganzen Lande; denn die Hungersnot war überaus drückend, so daß Ägypten ebenso wie das Land Kanaan infolge der Hungersnot am Verschmachten war. 1435#1. Mose,47,14#14. So brachte denn Joseph (schließlich) alles Geld, das sich im Lande Ägypten und in Kanaan vorfand, in seiner Hand zusammen für das Brotkorn, das man kaufen mußte; und Joseph lieferte das Geld an das Haus des Pharaos ab. 1436#1. Mose,47,15#15. Als dann im Lande Ägypten und in Kanaan kein Geld mehr vorhanden war, kamen alle Ägypter zu Joseph und sagten: «Schaffe uns Brot! Warum sollen wir vor deinen Augen sterben? denn das Geld ist zu Ende gegangen!» 1437#1. Mose,47,16#16. Joseph antwortete: «Bringt euer Vieh her, so will ich euch Brotkorn als Entgelt für euer Vieh geben, wenn ihr kein Geld mehr habt.» 1438#1. Mose,47,17#17. Da brachten sie ihr Vieh zu Joseph, und dieser gab ihnen Brotkorn als Entgelt für die Pferde, für die Schaf- und Rinderherden und für die Esel; so versorgte er sie in jenem Jahr mit Brotkorn um den Preis ihres gesamten Viehs. 1439#1. Mose,47,18#18. Als nun dieses Jahr zu Ende war, kamen sie im nächsten Jahre wieder zu ihm und sagten: «Wir können es unserm Herrn nicht verhehlen, daß das Geld zu Ende ist und, weil auch unser Bestand an Vieh schon an unsern Herrn übergegangen ist, nichts mehr zur Verfügung unsers Herrn übriggeblieben ist als unser Leib und unsere Äcker. 1440#1. Mose,47,19#19. Warum sollen wir vor deinen Augen zugrunde gehen, wir samt unserm Landbesitz? Kaufe uns und unsern Landbesitz um Brotkorn, so wollen wir samt unserm Landbesitz dem Pharao leibeigen sein; aber gib uns Saatkorn, damit wir am Leben bleiben und nicht verhungern und die Felder nicht zur Wüste werden!» 1441#1. Mose,47,20#20. So kaufte denn Joseph alles Ackerland der Ägypter für den Pharao auf; denn die Ägypter verkauften ein jeder seine Felder, weil die Hungersnot schwer auf ihnen lastete-1-; und so wurde das Land Eigentum des Pharaos. -1) o: sie dazu zwang. 1442#1. Mose,47,21#21. Und was die Bevölkerung betrifft, so machte er sie leibeigen von einem Ende des ägyptischen Gebiets bis zum andern. 1443#1. Mose,47,22#22. Nur die Ländereien der Priester kaufte er nicht an; denn die Priester bezogen ein festes Einkommen vonseiten des Pharaos und lebten von ihrem festen Einkommen, das der Pharao ihnen angewiesen hatte-1-; deshalb brauchten sie ihre Ländereien nicht zu verkaufen. -1) o: gewährte. 1444#1. Mose,47,23#23. Joseph aber sagte zum Volk: «Ich habe nunmehr euch und eure Äcker für den Pharao angekauft; hier habt ihr Saatkorn zum besäen der Äcker! 1445#1. Mose,47,24#24. Aber von dem Ertrage müßt ihr ein Fünftel an den Pharao abgeben; die übrigen vier Fünftel dagegen sollt ihr behalten zur Aussaat für die Felder, sowie zur Nahrung für euch und euer Gesinde und zur Ernährung eurer Familien.» 1446#1. Mose,47,25#25. Da antworteten sie: «Du hast uns am Leben erhalten! Möchten wir nur Gnade finden vor den Augen unsers Herrn, so wollen wir gern dem Pharao leibeigen sein!» 1447#1. Mose,47,26#26. So machte Joseph es zu einer gesetzlichen Verpflichtung, die bis auf diesen Tag für den Grundbesitz der Ägypter besteht, daß dem Pharao der fünfte Teil des Ernteertrages gehört; nur die Ländereien der Priester allein kamen nicht in den Besitz des Pharaos. 1448#1. Mose,47,27#27. SO siedelten sich denn die Israeliten in Ägypten, in der Landschaft Gosen, an; sie setzten sich darin fest und mehrten sich so, daß sie überaus zahlreich wurden. 1449#1. Mose,47,28#28. Jakob aber lebte in Ägypten noch siebzehn Jahre, so daß seine ganze Lebensdauer 147 Jahre betrug. 1450#1. Mose,47,29#29. Als dann die Zeit herankam, daß er sterben sollte, ließ er seinen Sohn Joseph rufen und sagte zu ihm: «Wenn ich dir etwas gelte, so lege deine Hand unter meine Hüfte und erweise mir die Liebe und Treue, mich nicht in Ägypten zu begraben, 1451#1. Mose,47,30#30. sondern ich möchte bei meinen Vätern ruhen! Darum bringe mich aus Ägypten weg und begrabe mich in ihrer Ruhestätte!» Da antwortete er: «Ja, ich werde nach deinem Wunsche tun.» 1452#1. Mose,47,31#31. Da sagte er: «Schwöre es mir!» und er schwur ihm: Israel aber beugte-1- sich anbetend auf-2- das Kopfende des Bettes hin-3-. -1) o: verneigte.   2) o: über.   3) aÜs: neigte sich dankend auf dem Kopfende o. zu Häupten des Bettes. Vgl. Hebr. 11,21. 1453#1. Mose,48,1#1. NACH diesen Begebenheiten meldete man dem Joseph: «Wisse, dein Vater ist erkrankt»; da nahm er seine beiden Söhne Manasse und Ephraim mit sich. 1454#1. Mose,48,2#2. Als man nun dem Jakob mitteilte: «Dein Sohn Joseph kommt zu dir», da machte Israel sich stark, setzte sich im Bett aufrecht hin 1455#1. Mose,48,3#3. und sagte dann zu Joseph: «Der allmächtige Gott ist mir einst zu Lus-1- im Lande Kanaan erschienen und hat mich gesegnet -1) = Bethel, vgl. 1.Mo. 28,19. 1456#1. Mose,48,4#4. mit den Worten-a-: ,Ich will dich fruchtbar machen und mehren und dich zu einer Menge-1- von Stämmen werden lassen und will dieses Land deiner Nachkommenschaft nach dir zu ewigem Besitz geben.' -1) o: Gemeinde.   a) vgl. 1.Mo. 35,11.12. 1457#1. Mose,48,5#5. Und nun sollen deine beiden Söhne, die dir im Lande Ägypten geboren worden sind, ehe ich zu dir nach Ägypten kam, mir gehören: Ephraim und Manasse sollen mir gehören wie Ruben und Simeon. 1458#1. Mose,48,6#6. Deine übrigen Kinder aber, die dir nach ihnen geboren sind, sollen dir gehören: den Namen (eines) ihrer (beiden) Brüder sollen sie in ihrem-1- Erbteil führen. -1) o: deren(?). 1459#1. Mose,48,7#7. Was mich aber betrifft: - als ich aus Mesopotamien heimkehrte, starb mir Rahel unterwegs im Lande Kanaan, als nur noch eine Strecke Weges bis Ephrath zu gehen war, und ich begrub sie dort am Wege nach Ephrath, [das ist Bethlehem]»-a-. -a) vgl. 1.Mo. 35,16-20. 1460#1. Mose,48,8#8. ALS nun Israel die Söhne Josephs sah, fragte er: «Wer sind diese?» 1461#1. Mose,48,9#9. Joseph antwortete seinem Vater: «Es sind meine Söhne, die Gott mir hier geschenkt hat.» Da sagte er: «Bringe sie her zu mir, damit ich sie segne!» 1462#1. Mose,48,10#10. Israels Augen waren nämlich infolge des Alters schwach geworden, so daß er nicht (mehr) sehen konnte. Als er sie nun dicht an ihn heran gebracht hatte, küßte und umarmte er sie. 1463#1. Mose,48,11#11. Hierauf sagte Israel zu Joseph: «Ich hatte nicht gehofft, dein Angesicht je wiederzusehen; und nun hat Gott mich sogar noch Kinder von dir sehen lassen!» 1464#1. Mose,48,12#12. Darauf zog Joseph sie wieder von seinen-1- Knieen weg und verneigte sich vor ihm bis zur Erde. -1) d.h. Jakobs. 1465#1. Mose,48,13#13. Dann nahm Joseph sie beide, Ephraim mit seiner rechten Hand auf der linken Seite Israels und Manasse mit seiner linken Hand auf der rechten Seite Israels, und ließ sie so an ihn herantreten. 1466#1. Mose,48,14#14. Da streckte Israel seine rechte Hand aus und legte sie auf das Haupt Ephraims, obgleich er der jüngere war, und seine linke Hand auf das Haupt Manasse's, indem er seine Arme übers Kreuz legte; denn Manasse war der Erstgeborene. 1467#1. Mose,48,15#15. Dann segnete er Joseph mit den Worten: «Der Gott, vor dessen Angesicht meine Väter Abraham und Isaak gewandelt sind, der Gott, der mein Hirt gewesen ist, seitdem ich lebe, bis auf diesen Tag, 1468#1. Mose,48,16#16. der Engel, der mich aus allem Unglück errettet hat: er segne diese Knaben, daß durch sie mein Name und der Name meiner Väter Abraham und Isaak fortlebt und sie sich zu einer großen Menge auf Erden-1- vermehren!» -1) o: inmitten des Landes(?). 1469#1. Mose,48,17#17. Als nun Joseph sah, daß sein Vater seine rechte Hand andauernd auf das Haupt Ephraims legte, mißfiel ihm dies; er faßte daher die Hand seines Vaters, um sie vom Haupt Ephraims auf das Haupt Manasse's zu legen, 1470#1. Mose,48,18#18. indem er dabei zu seinem Vater sagte: «Nicht so, lieber Vater! denn dieser ist der Erstgeborene; lege deine rechte Hand auf sein Haupt!» 1471#1. Mose,48,19#19. Aber sein Vater wollte nicht und sagte: «Ich weiß es wohl, mein Sohn, ich weiß es! auch dieser wird zu einem Volk-1- werden, und auch er wird groß werden; jedoch sein jüngerer Bruder wird größer sein als er, und seine Nachkommen werden zu einer Menge von Völkern werden-2-.» -1) o: Stamm.   2) aÜs: sollen die (wahre) Völkermenge sein. 1472#1. Mose,48,20#20. So segnete er sie denn an jenem Tage mit den Worten: «Mit deinem Namen werden die Israeliten einen Segenswunsch aussprechen, indem sie sagen: ,Gott mache dich gleich Ephraim und gleich Manasse!'» Damit stellte er Ephraim vor-1- Manasse. -1) = über. 1473#1. Mose,48,21#21. HIERAUF sagte Israel zu Joseph: «Ich werde nun sterben; aber Gott wird mit euch sein und euch in das Land eurer Väter zurückkehren lassen. 1474#1. Mose,48,22#22. Ich aber gebe dir einen Landstrich, den du vor deinen Brüdern voraus haben sollst; ich habe ihn den Amoritern einst mit meinem Schwert und meinem Bogen abgenommen.» 1475#1. Mose,49,1#1. DANN berief Jakob seine Söhne und sagte: «Versammelt euch, damit ich euch das verkünde, was euch in künftigen Tagen widerfahren wird! 1476#1. Mose,49,2#2. Schart euch zusammen und hört zu, ihr Söhne Jakobs, ja, hört euren Vater Israel an!» 1477#1. Mose,49,3#3. «Du, Ruben, bist mein erstgeborener Sohn, meine Kraft und der Erstling meiner Stärke-1-, bevorzugt an Würde und bevorzugt an Macht! -1) o: Mannheit. 1478#1. Mose,49,4#4. Doch überwallend wie Wasser, sollst du keinen Vorzug genießen! Denn du hast deines Vaters Lager bestiegen-a-: damals hast du es entweiht: mein Bett hat er bestiegen!» -a) 1.Mo. 35,22. 1479#1. Mose,49,5#5. «Simeon und Levi sind Brüder; Werkzeuge der Gewalttat sind ihre Schwerter: 1480#1. Mose,49,6#6. ich will nichts zu schaffen haben mit ihren Ratschlägen, will keine Gemeinschaft haben mit ihren Entschlüssen! Denn in ihrem Zorn haben sie Männer erschlagen und in ihrem Mutwillen-1- Stiere verstümmelt. -1) o: Übermut. 1481#1. Mose,49,7#7. Verflucht sei ihr Zorn, daß er so gewalttätig ist, und ihre Wut, daß sie sich so grausam zeigt! Ich will sie zerteilen in Jakob und will sie zerstreuen in Israel!» 1482#1. Mose,49,8#8. «Juda-1-, du bist's, den deine Brüder preisen werden! Deine Hand wird deinen Feinden auf dem Nacken liegen; vor dir werden sich verbeugen die Söhne deines Vaters. -1) d.h. der Gepriesene. 1483#1. Mose,49,9#9. Ein junger Löwe ist Juda: vom Raub bist du emporgestiegen, mein Sohn. Er kauert sich nieder, streckt sich hin wie ein Löwe und wie eine Löwin; wer darf ihn aufstören? 1484#1. Mose,49,10#10. Nicht wird das Zepter von Juda weichen, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen hinweg, bis der kommt, dem er-1- gebührt-2-, und die Völker werden ihm Gehorsam leisten. -1) d.h. der Herrscherstab.   2) die rätselhafte Stelle kann nicht sicher gedeutet werden. Sie wäre im Anschluß an den Wortlaut zu üs: «Bis er nach Schilo = Silo (das spät. Heiligtum mit der Bundeslade) kommt» o: «Bis Ruhe (Friede) o: ein Beruhiger (Friedebringer) kommen wird.» Die obige Üs., die einen etwas and. hebr. Wortlaut voraussetzt, findet einen Fingerzeig für die r. Deut. in Hes. 21,32. 1485#1. Mose,49,11#11. Er bindet sein Eselfüllen an den Weinstock und das Junge seiner Eselin an die Edelrebe; er wäscht im Wein sein Gewand und im Blut der Trauben seinen Mantel; 1486#1. Mose,49,12#12. trübe sind ihm die Augen vom Wein und die Zähne schimmern von Milch.» 1487#1. Mose,49,13#13. «Sebulon wird bis hin zum Meeresstrand wohnen und zwar am Gestade der Schiffe, und mit dem Rücken wird er sich an Sidon lehnen.» 1488#1. Mose,49,14#14. «Issaschar-1- ist ein starkknochiger Esel, der zwischen den Hürden lagert. -1) d.h. Mann des Lohnes. 1489#1. Mose,49,15#15. Als er sah, daß die Ruhe etwas schönes und sein Land gar lieblich sei, da beugte er seinen Nacken-1- zum Lasttragen und wurde zum dienstbaren Fronknecht.» -1) o: Rücken. 1490#1. Mose,49,16#16. «Dan-1- wird seinem Volke Recht schaffen wie irgend einer von den Stämmen Israels; -1) d.h. Richter. 1491#1. Mose,49,17#17. Dan wird eine Schlange am Wege sein, eine Hornotter am Pfad, die das Roß in die Fersen sticht, so daß sein Reiter rücklings zu Boden stürzt. - 1492#1. Mose,49,18#18. Auf dein Heil-1- harre ich, HErr!» -1) o: deine Hilfe. 1493#1. Mose,49,19#19. «Gad - Kriegsscharen werden ihn bedrängen, er aber wird ihnen nachdrängen auf der Ferse.» 1494#1. Mose,49,20#20. «Asser hat Brot im Überfluß; auch Königsleckerbissen wird er liefern.» 1495#1. Mose,49,21#21. «Naphthali ist eine flüchtige-1- Hirschkuh; er ist's, der schöne Lieder vernehmen läßt.» -1) o: dahinstürmende. 1496#1. Mose,49,22#22. «Joseph ist eine junge Fruchtrebe, eine junge Fruchtrebe am Quell: ihre Schößlinge ranken über die Mauer empor. 1497#1. Mose,49,23#23. Wenn die Pfeilschützen ihm zusetzen und ihn beschießen und befehden, 1498#1. Mose,49,24#24. bleibt sein Bogen doch beständig gespannt, und gelenkig sind seine Arme und Hände infolge der Hilfe des starken Gottes Jakobs, von dorther, wo der Hirt, der Felsen Israels ist, 1499#1. Mose,49,25#25. von dem Gott deines Vaters - er helfe dir! - und mit dem Beistand des Allmächtigen - er segne dich mit Segensfülle vom Himmel droben, mit Segensfülle aus der Urflut, die in der Tiefe lagert, mit Segensfülle aus Brüsten und Mutterschoß! 1500#1. Mose,49,26#26. Die Segnungen deines Vater überragen die Segensfülle der uralten Berge, die köstlichen Gaben der ewigen Höhen; mögen sie zuteil werden dem Haupte Josephs und dem Scheitel des Geweihten-1- unter seinen Brüdern!» -1) o: Fürsten. 1501#1. Mose,49,27#27. «Benjamin ist ein räuberischer Wolf: am Morgen noch wird er den Raub verzehren und abends Beute verteilen.» 1502#1. Mose,49,28#28. DIES sind die zwölf Stämme Israels insgesamt, und dies ist es, was ihr Vater zu ihnen geredet und womit er sie gesegnet hat, einen jeden mit einem besonderen Segen. 1503#1. Mose,49,29#29. Dann erteilte er ihnen folgenden Auftrag: «Wenn ich jetzt zu meinen Stammesgenossen versammelt-1- bin, so begrabt mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem Felde des Hethiters Ephron, -1) o: eingegangen. 1504#1. Mose,49,30#30. in der Höhle auf dem Felde Machpela östlich von Mamre im Lande Kanaan, welche (Höhle) Abraham samt dem Felde von dem Hethiter Ephron zum Erbbegräbnis gekauft hat. 1505#1. Mose,49,31#31. Dort ist Abraham und seine Frau Sara begraben, dort ist Isaak und seine Frau Rebekka begraben, und dort habe ich Lea begraben. 1506#1. Mose,49,32#32. Abgekauft ist das Feld mit der Höhle darauf den Hethitern.» 1507#1. Mose,49,33#33. Als nun Jakob mit der Mitteilung seines letzten Willens an seine Söhne zu Ende war, zog er seine Füße auf das Bett zurück-1- und verschied und wurde zu seinen Stammesgenossen versammelt. -1) aÜs: ins Bett hinein (o: legte er seine Füße auf dem Lager zusammen). 1508#1. Mose,50,1#1. DA warf sich Joseph über seinen Vater hin, weinte über ihn gebeugt und küßte ihn. 1509#1. Mose,50,2#2. Hierauf befahl Joseph den Ärzten, die in seinem Dienst standen, seinen Vater einzubalsamieren; da balsamierten die Ärzte Israel ein. 1510#1. Mose,50,3#3. Darüber vergingen vierzig Tage; denn so lange Zeit ist zum Einbalsamieren erforderlich; und die Ägypter trauerten siebzig Tage lang um ihn. 1511#1. Mose,50,4#4. Als dann die Zeit der Trauer um ihn vorüber war, sagte Joseph zu den Hofbeamten des Pharaos: «Wenn ich Gnade bei euch gefunden habe-1-, so bringt doch folgendes zur Kenntnis des Pharaos: -1) = wenn ihr mir eine Liebe erweisen wollt. 1512#1. Mose,50,5#5. Mein Vater hat mir einen Eid abgenommen und mir geboten: ,Wenn ich tot bin, sollst du mich in meinem Grabe beisetzen, das ich mir im Lande Kanaan angelegt habe!' Deshalb möchte ich nun hinaufziehen, um meinen Vater zu begraben; dann kehre ich wieder zurück.» 1513#1. Mose,50,6#6. Da ließ ihm der Pharao sagen: «Ziehe hinauf und begrabe deinen Vater, wie du ihm hast schwören müssen!» 1514#1. Mose,50,7#7. So zog denn Joseph hin, um seinen Vater zu begraben, und mit ihm zogen alle Diener des Pharaos, die höchsten Beamten seines Hofes und alle Würdenträger des Landes Ägypten, 1515#1. Mose,50,8#8. dazu die ganze Familie Josephs, seine Brüder und überhaupt die Angehörigen seines Vaters; nur ihre kleinen Kinder, sowie ihr Kleinvieh und ihre Rinder ließen sie im Lande Gosen zurück. 1516#1. Mose,50,9#9. Ebenso zogen sowohl Wagen als auch Reiter mit ihm, so daß es ein gewaltiger Zug war. 1517#1. Mose,50,10#10. Als sie nun nach Goren-Haatad-1-, das jenseit des Jordans liegt, gekommen waren, veranstalteten sie dort eine große-2- und sehr feierliche Totenklage, und (Joseph) stellte um seinen Vater eine siebentägige Leichenfeier an. -1) d.h. Stechdorntenne.   2) o: würdevolle. 1518#1. Mose,50,11#11. Als nun die dort wohnenden Kanaanäer die Trauerfeier bei Goren-Haatad sahen, sagten sie: «Da findet eine ernste Trauerfeier der Ägypter statt»; daher gab man dem Ort den Namen «Trauerfeier der Ägypter»; er liegt jenseit des Jordans. 1519#1. Mose,50,12#12. Seine Söhne hielten es dann mit ihm so, wie er ihnen befohlen hatte: 1520#1. Mose,50,13#13. sie brachten ihn nämlich in das Land Kanaan und bestatteten ihn in der Höhle auf dem Felde Machpela, welche (Höhle) Abraham samt dem Felde zum Erbbegräbnis von dem Hethiter Ephron gekauft hatte, östlich von Mamre. 1521#1. Mose,50,14#14. Hierauf kehrte Joseph, nachdem er seinen Vater bestattet hatte, nach Ägypten zurück, er und seine Brüder und alle, die mit ihm hinaufgezogen waren, um seinen Vater zu bestatten. 1522#1. Mose,50,15#15. ALS nun die Brüder Josephs sahen, daß ihr Vater tot war, sagten sie: «Wie nun, wenn Joseph feindselig gegen uns aufträte und uns all das Böse vergälte, das wir ihm zugefügt haben?» 1523#1. Mose,50,16#16. Darum sandten sie zu Joseph und ließen ihm sagen: «Dein Vater hat uns vor seinem Tode folgende Weisung gegeben: 1524#1. Mose,50,17#17. ,So sollt ihr zu Joseph sagen: Ach bitte, vergib doch deinen Brüdern ihr Vergehen und ihre Verschuldung, daß sie so übel an dir gehandelt haben!' So vergib uns nun doch unser Vergehen; wir sind ja doch auch Knechte-1- des Gottes deines Vaters!» Da weinte Joseph, als sie ihm das sagen ließen. -1) = Verehrer. 1525#1. Mose,50,18#18. Hierauf gingen seine Brüder selbst hin, warfen sich vor ihm nieder und sagten: «Hier sind wir als deine Knechte!» 1526#1. Mose,50,19#19. Joseph aber antwortete ihnen: «Seid ohne Furcht! denn stehe ich etwa an Gottes Statt? 1527#1. Mose,50,20#20. Ihr freilich hattet Böses gegen mich im Sinn, aber Gott gedachte es zum Guten zu wenden, um das auszuführen, was jetzt klar zutage liegt, nämlich um ein zahlreiches Volk-1- am Leben zu erhalten. -1) o: viele Menschen. 1528#1. Mose,50,21#21. Fürchtet euch also nicht! Ich selbst werde euch und eure Kinder versorgen.» So tröstete er sie und redete ihnen freundlich zu. 1529#1. Mose,50,22#22. SO wohnte denn Joseph in Ägypten samt der ganzen Familie seines Vaters, und Joseph wurde 110 Jahre alt. 1530#1. Mose,50,23#23. Von Ephraim sah er Urenkel, und auch die Söhne Machirs, des Sohnes Manasse's, wurden noch bei Lebzeiten Josephs geboren-1-. -1) w: wurden auf die Kniee Josephs geboren = zur Annahme an Kindesstatt vonseiten Josephs; vgl. 1.Mo. 30,3. 1531#1. Mose,50,24#24. Da sagte Joseph zu seinen Brüdern: «Ich stehe nun nahe vor dem Tode; Gott aber wird sich euer sicherlich gnädig annehmen und euch aus diesem Lande in das Land zurückführen, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat.» 1532#1. Mose,50,25#25. Hierauf ließ Joseph die Söhne Israels folgendes beschwören: «Wenn Gott sich (dereinst) euer gnädig annehmen wird, dann sollt ihr meine Gebeine von hier mitnehmen.»-1- -1) dieses eidliche Versprechen wurde auch erfüllt (vgl. 2.Mo. 13,19; Jos. 24,32). 1533#1. Mose,50,26#26. Dann starb Joseph im Alter von 110 Jahren; man balsamierte ihn ein und legte ihn in Ägypten in einen Sarg-1-. -1) eig: Schrein, Lade. 1534#2. Mose,1,1#1. DIES sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen waren - mit Jakob waren sie gekommen, ein jeder mit seiner Familie -: -1) genannt -+Exodus-, d.h. das Buch vom Auszug. 1535#2. Mose,1,2#2. Ruben, Simeon, Levi und Juda; 1536#2. Mose,1,3#3. Issaschar, Sebulon und Benjamin; 1537#2. Mose,1,4#4. Dan und Naphthali, Gad und Asser. 1538#2. Mose,1,5#5. Die Gesamtzahl der leiblichen Nachkommen Jakobs betrug siebzig Seelen; Joseph aber hatte sich (bereits) in Ägypten befunden. 1539#2. Mose,1,6#6. Als aber Joseph und alle seine Brüder, überhaupt alle gestorben waren, welche in jener Zeit gelebt hatten-1-, -1) w: jenes ganze Geschlecht (= Generation). 1540#2. Mose,1,7#7. vermehrten sich die Israeliten gewaltig und wurden über alle Maßen zahlreich und stark, so daß das Land voll von ihnen wurde. 1541#2. Mose,1,8#8. Da kam ein neuer König in Ägypten zur Regierung, der Joseph nicht gekannt hatte-1-. -1) o: von Joseph nichts wußte. 1542#2. Mose,1,9#9. Der sagte zu seinem Volk: «Seht, das Volk der Israeliten wird uns zu zahlreich und zu stark. 1543#2. Mose,1,10#10. Wohlan, wir wollen klug gegen sie zu Werke gehen, damit ihrer nicht noch mehr werden; sonst könnte es geschehen, daß, wenn ein Krieg ausbräche, sie sich auch noch zu unsern Feinden schlügen und gegen uns kämpften und aus dem Lande wegzögen.» 1544#2. Mose,1,11#11. So setzten sie denn Fronvögte über das Volk, um es mit den Fronarbeiten, die sie ihm auferlegten, zu bedrücken; und es mußte für den Pharao Vorratsstädte bauen, nämlich Pithom und Ramses. 1545#2. Mose,1,12#12. Aber je mehr man das Volk bedrückte, desto zahlreicher wurde es, und desto mehr breitete es sich aus, so daß die Ägypter ein Grauen vor den Israeliten empfanden. 1546#2. Mose,1,13#13. Daher zwangen die Ägypter die Israeliten gewaltsam zum Knechtsdienst 1547#2. Mose,1,14#14. und verleideten ihnen das Leben durch harte Fronarbeit in Lehm- und Ziegelsteinen und durch allerlei Feldarbeit, lauter Dienstleistungen, die sie zwangsweise von ihnen verrichten ließen. 1548#2. Mose,1,15#15. DA erteilte der König von Ägypten den hebräischen Hebammen, von denen die eine Siphra, die andere Pua hieß, folgenden Befehl: 1549#2. Mose,1,16#16. «Wenn ihr den Hebräerinnen bei der Geburt Hilfe leistet, so gebt bei der Entbindung-1- wohl acht: wenn das Kind ein Knabe ist, so tötet ihn! ist es aber ein Mädchen, so mag es am Leben bleiben!» -1) w: (gleich o: schon) bei den Stützsteinen, d.h. während die Gebärende noch auf den unter sie gelegten Steinen kauert. 1550#2. Mose,1,17#17. Aber die Hebammen waren gottesfürchtig und befolgten den Befehl des Königs von Ägypten nicht, sondern ließen die Knaben am Leben. 1551#2. Mose,1,18#18. Da rief der König von Ägypten die Hebammen zu sich und fragte sie: «Warum verfahrt ihr so und laßt die Knaben am Leben?» 1552#2. Mose,1,19#19. Die Hebammen antworteten dem Pharao: «Ja, die hebräischen Frauen sind nicht so (schwächlich) wie die ägyptischen, sondern haben eine kräftige Natur; ehe noch die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie schon geboren.» 1553#2. Mose,1,20#20. Gott aber ließ es den Hebammen gut ergehen. So vermehrte sich denn das Volk stark und wurde sehr zahlreich; 1554#2. Mose,1,21#21. und weil die Hebammen gottesfürchtig waren, verlieh Gott ihnen reichen Kindersegen-1-. -1) w: schaffte Gott ihnen Häuser (= Familien). 1555#2. Mose,1,22#22. Da befahl der Pharao seinem ganzen Volke: «Jeden neugeborenen Knaben (der Hebräer) werft in den Nil, alle Mädchen aber laßt am Leben!» 1556#2. Mose,2,1#1. NUN ging ein Mann aus dem Stamme Levi hin und heiratete eine Levitin. 1557#2. Mose,2,2#2. Diese Frau wurde Mutter eines Sohnes; und als sie sah, daß es ein schönes Kind war, verbarg sie ihn drei Monate lang. 1558#2. Mose,2,3#3. Als sie ihn dann nicht länger verborgen halten konnte, nahm sie für ihn ein Kästchen von Papyrusrohr, machte es mit Erdharz und Pech dicht, legte das Knäblein hinein und setzte es in das Schilf am Ufer des Nils. 1559#2. Mose,2,4#4. Seine Schwester aber mußte sich in einiger Entfernung hinstellen, um zu sehen, was mit ihm geschehen würde. 1560#2. Mose,2,5#5. Da kam die Tochter des Pharaos an den Nil hinab, um zu baden, während ihre Dienerinnen am Ufer des Stromes hin und her gingen. Da erblickte sie das Kästchen mitten im Schilf und ließ es durch ihre Leibmagd holen. 1561#2. Mose,2,6#6. Als sie es dann öffnete, siehe, da lag ein weinendes Knäblein darin! Da fühlte sie Mitleid mit ihm und sagte-1-: «Das ist eins von den Kindern der Hebräer.» -1) o: dachte. 1562#2. Mose,2,7#7. Da fragte seine Schwester die Tochter des Pharaos: «Soll ich hingehen und dir eine Amme von den Hebräerinnen holen, damit sie dir den Knaben nährt?» 1563#2. Mose,2,8#8. Die Tochter des Pharaos antwortete ihr: «Ja, gehe hin!» Da ging das Mädchen hin und holte die Mutter des Kindes. 1564#2. Mose,2,9#9. Die Tochter des Pharaos sagte zu dieser: «Nimm dieses Knäblein mit und nähre es mir! ich will dir den Lohn dafür geben.» So nahm denn die Frau das Knäblein und nährte es. 1565#2. Mose,2,10#10. Als der Knabe dann größer geworden war, brachte sie ihn der Tochter des Pharaos; die nahm ihn als Sohn an und gab ihm den Namen Mose; «denn», sagte sie, «ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.» 1566#2. Mose,2,11#11. ZU jener Zeit nun, als Mose zum Mann geworden war, ging er (einmal) zu seinen Volksgenossen hinaus und sah ihren Fronarbeiten zu. Da sah er, wie ein Ägypter einen Hebräer, einen von seinen Volksgenossen, schlug. 1567#2. Mose,2,12#12. Da blickte er sich nach allen Seiten um, und als er sah, daß kein Mensch sonst zugegen war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand. 1568#2. Mose,2,13#13. Am folgenden Tage ging er wieder hinaus und sah, wie zwei Hebräer sich miteinander zankten. Da sagte er zu dem, der im Unrecht war: «Warum schlägst du deinen Volksgenossen?» 1569#2. Mose,2,14#14. Der gab zur Antwort: «Wer hat dich zum Obmann und Richter über uns bestellt? Willst du mich etwa auch totschlagen, wie du den Ägypter totgeschlagen hast?» Da erschrak Mose, denn er sagte sich: «So ist also die Sache doch ruchbar geworden!» 1570#2. Mose,2,15#15. ALS nun auch der Pharao von dem Vorfall erfuhr und Mose töten lassen wollte, floh Mose vor dem Pharao und nahm seinen Wohnsitz im Lande Midian. Er hatte sich nämlich (nach seiner Ankunft dort) am Brunnen niedergesetzt. 1571#2. Mose,2,16#16. Nun hatte der Priester der Midianiter sieben Töchter; die kamen und wollten Wasser schöpfen und die Tränkrinnen füllen, um das Kleinvieh ihres Vaters zu tränken. 1572#2. Mose,2,17#17. Aber die Hirten kamen dazu und wollten sie wegdrängen. Da erhob sich Mose, leistete ihnen Beistand und tränkte ihre Herde. 1573#2. Mose,2,18#18. Als sie nun zu ihrem Vater Reguel-1- heimkamen, fragte er sie: «Warum kommt ihr heute so früh heim?» -1) vgl. Anm. zu 2.Mo. 3,1 Jethro. 1574#2. Mose,2,19#19. Sie antworteten: «Ein ägyptischer Mann hat uns gegen die Hirten in Schutz genommen, ja, er hat sogar das Schöpfen für uns besorgt und die Herde getränkt.» 1575#2. Mose,2,20#20. Da sagte er zu seinen Töchtern: «Und wo ist er? Warum habt ihr denn den Mann dort draußen gelassen? Ladet ihn doch zum Essen ein!» 1576#2. Mose,2,21#21. Mose entschloß sich dann, bei dem Manne zu bleiben, und dieser gab ihm seine Tochter Zippora zur Frau. 1577#2. Mose,2,22#22. Als sie ihm einen Sohn gebar, gab er ihm den Namen Gersom-1-; «denn», sagte er, «ein Gast bin ich in einem fremden Lande geworden.» -1) d.h. Gast der Fremde(?). 1578#2. Mose,2,23#23. ES begab sich dann während jener langen Zeit, daß der König von Ägypten starb. Die Israeliten aber seufzten unter dem Frondienst und schrieen auf, und ihr Hilferuf wegen des Frondienstes stieg zu Gott empor. 1579#2. Mose,2,24#24. Als Gott nun ihr Wehklagen hörte, gedachte er seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob; 1580#2. Mose,2,25#25. und Gott sah die Israeliten an, und Gott nahm Kenntnis davon. 1581#2. Mose,3,1#1. MOSE aber weidete das Kleinvieh seines Schwiegervaters Jethro-1-, des Priesters der Midianiter. Als er nun einst die Herde über die Steppe hinaus getrieben hatte, kam er an den Berg Gottes, an den Horeb. -1) Jethro heißt «der Hervorragende» und soll die Amtsstellung Reguels (vgl. 2.Mo. 2,18) bezeichnen. 1582#2. Mose,3,2#2. Da erschien ihm der Engel des HErrn als eine Feuerflamme, die mitten aus einem Dornbusch hervorschlug; und als er hinblickte, sah er, daß der Dornbusch im Feuer brannte, ohne jedoch vom Feuer verzehrt zu werden. 1583#2. Mose,3,3#3. Da dachte Mose: «Ich will doch hingehen und mir diese wunderbare Erscheinung ansehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt.» 1584#2. Mose,3,4#4. Als nun der HErr sah, daß er herankam, um nachzusehen, rief Gott ihm aus dem Dornbusch heraus die Worte zu: «Mose, Mose!» Er antwortete: «Hier bin ich!» 1585#2. Mose,3,5#5. Da sagte er: «Tritt nicht näher heran! Ziehe dir die Schuhe aus von den Füßen! denn die Stätte, auf der du stehst, ist heiliger Boden.» 1586#2. Mose,3,6#6. Dann fuhr er fort: «Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.» Da verhüllte Mose sein Gesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen. 1587#2. Mose,3,7#7. Hierauf sagte der HErr: «Ich habe das Elend meines Volkes in Ägypten gesehen und ihr Geschrei über ihre Fronvögte gehört; ja, ich kenne ihre Leiden! 1588#2. Mose,3,8#8. Daher bin ich herabgekommen, um sie aus der Gewalt der Ägypter zu erretten und sie aus jenem Lande in ein schönes, geräumiges Land zu führen, in ein Land, das von Milch und Honig überfließt-1-, in die Wohnsitze der Kanaanäer, Hethiter, Amoriter, Pherissiter, Hewiter und Jebusiter. -1) gen: ein Land, das Milch und Honig fließen (läßt) o: wo Milch und Honig fließt. 1589#2. Mose,3,9#9. Weil also jetzt das Wehgeschrei der Israeliten zu mir gedrungen ist und ich auch gesehen habe, wie schwer die Ägypter sie bedrücken, 1590#2. Mose,3,10#10. so gehe jetzt hin! denn ich will dich zum Pharao senden, damit du mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten hinausführst.» 1591#2. Mose,3,11#11. Da sagte Mose zu Gott: «Wer bin ich, daß ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten hinausführen sollte?» 1592#2. Mose,3,12#12. Er antwortete: «Ich selbst werde mit dir sein! und dies soll dir das Wahrzeichen dafür sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten wegführst-1-, werdet ihr an diesem Berge Gott dienen-2-.» -1) o: weggeführt hast.   2) = Gott verehren. 1593#2. Mose,3,13#13. DA sagte Mose zu Gott: «Wenn ich nun aber zu den Israeliten komme und ihnen sage: ,Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt', und wenn sie mich dann fragen: ,Wie heißt er denn?' was soll ich ihnen dann antworten?» 1594#2. Mose,3,14#14. Da sagte Gott zu Mose: «Ich bin, der ich bin.» Dann fuhr er fort: «So sollst du zu den Israeliten sagen: Der ,Ich bin' hat mich zu euch gesandt!» 1595#2. Mose,3,15#15. Und weiter sagte Gott zu Mose: «So sollst du zu den Israeliten sagen: ,Der HErr, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt.' Das ist mein Name in Ewigkeit und meine Benennung von Geschlecht zu Geschlecht.» 1596#2. Mose,3,16#16. «GEHE hin und versammle die Ältesten der Israeliten und sage zu ihnen: ,Der HErr, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, und hat gesagt: Ich habe auf euch und auf das, was euch in Ägypten widerfahren ist, genau achtgegeben 1597#2. Mose,3,17#17. und habe beschlossen, euch aus dem Elend Ägyptens in das Land der Kanaanäer, Hethiter, Amoriter, Pherissiter, Hewiter und Jebusiter wegzuführen, in ein Land, das von Milch und Honig überfließt.' 1598#2. Mose,3,18#18. Wenn sie dann auf dich hören, sollst du mit den Ältesten der Israeliten zum König von Ägypten hingehen, und ihr sollt zu ihm sagen: ,Der HErr, der Gott der Hebräer, ist uns erschienen; und nun möchten wir drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen, um dort dem HErrn, unserm Gott, zu opfern.' 1599#2. Mose,3,19#19. Ich weiß aber, daß der König von Ägypten euch nicht wird ziehen lassen, wenn er nicht durch eine starke Hand-1- dazu gezwungen wird. -1) = mit Gewalt. 1600#2. Mose,3,20#20. Darum werde ich dann meine Hand ausstrecken und das Ägyptervolk mit all meinen Wundertaten schlagen, die ich in seiner Mitte verrichten werde; daraufhin wird er euch ziehen lassen. 1601#2. Mose,3,21#21. Auch will ich dieses Volk bei den Ägyptern Gunst finden lassen, so daß ihr bei eurem Auszug nicht mit leeren Händen ausziehen sollt, 1602#2. Mose,3,22#22. nein, jede Frau soll sich von ihrer Nachbarin und ihrer Hausgenossin silberne und goldene Schmucksachen und Kleider geben lassen; die sollt ihr dann euren Söhnen und Töchtern anlegen und so die Ägypter ausplündern.» 1603#2. Mose,4,1#1. MOSE aber entgegnete: «Ach, sie werden mir nicht glauben und auf meine Aussagen nicht hören, sondern behaupten: ,Der HErr ist dir nicht erschienen!'» 1604#2. Mose,4,2#2. Da erwiderte ihm der HErr: «Was hast du da in deiner Hand?» Er antwortete: «Einen Stab.» 1605#2. Mose,4,3#3. Da sagte er: «Wirf ihn auf die Erde!» Als er ihn nun auf die Erde geworfen hatte, wurde er zu einer Schlange, vor welcher Mose die Flucht ergriff. 1606#2. Mose,4,4#4. Da sagte der HErr zu Mose: «Strecke deine Hand aus und ergreif sie beim Schwanz!» Er streckte seine Hand aus und faßte sie: da wurde sie wieder zum Stab in seiner Hand: - 1607#2. Mose,4,5#5. «damit sie glauben, daß dir der HErr erschienen ist, der Gott ihrer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.» 1608#2. Mose,4,6#6. Weiter sagte der HErr zu ihm: «Stecke deine Hand in deinen Busen!» Er steckte seine Hand in den Busen, und als er sie wieder herauszog, war seine Hand vom Aussatz weiß wie Schnee. 1609#2. Mose,4,7#7. Dann sagte er: «Stecke deine Hand noch einmal in deinen Busen!» Als er es getan hatte und die Hand dann wieder aus seinem Busen hervorzog, da war sie wieder wie sein übriges Fleisch geworden. 1610#2. Mose,4,8#8. «Wenn sie dir also nicht glauben und sich von dem ersten Zeichen nicht überzeugen lassen, so werden sie doch auf das zweite Zeichen hin glauben. 1611#2. Mose,4,9#9. Sollten sie aber selbst auf diese beiden Zeichen hin nicht glauben und auf deine Aussagen nicht hören, so nimm etwas Wasser aus dem Nil und schütte es auf den trockenen Boden, dann wird das Wasser, das du aus dem Strom genommen hast, auf dem trocknen Boden zu Blut werden.» 1612#2. Mose,4,10#10. MOSE aber sagte zum HErrn: «Bitte, HErr! ich bin kein Mann, der zu reden versteht; ich bin es früher nicht gewesen und bin es auch jetzt nicht, seitdem du zu deinem Knecht redest, sondern ich bin mit Mund und Zunge unbeholfen.» 1613#2. Mose,4,11#11. Da antwortete ihm der HErr: «Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen, oder wer macht ihn stumm oder taub, sehend oder blind? Bin ich es nicht, der HErr? 1614#2. Mose,4,12#12. So gehe also hin! ich will schon mit deinem Munde sein und dich lehren, was du reden sollst.» 1615#2. Mose,4,13#13. Doch er antwortete: «Bitte, HErr! sende lieber einen andern, wen du willst!» 1616#2. Mose,4,14#14. Da entbrannte der Zorn des HErrn gegen Mose, und er sagte: «Ist nicht dein Bruder Aaron da, der Levit? Ich weiß, daß der trefflich zu reden versteht; auch ist er schon im Begriff, dir entgegenzugehen, und wenn er dich sieht, wird er sich herzlich freuen. 1617#2. Mose,4,15#15. Dann sollst du dich mit ihm besprechen und ihm die Worte in den Mund legen; ich aber will mit deinem und mit seinem Munde sein und euch angeben, was ihr zu tun habt. 1618#2. Mose,4,16#16. Er soll also für dich zum Volk reden und zwar so, daß er für dich der Mund ist und du für ihn an Gottes Statt bist. 1619#2. Mose,4,17#17. Und den Stab da nimm in die Hand, um mit ihm die Wunderzeichen zu tun!» 1620#2. Mose,4,18#18. HIERAUF kehrte Mose zu seinem Schwiegervater Jethro zurück und sagte zu ihm: «Ich möchte doch einmal zu meinen Angehörigen nach Ägypten zurückkehren, um zu sehen, ob sie noch am Leben sind.» Jethro antwortete ihm: «Ziehe hin in Frieden!» 1621#2. Mose,4,19#19. Da sagte der HErr zu Mose im Midianiterlande: «Kehre nunmehr nach Ägypten zurück! denn alle die Leute, die dir nach dem Leben getrachtet haben, sind tot.» 1622#2. Mose,4,20#20. So nahm denn Mose seine Frau und seine Söhne, setzte sie auf Esel und trat die Rückkehr nach Ägypten an; den Gottesstab aber nahm er in die Hand. 1623#2. Mose,4,21#21. Da sagte der HErr zu Mose: «Wenn du jetzt nach Ägypten zurückkommst, so sieh wohl zu, daß du alle die Wunderzeichen, deren Vollführung ich dir aufgetragen habe, vor dem Pharao verrichtest! Ich aber werde sein Herz verhärten, daß er das Volk nicht ziehen läßt. 1624#2. Mose,4,22#22. Dann sollst du zum Pharao sagen: ,So hat der HErr gesprochen: Israel ist mein erstgeborener Sohn; 1625#2. Mose,4,23#23. daher fordere ich dich auf: Laß meinen Sohn ziehen, damit er mir diene! Weigerst du dich aber, ihn ziehen zu lassen, so werde ich deinen erstgeborenen Sohn sterben lassen!'» 1626#2. Mose,4,24#24. UNTERWEGS aber, in der Nachtherberge, überfiel der HErr den Mose und wollte ihn töten. 1627#2. Mose,4,25#25. Da nahm Zippora einen scharfen Stein, schnitt damit die Vorhaut ihres Sohnes ab, warf sie ihm vor die Füße-1- und sagte: «Ein Blutbräutigam bist du mir!» -1) aL: berührte damit seine Scham. 1628#2. Mose,4,26#26. Da ließ er von ihm ab. Damals sagte sie ,Blutbräutigam' im Hinblick auf die Beschneidung. 1629#2. Mose,4,27#27. DER HErr aber hatte dem Aaron geboten: «Gehe Mose entgegen nach der Wüste zu!» Da machte er sich auf und traf ihn am Berge Gottes und küßte ihn. 1630#2. Mose,4,28#28. Mose teilte nun dem Aaron alles mit, was der HErr ihm bei der Sendung aufgetragen, und alle Wunderzeichen, die er ihm geboten hatte. 1631#2. Mose,4,29#29. Darauf gingen Mose und Aaron hin und versammelten alle Ältesten der Israeliten; 1632#2. Mose,4,30#30. und Aaron teilte ihnen alles mit, was der HErr dem Mose aufgetragen hatte, und dieser verrichtete die Wunderzeichen vor den Augen des Volkes. 1633#2. Mose,4,31#31. Da schenkte ihm das Volk Glauben, und als sie hörten, daß der HErr sich der Israeliten gnädig angenommen und ihr Elend angesehen habe, verneigten sie sich und warfen sich zur Erde nieder. 1634#2. Mose,5,1#1. HIERAUF gingen Mose und Aaron hin und sagten zum Pharao: «So hat der HErr, der Gott Israels, gesprochen: ,Laß mein Volk ziehen, damit sie mir ein Fest in der Wüste feiern!'» 1635#2. Mose,5,2#2. Der Pharao aber antwortete: «Wer ist der HErr, daß ich seinen Befehlen gehorchen und Israel ziehen lassen müßte? Ich kenne (diesen) HErrn nicht und will auch Israel nicht ziehen lassen.» 1636#2. Mose,5,3#3. Da entgegneten sie: «Der Gott der Hebräer ist uns erschienen; wir möchten nun drei Tagereisen weit in die Wüste ziehen und dem HErrn, unserm Gott, dort Schlachtopfer darbringen, damit er uns nicht mit der Pest oder mit dem Schwert heimsucht!» 1637#2. Mose,5,4#4. Aber der König von Ägypten erwiderte ihnen: «Warum wollt ihr, Mose und Aaron, das Volk von seiner Arbeit abziehen? Geht an eure Frondienste!» 1638#2. Mose,5,5#5. Dann fuhr der Pharao fort: «Es gibt schon genug Gesindel im Land; und da wollt ihr sie noch von ihren Frondiensten feiern lassen?!» 1639#2. Mose,5,6#6. AN demselben Tage erteilte dann der Pharao den Fronvögten und Aufsehern des Volkes den Befehl: 1640#2. Mose,5,7#7. «Ihr sollt dem Volk nicht mehr wie bisher Stroh-1- zur Anfertigung der Ziegel liefern! sie sollen selbst hingehen und sich Stroh zusammensuchen! -1) o: Häckerling. 1641#2. Mose,5,8#8. Dabei sollt ihr ihnen aber dieselbe Zahl von Ziegeln, die sie bisher gefertigt haben, auferlegen, ohne etwas davon zu erlassen! denn sie sind träge; darum schreien sie immerfort: ,Wir wollen hinziehen und unserm Gott Opfer darbringen!' 1642#2. Mose,5,9#9. Die Arbeit soll den Leuten erschwert werden, damit sie daran zu schaffen haben und nicht auf Lügenreden achten!» 1643#2. Mose,5,10#10. Da gingen die Fronvögte und Aufseher des Volkes hinaus und sagten zum Volk: «So hat der Pharao befohlen: ,Ich lasse euch hinfort kein Stroh mehr liefern: 1644#2. Mose,5,11#11. geht selbst hin und holt euch Stroh, wo ihr es findet! doch von eurer Arbeit wird euch nichts erlassen.'» 1645#2. Mose,5,12#12. Da zerstreute sich das Volk im ganzen Lande Ägypten, um Stoppeln zu sammeln zu Häckerling; 1646#2. Mose,5,13#13. die Fronvögte aber drängten sie mit der Forderung: «Ihr müßt Tag für Tag die volle Arbeit leisten wie früher, als es noch Stroh gab.» 1647#2. Mose,5,14#14. Und die israelitischen Aufseher, welche die Fronvögte des Pharaos über sie gesetzt hatten, erhielten Stockschläge, und man sagte zu ihnen: «Warum habt ihr weder gestern noch heute euren bestimmten Satz Ziegel fertiggestellt wie früher?» 1648#2. Mose,5,15#15. Da gingen die israelitischen Aufseher hin und wehklagten beim Pharao mit den Worten: «Warum behandelst du deine Knechte so? 1649#2. Mose,5,16#16. Stroh wird deinen Knechten nicht mehr geliefert, und doch heißt es: ,Schafft Ziegel!' Und nun werden deine Knechte sogar geschlagen, und die Schuld wird auf dein Volk geschoben-1-!» -1) aL: du versündigst dich ja an deinem Volke. 1650#2. Mose,5,17#17. Er aber antwortete: «Träge seid ihr, träge! Darum sagt ihr: ,Wir möchten hinziehen, um dem HErrn zu opfern.' 1651#2. Mose,5,18#18. Und nun marsch an die Arbeit! Stroh wird euch nicht geliefert, aber die festgesetzte Zahl von Ziegeln habt ihr zu liefern!» 1652#2. Mose,5,19#19. So sahen sich denn die israelitischen Aufseher in eine üble Lage versetzt, nämlich (ihren Volksgenossen) sagen zu müssen: «Von den Ziegeln, die ihr Tag für Tag zu liefern habt, dürft ihr keinen Abzug machen!» 1653#2. Mose,5,20#20. Als sie nun aus dem Palast des Pharaos herauskamen, stießen sie auf Mose und Aaron, die auf sie warteten. 1654#2. Mose,5,21#21. Da sagten sie zu ihnen: «Der HErr möge es euch gedenken und euch dafür richten-1-, daß ihr uns beim Pharao und seinen Beamten ganz verhaßt gemacht und ihnen das Schwert in die Hand gegeben habt, uns umzubringen!» -1) = strafen. 1655#2. Mose,5,22#22. DA wandte sich Mose wieder an den HErrn und sagte: «Herr! warum läßt du diesem Volk solches Unheil widerfahren? warum hast du mich hergesandt? 1656#2. Mose,5,23#23. Denn seitdem ich zum Pharao gegangen bin, um in deinem Namen zu reden, hat er dies Volk erst recht mißhandelt, und du hast zur Rettung deines Volkes nichts getan!» 1657#2. Mose,6,1#1. Da sagte der HErr zu Mose: «Jetzt sollst du sehen, was ich mit dem Pharao machen werde: Durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie ziehen lassen, ja durch eine starke Hand gezwungen, wird er sie aus seinem Lande wegtreiben!» 1658#2. Mose,6,2#2. DA redete Gott mit Mose und sagte zu ihm: «Ich bin der HErr-1-. -1) eig: Jahwe, vgl. 2.Mo. 3,14; 1.Mo. 2,4. 1659#2. Mose,6,3#3. Ich bin dem Abraham, Isaak und Jakob als ,der allmächtige Gott' erschienen, aber mit-1- meinem Namen ,Gott der HErr'-2- habe ich mich ihnen nicht geoffenbart. -1) o: unter.   2) eig: Jahwe, vgl. 2.Mo. 3,14; 1.Mo. 2,4. 1660#2. Mose,6,4#4. Auch habe ich meinen Bund mit ihnen geschlossen, ihnen das Land Kanaan zu geben, das Land ihrer Fremdlingschaft, in dem sie als Gäste-1- sich aufgehalten haben. -1) o: Fremdlinge. 1661#2. Mose,6,5#5. Ich habe auch die Klagen der Israeliten gehört, die von den Ägyptern geknechtet werden, und habe meines Bundes-1- gedacht. -1) = meiner Bundeszusage. 1662#2. Mose,6,6#6. Darum sage zu den Israeliten: ,Ich bin der HErr und will euch von dem Druck der Fronarbeiten der Ägypter freimachen und euch aus ihrem Zwangsdienst erretten und euch erlösen mit hoch erhobenem Arm und mit gewaltigen Strafgerichten. 1663#2. Mose,6,7#7. Und ich will euch zu meinem Volk annehmen und will euer Gott sein, und ihr sollt erkennen, daß ich der HErr, euer Gott, bin, der euch vom Druck des Frondienstes der Ägypter frei macht. 1664#2. Mose,6,8#8. Ich will euch auch in das Land bringen, dessen Verleihung ich dem Abraham, Isaak und Jakob durch einen feierlichen Eid zugesagt habe, und will es euch zum erblichen Besitz geben, ich, der HErr!'» 1665#2. Mose,6,9#9. MOSE berichtete dies den Israeliten; aber sie hörten nicht auf ihn aus Kleinmut und wegen des harten Frondienstes. 1666#2. Mose,6,10#10. Da sagte Gott zu Mose: 1667#2. Mose,6,11#11. «Gehe hin, fordere den Pharao, den König von Ägypten, auf, die Israeliten aus seinem Lande ziehen zu lassen!» 1668#2. Mose,6,12#12. Aber Mose sprach sich vor dem HErrn offen so aus: «Nicht einmal die Israeliten haben auf mich gehört: wie sollte da der Pharao mich anhören, zumal da ich im Reden ungewandt bin!» 1669#2. Mose,6,13#13. Da redete der HErr mit Mose und Aaron und ordnete sie ab an die Israeliten und an den Pharao, den König von Ägypten, um die Israeliten aus Ägypten wegzuführen. 1670#2. Mose,6,14#14. DIES sind ihre Familienhäupter: Die Söhne Rubens, des erstgeborenen Sohnes Israels, waren: Hanoch und Pallu, Hezron und Karmi; dies sind die Geschlechter Rubens. 1671#2. Mose,6,15#15. Und die Söhne Simeons waren: Jemuel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar und Saul, der Sohn der Kanaanäerin; dies sind die Geschlechter Simeons. 1672#2. Mose,6,16#16. Und dies sind die Namen der Söhne Levi's nach ihren Geschlechtern: Gerson, Kehath und Merari; Levi aber wurde 137 Jahre alt. 1673#2. Mose,6,17#17. Die Söhne Gersons waren: Libni und Simei nach ihren Familien. 1674#2. Mose,6,18#18. Die Söhne Kehaths waren: Amram, Jizhar, Hebron und Ussiel; Kehath aber wurde 133 Jahre alt. 1675#2. Mose,6,19#19. Und die Söhne Merari's waren: Mahli und Musi; das sind die Familien Levi's nach ihren Geschlechtern. 1676#2. Mose,6,20#20. Amram aber heiratete seine Muhme-1- Jochebed; die gebar ihm Aaron und Mose; Amram wurde dann 137 Jahre alt. -1) = Tante. 1677#2. Mose,6,21#21. Die Söhne Jizhars aber waren: Korah, Nepheg und Sichri; 1678#2. Mose,6,22#22. und die Söhne Ussiels waren: Misael, Elzaphan und Sithri. 1679#2. Mose,6,23#23. Aaron aber heiratete Eliseba, die Tochter Amminadabs, die Schwester Nahsons; die gebar ihm Nadab und Abihu, Eleasar und Ithamar. 1680#2. Mose,6,24#24. Und die Söhne Korahs waren: Assir, Elkana und Abiasaph; dies sind die Familien der Korahiten. 1681#2. Mose,6,25#25. Eleasar aber, der Sohn Aarons, heiratete eine von den Töchtern Putiels; die gebar ihm den Pinehas. Dies sind die Stammhäupter der Leviten nach ihren Geschlechtern. - 1682#2. Mose,6,26#26. Dieser Aaron und dieser Mose sind es, denen der HErr geboten hatte: «Führt die Israeliten aus dem Lande Ägypten hinaus nach ihren Heerscharen!» 1683#2. Mose,6,27#27. Diese sind es, die mit dem Pharao, dem König von Ägypten, verhandelten, um die Israeliten aus Ägypten wegzuführen: dieser Mose und dieser Aaron. 1684#2. Mose,6,28#28. DAMALS nun, als der HErr mit Mose im Lande Ägypten redete, 1685#2. Mose,6,29#29. sagte der HErr zu Mose folgendes: «Ich bin der HErr! Vermelde dem Pharao, dem König von Ägypten, alles, was ich dir sagen werde.» 1686#2. Mose,6,30#30. Mose aber antwortete vor dem HErrn: «Ach, ich bin im Reden ungewandt: wie sollte da der Pharao auf mich hören!» 1687#2. Mose,7,1#1. Da erwiderte der HErr dem Mose: «Siehe, ich mache dich für den Pharao zu einem Gott, und dein Bruder Aaron soll dein Prophet sein-a-. -a) vgl. 2.Mo. 4,16. 1688#2. Mose,7,2#2. Du sollst ihm alles sagen, was ich dir auftragen werde, doch dein Bruder Aaron soll mit dem Pharao verhandeln, daß er die Israeliten aus seinem Lande ziehen lasse. 1689#2. Mose,7,3#3. Ich aber will das Herz des Pharaos verhärten, um viele Zeichen und Wunder im Lande Ägypten zu verrichten. 1690#2. Mose,7,4#4. Wenn der Pharao nun auf euch nicht hört, so will ich meine Hand an-1- die Ägypter legen und meine Heerscharen, mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten unter gewaltigen Strafgerichten wegführen. -1) o: auf. 1691#2. Mose,7,5#5. Dann werden die Ägypter zur Erkenntnis kommen, daß ich der HErr bin, wenn ich meine Hand gegen die Ägypter ausgestreckt und die Israeliten aus ihrer Mitte weggeführt habe.» 1692#2. Mose,7,6#6. Da taten Mose und Aaron so, wie der HErr ihnen geboten hatte, genau so taten sie. 1693#2. Mose,7,7#7. Mose war aber achtzig und Aaron dreiundachtzig Jahre alt, als sie mit dem Pharao verhandelten. 1694#2. Mose,7,8#8. HIERAUF sagte der HErr zu Mose und zu Aaron: 1695#2. Mose,7,9#9. «Wenn der Pharao euch auffordert, ein Wunder zu eurer Beglaubigung zu verrichten, so sollst du zu Aaron sagen: ,Nimm deinen Stab und wirf ihn vor den Pharao hin!' dann wird er zu einer großen Schlange werden.» 1696#2. Mose,7,10#10. Da gingen Mose und Aaron zum Pharao und taten so, wie der HErr ihnen geboten hatte: Aaron warf seinen Stab vor den Pharao und dessen Hofleute hin, und er verwandelte sich in eine große Schlange. 1697#2. Mose,7,11#11. Aber der Pharao ließ auch seinerseits die Weisen und Zauberer kommen, und auch sie, die ägyptischen Zauberkünstler, taten dasselbe vermittels ihrer Geheimkünste: 1698#2. Mose,7,12#12. jeder warf seinen Stab hin, da verwandelten diese sich in Schlangen; jedoch Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. 1699#2. Mose,7,13#13. Aber das Herz des Pharaos blieb hart, so daß er nicht auf sie hörte, wie der HErr es vorausgesagt hatte. 1700#2. Mose,7,14#14. HIERAUF sagte der HErr zu Mose: «Das Herz des Pharaos ist verstockt: er weigert sich, das Volk ziehen zu lassen. 1701#2. Mose,7,15#15. Begib dich morgen früh zum Pharao - da geht er nämlich an den Fluß - und tritt ihm am Ufer des Nils entgegen; den Stab, der sich in eine Schlange verwandelt hat, nimm in deine Hand 1702#2. Mose,7,16#16. und sage zu ihm: ,Der HErr, der Gott der Hebräer, hat mich zu dir gesandt mit der Weisung: Laß mein Volk ziehen, damit es mir in der Wüste diene! doch du hast bisher nicht gehorchen wollen. 1703#2. Mose,7,17#17. Daher spricht der HErr so: Daran sollst du erkennen, daß ich der HErr bin: ich werde jetzt mit dem Stabe, den ich hier in der Hand habe, auf das Wasser im Nil schlagen, dann wird es sich in Blut verwandeln, 1704#2. Mose,7,18#18. die Fische im Strom werden sämtlich sterben, und der Strom wird stinkend werden, so daß die Ägypter vor Ekel kein Wasser mehr aus dem Strom trinken werden.'» 1705#2. Mose,7,19#19. Weiter sagte der HErr zu Mose: «Befiehl dem Aaron: ,Nimm deinen Stab und strecke deine Hand aus über die Gewässer in Ägypten, über seine Stromarme, seine Kanäle und Teiche und über alle seine Wasserbehälter, damit sie zu Blut werden! und Blut soll überall in Ägypten sein, selbst in den hölzernen und steinernen Gefäßen!'» 1706#2. Mose,7,20#20. Mose und Aaron taten so, wie der HErr ihnen geboten hatte: Aaron hob den Stab hoch und schlug mit ihm auf das Wasser im Nil vor den Augen des Pharaos und seiner Diener: da verwandelte sich alles Wasser im Strom in Blut; 1707#2. Mose,7,21#21. die Fische im Strom starben sämtlich, und der Strom wurde stinkend, so daß die Ägypter das Wasser aus dem Strom nicht mehr trinken konnten; und das Blut war überall im Land Ägypten. 1708#2. Mose,7,22#22. Aber die ägyptischen Zauberer taten dasselbe vermittels ihrer Geheimkünste; daher blieb das Herz des Pharaos hart, und er hörte nicht auf sie, wie der HErr es vorausgesagt hatte: 1709#2. Mose,7,23#23. der Pharao wandte sich ab und ging nach Hause und nahm sich auch dieses nicht zu Herzen. 1710#2. Mose,7,24#24. Alle Ägypter aber gruben rings um den Nil nach Trinkwasser; denn von dem Nilwasser konnten sie nicht trinken. 1711#2. Mose,7,25#25. So vergingen volle sieben Tage, nachdem der HErr den Strom geschlagen hatte. 1712#2. Mose,7,26#26. HIERAUF gebot der HErr dem Mose: «Gehe zum Pharao und sage zu ihm: ,So hat der HErr gesprochen: Laß mein Volk ziehen, damit es mir diene! 1713#2. Mose,7,27#27. Wenn du dich aber weigerst, es ziehen zu lassen, so will ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen heimsuchen. 1714#2. Mose,7,28#28. Der Nil soll dann von Fröschen wimmeln; die sollen heraufkommen und in deinen Palast, in dein Schlafgemach und auf dein Bett kriechen und in die Häuser deiner Diener und unter dein Volk, auch in deine Backöfen und Backtröge dringen; 1715#2. Mose,7,29#29. ja an dir selbst und deinen Untertanen und an all deinen Dienern sollen die Frösche hinaufkriechen!'» 1716#2. Mose,8,1#1. Hierauf gebot der HErr dem Mose: «Sage zu Aaron: ,Strecke deine Hand mit deinem Stabe aus über die Stromarme, die Kanäle und Teiche, und laß die Frösche über das Land Ägypten heraufkommen!'» 1717#2. Mose,8,2#2. Da streckte Aaron seine Hand über die Gewässer Ägyptens aus, und die Frösche kamen herauf und bedeckten das Land Ägypten. 1718#2. Mose,8,3#3. Aber auch die Zauberer taten dasselbe vermittels ihrer Geheimkünste: auch sie ließen die Frösche über das Land Ägypten kommen. 1719#2. Mose,8,4#4. Da ließ der Pharao Mose und Aaron kommen und sagte: «Legt beim HErrn Fürbitte für mich ein, daß er die Frösche von mir und meinem Volk entferne! dann will ich das Volk ziehen lassen, damit es dem HErrn opfert.» 1720#2. Mose,8,5#5. Mose antwortete dem Pharao: «Verfüge über mich! Auf wann soll ich für dich, für deine Diener und dein Volk die Vertilgung der Frösche erbitten, damit sie von dir und aus deinen Palästen verschwinden und nur noch im Nil verbleiben?» 1721#2. Mose,8,6#6. Er antwortete: «Auf morgen!» Da sagte Mose: «Wie du wünschest, so sei es! Du sollst erkennen, daß niemand dem HErrn, unserm Gott, gleich ist. 1722#2. Mose,8,7#7. Die Frösche sollen also von dir und aus deinen Palästen, von deinen Dienern und deinem Volk weichen; nur im Nil sollen sie verbleiben!» 1723#2. Mose,8,8#8. Als Mose und Aaron dann vom Pharao weggegangen waren, betete Mose laut zum HErrn wegen der Frösche, mit denen er den Pharao heimgesucht hatte. 1724#2. Mose,8,9#9. Da tat der HErr nach der Bitte Mose's, so daß die Frösche in den Häusern, in den Gehöften und auf den Feldern hinwegstarben; 1725#2. Mose,8,10#10. man schüttete sie überall in Haufen zusammen, und das Land stank davon. 1726#2. Mose,8,11#11. Als aber der Pharao merkte, daß er Luft-1- bekommen hatte, verstockte er sein Herz weiter und hörte nicht auf sie, wie der HErr es vorausgesagt hatte. -1) = Erleichterung. 1727#2. Mose,8,12#12. HIERAUF sagte der HErr zu Mose: «Befiehl dem Aaron: ,Strecke deinen Stab aus und schlage mit ihm den Staub auf dem Erdboden, damit er sich in ganz Ägypten in Stechmücken verwandelt!'» 1728#2. Mose,8,13#13. Und sie taten so: Aaron streckte seine Hand mit dem Stabe aus und schlug damit den Staub auf dem Erdboden; da kamen die Stechmücken an die Menschen und an das Vieh; aller Staub auf dem Erdboden wurde zu Stechmücken in ganz Ägypten. 1729#2. Mose,8,14#14. Die ägyptischen Zauberer bemühten sich mit ihren Geheimkünsten ebenso, Stechmücken hervorzubringen, vermochten es aber nicht; die Stechmücken aber saßen an Menschen und Vieh. 1730#2. Mose,8,15#15. Da sagten die Zauberer zum Pharao: «Das ist eines Gottes Finger!» Doch das Herz des Pharaos blieb hart, und er hörte nicht auf sie, wie der HErr es vorausgesagt hatte. 1731#2. Mose,8,16#16. Hierauf gebot der HErr dem Mose: «Mache dich morgen in der Frühe auf und tritt vor den Pharao hin, wenn er hinaus an den Fluß geht, und sage zu ihm: ,So hat der HErr gesprochen: Laß mein Volk ziehen, damit es mir diene! 1732#2. Mose,8,17#17. Denn wenn du mein Volk nicht ziehen läßt, so will ich Hundsfliegen über dich und deine Diener, über dein Volk und deine Paläste kommen lassen, so daß die Häuser der Ägypter und sogar der Erdboden, auf dem sie stehen, voll von Hundsfliegen sein werden. 1733#2. Mose,8,18#18. Aber an demselben Tage will ich das Land Gosen, wo mein Volk wohnt, absondern, so daß es dort keine Hundsfliegen geben soll, damit du erkennst, daß ich der HErr bin inmitten dieses Landes. 1734#2. Mose,8,19#19. Ich will also eine Scheidung zwischen meinem und deinem Volk eintreten lassen: morgen soll dies Zeichen geschehen!'» 1735#2. Mose,8,20#20. Und der HErr tat so: es kamen Hundsfliegen in gewaltiger Menge in den Palast des Pharaos und in die Wohnungen seiner Diener und über das ganze Land Ägypten, und das Land litt schwer unter den Hundsfliegen. 1736#2. Mose,8,21#21. Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen und sagte: «Geht hin und opfert eurem Gott hier im Lande!» 1737#2. Mose,8,22#22. Da antwortete Mose: «Es geht nicht an, daß wir das tun; denn wir bringen dem HErrn, unserm Gott, Opfer dar, die den Ägyptern ein Greuel sind. Wenn wir nun vor den Augen der Ägypter Opfer darbrächten, die ihnen ein Greuel sind, würden sie uns da nicht steinigen? 1738#2. Mose,8,23#23. Nein, drei Tagereisen weit wollen wir in die Wüste ziehen und dem HErrn, unserm Gott, dort opfern, wie er uns geboten hat.» 1739#2. Mose,8,24#24. Da sagte der Pharao: «Ich will euch ziehen lassen, damit ihr dem HErrn, eurem Gott, in der Wüste opfern könnt; nur entfernt euch nicht zu weit und legt Fürbitte für mich ein!» 1740#2. Mose,8,25#25. Mose antwortete: «Sobald ich dich jetzt verlassen habe, will ich beim HErrn Fürbitte einlegen, daß die Hundsfliegen morgen vom Pharao, von seinen Dienern und seinem Volk verschwinden; nur möge dann der Pharao uns nicht abermals täuschen, indem er das Volk doch nicht ziehen läßt, damit es dem HErrn opfern kann!» 1741#2. Mose,8,26#26. Als Mose hierauf vom Pharao weggegangen war und zum HErrn gebetet hatte, 1742#2. Mose,8,27#27. erfüllte der HErr dem Mose seine Bitte: er ließ die Hundsfliegen vom Pharao, von seinen Dienern und seinem Volk verschwinden, so daß keine einzige übrigblieb. 1743#2. Mose,8,28#28. Aber der Pharao verstockte sein Herz auch diesmal und ließ das Volk nicht ziehen. 1744#2. Mose,9,1#1. HIERAUF sagte der HErr zu Mose: «Gehe zum Pharao und sage zu ihm: ,So hat der HErr, der Gott der Hebräer, gesprochen: Laß mein Volk ziehen, damit es mir diene! 1745#2. Mose,9,2#2. Denn wenn du dich weigerst, es ziehen zu lassen, und sie noch länger zurückhältst, 1746#2. Mose,9,3#3. so wird die Hand des HErrn über dein Vieh auf dem Felde kommen, über die Pferde, Esel und Kamele, über die Rinder und das Kleinvieh mit einer sehr schlimmen Seuche. 1747#2. Mose,9,4#4. Der HErr wird dabei aber einen Unterschied zwischen dem Vieh der Israeliten und dem Vieh der Ägypter machen, so daß von dem gesamten Besitz der Israeliten kein Stück fallen wird.'» 1748#2. Mose,9,5#5. Darauf setzte der HErr eine bestimmte Zeit fest mit den Worten: «Morgen schon wird der HErr dies im Lande geschehen lassen!» 1749#2. Mose,9,6#6. Und am andern Tage ließ der HErr dies wirklich eintreten: alles Vieh der Ägypter starb, während vom Vieh der Israeliten kein einziges Stück fiel. 1750#2. Mose,9,7#7. Als der Pharao nämlich hinsandte, um nachzusehen, stellte es sich heraus, daß vom Vieh der Israeliten kein einziges Stück gefallen war. Aber das Herz des Pharao blieb trotzdem verstockt, so daß er das Volk nicht ziehen ließ. 1751#2. Mose,9,8#8. Hierauf gebot der HErr dem Mose und Aaron: «Nehmt euch eure beiden Hände voll Ofenruß, und Mose soll ihn vor den Augen des Pharaos himmelwärts streuen! 1752#2. Mose,9,9#9. dann wird er sich als feiner Staub über das ganze Land Ägypten verbreiten und an Menschen und am Vieh zu Beulen-1- werden, die als Geschwüre aufbrechen, im ganzen Lande Ägypten!» -1) o: Blattern. 1753#2. Mose,9,10#10. Da nahmen sie Ofenruß und traten vor den Pharao, und Mose streute ihn himmelwärts; da wurde er zu Beulen-1-, die als Geschwüre an den Menschen und am Vieh aufbrachen. -1) o: Blattern. 1754#2. Mose,9,11#11. Die Zauberer aber konnten nicht vor Mose treten wegen der Beulen; denn die Beulen waren an den Zauberern ebenso wie an allen anderen Ägyptern aufgebrochen. 1755#2. Mose,9,12#12. Doch der HErr verhärtete das Herz des Pharaos, so daß er nicht auf sie hörte, wie der HErr es dem Mose vorausgesagt hatte. - 1756#2. Mose,9,13#13. HIERAUF gebot der HErr dem Mose: «Tritt morgen in der Frühe vor den Pharao und sage zu ihm: ,So hat der HErr, der Gott der Hebräer gesprochen: Laß mein Volk ziehen, damit es mir diene! 1757#2. Mose,9,14#14. Denn diesmal will ich alle meine Plagen gegen dich selbst, sowie gegen deine Diener und dein Volk loslassen, damit du erkennst, daß niemand mir gleichkommt auf der ganzen Erde! 1758#2. Mose,9,15#15. Denn schon jetzt hätte ich meine Hand ausstrecken und dich samt deinem Volk mit der Pest schlagen können, so daß du von der Erde vertilgt worden wärst; 1759#2. Mose,9,16#16. aber ich habe dich absichtlich leben lassen, um an dir meine Kraft zu erweisen, und damit mein Name auf der ganzen Erde gepriesen wird. 1760#2. Mose,9,17#17. Wenn du dich noch länger dagegen sträubst, mein Volk ziehen zu lassen, 1761#2. Mose,9,18#18. so will ich morgen um diese Zeit einen sehr schweren Hagel niedergehen lassen, wie ein solcher nie zuvor in Ägypten dagewesen ist vom Tage seiner Gründung an bis jetzt. 1762#2. Mose,9,19#19. Sende also hin und laß dein Vieh und alles, was du im Freien hast, in Sicherheit bringen: denn alle Menschen und alle Tiere, die sich im Freien befinden und nicht unter Dach und Fach gebracht worden sind, werden sterben, wenn der Hagel auf sie niederfällt!'» 1763#2. Mose,9,20#20. Wer nun von den Leuten des Pharaos die Drohung des HErrn fürchtete, der brachte seine Knechte und sein Vieh unter Dach und Fach in Sicherheit; 1764#2. Mose,9,21#21. wer aber die Drohung des HErrn nicht beachtete, der ließ seine Knechte und sein Vieh im Freien. 1765#2. Mose,9,22#22. Da gebot der HErr dem Mose: «Strecke deine Hand gen Himmel aus, damit Hagel in ganz Ägypten falle auf Menschen und Vieh und auf alles, was in Ägypten auf den Feldern gewachsen ist!» 1766#2. Mose,9,23#23. Als nun Mose seinen Stab gen Himmel ausstreckte, ließ der HErr donnern und hageln, und Feuer fuhr zur Erde nieder, und der HErr ließ Hagel auf Ägypten regnen; 1767#2. Mose,9,24#24. mit dem Hagel aber kamen unaufhörliche Blitze mitten in den Hagel hinein so furchtbar, wie man etwas derartiges in ganz Ägypten noch nicht erlebt hatte, seit es von einem Volk bewohnt war. 1768#2. Mose,9,25#25. Der Hagel erschlug in ganz Ägypten alles, was sich im Freien befand, Menschen wie Tiere; auch alle Feldgewächse zerschlug der Hagel und zerschmetterte alle Bäume auf dem Felde. 1769#2. Mose,9,26#26. Nur im Lande Gosen, wo die Israeliten wohnten, fiel kein Hagel. 1770#2. Mose,9,27#27. Da ließ der Pharao Mose und Aaron rufen und sagte zu ihnen: «Diesmal habe ich mich versündigt-1-: der HErr ist im Recht, ich aber und mein Volk sind im Unrecht! -1) = bekenne ich mich schuldig. 1771#2. Mose,9,28#28. Legt Fürbitte beim HErrn ein! denn der Donnerschläge Gottes und des Hagels ist nun mehr als genug: ich will euch ziehen lassen, und ihr sollt nicht länger hier bleiben!» 1772#2. Mose,9,29#29. Da antwortete ihm Mose: «Sobald ich zur Stadt hinausgehe, will ich meine Hände zum HErrn ausbreiten; dann werden die Donnerschläge aufhören, und kein Hagel wird mehr fallen, damit du erkennst, daß die Erde dem HErrn gehört. 1773#2. Mose,9,30#30. Aber ich weiß wohl: du und deine Diener, ihr fürchtet euch immer noch nicht vor Gott dem HErrn.» 1774#2. Mose,9,31#31. Der Flachs und die Gerste waren zerschlagen, denn die Gerste stand schon in Ähren und der Flachs in Blüte; 1775#2. Mose,9,32#32. aber der Weizen und der Spelt waren nicht zerschlagen, weil sie spätzeitig sind. 1776#2. Mose,9,33#33. Als Mose dann vom Pharao hinweg aus der Stadt hinausgegangen war, breitete er seine Hände zum HErrn aus; da hörten die Donnerschläge und der Hagel auf, und auch der Regen strömte nicht mehr auf die Erde nieder. 1777#2. Mose,9,34#34. Als nun der Pharao sah, daß der Regen, der Hagel und der Donner aufgehört hatten, fuhr er fort zu sündigen und verstockte sein Herz, er samt seinen Dienern. 1778#2. Mose,9,35#35. So blieb denn das Herz des Pharaos hart, und er ließ die Israeliten nicht ziehen, wie der HErr es durch Mose vorausgesagt hatte. 1779#2. Mose,10,1#1. HIERAUF sagte der HErr zu Mose: «Gehe zum Pharao! denn ich selbst habe ihm und seinen Dienern das Herz verhärtet, um diese meine Zeichen in ihrer Mitte zu verrichten, 1780#2. Mose,10,2#2. und damit du deinen Kindern und Kindeskindern einst erzählen kannst, wie ich gegen die Ägypter vorgegangen bin und welche Zeichen ich unter ihnen vollführt habe: erkennen sollt ihr, daß ich der HErr bin!» 1781#2. Mose,10,3#3. Da gingen Mose und Aaron zum Pharao und sagten zu ihm: «So hat der HErr, der Gott der Hebräer, gesprochen: ,Wie lange willst du dich noch sträuben, dich vor mir zu demütigen? Laß mein Volk ziehen, damit es mir diene! 1782#2. Mose,10,4#4. Denn wenn du dich weigerst, mein Volk ziehen zu lassen, so will ich morgen Heuschrecken in dein Land kommen lassen; 1783#2. Mose,10,5#5. die werden die Oberfläche des Erdbodens so bedecken, daß man den Erdboden nicht mehr wird sehen können, und sollen alles auffressen, was von dem Hagelwetter verschont geblieben und euch noch übriggelassen ist; sie sollen auch alle Bäume abfressen, die euch auf dem Felde wachsen; 1784#2. Mose,10,6#6. sie sollen auch deine Paläste und die Häuser aller deiner Diener und die Häuser aller Ägypter anfüllen, wie es deine Väter und die Väter deiner Väter, seitdem sie auf dem Erdboden gewesen sind, bis auf den heutigen Tag nicht erlebt haben!'» Damit wandte er sich und verließ den Pharao. 1785#2. Mose,10,7#7. Da sagten die Diener des Pharaos zu ihm: «Wie lange soll dieser Mensch uns noch unglücklich machen? Laß doch die Leute ziehen, damit sie dem HErrn, ihrem Gott, dienen! Siehst du noch nicht ein, daß Ägypten zugrunde gerichtet wird?» 1786#2. Mose,10,8#8. Hierauf holte man Mose und Aaron zum Pharao zurück, und er sagte zu ihnen: «Zieht hin und dient dem HErrn, eurem Gott! Wer soll denn alles hinziehen?» 1787#2. Mose,10,9#9. Da antwortete Mose: «Mit jung und alt wollen wir hinausziehen, mit unsern Söhnen und unsern Töchtern, mit unserm Kleinvieh und unsern Rindern wollen wir hinausziehen; denn wir haben ein Fest des HErrn zu feiern.» 1788#2. Mose,10,10#10. Da antwortete er ihnen: «Möge der HErr ebenso mit euch sein, wie ich euch mit Weib und Kind ziehen lasse! Seht ihr wohl, daß ihr Böses im Sinn habt? 1789#2. Mose,10,11#11. Daraus wird nichts! Ihr Männer mögt hinziehen und dem HErrn dienen: das ist ja auch euer Begehr gewesen!» Hierauf wies man sie vom Pharao weg. 1790#2. Mose,10,12#12. Da gebot der HErr dem Mose: «Strecke deine Hand über das Land Ägypten aus, damit die Heuschrecken über das Land kommen und alle Feldgewächse abfressen, alles, was der Hagel übriggelassen hat!» 1791#2. Mose,10,13#13. Da streckte Mose seinen Stab über das Land Ägypten aus, und der HErr ließ einen Ostwind über das Land hin wehen jenen ganzen Tag und die ganze Nacht; als es dann Morgen wurde, hatte der Ostwind die Heuschrecken herbeigebracht. 1792#2. Mose,10,14#14. So kamen denn die Heuschrecken über das ganze Land Ägypten und ließen sich in allen Teilen Ägyptens in gewaltiger Menge nieder; nie zuvor waren so viele Heuschrecken dagewesen wie damals, und künftig wird es nie wieder so viele geben. 1793#2. Mose,10,15#15. Sie bedeckten die Oberfläche des ganzen Landes, so daß der Erdboden nicht mehr zu sehen war, und sie fraßen alle Feldgewächse ab und alle Baumfrüchte, die der Hagel übriggelassen hatte, so daß nichts Grünes mehr an den Bäumen und an den Feldgewächsen im ganzen Lande Ägypten übrigblieb. 1794#2. Mose,10,16#16. Da ließ der Pharao in aller Eile Mose und Aaron rufen und sagte: «Ich habe mich am HErrn, eurem Gott, und an euch versündigt! 1795#2. Mose,10,17#17. Und nun vergib mir meine Verfehlung nur noch dies eine Mal und betet zum HErrn, eurem Gott, daß er wenigstens dieses Verderben von mir abwende!» 1796#2. Mose,10,18#18. Als nun (Mose) vom Pharao weggegangen war und zum HErrn gebetet hatte, 1797#2. Mose,10,19#19. da wandte der HErr den Wind, so daß er sehr stark aus dem Westen wehte; der hob die Heuschrecken auf und warf sie ins Schilfmeer, so daß keine einzige Heuschrecke im ganzen Bereich von Ägypten übrigblieb. 1798#2. Mose,10,20#20. Aber der HErr verhärtete das Herz des Pharaos, so daß er die Israeliten nicht ziehen ließ. 1799#2. Mose,10,21#21. HIERAUF gebot der HErr dem Mose: «Strecke deine Hand gen Himmel aus, damit eine Finsternis über das Land Ägypten komme, so dicht, daß man sie greifen kann.» 1800#2. Mose,10,22#22. Als nun Mose seine Hand gen Himmel ausgestreckt hatte, entstand eine Finsternis im ganzen Land Ägypten drei Tage lang. 1801#2. Mose,10,23#23. Kein Mensch konnte den andern sehen, und keiner erhob sich von seinem Platz drei Tage lang; aber die Israeliten hatten alle hellen Tag in ihren Wohnsitzen. 1802#2. Mose,10,24#24. Da ließ der Pharao Mose rufen und sagte: «Zieht hin, dient dem HErrn! Nur euer Kleinvieh und eure Rinder sollen hier zurückbleiben; auch eure Frauen und Kinder mögen mit euch gehen!» 1803#2. Mose,10,25#25. Da antwortete Mose: «Nicht nur mußt du selbst uns Tiere zu Schlacht- und Brandopfern mitgeben, damit wir sie dem HErrn, unserm Gott, darbringen, 1804#2. Mose,10,26#26. sondern auch unser Vieh muß mit uns ziehen: keine Klaue darf zurückbleiben! denn davon müssen wir Tiere zur Verehrung des HErrn, unsers Gottes, nehmen; wir wissen ja nicht, was wir dem HErrn zu opfern haben, ehe wir an Ort und Stelle sind.» 1805#2. Mose,10,27#27. Aber der HErr verhärtete das Herz des Pharaos, so daß er sie nicht ziehen lassen wollte, 1806#2. Mose,10,28#28. sondern zu Mose sagte: «Hinweg von mir! hüte dich, mir nochmals vor die Augen zu treten! denn sobald du dich wieder vor mir sehen läßt, bist du des Todes!» 1807#2. Mose,10,29#29. Da antwortete Mose: «Du hast recht geredet: ich werde dir nicht wieder vor die Augen treten!» 1808#2. Mose,11,1#1. DARAUF sagte der HErr zu Mose: «Noch eine einzige Plage will ich über den Pharao und über Ägypten kommen lassen; alsdann wird er euch von hier ziehen lassen, ja er wird, wenn er euch bedingungslos entläßt, euch sogar gewaltsam von hier wegtreiben. 1809#2. Mose,11,2#2. Gib nun dem Volke die bestimmte Weisung, daß sie sich insgesamt, Männer wie Weiber, silberne und goldene Wertsachen von ihren Nachbarn und Nachbarinnen erbitten-1-.» -1) o: leihen. 1810#2. Mose,11,3#3. Der HErr stimmte dann die Ägypter günstig gegen das Volk; auch stand Mose in den Augen der Diener des Pharaos und des ganzen ägyptischen Volkes als ein großer Mann da. 1811#2. Mose,11,4#4. Hierauf sagte Mose: «So hat der HErr gesprochen: ,Um Mitternacht will ich mitten durch Ägypten schreiten; 1812#2. Mose,11,5#5. da soll dann jede Erstgeburt in Ägypten sterben, vom erstgeborenen Sohn des Pharaos an, der auf seinem Thron sitzt, bis zum Erstgeborenen der Magd, die hinter der Handmühle sitzt, auch alles Erstgeborene vom Vieh. 1813#2. Mose,11,6#6. Da wird sich ein großes Wehgeschrei im ganzen Land Ägypten erheben, wie ein solches noch nie dagewesen ist und nie wieder stattfinden wird. 1814#2. Mose,11,7#7. Aber gegen keinen Israeliten, weder gegen einen Menschen noch gegen das Vieh, soll auch nur ein Hund ein Knurren hören lassen-1-, damit ihr erkennt, daß der HErr eine Scheidung-2- zwischen den Ägyptern und den Israeliten macht.' -1) eig: seine Zunge spitzen = ihnen etwas zuleide tun (vgl. Jos. 10,21).   2) o: einen Unterschied. 1815#2. Mose,11,8#8. Dann werden alle diese deine Diener zu mir herabkommen, sich vor mir niederwerfen und bitten: ,Ziehe weg, du und das ganze Volk, das deiner Leitung folgt!' und danach werde ich wegziehen.» Hierauf ging (Mose) vom Pharao weg in glühendem Zorn. 1816#2. Mose,11,9#9. DER HErr hatte aber zu Mose gesagt: «Der Pharao wird nicht auf euch hören, damit meine Wunder in Ägypten zahlreich werden.» 1817#2. Mose,11,10#10. So haben denn Mose und Aaron alle diese Wunder vor dem Pharao vollführt; aber der HErr verstockte das Herz des Pharaos, so daß er die Israeliten aus seinem Lande nicht ziehen ließ. 1818#2. Mose,12,1#1. DARAUF gebot der HErr dem Mose und Aaron im Lande Ägypten folgendes: 1819#2. Mose,12,2#2. «Der gegenwärtige Monat soll euch als Anfangsmonat gelten! der erste soll er euch unter den Monaten des Jahres sein! 1820#2. Mose,12,3#3. Gebt der ganzen Gemeinde Israel folgende Weisungen: Am zehnten Tage dieses Monats, da nehme sich jeder (Hausvater) ein Lamm, für je eine Familie-1- ein Lamm; -1) = Haushaltung. 1821#2. Mose,12,4#4. und wenn eine Familie zu klein für ein ganzes Lamm ist, so nehme er und sein ihm zunächst wohnender Nachbar eins gemeinsam nach der Zahl der Seelen! Ihr sollt auf das Lamm so viele Personen rechnen, als zum Verzehren erforderlich sind-1-! -1) w: ihr sollt jeden nach seinem Eßvermögen bei dem Lamm in Anschlag bringen. 1822#2. Mose,12,5#5. Es müssen fehlerlose, männliche, einjährige Lämmer sein; von den Schafen oder von den Ziegen sollt ihr sie nehmen. 1823#2. Mose,12,6#6. Bis zum vierzehnten Tage dieses Monats sollt ihr sie in Verwahrung haben; dann soll die gesamte Volksgemeinde Israel sie zwischen den beiden Abenden-1- schlachten! -1) d.h. zwischen Sonnenuntergang und Dunkelwerden. 1824#2. Mose,12,7#7. Hierauf sollen sie etwas von dem Blut nehmen und es an die beiden Türpfosten und an die Oberschwelle an den Häusern streichen, in denen sie die Mahlzeit halten. 1825#2. Mose,12,8#8. Sie sollen dann das Fleisch noch in derselben Nacht essen, und zwar am Feuer gebraten, und dazu ungesäuertes Brot; mit bitteren Kräutern sollen sie es essen. 1826#2. Mose,12,9#9. Ihr dürft nichts davon roh oder im Wasser gekocht genießen, sondern am Feuer gebraten, und zwar so, daß der Kopf noch mit den Beinen und mit dem Rumpf zusammenhängt! 1827#2. Mose,12,10#10. Ihr dürft nichts davon bis zum andern Morgen übriglassen, sondern was etwa davon bis zum Morgen übrigbleibt, sollt ihr im Feuer verbrennen. 1828#2. Mose,12,11#11. Und auf folgende Weise sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, eure Schuhe-1- an den Füßen und euren Stab in der Hand; und in ängstlicher Hast sollt ihr es essen: ein Vorübergehen des HErrn ist es-2-. -1) = Sandalen.   2) -+Passah- bed: «verschonendes Vorübergehen» (vgl. V. 13). 1829#2. Mose,12,12#12. Denn ich will in dieser Nacht durch das Land Ägypten schreiten und alle Erstgeburt in Ägypten sterben lassen sowohl von den Menschen als vom Vieh, und ich will an allen ägyptischen Göttern ein Strafgericht vollziehen, ich, der HErr! 1830#2. Mose,12,13#13. Dabei soll dann das Blut an den Häusern, in denen ihr euch befindet, ein Zeichen zu eurem Schutz sein; denn wenn ich das Blut sehe, will ich schonend an euch vorübergehen-1-, und es soll euch kein tödliches Verderben treffen, wenn ich den Schlag gegen das Land Ägypten führe.» -1) -+Passah- bed: «verschonendes Vorübergehen». 1831#2. Mose,12,14#14. «DIESER Tag soll dann für euch ein Gedächtnistag sein, den ihr zu Ehren des HErrn festlich begehen sollt! Von Geschlecht zu Geschlecht sollt ihr ihn als eine ewige Satzung feiern! 1832#2. Mose,12,15#15. Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuertes Brot essen; gleich am ersten Tage sollt ihr allen Sauerteig aus euren Häusern entfernen; denn jeder, der vom ersten bis zum siebten Tage gesäuertes ißt, ein solcher Mensch soll aus Israel ausgerottet werden! 1833#2. Mose,12,16#16. Weiter soll am ersten Tage eine heilige Festversammlung bei euch stattfinden und ebenso am siebten Tage eine heilige Festversammlung: keinerlei Arbeit darf an diesen (beiden Tagen) verrichtet werden! nur was ein jeder zum Essen nötig hat, das allein darf von euch zubereitet werden! 1834#2. Mose,12,17#17. So beobachtet denn das Fest der ungesäuerten Brote! denn an eben diesem Tage habe ich eure Heerscharen aus dem Land Ägypten hinausgeführt; darum sollt ihr diesen Tag von Geschlecht zu Geschlecht als eine ewige Satzung beobachten! 1835#2. Mose,12,18#18. Im ersten Monat, am vierzehnten Tage des Monats, am Abend sollt ihr ungesäuertes Brot essen bis zum Abend des einundzwanzigsten Tages des Monats! 1836#2. Mose,12,19#19. Sieben Tage lang darf kein Sauerteig in euren Häusern zu finden sein; denn wer da Gesäuertes ißt, ein solcher Mensch soll aus der Gemeinde Israel ausgerottet werden, er sei ein Fremder oder ein Einheimischer im Lande! 1837#2. Mose,12,20#20. Nichts Gesäuertes dürft ihr essen: überall, wo ihr auch wohnen mögt, sollt ihr ungesäuertes Brot essen!» 1838#2. Mose,12,21#21. DA berief Mose alle Ältesten der Israeliten und sagte zu ihnen: «Geht hin und holt euch Kleinvieh, für jede Familie ein Stück, und schlachtet es als Passah! 1839#2. Mose,12,22#22. Dann nehmt einen Büschel Isop-1-, taucht ihn in das Blut im Becken und streicht etwas von dem Blut im Becken an die Oberschwelle und an die beiden Pfosten der Tür; keiner von euch darf aber bis zum andern Morgen aus der Tür seines Hauses hinausgehen! -1) der Isop ist ein strauchartiges Kraut, dessen Büschel man zu heiligen Sprengungen und zu Reinigungen verwandte. (Ps. 51,9 als Bild gründlicher innerlicher Reinigung gebraucht). 1840#2. Mose,12,23#23. Wenn dann der HErr einherschreitet, um die Ägypter sterben zu lassen, und er das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Türpfosten sieht, so wird der HErr an der Tür schonend vorübergehen und dem Würgengel nicht gestatten, in eure Häuser einzutreten, um euch sterben zu lassen. 1841#2. Mose,12,24#24. Ihr sollt aber dieses Gebot als eine Satzung für euch und eure Kinder auf ewige Zeiten beobachten! 1842#2. Mose,12,25#25. Auch wenn ihr in das Land kommt, das der HErr euch nach seiner Verheißung geben wird, sollt ihr diesen heiligen Brauch stets beobachten! 1843#2. Mose,12,26#26. Wenn eure Kinder euch dann fragen: ,Was bedeutet dieser Brauch bei euch?' 1844#2. Mose,12,27#27. so sollt ihr antworten: ,Es ist das Passahopfer für den HErrn, der in Ägypten an den Häusern der Israeliten schonend vorübergegangen ist: während er die Ägypter sterben ließ, hat er unsere Häuser verschont.'» Da verneigte sich das Volk und warf sich zur Erde nieder. 1845#2. Mose,12,28#28. Hierauf gingen die Israeliten hin und taten so; wie der HErr dem Mose und Aaron geboten hatte, so taten sie. 1846#2. Mose,12,29#29. UM Mitternacht aber begab es sich, daß der HErr alle Erstgeburten im Lande Ägypten sterben ließ, vom erstgeborenen Sohn des Pharaos an, der auf seinem Thron saß, bis zum Erstgeborenen des Gefangenen, der im Kerker lag, auch alles Erstgeborene des Viehs. 1847#2. Mose,12,30#30. Da stand der Pharao in dieser Nacht auf, er und alle seine Diener und alle übrigen Ägypter, und es erhob sich ein großes Wehgeschrei in Ägypten; denn es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter gelegen hätte. 1848#2. Mose,12,31#31. Da ließ (der Pharao) noch in der Nacht Mose und Aaron rufen und sagte: «Macht euch auf, zieht aus meinem Volk hinweg, sowohl ihr als auch die Israeliten! Geht hin und dient dem HErrn, wie ihr gesagt habt! 1849#2. Mose,12,32#32. Auch euer Kleinvieh und eure Rinder nehmt mit, wie ihr gesagt habt: geht hin und bittet auch für mich um Segen!» 1850#2. Mose,12,33#33. Auch die Ägypter drängten das Volk zu schleunigem Aufbruch aus dem Lande; denn sie dachten: «Wir sind (sonst) alle des Todes!» 1851#2. Mose,12,34#34. Da nahm das Volk seinen Brotteig, noch ehe er gesäuert war, ihre Backschüsseln, die sie, in ihre Mäntel gewickelt, auf den Schultern trugen. 1852#2. Mose,12,35#35. Die Israeliten hatten aber (zuvor) die Weisung Mose's befolgt und sich von den Ägyptern silberne und goldene Wertsachen, sowie Kleider erbeten; 1853#2. Mose,12,36#36. und der HErr hatte dabei die Ägypter gegen das Volk günstig gestimmt, so daß sie ihnen das Erbetene gewährten; und so plünderten sie die Ägypter aus. 1854#2. Mose,12,37#37. SO brachen denn die Israeliten von Ramses nach Sukkoth zu auf, ungefähr 600 000 Mann zu Fuß, die Männer allein, ungerechnet die Weiber und Kinder. 1855#2. Mose,12,38#38. Auch viel zusammengelaufenes Volk zog mit ihnen, dazu Kleinvieh und Rinder, eine gewaltige Menge Vieh. 1856#2. Mose,12,39#39. Aus dem Teig aber, den sie aus Ägypten mitgenommen hatten, buken sie (unterwegs) ungesäuerte Brotkuchen; denn er war ungesäuert, weil man sie aus Ägypten vertrieben und ihnen keine Zeit gelassen hatte; daher hatten sie auch für keine Wegzehrung sorgen können. 1857#2. Mose,12,40#40. Die Zeit aber, während welcher die Israeliten in Ägypten gewohnt hatten, betrug 430 Jahre; 1858#2. Mose,12,41#41. und nach Ablauf dieser 430 Jahre, und zwar an eben jenem Tage-1-, zogen alle Heerscharen des HErrn aus dem Land Ägypten weg. -1) das bed. wohl: 430 Jahre, genau auf den Tag gerechnet. 1859#2. Mose,12,42#42. Eine Nacht des Wachens-1- für den HErrn war das, damit er sie aus Ägypten wegführe; eben diese Nacht ist dem HErrn geweiht als ein von allen Israeliten für alle ihre künftigen Geschlechter zu beobachtendes Wachen. -1) = eine durchwachte Nacht. 1860#2. Mose,12,43#43. DA sagte der HErr zu Mose und Aaron: «Dies ist die Verordnung für das Passah: Kein Fremder darf davon essen-1-; -1) o: mitessen. 1861#2. Mose,12,44#44. aber jeder für Geld gekaufte Knecht-1- darf davon essen, sobald er beschnitten worden ist. -1) = Sklave. 1862#2. Mose,12,45#45. Ein Beisasse oder Lohnarbeiter dürfen nicht davon essen. 1863#2. Mose,12,46#46. In einem und demselben Hause muß es gegessen werden; man darf nichts von dem Fleisch aus dem Hause hinausbringen, und keinen Knochen dürft ihr an ihm zerbrechen-a-. -a) vgl. Joh. 19,36. 1864#2. Mose,12,47#47. Die ganze Gemeinde der Israeliten soll es feiern; 1865#2. Mose,12,48#48. und wenn ein Fremder sich unter euch aufhält und das Passah zu Ehren des HErrn feiern will, so müssen zuvor alle männlichen Personen seiner Familie beschnitten werden: alsdann darf er an der Feier teilnehmen und soll den Einheimischen des Landes gleichgeachtet sein; aber kein Unbeschnittener darf davon essen. 1866#2. Mose,12,49#49. Ein und dasselbe Gesetz soll für den Einheimischen und für den Fremden gelten, der in eurer Mitte weilt!» 1867#2. Mose,12,50#50. Da taten alle Israeliten so; wie der HErr dem Mose und Aaron geboten hatte, genau so taten sie. - 1868#2. Mose,12,51#51. An eben diesem Tage, an welchem der HErr die Israeliten aus Ägypten nach ihren Heerscharen-1- hinwegführte, -1) = geordnet. 1869#2. Mose,13,1#1. gebot der HErr dem Mose folgendes: 1870#2. Mose,13,2#2. «Heilige-1- mir alles Erstgeborene, alles, was bei den Israeliten zuerst aus dem Mutterschoß ans Tageslicht hervortritt, von Menschen wie vom Vieh: es gehört mir!» -1) o: weihe. 1871#2. Mose,13,3#3. HIERAUF sagte Mose zum Volk: «Gedenkt des heutigen Tages, an dem ihr aus Ägypten weggezogen seid, aus dem Hause der Knechtschaft! denn mit starker Hand hat der HErr euch von dort weggeführt; daher darf nichts Gesäuertes gegessen werden! 1872#2. Mose,13,4#4. Heute zieht ihr aus im Monat Abib-1-. -1) d.h. im Ährenmonat. 1873#2. Mose,13,5#5. Wenn dich nun der HErr in das Land der Kanaanäer, Hethiter, Amoriter, Hewiter und Jebusiter gebracht hat, dessen Verleihung er deinen Vätern einst zugeschworen hat, ein Land, das von Milch und Honig überfließt, so sollst du diesen heiligen Brauch in diesem Monat beobachten: 1874#2. Mose,13,6#6. Sieben Tage lang sollst du ungesäuertes Brot essen, und am siebten Tage findet ein Fest zu Ehren des HErrn statt! 1875#2. Mose,13,7#7. Während der sieben Tage soll ungesäuertes Brot gegessen werden, und nichts Gesäuertes und kein Sauerteig darf in deinem ganzen Gebiet zu finden sein! 1876#2. Mose,13,8#8. Deinen Kindern aber sollst du an diesem Tage folgendes kundtun: ,(Diesen Brauch beobachte ich) zur Erinnerung an das, was der HErr an mir-1- getan hat, als ich aus Ägypten auszog.' -1) o: für mich. 1877#2. Mose,13,9#9. Und (dieser Brauch) soll dir gleichsam ein Denkzeichen an deiner Hand und ein Erinnerungsmal auf deiner Stirn sein, damit das Gesetz des HErrn in deinem Munde lebendig bleibt; denn mit starker Hand hat der HErr dich aus Ägypten weggeführt. 1878#2. Mose,13,10#10. Darum sollst du diese Satzung zur bestimmten Zeit Jahr für Jahr beobachten!» 1879#2. Mose,13,11#11. «WENN der HErr dich dann, wie er es dir und deinen Vätern zugeschworen hat, in das Land der Kanaanäer gebracht und es dir zum Besitz gegeben hat, 1880#2. Mose,13,12#12. so sollst du dem HErrn alles weihen, was zuerst aus dem Mutterschoß ans Tageslicht hervortritt! auch jeder erste Wurf des Viehs, der dir zuteil wird-1-, soweit er männlich ist, gehört dem HErrn. -1) o: das du besitzest. 1881#2. Mose,13,13#13. Jedes erstgeborene Eselfüllen aber sollst du mit einem Stück Kleinvieh-1- loskaufen; oder, wenn du es nicht loskaufen willst, so brich ihm das Genick! Weiter sollst du jede Erstgeburt vom Menschen bei deinen Söhnen loskaufen! -1) o: einem Lamm. 1882#2. Mose,13,14#14. Wenn dann dein Sohn künftig die Frage an dich richtet: ,Was bedeutet dieser Brauch?' so antworte ihm: ,Mit starker Hand hat der HErr uns aus Ägypten, aus dem Hause der Knechtschaft, weggeführt. 1883#2. Mose,13,15#15. Denn weil der Pharao sich hartnäckig dagegen sträubte, uns ziehen zu lassen, hat der HErr alle Erstgeburt in Ägypten sterben lassen, von den Erstgeborenen der Menschen an bis zur Erstgeburt des Viehs; darum opfere ich dem HErrn alle männlichen Erstgeburten, aber jeden Erstgeborenen meiner Söhne kaufe ich los.' 1884#2. Mose,13,16#16. Und dieser Brauch soll dir gleichsam ein Denkzeichen an deiner Hand und ein Erinnerungsmal auf deiner Stirn sein; denn mit starker Hand hat der HErr uns aus Ägypten weggeführt!» 1885#2. Mose,13,17#17. ALS nun der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte Gott sie nicht in der Richtung nach dem Lande der Philister, obgleich dies der nächste Weg gewesen wäre; denn Gott dachte: Das Volk könnte es sich gereuen lassen, wenn es Krieg in Aussicht hätte, und möchte wieder nach Ägypten zurückkehren. 1886#2. Mose,13,18#18. Darum ließ Gott das Volk sich seitwärts in der Richtung nach der Wüste, gegen das Schilfmeer hin, wenden, und kampfgerüstet zogen die Israeliten aus Ägypten ab. 1887#2. Mose,13,19#19. Mose nahm aber die Gebeine Josephs mit; denn dieser hatte die Israeliten feierlich schwören lassen und gebeten-a-: «Wenn Gott sich einst an euch gnädig erweist, dann nehmt meine Gebeine von hier mit euch!» -a) vgl. 1.Mo. 50,25. 1888#2. Mose,13,20#20. So brachen sie denn von Sukkoth auf und lagerten in Etham am Rande der Wüste. 1889#2. Mose,13,21#21. Der HErr aber zog vor ihnen her, bei Tage in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht wandern könnten: 1890#2. Mose,13,22#22. nicht wich die Wolkensäule bei Tage und nicht die Feuersäule nachts von der Spitze des Zuges. 1891#2. Mose,14,1#1. DA gebot der HErr dem Mose folgendes: 1892#2. Mose,14,2#2. «Befiehl den Israeliten umzukehren und östlich von Pi-Hahiroth zwischen Migdol und dem Meer zu lagern! Gerade gegenüber von Baal-Zephon sollt ihr am Meer lagern! 1893#2. Mose,14,3#3. Dann wird der Pharao von den Israeliten denken: ,Ratlos irren sie im Lande umher, die Wüste hält sie umschlossen!' 1894#2. Mose,14,4#4. Dann will ich das Herz des Pharaos verhärten, daß er sie verfolgt, damit ich mich am Pharao und an seiner ganzen Heeresmacht verherrliche und damit die Ägypter erkennen, daß ich der HErr bin.» Und sie taten so. 1895#2. Mose,14,5#5. ALS nun dem König von Ägypten gemeldet wurde, daß das Volk entwichen sei, trat bei ihm und seinen Dienern eine Sinnesänderung dem Volk gegenüber ein, und sie sagten: «Was haben wir da getan, daß wir die Israeliten aus unserm Dienst entlassen haben!» 1896#2. Mose,14,6#6. So ließ er denn seinen Streitwagen anschirren und nahm sein Kriegsvolk mit sich; 1897#2. Mose,14,7#7. sechshundert auserlesene Kriegswagen nahm er mit und was sonst an Kriegswagen in Ägypten vorhanden war, und die besten Kämpfer auf einem jeden von ihnen. 1898#2. Mose,14,8#8. Denn der HErr hatte das Herz des Pharaos, des Königs von Ägypten, verhärtet, so daß er die Israeliten verfolgte, obgleich diese mit hocherhobener Hand-1- ausgezogen waren. -1) d.h. kampfbereit. - aD: unter dem Schutz einer mächtigen Hand. 1899#2. Mose,14,9#9. So setzten denn die Ägypter ihnen nach und holten sie ein, als sie sich eben am Meer gelagert hatten, alle Rosse und Wagen des Pharaos, seine Reiter und überhaupt seine Heeresmacht, bei Pi-Hahiroth, Baal-Zephon gegenüber. 1900#2. Mose,14,10#10. ALS nun der Pharao nahe herangekommen war und die Israeliten hinschauten und die Ägypter erblickten, die hinter ihnen herzogen, da gerieten die Israeliten in große Angst und schrieen zum HErrn 1901#2. Mose,14,11#11. und sagten zu Mose: «Hast du uns etwa deshalb, weil es in Ägypten keine Gräber gab, mitgenommen, damit wir in der Wüste sterben? Was hast du uns da angetan, daß du uns aus Ägypten weggeführt hast! 1902#2. Mose,14,12#12. Haben wir dir nicht schon in Ägypten aufs bestimmteste erklärt: ,Laß uns in Ruhe: wir wollen den Ägyptern dienen!' denn besser wäre es für uns, den Ägyptern zu dienen, als hier in der Wüste zu sterben!» 1903#2. Mose,14,13#13. Da entgegnete Mose dem Volk: «Fürchtet euch nicht! Haltet nur stand, so werdet ihr sehen, welche Rettung euch der HErr heute noch schaffen wird! denn so, wie ihr die Ägypter heute seht, werdet ihr sie in alle Ewigkeit nicht wieder sehen. 1904#2. Mose,14,14#14. Der HErr wird für euch streiten, verhaltet ihr euch nur ruhig!» 1905#2. Mose,14,15#15. Da sagte der HErr zu Mose: «Was schreist du zu mir? Befiehl den Israeliten aufzubrechen. 1906#2. Mose,14,16#16. Du aber hebe deinen Stab empor, strecke deine Hand über das Meer aus und spalte es, damit die Israeliten mitten durch das Meer hindurch auf trockenem Boden ziehen können. 1907#2. Mose,14,17#17. Ich aber will dann das Herz der Ägypter verhärten, daß sie hinter ihnen herziehen, und will mich am Pharao und an seiner ganzen Heeresmacht, an seinen Wagen und Reitern, verherrlichen; 1908#2. Mose,14,18#18. und die Ägypter sollen erkennen, daß ich der HErr bin, wenn ich mich am Pharao, an seinen Wagen und Reitern verherrlicht habe.» 1909#2. Mose,14,19#19. Da änderte der Engel Gottes, der (bisher) vor dem Heer der Israeliten hergezogen war, seine Stellung und trat hinter sie; infolgedessen ging auch die Wolkensäule vorn vor ihnen weg und trat hinter sie, 1910#2. Mose,14,20#20. so daß sie zwischen das Heer der Ägypter und das Heer der Israeliten zu stehen kam; und sie zeigte sich dort als Wolke und Finsternis, während sie hier die Nacht erleuchtete; so gerieten beide Heere die ganze Nacht hindurch nicht feindlich aneinander. 1911#2. Mose,14,21#21. ALS dann Mose seine Hand über das Meer ausstreckte, drängte der HErr das Meer durch einen starken Ostwind die ganze Nacht hindurch zurück und legte den Meeresboden trocken, und die Wasser spalteten sich. 1912#2. Mose,14,22#22. So gingen denn die Israeliten trocknen Fußes mitten durch das Meer, während die Wasser ihnen wie eine Wand zur Rechten und zur Linken standen. 1913#2. Mose,14,23#23. Die Ägypter aber eilten ihnen nach und zogen hinter ihnen her, alle Rosse des Pharaos, seine Wagen und seine Reiter, mitten ins Meer hinein. 1914#2. Mose,14,24#24. Zur Zeit der Morgenwache aber schaute der HErr in der Feuer- und Wolkensäule hin auf das Heer der Ägypter und brachte ihren Zug in Verwirrung; 1915#2. Mose,14,25#25. er ließ die Räder ihrer Wagen abspringen und machte, daß sie nur mühsam vorwärts kamen. Da riefen die Ägypter: «Laßt uns vor den Israeliten fliehen, denn der HErr streitet für sie gegen die Ägypter!» 1916#2. Mose,14,26#26. Da gebot der HErr dem Mose: «Strecke deine Hand über das Meer aus: damit die Wasser auf die Ägypter, auf ihre Wagen und ihre Reiter, zurückströmen!» 1917#2. Mose,14,27#27. So streckte denn Mose seine Hand über das Meer aus, da kehrte das Meer bei Tagesanbruch in sein altes Bett zurück, während die Ägypter ihm gerade entgegen flohen; und der HErr stürzte die Ägypter mitten ins Meer hinein. 1918#2. Mose,14,28#28. Denn als die Wasser zurückgeströmt waren, bedeckten sie die Wagen und die Reiter der ganzen Heeresmacht des Pharaos, die hinter ihnen her ins Meer gezogen waren, so daß auch nicht einer von ihnen am Leben blieb. 1919#2. Mose,14,29#29. Die Israeliten aber waren trocknen Fußes mitten durch das Meer gezogen, während die Wasser ihnen wie eine Wand zur Rechten und zur Linken standen. 1920#2. Mose,14,30#30. So rettete der HErr die Israeliten an diesem Tage aus der Hand der Ägypter, und Israel sah die Ägypter tot am Meeresufer liegen. 1921#2. Mose,14,31#31. Als die Israeliten aber die große Wundertat sahen, die der HErr an den Ägyptern vollbracht hatte, da fürchtete das Volk den HErrn, und sie glaubten an den HErrn und an seinen Knecht Mose. 1922#2. Mose,15,1#1. DAMALS sangen Mose und die Israeliten zum Preise des HErrn folgendes Lied: Singen will ich dem HErrn, denn hocherhaben ist er; / Rosse und Reiter hat er ins Meer gestürzt. 1923#2. Mose,15,2#2. Meine Stärke und mein Lobgesang ist der HErr, / der mir Rettung geschafft hat; / er ist mein Gott: ihn will ich preisen, / meiner Väter Gott: ihn will ich erheben! / 1924#2. Mose,15,3#3. Der HErr ist ein Kriegsheld, HErr ist sein Name. / 1925#2. Mose,15,4#4. Die Wagen des Pharaos und seine Macht hat er ins Meer gestürzt, / seine auserlesenen Krieger sind im Schilfmeer versunken. / 1926#2. Mose,15,5#5. Die Fluten haben sie bedeckt, / wie Steine sind sie in die Tiefen gefahren. 1927#2. Mose,15,6#6. Deine Rechte, o HErr, ist herrlich durch Kraft; / deine Rechte, o HErr, zerschmettert den Feind. / 1928#2. Mose,15,7#7. Durch die Fülle deiner Hoheit vernichtest du deine Gegner; / du läßt deine Zornglut ausgehn: die verzehrt sie wie Spreu. / 1929#2. Mose,15,8#8. Durch den Hauch deiner Nase-1- türmten die Wasser sich hoch, / wie ein Wall standen die Fluten aufrecht, / die Wogen erstarrten mitten im Meer. / -1) o: «beim Schnauben deines Zorns». 1930#2. Mose,15,9#9. Da dachte der Feind: «Ich will nachsetzen, einholen, / will Beute verteilen, meine Gier soll sich letzen an ihnen! / zücken will ich mein Schwert, meine Hand soll sie tilgen!» / 1931#2. Mose,15,10#10. Da bliesest du mit deinem Odem: - das Meer bedeckte sie; / wie Blei versanken sie in den gewaltigen Wogen. 1932#2. Mose,15,11#11. Wer ist dir gleich, HErr, unter den Göttern? / wer ist wie du so herrlich an Majestät, / furchtbar an Ruhmeswerken, ein Wundertäter? / 1933#2. Mose,15,12#12. Du hast deine Rechte ausgestreckt: da verschlang sie die Erde. / 1934#2. Mose,15,13#13. Mit deiner Huld hast du das Volk geleitet, das du erlöst hast; / mit deiner Kraft hast du es geführt zu deiner heiligen Wohnstatt. / 1935#2. Mose,15,14#14. Die Völker vernahmen's und bebten, / Angst befiel die Bewohner des Philisterlandes. / 1936#2. Mose,15,15#15. Da-1- erschraken die Fürsten von Edom, / Zittern ergriff die Häuptlinge Moabs, / die Bewohner Kanaans verzagten alle; / -1) o: damals(?). 1937#2. Mose,15,16#16. Entsetzen und Angst überfiel sie; / ob der Kraft deines Armes wurden sie starr wie ein Stein, / bis dein Volk hindurchzog, HErr, / bis das Volk hindurchzog, das du erworben. / 1938#2. Mose,15,17#17. Du brachtest sie hinein und pflanztest sie ein auf den Berg deines Eigentums, / an die Stätte, die du, HErr, zur Wohnung dir bereitet, / in das Heiligtum, Herr, das deine Hände gegründet. / 1939#2. Mose,15,18#18. Der HErr ist-1- König immer und ewig! -1) o: bleibt. 1940#2. Mose,15,19#19. Als nämlich die Rosse des Pharaos mit seinen Wagen und Reitern ins Meer gekommen waren, hatte der HErr die Fluten des Meeres über sie zurückströmen lassen, während die Israeliten trocknen Fußes mitten durchs Meer gezogen waren. 1941#2. Mose,15,20#20. DARAUF nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Handpauke zur Hand, und alle Frauen zogen mit Handpauken und im Reigenschritt tanzend hinter ihr her. 1942#2. Mose,15,21#21. Und Mirjam sang den Männern als Antwort zu: Singet dem HErrn! denn hocherhaben ist er; / Rosse und Reiter hat er ins Meer gestürzt! 1943#2. Mose,15,22#22. HIERAUF ließ Mose die Israeliten vom Schilfmeer aufbrechen, und sie zogen weiter in die Wüste Sur hinein; drei Tage lang wanderten sie in der Wüste, ohne Wasser zu finden. 1944#2. Mose,15,23#23. Als sie dann nach Mara kamen, konnten sie das Wasser dort nicht trinken, weil es bitter war; daher hieß der Ort Mara-1-. -1) d.h. Bitterkeit. 1945#2. Mose,15,24#24. Da murrte das Volk gegen Mose und sagte: «Was sollen wir trinken?» 1946#2. Mose,15,25#25. Da flehte er laut zum HErrn, und der HErr zeigte ihm ein Holz; als Mose dieses in das Wasser geworfen hatte, wurde das Wasser süß. Dort gab er-1- dem Volk Gesetze und Verordnungen und stellte es dort auf die Probe, -1) d.h. der HErr. 1947#2. Mose,15,26#26. indem er sagte: «Wenn du auf die Weisungen des HErrn, deines Gottes, willig hörst und das tust, was ihm wohlgefällt, wenn du seinen Befehlen gehorchst und alle seine Gebote beobachtest, so will ich von allen Heimsuchungen, die ich über die Ägypter verhängt habe, keine über dich kommen lassen; denn ich, der HErr, bin dein Arzt-1-.» -1) = der dich heilt. 1948#2. Mose,15,27#27. Hierauf kamen sie nach Elim; dort waren zwölf Wasserquellen und siebzig Palmbäume; und sie lagerten dort am Wasser. 1949#2. Mose,16,1#1. DANN brachen sie von Elim auf, und die ganze Gemeinde der Israeliten gelangte in die Wüste Sin, die zwischen Elim und dem Sinai liegt, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats nach ihrem Auszug aus dem Lande Ägypten. 1950#2. Mose,16,2#2. DA murrte die ganze Gemeinde der Israeliten gegen Mose und Aaron in-1- der Wüste; -1) o: wegen. 1951#2. Mose,16,3#3. und die Israeliten sagten zu ihnen: «Wären wir doch durch die Hand des HErrn in Ägypten gestorben, als wir bei den Fleischtöpfen saßen und reichlich Brot zu essen hatten! Jetzt habt ihr uns in diese Wüste hinausgeführt, um diese ganze Volksgemeinde Hungers sterben zu lassen!» 1952#2. Mose,16,4#4. Da sagte der HErr zu Mose: «Gut! ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen; das Volk braucht dann nur hinauszugehen und sich seinen täglichen Bedarf Tag für Tag zu sammeln; damit will ich es auf die Probe stellen, ob es nach meinen Weisungen wandeln will oder nicht. 1953#2. Mose,16,5#5. Wenn sie aber am sechsten Tage das, was sie heimgebracht haben, zubereiten, so wird es das Doppelte von dem sein, was sie sonst tagtäglich gesammelt haben.» 1954#2. Mose,16,6#6. Da sagten Mose und Aaron zu allen Israeliten: «Heute abend werdet ihr erkennen, daß der HErr es gewesen ist, der euch aus Ägypten weggeführt hat; 1955#2. Mose,16,7#7. und morgen früh, da werdet ihr die Herrlichkeit des HErrn zu sehen bekommen! denn er hat gehört, wie ihr gegen ihn gemurrt habt; wir dagegen - was sind wir, daß ihr gegen uns murren könntet?» 1956#2. Mose,16,8#8. Dann fuhr Mose fort: «Ja, daran werdet ihr (die Herrlichkeit des HErrn) erkennen, daß der HErr euch heute abend Fleisch zu essen gibt und morgen früh Brot zum Sattwerden, weil der HErr gehört hat, wie ihr gegen ihn laut gemurrt habt. Denn was sind wir? Euer Murren ist nicht gegen uns gerichtet, sondern gegen den HErrn.» 1957#2. Mose,16,9#9. Hierauf sagte Mose zu Aaron: «Befiehl der ganzen Gemeinde der Israeliten: ,Tretet heran vor den HErrn! denn er hat euer Murren gehört.'» 1958#2. Mose,16,10#10. Als dann Aaron dies der ganzen Gemeinde der Israeliten mitgeteilt hatte und sie sich nach der Wüste hin gewandt hatten, da erschien plötzlich die Herrlichkeit des HErrn in der Wolke. 1959#2. Mose,16,11#11. Darauf sagte der HErr zu Mose: 1960#2. Mose,16,12#12. «Ich habe das Murren der Israeliten gehört; mache ihnen folgendes bekannt: ,Gegen Abend-1- sollt ihr Fleisch zu essen bekommen und morgen früh euch an Brot satt essen und sollt erkennen, daß ich, der HErr, euer Gott bin.'» -1) gen: zwischen den beiden Abenden, vgl. 2.Mo. 12,6. 1961#2. Mose,16,13#13. Und wirklich: am Abend kamen Wachteln herangezogen und bedeckten das Lager; und am anderen Morgen lag eine Tauschicht rings um das Lager her; 1962#2. Mose,16,14#14. und als die Tauschicht vergangen war, da lag überall auf der Wüstenfläche etwas Feines, Körniges, fein wie der Reif auf der Erde. 1963#2. Mose,16,15#15. Als das die Israeliten sahen, fragten sie einer den andern: «Was ist das?»-1- denn sie wußten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: «Dies ist das Brot, das der HErr euch zum Essen gegeben hat.» -1) hebr: «-+man hu-»; daher der Name «Manna». 1964#2. Mose,16,16#16. «FOLGENDES ist es, was der HErr euch gebietet: ,Sammelt euch davon, jeder soviel er für sich zum Essen nötig hat, je einen Gomer-a- für den Kopf; nach der Zahl der Seelen-1-, die jeder in seinem Zelt hat, sollt ihr euch holen.'» -1) = Personen.   a) vgl. V. 36. 1965#2. Mose,16,17#17. Da taten die Israeliten so und sammelten, der eine viel, der andere wenig; 1966#2. Mose,16,18#18. als sie es dann aber mit dem Gomer maßen, da hatte der, welcher viel gesammelt hatte, keinen Überschuß, und wer wenig gesammelt hatte, dem mangelte nichts: jeder hatte so viel gesammelt, als er zu seiner Nahrung bedurfte. 1967#2. Mose,16,19#19. Hierauf befahl ihnen Mose: «Niemand hebe etwas davon bis zum anderen Morgen auf!» 1968#2. Mose,16,20#20. Aber sie hörten nicht auf Mose, sondern manche hoben etwas davon bis zum anderen Morgen auf; aber da waren Würmer darin gewachsen, und es roch übel; Mose aber wurde zornig über sie. 1969#2. Mose,16,21#21. So sammelten sie es denn alle Morgen, ein jeder nach seinem Bedarf; sobald aber die Sonne heiß schien, zerschmolz es. 1970#2. Mose,16,22#22. Am sechsten Tage aber hatten sie doppelt so viel Brot gesammelt, zwei Gomer für jede Person. Da kamen alle Vorsteher der Gemeinde und berichteten es dem Mose. 1971#2. Mose,16,23#23. Dieser antwortete ihnen: «Folgendes ist es, was der HErr geboten hat: ,Ein Ruhetag, ein dem HErrn heiliger Feiertag-1- ist morgen-2-!' Was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; alles aber, was übrig bleibt, legt beiseite und hebt es euch für morgen auf!» -1) Sabbat.   2) o: soll morgen sein. 1972#2. Mose,16,24#24. Da hoben sie es bis zum folgenden Morgen auf, wie Mose angeordnet hatte, und diesmal wurde es nicht übelriechend, und auch kein Wurm war darin. 1973#2. Mose,16,25#25. Da sagte Mose: «Eßt es heute! denn heute ist Sabbatfeier für den HErrn: heute werdet ihr auf dem Felde nichts finden. 1974#2. Mose,16,26#26. Sechs Tage sollt ihr es sammeln; aber am siebten Tage ist Sabbat-1-, an diesem gibt es keins.» -1) = Ruhetag. 1975#2. Mose,16,27#27. Als trotzdem am siebten Tage einige vom Volk hinausgingen, um zu sammeln, fanden sie nichts. 1976#2. Mose,16,28#28. Da sagte der HErr zu Mose: «Wie lange wollt ihr euch noch weigern, meine Gebote und Weisungen zu befolgen? 1977#2. Mose,16,29#29. Seht doch! weil der HErr euch den Sabbat eingesetzt hat, darum gibt er euch am sechsten Tage Brot für zwei Tage. Bleibt also alle daheim: niemand verlasse am siebten Tage seine Wohnung!» 1978#2. Mose,16,30#30. So ruhte denn das Volk am siebten Tage. 1979#2. Mose,16,31#31. DIE Israeliten nannten es aber Manna; es sah weißlich aus wie Koriandersamen und schmeckte wie Honigkuchen. 1980#2. Mose,16,32#32. Hierauf sagte Mose: «Folgendes hat der HErr geboten: ,Ein Gomer voll soll davon für eure künftigen Geschlechter aufbewahrt werden, damit sie das Brot sehen, mit dem ich euch in der Wüste gespeist habe, als ich euch aus dem Lande Ägypten wegführte.'» 1981#2. Mose,16,33#33. Da befahl Mose dem Aaron: «Nimm einen Krug, tu einen Gomer Manna hinein und stelle ihn hin vor den HErrn zur Aufbewahrung für eure künftigen Geschlechter!» 1982#2. Mose,16,34#34. Nach dem Befehl, den der HErr dem Mose gegeben hatte, stellte Aaron (den Krug später) vor die Gesetzestafeln in der Bundeslade zur Aufbewahrung. 1983#2. Mose,16,35#35. Die Israeliten haben aber das Manna vierzig Jahre lang gegessen, bis sie in bewohntes Land kamen; sie haben das Manna gegessen, bis sie an die Grenze des Landes Kanaan kamen-a-. -a) vgl. Jos. 5,12. 1984#2. Mose,16,36#36. Ein Gomer-1- aber ist der zehnte Teil eines Epha. -1) ein Gomer (Omer) = 1/10 Epha = 3,63 Liter. 1985#2. Mose,17,1#1. HIERAUF zog die ganze Gemeinde der Israeliten nach dem Befehl des HErrn aus der Wüste Sin weiter, einen Tagemarsch nach dem andern, und lagerte in Rephidim, wo es aber kein Trinkwasser für das Volk gab. 1986#2. Mose,17,2#2. Da haderte das Volk mit Mose und rief: «Gebt uns Wasser zum Trinken!» Aber Mose antwortete ihnen: «Was hadert ihr mit mir? Was versucht ihr den HErrn?» 1987#2. Mose,17,3#3. Weil aber das Volk dort infolge des Wassermangels Durst litt, murrte es gegen Mose und sagte: «Warum hast du uns nur aus Ägypten hergeführt? etwa um mich und meine Kinder und mein Vieh hier verdursten zu lassen?» 1988#2. Mose,17,4#4. Da betete Mose laut zum HErrn mit den Worten: «Was soll ich mit diesem Volk machen? Es fehlt nicht viel, so steinigen sie mich!» 1989#2. Mose,17,5#5. Da antwortete der HErr dem Mose: «Tritt an die Spitze des Volkes und nimm einige von den Ältesten der Israeliten mit dir! Auch deinen Stab, mit dem du den Nil geschlagen hast, nimm in die Hand und gehe! 1990#2. Mose,17,6#6. Dann will ich dort vor dich auf den Felsen am Horeb treten, und wenn du dann an den Felsen geschlagen hast, wird Wasser aus ihm hervorfließen, so daß das Volk zu trinken hat.» Mose tat so vor den Augen der Ältesten Israels. 1991#2. Mose,17,7#7. Darauf nannte er den Ort Massa-1- und Meriba-2-, weil die Israeliten dort gehadert und den HErrn geprüft-3- hatten, indem sie sagten: «Ist der HErr in unserer Mitte oder nicht?» -1) = Prüfung, Versuchung.  2) = Hader.  3) o: versucht. 1992#2. Mose,17,8#8. ALS darauf die Amalekiter heranrückten, um mit den Israeliten bei Rephidim zu kämpfen, 1993#2. Mose,17,9#9. befahl Mose dem Josua: «Wähle uns-1- Männer aus und ziehe zum Kampf mit den Amalekitern aus! Morgen will ich mich mit dem Gottesstabe in der Hand auf die Spitze des Hügels stellen.» -1) o: dir. 1994#2. Mose,17,10#10. Josua tat, wie Mose ihm befohlen hatte, (und zog aus,) um mit den Amalekitern zu kämpfen, während Mose, Aaron und Hur auf die Spitze des Hügels stiegen. 1995#2. Mose,17,11#11. Solange nun Mose seinen Arm hochhielt, hatten die Israeliten die Oberhand; sobald er aber seinen Arm ruhen-1- ließ, waren die Amalekiter siegreich. -1) = sinken. 1996#2. Mose,17,12#12. Als nun schließlich die Arme Mose's erlahmten, nahmen sie einen Stein und legten den unter ihn, und er setzte sich darauf; dann stützen Aaron und Hur seine Arme, der eine auf dieser, der andere auf jener Seite; so blieben seine Arme fest bis zum Sonnenuntergang, 1997#2. Mose,17,13#13. so daß Josua die Amalekiter und ihr Kriegsvolk mit der Schärfe des Schwertes niederhieb. 1998#2. Mose,17,14#14. Da sagte der HErr zu Mose: «Schreibe dies zu dauernder Erinnerung in ein Buch und schärfe es dem Josua ein, daß ich das Andenken an die Amalekiter unter dem Himmel ganz und gar austilgen werde!» 1999#2. Mose,17,15#15. Darauf baute Mose einen Altar und nannte ihn ,der HErr ist mein Banner-1-'; -1) o: Panier. 2000#2. Mose,17,16#16. «denn», sagte er, «die Hand an das Banner-1- des HErrn! Krieg führt der HErr mit den Amalekitern von Geschlecht zu Geschlecht!» -1) o: Panier. 2001#2. Mose,18,1#1. JETHRO aber, der Priester der Midianiter, der Schwiegervater Mose's, hatte alles erfahren, was Gott an Mose und an seinem Volke Israel getan hatte, daß der HErr nämlich die Israeliten aus Ägypten weggeführt hatte. 2002#2. Mose,18,2#2. Da nahm Jethro, der Schwiegervater Mose's, Zippora, Mose's Frau, die dieser zurückgesandt hatte, 2003#2. Mose,18,3#3. samt ihren beiden Söhnen, von denen der eine Gersom hieß, weil Mose gesagt hatte: «Ein Gast bin ich in einem fremden Lande geworden»-a-, -a) vgl. 2.Mo. 2,22. 2004#2. Mose,18,4#4. während der andere Elieser-1- hieß, denn «der Gott meines Vaters ist meine Hilfe gewesen und hat mich vor dem Schwert des Pharaos errettet»; - -1) = Gotthilf. 2005#2. Mose,18,5#5. Jethro also, der Schwiegervater Mose's, kam mit den Söhnen Mose's und dessen Frau zu Mose in die Wüste, wo jener sich am Berge Gottes gelagert hatte, 2006#2. Mose,18,6#6. und ließ dem Mose sagen: «Ich, dein Schwiegervater Jethro, komme zu dir mit deiner Frau und ihren beiden Söhnen, die bei ihr sind.» 2007#2. Mose,18,7#7. Da ging Mose seinem Schwiegervater entgegen, verneigte sich vor ihm und (jener) küßte ihn; nachdem sie dann einander begrüßt hatten, traten sie in das Zelt ein. 2008#2. Mose,18,8#8. Hierauf erzählte Mose seinem Schwiegervater alles, was der HErr am Pharao und an den Ägyptern um der Israeliten willen getan hatte, und alle die Leiden, die ihnen unterwegs zugestoßen waren, und wie der HErr sie errettet hatte. 2009#2. Mose,18,9#9. Da freute sich Jethro über alles Gute, das der HErr den Israeliten erwiesen hatte, indem er sie aus der Gewalt der Ägypter errettete. 2010#2. Mose,18,10#10. Und Jethro rief aus: «Gepriesen sei der HErr, der euch aus der Gewalt der Ägypter und aus der Gewalt des Pharaos errettet und der das Volk aus der Gewaltherrschaft der Ägypter befreit hat! 2011#2. Mose,18,11#11. Nun erkenne ich, daß der HErr größer ist als alle Götter; er hat es bewiesen, als (jene) sich übermütig gegen sie benahmen-1-.» -1) aÜs. der unklaren Stelle: «denn was sie ausgekocht hatten, ist über sie selbst gekommen». 2012#2. Mose,18,12#12. Darauf ließ Jethro, Mose's Schwiegervater, Tiere zu einem Brand- und Schlachtopfer für Gott herbeibringen, und Aaron nebst allen Ältesten der Israeliten kamen herbei, um mit dem Schwiegervater Mose's das Opfermahl vor Gott zu halten. 2013#2. Mose,18,13#13. AM folgenden Tage aber hielt Mose eine Gerichtssitzung ab, um dem Volke Recht zu sprechen; und das Volk stand vor Mose vom Morgen bis zum Abend. 2014#2. Mose,18,14#14. Als nun der Schwiegervater Mose's sah, was er alles mit dem Volk zu tun hatte, sagte er: «Was machst du dir da mit dem Volk so viel zu schaffen? Warum sitzest du allein zu Gericht, während das ganze Volk vom Morgen bis zum Abend vor dir steht?» 2015#2. Mose,18,15#15. Mose antwortete seinem Schwiegervater: «Ja, das Volk kommt zu mir, um Gott zu befragen; 2016#2. Mose,18,16#16. so oft sie einen Rechtshandel haben, kommen sie zu mir, damit ich Schiedsrichter zwischen den Parteien sei und ihnen Gottes Rechtssprüche und Entscheidungen kundtue.» 2017#2. Mose,18,17#17. Da sagte sein Schwiegervater zu ihm: «Dein Verfahren ist nicht zweckmäßig; 2018#2. Mose,18,18#18. dabei mußt du selbst und ebenso auch diese Leute, die bei dir stehen, ganz erschöpft werden; denn die Sache ist zu schwer für dich, und du allein kannst sie nicht durchführen. 2019#2. Mose,18,19#19. Nun höre mich an: ich will dir einen Rat geben, und Gott möge mit dir sein! Sei du der Vertreter des Volkes Gott gegenüber und bringe du ihre Anliegen vor Gott! 2020#2. Mose,18,20#20. Mache ihnen daneben die Rechtssprüche und Entscheidungen klar und gib ihnen den Weg an, den sie innezuhalten haben, und das Verfahren, das sie beobachten müssen. 2021#2. Mose,18,21#21. Zugleich sieh dich aber unter dem ganzen Volke nach tüchtigen, gottesfürchtigen und zuverlässigen Männern um, die keiner Bestechung zugänglich sind, und setze diese als Obmänner über sie, die einen über tausend, andere über hundert, andere über fünfzig und andere über zehn, 2022#2. Mose,18,22#22. damit sie dem Volke jederzeit Recht sprechen, und zwar so, daß sie alle wichtigen Sachen vor dich bringen, alle geringfügigen Sachen aber selbst entscheiden! Auf diese Weise verschaffe dir Erleichterung und laß sie die Last mit dir tragen! 2023#2. Mose,18,23#23. Wenn du es so machst und Gott es dir gestattet, so wirst du dabei bestehen können, und auch alle diese Leute werden befriedigt nach Hause zurückkehren.» 2024#2. Mose,18,24#24. Mose befolgte den Rat seines Schwiegervaters und tat alles, was er ihm vorgeschlagen hatte: 2025#2. Mose,18,25#25. er wählte tüchtige Männer aus allen Israeliten aus und setzte sie zu Obmännern über das Volk ein, die einen über tausend, andere über hundert, andere über fünfzig und über zehn. 2026#2. Mose,18,26#26. Diese hatten dem Volk zu jeder Zeit Recht zu sprechen: die schwierigen Sachen legten sie dem Mose vor, aber alle geringfügigen Sachen entschieden sie selbst. 2027#2. Mose,18,27#27. Hierauf ließ Mose seinen Schwiegervater ziehen, und dieser kehrte in sein Land zurück. 2028#2. Mose,19,1#1. IM dritten Monat-1- nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, an diesem Tage-2- kamen sie in die Wüste Sinai. -1) o: am dritten Neumond.   2) o: genau auf den Tag. 2029#2. Mose,19,2#2. Sie waren nämlich von Rephidim aufgebrochen und in die Wüste Sinai gelangt und lagerten sich dort in der Wüste, und zwar dem Berg gegenüber. 2030#2. Mose,19,3#3. Als Mose dann zu Gott hinaufstieg, rief der HErr ihm vom Berge herab die Worte zu: «So sollst du zum Hause Jakobs sprechen und den Kindern Israels verkündigen: 2031#2. Mose,19,4#4. ,Ihr habt selbst gesehen, was ich an den Ägyptern getan und wie ich euch auf Adlersflügeln getragen und euch hierher zu mir gebracht habe. 2032#2. Mose,19,5#5. Und nun wenn ihr meinen Weisungen willig gehorcht und meinen Bund haltet, so sollt ihr aus-1- allen Völkern mein besonderes Eigentum sein; denn mir gehört die ganze Erde; -1) o: vor. 2033#2. Mose,19,6#6. ihr aber sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.' Das sind die Worte, die du den Israeliten verkünden sollst.» 2034#2. Mose,19,7#7. Da ging Mose hin, berief die Ältesten des Volkes und teilte ihnen alle diese Worte mit, die der HErr ihm aufgetragen hatte. 2035#2. Mose,19,8#8. Das ganze Volk aber antwortete einmütig: «Alles, was der HErr geboten hat, wollen wir tun!» Als hierauf Mose dem HErrn die Antwort des Volkes überbracht hatte, 2036#2. Mose,19,9#9. sagte der HErr zu Mose: «Ich werde diesmal in dichtem Gewölk zu dir kommen, damit das Volk es hört, wenn ich mit dir rede, und dir für immer Glauben-1- schenkt.» [Mose aber berichtete dem HErrn die Antwort des Volkes.] -1) o: Vertrauen. 2037#2. Mose,19,10#10. Dann sagte der HErr weiter zu Mose: «Gehe zum Volk und laß sie sich heute und morgen heiligen-1- und ihre Kleider waschen-2-, -1) d.h. sich von allen Verunreinigungen fernhalten (vgl. V. 15).   2) d.h. saubere Kleider anlegen. 2038#2. Mose,19,11#11. damit sie übermorgen bereit sind! denn übermorgen wird der HErr vor den Augen des ganzen Volkes auf den Berg Sinai herabfahren. 2039#2. Mose,19,12#12. Bestimme daher dem Volk ringsum eine Grenze und sage ihnen: ,Hütet euch wohl, an dem Berge emporzusteigen oder auch nur seinen Fuß zu berühren! wer den Berg berührt, der ist des Todes! 2040#2. Mose,19,13#13. Niemandes Hand darf ihn berühren, sondern ein solcher soll gesteinigt oder erschossen-1- werden: weder ein Tier noch ein Mensch darf am Leben bleiben! Erst wenn das Widderhorn geblasen wird, dürfen sie am Berge emporsteigen.'» -1) d.h. mit einem Pfeil o. Spieß durchbohrt. 2041#2. Mose,19,14#14. Darauf stieg Mose vom Berge zum Volk hinab und ließ das Volk sich heiligen, und sie wuschen ihre Kleider-a-; -a) vgl. V. 10. 2042#2. Mose,19,15#15. auch gebot er dem Volke: «Haltet euch für übermorgen bereit: keiner nahe sich bis dahin einem Weibe!» 2043#2. Mose,19,16#16. AM dritten Tage aber, als es Morgen wurde, entstand ein Donnern und Blitzen; schweres Gewölk lag auf dem Berge, und gewaltiger Posaunenschall ertönte, so daß das ganze Volk, das sich im Lager befand, zitterte. 2044#2. Mose,19,17#17. Da führte Mose das Volk aus dem Lager hinaus, Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuß des Berges auf. 2045#2. Mose,19,18#18. Der Berg Sinai aber war ganz in Rauch gehüllt, weil der HErr im Feuer auf ihn herabgefahren war; Rauch stieg von ihm auf wie der Rauch von einem Schmelzofen, und der ganze Berg erbebte stark. 2046#2. Mose,19,19#19. Und der Posaunenschall wurde immer stärker: Mose redete, und Gott antwortete ihm mit lauter Stimme-1-. -1) aÜs: im Donner. 2047#2. Mose,19,20#20. Als nun der HErr auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, hinabgefahren war, berief er Mose auf den Gipfel des Berges, und Mose stieg hinauf. 2048#2. Mose,19,21#21. Da befahl der HErr dem Mose: «Steige hinab, warne das Volk, daß sie ja nicht zum HErrn durchbrechen, um ihn zu schauen, sonst würde eine große Zahl von ihnen ums Leben kommen! 2049#2. Mose,19,22#22. Auch die Priester, die sonst dem HErrn nahen dürfen, müssen die Heiligung-1- an sich vollziehen, damit der HErr nicht gegen sie losfährt.» -1) o: eine Reinigung. 2050#2. Mose,19,23#23. Da erwiderte Mose dem HErrn: «Das Volk kann ja nicht auf den Berg Sinai hinaufsteigen; denn du selbst hast uns gewarnt und mir geboten, eine Grenze um den Berg festzusetzen und ihn für unnahbar zu erklären.» 2051#2. Mose,19,24#24. Doch der HErr antwortete ihm: «Steige hinab und komm dann mit Aaron wieder herauf! Die Priester aber und das Volk dürfen die festgesetzte Grenze nicht überschreiten, um zum HErrn hinaufzusteigen, damit er nicht gegen sie losfährt.» 2052#2. Mose,19,25#25. Da stieg Mose zum Volk hinab und kündigte es ihnen an. 2053#2. Mose,20,1#1. HIERAUF redete Gott alle diese Worte und sprach: 2054#2. Mose,20,2#2. «Ich bin der HErr, dein Gott-1-, der dich aus dem Land Ägypten hinausgeführt hat, aus dem Diensthause-2-. -1) o: Ich, der HErr, bin dein Gott.   2) o: dem Hause der Knechtschaft. 2055#2. Mose,20,3#3. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir! 2056#2. Mose,20,4#4. Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen, noch irgend ein Abbild weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf der Erde, noch von dem, was im Wasser unterhalb der Erde ist! 2057#2. Mose,20,5#5. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen-1-! denn ich, der HErr, dein Gott, bin ein eifriger-2- Gott, der die Verschuldung der Väter heimsucht an den Kindern, an den Enkeln und Urenkeln bei denen, die mich hassen, -1) o: sie nicht anbeten.   2) d.h. eifersüchtiger. 2058#2. Mose,20,6#6. der aber Gnade erweist an Tausenden von Nachkommen-1- derer, die mich lieben und meine Gebote halten. -1) o: ins tausendste Geschlecht. 2059#2. Mose,20,7#7. Du sollst den Namen des HErrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen!-1-; denn der HErr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen mißbraucht. -1) gen: mit Unwahrhaftigkeit aussprechen. 2060#2. Mose,20,8#8. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heilig hältst! 2061#2. Mose,20,9#9. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Geschäfte verrichten! 2062#2. Mose,20,10#10. Aber der siebte Tag ist ein Feiertag-1- zu Ehren des HErrn, deines Gottes: da darfst du keinerlei Geschäft verrichten, weder du selbst noch dein Sohn oder deine Tochter, weder dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch der Fremdling, der bei dir in deinen Ortschaften weilt! -1) o: Ruhetag. 2063#2. Mose,20,11#11. Denn in sechs Tagen hat der HErr den Himmel und die Erde geschaffen, das Meer und alles, was in ihnen ist; aber am siebten Tage hat er geruht; darum hat der HErr den Sabbattag gesegnet und ihn für heilig erklärt. 2064#2. Mose,20,12#12. Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst in dem Lande, das der HErr, dein Gott, dir geben wird! 2065#2. Mose,20,13#13. Du sollst nicht töten! 2066#2. Mose,20,14#14. Du sollst nicht ehebrechen! 2067#2. Mose,20,15#15. Du sollst nicht stehlen! 2068#2. Mose,20,16#16. Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen gegen deinen Nächsten! 2069#2. Mose,20,17#17. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus! Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch sein Rind, noch seinen Esel, noch irgend etwas, was deinem Nächsten gehört. 2070#2. Mose,20,18#18. ALS aber das ganze Volk die Donnerschläge und die flammenden Blitze, den Posaunenschall und den rauchenden Berg wahrnahm, da zitterten sie und blieben in der Ferne stehen 2071#2. Mose,20,19#19. und sagten zu Mose: «Rede du mit uns, dann wollen wir zuhören; Gott aber möge nicht mit uns reden, sonst müssen wir sterben!» 2072#2. Mose,20,20#20. Da antwortete Mose dem Volk: «Fürchtet euch nicht! denn Gott ist nur deshalb gekommen, um euch auf die Probe zu stellen und damit die Furcht vor ihm euch gegenwärtig bleibt, auf daß ihr nicht sündigt.» 2073#2. Mose,20,21#21. So blieb denn das Volk in der Ferne stehen; Mose aber trat an das dunkle Gewölk heran, in welchem Gott war. 2074#2. Mose,20,22#22. HIERAUF gebot der HErr dem Mose: «So sollst du zu den Israeliten sagen: ,Ihr habt selbst gesehen, daß ich vom Himmel her mit euch geredet habe. 2075#2. Mose,20,23#23. Darum sollt ihr keine anderen Götter neben mir anfertigen: Götter von Silber und Götter von Gold sollt ihr euch nicht anfertigen! 2076#2. Mose,20,24#24. Einen Altar von Erde sollst du mir herstellen und auf ihm deine Brandopfer und Heilsopfer, dein Kleinvieh und deine Rinder darbringen! An jeder Stätte, wo ich ein Gedächtnis meines Namens stiften werde-1-, will ich zu dir kommen und dich segnen. -1) d.h. die ich dazu bestimmen werde, daß man mich daselbst verehre. 2077#2. Mose,20,25#25. Willst du mir aber einen Altar von Steinen errichten, so darfst du ihn nicht von behauenen Steinen bauen! denn sobald du mit deinem Meißel über sie hingefahren bist, hast du sie entweiht. 2078#2. Mose,20,26#26. Auch darfst du nicht auf Stufen zu meinem Altar hinaufsteigen, damit deine Blöße nicht vor ihm sichtbar wird!'» 2079#2. Mose,21,1#1. «UND dies sind die Rechtssatzungen, die du ihnen vorlegen sollst»: 2080#2. Mose,21,2#2. Wenn du einen hebräischen Knecht-1- kaufst, soll er dir sechs Jahre lang dienen; aber im siebten Jahre soll er unentgeltlich freigelassen werden. -1) = Sklaven. 2081#2. Mose,21,3#3. Ist er allein-1- gekommen, so soll er auch allein-1- wieder gehen; war er aber verheiratet, so soll auch seine Frau mit ihm freigelassen werden. -1) d.h. ohne Frau. 2082#2. Mose,21,4#4. Hat ihm dagegen sein Herr eine Frau gegeben und diese ihm Söhne oder Töchter geboren, so soll die Frau samt ihren Kindern ihrem Herrn verbleiben, und er soll allein entlassen werden. 2083#2. Mose,21,5#5. Erklärt aber der Knecht ausdrücklich: «Ich habe meinen Herrn, meine Frau und meine Kinder lieb, ich will nicht freigelassen werden», 2084#2. Mose,21,6#6. so soll sein Herr ihn vor Gott-1- hintreten lassen und ihn an die Tür oder an den Türpfosten stellen: dort soll sein Herr ihm das Ohr mit einer Pfrieme durchbohren, und er soll dann zeitlebens sein Knecht bleiben. - -1) aÜs: vor die Götter = Richter (vgl. 2.Mo. 22,7.8; Ps. 82). 2085#2. Mose,21,7#7. Wenn aber jemand seine Tochter als Magd-1- verkauft, so darf sie nicht wie die Knechte freigelassen werden. -1) = Sklavin. 2086#2. Mose,21,8#8. Wenn sie ihrem Herrn, der sie für sich bestimmt hatte, mißfällt, so lasse er sie loskaufen; jedoch sie an fremde Leute zu verkaufen, dazu hat er kein Recht, weil er treulos an ihr gehandelt hat. 2087#2. Mose,21,9#9. Wenn er sie aber für seinen Sohn bestimmt, so hat er sie nach dem Recht der Töchter-1- zu behandeln. -1) = der freien Mädchen. 2088#2. Mose,21,10#10. Nimmt er sich noch eine andere, so darf er ihr doch die Fleischkost, die Kleidung und die Beiwohnung nicht verkürzen. 2089#2. Mose,21,11#11. Will er ihr aber diese drei Verpflichtungen nicht gewähren, so soll sie umsonst, ohne Entgelt, frei ausgehen. 2090#2. Mose,21,12#12. WER einen andern so schlägt, daß er stirbt, soll mit dem Tode bestraft werden. 2091#2. Mose,21,13#13. Hat er es aber nicht vorsätzlich getan, sondern hat Gott es seiner Hand widerfahren lassen, so will ich dir eine Stätte bestimmen, wohin er fliehen soll. 2092#2. Mose,21,14#14. Wenn sich aber jemand gegen einen andern so weit vergißt, daß er ihn hinterlistig ums Leben bringt, so sollst du ihn sogar von meinem Altar wegholen, damit er stirbt! - 2093#2. Mose,21,15#15. Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, soll mit dem Tode bestraft werden! 2094#2. Mose,21,16#16. Wer einen Menschen raubt, sei es, daß er ihn verkauft hat oder daß der Betreffende noch in seiner Gewalt gefunden wird, soll mit dem Tode bestraft werden.-1-* -1) in der Originalüs. ist V. 17 dem V. 16 vorangestellt. 2095#2. Mose,21,17#17. Auch wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll mit dem Tode bestraft werden! - 2096#2. Mose,21,18#18. WENN Männer in Streit geraten und einer den andern mit einem Stein oder mit der Faust so schlägt, daß er zwar nicht stirbt, aber doch bettlägerig wird, 2097#2. Mose,21,19#19. so soll, wenn er wieder aufkommt und draußen an seiner Krücke umhergehen kann, der andere, der ihn geschlagen hat, straflos bleiben; nur soll er ihm den Schaden ersetzen, der ihm aus der Arbeitsunfähigkeit erwachsen ist, und für die Heilkosten aufkommen! 2098#2. Mose,21,20#20. Wenn jemand seinen Knecht oder seine Magd mit dem Stock so schlägt, daß sie ihm unter der Hand sterben, so muß das bestraft werden; 2099#2. Mose,21,21#21. wenn jedoch der Betreffende noch einen oder zwei Tage am Leben bleibt, so soll keine Bestrafung stattfinden, denn es handelt sich um sein eigenes Geld. - 2100#2. Mose,21,22#22. Wenn Männer in Streit geraten und dabei eine schwangere Frau so stoßen, daß eine Frühgeburt eintritt, ihr sonst aber kein Schaden entsteht, so soll der Schuldige diejenige Geldbuße zahlen, die der Ehemann der Frau ihm auferlegt, und zwar-1- nach Anhörung von Schiedsrichtern. - -1) o: jedoch. 2101#2. Mose,21,23#23. Wenn aber ein bleibender Leibesschaden entsteht, so sollst du geben-1-: Leben um Leben, -1) o: so gilt. 2102#2. Mose,21,24#24. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, 2103#2. Mose,21,25#25. Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Strieme um Strieme! - 2104#2. Mose,21,26#26. Schlägt jemand seinen Knecht oder seine Magd so ins Auge, daß er es zugrunde richtet, so soll er sie zur Entschädigung für ihr Auge freilassen! 2105#2. Mose,21,27#27. und schlägt er seinem Knecht oder seiner Magd einen Zahn aus, so soll er sie zur Entschädigung für ihren Zahn freilassen! 2106#2. Mose,21,28#28. WENN ein Rind einen Mann oder eine Frau so stößt, daß der Tod eintritt, so soll das Rind gesteinigt, sein Fleisch aber nicht gegessen werden; der Eigentümer des Rindes jedoch bleibt straflos. 2107#2. Mose,21,29#29. Wenn aber das Rind schon früher stößig war und sein Eigentümer trotz erfolgter Verwarnung es nicht gehörig gehütet hatte, so soll das Rind, wenn es einen Mann oder eine Frau tötet, gesteinigt und auch sein Eigentümer mit dem Tode bestraft werden. 2108#2. Mose,21,30#30. Wenn ihm nur eine Geldbuße auferlegt wird, so soll er als Lösegeld für sein Leben so viel bezahlen, als ihm auferlegt wird. 2109#2. Mose,21,31#31. Wenn das Rind einen Knaben oder ein Mädchen stößt, so soll mit ihm nach derselben Rechtsbestimmung verfahren werden. 2110#2. Mose,21,32#32. Stößt das Rind aber einen Knecht oder eine Magd, so soll sein Eigentümer ihrem Herrn dreißig Schekel* Silber bezahlen; das Rind aber soll gesteinigt werden. 2111#2. Mose,21,33#33. LÄSST jemand eine Grube offen stehen, oder gräbt jemand eine Grube aus und deckt sie nicht zu, und es fällt ein Rind oder ein Esel hinein, 2112#2. Mose,21,34#34. so soll der Eigentümer der Grube Ersatz leisten: mit Geld soll er den Eigentümer des Tieres entschädigen; das tote Tier aber gehört dann ihm. - 2113#2. Mose,21,35#35. Wenn jemandes Rind das Rind eines andern so stößt, daß es stirbt, so sollen sie das lebende Rind verkaufen und sich in den dadurch gewonnenen Erlös teilen, und auch das tote Tier sollen sie unter sich teilen. 2114#2. Mose,21,36#36. War es jedoch bekannt, daß das Rind schon vorher stößig war, und hatte sein Eigentümer trotzdem es nicht gehörig gehütet, so soll er unweigerlich ein Rind für das Rind als Ersatz geben, das tote Tier aber soll ihm gehören. 2115#2. Mose,21,37#37. Wenn jemand ein Rind oder ein Stück Kleinvieh stiehlt und es schlachtet oder verkauft, so soll er für das eine Rind fünf Rinder und für das eine Stück Kleinvieh vier Stück erstatten. 2116#2. Mose,22,1#1. Wird ein Dieb beim Einbruch betroffen und totgeschlagen, so ist dies für den Täter nicht als Mord-1- anzusehen; -V. 1-3: Versreihenfolge in Originalüs: 3, 2b, 1, 2a. 1) o: Blutschuld. 2117#2. Mose,22,2#2. (a) wenn aber die Sonne zur Zeit der Tat über ihm schon aufgegangen war, so soll ein Mord-1- für ihn als vorliegend angenommen werden.* (b) Ersatz muß er unbedingt leisten; wenn er nichts besitzt, so soll er zum Ersatz für das von ihm Gestohlene verkauft werden. -1) o: Blutschuld. 2118#2. Mose,22,3#3. Wird das gestohlene Tier, es sei ein Rind oder ein Esel oder ein Stück Kleinvieh, noch lebend in seinem Besitz vorgefunden, so soll er nur doppelten Ersatz leisten; 2119#2. Mose,22,4#4. Läßt jemand ein Feld oder einen Baumgarten abweiden und sein Vieh dabei frei laufen, so daß es auf dem Felde eines andern weidet, so hat er mit dem besten Ertrage seines Feldes und mit dem besten Ertrage seines Baumgartens Ersatz zu leisten. - 2120#2. Mose,22,5#5. Wenn Feuer ausbricht und Dornhecken ergreift und es wird ein Garbenhaufen oder das auf dem Halm stehende Getreide oder das Feld dadurch verbrannt, so soll der, welcher den Brand verursacht hat, den Schaden ersetzen. 2121#2. Mose,22,6#6. WENN jemand einem andern Geld oder Wertsachen zur Aufbewahrung übergibt und es wird dies aus dem Hause des Betreffenden gestohlen, so hat der Dieb, wenn er ausfindig gemacht wird, doppelten Ersatz zu leisten. 2122#2. Mose,22,7#7. Wird aber der Dieb nicht ausfindig gemacht, so soll der Besitzer des Hauses vor Gott-a- hintreten, damit festgestellt wird, ob er sich nicht an dem Eigentum des andern vergriffen hat! - -a) vgl. 2.Mo. 21,6. 2123#2. Mose,22,8#8. Bei jedem Fall von Veruntreuung, mag es sich um ein Rind, einen Esel, ein Stück Kleinvieh, ein Kleidungsstück, kurz um irgend etwas abhanden Gekommenes handeln, wovon jemand behauptet, daß es sein Eigentum sei, soll die Angelegenheit beider vor Gott-a- kommen, und wen Gott für schuldig erklärt, der soll dem andern doppelten Ersatz leisten. - -a) vgl. 2.Mo. 21,6. 2124#2. Mose,22,9#9. Wenn jemand einem andern einen Esel oder ein Rind oder ein Stück Kleinvieh oder sonst irgend ein Stück Vieh zur Hut-1- übergibt und dieses zu Tode oder zu Schaden kommt oder geraubt wird, ohne daß jemand es gesehen hat, -1) o: zum Hüten. 2125#2. Mose,22,10#10. so soll ein Eid bei Gott zwischen den beiden Parteien entscheiden, ob der Betreffende sich nicht am Eigentum des andern vergriffen hat. Der Eigentümer des Tieres muß dann den Verlust hinnehmen, und (der andere) braucht keinen Ersatz zu leisten. 2126#2. Mose,22,11#11. Ist es ihm aber wirklich gestohlen worden, so hat er dem Eigentümer Ersatz zu leisten. 2127#2. Mose,22,12#12. Ist es dagegen (von einem Raubtier) zerrissen worden, so mag er das zerrissene Tier zum Beweis beibringen: für das Zerrissene braucht er keinen Ersatz zu leisten. - 2128#2. Mose,22,13#13. Wenn ferner jemand ein Stück Vieh von einem andern entlehnt hat und dieses zu Schaden oder zu Tode kommt, so muß er, wenn sein Eigentümer nicht zugegen war, unweigerlich-1- Ersatz leisten; -1) o: vollen. 2129#2. Mose,22,14#14. war jedoch der Eigentümer zugegen, so braucht er keinen Ersatz zu leisten. Wenn das Tier (um Geld) gemietet war, so ist der Schaden in dem Mietgeld eingeschlossen. 2130#2. Mose,22,15#15. WENN jemand eine Jungfrau verführt, die noch nicht verlobt ist, und ihr beiwohnt, so muß er sie sich durch Erlegung der Heiratsgabe zur Ehefrau erkaufen. 2131#2. Mose,22,16#16. Wenn ihr Vater sich aber durchaus weigert, sie ihm zu geben, so soll er das als Heiratsgabe für Jungfrauen übliche Kaufgeld bezahlen. - 2132#2. Mose,22,17#17. Eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen. - 2133#2. Mose,22,18#18. Wer einem Tiere beiwohnt, soll mit dem Tode bestraft werden. - 2134#2. Mose,22,19#19. Wer den Göttern opfert außer dem HErrn allein, soll dem Bann verfallen. 2135#2. Mose,22,20#20. Einen Fremdling sollst du nicht übervorteilen und nicht bedrücken; denn ihr selbst seid Fremdlinge im Land Ägypten gewesen. - 2136#2. Mose,22,21#21. Keine Witwe oder Waise sollt ihr bedrücken. 2137#2. Mose,22,22#22. Wenn du sie irgendwie bedrückst und sie dann zu mir schreien, so werde ich ihr Schreien gewißlich erhören, 2138#2. Mose,22,23#23. und mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch durch das Schwert sterben lassen, so daß eure Frauen zu Witwen und eure Kinder zu Waisen werden. - 2139#2. Mose,22,24#24. Wenn du jemandem aus meinem Volk, einem Armen, der neben dir wohnt, Geld leihst, so sollst du dich nicht als Wucherer gegen ihn benehmen: ihr sollt keine Zinsen von ihm fordern. - 2140#2. Mose,22,25#25. Wenn du dir von einem andern den Mantel als Pfand geben läßt, so sollst du ihm diesen bis zum Sonnenuntergang zurückgeben; 2141#2. Mose,22,26#26. denn das ist seine einzige Decke, die einzige Hülle für seinen Leib: worauf soll er sonst beim Schlafen liegen? Wenn er zu mir schriee, so würde ich ihn erhören; denn ich bin gnädig. - 2142#2. Mose,22,27#27. Gott-1- sollst du nicht lästern und einem Fürsten in deinem Volk nicht fluchen-a-. - -1) o: die Richter(?) (vgl. 2.Mo. 21,6).   a) Apg. 23,5. 2143#2. Mose,22,28#28. Mit der Abgabe von dem Überfluß deiner Tenne und von dem Abfluß deiner Kelter sollst du nicht zögern. - Den Erstgeborenen deiner Söhne sollst du mir geben. 2144#2. Mose,22,29#29. Ebenso sollst du es mit deinen Rindern und deinem Kleinvieh halten! Sieben Tage soll (das Erstgeborene) bei seiner Mutter bleiben, und am achten Tage sollst du es mir darbringen. - 2145#2. Mose,22,30#30. Heilige Männer sollt ihr mir sein und Fleisch von einem auf dem Feld zerrissenen Tiere nicht essen: den Hunden sollt ihr es vorwerfen. 2146#2. Mose,23,1#1. DU sollst kein falsches Gerücht verbreiten. - Biete dem, der eine ungerechte Sache hat, nicht die Hand, daß du ein falscher Zeuge für ihn würdest. - 2147#2. Mose,23,2#2. Du sollst dich nicht der großen Menge zu bösem Tun anschließen und bei einem Rechtsstreit nicht so aussagen, daß du dich nach der großen Menge richtest, um das Recht zu beugen. - 2148#2. Mose,23,3#3. Den Vornehmen-1- sollst du in seinem Rechtshandel nicht begünstigen. - -1) der Urtext lautet (weil ohne Zweifel ein Buchstabe verschrieben ist): den Niedrigen. 2149#2. Mose,23,4#4. Wenn du das Rind deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, so sollst du ihm das Tier unweigerlich wieder zuführen. 2150#2. Mose,23,5#5. Wenn du den Esel deines Widersachers unter seiner Last zusammengebrochen siehst, so hüte dich, ihn bei dem Tier allein-1- zu lassen! Du sollst unweigerlich im Verein mit ihm die Hilfeleistung vollbringen. - -1) = ohne Beistand. 2151#2. Mose,23,6#6. Beuge nicht das Recht eines von den Armen deines Volkes in einem Rechtshandel!-1-* - -1) in der Originalüs. ist die Reihenfolge: V. 6.4.5. 2152#2. Mose,23,7#7. Von falscher Anklage halte dich fern und hilf nicht dazu, einen Unschuldigen, der im Recht ist, ums Leben zu bringen! denn ich lasse den Schuldigen nicht Recht haben-1-. -1) o: nicht ungestraft. 2153#2. Mose,23,8#8. Nimm keine Bestechungsgeschenke an; denn Geschenke machen die Sehenden blind und verdrehen die Sache der Unschuldigen. 2154#2. Mose,23,9#9. Einen Fremdling sollst du nicht bedrücken! Ihr wißt ja selbst, wie einem Fremdling zumute ist; denn ihr seid selbst Fremdlinge im Land Ägypten gewesen. 2155#2. Mose,23,10#10. SECHS Jahre sollst du dein Land bestellen und seinen Ertrag einernten; 2156#2. Mose,23,11#11. aber im siebten Jahre sollst du es ruhen-1- lassen und es freigeben, damit die Armen deines Volkes sich davon nähren können; und was diese übriglassen, soll das Getier des Feldes fressen. Ebenso sollst du es mit deinen Weinbergen und mit deinen Ölbaumgärten halten. - -1) = brach liegen. 2157#2. Mose,23,12#12. Sechs Tage hindurch sollst du deine Arbeit verrichten; aber am siebten Tage sollst du feiern, damit dein Ochs und dein Esel ausruhen und der Sohn deiner Magd, sowie der Fremdling Atem schöpfen können. - 2158#2. Mose,23,13#13. Auf alles, was ich euch geboten habe, sollt ihr acht geben. Den Namen anderer Götter aber sollt ihr nicht aussprechen: er soll nicht über deine Lippen kommen. 2159#2. Mose,23,14#14. Dreimal im Jahre sollst du mir ein Fest feiern. 2160#2. Mose,23,15#15. Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du beobachten: sieben Tage lang sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur bestimmten Zeit im Monat Abib! denn in diesem Monat bist du aus Ägypten ausgezogen. Man darf aber nicht mit leeren Händen vor meinem Angesicht erscheinen. 2161#2. Mose,23,16#16. Sodann das Fest der Ernte, der Erstlinge deines Ackerbaus, dessen, was du auf dem Feld ausgesät hast, und das Fest der Lese beim Ausgang des Jahres, wenn du deinen Ertrag vom Feld einsammelst. 2162#2. Mose,23,17#17. Dreimal im Jahr sollen alle deine männlichen Personen vor dem Angesicht Gottes, des HErrn, erscheinen. - 2163#2. Mose,23,18#18. Du sollst das Blut meiner Schlachtopfer nicht zusammen mit gesäuertem Brot opfern, und von dem Fett meiner Festopfer soll nichts bis zum andern Morgen übrig bleiben. 2164#2. Mose,23,19#19. Das Beste von den Erstlingen deiner Felder sollst du in das Haus des HErrn, deines Gottes, bringen. - Ein Böckchen sollst du nicht in der Milch seiner Mutter kochen. 2165#2. Mose,23,20#20. WISSE wohl: ich will einen Engel vor dir hergehen lassen, um dich unterwegs zu behüten und dich an den Ort zu bringen, den ich dir bestimmt habe. 2166#2. Mose,23,21#21. Nimm dich vor ihm in acht, gehorche seinen Weisungen und sei nicht widerspenstig gegen ihn; denn er würde euch eure Verschuldungen nicht vergeben, weil ich persönlich in ihm bin. 2167#2. Mose,23,22#22. Doch wenn du seinen Weisungen willig gehorchst und alles tust, was ich (dir durch ihn) gebieten werde, so will ich der Feind deiner Feinde und der Bedränger deiner Bedränger sein. 2168#2. Mose,23,23#23. Wenn mein Engel nun vor dir hergeht und dich in das Land der Amoriter, Hethiter, Pherissiter, Kanaanäer, Hewiter und Jebusiter bringt und ich sie ausrotte: 2169#2. Mose,23,24#24. dann wirf dich vor ihren Göttern nicht nieder, diene ihnen nicht und ahme ihr Tun nicht nach! Nein du sollst ihre Götzenbilder allesamt niederreißen und ihre Malsteine-a- zertrümmern. -a) vgl. 5.Mo. 7,5. 2170#2. Mose,23,25#25. Dient vielmehr dem HErrn, eurem Gott, so will ich dein Brot und dein Wasser segnen und Krankheiten von dir fernhalten; 2171#2. Mose,23,26#26. keine Frau soll in deinem Lande eine Fehlgeburt tun oder kinderlos bleiben, und ich will deine Lebenstage auf die volle Zahl bringen. 2172#2. Mose,23,27#27. Meinen Schrecken will ich vor dir hergehen lassen und alle Völker, zu denen du kommst, verzagt machen und alle deine Feinde vor dir die Flucht ergreifen lassen. 2173#2. Mose,23,28#28. Die Hornissen-a- will ich vor dir hersenden, damit sie die Hewiter, Kanaanäer und Hethiter vor dir vertreiben. -a) vgl. 5.Mo. 7,20. 2174#2. Mose,23,29#29. Nicht in einem Jahr will ich sie vor dir her vertreiben, sonst würde das Land zur Wüste-1- werden und die wilden Tiere zu deinem Schaden überhand nehmen; -1) o: Öde. 2175#2. Mose,23,30#30. nein, nach und nach will ich sie vor dir vertreiben, bis du so zahlreich geworden bist, daß du das ganze Land in Besitz nehmen kannst. 2176#2. Mose,23,31#31. Und ich will dein Gebiet sich ausdehnen lassen vom Schilfmeer bis zum Meer der Philister und von der Wüste bis an den Euphratstrom; denn ich will die Bewohner des Landes in deine Gewalt geben, daß du sie vor dir her vertreibst. 2177#2. Mose,23,32#32. Du darfst mit ihnen und mit ihren Göttern keinen Vertrag schließen; 2178#2. Mose,23,33#33. sie dürfen in deinem Lande nicht wohnen bleiben, damit sie dich nicht zur Sünde gegen mich verführen; denn wenn du ihren Göttern dientest, so würde das dich ins Verderben stürzen. 2179#2. Mose,24,1#1. HIERAUF gebot er dem Mose: «Steige zum HErrn-1- herauf, du nebst Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten der Israeliten, und bringt von fern eure Verehrung dar. -1) = zu mir. 2180#2. Mose,24,2#2. Mose aber soll dann allein nahe an den HErrn herantreten; die anderen dagegen sollen nicht näher hinzutreten, und auch das Volk darf nicht mit ihm heraufsteigen.» 2181#2. Mose,24,3#3. Hierauf kam Mose und teilte dem Volke alle Verordnungen des HErrn und alle Rechtssatzungen mit. Da gab das ganze Volk einstimmig die Erklärung ab: «Alle Verordnungen, die der HErr erlassen hat, wollen wir ausführen.» 2182#2. Mose,24,4#4. Da schrieb Mose alles, was der HErr geboten hatte, nieder und baute am andern Morgen früh einen Altar am Fuß des Berges und (errichtete) zwölf Malsteine entsprechend den zwölf Stämmen Israels. 2183#2. Mose,24,5#5. Dann erteilte er den jungen israelitischen Männern den Auftrag, Brandopfer(tiere) herzubringen und junge Stiere als Heilsopfer für den HErrn zu schlachten. 2184#2. Mose,24,6#6. Hierauf nahm Mose die eine Hälfte des Blutes und goß es in die Opferschalen; die andere Hälfte des Blutes aber sprengte er an den Altar. 2185#2. Mose,24,7#7. Hierauf nahm er das Bundesbuch und las es dem Volke laut vor; und sie erklärten: «Alles, was der HErr geboten hat, wollen wir tun und willig erfüllen.» 2186#2. Mose,24,8#8. Dann nahm Mose das Blut und besprengte mit ihm das Volk, wobei er ausrief: «Dies ist das Blut des Bundes, den der HErr mit euch auf Grund aller dieser Gebote geschlossen hat!» 2187#2. Mose,24,9#9. ALS hierauf Mose und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten der Israeliten hinaufgestiegen waren, 2188#2. Mose,24,10#10. schauten sie den Gott Israels: (der Boden) unter seinen Füßen war wie ein Gebilde von Saphirplatten-1- und wie der Himmel selbst an hellem Glanz. -1) o: -fliesen. 2189#2. Mose,24,11#11. Er streckte aber seine Hand nicht aus gegen die Auserwählten der Israeliten: nein, sie schauten Gott und aßen und tranken. 2190#2. Mose,24,12#12. HIERAUF gebot der HErr dem Mose: «Steige zu mir auf den Berg herauf und verweile dort, damit ich dir die Steintafeln mit dem Gesetz und den Geboten gebe, die ich zu ihrer Unterweisung aufgeschrieben habe.» 2191#2. Mose,24,13#13. Da machte sich Mose mit seinem Diener Josua auf den Weg und stieg auf den Berg Gottes hinauf. 2192#2. Mose,24,14#14. Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: «Wartet hier auf uns, bis wir zu euch zurückkehren. Aaron und Hur sind ja bei euch: wer irgend einen Rechtshandel hat, wende sich an sie.» 2193#2. Mose,24,15#15. Als Mose dann auf den Berg gestiegen war, verhüllte Gewölk den Berg, 2194#2. Mose,24,16#16. und die Herrlichkeit des HErrn ließ sich auf den Berg Sinai nieder, und das Gewölk verhüllte den Berg sechs Tage lang; erst am siebten Tage rief er dem Mose aus dem Gewölk heraus zu. 2195#2. Mose,24,17#17. Die Herrlichkeit des HErrn zeigte sich aber vor den Augen der Israeliten wie ein verzehrendes Feuer auf der Spitze des Berges. 2196#2. Mose,24,18#18. Da begab sich Mose mitten in das Gewölk hinein und stieg auf den Berg hinauf. Und Mose verweilte auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte. 2197#2. Mose,25,1#1. DER HErr sprach dann zu Mose folgendermaßen: 2198#2. Mose,25,2#2. «Fordere die Israeliten auf, eine Beisteuer-1- an mich zu entrichten! Von einem jeden, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr die Abgabe an mich annehmen-2-! -1) o: Abgabe.   2) o: erheben. 2199#2. Mose,25,3#3. und zwar besteht die Abgabe, die ihr von ihnen erheben sollt, in folgendem: in Gold, Silber und Kupfer; 2200#2. Mose,25,4#4. in blauem und rotem Purpur und Karmesin-1-, in Byssus-a- und Ziegenhaar; -1) d.h. karmesinfarbenen Garnen o. Stoffen.  a) 1.Mo. 41,42. 2201#2. Mose,25,5#5. in rotgefärbten Widderfellen und Seekuhhäuten; in Akazienholz; 2202#2. Mose,25,6#6. in Öl zur Beleuchtung-1-, in Gewürzkräutern für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk; -1) o: für den Leuchter. 2203#2. Mose,25,7#7. in Onyxsteinen und anderen Edelsteinen zum Besatz für das Schulterkleid und für das Brustschild. 2204#2. Mose,25,8#8. Sie sollen mir nämlich ein Heiligtum herstellen, damit ich mitten unter ihnen wohne. 2205#2. Mose,25,9#9. Genau so, wie ich dir das Musterbild der Wohnung und das Musterbild aller ihrer Geräte zeigen werde, so sollt ihr es herstellen.» 2206#2. Mose,25,10#10. «SIE sollen-1- also eine Lade-a- aus Akazienholz anfertigen, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch-b-. -1) o: Du sollst.  a) vgl. 2.Mo. 37,1-9.  b) vgl. 1.Mo. 6,15. 2207#2. Mose,25,11#11. Du sollst sie mit feinem Gold überziehen, und zwar inwendig und auswendig, und oben einen goldenen Kranz ringsum an ihr anbringen. 2208#2. Mose,25,12#12. Sodann gieße für sie vier goldene Ringe und befestige sie unten an ihren vier Ecken-1-, und zwar zwei Ringe an ihrer einen Seite und zwei Ringe an ihrer andern Seite. -1) o: Füßen. 2209#2. Mose,25,13#13. Weiter fertige zwei Stangen von Akazienholz an, überziehe sie mit Gold 2210#2. Mose,25,14#14. und stecke diese Stangen in die Ringe an den Seiten der Lade, damit man die Lade vermittels ihrer tragen kann. 2211#2. Mose,25,15#15. Die Stangen sollen in den Ringen der Lade verbleiben: sie dürfen nicht daraus entfernt werden. 2212#2. Mose,25,16#16. In die Lade sollst du dann das Gesetz-1- legen, das ich dir geben werde. -1) w: das Zeugnis (= die Tafeln des Zeugnisses, die Gesetzestafeln; vgl. 2.Mo. 31,18). 2213#2. Mose,25,17#17. Sodann fertige eine Deckplatte aus feinem Gold an, zweieinhalb Ellen lang und anderthalb Ellen breit. 2214#2. Mose,25,18#18. Weiter sollst du zwei goldene Cherube anfertigen, und zwar in getriebener Arbeit, an den beiden Enden der Deckplatte. 2215#2. Mose,25,19#19. Den einen Cherub sollst du am Ende der einen Seite und den andern Cherub am Ende der andern Seite anbringen; mit der Deckplatte zu einem Stück verbunden sollt ihr die Cherube an den beiden Enden der Deckplatte anbringen. 2216#2. Mose,25,20#20. Die Cherube sollen die Flügel nach oben hin ausgebreitet halten, so daß sie die Deckplatte mit ihren Flügeln überdecken; ihre Gesichter sollen einander zugekehrt und zugleich zur Deckplatte hin gerichtet sein. 2217#2. Mose,25,21#21. Die Deckplatte sollst du dann oben auf die Lade legen; und in die Lade sollst du das Gesetz-1- tun, das ich dir geben werde. -1) w: das Zeugnis (= die Tafeln des Zeugnisses, die Gesetzestafeln; vgl. 2.Mo. 31,18). 2218#2. Mose,25,22#22. Daselbst will ich mit dir dann zusammenkommen; und von der Deckplatte herab, aus dem Raum zwischen den beiden Cheruben hervor, die auf der Gesetzeslade stehen, will ich dir alles mitteilen, was ich den Israeliten durch dich aufzutragen habe.» 2219#2. Mose,25,23#23. «Ferner sollst du einen Tisch-a- aus Akazienholz anfertigen, zwei Ellen lang, eine Elle breit und anderthalb Ellen hoch. -a) vgl. 2.Mo. 37,10-16. 2220#2. Mose,25,24#24. Überziehe ihn mit feinem Gold und bringe an ihm ringsum einen goldenen Kranz an. 2221#2. Mose,25,25#25. Sodann bringe an ihm ringsum eine Einfassung-1- an, die eine Handbreit hoch ist, und an dieser Einfassung wiederum einen goldenen Kranz ringsum. -1) o: Leiste. 2222#2. Mose,25,26#26. Dann fertige für ihn vier goldene Ringe an und befestige diese Ringe an den vier Ecken bei seinen vier Füßen. 2223#2. Mose,25,27#27. Dicht an der Einfassung sollen sich die Ringe befinden zur Aufnahme der Stangen, mit denen man den Tisch tragen kann. 2224#2. Mose,25,28#28. Die Stangen verfertige aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold; mit ihnen soll der Tisch getragen werden. 2225#2. Mose,25,29#29. Weiter fertige die für ihn erforderlichen Schüsseln und Schalen, die Kannen und Becher an, die zu den Trankopfern gebraucht werden; aus feinem Gold sollst du sie herstellen. 2226#2. Mose,25,30#30. Auf den Tisch aber sollst du beständig Schaubrote vor mich hinlegen.» 2227#2. Mose,25,31#31. «Weiter sollst du einen Leuchter-a- aus feinem Gold anfertigen; in getriebener Arbeit soll der Leuchter, sein Fuß und sein Schaft, angefertigt werden; seine Blumenkelche - Knäufe mit Blüten - sollen aus einem Stück mit ihm gearbeitet sein. -a) vgl. 2.Mo. 37,17-24. 2228#2. Mose,25,32#32. Sechs Arme-1- sollen von seinen Seiten ausgehen, drei Arme auf jeder Seite des Leuchters. -1) o: Röhren. 2229#2. Mose,25,33#33. Drei mandelblütenförmige Blumenkelche - je ein Knauf mit einer Blüte - sollen sich an jedem Arm befinden; so soll es bei allen sechs Armen sein, die von dem Leuchter ausgehen. 2230#2. Mose,25,34#34. Am Schaft selbst aber sollen sich vier mandelblütenförmige Blumenkelche - Knäufe mit Blüten - befinden, 2231#2. Mose,25,35#35. und zwar soll sich an ihm immer ein Knauf unter jedem Paar der sechs Arme befinden, die vom Schaft des Leuchters ausgehen. 2232#2. Mose,25,36#36. Ihre Knäufe und Arme sollen aus einem Stück mit ihm bestehen: der ganze Leuchter soll eine einzige getriebene Arbeit von feinem Gold sein. 2233#2. Mose,25,37#37. Sodann sollst du sieben Lampen für ihn anfertigen; und man soll ihm diese Lasmpen so aufsetzen, daß sie den vor dem Leuchter liegenden Raum erleuchten. 2234#2. Mose,25,38#38. Auch die zugehörigen Lichtscheren und Pfannen sollen aus feinem Gold bestehen. 2235#2. Mose,25,39#39. Aus einem Talent feinen Goldes-1- soll man ihn nebst allen diesen Geräten herstellen. -1) ein Goldtalent = 49,11 Kilogramm. 2236#2. Mose,25,40#40. Gib wohl acht, daß du alles genau nach dem Musterbild-1- anfertigst, das dir auf dem Berge gezeigt werden soll.» -1) = Modell. 2237#2. Mose,26,1#1. «DIE Wohnung-1- aber sollst du aus zehn Teppichen herstellen; von gezwirntem Byssus, blauem und rotem Purpur und Karmesin, mit Cherubbildern, wie sie der Kunstweber wirkt, sollst du sie herstellen. -1) d.h. das Offenbarungszelt. 2238#2. Mose,26,2#2. Die Länge eines jeden Teppichs soll 28 Ellen und die Breite 4 Ellen betragen; alle Teppiche sollen dieselbe Größe haben. 2239#2. Mose,26,3#3. Je fünf dieser Teppiche sollen zu einem Stück zusammengefügt werden, einer an den andern. 2240#2. Mose,26,4#4. Sodann sollst du Schleifen von blauem Purpur am Saum des äußersten Teppichs des einen zusammengefügten Stückes anbringen; und ebenso sollst du es am Saum des äußersten Teppichs bei dem andern zusammengefügten Stück machen. 2241#2. Mose,26,5#5. Fünfzig Schleifen sollst du an dem einen Teppich anbringen und ebenso fünfzig Schleifen am Saum des Teppichs, der zu dem andern zusammengesetzten Stück gehört, die Schleifen müssen einander genau gegenüberstehen. 2242#2. Mose,26,6#6. Sodann fertige fünfzig goldene Haken an und verbinde die Teppiche durch die Haken miteinander, so daß die Wohnung ein Ganzes bildet.» 2243#2. Mose,26,7#7. «Weiter sollst du Teppiche aus Ziegenhaar zu einer Zeltdecke über der Wohnung anfertigen; elf Teppiche sollst du zu diesem Zweck anfertigen. 2244#2. Mose,26,8#8. Die Länge eines jeden Teppichs soll 30 Ellen und die Breite 4 Ellen betragen; die elf Teppiche sollen dieselbe Größe haben. 2245#2. Mose,26,9#9. Dann sollst du fünf von diesen Teppichen zu einem Stück für sich zusammenfügen und ebenso die anderen sechs Teppiche für sich, und zwar sollst du den sechsten Teppich an der Vorderseite des Zeltes doppelt legen. 2246#2. Mose,26,10#10. Weiter sollst du fünfzig Schleifen am Saum des äußersten Teppichs des einen zusammengefügten Stückes anbringen und ebenso fünfzig Schleifen am Saum des äußersten Teppichs des andern zusammengesetzten Stückes. 2247#2. Mose,26,11#11. Dann fertige fünfzig kupferne Haken an, stecke diese Haken in die Schleifen und füge die Zeltdecke so zusammen, daß sie ein Ganzes bildet. 2248#2. Mose,26,12#12. Was aber das Überhangen des Überschusses an den Zeltteppichen betrifft, so soll die Hälfte des überschüssigen Teppichs an der Hinterseite der Wohnung herabhangen; 2249#2. Mose,26,13#13. und von dem, was an der Länge der Zeltteppiche überschüssig ist, soll auf beiden Seiten je eine Elle auf den Langseiten der Wohnung überhangen und so zu ihrer Bedeckung dienen. - 2250#2. Mose,26,14#14. Außerdem sollst du für das Zeltdach noch eine Schutzdecke von rotgefärbten Widderfellen und oben darüber noch eine andere Schutzdecke von Seekuhhäuten anfertigen.» 2251#2. Mose,26,15#15. «WEITER sollst du die Bretter für die Wohnung aus Akazienholz anfertigen; sie sollen aufrecht stehen; 2252#2. Mose,26,16#16. die Länge jedes Brettes soll zehn Ellen und die Breite anderthalb Ellen betragen. 2253#2. Mose,26,17#17. An jedem Brett sollen zwei Zapfen sitzen, einer dem andern gegenüber eingefügt; so sollst du es an allen Brettern der Wohnung machen. 2254#2. Mose,26,18#18. Und zwar sollst du an Brettern für die Wohnung herrichten: zwanzig Bretter für die Mittagsseite südwärts, 2255#2. Mose,26,19#19. und unter diesen zwanzig Brettern sollst du vierzig silberne Füße-1- anbringen, nämlich je zwei Füße unter jedem Brett für seine beiden Zapfen. -1) o: Fußgestelle, Sockel. 2256#2. Mose,26,20#20. Ebenso für die andere Seite der Wohnung, nämlich für die Nordseite, zwanzig Bretter 2257#2. Mose,26,21#21. und vierzig silberne Füße, nämlich je zwei Füße unter jedes Brett. 2258#2. Mose,26,22#22. Für die Hinterseite der Wohnung aber nach Westen zu, sollst du sechs Bretter anfertigen, 2259#2. Mose,26,23#23. außerdem noch zwei Bretter für die Ecken der Wohnung an der Hinterseite. 2260#2. Mose,26,24#24. Diese sollen unten und gleicherweise oben vollständig sein bis an den ersten Ring hin(?). So soll es bei beiden sein: die beiden Eckstücke sollen sie bilden. 2261#2. Mose,26,25#25. Demnach sollen es im ganzen acht Bretter sein und ihre Füße von Silber: sechzehn Füße, immer zwei Füße unter jedem Brett.» 2262#2. Mose,26,26#26. «Sodann sollst du Riegel aus Akazienholz anfertigen, fünf für die Bretter der einen Langseite der Wohnung 2263#2. Mose,26,27#27. und fünf Riegel für die Bretter der andern Langseite der Wohnung und fünf Riegel für die Bretter an der Hinterseite der Wohnung gegen Westen; 2264#2. Mose,26,28#28. und der mittlere Riegel soll in der Mitte der Bretter von einem Ende bis zum andern durchlaufen. 2265#2. Mose,26,29#29. Die Bretter aber sollst du mit Gold überziehen und die dazu gehörigen Ringe, die zur Aufnahme der Riegel dienen, aus Gold anfertigen und auch die Riegel mit Gold überziehen. 2266#2. Mose,26,30#30. Dann sollst du die Wohnung in der erforderlichen Weise aufrichten, wie es dir auf dem Berg gezeigt worden ist.» 2267#2. Mose,26,31#31. «WEITER sollst du einen Vorhang von blauem und rotem Purpur, von Karmesin und gezwirntem Byssus anfertigen, und zwar in Kunstweberarbeit mit (eingewirkten) Cherubbildern. 2268#2. Mose,26,32#32. Du sollst ihn dann an vier mit Gold überzogenen Ständern-1- von Akazienholz aufhängen, deren Haken von Gold sind und die auf vier silbernen Füßen-a- stehen; -1) o: Säulen.   a) V. 19. 2269#2. Mose,26,33#33. und zwar sollst du den Vorhang unter den Teppichhaken anbringen und dorthin-1-, hinter den Vorhang, die Lade mit dem Gesetz-a- bringen, so daß der Vorhang für euch eine Scheidewand zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten bildet. -1) d.h. in den Raum.   a) vgl. 2.Mo. 25,16. 2270#2. Mose,26,34#34. Dann sollst du die Deckplatte auf die Gesetzeslade im Allerheiligsten legen, 2271#2. Mose,26,35#35. den Tisch aber draußen vor dem Vorhang aufstellen und den Leuchter dem Tisch gegenüber an die Südseite der Wohnung setzen, während du den Tisch an die Nordseite stellst. 2272#2. Mose,26,36#36. Ferner fertige für den Eingang des Zeltes einen Vorhang von blauem und rotem Purpur, von Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit an. 2273#2. Mose,26,37#37. Für diesen Vorhang fertige fünf Ständer-1- von Akazienholz an und überziehe sie mit Gold; ihre Haken sollen von Gold sein, und fünf kupferne Fußgestelle sollst du für sie gießen.» -1) o: Säulen. 2274#2. Mose,27,1#1. «DEN (Brandopfer)altar-a- sollst du aus Akazienholz anfertigen, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit - viereckig-1- soll der Altar sein - und drei Ellen hoch. -1) = quadratförmig.   a) vgl. 2.Mo. 38,1-7. 2275#2. Mose,27,2#2. Die zu ihm gehörenden Hörner sollst du an seinen vier Ecken anbringen; sie sollen mit ihm aus einem Stück bestehen; und du sollst ihn mit Kupfer überziehen. 2276#2. Mose,27,3#3. Sodann verfertige die zugehörigen, zur Wegräumung der Fettasche dienenden Töpfe, sowie die zugehörigen Schaufeln, Becken, Gabeln und Pfannen; alle erforderlichen Geräte sollst du aus Kupfer herstellen. 2277#2. Mose,27,4#4. Weiter fertige ein Gitterwerk, netzartig, aus Kupfer für den Altar an, und setze an das Netzwerk vier kupferne Ringe an seine vier Ecken, 2278#2. Mose,27,5#5. und bringe es unterhalb der Einfassung des Altars von unten auf an, so daß das Netzwerk bis zur halben Höhe des Altars hinaufgeht. 2279#2. Mose,27,6#6. Sodann fertige Tragstangen für den Altar an, Stangen von Akazienholz, und überziehe sie mit Kupfer. 2280#2. Mose,27,7#7. Diese seine Stangen sollen dann in die Ringe gesteckt werden, so daß sich die Stangen an den beiden Seiten des Altars befinden, wenn man ihn trägt. 2281#2. Mose,27,8#8. Du sollst ihn aus Brettern so herstellen, daß er inwendig hohl ist; wie man es dir auf dem Berge gezeigt hat, so soll man ihn anfertigen.» 2282#2. Mose,27,9#9. «Den Vorhof-a- der Wohnung aber sollst du so herstellen: auf der Mittagseite, nach Süden zu, Umhänge für den Vorhof aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen lang, für die eine Seite; -a) vgl. 2.Mo. 38,9-20. 2283#2. Mose,27,10#10. dazu zwanzig Ständer-1- nebst den zugehörigen zwanzig kupfernen Füßen-2-; die Nägel und Ringbänder der Säulen müssen von Silber sein. -1) o: Säulen.   2) o: Sockeln, Fußgestellen. 2284#2. Mose,27,11#11. Ebenso auf der nördlichen Langseite: Umhänge von hundert Ellen Länge; dazu zwanzig Ständer-1- nebst den zugehörigen zwanzig kupfernen Füßen; die Nägel und Ringbänder der Säulen müssen von Silber sein. -1) o: Säulen. 2285#2. Mose,27,12#12. Ferner auf der westlichen Breitseite des Vorhofs: Umhänge von fünfzig Ellen Länge; dazu zehn Ständer-1- nebst den zugehörigen zehn Füßen. -1) o: Säulen. 2286#2. Mose,27,13#13. Die Breite der östlichen Vorderseite des Vorhofs soll fünfzig Ellen betragen, 2287#2. Mose,27,14#14. und zwar fünfzehn Ellen Umhänge für die eine Seite mit ihren drei Säulen und deren drei Füßen, 2288#2. Mose,27,15#15. und ebenso fünfzehn Ellen Umhänge für die andere Seite mit ihren drei Säulen und deren drei Füßen. 2289#2. Mose,27,16#16. Am Eingang zum Vorhof aber soll sich ein Vorhang von zwanzig Ellen Breite befinden, aus blauem und rotem Purpur, aus Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit gefertigt; dazu vier Säulen nebst deren vier Füßen. 2290#2. Mose,27,17#17. Alle Säulen rings um den Vorhof sollen mit silbernen Ringbändern versehen sein, auch ihre Nägel von Silber, ihre Füße aber von Kupfer. 2291#2. Mose,27,18#18. Die Länge des Vorhofs soll hundert Ellen, die Breite je fünfzig und die Höhe fünf Ellen betragen, nämlich Umhänge von gezwirntem Byssus; ihre Füße aber sollen von Kupfer sein. 2292#2. Mose,27,19#19. Alle Gerätschaften der Wohnung für den gesamten Dienst an ihr, auch alle ihre Pflöcke und alle Pflöcke des Vorhofs sollen von Kupfer sein.» 2293#2. Mose,27,20#20. «Sodann befiehl du den Israeliten, dir ganz reines Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter zu bringen, damit man beständig Lampen aufsetzen kann. 2294#2. Mose,27,21#21. Im Offenbarungszelt, außerhalb des Vorhangs, der sich vor (der Lade mit) dem Gesetz befindet, soll Aaron mit seinen Söhnen die Lampen zurechtmachen, damit sie vom Abend bis zum Morgen vor dem HErrn brennen. Diese Verordnung soll ewige Geltung für die Israeliten von Geschlecht zu Geschlecht haben!» 2295#2. Mose,28,1#1. «DU aber sollst deinen Bruder Aaron nebst seinen Söhnen aus der Mitte der Israeliten zu dir herantreten lassen, damit er mir als Priester diene, nämlich Aaron und seine Söhne Nadab und Abihu, Eleasar und Ithamar. 2296#2. Mose,28,2#2. Du sollst also für deinen Bruder Aaron heilige Kleider anfertigen lassen, ihm zur Ehre-1- und zum Schmuck. -1) o: Würde. 2297#2. Mose,28,3#3. Besprich dich also mit allen kunstverständigen Personen, die ich mit kunstsinnigem Geist erfüllt habe, daß sie die Kleider Aarons anfertigen, damit man ihn darin weihe und er mir als Priester dienen kann. 2298#2. Mose,28,4#4. Folgendes aber sind die Kleidungsstücke, die sie anfertigen sollen: das Brustschild-1-, das Schulterkleid, das Obergewand, das Unterkleid aus gewürfeltem Stoff, der Kopfbund und der Gürtel. Diese heiligen Kleider sollen sie für deinen Bruder Aaron und seine Söhne anfertigen, damit er mir als Priester diene; -1) o: die Tasche. 2299#2. Mose,28,5#5. und zwar sollen sie Gold, blauen und roten Purpur, Karmesin und Byssus-a- dazu verwenden.» -a) vgl. 1.Mo. 41,42. 2300#2. Mose,28,6#6. «DAS Schulterkleid sollen sie aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus in Kunstweberarbeit anfertigen. 2301#2. Mose,28,7#7. Es soll ein Paar zusammenfügbarer Schulterstücke haben und an seinen beiden (oberen) Enden mittels derselben zusammengefügt werden. 2302#2. Mose,28,8#8. Die Binde, die sich an ihm befindet und dazu dient, es fest anzulegen, soll von gleicher Arbeit und aus einem Stück mit ihm bestehen, nämlich aus Goldfäden, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. 2303#2. Mose,28,9#9. Ferner sollst du zwei Onyxsteine nehmen und die Namen der Söhne Israels in sie eingraben-1-, -1) o: einstechen. 2304#2. Mose,28,10#10. sechs ihrer Namen auf den einen Stein und die sechs übrigen Namen auf den andern Stein, und zwar nach ihrer Geburtsfolge. 2305#2. Mose,28,11#11. In Steinschneiderarbeit, mittels Siegelstecherkunst, sollst du die beiden Steine mit den Namen der Söhne Israels stechen lassen, und mit einer Einfassung von goldenem Flechtwerk sollst du sie versehen. 2306#2. Mose,28,12#12. Dann sollst du die beiden Steine auf die beiden Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an-1- die Israeliten-2- setzen, damit Aaron ihre Namen vor dem HErrn auf seinen beiden Schultern zur Erinnerung trägt. -1) o: für.   2) d.h. als Steine, die dazu dienen sollten, daß der Israeliten bei Gott gedacht würde. 2307#2. Mose,28,13#13. Ferner sollst du Geflechte von Golddraht anfertigen 2308#2. Mose,28,14#14. und zwei Kettchen von feinem Gold; in Gestalt von gedrehten Schnüren sollst du sie anfertigen und diese aus Schnüren geflochtenen Kettchen an den Goldgeflechten befestigen.» 2309#2. Mose,28,15#15. «SODANN fertige das Orakel-Brustschild-1- in Kunstweberarbeit an; ganz so, wie das Schulterkleid gearbeitet ist, sollst du es anfertigen, nämlich aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus sollst du es herstellen. -1) o: die Lostasche, w: Brustschild (o: Tasche) der Rechtsprechung, d.h. der göttlichen Entscheidung. Vermittels der im Brustschild befindlichen zwei Lose erforschte der Hohepriester den Willen Gottes. 2310#2. Mose,28,16#16. Viereckig-1- soll es sein, doppelt gelegt, eine Spanne lang und eine Spanne breit-2-. -1) o: quadratförmig.  2) eine Elle zerfiel in zwei Spannen. 2311#2. Mose,28,17#17. Besetze es mit einem Besatz von Edelsteinen in vier Reihen von Steinen; eine Reihe: ein Karneol, ein Topas und ein Smaragd sollen die erste Reihe bilden; 2312#2. Mose,28,18#18. die zweite Reihe: ein Rubin, ein Saphir und ein Jaspis; 2313#2. Mose,28,19#19. die dritte Reihe: ein Hyazinth, ein Achat und ein Amethyst; 2314#2. Mose,28,20#20. die vierte Reihe: ein Chrysolith, ein Soham-a- und ein Onyx; in Goldgeflecht sollen sie bei ihrer Einsetzung gefaßt sein. -a) 1.Mo. 2,12. 2315#2. Mose,28,21#21. Die Steine sollen also entsprechend den Namen der Söhne Israels zwölf sein, nach deren Namen; mittels Siegelstecherkunst sollen sie, ein jeder mit seinem besonderen Namen nach den zwölf Stämmen versehen sein. 2316#2. Mose,28,22#22. An dem Brustschild sollst du dann schnurähnlich geflochtene Kettchen von feinem Gold befestigen. 2317#2. Mose,28,23#23. Du sollst nämlich zwei goldene Ringe an dem Brustschilde anbringen und diese zwei Ringe an den beiden (oberen) Ecken des Brustschildes befestigen. 2318#2. Mose,28,24#24. Hierauf befestige die beiden goldenen Schnüre an den beiden Ringen, die sich an den (oberen) Ecken des Brustschildes befinden, 2319#2. Mose,28,25#25. und befestige die beiden (anderen) Enden der beiden Schnüre an den beiden Geflechten und diese wiederum an den Schulterstücken des Schulterkleides auf dessen Vorderseite. 2320#2. Mose,28,26#26. Dann fertige noch zwei goldene Ringe an und setze sie an die beiden (unteren) Ecken des Brustschildes, und zwar an seinen inneren Saum, der dem Schulterkleide zugekehrt ist. 2321#2. Mose,28,27#27. Fertige dann noch zwei goldene Ringe an und setze sie an die beiden Schulterstücke des Schulterkleides, unten an seine Vorderseite, dicht bei der Stelle, wo das Schulterkleid zusammengeht, oberhalb der Binde des Schulterkleides. 2322#2. Mose,28,28#28. Hierauf knüpfe man das Brustschild mit seinen Ringen vermittels einer Schnur von blauem Purpur an die Ringe des Schulterkleides, so daß das Brustschild über der Binde des Schulterkleides fest anliegt und das Brustschild sich nicht von seiner Stelle auf dem Schulterkleide verschieben kann. 2323#2. Mose,28,29#29. Aaron soll so die Namen der Söhne Israels an dem Orakel-Brustschild-a- auf seinem Herzen tragen, so oft er in das Heiligtum hineingeht, zur beständigen Erinnerung vor dem HErrn. -a) vgl. V. 15. 2324#2. Mose,28,30#30. In das Orakel-Brustschild aber sollst du die (heiligen Lose) Urim und Thummim-1- tun, damit sie auf dem Herzen-2- Aarons liegen, so oft er vor den HErrn tritt; und Aaron soll so das Orakel für die Israeliten beständig vor dem HErrn auf seinem Herzen tragen.» -1) die beiden Worte könnten etwa übersetzt werden: «die lichtenden und schlichtenden Lose.» Durch sie sollte Licht und Recht in jegliche Sache kommen; vgl. 3.Mo. 8,8; 5.Mo. 33,8.   2) = auf der Brust. 2325#2. Mose,28,31#31. «SODANN sollst du das Obergewand zu dem Schulterkleide ganz aus blauem Purpur anfertigen. 2326#2. Mose,28,32#32. Seine Kopföffnung soll sich in der Mitte befinden, und rings um diese Öffnung soll ein Saum in Weberarbeit gehen; eine Öffnung soll es haben wie die eines Panzerhemdes, damit es nicht einreißt. 2327#2. Mose,28,33#33. Unten an seinem Saum sollst du Granatäpfel aus blauem und rotem Purpur und Karmesin ringsum anbringen und zwischen ihnen goldene Glöckchen ringsum, 2328#2. Mose,28,34#34. so daß am ganzen Saum des Obergewandes ringsum immer auf ein goldenes Glöckchen ein Granatapfel folgt. 2329#2. Mose,28,35#35. Aaron soll (dieses Kleid) tragen, um den heiligen Dienst darin zu versehen, damit man es klingeln hört, so oft er in das Heiligtum vor den HErrn hineingeht und so oft er hinausgeht, damit er nicht stirbt.» 2330#2. Mose,28,36#36. «WEITER sollst du ein Stirnblatt aus feinem Gold anfertigen und auf ihm mittels Siegelstecherarbeit die Worte eingraben-1-: ,Dem HErrn geweiht.' -1) o: einstechen. 2331#2. Mose,28,37#37. Du sollst es dann mit einer Schnur von blauem Purpur versehen, damit es am Kopfbund angebracht werden kann: an dessen Vorderseite soll es sich befinden, 2332#2. Mose,28,38#38. und zwar soll es auf der Stirn Aarons liegen, damit Aaron die Verfehlungen in betreff der heiligen Gaben, welche die Israeliten weihen, auf sich nimmt, welche heiligen Gaben sie auch darbringen mögen. Es soll also beständig auf seiner Stirn liegen, um die Israeliten wohlgefällig vor dem HErrn zu machen. - 2333#2. Mose,28,39#39. Sodann sollst du das Unterkleid aus Byssus würfelförmig gemustert weben und einen Kopfbund aus Byssus anfertigen, auch einen Gürtel in Buntwirkerarbeit herstellen.» 2334#2. Mose,28,40#40. «FERNER sollst du für die Söhne Aarons Unterkleider herstellen und ihnen Gürtel und hohe Mützen zur Ehre-1- und zum Schmuck anfertigen. -1) o: Würde. 2335#2. Mose,28,41#41. Dann sollst du deinen Bruder Aaron und ebenso seine Söhne damit bekleiden und sollst sie salben, sie in ihr Amt einsetzen-1- und sie weihen, damit sie mir als Priester dienen. -1) w: ihnen die Hände füllen; vgl. 3.Mo. 8,28. 2336#2. Mose,28,42#42. Auch fertige ihnen leinene Unterbeinkleider an zur Verhüllung ihrer Blöße; diese sollen von den Hüften bis an die Schenkel reichen, 2337#2. Mose,28,43#43. und Aaron sowie seine Söhne sollen sie tragen, so oft sie in das Offenbarungszelt hineingehen oder an den Altar treten, um den Dienst im Heiligtum zu verrichten, damit sie keine Verschuldung auf sich laden und nicht sterben müssen. Diese Verordnung soll für ihn und seine Nachkommen nach ihm ewige Gültigkeit haben.» 2338#2. Mose,29,1#1. «BEHUFS ihrer Weihe für den Priesterdienst, den sie mir zu verrichten haben, sollst du folgendermaßen verfahren: Nimm einen jungen Stier und zwei fehlerlose Widder, 2339#2. Mose,29,2#2. ungesäuertes Brot und ungesäuerte, mit Öl gemengte-1- Kuchen, sowie ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen; aus feinem Weizenmehl sollst du sie bereiten. -1) o: eingerührte. 2340#2. Mose,29,3#3. Lege sie dann in einen Korb und bringe sie in dem Korbe herbei, dazu den jungen Stier und die beiden Widder. 2341#2. Mose,29,4#4. Dann laß Aaron und seine Söhne an den Eingang des Offenbarungszeltes treten und laß sie eine Abwaschung mit Wasser an sich vornehmen. 2342#2. Mose,29,5#5. Hierauf nimm die heiligen Kleider und laß Aaron das Unterkleid und das zum Schulterkleid gehörige Obergewand, sowie das Schulterkleid selbst nebst dem Brustschild anlegen und gürte ihm die Binde des Schulterkleides fest um; 2343#2. Mose,29,6#6. setze ihm dann den Kopfbund aufs Haupt und befestige das heilige Diadem am Kopfbund. 2344#2. Mose,29,7#7. Hierauf nimm das Salböl, gieße ihm (etwas davon) aufs Haupt und salbe ihn so. 2345#2. Mose,29,8#8. Sodann laß auch seine Söhne herantreten und sich die Unterkleider anlegen; 2346#2. Mose,29,9#9. umgürte sie mit dem Gürtel [Aaron und seine Söhne] und laß sie die hohen Mützen aufsetzen, damit ihnen das Priestertum kraft einer ewig gültigen Einsetzung zusteht. Wenn du so Aaron und seine Söhne in ihr Amt eingesetzt hast-a-, -a) vgl. 2.Mo. 28,41. 2347#2. Mose,29,10#10. sollst du den jungen Stier vor das Offenbarungszelt führen lassen, und Aaron nebst seinen Söhnen sollen ihre Hände fest auf den Kopf des Stieres legen. 2348#2. Mose,29,11#11. Dann schlachte den Stier vor dem HErrn am Eingang des Offenbarungszeltes, 2349#2. Mose,29,12#12. nimm etwas von dem Blut des Stieres und streiche es mit deinem Finger an die Hörner des Altars; alles übrige Blut aber schütte an den Fuß des Altars. 2350#2. Mose,29,13#13. Sodann nimm das gesamte Fett, welches die Eingeweide überzieht, sowie den Leberlappen und die beiden Nieren samt dem daransitzenden Fett und laß es auf dem Altar in Rauch aufgehen; 2351#2. Mose,29,14#14. das Fleisch des Stieres aber, sowie sein Fell und den Inhalt seiner Gedärme verbrenne im Feuer außerhalb des Lagers: es ist ein Sündopfer. 2352#2. Mose,29,15#15. Dann nimm den einen Widder, und Aaron nebst seinen Söhnen sollen ihre Hände fest auf den Kopf des Widders legen. 2353#2. Mose,29,16#16. Hierauf schlachte den Widder, nimm sein Blut und sprenge es an den Altar ringsum; 2354#2. Mose,29,17#17. den Widder aber zerlege in seine Stücke, wasche seine Eingeweide und Beine ab und lege sie zu seinen übrigen Stücken und zu seinem Kopf 2355#2. Mose,29,18#18. und laß dann den ganzen Widder auf dem Altar in Rauch aufgehen: es ist ein Brandopfer für den HErrn, ein lieblicher Geruch; ein Feueropfer ist es für den HErrn. 2356#2. Mose,29,19#19. Hierauf nimm den zweiten Widder, und Aaron nebst seinen Söhnen sollen ihre Hände fest auf den Kopf des Widders legen. 2357#2. Mose,29,20#20. Darauf schlachte den Widder, nimm etwas von seinem Blut und bestreiche damit das rechte Ohrläppchen Aarons und das rechte Ohrläppchen seiner Söhne, sowie den Daumen ihrer rechten Hand und die große Zehe ihres rechten Fußes; das übrige Blut aber sprenge auf den Altar ringsum. 2358#2. Mose,29,21#21. Sodann nimm etwas von dem Blut, das sich auf dem Altar befindet, sowie von dem Salböl und besprenge mit ihm Aaron und seine Kleider, ebenso seine Söhne und deren Kleider, damit er und seine Kleider und ebenso seine Söhne und deren Kleider geheiligt-1- sind. -1) o: geweiht. 2359#2. Mose,29,22#22. Nimm dann von dem Widder das Fett, nämlich den Fettschwanz und das Fett, welches die Eingeweide überzieht, sowie den Leberlappen und die beiden Nieren samt dem daransitzenden Fett, sowie die rechte Keule - denn es ist ein Einweihungswidder -, 2360#2. Mose,29,23#23. dazu einen Laib Brot, einen mit Öl gemengten Brotkuchen und einen Fladen aus dem Korb mit den ungesäuerten Broten, der vor den HErrn hingestellt ist; 2361#2. Mose,29,24#24. lege dies alles dem Aaron und seinen Söhnen in-1- die Hände und laß es als Webeopfer-a- vor dem HErrn weben-2-. -1) o: auf.   2) = schwingen.   a) vgl. 3.Mo. 8,27. 2362#2. Mose,29,25#25. Dann nimm es ihnen wieder aus den Händen und laß es auf dem Altar über dem Brandopfer in Rauch aufgehen zu einem lieblichen Geruch vor dem HErrn: ein Feueropfer ist es für den HErrn. 2363#2. Mose,29,26#26. Hierauf nimm die Brust von dem Einweihungswidder, der für Aaron bestimmt ist, und webe sie als Webeopfer vor dem HErrn: dann soll sie dir als Anteil zufallen. 2364#2. Mose,29,27#27. Darum sollst du die Brust des Webeopfers und die Hebekeule, die von dem für Aaron und für seine Söhne bestimmten Einweihungswidder gewebt und als Hebe-1- entnommen sind, für geweiht erklären: -1) Hebe ist eine Opfergabe, die durch Emporheben mit den Händen Gott geweiht worden ist, meist = Weihgabe, Weihopfer. 2365#2. Mose,29,28#28. sie sollen für Aaron und seine Söhne eine vonseiten der Israeliten ewig zu leistende Gebühr sein; denn es ist ein Hebeopfer und soll seitens der Israeliten als Hebeopfer von ihren Heilsopfern abgegeben werden, als ihr Hebeopfer für den HErrn.» 2366#2. Mose,29,29#29. «Die heiligen Kleider Aarons aber sollen nach ihm an seine Söhne kommen, damit man sie darin salbe und sie darin in ihr Amt einsetze-a-. -a) vgl. 2.Mo. 28,41. 2367#2. Mose,29,30#30. Sieben Tage lang soll sie derjenige von seinen Söhnen tragen, der an seiner Statt Priester wird und in das Offenbarungszelt hineingehen wird, um den Dienst im Heiligtum zu verrichten.» 2368#2. Mose,29,31#31. «Den Einweihungswidder aber sollst du nehmen und sein Fleisch an heiliger Stätte kochen. 2369#2. Mose,29,32#32. Dann sollen Aaron und seine Söhne das Fleisch des Widders samt dem Brot, das sich in dem Korbe befindet, am Eingang des Offenbarungszeltes verzehren: 2370#2. Mose,29,33#33. sie sollen die Stücke verzehren, durch welche die Sühne für sie bewirkt wurde, als man sie in ihr Amt einsetzte-a- und sie weihte; aber ein Fremder-1- darf nicht davon essen, denn sie sind heilig. -1) = Unbefugter.   a) vgl. 2.Mo. 28,41. 2371#2. Mose,29,34#34. Und wenn von dem Fleisch des Einweihungsopfers oder von dem Brot etwas bis zum Morgen übrigbleibt, so sollst du das Übriggebliebene im Feuer verbrennen: es darf nicht mehr gegessen werden, denn es ist heilig. 2372#2. Mose,29,35#35. So also sollst du mit Aaron und seinen Söhnen verfahren, genau so, wie ich dir geboten habe: sieben Tage soll die Einweihung dauern!» 2373#2. Mose,29,36#36. «UND für jeden Tag sollst du einen jungen Stier als Sündopfer zum Vollzug der Sühne darbringen und den Altar entsündigen, indem du die Sühngebräuche an ihm vollziehst, und sollst ihn salben, um ihn zu weihen. 2374#2. Mose,29,37#37. Sieben Tage hindurch sollst du die Sühngebräuche am Altar vornehmen, um ihn zu weihen, damit der Altar hochheilig werde: jeder, der den Altar berührt, soll dem Heiligtum verfallen sein!» 2375#2. Mose,29,38#38. «FOLGENDES aber ist es, was du auf dem Altar opfern sollst: zwei einjährige Lämmer an jedem Tage ohne Ausnahme. 2376#2. Mose,29,39#39. Das eine Lamm sollst du am Morgen opfern, das andere gegen Abend-a-, -a) vgl. 2.Mo. 12,6. 2377#2. Mose,29,40#40. und außerdem ein Zehntel Epha-1- Feinmehl, das mit einem Viertel Hin Öl von zerstoßenen Oliven gemengt ist; und als Trankopfer soll ein Viertel Hin-1- Wein zu dem einen-2- Lamm kommen. -1) ein Epha etwas über 36 Liter; ein Hin der sechste Teil.   2) o: ersten. 2378#2. Mose,29,41#41. Das zweite Lamm aber sollst du gegen Abend opfern - mit dem Speisopfer und dem zugehörigen Trankopfer sollst du es dabei halten wie am Morgen - zu einem lieblichen Geruch, als ein Feueropfer für den HErrn: 2379#2. Mose,29,42#42. ein regelmäßiges Brandopfer (soll es bei euch sein) für eure Geschlechter vor dem HErrn am Eingang zum Offenbarungszelt, wo ich mit euch in Verkehr treten werde, um dort mit dir zu reden.» 2380#2. Mose,29,43#43. «ICH will dort nämlich mit den Israeliten in Verkehr treten-1-, und es-2- wird durch meine Herrlichkeit geheiligt werden. -1) o: mich den Israeliten offenbaren.   2) das Zelt. 2381#2. Mose,29,44#44. Ich will also das Offenbarungszelt und den Altar heiligen; auch Aaron und seine Söhne will ich heiligen, damit sie mir als Priester dienen; 2382#2. Mose,29,45#45. und ich will inmitten der Israeliten wohnen und will ihr Gott sein, 2383#2. Mose,29,46#46. und sie sollen erkennen, daß ich, der HErr, ihr Gott bin, der ich sie aus Ägypten hinausgeführt habe, um mitten unter ihnen zu wohnen, ich, der HErr, ihr Gott.» 2384#2. Mose,30,1#1. «SODANN sollst du einen Altar-a- herstellen, um Räucherwerk auf ihm zu verbrennen; aus Akazienholz sollst du ihn anfertigen; -a) vgl. 2.Mo. 37,25-28. 2385#2. Mose,30,2#2. eine Elle lang und eine Elle breit, viereckig-1- soll er sein und zwei Ellen hoch; seine Hörner sollen aus einem Stück mit ihm bestehen. -1) = quadratförmig. 2386#2. Mose,30,3#3. Du sollst ihn, sowohl seine Platte als auch die Wände ringsum und die Hörner, mit feinem Gold überziehen und einen goldenen Kranz-1- ringsum an ihm anbringen. -1) o: Leiste. 2387#2. Mose,30,4#4. Zwei goldene Ringe sollst du für ihn anfertigen und sie unterhalb seines Kranzes an seinen beiden Seiten anbringen; die sollen zur Aufnahme der Stangen dienen, mittels derer man ihn tragen kann. 2388#2. Mose,30,5#5. Die Stangen sollst du aus Akazienholz anfertigen und sie mit Gold überziehen. 2389#2. Mose,30,6#6. Du sollst den Altar dann vor dem Vorhang aufstellen, der sich vor der Gesetzeslade befindet-a-, der Deckplatte gegenüber, die über dem Gesetz liegt, woselbst ich mit dir in Verkehr treten-b- werde. -a) vgl. 2.Mo. 25,16.   b) vgl. 2.Mo. 29,43. 2390#2. Mose,30,7#7. Aaron soll dann auf ihm wohlriechendes Räucherwerk verbrennen; an jedem Morgen, wenn er die Lampen zurechtmacht, soll er es verbrennen; 2391#2. Mose,30,8#8. ebenso soll Aaron es verbrennen, wenn er gegen Abend die Lampen aufsetzt: ein regelmäßiges Rauchopfer vor dem HErrn soll es für ewige Zeiten sein. 2392#2. Mose,30,9#9. Ihr dürft kein ungehöriges Räucherwerk und kein Brand- oder Speisopfer auf ihm darbringen; auch kein Trankopfer dürft ihr auf ihm ausgießen. 2393#2. Mose,30,10#10. Aaron soll einmal im Jahr die Sühnehandlung an seinen Hörnern vornehmen; mit dem Blut des Versöhnungsopfers soll er einmal im Jahr die Sühnehandlung an ihm vornehmen, von Geschlecht zu Geschlecht: hochheilig ist er dem HErrn.» 2394#2. Mose,30,11#11. HIERAUF sagte der HErr zu Mose folgendes: 2395#2. Mose,30,12#12. «Wenn du die Kopfzahl der Israeliten, soweit sie gemustert werden, aufnimmst, so sollen sie ein jeder ein Lösegeld für ihr Leben dem HErrn bei ihrer Musterung entrichten, damit keine schlimme Heimsuchung bei-1- ihrer Musterung über sie kommt. -1) o: trotz. 2396#2. Mose,30,13#13. Es soll also ein jeder, der sich der Musterung zu unterziehen hat, einen halben Schekel entrichten - nach dem Schekel des Heiligtums-1-, wobei zwanzig Gera auf den Schekel gehen -, einen halben Schekel als Abgabe an den HErrn. -1) gemeint ist wohl das Vollgewicht des Schekels (1 Schekel = 16,37 Gramm) im Gegensatz zu dem gewöhnlichen Gewicht des Schekels als Münze (14,55 Gramm). 2397#2. Mose,30,14#14. Jeder, der sich der Musterung zu unterziehen hat, von zwanzig Jahren an und darüber, soll die Abgabe an den HErrn entrichten: 2398#2. Mose,30,15#15. der Reiche soll nicht mehr und der Arme nicht weniger als einen halben Schekel geben, wenn ihr die Abgabe an den HErrn entrichtet, um die Deckung-1- eures Lebens zu bewirken. -1) = Sicherung. 2399#2. Mose,30,16#16. Du sollst also dieses Sühnegeld von den Israeliten erheben und es zur Bestreitung der Kosten des Dienstes am Offenbarungszelt verwenden; so wird es den lsraeliten zum (gnädigen) Gedenken vor dem HErrn dienen, um Deckung eures Lebens zu bewirken.» 2400#2. Mose,30,17#17. Weiter sagte der HErr zu Mose folgendes: 2401#2. Mose,30,18#18. «Fertige auch ein kupfernes Becken-a- nebst einem kupfernen Gestell dazu für die Waschungen an, stelle es zwischen dem Offenbarungszelt und dem Altar auf und tu Wasser hinein, -a) vgl. 2.Mo. 37,8. 2402#2. Mose,30,19#19. damit Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße daraus-1- waschen; -1) o: darin. 2403#2. Mose,30,20#20. so oft sie in das Offenbarungszelt hineingehen, sollen sie sich mit Wasser waschen, damit sie nicht sterben, oder auch, wenn sie an den Altar treten, um ihren Dienst zu verrichten, indem sie Feueropfer für den HErrn in Rauch aufgehen lassen. 2404#2. Mose,30,21#21. Da sollen sie sich dann ihre Hände und Füße waschen, damit sie nicht sterben; und dies soll eine ewiggültige Verordnung für sie sein, für Aaron und seine Nachkommen von Geschlecht zu Geschlecht.» 2405#2. Mose,30,22#22. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2406#2. Mose,30,23#23. «Nimm du dir Wohlgerüche von der besten Sorte, nämlich Stakte-1- fünfhundert Schekel, wohlriechenden Zimt halb soviel, also zweihundertundfünfzig Schekel, ferner wohlriechenden Kalmus-2- ebenfalls zweihundertundfünfzig Schekel -1) o: Tropfharz, d.h. von selbst ausgeflossene Myrrhe. 2) o: Balsamrohr. 2407#2. Mose,30,24#24. und Kassia fünfhundert Schekel nach dem Gewicht des Heiligtums, dazu ein Hin Olivenöl, 2408#2. Mose,30,25#25. und stelle daraus ein heiliges Salböl her, eine Salbenmischung, wie sie der Salbenmischer herstellt: heiliges Salböl soll es sein. 2409#2. Mose,30,26#26. Du sollst damit das Offenbarungszelt und die Gesetzeslade salben, 2410#2. Mose,30,27#27. ferner den Tisch samt allen seinen Geräten, den Leuchter samt den zugehörigen Geräten und den Räucheraltar, 2411#2. Mose,30,28#28. ferner den Brandopferaltar samt allen seinen Geräten und das Becken nebst seinem Gestell. 2412#2. Mose,30,29#29. So sollst du sie heiligen, damit sie hochheilig werden: jeder, der sie berührt, soll dem Heiligtum verfallen sein! 2413#2. Mose,30,30#30. Auch Aaron und seine Söhne sollst du salben und sie dadurch zu Priestern für meinen Dienst weihen. 2414#2. Mose,30,31#31. Den Israeliten aber sollst du folgendes gebieten: ,Als ein mir heiliges Salböl soll dieses euch für alle eure Geschlechter gelten! 2415#2. Mose,30,32#32. Auf keines Menschen Leib darf es gegossen werden! und ihr dürft solches Salböl nicht in der gleichen Zusammensetzung für euren eigenen Gebrauch bereiten: es ist heilig und soll euch auch als heilig gelten! 2416#2. Mose,30,33#33. Wer ein gleiches durch Mischung herstellt und etwas davon an eine unbefugte Person bringt, der soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden!'» 2417#2. Mose,30,34#34. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: «Nimm dir Gewürzkräuter, nämlich Stakte-a-, Räucherklaue-1-, Galban-2-, [Gewürzkräuter] und reinen Weihrauch, alle zu gleichen Teilen, -1) o: Seenagel, d.h. der Deckel ein. Arten Seemuscheln, die beim Verbrennen angenehm duften.  2) o: Mutterharz, das aus mehreren orientalischen Stauden gewonnen wurde. a) vgl. V. 23. 2418#2. Mose,30,35#35. und stelle daraus ein Räucherwerk her, eine würzige Mischung, wie sie der Salbenmischer herstellt, mit (etwas) Salz vermengt, sonst rein, zu heiligem Gebrauch bestimmt. 2419#2. Mose,30,36#36. Zerstoße etwas davon zu feinem Pulver und lege etwas davon vor die Gesetzeslade im Offenbarungszelt, woselbst ich in Verkehr mit dir treten werde-a-: als hochheilig soll es euch gelten! -a) vgl. 2.Mo. 29, 43. 2420#2. Mose,30,37#37. Das Räucherwerk aber, das ihr für euch selbst bereitet, dürft ihr nicht in dem gleichen Mischungsverhältnis herstellen; nein, es soll dir als dem HErrn geheiligt gelten! 2421#2. Mose,30,38#38. Wer sich das gleiche Räucherwerk bereitet, um seinen Wohlgeruch zu genießen, soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden!» 2422#2. Mose,31,1#1. WEITER sagte der HErr zu Mose folgendes: 2423#2. Mose,31,2#2. «Wisse wohl: ich habe Bezaleel, den Sohn Uri's, den Enkel Hurs, aus dem Stamme Juda, namentlich-1- berufen -1) = mit Namennennung. 2424#2. Mose,31,3#3. und ihn mit göttlichem Geist erfüllt, mit Kunstsinn und Einsicht, mit Verstand und allerlei Fertigkeiten, 2425#2. Mose,31,4#4. um Kunstwerke zu ersinnen, Arbeiten in Gold, in Silber und in Kupfer auszuführen, 2426#2. Mose,31,5#5. Edelsteine zu schneiden, um Kunstwerke damit zu besetzen, Holz zu schnitzen, kurz Werke jeder Art kunstvoll auszuführen. 2427#2. Mose,31,6#6. Zugleich habe ich ihm Oholiab, den Sohn Ahisamachs, aus dem Stamme Dan, beigegeben und allen Kunstverständigen die erforderliche Begabung verliehen, damit sie alles, was ich dir geboten habe, herstellen, 2428#2. Mose,31,7#7. nämlich das Offenbarungszelt und die Gesetzeslade mit der Deckplatte darauf und alle anderen Geräte des Zeltes, 2429#2. Mose,31,8#8. nämlich den Tisch mit allen seinen Geräten, den Leuchter aus feinem Gold samt allen zugehörigen Geräten, den Räucheraltar, 2430#2. Mose,31,9#9. den Brandopferaltar mit allen seinen Geräten, das Becken mit seinem Gestell; 2431#2. Mose,31,10#10. sodann die [Prachtkleider und] heiligen Kleider für den Priester Aaron, sowie die Kleider seiner Söhne, die mir als Priester dienen sollen; 2432#2. Mose,31,11#11. ferner das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk für das Heiligtum. Genau so, wie ich dir geboten habe, sollen sie alles ausführen!» 2433#2. Mose,31,12#12. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2434#2. Mose,31,13#13. «Du aber präge den Israeliten folgendes Gebot ein: ,Beobachtet ja meine Sabbate-1-! denn sie sind ein Zeichen (des Bundes) zwischen mir und euch für eure künftigen Geschlechter, damit ihr erkennt, daß ich, der HErr, es bin, der euch heiligt. -1) o: Ruhetage. 2435#2. Mose,31,14#14. Beobachtet also den Sabbat! denn er soll euch heilig sein; wer ihn entweiht, soll unfehlbar mit dem Tode bestraft werden; ja wer irgend eine Arbeit an diesem Tage verrichtet, ein solcher Mensch soll aus der Mitte seiner Volksgenossen ausgerottet werden: 2436#2. Mose,31,15#15. Sechs Tage lang darf gearbeitet werden, aber am siebten Tage ist der dem HErrn geheiligte Feiertag mit vollständiger Ruhe: wer irgend am Sabbattag eine Arbeit verrichtet, soll unfehlbar mit dem Tode bestraft werden! 2437#2. Mose,31,16#16. So sollen also die Israeliten den Sabbat beobachten, indem sie den Ruhetag von Geschlecht zu Geschlecht feiern, als eine ewige Verpflichtung. 2438#2. Mose,31,17#17. Für ewige Zeiten soll er ein Zeichen (des Bundes) zwischen mir und den Israeliten sein! denn in sechs Tagen hat der HErr den Himmel und die Erde geschaffen, aber am siebten Tag hat er gefeiert und geruht.'» 2439#2. Mose,31,18#18. ALS der HErr nun seine Unterredung mit Mose auf dem Berge Sinai beendet hatte, übergab er ihm die beiden Gesetzestafeln, steinerne Tafeln, die vom Finger Gottes beschrieben waren. 2440#2. Mose,32,1#1. ALS aber das Volk sah, daß Mose mit seiner Rückkehr vom Berge auf sich warten ließ, sammelte sich das Volk um Aaron und sagte zu ihm: «Auf! mache uns einen Gott, der vor uns herziehen soll! denn von diesem Mose, dem Mann, der uns aus dem Land Ägypten hierher geführt hat, wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist.» 2441#2. Mose,32,2#2. Da antwortete ihnen Aaron: «Reißt die goldenen Ringe ab, die eure Frauen und eure Söhne und Töchter in den Ohren tragen, und bringt sie mir her!» 2442#2. Mose,32,3#3. Da riß das gesamte Volk sich die goldenen Ringe ab, die sie in den Ohren trugen, und brachten sie zu Aaron. 2443#2. Mose,32,4#4. Der nahm sie von ihnen in Empfang, bearbeitete das Gold mit dem Meißel-1- und machte ein gegossenes Kalb-2- daraus. Da riefen sie: «Dies ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Land Ägypten hergeführt hat!» -1) o: in einer Gußform(?).   2) = Stierbild. 2444#2. Mose,32,5#5. Als Aaron das sah, errichtete er einen Altar vor dem Stierbild und ließ ausrufen: «Morgen findet ein Fest statt zu Ehren des HErrn!» 2445#2. Mose,32,6#6. Da machten sie sich am andern Morgen früh auf, opferten Brandopfer und brachten Heilsopfer dar, und das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken; dann standen sie auf, um sich zu belustigen. 2446#2. Mose,32,7#7. DA sagte der HErr zu Mose: «Auf! gehe hinab! denn dein Volk, das du aus Ägypten hergeführt hast, begeht eine große Sünde: 2447#2. Mose,32,8#8. gar schnell sind sie von dem Wege abgewichen, den ich ihnen geboten habe; sie haben sich ein gegossenes Stierbild gemacht und es angebetet, haben ihm geopfert und ausgerufen: ,Dies ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Land Ägypten hergeführt hat!'» 2448#2. Mose,32,9#9. Dann fuhr der HErr fort: «Ich habe dieses Volk beobachtet und sehe wohl: es ist ein halsstarriges Volk. 2449#2. Mose,32,10#10. Nun so laß mich, daß mein Zorn gegen sie entbrenne und ich sie vernichte! Dich aber will ich zu einem großen Volk machen!» 2450#2. Mose,32,11#11. Mose aber suchte den HErrn, seinen Gott, zu besänftigen, indem er sagte: «Warum, o HErr, soll dein Zorn gegen dein Volk entbrennen, das du mit großer Kraft und starkem Arm aus dem Land Ägypten herausgeführt hast? 2451#2. Mose,32,12#12. Warum sollen die Ägypter sagen: ,In böser Absicht-1- hat er sie hinausgeführt, um sie in den Bergen umkommen zu lassen und sie vom Erdboden zu vertilgen'? Laß ab von deiner Zornesglut und laß dir das Unheil leid sein, das du deinem Volk zugedacht hast! -1) o: zum Unheil. 2452#2. Mose,32,13#13. Denke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst zugeschworen und verheißen hast: ,Ich will eure Nachkommenschaft so zahlreich machen wie die Sterne am Himmel und will dies ganze Land, von dem ich geredet habe, euren Nachkommen zu ewigem Besitz geben.'» 2453#2. Mose,32,14#14. Da ließ der HErr sich das Unheil leid sein, das er seinem Volk zugedacht hatte. 2454#2. Mose,32,15#15. Mose aber machte sich auf den Rückweg und stieg vom Berge hinab mit den beiden Gesetzestafeln in der Hand, Tafeln, die auf ihren beiden Seiten, vorn und hinten, beschrieben waren. 2455#2. Mose,32,16#16. Diese Tafeln waren von Gott selbst angefertigt, und die Schrift war Gottes Schrift, in die Tafeln eingegraben. 2456#2. Mose,32,17#17. Als nun Josua das laute Jubelgeschrei des Volkes hörte, sagte er zu Mose: «Kriegslärm ist im Lager!» 2457#2. Mose,32,18#18. Der aber antwortete: «Das klingt nicht wie Geschrei von Siegern und auch nicht wie Geschrei von Besiegten: nein, lautes Singen höre ich!» 2458#2. Mose,32,19#19. ALS er sich dann dem Lager genähert hatte und das Stierbild und die Reigentänze sah, da geriet Mose in lodernden Zorn, so daß er die Tafeln aus seinen Händen schleuderte und sie am Fuß des Berges zertrümmerte. 2459#2. Mose,32,20#20. Dann nahm er das Stierbild, das sie angefertigt hatten, verbrannte es im Feuer und zerstieß es zu feinem Staub, den streute er aufs Wasser und ließ es die Israeliten trinken. 2460#2. Mose,32,21#21. Hierauf sagte Mose zu Aaron: «Was hat dir dieses Volk getan, daß du es zu einer so großen Sünde verführt hast?» 2461#2. Mose,32,22#22. Aaron antwortete: «Mein Herr möge nicht in Zorn geraten! Du weißt selbst, wie das Volk zum Bösen geneigt ist. 2462#2. Mose,32,23#23. Sie forderten mich auf: ,Mache uns einen Gott, der vor uns herziehen soll! denn von diesem Mose, dem Mann, der uns aus dem Land Ägypten hergeführt hat, wissen wir nicht, was aus ihm geworden ist.' 2463#2. Mose,32,24#24. Da antwortete ich ihnen: ,Wer Goldschmuck hat, der reiße ihn von sich ab!' Sie gaben es mir dann, und ich warf es ins Feuer; da kam dieses Stierbild heraus.» 2464#2. Mose,32,25#25. Als nun Mose sah, daß das Volk zügellos geworden war: - denn Aaron hatte ihm die Zügel schießen lassen zur Schadenfreude für ihre Feinde -, 2465#2. Mose,32,26#26. trat Mose in das Tor des Lagers und rief aus: «Her zu mir, wer es mit dem HErrn hält!» Da scharten sich alle Leviten um ihn. 2466#2. Mose,32,27#27. Zu diesen sagte er: «So spricht der HErr, der Gott Israels: ,Gürtet euch ein jeder sein Schwert an die Hüfte, geht im Lager hin und her von einem Tor zum andern und erschlagt ein jeder den eigenen Bruder und ein jeder seine Freunde und Verwandten!'» 2467#2. Mose,32,28#28. Die Leviten kamen dem Befehl Mose's nach, und so fielen an diesem Tage von dem Volk gegen dreitausend Mann. 2468#2. Mose,32,29#29. Da sagte Mose: «Weiht euch heute dem HErrn zu Priestern-1-! denn ein jeder ist sogar gegen den eigenen Sohn und gegen den eigenen Bruder schonungslos vorgegangen; darum soll euch heute Segen verliehen werden!» -1) w: «Füllt euch heute eure Hand für den HErrn!», vgl. 2.Mo. 28, 41. 2469#2. Mose,32,30#30. AM andern Tage aber sagte Mose zum Volk: «Ihr habt eine schwere Sünde begangen; darum will ich jetzt zum HErrn hinaufsteigen! vielleicht kann ich euch Sühne für eure Sünde erwirken.» 2470#2. Mose,32,31#31. So kehrte denn Mose zum HErrn zurück und sagte: «Ach bitte! dieses Volk hat eine schwere Sünde begangen: es hat sich einen Gott aus Gold angefertigt! 2471#2. Mose,32,32#32. Und nun - vergib ihnen doch ihre Sünde! Wo nicht, so streiche lieber mich aus deinem Buche aus, das du geschrieben hast!» 2472#2. Mose,32,33#33. Der HErr aber antwortete dem Mose: «Wer gegen mich gesündigt hat, nur den werde ich aus meinem Buche ausstreichen. 2473#2. Mose,32,34#34. Jetzt aber gehe hin und führe das Volk dahin, wohin ich dir geboten habe! Jedoch nur mein Engel wird vor dir hergehen; und am Tage meines Strafgerichts will ich sie für ihre Versündigung büßen lassen!» 2474#2. Mose,32,35#35. So suchte denn der HErr fortan das Volk heim (zur Strafe) dafür, daß sie das Stierbild hatten machen lassen, welches Aaron angefertigt hatte. 2475#2. Mose,33,1#1. HIERAUF sagte der HErr zu Mose: «Ziehe nunmehr weiter, hinweg von hier, du und das Volk, das du aus dem Land Ägypten hergeführt hast, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe mit den Worten: ,Deinen Nachkommen will ich es geben!' 2476#2. Mose,33,2#2. Ich will aber einen Engel vor dir hersenden und die Kanaanäer, Amoriter, Hethiter, Pherissiter, Hewiter und Jebusiter vertreiben, - in ein Land, das von Milch und Honig überfließt. 2477#2. Mose,33,3#3. Doch ich selbst will nicht in deiner Mitte hinaufziehen, weil du ein halsstarriges Volk bist; ich müßte dich sonst unterwegs vertilgen.» 2478#2. Mose,33,4#4. Als das Volk diese schlimme Botschaft vernahm, wurde es betrübt, und keiner legte seinen Schmuck an; 2479#2. Mose,33,5#5. denn der HErr hatte zu Mose gesagt: «Sage den Israeliten: ,Ihr seid ein halsstarriges Volk; wenn ich auch nur einen Augenblick in deiner Mitte einherzöge, müßte ich dich vertilgen. So lege denn jetzt deinen Schmuck von dir ab, dann will ich sehen, was ich für dich tun kann!'» 2480#2. Mose,33,6#6. Da legten die Israeliten ihren Schmuck ab, vom Berge Horeb an. 2481#2. Mose,33,7#7. MOSE aber nahm jedesmal das Zelt und schlug es für sich-1- außerhalb des Lagers in einiger Entfernung vom Lager auf und gab ihm den Namen ,Offenbarungszelt'-2-. So oft nun jemand den HErrn befragen wollte, ging er zu dem Offenbarungszelt hinaus, das außerhalb des Lagers lag. -1) o: für ihn, d.h. für den HErrn(?).   2) o: Zelt der Zusammenkunft. 2482#2. Mose,33,8#8. So oft aber Mose zu dem Zelt hinausging, standen alle Leute auf und traten ein jeder in den Eingang seines Zeltes und blickten hinter Mose her, bis er in das Zelt eingetreten war. 2483#2. Mose,33,9#9. Sobald dann Mose in das Zelt getreten war, senkte sich die Wolkensäule herab und nahm ihren Stand am Eingang des Zeltes, solange der HErr mit Mose redete. 2484#2. Mose,33,10#10. Wenn nun das ganze Volk die Wolkensäule am Eingang des Zeltes stehen sah, erhob sich das ganze Volk, und jeder warf sich im Eingang seines Zeltes nieder. 2485#2. Mose,33,11#11. Der HErr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie jemand mit seinem Freunde redet. Mose kehrte dann wieder ins Lager zurück, während sein Diener Josua, der Sohn Nuns, ein junger Mann, das Innere des Zeltes nie verließ. 2486#2. Mose,33,12#12. HIERAUF sagte Mose zum HErrn: «Siehe, du hast mir wohl geboten, dieses Volk (nach Kanaan) hinaufzuführen, hast mich aber nicht wissen lassen, wen du mit mir senden willst; und doch hast du zu mir gesagt: ,Ich kenne dich mit Namen, und du hast auch Gnade bei mir gefunden!' 2487#2. Mose,33,13#13. Wenn ich denn wirklich Gnade bei dir gefunden habe, so laß mich doch deine Pläne wissen, damit ich dich erkenne und damit ich (inne werde, daß ich) Gnade bei dir gefunden habe! Bedenke doch auch, daß dies Volk dein Volk ist!» 2488#2. Mose,33,14#14. Da antwortete der HErr: «Wenn ich in Person mitzöge, würde ich dir dadurch Beruhigung verschaffen?» 2489#2. Mose,33,15#15. Da entgegnete ihm Mose: «Wenn du nicht in Person mitziehst, so laß uns lieber nicht von hier wegziehen! 2490#2. Mose,33,16#16. Woran soll man denn sonst erkennen, daß ich samt deinem Volk Gnade bei dir gefunden habe? doch eben daran, daß du mit uns ziehst und daß wir, ich und dein Volk, dadurch vor allen Völkern auf dem Erdboden ausgezeichnet werden.» 2491#2. Mose,33,17#17. Da antwortete der HErr dem Mose: «Auch diese Bitte, die du jetzt ausgesprochen, will ich dir erfüllen; denn du hast Gnade bei mir gefunden, und ich kenne dich mit Namen.» 2492#2. Mose,33,18#18. ALS Mose nun bat: «Laß mich doch deine Herrlichkeit schauen!» 2493#2. Mose,33,19#19. antwortete der HErr: «Ich will all meine Schöne vor deinen Augen vorüberziehen lassen und will den Namen des HErrn laut vor dir ausrufen, nämlich daß ich Gnade erweise, wem ich eben gnädig bin, und Barmherzigkeit dem erzeige, dessen ich mich erbarmen will.» 2494#2. Mose,33,20#20. Dann fuhr er fort: «Mein Angesicht kannst du nicht schauen; denn kein Mensch, der mich schaut, bleibt am Leben.» 2495#2. Mose,33,21#21. Doch der HErr fuhr fort: «Siehe, es ist ein Platz neben mir-1-: da magst du dich auf den Felsen stellen! -1) o: eine Stätte bei mir. 2496#2. Mose,33,22#22. Wenn ich dann in meiner Herrlichkeit vorüberziehe, will ich dich in die Höhlung des Felsens stellen und meine Hand schirmend über dich halten, bis ich vorübergezogen bin. 2497#2. Mose,33,23#23. Habe ich dann meine Hand zurückgezogen, so wirst du meine Rückseite schauen; mein Angesicht aber kann nicht geschaut werden.» 2498#2. Mose,34,1#1. DARAUF gebot der HErr dem Mose: «Haue dir zwei Steintafeln zurecht, wie die ersten waren, dann will ich auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln gestanden haben, die du zertrümmert hast! 2499#2. Mose,34,2#2. Halte dich für morgen bereit, gleich früh auf den Berg Sinai zu steigen und dort auf der Spitze des Berges vor mich zu treten! 2500#2. Mose,34,3#3. Es soll aber niemand mit dir heraufsteigen, und es darf sich auch niemand am ganzen Berge blicken lassen; sogar das Kleinvieh und die Rinder dürfen nicht gegen diesen Berg hin weiden!» 2501#2. Mose,34,4#4. So hieb sich denn Mose zwei Steintafeln zurecht, wie die ersten gewesen waren, und machte sich dann am andern Morgen früh auf und stieg zum Berge Sinai hinauf, wie der HErr ihm geboten hatte; die beiden Steintafeln trug er in der Hand. 2502#2. Mose,34,5#5. DA fuhr der HErr im Gewölk hernieder, und er-1- trat dort neben ihn und rief den Namen des HErrn an. -1) Mose. 2503#2. Mose,34,6#6. Da zog der HErr vor seinen Augen vorüber und rief aus: «Der HErr, der HErr ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig und reich an Gnade und Treue, 2504#2. Mose,34,7#7. der Gnade auf Tausende hin-1- bewahrt, der Unrecht, Übertretung und Sünde vergibt, doch auch (den Schuldigen) keineswegs ungestraft läßt, sondern die Schuld der Väter an Kindern und Kindeskindern heimsucht, am dritten und am vierten Glied.» -1) o: Tausenden, vgl. 2.Mo. 20,6. 2505#2. Mose,34,8#8. Da verneigte sich Mose eilends bis zur Erde, warf sich nieder 2506#2. Mose,34,9#9. und sagte: «Habe ich irgend Gnade bei dir, o Herr, gefunden, so wolle mein Herr doch in unserer Mitte einherziehen! denn es ist ein halsstarriges Volk. Aber vergib uns unsere Schuld und Sünde und laß uns dein Eigentum sein!» 2507#2. Mose,34,10#10. DA antwortete der HErr: «Wohlan, ich schließe einen Bund: vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie auf der ganzen Erde und unter allen Völkern noch nie vollführt sind, und das ganze Volk, in dessen Mitte du lebst, soll das Walten des HErrn wahrnehmen; denn wunderbar soll das sein, was ich an dir tun werde. 2508#2. Mose,34,11#11. Beobachte wohl, was ich dir heute gebiete! Siehe, ich will vor dir die Amoriter, Kanaanäer, Hethiter, Pherissiter, Hewiter und Jebusiter vertreiben. 2509#2. Mose,34,12#12. Hüte dich wohl, mit den Bewohnern des Landes, in das du kommen wirst, einen Vertrag zu schließen, damit sie für dich nicht, wenn sie unter dir wohnen bleiben, ein Fallstrick werden! 2510#2. Mose,34,13#13. Ihr sollt vielmehr ihre Altäre niederreißen, ihre Malsteine-a- zertrümmern und ihre Götzenbäume-1- umhauen. -1) Malsteine o. Säulen (hebr: -+Masseben-) als Sinnbilder des Sonnengottes Baal und Götzenbäume o. (hohe) Götzenpfähle (hebr: -+Ascheren-) als Sinnbilder der Natürgöttin Aschera gehörten zum ständigen Zubehör der kanaanitischen «Höhen» d.h. Opferstätten.   a) 1.Mo. 28,18. 2511#2. Mose,34,14#14. Denn du sollst keinen andern Gott anbeten! denn der HErr heißt ,Eiferer' und ist ein eifersüchtiger Gott. 2512#2. Mose,34,15#15. Schließe daher ja keinen Vertrag mit den Bewohnern des Landes, damit du nicht, wenn sie ihren Götzendienst treiben und ihren Göttern opfern und sie dich dazu einladen, an ihren Opfermahlen teilnimmst. 2513#2. Mose,34,16#16. Du würdest dann auch von ihren Töchtern manche für deine Söhne zu Frauen nehmen, und diese würden, wenn sie ihren Götzendienst treiben, deine Söhne zu demselben Götzendienst verführen.» 2514#2. Mose,34,17#17. «DU sollst dir keine gegossenen Gottesbilder machen! - 2515#2. Mose,34,18#18. Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du beobachten! Sieben Tage lang sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten habe, zur bestimmten Zeit des Monats Abib; denn im Monat Abib-1- bist du aus Ägypten ausgezogen. - -1) o: am Neumond des Monats Abib. 2516#2. Mose,34,19#19. Alle Erstgeburt gehört mir, auch von all deinem Vieh jede männliche Erstgeburt, der erste Wurf vom Rind- und Kleinvieh. 2517#2. Mose,34,20#20. Aber das Erstgeborene vom Esel sollst du entweder mit einem Lamm lösen-1- oder, wenn du das nicht willst, ihm das Genick brechen. Jeden Erstgeborenen von deinen Söhnen sollst du lösen! Und man darf vor mir nicht mit leeren Händen erscheinen! - -1) = loskaufen. 2518#2. Mose,34,21#21. Sechs Tage lang sollst du arbeiten, aber am siebten Tage sollst du ruhen! auch während der Zeit des Pflügens und der Ernte sollst du ruhen! - 2519#2. Mose,34,22#22. Auch das Wochenfest sollst du feiern, nämlich das Fest der Erstlinge der Weizenernte, sowie das Fest der Lese an der Wende des Jahres! - 2520#2. Mose,34,23#23. Dreimal im Jahr sollen alle deine männlichen Personen vor Gott dem HErrn, dem Gott Israels, erscheinen. 2521#2. Mose,34,24#24. Denn ich werde die Heidenvölker vor dir austreiben und dein Gebiet weit ausdehnen; und niemand soll nach deinem Land Verlangen tragen, während du hinaufziehst, um dich vor dem HErrn, deinem Gott, sehen zu lassen dreimal im Jahr. - 2522#2. Mose,34,25#25. Du sollst das Blut meines Schlachtopfers nicht zusammen mit gesäuertem Brot darbringen! und vom Opferfleisch des Passahfestes darf nichts über Nacht bis zum andern Morgen übrigbleiben! - 2523#2. Mose,34,26#26. Das Vorzüglichste von den Erstlingen deines Feldes sollst du in das Haus des HErrn, deines Gottes, bringen! - Du sollst kein Böckchen in der Milch seiner Mutter kochen!» 2524#2. Mose,34,27#27. WEITER gebot der HErr dem Mose: «Schreibe dir diese Verordnungen auf! denn auf Grund dieser Verordnungen habe ich mit dir und mit Israel einen Bund geschlossen.» 2525#2. Mose,34,28#28. Hierauf verweilte Mose dort beim HErrn vierzig Tage und vierzig Nächte, ohne Brot zu essen und Wasser zu trinken; und er-1- schrieb auf die Tafeln die Gebote des Bundes, die zehn Gebote. -1) d.h. Gott, vgl. V. 1. 2526#2. Mose,34,29#29. ALS Mose dann vom Berge Sinai hinabstieg - die beiden Gesetzestafeln hatte er in der Hand, als er vom Berge hinabstieg -, da wußte Mose nicht, daß die Haut seines Angesichts infolge-1- seiner Unterredung mit dem HErrn strahlend geworden war. -1) o: während. 2527#2. Mose,34,30#30. Als nun Aaron und alle Israeliten Mose ansahen (und wahrnahmen), daß die Haut seines Angesichts strahlte, da fürchteten sie sich, ihm nahe zu kommen. 2528#2. Mose,34,31#31. Als Mose sie aber herbeirief, wandten sich Aaron und alle Vorsteher der Gemeinde ihm wieder zu, und Mose redete mit ihnen. 2529#2. Mose,34,32#32. Darauf traten auch alle Israeliten nahe an ihn heran, und er teilte ihnen alles mit, was der HErr ihm auf dem Berge Sinai aufgetragen hatte. 2530#2. Mose,34,33#33. Als er dann mit seinen Mitteilungen zu Ende war, legte er eine Hülle auf sein Angesicht. 2531#2. Mose,34,34#34. So oft Mose nun vor den HErrn trat, um mit ihm zu reden, legte er die Hülle ab, bis er wieder hinausging; und wenn er hinausgekommen war, teilte er den Israeliten alles mit, was ihm geboten worden war. 2532#2. Mose,34,35#35. Dabei bekamen dann die Israeliten das Gesicht Mose's zu sehen (und machten die Beobachtung), daß die Haut in seinem Gesicht strahlend geworden war; Mose aber legte dann die Hülle wieder auf sein Gesicht, bis er wieder hineinging, um mit dem HErrn zu reden. 2533#2. Mose,35,1#1. HIERAUF versammelte Mose die ganze Gemeinde der Israeliten und sagte zu ihnen: «Dies ist es, was der HErr zu tun geboten hat: 2534#2. Mose,35,2#2. Sechs Tage lang soll gearbeitet werden; aber der siebente Tag soll euch heilig sein als ein Feiertag mit völliger Ruhe zu Ehren des HErrn! Wer an diesem Tage eine Arbeit verrichtet, soll den Tod erleiden! 2535#2. Mose,35,3#3. Am Sabbattage dürft ihr kein Feuer in allen euren Wohnungen anzünden!» 2536#2. Mose,35,4#4. Weiter sagte Mose zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: «Dies ist es, was der HErr geboten hat: 2537#2. Mose,35,5#5. Bringt von eurem Besitz eine Abgabe für den HErrn! Jeder, den sein Herz dazu treibt, möge die Abgabe für den HErrn herbringen: Gold, Silber und Kupfer, 2538#2. Mose,35,6#6. blauen und roten Purpur und Karmesin-1-, Byssus und Ziegenhaar, -1) = karmesinfarbige Garne. 2539#2. Mose,35,7#7. rotgefärbte Widderfelle und Seekuhhäute, Akazienholz, 2540#2. Mose,35,8#8. Öl für den Leuchter, sowie Gewürzkräuter-1- für das Salböl und für das wohlriechende Räucherwerk, -1) = Spezereien. 2541#2. Mose,35,9#9. Onyxsteine und andere Edelsteine zum Besatz für das Schulterkleid und für das Brustschild-1-. -1) o: die Brusttasche. 2542#2. Mose,35,10#10. Und alle, die kunstverständig unter euch sind, mögen kommen und alles herstellen, was der HErr geboten hat, 2543#2. Mose,35,11#11. nämlich die Wohnung mit ihrem Zelt und ihrer Überdachung, ihren Haken und Brettern, ihren Riegeln, Säulen-1- und deren Füßen-2-, -1) o: Ständern.   2) o: Fußgestellen, Sockeln. 2544#2. Mose,35,12#12. die Lade mit ihren Tragstangen, die Deckplatte und den abschließenden Vorhang; 2545#2. Mose,35,13#13. den Tisch mit seinen Tragstangen und all seinen Geräten und den Schaubroten; 2546#2. Mose,35,14#14. den Leuchter zur Beleuchtung mit seinen Geräten und seinen Lampen und das Öl für den Leuchter; 2547#2. Mose,35,15#15. den Räucheraltar mit seinen Tragstangen, das Salböl und das wohlriechende Räucherwerk; 16. den Türvorhang für den Eingang der Wohnung; 2548#2. Mose,35,16#den Brandopferaltar mit dem kupfernen Gitterwerk daran, samt seinen Tragstangen und all seinen Geräten; das Becken mit seinem Gestell; 2549#2. Mose,35,17#17. die Umhänge für den Vorhof samt den dazugehörigen Säulen und deren Füßen, sowie den Vorhang für das Tor am Vorhof; 2550#2. Mose,35,18#18. die Pflöcke der Wohnung und die Pflöcke des Vorhofs nebst den erforderlichen Stricken; 2551#2. Mose,35,19#19. [die Prachtkleider für den Dienst im Heiligtum,] die heiligen Kleider für den Priester Aaron und die Kleider seiner Söhne für den Priesterdienst.» 2552#2. Mose,35,20#20. HIERAUF ging die ganze Gemeinde der Israeliten von Mose weg; 2553#2. Mose,35,21#21. dann aber kam ein jeder, den sein Herz dazu trieb, und jeder, der einen willigen Sinn besaß, brachte die Beisteuer für den HErrn zur Herstellung des Offenbarungszeltes und für den gesamten heiligen Dienst in ihm und für die heiligen Kleider; 2554#2. Mose,35,22#22. und zwar kamen sowohl die Männer als auch die Frauen, jeder, den sein Herz dazu trieb; sie brachten Spangen, Ohrringe, Fingerringe und Halsgeschmeide, goldene Schmucksachen aller Art; und jeder, der dem HErrn etwas von Gold als Weihgabe darzubringen beschlossen hatte, brachte es herbei; 2555#2. Mose,35,23#23. und jeder, in dessen Besitz sich blauer und roter Purpur und Karmesin, Byssus und Ziegenhaar, rotgefärbte Widderfelle und Seekuhhäute befanden, brachte sie herbei; 2556#2. Mose,35,24#24. jeder, der eine Beisteuer an Silber und Kupfer leisten wollte, brachte die Spende für den HErrn herbei; und jeder, in dessen Besitz sich Akazienholz zu irgend einer Verwendung befand, brachte es herbei. 2557#2. Mose,35,25#25. Und alle Frauen, welche die erforderliche Geschicklichkeit besaßen, spannen eigenhändig und brachten das Gespinst herbei: blauen und roten Purpur, karmesinfarbige Garne und Byssus; 2558#2. Mose,35,26#26. und alle Frauen, die sich infolge ihrer Geschicklichkeit dazu getrieben fühlten, verspannen die Ziegenhaare. 2559#2. Mose,35,27#27. Die Stammfürsten aber brachten Onyxsteine und andere Edelsteine zum Besatz für das Schulterkleid und für das Brustschild, 2560#2. Mose,35,28#28. ferner die Gewürzkräuter und das Öl zur Beleuchtung und zum Salböl und zum wohlriechenden Räucherwerk. 2561#2. Mose,35,29#29. So brachten die Israeliten, alle Männer und Frauen, die sich dazu getrieben fühlten, zu dem ganzen Werk, dessen Ausführung der HErr durch Mose geboten hatte, etwas beizutragen, freiwillige Gaben für den HErrn dar. 2562#2. Mose,35,30#30. HIERAUF sagte Mose zu den Israeliten: «Wisset wohl: der HErr hat Bezaleel, den Sohn Uri's, den Enkel Hurs, vom Stamme Juda, namentlich-1- berufen -1) d.h. mit Namennennung. 2563#2. Mose,35,31#31. und ihn mit göttlichem Geist erfüllt, mit Kunstsinn, Einsicht, Verstand und allerlei Fertigkeiten, 2564#2. Mose,35,32#32. nämlich um Kunstwerke zu ersinnen, Arbeiten in Gold, Silber und Kupfer auszuführen, 2565#2. Mose,35,33#33. Edelsteine zu schneiden, um Kunstwerke damit zu besetzen, Holz zu schnitzen, kurz Werke jeder Art kunstvoll herzustellen. 2566#2. Mose,35,34#34. Aber auch die Gabe, andere zu unterweisen, hat er ihm verliehen, ihm und Oholiab, dem Sohn Ahisamachs, vom Stamme Dan. 2567#2. Mose,35,35#35. Er hat sie beide mit Kunstsinn reich ausgestattet, um alle Arten von Arbeiten auszuführen, wie sie die Künstler in festen Stoffen, sowie die Kunstweber und Buntwirker in blauem und rotem Purpur, in Karmesin und Byssus schaffen, und die (einfachen) Weber liefern, indem sie Arbeiten aller Art ausführen und Kunstwerke ersinnen!» 2568#2. Mose,36,1#1. «So werden denn Bezaleel und Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der HErr Kunstsinn und Einsicht verliehen hat, so daß sie sich auf die Ausführung aller für das Heiligtum erforderlichen Arbeiten verstehen, alles nach den Anordnungen des HErrn ausführen.» 2569#2. Mose,36,2#2. Hierauf berief Mose den Bezaleel und Oholiab und alle kunstverständigen Männer, denen der HErr Kunstsinn verliehen hatte, alle, die sich dazu getrieben fühlten, sich an der Ausführung des Werkes zu beteiligen. 2570#2. Mose,36,3#3. Sie empfingen dann von Mose alle die Gaben, welche die Israeliten zur Ausführung der Arbeiten für das Heiligtum beigesteuert hatten; man brachte ihm aber an jedem Morgen immer noch freiwillige Geschenke. 2571#2. Mose,36,4#4. Da kamen alle Künstler, welche die ganze Arbeit für das Heiligtum auszuführen hatten, Mann für Mann, von der besonderen Arbeit, mit der sie beschäftigt waren, 2572#2. Mose,36,5#5. und sagten zu Mose: «Das Volk bringt viel mehr, als zur Verwendung für die Arbeiten, deren Ausführung der HErr geboten hat, erforderlich ist.» 2573#2. Mose,36,6#6. Da ließ Mose durch Ausruf im Lager bekannt machen: «Niemand, weder Mann noch Frau, möge fernerhin noch eine Arbeit als Beisteuer für das Heiligtum anfertigen!» Da mußte das Volk aufhören, noch weitere Spenden zu bringen; 2574#2. Mose,36,7#7. denn der gelieferte Vorrat reichte für die Ausführung aller Arbeiten aus, ja es blieb davon noch übrig. 2575#2. Mose,36,8#8. SO stellten denn alle kunstverständigen Männer unter den Werkleuten die Wohnung aus zehn Teppichen her; aus gezwirntem Byssus, blauem und rotem Purpur und Karmesin, mit Cherubbildern in Kunstweberarbeit stellte er-1- sie her. -1) d.h. Bezaleel, vgl. 2.Mo. 37,1; aÜs: stellte man sie her. Ebenso dann im Folgenden «man» statt «er». 2576#2. Mose,36,9#9. Die Länge jedes einzelnen Teppichs betrug achtundzwanzig Ellen und die Breite vier Ellen: alle Teppiche hatten dieselbe Größe. 2577#2. Mose,36,10#10. Je fünf Teppiche fügte er dann zu einem Stück zusammen, einen an den andern. 2578#2. Mose,36,11#11. Sodann brachte er Schleifen von blauem Purpur am Saum des äußersten Teppichs des einen zusammengesetzten Stückes an, und ebenso machte er es am Saum des äußersten Teppichs bei dem andern zusammengesetzten Stück. 2579#2. Mose,36,12#12. Fünfzig Schleifen brachte er an dem einen Teppich an und ebenso fünfzig Schleifen am Saum des Teppichs, der zu dem andern zusammengesetzten Stück gehörte, so daß die Schleifen einander genau gegenüberstanden. 2580#2. Mose,36,13#13. Sodann fertigte er fünfzig goldene Haken an und verband die Teppiche vermittels der Haken miteinander, so daß die Wohnung ein Ganzes bildete. 2581#2. Mose,36,14#14. Weiter fertigte er Teppiche aus Ziegenhaar zu einer Zeltdecke über der Wohnung an; elf Teppiche fertigte er dazu an. 2582#2. Mose,36,15#15. Die Länge jedes Teppichs betrug dreißig Ellen und die Breite vier Ellen: alle elf Teppiche hatten dieselbe Größe. 2583#2. Mose,36,16#16. Dann fügte er fünf von diesen Teppichen zu einem Stück für sich zusammen und ebenso die sechs anderen Teppiche für sich. 2584#2. Mose,36,17#17. Dann brachte er fünfzig Schleifen am Saum des äußersten Teppichs des einen zusammengesetzten Stückes an und ebenso fünfzig Schleifen am Saum des äußersten Teppichs des andern zusammengesetzten Stückes. 2585#2. Mose,36,18#18. Hierauf fertigte er fünfzig kupferne Haken an, um die Zeltdecke zusammenzufügen, so daß sie ein Ganzes bildete. - 2586#2. Mose,36,19#19. Sodann verfertigte er für das Zeltdach eine Schutzdecke von rotgefärbten Widderfellen und darüber noch eine andere Schutzdecke von Seekuhhäuten. 2587#2. Mose,36,20#20. WEITER fertigte er die Bretter für die Wohnung aus Akazienholz an, sie standen aufrecht; 2588#2. Mose,36,21#21. die Länge jedes Brettes betrug zehn Ellen und die Breite anderthalb Ellen; 2589#2. Mose,36,22#22. an jedem Brett saßen zwei Zapfen, einer dem andern gegenüber eingefügt; so machte er es an allen Brettern der Wohnung. 2590#2. Mose,36,23#23. Und zwar stellte er an Brettern für die Wohnung her: zwanzig Bretter für die Mittagsseite südwärts; 2591#2. Mose,36,24#24. und er brachte unter diesen zwanzig Brettern vierzig silberne Füße-1- an, je zwei Füße unter jedem Brett für seine beiden Zapfen. -1) o: Fußgestelle, Sockel. 2592#2. Mose,36,25#25. Ebenso fertigte er für die andere Seite der Wohnung, nämlich für die Nordseite, zwanzig Bretter an 2593#2. Mose,36,26#26. und vierzig silberne Füße dazu, je zwei Füße unter jedem Brett. 2594#2. Mose,36,27#27. Aber für die Hinterseite der Wohnung, nach Westen zu, fertigte er sechs Bretter an, 2595#2. Mose,36,28#28. außerdem noch zwei Bretter für die Ecken der Wohnung an der Hinterseite. 2596#2. Mose,36,29#29. Diese waren unten und gleicherweise oben vollständig bis an den ersten Ring hin-1-; so machte er es bei beiden für die beiden Ecken. -1) (?); vgl. 2.Mo. 26,24. 2597#2. Mose,36,30#30. Demnach waren es im ganzen acht Bretter, dazu ihre Füße von Silber: sechzehn Füße, immer zwei Füße unter jedem Brett. 2598#2. Mose,36,31#31. Sodann fertigte er Riegel aus Akazienholz an: fünf für die Bretter der einen Seitenwand der Wohnung 2599#2. Mose,36,32#32. und fünf Riegel für die Bretter der andern Seitenwand der Wohnung und fünf Riegel für die Bretter an der Hinterseite der Wohnung gegen Westen. 2600#2. Mose,36,33#33. Den mittleren Riegel aber machte er so, daß er in der Mitte der Bretter von einem Ende bis zum andern durchlief. 2601#2. Mose,36,34#34. Die Bretter aber überzog er mit Gold, und auch die dazugehörigen Ringe, die zur Aufnahme der Riegel dienten, stellte er aus Gold her und überzog die Riegel gleichfalls mit Gold. 2602#2. Mose,36,35#35. WEITER fertigte er den Vorhang aus blauem und rotem Purpur, aus Karmesin und gezwirntem Byssus an, und zwar in Kunstweberarbeit mit Cherubbildern. 2603#2. Mose,36,36#36. Dann fertigte er für ihn vier Säulen-1- von Akazienholz an und überzog sie mit Gold; auch ihre Nägel waren von Gold; und er goß für sie vier silberne Füße-2-. - -1) o: Ständer.   2) o: Fußgestelle, Sockel. 2604#2. Mose,36,37#37. Sodann fertigte er für den Eingang des Zeltes einen Vorhang von blauem und rotem Purpur, von Karmesin und gezwirntem Byssus in Buntwirkerarbeit; 2605#2. Mose,36,38#38. außerdem die dazugehörigen fünf Säulen und ihre Nägel. Ihre Köpfe und Ringbänder überzog er mit Gold; die fünf dazugehörigen Füße-1- aber waren von Kupfer. -1) o: Sockel. 2606#2. Mose,37,1#1. WEITER fertigte Bezaleel die Lade aus Akazienholz an, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit und anderthalb Ellen hoch. 2607#2. Mose,37,2#2. Er überzog sie inwendig und auswendig mit feinem Gold und brachte an ihr einen goldenen Kranz ringsum an. 2608#2. Mose,37,3#3. Dann goß er für sie vier goldene Ringe und befestigte diese an ihren vier Ecken-1-, und zwar zwei Ringe an ihrer einen Seite und zwei Ringe an ihrer andern Seite. -1) o: Füßen. 2609#2. Mose,37,4#4. Sodann fertigte er Tragstangen von Akazienholz an und überzog sie mit Gold; 2610#2. Mose,37,5#5. darauf steckte er die Stangen in die Ringe an den Seiten der Lade, so daß man die Lade tragen konnte. - 2611#2. Mose,37,6#6. Weiter fertigte er eine Deckplatte von feinem Gold an, zweieinhalb Ellen lang und anderthalb Ellen breit. 2612#2. Mose,37,7#7. Auch fertigte er zwei goldene Cherube an, und zwar in getriebener Arbeit, an den beiden Enden der Deckplatte; 2613#2. Mose,37,8#8. den einen Cherub brachte er am Ende der einen Seite und den andern Cherub am Ende der andern Seite an, und zwar mit der Deckplatte zu einem Stück verbunden, an ihren beiden Enden. 2614#2. Mose,37,9#9. Die Cherube breiteten ihre Flügel nach oben hin aus, so daß sie die Deckplatte mit ihren Flügeln überdeckten und ihre Gesichter einander zugekehrt waren; nach der Deckplatte hin waren die Gesichter der Cherube gerichtet. 2615#2. Mose,37,10#10. SODANN fertigte er den Tisch aus Akazienholz an, zwei Ellen lang, eine Elle breit und anderthalb Ellen hoch. 2616#2. Mose,37,11#11. Er überzog ihn mit feinem Gold und brachte einen goldenen Kranz ringsum an ihm an. 2617#2. Mose,37,12#12. Außerdem brachte er an ihm ringsum noch eine Einfassung-1- an, die eine Handbreite hoch war, und an dieser Einfassung wieder einen goldenen Kranz ringsherum. -1) o: Leiste. 2618#2. Mose,37,13#13. Weiter goß er für ihn vier goldene Ringe und befestigte diese Ringe an den vier Ecken bei seinen vier Füßen. 2619#2. Mose,37,14#14. Dicht an der Einfassung befanden sich die Ringe und dienten zur Aufnahme der Stangen, damit man den Tisch tragen konnte. 2620#2. Mose,37,15#15. Die Stangen aber verfertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, damit man den Tisch tragen konnte. 2621#2. Mose,37,16#16. Weiter fertigte er die Geräte an, die auf dem Tische stehen sollten, nämlich die erforderlichen Schüsseln und Schalen, die Becher und Kannen, mit denen Trankopfer gespendet werden sollten, (alles) aus feinem Gold. 2622#2. Mose,37,17#17. SODANN fertigte er den Leuchter aus feinem Gold an; in getriebener Arbeit stellte er den Leuchter, seinen Fuß und seinen Schaft, her; seine Blumenkelche - Knäufe mit Blüten - waren aus einem Stück mit ihm gearbeitet. 2623#2. Mose,37,18#18. Sechs Arme-1- gingen von seinen beiden Seiten aus, drei Arme auf jeder Seite des Leuchters. -1) o: Röhren. 2624#2. Mose,37,19#19. Drei mandelblütenförmige Blumenkelche - je ein Knauf mit einer Blüte - befanden sich an jedem Arm; so war es bei allen sechs Armen, die von dem Leuchter ausgingen. 2625#2. Mose,37,20#20. Am Schaft selbst aber befanden sich vier mandelblütenförmige Blumenkelche - Knäufe mit Blüten -, 2626#2. Mose,37,21#21. und zwar befand sich an ihm immer ein Knauf unter jedem Paar der sechs Arme, die vom Schaft des Leuchters ausgingen. 2627#2. Mose,37,22#22. Ihre Knäufe und Arme bestanden aus einem Stück mit ihm: der ganze Leuchter war eine einzige getriebene Arbeit aus feinem Gold. 2628#2. Mose,37,23#23. Sodann fertigte er auch die sieben Lampen für ihn an nebst den erforderlichen Lichtputzscheren und den Pfannen aus feinem Gold. 2629#2. Mose,37,24#24. Aus einem Talent feinen Goldes-1- stellte er ihn nebst allen zugehörigen Geräten her. -1) ein Goldtalent = 49,11 Kilogramm. 2630#2. Mose,37,25#25. WEITER fertigte er den Räucheraltar aus Akazienholz an, eine Elle lang und eine Elle breit, viereckig-1-, und zwei Ellen hoch; seine Hörner waren aus einem Stück mit ihm. -1) = quadratförmig. 2631#2. Mose,37,26#26. Er überzog ihn, sowohl die Platte als auch die Wände ringsum, sowie die Hörner mit feinem Gold und brachte an ihm einen goldenen Kranz ringsherum an. 2632#2. Mose,37,27#27. Außerdem brachte er zwei goldene Ringe unterhalb seines Kranzes an den beiden Ecken auf jeder der beiden Seiten an, zur Aufnahme der Stangen, mittels derer man ihn tragen sollte. 2633#2. Mose,37,28#28. Die Stangen fertigte er aus Akazienholz an und überzog sie mit Gold. 2634#2. Mose,37,29#29. DANN bereitete er das heilige Salböl und das wohlriechende Räucherwerk aus reinen Gewürzkräutern, wie es der Salbenmischer herstellt. 2635#2. Mose,38,1#1. HIERAUF fertigte er den Brandopferaltar aus Akazienholz an, fünf Ellen lang und fünf Ellen breit, viereckig-1-, und drei Ellen hoch. -1) = quadratförmig. 2636#2. Mose,38,2#2. Die zu ihm gehörenden Hörner brachte er an seinen vier Ecken an; diese Hörner waren mit ihm aus einem Stück gearbeitet; und er überzog ihn mit Kupfer. 2637#2. Mose,38,3#3. Sodann verfertigte er alle für den Altar erforderlichen Geräte: die Töpfe und Schaufeln, die Becken, Gabeln und Pfannen; alle erforderlichen Geräte stellte er aus Kupfer her. 2638#2. Mose,38,4#4. Weiter verfertigte er für den Altar ein Gitterwerk, eine netzartige Arbeit aus Kupfer, und brachte es unterhalb seiner Einfassung von unten her bis zur halben Höhe (des Altars) an. 2639#2. Mose,38,5#5. Ferner goß er vier Ringe und setzte sie an die vier Ecken des kupfernen Gitterwerks zur Aufnahme der Stangen. 2640#2. Mose,38,6#6. Die Stangen fertigte er aus Akazienholz und überzog sie mit Kupfer. 2641#2. Mose,38,7#7. Sodann steckte er die Stangen in die Ringe an den Seiten des Altars, damit man ihn mittels ihrer tragen könnte; aus Brettern stellte er ihn so her, daß er (inwendig) hohl war. 2642#2. Mose,38,8#8. Hierauf verfertigte er das Becken-1- aus Kupfer und sein Gestell gleichfalls aus Kupfer [aus den Spiegeln der diensttuenden Frauen, die am Eingang des Offenbarungszeltes den Dienst versahen]. -1) o: den Kessel. 2643#2. Mose,38,9#9. SODANN stellte er den Vorhof so her: auf der Mittagseite, nach Süden zu, die Umhänge für den Vorhof aus gezwirntem Byssus, hundert Ellen lang; 2644#2. Mose,38,10#10. dazu zwanzig Säulen-1- nebst den zugehörigen zwanzig kupfernen Füßen; die Nägel der Säulen aber und die zugehörigen Ringbänder waren von Silber. -1) o: Ständer. 2645#2. Mose,38,11#11. Ebenso fertigte er für die Nordseite die Umhänge an, hundert Ellen lang; dazu zwanzig Säulen nebst den zugehörigen zwanzig kupfernen Füßen; die Nägel der Säulen aber und die zugehörigen Ringbänder waren von Silber. 2646#2. Mose,38,12#12. Ferner verfertigte er für die Westseite Umhänge von fünfzig Ellen; dazu zehn Säulen nebst den zugehörigen zehn Füßen; die Nägel der Säulen aber und die zugehörigen Ringbänder waren von Silber. 2647#2. Mose,38,13#13. Weiter für die Ostseite, gegen Morgen, Umhänge von fünfzig Ellen, 2648#2. Mose,38,14#14. nämlich fünfzehn Ellen Umhänge für die eine Seite mit ihren drei Säulen und deren drei Füßen, 2649#2. Mose,38,15#15. und ebenso für die andere Seite fünfzehn Ellen Umhänge; dazu drei Säulen nebst den zugehörigen drei Füßen. 2650#2. Mose,38,16#16. Alle Umhänge des Vorhofes ringsum waren von gezwirntem Byssus; 2651#2. Mose,38,17#17. und die Füße der Säulen bestanden aus Kupfer, die Haken der Säulen aber und die zugehörigen Ringbänder aus Silber und der Überzug ihrer Köpfe gleichfalls aus Silber; es waren aber die Säulen des Vorhofes alle mit silbernen Ringbändern versehen. 2652#2. Mose,38,18#18. Der Vorhang aber für den Eingang zum Vorhof war Buntwirkerarbeit von blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus; und zwar betrug die Länge zwanzig Ellen, die Höhe, beziehungsweise die Breite, fünf Ellen, entsprechend den übrigen Umhängen des Vorhofs. 2653#2. Mose,38,19#19. Die zugehörigen vier Säulen aber nebst ihren vier Füßen waren von Kupfer, ihre Nägel von Silber und der Überzug ihrer Köpfe und ihre Ringbänder auch von Silber. 2654#2. Mose,38,20#20. Alle Pflöcke aber an der Wohnung und am Vorhof ringsum waren von Kupfer. 2655#2. Mose,38,21#21. FOLGENDES ist die Kostenberechnung für die Wohnung, nämlich für die Wohnung des Gesetzes, wie sie auf Befehl Mose's durch die Dienstleistung der Leviten unter der Leitung des Priesters Ithamar, des Sohnes Aarons, aufgestellt worden ist. 2656#2. Mose,38,22#22. Bezaleel, der Sohn Uri's, der Enkel Hurs, aus dem Stamm Juda, hatte alles angefertigt, was der HErr dem Mose geboten hatte; 2657#2. Mose,38,23#23. und mit ihm Oholiab, der Sohn Ahisamachs, aus dem Stamm Dan, ein Künstler in festen Stoffen, sowie ein Kunstweber und Buntwirker in blauem und rotem Purpur, in Karmesin und Byssus. 2658#2. Mose,38,24#24. Was das gesamte Gold betrifft, das bei der Herstellung des Heiligtums für alle Arbeiten verbraucht worden ist, so betrug das freiwillig beigesteuerte Gold 29 Talente-1- und 730 Schekel nach dem Gewicht des Heiligtums*. -1) ein Talent = 3 000 Schekel. 2659#2. Mose,38,25#25. Das Silber aber, das infolge der Musterung der Gemeinde eingegangen war, betrug 100 Talente und 1 775 Schekel nach dem Gewicht des Heiligtums*, 2660#2. Mose,38,26#26. je ein Beka auf den Kopf, die Hälfte eines Schekels, nach dem Gewicht des Heiligtums, von allen, die sich der Musterung unterzogen hatten, von zwanzig Jahren an und darüber, im ganzen von 603 550 Mann. 2661#2. Mose,38,27#27. Es dienten aber die 100 Talente Silber zum Gießen der Füße des Heiligtums und der Füße des Vorhangs, 100 Talente für 100 Füße, also ein Talent für jeden Fuß. 2662#2. Mose,38,28#28. Aus den 1 775 Schekeln aber fertigte (Bezaleel) die Nägel für die Säulen an und überzog damit ihre Köpfe und versah sie mit Ringbändern. 2663#2. Mose,38,29#29. Das freiwillig beigesteuerte Kupfer aber betrug 70 Talente und 2 400 Schekel. 2664#2. Mose,38,30#30. Daraus verfertigte er die Füße (der Säulen) am Eingang des Offenbarungszeltes, sowie den kupfernen Altar nebst seinem kupfernen Gitterwerk und alle Geräte des Altars, 2665#2. Mose,38,31#31. ferner die Füße des Vorhofs ringsum und die Füße (der Säulen) am Eingang des Vorhofs, sowie alle Pflöcke der Wohnung und alle Pflöcke des Vorhofs ringsum. 2666#2. Mose,39,1#1. AUS dem blauen und roten Purpur aber und dem Karmesin verfertigten sie die Prachtkleider für den Dienst im Heiligtum, und zwar stellten sie die heiligen Kleidungsstücke für Aaron so her, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2667#2. Mose,39,2#2. DAS Schulterkleid fertigten sie also aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus an. 2668#2. Mose,39,3#3. Sie hämmerten nämlich das Gold zu breiten Blechen und zerschnitten sie dann in dünne Fäden, um diese mittels Kunstweberarbeit mit dem blauen und roten Purpur, dem Karmesin und dem Byssus zu verweben-1-. -1) o: in den blauen . . . Purpur . . . hineinzuarbeiten. 2669#2. Mose,39,4#4. Sie fertigten (zwei) zusammenfügbare Schulterstücke an, mittels derer das Kleid an seinen beiden (oberen) Enden zusammengefügt wurde. 2670#2. Mose,39,5#5. Die Binde aber, die sich an ihm befand und dazu diente, es fest anzulegen, war aus einem Stück mit ihm angefertigt und von gleicher Arbeit, nämlich aus Goldfäden, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus gearbeitet, wie der HErr dem Mose geboten hatte. - 2671#2. Mose,39,6#6. Sodann richteten sie die (beiden) Onyxsteine so zu, daß sie in ein Geflecht von Golddraht eingefaßt und mittels Siegelstecherkunst mit den (eingestochenen) Namen der Söhne Israels versehen waren. 2672#2. Mose,39,7#7. Diese setzte man auf die Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an die Israeliten-a-, wie der HErr dem Mose geboten hatte. -a) vgl. 2.Mo. 28,12. 2673#2. Mose,39,8#8. HIERAUF fertigten sie das Brustschild-1- in Kunstweberarbeit an, ganz so, wie das Schulterkleid gearbeitet war, nämlich aus Goldfäden, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Byssus. -1) o: die Brusttasche. 2674#2. Mose,39,9#9. Viereckig-1- war es; doppelt gelegt fertigten sie das Brustschild an, eine Spanne lang und eine Spanne breit, doppelt gelegt. -1) = quadratförmig. 2675#2. Mose,39,10#10. Sie besetzten es dann mit vier Reihen von Edelsteinen: ein Karneol, ein Topas und ein Smaragd bildeten die erste Reihe; 2676#2. Mose,39,11#11. die zweite Reihe bestand aus einem Rubin, einem Saphir und einem Jaspis; 2677#2. Mose,39,12#12. die dritte Reihe aus einem Hyazinth, einem Achat und einem Amethyst; 2678#2. Mose,39,13#13. die vierte Reihe aus einem Chrysolith, einem Soham-a- und einem Onyx; in ein Geflecht von Gold gefaßt, bildeten sie den Besatz. -a) 1.Mo. 2,12. 2679#2. Mose,39,14#14. Die Steine waren aber, entsprechend den Namen der Söhne Israels, nach deren Namen, zwölf (an Zahl); mittels Siegelstecherkunst waren sie, ein jeder mit seinem besonderen Namen, für die zwölf Stämme versehen. 2680#2. Mose,39,15#15. Dann befestigten sie an dem Brustschilde schnurähnlich geflochtene Kettchen von feinem Gold. 2681#2. Mose,39,16#16. Weiter verfertigten sie zwei goldene Geflechte und zwei goldene Ringe und setzten die beiden Ringe an die beiden (oberen) Ecken des Brustschildes. 2682#2. Mose,39,17#17. Dann befestigten sie die beiden goldenen Schnüre an den beiden Ringen an den (oberen) Ecken des Brustschildes; 2683#2. Mose,39,18#18. die beiden anderen Enden der beiden Schnüre aber befestigten sie an den beiden Geflechten und (hefteten) diese wiederum an die beiden Schulterstücke des Schulterkleides auf dessen Vorderseite. 2684#2. Mose,39,19#19. Dann fertigten sie noch zwei goldene Ringe an und setzten sie an die beiden (unteren) Ecken des Brustschildes, und zwar an seinen (inneren) Saum, der dem Schulterkleide zugekehrt war. 2685#2. Mose,39,20#20. Dann fertigten sie noch zwei goldene Ringe an und setzten sie an die beiden Schulterstücke des Schulterkleides, unten auf seine Vorderseite, dicht bei der Stelle, wo das Schulterkleid zusammenging, oberhalb der Binde des Schulterkleides. 2686#2. Mose,39,21#21. Hierauf knüpften sie das Brustschild mit seinen Ringen vermittels einer Schnur von blauem Purpur an die Ringe des Schulterkleides an, so daß das Brustschild oberhalb der Binde des Schulterkleides fest anlag und sich nicht von seiner Stelle auf dem Schulterkleide verschieben konnte: so wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2687#2. Mose,39,22#22. SODANN fertigten sie das zu dem Schulterkleid gehörige Obergewand in Weberarbeit an, ganz aus blauem Purpur. 2688#2. Mose,39,23#23. Die Halsöffnung des Obergewandes befand sich in seiner Mitte (und war) wie die Öffnung eines Panzers; einen Saum hatte die Halsöffnung ringsum, damit sie nicht einrisse. 2689#2. Mose,39,24#24. Hierauf brachten sie unten am Saum des Obergewandes Granatäpfel aus blauem und rotem Purpur, aus Karmesin und gezwirntem Byssus an. 2690#2. Mose,39,25#25. Weiter verfertigten sie Glöckchen aus feinem Gold und setzten diese Glöckchen zwischen die Granatäpfel an den Saum des Obergewandes ringsum zwischen die Granatäpfel, 2691#2. Mose,39,26#26. so daß immer auf ein Glöckchen ein Granatapfel am Saum des Obergewandes ringsum folgte, zur Verwendung beim heiligen Dienst, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2692#2. Mose,39,27#27. DANN fertigten sie die Unterkleider aus Byssus in Weberarbeit für Aaron und seine Söhne an, 2693#2. Mose,39,28#28. ferner den Kopfbund aus Byssus und die hohen Mützen aus Byssus und die leinenen Unterbeinkleider aus gezwirntem Byssus; 2694#2. Mose,39,29#29. endlich den Gürtel aus gezwirntem Byssus, aus blauem und rotem Purpur und Karmesin in Buntwirkerarbeit, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2695#2. Mose,39,30#30. HIERAUF fertigten sie das Stirnblatt, das heilige Diadem, aus feinem Gold an und gruben auf ihm in Siegelstecherschrift die Worte ein: «Dem HErrn geweiht!» 2696#2. Mose,39,31#31. Sie banden daran eine Schnur von blauem Purpur fest, um es oben am Kopfbund zu befestigen, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2697#2. Mose,39,32#32. SO wurde die ganze Arbeit für die Wohnung des Offenbarungszeltes fertiggestellt: die Israeliten hatten alles genau so gemacht, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2698#2. Mose,39,33#33. So brachten sie denn alles zur Wohnung Gehörige zu Mose: das Zelt mit allen seinen Geräten, seinen Haken, Brettern, Riegeln, Säulen und Füßen; 2699#2. Mose,39,34#34. ferner die Schutzdecke von rotgefärbten Widderfellen, die Schutzdecke von Seekuhhäuten und den abschließenden (inneren) Vorhang; 2700#2. Mose,39,35#35. die Gesetzeslade mit ihren Tragstangen und der Deckplatte; 2701#2. Mose,39,36#36. den Tisch mit allen seinen Geräten und den Schaubroten; 2702#2. Mose,39,37#37. den Leuchter aus feinem Gold mit seinen in einer Reihe aufgesetzten Lampen und allen seinen Geräten, sowie das Öl zur Beleuchtung; 2703#2. Mose,39,38#38. ferner den goldenen Altar, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk und den Vorhang für den Eingang zum Zelt; 2704#2. Mose,39,39#39. den kupfernen Altar mit dem zugehörigen kupfernen Gitterwerk, seinen Tragstangen und allen seinen Geräten; das Becken-1- nebst seinem Gestell; -1) o: den Kessel. 2705#2. Mose,39,40#40. die Umhänge des Vorhofs nebst seinen Säulen und Füßen; den Vorhang für den Eingang des Vorhofs nebst den zugehörigen Stricken und Pflöcken, sowie alle Geräte für den Dienst in der Wohnung des Offenbarungszeltes; 2706#2. Mose,39,41#41. die heiligen Kleider für den Priester Aaron, sowie die Kleider seiner Söhne für den priesterlichen Dienst. 2707#2. Mose,39,42#42. Genau so wie der HErr dem Mose geboten hatte, war die ganze Arbeit von den Israeliten ausgeführt worden. - 2708#2. Mose,39,43#43. Als Mose dann alles von ihnen Hergestellte besichtigt und sich überzeugt hatte, daß sie es genau nach den Anordnungen des HErrn ausgeführt hatten, dankte er ihnen unter Segenswünschen. 2709#2. Mose,40,1#1. HIERAUF gebot der HErr dem Mose folgendes: 2710#2. Mose,40,2#2. «Am ersten Tage des ersten Monats sollst du die Wohnung des Offenbarungszeltes aufschlagen, 2711#2. Mose,40,3#3. die Lade mit dem Gesetz hineinstellen und den Vorhang vor der Lade aufhängen! 2712#2. Mose,40,4#4. Dann sollst du den Tisch hineinbringen, die erforderlichen (Schaubrotschichten)-1- auf ihm zurechtlegen, auch den Leuchter hineinbringen und die zu ihm gehörigen Lampen aufsetzen! -1) w: auflegen, was auf ihm aufzulegen ist. 2713#2. Mose,40,5#5. Dann stelle den goldenen Räucheraltar vor (den Vorhang vor der) Gesetzeslade-a- und hänge den Vorhang am Eingang zur Wohnung auf! -a) vgl. V. 26. 2714#2. Mose,40,6#6. Hierauf stelle den Brandopferaltar vor dem Eingang zur Wohnung des Offenbarungszeltes auf 2715#2. Mose,40,7#7. und setze das Becken-1- zwischen das Offenbarungszelt und den Altar und tu Wasser hinein! -1) o: den Kessel. 2716#2. Mose,40,8#8. Weiter laß den Vorhof ringsum aufrichten und den Vorhang am Eingang des Vorhofs anbringen! 2717#2. Mose,40,9#9. Dann nimm das Salböl und salbe die Wohnung nebst allem, was sich darin befindet: weihe sie dadurch samt allen ihren Geräten, damit sie heilig sei! 2718#2. Mose,40,10#10. Ebenso salbe den Brandopferaltar samt allen seinen Geräten und weihe so den Altar, damit er hochheilig sei! 2719#2. Mose,40,11#11. Auch das Becken-1- samt seinem Gestell mußt du salben und es dadurch heiligen! -1) o: den Kessel. 2720#2. Mose,40,12#12. Hierauf laß Aaron und seine Söhne an den Eingang des Offenbarungszeltes herantreten und laß sie eine Abwaschung mit Wasser an sich vornehmen! 2721#2. Mose,40,13#13. Sodann laß Aaron die heiligen Kleider anlegen und salbe ihn und weihe ihn so zur Ausübung des Priesterdienstes für mich! 2722#2. Mose,40,14#14. Ebenso laß seine Söhne herantreten und die Unterkleider anziehen; 2723#2. Mose,40,15#15. dann salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt hast, damit sie mir als Priester dienen! und diese Salbung soll ihnen das Priestertum für ewige Zeiten von Geschlecht zu Geschlecht verleihen!» 2724#2. Mose,40,16#16. DA Mose alles genau nach den Anordnungen des HErrn ausführte, 2725#2. Mose,40,17#17. wurde die Wohnung im zweiten Jahr (nach dem Auszuge aus Ägypten), am ersten Tage des ersten Monats aufgeschlagen. 2726#2. Mose,40,18#18. Als Mose damals die Wohnung aufrichten ließ, legte er ihre Füße-1- fest, stellte die zugehörigen Bretter darauf, brachte ihre Riegel an und richtete ihre Säulen-2- auf; -1) = die Fußgestelle.   2) o: Ständer. 2727#2. Mose,40,19#19. dann breitete er das Zeltdach über der Wohnung aus und legte die Schutzdecke des Zeltes oben darüber, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2728#2. Mose,40,20#20. Dann nahm er die (beiden) Gesetzestafeln und legte sie in die Lade, steckte die Tragstangen an die Lade und legte die Deckplatte oben auf die Lade; 2729#2. Mose,40,21#21. alsdann brachte er die Lade in die Wohnung hinein und hängte den abschließenden Vorhang so auf, daß er die Lade mit dem Gesetz abschloß-1-, wie der HErr dem Mose geboten hatte. -1) o: verdeckte. 2730#2. Mose,40,22#22. Darauf stellte er den Tisch in das Offenbarungszelt an die Nordseite der Wohnung, außerhalb des Vorhangs, 2731#2. Mose,40,23#23. und legte auf ihm die Schichten der Schaubrote vor dem HErrn zurecht, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2732#2. Mose,40,24#24. Dann stellte er den Leuchter in das Offenbarungszelt dem Tisch gegenüber, an die Südseite der Wohnung, 2733#2. Mose,40,25#25. und setzte die Lampen vor dem HErrn auf, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2734#2. Mose,40,26#26. Darauf stellte er den goldenen Altar in das Offenbarungszelt vor den Vorhang 2735#2. Mose,40,27#27. und verbrannte wohlriechendes Räucherwerk auf ihm, wie der HErr ihm geboten hatte. 2736#2. Mose,40,28#28. Dann hängte er den Vorhang für den Eingang der Wohnung auf, 2737#2. Mose,40,29#29. stellte den Brandopferaltar vor den Eingang der Wohnung des Offenbarungszeltes und brachte das Brandopfer und das Speisopfer auf ihm dar, wie der HErr ihm geboten hatte. 2738#2. Mose,40,30#30. Dann ließ er den Kessel-1- zwischen dem Offenbarungszelt und dem Altar aufstellen und Wasser für die Waschungen hineintun, -1) o: das Becken. 2739#2. Mose,40,31#31. damit Mose und Aaron nebst dessen Söhnen sich die Hände und Füße daraus wuschen; 2740#2. Mose,40,32#32. so oft sie in das Offenbarungszelt hineingingen oder an den Altar herantraten, wuschen sie sich daraus, wie der HErr dem Mose geboten hatte. 2741#2. Mose,40,33#33. Schließlich richtete er den Vorhof rings um die Wohnung und um den Altar auf und brachte den Vorhang am Tor des Vorhofs an. 2742#2. Mose,40,34#34. ALS Mose so das ganze Werk vollendet hatte, verhüllte-1- die Wolke das Offenbarungszelt, und die Herrlichkeit des HErrn erfüllte die Wohnung, -1) o: bedeckte. 2743#2. Mose,40,35#35. so daß Mose nicht in das Offenbarungszelt hineingehen konnte, weil die Wolke sich auf dasselbe niedergelassen hatte und die Herrlichkeit des HErrn die Wohnung erfüllte. 2744#2. Mose,40,36#36. So oft sich nun die Wolke von der Wohnung erhob, brachen die Israeliten auf während der ganzen Dauer ihrer Wanderungen; 2745#2. Mose,40,37#37. wenn aber die Wolke sich nicht erhob, brachen sie nicht auf bis zu dem Tage, wo sie sich erhob. 2746#2. Mose,40,38#38. Denn bei Tage lag die Wolke des HErrn über der Wohnung; bei Nacht aber war sie, mit Feuerschein erfüllt, dem ganzen Hause Israel sichtbar während der ganzen Dauer ihrer Wanderzüge. 2747#3. Mose,1,1#1. DER HErr berief hierauf Mose und gebot ihm aus dem Offenbarungszelte folgendes: -1) genannt -+Levitikus-, d.h. Priesterbuch. 2748#3. Mose,1,2#2. «Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Wenn jemand von euch dem HErrn eine Opfergabe darbringen will, so sollt ihr eure Opfergabe vom Vieh, und zwar von den Rindern und vom Kleinvieh, darbringen.» 2749#3. Mose,1,3#3. «WENN seine Opfergabe in einem Brandopfer bestehen soll und zwar von einem Rind, so muß er ein fehlerloses männliches Tier opfern. Er bringe dieses an den Eingang des Offenbarungszeltes, damit es ihm das Wohlgefallen des HErrn verschaffe. 2750#3. Mose,1,4#4. Dann lege er seine Hand fest auf den Kopf des Brandopfertieres, so wird es wohlgefällig aufgenommen werden und ihm Sühne verschaffen. 2751#3. Mose,1,5#5. Hierauf schlachte man das junge Rind vor dem HErrn; und die Priester, die Söhne Aarons, sollen das Blut herzubringen, und zwar so, daß sie das Blut ringsum an den Altar sprengen, der am-1- Eingang des Offenbarungszeltes steht. -1) o: vor dem. 2752#3. Mose,1,6#6. Dann soll man dem Brandopfertier die Haut abziehen und es in seine Stücke zerlegen; 2753#3. Mose,1,7#7. die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen Feuer auf den Altar tun und Holzstücke über dem Feuer aufschichten; 2754#3. Mose,1,8#8. sodann sollen die Söhne Aarons, die Priester, die Stücke, auch den Kopf und das Fett, auf dem Holz, das auf dem Altar über dem Feuer liegt, gehörig zurechtlegen. 2755#3. Mose,1,9#9. Die Eingeweide und Beine des Tieres aber soll man mit Wasser waschen, und der Priester soll dann das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Brandopfer, ein Feueropfer zu-1- lieblichem Geruch für den HErrn.» -1) o: von. 2756#3. Mose,1,10#10. «WENN aber seine Opfergabe, die ein Brandopfer sein soll, in einem Stück Kleinvieh, einem Schaf oder einer Ziege, besteht, so muß es ein männliches, fehlerloses Tier sein, das er zum Opfer bringt. 2757#3. Mose,1,11#11. Man schlachte dieses vor dem HErrn an der Nordseite des Altars; die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen das Blut des Tieres ringsum an den Altar sprengen. 2758#3. Mose,1,12#12. Dann soll man es in seine Stücke zerlegen, und der Priester soll diese, und zwar auch den Kopf und das Fett, auf dem Holz, das auf dem Altar über dem Feuer liegt, gehörig zurechtlegen. 2759#3. Mose,1,13#13. Die Eingeweide und Beine aber soll man mit Wasser waschen, und der Priester soll dann das Ganze darbringen und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Brandopfer, ein Feueropfer zu-1- lieblichem Geruch für den HErrn.» -1) o: von. 2760#3. Mose,1,14#14. «WENN aber seine Opfergabe für den HErrn, die ein Brandopfer sein soll, in Geflügel besteht, so müssen es Turteltauben oder junge Tauben sein, die er als Opfergabe darbringt. 2761#3. Mose,1,15#15. Der Priester bringe das Tier an den Altar, knicke ihm den Kopf ab und lasse diesen auf dem Altar in Rauch aufgehen; das Blut aber lasse er an die Wand des Altars auslaufen. 2762#3. Mose,1,16#16. Darauf soll er den Kropf mit seinem Unrat-1- entfernen und ihn neben den Altar gegen Osten auf die Aschenstelle werfen. -1) o: Gefieder(?). 2763#3. Mose,1,17#17. Hierauf soll er dem Vogel die Flügel einreißen, jedoch ohne sie ganz abzutrennen, und der Priester soll ihn auf dem Altar, auf dem Holz, das über dem Feuer liegt, in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Brandopfer, ein Feueropfer zu-1- lieblichem Geruch für den HErrn.» -1) o: von. 2764#3. Mose,2,1#1. «WENN aber jemand dem HErrn ein Speisopfer als Opfergabe darbringen will, so muß seine Gabe aus Feinmehl bestehen, das er mit Öl übergießen und zu dem er Weihrauch hinzufügen muß. 2765#3. Mose,2,2#2. Wenn er es dann den Söhnen Aarons, den Priestern, gebracht hat, soll der Priester eine Handvoll davon nehmen, nämlich von dem dargebrachten Feinmehl und Öl samt dem ganzen zugehörigen Weihrauch, und der Priester soll den zum Duftopfer bestimmten Teil auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Feueropfer zu lieblichem Geruch für den HErrn. 2766#3. Mose,2,3#3. Was dann von dem Speisopfer noch übrig ist, soll Aaron und seinen Söhnen gehören als etwas Hochheiliges von den Feueropfern des HErrn. 2767#3. Mose,2,4#4. Willst du aber als Opfergabe eines Speisopfers etwas im Ofen Gebackenes darbringen, so muß es aus Feinmehl bereitet sein: ungesäuerte, mit Öl gemengte Kuchen oder ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen. - 2768#3. Mose,2,5#5. Soll aber deine Opfergabe in einem Speisopfer auf der Platte bestehen, so muß es aus ungesäuertem, mit Öl gemengtem Feinmehl bereitet sein. 2769#3. Mose,2,6#6. Wenn du es dann in Stücke zerbrichst und Öl darübergießest, so ist es ein Speisopfer. - 2770#3. Mose,2,7#7. Soll deine Opfergabe aber ein in der Pfanne-1- bereitetes Speisopfer sein, so muß es aus Feinmehl mit Öl hergestellt sein.» -1) o: im Topf. 2771#3. Mose,2,8#8. «DU sollst dann das Speisopfer, das aus diesen Zutaten bereitet ist, dem HErrn hinbringen, und zwar übergebe man es dem Priester, damit der es an den Altar trage. 2772#3. Mose,2,9#9. Der Priester soll dann von dem Speisopfer den zum Duftopfer bestimmten Teil abheben und diesen auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Feueropfer zu-1- lieblichem Geruch für den HErrn. -1) o: von. 2773#3. Mose,2,10#10. Was dann von dem Speisopfer noch übrig ist, soll Aaron und seinen Söhnen gehören als etwas Hochheiliges von den Feueropfern des HErrn. - 2774#3. Mose,2,11#11. Kein Speisopfer, das ihr dem HErrn darbringt, darf aus Gesäuertem hergestellt sein; denn aller Sauerteig und aller Honig - davon dürft ihr dem HErrn kein Feueropfer darbringen; 2775#3. Mose,2,12#12. als Erstlingsgabe dürft ihr sie dem HErrn darbringen, aber auf den Altar dürfen sie nicht zum lieblichen Geruch kommen. - 2776#3. Mose,2,13#13. Alle deine Gaben aber, die du als Speisopfer darbringst, mußt du gehörig salzen und darfst niemals das Salz des Bundes-a- deines Gottes bei deinen Speisopfern fehlen lassen: zu allen deinen Opfergaben mußt du auch Salz darbringen.» -a) vgl. 4.Mo. 18,19. 2777#3. Mose,2,14#14. «WILLST du aber dem HErrn ein Speisopfer von den Erstlingsfrüchten darbringen, so mußt du am Feuer geröstete Ähren (oder) zerstoßene Körner von der frischen Frucht als Speisopfer von deinen Erstlingsfrüchten darbringen. 2778#3. Mose,2,15#15. Wenn du Öl daraufgießest und Weihrauch hinzufügst, so ist es ein Speisopfer. 2779#3. Mose,2,16#16. Der Priester soll dann den zum Duftopfer bestimmten Teil von ihm - von seinen zerstoßenen Körnern und von seinem Öl - samt dem ganzen zugehörigen Weihrauch in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Feueropfer für den HErrn.» 2780#3. Mose,3,1#1. «SOLL aber seine Opfergabe ein Heilsopfer sein, so soll er, wenn er sie von den Rindern darbringen will, mag es ein männliches oder ein weibliches Tier sein, ein fehlerloses Tier vor den HErrn bringen. 2781#3. Mose,3,2#2. Dann lege er seine Hand fest auf den Kopf seines Opfertieres, und man schlachte es am Eingang-1- des Offenbarungszeltes; die Söhne Aarons aber, die Priester, sollen das Blut ringsum an den Altar sprengen. -1) = vor der Tür. 2782#3. Mose,3,3#3. Hierauf soll er von dem Heilsopfer dem HErrn ein Feueropfer darbringen, nämlich das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden sitzt, 2783#3. Mose,3,4#4. ferner die beiden Nieren samt dem Fett, das an ihnen, an den Lendenmuskeln sitzt, und den Lappen an der Leber - bei den Nieren soll er-1- es ablösen. -1) o: man(?). 2784#3. Mose,3,5#5. Wenn die Söhne Aarons es dann auf dem Altar über dem Brandopfer, das auf dem Holz über dem Feuer liegt, in Rauch aufgehen lassen, so ist es ein Feueropfer zu lieblichem Geruch für den HErrn.» 2785#3. Mose,3,6#6. «WENN aber seine Opfergabe, die er dem HErrn als Heilsopfer darbringen will, dem Kleinvieh entnommen ist, so muß es ein fehlerloses männliches oder weibliches Tier sein, das er opfert. 2786#3. Mose,3,7#7. Bringt er ein Schaf als seine Opfergabe dar, so bringe er es vor den HErrn, 2787#3. Mose,3,8#8. lege seine Hand fest auf den Kopf seines Opfertieres, und man schlachte es dann vor dem Offenbarungszelt; die Söhne Aarons aber sollen sein Blut ringsum an den Altar sprengen. 2788#3. Mose,3,9#9. Hierauf soll er dem HErrn von dem Heilsopfer ein Feueropfer darbringen, nämlich das Fett des Tieres: den ganzen Fettschwanz, den man dicht am Steißbein-1- ablösen muß, ferner das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden sitzt, -1) o: Schwanzwirbel. 2789#3. Mose,3,10#10. ferner die beiden Nieren samt dem Fett, das an ihnen, an den Lendenmuskeln sitzt, und den Lappen an der Leber - bei den Nieren soll man es ablösen. 2790#3. Mose,3,11#11. Wenn der Priester es dann auf dem Altar in Rauch aufgehen läßt, so ist es eine Feueropferspeise für den HErrn.» 2791#3. Mose,3,12#12. «Wenn aber seine Opfergabe in einer Ziege besteht, so soll er sie vor den HErrn bringen, 2792#3. Mose,3,13#13. dann seine Hand fest auf ihren Kopf legen, und man schlachte sie dann vor dem Offenbarungszelt; die Söhne Aarons aber sollen ihr Blut ringsum an den Altar sprengen. 2793#3. Mose,3,14#14. Hierauf soll er dem HErrn von ihr seine Gabe als Feueropfer darbringen, nämlich das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden sitzt, 2794#3. Mose,3,15#15. ferner die beiden Nieren samt dem Fett, das an ihnen, an den Lendenmuskeln sitzt, und den Lappen an der Leber - bei den Nieren soll man es ablösen. 2795#3. Mose,3,16#16. Wenn der Priester es dann auf dem Altar in Rauch aufgehen läßt, so ist es eine Feueropferspeise zu lieblichem Geruch für den HErrn. Alles Fett gehört dem HErrn. 2796#3. Mose,3,17#17. Das ist eine ewiggültige Satzung für eure Geschlechter, wo ihr auch wohnen mögt: keinerlei Fett und keinerlei Blut dürft ihr genießen!» 2797#3. Mose,4,1#1. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2798#3. Mose,4,2#2. «Rede zu den Israeliten und befiehl ihnen: Wenn jemand sich unvorsätzlich-1- gegen irgend ein Verbot des HErrn (über Dinge) vergeht, die nicht getan werden dürfen, und gegen irgend eins von ihnen verstößt, (so sollen folgende Bestimmungen gelten)»: -1) o: aus Versehen. 2799#3. Mose,4,3#3. «WENN sich der gesalbte Priester versündigt, so daß er eine Verschuldung über das Volk bringt, so soll er für sein Vergehen, das er begangen hat, dem HErrn einen fehlerlosen jungen Stier als Sündopfer darbringen. 2800#3. Mose,4,4#4. Er hat also den Stier vor den HErrn an den Eingang des Offenbarungszeltes zu bringen, dann seine Hand fest auf den Kopf des Stieres zu legen und den Stier vor dem HErrn zu schlachten. 2801#3. Mose,4,5#5. Hierauf nehme der gesalbte Priester etwas von dem Blut des Stieres und bringe es in das Offenbarungszelt hinein. 2802#3. Mose,4,6#6. Dort tauche der Priester seinen Finger in das Blut und sprenge etwas von dem Blut siebenmal vor dem HErrn, nämlich vor den Vorhang des Heiligtums. 2803#3. Mose,4,7#7. Dann streiche der Priester etwas von dem Blut an die Hörner des für das wohlriechende Räucherwerk bestimmten Altars, der vor dem HErrn im Offenbarungszelt steht; alles übrige Blut des jungen Stieres aber schütte er an den Fuß des Brandopferaltars, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht. 2804#3. Mose,4,8#8. Dann löse er alles Fett von dem Sündopferstier ab, nämlich das Fett, das die Eingeweide bedeckt, und alles Fett, das an den Eingeweiden sitzt, 2805#3. Mose,4,9#9. ferner die beiden Nieren samt dem Fett, das an ihnen, an den Lendenmuskeln sitzt, sowie den Lappen an der Leber - bei den Nieren soll er es ablösen -, 2806#3. Mose,4,10#10. so wie es von dem Stier bei einem Heilsopfer abgelöst wird; dann lasse der Priester (alle Fettstücke) auf dem Brandopferaltar in Rauch aufgehen. 2807#3. Mose,4,11#11. Aber das Fell des Stieres und all sein Fleisch samt dem Kopf und den Beinen, sowie seine Eingeweide und seinen Gedärmeinhalt, 2808#3. Mose,4,12#12. also das ganze Tier soll man an einen reinen Ort außerhalb des Lagers hinausschaffen, an den Platz, wohin man die Fettasche schüttet, und ihn dort auf Holzscheiten im Feuer verbrennen: an dem Ort, wohin man die Fettasche schüttet, soll er verbrannt werden.» 2809#3. Mose,4,13#13. «WENN aber die ganze Gemeinde Israel sich unvorsätzlich verfehlt hat, ohne daß das Volk sich dessen bewußt gewesen ist, und sie gegen irgend ein Verbot des HErrn verstoßen haben und dadurch in Verschuldung geraten sind, 2810#3. Mose,4,14#14. so soll die Gemeinde, sobald das Vergehen, dessen sie sich durch die Übertretung schuldig gemacht haben, erkannt worden ist, einen jungen Stier als Sündopfer darbringen und ihn vor das Offenbarungszelt führen. 2811#3. Mose,4,15#15. Dort sollen die Ältesten-1- der Gemeinde ihre Hände vor dem HErrn fest auf den Kopf des Stieres legen, und dann soll man den Stier vor dem HErrn schlachten. -1) o: Vornehmsten. 2812#3. Mose,4,16#16. Hierauf bringe der gesalbte Priester etwas von dem Blut des Stieres in das Offenbarungszelt hinein, 2813#3. Mose,4,17#17. tauche dort seinen Finger in das Blut und sprenge etwas von dem Blut siebenmal vor dem HErrn, nämlich vor den Vorhang. 2814#3. Mose,4,18#18. Dann streiche er etwas von dem Blut an die Hörner des Altars, der vor dem HErrn im Offenbarungszelte steht; alles übrige Blut aber schütte er an den Fuß des Brandopferaltars, der am Eingang des Offenbarungszeltes steht. 2815#3. Mose,4,19#19. Dann soll er alles Fett von ihm ablösen und es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen 2816#3. Mose,4,20#20. und hierauf mit dem Stiere so verfahren, wie er es mit dem eigenen Stier beim Sündopfer getan hat: genau so soll er auch mit ihm verfahren. Wenn der Priester ihnen so Sühne erwirkt hat, wird ihnen Vergebung zuteil werden. 2817#3. Mose,4,21#21. Den Stier aber soll man vor das Lager hinausschaffen und ihn dort so verbrennen, wie man den zuerst erwähnten Stier verbrannt hat. Dies ist das Sündopfer für die Gemeinde.» 2818#3. Mose,4,22#22. «WENN ein Stammfürst sich versündigt und unvorsätzlich irgend etwas tut, wovon der HErr, sein Gott, geboten hat, daß man es nicht tun dürfe, und er dadurch in Verschuldung geraten ist, 2819#3. Mose,4,23#23. so soll er, sobald das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, ihm bekannt-1- geworden ist, einen fehlerlosen Ziegenbock als seine Opfergabe darbringen. -1) o: bewußt. 2820#3. Mose,4,24#24. Er lege dabei seine Hand fest auf den Kopf des Bockes und man schlachte ihn an dem Ort, wo man die Brandopfer vor dem HErrn schlachtet: so ist es ein Sündopfer. 2821#3. Mose,4,25#25. Alsdann soll der Priester mit seinem Finger etwas von dem Blut des Sündopfers nehmen und es an die Hörner des Brandopferaltars streichen, sein übriges Blut aber an den Fuß des Brandopferaltars schütten. 2822#3. Mose,4,26#26. Hierauf soll er das gesamte Fett des Tieres auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen wie das Fett des Heilsopfers. Wenn der Priester ihm so Sühne wegen seiner Versündigung erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden.» 2823#3. Mose,4,27#27. «WENN sich aber jemand aus dem gemeinen Volk unvorsätzlich versündigt, indem er irgend etwas von dem tut, was nach den Geboten des HErrn nicht getan werden darf, und dadurch in Verschuldung geraten ist, 2824#3. Mose,4,28#28. so soll er, sobald das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, ihm bekannt-1- geworden ist, eine fehlerlose Ziege als Opfergabe für sein Vergehen bringen, das er sich hat zu Schulden kommen lassen. -1) o: bewußt. 2825#3. Mose,4,29#29. Er lege dann seine Hand fest auf den Kopf des Sündopfers, und man schlachte das Sündopfer an dem für die Brandopfer bestimmten Ort. 2826#3. Mose,4,30#30. Darauf soll der Priester mit seinem Finger etwas von dem Blut nehmen und es an die Hörner des Brandopferaltars streichen, das gesamte übrige Blut des Tieres aber an den Fuß des Altars schütten. 2827#3. Mose,4,31#31. Hierauf soll man alles Fett des Tieres ablösen, wie das Fett von einem Heilsopfer abgelöst wird, und der Priester soll es auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen zum lieblichen Geruch für den HErrn. Wenn der Priester ihm so Sühne erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden. - 2828#3. Mose,4,32#32. Wenn er aber ein Schaf als seine Gabe zum Sündopfer bringen will, so muß es ein fehlerloses weibliches Tier sein, das er bringt. 2829#3. Mose,4,33#33. Er lege dann seine Hand fest auf den Kopf des Sündopfers, und man schlachte es als Sündopfer an dem Ort, wo man die Brandopfer schlachtet. 2830#3. Mose,4,34#34. Darauf soll der Priester mit seinem Finger etwas von dem Blut des Sündopfers nehmen und es an die Hörner des Brandopferaltars streichen, das gesamte übrige Blut aber an den Fuß des Altars schütten. 2831#3. Mose,4,35#35. Hierauf soll man alles Fett ablösen, wie das Fett des Schafes von einem Heilsopfer abgelöst wird, und der Priester soll es auf dem Altar, über-1- den Feueropfern des HErrn, in Rauch aufgehen lassen. Wenn der Priester ihm so Sühne für das Vergehen, das er sich hat zuschulden kommen lassen, erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden.» -1) o: neben. 2832#3. Mose,5,1#1. «WENN jemand sich dadurch vergeht, daß er nach Anhörung der gerichtlichen Verfluchung (über einen Verbrecher), obgleich er als Zeuge auftreten könnte, weil er entweder die Tat gesehen oder die Sache sonst in Erfahrung gebracht hat, trotzdem keine Aussage-1- macht und so in Verschuldung gerät; - -1) o: Anzeige. 2833#3. Mose,5,2#2. oder wenn jemand irgend etwas Unreines berührt, sei es das Aas eines unreinen wilden Tieres oder das Aas eines unreinen Haustieres oder das Aas eines unreinen Kriechtieres, ohne sich dessen (zunächst) bewußt zu sein, aber doch so, daß er unrein geworden ist und sich dessen bewußt wird; - 2834#3. Mose,5,3#3. oder wenn er mit der Unreinigkeit eines Menschen in Berührung kommt, mit irgend einer Unreinigkeit, durch die man sich verunreinigen kann, ohne daß er es (zunächst) weiß, nachher aber Kenntnis davon erhält und er sich schuldig fühlt; - 2835#3. Mose,5,4#4. oder wenn jemand unbesonnen schwört, indem der Schwur seinen Lippen entfährt, daß er etwas Gutes oder Böses tun wolle, wie ja jemandem ein Schwur unbesonnenerweise entfahren mag, ohne daß er sich dessen (zunächst) bewußt ist, nachher aber zur Erkenntnis kommt und so in bezug auf irgend etwas derartiges sich schuldig fühlt: 2836#3. Mose,5,5#5. so soll er, wenn er durch irgend etwas derartiges eine Schuld auf sich geladen hat, das Vergehen, dessen er sich schuldig gemacht hat, bekennen 2837#3. Mose,5,6#6. und dann dem HErrn als Buße für das Vergehen, das er sich hat zuschulden kommen lassen, ein weibliches Stück Kleinvieh, ein Schaf oder eine Ziege, als Sündopfer darbringen; und der Priester soll ihm dadurch Sühne für sein Vergehen erwirken.» 2838#3. Mose,5,7#7. «WENN aber sein Vermögen zur Beschaffung eines Stückes Kleinvieh nicht ausreicht, so bringe er als seine Buße für das, wodurch er sich vergangen hat, dem HErrn zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben dar, die eine zum Sündopfer, die andere zum Brandopfer. 2839#3. Mose,5,8#8. Er bringe sie also zum Priester, und dieser soll die zum Sündopfer bestimmte zuerst darbringen, und zwar so, daß er ihr den Kopf dicht beim Genick abknickt, doch ohne ihn ganz abzutrennen. 2840#3. Mose,5,9#9. Dann soll er etwas von dem Blut des Sündopfers an die Wand des Altars sprengen, das übrige Blut aber an den Fuß des Altars ausdrücken-1-: so ist es ein Sündopfer. -1) = auslaufen lassen. 2841#3. Mose,5,10#10. Die andere Taube aber soll er in der vorgeschriebenen-1- Weise zum Brandopfer herrichten. Wenn der Priester ihm so Sühne für das Vergehen, das er sich hat zuschulden kommen lassen, erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden. - -1) o: gehörigen. 2842#3. Mose,5,11#11. Wenn aber sein Vermögen nicht einmal zur Beschaffung zweier Turteltauben oder zweier jungen Tauben ausreicht, so bringe er als seine Opfergabe für das, wodurch er sich vergangen hat, ein Zehntel Epha Feinmehl als Sündopfer dar, ohne jedoch Öl daraufzugießen oder Weihrauch hinzuzufügen; denn es ist ein Sündopfer. 2843#3. Mose,5,12#12. Er bringe es also zum Priester, und der Priester nehme eine Handvoll davon als den zum Duftopfer bestimmten Teil und lasse es auf dem Altar über den Feueropfern des HErrn in Rauch aufgehen: so ist es ein Sündopfer. 2844#3. Mose,5,13#13. Wenn der Priester ihm so für sein Vergehen, das er sich in irgend einem der ebengenannten Fälle hat zuschulden kommen lassen, Sühne erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden. (Was dann von dem Sündopfer noch übrig ist), soll dem Priester gehören wie das (gewöhnliche) Speisopfer.» 2845#3. Mose,5,14#14. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2846#3. Mose,5,15#15. «Wenn jemand eine Veruntreuung begeht, daß er sich unvorsätzlich an Dingen vergreift, die dem HErrn geheiligt-1- sind, so soll er dem HErrn als sein Schuldopfer-2- einen fehlerlosen Widder von seinem Kleinvieh, der nach deiner Schätzung mindestens zwei Schekel-3- Silber nach dem Gewicht des Heiligtums-a- wert ist, als Schuldopfer darbringen. -1) o: geweiht.   2) = seine Buße.   3) Vollgewicht des Silberschekels (vgl. 2.Mo. 30,13) 16,37 Gramm.   a) vgl. 2.Mo. 30,13. 2847#3. Mose,5,16#16. Außerdem soll er den Betrag, um den er das Heiligtum freventlich geschädigt hat, erstatten und noch ein Fünftel des Betrags dazulegen und es dem Priester übergeben. Wenn der Priester ihm dann durch den als Schuldopfer dargebrachten Widder Sühne erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden.» 2848#3. Mose,5,17#17. «WENN sich aber jemand vergeht, indem er unwissentlich irgend etwas tut, was man nach den Geboten des HErrn nicht tun darf, und er unbewußt in Schuld geraten ist und ein Unrecht auf sich geladen hat, 2849#3. Mose,5,18#18. so soll er einen fehlerlosen Widder von seinem Kleinvieh nach deiner Schätzung als Schuldopfer zum Priester bringen. Wenn der Priester ihm dann für sein Vergehen, das er unwissentlich begangen hat, Sühne erwirkt hat, so wird ihm Vergebung zuteil werden. 2850#3. Mose,5,19#19. Es ist ein Schuldopfer; er hat sich ja doch gegen den HErrn verschuldet.» 2851#3. Mose,5,20#20. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2852#3. Mose,5,21#21. «Wenn jemand sich versündigt und sich eine Veruntreuung gegen den HErrn zuschulden kommen läßt, indem er seinem Volksgenossen gegenüber etwas Anvertrautes oder Hinterlegtes oder Entwendetes ableugnet oder seinen Volksgenossen um etwas übervorteilt 2853#3. Mose,5,22#22. oder etwas Verlorenes gefunden hat und es verhehlt, oder wenn er falsch schwört in bezug auf irgend eine Handlung, durch die sich jemand versündigen kann: - 2854#3. Mose,5,23#23. wenn er sich also auf solche Weise vergangen hat und in Verschuldung geraten ist, so soll er das Entwendete, das er an sich gebracht, oder das Erpreßte, das er sich mit Unrecht angeeignet hat, oder das Anvertraute, das ihm in Verwahrung gegeben worden ist, oder das Verlorene, das er gefunden hat, zurückgeben 2855#3. Mose,5,24#24. oder alles, in bezug worauf er falsch geschworen hat, zurückerstatten, und zwar soll er es nach seinem vollen Wert erstatten und noch ein Fünftel des Betrags dazulegen: wem es zukommt, dem soll er es erstatten am Tage, an dem er sein Schuldopfer darbringt. 2856#3. Mose,5,25#25. Als seine Buße für den HErrn aber soll er einen fehlerlosen Widder von seinem Kleinvieh nach deiner Schätzung als Schuldopfer zum Priester bringen. 2857#3. Mose,5,26#26. Wenn der Priester ihm dann Sühne vor dem HErrn erwirkt hat, wird ihm Vergebung zuteil werden für alle Handlungen, durch deren Begehung er sich eine Verschuldung zugezogen hat-1-.» -1) aÜs: Handlungen, durch die jemand sich verschulden kann. 2858#3. Mose,6,1#1. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2859#3. Mose,6,2#2. «Gib Aaron und seinen Söhnen folgende Weisungen: Diese Vorschriften gelten für das Brandopfer: Dieses, das Brandopfer, soll auf dem Altar da, wo es angezündet worden ist, die ganze Nacht hindurch bis zum Morgen verbleiben, und das Altarfeuer soll dadurch-1- brennend erhalten werden. -1) o: «damit» = vermittels desselben unterhalten werden; - o: «daran», d.h. an dem Brandopfer brennend erhalten werden. 2860#3. Mose,6,3#3. Der Priester soll sein linnenes Gewand anziehen und sich die linnenen Beinkleider an den Leib legen und die Fettasche, in welche das Feuer das Brandopfer auf dem Altar verbrannt hat, wegräumen und sie neben den Altar schütten. 2861#3. Mose,6,4#4. Alsdann soll er seine (linnenen) Kleider ausziehen und andere (gewöhnliche) Kleider anlegen und die Asche an einen reinen Ort vor das Lager hinausschaffen. 2862#3. Mose,6,5#5. Das Feuer aber auf dem Altar soll dadurch-a- in Brand erhalten werden und darf nicht erlöschen: jeden Morgen soll der Priester Holzscheite auf dem Altar anzünden und das (Morgen-)Brandopfer auf ihm zurechtlegen und über ihm die Fettstücke der Heilsopfer in Rauch aufgehen lassen. -a) vgl. V. 2. 2863#3. Mose,6,6#6. Ein beständiges Feuer soll auf dem Altar unterhalten werden; es darf nie erlöschen!» 2864#3. Mose,6,7#7. «FOLGENDE Vorschriften aber gelten für das Speisopfer: Die Söhne Aarons sollen es vor den HErrn an die Vorderseite des Altars heranbringen. 2865#3. Mose,6,8#8. Dann nehme er-1- eine Handvoll davon, nämlich von dem Feinmehl des Speisopfers und von dessen Öl, dazu den gesamten Weihrauch, der auf dem Speisopfer liegt, und lasse es auf dem Altar in Rauch aufgehen als ein Feueropfer lieblichen Geruchs, als den Duftteil davon für den HErrn. -1) d.h. einer von ihnen. 2866#3. Mose,6,9#9. Was dann (von dem Speisopfer) noch übrig ist, das sollen Aaron und seine Söhne essen: ungesäuert soll es an heiliger Stätte verzehrt werden; im Vorhof des Offenbarungszeltes sollen sie es essen. 2867#3. Mose,6,10#10. Es darf nicht mit Sauerteig gebacken werden; es ist ihr Anteil, den ich ihnen von meinen Feueropfern zugewiesen habe: hochheilig ist es wie das Sündopfer und wie das Schuldopfer. 2868#3. Mose,6,11#11. Alle männlichen Personen unter den Nachkommen Aarons dürfen es genießen; eine für ewige Zeiten festgesetzte Gebühr von den Feueropfern des HErrn soll es von Geschlecht zu Geschlecht sein. Jeder (Unbefugte), der diese Dinge berührt, soll dem Heiligtum verfallen sein.» 2869#3. Mose,6,12#12. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2870#3. Mose,6,13#13. «Dies soll die Opfergabe Aarons und seiner Söhne sein, die sie dem HErrn darzubringen haben an dem Tage, an welchem er-1- gesalbt wird: ein Zehntel Epha Feinmehl als regelmäßiges Speisopfer, die eine Hälfte davon am Morgen, die andere Hälfte am Abend. -1) d.h. einer von ihnen. 2871#3. Mose,6,14#14. Auf einer Platte-1- soll es mit Öl zubereitet werden; zusammengerührt-2- sollst du es darbringen; zerbröckelt zu einem Brockenspeisopfer sollst du es darbringen als einen lieblichen Geruch für den HErrn. -1) o: in der Pfanne.   2) o: wohlvermengt. 2872#3. Mose,6,15#15. Auch der Priester, der an Aarons Statt aus der Zahl seiner Söhne gesalbt ist-1-, soll es als eine auf ewige Zeiten festgesetzte Gebühr für den HErrn herrichten: als Ganzopfer soll es verbrannt werden; -1) o: wird. 2873#3. Mose,6,16#16. denn jedes Speisopfer eines Priesters soll ein Ganzopfer sein: es darf nichts davon gegessen werden.» 2874#3. Mose,6,17#17. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2875#3. Mose,6,18#18. «Rede mit Aaron und seinen Söhnen und gebiete ihnen: Folgende Vorschriften gelten für das Sündopfer: An dem Orte, wo das Brandopfer geschlachtet wird, soll auch das Sündopfer vor dem HErrn geschlachtet werden: es ist hochheilig. 2876#3. Mose,6,19#19. Der Priester, der das Sündopfer darbringt, soll es verzehren; an heiliger Stätte soll es gegessen werden, nämlich im Vorhof des Offenbarungszeltes. 2877#3. Mose,6,20#20. Jeder (Unbefugte), der sein Fleisch-1- berührt, soll dem Heiligtum verfallen sein; und wenn etwas von seinem Blut an ein Kleid spritzt, so mußt du das Kleidungsstück, an das es gespritzt ist, an heiliger Stätte waschen. -1) d.h. das Fleisch dieses Opfers. 2878#3. Mose,6,21#21. Ein irdenes Gefäß, in dem man es gekocht hat, muß zerbrochen werden; ist es aber in einem kupfernen Gefäß gekocht worden, so muß dieses gescheuert und mit Wasser ausgespült werden. 2879#3. Mose,6,22#22. Alle männlichen Personen der Priesterschaft dürfen davon essen: es ist hochheilig. 2880#3. Mose,6,23#23. Aber von allen Sündopfern, von deren Blut ein Teil in das Offenbarungszelt gebracht worden ist, (damit) im Heiligtum die Sühnung zu vollziehen, darf nichts gegessen werden, sondern sie sind im Feuer zu verbrennen.» 2881#3. Mose,7,1#1. «FOLGENDE Vorschriften gelten für das Schuldopfer: es ist hochheilig. 2882#3. Mose,7,2#2. An dem Orte, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten, und sein Blut soll man ringsum an den Altar sprengen; 2883#3. Mose,7,3#3. das gesamte Fett des Tieres aber soll man darbringen, nämlich den Fettschwanz und das Fett, das die Eingeweide bedeckt, 2884#3. Mose,7,4#4. ferner die beiden Nieren samt dem Fett, das an ihnen, an den Lendenmuskeln sitzt, und den Lappen an der Leber - bei den Nieren soll man es ablösen. 2885#3. Mose,7,5#5. Dies alles soll der Priester dann auf dem Altar als ein Feueropfer für den HErrn in Rauch aufgehen lassen: so ist es ein Schuldopfer. 2886#3. Mose,7,6#6. Alle männlichen Personen der Priesterschaft dürfen davon essen; an heiliger Stätte muß es gegessen werden: es ist hochheilig. 2887#3. Mose,7,7#7. Wie mit dem Sündopfer, so soll auch mit dem Schuldopfer verfahren werden; dieselbe Bestimmung soll für beide gelten: es soll dem Priester gehören, der die Sühnung mit ihm vollzogen hat. 2888#3. Mose,7,8#8. EBENSO soll dem Priester, der jemandes Brandopfer darbringt, das Fell des Brandopfertieres gehören, das er dargebracht hat. 2889#3. Mose,7,9#9. Ebenso soll jedes Speisopfer, das im Ofen gebacken, sowie alles, was in der Pfanne oder auf der Platte-a- zubereitet worden ist, dem Priester gehören, der es darbringt. -a) vgl. 3.Mo. 2,7. 2890#3. Mose,7,10#10. Aber jedes Speisopfer, das mit Öl gemengt oder trocken ist, soll allen Söhnen Aarons gehören, dem einen wie dem andern.» 2891#3. Mose,7,11#11. «FOLGENDE Vorschriften gelten für das Heilsopfer, das man dem HErrn darbringt: 2892#3. Mose,7,12#12. Wenn jemand es zum Zweck der Danksagung darbringt, so soll er außer dem Dank-Schlachtopfer noch ungesäuerte, mit Öl gemengte Kuchen und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und mit Öl eingerührtes Feinmehl darbringen; 2893#3. Mose,7,13#13. nebst Kuchen-1- von gesäuertem Brotteig soll er seine Opfergabe darbringen, außer dem Opfertier, in welchem sein Dank-Heilsopfer besteht. -1) aÜs: auf Kuchen. 2894#3. Mose,7,14#14. Und zwar soll er davon je ein Stück von jeder Opfergabe als Hebe für den HErrn darbringen; (was dann noch übrig ist) soll dem Priester gehören, der das Blut des Heilsopfers an den Altar gesprengt hat. 2895#3. Mose,7,15#15. Das Fleisch des Tieres aber, das als Dank-Heilsopfer geschlachtet wird, muß noch am Tage seiner Darbringung gegessen werden: man darf nichts davon bis zum nächsten Morgen übriglassen. - 2896#3. Mose,7,16#16. Wenn aber die Opfergabe eines Schlachttieres infolge eines Gelübdes dargebracht wird oder eine freiwillige Leistung ist, so soll zwar das Fleisch am Tage der Darbringung des Schlachtopfers gegessen werden; jedoch darf das, was etwa davon übriggeblieben ist, auch noch am folgenden Tage gegessen werden. 2897#3. Mose,7,17#17. Was aber dann noch vom Fleisch des Opfertieres am dritten Tage übrig ist, muß im Feuer verbrannt werden; 2898#3. Mose,7,18#18. denn wenn man vom Fleisch seines Heilsopfers noch am dritten Tage äße, so würde dies nicht gottwohlgefällig sein; es würde dem, der es dargebracht hat, nicht zugerechnet werden, sondern als Greuel-1- gelten, und jeder, der davon äße, würde eine Verschuldung auf sich laden. -1) = verdorbenes Fleisch. 2899#3. Mose,7,19#19. Auch solches Fleisch, das mit etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, darf nicht gegessen werden, sondern ist im Feuer zu verbrennen. Was sonst aber das Opferfleisch betrifft, so darf jeder Reine es genießen; 2900#3. Mose,7,20#20. aber ein Mensch, der im Zustand der Unreinheit Fleisch von einem Heilsopfer genießt, das dem HErrn gehört, die Seele-1- eines solchen Menschen soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden. -1) = das Leben. 2901#3. Mose,7,21#21. Wenn ferner jemand mit irgend etwas Unreinem in Berührung gekommen ist, sei es mit einem unreinen Menschen oder mit einem unreinen Haustier oder mit irgend einem unreinen Gewürm und trotzdem von dem Fleisch eines Heilsopfers ißt, das dem HErrn gehört, ein solcher Mensch-a- soll aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden.» -a) vgl. V. 20. 2902#3. Mose,7,22#22. WEITER gebot der HErr dem Mose folgendes: 2903#3. Mose,7,23#23. «Gib den Israeliten folgende Weisung: Keinerlei Fett von Rindern, Schafen und Ziegen dürft ihr genießen! 2904#3. Mose,7,24#24. Das Fett von verendeten oder zerrissenen Tieren darf zwar zu beliebigen Zwecken verwendet werden, aber genießen dürft ihr es nimmermehr; 2905#3. Mose,7,25#25. denn jeder, der Fett von den Haustieren genießt, von denen man dem HErrn Feueropfer darbringt, dessen Seele-1- soll, weil er es genossen hat, aus seinen Volksgenossen ausgerottet werden. -1) = Leben; w: ausgerottet wird die Seele (= Person), welche ißt, aus ihren Volksgenossen. 2906#3. Mose,7,26#26. Ebenso dürft ihr, wo ihr auch wohnen mögt, kein Blut genießen, weder von Vögeln noch von vierfüßige