Christliche Ethik

 

I. Definition und Einführung

1.    Definition der Begriffe  / Geschichte der Ethik.

2.    Überblick über den Plan Gottes für die Menschheit

3.    Protokoll: Verhaltensregeln und Verstoß

4.    Die drei Bestandteile der Moral

5.    Christliche Moral

 

II. Die Ethik der 10 Gebote

1.    Die Beziehung mit Gott

2.    Die Beziehung mit dem Nächsten

3.    Die Werke Satans stellen sich den 10 Geboten entgegen

 

III. Die Ethik Jesu Christi, seine Präsentation den Johannes Schriften

1.    Seinen Nächsten wie sich selbst lieben

2.    Lieben, wie Jesus uns liebte

 

VI. Die paulinische Ethik und ihre Motivationen:

1.    Die Präsenz des Heiligen Geistes

2.    Der Appell/Aufruf an den Verstand und die Vernunft

3.    Die Nachahmung Jesu

4.    Die Tatsache, dass Jesus in uns lebt und wohnt

5.    Die Heiligung

6.    Die Eschatologie (Endzeit)

7.    Die Liebe

 

V. Drei klare Unterscheidungen in der Ethik

A: Die Moral nach dem Plan Gottes für den Menschen nach dem Fall und in Anbetracht seiner Wiederherstellung durch die Vergebung, die Gnade und das neue Leben in Jesus Christus (für Gläubige)

  1. Das Ledig-Sein
  2. Die Auswahl des Partners
  3. Die Zeit der Verlobung
  4. Die Ehe
  5. Die Kinder
  6. Die Familie
  7. Krankheit und Gesundheit
  8. Witwer-, Witwenstand
  9. Der Tod

 

B: Die Moral und ihre heilende Anwendung durch die der Mensch wiederhergestellt wird, welcher seine Sünde und die Härte seines Herzens erkannt hat (Folgen der Sünde, Ungehorsam, Richten, Wiederherstellung)

1.    Sexuelle Beziehungen vor der Ehe

2.    Homosexualität

3.    Zusammenleben/Wilde Ehe, freie Liebe, freie Vereinigung

4.    Alleinstehende Mütter

5.    Gemischte Ehen

6.    Ungläubige Partner

7.    Trennung, Scheidung

8.    Alleinstehende Elternteile

9.    Widerheirat

10. Abtreibung

11. Euthanasie/Sterbehilfe

 

Exkurs: Abfolge der zu unternehmenden Schritte bei der Problemlösung einer komplexen ethischen Frage

 

C: Die Moral und ihre befreiende Anwendung für den Menschen, der in Bindungen Satans verstrickt war, der den Meister wechseln und Jesus Christus als Herrn annehmen möchte.

Bindungen und okkulte Ketten, dämonische Besessenheit (Verdammung, Befreiung, Wiederherstellung) - siehe auch die Abhandlung "Okkultismus und Befreiung"

 

VI. Der moralische Schutz den Gott seinen Kindern gewährt:

1.    Durch den Gehorsam an Gottes Wort (persönliches Leben)

2.    Durch das Leben in der örtlichen Gemeinde (gemeinsames Leben)

= Taufe, Abendmahl, gemeinsames Gebet, Ältestenrat, Seelsorge, Evangelisation in der Gruppe, gemeinsame Anbetung, geschwisterliche Gemeinschaft, Unterweisung in der Bibel von Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern,...

 

I. Begriffsbestimmung und Einführung

 

I.1. Begriffsbestimmung:

 

Die Ethik ist die Wissenschaft der Moral. Die Moral ist die Gesamtheit aller Verhaltensregeln und Werte, die als Normen einer Gesellschaft gelten (Larousse). Der Begriff "Ethik" kommt aus dem griechischen - ethikos, ethike, ethos = Sitten / Gebräuche / Gewohnheit /

 

Ethik ist: „Lehre vom sittlichen Wollen und Handeln der Menschen untereinander und in Beziehung zur Gesellschaft“ (Duden)

Auch : „die Lehre der Grundlagen und den Forderungen des sittlichen Verhaltens des Menschen.“

 

Wir halten uns nicht bei verschiedenen Ethiken auf, sondern gehen auf die ein, die aus der Heiligen Schrift hervorgeht - diese göttliche Ethik, die sich nicht durch unterschiedliche Situationen manipulieren lässt. Sie verfällt nicht der Anpassung an die Situation, da sie auf den 10 Gebote aufbaut ist. Die Heilige Schrift ist Grundlage und gibt Forderungen.

 

 

 

I.2. Kurzer Überblick: Der Plan Gottes für die Menschheit

 

Dieser Plan wurde von Gott bedacht und gegeben. Er kommt aus der Heiligkeit Gottes und führt in Gottes Herrlichkeit.

 

 

1. Gott Schöpfer des Universum!  Und von allen geistlichen Wesen im Himmel! Genesis 1

 

2. Gott Schöpfer der Erde und der Pflanzen und der Tiere

 

3. Erschaffung des Menschen: er wurde zum Ebenbild Gottes erschaffen, erschaffen um in Gemeinschaft mit Gott zu leben, mit der Fähigkeit eine freie Wahl zu treffen. Er wurde aus Liebe heraus erschaffen, befähigt, selbst zu lieben. Der Mensch ist wahrhaftig frei, wenn er in Gemeinschaft mit Gott lebt.

 

4. Der Fall im Himmel: Luzifer wird zum Teufel (Jesaja14 und Hesekiel 28). Hochmut und Ungehorsam ist aktiv im Himmel bevor es auf die Erde kommt. Der Teufel wird nun seine ganze Kraft darin setzen um Schöpfung Gottes zu trüben und die Menschen gegen Gott aufzustellen.

 

5. Der Fall des Menschen, er lässt sich versuchen, akzeptiert den Zweifel gegenüber Gottes Wort, denkt und handelt nach seinem eigenen Kopf. Der Mensch ist von Gott getrennt und kennt die Folgen seines Ungehorsams (arbeiten unter Mühen, schmerzvolles Gebären, Verlangen der Frau nach dem Mann und seine Autorität über sie)

 

6.  Der Mensch ist sich der Existenz Gottes bewusst, kennt Gott durch verbale Offenbarungen, über Erfahrenes (Kain, Abel,...), weiß um das Böse und die Auswirkungen des Bösen (das Böse in seinem eigenen Leben). Sein Gewissen ist markiert von Gottes Wort.

 

7. Der Mensch wendet sich von Gott ab bis zur Sintflut, dem Gericht, der Zerstörung. Eine Familie bleibt treu. Neue Menschheit, Weg bis zu Babel, Hochmut, Sprachenverwirrung, ...Der Mensch will autonom sein, er will selber herrschen!

 

8. Gott wählt einen Menschen - Abram, ein Volk - Israel. Gott gibt ihm einen Lebenskodex (10 Gebote und Reinheitsgebote, moralische Gesetze,...)

- Das Volk ist ungehorsam, Gott gewährt Vergebung durch Opfer. Blut des Lammes!

- Das Volk macht was es will, Gott gewährt Richter, Propheten, Weise,...

Israel sollte Gottes Volk sein, Vorbild für alle Nationen. Aber das Problem der Sünde ist nicht gelöst.

 

9. Gott schenkt den Retter der Welt, den Messias seines Volkes. Aber Gottes Volk erkennt nicht den Messias und bleibt in der Finsternis. Die Priester erwarten nicht, dass der Messias ein Diener ist, ein Zimmermann. Der „LOGOS“ kommt in die Welt. Johannes 1:

1 ¶  Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

2  Dieses war im Anfang bei Gott.

3  Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist.

4  In ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

5 ¶  Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

6  Es wurde ein Mensch von Gott gesandt, der hieß Johannes.

7  Dieser kam zum Zeugnis, um zu zeugen von dem Licht, damit alle durch ihn glaubten.

8  Nicht er war das Licht, sondern er sollte zeugen von dem Licht.

9  Das wahrhaftige Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen.

10  Es war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.

11  Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf.

12  Allen denen aber, die ihn aufnahmen, gab er Vollmacht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;

13  welche nicht aus dem Geblüt, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

14  Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.

 

 

10. Er wird von seinem Volk verstoßen, und Gott ruft die Heiden zum Heil auf. Das verhärten der Herzen vom Volk Gottes öffnet die Tür für den Glauben der Heiden.

 

11. Jesus baut seine Gemeinde über die Jahrhunderte hinweg auf: Sie ist gegründet auf Christus, sein Opfer, die Vergebung, die Gnade. Die ganze Welt soll die Möglichkeit haben die frohe Botschaft des Evangeliums zu hören. Viel Leiden und Verfolgung ist oft der einzige Weg um Herzen zu überzeugen. Die Gemeinde lernt dass Glaube und Werke der Liebe zusammen gehören.

 

12. Nach vielem Leiden und Not wird Gott seinem Volk die Augen öffnen und es wird der Messias Jesus Christus erkennen.

 

13. Jesus Christus kommt zurück auf Erde um die Seinen zu holen und sein Königreich aufzubauen

 

14. Christus setzt sich auf den Thron um die Toten und Lebendigen zu richten. ALLES ZUR EHRE GOTTES!!

 

 

I.3. Protokoll: Verhaltensregeln und Verstoß

 

Wenn Menschen sich zanken, können wir einige Lektionen aus dem Streit und den Bemerkungen, die wir hören, ziehen: "Hätten Sie gerne, dass man sich Ihnen gegenüber so verhält?" - "Das ist mein Stuhl, ich saß vor Dir hier." - "Lasst ihn in Ruhe, er hat Euch gar nichts getan!" - "Mit welchem Recht boxen Sie sich so durch und schmieren alle an?" - "Jetzt müssen Sie auch kommen, Sie haben's versprochen!"

 

Der, der sich beklagt, appelliert an ein Verhaltensmodel, das sein Gegenüber nicht ignorieren dürfte. Und der andere stellt selten die Verhaltensnorm selbst in Frage, aber er bringt eine ganz bestimmte Entschuldigung vor; tatsächlich aber antwortet er auf die Verhaltensregel, indem er gegen sie argumentiert.

 

Eine Verhaltensnorm zeigt, dass das Gute und das Böse tief in dem Bewusstsein jedes Menschen verankert ist, selbst wenn es variiert und mit verschiedenen Gewohnheiten, Erziehungen und Einflüssen in Verbindung steht (jede Kultur hat seine ungeschriebenen Regeln). Und jeder einzelne beweist dies, indem er zugesteht, dass er nicht das Verhalten gezeigt hat, das er von anderen erwartet.

Matthäus 7, 12:

 „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun sollen, das tut auch ihr ihnen ebenso; denn dies ist das Gesetz und die Propheten.“

 

Zwei Punkte müssen also hervorgehoben werden:

 

1) Menschen haben eine Vorstellung von Verhaltensnormen. Dies kommt auch klar zur Geltung in Römer 2, 14-16:

14  Denn wenn die Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz;

15  da sie ja beweisen, dass des Gesetzes Werk in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, welche sich untereinander verklagen oder entschuldigen.

16  Das wird an dem Tage offenbar werden, da Gott das Verborgene der Menschen richten wird, laut meinem Evangelium, durch Jesus Christus.

 

2) Menschen verhalten sich nicht diesen Normen gemäß.

Diese zwei Feststellungen sind das Fundament aller genauen Betrachtungen unser selbst und des Universums, in welchem wir leben.

 

I.4. Die drei Bestandteile der Moral

 

Die ganze Menschheitsgeschichte beweist, dass der Mensch nicht gut durch das Gesetz wird, er braucht eine innere Moral. Die Sintflut kam über die Erde 15 Jahrhunderte nach der Erschaffung Adams. Und Gott selbst sagt: "das Denken des Herzen des Menschen ist böse von Jugend auf." (1. Mose 8, 21).

Der Mensch verändert seine Natur nicht durch das Ankündigen des Gerichts! Was nützt es, einem Schiff zu zeigen, wie man auf See fährt, wenn es in Wirklichkeit ein alter baufälliger Kahn ist, der nicht mehr manövrierbar ist? Der Mensch kann durch das Gesetz nicht gut gemacht werden. Trotzdem müssen die moralischen Gesetze als Norm in der Gesellschaft bestehen um sie vor dem Zerfall zu bewahren.  Menschen finden immer Wege um die Gebote umzugehen.

 

Die Moral setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

 

1) Die Beziehungen von Menschen zu Menschen.

Die Menschheit zerstört sich selbst, wenn Menschen sich untereinander bekämpfen und jeder gegen die Verhaltensregeln des Lebens in der Gesellschaft verstößt. Jeder Mensch will herrschen und Recht haben.

 

2) Die inneren Grundlagen eines jeden Menschen.

Ein durch den Ungehorsam der anderen verletztes Wesen ist mehr und mehr verletzlich und reagiert, indem es sich in sich selbst zurückzieht (und dabei der Gesellschaft durch den Reichtum seines Gegenwart verloren geht) oder indem es aggressiv auf andere zugeht. Das Herz (die Seele) des Menschen kann nicht selbständig befestigt sein. Es ist geschöpft um in der Beziehung mit Gott zu sein.

 

3) Die Beziehung zwischen dem Menschen und dem Gott, der ihn erschaffen hat.

Wenn ich "Eigentümer" bin, kann ich eine andere Einstellung gegenüber meinem Gut haben als wenn ich "Mieter" oder "Verwalter" bin (7. S.??).

 

 

I.5. Christliche Moral

 

Sie bietet einen Weg, den nur ein erneuertes Wesen gehen kann. Dieser Weg hat seine ganz eigenen Richtlinien, und ihn zu begehen, verlangt eine persönliche Beziehung mit dem schöpfenden "Eigentümer". 

 

Als moralisches Gesetz ist sie die Leitplanke, die Gott der Menschheit gewährt, um sie vor der Zerstörung (dem Gericht), der Selbstzerstörung (Egoismus - Hass), der Torheit (der Weg ohne Gott in Richtung Hölle) zu schützen.

 

Dieses moralische Gesetz ist die göttliche Pädagogik, die dazu dient, dem Menschen die Notwendigkeit der Vergebung und des neuen Lebens aufzuzeigen.

 

Folglich ist die christliche Ethik:

·      eine vorbeugende Unterweisung, ein Beweis der echten Liebe (sich dabei auf das Leben Jesu stützend)

·      eine zu Gott führende Pädagogik (sich dabei auf die 10 Gebote stützend)

·      die ideale Grundlage für menschliche Beziehungen (der beste Weg um zu leben)

·      der Weg, der zur inneren Heilung des verletzten Menschen führt (wenn der Mensch bereit ist Jesus als Retter zu haben)

·      eine Richtschnur, die verbietet das "gut" zu heißen, was Gott für "schlecht" oder "böse" erklärt (somit eine Bewahrung vor dem Irren ohne Ziel und Schutz)

·      eine Verhaltensregel für die Gemeinde Jesu, die in ihrer konkreten Anwendung zeigt, dass Gehorsam zu Segen führt und Ungehorsam zu Fluch.

 

Die Anwendung der christlichen Ethik im Leben eines Gotteskindes führt nicht zur Heiligung. Aber weil ein Kind Gottes heilig (abgesondert für Gott) ist, verlangt es mit seinem ganzen Wesen danach, die wahre Liebe zu leben, diese Liebe, die viel höhere Ansprüche stellt als alles moralische Gesetz.

Die Soteriologie steht vor der Moral. Oder das Kultuelle (von Kult) kommt vor der Ethik.

Dieses Bewusstsein zeigt auch die Grenzen der christlichen Erziehung. Ein Mensch kann nur nach den Vorschriften der Bibel leben wenn er Gottes Geist hat.

Die Ethik wurde nicht als besonderen Kurs unterrichtet vor einem Jahrhundert, denn es ist ja die praktische Anwendung vom Glaubensleben, von Gehorsam zu Gottes Wort.

 

 

 

 

 

 

 

II. Die Ethik der 10 Gebote

 

Die religiösen Regeln nehmen ihren Platz vor den moralischen Regeln ein. Folglich ist das moralisch Schlechte eine direkte Folge des religiösen Schlechten.

Die Last des Lebens auf der Erde ist eine Folge der schlechten Beziehung mit Gott. Beziehung die gebrochen worden ist durch den Sündenfall.

Man lebt schlecht in dieser Welt, wenn man mit dem Himmel schlecht steht! "Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden" (aus dem Vaterunser, Matthäus 6, 9+10).

Der Mensch, Geschöpf Gottes, braucht göttliche Richtungsweisung, weil es so viele Wege gibt, auf denen er sich verlieren könnte.

Der Mensch besitzt die Fähigkeit zu wählen, aber nicht die Fähigkeit einen Weg zu schaffen, der ihn zur Glückseligkeit bringt. Dieser Weg ist von Gott, dem Schöpfer, gebahnt.

Das Gesetz Gottes bleibt der einzige Verhaltenskodex, der den Menschen zum eigentlichen Sinn seiner Existenz hin leitet, der ihm einen Wert gibt.

 

II.1. Die Beziehung zu Gott:

oder die vier ersten Gebote: 2. Mose 20;   5. Mose 5.

 

II.1.1. Erstes Gebot: "Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus dem Ägyptenland, aus der Knechtschaft,  geführt hat. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir." (2. Mose 20, 2+3)

5. Mose 4, 1–10:

1 ¶  Und nun höre, Israel, die Satzungen und Rechte, die ich euch zu tun lehre, auf dass ihr lebet und hineinkommet und das Land einnehmet, das euch der HERR, der Gott eurer Väter, gibt.

2  Ihr sollt nichts hinzutun zu dem Worte, das ich euch gebiete, und sollt auch nichts davontun, damit ihr die Gebote des HERRN, eures Gottes, haltet, die ich euch gebiete.

3  Eure Augen haben gesehen, was der HERR wegen des Baal-Peor getan hat. Denn alle, die Baal-Peor nachwandelten, hat der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte vertilgt!

4  Aber ihr, die ihr dem HERRN, eurem Gott, anhinget, lebet alle heute noch.

5  Siehe, ich habe euch Satzungen und Rechte gelehrt, wie mir der HERR, mein Gott, geboten hat, dass ihr also tun sollt im Lande, darein ihr kommen werdet, um es in Besitz zu nehmen.

6  So behaltet sie nun und tut sie; denn das ist eure Weisheit und euer Verstand vor allen Völkern. Wenn sie alle diese Gebote hören, werden sie sagen: Wie ist doch dieses große Volk ein so weises und verständiges Volk!

7  Denn wo ist ein so großes Volk, zu dem sich die Götter also nahen, wie der HERR, unser Gott, es tut, so oft wir ihn anrufen?

8  Und wo ist ein so großes Volk, das so gerechte Satzungen und Rechte habe, wie dieses ganze Gesetz ist, das ich euch heute vorlege?

9  Nur hüte dich und bewahre deine Seele wohl, dass du die Geschichten nicht vergessest, die deine Augen gesehen haben, und dass sie nicht aus deinem Herzen kommen alle Tage deines Lebens; sondern du sollst sie deinen Kindern und Kindeskindern kundtun;

10  was geschah an dem Tage, als du vor dem HERRN, deinem Gott, standest am Berge Horeb, als der HERR zu mir sprach: Versammle mir das Volk, dass ich sie meine Worte hören lasse, und damit sie mich fürchten lernen alle Tage ihres Lebens auf Erden, und damit sie die Worte auch ihre Kinder lehren.

 

3. Mose 4, 32-40; 3. Mose 6, 4; 3. Mose 32, 39, 2. Samuel 7, 22; 1. Chronik 17, 20; Psalm 83, 19; Psalm 86, 10; Jesaja 43, 10; Jesaja 44, 6; Jesaja 45, 18; Markus 12, 29; 1. Korinther 8, 4; Epheser 4, 6; 1. Timotheus 2, 5;

1Johannes 5, 1-5:

1 ¶  Jeder, der glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren; und wer Den liebt, der ihn geboren hat, der liebt auch den, der aus Ihm geboren ist.

2  Daran erkennen wir, dass wir Gottes Kinder lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote befolgen.

3  Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten, und seine Gebote sind nicht schwer.

4  Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

5  Wer ist es, der die Welt überwindet, wenn nicht der, welcher glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist?

 

 

Bevor Gott dieses Gebot gab, hatte er seinem Volk Israel alle Beweise seiner Liebe gegeben. Er erlöste sein Volk von der Knechtschaft und befreit es aus der Macht Pharaos. Er gab ihm zum Leben Wasser, Wachteln und Manna. Gott hatte sich im praktischen alltäglichen Leben als derjenige erwiesen, der liebt, der Gebete erhört, der vergibt.

So hatte Israel den Beweis - aus echter Lebenserfahrung - dass Gott sein Volk liebt und dass seine Gebote lieben und beschützen sind. Gott liebt sein Volk, und er will, dass sein Volk seine Liebe erkennt und ihm Ehre erweist, indem es keinen anderen Gott in seinem Leben duldet.

Die Gebote sind wie eine Gebrauchsanweisung um das beste Funktionieren zu erhalten.

 

 

II.1.2. Zweites Gebot: "Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf erden, noch von dem, was im Wasser unter der Erde ist: Bete sie nicht an und diene ihnen nicht! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied an den Kindern derer, die mich hassen." (2. Mose 20, 4+5)

Der Götzendienst ist verboten: 3. Mose 26, 1; 5. Mose 7, 25; Jesaja 42, 8; 1. Johannes 5, 21; 1. Korinther 10, 14; Matthäus 6, 24.

Israel verstand das sehr gut. Das goldene Kalb war ihm noch gut in Erinnerung. Der Mensch hat das Bedürfnis anzubeten. Beim Anbeten Gottes ziehen der tiefste Friede und Freude in das Herz. - Wir gleichen immer mehr dem, den wir anbeten, den wir lieben mit unserem ganzen Sein!

 

Jeder Götzendienst ist ein Auflehnen Gott gegenüber und wird vom Teufel benutzt, um uns mit einem guten Grund vor Gott anzuklagen. Der Götzendienst ist eine echte Quelle des Zorns für Gott und ein Fluch für uns. Dieser Fluch beschränkt sich nicht allein auf unsere Lebenszeit, sondern bleibt auf unserer Familie während drei oder vier Generationen. Dadurch sehen wir klar, was für eine schreckliche Sünde der Götzendienst ist, weil wir dabei unsere eigenen Kinder verfluchen!

Bsp.: Wenn materielle Dinge meine Götzen sind, bringe ich einen Fluch auf meine Kinder!

Es ist wichtig, dass wir uns ehrlich vor Gott stellen, um zu prüfen, ob wir noch Götzen dienen.

Blaise Pascal: „Der Geist des Menschen glaubt ganz natürlich. Sein Wille sucht lieben zu können, so dass wenn er nicht das rechte Objekt hat dreht er sich zu den Falschen“. (frei übersetzt).

 

 

II.3. Drittes Gebot: "Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht." (2. Mose 20, 7)

3. Mose 19, 12.

Nicht schwören: Matthäus 5, 34; Jakobus 5, 12.

Nicht Gott lästern: 1. Timotheus 1, 20; Jakobus 2, 7; Offenbarung 13, 1; 16, 1.

Nicht Jesus lästern: Matthäus 9, 34; Matthäus 12, 24; Markus 3, 30; Lukas 11, 15; Lukas 22, 65.

Nicht den Namen des Herrn missbrauchen. Schwören, oder die Floskel "Gott hat zur mir gesprochen" verwenden, oder nicht die Ehre Gott geben, wenn er gewirkt hat, oder mit dem Mund Gott Ehre geben, wenn das Herz nicht dahinter steht. Gläubige, die den Namen des Herrn missbrauchen, haben immer größere Schwierigkeiten zu erkennen, ob sie den Willen Gottes tun. (gut ausgearbeitet von W.NEE im „Geistlichen Menschen“).

Aber das ist nicht alles, denn der Text macht deutlich, dass,  wer den Namen des Herrn missbraucht, bestraft wird. Folge dieser Sünde ist eine Zurechtweisung, eine Strafe Gottes.

Hesekiel 14, 1-6 :

1 ¶  Und es kamen etliche Männer von den Ältesten Israels zu mir und setzten sich vor mich hin.

2  Da erging das Wort des HERRN an mich also:

3  Menschensohn, diese Männer haben ihre Götzen in ihr Herz geschlossen und den Anstoß zu ihrer Missetat vor sich hingesetzt!

4  Sollte ich mich wohl von ihnen befragen lassen? Darum rede zu ihnen und sprich: So spricht Gott, der HERR: Jedermann vom Hause Israel, der seine Götzen in sein Herz schließt und den Anstoß zu seiner Missetat vor sich hinsetzt und zum Propheten kommt, dem will ich, der HERR selbst, nach der Menge seiner Götzen antworten,

5  um dem Hause Israel ans Herz zu greifen, weil sie um aller ihrer Götzen willen sich von mir entfremdet haben.

6  Darum sprich zu dem Hause Israel: So spricht Gott, der HERR: Kehret um und wendet euch von euren Götzen ab und wendet eure Angesichter von allen euren Gräueln ab!

 

Beim Missbrauchen von Gottes Namen kann man so weit gehen, dass man als falschen Prophet vom Feind gebraucht wird: Jeremia 23, 16-32:

16  So spricht der HERR der Heerscharen: Höret nicht auf die Worte der Propheten, die euch weissagen! Sie wiegen euch in eitlen Wahn; das Gesicht des eigenen Herzens verkünden sie und nicht was aus dem Munde des HERRN kommt;

17  sie sagen zu denen, die mich verachten: Der HERR hat gesagt: «Friede sei mit euch!» Und zu allen denen, die in der Verstocktheit ihres Herzens wandeln, sprechen sie: «Es wird kein Unglück über euch kommen!»

18  Denn wer hat im Rat des HERRN gestanden und hat sein Wort gesehen und gehört? Wer auf mein Wort gemerkt hat, der hat es gehört!

19  Siehe, ein Sturmwind geht aus vom HERRN, und ein Wirbelsturm entlädt sich auf das Haupt der Gottlosen!

20  Der Zorn des HERRN wird nicht nachlassen, bis er die Gedanken seines Herzens vollbracht und ausgeführt hat. Zur letzten Zeit werdet ihr es klar erkennen!

21  Ich sandte diese Propheten nicht, dennoch liefen sie; ich redete nicht zu ihnen, dennoch weissagten sie.

22  Hätten sie in meinem Rate gestanden, so würden sie meinem Volke meine Worte predigen und sie abbringen von ihrem bösen Wege und von ihren schlimmen Taten!

23  Bin ich denn nur Gott in der Nähe, spricht der HERR, und nicht auch Gott in der Ferne?

24  Kann sich jemand so heimlich verbergen, dass ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Erfülle ich nicht den Himmel und die Erde? spricht der HERR.

25  Ich habe gehört, was die Propheten reden, die in meinem Namen Lügen prophezeien und sagen: «Mir hat geträumt, mir hat geträumt!»

26  Wie lange soll die falsche Weissagung im Herzen der Propheten bleiben, die betrügerische Weissagung ihres Herzens?

27  Haben sie etwa im Sinn, bei meinem Volk meinen Namen in Vergessenheit zu bringen durch die Träume, die sie einander erzählen, gleichwie ihre Väter meinen Namen vergessen haben über dem Baal?

28  Der Prophet, der einen Traum hat, erzähle den Traum; wer aber mein Wort hat, der predige mein Wort wahrhaftig! Was hat das Stroh mit dem Weizen gemein? spricht der HERR.

29  Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

30  Darum siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die meine Worte stehlen, einer dem andern;

31  siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, die ihre eigenen Zungen nehmen, um einen Gottesspruch zu sprechen;

32  siehe, ich will an die Propheten, spricht der HERR, welche erlogene Träume erzählen und durch ihre Lügen und Prahlereien mein Volk irreführen, da ich sie doch nicht gesandt und ihnen nichts befohlen habe und sie auch diesem Volk gar nichts nützen können, spricht der HERR.

 

 

 

II.1.4. Viertes Gebot: "Gedenke des Sabattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Das sollst du keine Arbeit tun, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht dein Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Her Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn." (2. Mose 20, 8.-11)

 

1. Mose 2, 3; 2. Mose 16, 23; 5. Mose 5, 12; Psalm 118; 24; Matthäus 12, 1-8; Markus 2, 27; Hebräer 4, 4; 2. Mose 34, 21; Nehemia 10, 32; Jesaja 56; 2; Jesaja 58, 13+14.

5. Mose 5, 12:

12  Beobachte den Sabbattag, dass du ihn heiligest, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat.

13  Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun;

 

Gott, der Schöpfer, hat Ruhe für den Menschen vorgesehen. Dieser Ruhetag ist ein Geschenk Gottes. Ein Tag, der abgesondert wird (geheiligt), ein Tag, an dem sich der Mensch nicht um seine Aktivitäten, seine Ziele, seine Aufgaben kümmert, ein Tag, der für Gott da ist, für Ruhe in Gott, für Ruhe mit Gott.

Es ist auch ein Tag, an dem wir die Möglichkeit haben, die Bilanz zu ziehen bezüglich der Beweggründe unserer Taten, indem wir zu Gott kommen, um unser Leben zu regeln und um ihm in Anbetung zu leben.

Die Arbeit ist ein Gebot Gottes, auch im Neuen Testament (2. Thessalonicher 3, 10) und die Ruhe ist ein Gebot Gottes. Gott, unser Schöpfer, weiß, was der Mensch benötigt, um ein effektives und ausgeglichenes Leben zu führen.

In Bezug auf gewisse Arbeitszeiten und bestimmte Arbeitsplätze wirft dieses Gebot Fragen auf, und die Gemeinde muss lernen, wie sie dieses Prinzip in den verschiedenen Kontexten und Kulturkreisen anwendet.

Am Ruhetag haben wir außerdem die Möglichkeit Gutes zu tun. Wir sehen das an dem zahlreichen Einschreiten des Herrn am Sabbattag (Matthäus 12, 12; Markus 6, 2, Johannes 7, 23; Johannes 9, 14; Apostelgeschichte 16, 13; Apostelgeschichte 17, 2).

Gott möchte dass wir uns ausruhen, weil auch er sich ausruhte! Sollte unsere Arbeit wichtiger als die seine sein? Sollten wir etwa unersetzlich sein?

Matthäus 12, 1-12 :

1 ¶  Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen.

2  Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist!

3  Er aber sagte zu ihnen: Habt ihr nicht gelesen, was David tat, als ihn und seine Gefährten hungerte?

4  Wie er in das Haus Gottes hineinging und sie die Schaubrote aßen, welche weder er noch seine Gefährten essen durften, sondern allein die Priester?

5  Oder habt ihr nicht im Gesetz gelesen, dass am Sabbat die Priester im Tempel den Sabbat entweihen und doch ohne Schuld sind?

6  Ich sage euch aber: Hier ist ein Größerer als der Tempel!

7  Wenn ihr aber wüsstet, was das heißt: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer», so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.

8  Denn des Menschen Sohn ist Herr über den Sabbat.

9  Und er ging von dort weiter und kam in ihre Synagoge.

10  Und siehe, da war ein Mensch, der hatte eine verdorrte Hand. Und sie fragten ihn und sprachen: Darf man am Sabbat heilen? damit sie ihn verklagen könnten.

11  Er aber sprach zu ihnen: Welcher Mensch ist unter euch, der ein Schaf hat und, wenn es am Sabbat in eine Grube fällt, es nicht ergreift und herauszieht?

12  Wie viel besser ist nun ein Mensch, denn ein Schaf! Darum darf man am Sabbat wohl Gutes tun.

Sabbat halten oder nicht sollte nicht eine Möglichkeit sein um Brüder zu richten: Kolosser 2, 16; Römer  14, 5. Die Gemeinde kam am Sonntag zum Brotbrechen zusammen Apostelgeschichte 20, 7.

Kolosser 2, 16+17:

16 ¶  So soll euch nun niemand richten wegen Speise oder Trank, oder wegen eines Festes oder Neumonds oder Sabbats,

17  welche Dinge doch nur ein Schatten derer sind, die kommen sollten, wovon aber Christus das Wesen hat.

 

 

II.2. Die Beziehung mit dem Nächsten

 

II.2.1. Fünftes Gebot: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande das dir der Herr, dein Gott, geben wird." (2.Mose 20, 12)

2.Mose 20, 12; 3.Mose 19, 3; 5.Mose 27, 16; Sprüche 1, 8; Sprüche 20, 20; Sprüche 30, 17; Matthäus 15, 4; Epheser 6, 2+3; 1. Timotheus 5, 4.

Eltern sind ein Zeichen der Vaterschaft und Autorität Gottes, "von dem jede Vaterschaft in den Himmeln und auf Erden benannt wird" (Epheser 3, 15). Die Rebellion gegen diesen Befehl führt zu einer Beeinträchtigung des Lebens (5. Mose 5, 16; Epheser 6, 2+3), weil sie die Quelle austrocknen lässt und die Freude schwächt, die Gott innerhalb der Familie vorgesehen hat. Ein Mangel an Respekt gegenüber den Eltern ist schlimm: 5. Mose 27, 16.

16  Verflucht sei, wer seinen Vater und seine Mutter verachtet! Und alles Volk soll sagen: Amen!

 

Dieses Gebot leitet uns in die zweite Tafel ein, die die Beziehungen mit unserem Nächsten betrifft. Gott möchte, dass die Familie eine Stetigkeit im Leben und in der Verantwortung von Generation zu Generation beweist. Durch dieses Gebot wird der Mensch dazu aufgerufen, sich nicht um sich selbst zu drehen, sondern sich um seine Eltern und deren Wohlergehen zu kümmern.

Diese Haltung unterstützt eine Weitergabe von geistlichem Kapital, von Erkenntnis, von Gewohnheiten und Gebräuchen. Sich von diesem Gebot abwenden, heißt auch, den Reichtum eines weitergegebenen Lebens zu verpassen.

 

Der Befehl, die Eltern zu respektieren, ist direkt verbunden mit einer Haltung der Unterordnung, die die Eltern gegenüber Gott, gegenüber dem göttlichen Gesetz haben. (5,Mo.6, 4-8+10-12).

 

Was aber, wenn die Eltern atheistisch eingestellt sind oder dem Teufel dienen? Das Kind muss lernen, sie zu respektieren, aber muss sich von den Überzeugungen distanzieren und den Überzeugungen der Bibel unterstellen. (Hier ist es möglich, dass Respekt und Ungehorsam nötig sind.) Das Kind fährt fort, die Eltern ganz konkret zu lieben.

Wir sind in unserer Generation geprägt von einer Haltung der Unabhängigkeit, als existiere unsere Generation nicht als direkte Frucht der vorhergehenden, als ob die nachkommende Generation die gerade lebende weit überholen könnte.

Die Brücke zwischen den Generationen ist ein Segen, und wir müssen diese Haltung an den Tag legen.

Dieses Gebot beinhaltet einen Segen. Dieser besteht aus einer Verlängerung des Lebens in einem Land, dass der Herr uns geben wird. Der Segen, der darauf liegt, sich um unsere Eltern zu sorgen und die Gebote Gottes zu halten (weil sie ein Ganzes darstellen), heißt, die Erkenntnisse der Eltern auszuweiten, indem wir ihr Kapital erben.

 

 

 

II.2.2. Sechstes Gebot: "Du sollst nicht töten" (2. Mose 20, 13) oder "Du sollst keinen Mord begehen".

Matthäus 19, 18; Römer 13, 9; 1. Petrus 4, 15; 1.Jn.3, 15.

Das Leben des Nächsten ist - wie das meine - nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Ob dieses Leben sich im Stadium eine Fötus oder der Krankheit am Rande des Todes befindet, es ist Eigentum Gottes. Das Leben ist daher unantastbar - durch die Schöpfung, durch die Bestimmung.

Folgende Punkte bedürfen einer genaueren Überlegung:

·      das Tragen von Waffen, Krieg im allgemeinen; im Zusammenhang mit der Unterordnung unter Autoritäten

·      die Todesstrafe als Mittel der Rechtsprechung auf Erden unter Berücksichtigung von Römer 13, 1-4

In diesen Punkten wird es unterschiedlichen Überlegungen und Überzeugungen geben, und diese Unterschiede müssen akzeptiert werden.

Jesus erweitert diese Gebot in Matthäus 5, 21-22.

21 ¶  Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht töten»; wer aber tötet, der wird dem Gericht verfallen sein.

22  Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder zürnt, wird dem Gericht verfallen sein. Wer aber zu seinem Bruder sagt: Raka! der wird dem Hohen Rat verfallen sein. Wer aber sagt: Du Narr! der wird dem höllischen Feuer verfallen sein.

 

 

II.2.3. Siebtes Gebot: "Du sollst nicht ehebrechen" (2. Mose 20, 14).

Die Frau gehört ihrem Mann; der Mann gehört seiner Frau, und alle beiden gehören Gott. Gott erlaubt nicht, dass eine Verbindung durch Untreue zerbrochen wird.

3. Mose 20, 10: Ehebrechen = Todesstrafe

Matthäus 5, 27-28; 19, 9; Römer 7, 2+3; 1. Korinther 6, 9; 2.Petr, 2, 14; Hiob 24, 15; Apostelgeschichte 2, 38-40; Römer 12, 1+2.

Ich verletze dieses Gebot, wenn ich die Ehe nicht als unwiderrufliche Verbindung für das gesamte Leben und jede sexuelle Tätigkeit außerhalb der Ehe als verdammlich erachte. Dies zu verstehen heißt, die Disziplin der Augen und der Gedanken zu akzeptieren

Matthäus 5, 27-28:

27 ¶  Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: «Du sollst nicht ehebrechen!»

28  Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

29  Wenn dir aber dein rechtes Auge ein Anstoß zur Sünde wird, so reiß es aus und wirf es von dir. Denn es ist besser für dich, dass eins deiner Glieder verloren gehe, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen werde.

 

 

Dies zu verstehen bedeutet, dass ich mich jeglicher Veranstaltung, Lektüre, Kleidung und Beziehung enthalte, die eine Versuchung zur Untreue sind, weil ich weiß, dass mein Körper ein Tempel des heiligen Geistes ist.

 

 

II.2.4. Achtes Gebot: "Du sollst nicht stehlen" (2. Mose 20, 15).

Die Erde und alles was darauf ist gehört nur einem wahren Besitzer (2.Mose 9, 29; Haggai 2, 9; Psalm 50, 12; 1. Korinther 10, 26). Ich verletze dieses Gebot, wenn ich etwas in meinen Besitz bringe, was mir nicht gehört. Ich nehme das, was Gott gehört. Ich bin eingesetzt als Verwalter der Güter, die Gott mir zur Verfügung gestellt hat und ich muss sie mit Sorgfalt verwalten. Ich habe nicht das Recht, das zu stehlen, was Gott gehört.

 

Beispiele:

·      Ehre (Matthäus 6, 13)

·      die höchste und größte Liebe: geistlicher Ehebruch ist ein Diebstahl (Lukas 14, 26)

·      der Zehnte meiner Güter: (3. Mose 27, 30) - das ist ganz bestimmt das mindeste im neuen Bund!

·      der Körper, die Kräfte (1. Korinther 6, 19)

            Ich habe kein Recht darauf, das zu stehlen, was der Gesellschaft gehört:

·      Diebstahl gegenüber dem Staat (unrechte Steuererklärung)

·      schlechte Verwaltung oder vorsätzliche Beschädigung von Allgemeingut

            Ich habe kein Recht darauf, etwas zu stehlen, was meinem Nächsten gehört:

·      den Ruf eines anderen stehlen (durch Verleumdung, üble Nachrede)

·      die Zeit eines anderen stehlen (durch Undiszipliniertheit)

·      den Besitz eines anderen stehlen (1. Thessalonicher 4, 6)

·      materialistisch leben (das bedeutet ebenso, dass ich meinem Nächsten das notwendige stehle) Epheser 4, 28; Titus 2, 10; 1. Petrus 4, 15.

 

 

 

II.2.5. Neuntes Gebot: "Du sollt nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten" (2. Mose 20, 16).

2. Mose 23, 1; Sprüche 12, 17; Sprüche 19, 9; Sprüche 24, 28; Sprüche 25, 18.

Das Mittel zur Kommunikation, das Gott den Menschen gegeben hat, die Sprache, muss dem Dienst zur Wahrheit unterstehen. Das Wort, die Sprache soll ein Zeugnis von Gottes Sprache sein. Jegliche Lüge meinem Nächsten gegenüber, jede Haltung und Rede, die dem Befehl Gottes ungehorsam ist, ist Sünde.

Nachrede: Psalm 101, 5; Sprüche 10, 18; Sprüche 11, 9; Jeremia 9, 3.

Kolosser 3, 12-13:

12 ¶  Ziehet nun an als Gottes Auserwählte, Heilige und Geliebte, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld,

13  ertraget einander und vergebet einander, wenn einer wider den andern zu klagen hat; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr.

14  Über dies alles aber habet die Liebe, welche das Band der Vollkommenheit ist.

15  Und der Friede Christi herrsche in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe. Seid auch dankbar!

 

 

 

 

II.2.6. Zehntes Gebot: "Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Rind, Esel noch alles, was dein Nächster hat." (2. Mose 20, 17)

Der Begierde absagen, bedeutet die Wurzel des Übels anpacken, die sich im untersten unseres Herzens verbirgt (Matthäus 15, 19).   Begierde kann sich selbst hinter scheinbarem Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes verbergen. Gott möchte, dass unser Herz wahrhaftig aufrichtig ist.

Wenn ich angesichts des kostenlosen Angebots des ewigen Lebens, ständig unzufrieden bin und mich um mich selbst drehe, statt Gott zu danken und ihm zu dienen, beweise ich damit, dass ich nur den Segen Gottes und seine Wohltaten begehre, statt ihm zu dienen und für Ihn zu leben.

 

 

 

 

II.3. Die Werke Satans stellen sich den zehn Geboten entgegen:

 

Beim Überfliegen den zehn Gebote und wenn wir an das Leben denken, dass wir auf der Erde führen, wird uns klar, dass der Feind, der Teufel, seine Anstrengungen darauf richtet, den Menschen in den Ungehors