Gen 1:1 Zu Anbeginn hat Gott erschaffen den Himmel und die Erde. Gen 1:2 Die Erde aber war wüst und wirr, und auf der Urflut lag Finsternis. Gottes Geist aber schwebte über den Gewässern. Gen 1:3 Da sprach Gott: "Licht werde!" Und Licht ward. Gen 1:4 Und Gott sah: Das Licht war gut. So schied Gott zwischen Licht und Finsternis. Gen 1:5 Und Gott bestimmte für das Licht den Tag. Und für die Finsternis bestimmte er die Nacht. So ward Abend und ward Morgen. Ein Tag. Gen 1:6 Und Gott sprach: "Mitten in den Wassern sei eine Feste! Sie scheide zwischen Wasser und Wasser!" Gen 1:7 So machte Gott die Feste und schied zwischen dem Wasser unter der Feste und dem Wasser über der Feste. Und so ward es. Gen 1:8 Der Feste sprach Gott den Himmel zu. So ward Abend und ward Morgen. Ein zweiter Tag. Gen 1:9 Und Gott sprach: "An einem Orte sammle sich das Wasser unterm Himmel, und das Trockene erscheine!" Und so ward es. Gen 1:10 Für das Trockensein bestimmte Gott die Erde, und für die Sammlung der Wasser bestimmte er die Meere. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:11 Und Gott sprach: "Sprießen lasse die Erde Grünes! Samentragendes Kraut und Fruchtbäume, nach ihrer Art Früchte tragend, darin ihr Same für die Erde!" Und so ward es. Gen 1:12 Die Erde brachte Grünes, Kraut mit Samen je nach seiner Art und Bäume mit Früchten, darin ihr Same je nach ihrer Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:13 So ward Abend und ward Morgen. Ein dritter Tag. Gen 1:14 Und Gott sprach: "Leuchten seien an der Himmelsfeste, zwischen Tag und Nacht zu scheiden! Dann dienen sie zu Zeichen und Gezeiten, zu Tagen und Jahren Gen 1:15 und zu Leuchten an der Himmelsfeste, die Erde zu bescheinen." Und so ward es. Gen 1:16 So machte Gott die zwei großen Leuchten, die größere Leuchte zum Walten über den Tag und die kleinere Leuchte zum Walten über die Nacht, und die Sterne. Gen 1:17 Und Gott ließ sie an der Himmelsfeste auf die Erde scheinen, Gen 1:18 über den Tag und die Nacht walten und zwischen dem Licht und der Finsternis scheiden. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:19 So ward Abend und ward Morgen. Ein vierter Tag. Gen 1:20 Und Gott sprach: "Das Wasser wimmle von lebendem Gewimmel, und auf Erden an der Himmelsfeste fliege Geflügel." Gen 1:21 So schuf Gott die großen Meerestiere und alle anderen lebenden Wimmelwesen, wovon die Wasser wimmeln, nach ihren Arten und der beschwingten Vögel jegliche Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:22 Da segnete Gott sie und sprach: "Seid fruchtbar! Mehret euch! Füllet der Meere Gewässer! Auf Erden mehre sich das Geflügel!" Gen 1:23 So ward Abend und ward Morgen. Ein fünfter Tag. Gen 1:24 Und Gott sprach:"Die Erde zeuge Lebewesen je nach ihrer Art! Vieh, Gewürm und das Wild der Erde!" Und so ward es. Gen 1:25 So machte Gott das Wild der Erde nach seiner Art, das Vieh nach seiner Art und alles Gewürm des Bodens nach seiner Art. Und Gott sah: Gut war es. Gen 1:26 Und Gott sprach. "Lasset uns Menschen machen als unser Bild nach unserem Gleichnis! Herrschen sollen sie über des Meeres Fische, über des Himmels Vögel, über das Vieh auf der ganzen Erde überall und über alle Wimmelwesen, die auf Erden wimmeln!" Gen 1:27 Und Gott schuf den Menschen als sein Bild. Als Gottes Bild schuf er ihn. Er schuf sie als Mann und als Weib. Gen 1:28 Und Gott segnete sie. Und Gott sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar! Mehret euch! Füllet die Erde! Macht sie euch untertan! Herrschet über des Meeres Fische, über des Himmels Vögel und über alle Lebewesen, die auf Erden wimmeln!" Gen 1:29 Und Gott sprach: "Euch überlasse ich alles samentragende Kraut auf der ganzen Erde und alle Bäume mit samentragender Baumfrucht, daß sie euch zur Nahrung diene. Gen 1:30 Und alles andere grüne Kraut diene zur Nahrung allem Wilde, allen Vögeln des Himmels und allem Gewürm auf Erden, in dem Lebensgeist ist." Und so ward es. Gen 1:31 Und Gott sah alles, was er gemacht hatte. Und sehr gut war es. So ward Abend und ward Morgen. Ein sechster Tag. Gen 2:1 So wurden vollendet der Himmel und die Erde und all ihre Vielfalt. Gen 2:2 Da feierte Gott am siebten Tage von seiner Arbeit, die er getan. Und er ruhte am siebten Tage ganz von seiner Arbeit, die er getan hatte. Gen 2:3 So segnete Gott den siebten Tag und weihte ihn. Denn an ihm hatte er völlig von seiner Arbeit geruht, die Gott zu tun geplant hatte. Gen 2:4 Dies ist die Entstehung des Himmels und der Erde, als sie erschaffen worden sind. Damals, als der Herr Gott Erde und Himmel gemacht hatte, Gen 2:5 war kein Feldgesträuch im Lande, und kein Feldgewächs sproßte; denn der Herr Gott hatte dem Lande noch keinen Regen gegeben. Auch waren keine Menschen da, die den Erdboden bebaut hätten. Gen 2:6 Und eine Wasserflut stieg von der Erde auf und tränkte des Erdbodens ganze Fläche. Gen 2:7 Da bildete der Herr Gott den Menschen aus Staub vom Boden und blies ihm Lebensodem in die Nase. So ward der Mensch zu einem Lebewesen. Gen 2:8 Nun hatte der Herr Gott im Osten einen Garten in Eden gepflanzt; dort ließ er nun den Menschen sein, den er gebildet hatte. Gen 2:9 Allerlei Bäume, lieblich zur Schau und köstlich als Speise, hatte der Herr Gott aus dem Erdboden sprießen lassen, in des Gartens Mitte aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Bös. Gen 2:10 Und ein Fluß kam von Eden her, den Garten zu bewässern; er aber war von da ab geteilt und zu vier Häuptern geworden. Gen 2:11 Pischon heißt der erste, der das ganze Sandland umfließt, wo das Gold ist. Gen 2:12 Fein ist das Gold dieses Landes; dort gibt es auch Harztränen (Bdellium) und Onyxstein. Gen 2:13 Und der zweite Strom heißt Gichon, der das ganze Land Kusch umfließt. Gen 2:14 Der dritte Strom heißt Tigris, der östlich von Assur vorüberfließt. Der vierte Strom ist der Euphrat. Gen 2:15 Der Herr Gott nahm also den Menschen und setzte ihn in Edens Garten, daß er ihn bebaue und pflege. Gen 2:16 Und der Herr Gott gebot dem Menschen und sprach: "Von allen Bäumen im Garten darfst du nach Belieben essen. Gen 2:17 Nur von dem Baume, der Gutes und Böses keimen lehrt, darfst du nicht essen. Denn sobald du von ihm issest, bist du des Todes." Gen 2:18 Und der Herr Gott sprach: "Nicht gut ist es, daß der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin schaffen, die ihm gleichgeartet ist." Gen 2:19 Nun formte der Herr Gott aus dem Erdboden alle Tiere des Feldes und alle Vögel des Himmels. Diese brachte er zum Menschen, um zu sehen, wozu er sie bestimmte, und genau das wozu er ein Lebewesen bestimmte, sollte seine Bestimmung sein. Gen 2:20 Und so gab der Mensch allem Vieh und des Himmels Vögeln und allem Wilde eine Bestimmung; aber für einen Menschen hatte keines als Beistand gepaßt, ihm gleichgeartet. Gen 2:21 Da ließ der Herr Gott einen Tiefschlaf auf den Menschen sinken, und als dieser eingeschlafen, nahm er eine seiner Rippen und füllte ihre Lücke mit Fleisch. Gen 2:22 Dann baute der Herr Gott die Rippe, die er vom Menschen genommen, zu einem Weibe aus und brachte sie zum Menschen. Gen 2:23 Da sprach der Mensch: "Diesmal ist es Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch. Deshalb heißt sie Weib, weil sie vom Manne genommen ist." Gen 2:24 Darum läßt ein Mann Vater und Mutter und hängt sich an sein Weib, und sie werden Ein Leib. Gen 2:25 Die beiden aber, der Mensch und sein Weib, waren nackt; aber sie schämten sich nicht voreinander. Gen 3:1 Die Schlange aber ist schlauer gewesen, als des Feldes Tiere alle, die der Herr Gott gemacht hat. Und so sprach sie zu dem Weibe: "Daß doch Gott gesprochen haben soll: Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen!" Gen 3:2 Da sprach das Weib zur Schlange: "Wir dürfen von der Frucht der Bäume im Garten essen. Gen 3:3 Nur von der Frucht des Baumes mitten im Garten sprach Gott: 'Davon dürft ihr nicht essen, ja nicht einmal daran rühren, sonst müßt ihr sterben.'" Gen 3:4 Die Schlange sprach zum Weibe: "Ihr werdet gewiß nicht sterben. Gen 3:5 Nein! Gott weiß: Sobald ihr davon esset, gehen euch die Augen auf, und ihr seid wie Gott, erkennend Gutes und Böses." Gen 3:6 Da sah das Weib: Der Baum war köstlich zum Speisen und Wollust den Augen, und berückend war der Baum, um zur Erkenntnis zu gelangen. So nahm sie von seiner Frucht und aß. Dann gab sie ihrem Manne bei ihr. Auch er aß. Gen 3:7 Da gingen beiden die Augen auf, und sie erkannten, daß sie nackt waren. Und sie flochten Feigenlaub und machten sich Schürzen. Gen 3:8 Da hörten sie das Geräusch des Herrn Gottes, der sich im Garten beim Tageswinde erging. Und der Mensch verbarg sich mit seinem Weibe vor dem Herrn Gott unter den Bäumen des Gartens. Gen 3:9 Der Herr Gott aber rief den Menschen und fragte ihn: "Wo bist du?" Gen 3:10 Er sprach: "Ich habe dein Geräusch im Garten gehört; da erschrak ich, weil ich nackt bin, und so verbarg ich mich." Gen 3:11 Er sprach: "Wer hat dir verraten, daß du nackt bist? Hast du von dem Baume gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe?" Gen 3:12 Da sprach der Mensch: "Das Weib, das du mir beigesellt, hat mir vom Baume gegeben; da aß ich." Gen 3:13 Da sprach der Herr Gott zu dem Weibe: "Was hast du getan?" Und das Weib sprach: "Die, Schlange hat mich verführt; da aß ich." Gen 3:14 Da sprach der Herr Gott zu der Schlange: "Weil solches du getan, bist du verflucht, mehr als alles Vieh und alles Wild. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub dein Lebtag fressen. Gen 3:15 Und Feindschaft will ich setzen zwischen dich und das Weib und zwischen deinen, Stamm und ihren Stamm; zermalmen wird er dir den Kopf, willst du ihn in die Ferse stechen." Gen 3:16 Zum Weibe aber sprach er: "Vermehren will ich deine Mühsal bei deiner Schwangerschaft. In Mühen sollst du Kinder gebären, und doch geht dein Verlangen hin nach deinem Manne, obschon er waltet über dich." Gen 3:17 Und zu Adam sprach er: "Weil du auf deines Weibes Stimme hast gehört und von dem Baum gegessen, von dem ich dir geboten: 'Du darfst davon nicht essen', so ruht der Fluch um deinetwillen auf dem Acker. In Mühsal sollst du dich dein Leben lang von ihm ernähren. Gen 3:18 Dir soll er Dorn und Distel tragen, und doch mußt du das Kraut des Feldes essen. Gen 3:19 Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot verzehren, bis du zur Erde wiederkehrst, wie du von ihr genommen bist. Denn Staub bist du und kehrst zum Staube wieder." Gen 3:20 Da gab der Mensch seinem Weibe den Namen "Eva" ("Leben"); weil sie aller Lebenden Mutter werden sollte. Gen 3:21 Und der Herr Gott machte Adam und seinem Weib Fellröcke und hüllte sie darein. Gen 3:22 Dann sprach der Herr Gott: "Ja, der Mensch ist jetzt wie unsereiner im Erkennen von Gutem und Bösem. Daß er nicht seine Hand ausstrecke und gar vom Lebensbaume esse und ewig lebe!" Gen 3:23 So trieb ihn der Herr Gott aus Edens Garten, damit er den Erdboden bebaue, aus dem er genommen war. Gen 3:24 So verstieß er den Menschen und lagerte östlich von Edens Garten Cherube und die zuckende Schwertflamme, um den Weg zum Lebensbaum zu bewachen. Gen 4:1 Der Mensch aber hatte sein Weib Eva erkannt. Da empfing sie und gebar Kain. Da sprach sie: "Ich habe mit des Herrn Beistand einem Manne das Leben gegeben." Gen 4:2 Und zum zweitenmal gebar sie seinen Bruder Abel. Und Abel ward ein Schafhirte; Kain aber war Ackersmann geworden. Gen 4:3 Nach einiger Zeit geschah es, daß Kain von den Ackerfrüchten dem Herrn ein Opfer brachte. Gen 4:4 Auch Abel brachte ein Opfer von den Erstlingswürfen seiner Schafe dar, und zwar von den wohlgenährtesten. Und der Herr achtete auf Abel und sein Opfer. Gen 4:5 Aber auf Kain und sein Opfer achtete er nicht. Da ward Kain sehr ergrimmt, und sein Antlitz sank ein. Gen 4:6 Da sprach der Herr zu Kain: "Warum bist du ergrimmt? Weswegen sinkt dein Antlitz ein? Gen 4:7 Nicht wahr? Bist frohen Sinnes du, dann kannst du es erheben. Wenn aber nicht, dann ruhst du an der Sünde Pforte; da lauert sie auf dich, du aber solltest sie bezwingen!" Gen 4:8 Kain aber sprach mit seinem Bruder Abel, und da sie auf dem Felde waren, vergriff sich Kain an seinem Bruder Abel und schlug ihn tot. Gen 4:9 Da sprach der Herr zu Kain: "Wo ist dein Bruder Abel?" Er sprach:"Ich weiß es nicht. Bin ich denn meines Bruders Hüter?" Gen 4:10 Da sprach er: "Was hast du getan? Deines Bruders Blut schreit von der Erde auf zu mir. Gen 4:11 Nun sei verflucht! Fern von dem Boden, der den Mund geöffnet, um deines Bruders Blut aus deiner Hand zu trinken! Gen 4:12 Bebauest du den Boden, so gebe er dir fortan keine Ernte! Durchziehe irr und wirr die Erde!" Gen 4:13 Da sprach Kain zum Herrn: "Allzugroß für das Vergeben ist meine Schuld. Gen 4:14 So vertreibst du mich heute vom Ackerboden. Und vor deinem Angesichte muß ich mich verbergen. Irr und wirr muß ich die Erde durchwandern. Und wer mich trifft, kann mich erschlagen." Gen 4:15 Da sprach der Herr zu ihm: "Nein! Wer den Kain erschlägt, verfalle der Rache siebenfachmal." Und der Herr machte Kain ein Zeichen, auf daß ihn keiner, der ihn träfe, erschlüge. Gen 4:16 So zog Kain vom Herrn hinweg und siedelte im Lande Nod, östlich von Eden. Gen 4:17 Und Kain erkannte sein Weib, und sie empfing und gebar Henoch. Dann baute er eine Stadt und hieß die Stadt nach seines Sohnes Namen Henoch. Gen 4:18 Dem Henoch ward Irad geboren, und Irad zeugte Mechujael und Mechujael Metusael und Metusael Lamech. Gen 4:19 Und Lamech nahm sich zwei Weiber: die eine hieß Ada, die andere Silla. Gen 4:20 Ada gebar den Jabal; dieser ward der Stammvater der Zeltbewohner und Viehzüchter. Gen 4:21 Sein Bruder hieß Jubal; dieser ward der Stammvater aller Zither- und Flötenspieler. Gen 4:22 Auch Silla gebar und zwar den Tubalkain, der allerlei ehernes und eisernes Werk schmiedete. Und Tubalkains Schwester war Naama. Gen 4:23 Lamech sprach zu seinen Weibern: "Ada und Silla, höret meine Rede! Lamechs Weiber, vernehmet meinen Spruch! Für meine Wunde kann ich Männer jetzt erschlagen, für meine Beulen ihre Söhne. Gen 4:24 Wird Kain schon siebenfach gerächt, dann Lamech siebenundsiebzigfach." Gen 4:25 Adam aber erkannte wiederum sein Weib, und sie gebar einen Sohn. Den nannte sie Set. "Denn", sprach sie, "Gott hat mir an Abels Stelle andere Nachkommen geschenkt, weil jenen Kain erschlagen hatte." Gen 4:26 Aber auch dem Set ward ein Sohn geboren, und er hieß ihn Enos. Damals begann man, des Herrn Namen anzurufen. Gen 5:1 Das ist die Urkunde der Geschlechterfolge Adams: Damals, als Gott den Adam schuf, machte er ihn in Gottes Ähnlichkeit. Gen 5:2 Männlich und weiblich schuf er sie. Dann segnete er sie und hieß sie "Mensch", damals, als sie geschaffen worden waren. Gen 5:3 Und Adam war 130 Jahre alt; da zeugte er in seiner Ähnlichkeit nach seinem Bild einen Sohn und hieß ihn Set. Gen 5:4 Der Tage Adams waren es nach Sets Zeugung 800 Jahre und er zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:5 Und aller Tage Adams waren 930 Jahre. Da starb er. Gen 5:6 Set war 105 Jahre alt; da zeugte er Enos. Gen 5:7 Und Set lebte nach des Enos Zeugung 807 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:8 Und aller Tage Sets waren 912 Jahre; da starb er. Gen 5:9 Enos war 90 Jahre alt; da zeugte er Kenan. Gen 5:10 Und Enos lebte nach Kenans Zeugung 815 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:11 Und aller Tage des Enos waren 905 Jahre; da starb er. Gen 5:12 Und Kenan war 70 Jahre alt; da zeugte er Mahalalel. Gen 5:13 Und Kenan lebte nach Mahalalels Zeugung 840 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:14 Und aller Tage Kenans waren 910 Jahre; da starb er. Gen 5:15 Und Mahalalel war 65 Jahre alt; da zeugte er Jered. Gen 5:16 Und Mahalalel lebte nach Jereds Zeugung 830 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:17 Und aller Tage Mahalalels waren 895 Jahre; da starb er. Gen 5:18 Und Jered war 162 Jahre alt; da zeugte er Henoch. Gen 5:19 Und Jered lebte nach Henochs Zeugung 800 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:20 Und aller Tage Jereds waren 962 Jahre; da starb er. Gen 5:21 Und Henoch war 65 Jahre alt; da zeugte er Metuselach. Gen 5:22 Nach Metuselachs Zeugung wandelte Henoch mit Gott 300 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:23 Und aller Tage Henochs waren 365 Jahre. Gen 5:24 Und Henoch wandelte mit Gott, und plötzlich war er nicht mehr da, weil ihn Gott weggenommen hatte. Gen 5:25 Und Metuselach war 187 Jahre alt; da zeugte er Lamech. Gen 5:26 Und Metuselach lebte nach Lamechs Zeugung 782 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:27 Und aller Tage Metuselachs waren 969 Jahre; da starb er. Gen 5:28 Und Lamech war 182 Jahre alt; da zeugte er einen Sohn. Gen 5:29 Und er hieß seinen Sohn Noe und sprach: "Dieser soll uns Trost bringen, nach unserer Arbeit und unserer Hände Mühen, aus eben diesem Boden, den der Herr verflucht hat." Gen 5:30 Und Lamech lebte nach Noes Zeugung 595 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 5:31 Und aller Tage Lamechs waren 777 Jahre; da starb er. Gen 5:32 Und Noe war 500 Jahre alt; da zeugte Noe Sem, Cham und Japhet. Gen 6:1 Als die Menschen angefangen hatten, sich auf dem Erdboden zu mehren, waren ihnen Töchter geboren worden. Gen 6:2 Da sahen die Göttersöhne, daß die Menschentöchter schön waren, und sie nahmen sich zu Weibern, soviel sie wollten. Gen 6:3 Da sprach der Herr: "Mein Geist verbleibe nimmer länger bei den Menschen! Er ist ja nur mehr Fleisch! Nur noch auf 120 Jahre sollen seine Tage sich belaufen!" Gen 6:4 In jenen Zeiten waren die Riesen auf Erden gewesen, zumal damals, als die Göttersöhne mit den Menschentöchtern verkehrten und diese ihnen Kinder gebaren. Jenes sind die Recken der Urzeit, die Männer von Namen. Gen 6:5 Da sah der Herr, daß die Bosheit der Menschen auf Erden groß ward und alles Dichten und Trachten ihres Herzen allezeit böse. Gen 6:6 Da reute es den Herrn, daß er die Menschen auf Erden gemacht, und er ward tief bekümmert. Gen 6:7 Darauf sprach der Herr: "Vertilgen von der Erde werde ich die Menschen, die ich erschaffen habe, vom Menschen bis zum Vieh, bis zum Gewürm und zu des Himmels Vögeln; denn ich bereue, sie gemacht zu haben." Gen 6:8 Noe aber hatte Huld in des Herrn Augen gefunden. Gen 6:9 Dies ist Noes Geschlechterfolge: Noe war ein gerechter, unsträflicher Mann unter seinen Zeitgenossen gewesen. Noe wandelte mit Gott. Gen 6:10 Und Noe zeugte drei Söhne: Sem, Cham und Japhet. Gen 6:11 Die Erde aber war vor Gottes Angesicht verderbt, und die Erde füllte sich mit Frevel. Gen 6:12 Und Gott sah, wie die Erde verderbt war; denn jedes Fleischwesen hatte seinen Wandel auf Erden verderbt. Gen 6:13 Da sprach Gott zu Noe. "Das Ende jedes Fleischwesens ist von mir verhängt; die Erde ist ja voller Frevel, die sie tun. Und so verderbe ich sie samt der Erde. Gen 6:14 Mach eine Arche dir aus Fichtenholz! Und zu Behausungen sollst du die Arche einbauen! Und dann verpiche sie mit Harz von außen und von innen! Gen 6:15 Also sollst du sie machen: 300 Ellen sei der Arche Länge und 50 Ellen ihre Breite und 30 Ellen ihre Höhe! Gen 6:16 Und an der Arche sollst du eine Luke machen und bis auf eine Elle sie ganz oben anbringen, alsdann der Arche Tor in eine ihrer Längsseiten einsetzen und sie in untere und mittlere und obere Stockwerke einteilen! Gen 6:17 Ich lasse jetzt die Wasserflut auf Erden kommen, um alles Fleisch, das unterm Himmel, zu vertilgen, darinnen Lebensodem ist. So möge alles, was auf Erden, sterben! Gen 6:18 Mit dir nun treffe ich mein Abkommen, und so gehst du samt deinen Söhnen, deinem Weibe und deinen Schwiegertöchtern in die Arche. Gen 6:19 Von allem Lebenden, von jedem Fleischeswesen, sollst du je ein Paar mit in die Arche bringen, um sie bei dir am Leben zu erhalten! Nur je ein Männchen und ein Weibchen soll es sein. Gen 6:20 So von den Vögeln je nach ihrer Art, vom Vieh nach seiner Art, von allem, was auf Erden kriecht, nach seiner Art. Davon soll immer je ein Pärchen zu dir kommen, daß sie am Leben bleiben! Gen 6:21 Du selbst beschaffe dir von jeglicher eßbaren Speise, und speichere solches bei dir auf! Zur Nahrung dient es alsdann dir und ihnen." Gen 6:22 Und Noe tat so. Ganz so, wie ihm Gott befohlen hatte, tat er. Gen 7:1 Dann sprach der Herr zu Noe: "Zieh du mit deinem ganzen Hause in die Arche! Denn dich habe ich gerecht vor mir in diesem Geschlecht erfunden. Gen 7:2 Von allen reinen Tieren nimm dir je sieben, jeweils ein Männchen und ein Weibchen! Doch von den Tieren, die nicht rein, jeweils nur zwei, ein Männchen und ein Weibchen! Gen 7:3 Auch von des Himmels Vögeln jeweils sieben, ein männliches und weibliches, um auf der ganzen Erde einen Stamm am Leben zu erhalten. Gen 7:4 Von jetzt ab über sieben Tage lasse ich auf die Erde regnen durch vierzig Tage und durch vierzig Nächte, und ich vertilge alsdann alles Lebende, das ich gemacht, vom Erdboden." Gen 7:5 Und Noe tat ganz so, wie ihn der Herr geheißen hatte. Gen 7:6 Noe aber war 600 Jahre alt geworden, als die Wasserflut über die Erde kam. Gen 7:7 So ging Noe mit seinen Söhnen, seinem Weibe und seinen Schwiegertöchtern in die Arche vor den Wassern der Flut. Gen 7:8 Von den reinen und unreinen Tieren, von den Vögeln und von allem, was auf Erden kriecht, Gen 7:9 waren paarweise zu Noe in die Arche gegangen je ein Männliches und ein Weibliches, wie Gott dem Noe geboten hatte. Gen 7:10 Nach sieben Tagen geschah es, da waren die Wasser der Flut schon über die Erde gekommen. Gen 7:11 Im 600. Lebensjahre des Noe, am 17. Tage des 2. Monats, an diesem Tage brachen alle Sprudel des großen Meeres auf, und die Himmelsluken öffneten sich. Gen 7:12 Und Regen strömte auf die Erde 40 Tage und 40 Nächte lang. Gen 7:13 An eben diesem Tage waren Noe und Noes Söhne Sem, Cham und Japhet, sowie sein Weib und seine drei Schwiegertöchter mit ihnen in die Arche gegangen, Gen 7:14 sie und alle Tiere nach ihrer Art und alles Vieh nach seiner Art und alles Gewürm, das auf Erden kriecht, nach seiner Art und alle Vögel nach ihrer Art, was irgendwie Flügel hatte. Gen 7:15 Sie gingen zu Noe in die Arche, je ein Paar von allem Fleisch mit Lebensodem. Gen 7:16 Die Einziehenden waren nun, je ein Männliches und Weibliches von jedem Fleische, eingezogen, so wie ihm Gott befohlen. Da schloß der Herr hinter ihm zu. Gen 7:17 Vierzig Tage kam die Flut über die Erde. Und das Wasser wuchs und hob die Arche, daß sie über der Erde schwebte. Gen 7:18 Und das Wasser stieg und wuchs gewaltig an auf Erden, und die Arche fuhr auf dem Wasser. Gen 7:19 Das Wasser stieg nun in gewaltiger Höhe über die Erde, und alle hohen Berge irgendwo unter dem Himmel wurden bedeckt. Gen 7:20 Fünfzehn Ellen darüber hinaus war das Wasser gestiegen; so wurden die Berge bedeckt. Gen 7:21 Da starb ein jeglich Fleisch, das sich auf Erden regte, an Vögeln, Vieh und Getier und an allem Gewürm, das auf Erden kroch, sowie alle Menschen. Gen 7:22 Alles, was des Lebensgeistes Odem in seiner Nase hatte, soweit es sich auf dem Trockenen befand, war tot. Gen 7:23 So vertilgte er alle Wesen auf dem Erdboden, vom Menschen bis zum Vieh und Gewürm und bis zu des Himmels Vögeln. Sie wurden von der Erde vertilgt; nur Noe und was bei ihm in der Arche war, blieb übrig. Gen 7:24 Und das Wasser wuchs auf Erden 150 Tage lang. Gen 8:1 Da gedachte Gott des Noe und all des Getieres und all des Viehs bei ihm in der Arche. Und Gott ließ einen Wind über die Erde wehen, und das Wasser sank. Gen 8:2 Dann schlossen sich des Meeres Sprudel und die Himmelsluken, und dem Regen vom Himmel ward gewehrt. Gen 8:3 Und das Wasser ging allmählich zurück auf Erden, und nach Ablauf der 150 Tage minderte sich das Wasser. Gen 8:4 Und die Arche ließ sich am 17. Tage des 7. Monats auf dem Araratgebirge nieder. Gen 8:5 Das Wasser aber hatte immer mehr abgenommen, bis zum 10. Monat. Am 1. Tag des 10. Monats waren die Spitzen der Berge sichtbar geworden. Gen 8:6 Nach Ablauf von 40 Tagen öffnete Noe das Fenster der Arche, das er gemacht hatte. Gen 8:7 Und er schickte den Raben aus. Dieser flog hin und her, bis das Wasser auf Erden vertrocknet war. Gen 8:8 Dann ließ Noe die Taube von sich fortfliegen, zu sehen, ob sich das Wasser verlaufen hätte. Gen 8:9 Die Taube aber fand keine Stätte für ihren Fuß. So kam sie zu ihm wieder in die Arche; denn auf der ganzen Erde war noch Wasser. Und er streckte seine Hand aus und nahm sie und brachte sie zu sich in die Arche. Gen 8:10 Da wartete er noch sieben weitere Tage. Dann sandte er zum zweitenmal die Taube aus der Arche. Gen 8:11 Da kam die Taube zu ihm zur Abendzeit mit einem frischen Ölblatt im Schnabel. Da erkannte Noe, daß sich das Wasser von der Erde verlaufen hatte. Gen 8:12 Und er wartete noch weitere sieben Tage; dann ließ er die Taube wieder ausfliegen. Diesmal aber kehrte sie nicht mehr zu ihm zurück. Gen 8:13 Im 601. Jahre, am ersten Tage des ersten Monats, waren die Wasser auf Erden vertrocknet. Da hob Noe das Dach der Arche und schaute aus, und siehe da, der Erdboden war wasserfrei geworden. Gen 8:14 Am 27. Tage des zweiten Monats war die Erde ganz abgetrocknet. Gen 8:15 Und Gott sprach zu Noe: Gen 8:16 "Geh aus der Arche, du selbst, dein Weib, deine Söhne und deine Schwiegertöchter bei dir! Gen 8:17 Und alles Getier, das bei dir ist, von jedem Fleisch, an Vögeln, Vieh und jeglichem Gewürm, das auf Erden kriecht, führe du mit dir hinaus! Dann wimmle es auf Erden und sei fruchtbar auf Erden und mehre sich." Gen 8:18 Da ging Noe hinaus, seine Söhne, sein Weib und seine Schwiegertöchter bei ihm. Gen 8:19 Alles Getier, alles Gewürm, alle Vögel, alles, was sich auf Erden regt nach seinen Sippen, ging aus der Arche. Gen 8:20 Und Noe baute dem Herrn einen Altar und nahm von allen reinen Tieren und reinen Vögeln einige und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. Gen 8:21 Da roch der Herr den süßen Duft. Und der Herr sprach bei sich: "Nicht will ich fortan mehr dem Boden fluchen des Menschen wegen. Der Menschen Herzenstrachten ist böse ja von Jugend auf. Hinfort will ich kein Lebewesen mehr so schlagen, wie ich's getan. Gen 8:22 Fortan soll nimmer feiern, solange auch die Erde steht, die Saat mitsamt der Ernte und Frost und Hitze, der Sommer und der Winter und Tag und Nacht." Gen 9:1 Und Gott segnete Noe und seine Söhne und sprach zu ihnen: "Seid fruchtbar, mehret euch und füllt die Erde! Gen 9:2 Und Furcht vor euch und Schrecken komme über alle Landtiere und alle Himmelsvögel und über alles, was sich auf dem Boden regt, und über alle Meeresfische; in eure Hand sind sie gegeben. Gen 9:3 Alles, was sich regt und lebt, sei euch zur Speise! So wie das grüne Kraut, so gebe ich euch alles. Gen 9:4 Nur Fleisch mit seinem Lebensblut sollt ihr nicht essen! Gen 9:5 Und vollends euer eigen Blut will ich zurückverlangen; von jedem Tiere will ich's fordern; auch von des Menschen Hand, von seines Bruders Hand will ich das Menschenleben fordern. Gen 9:6 Wer Menschenblut vergießt, des Blut soll durch die Menschen auch vergossen werden! Als Gottesbild hat er die Menschen ja gemacht. Gen 9:7 Ihr, seid nun fruchtbar, mehret euch! Verbreitet euch auf Erden! Herrscht über sie!" Gen 9:8 Und Gott sprach zu Noe und seinen Söhnen bei ihm also: Gen 9:9 "Ich schließe meinen Bund mit euch und euren Nachkommen und mit allen Lebewesen bei euch, was an Vögeln, Vieh und allen anderen Tieren auf Erden bei euch, Gen 9:10 mit all denen, die aus der Arche kamen, und allem Getier der Erde. Gen 9:11 Ja, meinen Bund errichte ich mit euch; kein Fleischeswesen werde durch der Flut Gewässer mehr vertilgt, und niemals wieder komme eine Flut, die Erde zu verheeren!" Gen 9:12 Und Gott sprach: "Dies sei des Bundes Zeichen, den ich aufrichte zwischen mir und euch und allen Lebewesen, die bei euch, für ewige Zeiten: Gen 9:13 Ich stelle meinen Bogen in die Wolken. Er sei das Bundeszeichen zwischen mir und dieser Erde! Gen 9:14 Und wölke ich Gewölke ob der Erde, und im Gewölk erscheint der Bogen, Gen 9:15 alsdarin gedenke ich des Bundes, der zwischen mir und euch und allen anderen Fleischeswesen, die da leben, gilt auf Erden. Nie wird das Wasser wieder eine Flut, die allem Fleische das Verderben brächte. Gen 9:16 Und steht der Bogen im Gewölke, dann schaue ich ihn an und denke an den ewigen Bund, der zwischen Gott und allen Fleischeswesen, die da leben, gilt auf Erden." Gen 9:17 Und Gott sprach zu Noe: "Dies ist des Bundes Zeichen, den ich errichtet habe zwischen mir und jedem Fleisch auf Erden." Gen 9:18 Noes Söhne, die aus der Arche gingen, waren Sem, Cham und Japhet; Cham aber war Kanaans Vater. Gen 9:19 Diese drei waren Noes Söhne, und ihnen entsprang die ganze Welt. Gen 9:20 Noe aber begann mit dem Landbau und pflanzte einen Weinberg. Gen 9:21 Da trank er von dem Wein, ward betrunken und lag entblößt in seinem Zelt. Gen 9:22 Da schaute Cham, der Vater Kanaans, die Blöße seines Vaters und sagte es seinen beiden Brüdern draußen. Gen 9:23 Sem und Japhet aber nahmen das Obergewand, legten es auf ihre Schultern, gingen rückwärts hinein und bedeckten ihres Vaters Blöße; ihr Gesicht aber war abgewandt, und so hatten sie ihres Vaters Blöße nicht gesehen. Gen 9:24 Als Noe von seinem Wein erwachte, erfuhr er, was ihm sein jüngster Sohn getan hatte. Gen 9:25 Da sprach er: "Verflucht sei Kanaan! Der niedrigste der Sklaven sei er seinen Brüdern!" Gen 9:26 Und er sprach: "Des Herrn Gesegneter, mein Gott, sei Sem! Doch Kanaan sei ihm Sklave! Gen 9:27 Für Japhet schaffe Gott gar weiten Raum! In Zelten aber wohne Sem! Und Kanaan sei ihm Sklave!" Gen 9:28 Und Noe lebte nach der Flut 350 Jahre. Gen 9:29 Und die ganze Lebensdauer Noes betrug 950 Jahre; dann starb er. Gen 10:1 Und dies ist die Geschlechterfolge der Söhne Noes: Noes Söhnen Sem, Cham und Japhet wurden nach der Flut Söhne geboren. Gen 10:2 Japhets Söhne waren Gomer, Magog, Madai, Javan, Tubal, Mesek und Tiras. Gen 10:3 Gomers Söhne waren Askenaz, Riphat und Togarma. Gen 10:4 Javans Söhne waren Elisa, Tarsis, Kittim und Dodanim. Gen 10:5 Von diesen hatten sich der Heiden Inseln abgezweigt nach ihren Ländern, ihren verschiedenen Sprachen, Stämmen und Völkerschaften. Gen 10:6 Chams Söhne waren Kusch, Misraim, Put und Kanaan. Gen 10:7 Des Kusch Söhne waren Saba, Chavila, Sabta, Regma und Sabteka, und Regmas Söhne waren Scheba und Dedan. Gen 10:8 Und Kusch hatte Nimrod gezeugt; dieser war zuerst ein Kriegsheld auf Erden gewesen. Gen 10:9 Er war ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn; daher pflegt man zu sagen: "Gleich Nimrod ist er ein gewaltiger Jäger vor dem Herrn." Gen 10:10 Seine Herrschaft erstreckte sich anfangs auf Babel, Erech, Akkad und Kalne im Lande Sinear. Gen 10:11 Von diesem Lande zog er nach Assur; da baute er Ninive - dazu Rechobot-Ir und Kelach Gen 10:12 sowie Resen zwischen Ninive und Kelach -, das ist die große Stadt. Gen 10:13 Und Misraim zeugte die Luditer, Anamiter, Lehabiter und Naphtuchiter Gen 10:14 sowie die Patrusiter und Kasluchiter und die, von denen die Philister stammten, die Kaphtoriter. Gen 10:15 Kanaan zeugte Sidon, seinen Erstgeborenen, und Chet, Gen 10:16 sowie die Jebusiter, Amoriter und Girgasiter, Gen 10:17 Chiviter, Arkiter, Siniter, Gen 10:18 Arvaditer, Semariter und Chamatiter; hernach breiteten sich die Kanaaniterstämme aus. Gen 10:19 Das Kanaanitergebiet erstreckte sich von Sidon bis nach Gerar, Gaza, Sodoma, Gomorrha, Adma. Seboim und Lesa. Gen 10:20 Dies sind Chams Söhne nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:21 Auch Sem, dem Stammvater aller Söhne Ebers und ältesten Bruder Japhets, wurden Kinder geboren. Gen 10:22 Sems Söhne waren Elam, Assur, Arpaksad, Lud und Aram. Gen 10:23 Arams Söhne waren Uz, Chul, Geter und Masch. Gen 10:24 Und Arpaksad zeugte Selach und Selach den Eber. Gen 10:25 Dem Eber wurden zwei Söhne geboren; der eine hieß Peleg, weil sich zu seiner Zeit die Erde gespalten hatte; sein Bruder hieß Joktan. Gen 10:26 Und Joktan zeugte Almodad, Seleph, Chasarmavet, Jerach, Gen 10:27 Hadoram, Uzal, Dikla, Gen 10:28 Obal, Abimael, Scheba, Gen 10:29 Ophir, Chavila und Jobab: dies alles sind Joktans Söhne. Gen 10:30 Ihre Wohnsitze reichten von Mesa bis Sephar beim Ostgebirge. Gen 10:31 Dies sind die Söhne Sems nach ihren Stämmen, Sprachen, Ländern und Völkerschaften. Gen 10:32 Dies sind die Stämme der Noesöhne nach ihren Sippen und Völkerschaften; von ihnen haben sich nach der Flut die Völker auf Erden abgesondert. Gen 11:1 Die ganze Erde aber hatte eine Sprache und einerlei Worte. Gen 11:2 Als sie von Osten herzogen, fanden sie im Lande Sinear eine Ebene und ließen sich darin nieder. Gen 11:3 Und sie sprachen zueinander: "Auf! Laßt uns Luftziegel streichen und Backsteine brennen!" Und der Ziegel diente ihnen als Baustein; das Erdpech aber hatte ihnen als Mörtel gedient. Gen 11:4 Sie sprachen: "Auf! Bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns eine Wohnstatt, daß wir uns nicht über die ganze Erde zerstreuen!" Gen 11:5 Der Herr aber stieg herab, die Stadt und den Turm zu beschauen, den die Menschenkinder gebaut. Gen 11:6 Da sprach der Herr: "Fürwahr! Ein Volk sind sie und haben alle dieselbe Sprache, und dies ist nur der Anfang ihres Tuns, und fortan wäre ihnen nichts verwehrt, was immer sie nur planen. Gen 11:7 Auf nun! Wir wollen jetzt hinab und ihre Sprache mischen, daß keiner je des anderen Sprache mehr verstehe." Gen 11:8 So zerstreute sie der Herr von dort über die ganze Erde, und sie mußten es lassen, die Stadt auszubauen. Gen 11:9 Darum nennt man sie Babel; denn dort hat der Herr die Sprache der ganzen Erde gemischt, und von dort hat der Herr sie über die ganze Erde zerstreut. Gen 11:10 Dies ist die Geschlechterfolge Sems: Als Sem 100 Jahre alt war, zeugte er Arpaksad, zwei Jahre nach der Flut. Gen 11:11 Und Sem lebte nach Arpaksads Zeugung 500 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:12 Und Arpaksad war 35 Jahre alt; da zeugte er Selach. Gen 11:13 Und Arpaksad lebte nach Selachs Zeugung 403 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:14 Und Selach war 30 Jahre alt; da zeugte er Eber. Gen 11:15 Und Selach lebte nach Ebers Zeugung 403 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:16 Und Eber war 34 Jahre alt, da zeugte er Peleg. Gen 11:17 Und Eber lebte nach Pelegs Zeugung 430 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:18 Und Peleg war 30 Jahre alt; da zeugte er Rëu. Gen 11:19 Und Peleg lebte nach Rëus Zeugung 209 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:20 Und Rëu war 32 Jahre alt; da zeugte er Serug. Gen 11:21 Und Rëu lebte nach Serugs Zeugung 207 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:22 Und Serug war 30 Jahre alt; da zeugte er Nachor. Gen 11:23 Und Serug lebte nach Nachors Zeugung 200 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:24 Und Nachor war 29 Jahre alt; da zeugte er Terach. Gen 11:25 Und Nachor lebte nach Terachs Zeugung 119 Jahre und zeugte noch Söhne und Töchter. Gen 11:26 Und Terach war 70 Jahre alt; da zeugte er Abram, Nachor und Haran. Gen 11:27 Dies ist die Geschlechterfolge Terachs: Terach zeugte Abram, Nachor und Haran, und Haran zeugte Lot. Gen 11:28 Es starb aber Haran zu Lebzeiten seines Vaters Terach, in seinem Geburtslande zu Ur Kasdim. Gen 11:29 Abram und Nachor nahmen sich dann Weiber; Abrams Weib hieß Sarai und Nachors Weib Milka, die Tochter Harans, des Vaters von Milka und Iska. Gen 11:30 Sarai aber war unfruchtbar; sie hatte nie ein Kind geboren. Gen 11:31 Und Terach nahm seinen Sohn Abram und seinen Enkel Lot, den Sohn Harans, und seine Schwiegertochter Sarai, das Weib seines Sohnes Abram, und sie zogen mit ihm aus Ur Kasdim, ins Land Kanaan zu wandern. So kamen sie bis Charan; hier aber ließen sie sich nieder. Gen 11:32 Die Tage Terachs beliefen sich auf 205 Jahre; dann starb Terach zu Charan. Gen 12:1 Und der Herr sprach zu Abram: "Aus deinem Lande, deiner Sippe zieh fort, aus deinem Vaterhause, ins Land, das ich dir zeigen werde! Gen 12:2 ich mache dich zu einem großen Volke und segne dich und mache deinen Namen hochberühmt, daß du zum Segen werdest. Gen 12:3 Denn segnen will ich, die dich segnen, und die verfluchen, die dich lästern. Der Erde Stämme alle sollen sich mit dir dann segnen!" Gen 12:4 Und Abram zog fort, wie ihm der Herr gesagt, und mit ihm zog Lot; Abram aber war 75 Jahre alt, als er von Charan fortzog. Gen 12:5 Und Abram nahm sein Weib Sarai und seinen Brudersohn Lot und all ihre Habe, die sie erworben, sowie die Seelen, die sie in Charan bekommen hatten, und sie zogen fort, ins Land Kanaan zu wandern, und sie kamen auch in das Land Kanaan. Gen 12:6 Und Abram durchzog das Land bis zu Sichems Wohnsitz, bis zum Maulbeerbaum; damals aber waren die Kanaaniter im Land. Gen 12:7 Da erschien der Herr dem Abram und sprach: "Ich gebe deinem Stamme dieses Land." Da baute er dort einen Altar dem Herrn, der ihm erschienen war. Gen 12:8 Von dort zog er auf das Gebirge östlich von Betel und schlug sein Zelt auf, Betel im Westen und Ai im Osten. Dort baute er dem Herrn einen Altar und rief des Herrn Namen an. Gen 12:9 Dann zog Abram weiter und weiter, dem Südland zu. Gen 12:10 Nun kam die Hungersnot ins Land, und Abram zog nach Ägypten, hier zu verbleiben; denn schwer lag die Hungersnot auf dem Land. Gen 12:11 Als er nahe bei Ägypten war, sprach er zu seinem Weib Sarai: "Ich weiß wohl, daß du ein schönes Weib bist. Gen 12:12 Sehen dich nun die Ägypter, dann denken sie: Dies ist sein Weib, und alsdann töten sie mich; dich aber werden sie am Leben lassen. Gen 12:13 Sag doch, du seiest meine Schwester, daß es mir um deinetwillen gut gehe. Dann bleibe ich deinetwegen ungefährdet." Gen 12:14 Als Abram nach Ägypten kam, sahen die Ägypter, daß das Weib überaus schön war. Gen 12:15 Auch des Pharao Fürsten sahen sie und rühmten sie vor Pharao. So ward das Weib in Pharaos Haus geholt. Gen 12:16 Dem Abram aber war er ihretwegen hold geworden; und so bekam er Schafe, Rinder, Esel, Sklaven, Mägde, Eselinnen und Kamele. Gen 12:17 Der Herr aber schlug mit schweren Plagen Pharao und sein Haus wegen Sarai, des Weibes Abrams. Gen 12:18 Da ließ Pharao den Abram rufen und sprach: "Was hast du mir da angetan? Warum hast du mir verhehlt, daß sie dein Weib ist? Gen 12:19 Warum hast du gesagt: 'Sie ist nur meine Schwester'? Und so nahm ich sie mir zum Weib. Nun aber sieh, hier ist dein Weib! Nimm sie und geh fort!" Gen 12:20 Und Pharao entbot seinetwegen Leute, daß sie ihn, sein Weib und all seine Habe fortschafften. Gen 13:1 Abram zog nun von Ägypten aufwärts, er, sein Weib und all seine Habe, auch Lot mit ihm, ins Südland. Gen 13:2 Abram war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Gen 13:3 Und er zog nach öfterem Lagern aus dem Südland bis nach Betel, bis an die Stätte, wo vordem sein Zelt gestanden, zwischen Betel und Ai, Gen 13:4 zu der Stätte des Altars, den er früher dort gebaut hatte. Dort rief Abram des Herrn Namen an. Gen 13:5 Auch Lot, der mit Abram zog, besaß Schafe, Rinder und Kamele. Gen 13:6 Aber das Land ließ sie nicht beisammen hausen; denn ihre Habe war groß geworden, und so konnten sie nicht beieinander bleiben. Gen 13:7 Und Streit ward zwischen den Hirten der Herde Abrams und denen der Herde Lots; die Kanaaniter und die Periziter hausten aber damals im Land. Gen 13:8 Da sprach Abram zu Lot: "Nimmer sei Zwietracht zwischen mir und dir, zwischen meinen Hirten und deinen! Wir sind ja Brüder. Gen 13:9 Steht nicht das ganze Land dir offen? Trenne dich lieber von mir! Willst du zur Linken, gehe ich zur Rechten; willst du zur Rechten, gehe ich zur Linken." Gen 13:10 Da hob Lot seine Augen auf und sah, daß die ganze Au des Jordan völlig bewässert war, bevor der Herr Sodom und Gomorrha zerstörte - gleich dem Garten des Herrn und wie das Ägypterland - bis Soar hin. Gen 13:11 Und Lot wählte sich die ganze Au des Jordan. So brach Lot nach Osten auf, und sie schieden voneinander. Gen 13:12 Abram hatte sich im Lande Kanaan angesiedelt. Lot aber in den Städten der Au, und so zeltete er bis nach Sodom. Gen 13:13 Sodoms Männer aber waren böse und gewaltige Sünder wider den Herrn. Gen 13:14 Der Herr aber sprach zu Abram, als Lot von ihm geschieden: "Erhebe deine Augen! Schau von dem Orte, wo du bist, nach Norden, Süden, Osten und Westen! Gen 13:15 All das Land, das du erblickst, gebe ich dir und deinem Stamm für immer. Gen 13:16 Dann mache ich deinen Stamm den Staubkörnchen der Erde gleich. Vermöchte jemand der Erde Staubkörnchen zu zählen, dann könnte auch dein Stamm gezählt werden. Gen 13:17 Auf! Umwandle dieses Land nach Länge und Breite! Denn dir will ich es geben." Gen 13:18 Und Abram stimmte zu, kam und ließ sich bei Mamres Terebinthen zu Hebron nieder und baute hier dem Herrn einen Altar. Gen 14:1 Und es geschah in den Tagen Amraphels, des Königs von Sinear, Adoks, des Königs von Ellasar, Kedorlaomers, des Königs von Elam, und Tidals, des Königs von Gojim. Gen 14:2 Diese hatten Krieg beschlossen wider Bera, Sodoms König, Birsa, den König von Gomorrha, Sinab, den König von Adma, Semeber, den König von Seboim, und den König von Bela, das ist Soar. Gen 14:3 Alle diese zogen vereint in das Tal Siddim, das ist das Salzmeer. Gen 14:4 Zwölf Jahre waren sie Kedorlaomer dienstbar gewesen; im dreizehnten aber fielen sie ab. Gen 14:5 Im vierzehnten Jahre nun zogen Kedorlaomer und die Könige bei ihm heran; da schlugen sie die Rephaiter zu Astarot Karnaim, die Zuziter zu Ham und die Emiter in der Ebene von Kirjataim Gen 14:6 und die Choriter auf den Bergen von Seïr bis nach EI Paran, das östlich von der Wüste liegt. Gen 14:7 Dann machten sie kehrt und kamen nach En Mispat, das ist Kades, und schlugen das ganze Gefilde der Amalekiter, sowie die Amoriter, die in Chasason Tamar hausten. Gen 14:8 Da zogen der König von Sodom und der König von Gomorrha aus, sowie der König von Adma, der König von Seboim und der von Bela, das ist Soar, und rüsteten zum Kampfe gegen jene im Siddimtale, Gen 14:9 gegen Kedorlaomer, den König von Elam, Tidal, den König von Gojim, Amraphel, den König von Sinear, und Arjok, den König von Ellasar, vier Könige gegen fünf. Gen 14:10 Das Siddimtal aber ist voller Erdpechgruben. Als nun die Könige von Sodom und Gomorrha fliehen mußten, warfen sie sich hinein; die übrigen aber flohen ins Gebirge. Gen 14:11 Da nahmen jene alle Habe Sodoms und Gomorrhas und all ihren Mundvorrat und zogen ab. Gen 14:12 Auch Lot, Abrams Brudersohn, und seine Habe nahmen sie mit und zogen ab; er wohnte nämlich zu Sodom. Gen 14:13 Nun kam ein Flüchtling und brachte Kunde dem Hebräer Abram; er wohnte bei den Terebinthen Mamres, des Amoriters, des Bruders von Eskol und Aner, und diese waren mit Abram im Bund. Gen 14:14 Als Abram hörte, sein Bruder sei gefangen, entbot er seine Verbündeten und seine 318 Hausgeborenen und jagte bis Dan nach. Gen 14:15 Er überfiel sie des Nachts, er und seine Diener, schlug und verfolgte sie bis Choba, links von Damaskus. Gen 14:16 So brachte er alle Habe zurück. Auch seinen Bruder Lot und seine Habe brachte er zurück, ebenso die Weiber und das Volk. Gen 14:17 Da zog ihm der König von Sodom entgegen, als er vom Sieg über Kedorlaomer und die Könige bei ihm zurückkehrte, im Tale Save, das ist das Königstal. Gen 14:18 Der König von Salem aber, Melchisedech, hatte Brot und Wein mitgebracht; er war ja ein Priester des höchsten Gottes. Gen 14:19 Und er segnete ihn und sprach: "Vom höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erden, sei gesegnet Abram! Gen 14:20 Gepriesen sei der höchste Gott, der deine Feinde dir in die Hand gegeben!" Und Abram gab ihm den Zehnten von allem. Gen 14:21 Und der König von Sodom sprach zu Abram: "Gib mir die Leute! Die Habe behalte für dich!" Gen 14:22 Da sprach Abram zum König von Sodom: "Zum Herrn, dem höchsten Gott, dem Schöpfer Himmels und der Erde, erhebe ich meine Hand: Gen 14:23 Keinen Faden, keinen Schuhriemen, gar nichts von dem, was dir eigen, nehme ich an. Du sollst nicht sagen: 'Ich habe Abram reich gemacht.' Gen 14:24 Nichts will ich. Nur was die Jungmannschaft verzehrt, und den Anteil für die Männer, die mit mir gezogen, Aner, Eskol und Mamre! Sie mögen ihren Anteil nehmen!" Gen 15:1 Hernach erging das Wort des Herrn an Abram in einem Gesichte also: "Abram, fürchte dich nicht! Ich bin dir doch ein Schild; dein Lohn ist überreich." Gen 15:2 Da sprach Abram: "Herr, ach Herr, was kannst du mir geben, da ich doch kinderlos wandle? Ist doch der Sohn meines Haussklaven Eliezer der Erbesohn." Gen 15:3 Und Abram sprach: "Mir hast du ja keinen Nachkommen geschenkt; so wird mich mein Haussklave eben beerben." Gen 15:4 Aber da erging das Wort des Herrn an ihn also: "Dieser wird dich nicht beerben; dein eigener Leibessprosse wird dich einst beerben." Gen 15:5 Und er führte ihn ins Freie und sprach: "Blick auf zum Himmel und zähle die Sterne! Kannst du sie zählen?" Dann sprach er zu ihm: "Also wird auch dein Stamm sein." Gen 15:6 Und er glaubte dem Herrn, und dies erachtete er ihm als Verdienst. Gen 15:7 Und er sprach zu ihm: "Ich bin der Herr, der dich aus Ur Kasdim geführt, um dir dies Land zu geben, damit du es besitzest." Gen 15:8 Da sprach er: "Herr, ach Herr! Woran erkenne ich, daß ich's besitzen soll?" Gen 15:9 Und er sprach zu ihm:"Hol mir jetzt eine dreijährige Kuh und eine dreijährige Ziege und einen dreijährigen Widder und eine Turteltaube sowie eine junge Taube!" Gen 15:10 Da holte er ihm diese alle. Dann zerlegte er sie mitten durch und legte jede Hälfte der anderen gegenüber; die Vögel aber hatte er nicht zerteilt. Gen 15:11 Da stießen die Raubvögel auf die Tierleichen nieder; Abram aber scheuchte sie. Gen 15:12 Wie nun die Sonne im Untergehen war, befiel Abram ein Tiefschlaf, und eine schwere, dunkle Ahnung überkam ihn. Gen 15:13 Da sprach er zu Abram. "Du sollst jetzt wissen: Dein Stamm wird Fremdling sein in einem Lande, das dir nicht eigen. Dann front er ihm, und dies bedrückt ihn an vierhundert Jahre. Gen 15:14 Jedoch das Volk, dem sie dort fronen, das will ich richten. Dann ziehen sie mit reicher Habe aus. Gen 15:15 Du aber gehst zu deinen Vätern ein im Frieden, zu deiner Grabesstatt in schönem Alter. Gen 15:16 Im vierten Gliede kehren sie hierher; noch ist nicht voll der Amoriter Maß." Gen 15:17 Dann ging die Sonne unter, und dichte Finsternis kam; da erschien ein rauchender Ofen und eine Feuerflamme, und zwischen jenen Stücken fuhr es durch. Gen 15:18 An jenem Tag schloß der Herr mit Abram einen Bund mit den Worten: "Ich gebe deinem Stamme dieses Land vom Fluß Ägyptens bis zum großen Strom, dem Euphratstrom, Gen 15:19 das Gebiet der Keniter, Keniziter, Kadmoniter, Gen 15:20 Chittiter, Periziter, Rephaiter Gen 15:21 und Amoriter, Kanaaniter, Girgasiter sowie Jebusiter." Gen 16:1 Sarai aber, Abrams Weib, hatte ihm kein Kind geboren; sie hatte aber eine ägyptische Magd, die Hagar hieß. Gen 16:2 Nun sprach Sarai zu Abram: "Der Herr hat mir Kinder versagt. Heirate meine Magd! Vielleicht komme ich durch sie zu Kindern. Und Abram folgte den Worten Sarais. Gen 16:3 So nahm Sarai, Abrams Weib, ihre Magd, die Ägypterin Hagar, nach Ablauf von zehn Jahren, die Abram im Lande Kanaan gewohnt, und gab sie ihrem Manne Abram, ihm selbst, zum Weib. Gen 16:4 Und er heiratete Hagar, und sie empfing. Als sie aber sah, daß sie guter Hoffnung war, sank ihre Herrin in ihren Augen. Gen 16:5 Da sprach Sarai zu Abram: "Meine Kränkung über dich! Ich selbst habe dir meine Magd abgetreten; nun sie aber sah, daß sie in Hoffnung sei, sank ich in ihren Augen. Zwischen mir und dir richte der Herr!" Gen 16:6 Da sprach Abram zu Sarai: "In deiner Hand ist deine Magd. Tue mit ihr, wie es dir gefällt!" Da drückte Sarai sie so, daß sie ihr entfloh. Gen 16:7 Der Engel des Herrn aber traf sie an einem gewissen Wasserquell in der Wüste, am Quell auf dem Wege nach Schur. Gen 16:8 Und er sprach: "Hagar, Sarais Magd, wo kommst du her? Wo gehst du hin?" Sie sprach: "Vor meiner Herrin Sarai bin ich flüchtig." Gen 16:9 Da sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Kehr heim zu deiner Herrin und unterwirf dich ihren Händen!" Gen 16:10 Dann sprach der Engel des Herrn zu ihr: "Ich mache deinen Stamm gar zahlreich; vor Menge kann man ihn nicht zählen." Gen 16:11 Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: "Du bist gesegnet und wirst einen Sohn gebären. Den heißest du Ismael: denn der Herr hat dein Elend gehört. Gen 16:12 Ein Wildeselmensch wird er werden; seine Hand gegen alle und aller Hand gegen ihn! Allen seinen Brüdern steht er dreist gegenüber." Gen 16:13 Da nannte sie den Herrn, der mit ihr redete, "du bist der Gott des Trostes"; denn sie sprach: "Habe ich nicht schließlich Trost erfahren?" Gen 16:14 Daher nannte man den Brunnen: Lachaj Roi (Des Lebenden Trostbrunnen): er liegt zwischen Kades und Berad. Gen 16:15 Und Hagar gebar dem Abram einen Sohn, und Abram nannte den Sohn, den ihm Hagar geboren, Ismael. Gen 16:16 Und Abram war 86 Jahre alt, als Hagar dem Abram den Ismael gebar. Gen 17:1 Abram war 99 Jahre alt; da erschien der Herr dem Abram und sprach zu ihm: "Ich bin ein mächtiger Gott. Vor mir nur wandle! Alsdann fehlt dir nichts. Gen 17:2 Ich schließe zwischen mir und dir den Bund und will dich mächtig mehren." Gen 17:3 Da fiel Abram auf sein Antlitz, und Gott redete mit ihm also: Gen 17:4 "Das ist mein Bund mit dir: Stammvater einer Völkermenge wirst du jetzt. Gen 17:5 Drum sollst du fortan nimmer Abram heißen. Nein, Abraham ist jetzt dein Name; zu einer Völkermenge Vater mache ich dich ja. Gen 17:6 Ich lasse dich gar zahlreich werden und mache dich zu Völkern, und Könige entsprießen dir. Gen 17:7 Und zwischen mir und dir errichte ich den Bund und zwischen mir und deinem Stamm nach dir, ja, einen ewigen Bund für alle die Geschlechter, daß ich dir Schutzgott sei und deinem Stamm nach dir. Gen 17:8 Ich gebe dir und deinem Stamm nach dir den Boden deiner Pilgerfahrten, das ganze Land von Kanaan, zu ewigem Besitze; ein Schutzgott will ich ihnen sein." Gen 17:9 Und Gott sprach zu Abraham: "Du aber halte meinen Bund, du und dein Stamm nach dir, in allen den Geschlechtern! Gen 17:10 Das ist mein Bund, den ihr einhalten sollt, der zwischen mir und euch und deinem Stamm nach dir besteht: Bei euch soll alles Männliche beschnitten werden! Gen 17:11 Und zwar sollt ihr an eurer Vorhaut Fleisch beschnitten sein! Dies ist das Bundeszeichen zwischen mir und euch. Gen 17:12 Bei euch soll mit acht Tagen alles Männliche beschnitten werden, Geschlecht für Geschlecht, auch selbst der Haussklave und der von irgendeinem Fremden Angekaufte, der nimmer deines Stammes ist. Gen 17:13 Beschnitten werde dein Haussklave und der von dir mit Geld Erkaufte! So sei mein Bund an eurem Fleisch zum ewigen Bunde! Gen 17:14 Doch wer gesund und dennoch unbeschnitten ist, wer nicht an seiner Vorhaut Fleisch beschnitten, ein solches Wesen wird aus seinem Volke ausgestrichen. Zerrissen hat es meinen Bund." Gen 17:15 Und Gott sprach zu Abraham: "Du sollst dein Weib Sarai nicht länger Sarai nennen! Nein! Sara soll ihr Name sein! Gen 17:16 Ich segne sie und schenke dir durch sie noch einen Sohn. Ich segne sie; dann wird sie eine Völkermutter, und Völkerkönige entsprießen ihr." Gen 17:17 Da fiel Abraham auf sein Antlitz, lachte und sprach bei sich: "Sollte einem Hundertjährigen noch ein Kind geboren werden, oder sollte Sara, die neunzigjährige, noch gebären können?" Gen 17:18 Und Abraham sprach zu Gott: "Möchte nur Ismael auf dein Geheiß am Leben bleiben!" Gen 17:19 Da sprach Gott: "Trotzdem wird Sara, dies dein Weib, dir einen Sohn gebären; den sollst du Isaak heißen! Mit ihm errichte ich dann meinen Bund zum ewigen Bund für seinen Stamm nach ihm. Gen 17:20 Auch Ismaels wegen will ich dich erhören; ich segne ihn und lasse Frucht ihn tragen und mehre ihn gar mächtiglich. Zwölf Fürsten wird er zeugen, und also mache ich auch ihn zu einem großen Volke. Gen 17:21 Doch meinen Bund will ich mit Isaak schließen, den dir um diese Zeit im künftigen Jahre Sara schenkt." Gen 17:22 Und er beendete seine Unterredung mit ihm. Und Gott fuhr vor Abraham auf. Gen 17:23 Da nahm Abraham seinen Sohn Ismael und alle seine Haussklaven, sowie alle mit Geld von ihm Erkauften, jedes Männliche unter den Leuten in Abrahams Haus, und beschnitt das Fleisch ihrer Vorhaut an eben diesem Tage, gleich nachdem Gott mit ihm gesprochen hatte. Gen 17:24 Abraham aber war 99 Jahre alt, als er am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ward. Gen 17:25 Und 13 Jahre alt war sein Sohn Ismael, als er am Fleische seiner Vorhaut beschnitten ward. Gen 17:26 Am gleichen Tage war Abraham beschnitten worden wie sein Sohn Ismael. Gen 17:27 Und alle seine Hausgenossen, sowohl die Haussklaven als auch die mit Geld von Fremden Gekauften, waren mit ihm beschnitten worden. Gen 18:1 Und der Herr erschien ihm bei den Terebinthen Mamres, als er sich an den Zelteingang zur Vormittagszeit setzte. Gen 18:2 Wie er nun seine Augen erhob und aufblickte, standen drei Männer vor ihm. Kaum sah er sie, lief er schon vom Zelteingang auf sie zu und neigte sich zu Boden. Gen 18:3 Dann sprach er: "Herr, finde ich in deinen Augen Gnade, dann ziehe nicht an deinem Sklaven vorüber! Gen 18:4 Man soll etwas Wasser bringen! Dann wascht ihr euch die Füße und legt euch unter diesen Baum! Gen 18:5 Ich hole inzwischen einen Bissen Brot, daß ihr euch stärket. Dann mögt ihr weiterziehen! Denn darum seid ihr bei eurem Sklaven vorbeigekommen." Sie sprachen: "Tu so, wie du gesagt!" Gen 18:6 Da eilte Abraham ins Zelt zu Sara und sprach: "Schnell drei Maß Mehl, Feinmehl! Knete und backe Kuchen!" Gen 18:7 Dann lief Abraham zu den Rindern, holte ein Kalb, zart und kräftig, und gab es dem Diener, der es eilends bereitete. Gen 18:8 Dann holte er Butter und Milch sowie das Kalb, das er hatte bereiten lassen, und setzte es ihnen vor; er selbst wartete ihnen unter dem Baume auf, während sie aßen. Gen 18:9 Da sprachen sie zu ihm: "Wo ist denn Sara, dein Weib?" Er sprach: "Hier im Zelt!" Gen 18:10 Da sprach er: "Ich kehre zu dir nach Ablauf von neun Monaten zurück; da hat dein Weib Sara einen Sohn." Sara aber horchte am Zelteingang hinter ihm. Gen 18:11 Abraham aber und Sara waren alt und hochbetagt, und Sara erging es nicht mehr nach Weiberart. Gen 18:12 So lachte Sara in sich hinein, indem sie dachte: "Welk geworden, sollte ich noch der Liebe pflegen? Mein Herr ist gleichfalls alt." Gen 18:13 Darauf sprach der Herr zu Abraham: "Warum lacht Sara und denkt dabei: 'Soll ich wahrhaftig ein Kind bekommen, nachdem ich alt geworden?' Gen 18:14 Ist für den Herrn etwas unmöglich? Um diese Zeit kehre ich zu dir nach Ablauf von neun Monaten zurück; dann hat Sara einen Sohn." Gen 18:15 Da leugnete Sara und sprach: "Ich habe nicht gelacht"; denn sie hatte Angst bekommen; er aber sprach: "Nein! Du hast gelacht." Gen 18:16 Herauf brachen die Männer von da auf und bogen gegen Sodom ab; Abraham aber ging mit ihnen, sie zu begleiten. Gen 18:17 Und der Herr sprach: "Soll ich vor Abraham verhehlen, was ich zu tun im Sinne habe? Gen 18:18 Doch Abraham soll zu einem Volke werden, groß und stark! Dann sollen sich in ihm die Erdenvölker alle segnen! Gen 18:19 Nein! Auserkoren hab ich ihn, auf daß er seinen Söhnen und dem Haus nach ihm gebiete, sie sollen doch den Weg des Herrn einhalten Gerechtigkeit und Recht ausübend, auf daß der Herr das über Abraham brächte, was er ihm einst verheißen hat." Gen 18:20 Und der Herr sprach: "Der Klageruf schwillt wider Sodom und Gomorrha an, und ihre Sünde wuchtet schwer. Gen 18:21 Ich will hinab und sehen, ob sie getan, so wie ihr Ruf, der vor mich kam, vermeldet. Alsdann Vernichtung! Wenn aber nicht - ich will es wissen." Gen 18:22 Da wandten sich die Männer von dort weg und gingen Sodom zu. Abraham aber blieb vor dem Herrn stehen. Gen 18:23 Und Abraham trat vor und sprach: "Willst du Schuldlose mit Schuldigen hinraffen? Gen 18:24 Vielleicht gibt's in der Stadt noch fünfzig Schuldlose. Willst du diese hinraffen und nicht vielmehr den Ort begnadigen, den fünfzig Schuldlosen darin zulieb? Gen 18:25 Nicht würdig wäre es deiner, solches zu tun, Schuldige und Unschuldige zusammen zu töten, daß es eins wäre, schuldlos oder schuldig. Das wäre deiner unwürdig. Sollte der ganzen Erde Richter nicht Gerechtigkeit üben?" Gen 18:26 Da sprach der Herr: "Fänd ich nur fünfzig Schuldlose zu Sodom in der Stadt, dann wollte ich ihretwegen den ganzen Ort begnadigen." Gen 18:27 Da hob Abraham an und sprach: "Ich habe mich nun unterfangen, mit meinem Herrn zu reden, wennschon ich Staub und Asche bin. Gen 18:28 Vielleicht fehlen an den fünfzig Schuldlosen nur fünf. Willst du die ganze Stadt um dieser fünfe willen zugrunde richten?" Er sprach: "Nein, falls ich dort fünfundvierzig fände." Gen 18:29 Da redete er abermals mit ihm und sprach: "Vielleicht finden sich nur vierzig darin." Er sprach: "Dann tue ich es nicht um der vierzig willen." Gen 18:30 Er sprach: "Ach zürne nicht, mein Herr, daß ich noch einmal rede! Vielleicht finden sich nur dreißig darin." Er sprach: "Dann tue ich es nicht, wenn ich nur dreißig darin fände." Gen 18:31 Er sprach - "Ich habe mich nun schon unterfangen, mit meinem Herrn zu reden. Vielleicht finden sich nur zwanzig darin." Er sprach: "Ich richte sie nicht zugrunde um der zwanzig Willen." Gen 18:32 Er sprach: "Ach zürne nicht, mein Herr, wenn ich dies eine Mal noch rede! Vielleicht finden sich nur zehn darin." Er sprach: "Ich richte sie dann nicht zugrunde wegen dieser zehn." Gen 18:33 Dann ging der Herr fort, sogleich, nachdem er das Gespräch mit Abraham beendet hatte. Abraham aber kehrte an seinen Ort zurück. Gen 19:1 Und die beiden Engel kamen des Abends nach Sodom; Lot aber wohnte in Sodoms Vorstadt. Als Lot sie erblickte, trat er an sie heran und neigte sich bis zum Boden. Gen 19:2 Dann sprach er: "Meine Herren! Kehrt doch in eures Knechtes Haus zur Nachtrast ein und wascht euch die Füße! Dann möget ihr frühmorgens eures Weges ziehen!" Sie aber sprachen: "Nein! Wir wollen auf der Straße mächtigen." Gen 19:3 Er aber drang inständig in sie, und so kehrten sie bei ihm ein und betraten sein Haus. Da bereitete er ihnen eine Mahlzeit, buk ungesäuerte Kuchen, und sie aßen. Gen 19:4 Noch hatten sie sich nicht schlafen gelegt, als schon die Männer der Stadt, die Leute von Sodom, das Haus umringten, jung und alt, das ganze Volk bis auf den letzten Mann. Gen 19:5 Und sie riefen nach Lot und sprachen zu ihm: "Wo sind die Männer, die heute abend zu dir gekommen sind? Bring sie uns heraus, damit wir sie erkennen!" Gen 19:6 Da ging Lot zu ihnen vor die Tür hinaus; die Tür aber verschloß er hinter sich. Gen 19:7 Und er sprach: "Meine Brüder, tut doch nichts so Unnatürliches! Gen 19:8 Da habe ich zwei Töchter, die noch keinen Mann erkannt haben, sie will ich zu euch bringen. Tut an ihnen, was euch beliebt. Doch diesen Männern dürft ihr nichts tun; denn darum sind sie in meines Daches Schatten getreten." Gen 19:9 Da schrien sie: "Pack dich weg!" und sagten: "Kam einer als Gast und Richter zugleich? Jetzt tun wir dir noch übler als jenen." Und sie drangen hart auf den Mann, auf Lot, ein und gingen daran, die Tür zu erbrechen. Gen 19:10 Da griffen die Männer hinaus, zogen Lot zu sich ins Haus, nachdem sie die Tür abgeschlossen hatten. Gen 19:11 Die Leute am Hauseingang aber hatten sie mit Blindheit geschlagen, klein und groß, und so konnten sie die Tür nicht finden. Gen 19:12 Die Männer aber sprachen zu Lot: "Hast du noch jemanden hier? Etwa einen Schwiegersohn, deine Söhne und deine Töchter? All die Deinen in der Stadt führe von diesem Ort weg! Gen 19:13 Denn wir vertilgen diese Stätte, weil der Klageschrei wider sie vor dem Herrn mächtig geworden. Darum sandte uns der Herr, sie zu verderben." Gen 19:14 Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet, und sprach: "Auf! Fort aus diesem Ort! Der Herr will diese Stadt vertilgen!" Aber er schien seinen Schwiegersöhnen zu scherzen. Gen 19:15 Nach Anbruch der Morgenröte aber drängten die Engel Lot und sprachen: "Auf! Nimm dein Weib und diese deine beiden Töchter hier, daß du nicht weggerafft wirst ob der Missetat der Stadt!" Gen 19:16 Als er zögerte, griffen die Männer ihn, sein Weib und seine beiden Töchter an der Hand, weil der Herr ihn schonen wollte; sie führten ihn fort und ließen ihn erst draußen vor der Stadt los. Gen 19:17 Während sie sie hinausführten, sprach einer: "Flüchte dich um deines Lebens willen! Schau dich nicht um! Bleib nirgends in der Niederung stehen! Flieh ins Gebirge, daß du nicht weggerafft wirst!" Gen 19:18 Lot aber sprach zu ihnen: "Nicht so, Herr! Gen 19:19 Dein Knecht hat nun einmal Gnade bei dir gefunden; groß Erbarmen hast du mir erwiesen, mir das Leben zu retten; aber ich kann nicht ins Gebirge fliehen. Dann aber könnte mich das Verderben ereilen, daß ich stürbe! Gen 19:20 Siehe, diese Stadt ist nahe genug, hineinzuflüchten, und nur ein kleines Stück ist's noch. Dahin könnte ich mich flüchten. Es ist ja nur noch ein kleines Stück; dann könnte ich am Leben bleiben." Gen 19:21 Er sprach zu ihm: "Wohlan, ich nehme auch darin Rücksicht auf dich und will diese Stadt, von der du sprichst, nicht zerstören. Gen 19:22 Flieh eilends dorthin! Denn ich kann nichts tun, bis du dorthin kommst." Deshalb nannte man die Stadt Soar ("Kleinigkeit"). Gen 19:23 Eben war die Sonne aufgegangen; da kam Lot nach Soar. Gen 19:24 Der Herr aber ließ auf Sodom und Gomorrha Schwefel und Feuer regnen, vom Herrn her, vom Himmel herab. Gen 19:25 Und er vernichtete diese Städte, die ganze Niederung und alle Insassen der Städte und das Gewächs des Feldes. Gen 19:26 Sein Weib aber schaute hinter sich und ward zu einer Salzsäule. Gen 19:27 Abraham begab sich nun in der Frühe an die Stätte, wo er vor dem Herrn gestanden. Gen 19:28 Und er schaute auf Sodom und Gomorrha hinab und auf das ganze Land der Niederung; da sah er, wie ein Qualm vom Lande aufstieg, wie eines Schmelzofens Qualm. Gen 19:29 So war es, als Gott die Städte der Niederung zerstörte; dabei gedachte Gott Abrahams und schickte Lot aus dem Bereich der Zerstörung weg, als er die Städte, in denen Lot gewohnt, zerstörte. Gen 19:30 Lot zog dann von Soar hinauf und wohnte im Gebirge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, in Soar zu bleiben. So wohnte er in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. Gen 19:31 Da sprach die Ältere zu der jüngeren: "Unser Vater ist alt, und auf Erden gibt es niemand mehr, der Umgang mit uns haben könnte nach aller Welt Brauch. Gen 19:32 Komm, wir wollen unserem Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, daß wir durch unseren Vater unseren Stamm erhalten!" Gen 19:33 Da gaben sie ihrem Vater in jener Nacht Wein zu trinken; dann ging die Ältere hinein und schlief bei ihrem Vater; er aber merkte nicht, wie sie sich legte, noch wie sie aufstand. Gen 19:34 Am Tage darauf sprach die Ältere zur Jüngeren: "Siehe, ich habe heute nacht bei meinem Vater geschlafen; wir wollen ihm auch diese Nacht Wein zu trinken geben. Dann geh hinein und schlaf bei ihm, daß wir durch unseren Vater unseren Stamm erhalten!" Gen 19:35 Und sie gaben ihrem Vater auch an diesem Abend Wein zu trinken; dann ging die Jüngere hin und schlief bei ihm; er aber merkte nicht, wie sie sich legte, noch wie sie aufstand. Gen 19:36 Also kamen die beiden Töchter Lots durch ihren Vater in Hoffnung. Gen 19:37 Und die Ältere gebar einen Sohn und nannte ihn Moab; das ist der Stammvater der heutigen Moabiter. Gen 19:38 Auch die jüngere gebar einen Sohn und sie nannte ihn Ben Ammi; das ist der Stammvater der heutigen Ammoniter. Gen 20:1 Und Abraham zog von dort ins Gebiet des Südlands und wohnte zwischen Kades und Schur. Als er einst zu Gerar weilte, Gen 20:2 sprach Abraham von seinem Weibe Sara: "Sie ist meine Schwester." Da sandte der König von Gerar, Abimelech, hin und ließ Sara holen. Gen 20:3 Gott aber kam im nächtlichen Traume zu Abimelech und sprach zu ihm: "Des Weibes wegen, das du geholt, mußt du sterben, ist sie doch eine Ehefrau." Gen 20:4 Abimelech aber war ihr noch nicht genaht; so sprach er: "Herr, bringst du auch schuldlose Leute um? Gen 20:5 Er hat doch selbst zu mir gesagt: 'Sie ist meine Schwester' und auch sie hat gesagt: 'Er ist mein Bruder.' In meines Herzens Einfalt und mit reinen Händen habe ich das getan." Gen 20:6 Da sprach Gott zu ihm im Traume: "Auch ich weiß, daß du in deines Herzens Einfalt so gehandelt, und so bewahrte ich selbst dich davor, gegen mich zu sündigen; darum habe ich dir nicht zugelassen, sie zu berühren. Gen 20:7 Gib aber jetzt dem Manne sein Weib heraus! Weil er ein Prophet ist, soll er für dich beten, daß du am Leben bleibst. Gibst du sie aber nicht heraus, so wisse, daß du sterben mußt, du samt all den Deinen!" Gen 20:8 Da rief frühmorgens Abimelech alle seine Diener zusammen und erzählte ihnen all das, und die Männer erschraken sehr. Gen 20:9 Dann ließ Abimelech Abraham rufen und sprach zu ihm: "Was hast du uns angetan? Womit habe ich gegen dich gefehlt, daß du so schwere Schuld über mich und über mein Gebiet gebracht hast? Was nimmermehr geschehen durfte, hast du mir angetan." Gen 20:10 Dann sprach Abimelech zu Abraham: "Was ist dir eingefallen, daß du dies getan hast?" Gen 20:11 Da sprach Abraham: "Ich habe eben gedacht: 'Gar keine Furcht vor Gott herrscht an diesem Ort; sie bringen mich meines Weibes wegen um.' Gen 20:12 Auch ist sie wirklich meine Schwester, meines Vaters Tochter, nur nicht meiner Mutter Tochter, und so ist sie mein Weib geworden. Gen 20:13 Als mich die Himmlischen aus meines Vaters Hause auf die Irrfahrt schickten, sprach ich zu ihr. 'Tu mir dies zuliebe! Wohin wir kommen, sag von mir: Es ist mein Bruder.'" Gen 20:14 Da nahm Abimelech Schafe und Rinder, Sklaven und Mägde und gab sie Abraham; auch gab er ihm sein Weib Sara heraus. Gen 20:15 Und Abimelech sprach: "Mein Land steht dir offen. Laß dich nieder, wo es dir beliebt!" Gen 20:16 Zu Sara aber sprach er: "Ich schenke deinem Bruder tausend Silberstücke. Dies sei dir Ersatz für alles, was dir, deinen Knechten und Mägden widerfahren ist." Gen 20:17 Abraham aber betete zu Gott, und Gott heilte Abimelech, sein Weib und seine Mägde, daß sie Geburten hatten; Gen 20:18 denn der Herr hatte jeden Schoß in Abimelechs Hause wegen Sara, des Weibes Abrahams, verschlossen. Gen 21:1 Der Herr aber hatte Sara heimgesucht, wie er verheißen. Und der Herr tat an Sara, wie er vorausgesagt hatte. Gen 21:2 Und Sara war guter Hoffnung und gebar einen Sohn dem Abraham in seinem Greisenalter um die Zeit, die Gott vorausgesagt hatte. Gen 21:3 Und Abraham nannte seinen neugeborenen Sohn, den ihm die Sara gebar, Isaak. Gen 21:4 Und Abraham beschnitt seinen Sohn Isaak, als er acht Tage alt war, wie ihm Gott befohlen hatte. Gen 21:5 Abraham aber war hundert Jahre alt, als ihm sein Sohn Isaak geboren ward. Gen 21:6 Da sprach Sara: "Zum Scherze hat mich Gott gemacht. Wer davon hört, scherzt über mich." Gen 21:7 Und sie sprach: "Wer hätte Abraham zugeflüstert: 'Sara stillt Kinder noch?' Nun habe ich ihm doch noch einen Sohn in seinem Greisenalter geboren." Gen 21:8 Und das Kind wuchs und wurde entwöhnt, und Abraham bereitete ein großes Mahl an dem Tag, an dem Isaak entwöhnt ward. Gen 21:9 Sara aber sah den Sohn der Ägypterin Hagar, den sie Abraham geboren, wie er seinen Spott trieb. Gen 21:10 Da sprach sie zu Abraham: "Jage diese Magd und ihren Sohn fort! Denn dieser Magd Sohn soll nicht mit Isaak, meinem Sohn, erben!" Gen 21:11 Dies Wort aber betrübte Abraham heftig wegen seines Sohnes. Gen 21:12 Doch Gott sprach zu Abraham: "Nicht um den Knaben sei's dir leid und nicht um deine Magd! In allem, was dir Sara sagt, höre auf ihre Stimme! Nur wer von Isaak stammt, trägt deines Stammes Namen. Gen 21:13 Doch mache ich zu einem Volke auch den Sohn der Magd; auch er ist ja dein Sproß." Gen 21:14 Da nahm Abraham am anderen Morgen früh Brot und einen Schlauch mit Wasser und gab es Hagar; das Kind legte er auf ihre Schultern und schickte sie fort. Da zog sie hin und verirrte sich in der Wüste Beerseba. Gen 21:15 Als das Wasser im Schlauch zu Ende ging, ließ sie das Kind unter einem der Sträucher liegen, Gen 21:16 ging fort und saß für sich, einen Bogenschuß weit; denn sie sprach: "Ich kann nicht ansehen, wie das Kind stirbt." So saß sie abseits, erhob ihre Stimme und weinte. Gen 21:17 Gott aber hörte ihr Gebet um den Knaben, und Gottes Engel rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: "Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht! Gott hat ja dein Gebet um den Knaben gehört, wo immer er ist. Gen 21:18 Auf! Nimm den Knaben! Fasse durch ihn wieder Mut! Ich will ihn ja zu einem großen Volke machen." Gen 21:19 Und Gott tat ihr die Augen auf, und sie erblickte einen Wasserquell. Da ging sie hin und füllte den Schlauch mit Wasser und gab dem Knaben zu trinken. Gen 21:20 Und Gott war mit dem Knaben. Er wuchs heran und wohnte in der Wüste und war ein Meister mit dem Bogen. Gen 21:21 Er wohnte in der Wüste Paran, und seine Mutter besorgte ihm ein Weib aus dem Ägypterlande. Gen 21:22 In jener Zeit redeten Abimelech und sein Heerführer Pikol mit Abraham: "Gott ist mit dir in allem, was du tust. Gen 21:23 Nun schwöre mir hier bei Gott, daß du weder mich noch meinen Schoß und Sproß schädigest, sondern Güte, wie ich an dir geübt, auch an mir üben willst, desgleichen an dem Lande, in dem du zu Gast weilst!" Gen 21:24 Da sprach Abraham: "Ich schwöre es." Gen 21:25 Abraham aber stellte Abimelech zur Rede wegen des Wasserbrunnens, den Abimelechs Knechte weggenommen hatten. Gen 21:26 Abimelech aber sprach: "Ich weiß nicht, wer dies getan; du hast mir nichts gesagt, noch habe ich bis heute davon gehört." Gen 21:27 Da nahm Abraham Schafe und Rinder und gab sie Abimelech, und sie schlossen einen Vertrag miteinander. Gen 21:28 Abraham aber stellte die sieben Lämmer der Herde besonders. Gen 21:29 Da sprach Abimelech zu Abraham: "Was sollen diese sieben Lämmer, die du besonders stellst?" Gen 21:30 Er sprach: "Die sieben Lämmer mußt du von mir nehmen, damit sie mir als Zeugnis dienen, daß ich diesen Brunnen gegraben habe." Gen 21:31 Diese Stätte heißt daher Beerseba ("Schwurbrunnen"); denn dort haben sie einander zugeschworen. Gen 21:32 So schlossen sie einen Vertrag zu Beerseba. Alsdann brachen Abimelech und sein Heerführer Pikol auf und kehrten in das Philisterland zurück. Gen 21:33 Er aber pflanzte eine Tamariske zu Beerseba und rief dort den Namen des Herrn an, eines ewigen Gottes. Gen 21:34 Und Abraham weilte lange zu Gast im Philisterland. Gen 22:1 Nach diesen Begebnissen war es; da versuchte Gott den Abraham. Er sprach zu ihm: "Abraham!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 22:2 Da sprach er: "Nimm deinen einzigen Sohn, den du so liebst, den Isaak, und zieh ins Morialand ("Ölbaumland") und bring ihn zum Brandopfer dort dar, auf einem jener Berge, den ich dir bezeichnen werde!" Gen 22:3 Da sattelte Abraham frühmorgens seinen Esel, nahm seine beiden Diener samt seinem Sohne Isaak mit, spaltete Holzscheite zum Brandopfer, brach auf und zog nach der Stätte, von der ihm Gott gesprochen. Gen 22:4 Am dritten Tage erhob Abraham seine Augen; da sah er von weitem die Stätte. Gen 22:5 Da sprach Abraham zu seinen Dienern: "Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe wollen dorthin gehen, anzubeten. Wir kommen dann wieder zu euch." Gen 22:6 Und Abraham nahm das Opferholz und legte es seinem Sohne Isaak auf; er aber nahm Feuer und Messer mit. So zogen sie beide zusammen dahin. Gen 22:7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham; er sprach: "Mein Vater!" Er sprach: "Mein Sohn, hier bin ich." Er sprach: "Da ist Feuer und Holz. Aber wo ist das Schaf zum Opfer?" Gen 22:8 Da sprach Abraham: "Gott ersieht sich schon das Schaf zum Opfer, mein Sohn." So zogen sie beide zusammen dahin. Gen 22:9 Und sie kamen zu dem Ort, von dem ihm Gott gesprochen. Dort baute Abraham einen Altar und schichtete das Holz. Dann band er seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar auf das Holz. Gen 22:10 Dann streckte Abraham seine Hand aus und griff nach dem Messer, um seinen Sohn zu schlachten. Gen 22:11 Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her und sprach: "Abraham! Abraham!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 22:12 Er sprach: "Leg deine Hand nicht an den Knaben! Tu ihm nichts! Jetzt weiß ich: Du bist gottesfürchtig; du verweigerst mir ja selbst deinen einzigen Sohn nicht." Gen 22:13 Und Abraham erhob seine Augen und sah hin; da hatte sich hinter ihm ein Widder mit den Hörnern im Dickicht verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn an seines Sohnes Statt zum Opfer dar. Gen 22:14 Und Abraham nannte diesen Ort: "Der Herr sorgt", so wie man noch sagt: "Auf dem Berg des Herrn ist man versorgt." Gen 22:15 Und des Herrn Engel rief Abraham ein zweitesmal vom Himmel her Gen 22:16 und sprach: "Ich leiste bei mir selber einen Schwur" - ein Spruch des Herrn -: "Weil du dies getan und deinen einzigen Sohn mir nicht verweigert, Gen 22:17 so gebe ich dir meinen Segen und mache deinen Stamm so zahlreich wie des Himmels Sterne und wie den Sand am Meeresufer. Dein Stamm soll seiner Feinde Tor erobern! Gen 22:18 Der Erde Völker alle sollen sich mit deinem Stamme segnen zum Lohn dafür, daß du auf meine Stimme hast gehört." Gen 22:19 Und Abraham kehrte zu seinen Dienern zurück; sie brachen auf und zogen miteinander nach Beerseba. Und Abraham blieb in Beerseba wohnen. Gen 22:20 Nach diesen Begebnissen geschah es, daß man Abraham meldete: "Auch Milka hat deinem Bruder Nachor Söhne geboren: Gen 22:21 Uz, seinen Erstgeborenen, und seinen Bruder Buz und Kemuel, den Vater Arams, Gen 22:22 und Kesed, Chazo, Pildas, Jidlaph sowie Betuel." Gen 22:23 Betuel aber hatte Rebekka gezeugt. Diese acht hatte Milka dem Nachor, Abrahams Bruder, geboren. Gen 22:24 Er hatte auch ein Nebenweib namens Rëuma; sie gebar Tebach, Gacham, Tachas und Maaka. Gen 23:1 Die Lebensjahre Saras betrugen 127 Jahre; das sind die Lebensjahre Saras. Gen 23:2 Und Sara starb zu Kirjat Arba, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Und Abraham kam, Sara zu beklagen und zu beweinen. Gen 23:3 Dann erhob sich Abraham von dem Leichnam weg und sprach zu den Söhnen Chets also: Gen 23:4 "Als Gast und Beisaß bin ich bei euch. Gebt mir bei euch doch ein Erbgrab, daß ich meine Tote aus dem Hause bringe und begrabe!" Gen 23:5 Und die Söhne Chets antworteten Abraham also: Gen 23:6 "Nein! Hör uns an, Herr! Ein Gottesfürst bist du in unserer Mitte. Begrabe deine Tote im besten unserer Gräber. Keiner von uns wird dir sein Grab verweigern, deine Tote darin zu bestatten." Gen 23:7 Da erhob sich Abraham, neigte sich vor den Landeskindern, den Söhnen Chets Gen 23:8 und redete also mit ihnen: "Ist es euch genehm, daß ich meine Tote aus dem Hause bringe und begrabe, so hört mich an! Legt Fürsprache für mich ein bei Ephron, Sochars Sohn, Gen 23:9 daß er mir die Höhle der Makpela lasse, die ihm gehört und am Rande seines Feldes liegt! Um vollen Preis lasse er sie mir in eurer Mitte zum Erbbegräbnis!" Gen 23:10 Ephron aber hatte einen Sitz unter den Söhnen Chets. So antwortete der Chittiter Ephron dem Abraham laut vor den Söhnen Chets, vor allen, die Zutritt zum Tore seiner Stadt hatten, also: Gen 23:11 "Nicht so, Herr! Hör mich an: Dieses Feld schenke ich dir; ich schenke dir auch die Höhle, die darauf ist. Vor meiner Volksgenossen Augen schenke ich sie dir. Begrabe deine Tote!" Gen 23:12 Da neigte sich Abraham vor den Landeskindern Gen 23:13 und sprach zu Ephron laut vor den Landeskindern also: "Ach, möchtest du mir Gehör schenken! Ich zahle den Preis des Feldes. Nimm ihn von mir an, daß ich dort meine Tote begraben kann!" Gen 23:14 Da antwortete Ephron dem Abraham also: Gen 23:15 "Nicht doch, mein Herr! Hör mich an! Ein Feld! Vierhundert Silberringe, was hat dies unter uns zu sagen? Begrabe nur deine Tote!" Gen 23:16 Und Abraham hörte auf Ephron. So wog Abraham dem Ephron den Preis dar, von dem er im Beisein der Söhne Chets gesprochen: vierhundert Silberringe Kaufsilber. Gen 23:17 So ward Ephrons Feld, das in der Makpela gegenüber Mamre lag, das Feld samt der Höhle darin und allen Bäumen auf dem Feld und in seinem ganzen Umkreise Gen 23:18 rechtskräftig Abrahams Eigentum im Beisein der Söhne Chets, all derer, die Zutritt zum Tore seiner Stadt hatten. Gen 23:19 Danach begrub Abraham sein Weib Sara in der Höhle des Feldes der Makpela gegenüber Mamre, das ist Hebron, im Lande Kanaan. Gen 23:20 So ward das Feld mit der Höhle darin rechtskräftig des Abraham Erbbegräbnis unter Zustimmung der Söhne Chets. Gen 24:1 Abraham aber war alt und hochbetagt geworden, und der Herr hatte Abraham in allem gesegnet. Gen 24:2 Da sprach Abraham zu seinem Knecht, seinem Hausältesten, der über all seinem Eigentume waltete: "Lege deine Hand unter meine Lende! Gen 24:3 Ich lasse dich schwören beim Herrn, dem Gott des Himmels und der Erde, daß du meinem Sohn kein Weib freiest von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Mitte ich wohne. Gen 24:4 Nein! Du ziehst in mein Land und zu meiner Verwandtschaft und freist für Isaak, meinen Sohn, ein Weib." Gen 24:5 Da sprach der Knecht zu ihm: "Wenn mir aber das Weib in dies Land nicht folgen will? Soll ich dann deinen Sohn in jenes Land, aus dem du gezogen, wieder zurückbringen?" Gen 24:6 Da sprach Abraham zu ihm: "Hüte dich, meinen Sohn dorthin zurückzubringen! Gen 24:7 Der Herr, des Himmels Gott, der mich aus meinem Vaterhaus und meinem Heimatland geholt und der zu mir geredet und mir feierlich geschworen: 'Ich gebe deinem Stamme dies Land', derselbe sendet seinen Engel vor dir her, daß du ein Weib dorther für meinen Sohn freiest. Gen 24:8 Und sollte dir das Weib nicht folgen, dann bist du dieses Eides ledig. Doch keinesfalls darfst du meinen Sohn dorthin verbringen." Gen 24:9 Da legte der Knecht seine Hand unter die Lende seines Herrn Abraham und schwur ihm auf dies Wort. Gen 24:10 Dann nahm der Knecht zehn Kamele von seines Herrn Kamelen und schickte sich zur Abreise an, im Besitz der Vollmacht über das ganze Vermögen seines Herrn. So brach er auf und zog nach Aram Naharaim ("Syrien der beiden Ströme"), zu der Stadt Nachors. Gen 24:11 Da ließ er die Kamele draußen vor der Stadt am Brunnen lagern, zur Abendzeit, um die Zeit, wann die Weiber zum Wasserholen herauskommen. Gen 24:12 Er sprach: "Herr, du Gott Abrahams, meines Herrn! Laß es mir heute glücken und zeige dich gnädig gegen Abraham, meinen Herrn! Gen 24:13 Hier stehe ich am Wasserquell; der Stadtleute Töchter kommen jetzt zum Wasserschöpfen. Gen 24:14 Das Mädchen nun sei es, dem ich sage: 'Neige deinen Krug, auf daß ich trinke!' und das antwortet: 'Trink! Und auch deine Kamele will ich tränken.' Sie hast du für deinen Knecht Isaak bestimmt, und an ihr erkenne ich, daß du Huld an meinem Herrn geübt." Gen 24:15 Noch hatte er nicht ausgeredet, da kam Rebekka heraus, die dem Betuel, dem Sohne Milkas, des Weibes Nachors, Abrahams Bruders, geboren war, mit ihrem Krug auf der Schulter. Gen 24:16 Das Mädchen war überaus schön, eine Jungfrau, die noch keinen Mann erkannt hatte. Sie stieg zum Quell hinab, füllte ihren Krug und stieg heraus. Gen 24:17 Da lief ihr der Knecht entgegen und sprach: "Laß mich aus deinem Krug ein wenig Wasser schlürfen!" Gen 24:18 Sie sprach:"Trink, mein Herr!", und geschwind ließ sie den Krug auf die Hand nieder und gab ihm zu trinken. Gen 24:19 Als sie ihn hatte genug trinken lassen, sprach sie: "Ich will auch deinen Kamelen schöpfen, bis sie sich satt getrunken haben." Gen 24:20 Und eilends goß sie ihren Krug in die Tränkrinne, lief wieder zum Brunnen, Wasser zu schöpfen, und schöpfte so für alle seine Kamele. Gen 24:21 Der Mann aber sah ihr zu, gespannt zu erfahren, ob der Herr ihm seine Reise habe glücken lassen oder nicht. Gen 24:22 Wie sich nun die Kamele sattgetrunken hatten, nahm der Mann einen goldenen Stirnring, einen halben Ring schwer, und legte zwei Armspangen an die Arme, zehn Ringe Goldes schwer. Gen 24:23 Und er sprach: "Wessen Tochter bist du? Sag mir's doch! Ist wohl Platz in deines Vaters Haus für uns zum Übemachten?" Gen 24:24 Sie sprach zu ihm: "Ich bin die Tochter des Betuel, den Milka dem Nachor einst geboren hat." Gen 24:25 Dann sprach sie zu ihm: "Stroh und Futter haben wir in Menge sowie Platz zum Übernachten." Gen 24:26 Da neigte sich der Mann, warf sich vor dem Herrn nieder und sprach: Gen 24:27 "Gepriesen sei der Herr, meines Herrn Abraham Gott, der seine Huld und Treue meinem Herrn nicht vorenthalten! Ich bin da auf dem rechten Wege; mich hat der Herr zum Haus der Brüder meines Herrn geführt." Gen 24:28 Das Mädchen aber lief und berichtete im Hause ihrer Mutter dies Begebnis. Gen 24:29 Rebekka aber hatte einen Bruder namens Laban; Laban lief nun zu dem Mann an den Quell hinaus. Gen 24:30 Kaum hatte er aber den Stirnring und die Spangen an den Armen seiner Schwester gesehen und seiner Schwester Rebekka Bericht vernommen: "So hat der Mann zu mir gesprochen", kam er schon zu dem Manne, dieser aber stand noch bei den Kamelen an dem Quell. Gen 24:31 Er sprach: "Komm, du Gesegneter des Herrn! Warum stehst du da draußen? Habe ich doch das Haus aufgeräumt und Platz für die Kamele gemacht." Gen 24:32 So brachte der Mann die Kamele ins Haus und schirrte sie ab; dann brachte jener Stroh und Futter für die Kamele und Wasser zum Füßewaschen für ihn und die Männer bei ihm. Gen 24:33 Dann setzte man ihm zu essen vor; er aber sprach: "Ich esse nicht eher, als bis ich meine Sache vorgebracht." Sie sagten: "So rede!" Gen 24:34 Er sprach: "Ich bin Abrahams Knecht. Gen 24:35 Reich gesegnet hat der Herr meinen Herrn, daß er zu großem Wohlstande gelangte. Er hat ihm Schafe und Rinder, Silber und Gold geschenkt, Sklaven, Mägde, Kamele und Esel. Gen 24:36 Nun gebar auch Sara, meines Herrn Weib, meinem Herrn einen Sohn noch nach ihrem Altern. Ihm übergab er seinen ganzen Besitz. Gen 24:37 Nun ließ mich mein Herr also schwören: 'Du darfst für meinen Sohn kein Weib freien von den Töchtern der Kanaaniter, in deren Land ich wohne. Gen 24:38 Nein! Du ziehst zu meines Vaters Haus und zu meiner Sippe und freist meinem Sohne ein Weib.' Gen 24:39 Da sprach ich zu meinem Herrn: 'Wenn aber das Weib mir nicht folgen will?' Gen 24:40 Da sagte er zu mir: 'Der Herr, vor dessen Antlitz ich gewandelt, wird seinen Engel mit dir senden; dann läßt er deine Reise wohl gelingen, und du freist meinem Sohne ein Weib aus meiner Sippe, und zwar aus meines Vaters Haus. Gen 24:41 Nur dann sollst du meines Eides ledig sein. Kommst du zu meiner Sippe und geben sie dir nichts, dann bist du meines Eides ledig.' Gen 24:42 Nun kam ich heute zum Quell; da sprach ich: Herr, Gott Abrahams, meines Herrn! Läßt du mir meine Reise, die ich unternommen, wohl gelingen? Gen 24:43 Hier stehe ich am Wasserquell. Nun sei es das junge Mädchen, das zum Schöpfen kommt und das ich anrede: 'Laß mich ein wenig Wasser aus deinem Kruge trinken!' Gen 24:44 und das mir sagt: 'Trink du selber! Und auch den Kamelen will ich schöpfen!' Sie ist das Weib, das der Herr dem Sohne meines Herrn bestimmt hat. Gen 24:45 Kaum hatte ich so bei mir geschlossen, da kam Rebekka heraus, den Krug auf der Schulter, stieg zum Quell hinab und schöpfte. Ich sprach zu ihr: 'Gib mir zu trinken!' Gen 24:46 Da ließ sie eilends ihren Krug herab und sprach: 'Da! Trink! Und auch deine Kamele will ich tränken.' Da trank ich, und da tränkte sie auch die Kamele. Gen 24:47 Nun fragte ich sie und sprach: 'Wessen Tochter bist du?' Sie sprach: 'Die Tochter des Nachorsohnes Betuel, den jenem Milka einst geboren.' Da legte ich den Ring ihr an die Stirn und die Spangen an die Arme. Gen 24:48 Alsdann verneigte ich mich, warf mich vor dem Herrn nieder und pries den Herrn, meines Herrn Abraham Gott, der mich auf rechten Weg geführt, die Tochter eines Bruders meines Herrn für seinen Sohn zu freien. Gen 24:49 Wollt ihr nun Liebe und Treue meinem Herrn erweisen, so sagt es mir! Wo nicht, so sagt's mir auch, daß ich mich zur Rechten oder Linken wende!" Gen 24:50 Da antworteten Laban und Betuel und sprachen: "Das kommt vom Herrn; wir können weder gut noch übel dich bescheiden. Gen 24:51 Rebekka steht dir zur Verfügung. Nimm sie und geh, daß sie dem Sohne deines Herrn zum Weibe werde, wie der Herr gesagt!" Gen 24:52 Als Abrahams Knecht ihre Worte hörte, warf er sich vor dem Herrn auf die Erde nieder. Gen 24:53 Dann zog der Knecht silberne und goldene Geräte und Gewänder hervor und schenkte sie Rebekka; ihrem Bruder und ihrer Mutter gab er Kleinodien. Gen 24:54 Sie aßen nun und tranken, er und die Männer bei ihm und blieben über Nacht. Am anderen Morgen, als sie aufstanden, sprach er: "Entlaßt mich zu meinem Herrn!" Gen 24:55 Da sprachen ihr Bruder und ihre Mutter: "Laß noch das Mädchen einige Tage oder doch wenigstens zehn bei uns! Dann mag sie ziehen." Gen 24:56 Da sprach er zu ihnen: "Haltet mich nicht auf! Der Herr hat meine Reise glücken lassen. Entlasset mich, daß ich zu meinem Herrn ziehe!" Gen 24:57 Sie sprachen: "Wir wollen das Mädchen rufen und sie selbst befragen." Gen 24:58 Da riefen sie Rebekka und sprachen zu ihr: "Willst du mit diesem Manne ziehen?" Sie sagte: "Ja!" Gen 24:59 Da ließen sie ihre Schwester Rebekka mit ihrer Amme ziehen, ebenso den Knecht Abrahams mit seinen Leuten. Gen 24:60 Und sie segneten Rebekka und sprachen zu ihr: "Unsere Schwester, werde du zu ungezählten Tausenden! Mögen deine Nachkommen das Tor ihrer Hasser besetzen!" Gen 24:61 Dann brach Rebekka mit ihren Mägden auf; sie ritten auf den Kamelen und folgten dem Manne. So nahm der Knecht Rebekka und zog von dannen. Gen 24:62 Isaak aber war vom Brunnen Lachaj Roi ("des Lebenden Trost") hergekommen. Er wohnte nunmehr im Südland. Gen 24:63 Nun ging Isaak zum Betrachten bei Abendanbruch aufs Feld hinaus. Wie er aber die Augen erhob, kamen Kamele daher. Gen 24:64 Auch Rebekka erhob ihre Augen und erblickte Isaak. Da beugte sie sich vom Kamele herab, Gen 24:65 und sprach zu dem Knechte: "Wer ist der Mann da drüben, der uns auf dem Felde entgegenkommt?" Der Knecht sprach: "Das ist mein Herr." Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich. Gen 24:66 Der Knecht aber erzählte dem Isaak alles, was er ausgerichtet hatte. Gen 24:67 Da führte Isaak sie in seiner Mutter Sara Zelt. Er freite Rebekka, und sie ward sein Weib, und er gewann sie lieb. So tröstete sich Isaak über seiner Mutter Verlust. Gen 25:1 Abraham aber nahm nochmals ein Weib, namens Ketura. Gen 25:2 Und sie gebar ihm Zimran, Joksan, Medan, Midian, Isbak und Suach. Gen 25:3 Joksan aber hatte Seba und Dedan gezeugt, und Dedans Söhne wurden zu Asuritern, Letusitern und Lëumitern. Gen 25:4 Und Midians Söhne sind Epha, Epher, Chanok, Abida und Eldaa; all dies sind Söhne der Ketura. Gen 25:5 Dann übergab Abraham all sein Eigentum dem Isaak. Gen 25:6 Den Nebenweibersöhnen aber, die Abraham besaß, hatte Abraham Geschenke gegeben; er ließ sie zugunsten seines Sohnes Isaak, noch bei seinen Lebzeiten, ostwärts ins Ostland ziehen. Gen 25:7 Dies ist der Lebensjahre Abrahams Dauer, die er durchlebte, 175 Jahre. Gen 25:8 Und Abraham verschied und starb in schönem Alter, alt und lebenssatt, und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt. Gen 25:9 Ihn begruben seine Söhne Isaak und Ismael in der Höhle der Makpela, auf des Chittiters Ephrons, des Socharsohnes, Feld, Mamre gegenüber, Gen 25:10 auf dem Feld, das Abraham von Chets Söhnen gekauft. Dort waren Abraham und sein Weib Sara begraben worden. Gen 25:11 Nach Abrahams Tode segnete Gott seinen Sohn Isaak; Isaak aber wohnte bei dem Brunnen Lachaj Roi ("des Lebenden Trost"). Gen 25:12 Dies ist die Geschlechterfolge des Abrahamsohnes Ismael den die Ägypterin Hagar, Saras Magd, dem Abraham geboren hat. Gen 25:13 Dies sind die Namen der Söhne Ismaels nach ihren Namen und ihrem Stammbaum: Ismaels Erstgeborener Nebajot, Kedar, Adbeel, Mibsam, Gen 25:14 Misma, Duma, Massa, Gen 25:15 Chadad, Tema, Jetur, Naphis und Kedma. Gen 25:16 Dies sind die Söhne Ismaels und dies ihre Namen nach ihren Gehöften und Zeltlagern, zwölf Fürsten nach ihren Stammverbänden. Gen 25:17 Und dies war Ismaels Lebensdauer: 137 Jahre; da verschied er. Er starb und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt. Gen 25:18 Sie lagerten von Chavila bis Schur, östlich von Ägypten und bis gen Assur hin. Er fiel zu Lebzeiten all seiner Brüder. Gen 25:19 Dies ist die Geschlechterfolge des Abrahamsohnes Isaak: Abraham hat Isaak gezeugt. Gen 25:20 Isaak aber war 40 Jahre alt, als er sich Rebekka, des Aramäers Betuel Tochter, aus Paddan Aram, die Schwester des Aramäers Laban, zum Weibe nahm. Gen 25:21 Isaak aber flehte zum Herrn für sein Weib, weil es unfruchtbar war. Und der Herr ließ sich von ihm erbitten, und so ward sein Weib Rebekka guter Hoffnung. Gen 25:22 Aber die Kinder rannten einander in ihrem Leibe an. Da sprach sie: "Steht's so, warum trifft es gerade mich?" Und sie ging den Herrn befragen. Gen 25:23 Da sprach der Herr zu ihr: "Zwei Völker sind in deinem Leibe, und zwei Stämme scheiden sich aus deinem Schoße. Ein Stamm beherrscht den anderen; lang wird der jüngere dienstbar sein." Gen 25:24 Als ihre Zeit kam zum Gebären, da waren Zwillinge in ihrem Leib. Gen 25:25 Der erste, rötlich, kam wie ein haariger Mantel hervor, und man nannte ihn Esau. Gen 25:26 Danach kam sein Bruder hervor, und er hielt mit seiner Hand die Ferse Esaus. So nannte man ihn Jakob. Isaak aber war 60 Jahre alt, als sie geboren wurden. Gen 25:27 Die Knaben wuchsen nun heran. Esau ward ein tüchtiger Jäger, ein Mann der Steppe; Jakob aber war ein schlichter Mann, der bei den Zelten blieb. Gen 25:28 Isaak aber liebte Esau; denn er sprach gern von der Jagd. Rebekka aber liebte Jakob. Gen 25:29 Einst kochte Jakob ein Gericht; da kam Esau ganz erschöpft aus der Steppe. Gen 25:30 Und Esau sprach zu Jakob: "Laß mich doch eilends von dieser roten Zukost genießen! Denn ich bin erschöpft." Deshalb nannte man ihn Edom ("den Roten"). Gen 25:31 Da sprach Jakob: "Verkaufe mir zuvor dein Erstgeburtsrecht!" Gen 25:32 Esau sprach: "Ich muß sonst sterben. Was nützt mir da die Erstgeburt?" Gen 25:33 Jakob sprach: "Schwöre mir zuvor!" Da schwur er ihm und verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Gen 25:34 Jakob aber gab Esau Brot und das Linsengericht. Da aß er und trank, stand auf und ging von hinnen. So verscherzte Esau das Erstgeburtsrecht. Gen 26:1 Nun kam eine Hungersnot ins Land, eine andere als jene frühere zu Abrahams Zeiten. So zog Isaak zum Philisterkönig Abimelech nach Gerar. Gen 26:2 Da erschien ihm der Herr und sprach: "Zieh nicht nach Ägypten hinab! Bleib in dem Land, das ich dir anweise! Gen 26:3 Bleib in diesem Lande zu Gast! Und ich will mit dir sein und dich segnen; denn dir und deinem Stamm gebe ich all diese Lande; dann erfülle ich den Schwur, den ich deinem Vater Abraham geschworen habe. Gen 26:4 Dann mehre ich deinen Stamm wie des Himmels Sterne und gebe deinem Stamm all diese Lande. In deinem Stamm sollen sich der Erde Völker alle segnen, Gen 26:5 zum Lohn dafür, daß Abraham auf meine Stimme gehört hat; er befolgte mein Gebot, meine Satzungen, Gesetze und Vorschriften." Gen 26:6 So blieb Isaak zu Gerar. Gen 26:7 Als aber die Leute des Ortes nach seinem Weibe fragten, sprach er: "Sie ist nur meine Schwester"; denn er fürchtete sich zu sagen: "Sie ist mein Weib"; sonst könnten mich die Leute des Ortes umbringen; denn Rebekka ist schön. Gen 26:8 Als er längere Zeit dort gewesen war, geschah es, daß der Philisterkönig Abimelech zum Fenster hinausschaute. Da sah er Isaak mit seinem Weib Rebekka kosen. Gen 26:9 Da rief Abimelech den Isaak herbei und sprach: "Also dein Weib ist sie! Wie hast du sagen können: 'Sie ist meine Schwester!'?" Da sprach Isaak zu ihm: "Ich habe gedacht, ich müßte ihretwegen sterben." Gen 26:10 Abimelech sprach: "Was hast du uns da getan? Wie leicht hätte einer aus dem Volke deinem Weibe beiwohnen können. Dann hättest du Schuld über uns gebracht." Gen 26:11 Da gebot Abimelech allem Volke: "Wer diesen Mann und sein Weib berührt, soll des Todes sterben." Gen 26:12 Isaak aber säte in jenem Lande. Und er erntete in jenem Jahre hundert Speicher voll. So segnete der Herr ihn. Gen 26:13 Und so ward der Mann reich und immer reicher, bis er schwer reich geworden war. Gen 26:14 Er besaß Schaf- und Rinderherden und viel Arbeitsvieh. Da beneideten ihn die Philister. Gen 26:15 Und die Philister verschütteten alle Brunnen, die seines Vaters Knechte bei seines Vaters Abraham Lebzeiten gegraben, und füllten sie mit Erde. Gen 26:16 Und Abimelech sprach zu Isaak: "Zieh fort von uns! Du bist ja mächtiger geworden, als uns lieb." Gen 26:17 Und Isaak zog von da weg und lagerte sich im Tale von Gerar und wohnte da. Gen 26:18 Da grub Isaak die Wasserbrunnen wieder auf, die man in seines Vaters Abrahams Tagen gegraben und die nach Abrahams Tod die Philister verschüttet hatten, und benannte sie wieder mit den Namen, die ihnen sein Vater gegeben. Gen 26:19 Auch gruben Isaaks Knechte im Tale nach und fanden dort einen Brunnen fließenden Wassers. Gen 26:20 Die Hirten von Gerar aber stritten mit Isaaks Knechten und sprachen: "Unser ist das Wasser." Da nannte man den Brunnen Esek ("Streit"), weil sie dort gestritten hatten. Gen 26:21 Dann bohrten sie einen anderen Brunnen; aber auch um diesen stritten sie, und man nannte ihn Sitna ("Hader"). Gen 26:22 Er zog von dort weiter und grub einen anderen Brunnen. Um diesen stritten sie nicht mehr. Und er nannte ihn Rechobot ("Freiland") und sprach: "Nun hat der Herr uns freien Raum geschaffen, und wir können im Lande sorglos sein." Gen 26:23 Von dort zog er nach Beerseba hinauf. Gen 26:24 Und der Herr erschien ihm in selbiger Nacht und sprach: "Ich bin der Gott deines Vaters Abraham. Fürchte dich nicht! Ich bin mit dir. Ich segne dich und mehre deinen Stamm um meines Dieners Abraham Willen." Gen 26:25 Und er erbaute dort einen Altar und rief den Namen des Herrn an. Er schlug auch hier sein Zelt auf. Und Isaaks Knechte gruben dort einen Brunnen. Gen 26:26 Da kam Abimelech zu ihm aus Gerar, mit seinem Vertrauten Achuzat und seinem Heerführer Pikol. Gen 26:27 Da sprach Isaak zu ihnen: "Warum kommt ihr zu mir? Ihr hasset mich doch und jagtet mich von euch fort?" Gen 26:28 Sie sprachen: "Wir haben gesehen, daß der Herr mit dir ist. Da sagten wir: Zwischen uns und dir sei ein Eid! Wir wollen einen Bund mit dir schließen, Gen 26:29 daß du uns kein Übel tust, wie wir dich nicht angetastet, sondern dir bloß Gutes getan; wir entließen dich doch in Frieden. Du bist ja der Gesegnete des Herrn." Gen 26:30 Da gab er ihnen ein Mahl, und sie aßen und tranken. Gen 26:31 Frühmorgens schwuren sie einander zu. Dann verabschiedete sie Isaak, und sie gingen von ihm in Frieden. Gen 26:32 Am selben Tage aber kamen Isaaks Knechte und machten ihm Meldung über den Brunnen, den sie gegraben; sie sagten zu ihm: "Wir haben Wasser gefunden." Gen 26:33 Da nannte er ihn Siba ("Schwur"); daher heißt die Stadt bis auf diesen Tag Beerseba. Gen 26:34 Als Esau 40 Jahre alt ward, heiratete er des Chittiters Beeri Tochter Judith, ebenso des Chittiters Elon Tochter Basemat. Gen 26:35 Sie waren ein schwerer Kummer für Isaak und Rebekka. Gen 27:1 Als Isaak nun alt geworden und seine Augen erblindet waren, rief er seinen älteren Sohn Esau und sprach zu ihm: "Mein Sohn!" Der sprach zu ihm: "Hier bin ich." Gen 27:2 Da sprach er: "Ich bin jetzt alt geworden und kann täglich sterben. Gen 27:3 Nimm nun dein Jagdgerät, dein Wehrgehänge und deinen Bogen! Gehe aufs Feld und jage mir ein Wild! Gen 27:4 Dann bereite mir Leckerbissen, wie ich sie liebe, und bringe sie zum Essen, auf daß dich meine Seele segne, bevor ich sterbe!" Gen 27:5 Rebekka aber hatte gelauscht, wie Isaak mit seinem Sohne Esau sprach. Esau ging nun aufs Feld, Wild zum Vorsetzen zu jagen. Gen 27:6 Da sprach Rebekka zu ihrem Sohne Jakob also: "Ich habe eben gehört, wie mit deinem Bruder Esau dein Vater redete und sprach: Gen 27:7 'Hol mir ein Wild und bereite mir Leckerbissen zum Essen! Dann segne ich dich mit des Herrn Zustimmung vor meinem Tode.' Gen 27:8 Nun, mein Sohn, folg meinem Rat, was ich dich heiße! Gen 27:9 Geh zum Kleinvieh! Hol mir von dort zwei schöne Ziegenböckchen, daß ich sie für deinen Vater zu Leckerbissen bereite, wie er's liebt! Gen 27:10 Dann bringst du sie deinem Vater zum Essen, auf daß er dich segne vor seinem Tode." Gen 27:11 Da sprach Jakob zu seiner Mutter Rebekka: "Aber mein Bruder Esau ist sehr stark behaart, indes ich glatt bin. Gen 27:12 Vielleicht betastet mich mein Vater; dann stehe ich vor ihm als Possenreißer da und bringe über mich nur Fluch, nicht Segen." Gen 27:13 Da sprach seine Mutter zu ihm: "Auf mich falle die Verfluchung, die dir gilt, mein Sohn! Folge meinem Rat! Geh hin und hol es mir!" Gen 27:14 Da ging er, holte und brachte es seiner Mutter, und seine Mutter bereitete Leckerbissen, wie sein Vater sie liebte. Gen 27:15 Dann holte Rebekka ihres ältesten Sohnes Esau Kleider, die sie im Hause drinnen hatte, und zog sie ihrem jüngeren Sohne Jakob an. Gen 27:16 Die Ziegenböckchenfelle aber hatte sie um seine Arme und seinen glatten Hals gelegt. Gen 27:17 Dann gab sie die Leckerbissen samt dem Brot, wie sie's bereitet hatte, ihrem Sohne Jakob in die Hand. Gen 27:18 So kam er zu seinem Vater und sprach: "Mein Vater!" Er antwortete: "Hier bin ich. Wer bist du, mein Sohn?" Gen 27:19 Da sprach Jakob zu seinem Vater: "Ich bin dein Erstgeborener, Esau. Ich habe getan, wie du mir gesagt. Auf! Iß von meinem Wildbret, auf daß mich deine Seele segne!" Gen 27:20 Da sprach Isaak zu seinem Sohn: "Wie hast du's, mein Sohn, so schnell gefunden?" Er sprach: "Der Herr, dein Gott, hat es mir in den Weg laufen lassen." Gen 27:21 Da sprach Isaak zu Jakob: "Tritt näher, mein Sohn, daß ich dich betaste! Bist du wirklich mein Sohn Esau? Bist du's nicht?" Gen 27:22 Da trat Jakob näher zu seinem Vater Isaak. Er betastete ihn und sprach: "Die Stimme ist zwar Jakobs Stimme; die Arme aber sind Esaus Arme." Gen 27:23 Und er erkannte ihn nicht; denn seine Arme waren wie die seines Bruders Esau behaart. So gab er ihm den Segen. Gen 27:24 Er sprach: "Du bist also Esau, mein Sohn?" Er sprach: "Ja." Gen 27:25 Da sprach er: "So bring's mir her, daß ich von meines Sohnes Wildbret esse, damit dich meine Seele segne!" Da brachte er es ihm, und er aß; dann brachte er ihm Wein, und er trank. Gen 27:26 Nun sprach sein Vater Isaak zu ihm: "Tritt näher und küsse mich, mein Sohn!" Gen 27:27 Da trat er näher und küßte ihn. Da roch er den Duft seiner Kleider, segnete ihn und sprach: "Wahrhaftig, meines Sohnes Duft ist wie der Duft des Feldes, das der Herr gesegnet. Gen 27:28 Dir gebe Gott vom Himmelstau und von der Erde besten Früchten, des Kornes und des Weins die Fülle! Gen 27:29 Dir sollen Völker dienen und Stämme sich vor dir verneigen! Sei Herrscher aber deine Brüder! Die Söhne deiner Mutter sollen sich vor dir verneigen! Wer dich verflucht, der sei verflucht! Und wer dich segnet, sei gesegnet!" Gen 27:30 Wie aber Isaak den Segen über Jakob beendet und Jakob kaum seinen Vater Isaak verlassen, kam sein Bruder Esau von seiner Jagd. Gen 27:31 Er bereitete gleichfalls Leckerbissen und brachte sie seinem Vater. Er sprach zu seinem Vater: "Mein Vater richte sich auf und esse von seines Sohnes Wildbret auf daß deine Seele mich segne!" Gen 27:32 Da sprach sein Vater Isaak zu ihm: "Wer bist du?" Er sprach: "Ich bin dein Sohn, dein Erstgeborener, Esau." Gen 27:33 Da erschrak Isaak über alle Maßen und sprach: "Wer in aller Welt ist der gewesen, der ein erjagtes Wild mir brachte, daß ich gehörig aß, bevor du kamst? Ihn segnete ich, und gesegnet wird er bleiben." Gen 27:34 Wie Esau die Worte seines Vaters vernahm, schrie er überlaut und bitterlich und sprach zu seinem Vater: "Mein Vater, segne auch mich!" Gen 27:35 Er sprach: "Dein Bruder ist mit List gekommen, und so nahm er dir deinen Segen." Gen 27:36 Da sprach er: "Heißt man ihn nicht Jakob? Schon zum zweitenmal betrog er mich. Mein Erstgeburtsrecht hat er genommen; jetzt nimmt er mir auch den Segen." Dann sprach er: "Hast du mir keinen Segen aufbewahrt?" Gen 27:37 Darauf erwiderte Isaak und sprach zu Esau: "Ich habe ihn zum Herrn über dich gesetzt. All seine Brüder habe ich ihm zu Knechten gegeben und ihn mit Korn und Most belehnt. Was in aller Welt kann ich dir tun, mein Sohn?" Gen 27:38 Da sprach Esau zu seinem Vater: "Hast du nur den einen Segen, mein Vater? Mein Vater, segne doch auch mich!" und Esau fing laut zu weinen an. Gen 27:39 Darauf hub sein Vater Isaak an und sprach zu ihm: "Fern von der Erde edlen Frucht wird dein Wohnsitz sein, und fern vom Tau des Himmels droben. Gen 27:40 Von deinem Schwerte wirst du leben und deinem Bruder dienstbar sein, nur wenn du heimatlos umherschweifest, dann hältst du deinem Nacken fern sein Joch." Gen 27:41 So ward Esau dem Jakob feind wegen des Segens, den ihm sein Vater gegeben. Und Esau dachte bei sich: "Kommen die Trauertage um meinen Vater, dann töte ich meinen Bruder Jakob." Gen 27:42 Der Rebekka verriet sich aber das Vorhaben ihres älteren Sohnes Esau. So sandte sie hin, ließ ihren jüngeren Sohn Jakob rufen und sprach zu ihm: "Siehe, dein Bruder Esau sinnt auf Rache gegen dich und will dich töten. Gen 27:43 So folge meinem Rat, mein Sohn! Brich auf und mach, daß du geschwind zu meinem Bruder Laban nach Charan kommst! Gen 27:44 Dann bleibe eine Zeit bei ihm, bis sich deines Bruders Groll legt! Gen 27:45 Läßt dann deines Bruders Zorn von dir ab und vergißt er, was du ihm getan, dann sende ich und lasse dich von dort holen. Warum soll ich euch beide an einem Tag verlieren?" Gen 27:46 Und Rebekka sprach zu Isaak: "Ich bin des Lebens überdrüssig der Töchter Chets wegen. 47 Holt sich auch Jakob ein Weib von den Töchtern Chets, wie diese da aus des Landes Töchtern, wozu lebte ich noch?" Gen 28:1 Da rief Isaak den Jakob, segnete ihn, beschied ihn und sprach zu ihm: "Du darfst kein Weib aus Kanaans Töchtern freien! Gen 28:2 Mach dich auf und zieh nach Paddan Aram, zum Haus der Betuel, des Vaters deiner Mutter, und freie dir dort ein Weib, eine der Töchter Labans, deines Mutterbruders! Gen 28:3 Gott, der Allmächtige, segne dich, mache dich fruchtbar und mehre dich, daß du zu einer Menge Völker werdest! Gen 28:4 Er verleihe dir Abrahams Segen, dir und deinem Stamme nach dir, daß du deiner Pilgerschaft Land zu eigen bekommst, das Gott dem Abraham verliehen!" Gen 28:5 So entließ Isaak den Jakob, und er zog nach Paddan Aram zu Betuels Sohn Laban, dem Aramäer, dem Bruder der Rebekka, der Mutter Jakobs und Esaus. Gen 28:6 Esau aber hatte bemerkt, daß Isaak den Jakob gesegnet und ihn nach Paddan Aram gesandt, sich dort ein Weib zu holen, und daß er ihn segnete und so beschied: 'Du darfst kein Weib aus Kanaans Töchtern nehmen', Gen 28:7 und daß Jakob auf seinen Vater und seine Mutter hörte und nach Paddan Aram ging. Gen 28:8 Da merkte Esau, daß Kanaans Töchter seinem Vater Isaak mißfielen. Gen 28:9 So ging Esau zu Ismael und nahm Machalat, die Tochter Ismaels, des Sohnes Abrahams, die Schwester Nebajots, zu seinen Weibern hin sich zum Weibe. Gen 28:10 Jakob aber zog von Beerseba aus und wanderte nach Charan. Gen 28:11 Und er kam an eine gewisse Stätte und übernachtete hier, weil die Sonne unterging. Er nahm einen von den Steinen der Stätte und machte ein Lager für sein Haupt und legte sich an dieser Stätte schlafen. Gen 28:12 Da träumte ihm: Auf der Erde stand eine Treppe, deren Spitze bis zum Himmel reichte, und darauf stiegen die Engel Gottes auf und ab. Gen 28:13 Da stand auch der Herr vor ihn, und sprach: "Ich bin der Herr, der Schutzgott deines Vaters Abraham und Isaaks; das Land, auf dem du ruhst, das gebe ich dir und deinem Stamme. Gen 28:14 Dann wird dein Stamm dem Staub der Erde gleich; nach Westen, Osten, Norden, Süden breitest du dich aus. Dann segnen sich in dir der Erde Geschlechter alle, sowie in deinem Stamme. Gen 28:15 Fürwahr, ich bin mit dir und hüte dich allüberall, wohin du gehst. Dann bringe ich dich auch zu diesem Boden wieder. Denn ich verlasse nimmer dich, bis ich vollbracht, was ich dir jetzt verheißen." Gen 28:16 Da erwachte Jakob aus seinem Schlafe und sprach: "Wahrlich, der Herr ist an dieser Stätte, und ich wußte es nicht." Gen 28:17 Und er erschauerte und sprach: "Wie schauervoll ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und jenes ist die Himmelspforte." Gen 28:18 Frühmorgens nahm Jakob den Stein, den er zum Kopfpolster gemacht, stellte ihn als Malstein auf und goß Öl oben darauf. Gen 28:19 Und er nannte jenen Ort Betel ("Gotteshaus"); vorher aber hieß die Stadt Luz. Gen 28:20 Und Jakob machte ein Gelübde und sprach: "Ist Gott mit mir und behütet er mich auf dem Wege, den ich gehen muß, und gibt er mir Brot zur Nahrung und Kleider zur Bedeckung Gen 28:21 und kehre ich heil zu meines Vaters Haus heim, dann ist der Herr mir zum Schutzgott, Gen 28:22 und dieser Stein, den ich als Malstein aufgestellt, wird ein Gotteshaus, und alles, was Du mir geben wirst, will ich Dir getreulich verzehnten." Gen 29:1 Da machte sich Jakob auf den Weg und wanderte ins Land der Söhne des Ostens. Gen 29:2 Er schaute aus; da war im Feld ein Brunnen, und drei Schafherden lagerten daran; denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken. Der Stein aber über dem Brunnenloch war groß. Gen 29:3 Waren nun alle Herden dort beisammen, dann wälzte man den Stein vom Brunnenloch und tränkte die Schafe. Dann brachte man den Stein für das Brunnenloch wieder an seine Stelle. Gen 29:4 Da sprach Jakob zu ihnen: "Brüder! Wo seid ihr her?" Sie sagten: "Aus Charan." Gen 29:5 Er sprach zu ihnen: "Kennt ihr Laban, Nachors Sohn?" Sie sprachen: "Jawohl!" Gen 29:6 Er sprach zu ihnen: "Geht's ihm auch gut?" Sie sprachen: "Ja! Und da kommt gerade seine Tochter Rachel mit den Schafen." Gen 29:7 Er sprach: "Noch ist's hoch am Tag und noch zu früh, das Vieh einzutreiben. Tränket die Schafe und weidet weiter!" Gen 29:8 Sie sprachen: "Wir können es nicht, bis alle Herden beisammen sind; dann wälzt man den Stein vom Brunnenloch, und wir tränken die Schafe." Gen 29:9 Noch redete er mit ihnen, da kam Rachel mit den Schafen ihres Vaters; denn sie war Hirtin. Gen 29:10 Wie nun Jakob Rachel, die Tochter seines Mutterbruders Laban, erblickt hatte und die Schafe seines Mutterbruders Laban, da trat Jakob herzu und wälzte den Stein vom Brunnenloch und tränkte seines Mutterbruders Laban Schafe. Gen 29:11 Dann küßte Jakob die Rachel und hob laut zu weinen an. Gen 29:12 Und Jakob erzählte der Rachel, er sei ein Bruder ihres Vaters und zwar ein Sohn Rebekkas. Da lief sie und erzählte es ihrem Vater. Gen 29:13 Wie Laban solche Kunde von seinem Schwestersohne Jakob vernahm, lief er ihm entgegen, umarmte und küßte ihn und führte ihn in sein Haus; jener aber erzählte Laban die ganze Geschichte. Gen 29:14 Und Laban sprach zu ihm: "So bist du also von meinem Bein und Fleisch." Als er einen Monat lang bei ihm war. Gen 29:15 sprach Laban zu Jakob: "Wolltest du, weil du mein Bruder bist, mir umsonst dienen? Sag mir: Was soll dein Lohn sein?" Gen 29:16 Nun hatte Laban zwei Töchter; die ältere hieß Lea, die jüngere Rachel. Gen 29:17 Lea hatte glanzlose Augen, Rachel aber war schön von Gestalt und Antlitz. Gen 29:18 Und Jakob gewann Rachel lieb. Er sprach: "Ich diene dir sieben Jahre um Rachel, deine jüngere Tochter." Gen 29:19 Laban sprach: "Besser, ich gebe sie dir als einem fremden Mann. Bleib bei mir!" Gen 29:20 So diente Jakob um Rachel sieben Jahre, und sie dünkten ihm wie wenige Tage, weil er sie liebte. Gen 29:21 Dann sprach Jakob zu Laban: "Gib mir mein Weib! Denn meine Zeit ist um, daß ich sie heirate." Gen 29:22 Da lud Laban alle Männer des Ortes ein und bereitete ein Gastmahl. Gen 29:23 Als es Abend ward, nahm er seine Tochter Lea und führte sie ihm zu, und er wohnte ihr bei. Gen 29:24 Und Laban gab seine Magd Zilpa seiner Tochter Lea zur Magd. Gen 29:25 Am Morgen aber war es die Lea. Da sprach er zu Laban: "Was hast du mir da getan? Habe ich nicht um Rachel bei dir gedient? Warum hast du mich betrogen?" Gen 29:26 Laban sprach:"An unserem Ort ist's nicht der Brauch, die jüngere vor der Älteren wegzugehen. Gen 29:27 Führe mit der einen die Woche zu Ende, dann werden wir dir auch die andere geben um den Dienst von weiteren sieben Jahren bei mir." Gen 29:28 Und Jakob tat so und führte mit der einen die Woche zu Ende. Dann gab Laban ihm seine Tochter Rachel zum Weib. Gen 29:29 Und Laban gab seiner Tochter seine Magd Bilha zur Magd. Gen 29:30 So wohnte er auch Rachel bei. Er liebte aber Rachel mehr als Lea, und so diente er bei ihm andere sieben Jahre. Gen 29:31 Wie nun der Herr sah, daß Lea nicht geliebt wurde, öffnete er ihren Mutterschoß; Rachel aber blieb unfruchtbar. Gen 29:32 So empfing Lea, gebar einen Sohn und nannte ihn Ruben ("Seht! Ein Sohn"); denn sie sprach: "Gesehen hat ja der Herr mein Elend. Nun wird mein Mann mich liebgewinnen. Gen 29:33 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Gehört hat ja der Herr, daß ich ungeliebt bin. Darum gab er mir auch diesen." Und sie nannte ihn Simeon ("Hörer"). Gen 29:34 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Nun endlich wird sich mein Mann mit mir verbinden; drei Söhne habe ich ihm geboren." Darum nannte man ihn Levi ("Verbinder"). Gen 29:35 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Endlich kann ich den Herrn lobpreisen." Darum nannte sie ihn Juda ("Lobpreiser"). Danach hörte sie mit Gebären auf. Gen 30:1 Als Rachel sah, daß sie dem Jakob kein Kind gebar, ward Rachel auf ihre Schwester neidisch. Sie sprach zu Jakob: "Schaff mir Kinder! Wenn nicht, dann sterbe ich." Gen 30:2 Da ging Jakob die Geduld gegenüber Rachel aus, und er sprach: "Bin ich an Gottes Statt, der dir die Leibesfrucht versagt?" Gen 30:3 Sie sprach: "Hier ist meine Magd Bilha. Wohne ihr bei, daß sie für meinen Schoß gebäre und auch ich durch sie zu Kindern komme!" Gen 30:4 So gab sie ihm ihre Magd Bilha zum Weib, und Jakob wohnte ihr bei. Gen 30:5 Bilha ward guter Hoffnung und gebar Jakob einen Sohn. Gen 30:6 Da sprach Rachel: "Mir hat Gott Recht verschafft; auch hat er auf meine Stimme gehört und mir einen Sohn geschenkt." Deshalb nannte sie ihn Dan ("Richter"). Gen 30:7 Wieder ward Bilha, Rachels Magd, guter Hoffnung und gebar einen zweiten Sohn. Gen 30:8 Da sprach Rachel: "Gotteskämpfe habe ich gekämpft mit meiner Schwester und habe gesiegt." Und sie nannte ihn Naphtali ("Kämpfer"). Gen 30:9 Als Lea sah, daß sie aufhörte zu gebären, nahm sie ihre Magd Zilpa und gab sie Jakob zum Weib. Gen 30:10 Und Leas Magd Zilpa gebar Jakob einen Sohn. Gen 30:11 Da sprach Lea: "Glück auf!" Und sie nannte ihn Gad ("Glück"). Gen 30:12 Und Leas Magd Zilpa gebar Jakob einen zweiten Sohn. Gen 30:13 Da sprach Lea: "Heil mir! Mich preisen Töchter glücklich." Und sie nannte ihn Asser ("Heil"). Gen 30:14 Ruben ging in den Tagen der Weizenernte aus und fand auf dem Felde Liebesäpfel und brachte sie seiner Mutter Lea. Da sprach Rachel zu Lea: "Gib mir doch von deines Sohnes Liebesäpfeln!" Gen 30:15 Sie sprach zu ihr: "lst's nicht genug, daß du meinen Mann wegnimmst, mußt du nun auch noch die Liebesäpfel meines Sohnes wegnehmen?" Da sprach Rachel: "So schlafe er diese Nacht bei dir für die Liebesäpfel deines Sohnes!" Gen 30:16 Als Jakob des Abends vom Felde kam, ging Lea ihm entgegen und sprach zu ihm: "Bei mir mußt du einkehren; denn ich habe dich mir für meines Sohnes Liebesäpfel ausbedungen." Und er schlief bei ihr in jener Nacht. Gen 30:17 Und Gott erhörte Lea, und sie empfing und gebar Jakob einen fünften Sohn. Gen 30:18 Da sprach Lea: "Gott hat mir meinen Lohn für das gegeben, was ich meiner Verwandten für meinen Mann gegeben habe." Und sie nannte ihn Issakar ("Belohner"). Gen 30:19 Wieder ward Lea guter Hoffnung und gebar Jakob einen sechsten Sohn. Gen 30:20 Und Lea sprach: "Gott hat mir eine schöne Spende gespendet; diesmal bleibt mein Mann bei mir; denn sechs Söhne habe ich ihm geboren." Und sie nannte ihn Zabulon ("Spender"). Gen 30:21 Danach gebar sie eine Tochter und nannte sie Dina. Gen 30:22 Da erinnerte sich Gott der Rachel. Und Gott erhörte sie und öffnete ihr den Mutterschoß. Gen 30:23 Und sie ward guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Da sprach sie: "Weggenommen hat Gott meine Schmach." Gen 30:24 Und sie nannte ihn Joseph ("Mehrer"), indem sie sagte: "Noch einen Sohn schenkte mir der Herr!" Gen 30:25 Als Rachel den Joseph geboren hatte, sprach Jakob zu Laban: "Entlaß mich, daß ich in meine Heimat ziehe, in mein Land! Gen 30:26 Gib mir meine Weiber und meine Kinder, um die ich dir gedient! Dann gehe ich. Du kennst selbst meine Dienste, mit denen ich dir gedient." Gen 30:27 Da sprach Laban zu ihm: "Mit Vergunst! Ich hab's erraten: Deinetwegen hat der Herr mich gesegnet." Gen 30:28 Und er sprach: "Nenne deine Lohnforderung an mich, damit ich sie erfülle!" Gen 30:29 Er sprach zu ihm: "Du weißt selbst, wie ich dir gedient habe und was aus deinem Viehstand bei mir geworden ist. Gen 30:30 Denn wenig ist es gewesen, was du vor mir hattest. Dann aber mehrte es sich in Fülle. So hat dich der Herr nach meiner Ankunft gesegnet. Nun aber, wann soll ich für meinen Hausstand sorgen?" Gen 30:31 Er sprach: "Was soll ich dir geben?" Da sprach Jakob: "Gar nichts sollst du mir geben. Gewährst du mir folgendes, dann will ich aufs neue deine Schafe sorgsam weiden. Gen 30:32 Ich gehe heute alle deine Schafe durch. Entferne daraus jegliches gesprenkelte und gescheckte Stück! Dann ist jedes Schwarze bei den Lämmern und alles Scheckige und Gesprenkelte bei den Ziegen mein Lohn. Gen 30:33 Dann zeugt meine Ehrlichkeit in Zukunft für mich vor dir, kommst du, mich zu belohnen. Was nicht gesprenkelt und nicht scheckig bei den Ziegen und was nicht schwarz bei Lämmern ist, gelte bei mir als gestohlen!" Gen 30:34 Und Laban sprach: "Es sei, wie du gesagt!" Gen 30:35 So sonderte er am selben Tage die gestreiften und scheckigen Böcke ab, alle gesprenkelten und scheckigen Ziegen, alles, woran Weiß war, und alles Schwarze bei den Lämmern und übergab es seinen Söhnen. Gen 30:36 Dann ließ er einen Zwischenraum von drei Tagereisen zwischen sich und Jakob; Jakob aber weidete Labans übriges Vieh. Gen 30:37 Da holte Jakob frische Stäbe von Pappeln, Mandelbäumen und Platanen und schälte daran weiße Streifen heraus, das Weiße an den Stäben bloßlegend. Gen 30:38 Dann stellte er die geschälten Stäbe in die Tränkrinnen, in die Wasserrinnen, wohin die Tiere zur Tränke kamen, gerade vor die Tiere hin. Sie waren aber in Brunst, als sie zur Tränke kamen. Gen 30:39 So begatteten sich die Tiere vor den Stäben. Dann warfen die Tiere gestreifte, gesprenkelte und scheckige Junge. Gen 30:40 Die Lämmer aber sonderte Jakob ab. So machte er die besten Tiere in Labans Herden zu gestreiften und ganz schwarzen Stücken und legte sich besondere Herden an, die er nicht zu Labans Herden tat. Gen 30:41 Sooft fortan die Brunstzeit der kräftigen Tiere kam, legte Jakob die Stäbe den Tieren vor Augen in die Rinnen, auf daß sie sich vor den Stäben begatteten. Gen 30:42 Waren aber die Tiere schwächlich, dann legte er sie nicht hin. So fielen die schwächlichen dem Laban zu, die kräftigen Jakob. Gen 30:43 So ward der Mann ohne Maßen reich und kam zu viel Vieh, zu Mägden und Knechten, Kamelen und Eseln. Gen 31:1 Er vernahm aber die Reden der Labansöhne, die sagten: "Jakob bringt die ganze Habe unseres Vaters an sich; von dem, was unseres Vaters war, hat er all diesen Reichtum geschaffen." Gen 31:2 Jakob sah auch an Labans Angesicht, daß er nicht mehr so wie früher gegen ihn war. Gen 31:3 Da sprach der Herr zu Jakob: "Kehr in deiner Väter Land zurück, zu deiner Verwandtschaft! Ich will mit dir sein." Gen 31:4 Da sandte Jakob und rief Rachel und Lea aufs Feld zu seiner Herde. Gen 31:5 Er sprach zu ihnen: "Ich sehe an eures Vaters Angesicht, daß er zu mir nicht mehr so ist wie früher, und doch ist meines Vaters Gott mit mir. Gen 31:6 Ihr wißt aber, daß ich mit all meiner Kraft eurem Vater gedient habe. Gen 31:7 Doch euer Vater hat mich betrogen und mir den Lohn zehnmal geändert. Aber Gott hat ihm nicht verstattet, mich zu schädigen. Gen 31:8 Sprach er: 'Die Gesprenkelten seien dein Lohn!', dann warfen alle Tiere Gesprenkelte. Und sprach er: 'Die Gestreiften seien dein Lohn!', dann warfen alle Tiere Gestreifte. Gen 31:9 So entzog Gott das Vieh eurem Vater und gab es mir. Gen 31:10 Es war in der Brunstzeit der Tiere, da erhob ich meine Augen und sah im Traum, wie die Böcke die Schafe bespringen, gestreift, gesprenkelt und gescheckt. Gen 31:11 Und Gottes Engel sprach zu mir im Traum: 'Jakob!' Ich sprach: 'Hier bin ich.' Gen 31:12 Er sprach: 'Hebe deine Augen und sieh: Alle Böcke, die die Schafe bespringen, sind gestreift, gesprenkelt und gescheckt. Ich sehe ja alles, was Laban dir tut. Gen 31:13 Ich bin der Herr, der Gott von Betel, wo du ein Steinmal gesalbt und mir ein Gelübde gemacht. Nun auf! Zieh aus diesem Land und kehr in dein Heimatland zurück!"' Gen 31:14 Da antworteten Rachel und Lea und sprachen zu ihm: "Haben wir noch Teil und Erbe im Hause unseres Vaters? Gen 31:15 Gelten wir ihm nicht als Fremde? Er hat uns ja verhandelt. Soll er auch unseren Erlös verzehren dürfen? Gen 31:16 Ja, all der Reichtum, den Gott unserem Vater entzogen, gehört uns und unseren Kindern. Tu also ganz, wie Gott zu dir gesagt!" Gen 31:17 Da erhob sich Jakob, hob seine Kinder und Weiber auf die Kamele Gen 31:18 und führte all sein Vieh weg und all seine Habe, die er erworben, das Vieh seines Besitzes, das er zu Paddan Aram erworben, um zu seinem Vater Isaak ins Land Kanaan zu ziehen. Gen 31:19 Während Laban ging, seine Schafe zu scheren, stahl Rachel ihres Vaters Teraphim. Gen 31:20 Jakob aber überlistete Laban, den Aramäer; durch nichts hatte er ihn ahnen lassen, daß er fliehen wollte. Gen 31:21 So floh er mit all seiner Habe. Er brach auf und setzte über den Strom und nahm die Richtung auf das Gebirge Gilead. Gen 31:22 Am dritten Tage bekam Laban die Kunde, Jakob sei entflohen. Gen 31:23 Da nahm er seine Brüder mit, verfolgte ihn sieben Tagereisen und holte ihn auf dem Gebirge Gilead ein. Gen 31:24 Da kam Gott zu Laban, dem Aramäer, nachts im Traum und sprach zu ihm: "Hüte dich, mit Jakob herausfordernd zum Bösen zu reden!" Gen 31:25 Als Laban Jakob erreichte, hatte Jakob auf dem Berge sein Zelt aufgeschlagen; Laban aber schlug es mit seinen Brüdern auf dem Gebirge Gilead auf. Gen 31:26 Und Laban sprach zu Jakob: "Was hast du getan, daß du mich überlistet und meine Töchter wie Kriegsgefangene fortgeführt hast? Gen 31:27 Warum bist du heimlich geflohen und hast mich bestohlen? Warum hast du's mir nicht kundgetan? Dann hätte ich dir mit Jauchzen und Singen, mit Pauken und Zithern das Geleite gegeben. Gen 31:28 Warum hast du mich nicht zum Abschied meine Enkel und meine Töchter küssen lassen? Nun, du hast recht töricht gehandelt. Gen 31:29 Ich habe die Macht, euch übel zu tun. Aber deines Vaters Gott hat gestern Nacht zu mir gesprochen: 'Hüte dich, mit Jakob herausfordernd zum Bösen zu reden!' Gen 31:30 Nun bist du eben fortgezogen, weil du dich nach deinem Vaterhause gesehnt hast. Warum hast du aber meine Götter gestohlen?" Gen 31:31 Da antwortete Jakob und sprach zu Laban: "Wohl! Ich habe Angst gehabt, weil ich gedacht habe, du könntest deine Töchter mir entreißen. Gen 31:32 Bei wem du aber deine Götter findest, der soll nicht länger leben. Erkennst du im Beisein unserer Brüder etwas als dein eigen, dann nimm es an dich!" Jakob aber wußte nicht, daß Rachel sie gestohlen hatte. Gen 31:33 So kam Laban in Jakobs und in Leas Zelt sowie in das Zelt der beiden Mägde, fand aber nichts; dann ging er aus Leas Zelt und kam in das der Rachel. Gen 31:34 Rachel aber hatte die Teraphim genommen und legte sie in die Kamelsänfte und setzte sich auf sie. Laban durchstöberte das ganze Zelt, fand aber nichts. Gen 31:35 Da sprach sie zu ihrem Vater: "Sei nicht böse, mein Herr, daß ich vor dir nicht aufstehe! Mir ergeht es nach Weiberart." So suchte er, fand aber die Teraphim nicht. Gen 31:36 Da ward Jakob zornig und schalt Laban. Und Jakob hob an und sprach zu Laban: "Was ist mein Verbrechen? Was mein Vergehen, daß du hinter mir herhetzest Gen 31:37 und mir all mein Gerät durchstöberst? Was hast du von all deinem Hausrat gefunden? Leg's her vor meine und vor deine Brüder, daß sie zwischen uns entscheiden! Gen 31:38 Zwanzig Jahre bin ich so bei dir gewesen. Deine Mutterschafe und -ziegen haben nie einen Fehlwurf, und nie habe ich deiner Herde Widder verzehrt. Gen 31:39 Zerrissenes habe ich nie vor dich bringen dürfen; ich mußte es ersetzen; von mir fordertest du es. So bin ich betrogen worden bei Tag und bei Nacht. Gen 31:40 So ist es mir ergangen: Bei Tage hat mich die Hitze gefressen und der Frost bei Nacht. Meine Augen floh der Schlaf. Gen 31:41 Volle zwanzig Jahre habe ich so in deinem Hause dir gedient, vierzehn Jahre um deine beiden Töchter und sechs um deine Schafe, und zehnmal ändertest du meinen Lohn. Gen 31:42 Hätte ich nicht meines Vaters Gott gehabt, den Gott Abrahams und Isaaks Schrecken, leer hättest du mich ziehen lassen. Mein Abplagen und meiner Hände Mühen hat aber Gott gesehen und gestern nacht hat er entschieden." Gen 31:43 Da erwiderte Laban und sprach zu Jakob: "Mein sind die Töchter, mein die Kinder, mein das Vieh, und alles, was du siehst, gehört mir, also meinen Töchtern. Was könnte ich heute diesen tun oder ihren Kindern, die sie geboren haben? Gen 31:44 Nun komm! Wir wollen einen Bund miteinander schließen. Der Herr sei Zeuge zwischen mir und dir!" Gen 31:45 Und Jakob nahm einen Stein und richtete ihn als Steinmal auf. Gen 31:46 Jakob aber sprach zu seinen Brüdern: "Sammelt Steine!" Da nahmen sie Steine und machten einen Wall. Und sie aßen dort auf dem Wall. Gen 31:47 Laban nannte ihn Jegar Sahaduta ("Steinhaufen des Zeugnisses"), und Jakob nannte ihn Galed ("Zeugenwall"). Gen 31:48 Da sprach Laban: "Dieser Wall ist heute Zeuge zwischen mir und dir." Deshalb nannte er ihn Galed ("Zeugenwall"). Gen 31:49 Auch Mispa ("Wache"), weil er sagte: "Der Herr wache zwischen mir und dir, wenn wir einander ferne sind. Gen 31:50 Ob du meine Töchter schlecht behandelst oder ob du noch andere Weiber zu meinen Töchtern nimmst, ist auch kein Mensch bei uns, bedenke: Zwischen mir und dir ist ein Gott Zeuge!" Gen 31:51 Ferner sprach Laban zu Jakob: "Hier dieser Wall und dieses Steinmal, das ich errichte zwischen mir und dir: Gen 31:52 Dieser Wall sei Zeuge und Zeuge dieses Steinmal! Ich darf diesen Wall zu dir nicht überschreiten, noch darfst du diesen Wall und dieses Steinmal zu mir überschreiten in böser Absicht. Gen 31:53 Zwischen uns richte der Gott Abrahams und Nachors Gott, der Gott ihrer Väter!" Da schwur Jakob beim Schrecken seines Vaters Isaak. Gen 31:54 Dann schlachtete Jakob ein Schlachtopfer auf dem Berg und lud seine Brüder ein, das Mahl zu halten. Da hielten sie das Mahl und nächtigten auf dem Berg. Gen 31:55 (32:1) Frühmorgens aber küßte Laban seine Enkel und seine Töchter und segnete sie. Dann brach Laban auf und kehrte heim. Gen 32:1 (32:2) Auch Jakob zog seines Wegs; da stießen Gottes Engel auf ihn. Gen 32:2 (32:3) Jakob sprach, als er sie sah: "Dies ist Gottes Heerlager", und er nannte diesen Ort Machanaim ("Doppellager"). Gen 32:3 (32:4) Jakob sandte nun Boten voraus an seinen Bruder Esau ins Land Seïr, in Edoms Gefilde. Gen 32:4 (32:5) Er trug ihnen folgendes auf: "So sollt ihr sprechen: 'Meinem Herrn Esau läßt dein Sklave Jakob also melden: Bei Laban war ich zu Gast und verzögerte mich bis jetzt. Gen 32:5 (32:6) Ich kam aber zu Rindern und Eseln, zu Schafen, Sklaven und Mägden. Und so wollte ich es meinem Herrn melden lassen, um Huld bei dir zu finden.'" Gen 32:6 (32:7) Die Boten kehrten zu Jakob zurück und meldeten: "Zu deinem Bruder Esau sind wir gekommen, aber schon zieht er dir entgegen mit vierhundert Mann." Gen 32:7 (32:8) Da geriet Jakob in große Furcht und Bangigkeit. Dann teilte er die Leute bei sich sowie die Schafe, Rinder und Kamele in zwei Lager. Gen 32:8 (32:9) Er dachte nämlich: Kommt Esau über das eine Lager und schlägt es, dann kann das andere Lager entrinnen. Gen 32:9 (32:10) Und Jakob sprach: "Gott meines Vaters Abraham! Gott meines Vaters Isaak! Herr, der du zu mir sprachst: 'Kehr in dein Land zurück, zu der Verwandtschaft! Ich will dir wohltun', Gen 32:10 (32:11) nicht wert bin ich all der Liebe und Treue, die du deinem Diener erwiesen. Denn nur mit meinem Stock habe ich diesen Jordan überschritten, und jetzt besitze ich zwei Lager. Gen 32:11 (32:12) Ach, rette mich aus meines Bruders Esau Hand! Ich fürchte mich vor ihm. Daß er nicht komme und mich schlage, die Mutter samt den Kindern! Gen 32:12 (32:13) Du aber hast gesprochen: 'Ich will dir reichlich wohltun; dann mache ich wie Sand am Meere deinen Stamm, vor Menge nicht zu zählen.'" Gen 32:13 (32:14) Er blieb nun dort in jener Nacht; dann nahm er aus dem, was ihm zur Hand war, ein Geschenk für seinen Bruder Esau, Gen 32:14 (32:15) 200 Ziegen, 20 Böcke, 200 Mutterschafe und 20 Widder, Gen 32:15 (32:16) 30 säugende Kamele mit ihren Füllen, 40 junge Kühe, 10 junge Stiere, 20 Eselinnen und 10 Eselsfüllen. Gen 32:16 (32:17) Er übergab diese seinen Knechten, jede Herde besonders, und sprach zu seinen Knechten: "Ziehet mir voraus und laßt jedesmal einen Zwischenraum zwischen den Herden!" Gen 32:17 (32:18) Und er wies den vordersten an: "Wenn mein Bruder Esau auf dich stößt und dich fragt: 'Wessen bist du? Wohin Willst du? Wessen sind diese da vor dir?', Gen 32:18 (32:19) so sprich: 'Deines Sklaven Jakob Geschenke sind sie, abgeschickt für Esau, meinen Herrn. Er selber folgt uns auf dem Fuße nach.'" Gen 32:19 (32:20) Ebenso wies er den zweiten, den dritten und alle übrigen an, die die Herden trieben, und sprach: "Genauso sollt ihr zu Esau sprechen, wenn ihr ihn treffet. Gen 32:20 (32:21) Ihr sollt sagen: 'Auch dein Sklave Jakob folgt uns auf dem Fuß!'" Er dachte nämlich: Ablenken will ich seine Aufmerksamkeit durch das Geschenk, das mir vorausgeht; erst dann trete ich ihm vor die Augen. Vielleicht nimmt er mich gnädig auf. Gen 32:21 (32:22) So ging ihm das Geschenk voraus; er selber nächtigte in jener Nacht zu Machanaim. Gen 32:22 (32:23) In derselben Nacht stand er auf, nahm seine beiden Weiber, seine beiden Mägde und seine elf Kinder und führte sie über die Jabbokfurt. Gen 32:23 (32:24) Er nahm sie und führte sie über den Fluß und brachte alles, was er hatte, hinüber. Gen 32:24 (32:25) Jakob blieb allein zurück; da rang mit ihm ein Mann bis zum Anbruch der Morgenröte. Gen 32:25 (32:26) Und als er sah, daß er ihn nicht überwände, rührte er an seine Hüftpfanne, und Jakobs Hüftpfanne ward verrenkt, als er mit ihm rang. Gen 32:26 (32:27) Dann sprach er: "Laß mich los! Die Morgenröte bricht an." Er sprach: "Ich lasse dich nicht los, bevor du mich segnest." Gen 32:27 (32:28) Er sprach zu ihm: "Wie heißest du?" Er sprach: "Jakob." Gen 32:28 (32:29) Da sprach er: "Fortan sollst du nicht Jakob heißen, sondern Israel. Du hast mit Gott gekämpft, und so trägst du den Sieg davon auch über Menschen." Gen 32:29 (32:30) Da bat Jakob und sprach: "Tu auch deinen Namen kund!" Er sprach: "Warum doch fragst du mich nach meinem Namen?" Und er segnete ihn dort. Gen 32:30 (32:31) Jakob nannte den Ort Penuël ("Gottes Antlitz"): "Ich habe Gott geschaut von Angesicht zu Angesicht und kam mit dem Leben davon." Gen 32:31 (32:32) Die Sonne strahlte ihm auf, als er an Penuël vorüberzog; er aber hinkte an seiner Hüfte. Gen 32:32 (32:33) Darum sollen Israels Söhne bis auf diesen Tag keine Sehne des Schenkels essen, der auf der Hüftpfanne läuft, weil er Jakobs Hüftpfanne, die Sehne des Schenkels, berührt hat. Gen 33:1 Jakob aber erhob seine Augen und schaute; da kam Esau mit 400 Mann. Da verteilte er die Kinder auf Lea, Rachel und die beiden Mägde. Gen 33:2 Und zwar stellte er die Mägde und ihre Kinder voran, dahinter Lea mit ihren Kindern und ganz hinten Rachel und Joseph. Gen 33:3 Er selbst ging ihnen voraus und neigte sich siebenmal zur Erde, bis er zu seinem Bruder kam. Gen 33:4 Da lief ihm Esau entgegen, umarmte ihn, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Und sie weinten. Gen 33:5 Dann erhob er seine Augen, sah die Weiber mit den Kindern und sprach: "Was sind diese da bei dir?" Er sprach: "Das sind die Kinder, die Gott deinem Sklaven geschenkt hat." Gen 33:6 Da traten die Mägde mit ihren Kindern herzu und verneigten sich. Gen 33:7 Auch Lea und ihre Kinder traten herzu und verneigten sich. Danach traten Joseph und Rachel herzu und verneigten sich. Gen 33:8 Er sprach: "Was soll dir dies ganze Lager, auf das ich gestoßen bin?" Er sprach: "Auf daß ich Gnade finde bei meinem Herrn!" Gen 33:9 Da sprach Esau: "Ich habe übergenug, mein Bruder. Behalte, was dir gehört!" Gen 33:10 Jakob sprach: "Nicht doch! Habe ich in deinen Augen Gnade gefunden, dann mußt du meine Gabe von mir annehmen. Denn ich habe dein Antlitz gesehen, so, wie ich Gottes Antlitz sah, und du nahmst mich zu Gnaden an. Gen 33:11 Nimm doch mein Grußgeschenk, das dir dargebracht ward! Denn Gott hat mich begnadet, und ich habe vollauf." So drang er in ihn, bis er es nahm. Gen 33:12 Dann sprach er: "Laßt uns aufbrechen und weiterziehen! Ich halte gleichen Schritt mit dir." Gen 33:13 Er aber sprach zu ihm: "Mein Herr sieht selber, daß die Kinder zart sind, und säugende Schafe und Kinder stehen in meiner Obhut. Wollte ich sie einen Tag über Gebühr anstrengen, dann stürbe die ganze Herde. Gen 33:14 So ziehe mein Herr doch vor seinem Sklaven her! Ich ziehe gemächlich weiter, im Schritte des Viehstands vor mir und im Schritte der Kinder, bis ich zu meinem Herrn nach Seïr komme!" Gen 33:15 Da sprach Esau: "So will ich wenigstens bei dir einen Teil meiner Leute lassen." Er aber sprach: "Wozu? Möchte ich nur Huld bei meinem Herrn finden!" Gen 33:16 So kehrte Esau an jenem Tag nach Seïr zurück. Gen 33:17 Jakob aber zog nach Sukkot weiter und baute sich ein Haus, seinem Vieh aber machte er Laubhütten. Daher nennt man den Ort Sukkot ("Hütten"). Gen 33:18 Und Jakob kam in friedlicher Gesinnung nach der Stadt Sichem im Lande Kanaan auf seiner Fahrt aus Paddan Aram und lagerte östlich von der Stadt. Gen 33:19 Er kaufte das Stück Feld, wo er sein Zelt gespannt, von den Söhnen Chamors, des Herrn von Sichem, um 100 Beutel. Gen 33:20 Und er stellte dort einen Altar auf und pries bei ihm den Gott Israels. Gen 34:1 Einst ging Dina, Leas Tochter, die sie Jakob geboren, aus, sich unter des Landes Töchtern sehen zu lassen. Gen 34:2 Da erblickte sie Sichem, der Sohn des chiwitischen Landesfürsten Chamor, entführte sie, wohnte ihr bei und tat ihr Gewalt an. Gen 34:3 Er aber hängte sich mit ganzer Seele an Jakobs Tochter Dina und gewann das Mädchen lieb. So redete er dem Mädchen zu Herzen. Gen 34:4 Und Sichem sprach zu seinem Vater Chamor also: "Freie dies Kind mir zum Weibe!" Gen 34:5 Jakob aber hatte vernommen, man habe seine Tochter Dina geschändet. Seine Söhne aber waren mit seinem Vieh auf dem Felde gewesen. So hatte Jakob bis zu ihrer Rückkehr geschwiegen. Gen 34:6 Da ging Sichems Vater Chamor zu Jakob, mit ihm Rücksprache zu nehmen. Gen 34:7 Die Söhne Jakobs aber waren sofort vom Felde heimgekommen, als sie davon gehört hatten. Die Männer waren erbittert und in heftigem Zorn; denn eine Schandtat hatte er an Israel begangen, daß er Jakobs Tochter beschlief. Solches durfte nicht geschehen! Gen 34:8 Chamor aber redete mit ihnen also: "Mein Sohn Sichem hat sein Herz an eure Tochter gehängt. Gebt sie ihm doch zum Weibe! Gen 34:9 Verschwägert euch mit uns! Eure Töchter gebt ihr uns und nehmt euch unsere Töchter! Gen 34:10 Dann bleibt ihr bei uns wohnen. Das Land steht euch offen. Bleibt da und zieht umher und siedelt darin!" Gen 34:11 Und Sichem sprach zu ihrem Vater und ihren Brüdern: "Möchte ich Gnade in euren Augen finden! Was ihr auch von mir fordert, ich gebe es. Gen 34:12 Fordert noch soviel Kaufgeld und Geschenke von mir, ich will's geben, wie ihr's von mir fordert. Nur gebt das Mädchen mir zum Weibe." Gen 34:13 Da antworteten Jakobs Söhne Sichem und seinem Vater Chamor arglistig; das Wort aber führten die, deren Vollschwester Dina er geschändet hatte. Gen 34:14 Sie sprachen zu ihm: "Wir können dies nicht tun, unsere Schwester einem unbeschnittenen Mann geben. Denn dies gilt uns als schmachvoll. Gen 34:15 Doch unter der Bedingung willfahren wir euch, wenn ihr werdet wie wir, insofern alles Männliche bei euch beschnitten wird. Gen 34:16 Dann geben wir euch unsere Töchter und nehmen uns eure Töchter und wohnen bei euch und werden so ein Volk. Gen 34:17 Wollt ihr aber wegen der Beschneidung nicht auf uns hören, dann nehmen wir unsere Tochter und gehen." Gen 34:18 Und der Vorschlag gefiel Chamor, ebenso Chamors Sohne Sichem. Gen 34:19 Der Jüngling aber zauderte nicht, dies zu veranlassen; denn er hatte Gefallen an Jakobs Tochter. Auch war er im ganzen Hause seines Vaters der Angesehenste. Gen 34:20 So kamen Chamor und sein Sohn Sichem zum Tor ihrer Stadt und redeten also zu den Männern ihrer Stadt: Gen 34:21 "Friedlich gesinnt sind uns diese Männer. Sie sollen im Lande wohnen und darin verkehren, hat doch das Land nach allen Seiten Raum für sie. Wir wollen ihre Töchter uns zu Weibern nehmen und ihnen unsere Töchter geben. Gen 34:22 Doch einzig unter der Bedingung wollen diese Männer bei uns wohnen bleiben und ein Volk werden, wenn sich alles Männliche bei uns beschneidet, wie sie beschnitten sind. Gen 34:23 Werden ihre Herden aller Art und all ihr Vieh uns nicht von Nutzen sein? So wollen wir ihnen willfahren, daß sie bei uns wohnen bleiben." Gen 34:24 Da hörten auf Chamor und seinen Sohn Sichem alle, die zum Tore seiner Stadt hinausziehen konnten, und alle Männer, die zum Tore seiner Stadt hinausziehen konnten, ließen sich beschneiden. Gen 34:25 Aber am dritten Tage, als sie wundkrank waren, griffen die beiden Jakobssöhne, Simeon und Levi, Dinas Brüder, jeder nach seinem Schwert, überfielen dreist die Stadt und erschlugen jede Mannesperson. Gen 34:26 Auch Chamor und seinen Sohn Sichem schlugen sie mit des Schwertes Schärfe, dann holten sie Dina aus Sichems Hause. Gen 34:27 Dann zogen auch die anderen Jakobssöhne aus, kamen über die Erschlagenen und plünderten die Stadt, weil sie ihre Schwester geschändet hatten. Gen 34:28 Sie nahmen ihre Schafe, Rinder, Esel, was in der Stadt und draußen war. Gen 34:29 All ihre Habe und all ihre Kinder und ihre Weiber erbeuteten sie; und plünderten alles, was in den Häusern war. Gen 34:30 Da sprach Jakob zu Simeon und Levi: "Ihr habt mich verstört. Ihr macht mich bei des Landes Bewohnern, den Kanaanitern und den Perizitern, verhaßt, und doch habe ich nur wenige ohnmächtige Wichte. Rotten sie sich gegen mich zusammen, dann schlagen sie mich, und ich werde mit meinem Haus vernichtet." Gen 34:31 Sie sprachen: "Durfte man denn unsere Schwester wie eine Dirne behandeln?" Gen 35:1 Gott sprach zu Jakob: "Auf! Hin nach Betel, bleib dort und baue dort einen Altar dem Gott, der dir erschienen ist, als du vor deinem Bruder Esau bist geflohen." Gen 35:2 Da sprach Jakob zu seiner Familie und allen anderen bei ihm: "Werft die fremden Götter bei euch weg! Reinigt euch und bessert eure Kleider aus! Gen 35:3 Wir wollen uns aufmachen und nach Betel ziehen! Dort will ich einen Altar bauen dem Gott, der mich an meinem Nottag erhört und mit mir auf dem Weg gewesen, den ich gegangen bin." Gen 35:4 Da gaben sie Jakob alle fremden Götter aus ihrem Besitz, samt ihren Ohrringen, und Jakob vergrub sie unter der Terebinthe bei Sichem. Gen 35:5 Dann brachen sie auf. Aber ein Gottesschrecken fiel auf die Städte ringsum; da verfolgten sie nicht die Jakobssöhne. Gen 35:6 So kam Jakob nach Luz im Land Kanaan, das ist Betel, er und all die Leute bei ihm. Gen 35:7 Er baute dort einen Altar und rief bei dem Orte den Gott von Betel an; denn hier hatten sich ihm die göttlichen Mächte geoffenbart, als er vor seinem Bruder floh. Gen 35:8 Da starb Rebekkas Amme Debora. Sie ward unterhalb Betels unter der Eiche begraben; man nannte sie Klageeiche. Gen 35:9 Und Gott erschien nochmals Jakob nach seiner Rückkehr aus Paddan Aram und segnete ihn. Gen 35:10 Und Gott sprach zu ihm: "Du heißest Jakob; fortan sollst du nicht Jakob heißen, nein, Israel soll nun dein Name sein!" Daher nannte man ihn Israel. Gen 35:11 Und Gott sprach zu ihm: "Gott bin ich, der Allmächtige. Sei fruchtbar, mehre dich! Ein Volk, ja Völkerscharen sollen dir entstammen und Könige aus deinen Lenden sprossen! Gen 35:12 Das Land, das ich gegeben Abraham und Isaak, gebe ich dir. Auch deinem Stamm nach dir verleihe ich das Land." Gen 35:13 Und Gott fuhr von ihm an der Stätte auf, wo er mit ihm geredet hatte. Gen 35:14 Da errichtete Jakob ein Mal an dem Ort, wo er mit ihm geredet, ein Steinmal, und goß darauf ein Trankopfer und schüttete Öl darüber. Gen 35:15 Und Jakob nannte die Stätte, wo Gott mit ihm geredet, Betel ("Gotteshaus"). Gen 35:16 Sie zogen von Betel weiter. Es war aber noch ziemlich weit nach Ephrat; da mußte Rachel gebären, und sie bekam eine schwere Geburt. Gen 35:17 Als ihr die Geburt so schwer ward, sprach die Geburtshelferin zu ihr: "Sei getrost! Du hast auch diesmal einen Sohn." Gen 35:18 Als ihr aber der Lebenshauch entfloh, denn sie mußte sterben, nannte sie ihn Ben Oni ("Mein Schmerzenskind"); sein Vater aber hieß ihn Benjamin ("Glückskind"). Gen 35:19 So starb Rachel. Sie ward am Weg nach Ephrat, das ist Bethlehem, begraben. Gen 35:20 Jakob stellte auf ihrem Grab ein Steinmal auf. Das ist das Steinmal am Rachelgrab bis auf diesen Tag. Gen 35:21 Israel zog weiter und spannte sein Zelt jenseits vom Herdenturm auf. Gen 35:22 Während Israel in dieser Gegend wohnte, ging Ruben hin und beschlief seines Vaters Nebenweib Bilha, und Israel vernahm es. Die Jakobssöhne waren aber ihrer zwölf. Gen 35:23 Die Leasöhne waren Jakobs Erstgeborener Ruben, Simeon, Levi, Juda, Issakar und Zabulon. Gen 35:24 Die Rachelsöhne waren Joseph und Benjamin. Gen 35:25 Die Söhne Bilhas, der Magd der Rachel, waren Dan und Naphtali. Gen 35:26 Und die Söhne Zilpas, der Magd der Lea, waren Gad und Asser; dies sind die Jakobssöhne, die ihm zu Paddan Aram geboren sind. Gen 35:27 Jakob kam nun zu seinem Vater Isaak nach Mamre bei Kirjat Arba, das ist Hebron, wo Abraham und Isaak als Gäste geweilt hatten. Gen 35:28 Und Isaaks Lebensdauer betrug 180 Jahre, Gen 35:29 da verschied Isaak. Er starb und ward zu seinen Stammesgenossen versammelt, alt und lebenssatt. Ihn begruben seine Söhne Esau und Jakob. Gen 36:1 Das ist die Geschlechterfolge Esaus, das ist Edoms: Gen 36:2 Esau nahm seine Weiber aus den Töchtern Kanaans: Ada, die Tochter des Chittiters Elon, und Oholibama, die Tochter Anas, der Tochter des Choriters Sibon, Gen 36:3 und Basemat, die Tochter Ismaels und Schwester Nebajots. Gen 36:4 Ada gebar dem Esau den Eliphaz; Basemat aber hatte den Reguel geboren Gen 36:5 und Oholibama den Jëus, Jalam und Korach. Dies sind die Esausöhne, die im Lande Kanaan geboren sind. Gen 36:6 Esau nahm seine Weiber, Söhne und Töchter, überhaupt alle Seelen seines Hauses und seine Herde, all sein Vieh und seine ganze Habe, die er sich im Lande Kanaan erworben hatte, und zog in ein anderes Land, fort von seinem Bruder Jakob. Gen 36:7 Denn ihr Besitz war zu groß geworden zum Beisammenbleiben, und das Land, in dem sie als Gäste weilten, hatte wegen ihrer Herden für sie nicht ausgereicht. Gen 36:8 So ließ sich Esau auf dem Gebirge Seïr nieder: Esau ist Edom. Gen 36:9 Das ist die Geschlechterfolge Esaus, des Vaters von Edom, auf dem Gebirge Seïr. Gen 36:10 Dies sind die Namen der Söhne Esaus: Eliphaz, der Sohn der Ada, des Weibes Esaus, und Reguel, der Sohn der Basemat, des Weibes Esaus. Gen 36:11 Die Söhne des Eliphaz waren Teman, Omar, Sepho, Gatam und Kenaz. Gen 36:12 Timna aber war ein Nebenweib des Esausohnes Eliphaz, und sie gebar dem Eliphaz den Amalek. Dies sind die Söhne der Ada, des Weibes Esaus. Gen 36:13 Und dies sind die Söhne Reguels. Nachat, Zerach, Samma und Mizza. Dies waren die Söhne der Basemat, des Weibes Esaus. Gen 36:14 Und dies waren die Söhne der Oholibama, der Tochter Anas, der Tochter Sibons und des Weibes Esaus: Sie gebar dem Esau den Jëus, den Jalam und den Korach. Gen 36:15 Dies sind die Häuptlinge der Söhne Esaus. Die Söhne des Erstgeborenen Esaus, Eliphaz, waren der Häuptling Teman, der Häuptling Omar, der Häuptling Sepho und der Häuptling Kenaz, Gen 36:16 der Häuptling Korach, der Häuptling Gatam und der Häuptling Amalek. Dies sind die Häuptlinge des Eliphaz im Lande Edom; dies sind die Söhne der Ada. Gen 36:17 Und dies sind die Söhne des Esausohnes Reguel: der Häuptling Nachat, der Häuptling Zerach, der Häuptling Samma und der Häuptling Mizza; dies sind die Häuptlinge Reguels im Lande Edom; dies sind die Söhne Basemats, des Weibes Esaus. Gen 36:18 Und dies sind die Söhne der Oholibama, des Weibes Esaus: der Häuptling Jëus, der Häuptling Jalam und der Häuptling Korach; dies sind die Häuptlinge der Oholibama, der Tochter Anas und des Weibes Esaus. Gen 36:19 Dies sind die Söhne Esaus und dies ihre Häuptlinge: das ist Edom. Gen 36:20 Dies sind die Söhne des Choriters Seïr, die Einwohner des Landes: Lotan, Sobal, Sibon und Ana, Gen 36:21 Dison, Eser und Disan; dies sind die Häuptlinge der Choriter, der Söhne Seïrs im Lande Edom. Gen 36:22 Die Söhne Lotans waren Chori und Hemam, und Lotans Schwester war Timna. Gen 36:23 Und dies sind die Söhne Sobals: Alwan, Manachat, Ebal, Sepho und Onam. Gen 36:24 Und dies sind die Söhne Sibons: Ajja und Ana; das ist der Ana, der die Ungeheuer in der Wüste angetroffen hat, als er seinem Vater Sibon die Esel weidete. Gen 36:25 Und dies sind die Söhne Anas: Dison, und Oholibama war die Tochter des Ana. Gen 36:26 Und dies sind die Söhne des Disan, Chemdan, Esban, Jitran und Keran.. Gen 36:27 Dies sind die Söhne des Eser: Bilhan, Zaawan und Akan. Gen 36:28 Dies sind die Söhne Disans: Uz und Aram. Gen 36:29 Dies sind die Häuptlinge der Choriter: der Häuptling Lotan, der Häuptling Sobal, der Häuptling Sibon und der Häuptling Ana, Gen 36:30 der Häuptling Dison, der Häuptling Eser, der Häuptling Disan; dies sind die Häuptlinge der Choriter nach ihren Geschlechtern im Lande Seïr. Gen 36:31 Dies sind die Könige, die im Lande Edom geherrscht haben, bevor ein König über Israels Söhne herrschte. Gen 36:32 König über Edom war Bela, Beors Sohn, und seine Stadt hieß Dinhaba. Gen 36:33 Als Bela starb, ward an seiner Statt König Jobab, Zerachs Sohn, aus Bosra. Gen 36:34 Als Jobab starb, ward an seiner Statt König Chusam aus dem Land der Temaniter. Gen 36:35 Als Chusam starb, ward an seiner Statt König Bedads Sohn Hadad, der die Midianiter auf Moabs Gefilden schlug, und seine Stadt hieß Awit. Gen 36:36 Als Hadad starb, ward an seiner Statt Samla aus Masreka König. Gen 36:37 Als Samla starb, ward an seiner Statt Saul aus Nechobot am Strome König. Gen 36:38 Als Saul starb, ward an seiner Statt Baalchanan aus Akbor König. Gen 36:39 Als Baalchanan aus Akbor starb, ward an seiner Statt Hadad König, und seine Stadt hieß Pau und sein Weib Mehetabel, die Tochter Matreds, der Tochter von Mezahab. Gen 36:40 Dies sind die Namen der Häuptlinge Esaus nach ihren Geschlechtern, ihren Ortschaften und Namen: der Häuptling Timna, der Häuptling Alwa, der Häuptling Jetet, Gen 36:41 der Häuptling Oholibama, der Häuptling Ela, der Häuptling Pinon, Gen 36:42 der Häuptling Kenaz, der Häuptling Teman, der Häuptling Mibsar, Gen 36:43 der Häuptling Magdiel und der Häuptling Iram. Dies sind die Häuptlinge Edoms nach ihren Wohnsitzen in ihrem besetzten Gebiet. Das ist Esau, der Vater Edoms. Gen 37:1 Jakob aber wohnte in dem Land, in dem sein Vater zu Gast geweilt, im Land Kanaan. Gen 37:2 Dies ist Jakobs Geschlechterfolge: Als Joseph siebzehn Jahre alt geworden, pflegte er seine Brüder bei den Schafherden zu besuchen. Er hielt sich aber als junger Mann zu den Söhnen Bilhas und Zilpas, der Weiber seines Vaters. Und so konnte Joseph ihrem Vater schlimme Geschichten über sie vermelden. Gen 37:3 Israel aber liebte Joseph mehr als alle seine anderen Söhne; denn er war ihm in seinem Alter geboren, und so hatte er ihm einen langen Leibrock machen lassen. Gen 37:4 Wie nun seine Brüder sahen, daß ihn sein Vater mehr als alle seine Brüder liebte, da haßten sie ihn, und so konnten sie nicht unter sich freundlich über ihn reden. Gen 37:5 Einst hatte nun Joseph einen Traum und erzählte ihn seinen Brüdern; da haßten sie ihn noch mehr. Gen 37:6 Er sprach zu ihnen: "Hört doch, was ich geträumt habe! Gen 37:7 Wir banden Garben auf dem Felde. Da hat sich meine Garbe aufgerichtet und ist stehengeblieben. Aber eure Garben stellten sich herum und neigten sich vor meiner Garbe." Gen 37:8 Da sprachen seine Brüder zu ihm "Du wärst wohl gern König über uns; du wärst wohl gern unser Herrscher?" Und sie haßten ihn noch ärger wegen seines Traumes und seiner Erzählung. Gen 37:9 Er träumte aber wieder und erzählte es seinen Brüdern. Er sprach: "Noch einen Traum habe ich gehabt: Die Sonne, der Mond und elf Sterne neigten sich vor mir." Gen 37:10 Als er dies seinem Vater und seinen Brüdern erzählte, schalt ihn sein Vater und sprach zu ihm: "Was ist das für ein Traum, den du gehabt? Sollen wir, ich, deine Mutter und deine Brüder kommen und uns vor dir zur Erde neigen?" Gen 37:11 Seither waren ihm seine Brüder mißgesinnt. Sein Vater aber merkte sich die Sache. Gen 37:12 Nun gingen seine Brüder, ihres Vaters Schafe bei Sichem zu weiden. Gen 37:13 Da sprach Israel zu Joseph: "Weiden deine Brüder nicht zu Sichem? Komm! Ich will dich zu ihnen senden." Er sprach zu ihm: "Ich bin bereit." Gen 37:14 Da sprach er zu ihm: "Geh! Schau nach dem Befinden deiner Brüder und der Herde und bringe mir Bescheid!" So schickte er ihn aus dem Tal von Hebron, und er kam nach Sichem. Gen 37:15 Da sah ihn ein Mann auf dem Feld umherirren, und der Mann fragte ihn: "Wen suchst du?" Gen 37:16 Er sprach: "Ich suche meine Brüder. Sag mir doch, wo sie weiden!" Gen 37:17 Da sprach der Mann: "Sie sind von hier weggezogen. Ich habe sie nämlich sprechen gehört: 'Wir wollen nach Dotain gehen.'" Da ging Joseph seinen Brüdern nach und traf sie in Dotain. Gen 37:18 Sie sahen ihn aber schon von ferne, und bevor er zu ihnen kam, heckten sie gegen ihn einen Mordplan aus. Gen 37:19 Sie sprachen zueinander: "Seht, dort drüben kommt der Träumer! Gen 37:20 Nun auf! Erschlagen wir ihn und werfen wir ihn in eine der Gruben; dann sagen wir: 'Ein wildes Tier hat ihn gefressen.' Dann sehen wir, was aus seinen Träumen wird." Gen 37:21 Als Ruben dies hörte, suchte er ihn aus ihrer Hand zu retten. Er sprach: "Wir wollen ihn nicht totschlagen." Gen 37:22 Dann sprach Ruben zu ihnen: "Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Grube da in der Steppe! Aber legt nicht Hand an ihn!" So wollte er ihn aus ihrer Hand retten und ihn seinem Vater heimbringen. Gen 37:23 Wie nun Joseph zu seinen Brüdern kam, rissen sie Joseph seinen Leibrock ab, den langen Leibrock, den er anhatte. Gen 37:24 Und sie packten ihn und warfen ihn in die Grube; die Grube aber war leer und wasserlos. Gen 37:25 Dann setzten sie sich zum Mahle nieder. Wie sie nun aufblickten, sahen sie, wie eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead herankam, ihre Kamele beladen mit Tragakanth, Mastix und Ladanharz, auf dem Weg nach Ägypten. Gen 37:26 Da sprach Juda zu seinen Brüdern: "Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder umbrächten und dann sein Blut zudeckten? Gen 37:27 Kommt! Wir wollen ihn den Ismaelitern verkaufen! Aber unsere Hand komme nicht an ihn! Er ist doch unser Bruder, unser eigen Fleisch." Da willigten seine Brüder ein. Gen 37:28 Als aber midianitische Handelsleute vorüberzogen, zogen sie Joseph aus der Grube. Und sie verkauften Joseph an die Ismaeliter um zwanzig Silberlinge. Diese aber brachten Joseph nach Ägypten. Gen 37:29 Als nun Ruben wieder zu der Grube kam, war Joseph nicht mehr in der Grube. Da zerriß er seine Kleider, Gen 37:30 kehrte zu seinen Brüdern zurück und sprach: "Der Knabe ist nicht mehr da. Wie kann ich da heimgehen?" Gen 37:31 Da nahmen sie Josephs Leibrock, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten den Rock in das Blut. Gen 37:32 Dann machten sie den langen Leibrock noch schmutzig, brachten ihn ihrem Vater und sprachen: "Dies haben wir gefunden. Sieh zu, ob's deines Sohnes Rock ist oder nicht!" Gen 37:33 Er betrachtete ihn und sprach: "Meines Sohnes Rock ist's. Ein wildes Tier hat ihn gefressen. Ach, Joseph ist zerrissen worden." Gen 37:34 Und Jakob zerriß seine Kleider, legte ein härenes Gewand um seine Hüften und trauerte um seinen Sohn viele Tage. Gen 37:35 Da machten sich all seine Söhne und Töchter daran, ihn zu trösten; er aber wollte sich nicht trösten lassen. Er sprach: "Nein! Trauernd fahre ich zu meinem Sohne in die Unterwelt." Und sein Vater weinte um ihn. Gen 37:36 So hatten ihn die Midianiter nach Ägypten verkaufen lassen an Potiphar, den Kämmerer des Pharao und den Anführer der Leibwache. Gen 38:1 In jener Zeit verließ Juda seine Brüder und schloß sich einem Mann von Adullam, namens Chira, an. Gen 38:2 Dort sah nun Juda die Tochter eines Kanaaniters namens Sua; er freite und heiratete sie. Gen 38:3 Und sie empfing und gebar einen Sohn; er nannte ihn Ger. Gen 38:4 Wieder ward sie guter Hoffnung und gebar einen Sohn; sie nannte ihn Onan. Gen 38:5 Dann gebar sie noch einen Sohn; sie nannte ihn Sela; zu Kezib war es gewesen, wo sie ihn gebar. Gen 38:6 Dann freite Juda für seinen Erstgeborenen Ger ein Weib namens Tamar. Gen 38:7 Ger aber, Judas Erstgeborener, machte sich dem Herrn mißfällig, und so ließ ihn der Herr sterben. Gen 38:8 Da sprach Juda zu Onan: "Komm zu dem Weibe deines Bruders! Leiste ihr die Schwagerpflicht und erwecke deinem Bruder Nachkommen!" Gen 38:9 Onan aber wußte, daß ihm die Nachkommenschaft nicht gehören würde; als er nun zu seines Bruders Weibe kam, vereitelte er die Zeugung, um nicht seinem Bruder Nachkommen zu schenken. Gen 38:10 Dem Herrn aber mißfiel, was er getan, und er ließ auch ihn sterben. Gen 38:11 Da sprach Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: "Bleib als Witwe in deines Vaters Haus, bis mein Sohn Sela erwachsen ist!" Denn er dachte, auch dieser könnte wie seine Brüder sterben. Tamar ging nun und blieb in ihres Vaters Haus. Gen 38:12 Längere Zeit verstrich; da starb Suas Tochter, Judas Weib. Als Juda ausgetrauert hatte, ging er hinauf zu seiner Schafschur mit seinem Freunde, dem Adullamiter Chira, nach Timna. Gen 38:13 Da ward Tamar gemeldet: "Dein Schwiegervater kommt nach Timna zur Schafschur." Gen 38:14 Da legte sie ihre Witwenkleider ab, bedeckte sich mit dem Schleier, vermummte sich und setzte sich an den Zugang nach Enaim, am Wege nach Timna. Sie hatte nämlich bemerkt, daß Sela erwachsen war, und dennoch war sie ihm nicht zum Weibe gegeben worden. Gen 38:15 Juda aber sah sie und hielt sie für eine Dirne; denn sie hatte ihr Gesicht verhüllt. Gen 38:16 Und er bog zu ihr an den Weg ab und sprach: "Laß mich, bitte, zu dir kommen!" Denn er merkte nicht, daß es seine Schwiegertochter war. Sie sprach: "Was gibst du mir dafür, wenn du zu mir kommen darfst?" Gen 38:17 Er sprach: "Ich sende dir ein Ziegenböckchen von der Herde." Sie sprach: "Wenn du mir ein Pfand gibst, bis du's schickst." Gen 38:18 Er sprach: "Was für ein Pfand soll ich dir geben?" Sie sprach: "Dein Siegel, deine Schnur und den Stab in deiner Hand!" Er gab es ihr; dann kam er zu ihr, und sie empfing von ihm. Gen 38:19 Dann erhob sie sich, legte ihren Schleier ab und zog ihre Witwenkleider wieder an. Gen 38:20 Juda sandte nun das Ziegenböckchen durch seinen Freund, den Adullamiter, um dafür das Pfand von dem Weibe zurückzuerhalten. Aber er fand sie nicht mehr. Gen 38:21 Da fragte er die Leute ihres Ortes: "Wo ist die Weihdirne, die hier bei Enaim am Wege gewesen ist?" Sie sprachen: "Hier ist doch keine Dirne gewesen." Gen 38:22 Da kehrte er zu Juda zurück und sprach: "Ich fand sie nicht, und auch die Leute im Orte sagten: "Hier war keine Dirne." Gen 38:23 Da sprach Juda: "So mag sie's behalten! Daß wir nur nicht zum Gespött werden! Ich aber habe dies Böckchen geschickt, und du hast sie nur nicht gefunden." Gen 38:24 Nach ungefähr drei Monaten ward Juda berichtet: "Deine Schwiegertochter Tamar hat nicht nur gebuhlt, sondern ist durch die Buhlerei auch in Hoffnung gekommen." Da sprach Juda: "Führt sie hinaus! Sie werde verbrannt!" Gen 38:25 Schon wurde sie hinausgeführt, da schickte sie zu ihrem Schwiegervater und ließ sagen: "Von jenem Mann, dem dies gehört, bin ich guter Hoffnung." Sie ließ ihm auch sagen: "Sieh doch genau zu! Wem gehört dies, das Siegel, die Schnüre und der Stab?" Gen 38:26 Und Juda betrachtete sie und sprach: "Sie hat recht gegen mich. Warum habe ich sie nicht meinem Sohne Sela gegeben?" Er aber hatte fortan keinen Umgang mehr mit ihr. Gen 38:27 Zur Zeit ihres Gebärens aber waren Zwillinge in ihrem Leibe. Gen 38:28 Als sie gebar, streckte der eine eine Hand vor. Da nahm die Hebamme einen roten Faden und band ihn um seine Hand, wobei sie sprach: "Dieser ist zuerst herausgetreten." Gen 38:29 Als er aber seine Hand zurückzog, kam sein Bruder zum Vorschein. Da sprach sie: "Wie du dir einen Vorläufer bestellt hast!" Und man nannte ihn Peres ("Vorläufer"). Gen 38:30 Hernach kam sein Bruder zum Vorschein, an dessen Hand der rote Faden war. Und man nannte ihn Zerach ("Rot"). Gen 39:1 So war Joseph nach Ägypten gebracht worden. Da kaufte ihn Potiphar, Pharaos Kämmerer und Oberster der Leibwächter, ein ägyptischer Mann, von den Ismaelitern, die ihn dorthin gebracht hatten. Gen 39:2 Der Herr aber war mit Joseph, und so ward er ein Mann, dem alles gelang. Da er im Hause seines ägyptischen Herrn blieb, Gen 39:3 sah sein Herr, daß der Herr mit ihm sei und daß der Herr ihm alles, was er vornahm, gelingen ließ. Gen 39:4 So fand Joseph in seinen Augen Gnade und durfte ihn bedienen. Dann setzte er ihn als Verwalter über sein Haus und vertraute ihm sein ganzes Eigentum. Gen 39:5 Und seitdem er ihn über sein Haus bestellt und all sein Eigentum ihm anvertraut hatte, segnete der Herr das Haus des Ägypters um Josephs willen. Und des Herrn Segen ruhte auf seinem Eigentum in Haus und Feld. Gen 39:6 So überließ er all sein Eigentum Joseph und kümmerte sich bei ihm um nichts als um die Speise, die er genoß. Joseph aber ward schön von Gestalt und Antlitz. Gen 39:7 Nach diesen Begebnissen geschah es, daß seines Herrn Weib die Augen zu Joseph erhob und sprach: "Leg dich zu mir!" Gen 39:8 Er aber weigerte sich und sprach zu seines Herrn Weib: "Sieh! Mein Herr kümmert sich bei mir um nichts im Hause; all sein Eigentum hat er mir übergeben. Gen 39:9 Niemand ist in diesem Hause größer als ich. Gar nichts hat er mir vorenthalten als dich, weil du sein Weib bist. Wie sollte ich nun dieses schwere Unrecht tun, daß ich mich wider Gott versündigte?" Gen 39:10 Sie redete aber Tag für Tag auf Joseph ein. Er aber war ihr nicht zu Willen, sich zu ihr zu legen und mit ihr beisammen zu sein. Gen 39:11 Da geschah es an einem solchen Tage, daß er ins Haus kam, seine Arbeit zu tun; vom Hausgesinde aber war keines dort im Gemach. Gen 39:12 Da packte sie ihn am Gewand und sprach: "Leg dich zu mir!" Er aber ließ sein Gewand in ihrer Hand und floh hinaus ins Freie. Gen 39:13 Als sie sah, daß er sein Gewand in ihrer Hand gelassen und ins Freie geflohen war, Gen 39:14 rief sie ihr Hausgesinde herbei und sprach zu ihm: "Seht! Da hat man uns einen hebräischen Mann gebracht, daß er seinen Mutwillen mit uns treibe. Er kam zu mir herein und wollte sich zu mir legen; da schrie ich laut. Gen 39:15 Wie er aber hörte, daß ich lautes Geschrei erhob, ließ er sein Kleid bei mir, floh und lief ins Freie." Gen 39:16 Und sie legte sein Gewand neben sich, bis sein Herr heimkäme. Gen 39:17 Da berichtete sie ihm das gleiche und sprach: "Kommt da der hebräische Sklave, den du uns hergebracht, zu mir herein und will seinen Mutwillen mit mir treiben. Gen 39:18 Wie ich aber laut schrie, ließ er sein Kleid bei mir und floh ins Freie." Gen 39:19 Als der Herr seines Weibes Erzählung vernahm, die sie ihm vorgetragen: "Also hat dein Sklave mir getan", da ward er sehr zornig. Gen 39:20 Und Josephs Herr ließ ihn ergreifen und ins Gefängnis werfen, dahin, wo die Königsgefangenen saßen. Und so lag er dort im Kerker. Gen 39:21 Aber der Herr war mit Joseph und wandte ihm Huld zu. Er verschaffte ihm die Gunst des Oberkerkermeisters. Gen 39:22 Und der Oberkerkermeister vertraute Joseph alle Gefangenen im Kerker an, und alles, was man dort zu tun hatte, besorgte er. Gen 39:23 Der Oberkerkermeister aber kümmerte sich um gar nichts, was durch jenen geschah, weil der Herr mit ihm war und der Herr alles, was er vornahm, gelingen ließ. Gen 40:1 Nach jenen Begebnissen geschah es, daß sich des ägyptischen Königs Mundschenk und Bäcker gegen ihren Herrn, den König von Ägypten, vergingen. Gen 40:2 Und Pharao ergrimmte über seine beiden Hofleute, über den Obermundschenk und den Oberbäcker. Gen 40:3 Er ließ sie in Gewahrsam legen, ins Haus des Anführers der Leibwache, in den Kerker, an die Stätte, wo Joseph gefangen saß. Gen 40:4 Und der Anführer der Leibwächter gab ihnen Joseph bei, sie zu bedienen. So blieben sie längere Zeit im Gewahrsam. Gen 40:5 Da träumten beide in der gleichen Nacht, und zwar jeder einen besonderen Traum, des ägyptischen Königs Mundschenk und Bäcker, die im Kerker saßen. Gen 40:6 Am Morgen kam Joseph zu ihnen und sah sie an. Da waren sie verstimmt. Gen 40:7 Da fragte er des Pharaos Höflinge, die mit ihm im Gewahrsam in seines Herrn Haus waren: "Warum macht ihr heute solch böse Gesichter?" Gen 40:8 Sie sprachen zu ihm: "Wir haben einen Traum gehabt, und niemand ist da, der ihn deute." Da sprach Joseph zu ihnen: "Sind Deutungen nicht Gottes Sache? Erzählt mir doch!" Gen 40:9 Da erzählte der Obermundschenk dem Joseph seinen Traum und sprach zu ihm: "In meinem Traume stand vor mir ein Weinstock. Gen 40:10 Und am Weinstock sind drei Ranken. Er schlägt aus; dann kommt er zum Blühen, und schon tragen seine Kämme reife Trauben. Gen 40:11 Ich aber habe Pharaos Becher in der Hand, nehme die Trauben, presse sie in Pharaos Becher aus und gebe den Becher dem Pharao in die Hand." Gen 40:12 Da sprach Joseph zu ihm: "Dies ist seine Deutung: Drei Ranken sind drei Tage. Gen 40:13 Drei Tage noch, dann nimmt dich Pharao persönlich vor und stellt dich wieder auf deinen Posten, und du reichst Pharao wieder den Becher, ganz wie früher, als du sein Mundschenk gewesen. Gen 40:14 Denkst du also an mich, wenn es dir wieder gut geht, dann habe die Güte, mich beim Pharao zu empfehlen und mir so aus diesem Hause zu helfen! Gen 40:15 Denn aus der Hebräer Land bin ich entführt worden, und auch hier habe ich nichts verbrochen, daß sie mich in den Kerker werfen mußten." Gen 40:16 Als der Oberbäcker bemerkte, daß er zum Guten ausgelegt, sprach er zu Joseph: "In meinem Traume waren auf meinem Kopf drei geflochtene Körbe. Gen 40:17 Im obersten der Körbe waren allerlei Eßwaren für den Pharao, Backwerk; jedoch die Vögel fraßen es aus dem Korb auf meinem Kopfe weg." Gen 40:18 Da erwiderte Joseph und sprach: "Dies ist die Deutung: Drei Körbe sind drei Tage. Gen 40:19 Drei Tage noch, dann nimmt dich der Pharao persönlich in deiner Sache vor; dann hängt er dich an das Holz, und dann fressen die Vögel dein Fleisch von dir ab." Gen 40:20 Am dritten Tage war es, dem Geburtstag Pharaos; da bereitete er ein Mahl für alle seine Diener. Dabei nahm er den Obermundschenk und den Oberbäcker im Beisein seiner Diener persönlich vor. Gen 40:21 Da setzte er den Obermundschenk wieder zu seinem Mundschenk ein, und er durfte Pharao den Becher wieder reichen. Gen 40:22 Den Oberbäcker aber ließ er hängen, wie ihnen Joseph vorhergesagt. Gen 40:23 Der Obermundschenk aber gedachte nicht mehr Josephs. Er vergaß ihn. Gen 41:1 Nach Verlauf zweier Jahre träumte Pharao, er stehe am Nil. Gen 41:2 Da stiegen aus dem Nil sieben Kühe, prächtig von Aussehen und fett an Fleisch, und weideten im Riedgras. Gen 41:3 Ihnen nach stiegen sieben andere Kühe aus dem Nil, häßlich von Aussehen und mager an Fleisch, und traten neben jene Kühe am Nilufer. Gen 41:4 Dann fraßen die häßlichen und mageren Kühe die sieben stattlichen und fetten Kühe. Da erwachte Pharao. Gen 41:5 Er schlief wieder ein, da träumte er zum zweitenmal. Sieben Ähren wuchsen an einem Halm, dick und schön. Gen 41:6 Ihnen nach sproßten sieben Ähren, dürr und vom Ostwind versengt. Gen 41:7 Und die dürren Ähren verschlangen die sieben dicken und vollen Ähren. Da erwachte Pharao; ein Traum war es gewesen. Gen 41:8 Am Morgen aber war sein Gemüt noch unruhig; da sandte er hin und ließ alle Schriftkundigen und Weisen Ägyptens rufen. Und Pharao erzählte ihnen seine Träume; aber niemand vermochte sie dem Pharao zu deuten. Gen 41:9 Da nahm der Obermundschenk das Wort und sprach zu Pharao: "Heute muß ich meiner Nachlässigkeit gedenken. Gen 41:10 Der Pharao hatte einst auf seine Diener gezürnt, und so legte er mich in Gewahrsam in das Haus des Anführers der Leibwächter, mich und den Oberbäcker. Gen 41:11 Da träumten wir beide in einer Nacht, und zwar hatte jeder einen besonderen Traum. Gen 41:12 Nun war bei uns dort ein hebräischer Jüngling, ein Sklave des Obersten der Leibwächter, und dem erzählten wir es, und jener deutete uns unsere Träume. Jedem deutete er, seinem Traum gemäß. Gen 41:13 Und wie er es uns gedeutet, so traf es ein. Mich hat man wieder auf meinen Posten gestellt, und ihn hat man gehenkt." Gen 41:14 Da sandte Pharao und ließ Joseph rufen. Eilends entließen sie ihn aus dem Kerker. Er ließ sich scheren und wechselte seine Kleider. Dann kam er zu Pharao. Gen 41:15 Und Pharao sprach nun zu Joseph: "Ich habe einen Traum gehabt, und niemand kann ihn deuten. Nun habe ich von dir gehört, man sage, du brauchtest einen Traum nur zu hören, und du könntest ihn deuten!" Gen 41:16 Da erwiderte Joseph dem Pharao also: "Ich nicht; Gott nur kann offenbaren, was Pharao frommt." Gen 41:17 Da erzählte Pharao dem Joseph: "In meinem Traume stand ich an des Niles Ufer. Gen 41:18 Da stiegen sieben Kühe aus dem Nil, fett an Fleisch und stattlich anzusehen, und weideten im Riedgras. Gen 41:19 Ihnen nach stiegen sieben andere Kühe, elend und häßlich an Gestalt und mager an Fleisch. In ganz Ägypten habe ich nie etwas so Häßliches gesehen wie sie. Gen 41:20 Da fraßen die mageren und häßlichen Kühe die ersten sieben fetten Kühe. Gen 41:21 Sie kamen so in ihren Magen; aber man hatte gar nicht gemerkt, daß sie in ihren Magen gekommen waren; denn ihr Aussehen blieb häßlich, wie zuvor. Da erwachte ich. Gen 41:22 Und wieder sah ich in meinem Traum: Da wuchsen sieben Ähren voll und schön an einem Halm. Gen 41:23 Ihnen nach sproßten sieben andere Ähren, taub, dürr und vom Ostwind versengt. Gen 41:24 Und diese dürren Ähren verschlangen die sieben schönen Ähren. Ich sagte es den Schriftgelehrten; aber keiner konnte mir Bescheid geben." Gen 41:25 Da sprach Joseph zu Pharao: "Pharaos Traum ist unzweideutig. Gott tut dem Pharao kund, was er zu tun gedenkt. Gen 41:26 Die sieben schönen Kühe sind sieben Jahre. Die sieben schönen Ähren sind auch sieben Jahre. Nur ein Traum ist es. Gen 41:27 Und diese sieben mageren und häßlichen Kühe, die nach ihnen kamen, sind sieben Jahre, und die sieben leeren, vom Ostwind versengten Ähren bedeuten sieben Hungerjahre. Gen 41:28 Das ist dasselbe, was ich Pharao schon sagte: 'Was Gott zu tun gedenkt, hat er Pharao schauen lassen.' Gen 41:29 Sieh, sieben Jahre kommen, da herrscht großer Überfluß im ganzen Land Ägypten. Gen 41:30 Nach ihnen kommen sieben Hungerjahre. Da weiß man nichts mehr von irgendwelchem Überfluß im Land Ägypten. Dann zehrt der Hunger im Land. Gen 41:31 Dann merkt man nichts mehr vom Überfluß im Land wegen dieser Hungersnot hernach; denn sie wird überschwer sein. Gen 41:32 Und daß der Traum des Pharao zweimal in verschiedener Form erschien, heißt: Die Sache ist fest bei Gott beschlossen, und Gott setzt eilends sie ins Werk. Gen 41:33 Nun ersehe sich Pharao einen klugen, weisen Mann und setze ihn über das Ägypterland! Gen 41:34 Möge Pharao unverzüglich über das Land Aufseher setzen und dann den fünften Teil aus dem Land Ägypten in den sieben Jahren des Überflusses als Abgabe erheben. Gen 41:35 Dann soll man jeglich Korn dieser kommenden guten Jahre aufspeichern und Getreide zu Pharaos Verfügung in den Städten zur Nahrung anhäufen und verwahren! Gen 41:36 Dann ist das Korn dem Land ein Rückhalt für die sieben Hungerjahre, die über das Ägypterland kommen, damit das Land durch die Hungersnot nicht zugrunde gehe." Gen 41:37 Diese Rede gefiel nun Pharao und all seinen Dienern. Gen 41:38 Und Pharao sprach zu seinen Dienern: "Könnten wir jemanden wie diesen finden, einen Mann, in dem Gottes Geist ist?" Gen 41:39 Und Pharao sprach zu Joseph: "Weil ein Gott dir all dies geoffenbart, ist keiner so klug und weise wie du. Gen 41:40 Du sollst meinem Hause vorstehen! Mein ganzes Volk soll deine Rede achten! Nur um den Thron will ich größer sein als du." Gen 41:41 Dann sprach Pharao zu Joseph: "Siehe! Ich setze dich über ganz Ägypterland." Gen 41:42 Dann zog Pharao seinen Siegelring von seiner Hand und streifte ihn an Josephs Hand, kleidete ihn mit Linnengewändern und legte ihm die goldene Kette um den Hals. Gen 41:43 Dann ließ er ihn auf seinem Wagen zweiten Ranges fahren und vor ihm ausrufen: Abrek! und daß man ihn einsetze als König über ganz Ägypterland. Gen 41:44 Und Pharao sprach zu Joseph: "Ich bin Pharao. Aber ohne dich hebe niemand Hand noch Fuß in ganz Ägypterland!" Gen 41:45 Und Pharao hieß Joseph Saphnat Paneach ("Speisung des Landes ist dieser Lebende da"). Und er gab ihm zum Weibe Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On. So ward Joseph im Ägypterland bekannt. Gen 41:46 Joseph war dreißig Jahre alt, als er in des ägyptischen Königs Pharao Dienste trat. Nachdem Joseph von Pharao weggegangen war, durchzog er ganz Ägypterland. Gen 41:47 Das Land war nun in den sieben Jahren des Überflusses überaus fruchtbar. Gen 41:48 So speicherte er jegliches Korn der sieben Jahre im Ägypterland auf und legte Korn in die Städte. In jede Stadt legte er das Korn des Feldes, das sie umgab. Gen 41:49 So häufte Joseph Getreide wie Sand am Meere überaus viel auf, bis man das Messen lassen mußte; denn es war unmeßbar. Gen 41:50 Zwei Söhne aber waren Joseph geboren worden, bevor das Hungerjahr kam. Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On, hatte sie ihm geboren. Gen 41:51 Und Joseph nannte den Erstgeborenen Manasse ("den Vergessenmachenden"); denn "Gott hat mich vergessen lassen all mein Unglück und mein ganzes Haus". Gen 41:52 Den zweiten nannte er Ephraim ("den Fruchtbaren"); denn "Gott hat mich zur Macht im Lande meines Elends kommen lassen". Gen 41:53 Zu Ende gingen nun die sieben Jahre des Überflusses im Ägypterland. Gen 41:54 Und die sieben Jahre des Hungers hoben an, wie Joseph gesagt hatte. Hunger war in allen Ländern; aber in ganz Ägypten gab es Brot. Gen 41:55 Als aber auch ganz Ägypterland hungerte, schrie das Volk zu Pharao um Brot; da sprach Pharao zu jedem Ägypter: "Geht zu Joseph! Was er euch sagen wird, tut!" Gen 41:56 Nun kam der Hunger über die ganze Erde. Da öffnete Joseph alle Speicher und verkaufte den Ägyptern Getreide. Aber auch in Ägypten ward der Hunger immer stärker. Gen 41:57 Alle Welt kam nun nach Ägypten, Getreide bei Joseph zu kaufen, denn stark war der Hunger auf der ganzen Erde geworden. Gen 42:1 Auch Jakob erfuhr, daß es in Ägypten Brotgetreide gebe; da sprach Jakob zu seinen Söhnen: "Warum zögert ihr?" Gen 42:2 Und er sprach: "Ich habe gehört, daß in Ägypten ein Kornmarkt ist. Ziehet dorthin und holt uns von dort Getreide, daß wir am Leben bleiben und nicht sterben!" Gen 42:3 Da zogen zehn der Brüder Josephs hinab, in Ägypten Getreide zu kaufen. Gen 42:4 Den Benjamin aber, Josephs Vollbruder, hatte Jakob nicht mit seinen Brüdern ziehen lassen; denn er dachte, ihn könnte ein Unfall treffen. Gen 42:5 So kamen Israels Söhne zum Markt inmitten der Herbeiströmenden; denn im Lande Kanaan war der Hunger. Gen 42:6 Joseph aber war der Gebieter des Landes; er war es, der jedem Volk der Erde Getreide verkaufte. So kamen auch Josephs Brüder und neigten sich vor ihm zu Boden. Gen 42:7 Da sah Joseph seine Brüder und erkannte sie; aber er stellte sich fremd gegen sie, ließ sie hart an und fragte sie: "Woher kommt ihr?" Sie sagten: "Aus dem Lande Kanaan zum Getreidekauf." Gen 42:8 Joseph erkannte seine Brüder; sie aber hatten ihn nicht erkannt. Gen 42:9 Da gedachte Joseph der Träume, die er ihretwegen gehabt. Er sprach zu ihnen: "Spione seid ihr. Ihr seid gekommen, die Blöße des Landes zu erspähen." Gen 42:10 Sie sprachen zu ihm: "Nein, Herr! Mundvorrat zu kaufen, sind deine Sklaven gekommen. Gen 42:11 Wir alle sind eines Mannes Söhne. Wir sind ehrlich. Niemals waren deine Knechte Spione." Gen 42:12 Er sprach zu ihnen: "Nichts da! Die Blöße des Landes zu erspähen, seid ihr gekommen." Gen 42:13 Sie sprachen: "Deiner Sklaven sind es zwölf, lauter Brüder, Söhne eines gewissen Mannes im Lande Kanaan. Der jüngste aber ist jetzt noch bei unserem Vater, und einer ist nicht mehr." Gen 42:14 Da sprach Joseph zu ihnen: "Dabei bleibt es, was ich zu euch gesagt: Spione seid ihr. Gen 42:15 Daran sollt ihr geprüft werden. Beim Leben Pharaos! Ihr dürft nicht eher von hier fort, bis euer jüngster Bruder herkommt. Gen 42:16 Schicket von euch einen, daß er euren Bruder hole! Ihr aber bleibt gefangen. So werden eure Aussagen geprüft, ob Wahrheit bei euch ist oder nicht. Beim Leben Pharaos! Ihr seid Spione." Gen 42:17 Und er ließ sie drei Tage in Gewahrsam legen. Gen 42:18 Am dritten Tage sprach Joseph zu ihnen: "Tut dies, dann bleibt ihr am Leben! Denn ich bin gottesfürchtig: Gen 42:19 Seid ihr ehrliche Leute, so bleibe von euch einer im Hause, darin ihr in Gewahrsam wart! Ihr anderen aber geht und bringt Korn für den Hunger eurer Familien heim! Gen 42:20 Euren jüngsten Bruder aber müßt ihr mir bringen, daß sich eure Worte bewahrheiten und ihr nicht sterben müßt! Tut also!" Gen 42:21 Da sprachen sie zueinander: "Leider haben wir dies an unserem Bruder verschuldet. Wir haben seine Angst gesehen, wie er uns anflehte, und wir haben nicht darauf geachtet. Deshalb ist diese Not über uns gekommen." Gen 42:22 Da antwortete ihnen Ruben und sprach: "Habe ich euch nicht gesagt: 'Versündigt euch nicht an dem Kinde!' Ihr aber habt nicht gehört. Nun wird sein Blut gefordert." Gen 42:23 Sie aber wußten nicht, daß Joseph zuhörte; denn der Dolmetscher war zwischen ihnen. Gen 42:24 Und er wandte sich von ihnen und weinte. Dann wandte er sich ihnen zu und redete mit ihnen. Hierauf ließ er Simeon aus ihrer Mitte greifen und vor ihren Augen fesseln. Gen 42:25 Joseph befahl aber, ihre Geräte mit Korn zu füllen und jedem sein Geld wieder in seinen Sack zu legen und ihnen Zehrung auf den Weg zu geben. Man tat so. Gen 42:26 Sie luden nun ihr Korn auf ihre Esel und zogen von dannen. Gen 42:27 Da öffnete der eine seinen Sack, um seinen Esel in der Herberge zu füttern, und erblickte sein Geld. Obenan lag es in seinem Sack. Gen 42:28 Da sprach er zu seinen Brüdern: "Mein Geld ist wieder da. Hier liegt es in meinem Sack." Da entsank ihnen der Mut, und bebend sahen sie einander an und sprachen: "Was hat uns Gott da getan?" Gen 42:29 Und sie kamen zu ihrem Vater Jakob ins Land Kanaan und berichteten ihm alles, was ihnen begegnet war, und sprachen: Gen 42:30 "Hart hat uns der Mann, der Herr des Landes, angelassen; er stellte uns hin wie Auskundschafter seines Landes." Gen 42:31 Wir sagten ihm: "Wir sind ehrliche Leute; nie waren wir Spione. Gen 42:32 Zwölf Brüder sind wir, lauter Söhne unseres Vaters. Einer ist nicht mehr. Der jüngste aber ist jetzt noch bei unserem Vater im Lande Kanaan. Gen 42:33 Aber der Mann, der Herr des Landes, sprach zu uns: 'Daran werde ich erkennen, ob ihr ehrliche Leute seid: Laßt einen von euch Brüdern hier bei mir! Den Bedarf für den Hunger eurer Familien nehmt mit und zieht ab! Gen 42:34 Doch bringt mir euren jüngsten Bruder, daß ich erkenne, daß ihr keine Spione seid, sondern ehrliche Leute! Ich werde euch dann euren Bruder zurückgeben, und ihr dürft im Lande umherziehen!'" Gen 42:35 Wie sie nun ihre Säcke leerten, war eines jeden Geldbeutel in seinem Sack. Sie erblickten samt ihrem Vater ihre Geldbeutel und erschraken. Gen 42:36 Da sprach ihr Vater Jakob zu ihnen: "Ihr beraubt mich der Kinder! Joseph ist nicht mehr, Simeon nicht mehr. Nun wollt ihr Benjamin fortnehmen. Über mich kommt alles." Gen 42:37 Da sprach Ruben zu seinem Vater: "Töte meine beiden Söhne, wenn ich ihn nicht zurückbringe! Vertraue ihn mir an! Ich bringe ihn dir wieder." Gen 42:38 Er sprach: "Niemals darf mein Sohn mit euch reisen. Denn sein Bruder ist tot; er allein ist übrig. Träfe ihn ein Leid auf dem Weg, den ihr ziehen müßt, so senktet ihr mein graues Haupt mit Kummer in die Unterwelt." Gen 43:1 Der Hunger aber lag schwer auf der Erde. Gen 43:2 Als sie nun das aus Ägypten gebrachte Korn aufgezehrt hatten, sprach ihr Vater zu ihnen: "Geht noch einmal, ein wenig Korn für uns zu kaufen!" Gen 43:3 Da sprach Juda zu ihm: "Nachdrücklich hat uns der Mann eingeschärft: 'Ihr dürft mir nicht mehr vor die Augen kommen, euer Bruder sei denn bei euch.' Gen 43:4 Willst du also unseren Bruder mitgeben, dann ziehen wir hinab und kaufen Korn. Gen 43:5 Gibst du ihn aber uns nicht mit, dann ziehen wir nicht hinab. Der Mann hat ja zu uns gesagt: 'Ihr dürft mir nicht vor die Augen kommen, euer Bruder sei denn bei euch.'" Gen 43:6 Da sprach Israel: "Warum habt ihr es mir zu Leid getan, dem Manne zu verraten, daß ihr noch einen Bruder habt?" Gen 43:7 Da sprachen sie: "Der Mann erkundigte sich genau nach uns und unserer Familie. Er sprach: 'Ist euer Vater noch am Leben? Habt ihr noch einen Bruder?' Da gaben wir ihm Bescheid, wie es sich verhält. Konnten wir denn wissen, daß er sagen würde: 'Bringt euren Bruder her?'" Gen 43:8 Da sprach Juda zu seinem Vater Israel: "Gib mir den Knaben mit! Dann brechen wir auf und gehen und bleiben am Leben und müssen nicht sterben, wir so gut wie du und unsere Kinder. Gen 43:9 Ich bürge für ihn. Fordere ihn von nur! Bringe ich ihn dir nicht und stelle ihn dir nicht vor Augen, so will ich lebenslang vor dir schuldig sein. Gen 43:10 Hätten wir nicht allzulange gezaudert, wir wären schon zweimal zurück." Gen 43:11 Da sprach ihr Vater Israel zu ihnen: "Muß es sein, so tut dies: Nehmt vom feinsten Landeserzeugnis in euer Gepäck und bringt es als Geschenk dem Manne hinab, etwas Balsam, etwas Honig, Spezereien, Ladanum, Pistazien und Mandeln! Gen 43:12 Nehmt noch einmal soviel Geld mit euch! Auch das Geld oben in euren Säcken müßt ihr wieder mitnehmen. Vielleicht war es ein Versehen. Gen 43:13 Auch euren Bruder nehmt mit! Auf! Zieht wieder zu dem Manne! Gen 43:14 Gott, der Allmächtige, schenke euch Erbarmen bei dem Manne, daß er euren anderen Bruder euch freigebe, desgleichen Benjamin! Ich aber! Nun, dann bin ich eben kinderlos." Gen 43:15 So nahmen die Männer jenes Geschenk; auch den doppelten Geldbetrag nahmen sie mit, dazu Benjamin, brachen auf, zogen nach Ägypten und traten vor Joseph. Gen 43:16 Und Joseph sah bei ihnen den Benjamin. Da sprach er zu seinem Hausverwalter: "Führe die Männer ins Haus, und man schlachte ein Stück Vieh und richte es her! Die Männer sollen mittags bei mir speisen!" Gen 43:17 Und der Mann tat, wie Joseph gesagt. Und der Mann führte die Männer in Josephs Haus. Gen 43:18 Aber die Männer fürchteten sich, weil sie in Josephs Haus geführt wurden, und sprachen: "Des Geldes wegen, das beim vorigen Male wieder in unsere Säcke geriet, werden wir hereingebracht. Man will einen Vorwand gegen uns haben, uns überwältigen und uns als Sklaven behalten, samt unseren Eseln." Gen 43:19 So traten sie zu dem Manne, der Josephs Haus verwaltete, und redeten ihn an der Hauspforte an. Gen 43:20 Sie sprachen: "Bitte, mein Herr! Wir sind schon einmal hierher gereist, Korn zu kaufen. Gen 43:21 Als wir danach in die Herberge kamen und unsere Säcke öffneten, da lag eines jeden Geld oben in seinem Sack, unser Geld nach seinem Vollgewicht. Nun bringen wir es eigenhändig zurück. Gen 43:22 Wir bringen auch anderes Geld, um Korn zu kaufen. Wir wissen nicht, wer unser Geld in unsere Säcke gelegt hat." Gen 43:23 Er sprach: "Beruhigt euch! Fürchtet euch nicht! Euer und eures Vaters Gott hat euch heimlich einen Schatz in eure Säcke gelegt. Euer Geld ist mir zugekommen." Dann gab er ihnen Simeon heraus. Gen 43:24 Darauf führte der Mann die Männer in Josephs Haus und brachte Wasser, daß sie sich die Füße wuschen, und ihren Eseln gab er Futter. Gen 43:25 Sie aber legten das Geschenk zurecht, bis Joseph mittags käme; denn sie hatten gehört, daß sie dort das Mahl einnehmen sollten. Gen 43:26 Joseph trat nun ein; da überreichten sie ihm das Geschenk, das sie bei sich hatten, und neigten sich vor ihm bis zur Erde. Gen 43:27 Er fragte nach ihrem Befinden und sprach: "Wie geht es eurem alten Vater, von dem ihr gesprochen? Lebt er noch?" Gen 43:28 Sie sprachen: "Gut geht es deinem Diener, unserem Vater: Er lebt noch." Dabei bückten und verneigten sie sich. Gen 43:29 Wie er aber seine Augen erhob, erblickte er seinen Vollbruder Benjamin. Da sprach er: "Ist das euer jüngster Bruder, von dem ihr zu mir gesprochen?" Dann sprach er: "Gott gebe dir Huld, mein Sohn!" Gen 43:30 Joseph aber brach schnell ab; denn sein Herz brannte nach seinem Bruder, und er ward zu Tränen gerührt. So ging er in das innere Gemach und weinte dort. Gen 43:31 Dann wusch er sein Antlitz, trat hervor, hielt an sich und sprach: "Tragt das Mahl auf!" Gen 43:32 Da trug man ihm und jenen besonders auf, ebenso den Ägyptern, die mit ihm speisten. Denn die Ägypter dürfen nicht mit den Hebräern zusammen speisen; das ist für die Ägypter ein Greuel. Gen 43:33 Sie saßen aber nach seiner Weisung, vom Ältesten bis zum Jüngsten genau nach dem Alter geordnet. Staunend sahen sich die Männer an. Gen 43:34 Er aber ließ von sich zu ihnen Gerichte hinüberbringen; Benjamins Gericht war dabei fünfmal größer als ihrer aller Gerichte. Dann tranken sie und wurden bei ihm guter Dinge. Gen 44:1 Hierauf gebot er seinem Hausverwalter: "Fülle die Säcke der Männer mit Korn, soviel sie tragen können, und leg eines jeden Geld oben in seinen Sack! Gen 44:2 Und meinen silbernen Becher leg oben in den Sack des jüngsten samt dem Geld für sein Getreide!" Er tat so, wie Joseph gesagt. Gen 44:3 Als der Morgen anbrach, entließ man die Männer mit ihren Eseln. Gen 44:4 Eben waren sie zur Stadt hinausgegangen, noch nicht weit, da sprach Joseph zu seinem Hausverwalter: "Auf! Jag den Männern nach! Holst du sie ein, dann sprich zu ihnen: 'Warum vergeltet ihr Gutes mit Bösem? Gen 44:5 Ist es nicht der Becher, aus dem mein Herr trinkt und weissagt? Ihr habt übel daran getan, daß ihr so gehandelt.'" Gen 44:6 Er holte sie ein und redete also zu ihnen. Gen 44:7 Sie sprachen zu ihm: "Warum spricht mein Herr solcherlei? Ferne sei es deinen Sklaven, so etwas zu tun! Gen 44:8 Haben wir doch das Geld, das wir in unseren Säcken oben fanden, dir aus dem Lande Kanaan zurückgebracht. Wie sollten wir aus deines Herren Haus Silber oder Gold stehlen? Gen 44:9 Bei wem von deinen Sklaven er sich findet, der soll sterben! Wir anderen wollen meinem Herrn leibeigen sein!" Gen 44:10 Da sprach er: "So sollte es eigentlich sein, wie ihr sagt. Doch soll nur der, bei dem er sich findet, mir leibeigen sein; ihr anderen aber geht frei aus." Gen 44:11 Da ließ jeder eilends seinen Sack zur Erde und öffnete seinen Sack. Gen 44:12 Er aber fing zu suchen an. Beim Ältesten hatte er angefangen und endete beim jüngsten. Da fand sich der Becher in Benjamins Sack. Gen 44:13 Darauf zerrissen sie ihre Kleider, beluden jeder seinen Esel und kehrten in die Stadt zurück. Gen 44:14 So kam Juda mit seinen Brüdern in Josephs Haus; dieser aber war noch dort, und sie fielen vor ihm zu Boden. Gen 44:15 Joseph aber sprach zu ihnen: "Was ist das für eine Tat, die ihr getan? Habt ihr nicht gewußt, daß ein Mann wie ich richtig ahnen kann?" Gen 44:16 Da sprach Juda: "Was sollen wir meinem Herrn sagen? Was reden? Wie uns rechtfertigen? Gott hat die Schuld deiner Sklaven gefunden. Wir sind jetzt Sklaven unseres Herrn, wir so gut wie der, bei dem sich der Becher gefunden hat." Gen 44:17 Er sprach: "Ferne sei es nur, das zu tun! Der Mann, bei dem sich der Becher gefunden hat, soll allein mir leibeigen sein. Ihr anderen aber zieht in Frieden zu eurem Vater!" Gen 44:18 Da trat Juda zu ihm und sprach: "Bitte, mein Herr! Möchte dein Sklave ein Wort an meinen Herrn richten dürfen, ohne daß dein Zorn gegen deinen Sklaven entbrenne! Du bist ja wie Pharao. Gen 44:19 Mein Herr hat seine Sklaven gefragt: 'Habt ihr noch einen Vater oder einen Bruder?' Gen 44:20 Da sagten wir zu meinem Herrn: 'Wir haben noch einen alten Vater. Ein kleiner, spätgeborener Sohn ist auch da. Sein Bruder aber ist tot, und so ist er allein von seiner Mutter übrig und ist seines Vaters Liebling.' Gen 44:21 Du sprachst zu deinen Sklaven: 'Bringt ihn zu mir herab, damit ich ihn mit eigenen Augen sehe!' Gen 44:22 Da sprachen wir zu meinem Herrn: 'Der Knabe kann seinen Vater nicht verlassen; denn verließe er seinen Vater, so stürbe dieser.' Gen 44:23 Du aber sprachest zu deinen Sklaven: 'Kommt euer jüngster Bruder nicht mit euch herab, dann dürft ihr nimmermehr mein Antlitz schauen.' Gen 44:24 Als wir zu deinem Sklaven, unserem Vater, hinaufgezogen, berichteten wir ihm meines Herrn Wort. Gen 44:25 Da sprach unser Vater: 'Kauft uns nochmals etwas Korn.' Gen 44:26 Da sagten wir: 'Wir können nicht hinabziehen; nur wenn unser jüngster Bruder mit uns geht, ziehen wir hinab. Wir dürfen ja dem Manne nicht mehr unter die Augen kommen, ist unser jüngster Bruder nicht bei uns.' Gen 44:27 Da sprach zu uns dein Sklave, mein Vater: 'Ihr wißt: Mein Weib hat mir zwei Söhne geboren. Gen 44:28 Der eine ist von mir gegangen. Ich sagte mir: Sicherlich ist er zerrissen worden. Bis heute habe ich ihn nicht mehr gesehen. Gen 44:29 Nehmt ihr mir auch diesen weg und träfe ihn ein Leid, dann senktet ihr mein graues Haar im Leid zur Unterwelt.' Gen 44:30 Und nun, komme ich zu deinem Sklaven, meinem Vater, und ist der Knabe nicht bei uns, an dem seine Seele hängt, Gen 44:31 dann stürbe er, sobald er sieht, der Knabe ist nicht mehr da, und deine Sklaven senkten deines Sklaven, unseres Vaters, graues Haar in Jammer zur Unterwelt. Gen 44:32 Weil sich dein Sklave für den Knaben meinem Vater so verbürgt hat: 'Wenn ich ihn dir nicht bringe, dann will ich lebenslang vor meinem Vater schuldig sein', Gen 44:33 so möchte dein Sklave an des Knaben Statt bleiben, als meines Herren Leibeigener! Der Knabe aber ziehe mit seinen Brüdern hinauf. Gen 44:34 Wie könnte ich zu meinem Vater ziehen ohne den Knaben bei mir? Nie könnte ich das Leid ansehen, das meinen Vater überkäme." Gen 45:1 Da konnte Joseph nicht länger an sich halten, trotz allen Umstehenden. Er rief: "Schafft jedermann von mir hinaus!" Und so war niemand bei ihm, als sich Joseph seinen Brüdern zu erkennen gab. Gen 45:2 Er brach in lautes Weinen aus, daß es einige Ägypter hörten; auch Pharaos Haus vernahm davon. Gen 45:3 Dann sprach Joseph zu seinen Brüdern: "Ich bin Joseph. Lebt mein Vater noch?" Da konnten ihm seine Brüder keine Antwort geben; so bestürzt standen sie vor ihm. Gen 45:4 Da sprach Joseph zu seinen Brüdern: "Tretet zu mir her!" Und sie traten näher. Er sprach: "Ich bin euer Bruder Joseph, den ihr nach Ägypten verkauft habt. Gen 45:5 Nun aber grämt euch nicht! Nicht dünke es euch peinlich, daß ihr mich hierher verkauft habt! Denn zur Erhaltung eures Lebens hat mich Gott euch vorausgesandt. Gen 45:6 Zwei Jahre schon ist der Hunger im Lande, noch aber kommen fünf Jahre, wo nicht Pflügen noch Ernten ist. Gen 45:7 So hat mich Gott euch vorausgesandt, euch eine Zuflucht auf Erden zu schaffen, euch am Leben zu erhalten in wunderbarer Rettung. Gen 45:8 Somit habt nicht ihr mich hierhergesandt, sondern Gott. Er machte mich für Pharao zu einem Vater, zum Herrn für sein ganzes Haus und zum Gebieter über ganz Ägypterland. Gen 45:9 Zieht eilends zu meinem Vater hinauf! Dann sageet ihm: 'So spricht dein Sohn Joseph: Gott hat mich zum Herrn über ganz Ägypten gesetzt. Komm herab zu mir und säume nicht! Gen 45:10 Dann läßt du dich im Lande Gosen nieder und bleibst in meiner Nähe, du, deine Söhne, deine Enkel, deine Schafe, deine Rinder und alles, was dein ist! Gen 45:11 Und ich versorge dich dort; denn noch fünf Jahre währt der Hunger, daß du nicht verkümmerst mit deinem Haus und allem, was dein ist.' Gen 45:12 Ihr seht es mit eigenen Augen, auch mein Bruder Benjamin, daß ich es bin, der zu euch spricht. Gen 45:13 Dann meldet meinem Vater all meine Ehre in Ägypten und alles, was ihr geschaut! Dann bringt ihr eilends meinen Vater hierher." Gen 45:14 Und er fiel seinem Bruder Benjamin um den Hals und weinte; auch Benjamin weinte an seinem Hals. Gen 45:15 Dann küßte er all seine Brüder und weinte an ihnen. Nun erst konnten seine Brüder mit ihm sprechen. Gen 45:16 Und die Kunde drang in Pharaos Haus, indem man sprach: "Josephs Brüder sind gekommen." Und Pharao mit seinen Dienern war darüber erfreut. Gen 45:17 Pharao sprach zu Joseph: "Sag deinen Brüdern: 'Tut also! Beladet eure Lasttiere und zieht ins Land Kanaan! Gen 45:18 Holt euren Vater sowie eure Familie und kommt zu mir! Ich gebe euch, was das Ägypterland Gutes bietet, und von des Landes Wohlstand sollt ihr genießen.' Gen 45:19 So bist du ermächtigt: 'Tut also! Nehmt aus Ägypterland euch Wagen für eure Kinder und Weiber mit! Dann laßt ihr euren Vater aufsteigen und kommt her. Gen 45:20 Laßt's euch nicht leid sein um euren Hausrat! Denn was das ganze Land Ägypten Gutes bietet, soll euer Sein.'" Gen 45:21 Die Söhne Israels taten so. Und Joseph gab ihnen Wagen nach Pharaos Geheiß. Auch gab er ihnen Zehrung auf die Reise mit. Gen 45:22 Allen aber, Mann für Mann, hatte er ein Ehrenkleid geschenkt; dem Benjamin aber hatte er 300 Silberlinge und fünf Ehrenkleider gegeben. Gen 45:23 Ebenso sandte er seinem Vater zehn Esel, beladen mit Ägyptens bestem Gut, sowie zehn Eselinnen, beladen mit Korn, Brot und Reisekost für seinen Vater. Gen 45:24 Dann entließ er seine Brüder, und sie zogen fort. Er sagte noch zu ihnen: "Säumt euch nicht auf dem Wege!" Gen 45:25 So zogen sie aus Ägypten hinauf und kamen ins Land Kanaan zu ihrem Vater Jakob. Gen 45:26 Und sie berichteten ihm: "Joseph lebt noch. Ja, er waltet über ganz Ägypterland." Da erstarrte sein Herz; denn er glaubte ihnen nicht. Gen 45:27 Sie aber berichteten ihm alle Worte Josephs, die er an sie gerichtet. Er sah die Wagen, die Joseph gesandt, ihn hinzubringen. Da lebte der Geist ihres Vaters Jakob auf. Gen 45:28 Und Israel sprach: "Genug! Mein Sohn Joseph lebt noch. Ich gehe hin und will ihn sehen, bevor ich sterbe." Gen 46:1 So brach Israel mit all seiner Habe auf und kam nach Beerseba. Da brachte er dem Gott seines Vaters Isaak Opfer dar. Gen 46:2 Und Gott sprach zu Israel in einem Nachtgesichte. Er sprach: "Jakob! Jakob!" Er sprach: "Hier bin ich." Gen 46:3 Er sprach: "Ich bin Gott, der Schutzgott deines Vaters. Fürchte dich nicht; nach Ägypten zu ziehen! Denn dort mache ich dich zu einem großen Volke. Gen 46:4 Ich selber ziehe mit dir nach Ägypten und ich selber führe dich wieder herauf. Und Joseph wird dir die Hand auf die Augen legen." Gen 46:5 Da brach Jakob von Beerseba auf, und Israels Söhne hoben ihren Vater Jakob, ihre Kinder und Weiber auf die Wagen, die Pharao gesandt hatte, ihn zu holen. Gen 46:6 Und sie nahmen ihre Herden mit und ihre Fahrnis, die sie im Lande Kanaan erworben hatten. So kam Jakob mit seiner ganzen Nachkommenschaft nach Ägypten. Gen 46:7 Bei ihm waren seine Söhne und Enkel, ferner seine Töchter und Enkelinnen, brachte er doch seine ganze Nachkommenschaft mit sich nach Ägypten. Gen 46:8 Dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten kamen, Jakobs und seiner Söhne: Jakobs Erstgeborener Ruben. Gen 46:9 Rubens Söhne sind Chanok, Pallu, Chesron und Karmi. Gen 46:10 Simeons Söhne sind Jemuel, Jamin, Ohad, Jakin und Sochar sowie der Kanaaniterin Sohn, Saul. Gen 46:11 Levis Söhne sind Gerson, Kehat und Merari, Gen 46:12 Judas Söhne sind Ger, Onan, Sela, Peres und Zerach; Ger und Onan aber starben schon im Lande Kanaan, und des Peres Söhne sind Chesron und Chamul. Gen 46:13 Issakars Söhne sind Tola, Pua, Job und Simron. Gen 46:14 Zabulons Söhne sind Sered, Elon und Jachleel. Gen 46:15 Dies sind die Söhne der Lea, die sie Jakob zu Paddan Aram gebar, sowie seine Tochter Dina; alles zusammen 33 Söhne und Töchter. Gen 46:16 Gads Söhne sind Siphjon, Chaggi, Suni, Esbon, Eri, Arodi und Areli. Gen 46:17 Assers Söhne sind Jimna, Jisma, Jiswi, Beria sowie ihre Schwester Serach; Berias Söhne sind Cheber und Malkiel. Gen 46:18 Dies sind die Söhne Zilpas, die Laban seiner Tochter Lea mitgegeben; sie hatte diese dem Jakob geboren, sechzehn Seelen. Gen 46:19 Die Söhne Rachels, des Weibes Jakobs, sind Joseph und Benjamin. Gen 46:20 Dem Joseph aber wurden im Land Ägypten Kinder geboren, die ihm Asenat, die Tochter Potipheras, des Priesters von On, gebar: Manasse und Ephraim. Gen 46:21 Benjamins Söhne sind Bela, Beker, Asbel, Gera, Naaman, Echi, Nos, Muppim, Chuppim und Ard. Gen 46:22 Dies sind Rachels Söhne, die dem Jakob geboren worden, zusammen vierzehn Seelen. Gen 46:23 Dans Sohn ist Chusim. Gen 46:24 Naphtalis Söhne sind Jachseel, Guni, Jeser und Sillem. Gen 46:25 Dies sind die Söhne Bilhas, die Laban seiner Tochter Rachel mitgegeben; sie hatte diese dem Jakob geboren, zusammen sieben Seelen. Gen 46:26 Aller Seelen, die mit Jakob nach Ägypten kamen, seine leiblichen Nachkommen, ohne die Weiber der Jakobssöhne, waren es sechsundsechzig. Gen 46:27 Und der Söhne Josephs, die ihm in Ägypten geboren wurden, waren es zwei. Aller Seelen des Jakobshauses, die nach Ägypten kamen, waren es siebzig. Gen 46:28 Nun sandte er Juda zu Joseph voraus, daß er vor ihm Gosen benachrichtige. Und sie kamen ins Land Gosen. Gen 46:29 Da ließ Joseph seinen Wagen einspannen und fuhr hinauf nach Gosen, seinem Vater Israel entgegen. Als er vor ihm erschien, fiel er ihm um den Hals und weinte noch lange an seinem Hals. Gen 46:30 Dann sprach Israel zu Joseph: "Jetzt sterbe ich gern, nachdem ich dein Antlitz gesehen und weiß, daß du lebst." Gen 46:31 Joseph aber sprach zu seinen Brüdern und zu den anderen Hausgenossen seines Vaters: "Ich will vorauf, es Pharao melden und ihm sagen: 'Meine Brüder sowie meines Vaters Hausgenossen, die im Lande Kanaan waren, sind zu mir gekommen. Gen 46:32 Schafhirten aber sind diese Männer; denn Viehzüchter waren sie von je. Sie haben ihre Schafe, Rinder und alle ihre Habe mitgebracht.' Gen 46:33 Wenn euch nun Pharao rufen läßt und spricht: 'Was ist euer Gewerbe?', Gen 46:34 dann sagt: 'Von Jugend auf bis heute sind deine Sklaven Viehzüchter gewesen, wir wie auch unsere Väter', damit ihr im Lande Gosen bleiben dürft; denn jeder Schafhirte ist den Ägyptern ein Greuel." Gen 47:1 So kam Joseph, meldete es Pharao und sprach: "Mein Vater und meine Brüder mit ihren Schafen und Rindern und all ihrer Habe sind aus dem Lande Kanaan gekommen und sind jetzt im Lande Gosen." Gen 47:2 Er hatte aber fünf der tüchtigsten seiner Brüder mitgenommen. Diese stellte er dem Pharao vor. Gen 47:3 Da sprach Pharao zu seinen Brüdern: "Was ist euer Gewerbe?" Sie sprachen zu Pharao: "Schafhirten sind deine Sklaven, wir wie unsere Väter." Gen 47:4 Dann sprachen sie zu Pharao: "Wir sind gekommen, im Land zu Gaste zu sein, weil es keine Weide mehr für deiner Sklaven Schafe gibt. Schwer ist ja der Hunger im Lande Kanaan. Nun möchten deine Sklaven in dem Lande Gosen weilen dürfen." Gen 47:5 Da sprach Pharao zu Joseph: "Dein Vater und deine Brüder sind zu dir gekommen. Gen 47:6 Offen steht dir das Ägypterland. Siedle deinen Vater und deine Brüder im besten Teil des Landes an! Sie mögen in dem Lande Gosen wohnen, und findest du, daß unter ihnen tüchtige Leute sind, dann kannst du sie zu Aufsehern über meine Herden machen." Gen 47:7 Da führte Joseph seinen Vater Jakob hinein und stellte ihn Pharao vor. Jakob aber begrüßte Pharao mit einem Segenswunsch. Gen 47:8 Da sprach Pharao zu Jakob: "Wie viele Lebensjahre zählst du?" Gen 47:9 Da sprach Jakob zu Pharao: "Die Dauer meiner Wanderschaft beträgt 130 Jahre. Wenig und böse sind meine Lebensjahre gewesen. Sie reichen nicht an die Lebensjahre meiner Väter in den Tagen ihrer Pilgerschaft." Gen 47:10 Dann segnete Jakob den Pharao. Und so verließ er den Pharao. Gen 47:11 Und Joseph siedelte seinen Vater und seine Brüder an und gab ihnen im Lande Ägypten Besitz, im besten Teile des Landes, im Lande Ramses, wie Pharao befohlen hatte. Gen 47:12 Und Joseph versorgte seinen Vater, seine Brüder und die ganze Familie seines Vaters mit Brot, vornehmlich die Kinder. Gen 47:13 Nun gab es auf der ganzen Erde kein Brot mehr; denn der Hunger war sehr stark. Auch das Land Ägypten war ebenso vom Hunger erschöpft wie das Land Kanaan. Gen 47:14 Joseph aber hatte alles Geld im Land Ägypten und im Lande Kanaan an sich gebracht für das Getreide, das sie kaufen mußten. Und Joseph hatte das Geld in Pharaos Haus gebracht. Gen 47:15 So war das Geld im Lande Ägypten und im Lande Kanaan verschwunden. Da kam ganz Ägypten zu Joseph und sprach: "Gib uns Brot! Warum sollen wir vor deinen Augen sterben, nur weil das Geld zu Ende ging?" Gen 47:16 Da sprach Joseph: "Gebt eure Herden her! Dann gebe ich euch um eure Herden etwas, wenn das Geld zu Ende ist." Gen 47:17 So brachten sie ihre Herden zu Joseph, und Joseph gab ihnen Brot um die Rosse, die Schaf- und Rinderherden und die Esel. So versorgte er sie mit Brot um den Preis all ihrer Herden in jenem Jahre. Gen 47:18 So verging jenes Jahr. Da kamen sie im zweiten Jahre wieder zu ihm und sprachen zu ihm: "Wir können es meinem Herrn nicht verhehlen: Wenn das Geld zu Ende ist und der Besitz an Vieh an meinen Herrn übergeht, dann ist nichts mehr vor meinem Herrn übrig als unser Leib und unser Ackerland. Gen 47:19 Warum sollen wir vor deinen Augen hinsterben, wir und unser Ackerland? Kaufe uns und unser Ackerland um Brot! Wir wollen mit unserem Ackerland dem Pharao fronen. Aber gib Saatkorn her, daß wir leben und nicht sterben und daß das Ackerland nicht veröde!" Gen 47:20 So kaufte Joseph den ganzen Ackerboden Ägyptens für Pharao; denn die Ägypter verkauften jeder sein Feld. So hatte sie der Hunger gedrückt. Und das Land kam in Pharaos Besitz. Gen 47:21 Das Volk aber ließ er in Städte übersiedeln von einem Ende Ägyptens bis zum anderen. Gen 47:22 Nur das Ackerland der Priester kaufte er nicht. Denn die Priester hatten vom Pharao ein festes Einkommen. So lebten sie von ihrem Einkommen, das ihnen Pharao gewährte. Deshalb verkauften sie ihr Ackerland nicht. Gen 47:23 Da sprach Joseph zu den Leuten: "Nun habe ich euch samt eurem Ackerland für Pharao gekauft. Hier habt ihr Saatkorn. Dann könnt ihr das Ackerland besäen. Gen 47:24 Aber bei der Ernte müßt ihr ein Fünftel dem Pharao abliefern. Die anderen vier Fünftel sollen euch gehören zur Aussaat fürs Feld und zu eurem Unterhalt und dem eurer Familien und zur Nahrung der Kinder!" Gen 47:25 Sie sprachen: "Du rettest uns das Leben. Möchten wir Gnade finden in meines Herrn Augen! Dann wollen wir Pharaos Sklaven sein." Gen 47:26 So machte es Joseph zum Gesetz bis auf diesen Tag für Ägyptens Ackerland, daß dem Pharao ein Fünftel gehöre. Nur das Ackerland der Priester allein war Pharao nicht zugefallen. Gen 47:27 Israel aber blieb im Lande Ägypten, im Lande Gosen. Sie setzten sich darin fest, waren fruchtbar und mehrten sich stark. Gen 47:28 Und Jakob lebte im Lande Ägypten 17 Jahre. Der Tage Jakobs, seiner Lebensjahre wurden 147 Jahre. Gen 47:29 Als die Tage Israels dem Tod zugingen, rief er seinen Sohn Joseph und sprach zu ihm: "Gelte ich dir etwas, dann lege deine Hand unter meine Lende! Dann erweist du mir treue Liebe. Begrabe mich nicht in Ägypten! Gen 47:30 Bei meinen Vätern möchte ich liegen! Möchtest du mich fort aus Ägypten bringen und mich in ihrem Grabe bestattend Er sprach: "Ich tue, wie du sagst." Gen 47:31 Er sprach: "Schwöre mir!" Da schwur er ihm. Israel aber neigte sich zu Häupten des Bettes. Gen 48:1 Nach diesen Begebnissen ward Joseph gemeldet: "Dein Vater ist erkrankt." Da nahm er seine beiden Söhne mit, Manasse und Ephraim. Gen 48:2 Man meldete es Jakob und sprach. "Da kommt dein Sohn Joseph zu dir." Da nahm Israel seine Kräfte zusammen und setzte sich aufrecht im Bett. Gen 48:3 Und Jakob sprach zu Joseph: "Gott, der Allmächtige, ist mir zu Luz im Lande Kanaan erschienen, hat mich gesegnet und zu mir gesprochen: Gen 48:4 'Ich lasse fruchtbar dich und zahlreich werden und mache dich zu einer Völkermenge und gebe dieses Land deinem Stamme nach dir zum ewigen Besitz.' Gen 48:5 Nun sollen mir deine beiden Söhne gehören, die dir im Ägypterland geboren worden, bevor ich zu dir nach Ägypten kam! Ephraim und Manasse seien mein wie Ruben und Simeon! Gen 48:6 Aber die Kinder, die du nach ihnen gezeugt, seien dein! Auf ihrer Brüder Namen seien sie zu ihrem Erbteil berufen! Gen 48:7 Als ich aus Paddan kam, starb mir deine Mutter Rachel im Lande Kanaan unterwegs, nur noch eine Strecke Wegs bis Ephrat. Dort begrub ich sie am Wege nach Ephrat, das ist Bethlehem." Gen 48:8 Als Israel die Söhne Josephs sah, sprach er: "Wer sind die?" Gen 48:9 Da sprach Joseph zu seinem Vater: "Dies sind meine Söhne, die Gott mir hier geschenkt hat." Er sprach: "Bring sie zu mir her, daß ich sie segne!" Gen 48:10 Israels Augen nämlich waren stumpf geworden vor Alter, daß er nicht mehr sehen konnte. Da führte er sie zu ihm, und er küßte sie und herzte sie. Gen 48:11 Und Israel sprach zu Joseph: "Ich hätte nimmermehr geglaubt, dich wiederzusehen. Nun hat mich Gott selbst deinen Stamm noch sehen lassen." Gen 48:12 Da nahm sie Joseph von seinen Knien und verneigte sich bis auf den Boden vor ihm. Gen 48:13 Dann nahm Joseph die beiden, Ephraim an seine Rechte, links von Israel, und Manasse an seine Linke, rechts von Israel, und führte sie zu ihm. Gen 48:14 Da streckte Israel seine Rechte aus und legte sie auf Ephraims Haupt, obschon er der Jüngere war, und seine Linke auf das Haupt Manasses, seine Hände kreuzend, obschon Manasse der Erstgeborene war. Gen 48:15 Dann segnete er Joseph und sprach: "Der Gott, vor dem einst meine Väter Abraham und Isaak sind gewandelt, der Gott, der ist mein Hirte, seit ich bin gewesen, bis auf diesen Tag, Gen 48:16 der Engel, der von jedem Übel mich erlöst, er segne diese Knaben! In ihnen lebe fort mein Name und meiner Väter Abraham und Isaak Name fort und fort! Sie sollen sich auf Erden mehren und wachsen!" Gen 48:17 Als aber Joseph sah, daß sein Vater seine Rechte auf Ephraims Haupt legte, mißfiel ihm dies, und er griff nach seines Vaters Hand, um sie von Ephraims Haupt auf das Haupt Manasses zu legen. Gen 48:18 Und Joseph sprach zu seinem Vater: "Nicht so! Mein Vater! Ist dieser doch der Erstgeborene. Lege deine Hand auf sein Haupt!" Gen 48:19 Sein Vater aber weigerte sich und sprach: "Ich weiß, mein Sohn; ich weiß. Auch er wird ein Volk; auch er wird mächtig. Jedoch sein jüngerer Bruder wird mächtiger als er. Sein Stamm wird zur Völkerfülle werden." Gen 48:20 So segnete er sie an jenem Tage und sprach: "Mit dir soll Israel segnen, also sprechend: 'Gott mache dich wie Ephraim und wie Manasse!'" So setzte er Ephraim vor Manasse. Gen 48:21 Dann sprach Israel zu Joseph: "Siehe! Ich sterbe. Doch Gott ist mit euch, und so führt er euch heim in eurer Väter Land. Gen 48:22 Ich aber gebe dir vor deinen Brüdern Sichem, jenes einzige Stück, das ich den Amoritern einst mit meinem Schwert und Bogen abgenommen habe." Gen 49:1 Jakob berief nun seine Söhne und sprach: "Versammelt euch, damit ich euch verkünde, was euch begegnet in der Folgezeit. Gen 49:2 Schart euch zusammen! Ihr Jakobssöhne, hört! Auf euren Vater Israel hört jetzt!" Gen 49:3 "Ruben! Mein Erstling du, du meine Kraft, du Erstling meiner Stärke! Aufrechter Pflock! Du starker Pflock! Gen 49:4 Des Wassers Überschwang sei nimmer dir zu eigen! Denn du erstiegest deines Vaters Bett, entweihtest mit Gewalt mein Lager." Gen 49:5 "Simeon und Levi! Das Brüderpaar. Des Unrechts Waffen waren ihre Schwerter. Gen 49:6 Nicht möchte meine Seele ihrem Plane beitreten! Nicht möchte mein Gemüt mit ihrem Anschlag sich befreunden! In ihrem Zorne mordeten sie Männer, verstümmelten in ihrer Laune Stiere. Gen 49:7 Verflucht ihr Zorn, der stark, ihr Grimm, so hart! Und so verteile ich in Jakob sie, zerstreue sie in Israel." Gen 49:8 "Dich, Juda, sollen deine Brüder preisen! Am Nacken deiner Feinde deine Hand! Die Söhne deines Vaters neigen sich vor dir. Gen 49:9 Ein junger Leu ist Juda. Mein Sohn, vom Raube stiegest du empor. Er kauert, lagert wie der Leu, wie eine Löwin. Wer mag ihn reizen? Gen 49:10 Nicht weicht das Zepter je von Juda und nie der Herrscherstab von ihm, bis sein Ersehnter kommt, auf den die Völker hören. Gen 49:11 Sein Eselsfüllen bindet er an einen Weinstock und an die Edelrebe seiner Eselin Junges. Er wäscht in Wein sein Kleid, im Traubenblute sein Gewand. Gen 49:12 Von Wein die Augen fröhlich, die Zähne weiß von Milch." Gen 49:13 "Und Zabulon wohnt an dem Meeresstrand und fährt auf Schiffen, und seine Flanke reicht an Sidon." Gen 49:14 "Issakar ist ein starker Esel, der zwischen Höhen lagert. Gen 49:15 Er fand, daß Ruhe etwas Schönes und daß das Land gar prächtig. So beugte er zum Tragen seinen Nacken und ward ein Fronknecht." Gen 49:16 "Und Dan schafft seinem Volke Recht, wie einer nur von Israels Stämmen. Gen 49:17 Am Weg ist eine Schlange Dan und eine Hornviper am Pfad; sie beißt das Roß in seine Hinterfüße, und rückwärts stürzt sein Reiter. Gen 49:18 Auf Deine Hilfe hoff ich, Herr." Gen 49:19 "Den Gad umdrängt die Raubschar; doch schon drängt er dem Nachtrab nach." Gen 49:20 "Von Asser stammt gar fette Speise; er liefert königliche Leckerbissen." Gen 49:21 "Und Naphtali ist eine heilige Hirschkuh, die schöne Lämmer wirft." Gen 49:22 "Ein Stier ist Joseph, ein Stier an einer Quelle. Jungmänner ziehen gegen diesen Stier. Gen 49:23 Und ihn bedrängen Pfeilschützen, die ihn beschießen und ihm zusetzen. Gen 49:24 Doch wird ihr Bogen unbiegsam, und ihrer Hände Arme zittern vor dem Jakobsfürsten und vor des Israelsohnes Hirten. Gen 49:25 Dir helfe deines Vaters Gott, und der Allmächtige segne dich mit Himmelssegen oben, mit Segnungen der Tiefe drunten, mit Segnungen an Brust und Schoß! Gen 49:26 Die Segenswünsche deines Vaters, sie übertreffen jene meiner Eltern, den Wunsch der alten Hirten. Gelangen mögen sie auf Josephs Haupt, ja auf den Scheitel des Geweihten unter seinen Brüdern!" Gen 49:27 "Ein räuberischer Wolf ist Benjamin; am Morgen frißt er Raub und abends teilt er Beute." Gen 49:28 All diese sind die zwölf Stämme Israels, und dies war es, was ihr Vater zu ihnen gesprochen hat. Er segnete sie; jeden segnete er mit seinem besonderen Segen. Gen 49:29 Und er beschied sie und sprach zu ihnen: "Ich gehe nun zu meinem Volke ein. Begrabet mich bei meinen Vätern in der Höhle auf dem Feld des Chittiters Ephron, Gen 49:30 in jener Höhle auf dem Feld der Makpela, Mamre gegenüber im Lande Kanaan, auf jenem Feld, das Abraham von dem Chittiter Ephron zum Erbbegräbnis gekauft! Gen 49:31 Dort hat man Abraham begraben und sein Weib Sara. Dort hat man Isaak begraben und sein Weib Rebekka; dort habe auch ich Lea begraben, Gen 49:32 auf jenem Felde und in der Höhle, die von den Söhnen Chets stammt." Gen 49:33 Als Jakob die Aufträge an seine Söhne beendet hatte, zog er seine Füße auf dem Bett ein, verschied und ward zu seinen Vätern versammelt. Gen 50:1 Da warf sich Joseph auf seinen Vater, weinte über ihm und küßt ihn. Gen 50:2 Dann befahl Joseph seinen Dienern, den Ärzten, seinen Vater einzubalsamieren. Da balsamierten die Ärzte Israel ein. Gen 50:3 Darüber vergingen vierzig Tage; denn soviel Tage vergehen mit Einbalsamieren. Man beweinte ihn in Ägypten siebzig Tage lang. Gen 50:4 Als aber die Tage seiner Beweinung vorüber waren, sprach Joseph zu Pharaos Haus also: "Habe ich in euren Augen Gnade gefunden, dann legt für mich ein Wort bei Pharao ein! Gen 50:5 Mein Vater hat mich schwören lassen; er sprach: 'Siehe! Wenn ich tot bin, sollst du mich in meinem Grabe beisetzen, das ich mir im Lande Kanaan gegraben, dort sollst du mich begraben.' Nun möchte ich hinaufziehen und meinen Vater dort bestatten und wiederkehren." Gen 50:6 Da sprach Pharao: "So zieh hinauf! Bestatte deinen Vater, wie er dich hat schwören lassen!" Gen 50:7 So zog Joseph zur Bestattung seines Vaters hinauf; mit ihm zogen alle Diener Pharaos, die Ältesten seines Hauses und die Ältesten des Landes Ägypten, Gen 50:8 sowie das ganze Haus Josephs, seine Brüder und das Haus seines Vaters. Nur ihre Kinder, ihre Schafe und Rinder hatten sie im Lande Gosen gelassen. Gen 50:9 Mit ihm zogen Wagen und Reiter hinauf, ein ganz gewaltiger Zug. Gen 50:10 So kamen sie nach Goren Haatad ("Stechdorntenne") jenseits des Jordan und hielten dort sehr große und feierliche Totenklage Und er hielt für seinen Vater eine siebentägige Totenfeier ab. Gen 50:11 Die Bewohner des Landes aber, die Kanaaniter, sahen die Totenfeier zu Goren Haatad und sprachen: "Da findet eine große Totenfeier der Ägypter statt." Deshalb nannte man seinen Namen Abel Misraim ("Ägyptens Trauer"); es liegt jenseits des Jordan. Gen 50:12 Und seine Söhne taten ihm, wie er ihnen geboten hatte. Gen 50:13 Seine Söhne führten ihn in das Land Kanaan und bestatteten ihn in der Höhle des Feldes der Makpela, des Feldes, das Abraham zum Erbbegräbnis von dem Chittiter Ephron gegenüber Mamre erworben. Gen 50:14 Dann kehrte Joseph nach Ägypten zurück, er und seine Brüder sowie alle, die mit ihm zur Bestattung seines Vaters hinaufgezogen waren, nachdem er seinen Vater bestattet hatte. Gen 50:15 Als Josephs Brüder sahen, daß ihr Vater gestorben war sprachen sie: "Wenn Joseph uns befeindete und uns all das Böse, das wir ihm angetan, vergälte?" Gen 50:16 Da sandten sie zu Joseph und ließen sagen: "Dein Vater hat vor seinem Tode folgendes verordnet: Gen 50:17 'Sprecht so zu Joseph: Vergib doch die Missetat deiner Brüder und ihre Sünde, daß sie dir Böses getan!' Und nun verzeihe doch die Sünde der Verehrer des Gottes deines Vaters!" Da weinte Joseph, als sie so zu ihm sprachen. Gen 50:18 Nun gingen auch seine Brüder hin, fielen vor ihm nieder und sprachen: "Hier sind wir, deine Leibeigenen." Gen 50:19 Da sprach Joseph zu ihnen: "Fürchtet euch nicht! Bin ich an Gottes Statt? Gen 50:20 Ihr freilich habt Böses wider mich ersonnen; Gott aber hat es zum Guten gelenkt, um bis auf heute vorzusorgen, ein großes Volk am Leben zu erhalten. Gen 50:21 Nun fürchtet euch nicht. Ich sorge für euch und eure Kinder." So tröstete er sie und sprach ihnen Mut zu. Gen 50:22 Joseph blieb in Ägypten, er und seines Vaters Haus. Und Joseph lebte 110 Jahre. Gen 50:23 Joseph sah von Ephraim Urenkel; auch die Söhne Makirs, des Manassesohnes, waren auf Josephs Knien geboren worden. Gen 50:24 Joseph sprach zu seinen Brüdern: "Ich sterbe; Gott aber sorgt für euch; dann führt er euch aus diesem Lande in das Land, das er Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat." Gen 50:25 Und Joseph ließ die Söhne Israels schwören und sprach: "Gott nimmt sich eurer an. Dann müßt ihr mein Gebein von hier hinaufbringen." Gen 50:26 So starb Joseph, 110 Jahre alt. Man balsamierte ihn ein und legte ihn in Ägypten in den Schrein. Exo 1:1 Und dies sind die Namen der Söhne Israels, die nach Ägypten gekommen sind. Mit Jakob sind sie gekommen, jeder mit seiner Familie: Exo 1:2 Ruben, Simeon,Levi, Juda, Exo 1:3 Issakar, Zabulon, Benjamin, Exo 1:4 Dan, Naphtali, Gad und Asser. Exo 1:5 Aller Seelen der aus Jakob Entsprungenen waren es siebzig; Joseph aber war schon in Ägypten gewesen. Exo 1:6 Da starben Joseph und alle seine Brüder, jenes ganze Geschlecht. Exo 1:7 Die Israeliten aber waren fruchtbar geworden; sie wurden überreich, wuchsen und erstarkten mehr und mehr, und das Land ward ihrer voll. Exo 1:8 Da trat in Ägypten ein neuer König auf, der von Joseph nichts wußte. Exo 1:9 Er sprach zu seinem Volk: "Das Volk der Söhne Israels wird uns zu viel und zu stark. Exo 1:10 Wohlan! Überlisten wir es, daß es nicht weiter wachse! Sonst könnte es sich, falls ein Krieg wider uns ausbreche, zu unseren Gegnern schlagen und gegen uns kämpfen und dann aus dem Lande ziehen." Exo 1:11 so setzten sie Fronvögte darüber, um mit Fronarbeiten es zu drücken. Und so baute es Pitom und Ramses zu Vorratsstädten für Pharao aus. Exo 1:12 Aber je mehr sie es drückten, desto mehr nahm es zu und breitete sich aus. Da graute jenen vor den Israeliten. Exo 1:13 Und so machten die Ägypter die Israeliten gewaltsam zu Sklaven Exo 1:14 und verbitterten ihnen das Leben mit harter Fron in Lehm und Ziegeln und allerlei Fron auf dem Felde. All ihr Frondienst, den man ihnen aufgelegt hatte, geschah mit Plackerei. Exo 1:15 Dann sprach der König von Ägypten zu den Hebammen der Hebräerinnen; die eine hieß Siphra, die andere Pua. Exo 1:16 Er sagte: "Entbindet ihr die Hebräerinnen, dann beseht ihr die Teile. Ist es ein Knabe, dann tötet ihr ihn. Ist es ein Mädchen, mag es leben." Exo 1:17 Die Hebammen aber fürchteten Gott, und so taten sie nicht, was ihnen der König von Ägypten befohlen, sondern ließen die Knaben am Leben. Exo 1:18 Da schrie der König von Ägypten die Hebammen an und sprach zu ihnen: "Warum habt ihr dies getan? Ihr ließet die Knaben am Leben." Exo 1:19 Da sprachen die Hebammen zu Pharao: "Die Hebräerinnen sind nicht wie die ägyptischen Weiber; sie sind wie Tiere. Bevor die Hebamme zu ihnen kommt, haben sie geboren." Exo 1:20 Und Gott ließ es den Hebammen gut ergehen. Das Volk aber wuchs und wurde sehr stark. Exo 1:21 Weil aber die Hebammen Gott gefürchtet hatten, verlieh er ihnen Vermögen. Exo 1:22 Pharao aber befahl seinem ganzen Volke: "Ihr sollt alle Knaben, die geboren werden, in den Nil werfen. Die Mädchen aber sollt ihr am Leben lassen." Exo 2:1 Da ging ein Mann aus Levis Haus hin und heiratete eine Tochter Levis. Exo 2:2 Und das Weib ward guter Hoffnung und gebar einen Sohn. Als sie sah, daß er kräftig ward, verbarg sie ihn drei Monate. Exo 2:3 Länger aber konnte sie ihn nicht verborgen halten. So nahm sie für ihn ein Papyruskästchen, dichtete es mit Asphalt und Pech, legte den Knaben darein und setzte es in das Schilf am Nilufer. Exo 2:4 Seine Schwester aber stellte sich von ferne auf, zu sehen, was mit ihm geschähe. Exo 2:5 Da stieg Pharaos Tochter herab, im Nil zu baden, währenddessen sich ihre Dienerinnen am Nilufer ergingen. Da sah sie das Kästchen mitten im Schilfe. Und sie schickte ihre Magd und ließ es holen. Exo 2:6 Sie öffnete es und sah es, das Kind. Ein weinender Knabe war es. Und er dauerte sie. Sie sprach: "Dies ist einer von den Knaben der Hebräer." Exo 2:7 Da sprach seine Schwester zu der Tochter Pharaos: "Soll ich gehen? Dann hole ich dir ein stillendes Weib von den Hebräerinnen, daß sie dir den Knaben stille?" Exo 2:8 Und Pharaos Tochter sprach zu ihr: "Geh!" Da ging das Mädchen und holte des Knaben Mutter. Exo 2:9 Und Pharaos Tochter sprach zu ihr: "Nimm diesen Knaben und stille ihn mir! Ich gebe dir einen Lohn dafür." Da nahm das Weib den Knaben und stillte ihn. Exo 2:10 Der Knabe wuchs heran; da brachte sie ihn der Tochter Pharaos, und er galt ihr als Sohn. Sie nannte ihn Moses; sie sagte nämlich: "Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen." Exo 2:11 In jener Zeit, als Moses erwachsen war, ging er zu seinen Brüdern hinaus und sah sich ihre Fronarbeiten an. Da sah er, wie ein ägyptischer Mann einen hebräischen Mann, einen seiner Brüder, niederschlug. Exo 2:12 Er wandte sich nun hierhin und dorthin, und als er sah, daß kein Mensch da war, erschlug er den Ägypter. Dann verscharrte er ihn im Sand. Exo 2:13 Am andern Tage ging er wieder aus. Da rauften sich zwei Hebräer. Er sprach zu dem Schuldigen: "Warum schlägst du deinen Genossen?" Exo 2:14 Da sprach er: "Wer hat dich zum Obmann und Richter über uns gesetzt? Denkst du daran, mich totzuschlagen, wie du den Ägypter totgeschlagen hast?" Da erschrak Moses und dachte: "So ist die Sache ruchbar geworden." Exo 2:15 Auch Pharao erfuhr davon und trachtete, Moses umzubringen. Da floh Moses vor Pharao, kam in das Land Midian und setzte sich an den Brunnen. Exo 2:16 Der Priester Midians aber hatte sieben Töchter. Diese kamen und wollten Wasser schöpfen und die Tränkrinnen füllen, um ihres Vaters Schafe zu tränken. Exo 2:17 Da kamen die Hirten und vertrieben sie. Moses aber stand auf, half ihnen und tränkte ihre Schafe. Exo 2:18 Als sie zu ihrem Vater Raguel kamen, sprach er: "Warum kommt ihr heute so bald?" Exo 2:19 Sie sprachen: "Ein ägyptischer Mann hat uns gegen die Hirten geholfen. Er hat fleißig für uns geschöpft. Dann tränkte er die Schafe." Exo 2:20 Da sprach er zu seinen Töchtern: "Wo ist er? Warum habt ihr den Mann dort gelassen? Ladet ihn zum Mahle ein!" Exo 2:21 Und Moses willigte ein, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab seine Tochter Sippora dem Moses. Exo 2:22 Sie gebar einen Sohn, und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: "Gast bin ich geworden in fremdem Lande." Exo 2:23 Nach vielen Tagen starb der König von Ägypten. Die Israeliten aber seufzten unter der Fron und schrien auf. Und ihr Hilferuf stieg zu Gott von der Fron empor. Exo 2:24 Und Gott hörte ihr Gestöhn. Gott aber gedachte seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Exo 2:25 Und Gott sah die Söhne Israels. Und Gott nahm sich ihrer an. Exo 3:1 Moses aber hütete die Schafe seines Schwiegervaters Jetro, des Priesters von Midian. Da trieb er einmal die Schafe nach der Wüste und kam zu dem Gottesberg, an den Horeb. Exo 3:2 Da erschien ihm der Engel des Herrn mitten im Feuer aus dem Dornbusch heraus. Er sah hin: Der Dombusch brannte in Feuer; aber der Dornbusch ward nicht verzehrt. Exo 3:3 Da sprach Moses: "Ich will doch hingehen, diese großartige Erscheinung zu betrachten, warum der Dornbusch nicht verbrennt." Exo 3:4 Als der Herr sah, daß er herüberkam, um aufzuschauen, da rief ihn Gott aus dem Dornbusche an und sprach: "Moses! Moses!" Er sprach: "Hier bin ich." Exo 3:5 Er sprach: "Komm nicht näher! Streif deine Schuhe von den Füßen! Denn der Ort, auf dem du stehst, ist heiliger Boden." Exo 3:6 Und er sprach: "Ich bin der Schutzgott deiner Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." Da verbarg Moses sein Antlitz; denn er scheute sich, auf Gott zu blicken. Exo 3:7 Der Herr aber sprach: "Die Quälung meines Volkes in Ägypten habe ich wohl bemerkt und sein Schreien über seine Fronvögte gehört. Ich kenne seine Leiden. Exo 3:8 So fuhr ich denn herab, es aus Ägyptens Hand zu lösen und es aus diesem Lande hinaufzuführen in ein Land, trefflich und weit, in ein Land, das von Milch und Honig fließt, zu dem Sitze der Kanaaniter und Chittiter, der Amoriter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Exo 3:9 Nun ist das Geschrei der Söhne Israels zu mir gedrungen, und ich habe die Quälerei gesehen, mit der die Ägypter sie quälen. Exo 3:10 So geh! Ich sende dich zu Pharao. Und führe mein Volk, die Söhne Israels, aus Ägypten!" Exo 3:11 Moses aber sprach zu Gott: "Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und die Söhne Israels aus Ägypten führe?" Exo 3:12 Er sprach: "Ich selber werde ja mit dir sein. Dies sei für dich das Zeichen, daß ich dich sende. Führst du das Volk aus Ägypten, dann feiert ihr auf diesem Berge ein Fest zu Gottes Ehren." Exo 3:13 Da sprach Moses zu Gott: "Ich komme also zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Der Schutzgott eurer Väter schickt mich zu euch.' Wenn sie mich fragen: 'Was ist es um seinen Namen?' was soll ich ihnen sagen?" Exo 3:14 Da sprach Gott zu Moses: "Ich bin der 'Ich bin'." Und er sprach: "So sollst du zu den Söhnen Israels sprechen: 'Der "Ich bin" hat mich zu euch gesandt.'" Exo 3:15 Und weiter sprach Gott zu Moses: "So sollst du zu den Söhnen Israels sprechen: 'Der Herr, der Schutzgott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, schickt mich zu euch.' Für ewig ist dies mein Name und dies für alle Geschlechter meine Bezeichnung. Exo 3:16 Geh! Versammle die Ältesten in Israel und sprich zu ihnen: Der Herr, der Schutzgott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, mit der Zusage: Ich achte genau auf euch und auf das, was euch in Ägypten geschieht. Exo 3:17 Und ich sage nun: Ich führe euch aus Ägyptens Elend weg in das Land der Kanaaniter, Chittiter, Amoriter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter, in ein Land, von Milch und Honig fließend. Exo 3:18 Und hören sie auf dich und kommst du mit den Ältesten Israels zum König von Ägypten, dann sagt ihr zu ihm: 'Der Herr, der Schutzgott der Hebräer, ist uns begegnet. Nun möchten wir drei Tagereisen in die Wüste ziehen und dort dem Herrn, unserem Gott, opfern.' Exo 3:19 Ich aber weiß, daß nur unter starkem Druck Ägyptens König euch ziehen läßt. Exo 3:20 So recke ich denn meine Hand aus und schlage Ägypten mit all meinen Wundem, die ich darin wirken werde. Daraufhin läßt er euch ziehen. Exo 3:21 Und ich verschaffe diesem Volke bei den Ägyptern Wohlwollen, daß ihr nicht leer abzieht, wenn ihr geht. Exo 3:22 Die Weiber sollen sich von ihren Nachbarinnen und von ihren Hausgenossinnen Gold- und Silberschmuck ausbitten und Gewände! Dann legt sie euren Söhnen und Töchtern an und gewinnt so die Ägypter!" Exo 4:1 Moses erwiderte und sprach: "Wenn sie mir aber nicht glauben und nicht auf mich hören, sondern sprechen: 'Der Herr ist dir nicht erschienen'?" Exo 4:2 Da sprach der Herr zu ihm: "Was hast du da in deiner Hand?" Er sprach: "Einen Stab." Exo 4:3 Da sprach er: "Wirf ihn zur Erde!" Er warf ihn zur Erde. Da ward er eine Schlange, so daß Moses vor ihr floh. Exo 4:4 Da sprach der Herr zu Moses: "Streck deine Hand aus! Greif sie am Schwanze!" Er reckte seine Hand aus und packte sie. Da ward sie in seiner Hand zum Stabe. Exo 4:5 "Dies sei, damit sie glauben, daß der Herr, der Schutzgott ihrer Väter, dir erschienen ist, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs." Exo 4:6 Der Herr sprach weiter zu ihm: "Bringe deine Hand in deinen Busen!" Da brachte er seine Hand in den Busen, und als er sie hervorzog, war seine Hand aussätzig wie Schnee. Exo 4:7 Er sprach: "Tu deine Hand wieder in deinen Busen!" Da tat er seine Hand wieder in seinen Busen und zog sie wieder aus seinem Busen. Da war sie wieder gleich dem anderen Fleische geworden. Exo 4:8 "Wollen sie dir nicht glauben und nicht auf des ersten Zeichens Sprache hören, dann glauben sie der Sprache dieses letzten Zeichens. Exo 4:9 Und glauben sie nicht diesen beiden Zeichen und hören sie nicht auf dich, dann nimmst du von dem Nilwasser und gießest es auf das Trockene. Dann wird das Wasser, das du dem Nil entnimmst, auf dem Trockenen zu Blut." Exo 4:10 Moses sprach zum Herrn: "Herr! Mit Verlaub! Ich bin kein Mann der Rede. Nicht gestern, nicht ehegestern und auch heute nicht, seit du mit deinem Diener sprichst. Ich bin unbeholfen mit Mund und Zunge." Exo 4:11 Da sprach der Herr zu ihm: "Wer kann dem Menschen einen Mund geben? Wer kann ihn stumm oder taub machen? Wer sehend oder blind? Bin es nicht ich, der Herr? Exo 4:12 Und nun geh! Ich will schon mit deinem Munde sein; dann lehre ich dich, was du reden sollst." Exo 4:13 Er aber sprach: "Herr! Mit Verlaub! Bestelle es lieber durch jemand anderen!" Exo 4:14 Da ward der Herr über Moses zornig und sprach: "Ist nicht dein Bruder Aaron, der Levite, da? Ich weiß, daß er gut reden kann. Zudem geht er dir gerade entgegen. Und so er dich sieht, freut er sich herzlich. Exo 4:15 Dann sprich mit ihm und lege ihm die Worte in den Mund! Ich aber will mit deinem und seinem Munde sein, und so lehre ich euch, was ihr tun sollt. Exo 4:16 Er selber redet nun für dich zum Volk. So dient er dir zum Mund, und du bist ihm zu einem Gott. Exo 4:17 Und diesen Stab sollst du in die Hand nehmen, um mit ihm die Zeichen zu tun." Exo 4:18 Moses ging und kehrte wieder zu seinem Schwiegervater Jetro und sprach zu ihm: "Ich möchte gehen und wieder zu meinen Brüdern in Ägypten kehren und sehen, ob sie noch leben." Jetro sprach zu Moses: "Geh in Frieden!" Exo 4:19 Der Herr aber hatte zu Moses in Midian gesprochen: "Geh! Kehr wieder nach Ägypten! Denn alle Männer sind gestorben, die dir nach dem Leben trachteten." Exo 4:20 So nahm Moses sein Weib und seine Söhne, setzte sie auf den Esel und kehrte wieder nach Ägypten. Auch den Gottesstab nahm Moses mit. Exo 4:21 Da sprach der Herr zu Moses: "Da du wieder nach Ägypten kehrst, sieh zu, daß du all diese Wunder, die ich in deine Macht gelegt, vor Pharao tust! Ich aber verhärte sein Herz, daß er das Volk nicht entläßt. Exo 4:22 Dann sprich zu Pharao: 'So spricht der Herr: Mein erstgeborener Sohn ist Israel! Exo 4:23 Ich sage dir: Entlaß meinen Sohn, daß er mich verehre! Doch weigerst du dich, ihn zu entlassen, dann erschlage ich deinen erstgeborenen Sohn.'" Exo 4:24 Unterwegs aber in der Herberge stieß der Herr auf ihn und wollte ihn töten. Exo 4:25 Da nahm Sippora einen Kiesel, beschnitt die Vorhaut ihres Sohnes, rührte damit an seine Füße und sprach: "Du bist mir ein Blutmahner." Exo 4:26 Da ließ er von ihm ab. Damals hatte sie gesagt "Blutmahner" wegen der Beschneidung. Exo 4:27 Und der Herr sprach zu Aaron: "Geh Moses entgegen in die Wüste!" So ging er und traf ihn am Gottesberge und küßte ihn. Exo 4:28 Dann erzählte Moses dem Aaron alle seine Aufträge, die ihm der Herr gegeben, und alle Zeichen, die er ihm anbefohlen hatte. Exo 4:29 Da gingen Moses und Aaron und versammelten alle Ältesten der Israeliten. Exo 4:30 Und Aaron verkündete alle Aufträge, die der Herr dem Moses gegeben. Und der tat die Zeichen vor den Augen des Volkes. Exo 4:31 Da glaubte das Volk. Und als es hörte, daß der Herr sich der Söhne Israels angenommen und ihr Elend gesehen habe, verneigten sie sich und warfen sich nieder. Exo 5:1 Hernach kamen Moses und Aaron und sprachen zu Pharao: "So spricht der Herr, der Gott Israels: 'Entlaß mein Volk, daß sie mir ein Fest in der Wüste feiern!'" Exo 5:2 Da sprach Pharao: "Wer ist der Herr, daß ich ihm gehorchen und Israel entlassen soll? Den Herrn kenne ich nicht, und Israel entlasse ich nicht." Exo 5:3 Sie sprachen.- "Der Gott der Hebräer ist uns begegnet. Wir möchten nur drei Tagereisen in die Wüste gehen und dem Herrn, unserem Gott, opfern, daß er uns nicht mit Pest oder Schwert überfalle!" Exo 5:4 Da sprach der König von Ägypten zu ihnen: "Warum wollt ihr, Moses und Aaron, das Volk an seiner Arbeit hindern? Kümmert euch doch um eure Sachen!" Exo 5:5 Und Pharao sprach: "Fürwahr, allzuviel Leute sind schon im Land. Da lasset ihr diese von ihren Arbeiten ausruhen!" Exo 5:6 Und Pharao befahl am gleichen Tage des Volkes Fronvögten und seinen Aufsehern: Exo 5:7 "Liefert kein Stroh mehr dem Volk zum Ziegelmachen wie bisher! Selber sollen sie gehen und Stroh auflesen! Exo 5:8 Aber den Satz der Ziegel, die sie bisher hergestellt, belaßt für sie! Macht keinen Abzug daran! Faul sind sie, drum schreien sie: 'Laßt uns gehen, unserem Gott zu opfern!' Exo 5:9 Wuchtig laste die Arbeit auf diesen Leuten, und sie sollen daran zu tun haben, daß sie nicht auf Lügenreden achten!" Exo 5:10 Da kamen des Volkes Fronvögte und seine Aufseher heraus und sagten zum Volke: "So spricht der Pharao: Ich liefere euch kein Stroh mehr. Exo 5:11 Geht selber! Holt euch Stroh, wo ihr es findet! Von eurem Frondienst aber wird nichts gekürzt" Exo 5:12 Da zerstreute sich das Volk über ganz Ägypterland, Stoppeln für die Ziegel zu sammeln. Exo 5:13 Aber die Fronvögte drängten und sprachen: "Die volle Arbeit müßt ihr täglich liefern wie damals, als es Stroh gab." Exo 5:14 Da wurden die israelitischen Aufseher gezüchtigt. Ihnen hatten Pharaos Fronvögte die Schuld gegeben, indem sie sprachen: "Warum habt ihr nicht euer Maß an Ziegeln wie bisher, so auch heute fertig gebracht?" Exo 5:15 So kamen die israelitischen Aufseher, schrien zu Pharao und sprachen: "Warum tust du so mit deinen Sklaven? Exo 5:16 Stroh wird deinen Sklaven nicht mehr geliefert; doch 'Ziegel', sagt man uns, 'liefert ab!' Nun werden deine Sklaven schwer gezüchtigt, indes an dir die Schuld liegt." Exo 5:17 Er sprach: "Faul seid ihr, faul. Deshalb sagt ihr: 'Wir wollen gehen, dem Herrn zu opfern.' Exo 5:18 Jetzt marsch! Fort an die Arbeit! Stroh wird euch nicht geliefert; doch den Satz an Ziegeln habt ihr zu liefern." Exo 5:19 Da sahen die Aufseher der Israeliten sie traurig an und sprachen: "Ihr dürft das Tagwerk an Ziegeln nicht kürzen." Exo 5:20 Als sie von Pharao weggingen, trafen sie auf Moses und Aaron, die sie erwarteten. Exo 5:21 Sie sprachen zu ihnen: "Der Herr blicke auf euch und richte, daß ihr uns bei Pharao und seinen Dienern in übelsten Geruch gebracht, ja ihnen das Schwert in die Hand gedrückt habt, uns zu morden!" Exo 5:22 Da wandte sich Moses an den Herrn und sprach: "Herr! Warum tust du diesem Volk so übel? Wozu hast du mich hergesandt? Exo 5:23 Seit ich zu Pharao gekommen bin, in deinem Namen zu reden, hat er diesem Volke übel getan, und du hast dein Volk nicht davor geschützt." Exo 6:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Jetzt wirst du sehen, was ich an Pharao tun werde. Gezwungen läßt er sie ausziehen und gezwungen jagt er sie aus seinem Land." Exo 6:2 Und Gott redete mit Moses und sprach zu ihm: "Ich bin der Herr. Exo 6:3 Ich erschien Abraham, Isaak und Jakob als allmächtiger Gott; aber mit meinem Namen "Herr" habe ich mich ihnen nicht bekannt gemacht. Exo 6:4 Wie ich meinen Bund mit ihnen errichtet habe, das Land Kanaan ihnen zu geben, das Land, in dem sie zu Gast geweilt, Exo 6:5 so habe ich auch das Gestöhn der Söhne Israels gehört, die die Ägypter knechten. Und ich gedachte meines Bundes. Exo 6:6 Daher sprich zu den Söhnen Israels: 'Ich bin der Herr. Ich befreie euch nun vom Frondienst der Ägypter und reiße euch aus ihrer Sklaverei. Ich erlöse euch mit hochgerecktem Arme und gewaltigen Gerichten. Exo 6:7 Ich nehme euch mir zum Volk und bin euch ein Schutzgott. Da erfahret ihr, daß nur ich der Herr bin, euer Gott, der euch befreit vom Frondienst der Ägypter. Exo 6:8 Ich bringe euch dann in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob durch feierlichen Schwur verheißen. Ich gebe es euch zum Erbbesitz, ich der Herr.'" Exo 6:9 Und Moses berichtete dies den Israeliten. Aber sie hörten nicht auf Moses in ihrer gedrückten Stimmung und wegen der schweren Arbeit. Exo 6:10 Da sprach der Herr zu Moses also: Exo 6:11 "Geh! Sprich mit Pharao, dem König von Ägypten, er soll die Söhne Israels aus seinem Land entlassen!" Exo 6:12 Da redete Moses vor dem Herrn also: "Haben die Israeliten nicht auf mich gehört, wie sollte Pharao auf mich hören? Ich bin ja nicht gewandt im Reden." Exo 6:13 Da redete der Herr mit Moses und Aaron und entbot sie zu den Israeliten und zu Pharao, dem König von Ägypten, um die Israeliten aus Ägypterland zu führen. Exo 6:14 Dies sind ihre Familienhäupter: Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, waren Chanok, Pallu, Chesron und Karmi. Dies sind die Geschlechter Rubens. Exo 6:15 Simeons Söhne waren Jemuel, Jamin, Ohad, Jakin, Sochar und Saul, der Kanaaniterin Sohn. Dies sind die Sippen Simeons. Exo 6:16 Dies sind die Namen der Söhne Levis nach ihrem Stammbaum: Gerson, Kehat und Merari. Levi ward 137 Jahre alt. Exo 6:17 Gersons Söhne waren Libni und Simi mit ihren Sippen. Exo 6:18 Kehats Söhne waren Amram, Ishar, Chebron und Uzziel. Kehat ward 133 Jahre alt. Exo 6:19 Meraris Söhne waren Machli und Musi. Dies sind die Sippen der Leviten nach ihrem Stammbaum. Exo 6:20 Amram heiratete seine Tante Jokebed. Sie gebar ihm Aaron und Moses; Amram ward 137 Jahre alt. Exo 6:21 Ishars Söhne waren Korach, Nepheg und Zikri. Exo 6:22 Uzziels Söhne waren Misael, Elsaphan und Sitri. Exo 6:23 Und Aaron heiratete Aminadabs Tochter Eliseba, des Nachson Schwester. Sie gebar ihm Nadab und Abihu, Eleazar und Itamar. Exo 6:24 Korachs Söhne waren Assir, Elkana und Abiasaph. Dies sind die Sippen der Korachiter. Exo 6:25 Aarons Sohn Eleazar hatte eine der Töchter Putiels geheiratet. Sie gebar ihm Pinechas. Dies sind die Familienhäupter der Leviten nach ihren Sippen. Exo 6:26 So war es mit Aaron und Moses, zu denen der Herr gesprochen: "Führt die Söhne Israels in ihren Scharen aus Ägypterland!" Exo 6:27 Sie sind es, die mit dem König von Ägypten, Pharao, redeten, um die Israeliten aus Ägypten zu führen. So war es mit Moses und Aaron. Exo 6:28 So war es an dem Tage, da der Herr mit Moses im Lande Ägypten gesprochen. Exo 6:29 Der Herr sprach zu Moses also: "Ich bin der Herr. Vermelde Pharao, dem König von Ägypten, alles, was ich dir sage!" Exo 6:30 Da sprach Moses vor dem Herrn: "Siehe! Ich bin im Reden ungewandt. Wie soll da Pharao auf mich hören?" Exo 7:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Siehe, ich mache dich für Pharao zu einem Gott, und dein Bruder Aaron ist dein Prophet. Exo 7:2 Alles, was ich dir auftrage, sollst du sagen. Doch zu Pharao sage dein Bruder Aaron, er solle die Söhne Israels aus seinem Lande entlassen! Exo 7:3 Ich aber will Pharaos Herz verhärten und im Ägypterland meine Zeichen und meine Wunder mehren. Exo 7:4 So hört Pharao nicht auf euch, bis ich meine Hand auf Ägypten lege und aus Ägypterland meine Scharen, mein Volk, die Söhne Israels, führe, unter großen Machterweisen. Exo 7:5 Dann erfahren die Ägypter, daß ich der Herr bin, wenn ich meine Hand gen Ägypten strecke und aus seiner Mitte die Söhne Israels führe." Exo 7:6 Moses und Aaron taten so. Wie es der Herr sie hieß, so taten sie. Exo 7:7 Moses aber war 80 Jahre alt und Aaron 83, als sie mit Pharao verhandelten. Exo 7:8 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron also: Exo 7:9 "Spricht Pharao zu euch: 'Gebt euren Erweis', dann sprich zu Aaron: 'Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao, daß er zur Natter werde!'" Exo 7:10 Da kamen Moses und Aaron zu Pharao und taten, wie der Herr befohlen. Aaron warf seinen Stab vor Pharao und seine Diener; da ward er zur Natter. Exo 7:11 Aber auch Pharao berief die Weisen und Zauberer, und Ägyptens Zauberkünstler taten so mit ihren Künsten. Exo 7:12 Sie warfen jeder seinen Stab hin, und diese wurden zu Nattern. Doch Aarons Stab verschlang ihre Stäbe. Exo 7:13 Aber Pharaos Herz blieb verhärtet; hatte er doch nicht auf sie gehört, wie der Herr vorausgesagt. Exo 7:14 Und der Herr sprach zu Moses: "Des Pharao Herz ist verstockt. Er weigert sich, das Volk zu entlassen. Exo 7:15 Geh morgen früh zu Pharao! Da geht er an das Wasser. Dann tritt ihm am Nilufer entgegen. Den Stab, der sich zur Schlange wandelt, nimm mit dir! Exo 7:16 Dann sprich zu ihm: 'Der Herr, der Schutzgott der Hebräer, sendet mich zu dir mit der Weisung: "Entlaß mein Volk, daß sie in der Wüste mir zu Ehren ein Fest feiern!" Aber bis jetzt hast du nicht hören wollen. Exo 7:17 Nun spricht der Herr: "Daran sollst du erkennen, daß ich der Herr bin: Siehe, ich schlage mit dem Stab in meiner Hand auf das Wasser im Nil, dann wandelt dieses sich in Blut. Exo 7:18 Die Fische im Nil sterben, und der Nil wird stinkend; dann ekelt es die Ägypter, Wasser aus dem Nil zu trinken."'" Exo 7:19 Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich zu Aaron: 'Nimm deinen Stab und strecke deine Hand über die Gewässer in Ägypten, über ihre Flüsse, Kanäle, Teiche und alle ihre Wasserstellen, daß sie zu Blut werden!' Dann ist Blut im ganzen Land Ägypten, im Holzgefäß wie im Steinzeug." Exo 7:20 Da taten Moses und Aaron so, wie der Herr befohlen. Er hob den Stab und schlug das Wasser im Nil vor Pharaos und seiner Diener Augen. Da ward alles Wasser im Nil zu Blut. Exo 7:21 Die Fische im Nil starben; der Nil ward stinkend; da konnten die Ägypter kein Wasser aus dem Nil trinken. Blut war im ganzen Lande Ägypten. Exo 7:22 Aber auch Ägyptens Zauberkünstler taten ebenso mit ihren Zaubereien. So blieb Pharaos Herz verstockt; hatte er doch nicht auf sie gehört, wie es der Herr vorhergesagt. Exo 7:23 Und Pharao wandte sich und trat in sein Haus, hatte er sich doch auch dies nicht zu Herzen genommen. Exo 7:24 Alle Ägypter gruben nun rings um den Nil nach Trinkwasser, weil sie vom Nilwasser nicht trinken konnten. Exo 7:25 So vergingen volle sieben Tage, nachdem der Herr den Nil geschlagen hatte. Exo 8:1 (7:26) Da sprach der Herr zu Moses: "Geh zu Pharao hinein! Dann sagst du ihm: 'So spricht der Herr: "Entlasse mein Volk, daß sie mich verehren! Exo 8:2 (7:27) Willst du es aber nicht entlassen, dann plage ich dein ganzes Gebiet mit Fröschen. Exo 8:3 (7:28) Von Fröschen wimmelt dann der Nil. Sie steigen heraus und kommen in dein Haus, in dein Schlafgemach, auf dein Bett und in deiner Diener und in deines Volkes Häuser, in deine Backöfen und Teigmulden. Exo 8:4 (7:29) Selbst an dir, wie an deinem Volke und an allen deinen Dienern, werden die Frösche hinaufsteigen."'" Exo 8:5 (8:1) Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich jetzt zu Aaron: 'Streck deine Hand mit deinem Stab über die Flüsse, Kanäle und Teiche und laß die Frösche über Ägypterland aufsteigen!'" Exo 8:6 (8:2) Da streckte Aaron seine Hand über Ägyptens Gewässer. Da kamen die Frösche und bedeckten das Land Ägypten. Exo 8:7 (8:3) Aber auch die Zauberkünstler taten ebenso mit ihren Zaubereien. Auch sie ließen Frösche über das Land Ägypten kommen. Exo 8:8 (8:4) Pharao aber rief Moses und Aaron herbei und sprach: "Leget Fürbitte beim Herrn ein, daß er die Frösche mir und meinem Volke nehme! Dann entlasse ich das Volk, daß es dem Herrn opfere." Exo 8:9 (8:5) Da sprach Moses zu Pharao: "Sag mir: Auf wann soll ich für dich, deine Diener und dein Volk beten, daß die Frösche von dir und deinen Häusern weichen und nur im Nile bleiben?" Exo 8:10 (8:6) Da sprach er: "Auf morgen." Er sprach: "Nach deinem Worte geschehe, daß du erkennst: Keiner ist wie der Herr, unser Gott. Exo 8:11 (8:7) Dann weichen Frösche von dir und deinen Häusern, von deinen Dienern und von deinem Volke und sollen nur noch im Nil bleiben." Exo 8:12 (8:8) So gingen Moses und Aaron von Pharao. Und Moses rief zum Herrn wegen des Versprechens, das er der Frösche halber dem Pharao gemacht. Exo 8:13 (8:9) Und der Herr tat nach Mosis Wort. Die Frösche starben weg aus den Häusern, den Gehöften und Feldern. Exo 8:14 (8:10) Man schüttete sie zu Haufen und das Land roch übel. Exo 8:15 (8:11) Als Pharao aber sah, daß Erleichterung geworden, verstockte er sein Herz, hatte er doch nicht mehr auf sie gehört, wie es der Herr vorhergesagt. Exo 8:16 (8:12) Da sprach der Herr zu Moses: "Sprich zu Aaron: 'Streck deinen Stab aus! Schlag auf dem Boden den Staub! Dann wird er in ganz Ägypterland zu Mücken.'" Exo 8:17 (8:13) Und sie taten so. Aaron streckte seine Hand mit dem Stab aus und schlug den Staub auf dem Boden. Da kamen Stechmücken an Mensch und Vieh. Aller Staub auf dem Boden war zu Stechmücken im Lande Ägypten geworden. Exo 8:18 (8:14) Da taten die Zauberkünstler ebenso mit ihren Zaubereien, die Stechmücken wegzubringen; aber dies konnten sie nicht. Die Stechmücken gingen an Mensch und Vieh. Exo 8:19 (8:15) Da sprachen die Zauberkünstler zu Pharao: "Dies ist Gottes Finger." Doch Pharaos Herz blieb verhärtet, hatte er doch nicht auf sie gehört, wie es der Herr vorhergesagt. Exo 8:20 (8:16) Und der Herr sprach zu Moses: "Morgen in der Frühe tritt vor Pharao, wenn er ans Wasser geht, und sprich zu ihm: 'So spricht der Herr: "Entlasse mein Volk, daß es mich verehre! Exo 8:21 (8:17) Entlässest du aber mein Volk nicht, dann lasse ich über dich, deine Diener, dein Volk und deine Häuser Fliegen kommen. Die Häuser der Ägypter werden voll von Fliegen, sowie das Ackerfeld, darauf sie sind. Exo 8:22 (8:18) Aber ausnehmen will ich an jenem Tage das Land Gosen, wo mein Volk weilt, daß dort keine Fliegen seien, damit du erkennest, daß ich Herr inmitten dieses Landes bin. Exo 8:23 (8:19) Diesen Unterschied mache ich zwischen meinem Volke und deinem Volke. Morgen geschieht dies Zeichen."'" Exo 8:24 (8:20) Und der Herr tat so. Hundsfliegen, eine schwere Menge, kamen in das Haus Pharaos und in das seiner Diener und über ganz Ägypterland; so ward durch die Hundsfliegen das Land verderbt. Exo 8:25 (8:21) Da rief Pharao nach Moses und Aaron und sprach: "Geht! Opfert eurem Gott im Lande!" Exo 8:26 (8:22) Da sprach Moses: "Nicht richtig wäre es, so zu tun. Was den Ägyptern ein Greuel ist, opfern wir dem Herrn, unserem Gott. Brächten wir zum Opfer, was den Ägyptern greulich dünkt, würden sie uns nicht steinigen? Exo 8:27 (8:23) Wir möchten in die Wüste drei Tagesreisen ziehen und dem Herrn, unserem Gott, opfern, wie der Herr uns geboten hat." Exo 8:28 (8:24) Da sprach Pharao: "Nun, ich lasse euch ziehen, dann könnt ihr dem Herrn, eurem Gott, in der Wüste opfern. Nur nicht zu weit entfernet euch! Legt für mich Fürsprache ein!" Exo 8:29 (8:25) Da sprach Moses: "Sowie ich von dir weggehe, lege ich Fürsprache beim Herrn ein. Morgen weichen von Pharao, seinen Dienern und seinem Volke die Fliegen. Nur möge Pharao nicht weiter trügen, daß er das Volk nicht zum Opfer für den Herrn entläßt!" Exo 8:30 (8:26) Da ging Moses von Pharao weg und legte Fürbitte beim Herrn ein. Exo 8:31 (8:27) Und der Herr tat nach Mosis Wort. Die Fliegen wichen von Pharao, seinen Dienern und seinem Volke; nicht eine blieb zurück. Exo 8:32 (8:28) Aber Pharao verstockte sein Herz auch diesmal. Er ließ das Volk nicht ziehen. Exo 9:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Geh zu Pharao hinein! Dann sprich zu ihm: 'So spricht der Herr, der Schutzgott der Hebräer: Entlaß mein Volk, daß sie mich verehren! Exo 9:2 Verweigerst du aber die Freilassung und hältst sie weiter fest, Exo 9:3 dann kommt die Hand des Herrn zum Verderben an dein Vieh auf dem Felde, an Pferde, Esel, Kamele, Rinder und Schafe, eine schrecklich schwere Seuche. Exo 9:4 Aber einen Unterschied macht der Herr zwischen Israels Vieh und dem Ägyptens: Keinem Israeliten stirbt ein Stück.'" Exo 9:5 Und der Herr bestimmte eine Zeit, indem er sprach: "Morgen schon tut dies der Herr an dem Lande." Exo 9:6 Und der Herr tat dies am folgenden Tage. Alles Vieh der Ägypter fiel; aber vom Vieh der Israeliten fiel nicht eines. Exo 9:7 Da ließ Pharao nachsehen. Und von Israels Vieh war auch nicht eines gefallen. Doch Pharaos Herz verstockte sich, und er entließ das Volk nicht. Exo 9:8 Da sprach der Herr zu Moses und Aaron: "Füllt eure Hände jetzt mit Ofenruß! Und Moses streue ihn himmelwärts vor Pharaos Augen! Exo 9:9 Dann wird er zu feinem Staube über ganz Ägypten und wird an Mensch und Tier in ganz Ägypten zu Beulen, und diese brechen schwärend auf." Exo 9:10 Da nahmen sie Ofenruß, traten vor Pharao, und Moses streute ihn himmelwärts. Da wurden schwärende Beulen, die aufbrachen, an Mensch und Vieh. Exo 9:11 Die Zauberkünstler aber konnten nicht vor Moses stehen wegen der Beulen; denn an den Zauberkünstlern, wie an allen Ägyptern, waren die Beulen. Exo 9:12 Der Herr aber verhärtete Pharaos Herz, hatte er doch nicht auf sie gehört, wie es der Herr dem Moses vorhergesagt. Exo 9:13 Da sprach der Herr zu Moses: "In aller Frühe tritt morgen vor den Pharao und sprich zu ihm: So spricht der Herr, der Schutzgott der Hebräer: 'Entlasse mein Volk, daß sie mich verehren! Exo 9:14 Denn diesmal schicke ich alle meine Plagen auch zu dir wie zu deinen Dienern und deinem Volke, daß du erkennest: Keiner ist auf der ganzen Erde wie ich. Exo 9:15 Schon jetzt könnte ich meine Hand ausstrecken und dich samt deinem Volke mit Seuchen schlagen, daß du von der Erde schwändest. Exo 9:16 Ich lasse dich doch gerade deshalb leben, damit ich dir meine Macht zeige, damit man auf der ganzen Erde meinen Ruhm künde. Exo 9:17 Hältst du aber weiterhin mein Volk zurück und willst es nicht entlassen, Exo 9:18 dann lasse ich morgen um diese Zeit einen überschweren Hagel niedergehen, desgleichen nicht in Ägypten war seit seiner Gründungszeit bis jetzt. Exo 9:19 Nun schick hin und birg dein Vieh und alles, was du auf dem Felde hast! All die Menschen und Tiere, die auf dem Felde betroffen werden und nicht unter Dach kommen, sterben, geht der Hagel auf sie nieder.'" Exo 9:20 Wer nun von Pharaos Höflingen das Wort des Herrn achtete, der flüchtete seine Sklaven und sein Vieh unter Dach. Exo 9:21 Wer aber des Herrn Wort mißachtete, der ließ seine Sklaven und sein Vieh auf dem Felde. Exo 9:22 Da sprach der Herr zu Moses: "Streck deine Hand gen Himmel, daß Hagel in ganz Ägypterland falle auf Mensch und Vieh und alles Feldgewächs im Lande Ägypten!" Exo 9:23 Und Moses streckte seinen Stab gen Himmel. Da ließ der Herr Donner und Hagel kommen, und Feuer ging nieder. So ließ der Herr Hagel auf das Land Ägypten fallen. Exo 9:24 Ein Hagel war es, und mitten im Hagel ein Flugfeuer, übermächtig. Seinesgleichen war nie über ganz Ägypterland gekommen, seitdem es ein Volk geworden. Exo 9:25 Und der Hagel schlug im ganzen Land Ägypten alles auf dem Felde, Mensch und Vieh. Auch alles Feldgewächs schlug der Hagel und zerschmetterte alle Bäume des Feldes. Exo 9:26 Nur in dem Lande Gosen, wo die Israeliten waren, fiel kein Hagel. Exo 9:27 Da sandte Pharao, berief Moses und Aaron und sprach zu ihnen: "Diesmal habe ich gefehlt. Der Herr ist im Recht; ich aber und mein Volk sind im Unrecht. Exo 9:28 Legt bei dem Herrn Fürsprache ein! Übergenug des Gottesdonners und des Hagels! Ich lasse euch frei. Ihr sollt nicht länger verweilen." Exo 9:29 Da sprach Moses zu ihm: "Sobald ich aus der Stadt gehe, breite ich zum Herrn meine Hände. Das Donnern wird aufhören, und der Hagel nicht mehr sein, daß du erkennest: Dem Herrn gehört die Erde. Exo 9:30 Doch du und deine Diener fürchten noch nicht den Herrn, Gott, wie ich wohl weiß." Exo 9:31 Der Flachs und die Gerste waren zerschlagen worden; denn die Gerste stand in Ähren, und der Flachs in Blüte. Exo 9:32 Weizen aber und Spelt waren nicht zerschlagen worden, weil sie spät sind. Exo 9:33 Moses ging nun von Pharao zur Stadt hinaus und breitete seine Hände zum Herrn. Da hörte Donnern und Hageln auf; auch der Regen goß nicht mehr auf die Erde. Exo 9:34 Als aber Pharao sah, daß Regen, Hagel und Donner aufgehört, verharrte er in seiner Sünde und verstockte sein Herz, samt seinen Dienern. Exo 9:35 Und Pharaos Herz verhärtete sich, und so ließ er die Israeliten nicht ziehen, wie es der Herr durch Moses vorhergesagt. Exo 10:1 Da sprach der Herr zu Moses: "Geh hinein zu Pharao! Habe ich doch sein und seiner Diener Herz verstockt, daß ich diese Zeichen bei ihm tue, Exo 10:2 und daß du Kind und Kindeskindern erzählen kannst, wie ich mich an Ägypten ausgewirkt und welche Zeichen ich an ihnen getan habe. So könnt ihr erkennen, daß ich der Herr bin." Exo 10:3 Da kamen Moses und Aaron zu Pharao und sprachen zu ihm: "So spricht der Herr, der Schutzgott der Hebräer: 'Wie lange willst du dich nicht vor mir beugen? Entlasse mein Volk, daß es mir diene! Exo 10:4 Weigerst du dich aber, mein Volk zu entlassen, dann bringe ich morgen Heuschrecken in dein Gebiet. Exo 10:5 Dann decken sie des Landes Oberfläche, daß man den Boden nicht mehr sieht. Sie fressen dann den Rest, der vom Hagel übrig ist, und sie fressen alle Bäume ab, die euch im Felde sprießen. Exo 10:6 Voll werden davon deine Häuser, all deiner Diener Häuser und die ganz Ägyptens, wie es deine Väter nicht geschaut noch deine Großväter, seit ihrem Erdenwallen bis zu diesem Tag.'" Und er wandte sich und ging weg von Pharao. Exo 10:7 Da sprachen Pharaos Diener zu ihm: "Wie lange soll dieser uns eine Gefahr sein? Entlasse die Männer, daß sie dem Herrn, ihrem Gott, dienen! Siehst du nicht, daß Ägypten verdirbt?" Exo 10:8 Da wurden Moses und Aaron zu Pharao zurückgeholt, und er sprach zu ihnen: "Geht! Dienet dem Herrn, eurem Gott! Doch wer geht mit?" Exo 10:9 Da sprach Moses: "Mit unseren Jünglingen und unseren Greisen wollen wir ziehen, mit unseren Söhnen und Töchtern; mit unseren Schafen und Rindern wollen wir ziehen. Wir haben ja ein Fest des Herrn zu feiern." Exo 10:10 Da sprach er zu ihnen: "Möge der Herr so bei euch sein, wie ich euch mit euren Kindern fortlasse! Seht, daß ihr Böses im Sinne habt! Exo 10:11 Daraus wird nichts. Ihr Männer geht und verehrt den Herrn! Das war euer Begehr." Und man jagte sie von Pharao fort. Exo 10:12 Da sprach der Herr zu Moses: "Recke deine Hand über das Ägypterland, der Heuschrecken wegen! Sie sollen über das Land Ägypten kommen und im Lande alles Gewächs abfressen, das der Hagel hat stehen lassen." Exo 10:13 Da streckte Moses seinen Stab über das Ägypterland. Und der Herr führte einen Ostwind über das Land jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Morgen ward es; da hatte der Ostwind die Heuschrecken hergetragen. Exo 10:14 So kamen die Heuschrecken über ganz Ägypterland und fielen im ganzen Bereich Ägyptens übermächtig ein. Nie gab es vorher soviel Heuschrecken, noch wird es später soviel geben. Exo 10:15 Sie deckten des ganzen Landes Oberfläche, daß der Boden nicht mehr zu sehen war. Sie fraßen alles Gewächs im Lande und alle Baumfrüchte, die der Hagel hatte stehen lassen. Nichts Grünes blieb mehr an den Bäumen und Feldgewächsen im Ägypterland. Exo 10:16 Eilends ließ Pharao Moses und Aaron rufen und sprach: "Ich bin im Unrecht wider den Herrn, euren Gott, und wider euch. Exo 10:17 Verzeiht mir doch noch diesmal mein Verschulden und legt bei dem Herrn, eurem Gott, Fürsprache ein, daß er nur diesen Tod von mir wende!" Exo 10:18 Da ging er von Pharao weg und flehte zum Herrn. Exo 10:19 Da ließ der Herr einen sehr starken Westwind wehen. Dieser nahm die Heuschrecken und warf sie ins Schilfmeer. Nicht eine Heuschrecke blieb in Ägyptens ganzem Bereiche. Exo 10:20 Aber der Herr verstockte Pharaos Herz, und so entließ er die Israeliten nicht. Exo 10:21 Und der Herr sprach zu Moses: "Recke deine Hand gen Himmel! Finsternis komme über Ägypterland, und die Finsternis sei stark!" Exo 10:22 Da reckte Moses seine Hand gen Himmel, und eine dichte Finsternis ward in ganz Ägypterland, drei Tage lang. Exo 10:23 Keiner sah den anderen und keiner erhob sich von seinem Platz, drei Tage lang. Die Israeliten alle aber hatten Licht in ihren Siedlungen. Exo 10:24 Da rief Pharao nach Moses und sprach: "Geht! Verehrt den Herrn! Eure Schafe und Rinder aber bleiben hier. Doch eure Kinder gehen mit euch." Exo 10:25 Da sprach Moses: "Auch du selbst solltest uns Schlacht- und Brandopfer liefern, daß wir sie für den Herrn, unseren Gott, zurichten. Exo 10:26 Aber auch unser Vieh muß mit uns gehen. Nicht eine Klaue bleibe zurück! Davon müssen wir nehmen können, wenn wir dem Herrn, unserem Gott, zu Ehren ein Fest feiern wollen. Wir wissen ja nicht, wie wir den Herrn verehren sollen, bis wir dorthin kommen." Exo 10:27 Aber der Herr verhärtete Pharaos Herz, und so wollte er sie nicht entlassen. Exo 10:28 Und Pharao sprach zu ihm: "Geh weg von mir! Hüte dich, noch einmal mein Antlitz zu schauen! Sobald du mein Antlitz siehst, mußt du sterben." Exo 10:29 Moses sprach: "Recht hast du geredet. Ich werde nicht wieder dein Antlitz schauen." Exo 11:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Noch eine Plage bringe ich über Pharao und Ägypten. Hernach läßt er euch von hier abziehen, und wenn er lediglich die Entlassung zugibt, dann jagt er euch gewaltsam fort. Exo 11:2 Schärfe dem Volke ein, sie sollen, Männer wie Weiber, von den Bekannten silbernen und goldenen Schmuck erbitten!" Exo 11:3 Und der Herr stimmte die Ägypter dem Volke günstig. Dazu galt der Mann Moses sehr viel in Ägypten, bei Pharaos Dienern wie beim Volke. Exo 11:4 Da sprach Moses: "So spricht der Herr: 'Um Mitternacht fahre ich mitten durch Ägypten. Exo 11:5 Dann stirbt im Lande Ägypten jeder Erstgeborene, von Pharaos Erstgeborenem an, der einst auf seinem Throne sitzen sollte, bis zu dem Erstgeborenen der Sklavin hinter der Handmühle, und alle Erstlingswürfe des Viehes. Exo 11:6 Dann ist ein groß Gejammer im ganzen Lande Ägypten, desgleichen noch nie gewesen, noch je sein wird. Exo 11:7 Aber gegen keinen der Israeliten streckt ein Hund die Zunge heraus, weder gegen Mensch noch Vieh, daß ihr erkennet, wie der Herr zwischen Israel und Ägypten scheidet.' Exo 11:8 Dann beugen sich alle diese deine Diener zu mir, werfen sich vor mir nieder und sprechen: 'Zieh weg, du samt dem ganzen Volke bei dir!' Hernach ziehe ich weg." Und er ging von Pharao in loderndem Zorn. Exo 11:9 Da sprach der Herr zu Moses: "Der Pharao hört nicht auf euch, damit sich meine Wunder mehren im Ägypterlande." Exo 11:10 So hatten Moses und Aaron alle diese Wunder vor Pharao getan. Aber der Herr verhärtete Pharaos Sinn, daß er die Israeliten nicht aus seinem Lande entließ. Exo 12:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron im Lande Ägypten also: Exo 12:2 "Dieser Monat sei für euch der Anfangsmonat! Der Jahresmonde erster sei er für euch! Exo 12:3 Sprecht so zu der Gesamtgemeinde Israels! Am zehnten dieses Monats nehme sich jedermann ein Lamm nach den Sippen, ein Lamm für jedes Haus! Exo 12:4 Sind aber in einem Hause zuwenig für ein Lamm, dann nehme er es mit dem Nachbarn, der jenem gleich an Kopfsteuer ist! Jeder nach seinem Verzehr, sollt ihr zum Lamm beisteuern! Exo 12:5 Ein fehlerfreies, männliches, noch nicht jähriges Lämmchen müßt ihr haben; aus den Schafen oder Ziegen sollt ihr es nehmen! Exo 12:6 Dann verwahrt es bis zum vierzehnten des Monats! Dann schlachte es Israels Vollgemeinde abends! Exo 12:7 Und vom Blute sollen sie nehmen und an beide Pfosten und den Türsturz tun, zum Schutze der Häuser, wo sie es essen! Exo 12:8 Noch in derselben Nacht sollen sie das Fleisch essen, am Feuer gebraten, dazu ungesäuertes Brot. Mit Bitterkräutern sollen sie es essen! Exo 12:9 Eßt nichts davon roh noch gargekocht, sondern gebraten, Kopf mit Beinen und Rumpf! Exo 12:10 Laßt davon nichts bis zum Morgen übrig! Was bis zum Morgen übrigbleibt, sollt ihr verbrennen! Exo 12:11 So sollt ihr es essen: Eure Hüften gegürtet, eure Schuhe an den Füßen, euren Stab in der Hand! Dann esset es in Hast: Ein Passah ("Übergangsmahl") ist es dem Herrn. Exo 12:12 Denn ich durchziehe in jener Nacht das Ägypterland und schlage alle Erstgeburt im Land Ägypten, Mensch und Vieh. Ich, der Herr, vollziehe das Gericht an Ägyptens Göttern allen. Exo 12:13 Das Blut sei euch zum Zeichen an den Häusern, wo ihr weilt! Sehe ich das Blut, dann übergehe ich euch. Kein verderblicher Streich trifft euch, wenn ich das Land Ägypten schlage. Exo 12:14 Zum Gedächtnis diene euch dieser Tag. Feiert ihn als ein Fest des Herrn in allen euren Geschlechtern! Als ewige Satzung sollt ihr ihn feiern! Exo 12:15 Ihr sollt sieben Tage ungesäuertes Brot essen! Genau am ersten Tage sollt ihr aus euren Häusern Sauerteig entfernen - denn wer Gesäuertes ißt, ein solches Wesen werde aus Israel gestrichen! -, vom ersten bis zum siebten Tag. Exo 12:16 Am ersten Tage sei heilige Versammlung! Am siebten haltet gleichfalls heilige Versammlung! Dabei darf keine Arbeit verrichtet werden. Nur was jeglich Wesen zu essen haben muß, das allein werde von euch bereitet! Exo 12:17 Achtet diese Vorschrift! Denn an eben diesem Tage führe ich eure Scharen aus Ägypterland. Haltet diesen Tag in eueren Geschlechtern als ewige Einrichtung! Exo 12:18 Am vierzehnten des ersten Monds am Abend esset ungesäuertes Brot bis zu dem Abend des einundzwanzigsten des Monats! Exo 12:19 Kein Sauerteig finde sich sieben Tage lang in euren Häusern: Wer Gesäuertes ißt, werde aus Israels Gemeinschaft gestrichen! Sei's Fremdling, sei's Einheimischer! Exo 12:20 Nicht einen Bissen gesäuertes Brot sollt ihr essen! In all euren Siedlungen eßt nur ungesäuertes Brot!" Exo 12:21 Dann berief Moses alle Ältesten Israels und sprach zu ihnen: "Zieht aus und holt für eure Sippen Schafe und schlachtet das Passah! Exo 12:22 Dann nehmt ein Ysopbüschel, taucht es in das Blut im Becken und streicht von dem Blute im Becken an den Türsturz und an die beiden Türpfosten! Euer keiner soll bis zum Morgen aus der Tür seines Hauses gehen! Exo 12:23 Zieht dann der Herr hindurch, das Ägypterland zu schlagen, und sieht er an dem Türsturz und an den beiden Türpfosten das Blut und übergeht der Herr die Tür, dann läßt er den Verderber nicht eure Häuser zum Schlagen betreten. Exo 12:24 Achtet doch dies Wort! Als Satzung für euch und eure Kinder gelte es auf ewige Zeiten! Exo 12:25 Und kommt ihr in das Land, das der Herr euch gibt, wie er verheißen, dann haltet diesen Brauch! Exo 12:26 Und fragen eure Söhne euch: 'Was ist dieser Brauch!', Exo 12:27 dann saget: 'Das ist das Passahopfer für den Herrn, der Israels Häuser im Ägypterland übergangen, als er Ägypten schlug; unsere Häuser aber hat er ausgenommen.'" Da neigte sich das Volk und warf sich nieder. Exo 12:28 Dann gingen die Israeliten hin und taten so. Wie der Herr Moses und Aaron geboten, so taten sie auch hernach. Exo 12:29 Da geschah es zur Mitternacht, daß der Herr alle Erstgeburt im Ägypterlande schlug, von Pharaos Erstgeborenem an, der auf seinem Throne sitzen sollte, bis zum Erstgeborenen der Sklavin, die im Kerker lag, und alle Erstlingswürfe des Viehs. Exo 12:30 Noch in der Nacht stand Pharao auf mit all seinen Dienern und ganz Ägypten, und ein großes Jammern war in Ägypten; denn kein Haus gab es, in dem nicht ein Toter lag. Exo 12:31 Da berief er Moses und Aaron noch in der Nacht und sprach: "Auf! Fort aus meinem Volke, ihr und die Söhne Israels! Geht! Verehrt den Herrn nach euren Worten! Exo 12:32 Nehmt auch eure Schafe und Rinder mit, wie ihr gesagt, und zieht fort! Doch segnet mich zuvor!" Exo 12:33 Auch die Ägypter drängten darauf, das Volk schleunigst aus dem Land zu bringen; denn sie sagten: "Wir sind sonst alle des Todes." Exo 12:34 Da nahm das Volk seinen Brotteig, bevor er noch durchsäuert war, und seine Backschüsseln, in seine Mäntel gewickelt, auf die Schulter. Exo 12:35 Die Israeliten aber hatten nach Mosis Worten getan, und so erbaten sie sich von den Ägyptern Silber- und Goldschmuck und Kleider. Exo 12:36 Der Herr aber hatte die Ägypter dem Volke günstig gestimmt. Und er ließ sie bitten, und sie gewannen sich die Ägypter. Exo 12:37 Die Israeliten brachen von Ramses auf, nach Sukkot zu, ungefähr 600.000 Fußgänger, ohne Kinder. Exo 12:38 Auch viel Mischvolk zog mit ihnen, dazu Schafe und Rinder, eine mächtig große Herde. Exo 12:39 Sie buken ungesäuerte Brotkuchen aus dem Teige, den sie aus Ägypten mitnahmen; denn er war nicht gesäuert. Sie wurden ja von den Ägyptern verjagt. So konnten sie sich nicht aufhalten und keine Zehrung bereiten. Exo 12:40 Der Israeliten Bleiben in Ägypten betrug 430 Jahre. Exo 12:41 Nach Ablauf der 430 Jahre geschah es, daß genau am selben Tage alle Scharen des Herrn aus Ägypten zogen. Exo 12:42 Eine durchwachte Nacht war das für den Herrn, als er sie aus dem Land Ägypten führte. Dies ist die Nacht, da alle Israeliten zu Ehren des Herrn in jedem Geschlecht Nachtwachen halten. Exo 12:43 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: "Das ist die Passahordnung: Kein Sohn der Fremde darf mitessen. Exo 12:44 Aber jeder um Geld gekaufte Sklave darf mitessen, wenn du ihn beschnitten hast. Exo 12:45 Beisaß und Mietling dürfen nicht mitessen. Exo 12:46 Im Hause allein soll es gegessen werden. Aus dem Hause darfst du nichts vom Fleisch auf die Straße bringen. Auch kein Bein dürft ihr daran abbrechen. Exo 12:47 Die ganze Gemeinde Israels soll es so halten! Exo 12:48 Ist ein Gast bei dir und will dem Herrn Passah feiern, so muß alles Männliche bei ihm beschnitten sein. Dann erhält er das Vorrecht, es zu feiern. Er sei dann wie ein Sproß des Landes! Kein Unbeschnittener aber darf davon essen. Exo 12:49 Ein gleich Gesetz gilt für den Eingeborenen wie für den Gast, der bei euch weilt." Exo 12:50 Da taten alle Israeliten so. Wie der Herr dem Moses und Aaron befohlen, so taten sie. Exo 12:51 An eben jenem Tage führte der Herr die Israeliten aus dem Ägypterland, nach ihren Scharen geordnet, heraus. Exo 13:1 Da sprach der Herr zu Moses also: Exo 13:2 "Weihe mir alles Erstgeborene! Was bei den Israeliten den Mutterschoß durchbricht, ist mein, Mensch und Vieh." Exo 13:3 Und Moses sprach zum Volke: "Feiert zum Gedächtnis diesen Tag, da ihr aus Ägypten, aus dem Sklavenhause, gezogen seid! Mit starker Hand hat euch der Herr von dannen geführt. Also werde nichts Gesäuertes gegessen! Exo 13:4 Heute ziehet aus, am Neumond des Abib! Exo 13:5 Bringt dich der Herr in das Land der Kanaaniter, Chittiter, Amoriter, Chiwiter und Jebusiter, er, der einst deinen Vätern zugeschworen, ein Land, von Milch und Honig fließend, dir zu geben, dann übe diesen Brauch an diesem Neumond! Exo 13:6 Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen! Am siebten Tage aber sei ein Fest des Herrn! Exo 13:7 Ungesäuertes Brot werde die sieben Tage gegessen! Nichts Gesäuertes sei bei dir zu sehen! Kein Sauerteig sei bei dir in deinem ganzen Ortsgebiete zu sehen! Exo 13:8 Aber deinem Sohne vermelde an diesem Tage also: 'Um dessentwillen, was der Herr mir getan beim Auszug aus Ägypten, geschieht dies.' Exo 13:9 Und es sei dir zum Zeichen an der Hand und zum Merkmal zwischen den Augen, damit in deinem Munde sei die Lehre über den Herrn, daß dich der Herr mit starker Hand aus Ägypten geführt! Exo 13:10 Und achte diese Satzung zu ihrer Zeit, Jahr für Jahr! Exo 13:11 Bringt dich der Herr ins Kanaaniterland, wie er dir zugeschworen und deinen Vätern, und gibt er es dir, Exo 13:12 dann tritt dem Herrn alles ab, was den Mutterschoß durchbricht! Jeder Erstlingswurf des Viehes, das du hast, falls er männlich ist, gehört dem Herrn. Exo 13:13 Doch jeden Erstlingswurf des Esels sollst du mit einem Schafe auslösen und willst du nicht, dann zerbrich ihm das Genick! Bei deinen Kindern aber mußt du jede männliche Erstgeburt auslösen. Exo 13:14 Und fragt dich dein Sohn einmal: 'Was ist das?' dann sprich zu ihm: 'Mit starker Hand hat uns der Herr aus Ägypten geführt, aus dem Frönerhause. Exo 13:15 Als Pharao sich weigerte, uns freizulassen, tötete der Herr im Lande Ägypten jede Erstgeburt, vom Erstgeborenen des Menschen bis zum Erstlingswurf des Viehs. Darum opfere ich dem Herrn jeden männlichen Erstlingswurf und löse jeden Erstgeborenen meiner Söhne aus. Exo 13:16 Und dir sei es zum Zeichen an der Hand und zur Marke zwischen den Augen, daß uns der Herr mit starker Hand aus Ägypten geführt hat!'" Exo 13:17 Als Pharao das Volk entließ, führte es Gott nicht den Weg nach dem Philisterland, der doch der nächste war. Denn Gott sprach: "Daß es nicht das Volk gereue, wenn es Kämpfe sähe, und dann nach Ägypten wieder wollte!" Exo 13:18 So ließ Gott das Volk auf dem Wege zur Wüste am Schilfmeer einschwenken. Die Israeliten aber zogen geordnet aus dem Ägypterland fort. Exo 13:19 Und Moses nahm Josephs Gebeine mit sich. Denn dieser hatte die Israeliten eidlich beschworen: "Bedenkt euch einstens Gott, dann nehmt meine Gebeine mit euch!" Exo 13:20 Und sie zogen von Sukkot ab und lagerten sich in Etam am Rand der Wüste. Exo 13:21 Der Herr aber zog vor ihnen einher, des Tags in einer Wolkensäule, sie den Weg zu leiten, und des Nachts in einer Feuersäule, ihnen zu leuchten, so daß sie Tag und Nacht wandern konnten. Exo 13:22 Nicht wich vor dem Volke die Wolkensäule bei Tag und die Feuersäule nicht bei Nacht. Exo 14:1 Und der Herr sprach zu Moses: Exo 14:2 "Befiehl den Söhnen Israels, daß sie umkehren und sich vor Pihachirot ("Wiesenort") lagern, zwischen Migdol ("Turm") und dem Meere vor Baalsephon ("Warteplatz"). Ihm gegenüber sollt ihr am Meere lagern! Exo 14:3 Dann sagt Pharao von den Israeliten: 'Verirrt haben sie sich im Land. Die Wüste hält sie umschlossen.' Exo 14:4 Und ich verhärte Pharaos Herz, daß er sie verfolge. So räche ich mich an Pharao und all seiner Heeresmacht. Die Ägypter sollen dann wissen, daß ich der Herr bin." Und sie taten so. Exo 14:5 Da ward es Ägyptens König klar, daß das Volk entwichen sei. Und Pharaos wie seiner Diener Herz ward anders gegen das Volk, und sie sprachen: "Was haben wir da gemacht, daß wir Israel aus unserem Dienst entlassen haben?" Exo 14:6 Und er schirrte seinen Wagen und nahm sein Volk mit sich. Exo 14:7 Sechshundert erlesene Wagen nahm er mit und was sonst an Wagen in Ägypten war, auf ihnen allen Streiter. Exo 14:8 Und der Herr verhärtete Pharaos, des Ägypterkönigs, Herz, und so verfolgte er die Israeliten. Die Israeliten aber waren in dichter Schar ausgezogen. Exo 14:9 So setzten ihnen die Ägypter nach und erreichten sie in dem Lager am Meer, mit allen Rossen der Wagen Pharaos, mit seinen Reitern und dem übrigen Heere, bei Pihachirot vor Baalsephon. Exo 14:10 Wie nun Pharao nähergekommen war, erhoben die Israeliten die Augen. Da waren ihnen die Ägypter nachgezogen, und so erschraken sie heftig. Da schrien die Israeliten zum Herrn. Exo 14:11 Und sie sprachen zu Moses: "Fehlte es an Gräbern in Ägypten, daß du uns zum Sterben in der Wüste mitgenommen hast? Was hast du uns da getan, uns aus Ägypten zu führen? Exo 14:12 Ist es nicht das gewesen, was wir zu dir in Ägypten gesagt: 'Laß uns in Ruhe! Wir wollen den Ägyptern dienen.' Ja, besser wäre es für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben." Exo 14:13 Da sprach Moses zum Volke: "Fürchtet euch nicht! Haltet stand! Dann erlebt ihr des Herrn Hilfe, die er euch heute schaffen wird. Denn so, wie ihr heute die Ägypter seht, seht ihr sie in alle Ewigkeit nicht wieder. Exo 14:14 Der Herr wird für euch streiten, und ihr dürft ruhig zusehen." Exo 14:15 Und der Herr sprach zu Moses: "Was schreist du zu mir? Heiße die Söhne Israels aufbrechen! Exo 14:16 Du aber heb deinen Stab empor, streck die Hand übers Meer und spalte es! Mitten durchs Meer sollen die Israeliten auf dem Trockenen ziehen. Exo 14:17 Ich aber verhärte der Ägypter Sinn. Sie sollen ihnen nachziehen. Ich räche mich so an Pharao und seiner ganzen Kriegermacht, an seinen Wagen und Reitern. Exo 14:18 Die Ägypter sollen dann erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich mich räche an Pharao und seinen Wagen und Reitern." Exo 14:19 Gottes Engel aber, der vor Israels Heer einherzog, erhob sich und trat hinter sie. Auch die Wolkensäule vor ihnen zog weg und stand hinter ihnen. Exo 14:20 So kam sie zwischen das ägyptische und das israelitische Lager. Da war nun die Wolke und die Finsternis da, und sie vermehrte die Nacht, so daß keines dem anderen während der ganzen Nacht zu nahe kam. Exo 14:21 Dann streckte Moses seine Hand über das Meer. Und der Herr trieb das Meer zurück durch einen starken Ostwind während der ganzen Nacht und machte das Meer zum Sandgrund. Und das Wasser ward geteilt. Exo 14:22 Die Israeliten gingen nun mitten durch das Meer im Trockenen. Und die Wasser standen als Mauer zu ihrer Rechten und Linken. Exo 14:23 Aber die Ägypter setzten nach und gingen hinter ihnen mit allen Rossen Pharaos, seinen Wagen und Reitern, mitten in das Meer hinein. Exo 14:24 In der Morgenwache geschah es; da neigte sich der Herr in der Feuer- und Wolkensäule über den Zug der Ägypter und verwirrte den ägyptischen Zug. Exo 14:25 Er hemmte ihre Wagenräder und ließ sie nur mit Beschwer vorwärts kommen. Da sprach Ägypten: "Fliehen will ich vor Israel." Denn der Herr stritt für sie gegen Ägypten. Exo 14:26 Da sprach der Herr zu Moses: "Streck deine Hand über das Meer! Zurückfluten sollen die Wasser über die Ägypter, ihre Wagen und Reiter!" Exo 14:27 Da streckte Moses seine Hand über das Meer. Und das Meer flutete um die Morgenwende zu seinem Boden zurück, indes die Ägypter ihm entgegenflohen. So trieb der Herr die Ägypter mitten in das Meer. Exo 14:28 Zurückfluteten da die Wasser und bedeckten die Wagen und Reiter in Pharaos ganzem Heere, das ihnen nachgezogen war ins Meer. Nicht einer von ihnen blieb übrig. Exo 14:29 Die Israeliten aber waren auf dem Trockenen mitten durch das Meer gezogen, und die Wasser standen als Mauer zu ihrer Rechten und Linken. Exo 14:30 So befreite der Herr an jenem Tage Israel aus der Hand Ägyptens, und Israel sah die Ägypter tot am Ufer des Meeres. Exo 14:31 Da sah Israel die Großtat, die der Herr an Ägypten getan. Und das Volk fürchtete den Herrn und vertraute dem Herrn und seinem Diener Moses. Exo 15:1 Damals sang Moses mit den Israeliten dieses Lied dem Herrn. Sie sprachen also: "Dem Herrn will ich lobsingen. Er hat gesiegt, / ins Meer gestürzt das Roß und seinen Reiter. Exo 15:2 Dem Herrn mein Lobgesang! / Zur Rettung ward er mir. / So ist mein Gott; ihn preise ich. / Ich rühme meines Vaters Gott. Exo 15:3 Der Herr ein Kriegsheld, sein Name Herr. Exo 15:4 Die Wagen Pharaos und seine Mannen hat er ins Meer geworfen. / Ins Schilfmeer tauchten die besten seiner Streiter. Exo 15:5 Abgründe deckten sie; / sie fuhren in die Strudel wie ein Stein. Exo 15:6 Herr, Deine Rechte, an Kraft so herrlich, / Herr, Deine Rechte zerschmettert Feinde. Exo 15:7 Mit Deines Zornes Fülle zerschlägst Du Deine Gegner; / ausschickst Du Deinen Grimm, er frißt sie wie das Stroh. Exo 15:8 Durch Deines Zornes Hauch schwoll an das Wasser. / Wallgleich die Fluten standen, und Abgründe gerannen in Meeres Herzen. Exo 15:9 Es sprach der Feind: 'Ich jage nach und hole ein und teile Raub. / An ihnen meine Gier sich letze! / Mein Schwert zück ich. Sie tilge meine Hand!' Exo 15:10 Du bliesest nur mit Deinem Hauche; / schon bedeckte sie das Meer. / Sie wirbelten wie Blei in die gewaltigen Gewässer. Exo 15:11 Wer gleicht Dir bei den Göttern, Herr? / Wer gleicht Dir, Du Erhabener im Heiligtum, / Furchtbarer, Schrecklicher, Du Wunderwirker? Exo 15:12 Du streckst die Rechte aus, / und sie verschluckt die Erde. Exo 15:13 Du lenkst mit Deiner Huld das Volk, das Du erlöst. / Du leitest es in Deiner Kraft zu Deiner heiligen Wohnstatt hin. Exo 15:14 Die Völker hören's, zittern, / und Angst packt die Bewohner Philistäas. Exo 15:15 Zusammenschrecken Edoms Fürsten, / und Moabs Edelinge faßt Erbeben, / und Kanaans Insassen alle zagen. Exo 15:16 Entsetzen, Schrecken stürzt auf sie; / ob Deines Armes Größe erstarren sie zu Stein, / bis daß hindurchzieht, Herr, Dein Volk, / bis daß hindurchzieht dies Dein Volk, das Du erkauft. Exo 15:17 Herbei bringst Du sie selbst / und pflanzest sie an jener Stätte ein, / die Du zu Deinem Sitze, Herr, bereitet, / im Heiligtum, mein Herr, das Deine Hände selbst erstellt. Exo 15:18 Der Herr ist König immerdar und ewig." - Exo 15:19 Pharaos Rosse waren ja samt seinen Wagen und Reitern ins Meer geraten, und der Herr brachte über sie des Meeres Gewässer zurück. Die Israeliten aber waren im Trockenen mitten durchs Meer gezogen. Exo 15:20 Da nahm die Prophetin Mirjam, Aarons Schwester, die Pauke zur Hand, und alle Frauen folgten ihr mit Pauken und Reigentänzen. Exo 15:21 Da sang ihnen Mirjam zu: "Lobsingt dem Herrn! Er ist so hoch und hehr, / der Rosse und Reiter gestürzt ins Meer." Exo 15:22 Moses ließ nun Israel vom Schilfmeer aufbrechen. Sie zogen in die Wüste Sur ("Mauer") hinein. Drei Tage gingen sie durch die Wüste; sie fanden aber kein Wasser. Exo 15:23 So kamen sie nach Mara; aber sie konnten in Mara kein Wasser trinken, weil es bitter war; daher hieß es Mara ("Bitternis"). Exo 15:24 Da murrte das Volk gegen Moses und sprach: "Was sollen wir trinken?" Exo 15:25 Er aber rief zum Herrn. Und der Herr wies ihn auf einen Baum. Davon warf er ins Wasser, und das Wasser ward süß. Dort gab er ihm Gesetz und Recht, und dort prüfte er es. Exo 15:26 Er sprach: "Hörst du gehorsam auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, und tust, was recht ist vor ihm, dann horchst du auf seine Weisungen und hältst all seine Satzungen, dann lege ich dir keines der Leiden auf, die ich Ägypten auferlegt. Ich, der Herr, bin dein Arzt." Exo 15:27 Und sie kamen nach Elim. Dort waren zwölf Quellen und siebzig Palmen. Und sie lagerten dort am Wasser. Exo 16:1 Von Elim brachen sie auf und kamen, die ganze Gemeinschaft Israels, in die Wüste Sin zwischen Elim und Sinai am fünfzehnten Tage des zweiten Monats nach ihrem Auszuge aus Ägypterland. Exo 16:2 Da murrten sie, die ganze israelitische Gemeinschaft, gegen Moses und Aaron wegen der Wüste. Exo 16:3 Und die Israeliten sprachen zu ihm: "Wären wir doch im Ägypterland durch des Herrn Hand gestorben! Da saßen wir beim Fleischtopf und aßen uns satt an Brot. Ihr habt uns in diese Wüste geführt, diese ganze Gemeinde durch Hunger zu töten." Exo 16:4 Da sprach der Herr zu Moses: "Ich lasse euch nun Brot vom Himmel regnen. Das Volk gehe hinaus! Doch lese es jeden Tag nur den Tagesbedarf! Damit prüfe ich es, ob es meiner Weisung folgt oder nicht. Exo 16:5 Messen sie dann am sechsten Tage, was sie einbringen, so wird es das Doppelte sein von dem, was sie tagtäglich lesen." Exo 16:6 Da sprachen Moses und Aaron zu allen Israeliten: "Am Abend erkennt ihr, daß der Herr euch aus Ägypterland geführt hat. Exo 16:7 Und am Morgen schaut ihr des Herrn Majestät, hat er doch euer Gemurr gegen den Herrn vernommen. Was sind wir, daß ihr gegen uns murrt?" Exo 16:8 Und Moses sprach: "Der Herr gibt euch am Abend Fleisch zu essen und zur Genüge Brot am Morgen, hat doch der Herr euer Gemurr wider ihn vernommen. Was sind wir? Nicht gegen uns geht euer Gemurr, sondern gegen den Herrn!" Exo 16:9 Und Moses sprach zu Aaron: "Sag der ganzen Gemeinschaft der Söhne Israels: 'Tritt vor den Herrn! Er hat euer Gemurr vernommen.'" Exo 16:10 Als Aaron dies der ganzen Gemeinschaft der Israeliten verkündigte und sie sich der Wüste zuwandten, da erschien des Herrn Majestät in der Wolke. Exo 16:11 Und der Herr sprach zu Moses also: Exo 16:12 "Der Israeliten Gemurr habe ich vernommen. Sag ihnen dies: Ihr werdet Fleisch am Abend essen und morgen früh euch am Brote sättigen. Da möget ihr erkennen, daß ich der Herr, euer Gott, bin." Exo 16:13 Und Abend war's, da zog ein Wachtelschwarm heran und bedeckte das Lager. Und am Morgen lag eine Tauschicht rings um das Lager. Exo 16:14 Dann stieg die Tauschicht auf, und auf der Wüstenfläche lag etwas Dünnes, Schuppiges, fein wie der Reif auf der Erde. Exo 16:15 Die Israeliten sahen es und sprachen zueinander: "Was ist das?", denn sie wußten nicht, was es war. Da sprach Moses zu ihnen: "Dies ist das Brot, das euch der Herr zu essen gibt. Exo 16:16 Das ist es, was der Herr mir geboten: 'Leset davon auf, jeder nach Bedarf. Je ein Maß auf den Kopf nach eurer Seelenzahl hole jeglicher für die in seinem Zelt!'" Exo 16:17 Und die Israeliten taten so. Sie lasen auf, der eine viel, der andere wenig. Exo 16:18 Da maßen sie mit dem Maß. Wer viel geholt, hatte nicht mehr, wer wenig geholt, nicht weniger gehabt. Jeder hatte für seinen Bedarf gelesen. Exo 16:19 Und Moses sprach zu ihnen: "Niemand hebe davon bis zum Morgen auf!" Exo 16:20 Aber sie hörten nicht auf Moses; sondern einige Männer hoben davon bis zum Morgen auf. Da ward es voller Würmer und roch übel. Moses aber ward auf sie zornig. Exo 16:21 So lasen sie es Morgen für Morgen auf, jeder nach seinem Bedarf. Wenn aber die Sonne heiß brannte, schmolz es. Exo 16:22 Aber am sechsten Tage lasen sie doppelte Speise, zwei Maß für einen. Da kamen alle Fürsten der Gemeinschaft und meldeten es Moses. Exo 16:23 Er sprach zu ihnen: "Dies ist es, was der Herr gemeint: Der heilige Ruhetag des Herrn ist morgen. Was ihr backen wollt, backet jetzt! Kochet jetzt, was ihr kochen wollt! Was übrigbleibt, verwahrt bis zum Morgen!" Exo 16:24 Und sie legten es bis zum anderen Morgen zurück, wie Moses befohlen. Nichts roch übel, und kein Wurm war darin. Exo 16:25 Und Moses sprach: "Eßt es heute! Denn heute ist ein Ruhetag des Herrn. Ihr findet nichts auf dem Felde. Exo 16:26 Sechs Tage könnt ihr es sammeln. Aber am siebten Tage ist Sabbat; an dem gibt es nichts." Exo 16:27 Doch am siebten Tage gingen vom Volke etliche zum Lesen hinaus; sie fanden aber nichts. Exo 16:28 Da sprach der Herr zu Moses: "Wie lange wollt ihr meine Vorschriften und Gebote nicht halten? Exo 16:29 Seht! Der Herr hat euch den Sabbat gegeben. Darum gibt er euch am sechsten Tag Speise für zwei Tage. So bleibe jeder daheim! Am siebten Tage aber gehe niemand von seinem Platz!" Exo 16:30 So ruhte am siebten Tage das Volk. Exo 16:31 Das Haus Israel aber nannte es Manna ("Was ist das"). Es war wie Koriandersamen, weißlich, und sein Geschmack wie Honigkuchen. Exo 16:32 Und Moses sprach: "Das ist es, was der Herr geboten: 'Füllt ein Maß davon zum Verwahr für eure Geschlechter, damit sie sehen das Brot, mit dem ich in der Wüste euch gespeist, als ich euch aus Ägypterland geführt!'" Exo 16:33 Und Moses sprach zu Aaron: "Nimm einen Krug und tu ein ganzes Maß Manna hinein und lege ihn nieder vor dem Herrn zum Verwahr für eure Geschlechter!" Exo 16:34 Und wie der Herr dem Moses befohlen, so legte ihn Aaron vor der Gesetzeslade nieder zum Verwahr. Exo 16:35 Die Israeliten aber aßen das Manna vierzig Jahre, bis sie in bewohntes Land kamen. Das Manna aßen sie, bis sie an die Grenze des Landes kamen. Exo 16:36 Ein Maß aber ist das Zehntteil eines Scheffels. Exo 17:1 Sie nun, die ganze Gemeinschaft der Israeliten, zogen von der Wüste Sin weiter, in Tagesmärschen nach des Herrn Befehl. Sie lagerten zu Raphidim ("Ebenen"). Da war aber kein Trinkwasser für das Volk. Exo 17:2 Das Volk aber haderte mit Moses und sprach: "Gebt uns Wasser zum Trinken!" Und Moses sprach zu ihnen: "Weshalb zankt ihr mit mir? Was prüft ihr den Herrn?" Exo 17:3 Das Volk aber dürstete dort nach Wasser. Und so murrte das Volk gegen Moses und sprach: "Wozu hast du uns aus Ägypten geführt? Mich, meine Kinder und mein Vieh durch Durst zu töten?" Exo 17:4 Da rief Moses zum Herrn und sprach: "Was fange ich mit diesem Volk noch an? Nur wenig, und sie steinigen mich." Exo 17:5 Der Herr sprach zu Moses: "Übergehe das Volk und nimm dir von den Ältesten in Israel nur ein paar mit! Auch deinen Stab, mit dem du den Nil geschlagen, nimm mit und geh! Exo 17:6 Siehe! Ich stehe dort vor dir auf dem Felsen am Horeb. Schlägst du an den Felsen, so fließt Wasser heraus, und das Volk kann trinken." Und Moses tat so vor den Augen der Ältesten Israels. Exo 17:7 Und er nannte die Stätte Massa ("Versuchung") und Meriba ("Zank"), weil die Israeliten gezankt und den Herrn versucht hatten mit den Worten: "Ist der Herr unter uns oder nicht?" Exo 17:8 Da kam Amalek und wollte mit Israel zu Raphidim kämpfen. Exo 17:9 Und Moses sprach zu Josue: "Wähle uns Männer! Alsdann ziehe aus und kämpfe mit Amalek! Ich aber stelle mich morgen auf des Hügels Spitze, den Gottesstab in der Hand." Exo 17:10 Und Josue tat, wie ihm Moses gesagt, bei dem Kampfe mit Amalek. Moses aber, Aaron und Hur waren auf den Gipfel des Hügels gestiegen. Exo 17:11 Wie nun Moses seinen Arm erhob, siegte Israel, und wie er seinen Arm sinken ließ, siegte Amalek. Exo 17:12 Aber Mosis Arme wurden steif. So nahmen sie einen Stein und legten ihm diesen unter, und er setzte sich darauf. Aaron aber und Hur stützten seine Arme, der eine hier, der andere dort. So blieben seine Arme fest bis zum Sonnenuntergang. Exo 17:13 So überwand Josue Amalek und sein Volk mit des Schwertes Schärfe. Exo 17:14 Da sprach der Herr zu Moses: "Schreibe dies zum Gedächtnis ins Buch und schärfe es Josue ein: 'Wegwischen will ich Amaleks Gedenken unterm Himmel!'" Exo 17:15 Und Moses erbaute einen Altar und nannte ihn "Mein Banner ist der Herr." Exo 17:16 Er Exo 18:1 Midians Priester Jetro aber, Mosis Schwiegervater, hörte alles, was Gott an Moses und seinem Volk Israel gewirkt, daß der Herr Israel aus Ägypten geführt hatte. Exo 18:2 Da nahm Jetro, Mosis Schwiegervater, die Sippora, Mosis Weib, das er heimgeschickt hatte, Exo 18:3 und ihre beiden Söhne. Der eine hieß Gersom, weil er gesagt: "Ich ward in fremdem Lande Fremdling." Exo 18:4 Der andere hieß: Eliezer. Denn: "Meines Vaters Gott war meine Hilfe, und er befreite mich vor Pharaos Schwert". Exo 18:5 So kam Mosis Schwiegervater Jetro mit seinen Söhnen und seinem Weibe zu Moses in die Wüste; er aber lagerte am Gottesberge. Exo 18:6 Da ließ er Moses sagen: "Ich, Jetro, dein Schwiegervater, komme zu dir mit deinem Weibe und ihren beiden Söhnen." Exo 18:7 Da ging Moses seinem Schwiegervater entgegen, neigte sich und küßte ihn. Dann fragten sie einander nach dem Befinden. Hierauf gingen sie in das Zelt. Exo 18:8 Da erzählte Moses seinem Schwiegervater alles, was der Herr an Pharao und Ägypten getan um Israels willen, alles Ungemach, das sie unterwegs getroffen, und wie sie der Herr gerettet hatte. Exo 18:9 Und Jetro freute sich all des Guten, das der Herr an Israel getan, als er es aus Ägyptens Gewalt erlöst. Exo 18:10 Und Jetro sprach: "Gepriesen sei der Herr, der euch befreit aus Ägyptens und Pharaos Hand und der das Volk aus Ägyptens Hand befreit hat! Exo 18:11 Nun sehe ich, daß der Herr größer ist als alle Götter; denn merkwürdig ist es, wie man sie verspottet hat." Exo 18:12 Dann weihte Mosis Schwiegervater Jetro Gott Brand- und Schlachtopfer. Und Aaron kam mit allen Ältesten Israels, mit Mosis Schwiegervater ein Mahl vor Gott zu halten. Exo 18:13 Am anderen Morgen setzte sich Moses, das Volk zu richten, und das Volk stand vor Moses vom Morgen bis zum Abend. Exo 18:14 Als Mosis Schwiegervater sah, wieviel er dem Volke tat, sprach er: "Was ist das, wie du es mit dem Volke machst? Warum sitzest du allein, und alles Volk steht vom Morgen bis zum Abend vor dir?" Exo 18:15 Da sprach Moses zu seinem Schwiegervater: "Das Volk kommt zu mir, Gott zu fragen. Exo 18:16 Haben sie eine Rechtssache, so kommt sie vor mich, und ich richte zwischen ihnen und künde Gottes Rechtssprüche und seine Weisungen." Exo 18:17 Da sprach Mosis Schwiegervater zu ihm: "Nicht gut ist's, wie du es treibst. Exo 18:18 Du reibst dich auf und das Volk bei dir. Es ist zu schwer für dich. Du kannst es allein nicht machen. Exo 18:19 Hör auf mich! Ich rate dir, und Gott sei mit dir! Vertritt du das Volk gegenüber Gott! Und bring du die Sachen vor Gott! Exo 18:20 Erkläre ihnen die Gesetze und Weisungen! Zeig ihnen den Weg, den sie gehen, und das Werk, das sie tun sollen! Exo 18:21 Aber du selbst sollst dir aus dem ganzen Volke Männer ersehen, tüchtig, gottesfürchtig, Männer, vertrauenswürdig, vorteilhassend! Setze sie über sie als Führer von Tausendschaften, Hundertschaften, Fünfzigschaften und Zehnschaften! Exo 18:22 Sie sollen jederzeit das Volk richten! Alle wichtigen Sachen sollen sie vor dich bringen! Die geringeren aber sollen sie alle selber entscheiden! Entlaste dich und laß sie mit dir tragen! Exo 18:23 Tust du so, dann kannst du bestehen bei dem, was Gott dir befiehlt. Und dies ganze Volk geht befriedigt heim." Exo 18:24 Und Moses hörte auf seines Schwiegervaters Rat und tat ganz so, wie er gesagt hatte. Exo 18:25 Moses wählte aus ganz Israel tüchtige Männer aus und stellte sie an die Spitze des Volkes, als Führer von Tausendschaften, Hundertschaften, Fünfzigschaften und Zehnschaften. Exo 18:26 Sie sprachen dem Volke jederzeit Recht. Die schwierigen Sachen aber brachten sie vor Moses; die geringfügigen entschieden sie alle selbst. Exo 18:27 Dann ließ Moses seinen Schwiegervater heimziehen, und er ging heim in sein Land. Exo 19:1 Am dritten Neumond nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypten, genau auf den Tag, waren sie in die Wüste Sinai gekommen. Exo 19:2 Sie brachen nämlich von Raphidim auf und kamen so in die Wüste Sinai. Und sie lagerten sich in der Wüste. Und Israel lagerte dort gegenüber dem Berge. Exo 19:3 Moses aber stieg zu Gott hinauf. Da rief ihm der Herr vom Berge zu: "Sprich also zu dem Jakobshaus und kündige den Söhnen Israels: Exo 19:4 'Ihr selber habt gesehen, was ich an Ägypten getan und wie ich euch auf Adlerflügeln trug und euch zu mir herbrachte. Exo 19:5 Nun sollt ihr auf meine Stimme hören: Haltet ihr meinen Bund, dann seid ihr mir aus allen Völkern ein Sondergut. Denn mein ist die ganze Erde. Exo 19:6 Ihr aber sollt mir sein ein Königreich von Priestern, ein heilig Volk.' Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst." Exo 19:7 Da kam Moses, berief des Volkes Ältesten und trug ihnen alle diese Worte vor, die der Herr ihm aufgetragen. Exo 19:8 Und das ganze Volk erwiderte einhellig und sprach: "Alles, was der Herr befiehlt, wollen wir tun." Und Moses überbrachte die Worte des Volkes dem Herrn. Exo 19:9 Da sprach der Herr zu Moses: "Ich komme zu dir in dichter Wolke, damit das Volk höre, wenn ich mit dir rede, und daß sie für immer auch dir vertrauen." Moses aber berichtete die Worte des Volkes dem Herrn. Exo 19:10 Und der Herr sprach zu Moses: "Geh zum Volk! Bereite es vor, heute und morgen! Sie sollen saubere Kleider tragen! Exo 19:11 Für übermorgen seien sie bereit! Denn übermorgen fährt der Herr vor des ganzen Volkes Augen nieder auf den Sinaiberg. Exo 19:12 Das Volk aber schranke du ringsum ein und sprich: 'Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder nur an seinen Fuß zu rühren! Wer den Berg berührt, erleidet Todesstrafe.' Exo 19:13 Nicht soll eine Hand an ihn rühren! Gesteinigt oder durchstochen werde, ob Vieh oder Mensch! Nicht dürfen sie am Leben bleiben. Erst wenn das Lärmhorn tönt, dürfen sie den Berg hinaufsteigen." Exo 19:14 Da stieg Moses von dem Berge zum Volke hinab und bereitete das Volk vor. Sie legten saubere Gewänder an. Exo 19:15 Dann sprach er zum Volke: "Für übermorgen haltet euch bereit! Berührt kein Weib!" Exo 19:16 Als es am dritten Tage Morgen ward, brachen Donner los und Blitze. Eine schwere Wolke hing auf dem Berge, und mächtiger Hörnerschall ertönte. Da bebte alles Volk im Lager. Exo 19:17 Dann führte Moses das Volk Gott entgegen aus dem Lager, und am Fuße des Berges stellte es sich auf. Exo 19:18 Der ganze Berg Sinai aber rauchte, weil der Herr auf ihn im Feuer niedergefahren war. Und sein Rauch stieg auf, wie des Schmelzofens Rauch. Und der ganze Berg erbebte heftig. Exo 19:19 Der Hörnerschall aber ward immer stärker. Und Moses redete; die Gottheit aber antwortete ihm nur in einem Schall. Exo 19:20 Der Herr fuhr also auf den Berg Sinai, auf den Gipfel des Berges, nieder. Da berief der Herr den Moses auf den Gipfel des Berges, und Moses stieg hinan. Exo 19:21 Und der Herr sprach zu Moses: "Steig hinab! Schärfe dem Volke ein, daß sie nicht vorwärtsdringen, den Herrn zu schauen! Sonst würden viele aus ihnen fallen. Exo 19:22 Die Priester selbst, die sonst dem Herrn nahen dürfen, müssen stehenbleiben, daß der Herr nicht gegen sie losfahre." Exo 19:23 Da sprach Moses zum Herrn: "Das Volk kann nicht den Sinaiberg besteigen; du hast ja selbst uns eingeschärft: 'Umschranke den Berg! Umhege ihn!'" Exo 19:24 Da sprach der Herr zu ihm: "Geh hinab und komm mit Aaron wieder! Aber die Priester und das Volk dürfen nicht stürmisch zum Herrn heraufsteigen, daß er nicht gegen sie losfahre." Exo 19:25 Da stieg Moses zum Volke hinab und sprach mit ihm. Exo 20:1 Und Gott redete all diese Worte; er sprach: Exo 20:2 "Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus dem Ägypterland, aus dem Frönerhaus geführt. Exo 20:3 Du sollst keinen anderen Gott gleich mir haben! Exo 20:4 Du sollst kein Bild dir machen, noch eine Abform dessen, was im Himmel droben ist oder auf Erden unten oder in dem unterirdischen Gewässer! Exo 20:5 Du sollst dich nicht vor solchen niederwerfen und nimmer sie verehren! Ein eifersüchtiger Gott bin ich, der Herr, dein Gott, der da die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, Enkeln und Urenkeln derer, die mich hassen, Exo 20:6 doch Huld erweist den Tausenden von denen, die mich lieben und die meine Gebote halten. Exo 20:7 Du sollst nicht des Herrn, deines Gottes, Namen eitel nennen! Der Herr läßt den nicht ungestraft, der seinen Namen eitel nennt. Exo 20:8 Gedenke, den Sabbattag zu heiligen! Exo 20:9 Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk verrichten! Exo 20:10 Ein Ruhetag, dem Herren, deinem Gott, zu Ehren, ist jedoch der siebte Tag. An ihm verrichte kein Geschäft, nicht du und nicht dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, und nicht dein Vieh und nicht dein Gast in deinen Toren! Exo 20:11 Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darin, gemacht. Am siebten Tage aber ruhte er. Deswegen hat der Herr den Ruhetag gesegnet, und also heiligte er ihn. Exo 20:12 Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebest auf dem Erdboden, den dir der Herr, dein Gott, verleiht! Exo 20:13 Du sollst nicht morden! Exo 20:14 Du sollst nicht ehebrechen! Exo 20:15 Du sollst nicht stehlen! Exo 20:16 Du sollst nicht gegen deinen Nächsten falsches Zeugnis ablegen! Exo 20:17 Du sollst nicht deines Nächsten Haus begehren! Du sollst nicht deines Nächsten Weib begehren, noch seinen Knecht, noch seine Magd, und nicht sein Rind, noch seinen Esel, nichts, was deines Nächsten ist!" Exo 20:18 Und alles Volk ward inne der Donnerschläge, der Blitze, des Hörnerschalls und des rauchenden Berges. Und das Volk sah es, lief zurück und stand fern. Exo 20:19 Dann sprachen sie zu Moses: "Rede du mit uns! Dann wollen wir zuhören. Aber nicht rede Gott mit uns! Sonst sterben wir." Exo 20:20 Da sprach Moses zum Volke: "Habt keine Furcht! Die Gottheit ist gekommen, euch zu prüfen und damit die Furcht vor ihr in euch bleibe, auf daß ihr nicht sündiget." Exo 20:21 So stand das Volk fern. Moses aber trat zu dem Wolkendunkel, in dem Gott war. Exo 20:22 Da sprach der Herr zu Moses: "So sollst du sprechen zu den Israeliten: 'Ihr selber habt gesehen, daß ich mit euch vom Himmel aus geredet habe. Exo 20:23 Ihr sollt mich nicht als einen Gott aus Silber oder Gold machen. Das dürft ihr euch nicht machen. Exo 20:24 Du sollst aus Erde mir einen Altar anfertigen und darauf deine Brand- und Mahlopfer und deine Schafe und Rinder opfern. Wo immer meinen Namen ich ausspreche, da komme ich zu dir, und alsdann segne ich dich. Exo 20:25 Machst du mir aber aus Steinen einen Altar, dann sollst du ihn nicht mit behauenen Steinen bauen! Denn du entweihest sie, schwingst du dein Eisen über sie. Exo 20:26 Und nicht auf Stufen sollst du zu meinem Altar emporsteigen, damit nicht deine Blöße vor ihm offenbar werde!'" Exo 21:1 "Dies sind die Rechtssatzungen, die du ihnen vorlegen sollst: Exo 21:2 Kaufst du dir einen hebräischen Knecht, so diene er dir sechs Jahre! Im siebten aber gehe er frei und ledig aus! Exo 21:3 Kam er mit seinem Bündel, so gehe er mit seinem Bündel; hatte er ein Weib, so gehe sein Weib mit ihm! Exo 21:4 Gab ihm sein Herr ein Weib und gebar sie ihm Söhne oder Töchter, so bleibe das Weib mit seinen Kindern bei seinem Herrn. Er selber aber gehe mit seinem Bündel weg! Exo 21:5 Erklärt aber der Knecht: 'Ich liebe meinen Herrn, mein Weib und meine Kinder' und mag nicht frei weggehen, Exo 21:6 dann bringe ihn sein Herr vor die Gottheit und stelle ihn an die Tür oder den Türpfosten! Und dann steche ihm sein Herr mit seinem Pfriemen durch das Ohr: Und nun sei er für immer sein Knecht! Exo 21:7 Verkauft jemand seine Tochter als Magd, dann darf sie nicht wie Knechte fortgehen. Exo 21:8 Mißfällt sie ihrem Herrn, der sie sich bestimmt hatte, dann lasse er sie loskaufen! Sie fremdem Volk zu verkaufen, hat er keine Macht, wenn er sie gehen läßt. Exo 21:9 Bestimmt er sie aber seinem Sohne, dann tue er ihr nach der freien Mädchen Recht! Exo 21:10 Nimmt er sich noch eine andere, dann schmälere er ihr nicht Fleisch, Kost, Gewand und Umarmung! Exo 21:11 Tut er ihr von diesen dreien keines, dann gehe sie ohne Entgelt, umsonst weg! Exo 21:12 Wer einen anderen totschlägt, soll des Todes sterben! Exo 21:13 Hat er aber nicht aufgelauert, sondern Gott hat es seiner Hand widerfahren lassen, dann bestimme ich dir eine Stätte, wohin er fliehen kann. Exo 21:14 Wenn aber jemand wider den Genossen brütet, ihn mit List zu töten, dann hole ihn von meinem Altar weg, daß er getötet werde! Exo 21:15 Wer seinen Vater oder seine Mutter schlägt, soll des Todes sterben! Exo 21:16 Wer einen Menschen raubt, er habe ihn verkauft oder er finde sich noch in seiner Hand, soll des Todes sterben! Exo 21:17 Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, soll des Todes sterben! Exo 21:18 Wenn Männer streiten und einer schlägt den anderen so mit einem Steine oder mit der Faust, daß er zwar nicht stirbt, aber aufs Lager fällt, Exo 21:19 so bleibe der Schläger frei, wenn er wieder aufsteht und im Freien an seiner Krücke umhergeht! Nur sein Feiernmüssen ersetze er und lasse ihn ausheilen! Exo 21:20 Wenn jemand seinen Knecht oder seine Magd mit dem Stocke schlägt, und es stirbt eines unter seiner Hand, so werde es gesühnt! Exo 21:21 Übersteht es aber noch einen oder zwei Tage, dann werde es nicht gesühnt; denn um sein eigen Geld geht es! Exo 21:22 Wenn sich Männer raufen und stoßen ein schwangeres Weib, so daß es eine Fehlgeburt gibt, aber kein weiterer Schaden entsteht, so werde der Schuldige mit soviel bestraft, wie ihm der Gatte des Weibes auflegt! Er gebe es als Buße! Exo 21:23 Entsteht jedoch ein Schaden, dann wende an: Leben um Leben, Exo 21:24 Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Exo 21:25 Brandmal um Brandmal, Wunde um Wunde, Beule um Beule! Exo 21:26 Schlägt jemand seinem Knecht oder seiner Magd ins Auge und zerstört es, so lasse er ihn für sein Auge frei! Exo 21:27 Schlägt er seinem Knecht oder seiner Magd einen Zahn aus, so lasse er ihn für seinen Zahn frei! Exo 21:28 Und stößt ein Rind einen Mann oder ein Weib tot, so werde das Rind gesteinigt! Sein Fleisch werde nicht gegessen. Des Rindes Besitzer aber sei straffrei! Exo 21:29 War aber das Rind lange zuvor stößig und war sein Besitzer schon verwarnt, er aber hütete es nicht und nun tötet es einen Mann oder ein Weib, so werde das Rind gesteinigt, und auch sein Besitzer soll des Todes sterben! Exo 21:30 Wird ihm aber ein Sühnegeld auferlegt, so zahle er für sein Leben soviel Lösung, wie man ihm auflegt! Exo 21:31 Gleichviel, ob es einen Sohn oder eine Tochter stößt, werde ihm dann nach diesem Recht getan! Exo 21:32 Stößt aber das Rind einen Knecht oder eine Magd, dann zahle er ihrem Herrn dreißig Silberlinge! Das Rind aber werde gesteinigt Exo 21:33 Läßt jemand einen Brunnen offen oder gräbt er einen Brunnen und überdeckt ihn nicht und fällt ein Rind oder Esel hinein, Exo 21:34 dann zahle der Brunnenbesitzer! Den Geldwert erstatte er seinem Besitzer; das Tote aber sei sein! Exo 21:35 Wenn jemandes Rind des anderen Rind totstößt, dann sollen sie das lebende Rind verkaufen und seinen Erlös teilen, und auch das tote sollen sie teilen! Exo 21:36 Ist es aber bekannt gewesen, daß dieses Rind schon lange stößig war und sein Eigentümer behütete es nicht, so ersetze er das Rind durch ein anderes! Das tote aber sei sein! Exo 22:1 (21:37) Wenn jemand ein Rind oder ein Schaf stiehlt und dann es schlachtet oder es verkauft, dann gebe er für das Rind fünf und für das Schaf vier andere! Exo 22:2 (22:1) Wird ein Dieb beim Einbruch ertappt und dann totgeschlagen, so entsteht seinetwegen keine Blutschuld. Exo 22:3 (22:2) Hat dabei aber schon die Sonne geschienen, dann ist seinethalben Blutschuld. Ersatz muß der Dieb leisten. Hat er nichts, dann werde er für seinen Diebstahl verkauft. Exo 22:4 (22:3) Wird bei ihm das Gestohlene, Rind, Esel oder Schaf noch lebend gefunden, dann leiste er nur doppelte Buße! Exo 22:5 (22:4) Läßt jemand ein Feld oder einen Weinberg abweiden und läßt er das Vieh laufen, daß es ein anderes Feld abweidet, dann gebe er zum Ersatz das Beste von seinem Feld und Weinberg! Exo 22:6 (22:5) Wenn Feuer auskommt und Gestrüpp ergreift und ein Getreidehaufen wird dabei verbrannt oder das Korn auf dem Halm oder das Feld, dann ersetze, wer den Brand entzündet hat! Exo 22:7 (22:6) Wenn jemand seinem Genossen Geld gibt oder Geräte zum Aufheben und dies ist aus dem Hause des Mannes gestohlen worden, dann ersetze der Dieb doppelt, falls er entdeckt wird! Exo 22:8 (22:7) Wird aber der Dieb nicht entdeckt, dann trete der Hausherr vor die Gottheit, wenn er sich nicht an des anderen Habe vergriffen hat! Exo 22:9 (22:8) Bei Unterschlagung eines Rindes, eines Esels, eines Schafes, eines Mantels, bei allem, was abhanden gekommen und wovon man sagt: 'Das ist es', komme vor die Gottheit der beiden Sache! Wen Gott schuldig spricht, der ersetze dem anderen doppelt! Exo 22:10 (22:9) Wenn jemand einem anderen Esel oder Rinder oder Schafe oder sonst ein Tier zu hüten gibt und es stirbt oder wird verstümmelt oder verschleppt und keiner sieht es, Exo 22:11 (22:10) dann entscheidet zwischen beiden der Schwur beim Herrn, er habe nicht seine Hand an des anderen Habe gelegt. Das nehme der Besitzer an, und jener hat nichts zu ersetzen! Exo 22:12 (22:11) Ward es aber in seinem Beisein gestohlen, dann ersetze er dem Eigentümer! Exo 22:13 (22:12) Und wenn es zerrissen ward und er kann des zerrissenen Tieres Fell vorlegen, dann ersetze er nichts! Exo 22:14 (22:13) Wenn aber jemand eins vom anderen entlehnt und es wird verstümmelt oder stirbt, dann ersetze er, wenn sein Besitzer nicht zugegen war! Exo 22:15 (22:14) War aber der Besitzer da, dann ersetze er nichts! War es gemietet, bekommt er dafür den Mietpreis. Exo 22:16 (22:15) Betört jemand eine noch nicht verlobte Jungfrau und wohnt er ihr bei, dann mache er sie durch Morgengabe zum Weib! Exo 22:17 (22:16) Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so zahle er nach der Brautgabe der Jungfrauen! Exo 22:18 (22:17) Du sollst nicht eine Verführerin aufziehen! Exo 22:19 (22:18) Wer einem Tier beiwohnt, sterbe des Todes! Exo 22:20 (22:19) Wer den Göttern opfert, sei im Banne! Einzig und allein dem Herrn! Exo 22:21 (22:20) Einen Fremdling sollst du nicht drücken noch quälen! Auch ihr seid Fremdlinge im Land Ägypten gewesen. Exo 22:22 (22:21) Ihr sollt nie Witwen und Waisen bedrücken! Exo 22:23 (22:22) Drückst du sie, dann schreit sie zu mir, und ich höre ihr Schreien. Exo 22:24 (22:23) Aufflammt mein Zorn, und mit dem Schwerte töt ich euch, und eure Weiber werden Witwen, und Waisen eure Kinder. Exo 22:25 (22:24) Leihst du Geld meinem Volk, dem Armen bei dir, sei ihm nie wie ein Wucherer! Zins sollt ihr ihm nicht auferlegen! Exo 22:26 (22:25) Pfändest du des Genossen Mantel, gib ihn zurück bis zum Sonnenuntergang! Exo 22:27 (22:26) Denn er ist seine einzige Hülle, für seine Haut sein Kleid. Worin soll er sich schlafen legen? Schreit er zu mir, dann höre ich darauf. Denn ich bin mitleidsvoll. Exo 22:28 (22:27) Du sollst Gott nicht lästern. Du sollst keinem Fürsten deines Volkes fluchen! Exo 22:29 (22:28) Hinterziehen sollst du nicht deine Fülle noch dein Tröpflein! Gib mir deiner Söhne Erstgeborenen! Exo 22:30 (22:29) So sollst du auch mit deinem Rinde und deinem Schafe tun! Bei seiner Mutter bleibe es sieben Tage! Am achten magst du es mir bringen. Exo 22:31 (22:30) Heilige Männer sollt ihr mir sein! Zerrissenes Wildfleisch sollt ihr nicht essen! Den Hunden sollt ihr es vorwerfen! Exo 23:1 Du sollst kein Luggerücht annehmen! Reiche nicht die Hand dem Schuldigen, daß du unrecht Zeugnis gäbest! Exo 23:2 Du sollst nicht einer Mehrheit zum Schlechten folgen! Du sollst nicht über einen Streitfall so abstimmen, daß du dich der Mehrheit beugest und das Recht biegest! Exo 23:3 Den Reichen sollst du nicht in seinem Rechtsstreit beschönigen. Exo 23:4 Triffst du deines Feindes Rind oder Esel verlaufen an, dann sollst du sie ihm zuführen! Exo 23:5 Und siehst du deines Widersachers Esel unter seiner Last erliegen und bist du fertig mit seinem Absatteln, dann sollst du mit ihm noch rasten! Exo 23:6 Du sollst nicht deines Armen Recht in seinem Rechtsstreit beugen! Exo 23:7 Fern sollst du dich von lügenhafter Aussage halten! Wer ohne Schuld und im Recht ist, den bringe nicht ums Leben! Ich lasse den Schuldigen nicht ungestraft. Exo 23:8 Du sollst kein Geschenk annehmen! Denn das Geschenk blendet Sehende und verdreht der Gerechten Sache. Exo 23:9 Du sollst keinen Fremdling bedrücken! Ihr wißt ja selbst, wie es Fremdlingen zumute ist; ihr seid ja selbst Fremdlinge im Ägypterland gewesen! Exo 23:10 Sechs Jahre sollst du dein Land besäen und seine Ernte heimsen! Exo 23:11 Im siebten aber laß es brach liegen und gib es dann frei, daß deines Volkes Arme essen können! Und was sie übriglassen, soll das Tier des Feldes aufzehren! So sollst du auch mit deinem Weinberge und deinem Ölgarten tun! Exo 23:12 Sechs Tage sollst du deine Werke wirken! Am siebten aber sollst du feiern, damit dein Rind und dein Esel ruhe und aufatme das Kind deiner Magd und der Fremdling! Exo 23:13 In allem, was ich euch befehle, sollt ihr euch in acht nehmen! Der falschen Götter Namen sollt ihr nicht anrufen! Er soll aus deinem Munde nicht gehört werden! Exo 23:14 Dreimal im Jahr sollst du mir Feste feiern! Exo 23:15 Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten! Sieben Tage sollst du nur ungesäuertes Brot essen, wie ich dir geboten, zur Zeit des Neumonds im Abib. An ihm bist du aus Ägypten fortgezogen. Mein Antlitz aber soll man nicht gabenleer schauen! Exo 23:16 Und das Fest der Ernte, der Erstlinge deines Ertrages, dessen, womit den Acker du besätest, und am Jahresschluß das Fest der Lese, wenn du vom Felde deinen Ertrag erntest. Exo 23:17 Dreimal im Jahre lasse sich alles Männliche bei dir vor dem Herrn, dem Herrn, sehen! Exo 23:18 Du sollst nicht meines Opfers Blut mit Gesäuertem zusammen opfern! Nicht soll von meinen Festopfern das Fett bis zum Morgen noch da sein! Exo 23:19 Von deines Ackers Erstlingen den ersten Abhub sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen! Du sollst kein Böckchen im Fett seiner Mutter braten! Exo 23:20 Nun sende ich einen Engel vor dir her, dich auf dem Wege zu hüten und dich zur Stätte zu bringen, die ich bestimmt habe. Exo 23:21 Nimm dich vor ihm in acht und hör auf seine Stimme! Sei gegen ihn nicht widerspenstig! Er kann euren Frevel nicht ertragen, weil mein Name in ihm ist. Exo 23:22 Hörst du aber gehorsam auf seine Stimme und tust du alles, was ich sage, dann befeinde ich deine Feinde und dränge deine Dränger. Exo 23:23 Geht mein Engel vor dir her und bringt er dich dann zu den Amoritern und Chittitern, Perizitern, Kanaanitern, Chiwitern und den Jebusitem, die ich ausrotte, Exo 23:24 dann sollst du nicht ihre Götter anbeten und ihnen nicht dienen! Auch sollst du keine Abbilder von ihnen machen! Du sollst sie vielmehr niederreißen und zerschmettern ihre Denksteine! Exo 23:25 Dient ihr aber dem Herrn, eurem Gott, dann segnet er dein Brot und dein Wasser, und Krankheit halte ich dir ferne. Exo 23:26 Keine Fehlgebärende und Unfruchtbare wird in deinem Lande sein. Deiner Tage Zahl erfülle ich. Exo 23:27 Und mein Grauen sende ich vor dir her, und dann erschrecke ich alle Völker, zu denen du gelangst, und mache, daß vor dir alle deine Feinde fliehen. Exo 23:28 Vor dir her sende ich Hornissen, und sie vertreiben vor dir Chiwiter, Kanaaniter und Chittiter. Exo 23:29 Aber nicht in einem Jahre will ich sie vor dir vertreiben, sonst würde das Land zur Wüste, und die wilden Tiere nähmen zu deinem Schaden überhand. Exo 23:30 Nach und nach vertreibe ich sie vor dir, bis du zahlreich wirst und dann das Land besetzen kannst. Exo 23:31 Und ich stecke dir die Gebiete vom Schilfmeer bis zum Philistermeer und von der Wüste bis zum Strome ab. Denn ich gebe in eure Hand des Landes Einwohner, daß du sie vor dir vertreibest. Exo 23:32 Du darfst keinen Bund mit ihnen und ihren Göttern schließen. Exo 23:33 Sie dürfen nicht in deinem Lande bleiben, daß sie dich nicht zur Sünde gegen mich verleiten. Denn dientest du ihren Göttern, so würde dir dies zum Falle. Exo 24:1 Zu Moses aber hatte er gesprochen: "Steig zum Herrn empor, du, Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels und betet aus der Ferne an! Exo 24:2 Moses allein trete zum Herrn! Die anderen dürfen nicht näher treten. Auch das Volk darf nicht mit ihm hinaufsteigen." Exo 24:3 Und Moses kam und kündete dem Volke alle Worte des Herrn und alle Rechtssatzungen. Da antwortete das Volk einstimmig und sprach: "All die Worte, die der Herr gesprochen, wollen wir befolgen." Exo 24:4 Und Moses schrieb alle Worte des Herrn nieder. Am anderen Morgen früh aber baute er einen Altar unten am Berge und zwölf Denksteine für die zwölf Stämme Israels. Exo 24:5 Dann sandte er die Jungmänner der Israeliten hin, und sie brachten Brandopfer und schlachteten Stiere zu Dankopfern für den Herrn. Exo 24:6 Moses aber nahm den einen Teil des Blutes und goß es in die Becken; den anderen Teil des Blutes sprengte er an den Altar. Exo 24:7 Dann nahm er das Bundesbuch und las es dem Volke laut vor. Sie sprachen: "Alles, was der Herr geredet, wollen wir tun und darauf hören." Exo 24:8 Da nahm Moses das Blut, sprengte es auf das Volk und sprach: "Dies ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch schließt auf alle diese Worte hin." Exo 24:9 Dann stiegen Moses empor und Aaron, Nadab, Abihu mit siebzig der Ältesten Israels. Exo 24:10 Da sahen sie Israels Gott, zu seinen Füßen etwas wie ein Werk aus Saphirplatten und wie der Himmel selbst so rein. Exo 24:11 Aber an die Edlen der Israeliten hatte er nicht seine Hand gelegt. So schauten sie die Gottheit, konnten aber wie sonst essen und trinken. Exo 24:12 Da sprach der Herr zu Moses: "Steig auf den Berg zu mir und bleibe hier! Ich will dir Steintafeln mit dem Gesetze und dem Gebote geben, das ich zu ihrer Weisung geschrieben habe." Exo 24:13 Da stand Moses auf und sein Diener Josue. Und Moses stieg zu dem Berge der Gottheit empor. Exo 24:14 Zu den Ältesten aber hatte er gesagt: "Wartet hier auf uns, bis wir zu euch zurückkehren! Bei euch sind ja Aaron und Hur. Wer einen Rechtsstreit hat, wende sich an sie!" Exo 24:15 Und Moses stieg auf den Berg. Da verhüllte die Wolke den Berg. Exo 24:16 Und des Herren Majestät ließ sich herab auf den Berg Sinai. Und die Wolke hüllte ihn sechs Tage ein. Am siebten Tage aber rief er Moses mitten aus der Wolke an. Exo 24:17 Die Erscheinung der Majestät des Herrn aber war wie ein fressendes Feuer auf dem Bergesgipfel vor den Augen der Söhne Israels. Exo 24:18 Und Moses kam mitten in die Wolke und stieg auf den Berg. Und dann weilte Moses auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte. Exo 25:1 Der Herr aber sprach zu Moses also: Exo 25:2 "Sprich zu den Söhnen Israels, sie sollen für mich beisteuern! Von jedem, den sein Herz dazu treibt, sollt ihr Beisteuer für mich erheben! Exo 25:3 Dies sei die Beisteuer, die ihr von ihnen erheben sollt: Gold, Silber, Kupfer, Exo 25:4 Purpur, blau und rot, Karmesin, Linnen, Ziegenhaar, Exo 25:5 gegerbte Widderfelle, Seekuhhäute, Akazienholz, Exo 25:6 Öl für den Leuchter, Spezereien zum Salböl und zum Räucherwerk, dem köstlich duftenden, Exo 25:7 Onyxsteine und andere Edelsteine zum Besatz des Schulterkleides und der Tasche! Exo 25:8 Ein Heiligtum sollen sie mir machen, daß ich in ihrer Mitte wohne! Exo 25:9 Genau nach dem, was ich dir zeige, nach dem Muster der Wohnung und dem Muster all ihrer Geräte, so sollt ihr es machen! Exo 25:10 Sie sollen demnach von Akazienholz eine Lade machen, zweieinhalb Ellen lang, anderthalb hoch und breit! Exo 25:11 Überziehe sie mit reinem Gold! Überziehe sie ganz von innen und von außen! Und mach einen goldenen Kranz ringsum an ihr! Exo 25:12 Vier goldene Ringe gieße für sie. An den vier Füßen bringe sie an, zwei Ringe auf der einen Seite, zwei auf der anderen! Exo 25:13 Mache Stangen von Akazien und überziehe sie mit Gold! Exo 25:14 Paß diese Stangen in die Ringe an der Seite der Lade, die Lade daran zu tragen! Exo 25:15 Die Stangen seien in den Ringen der Lade also, daß sie nicht herausschlüpfen! Exo 25:16 In diese Lade leg das Zeugnis, das ich dir geben werde! Exo 25:17 Mach aus reinem Gold eine Deckplatte zweieinhalb Ellen lang, anderthalb Ellen breit! Exo 25:18 Mach zwei Cherube, aus Gold getrieben, an beiden Enden der Deckplatte! Exo 25:19 Festige den einen Cherub an dem einen Ende, den anderen am anderen Ende! Auf der Deckplatte sollst du die Cherube an ihren beiden Enden aufstellen! Exo 25:20 Nach oben sollen die Cherube die Flügel breiten, mit ihren Flügeln die Deckplatte schirmend, das Antlitz einander zugekehrt! Nach der Deckplatte hin seien der Cherube Gesichter gerichtet! Exo 25:21 Lege die Deckplatte oben auf die Lade! In die Lade sollst du das Zeugnis legen, das ich dir geben werde! Exo 25:22 Ich bezeuge mich dir dort und rede mit dir von dieser Deckplatte zwischen den beiden Cheruben auf der Zeugnislade, sooft ich dir Befehle an die Israeliten gebe. Exo 25:23 Mach dann aus Akazienholz einen Tisch zwei Ellen lang, eine -Elle breit und anderthalb hoch! Exo 25:24 Überziehe ihn mit reinem Gold! Mach ihm einen goldenen Kranz ringsum! Exo 25:25 Mach ihm eine Leiste, handbreit, ringsum und einen goldenen Kranz an seiner Leiste ringsum! Exo 25:26 Mach ihm vier goldene Ringe und bringe die Ringe an die vier Ecken bei seinen Füßen! Exo 25:27 Dicht an der Leiste seien diese Ringe als Stangenhalter, um den Tisch zu tragen! Exo 25:28 Die Stangen mache aus Akazienholz und überziehe sie mit Gold! An ihnen werde der Tisch getragen! Exo 25:29 Mach für ihn Schüsseln, Schalen, Kannen und Becher zum Darbringen des Trankopfers! Aus reinem Gold stelle sie her! Exo 25:30 Und auf dem Tisch lege Schaubrote beständig vor mich hin! Exo 25:31 Dann mach aus reinem Gold einen Leuchter! Der Leuchter und sein Fußgestell samt seinem Schaft seien ganz gediegene Arbeit! Blumenkelche, Knospen und Blüten daraus seien an ihm! Exo 25:32 Sechs Röhren gehen von seinen Seiten aus, drei Röhren auf der einen Seite des Leuchters und drei auf der anderen Seite des Leuchters. Exo 25:33 Drei Blumenkelche, mandelförmig, seien an jeder Röhre, mit Knospen und mit Blüten, auf der einen und der anderen Seite; so an den sechs Röhren, die von dem Leuchter ausgehen. Exo 25:34 Am Leuchter selbst seien vier Blumenkelche, mandelförmig, mit Knospen und mit Blüten! Exo 25:35 Und zwar sei eine Knospe unter jedem der drei Röhrenpaare an ihm, an den sechs Röhren, die von dem Leuchter ausgehen! Exo 25:36 Aus einem Stück sollen ihre Knospen und ihre Röhren mit ihm sein, aus feinem Gold getrieben! Exo 25:37 Mach sieben Lampen für ihn! Man setze ihm diese Lampen so auf, daß er die ihm zugekehrte Seite beleuchte! Exo 25:38 Aus reinem Gold seien seine Lichtscheren und Pfannen! Exo 25:39 Einen Barren feinen Goldes sollst du an ihn samt allen jenen Stücken verwenden! Exo 25:40 So schau! So baue genau nach dem Muster, das auf dem Berge dir gezeigt worden ist!" Exo 26:1 "Die Wohnung aber sollst du aus zehn Teppichen von gezwirntem Linnen, Purpur, blau und rot, und Karmesin fertigen! Mit Cheruben nach Kunstwirkers Art sollst du sie machen! Exo 26:2 Jeder Teppich sei achtundzwanzig Ellen lang, vier Ellen breit! Ein Maß für alle Teppiche! Exo 26:3 Je fünf der Teppiche seien zusammengeheftet! Exo 26:4 Mach von blauem Purpur Schleifen am Saume des letzten Teppichs der einen Fläche, desgleichen am Saume des letzten Teppichs der anderen Fläche! Exo 26:5 An dem einen Teppich sollst du fünfzig Schleifen machen und fünfzig Schleifen an dem Rande des Teppichs der anderen Fläche, daß sich die Schleifen gegenüberstehen! Exo 26:6 Mach fünfzig goldene Haken und hefte die Teppiche damit zusammen, daß die Wohnung ein Ganzes werde! Exo 26:7 Mach Teppiche aus Ziegenhaar zu einem Zelt über der Wohnung! Dazu sollst du elf der Teppiche verwenden! Exo 26:8 Jeder Teppich sei dreißig Ellen lang, vier Ellen breit! Ein Maß für alle elf Teppiche! Exo 26:9 Hefte fünf der Teppiche für sich zusammen, ebenso die anderen sechs! Den sechsten Teppich aber an des Zeltes Vorderseite nimm doppelt! Exo 26:10 Mach fünfzig Schleifen an dem einen Saume des letzten Teppichs der einen Fläche, desgleichen fünfzig an dem Rande des Teppichs der zweiten Fläche! Exo 26:11 Mach fünfzig Kupferhaken! Ziehe die Haken durch die Schleifen und füge so das Zelt zusammen, daß es ein Ganzes werde! Exo 26:12 Von dem überschüssigen Überhange an den Zeltteppichen sollst du die eine Hälfte über die Rückseite der Wohnung hängen! Exo 26:13 Auf beiden Seiten hänge je eine, Elle am Überschuß in der Länge der Zeltteppiche über die Seiten der Wohnung und hülle sie auf beiden Seiten! Exo 26:14 Mach für das Zelt eine Überdecke aus gegerbten Widderfellen und aus Seekuhhäuten eine weitere Überdecke darüber! Exo 26:15 Die Bretter zur Wohnung mache aus Akazienholz, standfest! Exo 26:16 Zehn Ellen lang sei jedes Brett, anderthalb Ellen breit! Exo 26:17 Zwei Zapfen habe jedes Brett zur gegenseitigem Versprießung! So sollst du es mit allen Brettern für die Wohnung machen! Exo 26:18 An Brettern für die Wohnung stelle zwanzig Bretter für die Südseite her! Exo 26:19 Vierzig Fußgestelle aus Silber sollst du unter die Zwanzig Bretter machen! Zwei Füße unter jedes Brett für seine beiden Zapfen! Exo 26:20 Desgleichen für die andere Seite der Wohnung gegen Norden zwanzig Bretter! Exo 26:21 Und vierzig Silberfüße, zwei Füße unter jedes Brett! Exo 26:22 Und für die Westseite der Wohnung mach sechs Bretter! Exo 26:23 Zwei Bretter mach für die Winkel an der Wohnung auf der Rückseite! Exo 26:24 Sie seien unten doppelkantig und am Kopfende kreisrund! So sei es für beide! Sie sollen die beiden Winkel bilden! Exo 26:25 Acht Bretter seien es somit und dazu ihre Silberfußgestelle, somit sechzehn Fußgestelle, je zwei als Fußgestell für jedes Brett! Exo 26:26 Dann mach fünf Riegel aus Akazienholz für die Bretter auf der einen Seite der Wohnung Exo 26:27 sowie fünf Riegel für die Bretter auf der anderen Seite und fünf für die Bretter an der westlichen Hinterseite der Wohnung! Exo 26:28 Der mittlere Riegel laufe in der Bretter Mitte von einem Ende zum anderen durch! Exo 26:29 Die Bretter sollst du mit Gold überziehen und aus Gold die Ringe zur Aufnahme für die Riegel machen. Dann überziehe die Riegel mit Gold! Exo 26:30 So erstelle die Wohnung nach ihrer Ordnung, wie sie dir auf dem Berge gezeigt worden ist! Exo 26:31 Mach einen Vorhang aus blauem und aus rotem Purpur, aus Karmesin und aus gezwirntem Linnen! In Kunstwirkarbeit mache man ihn mit Cheruben! Exo 26:32 Hänge ihn an vier Säulen aus Akazienholz, mit Gold überzogen, mit goldenen Stiften und vier Silberfüßen! Exo 26:33 Den Vorhang hänge an die Haken! Hinter diesen Vorhang bringe die Lade des Zeugnisses! So scheide euch der Vorhang das Heilige und das Allerheiligste! Exo 26:34 Und auf die Lade des Zeugnisses setze im Allerheiligsten die Deckplatte! Exo 26:35 Den Tisch stelle außerhalb des Vorhanges, den Leuchter dem Tisch gegenüber, auf der Wohnung Südseite! Den Tisch sollst du auf die Nordseite stellen! Exo 26:36 Mach einen Vorhang für des Zeltes Öffnung aus blauem und aus rotem Purpur, Karmesin und aus gezwirntem Linnen in Buntwirkarbeit. Exo 26:37 Und für den Vorhang mach fünf Säulen aus Akazienholz! Überziehe sie mit Gold und gieße für sie fünf Kupferfußgestelle! Exo 27:1 Mach aus Akazienholz den Altar, fünf Ellen lang, fünf Ellen breit! Viereckig sei der Altar und drei Ellen hoch! Exo 27:2 An den vier Ecken bringe seine Hörner so an, daß die Hörner von ihm ausgehen! Überziehe ihn mit Kupfer! Exo 27:3 Mach seine Töpfe für die Fettasche und seine Schaufeln, Becken, Gabeln, Pfannen, alle seine Sachen sollst du aus Kupfer herstellen! Exo 27:4 Mache für ihn ein Gitter, Netzwerk aus Kupfer! Bringe an dem Netz vier Kupferringe an, an den vier Ecken des Altares! Exo 27:5 Befestige dies unten so am Altargesims, daß das Netz noch bis zur Mitte des Altares reiche! Exo 27:6 Mach für den Altar Stangen aus Akazienholz und überziehe sie mit Kupfer! Exo 27:7 Man bringe seine Stangen in die Ringe, damit sie in den Ringen bleiben zu beiden Seiten des Altares, wenn man ihn trägt! Exo 27:8 Aus Brettern sollst du ihn machen, daß er hohl sei! Wie man dir auf dem Berge zu schauen gegeben, so sollen sie es machen! Exo 27:9 Der Wohnung Vorhof mach so: Vorhofumhänge für die Südseite aus gezwirntem Linnen, für diese eine Seite hundert Ellen lang! Exo 27:10 Dazu zwanzig Säulen nebst ihren zwanzig Kupferfüßen! Der Säulen Nägel seien, wie ihre Ringe, silbern! Exo 27:11 Desgleichen für die Langseite des Nordens Umhänge von hundert Ellen Länge, dazu die zwanzig Säulen mit ihren zwanzig Kupferfüßen! Der Säulen Nägel seien, wie ihre Ringe, silbern! Exo 27:12 Des Vorhofes westliche Breitseite habe Umhänge von fünfzig Ellen, dazu zehn Säulen nebst ihren zehn Füßen! Exo 27:13 Des Vorhofes östliche Breitseite habe fünfzig Ellen! Exo 27:14 Fünfzehn Ellen Umhänge sollen auf die eine Seite kommen, dazu drei Säulen nebst drei Füßen! Exo 27:15 Desgleichen auf die andere Seite fünfzehn Ellen Umhänge, dazu drei Säulen mit drei Füßen! Exo 27:16 Des Vorhofes Tor habe einen Vorhang, zwanzig Ellen breit, von blauem und von rotem Purpur, Karmesin, gezwirntem Linnen, bunt gewirkt, dazu vier Säulen nebst vier Füßen! Exo 27:17 Des Vorhofes Säulen alle seien mit Silberringen ringsumher versehen! Auch ihre Nägel seien silbern, ihre Füße aber kupfern! Exo 27:18 Des Vorhofes Länge sei hundert Ellen, die Breite fünfzig, die Höhe fünf, aus gezwirntem Linnen! Die Füße aber seien kupfern! Exo 27:19 Aus Kupfer seien alle die Geräte in der Wohnung nebst ihrem ganzen Zubehör, desgleichen alle ihre Pflöcke und des Vorhofes Pflöcke! Exo 27:20 Du aber sollst den Israeliten befehlen, dir lauteres Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter zu holen, um die ewige Lampe anzuzünden! Exo 27:21 Im Festgezelt außerhalb des Vorhangs, vor dem Zeugnis, richte ihn Aaron mit seinen Söhnen zu, daß er vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn sei! Als ewige Verpflichtung sei dies den Israeliten für alle Geschlechter auferlegt!" Exo 28:1 "Berufe deinen Bruder Aaron und nächst ihm seine Söhne aus all den Söhnen Israels zu dir, daß er mir Priester sei! Aaron, Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar, die Söhne Aarons! Exo 28:2 Mach deinem Bruder Aaron Kleider für das Heiligtum, für den Anstand und die Würde! Exo 28:3 Du sollst dich mit allen Leuten weisen Sinnes besprechen, wen ich mit weisem Geiste erfülle, auf daß sie Aarons Kleider machen, um ihn zu weihen, daß er mir Priesterdienste tue! Exo 28:4 Dies sind die Kleider, die sie machen sollen: Die Tasche, das Schulterkleid, das Oberkleid und den Leibrock aus gewürfeltem Stoff, den Kopfbund und den Gürtel. So sollen sie deinem Bruder Aaron mit seinen Söhnen heilige Kleider machen, daß er mir Priesterdienste tue! Exo 28:5 Und dazu nehmen sollen sie Gold, blauen und roten Purpur, Karmesin und Linnen! Exo 28:6 Das Schulterkleid sollen sie aus Gold machen, aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und Linnen in kunstgewirkter Arbeit! Exo 28:7 Zwei Schulterstücke, unter sich verbunden, soll es haben! Auf seinen beiden Enden werde es geknüpft! Exo 28:8 Das Band zum Umbinden sei von gleicher Arbeit. Ein Stück mit ihm, aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen! Exo 28:9 Nimm zwei Onyxsteine und grabe darein der Söhne Israels Namen! Exo 28:10 Sechs ihrer Namen auf den einen Stein, die übrigens sechs Namen auf den zweiten Stein, nach ihrer Geburtsfolge! Exo 28:11 In Steinschneideart, in Siegelstich sollst du in die beiden Steine der Söhne Israels Namen graben und sie in goldenes Geflecht fassen! Exo 28:12 Setze die beiden Steine auf die Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an die Söhne Israels! Im Dienst des Herrn trage Aaron ihre Namen auf den Schultern zum Gedächtnis! Exo 28:13 Sodann mach Goldgeflechte Exo 28:14 und aus reinem Gold zwei Kettchen! Du sollst sie in gedrehten Schnüren herstellen! Befestige an den Goldgeflechten die Schnurkettchen! Exo 28:15 Dann mach in Kunstwirkarbeit eine Lostasche! Wie das Schulterkleid sollst du sie machen! Aus Gold, aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen sollst du sie machen! Exo 28:16 Viereckig sei sie, doppelt gelegt, je eine Spanne lang und breit! Exo 28:17 Besetze sie mit Edelsteinbesatz in vier Steinreihen! Karneol, Topas und Smaragd sei die erste Reihe! Exo 28:18 Die zweite Reihe Rubin, Saphir und Jaspis. Exo 28:19 Die dritte Reihe Hyazinth, Achat und Amethyst. Exo 28:20 Die vierte Reihe Chrysolith, Onyx und Beryll. In ihrer Einfassung seien sie goldumflochten! Exo 28:21 Die Steine sollen für der Söhne Israels Namen da sein, zwölf nach ihren Namen. In jeden sei der Name eines der zwölf Stämme eingegraben! Exo 28:22 Mach an die Tasche rein goldene Schnurkettchen! Exo 28:23 Bringe an der Tasche auch zwei goldene Ringe an! Befestige die beiden Ringe an den Enden der Tasche! Exo 28:24 Befestige die beiden goldenen Schnüre in den beiden Ringen an den Enden der Tasche! Exo 28:25 Der beiden Schnüre beide Enden sollst du an die zwei Geflechte befestigen und diese an die Schulterstücke vorn am Schulterkleid! Exo 28:26 Mach zwei goldene Ringe und setze sie an die beiden Enden der Tasche, an ihren Rand, nach innen dem Schulterkleid zu! Exo 28:27 Mach noch zwei goldene Ringe und befestige sie an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides, unten an der Vorderseite, bei der Knüpfung, doch oberhalb der Schulterkleidbinde! Exo 28:28 Man soll die Tasche samt den Ringen an die Ringe des Schulterkleides mit blauen Purpurschnüren ketten, daß sie über der Schulterkleidbinde sei und sich die Tasche nicht vom Schulterkleide trenne! Exo 28:29 Aaron trage in der Tasche auf der Brust der Söhne Israels Namen, wenn er ins Heiligtum geht, zur ständigen Erinnerung des Herrn! Exo 28:30 Und in die Tasche lege die Urim ("Die Klaren") und Tummim ("Die Wahren"), daß sie auf Aarons Brust seien, wenn er vor den Herrn tritt! Also trage Aaron für die Söhne Israels die Tasche vor dem Herrn beständig auf der Brust! Exo 28:31 Das Obergewand zum Schulterkleid mache aus blauem Purpur! Exo 28:32 In seiner Mitte sei seine Kopföffnung! Und diese Öffnung habe einen Saum ringsum in Webart! Wie eine Panzeröffnung soll es eine solche haben, daß es nicht zerreiße! Exo 28:33 Mach an dem Saum Granatäpfel von blauem und rotem Purpur und Karmesin, rings an seinem Saum, und goldene Glöckchen mitten darin ringsum! Exo 28:34 Goldene Glöckchen sollen mit Granatäpfeln am Saum des Oberkleides ringsum abwechseln! Exo 28:35 Beim Dienste trage es Aaron, und sein Geräusch werde gehört, wenn er vor den Herrn ins Heiligtum geht und wenn er herausgeht, daß er nicht sterbe! Exo 28:36 Dann mach aus reinem Gold ein Blatt und grabe darauf in Siegelstich: 'Heiligtum des Herrn'! Exo 28:37 Befestige dies mit blauer Purpurschnur am Kopfbunde! Vorn am Kopfbunde sei es! Exo 28:38 Es sei auf Aarons Stirn! So ersetze Aaron die Fehler an heiligen Gaben, die Israels Söhne darbringen, bei all ihren heiligen Opfergaben! Auf seiner Stirn sei es beständig, daß ihnen Wohlgefallen vor dem Herrn werde! Exo 28:39 Den Leibrock webe aus Linnen, würfelförmig ausgemustert! Einen Kopfbund mach aus Linnen! Und einen Gürtel in buntgewirkter Arbeit sollst du machen! Exo 28:40 Für Aarons Söhne sollst du Leibröcke herstellen; mach auch Gürtel, und hohe Mützen sollst du ihnen für den Anstand und die Würde machen! Exo 28:41 Kleide darein deinen Bruder Aaron und seine Söhne bei ihm! Dann salbe sie, fülle ihre Hand und weihe sie, daß sie mir Priesterdienste tun! Exo 28:42 Fertige ihnen Linnenbeinkleider zur Verhüllung der Blöße! Von den Hüften bis zu den Schenkeln sollen sie reichen! Exo 28:43 Aaron und seine Söhne sollen sie tragen, wenn sie zum Festgezelt eingehen oder an den Altar treten, um Dienst im Heiligtum zu tun! Sonst würden sie Schuld auf sich laden und sterben. Dies gelte ihm und seinem Stamm als ewige Verpflichtung!" Exo 29:1 "Dies ist der Hergang, den du beachten sollst, wenn du sie zum Priesterdienst für mich weihst: Nimm einen jungen Stier und zwei fehlerlose Widder, Exo 29:2 ungesäuertes Brot, ungesäuerte, ölbestrichene Kuchen und ungesäuerte, ölbestrichene Fladen! Aus Weizenmehl sollst du sie machen! Exo 29:3 Leg sie in einen Korb und bringe sie in dem Korbe her! Dazu den Farren (=junger Stier) und die beiden Widder! Exo 29:4 Dann führe Aaron mit den Söhnen an des Bundeszeltes Eingang und bade sie in Wasser! Exo 29:5 Dann nimm die Gewänder! Bekleide Aaron mit dem Leibrock und mit dem Oberkleid zum Schulterkleid, mit dem Schulterkleid selbst und mit der Tasche und binde ihm des Schulterkleides Binde um! Exo 29:6 Setze ihm den Kopfbund auf sein Haupt! Befestige am Kopfbunde das heilige Diadem! Exo 29:7 Dann nimm das Salböl, gieße es auf sein Haupt und salbe ihn! Exo 29:8 Alsdann sollst du seine Söhne kommen lassen; bekleide sie dann mit Leibröcken! Exo 29:9 Umgürte sie mit einem Gürtel, Aaron wie seine Söhne! Setz ihnen Mützen auf! So stehe ihnen kraft ewiger Ordnung das Priesteramt zu! Nun fülle Aarons und seiner Söhne Hand. Exo 29:10 Dann bringe den Farren zu dem Festgezelt her, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Farren Kopf legen! Exo 29:11 Dann schlachte vor dem Herrn den Farren an dem Eingang zum Festgezelt! Exo 29:12 Nimm von dem Farrenblut und tu es mit deinem Finger an die Altarhörner! Das andere Blut sollst du ganz auf den Altarsockel gießen! Exo 29:13 Nimm alles Fett der Eingeweidedecke, den Leberlappen und die beiden Nieren samt dem Fett daran und laß es auf dem Altar verrauchen! Exo 29:14 Das Fleisch des Farren, sein Fell und seinen Mist sollst du außer Lagers verbrennen! Ein Sündopfer ist dies. Exo 29:15 Dann sollst du den einen Widder nehmen; Aaron aber und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Widders Kopf legen! Exo 29:16 Dann schlachte den Widder, nimm sein Blut und sprenge es rings um den Altar! Exo 29:17 Dann sollst du den Widder zerstückeln; hierauf wasche seine Eingeweide und Beine und lege sie zu seinen Rumpfstücken und seinem Kopf! Exo 29:18 Dann laß den ganzen Widder auf dem Altar verrauchen! Brandopfer ist es für den Herrn, ein süßer Duft. Ein Mahl ist es für den Herrn. Exo 29:19 Dann nimm den zweiten Widder, und Aaron und seine Söhne sollen ihre Hände auf des Widders Kopf legen! Exo 29:20 Dann schlachte den Widder, nimm von seinem Blut und bring es an das rechte Ohrläppchen Aarons und seiner Söhne und an den rechten Daumen und die rechte große Zehe! Das andere Blut sprenge rings um den Altar! Exo 29:21 Dann nimm von dem Blut am Altar und von dem Salböl! Besprenge damit Aaron und seine Gewänder, sodann die Aaronssöhne und ihre Gewänder, daß er und seine Gewandung sowie seine Söhne und ihre Gewandung geweiht werden! Exo 29:22 Dann nimm des Widders Fett, den Fettschwanz und das Fett der Eingeweidedecke, den Leberlappen und die beiden Nieren, das Fett davon und die rechte Keule, weil es ein Weihewidder ist, Exo 29:23 und einen Brotlaib, einen ölgebackenen Kuchen und einen Fladen aus dem Korb der ungesäuerten Brote vor dem Herrn! Exo 29:24 Und leg das Ganze dem Aaron und den Söhnen auf die Hände und bringe es vor dem Herrn als Abgabe dar! Exo 29:25 Dann nimm es aus ihrer Hand und laß es auf dem Brandopferaltar aufdampfen zu süßem Duft vor dem Herrn! Ein Mahl für den Herrn ist es. Exo 29:26 Dann nimm die Brust vom Weihewidder, der für Aaron gilt, und bringe sie vor dem Herrn als Abgabe dar! Dann sei sie dein Teil! Exo 29:27 Weihe die Brust der Abgabe und die Weihegabekeule, von denen die eine sonst geopfert, die andere abgeliefert wird, vom Weiheopferwidder, zum Unterschied von dem, was sonst Aaron und seine Söhne bekommen! Exo 29:28 Dies falle sonst Aaron und seinen Söhnen zu, kraft einer für die Israeliten ewig geltenden Verpflichtung; denn dies ist eine Abgabe. Eine Abgabe der Söhne Israels sei es von ihren Mahlopfern, ihre Abgabe für den Herrn! Exo 29:29 Aarons heilige Gewänder sollen seinen Söhnen nach ihm zufallen, um sie darin zu salben und ihre Hand darin zu füllen! Exo 29:30 Wer von seinen Söhnen an seiner Statt Priester ist, der soll sie sieben Tage anziehen, wenn er ins Festgezelt zum Dienst im Heiligtum kommt! Exo 29:31 Den Weiheopferwidder aber sollst du nehmen, und dann koche sein Fleisch an heiliger Stätte! Exo 29:32 Das Widderfleisch verzehre Aaron mit seinen Söhnen samt dem Brot im Korb am Eingang zum Festgezelt! Exo 29:33 Dies sollen die verzehren, um deretwillen dieses Sühneopfer vollzogen wird, um ihre Hand zu füllen und sie zu weihen. Ein Unbefugter esse nicht davon, weil es heilige Dinge sind! Exo 29:34 Und bleibt vom Fleisch des Weiheopfers und vom Brot bis zum Morgen etwas übrig, verbrenne, was übrigbleibt! Man darf es nicht essen, weil es ein heilig Ding ward. Exo 29:35 Tu so mit Aaron und seinen Söhnen, ganz so, wie ich dir gebiete! Fülle ihnen sieben Tage die Hand! Exo 29:36 Und einen Sündopferstier sollst du bereiten für jeden Tag zum Sühnevollzug! Entsündige den Altar durch dein Sühnewerk und salbe ihn, um ihn zu weihen! Exo 29:37 Sieben Tage lang sollst du die Sühnehandlungen am Altar vollziehen; so weihe ihn ein! Dann wird der Altar hochheilig. Wer den Altar berührt, wird selber heilig. Exo 29:38 Das ist es, was du auf dem Altar herrichten sollst: Zwei einjährige Lämmer Tag für Tag als Regel! Exo 29:39 Am Morgen sollst du das eine Lamm bereiten, das zweite gegen Abend! Exo 29:40 Zum einen Lamm komme ein Zehntel Feinmehl, gemengt mit einem Viertelkrug Öl aus zerstoßenen Oliven, dazu ein Trankopfer aus einem Viertel Wein! Exo 29:41 Das andere Lamm sollst du gegen Abend bereiten! Dabei sollst du, wie beim morgendlichen Speise- und Trankopfer tun, zu süßem Duft! Ein Mahl für den Herrn ist es, Exo 29:42 das stetige Brandopfer für eure Geschlechter, am Eingang zum Festgezelt vor dem Herrn, wo ich mich euch offenbare, dort mit dir redend. Exo 29:43 Ich will mich daselbst den Söhnen Israels offenbaren. Durch meine Herrlichkeit wird es geweiht. Exo 29:44 So weihe ich das Festgezelt und den Altar. Auch Aaron weihe ich und seine Söhne, daß sie mir Priesterdienste tun. Exo 29:45 Ich wohne mitten unter Israels Söhnen und diene ihnen als Schutzgott. Exo 29:46 Und sie erfahren dann, daß ich der Herr, ihr Gott bin, der sie aus dem Ägypterland geführt, um unter ihnen zu verweilen, ich, der Herr, ihr Gott." Exo 30:1 "Mach einen Rauchaltar! Mach ihn aus Akazienholz! Exo 30:2 Viereckig sei er, eine Elle lang und eine breit, zwei hoch! Seine Hörner sollen von ihm ausgehen! Exo 30:3 Überziehe ihn mit reinem Gold, seine Platte, seine Wände ringsum und seine Hörner und mach ihm einen goldenen Kranz ringsum! Exo 30:4 Zwei goldene Ringe sollst du unterhalb des Kranzes an den beiden Seiten machen! An seinen Seiten sollst du sie machen, daß sie Gehäuse der Stangen seien, ihn daran zu tragen! Exo 30:5 Die Stangen mach aus Akazienholz und überzieh sie mit Gold! Exo 30:6 Stelle ihn vor den Vorhang vor der Lade des Zeugnisses und vor den Deckel über dem Zeugnis, wo ich mich dir offenbaren werde! Exo 30:7 Aaron räuchere darauf wohlriechendes Räucherwerk! Er soll es alle Morgen räuchern, wenn er die Lampen richtet! Exo 30:8 Und wenn Aaron abends die Lampen aufsteckt, dann soll er räuchern! In euren Geschlechtern sei vor dem Herrn ein stetig Rauchopfer! Exo 30:9 Ihr sollt auf ihm kein fremdes Räucherwerk darbringen, nicht Brand-, nicht Speiseopfer! Ihr sollt darauf kein Trankopfer ausgießen! Exo 30:10 Einmal im Jahr verrichte Aaron an seinen Hörnern die Sühnehandlung! Einmal im Jahr soll er daran durch das Versöhnungssündenopferblut die Sühne in euren Geschlechtern vornehen! Dem Herrn ist er hochheilig." Exo 30:11 Und der Herr redete mit Moses also: Exo 30:12 "Erhebst du der Söhne Israels Zahl bei ihrer Musterung, dann sollen sie dem Herrn ein Lösegeld für ihr Leben geben, Mann für Mann, wenn man sie mustert! Dann befällt sie keine Plage, wenn man sie mustert. Exo 30:13 Wer der Musterung unterliegt, der soll die Hälfte des heiligen Ringes zahlen! Zwanzig Korn sind ein gemeiner Ring; dieser gilt nur als halber Ring bei einer Abgabe für den Herrn. Exo 30:14 Wer der Musterung unterliegt, von zwanzig Jahren und darüber, soll für den Herrn die Abgabe geben! Exo 30:15 Der Reiche gebe nicht mehr, der Arme nicht weniger als einen halben Ring, wenn sie die Abgabe für den Herrn entrichten, um euer Leben zu lösen! Exo 30:16 Nimm von den Söhnen Israels das Sühnegeld und gib es für den Dienst am Festgezelt! So wirke es den Söhnen Israels beim Herrn ein Gedenken und ihres Lebens Lösung!" Exo 30:17 Der Herr sprach zu Moses: Exo 30:18 "Mach dir ein Kupferbecken mit kupfernem Gestell zum Waschen und stelle es zwischen Festgezelt und Altar und gieße Wasser darein! Exo 30:19 Daraus sollen sich Aaron und die Söhne Hände und Füße waschen! Exo 30:20 Wenn sie zum Festgezelt kommen, sollen sie sich waschen, daß sie nicht sterben, oder wenn sie beim Dienst zum Altare treten, ein Mahl für den Herrn aufdampfen zu lassen, Exo 30:21 dann sollen sie Hände und Füße waschen, daß sie nicht sterben! Dies sei ihnen ewige Pflicht, ihm sowie seinem Stamm für ihre Geschlechter!" Exo 30:22 Der Herr sprach zu Moses also: Exo 30:23 "Nimm dir Balsamessenz und reine Myrrhe fünfhundert, und Zimt halb soviel, zweihundertfünfzig, Gewürzrohr, zweihundertfünfzig, Exo 30:24 und Kassia, fünfhundert nach dem heiligen Ring, und einen Krug voll Olivenöl! Exo 30:25 Und mache es zu heiligem Salböl, zu würziger Salbe, zu eines Salbenmischers Werk! Ein heilig Salböl soll es werden! Exo 30:26 Salbe damit das Festgezelt und die Lade des Zeugnisses, Exo 30:27 den Tisch und alle seine Geräte, den Leuchter und sein Zubehör, den Rauchaltar, Exo 30:28 den Brandopferaltar und alle seine Geräte, das Becken und sein Gestell! Exo 30:29 So weihe sie, daß sie hochheilig seien! Wer sie berührt, wird gleichfalls heilig. Exo 30:30 Auch Aaron und seine Söhne sollst du salben; so weihe sie, daß sie mir Priester seien! Exo 30:31 Sprich zu den Söhnen Israels: 'Ein heilig Salböl sei mir dies für eure Geschlechter! Exo 30:32 Auf keines Menschen Leib darf es gegossen werden! Ihr dürft in seiner Mischung für euch nichts Gleiches machen. Ein heilig Ding ist es. Ein heilig Ding bleibe es euch. Exo 30:33 Wer solches mischt und davon an einen Unbefugten bringt, werde aus seinem Volke gestrichen!'" Exo 30:34 Der Herr sprach zu Moses: "Nimm Spezereien, Tropfharz, Räucherklaue, wohlriechendes Harz und reinen Weihrauch, alles zu gleichen Teilen! Exo 30:35 Mach daraus ein Räucherwerk, eine würzige Mischung, eines Salbenmischers Werk, scharf, rein, ein heilig Ding! Exo 30:36 Verreibe davon staubfein und bringe davon vor das Zeugnis ins Festgezelt, wo ich mich dir offenbaren werde! Hochheilig sei es euch! Exo 30:37 Das Räucherwerk, das du machst, dürft ihr für euch nicht mehr nachmachen. Ein heilig Ding für den Herrn sei es dir! Exo 30:38 Wer gleiches macht, daran zu riechen, werde aus seinem Volke gestrichen!" Exo 31:1 Der Herr sprach zu Moses: Exo 31:2 "Sieh! Ich berufe Besalel, des Uri Sohn, den Enkel Hurs, vom Stamme Juda. Exo 31:3 Ich erfülle ihn mit Gottesgeist, mit Weisheit, Einsicht und Wissen um jeglich Werk, Exo 31:4 um Pläne zu ersinnen und sie in Gold, Silber und Kupfer auszuführen, Exo 31:5 im Schnitt von Steinen zu Füllungen und im Schnitt von Hölzern, in vielgestaltiger Ausführung. Exo 31:6 Oholiab, den Sohn Achisamaks, vom Danstamme gebe ich ihm bei und verleihe Weisheit allen anderen Künstlern, daß sie alles machen, was ich dir befehle. Exo 31:7 Das Festgezelt und die Lade des Zeugnisses, die Deckplatte darüber und die anderen Geräte im Zelt, Exo 31:8 den Tisch und seine Geräte, den reinen Leuchter mit all seinen Geräten, den Rauchaltar, Exo 31:9 den Altar für Brandopfer und alle seine Geräte, das Becken mit seinem Gestell, Exo 31:10 die feineren Schutzdecken und die Gewänder für das Heiligtum, für Aaron, den Priester, und die Gewänder seiner Söhne für den priesterlichen Dienst, Exo 31:11 das Salböl und das würzige Rauchwerk für das Heiligtum. Ganz wie ich es dir befehle, sollen sie es machen!" Exo 31:12 Und der Herr sprach zu Moses: Exo 31:13 "Sag dies den Söhnen Israels: 'Beobachtet doch meine Ruhetage! Ein Zeichen zwischen mir und euch ist ein solcher in euren Geschlechtern, auf daß man wisse, daß ich, der Herr, euch heilige. Exo 31:14 Haltet auch den Sabbat! Er sei euch ein heilig Ding! Wer ihn entweiht, sterbe des Todes! Wer an ihm Arbeit tut, solch Wesen werde getilgt aus seinem Volke! Exo 31:15 Sechs Tage werde Arbeit getan! Am siebten Tage aber ist der rechte Ruhetag, ein heilig Ding dem Herrn! Wer am Sabbat Arbeit tut, sei des Todes!' Exo 31:16 So sollen die Söhne Israels den Sabbat halten! Zum ewigen Bunde sollen sie den Sabbat in ihren Geschlechtern machen! Exo 31:17 Er sei ein Zeichen zwischen mir und den Söhnen Israels für immer! Denn in sechs Tagen hat der Herr den Himmel und die Erde gemacht. Am siebten Tage aber hat er aufatmend geruht." Exo 31:18 Und er übergab Moses, nachdem er mit ihm auf dem Berg Sinai zu Ende geredet, die beiden Tafeln des Zeugnisses, steinerne Tafeln, vom Finger Gottes beschrieben. Exo 32:1 Als das Volk sah, daß Moses säumte, vom Berg herabzusteigen, rottete sich das Volk wider Aaron und sprach zu ihm: "Auf! Mach uns Götter, die vor uns herziehen! Denn also ist es mit Moses, dem Manne, der uns aus Ägypterland geführt: Wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist." Exo 32:2 Da sprach Aaron zu ihnen: "Dann reißt die goldenen Ringe ab, die in den Ohren eurer Weiber, Söhne und Töchter hängen, und bringt sie mir!" Exo 32:3 Da riß sich alles Volk seine goldenen Ohrringe ab und brachte sie zu Aaron. Exo 32:4 Er nahm sie aus ihrer Hand und formte sie in einer Gußform. So machte er ein Gußkalb daraus. Da sprachen sie: "Dies sind, Israel, deine Götter, die dich aus Ägypterland herausgeführt." Exo 32:5 Als aber Aaron dies wahrnahm, baute er vor ihm einen Altar. Dann rief Aaron und sprach: "Morgen ist ein Fest des Herrn." Exo 32:6 Da opferten sie frühmorgens Brandopfer und brachten Mahlopfer. Dann setzte sich das ganze Volk, zu essen und zu trinken. Hierauf erhob es sich zu scherzen. Exo 32:7 Da sprach der Herr zu Moses: "Geh hinab! Verkehrtes tut dein Volk, das du aus Ägypterland geführt. Exo 32:8 Rasch sind sie vom Pfade gewichen, den ich ihnen geboten. Sie haben sich ein Gußkalb gemacht. Dies beten sie an, opfern ihm und sprechen: 'Dies sind, Israel, deine Götter, die dich aus Ägypterland geführt.'" Exo 32:9 Und der Herr sprach zu Moses: "Ich sehe, woran ich mit diesem Volke bin. Ein widerspenstiges Volk ist es. Exo 32:10 Nun laß mich, daß mein Zorn wider sie entbrenne und ich sie vernichte! Dich aber mache ich zu einem großen Volke." Exo 32:11 Da begütigte Moses den Herrn, seinen Gott. "Warum willst du, Herr, so heftig deinem Volke zürnen, das du aus Ägypterland mit großer Kraft und starkem Arm geführt? Exo 32:12 Warum sollen die Ägypter sagen dürfen: Zur Unheilsstunde hat er sie herausgeführt, sie in den Bergen umzubringen und von der Erde zu tilgen? Laß von deiner Zornesglut! Laß dich gereuen des Unheils über dein Volk! Exo 32:13 Gedenke deiner Knechte Abraham und Isaak und Israel, was du ihnen bei dir geschworen hast! Du versprachest: 'Mehren will ich euren Stamm wie des Himmels Sterne, und dies ganze Land, von dem ich gesprochen, gebe ich eurem Stamm, daß es ihm auf ewig eigen sei.'" Exo 32:14 Da ließ sich der Herr des Unheils gereuen, das er seinem Volke zu tun gedroht. Exo 32:15 So wandte sich Moses und stieg vom Berg, die zwei Tafeln des Zeugnisses in der Hand. Die Tafeln waren auf beiden Seiten beschrieben. Vorne und hinten waren sie beschrieben. Exo 32:16 Die Tafeln aber waren Gotteswerk, und die Schrift Gottesschrift, gegraben auf die Tafeln. Exo 32:17 Da hörte Josue den Lärm des zügellosen Volkes und sprach zu Moses: "Kriegslärm ist im Lager." Exo 32:18 Er aber sprach. "Das ist kein Siegesjubel und kein Fluchgeschrei. Gemeines Schreien höre ich." Exo 32:19 Als er dem Lager näherkam, sah er das Kalb und Tänze. Da loderte Mosis Zorn empor, und er warf die Tafeln weg und zerschlug sie unten am Berge. Exo 32:20 Dann nahm er das Kalb, das sie gemacht, verbrannte es im Feuer und zerstieß es zu Staub. Dann streute er ihn auf das Wasser und gab ihn den Israeliten zu schlucken. Exo 32:21 Dann sprach Moses zu Aaron: "Was hat dir dieses Volk getan, daß du solch schwere Schuld darüber gebracht hast?" Exo 32:22 Da sprach Aaron: "Nicht zürne mein Herr! Du selber weißt, wie zügellos das Volk sein kann. Exo 32:23 Sie sprachen zu mir: 'Mach du uns Götter, die vor uns herziehen! Denn also ist es mit Moses, dem Manne, der uns aus Ägypterland geführt: Wir wissen nicht, was aus ihm geworden ist.' Exo 32:24 Ich sprach zu ihnen: 'Wer hat Gold?' Da rissen sie es ab und gaben es mir. Ich warf es ins Feuer. Da kam dies Kalb heraus." Exo 32:25 Moses aber sah, daß das Volk ausgelassen war. Denn Aaron hatte es laufen lassen, hatte sich doch ihr Widerspruchsgeist hervorgedrängt. Exo 32:26 Da trat Moses ins Lagertor und rief: "Wer für den Herrn ist, her zu mir!" Da sammelten sich bei ihm alle Levisöhne. Exo 32:27 Er sprach zu ihnen: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Es lege jeder sein Schwert an seine Hüfte! Geht im Lager von einem Tor zum anderen und tötet, jeder selbst den eigenen Bruder, Freund und Anverwandten!'" Exo 32:28 Und die Levisöhne taten nach Mosis Wort. Vom Volke fielen an jenem Tage um 3.000 Mann. Exo 32:29 Und Moses sprach: "Tut für den Herrn das Höchste, was ihr tun könnt! Denn auch bei Sohn und Bruder ist es euch möglich, ihnen heute Segen zu vermitteln." Exo 32:30 Am anderen Morgen sprach Moses zu dem Volke: "Schwer habt ihr euch versündigt. Nun steige ich zum Herrn empor. Vielleicht kann ich euch Verzeihung für eure Sünde erwirken." Exo 32:31 So kehrte Moses zum Herrn und sprach.- "Sieh, dieses Volk hat schwer gesündigt. Goldene Götter machte es sich. Exo 32:32 Wenn du ihnen diese Sünde verzeihen wolltest! Wo nicht, so streiche mich lieber aus deinem Buche, in das du schreibst!" Exo 32:33 Da sprach der Herr zu Moses: "Wer sich gegen mich versündigt, nur den streiche ich aus meinem Buche. Exo 32:34 Nun aber gehe hin und führe das Volk, wohin ich dir gesagt! Fürwahr, mein Engel zieht vor dir her. Am Tage meiner Ahndung aber ahnde ich an ihnen ihre Sünde." Exo 32:35 Und der Herr schlug das Volk dafür, daß sie das Kalb hatten machen lassen, das Aaron gefertigt hatte. Exo 33:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Geh, zieh hinauf von hier, du und das Volk, das du aus Ägypterland geführt, in das Land, das ich Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen mit den Worten: 'Deinem Stamme gebe ich es!' Exo 33:2 Ich sende aber einen Engel vor dir her und vertreibe die Kanaaniter und die Amoriter, Chittiter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Exo 33:3 Denn in das Land, von Milch und Honig fließend, ziehe ich nicht in deiner Mitte hinauf; weil du ein widerspenstiges Volk bist. Ich müßte dich sonst unterwegs vernichten." Exo 33:4 Als das Volk diese schlimme Botschaft vernahm, trauerte es, und niemand legte seinen Schmuck an. Exo 33:5 Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich zu den Söhnen Israels: 'Ihr seid ein widerspenstiges Volk. Zöge ich nur einen Augenblick in deiner Mitte mit, so müßte ich dich vertilgen. Lege keinen Schmuck mehr an, sonst wüßte ich, was ich dir täte!'" Exo 33:6 Da ließen die Israeliten vom Berge Horeb an ihren Schmuck weg. Exo 33:7 Moses aber nahm das Zelt; dann schlug er es dort außerhalb des Lagers auf, entfernt vom Lager. Er nannte es Festgezelt. Wer den Herrn suchte, ging zum Festgezelt außerhalb des Lagers. Exo 33:8 Sooft Moses zum Zelte hinausging, erhob sich alles Volk. Jeder stellte sich unter seine Zelttür, und so schauten sie Moses nach, bis er zum Zelte gekommen war. Exo 33:9 Sooft Moses zum Zelte kam, senkte sich die Wolkensäule herab und stand an der Zelttür und redete mit Moses. Exo 33:10 Sah nun das ganze Volk die Wolkensäule am Zelteingang stehen, dann begann es, jeder an seinem Zelteingang, sich niederzuwerfen. Exo 33:11 Der Herr aber redete mit Moses von Angesicht zu Angesicht, wie jemand mit seinem Freunde spricht. Kehrte er ins Lager zurück, so wich sein Diener Josue, Nuns Sohn, als Lediger, nicht aus dem Zelte. Exo 33:12 Moses sprach zum Herrn: "Du sagst zu mir: 'Führe dieses Volk hinauf!' Aber du tust mir nicht kund, wen du mit mir senden willst. Und doch sagst du: 'Ich kenne dich mit Namen. In meinen Augen hast du Gnade gefunden.' Exo 33:13 Nun, habe ich in deinen Augen Gnade gefunden, dann laß mich deine Art erkennen, daß ich dich recht verstehe und mich deiner Gnade würdig zeige! Bedenke! Dein Volk ist dies Volk." Exo 33:14 Er sprach: "Ginge mein Angesicht mit, beruhigte ich dich damit?" Exo 33:15 Da sprach er zu ihm: "Zieht nicht dein Angesicht mit, dann führe uns nicht von hier hinauf! Exo 33:16 Woran denn würde sonst erkannt, daß ich mit deinem Volk in deinen Augen Gnade gefunden, wenn nicht daran, daß Du mit uns ziehst? Dadurch sind wir ja, ich und dein Volk, vor allen Erdenvölkern ausgezeichnet." Exo 33:17 Da sprach der Herr zu Moses: "Auch dies, was du erbittest, will ich tun. Du hast ja Gnade in meinen Augen gefunden. Ich kenne dich mit Namen." Exo 33:18 Er sprach: "Laß mich deine Herrlichkeit schauen!" Exo 33:19 Da sprach er: "Ich führe an dir vorüber all meine Herrlichkeit und nenne vor dir des Herrn Namen: Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, wem barmherzig, dem barmherzig." Exo 33:20 Dann sprach er: "Mein Angesicht kannst du nicht schauen. Kein Mensch schaut mich und lebt." Exo 33:21 Und der Herr sprach: "Hier bei mir ist Platz. Stell dich auf diesen Felsen! Exo 33:22 Fährt meine Herrlichkeit vorüber, dann stelle ich dich in die Felsenritze und lege meine Hand auf dich, bis ich vorüber bin. Exo 33:23 Ziehe ich dann meine Hand weg, dann schaust du meine Rückseite. Aber mein Angesicht bleibt unsichtbar." Exo 34:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Behaue dir zwei Steintafeln, wie die ersten! Ich schreibe dann auf die Tafeln die Worte, die auf den ersten Tafeln standen, die du zerbrochen hast. Exo 34:2 Sei bereit für morgen und steige in der Frühe auf den Sinaiberg und tritt vor mich auf den Bergesgipfel! Exo 34:3 Aber niemand steige mit dir hinauf! Am ganzen Berge lasse sich niemand blicken! Auch Schafe und Rinder dürfen nicht nach diesem Berg zu weiden." Exo 34:4 So hieb er zwei Steintafeln wie die ersten zurecht. Und früh morgens stand Moses auf und bestieg den Berg Sinai, wie ihm der Herr befohlen, und nahm die zwei Steintafeln in seine Hand. Exo 34:5 Da fuhr der Herr im Gewölke herab und stellte sich dort neben ihn; dann nannte er den Namen des Herrn. Exo 34:6 Der Herr zog nämlich an ihm vorüber und rief: "Herr, Herr! Ein Gott, barmherzig und gnädig, langmütig, reich an steter Güte. Exo 34:7 Tausenden wahrt er die Treue und verzeiht Schuld und Fehl und Missetat. Aber straffrei läßt er nicht, sondern ahndet der Väter Schuld an Kindern und an Enkeln, am dritten und am vierten Gliede." Exo 34:8 Dann neigte sich Moses eilends zu Boden und warf sich nieder und sprach: Exo 34:9 "Habe ich, Herr, in deinen Augen Gnade gefunden, dann ziehe der Herr mit uns! Wohl ist es ein widerspenstiges Volk. Doch verzeihe unsere Schuld und Sünde! Mach uns zu den ewig Deinen!" Exo 34:10 Und er sprach: "So schließe ich denn einen Bund: Vor all deinem Volke will ich Wunder tun, wie sie nirgends auf Erden und bei keinem Volke gewirkt worden sind. Schauen soll das ganze Volk, in dessen Mitte du weilst, wie schauervoll das Herrenwerk ist, das ich an dir tun will! Exo 34:11 Merk dir, was ich dir heute gebiete! Sieh! Ich vertreibe vor dir die Amoriter, Kanaaniter, Chittiter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Exo 34:12 Hüte dich vor einem Bunde mit den Insassen des Landes, in das du kommst, daß er nicht zum Falle in deiner Mitte werde! Exo 34:13 Ihre Altäre sollt ihr zerstören, ihre Steinmale zerbrechen, ihre heiligen Pfähle fällen! Exo 34:14 Du sollst dich nicht vor einem anderen Gott niederwerfen! Der Herr heißt eifersüchtig. Ein eifersüchtiger Gott ist er. Exo 34:15 Daß du keinen Bund mit des Landes Insassen schließest Wenn sie ihren Göttern nachhuren und ihren Göttern opfern und man dich einlade, iß nichts von ihren Opfern! Exo 34:16 Nimm von ihren Töchtern kein Weib für deine Söhne. Ihre Töchter huren ja ihren Göttern nach, und so würden sie deine Söhne zur Götterhurerei verleiten! Exo 34:17 Du sollst dir kein Göttergußbild machen! Exo 34:18 Das Fest der ungesäuerten Brote halte! Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, wie ich es dir geboten, zur Zeit des Neumonds im Abib Exo 34:19 Du bist ja aus Ägypten gezogen an dem Neumond des Abib. 19 Ein jeder Erstlingswurf ist mein, und zwar ist all dein Zuchtvieh hier gemeint: der erste Wurf von Rindern und von Schafen. Exo 34:20 Den ersten Wurf vom Esel sollst du mit einem Schafe auslösen! Lösest du ihn nicht aus, dann brich ihm das Genick! All deine erstgeborenen Söhne sollst du auslösen! Nicht schaue man gabenleer mein Angesicht! Exo 34:21 Sechs Tage magst du arbeiten: am siebten aber sollst du ruhen! Selbst zur Zeit des Pflügens und Erntens sollst du ruhen! Exo 34:22 Du sollst dir ein Wochenfest zur Zeit der Erstlinge der Weizenernte halten und dein Herbstfest an der Jahreswende! Exo 34:23 Dreimal im Jahr erscheine vor dem Herrn, dem Herrn, dem Gotte Israels, alles, was bei dir ist! Exo 34:24 Ich tilge viele Völker vor dir und weite dein Gebiet. Und so wird niemand dein Land begehren, solange du hinaufziehst, vor dem Herrn, deinem Gott, dreimal im Jahre zu erscheinen. Exo 34:25 Du sollst meines Opfers Blut nicht mit Gesäuertem zusammen schlachten! Über Nacht soll nichts vom Passahfestopfer bis zum Morgen noch da sein! Exo 34:26 Von deines Ackers Erstlingen den ersten Abhub sollst du zum Hause des Herrn, deines Gottes, bringen! Du sollst kein Böckchen in seiner Mutter Fett braten!" Exo 34:27 Und der Herr sprach zu Moses: "Schreib diese Worte dir auf! Denn laut dieser Worte schließe ich mit dir und mit Israel einen Bund." Exo 34:28 Und er weilte dort beim Herrn vierzig Tage und vierzig Nächte. Er aß kein Brot und trank kein Wasser. Auf die Tafeln aber schrieb er die Worte des Bundes, die zehn Worte. Exo 34:29 Als Moses vom Berge Sinai niederstieg - die beiden Zeugnistafeln in Mosis Hand -, als er vom Berge niederstieg, wußte Moses nicht, daß seine Gesichtshaut von der Unterredung mit ihm strahlte. Exo 34:30 Aaron und alle anderen Israeliten schauten Moses, wie seine Gesichtshaut strahlte. Da fürchteten sie sich, ihm nahe zu kommen. Exo 34:31 Da rief ihnen Moses zu, und Aaron und alle Fürsten in der Gemeinschaft wandten sich ihm zu. Dann redete Moses mit ihnen. Exo 34:32 Hernach traten alle Israeliten herzu, und er gebot ihnen alles, was der Herr mit ihm auf dem Berge gesprochen hatte. Exo 34:33 Als Moses seine Unterredung mit ihnen beendigt hatte, legte er auf sein Antlitz einen Schleier. Exo 34:34 Sooft Moses vor den Herrn kam, mit ihm zu reden, entfernte er den Schleier, bis er wieder heraustrat. Trat er heraus und meldete den Israeliten, wozu er entboten ward, Exo 34:35 dann sahen die Israeliten an Mosis Antlitz, daß Mosis Gesichtshaut strahlte. Dann aber legte Moses den Schleier wieder über sein Antlitz, bis er hineinkam, mit ihm zu reden. Exo 35:1 Moses versammelte nun die ganze israelitische Gemeinschaft und sprach zu ihnen: "Dies sind die Worte, die der Herr zu tun befiehlt: Exo 35:2 'Gearbeitet darf nur sechs Tage werden! Der siebte Tag soll euch ein heilig Ding, ein rechter Ruhetag des Herrn sein! Wer an ihm irgendeine Arbeit tut, soll getötet werden! Exo 35:3 Ihr dürft in keiner eurer Siedlungen am Sabbattage Feuer machen!'" Exo 35:4 Und Moses sprach zu der ganzen israelitischen Gemeinschaft also: "Dies ist es, was der Herr befiehlt: Exo 35:5 Liefert von euch aus eine Gabe für den Herrn! Wen dazu sein Herz treibt, der bringe für den Herrn eine Gabe an Gold, Silber, Kupfer, Exo 35:6 an blauem und rotem Purpur, Karmesin und Linnen, Ziegenhaar, Exo 35:7 gegerbten Widderfellen, Seekuhhäuten und Akazienholz, Exo 35:8 Öl für den Leuchter und Spezereien zum Salböl und zum würzigen Räucherwerk Exo 35:9 und Onyx- sowie andere Edelsteine zum Besatze des Schulterkleides und der Tasche! Exo 35:10 Dann sollen alle, die kundigen Sinnes bei euch, kommen und alles machen, was der Herr befiehlt, Exo 35:11 die Wohnung und das Zelt mit seiner Hülle und seinen Haken, Brettern, Riegeln, Säulen, Füßen, Exo 35:12 die Lade, ihre Stangen, ihre Deckplatte, den verhüllenden Vorhang, Exo 35:13 den Tisch mit seinen Stangen und all seinen Geräten, das Schaubrot, Exo 35:14 den Leuchter zur Beleuchtung, alle seine Geräte, seine Lampen und das Leuchteröl, Exo 35:15 den Rauchaltar und seine Stangen, das Salböl und das würzige Räucherwerk, den Vorhang für der Wohnung Tür, Exo 35:16 den Brandopferaltar, das Kupfergitterwerk daran und seine Stangen, seine Geräte, den Kessel und sein Gestell, Exo 35:17 des Vorhofs Umhänge mit seinen Säulen und Fußgestellen, des Vorhoftores Vorhang, Exo 35:18 der Wohnung Pflöcke, die des Vorhofes, ihre Stricke, Exo 35:19 die Schongewänder zum Dienste im Heiligtum, des Heiligtums Gewänder für den Priester Aaron und seiner Söhne Kleider für den Priesterdienst." Exo 35:20 Da gingen sie, die ganze israelitische Gemeinschaft von Moses weg. Exo 35:21 Dann kam jeder, den sein Sinn bewegt, und jeder, den sein Herz angetrieben; sie brachten eine Gabe dem Herrn für die Arbeit am Festgezelt, für all seinen Dienst darin und für die heiligen Gewänder. Exo 35:22 Die Männer kamen neben den Weibern; alle, die ihr Herz antrieb, brachten Spangen, Ohr- und Fingerringe und Geschmeide, lauter goldene Sachen, jeder, der an Gold eine Weihegabe dem Herrn geweiht hatte. Exo 35:23 Jeder, bei dem sich blauer und roter Purpur, Karmesin, Linnen, Ziegenhaar, gegerbte Widderfelle und Seekuhhäute vorgefunden, brachte es. Exo 35:24 Jeder, der eine Gabe an Silber und Kupfer geben wollte, brachte diese Gabe für den Herrn, ebenso wer Akazienholz für allerlei Verwertung hatte. Exo 35:25 Jedes kunstfertige Weib, das auf gewöhnliche Art spann, brachte das Gespinst, blauen und roten Purpur, Karmesin und Linnen. Exo 35:26 Alle die Weiber, die ihr Sinn in Weisheit bewegt hatte, verspannen Ziegenhaar. Exo 35:27 Die Fürsten brachten Onyx- und andere Edelsteine zum Besatz des Schulterkleides und der Tasche, Exo 35:28 dazu die Spezereien und das Öl für den Leuchter, zum Salböl und zum wohlduftenden Räucherwerk. Exo 35:29 Jeder Mann und jedes Weib brachte, was sie ihr Herz zu bringen trieb, für alle Arbeit, deren Anfertigung der Herr durch Moses geboten hatte. Die Söhne Israels brachten es freiwillig dem Herrn. Exo 35:30 Moses aber sprach zu den Israeliten: "Seht! Mit Namen hat der Herr den Besalel berufen, des Uri Sohn, den Enkel Hurs, vom Stamme Juda. Exo 35:31 Mit Gottesgeist erfüllte er ihn, mit Kunstsinn, Einsicht und Wissen um ein jeglich Werk, Exo 35:32 und um Pläne zu ersinnen, um in Gold, Silber oder Kupfer sie auszuführen, Exo 35:33 in Steinschnitt zu Füllungen und im Holzschneiden, um sie vielgestaltig auszuführen. Exo 35:34 Auch die Gabe, Anregungen zu geben, hat er in sein Herz gelegt. Ihn selber und Oholiab, den Sohn Achisamaks, vom Stamme Dan, Exo 35:35 sie beide hat er mit weisem Sinne erfüllt, jegliche Arbeit zu machen, die des Schmiedes und des Kunstwebers, des Buntwirkers in blauem und rotem Purpur, in Karmesin und Linnen und die des Webers. So machten sie jegliche Arbeit und ersannen Kunstwerke." Exo 36:1 "So mache es Besalel, Oholiab und jeder Kunstverständige, dem der Herr Weisheit und Einsicht verliehen, alle Arbeit zur Fertigung des Heiligtumes zu verstehen, Weisheit und Einsicht für alles, was der Herr befohlen hat!" Exo 36:2 Hierauf berief Moses den Besalel und Oholiab und jeden kunstverständigen Mann, dem der Herr Weisheit verliehen, jeden, den sein Sinn bewegt hatte, an die Ausführung des Werkes zu gehen. Exo 36:3 Sie empfingen unter Mosis Aufsicht alle Gaben, die die Israeliten für die Arbeit der Fertigstellung des Heiligtums gebracht, um sie zu verarbeiten. Aber noch brachten sie ihm jeden Morgen freiwillige Gaben. Exo 36:4 Da gingen alle Weisen, die alle Arbeit am Heiligtume machten, Mann für Mann von ihrer Arbeit weg, die sie machten, Exo 36:5 und sprachen zu Moses: "Das Volk bringt viel mehr, als zur Fertigung der vom Herrn gebotenen Arbeiten nötig ist." Exo 36:6 Da gab Moses Befehl, und man ließ im Lager den Ruf ergehen: "Nicht Mann noch Weib mehr mache etwas zu einer Gabe für das Heiligtum!" So ward dem Volke weiteres Bringen verwehrt. Exo 36:7 Stoff genug war da, um alle Arbeit auszuführen, ja übergenug. Exo 36:8 So machten all die Kunstverständigen unter den am Werk Beschäftigten die Wohnung aus zehn Teppichen von gezwirntem Linnen, blauem und rotem Purpur und Karmesin. Mit Cheruben, nach Kunstwirkers Art, hatte man sie gemacht. Exo 36:9 Jeder Teppich war achtundzwanzig Ellen lang und vier breit. Alle Teppiche hatten einerlei Maß. Exo 36:10 Fünf Teppiche heftete man zusammen. Exo 36:11 Man machte blaue Purpurschleifen am Saume des äußersten Teppichs der einen Naht, ebenso am Saum des äußersten Teppichs der anderen Naht. Exo 36:12 Fünfzig Schleifen hatte man an dem einen Teppich gemacht und fünfzig am Rand des Teppichs der anderen Naht, so daß die Schleifen einander gegenüberstanden. Exo 36:13 Dann machte man fünfzig goldene Haken und heftete die Teppiche mittels der Haken zusammen. So ward die Wohnung ein Ganzes. Exo 36:14 Dann machte man Teppiche aus Ziegenhaar zu einem Zelt über der Wohnung. Elf Teppiche nahm man dazu. Exo 36:15 jeder Teppich war dreißig Ellen lang und vier breit. Alle elf Teppiche hatten einerlei Maß. Exo 36:16 Dann heftete man fünf Teppiche für sich zu einem Ganzen, ebenso die sechs Teppiche für sich. Exo 36:17 Dann machte man fünfzig Schleifen am Saum des äußersten Teppichs der einen Naht und fünfzig an dem der anderen Naht. Exo 36:18 Dann machte man fünfzig Kupferhaken, um das Zelt zu einem Ganzen zusammenzuheften. Exo 36:19 Dann machte man eine Zeltdecke aus gegerbten Widderfellen und oben darüber eine Decke aus Seekuhhäuten. Exo 36:20 Dann machte man gerade Bretter zur Wohnung aus Akazienholz. Exo 36:21 Jedes Brett zehn Ellen lang und anderthalb breit, Exo 36:22 an den einzelnen Brettern zwei Zapfen unter sich verbunden. So machte man alle Bretter der Wohnung. Exo 36:23 Und zwar machte man an Brettern für die Wohnung zwanzig Bretter für die Südseite. Exo 36:24 Unter die zwanzig Bretter machte man vierzig silberne Füße, je zwei Füße unter jedem Brett für seine zwei Zapfen. Exo 36:25 Ebenso für die andere Seite der Wohnung gegen Norden zwanzig Bretter Exo 36:26 mit ihren vierzig silbernen Füßen, je zwei Füße unter jedem Brett. Exo 36:27 Für die Westseite machte man sechs Bretter Exo 36:28 und zwei Bretter für die Winkel der Wohnung auf der Rückseite. Exo 36:29 Sie waren unten doppelkantig und am Kopfende kreisrund. So machte man es mit beiden in den beiden Winkeln. Exo 36:30 Somit waren es acht Bretter mit sechzehn silbernen Füßen; je zwei Füße unter jedem Brett. Exo 36:31 Dann machte man fünf Akazienholzriegel für die Bretter der einen Wohnseite, Exo 36:32 fünf Riegel für die Bretter der anderen Wohnseite und fünf Riegel für die Bretter der westlich gelegenen Wohnseite. Exo 36:33 Den mittelsten Riegel ließ man in der Brettermitte von einem Ende zum anderen durchlaufen. Exo 36:34 Die Bretter überzog man mit Gold. Aus Gold fertigte man auch die Ringe zur Aufnahme der Riegel; die Riegel überzog man gleichfalls mit Gold. Exo 36:35 Dann stellte man den Vorhang her aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen, mit Cheruben in Kunstwirkerarbeit. Exo 36:36 Man machte für ihn vier Akaziensäulen und überzog sie mit Gold. Auch ihre Stifte waren aus Gold, und man goß für sie vier silberne Füße. Exo 36:37 Dann machte man einen Vorhang für die Zeltöffnung aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen in Buntwirkerarbeit Exo 36:38 nebst seinen fünf Säulen und ihren Stiften. Ihre Köpfe und ihre Ringe überzog man mit Gold; ihre fünf Füße aber waren kupfern. Exo 37:1 Und Besalel machte die Lade aus Akazienholz, zwei und eine halbe Elle lang, anderthalb breit und hoch. Exo 37:2 Er überzog sie in- und auswendig mit reinem Gold und machte ihr einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:3 Dann goß er für sie vier goldene Ringe für die vier Füße, zwei Ringe auf der einen Seite und zwei auf der anderen. Exo 37:4 Dann fertigte er Akazienstangen und überzog sie mit Gold. Exo 37:5 Diese Stangen zog er durch die Ringe an den beiden Seiten der Lade, um die Lade zu tragen. Exo 37:6 Dann machte er aus reinem Gold eine Deckplatte, zweieinhalb Ellen lang und anderthalb breit. Exo 37:7 Auch machte er zwei goldene Cherube. Er machte sie in getriebener Arbeit für die beiden Enden der Deckplatte. Exo 37:8 Den einen Cherub an dem einen Ende, den anderen am anderen Ende. An beiden Enden der Deckplatte brachte er die Cherube an. Exo 37:9 Die Cherube breiteten nach oben ihre Flügel, mit ihren Flügeln die Deckplatte deckend, die Gesichter sich zugekehrt. Die Cherubsgesichter aber schauten nach der Deckplatte hin. Exo 37:10 Dann machte er aus Akazienholz einen Tisch, zwei Ellen lang, eine breit und anderthalb hoch. Exo 37:11 Er überzog ihn mit reinem Gold und machte ihm einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:12 Dann machte er ihm eine handbreit große Leiste ringsum, und daran machte er wieder einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:13 Er goß für ihn vier goldene Ringe und befestigte diese Ringe an den vier Ecken seiner vier Füße. Exo 37:14 Dicht an der Leiste waren die Ringe zur Aufnahme der Stangen, um den Tisch zu tragen. Exo 37:15 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold, um den Tisch zu tragen. Exo 37:16 Er machte die Geräte für den Tisch, seine Schüsseln, Schalen, Becher und Kannen zur Trankopferspende, aus reinem Gold. Exo 37:17 Aus reinem Gold machte er auch den Leuchter; in getriebener Arbeit machte er den Leuchter, sein Fußgestell und seinen Schaft; seine Kelche, Knospen und Blüten gingen aus ihm hervor. Exo 37:18 Von seinen Seiten gingen sechs Röhren aus, je drei auf jeder Leuchterseite. Exo 37:19 An jeder Röhre waren drei Mandelblütenkelche, je eine Knospe samt der Blüte. So an allen sechs von dem Leuchter ausgehenden Röhren. Exo 37:20 Am Leuchter selbst waren vier Mandelblütenkelche, mit Knospen und Blüten, Exo 37:21 jedesmal eine Knospe unter jedem der drei Röhrenpaare, der sechs von ihm ausgehenden Röhren. Exo 37:22 Ihre Knospen und Röhren waren aus einem Stück mit ihm, alles getriebene Arbeit aus einem Stück, von reinem Gold. Exo 37:23 Dann machte er seine sieben Lampen nebst seinen Lichtscheren und Pfannen von reinem Gold. Exo 37:24 Aus einem Barren Feingold machte er ihn und seine Geräte. Exo 37:25 Dann machte er aus Akazienholz den Räucheraltar, eine Elle lang, eine breit, viereckig und zwei Ellen hoch. Seine Hörner gingen aus ihm hervor. Exo 37:26 Er überzog mit reinem Gold ihn, seine Platte und seine Wände ringsum sowie seine Hörner und machte ihm einen goldenen Kranz ringsum. Exo 37:27 Unterhalb des Kranzes machte er seinen beiden Ecken beiderseitig je zwei goldene Ringe zur Aufnahme der Stangen, um ihn daran zu tragen. Exo 37:28 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Gold. Exo 37:29 Dann machte er das heilige Salböl sowie das reine, wohlriechende Räucherwerk nach Salbenmischer Art. Exo 38:1 Dann machte er den Brandopferaltar aus Akazienholz, fünf Ellen lang, fünf breit, viereckig und drei Ellen hoch. Exo 38:2 Er machte an seinen vier Ecken seine Hörner so, daß seine Hörner an ihm ausliefen. Er überzog sie mit Kupfer. Exo 38:3 Dann machte er alle Altargeräte, Töpfe, Schaufeln, Becken, Gabeln und Pfannen. Aus Kupfer machte er alle seine Geräte. Exo 38:4 Für den Altar machte er ein Gitterwerk, ein kupfernes Netzwerk, unterhalb seines Gesimses bis zu seiner halben Höhe. Exo 38:5 Er goß vier Ringe für die vier Ecken des Kupfergitterwerkes zur Aufnahme der Stangen. Exo 38:6 Die Stangen machte er aus Akazienholz und überzog sie mit Kupfer. Exo 38:7 Die Stangen zog er durch die Ringe an den Seiten des Altares, um ihn daran zu tragen. Exo 38:8 Er machte ihn aus Brettern, so daß er hohl war. Das Becken machte er aus Kupfer, ebenso sein Gestell aus Kupfer von den Spiegeln der Mädchen, die den Eingang zum Festgezelt schmückten. Exo 38:9 Dann machte er den Vorhof. Die Vorhofumhänge aus gezwirntem Linnen für die Südseite waren hundert Ellen lang, Exo 38:10 dazu zwanzig Säulen mit ihren zwanzig Kupferfüßen. Die Säulenstifte und ihre Ringe waren silbern. Exo 38:11 Für die Nordseite hundert Ellen, dazu zwanzig Säulen mit ihren zwanzig Kupferfüßen. Die Säulenstifte und ihre Ringe waren silbern. Exo 38:12 Für die Westseite Umhänge von fünfzig Ellen, dazu zehn Säulen mit ihren zehn Füßen. Die Säulenstifte und ihre Ringe waren silbern. Exo 38:13 Für die Ostseite fünfzig Ellen-, Exo 38:14 Umhänge von fünfzehn Ellen für die eine Seite, dazu drei Säulen mit ihren drei Füßen, Exo 38:15 für die andere Seite, zu beiden Seiten des Vorhoftores, Umhänge von fünfzehn Ellen, dazu drei Säulen mit ihren drei Füßen. Exo 38:16 Alle Vorhofumhänge ringsum waren von gezwirntem Linnen. Exo 38:17 Die Säulenfüße kupfern, die Säulenstifte und ihre Ringe silbern, ebenso der Überzug ihrer Köpfe silbern. Alle Vorhofsäulen waren mit Silberringen versehen. Exo 38:18 Des Vorhoftores Vorhang war Buntwirkerarbeit aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen, zwanzig Ellen lang und fünf Ellen hoch in der Breite, entsprechend den Vorhofsumhängen. Exo 38:19 Seine vier Säulen mit ihren vier Füßen waren kupfern, ihre Stifte silbern und der Überzug ihrer Köpfe und ihrer Ringe silbern. Exo 38:20 Alle Pflöcke an der Wohnung und am Vorhof ringsum waren kupfern. Exo 38:21 Dies sind die Verordnungen für die Wohnung, die Zeugniswohnung, wie sie auf Mosis Befehl als Dienst der Leviten unter dem Priester Itamar, dem Aaronssohn, verordnet wurden. Exo 38:22 Besalel, Uris Sohn und Hurs Enkel vom Stamm Juda, machte alles, was der Herr dem Moses geboten, Exo 38:23 und mit ihm Oholiab, Achisamaks Sohn, vom Stamm Dan als Schmied, Kunstwirker und Buntwirker in rotem und blauem Purpur, Karmesin und Linnen. Exo 38:24 Alles Gold, das bei der Arbeit, bei aller Arbeit am Heiligtum, verwendet ward, das Gold der Spende, betrug 29 Barren und 730 Ringe nach der Währung des heiligen Ringes, Exo 38:25 das Silber aus der Musterung der Gemeinde hundert Barren und 1.775 Ringe nach der Währung des heiligen Ringes, Exo 38:26 je die Hälfte von jedem Kopf, ein Halbring nach der Währung des heiligen Ringes, von allen, die der Musterung von zwanzig Jahren und darüber unterlagen, 603.550 Mann. Exo 38:27 Die hundert Barren Silber wurden zum Gießen der Fußgestelle des Heiligtums und der Vorhanggestelle verwendet, hundert Barren zu hundert Füßen, zu jedem Fuß ein Barren. Exo 38:28 Aus den 1.775 Ringen machte man Säulenstifte, überzog ihre Köpfe und versah sie mit Ringen. Exo 38:29 Das Kupfer der Weihegabe betrug 70 Barren 2.400 Ringe. Exo 38:30 Daraus machte man die Füße der Tür des Bundeszeltes, den kupfernen Altar, das kupferne Gitterwerk an ihm, alle Altargeräte, Exo 38:31 die Füße im Vorhof ringsum, die Füße des Vorhoftores alle Pflöcke der Wohnung und alle Pflöcke des Vorhofes ringsum. Exo 39:1 Aus blauem und rotem Purpur und Karmesin machten sie die Überwürfe als Schutzdecken für das Heiligtum; ebenso die Heiligtumsgewänder für Aaron, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 39:2 Das Schulterkleid machte man aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen. Exo 39:3 Man schlug Goldplatten breit; dann zerschnitt man sie in Fäden, um sie in blauen und roten Purpur, Karmesin und Linnen mittels Kunstwirkerarbeit einzuarbeiten. Exo 39:4 Man brachte daran Schulterstücke, unter sich verbunden, an; an beiden Enden ward es verknüpft. Exo 39:5 Das Band zum Umbinden an ihm war ein Stück mit ihm von gleicher Arbeit aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen, wie der Herr dem Moses befohlen. Exo 39:6 Dann richtete man Onyxsteine her, um sie mit goldenem Netzwerk einzufassen und mittels Siegelstich darin die Namen der Söhne Israels einzugraben. Exo 39:7 Man setzte sie auf die Schulterstücke des Schulterkleides als Steine des Gedenkens an die Söhne Israels, wie der Herr es dem Moses befohlen hatte. Exo 39:8 Die Tasche aber machte man in Kunstwirkerarbeit nach Art des Schulterkleides aus Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen. Exo 39:9 Viereckig, gedoppelt hatte man die Tasche gemacht, je eine Spanne lang und breit, gedoppelt. Exo 39:10 Man besetzte sie mit vier Reihen Edelsteinen: Karneol, Topas und Smaragd war die erste Reihe. Exo 39:11 Die zweite Reihe war Rubin, Saphir und Jaspis. Exo 39:12 Die dritte Hyazinth, Achat und Amethyst. Exo 39:13 Die vierte Chrysolith, Onyx und Beryll; in ihrer Einfassung waren sie goldumflochten. Exo 39:14 Die Steine waren nach den Namen der Söhne Israels zwölf, mittels Siegelstich jeder für einen Namen der zwölf Stämme. Exo 39:15 An die Tasche machte man reingoldene Schnurkettchen. Exo 39:16 Dann machte man zwei goldene Geflechte und zwei goldene Ringe. Die Ringe befestigte man an den beiden Enden der Tasche. Exo 39:17 Die zwei goldenen Schnüre befestigte man an den beiden Ringen am Ende der Tasche. Exo 39:18 Die zwei Enden der beiden Schnüre befestigte man an die zwei Geflechte und diese an die Schulterstücke des Schulterkleides. Exo 39:19 Dann machte man zwei goldene Ringe und setzte sie an die zwei Enden der Tasche am Rand nach innen, dem Schulterkleid zu. Exo 39:20 Man machte noch zwei goldene Ringe und befestigte sie an den beiden Schulterstücken des Schulterkleides unten an der Vorderseite bei der Knüpfung, doch oberhalb der Schulterkleidbinde. Exo 39:21 Dann kettete man die Tasche mit ihren Ringen an die Ringe des Schulterkleides mit blauen Purpurschnüren, daß sie über der Schulterkleidsbinde blieb und sich die Tasche nicht vom Schulterkleide trennte, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 39:22 Das Oberkleid des Schulterkleides machte man in Webarbeit, ganz aus blauem Purpur. Exo 39:23 Des Obergewandes Öffnung in seiner Mitte glich der eines Panzers, mit einem Saume um seine Öffnung, daß es nicht zerreiße. Exo 39:24 An den Saum des Obergewandes machte man Granatäpfel aus blauem und rotem Purpur, Karmesin und gezwirntem Linnen. Exo 39:25 Aus reinem Gold machte man Glöckchen und setzte die Glöckchen zwischen die Granatäpfel hinein, rings um den Saum des Obergewandes, Exo 39:26 daß immer ein Glöckchen mit einem Granatapfel abwechselte, rings um den Saum des Obergewandes, wie es der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 39:27 Die Leibröcke machte man aus Linnen in Webarbeit für Aaron und seine Söhne, Exo 39:28 den Kopfbund aus Linnen, ebenso die Mützen, die Beinkleider aus gezwirntem Linnen, Exo 39:29 den Gürtel aus gezwirntem Linnen, blauem und rotem Purpur und Karmesin in Buntwirkerarbeit, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 39:30 Das Blatt des heiligen Diadems machte man aus reinem Gold und schrieb darauf in Siegelstecherschrift: "Heiligtum des Herrn". Exo 39:31 Man befestigte es mit einer blauen Purpurschnur oben am Kopfbund, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 39:32 So wurde alle Arbeit für die Wohnung des Festgezeltes vollendet. Die Israeliten taten ganz, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 39:33 So brachten sie zu Moses die Wohnung, das Zelt und all seine Geräte, seine Haken, Bretter, Riegel, Säulen und Füße, Exo 39:34 die Oberdecke aus gegerbten Widderfellen sowie die Überdecke aus Seekuhhäuten und den verhüllenden Vorhang, Exo 39:35 die Zeugnislade, ihre Stangen, die Deckplatte, Exo 39:36 den Tisch mit all seinen Geräten, die Schaubrote, Exo 39:37 den Leuchter aus reinem Gold mit seinen Lampen, den Lampen in einer Reihe, und all seinen Geräten, sowie das Öl für den Leuchter, Exo 39:38 den goldenen Altar, das Salböl, das wohlriechende Räucherwerk und den Vorhang für die Zelttür, Exo 39:39 den kupfernen Altar mit dem kupfernem Gitterwerk daran, seine Stangen mit all seinen Geräten, das Becken und sein Gestell, Exo 39:40 die Umhänge des Vorhofs, seine Säulen und Füße, den Vorhang für das Vorhoftor, seine Stricke und Pflöcke, sowie alle Geräte zum Dienste in der Wohnung des Bundeszeltes, Exo 39:41 die Überwürfe als Schutzdecken für das Heiligtum, die Heiligtumsgewänder für den Priester Aaron und die Gewänder seiner Söhne zum Priesterdienste. Exo 39:42 Wie alles der Herr dem Moses geboten, so hatten die Israeliten die gesamte Arbeit getan. Exo 39:43 Da besah Moses die ganze Arbeit, und sie hatten sie so getan. So wie es der Herr befohlen, hatten sie es gemacht. Da segnete sie Moses. Exo 40:1 Und der Herr sprach zu Moses: Exo 40:2 "Am ersten Tage des ersten Monds sollst du des Festgezeltes Wohnung aufschlagen. Exo 40:3 Dann stelle die Zeugnislade darein und verhülle die Lade mit dem Vorhang! Exo 40:4 Bring den Tisch hinein! Leg die Schichten (der Schaubrote) auf! Dann bringe den Leuchter hinein und setze seine Lampen auf! Exo 40:5 Den goldenen Rauchaltar stelle vor die Zeugnislade und hänge den Türvorhang der Wohnung auf! Exo 40:6 Und vor die Tür der Festgezeltwohnung stelle den Brandopferaltar! Exo 40:7 Das Becken stelle zwischen Bundeszelt und Altar auf und gieße Wasser darein! Exo 40:8 Lege ringsum den Vorhof an und hänge den Vorhang zum Vorhoftore auf! Exo 40:9 Nimm Salböl! Salbe die Wohnung und alles, was darin, und weihe sie und alle ihre Geräte, daß sie ein Heiligtum werde! Exo 40:10 Salbe auch den Brandopferaltar und alle seine Geräte und weihe den Altar, so daß dieser Altar hochheilig werde! Exo 40:11 Salbe auch das Becken mit seinem Fußgestell und weihe es! Exo 40:12 Führe Aaron mit seinen Söhnen zu des Festgezeltes Tür und wasche sie mit Wasser! Exo 40:13 Bekleide Aaron mit den Kleidern für das Heiligtum! Salbe ihn und weihe ihn, daß er mir Priesterdienste tue! Exo 40:14 Auch seine Söhne sollst du herbeiführen! Bekleide sie mit Leibröcken! Exo 40:15 Und salbe sie, wie du ihren Vater gesalbt, daß sie uns Priesterdienste tun! Die Salbung zum ewigen Priestertum gelte für sie über ihre Geschlechter hin!" Exo 40:16 Und Moses tat so. Wie ihm der Herr geboten, tat er. Exo 40:17 Am ersten Tag des ersten Monats im zweiten Jahre ist die Wohnung aufgeschlagen worden. Exo 40:18 Und Moses erstellte die Wohnung. Er setzte ihre Fußgestelle hin, setzte ihre Bretter darauf, fügte ihre Riegel ein und stellte ihre Säulen auf. Exo 40:19 Er spannte das Zelt über die Wohnung und legte über das Zelt die Überdecke, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 40:20 Er nahm auch das Zeugnis, legte es in die Lade, steckte an die Lade die Stangen und setzte oben auf die Lade die Deckplatte. Exo 40:21 Die Lade aber brachte er in die Wohnung, hängte den verhüllenden Vorhang auf und verhüllte so die Zeugnislade, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 40:22 Den Tisch stellte er in das Festgezelt auf der Wohnung Nordseite außerhalb des Vorhangs. Exo 40:23 Er legte darauf die Schichten der Brote vor dem Herrn zurecht, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 40:24 Den Leuchter stellte er ins Bundeszelt gegenüber dem Tisch auf die Südseite der Wohnung. Exo 40:25 Er setzte die Lampen vor den Herrn, wie der Herr dem Moses gebot. Exo 40:26 Den goldenen Altar stellte er ins Festgezelt vor den Vorhang Exo 40:27 und zündete darauf wohlriechendes Räucherwerk an, wie der Herr dem Moses geboten. Exo 40:28 Dann hängte er den Türvorhang der Wohnung auf. Exo 40:29 Den Brandopferaltar aber stellte er an den Eingang des Festgezeltes; man opferte darauf das Brand- und Speiseopfer, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 40:30 Das Becken aber stellte er zwischen dem Festgezelt und dem Altare auf und goß Waschwasser hinein. Exo 40:31 Daraus wuschen sich Moses, Aaron und seine Söhne Hände und Füße. Exo 40:32 Sooft Sie zum Festgezelt kamen und sich dem Altare nahten, wuschen sie sich, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Exo 40:33 Den Vorhof aber legte er rings um die Wohnung und den Altar an und hängte den Vorhang des Vorhoftores auf. So vollendete Moses sein Werk. Exo 40:34 Da verhüllte eine Wolke das Festgezelt, hatte doch die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllt. Exo 40:35 Und Moses konnte nicht ins Festgezelt eingehen; denn die Wolke hatte sich darauf gelagert und die Herrlichkeit des Herrn die Wohnung erfüllt. Exo 40:36 Wenn sich die Wolke von der Wohnung hob, zogen die Israeliten fort, auf all ihren Zügen. Exo 40:37 Hob sich aber die Wolke nicht, so zogen sie nicht fort, bis sie sich hob. Exo 40:38 Denn eine Wolke lag tagsüber auf der Wohnung. Des Nachts aber war Feuer darüber vor den Augen des ganzen Hauses Israel auf allen ihren Zügen. Lev 1:1 Und der Herr rief Moses und redete mit ihm vom Festgezelt aus: Lev 1:2 "Sprich zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Will jemand von euch ein Opfer dem Herrn darbringen, so könnt ihr eure Tieropfer nur vom Rind und Schaf darbringen. Lev 1:3 Ist sein Opfer ein Rinderbrandopfer, dann soll er ein männliches, fehlerloses Tier zum Opfer bringen! Er soll es an des Festgezeltes Pforte bringen, daß ihm Wohlgefallen vor dem Herrn werde! Lev 1:4 Er lege auf den Kopf des Brandopfers seine Hand. So wird es ihm angerechnet und wird ihm Sühne schaffen. Lev 1:5 Dann schlachte er vor dem Herrn das junge Rind! Und die Priester, Aarons Söhne, sollen das Blut hintragen und mit dem Blute ringsum den Altar besprengen, der vor der Pforte des Festgezeltes ist! Lev 1:6 Dann häute er das Brandopfer und zerstückle es! Lev 1:7 Die Priester, Aarons Söhne, sollen Feuer auf dem Altar machen und auf das Feuer Holzscheite schichten! Lev 1:8 Dann sollen Aarons Söhne, die Priester, auf den Holzscheiten des Altarfeuers die Stücke und den Kopf samt dem Fett auflegen! Lev 1:9 Seine Eingeweide aber und Beine soll er mit Wasser waschen; dann lasse der Priester alles auf dem Altar aufdampfen als Brandopfer, als Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 1:10 Stammt sein Opfer für das Brandopfer vom Kleinvieh, von Lämmern oder Ziegen, dann soll er ein männliches, fehlerloses Tier zum Opfer bringen! Lev 1:11 Er schlachte es auf der Nordseite des Altares vor dem Herrn! Die Priester aber, Aarons Söhne, sollen mit seinem Blut ringsum den Altar besprengen! Lev 1:12 Dann zerlege er es in seine Teile! Mit seinem Kopf und Fett lege sie der Priester auf die Scheite des Altarfeuers! Lev 1:13 Die Eingeweide und die Beine soll er im Wasser waschen! Dann bringe der Priester alles dar und lasse es auf dem Altar aufdampfen! Ein Brandopfer ist es, ein Mahl süßen Duftes für den Herrn. Lev 1:14 Ist ein Vogelbrandopfer seine Opfergabe für den Herrn, dann bringe er von Turtel- oder jungen Tauben sein Opfer dar! Lev 1:15 Der Priester bringe es zum Altar und drücke ihm den Kopf ab und lasse es auf dem Altar aufdampfen! An des Altares Wand werde sein Blut ausgepreßt! Lev 1:16 Er trenne dem Vogel den Kropf samt seinem Unrat ab und werfe ihn neben den Altar ostwärts auf den Aschenhaufen! Lev 1:17 Dann zerknicke er ihn an seinen Flügeln, ohne ihn zu teilen! Dann lasse ihn der Priester auf dem Altar aufdampfen auf Holzscheiten über dem Feuer! Ein Brandopfer ist es, ein Mahl süßen Duftes für den Herrn.'" Lev 2:1 "'Bringt jemand ein Speiseopfer dem Herrn dar, dann sei aus Feinmehl sein Opfer! Er gieße Öl darauf und gebe Weihrauch daran! Lev 2:2 Dann bringe er es den Priestern, Aarons Söhnen! Und deren einer hebe eine Handvoll davon ab, von seinem Feinmehl, seinem Öl mit all seinem Weihrauch! Dann lasse der Priester auf dem Altar sein Brandteil aufdampfen, ein Mahl süßen Duftes für den Herrn. Lev 2:3 Was vom Speiseopfer übrigbleibt, gehöre Aaron sowie seinen Söhnen als Hochheiliges von den Mählern des Herrn! Lev 2:4 Willst du als Speiseopfer Backwerk bringen, dann seien es Feinmehlkuchen, ungesäuert und mit Öl bereitet, und Fladen, ungesäuert und mit Öl bestrichen! Lev 2:5 Ist dein Opfer ein Speiseopfer in der Pfanne, dann sei es aus ungesäuertem, mit Öl bereitetem Feinmehl! Lev 2:6 Zerbrich es in Einzelbissen. Gieße Öl darüber! Ein Speiseopfer ist es. Lev 2:7 Ist dein Opfer ein Topfspeiseopfer, so werde es mit Öl aus feinem Mehl bereitet! Lev 2:8 Dies Speiseopfer, daraus bereitet, bring dem Herrn dar! Man gebe es dem Priester, und er bringe es zum Altar! Lev 2:9 Vom Speiseopfer nehme der Priester seinen Brandteil und lasse ihn auf dem Altar aufdampfen als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 2:10 Was vom Speiseopfer übrigbleibt, gehöre Aaron und seinen Söhnen als Hochheiliges von den Mählern für den Herrn! Lev 2:11 Wollt ihr dem Herrn ein Speiseopfer bringen, so darf es nicht aus Gesäuertem gemacht werden. Ihr dürft ja keinen Sauerteig und keinen Honig als Mahl für den Herrn aufdampfen lassen. Lev 2:12 Als des ersten Abhubs Gabe sollt ihr sie dem Herrn darbringen! Aber auf den Altar dürfen sie nicht kommen zu süßem Duft. Lev 2:13 Alle deine Speiseopfer sollst du salzen! Nicht sollst du deines Gottesbundes Salz bei deinem Speiseopfer fehlen lassen! Zu all deinen Opfern sollst du Salz bringen! Lev 2:14 Bringst du dem Herrn ein Speiseopfer von den Erstlingsfrüchten, dann sollst du Ähren bringen, am Feuer geröstet, frische Graupen als Frühfruchtspeiseopfer! Lev 2:15 Tu Öl daran und lege Weihrauch darauf! Ein Speiseopfer ist es. Lev 2:16 Der Priester lasse von den Graupen und dem Öl mit seinem ganzen Weihrauch den Brandteil aufdampfen! Ein Mahl ist es für den Herrn.'" Lev 3:1 "'Ist seine Opfergabe ein Dankopfer und will er von Rindern sie darbringen, so sei es ein fehlerloses männlich oder weiblich Tier, das man dem Herrn darbringt! Lev 3:2 Er lege auf den Kopf seiner Opfergabe die Hand und schlachte sie vor der Pforte des Festgezeltes! Die Priester, Aarons Söhne, sollen mit dem Blut den Altar ringsum besprengen! Lev 3:3 Dann bringe er von dem Dankopfer dem Herrn ein Mahl, das Fett der Eingeweidedecke sowie alles Eingeweidefett, Lev 3:4 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und an den Leberlappen! Bei den Nieren soll er es abtrennen! Lev 3:5 Die Aaronssöhne sollen es auf dem Brandopferaltar aufdampfen lassen, auf den Holzscheiten im Feuer, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 3:6 Kommt aber ein Opfer als Dankopfer für den Herrn vom Kleinvieh her, dann sei es ein fehlerloses männlich oder weiblich Tier, das man darbringt! Lev 3:7 Will man ein Lamm als Opfer bringen, so bringe man es vor den Herrn Lev 3:8 und lege auf den Kopf seines Opfers die Hand und schlachte es vor dem Festgezelt! Die Aaronssöhne sollen mit dem Blut den Altar ringsum besprengen! Lev 3:9 Dann bringe man von dem Dankopfer dem Herrn ein Mahl: das Beste, den ganzen Fettschwanz, - dicht am Schwanzbein trenne man ihn ab! - sowie das Fett der Eingeweidedecke und alles andere Eingeweidefett, Lev 3:10 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und den Leberlappen! Bei den Nieren trenne man es ab! Lev 3:11 Der Priester lasse es auf dem Altar aufdampfen als Mahl für den Herrn! Lev 3:12 Ist aber eine Ziege seine Opfergabe, so bringe er sie vor den Herrn Lev 3:13 und lege die Hand auf ihren Kopf und schlachte sie vor dem Festgezelt! Die Aaronssöhne sollen mit dem Blute den Altar ringsum besprengen! Lev 3:14 Dann bringe er von seinem Opfer als Mahl für den Herrn das Fett der Eingeweidedecke und alles andere Fingeweidefett, Lev 3:15 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und an den Leberlappen! Bei den Nieren soll man es abtrennen! Lev 3:16 Der Priester lasse es auf dem Altar aufdampfen als Mahl zum süßen Duft! Dem Herrn gehört jedwedes Fett. Lev 3:17 Für eure Geschlechter in all euren Siedlungen gilt allzeit dies Gebot: Fett und Blut dürft ihr nicht genießen.'" Lev 4:1 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 4:2 "Sage dies zu den Söhnen Israels, wenn sich jemand unvorsätzlich gegen irgendein Gebot des Herrn verginge in Dingen, die man nicht tun darf, und handelte doch gegen eines von ihnen: Lev 4:3 Sündigt der gesalbte Priester, wodurch Schuld auch auf das Volk kommt, dann bringe er für seine Sünde, die er getan, einen fehlerlosen jungen Stier dem Herrn zur Entsündigung dar! Lev 4:4 Den Stier bringe er an die Pforte des Festgezeltes vor den Herrn und lege auf den Stierkopf die Hand und schlachte den Stier vor dem Herrn! Lev 4:5 Dann nehme der gesalbte Priester vom Farrenblut und bringe es ins Festgezelt! Lev 4:6 Der Priester tauche seinen Finger in das Blut und sprenge von dem Blut vor den Herrn siebenmal gegen des Heiligtumes Vorhang hin! Lev 4:7 Und der Priester streiche von dem Blut an die Hörner des Altares für würziges Rauchwerk vor dem Herrn im Festgezelt! Alles andere Farrenblut soll er an den Sockel des Brandopferaltares vor der Tür des Festgezeltes gießen! Lev 4:8 Er soll alles Fett vom Sündopferfarren abheben, das Fett der Eingeweidedecke und das Fett der Eingeweide, Lev 4:9 die beiden Nieren und das Fett daran und das an den Lenden und den Leberlappen! Bei den Nieren soll er es abtrennen! Lev 4:10 Wie es abgehoben wird vom Dankopferrinde, so lasse es der Priester auf dem Brandopferaltar aufdampfen! Lev 4:11 Die Haut des Farren, all sein Fleisch samt Kopf und Beinen, Eingeweiden und Mist, Lev 4:12 den ganzen Farren schaffe man vor das Lager an einen reinen Ort auf den Aschenhaufen! Dann verbrenne man ihn auf Holzscheiten im Feuer! Auf dem Aschenhaufen werde er verbrannt! Lev 4:13 Irrt aber die ganze Versammlung Israels und ist es der Gemeinschaft nicht bewußt, daß sie etwas getan, was man nach des Herrn Geboten nicht tun darf, und werden sie so schuldig, Lev 4:14 und wird die Sünde erkannt, durch die sie gesündigt, dann bringe die Gemeinschaft einen jungen Stier als Sündopfer dar! Sie bringe ihn vor das Festgezelt! Lev 4:15 Die Ältesten der Gemeinschaft sollen auf den Farrenkopf die Hände vor dem Herrn legen! Dann schlachte man den Farren vor dem Herrn! Lev 4:16 Dann bringe der gesalbte Priester vom Farrenblut ins Festgezelt! Lev 4:17 Der Priester benetze seinen Finger mit dem Blut und sprenge es an den Vorhang vor dem Herrn siebenmal! Lev 4:18 Er soll von dem Blute etwas an die Hörner des Altares vor dem Herrn im Festgezelt tun, und alles andere Blut soll er an des Brandopferaltares Sockel vor dem Festgezelt gießen! Lev 4:19 Auch soll er all sein Fett abheben; dann lasse er es auf dem Altare aufdampfen! Lev 4:20 Er tue mit dem Farren, wie er mit dem Sündenopferstier getan hat! So soll er auch mit ihm tun! So entsühne sie der Priester und suche ihnen Vergebung zu erwirken! Lev 4:21 Den Farren schaffe man vors Lager und verbrenne ihn, wie man den vorigen Farren verbrannt hat! Das ist der Gemeinschaft Sündopfer. Lev 4:22 Sündigt ein Fürst und tut unvorsätzlich etwas, was man nach des Herrn, seines Gottes, Geboten nicht tun darf, und wird er schuldig, Lev 4:23 und wird ihm seine Sünde, durch die er gesündigt, bewußt, dann bringe er einen fehlerlosen Ziegenbock als ein Opfer dar! Lev 4:24 Er lege auf des Bockes Kopf die Hand und schlachte ihn am Ort, wo man vor dem Herrn das Brandopfer sonst schlachtet! Ein Sündopfer ist es. Lev 4:25 Der Priester nehme vom Sündopferblut etwas mit dem Finger und tue es an des Brandopferaltares Hörner, und an des Brandopferaltares Sockel soll er sein übriges Blut gießen. Lev 4:26 All sein Fett soll er auf dem Altar aufdampfen lassen wie das Fett des Dankopfers! So entsühne ihn der Priester von seiner Sünde und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Lev 4:27 Sündigt unvorsätzlich eine einzelne Seele vom Volk des Landes, indem sie etwas tut, was man nach den Geboten des Herrn nicht tun darf, und wird sie schuldig Lev 4:28 und wird ihr ihre Sünde, die sie getan, bewußt, dann bringe sie eine fehlerlose Ziege dar als Opfer für ihre Sünde, die sie getan! Lev 4:29 Sie lege auf den Kopf des Sündopfers ihre Hand und schlachte an dem Ort des Brandopfers das Sündopfer! Lev 4:30 Der Priester nehme von seinem Blute etwas mit dem Finger und tue es an des Brandopferaltares Hörner, und an den Sockel des Altares soll er sein Blut ausgießen! Lev 4:31 All sein Fett soll er wegnehmen, wie man es vom Dankopfer wegnimmt! Der Priester lasse es auf dem Altar aufdampfen zum süßen Duft für den Herrn! So entsühne ihn der Priester und suche ihm Verzeihung zu erlangen! Lev 4:32 Bringt er ein Lamm als Opfergabe für seine Sünde dar, so bringe er ein weibliches, fehlerloses Tier! Lev 4:33 Er lege auf des Sündopfers Kopf die Hand und schlachte das Sündopfer an dem Ort, wo man das Brandopfer zu schlachten pflegt! Lev 4:34 Der Priester nehme von des Sündopfers Blut etwas mit dem Finger und tue es an des Brandopferaltares Hörner, und an den Sockel des Altares soll er sein übriges Blut gießen! Lev 4:35 All sein Fett soll er wegnehmen, wie das Fett des Lammes beim Dankopfer weggenommen wird! Der Priester lasse es aufdampfen auf dem Altar, der sonst für des Herren Mahl bestimmt ist! So entsühne ihn der Priester wegen der vollbrachten Sünde und suche ihm Verzeihung zu erwirken!" Lev 5:1 "Sündigt jemand, der ein Fluchwort hört, und könnte er Zeuge sein als Augenzeuge oder als einer, der Beweise liefern kann, macht aber keine Anzeige, so lädt er Schuld auf sich. Lev 5:2 Oder jemand berührt Unreines oder das Aas eines unreinen Wildes oder eines unreinen Haustieres oder das Aas eines unreinen Gewürms, ist sich aber dessen nicht bewußt, so ist er dennoch unrein und schuldig. Lev 5:3 Oder rührt jemand an die Unreinheit eines Menschen, irgendwelche Unreinheit, wodurch man unrein wird, ist sich aber dessen nicht bewußt, so wird er schuldig, wenn er dessen bewußt wird. Lev 5:4 Oder jemand schwört recht unbesonnen, er wolle Schlechtes oder Gutes tun, was eben ein Mensch beim Schwören unbesonnen sprechen kann, ist sich aber dessen nicht bewußt, dann wird er an einem davon schuldig, wenn er sich dessen bewußt wird. Lev 5:5 Fühlt sich jemand dieser Dinge schuldig, so erkenne er, daß er darin gefehlt, Lev 5:6 und bringe dem Herrn als Buße für die vollbrachte Sünde zum Sündopfer ein Weibchen vom Kleinvieh, ein Schäfchen oder eine Ziege! So entsühne ihn der Priester von seiner Sünde! Lev 5:7 Reicht sein Vermögen nicht für ein Schaf hin, dann bringe er zur Buße für seine Sünde dem Herrn ein Paar Turtel- oder junge Tauben, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer! Lev 5:8 Er bringe sie zum Priester! Und dieser bringe an erster Stelle die zum Sündopfer bestimmte dar! Er knicke ihren Kopf dicht vor dem Genick ein, ohne ihn abzutrennen! Lev 5:9 Dann sprenge er von dem Blute des Sündopfers etwas an die Altarwand! Der Rest des Blutes aber werde am Altarsockel ausgepreßt! Ein Sündopfer ist es. Lev 5:10 Die zweite soll er nach Gebühr fürs Brandopfer herrichten! So entsühne ihn der Priester von seiner Sünde, die er getan, und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Lev 5:11 Reicht sein Vermögen nicht für ein paar Turtel- oder junge Tauben hin, dann bringe er für seine Sünde nur ein Zehntel Scheffel Feinmehl als seine Sündopfergabe dar! Er soll aber kein Öl darauftun noch Weihrauch darüberstreuen! Ein Sündopfer ist es ja. Lev 5:12 Er bringe es zum Priester! Der Priester nehme davon eine Handvoll als sein Brandteil und lasse es aufgehen auf dem Altar für des Herrn Mähler! Es ist ein Sündopfer! Lev 5:13 So entsühne ihn der Priester wegen seiner Sünde, die er bei einem dieser Anlässe getan, und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Dem Priester falle es zu wie das Speiseopfer!" Lev 5:14 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 5:15 "Wenn jemand pflichtvergessen handelt und sündigt, so bringe er als seine Buße dem Herrn vom Kleinvieh einen fehlerlosen Widder zur Buße im Wert von zwei Silberringen nach dem Ring des Heiligtums! Lev 5:16 Was er am Heiligen gesündigt, muß er zahlen, und er soll ein Fünftel des Betrages darauflegen; dann gebe er es dem Priester! So soll ihn der Priester durch den Schuldopferwidder entsühnen, und er suche ihm Verzeihung zu erlangen! Lev 5:17 Wenn jemand sündigt und tut, was man nach den Geboten des Herrn nicht tun darf, ist sich aber dessen nicht bewußt, dann ist er dennoch schuldig und muß seine Verschuldung tragen. Lev 5:18 Er bringe zur Buße vom Kleinvieh einen fehlerlosen Widder nach deiner Schätzung zum Priester! So entsühne ihn der Priester wegen des Versehens, das er unwissentlich tat, und suche ihm Verzeihung zu erwirken! Lev 5:19 Es ist ein Schuldopfer. Er hat sich an dem Herrn verschuldet." Lev 6:1 (5:20) Und der Herr sprach zu Moses also. Lev 6:2 (5:21) "Jemand sündigt und handelt pflichtvergessen am Herrn, wenn er seinem Volksgenossen Anvertrautes oder ein Darlehen oder einen Diebstahl ableugnet oder seinem Nächsten vorenthält Lev 6:3 (5:22) oder das Verlorene findet und verhehlt, und er beschwört eine Lüge, eines von all dem, wodurch ein Mensch sündigen kann. Lev 6:4 (5:23) Sündigt er so und ist schuldig, so erstatte er das von ihm Geraubte oder das von ihm Vorenthaltene oder das Anvertraute oder das Verlorene, das er gefunden, Lev 6:5 (5:24) oder all das, worüber er falsch geschworen hat! Er erstatte den Betrag; dazu lege er ein Fünftel darauf! Er soll es dem Eigentümer am Tage seines Schuldopfers geben! Lev 6:6 (5:25) Als seine Buße soll er dem Herrn einen fehlerlosen Widder bringen, vom Kleinvieh nach deiner Schätzung, für den Priester als Buße! Lev 6:7 (5:26) So entsühne ihn der Priester vor dem Herrn und suche ihm Verzeihung zu erwirken für alles, wodurch er sich verschuldet!" Lev 6:8 (6:1) Und der Herr sprach zu Moses: Lev 6:9 (6:2) "Gebiete Aaron und seinen Söhnen also: 'Dies ist die Lehre über das Brandopfer, das ist das, was hinaufkommt in seinen Brand die ganze Nacht bis zum Morgen, und das Feuer des Altars werde darauf in Brand erhalten! Lev 6:10 (6:3) Der Priester kleide sich in sein Linnenkleid und lege ein Linnenbeinkleid an sein Fleisch und nehme vom Altar die Asche weg, worin das Feuer das Brandopfer verzehrt hat, und lege sie neben den Altar! Lev 6:11 (6:4) Dann ziehe er seine Kleider aus und lege andere Kleider an und trage an einen reinen Ort die Asche vor das Lager! Lev 6:12 (6:5) Auf dem Altar brenne unterdessen das Feuer! Es darf nicht verlöschen. Alle Morgen entzünde der Priester darauf Holzscheite und schichte das Brandopfer darauf und lasse darauf die Fettstücke der Dankopfer aufdampfen! Lev 6:13 (6:6) Auf dem Altar soll stets Feuer brennen und nie verlöschen! Lev 6:14 (6:7) Und dies ist die Lehre über das Speiseopfer: Die Aaronssöhne sollen es vor den Herrn an die Vorderseite des Altars bringen! Lev 6:15 (6:8) Dann nehme einer eine Handvoll von dem Feinmehl und von dem Öl des Speiseopfers und allen Weihrauch auf dem Speiseopfer und lasse es auf dem Altar zu süßem Duft als Brandteil für den Herrn verdampfen! Lev 6:16 (6:9) Sein Übriges soll Aaron samt den Söhnen essen! An heiliger Stätte werde es ungesäuert gegessen. Im Vorhofe des Festgezeltes sollen sie es essen! Lev 6:17 (6:10) Mit Sauerteig darf es nicht gebacken werden. Als ihren Anteil an meinen Mählern habe ich es bestimmt. Hochheilig ist es, wie das Sünd- und Schuldopfer. Lev 6:18 (6:11) Wer von den Aaronskindern männlich ist, darf es essen. Ewige Gebühr für eure Geschlechter ist es von des Herren Mählern. Wer daran rührt, wird heilig.'" Lev 6:19 (6:12) Und der Herr sprach zu Moses: Lev 6:20 (6:13) "Dies sei Aarons und seiner Söhne Opfer, das sie dem Herrn an seinem Salbungsfesttag bringen sollen: ein Zehntel Scheffel feines Mehl als ständiges Speiseopfer, die eine Hälfte davon am Morgen, die andere am Abend. Lev 6:21 (6:14) Auf einer Pfanne werde es mit Öl bereitet! Du sollst es eingerührt darbringen. Als halbgebackenes Bissenspeiseopfer sollst du es dem Herrn zu süßem Dufte darbringen! Lev 6:22 (6:15) Auch der Priester, der an seiner Statt aus seinen Söhnen gesalbt wird, soll es bereiten! Als ewige Gebühr lasse man es für den Herrn als Ganzopfer aufdampfen! Lev 6:23 (6:16) Ganzopfer seien alle Priesterspeiseopfer! Sie dürfen nicht gegessen werden." Lev 6:24 (6:17) Und der Herr sprach zu Moses: Lev 6:25 (6:18) "Sprich zu Aaron und zu seinen Söhnen: 'Dies ist die Lehre über das Sündopfer: An dem Orte, wo das Brandopfer geschlachtet wird, werde vor dem Herrn das Sündopfer geschlachtet! Es ist hochheilig. Lev 6:26 (6:19) Der Priester, der es als Sündopfer darbringt, soll es essen! An heiliger Stätte werde es gegessen, im Vorhof des Festgezeltes. Lev 6:27 (6:20) Wer sein Fleisch berührt, wird heilig, und spritzt etwas von seinem Blut an ein Kleid, so sollst du das Bespritzte an heiligem Ort waschen! Lev 6:28 (6:21) Ein irdenes Gefäß, in dem es gekocht wird, werde zerbrochen, und wird es in einem kupfernen Gefäß gekocht, so werde dies gescheuert und mit Wasser ausgespült! Lev 6:29 (6:22) Wer bei den Priestern männlich ist, darf davon essen. Hochheilig ist es. Lev 6:30 (6:23) Aber nicht gegessen werde irgendein Sündopfer, von dem ein Teil des Blutes in das Festgezelt gebracht wird, um in dem Heiligtum die Sühne zu vollziehen! Im Feuer werde es verbrannt!'" Lev 7:1 "Und dies ist die Lehre über das Schuldopfer: Es ist hochheilig. Lev 7:2 Am Orte, wo man das Brandopfer schlachtet, soll man auch das Schuldopfer schlachten! Sein Blut soll man an den Altar ringsum sprengen! Lev 7:3 Man soll von ihm all sein Fett darbringen, den Fettschwanz und das Fett der Eingeweidedecke, Lev 7:4 die beiden Nieren und das Fett daran und das der Lenden und den Leberlappen! Von den Nieren soll man es abtrennen! Lev 7:5 Der Priester lasse es auf dem Altare aufdampfen als Mahl für den Herrn! Es ist ein Schuldopfer. Lev 7:6 Wer bei den Priestern männlich ist, darf es essen. An heiliger Stätte soll man es verzehren! Es ist hochheilig. Lev 7:7 Wie das Sündopfer, so das Schuldopfer! Ein Gesetz gilt für beide: Dem Priester, der damit die Sühne vollzieht, soll es zufallen! Lev 7:8 Dem Priester, der eines anderen Brandopfer darbringt, gehöre die Haut des Brandopfers, das er darbringt! Dem Priester soll sie gehören! Lev 7:9 Und jedes Speiseopfer, das im Ofen gebacken wird, und alles, was im Topf und in der Pfanne bereitet wird, soll dem Priester gehören, der es darbringt! Ihm soll es gehören! Lev 7:10 Und jedes Speiseopfer, mit Öl bereitet und trocken, soll allen Aaronssöhnen gehören, einem wie dem anderen! Lev 7:11 Und dies ist die Lehre über die Dankopfer, die man dem Herrn darbringt: Lev 7:12 Bringt er sie als Dankopfer dar, dann bringe er zu dem Dankopfer noch ungesäuerte, mit Öl bereitete Kuchen und ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen und feines Mehl zu Kuchen, mit Öl vermengt! Lev 7:13 Zu Kuchen von gesäuertem Brote soll er sein Opfer bei seinem Lobdankopfer darbringen! Lev 7:14 Zu jeder Art von Opfer bringe er davon je einen dar als Weihegabe für den Herrn! Dem Priester, der das Blut des Dankopfers aussprengt, soll es gehören! Lev 7:15 Das Fleisch des Lobdankopfers soll am Tag seiner Darbringung gegessen werden! Man soll nichts davon bis zum Morgen hinlegen! Lev 7:16 Ist seiner Opfergabe Opfer ein Gelübde oder eine freie Leistung, dann werde es am Tag der Opferung verzehrt! Den Rest davon mag man am Tag darauf essen. Lev 7:17 Was vom Opferfleisch noch am dritten Tag übrig ist, werde verbrannt! Lev 7:18 Wird von dem Fleisch des Dankopfers am dritten Tage gegessen, so gereicht dies dem Darbringer nicht zum Segen; ihm wird es nicht zugerechnet. Es gilt als verdorben, und wer davon genießt, muß seine Schuld tragen. Lev 7:19 Das Fleisch, das irgend etwas Unreinem zu nahe kam, werde nicht gegessen! Es ist zu verbrennen. Das Fleisch sonst darf jeder Reine essen. Lev 7:20 Wer Fleisch von einem Dankopfer des Herrn genießt und ist mit Unreinheit behaftet, der werde aus seinem Volke gestrichen! Lev 7:21 Wer etwas Unreines berührt, sei es Unreines an einem Menschen oder an einem unreinen Tier oder ein unreines Gewürm, und ißt vom Fleisch des Dankopfers des Herrn, dieser werde aus seinem Volke gestrichen!" Lev 7:22 Und der Herr redete mit Moses: Lev 7:23 "Sprich also zu den Söhnen Israels: 'Ihr sollt kein Fett von Rindern, Schafen und Ziegen essen! Lev 7:24 Das Fett gefallener und zerrissener Tiere kann zu allerlei verwendet werden; aber essen dürft ihr es nicht. Lev 7:25 Jeder, der Tierfett ißt, wie man es dem Herrn als Mahl bringt, wer davon ißt, dieser werde aus seinem Volke gestrichen! Lev 7:26 Ihr sollt keinerlei Blut in irgendeiner eurer Siedlungen genießen, nicht von Vögeln und nicht von Vieh! Lev 7:27 Wer irgendwie Blut genießt, soll aus seinem Volke gestrichen werden!'" Lev 7:28 Und der Herr redete zu Moses: Lev 7:29 "Sprich also zu den Söhnen Israels: 'Wer dem Herrn sein Dankopfer bringt, soll von seinem Dankopfer dem Herrn seine Opfergabe bringen! Lev 7:30 Seine eigenen Hände sollen des Herrn Mahl darbringen! Er bringe das Fett samt der Brust! Die Brust, um sie als Gabe vor den Herrn zu bringen! Lev 7:31 Der Priester lasse das Fett auf dem Altar aufdampfen! Die Brust gehöre Aaron und den Söhnen! Lev 7:32 Die rechte Keule sollt ihr von euren Dankopfern dem Priester als Weihegabe geben! Lev 7:33 Wer von den Aaronssöhnen Blut und Fett der Dankopfer darbringt, dem soll die rechte Keule als Anteil gehören! Lev 7:34 Ich selber habe ja von den Söhnen Israels bei ihren Dankopfern die Brust der Abgabe genommen und die Keule der Weihegabe und sie dem Priester Aaron und seinen Söhnen gegeben als ewige Gebühr von seiten der Israeliten.'" Lev 7:35 Dies ist der Rechtsteil des Aaron und seiner Söhne an den Mählern des Herrn, seitdem er sie herangezogen hatte, dem Herrn Priesterdienste zu leisten, Lev 7:36 hatte doch der Herr am Tage, da man sie salbte, geboten, man solle ihnen dies geben von seiten der Israeliten als ewige Gebühr für ihre Geschlechter. Lev 7:37 Dies ist die Lehre über das Brandopfer, das Speiseopfer, das Sünd- und Schuldopfer, das Einsetzungsopfer und das Dankopfer, Lev 7:38 die der Herr dem Moses auf dem Berg Sinai geboten, als er den Israeliten befahl, ihre Opfer dem Herrn in der Wüste Sinai darzubringen. Lev 8:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 8:2 "Nimm Aaron und seine Söhne, die Gewänder und das Salböl, den Sündopferfarren und die beiden Widder sowie den Korb mit Ungesäuertem! Lev 8:3 Versammle die ganze Gemeinschaft vor der Pforte des Festgezeltes!" Lev 8:4 Da tat Moses, wie ihm der Herr befohlen. Die Gemeinschaft versammelte sich vor der Tür des Festgezeltes. Lev 8:5 Da sprach Moses zur Gemeinschaft: "Dies ist es, was der Herr zu tun geboten hat." Lev 8:6 Dann ließ Moses Aaron und seine Söhne herantreten und ließ sie ein Wasserbad nehmen. Lev 8:7 Er legte ihm den Leibrock an, umgürtete ihn mit dem Gürtel, bekleidete ihn mit dem Obergewand, legte ihm das Schulterkleid an, band ihm die Schulterkleidbinde um und befestigte sie fest daran. Lev 8:8 Dann befestigte er die Tasche daran und legte in die Tasche die Urim ("Die Klaren") und Tummim ("Die Wahren"). Lev 8:9 Aufs Haupt setzte er ihm den Kopfbund und befestigte vorn am Kopfbund das goldene Blatt, das heilige Diadem, wie es der Herr dem Moses geboten hatte. Lev 8:10 Dann nahm Moses das Salböl, salbte die Wohnung und alles darin und weihte es. Lev 8:11 Davon sprengte er siebenmal auf den Altar, salbte den Altar, alle seine Geräte sowie das Becken und sein Gestell, um sie zu weihen. Lev 8:12 Dann goß er vom Salböle auf Aarons Haupt und salbte ihn, um ihn zu weihen. Lev 8:13 hierauf ließ Moses die Söhne Aarons herantreten, bekleidete sie mit Leibröcken, umgürtete sie mit einem Gürtel und setzte ihnen Mützen auf, wie es der Herr dem Moses befohlen. Lev 8:14 Er holte dann den Sündopferfarren. Und Aaron mit seinen Söhnen legten die Hände auf den Kopf des Sündopferfarrens. Lev 8:15 Moses aber schlachtete ihn, nahm das Blut und tat es mit dem Finger ringsum an die Altarhörner und entsündigte den Altar; das übrige Blut aber hatte er an den Altarsockel gegossen. So weihte er den Altar durch Vollzug der Sühnehandlungen daran. Lev 8:16 Dann nahm man alles Eingeweidefett, den Leberlappen und die beiden Nieren mit ihrem Fett. Und Moses ließ es auf dem Altar aufdampfen. Lev 8:17 Den Farren, seine Haut, sein Fleisch und seinen Mist hatte man außerhalb des Lagers verbrannt, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 8:18 Dann ließ er den Brandopferwidder bringen, und Aaron mit seinen Söhnen legten die Hände auf den Widderkopf. Lev 8:19 Moses schlachtete ihn und sprengte das Blut rings um den Altar. Lev 8:20 Den Widder aber hatte er in seine Rumpfstücke zerlegt. Den Kopf, die Rumpfstücke und den Schmer ließ nun Moses aufdampfen. Lev 8:21 Die Eingeweide aber und die Beine hatte er mit Wasser gewaschen. Dann ließ Moses den ganzen Widder auf dem Altar aufdampfen. Ein Brandopfer von süßem Duft war es, ein Mahl für den Herrn, wie es der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 8:22 Dann ließ er den anderen Widder bringen, den Einsetzungswidder, und Aaron mit seinen Söhnen legten die Hände auf den Widderkopf. Lev 8:23 Moses schlachtete ihn, nahm von seinem Blute und tat es an Aarons rechtes Ohrläppchen, an seinen rechten Daumen und seine rechte große Zehe. Lev 8:24 Dann ließ Moses die Aaronssöhne herantreten und tat vom Blute an ihr rechtes Ohrläppchen, ihren rechten Daumen und ihre rechte große Zehe. Das übrige Blut sprengte Moses ringsum an den Altar. Lev 8:25 Er nahm das Fett, den Fettschwanz und alles Eingeweidefett, die Leberlappen, die beiden Nieren mit ihrem Fett und die rechte Keule. Lev 8:26 Aus dem Korbe mit Ungesäuertem, der vor dem Herrn stand, hatte er einen ungesäuerten Kuchen genommen, einen mit Öl bereiteten Brotkuchen und einen Fladen; dann legte er sie zu den Fettstücken und zu der rechten Keule. Lev 8:27 Dann gab er alles Aaron und seinen Söhnen in die Hände und weihte es so als Abgabe vor dem Herrn. Lev 8:28 Hierauf nahm es Moses ihnen aus den Händen und ließ es auf dem Brandopferaltar aufdampfen. Ein Einsetzungsopfer von süßem Duft, ein Mahl für den Herrn war es. Lev 8:29 Dann nahm Moses die Brust und brachte sie vor dem Herrn als Abgabe dar. Sie fiel vom Einsetzungswidder Moses als Anteil zu, wie es der Herr dem Moses geboten. Lev 8:30 Und Moses nahm vom Salböl und vom Blute auf dem Altar und sprengte es auf Aaron, seine Gewänder, ebenso auf seine Söhne und seiner Söhne Gewänder. So weihte er Aaron und seine Gewänder, ebenso seine Söhne und seiner Söhne Gewänder. Lev 8:31 Dann sprach Moses zu Aaron und seinen Söhnen: "Kocht vor des Festgezeltes Pforte das Fleisch! Dort sollt ihr es essen samt dem Brot im Korbe des Weiheopfers, wie mir geboten ward: 'Aaron soll es mit seinen Söhnen essen!' Lev 8:32 Was an Fleisch und Brot übrigbleibt, müßt ihr verbrennen! Lev 8:33 Nicht weichen sollt ihr sieben Tage von des Festgezeltes Pforte bis zu dem Tage, da eure Weihezeit vorüber ist! Sieben Tage lang soll er euch weihen! Lev 8:34 Wie man heute getan, so hat der Herr auch weiterhin zu tun geboten, wenn es gilt, euch zu entsühnen. Lev 8:35 Sieben Tage sollt ihr an des Festgezeltes Pforte Tag und Nacht bleiben! Befolgt des Herrn Geheiß, sonst müßt ihr sterben. Denn so ist mir geboten worden." Lev 8:36 Aaron und seine Söhne taten alles, was der Herr durch Moses befohlen hatte. Lev 9:1 Am achten Tage berief Moses Aaron und seine Söhne sowie Israels Älteste. Lev 9:2 Er sprach zu Aaron: "Nimm dir ein junges Kalb zum Sündopfer und einen Widder zum Brandopfer, beide fehlerlos, und bringe sie vor dem Herrn dar! Lev 9:3 Und zu den Söhnen Israels sollst du folgendes sprechen: 'Holt einen Ziegenbock für das Sündopfer! Ein Kalb und ein Schaf, beide noch nicht jährig und fehlerlos, für das Brandopfer, Lev 9:4 und ein Rind mit einem Widder für das Dankopf er, zur Schlachtung vor dem Herrn, und ein mit Öl bereitetes Speiseopfer! Denn heute erscheint euch der Herr.'" Lev 9:5 Sie holten nun, was Moses verlangt hatte, zum Festgezelt, und die ganze Gemeinschaft kam und trat vor den Herrn. Lev 9:6 Da sprach Moses: "Was euch der Herr befiehlt, sollt ihr tun, daß euch des Herrn Herrlichkeit erscheine!" Lev 9:7 Und Moses sprach zu Aaron: "Tritt an den Altar! Besorge dein Sünd- und Brandopfer und schaffe für dich und für das Volk Sühne! Dann besorge des Volkes Opfergabe und schaffe ihnen Sühne, wie der Herr befohlen hat!" Lev 9:8 Und Aaron trat an den Altar und schlachtete das Sündopferkalb für sich selbst. Lev 9:9 Und Aarons Söhne reichten ihm das Blut. Er tauchte seinen Finger ins Blut und tat es an die Altarhörner. Das übrige Blut aber hatte er an den Altarsockel gegossen. Lev 9:10 Das Fett, die Nieren, die Leberlappen vom Sündopfer hatte er auf dem Altar aufdampfen lassen, wie der Herr dem Moses geboten. Lev 9:11 Das Fleisch aber und die Haut hatte er außerhalb des Lagers verbrennen lassen. Lev 9:12 Dann schlachtete er das Brandopfer. Die Aaronssöhne reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar. Lev 9:13 Das Brandopfer reichten sie ihm in Stücken samt dem Kopfe. Er ließ es auf dem Altar aufdampfen. Lev 9:14 Die Eingeweide und die Beine wusch er mit Wasser und ließ sie zu dem Brandopfer hin auf dem Altar aufdampfen. Lev 9:15 Dann brachte er das Opfer des Volkes dar. Er nahm den Sündopferbock, der für das Volk war, schlachtete ihn und brachte ihn als Sündopfer dar wie den ersten. Lev 9:16 Dann brachte er das Brandopfer dar und machte es nach Vorschrift. Lev 9:17 Hierauf brachte er das Speiseopfer dar. Er nahm davon eine Handvoll und ließ es auf dem Altar aufdampfen, außer dem Morgenbrandopfer. Lev 9:18 Dann schlachtete er das Rind und den Widder als Dankopfer für das Volk. Die Aaronssöhne reichten ihm das Blut, und er sprengte es ringsum an den Altar. Lev 9:19 Des Rindes Fettstücke und die des Widders, den Fettschwanz, die Decke, die Nieren und den Leberlappen, Lev 9:20 die Fettstücke legten sie auf die Bruststücke. Dann ließ er die Fettstücke auf dem Altar aufdampfen. Lev 9:21 Die Bruststücke aber und die rechte Keule brachte Aaron als Abgabe vor dem Herrn dar, wie es Moses befohlen hatte. Lev 9:22 Dann streckte Aaron die Hand über das Volk und segnete es. Nach Vollzug des Sünd-, des Brand- und des Dankopfers stieg er herab. Lev 9:23 Moses und Aaron traten nun ins Festgezelt. Dann gingen sie hinaus und segneten das Volk. Da erschien des Herrn Majestät dem ganzen Volk. Lev 9:24 Feuer aber ging vom Herrn aus und verzehrte auf dem Altar das Brandopfer und die Fettstücke. Alles Volk sah es. Sie jubelten und fielen dabei auf ihr Angesicht. Lev 10:1 Die Aaronssöhne Nadab und Abihu aber nahmen ein jeder seine Kohlenpfanne, taten Feuer hinein, legten Weihrauch darauf und brachten vor den Herrn ein ungehöriges Feuer, das er ihnen nicht geboten hatte. Lev 10:2 Da ging Feuer von dem Herrn aus und verzehrte sie. So starben sie vor dem Herrn. Lev 10:3 Da sprach Moses zu Aaron: "Dies ist es, was der Herr sagen will: 'An denen, die mir nahestehen, zeige ich mich als heilig und als herrlich vor dem ganzen Volke.'" Aaron aber schwieg. Lev 10:4 Da rief Moses nach Misael und Elsaphan, den Söhnen Uziels, des Oheims von Aaron, und sprach zu ihnen: "Kommt her und tragt eure Brüder fort vom Heiligtum hinaus vor das Lager!" Lev 10:5 Da kamen sie her und trugen sie in ihren Leibröcken vor das Lager, wie Moses gesagt hatte. Lev 10:6 Und Moses sprach zu Aaron, Eleazar und Itamar, seinen Söhnen: "Löst nicht euer Haupthaar! Zerreißt nicht eure Kleider, daß ihr nicht sterbet! Er würde über die ganze Gemeinschaft ergrimmen, wenn eure Brüder, das ganze Haus Israels, den Brand beweinten, den der Herr gemacht. Lev 10:7 Weicht nicht von der Pforte des Festgezeltes, daß ihr nicht sterbet! Das Salböl des Herrn ist an euch." Sie aber taten nach dem Wort des Herrn. Lev 10:8 Da sprach der Herr zu Aaron: Lev 10:9 "Trink weder Wein noch Bier, weder du noch deine Söhne, wenn ihr das Festgezelt betretet, daß ihr nicht sterbet! Für eure Geschlechter sei es ewig geltende Vorschrift! Lev 10:10 Unterscheidet zwischen Heiligem und Nichtheiligem, Unreinem und Reinem! Lev 10:11 Unterweiset die Israeliten in all den Gesetzen, die ihnen der Herr durch Moses verkündet hat!" Lev 10:12 Und Moses sprach zu Aaron, Eleazar und Itamar, seinen übriggebliebenen Söhnen: "Nehmt das Speiseopfer, das von des Herrn Mählern übrig ist, und esset es ungesäuert neben dem Altar! Es ist hochheilig. Lev 10:13 Eßt es an heiliger Stätte! Es ist die Gebühr, die dir mit deinen Söhnen von des Herrn Mählern zufällt. So ist es mir geboten worden. Lev 10:14 Der Abgabe Brust sowie der Weihegabe Keule sollt ihr an reinem Orte essen, du, deine Söhne und deine Töchter! Sie sollen dir und deinen Söhnen von den Dankopfern der Israeliten als Gebühr zufallen! Lev 10:15 Der Weihegabe Keule und die Brust der Abgabe soll man zu den Mählern der Fettstücke bringen, um sie vor dem Herrn darzubringen! Sie sollen dir und deinen Söhnen, wie der Herr befohlen, als ewige Gebühr zufallen!" Lev 10:16 Moses aber hatte besorgt nach dem Sündopferbock gefragt. Da war er schon verbrannt. Daraufhin zürnte er auf Eleazar und Itamar, Aarons Söhne, und sprach: Lev 10:17 "Warum habt ihr das Sündopfer nicht an heiliger Stätte gegessen? Hochheilig ist es ja. Er hat es euch gegeben, um die Schuld der Gemeinschaft wegzunehmen und für sie vor dem Herrn Sühne zu erwirken. Lev 10:18 Ist doch sein Blut nicht in das Innere des Heiligtums hineingebracht worden! Darum mußtet ihr es im Heiligtum ganz verzehren, wie es mir geboten ward." Lev 10:19 Da sprach Aaron zu Moses: "Sie haben heute ihr Sünd- und Brandopfer vor dem Herrn dargebracht, und doch traf mich solches. Hätte ich heute ein Sündopfer verzehrt, gefiele dies dem Herrn?" Lev 10:20 Dies hörte Moses, und es war recht vor seinen Augen. Lev 11:1 Der Herr redete mit Moses und Aaron und sagte zu ihnen folgendes: Lev 11:2 "Sprecht zu den Söhnen Israels: 'Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft von allem Vieh auf Erden: Lev 11:3 Was gespaltene Klauen hat, ganz durchgespaltene, und was wiederkäut, das dürft ihr essen. Lev 11:4 Dagegen dürft ihr von den Wiederkäuern nicht die genießen, die gespaltene Klauen haben: das Kamel; denn es hat, wenn auch Wiederkäuer, doch keine ganz gespaltenen Klauen. Unrein sei es euch! Lev 11:5 Auch nicht den Klippdachs; denn er hat, obschon Wiederkäuer, keine ganz gespaltenen Klauen. Unrein sei er euch! Lev 11:6 Auch nicht den Hasen; denn er hat, obschon Wiederkäuer, keine ganz gespaltenen Klauen. Unrein sei er euch! Lev 11:7 Auch nicht das Schwein! Es hat zwar ganz gespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer. Unrein sei es euch! Lev 11:8 Ihr dürft ihr Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren. Sie seien euch unrein! Lev 11:9 Von allem, was im Wasser ist, dürft ihr dies verzehren: Was im Gewässer, in den Meeren und in Bächen Flossen und Schuppen hat, dürft ihr essen. Lev 11:10 Was aber im Meer und in den Bächen weder Flossen noch Schuppen hat von allem, was im Wasser wimmelt, von allen Lebewesen, die im Wasser sind, sei euch ein Greuel! Lev 11:11 Sie seien euch ein Greuel! Von ihrem Fleische dürft ihr nichts genießen. Ihr Aas müßt ihr verabscheuen. Lev 11:12 Greuel sei euch, was im Wasser keine Flossen und keine Schuppen hat. Lev 11:13 Und von den Vögeln sollt ihr folgende verabscheuen! Sie dürfen, als Greuel, nicht gegessen werden: Adler, Bartgeier und Geier, Lev 11:14 Weihe und Falken, je in ihrer Art, Lev 11:15 alle Raben, je in ihrer Art; Lev 11:16 Strauß, Schwalbe, Möve, Habicht, je in ihrer Art, Lev 11:17 Käuzchen und Sturzpelikan, Uhu, Lev 11:18 Eule und Pelikan, Erdgeier, Lev 11:19 Storch, Regenpfeifer, je in ihrer Art, Wiedehopf, Fledermaus. Lev 11:20 Und alles geflügelte Gewimmel, das auf Vieren geht, sei euch ein Greuel! Lev 11:21 Von allem geflügelten Gewimmel, das auf Vieren geht, dürft ihr nur die verzehren, die über ihren Füßen ein Schenkelpaar haben, um damit auf der Erde zu hüpfen. Lev 11:22 Von diesen dürft ihr folgende verzehren: Die Heuschrecke in ihrer Art, die Freßheuschrecke in ihrer Art, das Heupferd in seiner Art, die Springheuschrecke in ihrer Art. Lev 11:23 Die anderen kleinen Flügeltiere, die vier Füße haben, seien euch ein Greuel! Lev 11:24 Durch folgendes könnt ihr euch unrein machen: Wer ihr Aas berührt, bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:25 Wer eines ihrer Äser trägt, soll seine Kleider waschen! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:26 Jedes Tier, das Klauen hat, die zwar gespalten, aber nicht ganz durchgespalten sind, und das nicht wiederkäut, gelte euch als unrein! Wer es berührt, wird unrein. Lev 11:27 Alles, was auf Tatzen geht, sei euch von allen Vierfüßlern unrein! Wer ihr Aas berührt, bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:28 Wer ihr Aas anfaßt, wasche seine Kleider! Er bleibt bis zum Abend unrein. Sie seien euch unrein! Lev 11:29 Die für euch unrein sind, sind folgende von dem Gewimmel, das auf Erden wimmelt: das Wiesel, die Maus und die Eidechsen in ihrer Art, Lev 11:30 die Spitzmaus, das Chamäleon, der Gecko, die Eidechse und der Salamander. Lev 11:31 Diese seien euch von allem Gewimmel unrein! Wer sie in ihrem Tod berührt, sei bis zum Abend unrein! Lev 11:32 Alles das, worauf von ihnen eines im Tode fällt, wird unrein. Alles Holzgerät oder Gewand oder Fell oder Tuch, all die Gefäße, die zum Gebrauch dienen. Ins Wasser werde es verbracht! Es bleibt bis zum Abend unrein. Dann ist es wieder rein. Lev 11:33 Fällt davon eines in ein irdenes Gefäß, so wird alles, was darin ist, unrein. Ihr müßt es zerschlagen. Lev 11:34 Alle Speise, an die zum Genießen Wasser kommt, wird unrein, und alles trinkbare Getränk wird in jedem Gefäß unrein. Lev 11:35 Alles, worauf eines ihrer Äser fällt, wird unrein. Backofen und Kochherd müssen abgebrochen werden, wenn sie unrein sind. Auch sie seien euch unrein! Lev 11:36 Nur Quellen, Brunnen und Wasserbecken bleiben rein. Nur wer ihr Aas berührt, wird unrein. Lev 11:37 Fällt eines ihrer Äser auf irgendeinen Samen einer Aussaat, die man säen will, so bleibt er rein. Lev 11:38 Bringt man aber Wasser an den Samen und eines ihrer Äser fällt darauf, so sei er euch unrein! Lev 11:39 Fällt ein Stück von dem Vieh, das euch zum Essen dient, dann wird bis zum Abend unrein, wer sein Aas berührt. Lev 11:40 Und wer von seinem Aase ißt, soll seine Kleider waschen! Er bleibt bis zum Abend unrein. Wer sein Aas anfaßt, soll seine Kleider waschen! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 11:41 All das Gewimmel, das auf Erden wimmelt, ist als Greuel nicht genießbar. Lev 11:42 Was auf dem Bauche kriecht und was auf Vieren geht, bis zu allem Vierfüßigen, von allem Gewimmel, das auf Erden wimmelt, eßt sie nicht! Sie sind ein Greuel. Lev 11:43 Ihr sollt euch nicht selbst durch irgendein Kriechtier abscheulich machen! Verunreinigt euch nicht durch sie, daß ihr dadurch unrein würdet! Lev 11:44 Denn ich, der Herr, bin euer Gott. Nun, so zeigt euch als heilig und seid heilig! Denn ich bin heilig. Ihr sollt euch nicht selbst durch irgendein Gewimmel verunreinigen, das auf Erden wimmelt! Lev 11:45 Ich bin der Herr, der euch aus Ägypterland geführt, um euch Gott zu sein. So werdet heilig! Denn ich bin heilig. Lev 11:46 Dies ist die Lehre über das Vieh, das Geflügel und alle Lebewesen, die im Wasser tummeln und alle Wesen, die auf Erden wimmeln, Lev 11:47 damit man scheide zwischen Unreinem und Reinem und zwischen eßbaren Lebewesen und ungenießbaren Lebewesen.'" Lev 12:1 Der Herr sprach zu Moses also: Lev 12:2 "Sprich zu den Söhnen Israels: 'Schenkt ein Weib einem Knaben im Wochenbett das Leben, so ist sie sieben Tage unrein, so wie sie in den Tagen ihrer monatlichen Unreinheit unrein ist. Lev 12:3 Am achten Tage werde seines Gliedes Fleisch beschnitten! Lev 12:4 Dreiunddreißig Tage soll sie im Reinigungsblute bleiben! Sie darf nichts Heiliges berühren und darf nicht in das Heiligtum kommen, bis daß die Tage ihrer Reinigung vorüber sind! Lev 12:5 Schenkt sie aber einem Mädchen das Leben, so sei sie zwei Wochen unrein wie bei ihrer monatlichen Unreinheit, und sechsundsechzig Tage soll sie im Reinigungsblute bleiben! Lev 12:6 Sind die Tage ihrer Reinigung vorüber bei einem Sohn oder einer Tochter, so soll sie ein noch nicht einjähriges Lamm zum Brandopfer bringen und eine junge Taube oder eine Turteltaube zum Sündopfer an des Festgezeltes Pforte zu dem Priester! Lev 12:7 Er bringe sie vor dem Herrn dar und schaffe ihr Sühne! So werde sie rein von ihrem Blutflusse! Dies ist die Lehre über Kindbetterinnen, sei es bei Knaben oder Mädchen. Lev 12:8 Reicht aber ihr Vermögen nicht für ein Schaf hin, so nehme sie zwei Turteltauben oder sonst zwei junge Tauben, die eine für das Brandopfer, die andere für das Sündopfer, und so verschaffe ihr der Priester Sühne, daß sie rein werde!' Lev 13:1 Der Herr sprach zu Moses und Aaron also: Lev 13:2 "Zeigt sich auf jemandes Haut ein Mal oder ein Grind oder ein Fleck und bildet sich auf seiner Haut ein Aussatzschaden, dann bringe man ihn vor den Priester Aaron oder einen seiner Priestersöhne! Lev 13:3 Sieht nun der Priester den Schaden an der Haut und ist das Haar in dem Schaden weiß geworden und ist der Schein des Schadens tiefer als die Haut seines Fleisches, so ist es Aussatzschaden. Sieht dies der Priester, dann erkläre er ihn für unrein! Lev 13:4 Ist ein weißer Fleck an der Haut seines Fleisches und ist sein Schein nicht tiefer als die Haut und ist das Haar daran nicht weiß geworden, dann sondere der Priester sieben Tage den Schaden ab! Lev 13:5 Beschaut ihn der Priester am siebten Tage und blieb der Schaden bei seiner Farbe, griff der Schaden auf der Haut nicht weiter um sich, dann sondere der Priester weitere sieben Tage den Schaden ab! Lev 13:6 Beschaut ihn der Priester abermals am siebten Tage und wurde der Schaden blässer und griff der Schaden auf der Haut nicht weiter um sich, dann erkläre ihn der Priester für rein! Ein Grind ist es. Er wasche seine Kleider! Dann ist er rein. Lev 13:7 Greift aber auf der Haut der Grind immer weiter um sich, nachdem er vom Priester zu seiner Reinsprechung beschaut war, und zeigt er sich abermals dem Priester Lev 13:8 und sieht der Priester, daß auf der Haut der Grind um sich griff, dann erkläre der Priester ihn für unrein! Aussatz ist es. Lev 13:9 Ist an einem Menschen ein Aussatzschaden, so bringe man diesen Fall vor den Priester! Lev 13:10 Sieht der Priester, daß ein weißes Mal an der Haut ist, und das Haar daran ist weiß geworden und in dem Mal wuchert wildes Fleisch, Lev 13:11 dann ist an der Haut seines Fleisches ein unheilbarer Aussatz. Der Priester erkläre ihn für unrein! Er soll ihn aber nicht absondern! Er ist unrein. Lev 13:12 Blüht aber der Aussatz auf der Haut und bedeckt der Aussatz vom Kopf bis zu den Füßen die ganze Schadenhaut im ganzen Schaubereich des Priesters Lev 13:13 und sieht der Priester, daß der Aussatz seinen ganzen Leib bedeckt, dann erkläre er den Schaden für rein! Ganz weiß geworden, ist er rein. Lev 13:14 Wenn sich aber wildes Fleisch an ihm zeigt, dann wird er unrein. Lev 13:15 Und sieht der Priester das wilde Fleisch, dann erkläre er ihn für unrein! Das wilde Fleisch ist unrein. Aussatz ist es. Lev 13:16 Verschwindet freilich das wilde Fleisch und er wird weiß und kam er zum Priester Lev 13:17 und besah ihn der Priester und wurde der Schaden weiß, dann erkläre der Priester den Schaden für rein! Er ist rein. Lev 13:18 Ist an der Haut ein Geschwür und heilt es wieder Lev 13:19 und entsteht an Stelle des Geschwüres ein weißes Mal oder ein weißrötliches, ein Fleck, so zeige er sich dem Priester! Lev 13:20 Und sieht der Priester, daß die Gestalt des Fleckes tiefer als die Haut ist, und ist daran sein Haar weiß geworden, dann erkläre ihn der Priester für unrein! Aussatzschaden ist es, im Geschwür ausgebrochen. Lev 13:21 Beschaut es der Priester und kein Haar ist daran weiß geworden, auch ist es nicht tiefer als die Haut, nur blasser, dann sondere ihn der Priester sieben Tage ab! Lev 13:22 Greift es dann weiter auf der Haut um sich, dann erkläre ihn der Priester für unrein! Ein Schaden ist es. Lev 13:23 Bleibt aber der Fleck an der gleichen Stelle und breitet er sich nicht aus, so ist es die Narbe des Geschwürs. Dann erkläre ihn der Priester für rein! Lev 13:24 Oder ist eine Brandwunde an der Haut und ist das Fleisch an der Brandwunde ein weißroter oder weißer Fleck Lev 13:25 und der Priester beschaut ihn, und das Haar ist an dem Fleck weiß geworden und seine Gestalt ist tiefer als die Haut, so ist der Aussatz in der Brandwunde ausgebrochen. Der Priester erkläre ihn für unrein! Es ist der Aussatz. Lev 13:26 Beschaut ihn der Priester und ist kein weißes Haar am Fleck und ist er nicht tiefer als die Haut, nur blässer, dann sondere ihn der Priester sieben Tage ab! Lev 13:27 Beschaut ihn der Priester am siebten Tag, dann erkläre ihn der Priester für unrein, falls es auf seiner Haut weiter um sich griff! Dann ist es Aussatz. Lev 13:28 Blieb aber der Fleck auf der gleichen Stelle und griff er nicht auf der Haut um sich und ward er nur blässer, so ist es das Mal der Brandwunde. Für rein erkläre ihn der Priester! Nur Brandwundnarbe ist es. Lev 13:29 Ist bei einem Manne oder Weib ein Schaden am Kopf oder Bart Lev 13:30 und der Priester beschaut den Schaden und ist er tiefer als die Haut und goldgelbes dünnes Haar daran, dann erkläre ihn der Priester für unrein! Krätze ist es, Aussatz des Kopfes oder Bartes. Lev 13:31 Besichtigt der Priester den Krätzeschaden und ist er nicht tiefer als die Haut, fehlen aber schwarze Haare, dann sondere der Priester den Krätzeschaden sieben Tage ab! Lev 13:32 Besichtigt der Priester am siebten Tag den Schaden und griff die Krätze nicht um sich und war darin kein goldgelbes Haar und ist die Krätze nicht tiefer als die Haut, Lev 13:33 So lasse er sich scheren, aber nicht die Krätze! Dann sondere der Priester die Krätze nochmals sieben Tage ab! Lev 13:34 Besichtigt am siebten Tag der Priester die Krätze und griff die Krätze nicht auf der Haut um sich und ist ihre Gestalt nicht tiefer als die Haut, so erkläre ihn der Priester für rein. Er wasche seine Kleider! Dann ist er rein. Lev 13:35 Greift aber die Krätze auf der Haut um sich nach seiner Reinerklärung Lev 13:36 und besichtigt ihn der Priester und hat die Krätze weiter auf der Haut um sich gegriffen, so braucht der Priester nicht nach dem goldgelben Haar zu suchen. Er ist unrein. Lev 13:37 Bleibt sich aber die Krätze im Aussehen gleich und wächst schwarzes Haar daran, so ist die Krätze geheilt. Er ist rein. Für rein erkläre ihn der Priester! Lev 13:38 Sind bei einem Manne oder Weibe Flecken auf der Haut, mattweiße Flecken Lev 13:39 und bemerkt ein Priester, daß auf der Haut ihres Fleisches verblaßte, weiße Flecken sind, so sind es Flechten, die auf der Haut ausbrachen. Ein solcher ist rein. Lev 13:40 Wird jemandes Haupt kahl und ist es ein Hinterglatzkopf, so ist er rein. Lev 13:41 Wird aber vorn sein Kopf kahl, so ist es ein Vorderglatzkopf. Er ist rein. Lev 13:42 Zeigt sich aber an der hinteren oder vorderen Glatze ein weißlichroter Schaden, so ist es der Aussatz, der an seiner hinteren oder vorderen Glatze ausbricht. Lev 13:43 Besichtigt ihn der Priester und ist ein weißlichrotes Schadenmal an seiner hinteren oder vorderen Glatze, das aussieht wie der Aussatz auf der Haut des Fleisches, Lev 13:44 so ist er ein aussätziger Mann. Er ist unrein. Der Priester soll ihn für unrein erklären! An seinem Kopfe ist sein Schaden. Lev 13:45 Der Aussätzige, der den Schaden an sich hat, soll sein Gewand zerreißen und soll das Haupthaar fliegen lassen, den Bart verhüllen und rufen "Unrein! Unrein!" Lev 13:46 Er bleibe die ganze Zeit, da er den Schaden hat, unrein! Er soll abgesondert wohnen! Sein Bleiben sei außerhalb des Lagers! Lev 13:47 Ist an einem Tuche ein Aussatzschaden, an Woll- oder Leintuch, Lev 13:48 oder an Leinen- oder Wollgewebe oder Einschlag, oder auch an Leder oder an Lederware, Lev 13:49 und ist der Schaden grünlich oder rötlich am Tuch oder am Leder oder am Gewebe oder am Einschlag oder an der Lederware, so ist es Aussatzschaden. Er werde vom Priester beschaut! Lev 13:50 Besichtigt der Priester den Schaden, so sondere er den Schaden sieben Tage ab! Lev 13:51 Am siebten Tage beschaue er den Schaden! Hat auf dem Tuche, dem Gewebe, dem Einschlag, dem Leder oder an der Lederware der Schaden um sich gegriffen, dann ist der Schaden ein fressender Aussatz. Er ist unrein. Lev 13:52 Man verbrenne das Tuch oder das Gewebe oder den Einschlag in Wolle oder Leinen oder jede Ledertasche, woran der Schaden ist! Denn fressender Aussatz ist es. Im Feuer soll es verbrannt werden! Lev 13:53 Besichtigt es der Priester, und der Schaden griff nicht um sich auf dem Tuch oder Gewebe oder Einschlag oder auf irgendwelchen Ledersache, Lev 13:54 dann gebiete der Priester, daß man wasche, an denen der Schaden ist, und sondere es nochmals sieben Tage ab! Lev 13:55 Beschaut es dann der Priester, nachdem der Schaden gewaschen wurde, und hat sich die Farbe des Schadens nicht verändert und hat der Schaden nicht um sich gegriffen, so ist es unrein. Im Feuer sollst du es verbrennen, sei es eine Einfressung an seiner hinteren oder vorderen Seite! Lev 13:56 Besieht es aber der Priester, und ist der Schaden verblaßt, nachdem man ihn gewaschen hat, so schneide man ihn aus dem Tuche oder Leder oder Aufzug oder Einschlag! Lev 13:57 Erscheint er nochmals am Tuch oder Gewebe oder Einschlag oder an irgendeiner Ledersache, so ist es ein frisch ausbrechender. Du sollst im Feuer das verbrennen, woran der Schaden ist! Lev 13:58 Das Tuch, das Gewebe, der Einschlag oder die Lederwaren aller Art, die du wuschest und von denen der Schaden gewichen, müssen wiederum gewaschen werden. Dann erst sind sie rein. Lev 13:59 Dies ist die Lehre über den Aussatzschaden an wollenem oder linnenem Tuch oder an Gewebe oder Einschlag oder irgendeiner Ledersache, inwiefern sie für rein oder unrein zu erklären sind." Lev 14:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 14:2 "Dies ist das Gesetz über den für aussätzig Erklärten am Tage seiner Reinigung: Man bringe seinen Fall vor den Priester! Lev 14:3 Dann gehe der Priester vor das Lager! Beschaut es der Priester und ist der Aussatzschaden am Aussätzigen geheilt, Lev 14:4 dann gebiete der Priester, daß man für den zu Reinigenden zwei lebende, reine Vögel und Zedernholz und Karmesinwolle und Ysop hole! Lev 14:5 Dann gebiete der Priester, daß man den einen Vogel in ein Tongefäß über frischem Wasser schlachte! Lev 14:6 Den anderen lebendigen Vogel soll er nehmen und das Zedernholz, die Karmesinwolle und den Ysop und tauche sie und den lebendigen Vogel ins Blut des über frischem Wasser abgeschlachteten Vogels. Lev 14:7 Dann besprenge er den vom Aussatz zu Reinigenden siebenmal und reinige ihn so! Den lebenden Vogel aber lasse er aufs freie Feld! Lev 14:8 Dann wasche der sich zu Reinigende seine Kleider und schere sein ganzes Haar und bade sich, so wird er rein. Danach darf er ins Lager kommen, bleibe aber noch sieben Tage vor seinem Zelte! Lev 14:9 Am siebten Tage soll er all sein Haar scheren, seinen Kopf und seinen Bart und seine Augenbrauen! All sein Haar soll er scheren! Dann wasche er seine Kleider und bade seinen Leib! So wird er rein. Lev 14:10 Am achten Tage soll er zwei fehlerlose Lämmer nehmen und ein noch nicht einjähriges, fehlerloses, weibliches Lamm sowie drei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, für das Speiseopfer und eine Kanne Öl! Lev 14:11 Der Priester, der reinigt, stelle den Mann, der sich reinigen läßt, und diese Sachen vor den Herrn an des Festgezeltes Tür! Lev 14:12 Dann nehme der Priester das eine Lamm und bringe es als Schuldopfer mit der Kanne Öl dar und weihe beides vor dem Herrn! Lev 14:13 Und er schlachte an dem Orte, wo das Sünd- und Brandopfer geschlachtet wird, das Lamm an heiliger Stätte! Dem Priester gehöre das Schuldopfer wie das Sündopfer! Es ist hochheilig. Lev 14:14 Dann nehme der Priester vom Blut des Schuldopfers! Der Priester streiche es dem zu Reinigenden an das rechte Ohrläppchen, an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes! Lev 14:15 Dann nehme der Priester aus der Kanne etwas Öl und gieße es in die priesterliche Linke! Lev 14:16 Dann tauche der Priester seinen rechten Finger in das Öl in seiner Linken und sprenge vor dem Herrn vom Öl mit seinem Finger siebenmal! Lev 14:17 Vom Öl, das auf seiner Hand noch übrigbleibt, soll der Priester dem zu Reinigenden etwas an das rechte Ohrläppchen und an den Daumen seiner rechten Hand streichen und an die große Zehe seines rechten Fußes oben auf das Blut des Schuldopfers! Lev 14:18 Was dann noch übrig ist von dem Öle auf der Hand des Priesters, soll er auf das Haupt des zu Reinigenden tun! So schaffe ihm der Priester vor dem Herrn Sühne! Lev 14:19 Dann richte der Priester das Sündopfer her und schaffe so Sühne dem zu Reinigenden wegen seiner Unreinheit! Danach soll er das Brandopfer schlachten! Lev 14:20 Dann bringe der Priester auf dem Altar das Brand- und das Speiseopfer dar! Schafft ihm so der Priester Sühne, dann wird er rein. Lev 14:21 Ist er aber arm und unvermöglich, dann nehme er ein Lamm als Schuldopfer zur Darbringung und Sühneschaffung sowie ein Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, mit einer Kanne Öl für das Speiseopfer Lev 14:22 Sowie zwei Turtel- oder ein Paar junge Tauben, wie er es eben vermag! Die eine sei Sündopfer, die andere Brandopfer! Lev 14:23 Er bringe sie am achten Tage nach seiner Reinigung zum Priester an des Festgezeltes Tür vor den Herrn! Lev 14:24 Der Priester nehme mit der Kanne Öl das Lamm des Schuldopfers! Dann bringe der Priester sie vor dem Herrn als Abgabe dar! Lev 14:25 Dann schlachte man das Lamm des Schuldopfers! Der Priester nehme vom Blut des Schuldopfers und streiche es dem zu Reinigenden an das rechte Ohrläppchen und an den Daumen seiner rechten Hand und an die große Zehe seines rechten Fußes! Lev 14:26 Von dem Öle soll der Priester etwas in die priesterliche Linke gießen! Lev 14:27 Dann sprenge der Priester mit seinem rechten Finger etwas von dem Öl in seiner Linken vor den Herrn siebenmal! Lev 14:28 Dann tue der Priester etwas von dem Öl in seiner Hand an des zu Reinigenden rechtes Ohrläppchen und an den Daumen seiner Rechten und an die große Zehe seines rechten Fußes, wo sich das Blut des Schuldopfers befindet! Lev 14:29 Was vom Öl auf des Priesters Hand noch übrig ist, soll er an des zu Reinigenden Kopf tun! So schaffe er ihm vor dem Herrn Sühne! Lev 14:30 Dann richte er von den Turteltauben oder jungen Tauben, die er sich leisten kann, Lev 14:31 die eine als Sündopfer her, die andere als Brandopfer samt dem Speiseopfer! So schaffe der Priester dem zu Reinigenden Sühne vor dem Herrn! Lev 14:32 Das ist die Weisung für den, der den Aussatzschaden hat und der bei seiner Reinigung unvermöglich ist." Lev 14:33 Und der Herr redete mit Moses und Aaron also: Lev 14:34 "Kommt ihr in das Kanaaniterland, das ich euch zu eigen gebe, und schlage ich mit dem Aussatzschaden ein Haus in eurem eigenen Lande, Lev 14:35 so komme der Hausbesitzer und melde es dem Priester mit den Worten: 'Wie ein Schaden dünkt es mir am Hause!' Lev 14:36 Da gebiete der Priester, das Haus zu räumen, bevor der Priester kommt, den Schaden zu besichtigen, damit nicht alles im Haus unrein werde! Dann soll der Priester kommen, das Haus zu besichtigen! Lev 14:37 Besichtigt er den Schaden und ist an den Hauswänden der Schaden in Gestalt von grünen oder roten Grübchen, die tiefer als die Wand zu liegen scheinen, Lev 14:38 dann gehe der Priester aus dem Haus an die Haustür und verschließe auf sieben Tage das Haus! Lev 14:39 Kommt der Priester am siebten Tag wieder und sieht er, daß der Schaden an den Hauswänden weiter um sich griff, Lev 14:40 dann gebiete der Priester, daß man die Steine, an denen der Schaden ist, ausbreche und draußen vor der Stadt an einen unreinen Ort werfe! Lev 14:41 Dann lasse er das Haus ringsum inwendig abkratzen, und draußen vor der Stadt schütte man den abgekratzten Lehm an einen unreinen Ort! Lev 14:42 Dann nehme man andere Steine und bringe sie an den Platz jener Steine! Dann soll man anderen Lehm nehmen und das Haus tünchen! Lev 14:43 Kehrt der Schaden am Haus wieder, nachdem jene Steine weggenommen und das abgekratzte Haus getüncht, Lev 14:44 dann komme der Priester, und sieht er, daß im Haus der Schaden weiter um sich griff, so ist ein fressender Aussatz am Haus. Es ist unrein. Lev 14:45 Man schleife das Haus mit seinen Steinen und Balken und den gesamten Lehm des Hauses und bringe es hinaus vor die Stadt an einen unreinen Ort! Lev 14:46 Wer das verschlossene Haus betreten hat, gelte bis zum Abend für unrein! Lev 14:47 Wer im Haus geschlafen hat, der soll seine Kleider waschen! Wer im Haus gegessen hat, der soll seine Kleider waschen! Lev 14:48 Kommt der Priester und besichtigt es und hat der Schaden im Haus nicht um sich gegriffen nach dem Tünchen des Hauses, dann erkläre der Priester das Haus für rein! Der Schaden ist geheilt. Lev 14:49 Zwei Vögel nehme er zur Entsündigung des Hauses und Zedernholz und Karmesinwolle mit Ysop! Lev 14:50 Dann schlachte er den einen Vogel in ein Tongefäß über frischem Wasser Lev 14:51 und nehme das Zedernholz, den Ysop, die Karmesinwolle und den lebenden Vogel, tauche sie in das Blut des geschlachteten Vogels und in das frische Wasser und besprenge siebenmal das Haus! Lev 14:52 So entsündigt er das Haus mit Vogelblut und frischem Wasser, mit dem lebenden Vogel, dem Zedernholz, dem Ysop und der Karmesinwolle! Lev 14:53 Dann lasse er den lebenden Vogel vor die Stadt ins freie Feld entkommen! So schaffe er dem Hause Sühne! Dann ist es rein. Lev 14:54 Das ist die Weisung für die verschiedenen Arten des Aussatzschadens und der Krätze, Lev 14:55 des Aussatzes an Tüchern und Häusern, Lev 14:56 der Hautmale, des Schorfes und der Flecken, Lev 14:57 um danach zwischen Rein oder Unrein zu entscheiden. Dies ist das Gesetz über den Aussatz." Lev 15:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron also: Lev 15:2 "Redet mit den Söhnen Israels und sprecht zu ihnen: Wer einen Fluß an seinem Fleische hat, dessen Ausfluß ist unrein. Lev 15:3 Dies ist eine Unreinheit durch seinen Fluß: Mag sein Fleisch seinen Fluß ausscheiden oder mag sein Fleisch so verstopft sein, daß nichts fließt, bei ihm ist es Unreinheit. Lev 15:4 Das ganze Lager, auf dem der Flüssige liegt, ist unrein, ebenso alles Gerät, auf dem er sitzt. Lev 15:5 Wer sein Lager anrührt, soll seine Kleider waschen, dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:6 Wer sich auf das Gerät setzt, auf dem der Flüssige saß, soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:7 Wer das Fleisch des Flüssigen berührt, soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:8 Speit der Flüssige auf den Reinen, so wasche dieser seine Kleider und bade sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:9 Alles Reitzeug, auf dem der Flüssige reitet, ist unrein. Lev 15:10 Wer etwas, was unter ihm war, anrührt, bleibt bis zum Abend unrein. Wer es fortträgt, soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:11 Wen der Flüssige mit ungewaschenen Händen berührt, der wasche seine Kleider und bade sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:12 Ein Tongefäß, das der Flüssige berührt, werde zerbrochen und alles Holzgerät mit Wasser abgespült! Lev 15:13 Wird der Flüssige rein von seinem Fluß, dann zähle er von seinem Reinwerden sieben Tage! Dann wasche er seine Kleider und bade sein Fleisch in frischem Wasser! Dann ist er rein. Lev 15:14 Am achten Tage soll er zwei Turtel- oder junge Tauben nehmen; dann komme er an des Festgezeltes Pforte vor den Herrn und gebe sie dem Priester! Lev 15:15 Der Priester richte sie her, die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer! So schaffe ihm der Priester wegen seines Flusses Sühne vor dem Herrn! Lev 15:16 Entgeht einem Mann der Same, so bade er seinen ganzen Leib! Er bleibt bis zum Abend unrein! Lev 15:17 Und jedes Tuch und jedes Lederzeug, an die Samen kommt, werde gewaschen! Bis zum Abend bleibt es unrein. Lev 15:18 Und schläft jemand bei einem Weibe, daß Samenfluß erfolgt, so müssen sie sich baden und sind bis zum Abend unrein. Lev 15:19 Wird ein Weib durch seines Leibes Blutfluß flüssig, so haftet sieben Tage an ihr die Unreinheit. Wer sie berührt, wird bis zum Abend unrein. Lev 15:20 Alles, worauf sie während ihrer Unreinheit liegt, und alles, worauf sie sitzt, wird unrein. Lev 15:21 Wer ihr Lager anrührt, der soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:22 Wer irgendein Gerät berührt, auf dem sie saß, der soll seine Kleider waschen; dann bade er sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:23 Wer auf dem Lager oder dem Gerät, auf dem sie saß, etwas berührt, wird bis zum Abend unrein. Lev 15:24 Wenn einer bei ihr liegt, kommt er in ihre Unreinheit und bleibt sieben Tage unrein. Das ganze Lager, auf dem er liegt, wird unrein. Lev 15:25 Fließt eines Weibes Blutfluß viele Tage außer der Zeit ihrer gewöhnlichen Unreinheit, oder wenn sie über ihre Unreinheit hinaus noch flüssig bleibt, so gelten alle Tage des Flusses ihrer Unreinheit als Tage ihrer Unreinheit. Sie ist unrein. Lev 15:26 Das ganze Lager, auf dem sie alle Tage ihres Flusses sitzt, gelte ihr wie das Lager ihrer gewöhnlichen Unreinheit, und alles Gerät, auf dem sie sitzt, wird unrein, wie bei ihrer gewöhnlichen Unreinheit. Lev 15:27 Und unrein wird jeder, der diese Dinge berührt. Er wasche seine Kleider und bade sich! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 15:28 Ist sie aber von ihrem Flusse rein geworden, so zähle sie noch sieben Tage! Dann ist sie rein. Lev 15:29 Am achten Tage soll sie zwei Turtel- oder junge Tauben nehmen; dann bringe sie diese zum Priester an des Festgezeltes Pforte! Lev 15:30 Der Priester richte die eine als Sündopfer her, die andere als Brandopfer! Und so verschaffe der Priester ihr vor dem Herrn Sühne, des Flusses wegen, der sie unrein machte! Lev 15:31 Ihr sollt die Söhne Israels ob ihrer Unreinheit verwarnen, auf daß sie nicht durch ihre Unreinheit sterben, indem sie meine Wohnung in ihrer Mitte unrein machen! Lev 15:32 Das ist das Gesetz über den Flüssigen und den, dem der Same entgeht, wodurch er unrein wird, Lev 15:33 und über die, die an ihrer Unreinigkeit leidet, und über den, der seinen Fluß hat, über Männer wie über Weiber, und über den, der bei einer Unreinen liegt.'" Lev 16:1 Und der Herr redete zu Moses nach dem Tode der beiden Aaronssöhne, als sie dem Herrn zu nahe traten und sterben mußten. Lev 16:2 Der Herr sprach zu Moses: "Sag deinem Bruder Aaron, er dürfe nicht zu jeder Zeit ins Heiligtum und hinter den Vorhang vor der Lade Deckplatte kommen, sonst müsse er sterben! Denn in der Wolke erscheine ich über der Deckplatte. Lev 16:3 Nur so soll Aaron ins Heiligtum kommen, daß er einen jungen Stier als Sündopfer darbringt und einen Widder als Brandopfer! Lev 16:4 Er soll einen heiligen Linnenleibrock anziehen! Über seinem Fleisch sollen linnene Beinkleider sein! Er soll sich mit einem Linnengürtel gürten und einen Linnenkopfbund umbinden! Dies sind heilige Gewänder. Darum wasche er sein Fleisch! Dann ziehe er sie an! Lev 16:5 Und von der israelitischen Gemeinschaft soll er zwei Ziegenböcke zum Sündopfer nehmen und einen Widder zum Brandopfer! Lev 16:6 Alsdann hole Aaron seinen Sündopferfarren und schaffe so sich und seinem Hause Sühne! Lev 16:7 Dann nehme er die beiden Böcke und stelle sie an des Festgezeltes Tür vor den Herrn! Lev 16:8 Und Aaron lege die Lose auf die beiden Böcke! Ein Los gelte für den Herrn, ein Los für Azazel! Lev 16:9 Dann nehme Aaron jenen Bock, auf den das Los gefallen 'Für den Herrn', und bereite ihn als Sündopfer! Lev 16:10 Den Bock, auf den das Los gefallen 'Für Azazel', soll er lebend vor den Herrn stellen, um an ihm die Sühne zu vollziehen und ihn dem Azazel in die Wüste zuzuschicken! Lev 16:11 Aaron bringe seinen Sündopferfarren her und schaffe sich und seinem Hause Sühne! Er schlachte seinen Sündopferfarren! Lev 16:12 Dann nehme er die Pfanne voller Feuerkohlen vom Altare vor dem Herrn weg und zwei Hände feines, würziges Räucherwerk und bringe es hinter jenen Vorhang! Lev 16:13 Dann tue er das Räucherwerk aufs Feuer vor dem Herrn und hülle mit der Räucherwerkwolke die Deckplatte auf dem Zeugnis ein, daß er nicht sterbe! Lev 16:14 Dann nehme er vom Farrenblut und sprenge es mit seinem Finger an die Vorderseite der Deckplatte! Vor die Deckplatte soll er siebenmal von dem Blute mit seinem Finger sprengen! Lev 16:15 Dann schlachte er des Volkes Sündopferbock und bringe sein Blut hinter jenen Vorhang und tue mit seinem Blute so wie mit dem Farrenblut und sprenge es auf die Deckplatte und vor sie hin! Lev 16:16 So entsündige er das Heiligtum, wegen der Unreinheiten der Söhne Israels und wegen ihrer Frevel bei all ihren Sünden. So soll er mit dem Festgezelte dessen tun, der bei ihnen wohnt inmitten ihrer Unreinheit! Lev 16:17 Im Festgezelt darf aber niemand sein, wenn er kommt, im Heiligtum die Sühnebräuche zu tun, bis zu seinem Austritt. So schaffe er sich und seinem Hause und der Gesamtgemeinde Israels Sühne! Lev 16:18 Dann gehe er hinaus zum Altar, der vor dem Herrn ist, und entsündige ihn! Er nehme vom Farrenblut und vom Bocksblut und bringe dieses an die Altarhörner ringsum! Lev 16:19 Er sprenge auf ihn vom Blute mit seinem Finger siebenmal! So reinige und heilige er ihn von den Unreinheiten der Söhne Israels. Lev 16:20 Und hat er die Entsündigung des Heiligtums, des Festgezeltes und des Altares vollendet, dann bringe er den lebenden Bock herbei! Lev 16:21 Und Aaron lege seine beiden Hände auf den Kopf des lebenden Bockes und bekenne über ihm die Schuld all der Söhne Israels und alle ihre Frevel bei all ihren Sünden und lege sie auf den Kopf des Bockes und lasse ihn durch einen blöden Menschen in die Wüste führen! Lev 16:22 So trage der Bock auf sich all ihre Schuld in eine abgelegene Gegend fort! In die Wüste treibe er den Bock hinaus! Lev 16:23 Aaron aber komme wieder zum Festgezelt! Hernach ziehe er die Linnenkleider aus, die er sich angelegt, als er das Heiligtum betreten, und lege sie dort nieder! Lev 16:24 Dann wasche er an heiligem Ort sein Fleisch mit Wasser, ziehe seine Kleider an, gehe hinaus und richte sein und des Volkes Brandopfer her! So schaffe er sich und dem Volke Sühne! Lev 16:25 Des Sündopfers Fett soll er auf dem Altar aufdampfen lassen! Lev 16:26 Wer aber den Bock zu Azazel hinausschafft, soll seine Kleider waschen; dann bade er sein Fleisch in Wasser! Dann darf er ins Lager kommen. Lev 16:27 Den Sündopferfarren und den Sündopferbock, deren Blut man hineinbrachte, um im Heiligtum die Sühnebräuche zu tun, soll man vor das Lager bringen, und hier verbrenne man ihre Haut, ihr Fleisch und ihren Mist! Lev 16:28 Wer sie verbrennt, soll seine Kleider waschen; dann bade er sein Fleisch in Wasser! Alsdann darf er ins Lager kommen. Lev 16:29 So sei es euch zu ewiger Satzung: Am zehnten Tag des siebten Monats sollt ihr euch kasteien und keine Arbeit tun, weder der Eingeborene noch der Fremdling, der bei euch weilt! Lev 16:30 Denn an diesem Tage schafft man euch zu eurer Reinigung Sühne. Von all euren Sünden sollt ihr euch vor dem Herrn reinigen! Lev 16:31 Ein Tag völliger Ruhe sei es für euch, und kasteit euch kraft ewiger Satzung! Lev 16:32 Und die Entsündigung vollziehe der Priester, der gesalbt und eingekleidet ward, um Priesterdienst an seines Vaters Statt zu tun! Er lege die linnenen Gewänder an, die Kleider für das Allerheiligste! Lev 16:33 Und er entsündige das Allerheiligste, das Festgezelt und den Altar! So soll er den Priestern und der ganzen Volksgemeinde Sühne schaffen! Lev 16:34 Dies sei euch ewige Satzung, daß man den Söhnen Israels von allen ihren Sünden einmal im Jahre Sühne schaffe!" Und er tat, wie der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 17:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 17:2 "Rede mit Aaron, seinen Söhnen und mit allen Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Dies ist es, was der Herr gebietet: Lev 17:3 Jeder vom Hause Israel, der ein Rind, ein Lamm oder eine Ziege im Lager schlachtet oder außerhalb des Lagers schlachtet Lev 17:4 und sie nicht an des Festgezeltes Pforte bringt, um vor des Herrn Wohnung sie dem Herrn als Opfergabe darzubringen, dem werde es als Blutschuld angerechnet, hat er doch Blut vergossen! Dieser Mann werde aus seinem Volke gestrichen, Lev 17:5 auf daß die Israeliten ihre Schlachtopfer, die sie auf freiem Feld schlachteten, zum Priester an des Festgezeltes Pforte dem Herrn bringen und sie als Dankopfer dem Herrn schlachten! Lev 17:6 Der Priester besprenge mit dem Blut den Altar an des Festgezeltes Pforte und lasse das Fett aufdampfen zu süßem Duft für den Herrn! Lev 17:7 Sie sollen aber ihre Schlachtopfer nicht mehr den Bocksgestalten opfern, denen sie nachhuren! Dies sei ihnen ewige Satzung in ihren Geschlechtern.' Lev 17:8 Und du sollst ihnen sagen: 'Wer vom Hause Israel und von den Fremden, die in seiner Mitte weilen, Brand- oder Schlachtopfer darbringt Lev 17:9 und es nicht vor des Festgezeltes Pforte bringt, es für den Herrn zu bereiten, ein solcher werde aus seinem Volke gestrichen! Lev 17:10 Und gegen jeden vom Hause Israel und von den Fremdlingen bei ihnen, der irgend Blut genießt, will ich mein Antlitz richten und ihn aus seinem Volke streichen! Lev 17:11 Des Fleisches Leben ist im Blute. Für den Altar habe ich es euch gegeben, um euch selbst Sühne zu schaffen. Denn Blut schafft Sühne durch das Leben. Lev 17:12 Darum sage ich zu den Söhnen Israels: Von euch darf niemand Blut genießen, auch nicht der Fremde unter euch. Lev 17:13 Und jeder Israelit und jeder ihrer Fremdlinge, der sich ein Wild erlegt oder eßbares Geflügel, lasse sein Blut auslaufen und bedecke es mit Erde! Lev 17:14 Denn jedes Fleisches Leben ist sein Blut kraft seines Lebensodems. Darum sage ich zu den Söhnen Israels: Von keinem Fleische dürft ihr das Blut genießen. Denn jedes Fleisches Leben ist sein Blut. Jeder werde ausgestrichen, der es genießt! Lev 17:15 Und jegliche Person, die Gefallenes oder Zerrissenes ißt, Eingeborener oder Fremdling, wasche ihre Kleider und bade sich in Wasser! Er bleibt bis zum Abend unrein. Lev 17:16 Wäscht er nicht und badet er nicht seinen Leib, dann zieht er sich Schuld zu.'" Lev 18:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 18:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Ich, der Herr, bin euer Gott! Lev 18:3 Ihr sollt nicht nach dem Treiben des Ägypterlandes tun, in dem ihr gesessen, und nicht nach dem Treiben des Landes Kanaan, in das ich euch bringe! Ihr sollt nicht nach ihren Satzungen wandeln. Lev 18:4 Meine Satzungen sollt ihr befolgen und meine Vorschriften halten, danach zu wandeln! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 18:5 Wahret meine Vorschriften und Satzungen! Wer sie tut, wird durch sie leben. Ich bin der Herr. Lev 18:6 Niemand soll sich seinen nächsten Blutsverwandten nahen, die Blöße zu enthüllen! Lev 18:7 Die Blöße deines Vaters und deiner Mutter darfst du nicht enthüllen. Deine Mutter ist es. Du darfst nicht ihre Blöße enthüllen. Lev 18:8 Die Blöße deines Vaterweibes darfst du nicht enthüllen. Deines Vaters Blöße ist es. Lev 18:9 Die Blöße deiner Schwester, deines Vaters Tochter oder deiner Mutter Tochter, daheim geboren oder auswärts, darfst du nicht enthüllen. Lev 18:10 Die Blöße deiner Sohnestochter oder deiner Tochtertochter darfst du nicht enthüllen. Sie sind deine Blöße. Lev 18:11 Die Blöße der Tochter eines Weibes deines Vaters, als deinem Vater geboren, darfst du nicht enthüllen. Sie ist deine Schwester. Lev 18:12 Die Blöße der Schwester deines Vaters darfst du nicht enthüllen. Sie ist deines Vaters Leib. Lev 18:13 Die Blöße der Schwester deiner Mutter darfst du nicht enthüllen. Sie ist deiner Mutter Leib. Lev 18:14 Die Blöße deines Vaterbruders darfst du nicht enthüllen, noch nahe dich seinem Weib! Sie ist deine Tante. Lev 18:15 Die Blöße deiner Schwiegertochter darfst du nicht enthüllen. Sie ist deines Sohnes Weib. Lev 18:16 Die Blöße deines Brudersweibes darfst du nicht enthüllen. Sie ist deines Bruders Blöße. Lev 18:17 Die Blöße eines Weibes und seiner Tochter darfst du nicht enthüllen. Die Tochter ihres Sohnes und die Tochter ihrer Tochter darfst du nicht nehmen, ihre Blöße zu enthüllen. Sie sind nächste Blutsverwandte. Unzucht ist es. Lev 18:18 Du darfst nicht ein Weib zu seiner Schwester hinzunehmen als Nebenweib, um neben ihm zu seinen Lebzeiten ihre Blöße zu enthüllen. Lev 18:19 Du darfst dich nicht einem Weib zur Zeit der Unreinheit nahen, ihre Scham zu enthüllen. Lev 18:20 Mit dem Weibe eines anderen aus deinem Volke darfst du keinen Beischlaf haben, auf daß du dich dadurch nicht unrein machst. Lev 18:21 Von deinen Nachkommen darfst du keinen hergeben zur Weihe an den Moloch. Du darfst nicht Gottes Namen entweihen. Ich bin der Herr. Lev 18:22 Einem Manne darfst du nicht beiliegen wie einem Weibe. Ein Greuel ist es. Lev 18:23 Du darfst dich nicht fleischlich mit einem Tiere vermischen, dich dadurch unrein zu machen. Nicht darf sich ein Weib vor ein Tier hinstellen, sich zu paaren. Schwere Schandtat ist es. Lev 18:24 Versündigt euch nicht durch derartiges! Denn durch all das haben sich die Heiden versündigt, die ich vor euch vertreibe. Lev 18:25 Das Land ward unrein, und ich suchte seine Missetaten an ihm heim. Und das Land spie seine Einwohner darum aus. Lev 18:26 So haltet meine Vorschriften und Satzungen! Ihr dürft nichts von all diesen Greueln tun, weder Eingeborene noch Fremde, die bei euch weilen. Lev 18:27 Denn alle diese Greuel haben im Lande die Leute getan, die vor euch waren, und das Land ward dadurch unrein. Lev 18:28 Daß nicht das Land euch ausspeie, wenn ihr es verunreinigt, wie es das Volk ausgespieen hat, das vor euch war! Lev 18:29 Wer einen dieser Greuel tut, ausgestrichen müssen aus dem Volke Leute werden, die solches tun. Lev 18:30 So folgt meiner Anordnung, daß ihr keine dieser Greuelsitten, die vor euch getan worden sind, übet und euch dadurch unrein machet! Ich, der Herr, bin ja euer Gott.'" Lev 19:1 Und der Herr redete mit Moses also: Lev 19:2 "Rede mit der ganzen Gemeinschaft der Söhne Israels und sprich zu ihr: 'Seid heilig! Denn heilig bin ich, der Herr, euer Gott. Lev 19:3 Ihr sollt jeder seine Mutter und seinen Vater fürchten und meine Ruhetage beobachten. Ich, der Herr, bin euer Gott! Lev 19:4 Wendet euch nicht den Götzen zu! Ihr sollt euch keine gegossenen Götter machen! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:5 Und schlachtet ihr dem Herrn ein Dankopfer, so sollt ihr es zu eurer Begnadigung opfern! Lev 19:6 Am Tage, da ihr es darbringt, und am Tage darauf muß es gegessen werden. Was bis zum dritten Tage übrigbleibt, soll verbrannt werden! Lev 19:7 Würde es am dritten Tage gegessen, so wäre es Verdorbenes, das nicht zu Gnaden geachtet wird. Lev 19:8 Wer es genießt, lädt Schuld auf sich. Denn er entheiligt das dem Herrn Geweihte. Aus seinem Volke werde diese Seele gestrichen! Lev 19:9 Wenn ihr euer Land aberntet, dann darfst du dein Feld nicht bis zum letzten Rande abernten. Du sollst nicht nach deiner Ernte Nachlese halten! Lev 19:10 Auch deinen Weinberg sollst du nicht nachlesen! Du sollst in deinem Weinberge nicht die zerstreuten Beeren auflesen! Du sollst sie dem Armen und dem Fremdling überlassen! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:11 Ihr sollt nicht stehlen! Ihr sollt nicht hehlen! Ihr sollt einander nicht betrügen. Lev 19:12 Ihr sollt nicht bei meinem Namen falsch schwören, daß du den Namen deines Gottes entweihest! Ich bin der Herr. Lev 19:13 Du sollst nicht deinen Nächsten drücken! Du sollst nicht rauben! Nicht soll bei dir des Lohnarbeiters Lohn bis zum Morgen nächtigen! Lev 19:14 Du sollst nicht einem Tauben fluchen! Du sollst nicht vor den Blinden einen Anstoß legen! Fürchte dich vor deinem Gott! Ich bin der Herr. Lev 19:15 Ihr sollt keine Verdrehung beim Rechtsprechen machen! Du sollst nicht den Niederen abweisen! Du sollst nicht auf einen Großen Rücksicht nehmen! Du sollst deinen Nächsten recht richten! Lev 19:16 Du sollst nicht als Ohrenbläser beim Volk umhergehen! Du sollst nicht dem Blute deines Nächsten nachstellen! Ich bin der Herr. Lev 19:17 Du sollst nicht deinen Bruder in deinem Herzen hassen! Mit Freimut sollst du den Angehörigen deines Volkes zurechtweisen und nicht seinetwegen Schuld auf dich laden! Lev 19:18 Du sollst nicht rachgierig sein und nicht deines Volkes Söhnen grollen! Liebe deinen Nächsten wie einen deinesgleichen! Ich bin der Herr. Lev 19:19 Ihr sollt meine Satzungen beobachten! Du sollst nicht zweiartig dein Vieh paaren! Du sollst nicht zweiartig dein Feld besäen! Nicht soll an dich ein Kleid, zweiartig gewebt, kommen! Lev 19:20 Wohnt ein Mann einem Weibe bei und sie ist als Sklavin mit einem anderen Manne verbunden, ist aber noch nicht losgekauft oder noch nicht freigelassen, so soll man eine Unterscheidung machen! Sie soll nicht den Tod erleiden, weil sie keine Freigelassene war. Lev 19:21 Er aber bringe dem Herrn als Buße an des Festgezeltes Pforte zum Schuldopfer einen Widder! Lev 19:22 Der Priester schaffe ihm vor dem Herrn durch den Schuldopferwidder Sühne wegen seiner Sünde, die er getan, und suche ihm Verzeihung zu erwirken von seiner Sünde, die er tat! Lev 19:23 Kommt ihr in das Land, dann pflanzt allerlei Fruchtbäume, aber scheuet das, was daran zu scheuen ist, ihre Frucht! Drei Jahre sollt ihr sie scheuen! Sie darf nicht gegessen werden! Lev 19:24 Im vierten Jahre sei all ihre Frucht heilig, dem Herrn geweiht! Lev 19:25 Im fünften Jahr dürft ihr ihre Früchte genießen, daß ihre Ernte euer Gut mehre. Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:26 Ihr sollt nichts mit Blut essen! Ihr sollt nicht wahrsagen! Ihr sollt nicht zaubern! Lev 19:27 Ihr sollt nicht eures Haupthaares Ecken runden! Du sollst nicht deines Bartes Ecken verderben! Lev 19:28 Ihr sollt euch nicht wegen einer Leiche an eurem Leibe ritzen. Ihr sollt keine Schriftzeichen euch einätzen! Ich bin der Herr. Lev 19:29 Entweihe deine Tochter nicht, daß du sie zur Unzucht führst, auf daß nicht das Land unzüchtig werde und sich das Land mit grober Unzucht fülle! Lev 19:30 Ihr sollt meine Ruhetage halten! Ihr sollt vor meinem Heiligtum Ehrfurcht haben! Ich bin der Herr. Lev 19:31 Wendet euch nicht an die Totengeister! Befragt nicht die Wahrsagegeister, daß ihr dadurch unrein würdet! Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:32 Vor einem grauen Haupte sollst du aufstehen! Ehre die Person des Greises! Fürchte dich vor deinem Gott! Ich bin der Herr. Lev 19:33 Weilt in eurem Lande bei euch ein Fremder, dann dürft ihr ihn nicht drücken. Lev 19:34 Der Fremdling soll euch sein wie ein Eingeborener aus euch! Liebe ihn wie deinesgleichen! Ihr seid Fremdlinge im Lande Ägypten gewesen. Ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 19:35 Ihr sollt keine Verdrehung beim Rechtsprechen, beim Längenmaß, Gewicht und Gefäß machen! Lev 19:36 Richtige Waage, richtige Gewichtsteine, richtiger Scheffel und richtige Kanne sollen bei euch sein! Ich, der Herr, bin euer Gott, der euch aus Ägypterland geführt hat. Lev 19:37 So beachtet alle Vorschriften und Satzungen und erfüllet sie, bin ich doch der Herr!'" Lev 20:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 20:2 "Sprich zu den Söhnen Israels: Wer aus den Söhnen Israels und aus den Fremdlingen in Israel von seinen Kindern eines dem Moloch gibt, soll den Tod erleiden! Das Volk des Landes soll ihn steinigen! Lev 20:3 Ich selber richte mein Antlitz wider diesen Mann und streiche ihn aus seinem Volke, weil er von seinen Kindern eines dem Moloch gibt und so mein Heiligtum unrein macht und meinen heiligen Namen entweiht. Lev 20:4 Und wollte vor einem solchen Manne das Volk des Landes seine Augen schließen, wenn er von seinen Kindern eines dem Moloch gibt, und wollten sie ihn nicht töten, Lev 20:5 dann richte ich mein Antlitz gegen einen solchen Mann und seine Sippe. Ich streiche ihn aus seinem Volke, ihn samt allen, die ihm in Unzucht mit dem Moloch nachfolgen. Lev 20:6 Und gegen die Person, die sich an Toten- und an Wahrsagegeister wendet, ihnen nachzuhuren, richte ich mein Angesicht und streiche sie aus ihrem Volke. Lev 20:7 Zeigt euch als heilig, daß ihr heilig werdet! Ich bin der Herr, euer Gott. Lev 20:8 Beachtet und befolget meine Satzungen! Ich bin der, der euch heiligt, ich, der Herr. Lev 20:9 Wer Vater und Mutter grob beleidigt, soll den Tod erleiden! Weil er Vater und Mutter grob beleidigt, bleibt seine Blutschuld auf ihm. Lev 20:10 Buhlt ein Mann mit eines anderen Mannes Weib, buhlt ein Mann mit seines Nächsten Weib, so leide der Ehebrecher und die Ehebrecherin den Tod! Lev 20:11 Liegt jemand bei dem Weibe seines Vaters, hat er des Vaters Blöße enthüllt, so sollen beide den Tod leiden, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen. Lev 20:12 Liegt jemand bei der eigenen Schwiegertochter, so sollen beide den Tod leiden. Sie haben eine schwere Schandtat ausgeübt, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen. Lev 20:13 Liegt jemand bei einem Manne, wie man bei einem Weibe liegt, so haben beide eine Greueltat getan. Den Tod sollen sie leiden, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen! Lev 20:14 Nimmt jemand ein Weib und ihre Mutter dazu, so ist dies grobe Unzucht. Man soll ihn und sie verbrennen, auf daß nicht Unzucht unter euch im Schwange seil Lev 20:15 Wer sich mit einem Tiere vermischt, soll den Tod leiden! Auch das Tier sollt ihr umbringen! Lev 20:16 Naht sich ein Weib einem Tiere, sich mit ihm zu paaren, so töte Weib und Tier! Den Tod sollen sie leiden, und ihre Blutschuld bleibt bei ihnen! Lev 20:17 Nimmt jemand seines Vaters Tochter oder seiner Mutter Tochter, seine Schwester, und schaut er ihre Blöße und sie schaut seine Blöße, so ist dies Verruchtheit. Sie sollen angesichts ihres Volkes ausgestrichen werden, hat er doch die Blöße seiner Schwester enthüllt; er lädt Schuld auf sich. Lev 20:18 Liegt jemand bei einem Weibe in ihrem Unwohlsein und enthüllt er ihre Blöße und deckt er ihren Quell auf und enthüllt sie den Quell ihrer Blutungen, so sollen beide aus ihrem Volke gestrichen werden! Lev 20:19 Enthülle nicht die Blöße deiner Mutterschwester noch der Vaterschwester! Wer seine eigenen Verwandten entblößt, ihre Schuld sollen sie büßen. Lev 20:20 Liegt jemand bei der Tante, so hat er seines Oheims Blöße enthüllt. Sie laden ihre Schuld auf sich. Kinderlos werden sie sterben. Lev 20:21 Nimmt jemand seines Bruders Weib, so ist es Blutschande. Er hat seines Bruders Blöße enthüllt. Kinderlos werden sie bleiben. Lev 20:22 Haltet alle meine Vorschriften und Satzungen! Tut sie, daß euch das Land nicht ausspeie, in das ich euch bringe, darin zu siedeln! Lev 20:23 Ihr sollt nicht nach den Satzungen der Heiden wandeln, die ich vor euch vertreibe! Denn all das haben sie getan, daß es mich vor ihnen ekelte. Lev 20:24 Ich sprach zu euch: Ihr sollt ihr Land zu eigen haben. Ich gebe es euch zum Besitz, ein Land, von Milch und Honig fließend. Ich, der Herr, bin euer Gott, der euch von den anderen Völkern gesondert hat. Lev 20:25 So scheidet zwischen reinem und unreinem Vieh, reinem und unreinem Geflügel! Ihr sollt euch selbst nicht abscheulich machen durch das Vieh, das Geflügel oder durch das, was auf dem Boden kriecht und was ich für euch als unrein ausgesondert habe! Lev 20:26 Seid mir heilig! Denn ich, der Herr, bin heilig. Ich sondere euch von den Völkern, daß ihr mein seiet. Lev 20:27 Ist in einem Mann oder Weib ein Toten- oder Wahrsagegeist, so sollen sie den Tod leiden! Man soll sie steinigen! Ihre Blutschuld bleibt bei ihnen.'" Lev 21:1 Und der Herr sprach zu Moses: "Sprich zu den Priestern, zu den Söhnen Aarons, sage ihnen: 'An keiner Leiche aus seiner Verwandtschaft darf er sich unrein machen. Lev 21:2 Nur an den nächsten Blutsverwandten, an seiner Mutter, seinem Vater, seinem Sohn, seiner Tochter, seinem Bruder Lev 21:3 und an seiner jungfräulichen Schwester, die ihm nahesteht und die noch keines Mannes ist, darf er sich unrein machen. Lev 21:4 Er darf sich nicht als Gatte an seinen anderen Verwandten unrein machen. Lev 21:5 Sie sollen auf ihrem Kopf keine Glatze machen, nicht ihres Bartes Rand scheren und in ihr Fleisch keine Einschnitte machen. Lev 21:6 Heilig seien sie ihrem Gott und sie sollen ihres Gottes Namen nicht entweihen! Sie bringen ja die Mähler für den Herrn, die Speise ihres Gottes, dar. Deswegen seien sie heilig! Lev 21:7 Sie dürfen keine Dirne noch eine Vergewaltigte heiraten, noch ein von seinem Manne verstoßenes Weib. Denn heilig ist er seinem Gott. Lev 21:8 Heilig halte ihn! Er bringt deines Gottes Speise dar. Heilig sei er dir! Denn heilig bin ich, der Herr, der euch heiligt. Lev 21:9 Entweiht sich eine Priestertochter durch Hurerei, so entweiht sie ihren Vater. Im Feuer werde sie verbrannt! Lev 21:10 Der Hohepriester unter seinen Brüdern, auf dessen Haupt das Salböl ausgegossen und der eingekleidet ward durch Anlegen der Gewänder, lasse nie sein Haupthaar offen fliegen! Nicht soll er seine Kleider zerreißen! Lev 21:11 Er soll zu keiner Leiche gehen! Selbst nicht des Vaters oder der Mutter wegen darf er sich unrein machen. Lev 21:12 Er soll nicht aus dem Heiligtum gehen und nicht seines Gottes Heiligtum entweihen! Die Weihe durch seines Gottes Ölsalbung ruht auf ihm. Ich bin der Herr. Lev 21:13 Er soll eine Jungfrau heiraten! Lev 21:14 Er soll keine Witwe nehmen, noch Verstoßene, noch Vergewaltigte, noch Dirne, sondern eine Jungfrau aus der Verwandtschaft, Lev 21:15 daß er nicht durch seine Verwandten seinen Stamm entweihe! Denn ich, der Herr, bin es, der ihn heiligt.'" Lev 21:16 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 21:17 "Sprich so zu Aaron: 'Hat einer aus deinem Stamme ein Gebrest, dann darf er nicht herantreten, Speise seinem Gott darzubringen. Lev 21:18 Denn niemand darf herantreten, der ein Gebrest hat, kein Blinder oder Lahmer oder Entstellter oder Überlanger, Lev 21:19 oder wer einen Beinbruch hat oder einen Armbruch, Lev 21:20 oder ein Buckliger oder ein Zwerg oder ein Fleckäugiger oder ein Krätziger oder ein Grindiger oder einer mit zerriebenen Hoden. Lev 21:21 Kein Mann, der ein Gebrest hat, vom Stamm des Priesters Aaron darf herantreten, die Mähler für den Herrn darzubringen. Hat er ein Gebrest, dann darf er nicht herantreten, die Speise seines Gottes darzubringen. Lev 21:22 Die Speise seines Gottes, von den hochheiligen und selbstverständlich von den heiligen Gaben, darf er essen. Lev 21:23 Nur soll er nicht zum Vorhang kommen und sich nicht dem Altare nähern, weil er ein Gebrest hat! Sonst entweiht er meine Heiligtümer. Denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt.'" Lev 21:24 Und Moses redete so zu Aaron und seinen Söhnen und zu allen Söhnen Israels. Lev 22:1 Und der Herr redete zu Moses also.- Lev 22:2 "Sag dem Aaron und seinen Söhnen, sie sollen wegen der heiligen Gaben der Israeliten enthaltsam sein, auf daß sie meinen heiligen Namen nicht entweihen, wenn sie mir, dem Herrn, Gaben weihen! Lev 22:3 Sprich zu ihnen: 'Für eure Geschlechter! Wer von all euren Nachkommen je den heiligen Gaben naht, die dem Herrn die Israeliten weihen, solange an ihm Unreinheit ist, diese Person werde vor meinem Angesichte weggestrichen! Ich bin der Herr. Lev 22:4 Wer von dem Aaronsstamm aussätzig oder flüssig ist, soll nichts von den heiligen Gaben essen, bis er wieder rein ist! Wer einen, der durch eine Leiche unrein ward, berührt, oder wem der Same entgeht, Lev 22:5 wer ein Gewürm berührt, wodurch man unrein wird, oder einen Menschen, an dem man unrein wird durch irgendeine Unreinheit an ihm, Lev 22:6 diese Person, die das berührt, sei bis zum Abend unrein! Sie soll nichts von heiligen Gaben essen, bevor sie ihren Leib gebadet hat! Lev 22:7 Sobald die Sonne untergeht, ist er rein. Hernach mag er von heiligen Gaben essen. Denn das ist sein Brot. Lev 22:8 Gefallenes und Zerrissenes darf er nicht essen, daß er nicht dadurch unrein werde. Ich bin der Herr. Lev 22:9 Sie sollen meine Vorschrift befolgen, daß sie nicht deswegen Sünde auf sich laden; sie würden sterben, wenn sie es entweihen. Ich bin es, der Herr, der sie heiligt. Lev 22:10 Kein Unbefugter darf Heiliges genießen. Der Beisaß des Priesters und der Lohndiener dürfen nichts Heiliges essen. Lev 22:11 Erwirbt ein Priester für Geld einen Sklaven, so darf er mitessen, ebenso ein Hausgeborener. Sie dürfen von seiner Speise essen. Lev 22:12 Aber eine Priestertochter, die einen Nichtpriester geheiratet hat, darf von der Weihegabe der heiligen Gaben nichts genießen. Lev 22:13 Dagegen eine Priestertochter, die Witwe ist oder verstoßen und kinderlos und wieder in ihr Vaterhaus zurückkehrt, wie in der ledigen Zeit, darf von der Speise ihres Vaters essen. Ein Unzugehöriger darf aber nicht davon essen. Lev 22:14 Wenn jemand aus Versehen Geheiligtes ißt, so lege er ein Fünftel des Betrages darauf und gebe es dem Priester samt der heiligen Gabe! Lev 22:15 Sie sollen nicht entweihen der Israeliten heilige Gaben, die sie dem Herrn als Weihegabe darbringen! Lev 22:16 Sonst würden sie ihnen Schuldverfehlungen aufladen, wenn sie ihre heiligen Gaben essen. Denn ich, der Herr, bin es, der sie heiligt.'" Lev 22:17 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 22:18 "Sprich zu Aaron, seinen Söhnen und zu allen Israeliten und sage zu ihnen: 'Bringt vom Hause Israels oder von den Fremdlingen in Israel jemand sein Opfer dar, sei es versprochen oder freiwillig, das er dem Herrn als Brandopfer darbringen will, Lev 22:19 so sei es zu eurer Begnadigung ein fehlerloses männliches Tier von Rindern, Lämmern oder Ziegen! Lev 22:20 Was einen Makel an sich hat, dürft ihr nicht darbringen. Es würde euch nicht zur Begnadigung sein. Lev 22:21 Will jemand dem Herrn ein Dankopfer darbringen, als besonderes Opfer für Gelobtes oder als freiwillige Gabe von Rindern oder Schafen, so sei es für die Begnadigung fehlerlos! Keinen Makel darf es an sich haben. Lev 22:22 Was blind ist oder gebrochen oder verstümmelt oder geschwürig oder krätzig oder grindig, das dürft ihr dem Herrn nicht darbringen und nicht als Mahl für den Herrn auf den Altar legen. Lev 22:23 Ein Rind oder ein Schaf, überdeckt oder verkrüppelt, darfst du als freie Gabe herrichten. Aber als Gelübdeopfer wird es nicht angerechnet. Lev 22:24 Zerquetschtes oder Zerstoßenes oder Abgerissenes oder Verschnittenes dürft ihr dem Herrn nicht darbringen. Ihr dürft in eurem Lande solches nicht machen. Lev 22:25 Auch von Ausländern dürft ihr nichts von alledem als Speise eures Gottes darbringen. Ihr Verderb ist an ihnen. Gebrest ist daran. Solches wird euch nicht angerechnet.'" Lev 22:26 Und der Herr redete zu Moses also: Lev 22:27 "Wenn ein Rind, ein Lamm oder ein Zicklein geworfen wird, soll es sieben Tage unter seiner Mutter sein! Vom achten Tage ab und weiterhin kann es als Opfer, als Mahl für den Herrn, angesehen werden. Lev 22:28 Ihr dürft weder Rind noch Schaf an einem Tag mit seinem Jungen schlachten. Lev 22:29 Wollt ihr dem Herrn ein Lobesopfer opfern, so sollt ihr es zu eurer Begnadigung opfern! Lev 22:30 Am selben Tage noch werde es gegessen! Ihr dürft davon nichts bis zum Morgen übriglassen! Ich bin der Herr. Lev 22:31 Beachtet meine Vorschriften! Tut sie! Ich bin der Herr. Lev 22:32 Ihr sollt nicht meinen heiligen Namen entweihen! Ich will geheiligt sein bei den Söhnen Israels. Ich, der Herr, bin es, der euch heiligt, Lev 22:33 der euch aus dem Ägypterland geführt, um euch Gott zu sein. Ich bin der Herr." Lev 23:1 Und der Herr sprach zu Moses also: Lev 23:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Des Herrn Feste, die ihr als heilige Vorlesungstage feiern sollt, dies sind meine Feste: Lev 23:3 Sechs Tage soll Arbeit getan werden. Der siebte aber ist ein Tag unbedingter Ruhe, ein heiliger Vorlesungstag. Da dürft ihr keine Arbeit tun. Ein Ruhetag des Herrn ist er in allen euren Siedlungen. Lev 23:4 Dies sind des Herrn Feste, die heiligen Vorlesungstage, die ihr zu ihrer Zeit begehen sollt. Lev 23:5 Am vierzehnten des ersten Monats gegen Abend ist Passah für den Herrn. Lev 23:6 Am fünfzehnten desselben Monats ist das Fest der ungesäuerten Brote für den Herrn. Ihr sollt sieben Tage ungesäuertes Brot genießen. Lev 23:7 Am ersten Tage habt ihr heilige Vorlesung abzuhalten. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Lev 23:8 Sieben Tage bringet dem Herrn ein Mahl dar! Am siebten Tage ist heilige Vorlesung. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun.'" Lev 23:9 Und der Herr redete zu Moses: Lev 23:10 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Kommt ihr in das Land, das ich euch gebe, und haltet ihr darin die Ernte, so bringt eurer Ernte erste Abhubsgarbe dem Priester! Lev 23:11 Er bringe die Garbe vor den Herrn, euch zur Begnadigung! Am Morgen nach dem Sabbat soll sie der Priester darbringen! Lev 23:12 Bereitet an dem Tage, da ihr die Garbe bringt, für den Herrn ein fehlerloses, noch nicht einjähriges Lamm zum Brandopfer! Lev 23:13 Dazu als Speiseopfer zwei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn, dazu einen vierter Krug Wein als Trankopfer! Lev 23:14 Brot, geröstete, zerstoßene Körner, dürft ihr bis zu eben dem Tage nicht essen, bis ihr für euren Gott die Opfergabe dargebracht. Dies ist ewige Satzung für eure Geschlechter in all euren Siedlungen. Lev 23:15 Dann zählt für euch von dem Tage nach dem Sabbat, vom Tage, wo ihr die Garbe dargebracht, sieben volle Wochen ab! Lev 23:16 Bis zum Tage nach dem siebten Sabbat sollt ihr fünfzig Tage abzählen! Dann bringt dem Herrn ein neues Speiseopfer dar! Lev 23:17 Aus euren Siedlungen sollt ihr zwei Weihebrote aus zwei Zehntel feinem Mehl bringen, mit Sauerteig gebacken, als Erstlingsopfer für den Herrn! Lev 23:18 Und zu dem Brote bringt noch sieben fehlerlose Lämmer, noch nicht ein Jahr alt, einen jungen Stier und zwei Widder! Sie sollen ein Brandopfer dem Herrn sein, nebst ihren Speis- und Trankopfern, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Lev 23:19 Dann bereitet einen Ziegenbock zum Sündopfer sowie zwei Lämmer, nicht ein Jahr alt, zum Dankopfer! Lev 23:20 Der Priester bringe sie mit den Erstlingsbroten vor dem Herrn samt den beiden Lämmern dar! Zu des Priesters Nutzen seien sie dem Herrn geweiht! Lev 23:21 An eben diesem Tage haltet eine Vorlesung ab! Heilige Vorlesung sei es euch! Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit verrichten. Dies ist ewige Satzung in allen euren Siedlungen für eure Geschlechter. Lev 23:22 Und wenn ihr euer Land aberntet, so sollst du dein Feld nicht bis zum Rande abernten und nach deiner Ernte keine Nachlese halten! Dem Armen und dem Fremdling sollst du es lassen! Ich, der Herr, bin euer Gott.'" Lev 23:23 Der Herr redete mit Moses: Lev 23:24 "Sprich also zu den Söhnen Israels: 'Der erste im siebten Monate soll euch ein Ruhetag sein, ein freudiges Gedächtnis, eine heilige Vorlesung! Lev 23:25 Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Dagegen bringt dem Herrn ein Mahl dar!'" Lev 23:26 Und der Herr redete mit Moses: Lev 23:27 "Genau der zehnte Tag desselben siebten Monats ist der Sühnetag. Da sollt ihr eine heilige Vorlesung abhalten und euch kasteien und dem Herrn ein Mahl darbringen! Lev 23:28 Aber keinerlei Arbeit dürft ihr an eben diesem Tage tun. Ein Sühnetag ist es, um euch Sühne zu schaffen vor dem Herrn, eurem Gott. Lev 23:29 Denn alle die Personen, die sich nicht an eben diesem Tage kasteien, sind aus den Reihen ihres Volkes zu streichen. Lev 23:30 Und alle die Personen, die an eben diesem Tag irgendeine Arbeit tun, raffe ich aus ihrem Volke weg. Lev 23:31 Ihr dürft keinerlei Arbeit tun. Dies ist ewige Satzung in allen euren Siedlungen für eure Geschlechter. Lev 23:32 Er sei für euch ein strenger Ruhetag! Kasteiet euch! Am neunten Tage des Monats abends, vom Abend bis zum Abend, sollt ihr Sabbatruhe halten!" Lev 23:33 Und der Herr redete mit Moses: Lev 23:34 "Sprich also zu den Söhnen Israels: Am fünfzehnten desselben siebten Monats feiere man dem Herrn sieben Tage lang das Laubhüttenfest! Lev 23:35 Am ersten Tage ist heilige Vorlesung. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Lev 23:36 Ihr sollt sieben Tage dem Herrn ein Mahl bringen! Am achten Tage haltet heilige Vorlesung ab und bringt dann dem Herrn ein Mahl! Tag der Festversammlung ist es. Ihr dürft keinerlei Dienstarbeit tun. Lev 23:37 Dies sind des Herrn Feste, an denen ihr heiligen Vorlesungen obliegen sollt, dabei dem Herrn ein Mahl darbringend, Brand-, Speise-, Schlacht- und Trankopfer je nach Erfordernis des Tages, Lev 23:38 abgesehen von den Sabbaten des Herrn und euren Gaben, allen euren gelobten Opfern und euren freien Spenden, die ihr dem Herrn geben werdet. Lev 23:39 Genau am fünfzehnten des siebten Monats, wenn ihr des Landes Ernte einheimset, sollt ihr das Fest des Herrn sieben Tage feiern! Ein Ruhetag ist der erste Tag, ebenso der achte. Lev 23:40 Am ersten Tage holt euch Zweige vom Myrtenbaum, Palmfächer und Zweige von Laubbäumen und Bachweiden! Und freut euch vor dem Herrn, eurem Gotte, sieben Tage! Lev 23:41 So feiert es im Jahre sieben Tage als Fest des Herrn, ewiges Gesetz für eure Geschlechter! Im siebten Monat sollt ihr es feiern. Lev 23:42 Sieben Tage sollt ihr in den Lauben wohnen! Jeder Eingeborene in Israel soll in den Lauben wohnen, Lev 23:43 damit eure Geschlechter wissen, daß ich die Söhne Israels in Lauben habe siedeln lassen, als ich sie aus Ägypterland geführt! Ich, der Herr, bin euer Gott." Lev 23:44 Und Moses verkündete die Feste den Söhnen Israels. Lev 24:1 Und der Herr redete mit Moses also: Lev 24:2 "Befiehl den Söhnen Israels, sie sollen dir lauteres Öl aus zerstoßenen Oliven für den Leuchter liefern, um ein stetes Licht zu haben! Lev 24:3 Draußen vor des Zeugnisses Vorhang im Festgezelt mache es Aaron zurecht für die Zeit vom Abend bis zum Morgen vor dem Herrn! Eine ewige Satzung für eure Geschlechter! Lev 24:4 Auf dem reingoldenen Leuchter soll er die Lichter zurechtmachen, ständig vor dem Herrn! Lev 24:5 Nimm feines Mehl und backe daraus zwölf Kuchen! Zwei Zehntel soll auf einen Kuchen kommen! Lev 24:6 Lege sie in zwei Reihen, je sechs für einen Teil, vor dem Herrn auf einen Tisch von reinem Gold! Lev 24:7 Und jedem Teile gib reinen Weihrauch bei, damit er dem Brot als Brandteile diene, ein Mahl für den Herrn! Lev 24:8 Er soll es jedesmal am Sabbat stets vor dem Herrn aufschichten, von den Söhnen Israels aus eine ewige Verpflichtung! Lev 24:9 Es gehöre Aaron und seinen Söhnen! Sie sollen es an heiliger Stätte verzehren! Denn ihm gehört es als Hochheiliges von des Herrn Mählern, ein ewiges Anrecht." Lev 24:10 Da war eines israelitischen Weibes Sohn mit ausgezogen, dessen Vater ein Ägypter war, unter den Israeliten. Nun rauften im Lager der Sohn der Israelitin und ein israelitischer Mann. Lev 24:11 Da schmähte des israelitischen Weibes Sohn den Namen und lästerte. Da brachten sie ihn zu Moses. Seine Mutter aber vom Stamme Dan hieß Selomit, Dibris Tochter. Lev 24:12 Sie führten ihn in den Gewahrsam, bis aus des Herrn Mund ihnen Weisung käme. Lev 24:13 Und der Herr redete mit Moses: Lev 24:14 "Führe den Lästerer vor das Lager! Alle, die es hörten, sollen die Hände auf sein Haupt legen! Dann soll ihn die gesamte Gemeinde steinigen! Lev 24:15 Und zu den Söhnen Israels sprich also: 'Wer seinen Gott lästert, lädt Schuld auf sich. Lev 24:16 Wer aber des Herrn Namen schmäht, leide den Tod! Ihn soll die Gesamtgemeinde steinigen. Sei es Fremdling oder Eingeborener! Weil er den Namen geschmäht, muß er sterben. Lev 24:17 Wer ein Menschenwesen erschlägt, soll den Tod erleiden! Lev 24:18 Wer ein Tierwesen erschlägt, soll es ersetzen! Wesen um Wesen. Lev 24:19 Wenn jemand seinem Nächsten einen Leibesschaden zufügt, dem werde getan, wie er getan! Lev 24:20 Bruch um Bruch! Aug' um Aug'! Zahn um Zahn! Der gleiche Leibesschaden, den er einem anderen zufügt, werde ihm zugefügt! Lev 24:21 Wer ein Stück Vieh erschlägt, soll es ersetzen! Wer einen Menschen erschlägt, soll getötet werden. Lev 24:22 Einerlei Recht sei euch, dem Fremdling wie dem Einheimischen! Ich, der Herr, bin euer Gott.'" Lev 24:23 Und Moses berichtete so den Israeliten. Da führten sie den Lästerer vor das Lager und steinigten ihn. Die Israeliten taten also, wie der Herr dem Moses befohlen hatte. Lev 25:1 Der Herr aber hatte zu Moses auf dem Berge Sinai also gesprochen: Lev 25:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, so halte das Land für den Herrn eine Ruhezeit! Lev 25:3 Sechs Jahre sollst du dein Feld besäen! Sechs Jahre sollst du deinen Weinberg beschneiden, dann heimse seine Ernte! Lev 25:4 Im siebten Jahre aber soll das Land volle Ruhe haben, als Ruhezeit für den Herrn! Du darfst dein Feld nicht besäen, noch deine Weinberge beschneiden! Lev 25:5 Den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht beschneiden! Die Trauben deines unbeschnittenen Weinstocks sollst du nicht lesen. Ein Ruhejahr soll es für das Land sein. Lev 25:6 Während eurer Bodenruhe diene zur Nahrung dir, deinem Knechte, deiner Magd, deinem Lohnarbeiter, deinem Beisaß unter deinem Schutze, Lev 25:7 deinem Vieh und dem Wilde in deinem Lande all sein Ertrag. Lev 25:8 Zähle dir sieben Jahrwochen ab, siebenmal sieben Jahre! So seien dir die Tage der sieben Jahrwochen neunundvierzig Jahre! Lev 25:9 Dann laß im siebten Mond das Lärmhorn erschallen, am zehnten Tage des Monats! Am Sühnetage sollt ihr in eurem Lande das Horn ertönen lassen! Lev 25:10 Heiligt das fünfzigste Jahr und ruft Freiheit im Land für alle seine Insassen aus! Jubeljahr sei es euch! Da kehrt ein jeder zu seinem Besitz und jeder zu seiner Sippe zurück! Lev 25:11 Jubeljahr sei euch das fünfzigste Jahr! Nicht säen dürft ihr noch den Nachwuchs einernten und nicht von unbeschnittenen Traubenstöcken lesen! Lev 25:12 Ein Jubeljahr soll euch heilig sein! Vom Felde weg sollt ihr seinen Ertrag verzehren! Lev 25:13 In diesem Jubeljahr kommt ihr jeder wieder zu seinem Besitz. Lev 25:14 Verkauft ihr etwas einem Angehörigen eures Volkes oder kauft ihr es von einem solchen, so plage keiner den anderen! Lev 25:15 Nach der Zahl der Jahre nach dem Jubeljahr sollst du den Angehörigen deines Volkes abkaufen! Nach der Zahl der Erntejahre soll er dir verkaufen! Lev 25:16 Für eine größere Zahl von Jahren sollst du einen höheren Kaufpreis zahlen und einen kleineren für eine kleinere Zahl von Jahren! Wenn er dir eine Anzahl Ernten verkauft, Lev 25:17 dann sollt ihr nicht einander plagen, einer den anderen Angehörigen seines Volkes! Fürchte dich vor deinem Gott! Denn ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 25:18 Tut meine Vorschriften! Meine Satzungen sollt ihr wahren! Erfüllt sie! Dann wohnet ihr im Lande sicher. Lev 25:19 Und dann gibt das Land seine Frucht. Satt könnt ihr euch essen und sicher darin siedeln. Lev 25:20 Und sprächet ihr: "Was sollen wir im siebten Jahre essen? Wir dürfen ja nicht säen und keinen Vorrat sammeln", Lev 25:21 so entbiete ich im sechsten Jahre meinen Segen für euch, daß es für drei Jahre Ertrag gibt. Lev 25:22 Sät ihr im achten Jahr, so könnt ihr noch Altes vom Ertrag genießen. Bis zum neunten Jahre, bis seine Ernte kommt, könnt ihr Altes essen. Lev 25:23 Nicht soll das Land endgültig verkauft werden! Denn mein ist das Land. Ihr seid nur Gäste und Beisassen bei mir. Lev 25:24 Ihr sollt überall in eurem eigenen Lande Wiedereinlösung für das Land gestatten Lev 25:25 Verarmt dein Bruder und verkauft von seinem Besitz, so gehe sein nächster Verwandter zu ihm als Löser und löse den Verkauf seines Bruders aus! Lev 25:26 Hat jemand keinen Löser, aber ist er zur Wiedereinlösung vermöglich, Lev 25:27 so bringe er die Jahre seit dem Verkauf in Anrechnung! Was darüber ist, erstatte er seinem Käufer, damit er wieder zu seinem Besitz komme! Lev 25:28 Ist er aber zur Rückerstattung unvermögend, dann bleibe sein Verkauf im Besitz des Käufers bis zum Jubeljahr! Im Jubeljahr aber falle es heim, daß er wieder zu seinem Besitz kommt! Lev 25:29 Verkauft jemand in einer ummauerten Stadt ein Wohnhaus, so währe sein Einlösungsrecht bis zum Tage des Jahres seines Verkaufes! Sein Einlösungsrecht soll auf den Tag währen! Lev 25:30 Wird es aber bis zum Ablauf eines vollen Jahres nicht eingelöst, dann verfalle das Haus in der Stadt mit Mauern endgültig seinem Käufer und seinen Nachkommen! Im Jubeljahr fällt es nicht heim. Lev 25:31 Die Häuser in Dörfern ohne Ringmauern sind zum Ackerfelde zu rechnen. Für sie gibt es ein Einlösungsrecht; sie fallen im Jubeljahre heim. Lev 25:32 Bei den Levitenhäusern, bei ihren eigenen Häusern in den Städten, gibt es stets ein Einlösungsrecht. Lev 25:33 Wer von den Leviten nicht einlösen kann, dessen verkauftes Haus falle in der eigenen Stadt im Jubeljahr zurück. Denn der Levitenstädte Häuser sind ihr Eigentum inmitten der Söhne Israels. Lev 25:34 Aber ihrer Städte Weideland darf nicht verkauft werden. Für alle Zeit gehört es ihnen. Lev 25:35 Verarmt dein Bruder, zittert seine Hand neben dir, dann halte ihn fest! Als Gast und Beisasse, so lebe er bei dir! Lev 25:36 Nimm keinen Wucherzins von ihm! Fürchte deinen Gott! Dein Bruder lebe neben dir! Lev 25:37 Du sollst ihm dein Geld nicht gegen Zins geben und nicht um Zinsen deine Speise. Lev 25:38 Ich, der Herr, bin euer Gott, der aus Ägypterland euch geführt, euch das Land von Kanaan zu geben und euch Gott zu sein. Lev 25:39 Verarmt dein Bruder neben dir und verkauft er sich dir, so sollst du ihn keine Sklavendienste tun lassen! Lev 25:40 Er soll bei dir wie ein Lohnarbeiter sein, ein Beisasse! Er soll bei dir bis zum Jubeljahr dienen! Lev 25:41 Dann verlasse er samt seinen Söhnen dich und kehre zu seiner Sippe! Zum Besitz seiner Väter kehre er wieder! Lev 25:42 Sie sind ja meine Knechte, die ich aus Ägypterland geführt. Sie dürfen nicht wie Sklaven verkauft werden. Lev 25:43 Du sollst nicht mit Härte über ihn herrschen! Fürchte dich vor deinem Gott! Lev 25:44 Dein Sklave und deine Sklavin, die dein sind: von den Heidenvölkern rings um euch rnöget ihr Sklaven und Sklavinnen erwerben. Lev 25:45 Auch von den Kindern der Beisassen neben euch möget ihr kaufen sowie aus ihrer Sippe bei euch. Die sie in eurem Land gezeugt, sie mögen euer Besitz werden. Lev 25:46 Vererbet sie nach euch auf eure Söhne als ihren Besitz! Ihr möget sie dauernd zu Sklaven haben. Aber über eure israelitischen Brüder dürft ihr gegenseitig nicht mit Härte walten. Lev 25:47 Kommt bei dir ein Fremder oder Beisaß zu Besitz, dein Bruder aber wird neben ihm arm und verkauft sich einem Beisassen bei dir oder einem Abkömmling aus des Fremdlings Sippe, Lev 25:48 so gibt es nach seinem Verkauf für ihn Auslösung. Einer seiner Brüder soll ihn lösen, Lev 25:49 oder sein Oheim oder seines Oheims Sohn, oder einer seiner nächsten Blutsverwandten seiner Sippe, oder reicht sein Vermögen zu, so löse er sich aus! Lev 25:50 Er rechne mit seinem Käufer die Zeit vom Jahre seines Verkaufs bis zum Jubeljahr! Der Preis seines Verkaufs sei nach der Jahre Zahl! Wie ein Lohnarbeiter soll er eine bestimmte Zeit bei ihm sein! Lev 25:51 Sind es noch viele der Jahre, dann soll er dementsprechend seine Lösungssumme von seinem Kaufgeld erstatten! Lev 25:52 Fehlen aber nur wenige Jahre bis zum Jubeljahr, so berechne er sie ihm! Nach seinen Jahren soll er seine Lösungssumme erstatten! Lev 25:53 Gleich dem, der Jahr für Jahr um Lohn arbeitet, soll er neben ihm sein! Er soll aber nicht mit Härte über ihn walten vor deinen Augen! Lev 25:54 Wird er nicht auf diese Weise ausgelöst, dann gehe er im Jubeljahr samt seinen Söhnen frei aus! Lev 25:55 Denn die Söhne Israels sind mir Knechte. Meine Knechte sind sie, die ich aus dem Ägypterland herausgeführt. Ich, der Herr, bin euer Gott.'" Lev 26:1 "Ihr sollt keine Götzen machen! Ihr sollt euch kein Schnitzbild errichte und kein Steinmal! Ihr sollt keinen Klagestein in eurem Lande setzen, um euch darauf hinzuwerfen! Denn ich, der Herr, bin euer Gott. Lev 26:2 Meine Ruhetage sollt ihr beobachten! Vor meinem Heiligtume sollt ihr Ehrfurcht haben! Ich bin der Herr. Lev 26:3 Wandelt ihr nach meinen Satzungen und haltet ihr meine Vorschriften und tut ihr nach ihnen, Lev 26:4 alsdann gebe ich eure Regen zu ihrer Zeit. Das Land gibt seine Ernte und des Feldes Baum seine Frucht. Lev 26:5 Dann reicht euch die Dreschzeit bis zur Weinlese und die Weinlese bis zur Saatzeit. Ihr eßt bis zum Sattsein euer Brot und sitzt in Sicherheit in eurem Lande. Lev 26:6 Dem Land gebe ich Frieden. Ihr legt euch nieder, und niemand schreckt euch. Böses Getier schaffe ich aus dem Lande. Kein Schwert zieht mehr durch euer Land. Lev 26:7 Verfolgt ihr eure Feinde, dann verfallen sie vor euch dem Schwerte! Lev 26:8 Eurer fünf verfolgen hundert und eurer hundert zehntausend. So verfallen eure Feinde vor euch dem Schwert. Lev 26:9 Ich wende mich euch zu und mehre euch und mache euch zahlreich. Meinen Bund errichte ich mit euch. Lev 26:10 Essen könnt ihr Altes, Gelagertes. Das Alte aber müßt ihr erst hinausschaffen vor dem Neuen. Lev 26:11 Ich nehme meinen Wohnsitz bei euch, und meine Seele wird euch nicht verabscheuen. Lev 26:12 Ich wandle unter euch und bin euch Gott. Ihr aber sollt mir zum Volke sein! Lev 26:13 Ich, der Herr, bin euer Gott, der aus Ägypterland euch geführt, damit ihr nicht länger ihnen Sklaven wäret. Ich zerbrach die Stangen eures Joches und ließ euch aufrecht gehen. Lev 26:14 Hört ihr aber nicht auf mich und tut ihr nicht nach allen den Geboten, Lev 26:15 verwerft ihr meine Vorschriften und verabscheut eure Seele meine Satzungen, daß alle meine Gebote ungetan bleiben, daß ihr meinen Bund brechet, Lev 26:16 dann tu ich Ähnliches an euch. Ich verhänge über euch plötzlich Schwindsucht und Brand, die die Augen vernichten und die Seele verkümmern. Umsonst sät ihr euren Samen. Eure Feinde verzehren ihn. Lev 26:17 Ich kehre mein Antlitz wider euch. Von euren Feinden werdet ihr geschlagen, und eure Hasser unterjochen euch. Ihr flieht, wo keiner euch verfolgt. Lev 26:18 Gehorcht ihr mir auf dies hin nicht, dann züchtige ich euch noch siebenmal härter für eure Sünden. Lev 26:19 Ich breche euren frechen Übermut und lasse euren Himmel wie Eisen werden, euer Ackerfeld wie Erz. Lev 26:20 Umsonst verzehrt sich eure Kraft. Ertraglos bleibt euer Ackerfeld. Des Feldes Bäume geben keine Frucht. Lev 26:21 Und geht ihr dann mit mir noch unschicklich um, und wollt ihr mir nicht gehorchen, dann schlage ich euch nach euren Sünden siebenfach. Lev 26:22 Ich sende gegen euch des Feldes Wild, damit es euch entvölkere und euer Vieh würge und euch mindere, damit eure Straßen veröden. Lev 26:23 Und nehmt ihr dann noch keine Zucht von mir an, Lev 26:24 dann gehe auch ich mit euch unschicklich um und schlage euch siebenfach um eurer Sünde willen. Lev 26:25 Ich bringe über euch ein Schwert, das den Bundesbruch rächt. Bergt ihr euch in euren Städten, dann sende ich unter euch die Pest. In Feindeshände werdet ihr gegeben. Lev 26:26 Zerbreche ich euch des Brotes Stütze, dann können euer Brot zehn Weiber in einem einzigen Ofen backen. Sie werden euch das Brot zuwägen. Dann esset ihr und werdet nicht satt. Lev 26:27 Und hört ihr trotzdem nicht auf mich, und geht ihr mit mir unschicklich um, Lev 26:28 dann gehe auch ich in meinem Grimm mit euch unschicklich um und züchtige euch meinerseits um eurer Sünden willen siebenfach. Lev 26:29 Dann eßt ihr eurer Söhne Fleisch, und eurer Töchter Fleisch werdet ihr essen. Lev 26:30 Und ich verwüste eure Höhen, zerstöre eure Rauchaltäre und werfe auf eure Götzen eure Leichen. So ekelt sich meine Seele vor euch. Lev 26:31 Ich mache zu Trümmern eure Städte und lasse eure Heiligtümer unbewohnt und nicht mehr rieche ich euren süßen Duft. Lev 26:32 Ich verwüste das Land, und eure Feinde entsetzen sich darob, wenn sie in ihm siedeln. Lev 26:33 Euch aber zerstreue ich unter die Heiden und ich zücke hinter euch ein Schwert. Zur Wüste soll euer Land werden, zu Trümmern eure Städte! Lev 26:34 Dann zahlt das Land seine Sabbate mit all der Zeit der Verödung, indessen ihr im Lande eurer Feinde seid. Dann feiert das Land und zahlt so seine Sabbate. Lev 26:35 Ruhe hat es die ganze Zeit der Verödung, die Ruhe, die es nicht gehabt, als ihr bei euren Ruhezeiten darin noch wohntet. Lev 26:36 Die von euch übrigbleiben, mache ich verzagt in ihrer Feinde Länder. Verwehten Blattes Rauschen schlägt sie in die Flucht. Sie fliehen wie auf Schwertes Flucht und stürzen, obwohl sie niemand verfolgt. Lev 26:37 Sie fallen wie vor einem Schwerte, der eine über den anderen, obschon von niemandem verfolgt. Ihr haltet vor euren Feinden nicht stand. Lev 26:38 Und bei den Heiden schwindet ihr, und eurer Feinde Land frißt euch. Lev 26:39 Die von euch übrigbleiben, siechen ob ihrer Sündenschuld in eurer Feinde Ländern hin. Sie siechen obendrein ob ihrer Väter Sünden hin. Lev 26:40 Bekennen sie dann ihre Schuld und die der Väter, in ihrem Trug, mit dem sie mich betrogen, auch daß sie mit mir unschicklich umgegangen Lev 26:41 und daß auch ich mit ihnen unschicklich gehandelt und sie in ihrer Feinde Land verbracht, wenn sich dann ihr unbeschnitten Herze beugt und wenn sie dann ihre Sündenschuld aufzählen, Lev 26:42 dann gedenke ich meines Jakobbundes und meines Isaakbundes und meines Abrahambundes und des Landes gedenke ich. Lev 26:43 Das Land muß aber von ihnen verlassen werden und seine Sabbate abzahlen, indes es wüste liegt und jene fort sind. Sie selber müssen ihre Sündenschuld aufzählen, weil sie meine Satzungen verworfen und meine Vorschriften mißachtet haben. Lev 26:44 Trotzdem verwerfe ich sie nicht, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind, und ich verabscheue sie nicht, so daß ich sie ganz vertilgt und meinen Bund mit ihnen aufgelöst hätte. Ich, der Herr, bin ihr Gott. Lev 26:45 Ich gedenke zu ihrem Besten des Bundes mit den Ahnen, die ich aus Ägypterland vor der Heiden Augen weggeführt, um ihnen Gott zu sein, ich, der Herr." Lev 26:46 Dies sind die Gebote, Satzungen und Lehren, die der Herr zwischen sich und den Söhnen Israels auf dem Berge Sinai durch Moses aufgestellt hat. Lev 27:1 Und der Herr sprach zu Moses: Lev 27:2 "Sprich zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Wenn jemand Personen nach dem Schätzungswert dem Herrn gelobt, Lev 27:3 dann sei Schätzungswert des Männlichen von zwanzig bis zu sechzig Jahren nach heiligem Gewicht fünfzig Silberringe! Lev 27:4 Ist es ein Weibliches, sei der Wert dreißig Ringe! Lev 27:5 Ist es von fünf bis zu zwanzig Jahren, so sei der Wert des Männlichen zwanzig Ringe, der des Weiblichen zehn! Lev 27:6 Ist es von einem Monat bis zu fünf Jahren, so sei der Wert des Männlichen fünf Silberringe, der des Weiblichen drei Silberringe! Lev 27:7 Ist es von sechzig Jahren und darüber, so sei der Wert des Männlichen fünfzehn Ringe und der des Weibes zehn! Lev 27:8 Ist es aber zu arm für den Schätzungswert, dann bringe man es vor den Priester, und der Priester werte es! Nach dem, was der Gelobende zahlen kann, soll ihn der Priester werten! Lev 27:9 Und ist es Vieh, von dem man dem Herrn ein Opfer bringen will, dann soll alles, was einer davon gibt, dem Herrn geheiligt sein! Lev 27:10 Er soll es nicht auswechseln und nicht Gutes für Schlechtes vertauschen oder Schlechtes für Gutes, und tauscht er doch das eine Vieh mit dem anderen, so sei das eine geheiligt; aber auch das andere soll es sein! Lev 27:11 Ist es aber irgendein unreines Tier, das man dem Herrn nicht als Opfer darbringen darf, so stelle er das Vieh dem Priester vor! Lev 27:12 Der Priester werte es zwischen gut und schlecht! Wie es der Priester wertet, so soll es bleiben! Lev 27:13 Löst er es aber ein, so lege er ein Fünftel auf den Schätzungswert! Lev 27:14 Weiht jemand dem Herrn sein Haus als heilige Gabe, so werte es der Priester zwischen gut und schlecht! Wie es der Priester schätzt, dabei soll es bleiben! Lev 27:15 Will jemand, der sein Haus geweiht hat, es einlösen, so lege er ein Fünftel des Wertes darauf, und es sei wieder sein! Lev 27:16 Weiht jemand etwas von seinem Besitz dem Herrn, so sei der Wert nach seiner Aussaat! Ein Malter Gerstenaussaat zu fünfzig Silberringen. Lev 27:17 Weiht er vom Jubeljahre ab sein Feld, so soll es nach dem Richtwerte zu stehen kommen! Lev 27:18 Weiht er aber nach dem Jubeljahr sein Feld, so berechne der Priester den Silberpreis mit Rücksicht nach den Jahren, die bis zum Jubeljahre fehlen! Dies werde vom Richtwert abgezogen! Lev 27:19 Will aber der, der das Feld geweiht, es einlösen, dann lege er ein Fünftel des Wertes darauf, und es sei wieder sein! Lev 27:20 Löst er aber das Feld nicht ein und hat man das Feld an einen anderen verkauft, so kann es nicht mehr eingelöst werden. Lev 27:21 Vielmehr ist dies Feld, wird es im Jubeljahre frei, etwas, was dem Herrn geweiht ist, wie ein dem Bann verfallenes Feld. Dem Priester soll sein Besitz zufallen. Lev 27:22 Weiht er jedoch dem Herrn ein Feld, das er sich selbst gekauft und das nicht zu seinem Erbbesitz gehört, Lev 27:23 so berechne ihm der Priester den Betrag des Richtwertes bis zum Jubeljahr! Er gebe den Wert an demselben Tag als heilige Gabe für den Herrn! Lev 27:24 Im Jubeljahre kommt das Feld an den zurück, von dem er es gekauft und dem es als Erbbesitz gehört hat. Lev 27:25 Nach heiligem Gewicht geschehe jede Schätzung! Zwanzig Korn seien ein Ring! Lev 27:26 Erstgeburten aber, die beim Vieh als erstgeworfen des Herrn sind, darf niemand opfern, weder Rind noch Schaf. Dem Herrn gehören sie ohnehin. Lev 27:27 Bei unreinem Vieh löse man es nach dem Schätzungswert und lege ein Fünftel des Betrags darauf! Wird es nicht eingelöst, so werde es nach dem Wert verkauft! Lev 27:28 Keinerlei Banngut, das ein Mann dem Herrn bannt, nichts, was ihm gehört, Mensch oder Vieh oder Erbgrundstück, darf verkauft oder eingelöst werden. Alles Banngut ist dem Herrn hochheilig. Lev 27:29 Was von Menschen gebannt wird, darf nicht losgekauft werden. Es soll getötet werden! Lev 27:30 Aller Zehnte vom Boden, der Saatfrucht und der Baumfrüchte sind des Herrn. Sie sind dem Herrn geheiligt. Lev 27:31 Löst aber jemand einen Teil von seinem Zehnten ein, so soll er ein Fünftel des Betrages darauflegen! Lev 27:32 Bei allem Zehnten von Rind und Schaf, von allem, was unterm Hirtenstabe durchgeht, soll das zehnte Stück dem Herrn geheiligt werden. Lev 27:33 Man soll nicht zwischen gut und schlecht untersuchen! Man soll es nicht vertauschen! Tauschte man es doch, dann sei das eine dem Heiligtum verfallen, ebenso soll es mit dem anderen sein! Es darf nicht eingelöst werden.'" Lev 27:34 Dies sind die Gebote, die der Herr dem Moses für die Israeliten auf dem Berge Sinai gegeben hat. Num 1:1 Und der Herr redete mit Moses in der Wüste Sinai im Festgezelt am ersten Tage des zweiten Monats im zweiten Jahre nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten: Num 1:2 "Erhebt die Gesamtzahl der israelitischen Gesamtgemeinde nach ihren Sippen und Familien, in Namenszählung, alles Männliche aber nach der Kopfzahl! Num 1:3 Von zwanzig Jahren an und darüber sollt ihr in Israel alle Kampffähigen nach ihren Scharen mustern, du und Aaron! Num 1:4 Euch zugesellt soll für jeden Stamm je einer sein, und zwar sei es das Familienoberhaupt! Num 1:5 Dies sind die Namen der Männer, die euch beistehen sollen: für Ruben: Elisur, Sedeurs Sohn; Num 1:6 für Simeon: Selumiel, Surisaddais Sohn; Num 1:7 für Juda: Amminadabs Sohn Nachson; Num 1:8 für Issakar: Suars Sohn Netanel; Num 1:9 für Zabulon: Chelons Sohn Eliab; Num 1:10 für die Josephssöhne: von Ephraim Elisama, Ammihuds Sohn, von Manasse Pedahsurs Sohn Gamliel; Num 1:11 für Benjamin: Gidonis Sohn Abidan; Num 1:12 für Dan: Ammisaddais Sohn Achiezer; Num 1:13 für Asser: Okrans Sohn Pagiel; Num 1:14 für Gad: Reuels Sohn Eljasaph; Num 1:15 für Naphtali: Enans Sohn Achira." Num 1:16 Dies waren die Berufenen der Gemeinde, die Fürsten ihrer väterlichen Stämme, die Häupter der Sippen Israels. Num 1:17 So nahm Moses mit Aaron diese namentlich bezeichneten Männer. Num 1:18 Die Gesamtgemeinde aber versammelten sie am ersten des zweiten Monats. Da trugen sie sich nach der Geburt in ihren Sippen familienweise ein, in Namenszählung, Kopf für Kopf, von zwanzig Jahren und darüber. Num 1:19 Wie der Herr dem Moses befohlen, so musterte er sie in der Wüste Sinai. Num 1:20 Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels, entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung, Kopf für Kopf, alles Männliche, von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrpflichtigen, Num 1:21 ihre aus dem Stamme Ruben Ausgemusterten, 46.500. Num 1:22 Von den Söhnen Simeons entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien die Gemusterten unter schriftlicher Namensaufnahme, Kopf für Kopf, alles Männliche, von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrpflichtigen, Num 1:23 ihre aus dem Stamme Simeon Ausgemusterten, 59.300. Num 1:24 Von den Söhnen Gads entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber, alle Wehrpflichtigen, Num 1:25 ihre aus dem Stamme Gad Ausgemusterten, 45.650. Num 1:26 Von den Söhnen Judas entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:27 ihre aus dem Stamme Juda Ausgemusterten, 74.600. Num 1:28 Von den Söhnen Issakars entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:29 ihre aus dem Stamme Issakar Ausgemusterten, 54.400. Num 1:30 Von den Söhnen Zabulons entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:31 ihre aus dem Stamme Zabulon Ausgemusterten, 57.400. Num 1:32 Von den Josephssöhnen, von den Söhnen Ephraims entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:33 ihre aus dem Stamme Ephraim Ausgemusterten, 40.500. Num 1:34 Von den Söhnen Manasses entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:35 ihre aus dem Stamme Manasse Ausgemusterten, 32.200. Num 1:36 Von den Söhnen Benjamins entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:37 ihre aus dem Stamme Benjamin Ausgemusterten, 35.400. Num 1:38 Von den Söhnen Dans entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:39 ihre aus dem Stamme Dan Ausgemusterten, 62.700. Num 1:40 Von den Söhnen Assers entsprachen in ihren Geschlechtern, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:41 ihre aus dem Stamme Asser Ausgemusterten, 41.500. Num 1:42 Von den Söhnen Naphtalis entsprachen in ihren Geschlechtem, Sippen und Familien in Namenszählung von zwanzig Jahren und darüber alle Wehrpflichtigen, Num 1:43 ihre aus dem Stamme Naphtali Ausgemusterten, 53.400. Num 1:44 Dies sind die Ausgemusterten, die Moses und Aaron gemustert haben, sowie die Fürsten Israels, zwölf Mann, je einer für seine Familie. Num 1:45 Alle, familienweise von zwanzig Jahren und darüber gemusterten Israeliten wurden sämtlich in Israel wehrpflichtig. Num 1:46 Aller Gemusterten waren es 603.550. Num 1:47 Die Leviten aber waren nach ihrem väterlichen Stamme nicht mit ihnen gemustert worden. Num 1:48 Der Herr hatte nämlich zu Moses gesagt: Num 1:49 "Du darfst den Levitenstamm in keiner Weise mustern. Ihre Gesamtzahl sollst du bei Israels Söhnen nicht aufnehmen! Num 1:50 Dagegen beauftrage du die Leviten über die Wohnung des Zeugnisses, über alle ihre Geräte und alles, was dazu gehört! Sie sollen die Wohnung und alle ihre Geräte tragen! Pflegen sollen sie diese! Darum sollen sie rings um die Wohnung lagern! Num 1:51 Setzt sich die Wohnung in Bewegung, dann sollen die Leviten sie auseinandernehmen, und lagert sich die Wohnung, dann sollen die Leviten sie erstellen! Ein Fremder, der hinzutritt, soll des Todes sterben! Num 1:52 Die anderen Israeliten sollen lagern, jeder in seinem Lager und jeder bei seiner Fahne, nach ihren Scharen! Num 1:53 Die Leviten aber sollen um die Wohnung des Zeugnisses lagern, daß kein Zorn über die israelitische Gemeinschaft komme! Darum sollen die Leviten die Wache an der Wohnung des Zeugnisses übernehmen!" Num 1:54 Die Israeliten taten so. Genau so wie der Herr dem Moses geboten, also taten sie. Num 2:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: Num 2:2 "Jeder soll sich bei seiner Fahne lagern, bei den Abzeichen seiner Familie! So sollen die Israeliten lagern! Dem Festgezelt gegenüber ringsum sollen sie lagern! Num 2:3 Nach vorne, nach Osten zu, sollen lagern die Fahne des Lagers Juda nach seinen Scharen und der Fürst der Judasöhne Nachson, Amminadabs Sohn, Num 2:4 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 74.600! Num 2:5 Neben ihm lagere der Stamm Issakar und der Fürst der Issakarsöhne Netanel, Suars Sohn, Num 2:6 und seine Schar mit seinen Ausgemusterten, 54.400! Num 2:7 Ferner der Stamm Zabulon und der Fürst der Zabulonsöhne Eliab, Chelons Sohn, Num 2:8 und seine Schar mit seinen Ausgemusterten, 57.400! Num 2:9 Alle in Judas Lager Ausgemusterten zählen 186.400 nach ihren Scharen. Sie haben zuerst zu ziehen. Num 2:10 Die Fahne des Lagers Rubens sei nach Süden zu, nach ihren Scharen, und Fürst der Rubensöhne sei Elisur, Sedeurs Sohn, Num 2:11 und seine Schar mit seinen Ausgemusterten, 46.500! Num 2:12 Daneben lagere der Stamm Simeon und der Fürst der Simeonsöhne Selumiel, Surisaddais Sohn, Num 2:13 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 59.300! Num 2:14 Dann der Stamm Gad und der Fürst der Gadsöhne Eljasaph, Reuels Sohn, Num 2:15 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 45.650! Num 2:16 Alle in Rubens Lager Ausgemusterten zählen 151.450 nach ihren Scharen. Sie haben an zweiter Stelle zu ziehen. Num 2:17 Das aufgeschlagene Festgezelt und das Levitenlager seien in der Mitte der anderen Lager! Wie sie lagern, so sollen sie ziehen, jeder von seinem Platze bei ihren Fahnen! Num 2:18 Die Fahne des Lagers Ephraims nach seinen Scharen sei gegen Westen, und Fürst der Ephraimsöhne sei Elisama, Ammihuds Sohn, Num 2:19 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 40.500! Num 2:20 Daneben der Stamm Manasse, und Fürst der Manassesöhne sei Gamliel, Pedahsurs Sohn, Num 2:21 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 32.2001 Num 2:22 Dann der Stamm Benjamin und Fürst der Benjaminsöhne Abidan, Gidonis Sohn, Num 2:23 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 35.400! Num 2:24 Alle im Lager Ephraims Ausgemusterten, 108.100 nach ihren Scharen, sollen an dritter Stelle ziehen. Num 2:25 Die Fahne des Lagers Dans sei gegen Norden, nach ihren Scharen, und Fürst der Söhne Dans sei Achiezer, Ammisaddais Sohn, Num 2:26 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 62.700! Num 2:27 Daneben lagere den Stamm Asser, und Fürst der Assersöhne sei Pagiel, Okrans Sohn, Num 2:28 und seine Schar und ihre Ausgemusterten, 41.500! Num 2:29 Dann der Stamm Naphtali, und Fürst der Naphtalisöhne sei Achira, Enans Sohn, Num 2:30 und seine Schar mit ihren Ausgemusterten, 53.400! Num 2:31 Alle im Lager Dans Ausgemusterten, 157.600, sollen zuletzt nach ihren Fahnen ziehen." Num 2:32 Dies sind die Ausgemusterten der Israeliten nach ihren Familien; sämtliche Ausgemusterten der Lager nach ihren Scharen, 603.550. Num 2:33 Die Leviten aber waren unter den Israeliten nicht mitgemustert worden, wie der Herr dem Moses befohlen. Num 2:34 Die Israeliten taten alles, wie der Herr dem Moses befohlen. So lagerten sie nach ihren Fahnen. Und also zogen sie aus, jeder nach seiner Sippe und bei seiner Familie. Num 3:1 Dies sind die Geschehnisse Aarons und Mosis zur Zeit, da der Herr mit Moses auf dem Berge Sinai geredet hat. Num 3:2 Dies sind die Namen der Aaronsöhne: der Erstgeborene Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar. Num 3:3 Dies sind die Namen der Söhne Aarons, der gesalbten Priester, die man zum Priesterdienste eingesetzt hatte. Num 3:4 Nadab und Abihu aber waren vor dem Herrn gestorben, weil sie vor dem Herrn ungehöriges Feuer darbrachten in der Wüste Sinai. Sie hatten keine Söhne gehabt, und so verwalteten Eleazar und Itamar bei ihres Vaters Lebzeiten das Priesteramt. Num 3:5 Und der Herr sprach zu Moses: Num 3:6 "Bringe den Levistamm her und stelle ihn dem Priester Aaron vor, daß er ihm Dienste leiste! Num 3:7 Sie sollen seiner und der Gesamtgemeinde vor dem Festgezelt warten im Dienst an der Wohnung! Num 3:8 Des Festgezeltes sämtlicher Geräte sollen sie warten und sonst der Söhne Israels im Dienste an der Wohnung! Num 3:9 Die Leviten übergib Aaron und seinen Söhnen! Beigegeben sind sie ihm aus den Söhnen Israels. Num 3:10 Aaron mit seinen Söhnen sollst du bestellen, daß sie an dem Festgezelt ihres Priesteramtes warten! Der Unbefugte, der herantritt, soll des Todes sterben!" Num 3:11 Und der Herr sprach zu Moses: Num 3:12 "Ich selber nehme die Leviten aus der Israeliten Mitte anstatt aller erstgeborenen Israeliten, die zuerst den Mutterschoß durchbrechen. So seien die Leviten mein! Num 3:13 Denn mein ist alle Erstgeburt. An dem Tage, da ich alle Erstgeburt im Land Ägypten geschlagen, habe ich mir alle Erstgeburt in Israel geweiht. Vom Menschen bis zum Vieh. Sie gehören mir, dem Herrn!" Num 3:14 Und der Herr sprach zu Moses in der Steppe Sinai: Num 3:15 "Mustere die Levisöhne nach ihren Sippen und Familien! Alles Männliche von einem Monat aufwärts sollst du mustern!" Num 3:16 Da musterte sie Moses, nach des Herrn Befehl, wie ihm geboten ward. Num 3:17 Dies sind Levis Söhne nach ihren Namen: Gerson, Kehat und Merari. Num 3:18 Dies sind die Namen der Söhne Gersons nach ihren Sippen: Libni und Simi. Num 3:19 Die Söhne Kehats nach ihren Sippen sind Amram, Jishar, Chetron und Uzziel. Num 3:20 Die Söhne Meraris nach ihren Sippen sind Machli und Musi. Dies sind die Sippen der Leviten nach ihren Familien. Num 3:21 Von Gerson stammt das Geschlecht der Libniter und das der Simiter. Dies sind die Sippen der Gersoniter. Num 3:22 Die Zahl ihrer Ausgemusterten, aller Männlichen von einem Monat und darüber, betrug 7.500. Num 3:23 Die Sippen der Gersoniter sollen hinter der Wohnung gen Westen lagern! Num 3:24 Das Familienhaupt der Gersoniter war Laels Sohn Eljasaph. Num 3:25 Die Wartung der Gersonsöhne sei im Festgezelt die Wohnung und das Zelt seine Hülle, der Vorhang vor der Tür des Festgezeltes, Num 3:26 die Vorhofumhänge, der Vorhang vor der Vorhoftür um Wohnung und Altar und seine Stricke mit seinem ganzen Zubehör! Num 3:27 Von Kehat stammt das Geschlecht der Amramiter, der Ishariter, der Chetroniter und der Uzzieliter. Dies sind die Geschlechter der Kehatiter. Num 3:28 Nach der Zählung alles Männlichen, von einem Monat an gerechnet, sind es 8.300, die des Heiligtums warten. Num 3:29 Die Sippen der Kehatsöhne sollen neben der Wohnung gen Süden lagern! Num 3:30 Familienhaupt der Kehatitersippen ist Uzziels Sohn Elisaphan. Num 3:31 Ihre Sorge sei die Lade, der Tisch, der Leuchter, die Altäre, die heiligen Geräte, mit denen man amtet, und der Vorhang, mit all ihrem Zubehör! Num 3:32 Das Oberhaupt der Levihäupter ist Eleazar, der Sohn des Priesters Aaron, Aufseher derer, die des Heiligtums warten. Num 3:33 Von Merari stammt das Geschlecht der Machliter und Musiter. Das sind die Sippen Meraris. Num 3:34 Ihrer Ausgemusterten, in der Zählung alles Männlichen von einem Monat aufwärts, sind es 6.200. Num 3:35 Familienhaupt der Sippen Meraris ist Suriel, Abichails Sohn; sie lagerten neben der Wohnung gegen Norden. Num 3:36 Die Merarisöhne haben die Aufgabe, die Bretter der Wohnung zu besorgen, ihre Riegel, Säulen, Füße und alle ihre Geräte, kurz ihr gesamtes Zubehör, Num 3:37 ferner die Vorhofsäulen ringsum und ihre Füße, Pflöcke und Stricke. Num 3:38 Vor der Wohnung nach vorne, vor dem Festgezelt gen Osten, lagerten Moses, Aaron und seine Söhne, die den Dienst am Heiligtum besorgten, den Dienst für die Israeliten. Der Unbefugte, der sich naht, soll des Todes sterben. Num 3:39 Aller Ausgemusterten der Leviten, die Moses und Aaron nach des Herrn Befehl nach ihren Sippen gemustert hatten, alles Männliche von einem Monat aufwärts, sind es 22.000. Num 3:40 Und der Herr sprach zu Moses: "Mustere alle männliche Erstgeburt der Söhne Israels von einem Monat aufwärts! Erhebe die Zahl ihrer Namen! Num 3:41 Für mich, den Herrn, nimm die Leviten anstatt aller israelitischen Erstgeburt und der Leviten Vieh anstatt aller Erstlingswürfe unter dem Vieh der Israeliten!" Num 3:42 Da musterte Moses nach des Herrn Befehl alle Erstgeburt unter den Söhnen Israels. Num 3:43 Und die Zahl der Namen aller männlichen Erstgeburt von einem Monat aufwärts, nach ihren Ausgemusterten, war 22.273. Num 3:44 Und der Herr sprach zu Moses: Num 3:45 "Nimm die Leviten anstatt aller erstgeborenen Israeliten und der Leviten Vieh anstatt ihres Viehes! Die Leviten sollen mir, dem Herrn, gehören! Num 3:46 Und für die Auslösung der 273 israelitischen Erstgeborenen, die über die Leviten überschüssig sind, Num 3:47 erhebe für jeden Kopf fünf Ringe! Erhebe sie nach heiligem Gewicht! Den Ring zu zwanzig Korn. Num 3:48 Und gib das Geld dem Aaron und seinen Söhnen zur Ablösung ihrer Überschüssigen!" Num 3:49 Und Moses erhob das Ablösungsgeld von denen, die überschüssig waren über die durch die Leviten Abgelösten. Num 3:50 Er erhob das Geld von den israelitischen Erstgeborenen, 1.365 (Ring) heiliges Gewicht. Num 3:51 Und Moses übergab das Ablösungsgeld dem Aaron und seinen Söhnen nach des Herrn Wort, wie es der Herr dem Moses befolgen hatte. Num 4:1 Und der Herr sprach zu Moses und Aaron: Num 4:2 "Erhebt der Kehatsöhne Kopfzahl aus den anderen Levisöhnen, nach ihren Sippen und Familien Num 4:3 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig Jahren, alles, was zum Dienste kommt, an dem Festgezelt Arbeit zu tun! Num 4:4 Dies ist der Dienst der Kehatsöhne an dem Festgezelt, in hochheiligen Dingen: Num 4:5 Beim Abzug des Lagers sollen Aaron und seine Söhne kommen und den hüllenden Vorhang abnehmen und die Zeugnislade mit ihm verhüllen! Num 4:6 Darüber sollen sie eine weiche Lederdecke legen und oben darauf ein blaues Purpurtuch breiten und ihre Tragstangen einstecken! Num 4:7 Über den Schaubrottisch sollen sie ein blaues Purpurtuch breiten und darauf die Schüsseln, Schalen, Becher und Trankopferkannen stellen! Das stets aufgelegte Brot sei auch darauf! Num 4:8 Darüber sollen sie Karmesintuch breiten, dies mit einer weichen Überdecke einpacken und die Tragstangen hineinstecken! Num 4:9 Dann sollen sie ein blaues Purpurtuch nehmen und damit den Leuchter, seine Lampen, seine Lichtscheren und Pfannen und all die Ölgefäße bedecken, mit denen man daran amtet! Num 4:10 Dann sollen sie ihn und alle seine Geräte in eine Hülle aus weichem Leder tun und ihn auf eine Tragbahre legen! Num 4:11 Ein blaues Purpurtuch sollen sie über den goldenen Altar breiten, ihn in eine weiche Lederdecke packen und seine Tragstangen hineinstecken! Num 4:12 Dann sollen sie alle dienstlichen Geräte nehmen, mit denen man im Heiligtum amtet, in ein blaues Purpurtuch wickeln, sie in eine weiche Lederdecke packen und auf die Tragbahre legen! Num 4:13 Dann sollen sie den Altar von seiner Asche reinigen und über ihn ein rotes Purpurtuch breiten Num 4:14 und alle die Geräte darauflegen, mit denen man darauf amtet, die Pfannen, Gabeln, Schaufeln, Becken, kurz alle die Altargeräte! Sie sollen eine weiche Lederdecke darüber breiten und seine Tragstangen hineinstecken! Num 4:15 Sind Aaron und seine Söhne mit dem Einpacken des Heiligen und des ganzen Zubehörs des Heiligen fertig beim Aufbruch des Lagers, dann sollen die Kehatsöhne kommen, sie zu tragen! Sie dürfen aber das Heilige nicht berühren, sonst müßten sie sterben. Das ist das Trägeramt der Kehatsöhne am Festgezelt. Num 4:16 Zum Aufsichtsamt des Aaronsohnes und Priesters Eleazar gehört das Leuchteröl, das würzige Räucherwerk, das regelmäßige Speiseopfer und das Salböl, die Aufsicht über die ganze Wohnung und alles, was darin an Heiligem ist, und sein Zubehör." Num 4:17 Und der Herr redete zu Moses und Aaron. Num 4:18 "Laßt nicht der Kehatitersippen Stamm aus den Leviten ausgerottet werden! Num 4:19 Tut dies für sie, daß sie leben und nicht sterben, wenn sie an das Hochheilige treten! Dann komme Aaron mit den Söhnen und stelle jene, Mann für Mann, an das, was sie zu leisten und zu tragen haben, Num 4:20 daß sie nicht hineinkommen und sehen, wie man das Heiligtum zerlegt, und sterben!" Num 4:21 Und der Herr sprach zu Moses: Num 4:22 "Du sollst auch der Gersonsöhne Kopfzahl aufnehmen, familienweise nach ihren Sippen! Num 4:23 Von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig mustere sie, alle, die antreten, am Festgezelt Dienst zu tun! Num 4:24 Dies ist der Dienst der Gersonitersippen an Leistung und Tragen: Num 4:25 Sie sollen die Teppiche der Wohnung tragen, des Festgezeltes Decke und die weiche Lederdecke obendrauf, den Vorhang der Festgezelttür, Num 4:26 die Vorhofumhänge, den Vorhang vor der Toröffnung des Vorhofes rings um die Wohnung und den Altar, die Stricke und alle ihre anderen Dienstgeräte! Was daran zu tun ist, sollen sie dienstwillig tun! Num 4:27 Auf Aarons und seiner Söhne Geheiß erfolge der Gersonitersöhne Dienstleistung nach all ihrem Tragen und ihrer sonstigen Leistung! Ihr sollt ihnen all ihr Tragen zuordnen! Num 4:28 Dies ist der Dienst der Gersonitersöhnesippen am Festgezelt. Ihre Aufsicht stehe unter Itamar, dem Aaronsohn und Priester! Num 4:29 Die Söhne Meraris sollst du nach ihren Sippen und Familien mustern! Num 4:30 Von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig sollst du sie mustern, alle, die antreten, am Festgezelt Dienst zu tun! Num 4:31 Was ihre Pflicht zu tragen ist bei ihrem ganzen Dienst am Festgezelt, sind die Bretter der Wohnung, ihre Riegel, Säulen, Füße, Num 4:32 die Vorhofsäulen ringsherum und ihre Füße, Pflöcke, Stricke samt allem Zubehör und allem, was es dabei zu besorgen gibt. Mit Namen sollt ihr die Geräte ihres pflichtigen Trägers angeben! Num 4:33 Dies ist der Dienst der Sippen der Merarisöhne bei ihrer Dienstleistung am Festgezelt unter Aufsicht Itamars, des Aaronssohnes und Priesters." Num 4:34 Und Moses und die Fürsten der Gemeinde musterten die Kehatitersöhne nach ihren Sippen und Familien Num 4:35 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, am Festgezelt Dienst zu tun. Num 4:36 Ihrer Ausgemusterten waren es nach ihren Geschlechtern 2.750. Num 4:37 Das sind die aus den Kehatitersippen Ausgemusterten, alle, die am Festgezelt Dienste taten und die Moses und Aaron, auf des Herrn Befehl an Moses, gemustert hatten. Num 4:38 Die Ausgemusterten der Gersonsöhne nach ihren Sippen und Familien, Num 4:39 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, am Festgezelt Dienst zu tun, Num 4:40 ihrer Ausgemusterten waren nach Sippen und Familien 2.630. Num 4:41 Dies sind die Ausgemusterten der Sippen der Gersonsöhne, alle, die am Festzelt Dienste taten und die Moses und Aaron nach des Herrn Befehl gemustert hatten. Num 4:42 Die Ausgemusterten der Sippen der Merarisöhne nach Sippen und Familien Num 4:43 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, am Festzelt Dienst zu tun, Num 4:44 ihrer Ausgemusterten waren nach Sippen 3.200. Num 4:45 Das sind die Ausgemusterten der Sippen der Merarisöhne, die Moses und Aaron nach des Herrn Befehl an Moses gemustert hatten. Num 4:46 All die Ausgemusterten, die Moses, Aaron und die Fürsten Israels bei den Leviten musterten, nach ihren Sippen und Familien, Num 4:47 von dreißig Jahren aufwärts bis zu fünfzig, alle, die antraten, Dienst zu tun und das Trägeramt am Festzelt auszuüben, Num 4:48 ihrer Ausgemusterten waren 8.580. Num 4:49 Nach des Herrn Befehl stellte man sie unter Mosis Aufsicht, Mann für Mann bei ihrem Dienst und Trägeramt an, und die man anstellte, waren die, die der Herr dem Moses befohlen. Num 5:1 Und der Herr redete also mit Moses: Num 5:2 "Befiehl den Söhnen Israels, sie sollen aus dem Lager jeden Aussatzverdächtigen entfernen, jeden Flüssigen und jeden an einer Leiche Verunreinigten! Num 5:3 Männer und Weiber sollt ihr fortschaffen und vor das Lager sollt ihr sie schaffen, damit sie nicht ihr Lager unrein machen, weil ich unter ihnen wohne!" Num 5:4 Und die Israeliten taten so. Sie schafften sie vor das Lager. Wie der Herr zu Moses gesprochen, so hatten die Israeliten getan. Num 5:5 Und der Herr sprach zu Moses: Num 5:6 "Sprich zu den Israeliten: 'Tut jemand, Mann oder Weib, irgendeine Menschensünde, in Untreue gegen den Herrn, und fühlt sich dieser schuldig, Num 5:7 dann soll er seine Sünde, die er getan, bekennen! Er gebe den veruntreuten Betrag zurück und darauf soll er ein Fünftel legen und er gebe es dem, gegen den er sich verschuldet hat! Num 5:8 Fehlt aber dem Mann ein Verwandter, dem man die Buße entrichten könnte, so fällt die schuldige Buße dem Herrn zum Besten der Priester zu, abgesehen vom Sühnewidder, mit dem man ihm Sühne schafft. Num 5:9 Jede Weihegabe von all den heiligen Gaben, dem Priester von den Israeliten dargebracht, soll ihm gehören! Num 5:10 Die ihm zustehenden Opfer sollen ihm gehören! Was jemand dem Priester gibt, soll ihm gehören!'" Num 5:11 Und der Herr sprach zu Moses: Num 5:12 "Sprich zu den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Ist eines Mannes Weib ausschweifend und übt Trug an ihm, Num 5:13 und ein anderer wohnt ihr bei, und dies bleibt ihrem Manne verborgen, weil sie unentdeckt bleibt, so verunreinigt sie sich. Ein Zeuge aber fehlt gegen sie, und sie ward nicht ertappt. Num 5:14 Nun kommt ein Geist der Eifersucht aber ihn, und er eifert auf sein Weib, die sich verunreinigt hat, oder ein Geist der Eifersucht kommt über ihn, und er eifert auf sein Weib, obschon sie sich nicht verunreinigt hat; Num 5:15 dann führe der Mann sein Weib zum Priester und bringe ihr Opfer für sie mit, ein Zehntel Scheffel Gerstenmehl! Er soll aber kein Öl darüber gießen noch Weihrauch darauf tun! Es ist ein Eifersuchtsspeiseopfer, ein Offenbarungsspeiseopfer zum Offenbaren der Sünde. Num 5:16 Der Priester führe sie nun herbei und stelle sie vor den Herrn! Num 5:17 Dann hole der Priester heiliges Wasser in einem Tongefäß! Auch etwas Staub vom Boden der Wohnung soll der Priester nehmen; dann tue er ihn in das Wasser! Num 5:18 Der Priester stelle dann das Weib vor den Herrn, bringe des Weibes Haupthaar in Unordnung und lege in ihre Hände das Offenbarungsspeiseopfer, das Eifersuchtsspeiseopfer! Aber in des Priesters Hand soll das fluchbringende Bitterwasser bleiben! Num 5:19 Dann beschwöre sie der Priester! Er spreche zum Weibe: Hat dir kein Mann beigewohnt und hast du dich nicht vergangen und verunreinigt, bist du vielmehr unter deinem Manne gewesen, dann schade dir nicht das fluchbringende Bitterwasser! Num 5:20 Wenn du dich aber hast vergangen, obwohl deinem Manne unterstehend, und bist du unrein geworden dadurch, daß ein Mann dir beigewohnt, von deinem Manne abgesehen, Num 5:21 so beschwöre der Priester das Weib mit dem Fluchschwure! Und der Priester spreche so zu dem Weibe: Dich soll der Herr inmitten deines Volkes zum Fluche und zur Verwünschung machen! Der Herr gebe dir Fehlgeburten bei willigem Leibe! Num 5:22 Dies fluchbringende Wasser komme in dein Eingeweide, den Leib willig zu machen, aber Fehlgeburten zu bewirken! Das Weib spreche: Amen! Amen! Num 5:23 Dann schreibe der Priester die Verwünschungen auf eine Tafel, wische sie in das Bitterwasser Num 5:24 und lasse das Weib das fluchbringende Wasser trinken! So komme das fluchbringende Wasser in sie zu bitterem Wehe! Num 5:25 Dann nehme der Priester dem Weibe das Eifersuchtsspeiseopfer aus der Hand, weihe das Speiseopfer vor dem Herrn und bringe es zum Altar! Num 5:26 Der Priester nehme vom Speiseopfer eine Handvoll als sein Teil und lasse es auf dem Altar verrauchen! Dann soll er das Weib das Wasser trinken lassen! Num 5:27 Und so er sie das Wasser trinken läßt, kommt, ist sie unrein und ihrem Marine untreu gewesen, das fluchbringende Wasser in sie zu bitterem Wehe. Ihr Leib wird zwar empfänglich sein; doch wird sie Fehlgeburten haben. So wird das Weib zum Fluche bei seinem Volke werden. Num 5:28 Ist aber das Weib nicht unrein, sondern rein, so bleibt es unversehrt und bringt ein lebend Kind zu Welt. Num 5:29 Dies ist das Gesetz über die Eifersuchtsfälle: Vergeht sich ein Weib, ihrem Mann unterstehend, und wird es unrein, Num 5:30 oder kommt über einen Mann ein Geist der Eifersucht und eifert er auf sein Weib, so stelle er das Weib vor den Herrn, und der Priester tue an ihm genau nach diesem Gesetz! Num 5:31 Der Mann bleibt dann von Verschuldung frei. Ein solches Weib aber lädt Schuld auf sich.'" Num 6:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 6:2 "Rede mit den Söhnen Israels und sage ihnen: 'Will jemand, Mann oder Weib, ein Nasiräergelübde ablegen, um sich dem Herrn zu weihen, Num 6:3 so soll er sich des Weines und des Bieres enthalten! Auch soll er keinen Essig von Wein oder Bier trinken! Er soll keinen Traubensaft trinken und keine Trauben essen, weder frisch noch getrocknet! Num 6:4 Alle Tage seiner Weihe soll er nichts trinken, was vom Weinstock gemacht wird! Von den Kernen bis zur Hülse soll er nichts essen! Num 6:5 Die ganze Zeit seiner Weihe soll kein Schermesser über sein Haupt kommen, bis die Zeit erfüllt ist, für die er sich dem Herrn geweiht! Er ist dem Herrn heilig. Er lasse sein Haupthaar wachsen! Num 6:6 Die ganze Zeit, die er sich dem Herrn geweiht, darf er zu keiner Leiche kommen. Num 6:7 Er darf sich nicht unrein machen, weder an Vater noch Mutter noch Bruder noch Schwester, wenn sie sterben. Denn die Weihe an seinen Gott ist auf seinem Haupte. Num 6:8 Alle Tage seiner Weihe ist er dem Herrn geweiht. Num 6:9 Wenn aber neben ihm ganz plötzlich jemand stirbt und er macht seines Diadems Haupt unrein, dann schere er sein Haupt an dem Tage, an dem er wieder rein wird! Am siebten Tage soll er es scheren! Num 6:10 Am achten Tage soll er zwei Turtel- oder junge Tauben zum Priester bringen an des Festgezeltes Pforte! Num 6:11 Der Priester bereite die eine als Sündopfer, die andere als Brandopfer und schaffe ihm dafür Sühne, daß er sich an der Leiche verschuldet hat! Dann heilige er wieder sein Haupt am selben Tage, Num 6:12 weihe sich weiter für die Tage seiner Weihe dem Herrn und bringe ein noch nicht jähriges Lamm als Schuldopfer dar! Die früheren Tage aber fallen weg, weil er sein Diadem entweiht hat. Num 6:13 Dies ist das Gesetz über den Nasiräer: Wenn die Tage seiner Weihe erfüllt sind, soll man ihn an des Festgezeltes Pforte bringen! Num 6:14 Er bringe dazu als seine Opfergabe dem Herrn ein noch nicht jähriges, fehlerloses Lamm zum Brandopfer, ein noch nicht jähriges, weibliches, fehlerloses Lamm zum Sündopfer, einen fehlerlosen Widder zum Dankopfer, Num 6:15 einen Korb ungesäuerter Kuchen von Feinmehl, mit Öl bereitet, ungesäuerte, mit Öl bestrichene Fladen sowie Speise- und Trankopfer! Num 6:16 Der Priester bringe es vor den Herrn und bereite sein Sünd- und Brandopfer! Num 6:17 Den Widder soll er als Dankopfer für den Herrn bereiten samt dem Korb mit dem Ungesäuerten! Auch sein Speise- und Trankopfer bereite der Priester! Num 6:18 Dann schere der Nasiräer vor des Festgezeltes Pforte sein geweihtes Haupt, nehme seines geweihten Hauptes Haar und werfe es in das Feuer, unter dem Dankopfer! Num 6:19 Dann nehme der Priester vom Widder den gekochten Bug und aus dem Korb einen ungesäuerten Kuchen sowie einen ungesäuerten Fladen und gebe es dem Nasiräer in die Hände, nachdem er sein Geweihtes abgeschoren! Num 6:20 Dann weihe sie der Priester als Abgabe vor dem Herrn - eine zufallende heilige Gabe ist es für Priester - samt der Weihebrust und der Gabenkeule! Danach darf der Nasiräer Wein trinken. Num 6:21 Das ist das Gesetz über den Nasiräer, der ein Gelübde macht, sein Opfer für den Herrn seiner Weihe wegen, außer dem, was er noch leisten kann. Gemäß seinem gemachten Gelübde soll er also tun, nach dem Gesetz seiner Weihe!'" Num 6:22 Und der Herr sprach zu Moses also: Num 6:23 "Sprich so zu Aaron und den Söhnen: 'So sollt ihr die Israeliten segnen und so zu ihnen sprechen: Num 6:24 Dich segne der Herr und behüte dich! Num 6:25 Sein Antlitz lasse leuchten über dich der Herr und sei dir gnädig! Num 6:26 Zuwende dir der Herr Sein Angesicht und schaffe dir so Frieden!' Num 6:27 So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen! Dann werde ich sie segnen." Num 7:1 Nachdem Moses die Wohnung erstellt hatte, salbte er sie und weihte sie, ebenso alle ihre Geräte sowie den Altar und seine Geräte. Er salbte sie und weihte sie. Num 7:2 Da brachten Israels Fürsten, ihre Familienhäupter, das sind die Stammesfürsten, Vorstände der Gemusterten, Opfer dar. Num 7:3 Sie brachten vor den Herrn als ihre Opfergaben sechs Dachwagen und zwölf Rinder, je einen Wagen von zwei Fürsten und je ein Rind von jedem. Sie brachten sie vor die Wohnung. Num 7:4 Da sprach der Herr zu Moses: Num 7:5 "Nimm sie von ihnen an! Sie sollen dem Dienst am Festgezelt dienen! Übergib sie den Leviten, jedem für seinen Dienst!" Num 7:6 Da nahm Moses die Wagen und die Rinder und gab sie den Leviten. Num 7:7 Zwei der Wagen und vier Rinder gab er den Söhnen Gersons für ihren Dienst. Num 7:8 Vier der Wagen und acht Rinder gab er den Söhnen Meraris für ihren Dienst unter Leitung des Priesters Itamar, des Aaronssohnes. Num 7:9 Den Söhnen Kehats gab er nichts. Denn ihnen lag die Besorgung des Heiligtums ob, das sie auf der Schulter tragen mußten. Num 7:10 Die Fürsten brachten ferner die Einweihungsgabe für den Altar an dem Tage, an dem er gesalbt ward. Die Fürsten brachten ihre Opfergabe vor den Altar. Num 7:11 Und der Herr sprach zu Moses: "Je ein Fürst soll je an einem Tag seine Opfergabe zur Altarweihe bringen!" Num 7:12 Der am ersten Tage seine Gabe brachte, war Amminadabs Sohn Nachson vom Stamm Juda. Num 7:13 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:14 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:15 ein junger Stier, ein Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:16 ein Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:17 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nicht jährige Lämmer. Das war die Opfergabe Nachsons, des Amminadabsohnes. Num 7:18 Am zweiten Tage hatte Suars Sohn Netanel geopfert, der Fürst von Issakar. Num 7:19 Er hatte als seine Opfergabe eine Silberschüssel gebracht, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:20 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:21 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:22 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:23 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Netanels, des Suarsohnes. Num 7:24 Am dritten Tage der Fürst der Zabulonsöhne Eliab, Chelons Sohn. Num 7:25 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:26 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:27 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:28 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:29 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Gabe Eliabs, des Chelonsohnes. Num 7:30 Am vierten Tage der Fürst der Rubensöhne, Elisur, Sedeurs Sohn. Num 7:31 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:32 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:33 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:34 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:35 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Elisurs, des Sedeursohnes. Num 7:36 Am fünften Tage der Fürst der Simeonsöhne, Selumiel, der Sohn Surisaddais. Num 7:37 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:38 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:39 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:40 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:41 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Selumiels, des Sohnes des Surisaddai. Num 7:42 Am sechsten Tage der Fürst der Gadsöhne, Eljasaph, Deuels Sohn. Num 7:43 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:44 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:45 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:46 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:47 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Eljasaphs, des Sohnes Deuels. Num 7:48 Am siebenten Tage der Fürst der Ephraimsöhne, Elisama, Ammihuds Sohn. Num 7:49 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:50 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:51 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:52 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:53 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Elisamas, des Sohnes Ammihuds. Num 7:54 Am achten Tage der Fürst der Manassesöhne Gamliel, Pedahsurs Sohn. Num 7:55 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:56 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:57 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:58 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:59 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Gabe Gamliels, des Sohnes Pedahsurs. Num 7:60 Am neunten Tage der Fürst der Benjaminsöhne, Abidan, Gideonis Sohn. Num 7:61 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:62 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:63 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:64 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:65 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Abidans, des Gideonisohnes. Num 7:66 Am zehnten Tage der Fürst der Dansöhne, Achiezer, der Sohn Ammisaddais. Num 7:67 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:68 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:69 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:70 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:71 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Achiezers, des Sohnes des Ammisaddai. Num 7:72 Am elften Tage der Fürst der Assersöhne, Pagiel, Okrans Sohn. Num 7:73 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:74 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:75 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:76 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:77 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Pagiels, des Okransohnes. Num 7:78 Am zwölften Tage der Fürst der Naphtalisöhne, Achira, Enans Sohn. Num 7:79 Seine Opfergabe war eine Silberschüssel, 130 Ringe schwer, ein Silberbecken, 70 Ringe schwer, nach heiligem Gewicht, beide mit Feinmehl gefüllt, das mit Öl zum Speiseopfer angemacht war, Num 7:80 eine Schale, 10 Goldringe schwer, mit Räucherwerk gefüllt, Num 7:81 einen jungen Stier, einen Widder, ein noch nicht jähriges Lamm für das Brandopfer, Num 7:82 einen Ziegenbock für das Sündopfer Num 7:83 und zum Dankopfer zwei Rinder, fünf Widder, fünf Böcke und fünf noch nichtjährige Lämmer. Das war die Opfergabe Achiras, des Enansohnes. Num 7:84 Dies war von seiten der Fürsten der Israeliten die Altarweihegabe an dem Tage seiner Salbung, zwölf Silberschüsseln, zwölf Silberbecken und zwölf Goldschalen, Num 7:85 jede Schüssel 130 Silberringe, jedes Becken 70 Ringe schwer; das gesamte Silber der Gefäße betrug 2.400 Ringe nach heiligem Gewicht. Num 7:86 Zwölf Goldschalen, mit Räucherwerk gefüllt, jede Schale 10 Ringe schwer nach heiligem Gewicht; das gesamte Gold der Schalen betrug 120 Ringe. Num 7:87 Rinder zum Brandopfer waren es zusammen zwölf Farren, zwölf Widder, zwölf noch nicht jährige Lämmer nebst ihrem Speiseopfer und zwölf Ziegenböcke zum Sündopfer. Num 7:88 Rinder zum Dankopfer waren es zusammen 24 Farren, 60 Widder, 60 Böcke und 60 noch nicht jährige Lämmer. Das war die Altarweihegabe nach seiner Salbung. Num 7:89 Als Moses zum Festgezelt kam, mit ihm zu reden, hörte er die Stimme zu sich reden von der Deckplatte aus, die auf der Zeugnislade war, vom Orte zwischen den beiden Cheruben. So redete er zu ihm. Num 8:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 8:2 "Sprich zu Aaron und melde ihm: 'Wenn du die Lampen anzündest, so sollen zum Leuchterschaft hin die sieben Lampen leuchten!'" Num 8:3 Und Aaron tat so. Er setzte seine Lampen gegen den Leuchterschaft hin, wie der Herr dem Moses befohlen hatte. Num 8:4 Die Arbeit am Leuchter war aus Gold getrieben. Der Schaft und seine Blüten waren getriebene Arbeit. Wie es dem vom Herrn dem Moses gezeigten Bild entsprach, so hatte er den Leuchter gemacht. Num 8:5 Und der Herr sprach zu Moses: Num 8:6 "Nimm die Leviten aus den Söhnen Israels und reinige sie! Num 8:7 Bei ihrer Reinigung sollst du also tun: Besprenge sie mit Entsündigungswasser! Sie sollen über ihren ganzen Leib ein Schermesser führen und ihre Kleider reinigen und sich so reinigen! Num 8:8 Dann sollen sie einen jungen Stier nehmen und ein Speiseopfer, Feinmehl mit Öl angemacht! Und zum Sündopfer sollst du einen zweiten jungen Stier nehmen. Num 8:9 Dann führe die Leviten vor das Festgezelt und versammle die israelitische Gesamtgemeinde! Num 8:10 Dann führe die Leviten vor den Herrn! Die Israeliten sollen dann auf die Leviten ihre Hände legen! Num 8:11 Und Aaron weihe die Leviten vor dem Herrn als heilige Gabe der Söhne Israels! So seien sie fähig, den Dienst des Herrn zu tun! Num 8:12 Die Leviten sollen ihre Hände auf den Farrenkopf legen! Den einen bereite zum Sündopfer, den anderen für den Herrn zum Brandopfer, um den Leviten Sühne zu schaffen! Num 8:13 Dann stelle die Leviten vor Aaron und seine Söhne und verpflichte sie für den Herrn! Num 8:14 So sondere aus der Israeliten Mitte die Leviten aus! Die Leviten sollen mir gehören! Num 8:15 Hernach mögen die Leviten zum Dienst am Festgezelt kommen! Du hast sie ja gereinigt und verpflichtet. Num 8:16 Sie sind aus der Israeliten Mitte mir als Diener gegeben. An Stelle alles dessen, was jeden Mutterschoß durchbricht, aller Erstgeburt, nehme ich sie mir aus den Söhnen Israels. Num 8:17 Denn mir gehört alle Erstgeburt der Söhne Israels, Mensch und Vieh. An dem Tage, da ich im Lande Ägypten alle Erstgeburt geschlagen, habe ich sie mir geheiligt. Num 8:18 An Stelle aller Erstgeburt der Israeliten nahm ich die Leviten an. Num 8:19 Als Diener gab ich die Leviten aus der Israeliten Mitte dem Aaron und seinen Söhnen, um am Festgezelt der Israeliten Dienst zu tun und so die Israeliten zu entsühnen, daß die Israeliten keine Plage befalle, wenn sich die Israeliten dem Heiligtum nahen." Num 8:20 Moses, Aaron und die israelitische Gesamtgemeinde taten so mit den Leviten. Genauso, wie der Herr dem Moses für die Leviten geboten hatte, taten die Israeliten mit ihnen. Num 8:21 Die Leviten ließen sich entsündigen und reinigten ihre Kleider. Dann weihte sie Aaron vor dem Herrn. So schaffte ihnen Aaron zu ihrer Reinigung Sühne. Num 8:22 Hernach kamen die Leviten, ihren Dienst am Festgezelt zu tun vor Aaron und seinen Söhnen. Wie der Herr dem Moses für die Leviten geboten, so haben sie mit ihnen getan. Num 8:23 Und der Herr redete mit Moses: Num 8:24 "Das ist es, was für den Leviten gilt: Von fünfundzwanzig Jahren aufwärts soll er eintreten, Dienste bei des Festgezeltes Besorgung zu tun! Num 8:25 Von fünfzig Jahren ab soll er der Dienstpflicht ledig sein und nicht mehr dienen! Num 8:26 Er sei zwar seinen Brüdern im Festgezelt bei der Wartung des Amtes behilflich! Aber Dienste soll er nicht mehr tun! Also sollst du mit den Leviten bei ihren Ämtern tun!" Num 9:1 Und der Herr redete mit Moses in der Wüste Sinai, im zweiten Jahre nach ihrem Auszuge aus Ägypterland, am ersten Neumond also: Num 9:2 "So sollen die Israeliten zu seiner Zeit das Passah feiern! Num 9:3 Am vierzehnten des Monats gegen Abend sollt ihr es zu seiner Zeit feiern! Nach all seinen Satzungen und Ordnungen sollt ihr es feiern!" Num 9:4 Moses sagte nun den Israeliten, sie sollten das Passah feiern. Num 9:5 Da feierten sie das Passah am vierzehnten Tag des ersten Monats gegen Abend in der Wüste Sinai. Genauso, wie der Herr dem Moses geboten hatte, taten die Israeliten. Num 9:6 Da waren aber Männer, die durch eine menschliche Leiche unrein geworden waren. So konnten sie am selben Tag das Passah nicht feiern. Sie kamen nun vor Moses und Aaron an jenem Tag. Num 9:7 Und die Männer sprachen zu ihnen: "Wir sind durch eine menschliche Leiche unrein geworden. Warum sollen wir verkürzt werden, wenn wir die Opfergabe für den Herrn inmitten Israels nicht zu seiner Zeit darbringen dürfen?" Num 9:8 Moses sprach zu ihnen: "Wartet, bis ich höre, was der Herr für euch verordnet!" Num 9:9 Und der Herr sprach zu Moses: Num 9:10 "Sag den Söhnen Israels: 'Wird jemand bei euch oder euren Nachkommen durch eine Leiche unrein oder ist er auf fernem Wege, so feiere er dennoch dem Herrn Passah! Num 9:11 Am vierzehnten des zweiten Monats gegen Abend sollen sie es feiern! Zu ungesäuertem Brote und bitteren Kräutern sollen sie es essen! Num 9:12 Sie dürfen bis zum Morgen nichts übriglassen! Sie dürfen auch kein Gebein an ihm brechen. Nach aller Passahsatzung sollen sie es feiern! Num 9:13 Der Mann, der rein und nicht auf Reisen ist und die Passahfeier versäumt, ein solcher werde aus den Reihen des Volkes gestrichen! Denn er bringt nicht die Opfergabe für den Herrn zu seiner Zeit dar. Ein solcher Mann lädt Schuld auf sich. Num 9:14 Weilt bei euch ein Fremdling und feiert er dem Herrn Passah, so soll er es nach der Passahordnung und Passahsatzung feiern. Nur eine Satzung soll bei euch für Fremde wie für Landeseingeborene gelten!'" Num 9:15 An dem Tage aber, da man die Wohnung erstellte, hüllte die Wolke die Wohnung des Zeugniszeltes ein. Am Abend aber war es über der Wohnung wie ein Feuerschein bis zum Morgen. Num 9:16 So war es stets. Die Wolke hüllte sie bei Tage ein und ein Feuerschein bei Nacht. Num 9:17 Sooft die Wolke vom Zelt aufstieg, zogen danach die Israeliten fort. Und an dem Ort, an dem sich die Wolke niederließ, dort lagerten die Söhne Israels. Num 9:18 Nach des Herrn Geheiß zogen die Israeliten fort und nach des Herrn Befehl lagerten sie. Alle Tage, da die Wolke auf der Wohnung ruhte, lagerten sie. Num 9:19 Verblieb auch die Wolke viele Tage auf der Wohnung, so fügten sich die Israeliten doch der Fügung des Herrn und zogen nicht. Num 9:20 Manchmal aber blieb die Wolke wenige Tage über der Wohnung; doch nach des Herrn Geheiß lagerten sie und nach des Herrn Geheiß zogen sie weiter. Num 9:21 Manchmal blieb die Wolke nur vom Abend bis zum Morgen. Stieg die Wolke am Morgen auf, dann zogen sie weiter. Oder nur einen Tag und eine Nacht; stieg dann die Wolke auf, dann zogen sie weiter. Num 9:22 Oder nur ein paar Tage oder einen Monat oder noch längere Zeit; wenn die Wolke über der Wohnung länger verzog, dann lagerten die Israeliten und zogen nicht weiter. Stieg sie aber auf, dann zogen sie weiter. Num 9:23 Nach des Herrn Geheiß lagerten sie und nach des Herrn Geheiß zogen sie. So hatten sie sich der Fügung des Herrn gefügt, nach dem Geheiß des Herrn an Moses. Num 10:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 10:2 "Mach dir zwei silberne Trompeten! In getriebener Arbeit sollst du sie machen! Sie sollen dir zur Einberufung der Gemeinschaft dienen und zum Abbruch der Lager! Num 10:3 Bläst man sie, dann sammle sich die Gesamtgemeinde bei dir an des Festgezeltes Pforte! Num 10:4 Bläst man nur eine, dann sollen sich bei dir die Fürsten, die israelitischen Stammeshäupter, sammeln! Num 10:5 Blast ihr Lärm, dann sollen die Lager, die gen Osten lagern, ausziehen! Num 10:6 Blast ihr zum zweitenmal Lärm, dann sollen die Lager, die gen Süden lagern, ausziehen! Sie sollen Lärm blasen, wenn sie aufbrechen! Num 10:7 Wenn man aber die Gemeinschaft sammelt, sollt ihr blasen, aber nicht schmettern! Num 10:8 In die Trompeten sollen nur die Priester, Aarons Söhne, stoßen! Sie seien euch zum ewigen Gebrauch für eure Geschlechter! Num 10:9 Wenn ihr Krieg bekommt in eurem Lande mit dem Feind, der euch drängt, und wenn ihr in die Trompeten schmettert, dann wird euer vor dem Herrn, eurem Gott, gedacht, und ihr werdet von euren Feinden befreit. Num 10:10 An eurem Siegestag, an euren Festtagen und Neumonden stoßt zu euren Brandopfern in die Hörner sowie zu euren Dankopfern, daß sie von eurem Gott euch angerechnet werden! Ich, der Herr, bin euer Gott." Num 10:11 Im zweiten Jahre, am zwanzigsten des zweiten Monats, stieg die Wolke von der Zeugniswohnung auf. Num 10:12 Da zogen die Israeliten zugweise aus der Wüste Sinai fort. Die Wolke aber ließ sich in der Wüste Paran nieder. Num 10:13 So zogen sie erstmals auf das Geheiß des Herrn an Moses weiter. Num 10:14 Zuerst zog das Lagerbanner der Judasöhne aus, Schar für Schar, an der Spitze seiner Schar Nachson, Amminadabs Sohn. Num 10:15 An der Spitze der Stammesschar der Issakarsöhne war Netanel, Suars Sohn. Num 10:16 An der Spitze der Stammesschar der Zabulonsöhne war Eliab, Chelons Sohn. Num 10:17 Dann ward die Wohnung abgebrochen. Da zogen die Söhne Gersons und Meraris, die Träger der Wohnung, ab. Num 10:18 Dann brach das Lagerbanner Rubens auf, Schar für Schar. An der Spitze seiner Schar war Elisur, Sedeurs Sohn. Num 10:19 An der Spitze der Stammesschar der Simeonsöhne war Selumiel, Surisaddais Sohn. Num 10:20 An der Spitze der Stammesschar der Dansöhne war Eljasaph, Deuels Sohn. Num 10:21 Dann zogen die Kehatiter, die Träger des Heiligtumes, ab. Sie erstellten die Wohnung bis zu ihrer Ankunft. Num 10:22 Dann brach das Lagerbanner der Ephraimsöhne auf, Schar für Schar. An der Spitze seiner Schar Elisama, Ammihuds Sohn. Num 10:23 An der Spitze der Stammesschar der Manassesöhne war Gamliel, Pedahsurs Sohn. Num 10:24 An der Spitze der Stammesschar der Benjaminsöhne war Abidan, Gideonis Sohn. Num 10:25 Dann brach das Lagerbanner der Dansöhne auf. Dies war die Nachhut für alle Lager, Schar für Schar. An der Spitze der Schar war Achiezer, Ammisaddais Sohn. Num 10:26 An der Spitze der Stammesschar der Assersöhne war Pagiel, Okrans Sohn. Num 10:27 An der Spitze der Stammesschar der Naphtalisöhne war Achira, Enans Sohn. Num 10:28 Dies sind die Auszüge der Israeliten, Schar für Schar. So zogen sie dahin. Num 10:29 Da sprach Moses zu Reuels Sohn Chobab, dem Midianiter, Mosis Schwiegervater: "Wir ziehen nach dem Ort, von dem der Herr gesagt: 'Ich geb ihn euch.' Zieh mit uns! Wir wollen dir Gutes tun. Der Herr hat ja Israel alles Gute verheißen." Num 10:30 Er sprach zu ihm: "Ich gehe nicht mit. Ich gehe wieder in mein Land und zu meiner Verwandtschaft." Num 10:31 Da sprach er: "Verlaß uns doch nicht! Du weißt am besten, wo wir in der Wüste uns lagern können. Sei uns Auge! Num 10:32 Gehst du mit uns, dann tun wir dir Gutes mit all dem, was der Herr uns geben wird." Num 10:33 So zogen sie von dem Berge des Herrn drei Tagereisen weiter, und die Bundeslade des Herrn zog vor ihnen her, einen Ruheort für sie zu erkunden. Num 10:34 Die Wolke des Herrn aber stand über ihnen bei Tage, als sie aus dem Lager zogen. Num 10:35 Als die Lade auszog, sprach Moses: "Auf! Herr! Zerstieben sollen Deine Feinde und Deine Hasser vor Dir fliehen!" Num 10:36 Und als sie ruhte, sprach er: "Heimkehre, Herr, der unermeßlich Israel liebt!" Num 11:1 Als aber das Volk Wehklagenden glich, war es übel in des Herrn Ohren. Der Herr hörte es nämlich. Da entbrannte sein Zorn. Und des Herrn Feuer flammte in sie und fraß am wichtigsten Teile des Lagers. Num 11:2 Da schrie das Volk zu Moses. Und Moses betete zum Herrn. Da versank das Feuer. Num 11:3 Den Ort aber nannte er Tabera, weil des Herrn Feuer in sie geflammt war. Num 11:4 Aber das Gesindel unter ihnen hatte ein heftiges Gelüste bekommen. Da weinten auch die anderen Israeliten wieder und sprachen: "Wer gibt uns Fleisch zu essen? Num 11:5 Vergebens gedenken wir der Fische, die wir in Ägypten aßen, der Gurken und Melonen, des Lauchs, der Zwiebeln und des Knoblauchs. Num 11:6 Jetzt aber ist unsere Seele kraftlos. Nichts ist da, und wir sehen nichts als das Manna." Num 11:7 Das Manna aber war wie Koriandersame und sah aus wie Edelharz. Num 11:8 Das Volk lief umher und las es auf, zerrieb es in der Handmühle oder zerstieß es im Mörser. Dann kochten sie es im Topf und machten Fladen daraus. Es schmeckte wie Ölkuchen. Num 11:9 Fiel der Tau nachts auf das Lager, dann fiel das Manna darauf herab. Num 11:10 Moses hörte nun das Volk sippenweise weinen, jeden vor seiner Zelttür. Da entbrannte fürchterlich des Herrn Zorn. Dies aber mißfiel Moses. Num 11:11 Und Moses sprach zum Herrn: "Warum tust Du übel an Deinem Knechte? Warum erregte ich Dein Mißfallen, daß Du des ganzen Volkes Last auf mich legst? Num 11:12 Bin ich etwa mit all diesem Volke schwanger gegangen? Habe ich es geboren, daß Du mir sagen könntest: 'Trag es an deinem Busen, wie die Wärterin den Säugling in das Land, das du seinen Vätern einst zugeschworen?' Num 11:13 Woher nehme ich Fleisch, um es all dem Volk zu geben? Sie weinen mich ja an und sagen: 'Gib uns Fleisch zu essen!' Num 11:14 Ich kann allein die Last dieses ganzen Volkes nicht tragen. Sie ist zu schwer für mich. Num 11:15 Willst Du mir solches antun, dann töte mich lieber, wenn ich noch Gnade in Deinen Augen finde, daß ich nicht mein Elend ansehen muß!" Num 11:16 Da sprach der Herr zu Moses: "Rufe mir siebzig Männer aus den Ältesten Israels, die du als Volksälteste und Beamte kennst! Nimm sie mit dir zum Festgezelt! Hier sollen sie neben dich treten! Num 11:17 Dann steige ich hinab und rede dort zu dir und nehme von dem Geist auf dir etwas weg und lege es auf sie. So können sie mit dir an des Volkes Last tragen, und du mußt sie nicht allein tragen. Num 11:18 Zum Volke aber sollst du sprechen: 'Bereitet euch für morgen! Ihr bekommt Fleisch zu essen. Ihr habt vor des Herrn Ohren geweint: Wer gibt uns Fleisch zu essen? Wir hatten es in Ägypten besser gehabt.' So gibt euch der Herr Fleisch und ihr sollt es essen. Num 11:19 Nicht einen Tag bekommt ihr es zu essen, nicht zwei, nicht fünf, nicht zehn, nicht zwanzig Tage. Num 11:20 Nein! Einen vollen Monat lang, bis es euch zur Nase herausfährt und euch zum Ekel wird. Weil ihr den Herrn in eurer Mitte so mißachtet und weinend vor ihm gerufen habt: 'Wozu doch sind wir aus Ägypten weggezogen?'" Num 11:21 Da sprach Moses: "Das Volk in dessen Mitte ich weile, zählt sechshunderttausend rüstige Leute, und Du sagst: 'Ich gebe ihnen Fleisch, daß sie einen vollen Monat essen können.' Num 11:22 Kann man so viele Schafe und Rinder für sie schlachten, daß es für sie reicht, oder soll man im Meer alle Fische für sie fangen, daß es ihnen reicht?" Num 11:23 Da sprach der Herr zu Moses: "Ist des Herrn Hand verkürzt? Du wirst bald sehen, ob mein Wort bei dir eintrifft oder nicht." Num 11:24 Da ging Moses hinaus und berichtete des Herrn Worte dem Volk. Dann holte er siebzig Männer aus den Ältesten des Volkes und stellte sie rings um das Zelt. Num 11:25 Da fuhr der Herr nieder im Gewölk und redete mit ihm. Dann nahm er von dem Geiste auf ihm etwas weg und legte es auf die siebzig Ältesten. Und wie der Geist über ihnen ruhte, weissagten sie, ohne etwas hinzuzufügen. Num 11:26 Zwei Männer aber waren im Lager geblieben. Der eine hieß Eldad, der andere Medad. Auch auf sie ließ sich der Geist nieder. Sie waren nämlich unter den Aufgeschriebenen, waren aber nicht zum Zelt gegangen. So weissagten sie im Lager. Num 11:27 Da lief der Diener hin und meldete es Moses und sprach: "Eldad und Medad weissagen im Lager." Num 11:28 Josue, Nuns Sohn und Mosis Diener von Jugend auf, hob an und sprach: "Herr! Moses! Wehr es ihnen!" Num 11:29 Da sprach Moses zu ihm: "Ereiferst du dich für mich? Bestände doch des Herrn ganzes Volk aus Propheten, daß seinen Geist der Herr auf sie legte!" Num 11:30 Darauf zog sich Moses ins Lager zurück, er und die Ältesten Israels. Num 11:31 Da kam vom Herrn her ein Wind. Und er trieb Wachteln vom Meere herüber und ließ sie auf das Lager fallen, eine Tagereise nach jeder Richtung rings um das Lager, bis zu zwei Ellen hoch über dem Boden. Num 11:32 Da machte sich das Volk daran, jenen ganzen Tag, die ganze Nacht und den ganzen folgenden Tag die Wachteln zu sammeln. Wer nur wenig sammelte, kam auf zehn Malter. Sie aber breiteten sich um das Lager aus. Num 11:33 Das Fleisch aber war noch zwischen ihren Zähnen unverkaut, als schon des Herrn Zorn in das Volk brannte. Und der Herr schlug in das Volk mit einem sehr großen Schlag. Num 11:34 Daher hieß man jenen Ort "Gräber des Gelüstes", weil man dort das Volk der Lüsternen begraben hatte. Num 11:35 Von den "Gräbern des Gelüstes" zog das Volk nach Chaserot. In Chaserot aber blieben sie. Num 12:1 Mirjam und Aaron aber sprachen über Moses wegen des kuschitischen Weibes, das er genommen, daß er überhaupt ein kuschitisches Weib geheiratet habe. Num 12:2 Sie sprachen: "Hat denn der Herr bloß mit Moses geredet? Hat er nicht auch mit uns geredet?" Der Herr aber hörte es. Num 12:3 Der Mann Moses aber war überaus tugendhaft, mehr als alle anderen Menschen auf Erden. Num 12:4 Da sprach der Herr plötzlich zu Moses, zu Aaron und zu Mirjam: "Geht alle drei hinaus zum Festgezelt!" Und die drei gingen hinaus. Num 12:5 Da fuhr der Herr in einer Wolkensäule nieder und trat unter die Zelttür mit dem Rufe: "Aaron! Mirjam!" Und sie kamen beide heraus. Num 12:6 Da sprach er: "Hört meine Worte! Ist euer einer ein Prophet des Herrn, dann offenbare ich mich durch das Gesicht und rede zu ihm im Traume. Num 12:7 Nicht so bei meinem Diener Moses! Er ist mit meinem ganzen Hauswesen vertraut. Num 12:8 Von Mund zu Munde rede ich mit ihm. Des Herrn unverschleiertes Bild und des Herrn Gestalt schaut er. Warum habt ihr euch nicht gescheut, über meinen Diener Moses zu sprechen?" Num 12:9 So entbrannte der Zorn des Herrn gegen sie, und er ging weg. Num 12:10 Wie aber die Wolke vom Zelte wich, war Mirjam aussätzig wie Schnee, und als Aaron Mirjam betrachtete, war sie wirklich aussätzig geworden. Num 12:11 Da sprach Aaron zu Moses: "Ach, mein Herr! Laß uns nicht dafür büßen, daß wir so töricht gewesen und gesündigt haben! Num 12:12 Sei sie doch nicht wie eine Tote! Wir entstammen demselben Mutterleibe, und so würde schon unseres Fleisches Hälfte verzehrt." Num 12:13 Und Moses schrie zum Herrn mit den Worten: "Ach Gott! Heile sie doch!" Num 12:14 Und der Herr sprach zu Moses: "Hätte ihr Vater ihr ins Gesicht gespieen, müßte sie sich nicht sieben Tage schämen? So bleibe sie sieben Tage aus dem Lager ausgesperrt! Danach werde sie zurückgeholt!" Num 12:15 Und Mirjam ward sieben Tage aus dem Lager ausgesperrt; das Volk aber zog nicht weiter, bis Mirjam zurückgeholt ward. Num 12:16 Danach zog das Volk von Chaserot hinweg und lagerte in der Wüste Paran. Num 13:1 Und der Herr redete mit Moses also: Num 13:2 "Entsende Männer, daß sie das Land von Kanaan auskundschaften, das ich den Söhnen Israels geben will! Je einen aus dem Stamm seiner Väter sollt ihr senden, jeder unter ihnen ein Fürst!" Num 13:3 So entsandte sie Moses aus der Wüste Paran nach des Herrn Befehl, lauter Männer, die Häupter der Israeliten waren. Num 13:4 Dies sind ihre Namen: vom Stamme Ruben: Sammua, Zakkurs Sohn; Num 13:5 vom Stamme Simeon: Saphat, Choris Sohn; Num 13:6 vom Stamme Juda: Kaleb, Jephunnes Sohn, Num 13:7 Vom Stamme Issakar: Igal, Josephs Sohn; Num 13:8 vom Stamme Ephraim: Hosea, Nuns Sohn; Num 13:9 vom Stamme Benjamin: Palti, Raphus Sohn; Num 13:10 vom Stamme Zabulon: Gaddiel, Sodis Sohn; Num 13:11 vom Stamme Joseph: vom Stamme Manasse Gaddi, Susis Sohn; Num 13:12 vom Stamme Dan: Ammiel, Gemallis Sohn; Num 13:13 vom Stamme Asser: Setur, Michaels Sohn; Num 13:14 vom Stamme Naphtali: Nachbi, Wophsis Sohn; Num 13:15 vom Stamme Gad: Geuel, Makis Sohn. Num 13:16 Dies sind die Namen der Männer, die Moses zur Auskundschaftung des Landes, ausgesandt hat. Moses aber nannte Hosea, Nuns Sohn, Josue. Num 13:17 So sandte sie Moses aus, das Land Kanaan auszukundschaften. Er sprach zu ihnen: "Zieht in das Südland hier hinauf! Ersteigt das Gebirge! Num 13:18 Beschauet das Land wie es ist und seht zu, und ob das Volk darin stark oder schwach, wenig oder zahlreich ist, Num 13:19 und wie die Gegend, in der es wohnt, ob schön oder häßlich, und wie die Städte sind, die es bewohnt, ob sie in Dörfern oder festen Städten wohnen, Num 13:20 und wie der Boden ist, ob mager oder fett, ob Bäume daraufstehen oder nicht! So gebt euch Mühe und nehmt aus dem Lande ein paar Früchte mit!" Es war nämlich gerade die Zeit der ersten Weintrauben. Num 13:21 Da zogen sie hinauf und durchforschten das Land von der Wüste Sin bis Rechob, Chamat zu. Num 13:22 Dann zogen sie in das Südland bis Chebron hinauf. Dort waren Achiman, Sesai und Talmai, die Enaksprößlinge. An Chebron aber war sieben Jahre, vor Tanis in Ägypten, gebaut worden. Num 13:23 Sie kamen nun in das Traubental und schnitten dort eine Rebe mit einer einzigen Traube ab und trugen sie zu zweien an einer Stange, auch Granatäpfel und Feigen. Num 13:24 Jenen Ort nannte man das Traubental wegen der Traube, die dort die Israeliten geschnitten hatten. Num 13:25 Nach vierzig Tagen kehrten sie von der Auskundschaftung des Landes zurück. Num 13:26 Sie zogen heim und kamen zu Moses, Aaron und der israelitischen Gesamtgemeinde in die Wüste Paran nach Kades. Sie brachten ihnen und der ganzen Gemeinschaft Bescheid und zeigten ihnen des Landes Früchte. Num 13:27 Und sie erzählten ihnen und sprachen: "Wir sind in das Land gekommen, in das du uns gesandt hast. Wahr ist es: Es fließt von Milch und Honig, und dies sind seine Früchte. Num 13:28 Nur, daß das Volk im Lande trotzig und die Städte fest und sehr groß sind. Auch haben wir dort die Enaksprößlinge erblickt. Num 13:29 Im Südland wohnt Amalek, auf dem Gebirge die Chittiter, Jebusiter und Amoriter, am Meer und am Jordan die Kanaaniter." Num 13:30 Da drängte sich Kaleb durch das Volk zu Moses und sprach: "Wir wollen dennoch hinaufziehen und es erobern. Wir können es gut bewältigen." Num 13:31 Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen, sprachen: "Wir können gegen dieses Volk nicht ziehen. Es ist für uns viel zu stark." Num 13:32 Und sie berichteten den Israeliten Schlimmes über das Land, das sie ausgekundschaftet hatten, und sprachen: "Das Land, das wir zur Erkundung durchzogen haben, überfüttert seine Einwohner. Alle Leute, die wir darin gesehen, sind ungewöhnlich groß. Num 13:33 Wir haben dort die Riesen geschaut, die Enaksöhne unter den Riesen. Wir kamen uns vor wie Heuschrecken. Auch ihnen sind wir so vorgekommen." Num 14:1 Da erhob die ganze Gemeinde ihre Stimme und ließ sie erschallen. Und das Volk weinte in jener Nacht, Num 14:2 und alle Israeliten murrten wider Moses und Aaron, und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: "Wären wir doch im Ägypterlande oder in der Wüste hier gestorben! Num 14:3 Warum bringt uns der Herr in dieses Land? Damit wir durch das Schwert fallen? Zur Beute werden unsere Weiber und unsere Kinder. Wäre es für uns nicht besser, nach Ägypten zurückzukehren?" Num 14:4 Und sie sprachen zueinander: "Laßt uns den Kopf daran setzen und kehren wir nach Ägypten zurück!" Num 14:5 Da fielen Moses und Aaron auf ihr Antlitz vor der ganzen versammelten israelitischen Gemeinde. Num 14:6 Josue aber, Nuns Sohn, und Jephunnes Sohn, Kaleb, die zu den Kundschaftern des Landes gehörten, hatten ihre Kleider zerrissen. Num 14:7 Sie sprachen zur ganzen israelitischen Gemeinde also: "Das Land, das wir durchzogen, es auszuspähen, ist ein treffliches Land. Num 14:8 Ist uns der Herr geneigt, dann bringt er uns in dieses Land und gibt es uns, ein Land von Milch und Honig fließend. Num 14:9 Empört euch doch nicht gegen den Herrn! Das Volk des Landes aber fürchtet nicht! Wir werden sie aufzehren. Von ihnen ist ihr Schutz gewichen; mit uns aber ist der Herr. Habt keine Furcht vor ihnen!" Num 14:10 Aber die ganze Gemeinde besprach sich schon, sie zu steinigen. Da erschien des Herrn Herrlichkeit am Festgezelt allen Israeliten. Num 14:11 Und der Herr sprach zu Moses: "Wie lange höhnt mich dieses Volk? Wie lange schenkt es mir keinen Glauben, trotz aller Zeichen, die ich unter ihm getan? Num 14:12 Ich schlage es mit der Pest und vertilge es. Dich aber mache ich zu einem Volke, größer und zahlreicher als jenes." Num 14:13 Da sprach Moses zum Herrn: "So? Daß Ägypten davon hört! Hast Du doch dieses Volk in Deiner Kraft aus seiner Mitte heraufgeführt! Num 14:14 Daß dieses Landes Bewohner davon reden! Sie, die gehört, daß Du, der Herr, inmitten dieses Volkes weilst, daß Du Auge in Auge erscheinst und daß Deine Wolke über ihnen schwebt und daß Du in einer Wolkensäule vor ihnen herschreitest bei Tag und des Nachts in einer Feuersäule. Num 14:15 Tötest Du nun dies Volk wie einen Mann, so werden die Heiden die Kunde von Dir vernehmen und sagen: Num 14:16 'Weil der Herr nicht mehr imstande ist, dies Volk in jenes Land zu bringen, das er ihnen zugeschworen, darum metzelt er sie in der Wüste hin.' Num 14:17 Nun zeige sich groß, Herr, Deine Langmut, wie Du verheißen: Num 14:18 'Zum Zorne ist der Herr langsam, aber reich an Huld und verzeiht Missetat und Sünde; doch läßt er nicht ganz ungestraft. Er ahndet Väterschuld noch an den Kindern, am dritten und am vierten Gliede.' Num 14:19 Vergib doch dieses Volkes Missetat nach der Größe Deiner Gnade! So, wie Du diesem Volke von Ägypten bis auf heute hast vergeben." Num 14:20 Da sprach der Herr: "Ich verzeihe nach deinem Worte. Num 14:21 So wahr ich aber lebe! Die ganze Erde wird voll vom Ruhme des Herrn. Num 14:22 Denn die Männer alle, die meinen Ruhm und meine Zeichen, die ich in Ägypten und in der Wüste gewirkt, geschaut und dennoch mich zehnmal versucht und nicht auf meine Stimme gehört haben, Num 14:23 werden nimmermehr das Land sehen, das ich euren Vätern zugeschworen. Nicht einer von all denen, die mich verhöhnt, soll es je schauen! Num 14:24 Doch meinen Diener Kaleb, mit dem ein anderer Geist gewesen und der mir Ehrfurcht zollte, bringe ich in das Land, in das er gekommen. Er soll es auf seine Nachkommen vererben! Num 14:25 In der Niederung und auf dem Gebirge aber bleiben die Amalekiter und die Kanaaniter. Morgen wendet euch und zieht in die Wüste, dem Schilfmeer zu!" Num 14:26 Und der Herr redete zu Moses und Aaron also: Num 14:27 "Wie lange soll dies der bösen Gemeinde eigen sein, daß sie gegen mich murrt? Der Israeliten Gemurr gegen mich habe ich vernommen. Num 14:28 Sage ihnen: 'So wahr ich lebe', ein Spruch des Herrn, 'wie ihr es laut vor mir ausgesprochen, so tue ich euch! Num 14:29 Eure Leichname sollen in dieser Wüste niedersinken, alle eure Gemusterten, die ganze Zahl von zwanzig Jahren aufwärts, wie ihr mir gegenüber gemurrt habt! Num 14:30 Nie kommt ihr in das Land, das ich euch zum Wohnsitz eidlich angewiesen. Nur Kaleb, Jephunnes Sohn, und Josue, der Sohn des Nun! Num 14:31 Doch eure kleinen Kinder, von denen ihr gesagt, sie werden zur Beute, die bringe ich hinein. Sie werden das Land kennenlernen, das ihr verschmäht habt. Num 14:32 Aber eure Leichen bleiben hier in dieser Wüste liegen. Num 14:33 Und eure Söhne werden in der Wüste vierzig Jahre lang weiden müssen und so für euer Murren büßen, bis eure Leiber in der Wüste aufgerieben sind, Num 14:34 nach der Zahl jener vierzig Tage, da ihr das Land ausgespäht habt. Je einen Tag für ein Jahr sollt ihr eure Sünden vierzig Jahre lang büßen, daß ihr erfahret meine Entfremdung. Num 14:35 Ich sage es, der Herr: Ich tue wahrlich so mit dieser ganzen bösen Gemeinde, die sich gegen mich zusammengerottet. In dieser Wüste sollen sie hinschwinden! Hier sollen sie sterben! Num 14:36 Und die Männer, die Moses zur Erkundung des Landes entsandt hatte und die nach der Rückkehr die ganze Gemeinde zum Murren wider ihn aufhetzten, da sie Schlimmes gegen das Land vorbrachten, Num 14:37 diese Männer, die Schlimmes gegen das Land vorgebracht, werden vor dem Herrn am Schlage sterben. Num 14:38 Josue, Nuns Sohn, aber und Jephunnes Sohn Kaleb, sollen von diesen Männern, die zur Erkundung des Landes ausgezogen, am Leben bleiben!'" Num 14:39 Als Moses alle diese Worte sämtlichen Israeliten verkündete, ward das Volk sehr traurig. Num 14:40 Und sie zogen am anderen Morgen in der Frühe auf den Kamm des Gebirges und sprachen: "Nun ziehen wir doch hinauf in das Gebiet, von dem der Herr geredet. Wir haben ja gesündigt." Num 14:41 Da sprach Moses: "Warum wollt ihr des Herrn Befehl jetzt übertreten? Das kann nicht gelingen. Num 14:42 Zieht nicht hinauf! Der Herr ist nicht in eurer Mitte. Ihr werdet sonst vor eure Feinde hingestoßen werden. Num 14:43 Dort stehen ja die Amalekiter und die Kanaaniter euch gegenüber. Ihr fallt durch das Schwert. Denn ihr habt euch vom Herrn abgewandt. Darum ist der Herr nicht mit euch." Num 14:44 Doch sie vermaßen sich, zum Kamme des Gebirges zu ziehen. Aber die Bundeslade des Herrn und Moses waren nicht aus dem Lager gewichen. Num 14:45 Da stiegen die Amalekiter herab und die Kanaaniter, die auf jenem Gebirge saßen, schlugen sie und zersprengten sie bis Chorma. Num 15:1 Und der Herr redete also mit Moses: Num 15:2 "Sprich zu den Söhnen Israels und sag zu ihnen: Kommt ihr in eurer Siedlungen Land, das ich euch gebe, Num 15:3 und wollt ihr ein Mahl für den Herrn bereiten, Brand- oder Schlachtopfer, um ein Gelübde zu erfüllen oder als freie Gabe oder bei euren Festen, um von den Rindern oder Schafen dem Herrn einen süßen Duft zu bereiten, Num 15:4 dann bringe der, der dem Herrn seine Opfergabe bringt, als Speiseopfer ein Zehntel feines Mehl dar, mit einem Viertel Krug Öl zubereitet! Num 15:5 Einen Viertelkrug Wein sollst du zum Trankopfer bei Brand- und Schlachtopfer für je ein Lamm herrichten! Num 15:6 Für einen Widder richte als Speiseopfer her zwei Zehntel feines Mehl, mit einem Drittel Krug Öl zubereitet, Num 15:7 an Wein zum Trankopfer einen Drittelkrug! So kannst du dem Herrn einen süßen Duft darbringen. Num 15:8 Willst du einen jungen Stier als Brand- oder als Schlachtopfer herrichten, um ein Gelübde zu erfüllen oder als ein Dankopfer für den Herrn, Num 15:9 dann bringe man zu dem jungen Rind als Speiseopfer drei Zehntel Feinmehl dar und mache es mit einem halben Krug Öl an! Num 15:10 An Wein sollst du zum Trankopfer einen halben Krug bringen, als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Num 15:11 Bei jedem Rinde oder Widder oder jedem Lamme von Schafen oder Ziegen tue man also! Num 15:12 Entsprechend der Zahl, die ihr herrichtet, sollt ihr bei jedem einzelnen also tun! Num 15:13 Jeder Eingeborene soll diese so bereiten, will er dem Herrn ein Mahl süßen Duftes darbringen! Num 15:14 Weilt ein Fremdling bei euch, oder wer bei euch sei in euren Geschlechtern, und will er dem Herrn ein Mahl süßen Duftes bereiten, so soll er so tun, wie ihr tut! Num 15:15 Für euch wie für den Fremdling gelte eine Gemeindesatzung! Auch euren Nachkommen gelte diese ewige Satzung. Wie ihr, so soll auch der Fremdling vor dem Herrn sein! Num 15:16 Ein Gesetz und eine Ordnung sollen für euch und für den Fremdling, der bei euch weilt, gelten!'" Num 15:17 Und der Herr sprach also zu Moses: Num 15:18 "Sprich zu den Söhnen Israels und sag zu ihnen: Kommt ihr in dieses Land, in das ich euch bringe, Num 15:19 und eßt ihr von dem Korne des Landes, dann sollt ihr eine Weihegabe dem Herrn darbringen! Num 15:20 Von eures Teiges erstem Abhub sollt ihr einen Kuchen als Gabe abgeben. Wie eine Tennengabe sollt ihr sie darbringen! Num 15:21 Von eures Teiges erstem Abhub sollt ihr dem Herrn eine Abgabe machen von Geschlecht zu Geschlecht! Num 15:22 Vergeht ihr euch ohne Vorsatz und erfüllt ihr eines der Gebote nicht, die der Herr dem Moses gegeben, Num 15:23 irgend etwas von dem, was durch Moses der Herr euch geboten, von dem Tage an, da der Herr Gebote gegeben, und weiterhin, für die Geschlechter, Num 15:24 so sei es: Ist das Versehen von seiten der Gemeinde erfolgt, dann bereite die Gesamtgemeinde einen jungen Stier zum Brandopfer, zu süßem Dufte für den Herrn, und nach Gebühr sein Speise- und Trankopfer und einen Ziegenbock zum Sündopfer! Num 15:25 So schaffe der Priester der ganzen israelitischen Gemeinde Sühne! Dann wird ihnen vergeben werden. Ein Versehen ist es, und sie sollen ihre Opfergabe als Mahl für den Herrn darbringen und wegen des Versehens vor dem Herrn ihr Sündopfer! Num 15:26 So werde der ganzen israelitischen Gemeinde vergeben sowie dem Fremdling in ihrer Mitte; denn er gehört zu dem Volk im Falle einer Irrung! Num 15:27 Sündigt aber eine einzelne Person unvorsätzlich, so bringe sie eine noch nicht jährige Ziege als Sündopfer dar! Num 15:28 Und der Priester schaffe Sühne der Person, die sich durch ein Versehen unvorsätzlich vor dem Herrn vergeht, durch Vollzug der Sühnegebräuche! So werde ihr vergeben! Num 15:29 Für den Eingeborenen Israeliten und den Fremdling in eurer Mitte gilt ein Gesetz für euch, wenn jemand unvorsätzlich handelt. Num 15:30 Die Person aber, die vorsätzlich sündigt, eingeboren oder fremd, lästert den Herrn. Diese Person soll aus ihrem Volke gestrichen werden! Num 15:31 Denn sie hat das Wort des Herrn verspottet und sein Gebot zerrissen. Diese Person werde unerbittlich gestrichen! Ihre Schuld komme auf sie!'" Num 15:32 Als die Israeliten in der Wüste waren, ertappten sie einen Mann, der am Sabbattage Holz las. Num 15:33 Da brachten ihn die Leute, die ihn beim Holzlesen ertappt, zu Moses und Aaron und zu der ganzen Gemeinde. Num 15:34 Und sie legten ihn in Gewahrsam, weil noch nicht entschieden war, was ihm zu tun sei. Num 15:35 Da sprach der Herr zu Moses: "Der Mann soll den Tod erleiden! Die Gesamtgemeinde steinige ihn außerhalb des Lagers!" Num 15:36 Da führte ihn die ganze Gemeinde vor das Lager, und sie steinigten ihn zu Tode, wie der Herr dem Moses befohlen hatte. Num 15:37 Und der Herr sprach zu Moses: Num 15:38 "Sprich zu den Söhnen Israels! Sag zu ihnen: Sie sollen sich Quasten an ihre Kleiderzipfel machen, sie und ihre Nachkommen, und sollen eine blaue Purpurschnur an jeder Zipfelquaste anbringen! Num 15:39 So sollt ihr also Quasten haben! Seht ihr sie an, dann denkt an all die Gebote des Herrn und tut sie! Ihr sollt nicht eurem Herzen und eurem Auge nachgeben, daß ihr durch sie die Treue brechet! Num 15:40 Dadurch bleibt eingedenk all meiner Gebote und tut sie und seid heilig eurem Gott! Num 15:41 Nur ich, der Herr, bin euer Gott, der aus Ägypterland euch geführt, um euch zum Gott zu sein. Nur ich, der Herr, bin euer Gott.'" Num 16:1 Da erfrechte sich Korach, Ishars Sohn, der Enkel des Levisohnes Kehat, mit den Rubeniten Datan und Abiram, Eliabs Söhnen, und mit On, Pelets Sohn. Num 16:2 Und sie traten vor Moses hin, ebenso 250 Männer von den anderen Israeliten, Gemeindevorsteher, Ratsherren und Vornehme. Num 16:3 So scharten sie sich gegen Moses und Aaron zusammen und sprachen zu ihnen: "Genug mit euch! Denn die Gesamtgemeinde, alle miteinander, sind heilig, und in ihrer Mitte ist der Herr. Warum erhebt ihr euch über des Herrn Gemeinde?" Num 16:4 Als Moses es hörte, fiel er auf sein Angesicht. Num 16:5 Dann sprach er zu Korach und seiner ganzen Rotte: "Der Herr tut morgen kund, wer sein ist und wer geweiht und wer mit ihm verkehren darf, wer ihm genehm, daß er ihn mit sich verkehren läßt. Num 16:6 Tut dies: Nehmet euch Räucherpfannen, Korach und seine ganze Rotte, Num 16:7 tut Feuer darein und legt darauf morgen vor dem Herrn Räucherwerk! Zu wem sich der Herr bekennt, der ist geweiht. Ihr Levisöhne, dies genüge euch!" Num 16:8 Und Moses sprach zu Korach: "Hört dies, ihr Levisöhne! Num 16:9 Ist es euch zu wenig, daß euch Israels Gott aus der israelitischen Gemeinde ausgesondert hat, daß ihr mit ihm verkehren dürft, um an des Herrn Wohnung Dienst zu tun und vor der Gemeinde mit ihrem Dienst zu stehen? Num 16:10 Dich ließ er mit sich verkehren und mit dir alle deine Brüder, Levis Söhne, und nun verlangt ihr auch Priesterrechte? Num 16:11 Darum rottest du dich mit deiner Rotte gegen den Herrn zusammen. Was ist denn Aaron, daß ihr über ihn murret?" Num 16:12 Dann sandte Moses und ließ Datan und Abiram, Eliabs Söhne, rufen. Sie aber sprachen: "Wir kommen nicht. Num 16:13 Ist es zu wenig, daß du uns aus einem Land, von Milch und Honig fließend, heraufgeführt, um uns in der Wüste umzubringen, daß du auch noch selbstherrlich über uns herrschen Willst? Num 16:14 Nicht wahr? Du hast uns in ein Land, von Milch und Honig fließend, gebracht, und Feld und Weinberg gabst du uns zu Erbe. Darfst du die Augen dieser Leute blenden? Wir kommen nicht." Num 16:15 Da wurde Moses sehr zornig und sprach zum Herrn: "Kehre Dich nicht an ihr Gerede! Nicht einen Esel habe ich ihnen jemals weggenommen. Nicht einem unter ihnen ein Leid getan!" Num 16:16 Und zu Korach sprach Moses: "Du und deine ganze Rotte sind morgen vor dem Herrn; du, sie und Aaron. Num 16:17 Nehme jeder seine Räucherpfanne mit, tue Räucherwerk darauf und bringe vor den Herrn jeder seine Räucherpfanne, 250 Räucherpfannen, auch du und Aaron, jeder seine Räucherpfanne!" Num 16:18 Da nahmen sie jeder seine Räucherpfanne, taten Feuer darein, legten Räucherwerk darauf und stellten sich an die Pforte des Festgezeltes, ebenso Moses und Aaron. Num 16:19 Und Korach versammelte die ganze Gemeinde wider sie an der Pforte des Festgezeltes. Da erschien der ganzen Gemeinde die Herrlichkeit des Herrn, Num 16:20 Und der Herr redete mit Moses und Aaron also: Num 16:21 "Sondert euch von der Gemeinde hier ab, daß ich sie im Nu vertilge!" Num 16:22 Da fielen sie auf ihr Antlitz und sprachen: "Gott, Du Gott des Lebensodems alles Fleisches! Ein Mann sündigt, und Du willst gegen die Gemeinde ohne Ausnahme wüten?" Num 16:23 Da sprach der Herr zu Moses also: Num 16:24 "Sprich so zu der Gemeinde: 'Verzieht euch rings von der Wohnstätte Korachs, Datans und Abirams.'" Num 16:25 Da stand Moses auf und ging zu Datan und Abiram; ihm folgten die Ältesten Israels. Num 16:26 Und er sprach zur Gemeinde: "Weicht von den Zelten dieser schlimmen Männer! Berührt nichts, was ihrer ist, damit ihr nicht, um all ihrer Sünden willen, mit hinweggerafft werdet!" Num 16:27 So verzogen sie sich rings von der Wohnstätte Korachs, Datans und Abirams. Datan und Abiram aber waren herausgetreten und hatten sich vor ihre Zelttüren gestellt, samt ihren Weibern, großen und kleinen Kindern. Num 16:28 Da sprach Moses: "Daran sollt ihr erkennen, daß der Herr mich gesandt, alle diese Taten zu tun, und daß ich solche nicht von mir aus tue! Num 16:29 Wenn diese sterben, wie alle Menschen sterben, und ihnen nur das widerfährt, was allen Menschen begegnet, dann hat der Herr mich nicht gesandt. Num 16:30 Aber tut der Herr ein Werk, und öffnet die Erde ihren Schlund und verschlingt sie mit allem, was ihrer ist, und fahren sie lebend in die Unterwelt, dann erkennet, daß diese Männer den Herrn gelästert haben!" Num 16:31 Wie er nun all diese Reden beendet hatte, spaltete sich der Erdboden unter ihnen, Num 16:32 und die Erde öffnete ihren Schlund und verschlang sie und ihre Behausungen sowie alle Leute, die Korach gehörten, und alle Habe. Num 16:33 Und sie fuhren mit all ihrer Habe lebend zur Unterwelt, und die Erde schloß sich über ihnen, und sie verschwanden aus der Gemeinde. Num 16:34 Ganz Israel aber, das sie rings umstand, war eilends geflohen; denn sie sagten: "Die Erde könnte auch uns verschlingen." Num 16:35 Ein Feuer war nämlich vom Herrn ausgegangen und fraß die 250 Männer, die das Räucherwerk gebracht hatten. Num 16:36 (17:1) Und der Herr sprach zu Moses: Num 16:37 (17:2) "Sprich zum Aaronsohn, dem Priester Eleazar, er soll die Räucherpfannen von der Brandstatt nehmen und das Feuer von da zerstreuen! Num 16:38 (17:3) Weil die Frevler diese Räucherpfannen mit dem Verlust ihres Lebens geheiligt, so mache man aus ihnen Bleche und überziehe damit den Altar! Sie hatten sie ja vor den Herrn gebracht, und so heiligten sie sie. Sie seien den Söhnen Israels ein Wahrzeichen!" Num 16:39 (17:4) Da nahm der Priester Eleazar die kupfernen Räucherpfannen, die die Verbrannten hergebracht hatten, und man schlug sie breit zu einem Altarüberzug, Num 16:40 (17:5) ein Merkzeichen für die Israeliten, daß kein Unbefugter, der nicht zu Aarons Nachkommen gehört, das Recht hat, vor dem Herrn Räucherwerk darzubringen. Sonst geht es ihm wie Korach und seiner Rotte, wie ihm der Herr durch Moses angedroht hatte. Num 16:41 (17:6) Da murrte die ganze israelitische Gemeinde am anderen Morgen wider Moses und Aaron und sagte: "Ihr habt das Volk des Herrn bestürzt gemacht." Num 16:42 (17:7) Als sich nun die Gemeinde gegen Moses und Aaron zusammenrottete, wandten sich diese nach dem Festgezelt. Und schon hatte es die Wolke bedeckt. Da erschien die Herrlichkeit des Herrn. Num 16:43 (17:8) Moses und Aaron betraten das Festgezelt. Num 16:44 (17:9) Und der Herr sprach zu Moses: Num 16:45 (17:10) "Hebt euch weg aus der Gemeinde hier, daß ich sie im Nu vertilge!" Da fielen sie auf ihr Antlitz. Num 16:46 (17:11) Und Moses sprach zu Aaron: "Nimm die Räucherpfanne, tu vom Altar Feuer darein, lege Räucherwerk darauf und trag es schleunigst in die Gemeinde und schaff ihnen Sühne! Denn schon geht vom Herrn der Grimm ans. Die Pest hat begonnen." Num 16:47 (17:12) Da nahm es Aaron, wie Moses gesagt, und lief mitten unter die Gemeinde. Schon aber hatte die Pest unter dem Volke begonnen. Da räucherte er und schaffte dem Volk Sühne. Num 16:48 (17:13) Also stellte er sich zwischen die Toten und die Lebenden, und der Pest ward Einhalt getan. Num 16:49 (17:14) Aber der Pestleichen waren es 14.700, außer den um Korachs willen Umgekommenen. Num 16:50 (17:15) Aaron kehrte nun zu Moses an die Pforte des Festgezeltes zurück; der Pest war nämlich Einhalt getan worden. Num 17:1 (17:16) Und der Herr sprach zu Moses: Num 17:2 (17:17) "Rede mit den Söhnen Israels und nimm von ihnen je einen Stab von allen ihren Fürsten nach Familien, zwölf Stäbe! Und schreibe eines jeden Namen auf seinen Stab! Num 17:3 (17:18) Den Namen Aaron aber schreibe auf den Levistab! Denn ein besonderer Stab gehört dem Haupte der Familie. Num 17:4 (17:19) Dann leg sie im Festgezelt vor dem Zeugnis nieder, wo ich mich euch zu offenbaren pflege! Num 17:5 (17:20) Dann sproßt der Stab des Mannes, den ich auserwähle. So schlage ich von mir aus der Israeliten Murren wider euch nieder." Num 17:6 (17:21) Da redete Moses mit den Israeliten. Und alle ihre Fürsten, Stamm für Stamm, übergaben ihm für ihre Familien zwölf Stäbe, jeder Fürst einen Stab. Unter ihren Stäben war auch der Stab Aarons. Num 17:7 (17:22) Da legte Moses die Stäbe vor dem Herrn im Zeugniszelt nieder. Num 17:8 (17:23) Als aber am anderen Morgen Moses zum Zeugniszelt kam, hatte der Stab Aarons vom Hause Levi ausgeschlagen; er trieb Sprossen und Blüten und wies reife Mandeln auf. Num 17:9 (17:24) Da brachte Moses alle Stäbe vom Herrn weg zu allen Israeliten. Num 17:10 (17:25) Da sprach der Herr zu Moses: "Leg Aarons Stab vor dem Zeugnis nieder zur Verwahrung, den Widerspenstigen ein Zeichen, daß er von mir aus ihr Murren beende! Sonst müssen sie sterben." Num 17:11 (17:26) Moses tat so. Wie ihm der Herr befohlen, so hat er getan. Num 17:12 (17:27) Da sprachen die Israeliten zu Moses: "Wehe! Wir vergehen; wir schwinden; wir schwinden alle hin. Num 17:13 (17:28) Jeder, der herantritt, stirbt, wenn er des Herrn Wohnung nahekommt. Sollen wir ganz und gar umkommen?" Num 18:1 Da sprach der Herr zu Aaron: "Du, deine Söhne und die Familie bei dir, ihr sollt die Verfehlung am Heiligtum auf euch nehmen! Du und deine Söhne sollt die Verfehlung an euren Priesterpflichten auf euch nehmen. Num 18:2 Doch laß auch den Levistamm, deinen väterlichen Stamm, deine Brüder, mit dir herantreten! Sie sollen sich dir anschließen und dich bedienen! Du aber und deine Söhne mit dir sollen vor dem Zeugniszelt Dienste tun! Num 18:3 Sie sollen deines Dienstes warten und des Dienstes am ganzen Zelte! Nur nicht den heiligen Geräten und nicht dem Altar dürfen sie nahekommen; sonst müßten sie, wie auch ihr, sterben. Num 18:4 Sie sollen sich dir anschließen und an dem Festgezelt Dienste tun, den ganzen Dienst am Zelte! Kein Unbefugter darf euch nahekommen. Num 18:5 Wartet des Dienstes am Heiligtum und am Altar! Dann kommt hinfort kein Zorn mehr über die Söhne Israels. Num 18:6 Ich habe also eure Brüder, die Leviten, aus den Söhnen Israels genommen; denn als Geschenk von euch sind sie dem Herrn gegeben, um den Dienst am Festgezelt zu verrichten. Num 18:7 Du aber und deine Söhne sollt eures Priesteramtes warten für alle Sachen des Altars und darin hinter dem Vorhang! So dienet! Ich mache euer Priesteramt zu einem Amt, gar einträglich. Aber der Unbefugte, der herantritt, soll den Tod leiden." Num 18:8 Und der Herr sprach zu Aaron: "Ich gebe dir also das Amt, dem meine Abgaben zufließen. Von allen heiligen Gaben der Söhne Israels überweise ich sie dir zum Einziehen, ebenso deinen Söhnen als ewige Gebühr. Num 18:9 Von den hochheiligen Gaben soll dir, nach Abzug meines Mahles, ihr ganzes Opfer eigen sein bei all ihrem Speiseopfer, Sünd- und Schuldopfer, die sie mir erstatten! Dir und deinen Söhnen gehört es als Hochheiliges. Num 18:10 Du sollst sie als Hochheiliges verzehren. Nur alles Männliche darf sie verzehren. Dir ist es geweiht. Num 18:11 Dies ist dein als Abgabe ihrer Gaben. Ich überweise dir, deinen Söhnen und deinen Töchtern bei dir alle Weihegaben der Israeliten als ewige Gebühr. Wer in deinem Hause rein ist, darf es essen. Num 18:12 Alles Frische von Öl, Most und Korn, den ersten Abhub von dem, was sie dem Herrn geben, überweise ich dir. Num 18:13 Die Erstlinge von allem, was in ihrem Lande ist, und die sie dem Herrn darbringen, sollen dir gehören. Wer in deinem Hause rein ist, darf es essen. Num 18:14 Und alles Banngut in Israel soll dir gehören! Num 18:15 Und was von allem Fleisch den Mutterschoß durchbricht, und was man dem Herrn zu bringen pflegt, Mensch oder Vieh, soll dir gehören! Die Menschenerstgeburt mußt du jedoch abgelten lassen, auch den ersten Wurf der unreinen Tiere. Num 18:16 Und seine Abgeltungen sind: Vom Monatskind an mußt du abgelten lassen nach dem Werte; fünf Ringe heiliges Gewicht sind zwanzig Korn. Num 18:17 Aber den ersten Wurf des Rindes oder Schafes oder einer Ziege darfst du nicht abgelten lassen. Sie sind geweiht. Mit ihrem Blute sollst du den Altar besprengen und ihr Fett verrauchen lassen als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn! Num 18:18 Ihr Fleisch gehöre dir! Wie die Abgabebrust und wie die rechte Keule soll es dir gehören! Num 18:19 Alle Weihegaben heiliger Gaben, die die Israeliten dem Herrn weihen, verleihe ich dir, deinen Söhnen und deinen Töchtern bei dir als ewige Gebühr. Dies ist ein ewiger Salzbund vor dem Herrn für dich und deine Nachkommen bei dir." Num 18:20 Und der Herr sprach zu Aaron: "Du sollst in ihrem Lande nichts zu eigen haben und keinen Anteil unter ihnen! Ich bin dein Anteil und dein Eigentum bei den Söhnen Israels. Num 18:21 Den Söhnen Levis übergebe ich jeden Zehnten in Israel als Eigentum, als Entschädigung für ihren Dienst, den sie tun, den Dienst am Festgezelt. Num 18:22 Nicht dürfen die Israeliten fortan an das Festgezelt herantreten, um nicht todeswürdige Schuld auf sich zu laden. Num 18:23 Vielmehr tue der Levite den Dienst am Festgezelt! Diese haben ihre Verschuldung selbst zu tragen kraft ewiger Satzung für eure Geschlechter. Bei den Israeliten dürfen sie kein Eigentum haben. Num 18:24 Ich überweise der Israeliten Zehnten, den sie dem Herrn als Weihegabe geben, zum Eigentum den Leviten. Darum habe ich von ihnen gesagt, sie sollen kein Eigentum bei den Söhnen Israels haben." Num 18:25 Der Herr sprach zu Moses: Num 18:26 "Zu den Leviten sprich und sag zu ihnen: 'Nehmt ihr von den Israeliten den Zehnten, den ich von jenen euch als Eigentum gebe, so gebt davon eine Weihegabe dem Herrn, den Zehnten von dem Zehnten! Num 18:27 Dann wird euch eure Weihegabe so angerechnet, wie sonst die des Kornes von der Tenne und die der Abfüllung aus der Kelter! Num 18:28 So sollt auch ihr die Weihegabe für den Herrn von all euren Zehnten weihen, die ihr von den Söhnen Israels einnehmt! Ihr sollt davon die Gabe für den Herrn dem Priester Aaron übergeben! Num 18:29 Von allen euch zufallenden Abgaben sollt ihr die ganze Weihegabe an den Herrn abliefern, von allem Fett, das ihm geweiht!' Num 18:30 Und sprich zu ihnen: 'Gebt ihr das Fett davon ab, so wird es den Leviten angerechnet, wie der Ertrag der Tenne und der Kelter. Num 18:31 Ihr dürft es an jedem Ort verzehren, ihr und euer Haus. Euer Lohn ist es ja für euren Dienst am Festgezelt. Num 18:32 Ihr ladet seinetwegen keine Schuld auf euch, wenn ihr das Beste davon abhebt. Ihr entweiht nicht der Israeliten heilige Gaben und müßt nicht sterben.'" Num 19:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 19:2 "Dies ist die Gesetzesbestimmung, von welcher der Herr folgendes verordnet: 'Sag den Söhnen Israels, sie sollen dir eine rote Kuh bringen, an der kein Makel ist und auf die noch kein Joch gekommen! Num 19:3 Gebt sie dem Priester Eleazar! Man führe sie vor das Lager und schlachte sie vor ihm! Num 19:4 Und der Priester Eleazar nehme von ihrem Blut mit seinem Finger und sprenge an des Festgezeltes Vorderseite siebenmal von ihrem Blut! Num 19:5 Dann verbrenne man die Kuh vor seinen Augen! Ihre Haut, ihr Fleisch und ihr Blut soll man verbrennen mitsamt dem Mist! Num 19:6 Dann nehme der Priester Zedernholz, Ysop und Karmesinwolle und werfe es in den Kuhbrand! Num 19:7 Dann wasche der Priester seine Kleider und bade seinen Leib in Wasser! Dann darf er wieder in das Lager kommen. Doch bleibt der Priester unrein bis zum Abend. Num 19:8 Auch wer sie verbrennt, soll seine Kleider im Wasser waschen! Er bade auch seinen Leib in Wasser! Auch ist er unrein bis zum Abend. Num 19:9 Ein reiner Mann sammle die Kuhasche und lege sie draußen vor dem Lager an einen reinen Ort hin, um sie für die israelitische Gemeinde zum Reinigungswasser aufzuheben! Ein Sündopfer ist es. Num 19:10 Der Sammler der Kuhasche wasche gleichfalls seine Kleider! Er ist unrein bis zum Abend. Den Israeliten und dem Fremdling bei ihnen gelte es als ewige Satzung! Num 19:11 Wer einen Toten, eine Menschenleiche, berührt, wird für sieben Tage unrein. Num 19:12 Er soll sich damit am dritten und am siebten Tage entsündigen, dann wird er wieder rein. Entsündigt er sich aber nicht am dritten und am siebten Tage, dann bleibt er unrein. Num 19:13 Wer einen Toten, eines toten Menschen Leiche, berührt und sich nicht entsündigt, verunreinigt die Wohnstätte des Herrn. Gestrichen aus Israel werde diese Person. Weil man kein Reinigungswasser auf sie gesprengt hat, bleibt sie unrein. Ihre Unreinheit bleibt weiter an ihr. Num 19:14 Auch dies Gesetz gilt: Stirbt jemand in einem Zelte, so wird, wer das Zelt betritt und wer im Zelte ist, für sieben Tage unrein. Num 19:15 Und jedes offene Gefäß, dem kein Deckel aufgebunden ist, wird unrein. Num 19:16 Wer im Freien einen Ermordeten oder sonst Verstorbenen oder ein Gerippe oder ein Grab berührt, wird sieben Tage unrein. Num 19:17 Für den Unreinen nehme man Asche vom verbrannten Sündopfer und gieße darüber frisches Wasser in ein Gefäß! Num 19:18 Dann nehme ein reiner Mann Ysop und tauche ihn ins Wasser und besprenge das Zelt samt allen Geräten und Personen darin sowie den, der das Gerippe oder den Ermordeten oder sonst Gestorbenen oder eine Grabstätte berührt hat! Num 19:19 Am dritten und am siebten Tage besprenge der Reine den Unreinen und entsündige ihn am siebten Tage! Dann wasche er seine Kleider und bade sich in Wasser! So wird er am Abend rein. Num 19:20 Wird aber jemand unrein und entsündigt sich nicht, so ist eine solche Person aus der Volksgemeinde zu streichen. Denn sie verunreinigt das Heiligtum des Herrn. Sie ward nicht mit Reinigungswasser besprengt. Darum ist sie unrein. Num 19:21 Dies gelte ihnen als ewige Satzung! Wer Reinigungswasser sprengt, muß seine Kleider waschen. Und unrein bis zum Abend wird, wer Reinigungswasser anrührt. Num 19:22 Was der Unreine berührt, ist unrein. Wer ihn berührt, ist auch unrein bis zum Abend.'" Num 20:1 Und die Söhne Israels, die ganze Gemeinde, kamen am ersten Neumond in die Wüste Sin. Und das Volk blieb in Kades. Hier starb Mirjam und ward hier begraben. Num 20:2 Die Gemeinde aber hatte kein Wasser. Da rotteten sie sich wider Moses und Aaron zusammen. Num 20:3 Und das Volk haderte mit Moses und schrie: "Ach, wären wir auch umgekommen, als unsere Brüder vor dem Herrn umkamen! Num 20:4 Warum habt ihr des Herrn Gemeinde in diese Wüste geführt, hier mit unserem Vieh zu sterben? Num 20:5 Warum habt ihr aus Ägypten uns geführt, uns an diesen schlimmen Ort zu bringen, an einen Ort, wo es nicht Korn, noch Feige, noch Weinstock, noch Granatapfel, noch Trinkwasser gibt?" Num 20:6 Da kamen Moses und Aaron von der Gemeinde zu der Pforte des Festgezeltes und fielen auf ihr Antlitz. Da erschien ihnen die Herrlichkeit des Herrn. Num 20:7 Und der Herr sprach zu Moses: Num 20:8 "Hol den Stab, versammle die Gemeinde, du und dein Bruder Aaron, und redet vor ihren Augen mit dem Felsen, daß er sein Wasser hergebe! Laß für sie Wasser aus dem Felsen sprudeln und tränke die Gemeinde und ihr Vieh!" Num 20:9 Da holte Moses den Stab vom Herrn, wie ihm der Herr befohlen. Num 20:10 Dann versammelten Moses und Aaron die Gemeinde vor dem Felsen. Er sprach zu ihnen: "Hört, ihr Widerspenstigen! Vermögen wir aus diesem Felsen Wasser für euch zu locken?" Num 20:11 Dann hob Moses seine Hand und schlug zweimal an den Felsen mit seinem Stabe. Da kam viel Wasser heraus, und die Gemeinde trank samt ihrem Vieh. Num 20:12 Der Herr aber sprach zu Moses und Aaron: "Weil ihr mir nicht geglaubt und mich vor den Israeliten nicht gerechtfertigt habt, darum dürft ihr diese Gemeinde nicht in das Land führen, das ich ihnen gegeben habe." Num 20:13 Das ist das Zweifelwasser, wo die Israeliten am Herrn zweifelten und er sich ihnen gegenüber rechtfertigte. Num 20:14 Und Moses sandte Boten von Kades zum König von Edom. "So spricht dein Bruder Israel: 'Du kennst all das Ungemach, das uns betroffen, Num 20:15 wie unsere Väter nach Ägypten zogen und wir lange in Ägypten saßen, wie die Ägypter uns und unsere Väter hart bedrückten, Num 20:16 wie wir zum Herrn schrien und er unser Flehen erhörte und einen Engel sandte und uns aus Ägypten führte. Jetzt sind wir in Kades, einer Stadt an deines Reiches Grenze. Num 20:17 Laß uns doch durch dein Land ziehen! Wir wollen nicht durch Feld und Weinberg ziehen. Wir wollen kein Wasser aus den Brunnen trinken. Wir ziehen auf dem Königsweg und biegen weder rechts noch links ab, bis daß wir dein Gebiet durchzogen haben.'" Num 20:18 Da ließ ihm Edom sagen: "Du darfst bei mir nicht durchziehen; sonst trete ich dir mit dem Schwert entgegen." Num 20:19 Da ließ ihm Israel sagen: "Auf der Straße wollen wir hinziehen. Trinken wir deine Wasser, ich und meine Herden, dann bezahle ich es; ich will nichts weiter, als einfach durchziehen." Num 20:20 Da ließ er sagen: "Du darfst es nicht." Und Edom zog ihm mit zahlreichem Kriegsvolk und bewaffneter Hand entgegen. Num 20:21 So verweigerte Edom den Durchzug Israels durch sein Gebiet. Und Israel bog von ihm seitwärts ab. Num 20:22 Dann brachen sie von Kades auf, und so kamen die Israeliten, die ganze Gemeinde, zum Berge Hor. Num 20:23 Da sprach der Herr zu Moses und Aaron am Berge Hor, an der Grenze des Landes Edom: Num 20:24 "Aaron soll zu seinen Stammesgenossen aufgenommen werden! Er darf das Land, das ich den Israeliten gebe, nicht betreten, weil ihr am Zweifelwasser widerstrebt habt dem, was ich befohlen. Num 20:25 Nimm Aaron und Eleazar, seinen Sohn, und fahre sie auf den Berg Hor! Num 20:26 Dann nimm dem Aaron seine Kleider ab und bekleide damit seinen Sohn Eleazar! Dann wird Aaron weggenommen und dort sterben." Num 20:27 Und Moses tat, wie ihm der Herr befohlen. Sie stiegen auf den Berg Hor vor den Augen der ganzen Gemeinde. Num 20:28 Dann nahm Moses Aaron seine Gewänder ab und bekleidete damit seinen Sohn Eleazar. Dann starb Aaron dort auf der Spitze des Berges. Hernach stiegen Moses und Eleazar den Berg hinab. Num 20:29 Da sah die ganze Gemeinde, daß Aaron verschieden war, und das ganze Haus Israel beweinte Aaron dreißig Tage. Num 21:1 Da hörte der Kanaaniter, König von Arad, der im Südland saß, daß Israel auf dem Weg der Kundschafter komme. Da griff er Israel an und nahm von ihm einige gefangen. Num 21:2 Da machte Israel dem Herrn ein Gelübde und sprach: "Gibst Du dies Volk in meine Hand, dann banne ich ihre Städte." Num 21:3 Und der Herr erhörte Israel und gab den Kanaaniter preis. Und es bannte sie und ihre Städte. Die Stätte nannte man Chorma ("Öde"). Num 21:4 Sie zogen nun vom Berge Hor den Weg zum Schilfmeer, das Land Edom zu umgehen. Aber das Volk ward der Wanderung überdrüssig. Num 21:5 Und das Volk redete wider Gott und Moses: "Warum habt ihr uns aus Ägypten hergeführt, daß wir in der Wüste sterben? Kein Brot gibt es und kein Wasser. Wir sind der ärmlichen Kost überdrüssig." Num 21:6 Da sandte der Herr gegen das Volk die Schlangen, Brandnattern. Sie bissen die Leute, und viel Volk starb aus Israel. Num 21:7 Da kam das Volk zu Moses und sprach: "Wir haben gesündigt, daß wir gegen den Herrn und dich geredet haben. Bete zum Herrn, daß er die Schlangen von uns nehme!" Da betete Moses für das Volk. Num 21:8 Und der Herr sprach zu Moses: "Mach dir eine Brandnatter und hänge sie an eine Stange! Jeder Gebissene schaue sie an und bleibe am Leben!" Num 21:9 Da machte Moses eine eherne Schlange und hängte sie an die Stange. Bissen dann die Schlangen jemand, so blickte er auf die eherne Schlange und blieb am Leben. Num 21:10 Die Israeliten zogen nun weiter und lagerten in Obot ("in den Hohlwegen"). Num 21:11 Von Obot zogen sie weiter und lagerten in Ijje Haabarim ("auf den Randhügeln") in der Wüste, die östlich an Moab stößt, gegen Osten. Num 21:12 Von dort zogen sie weiter und lagerten sich im Bachtal Zared ("Weidenbach"). Num 21:13 Von da zogen sie weiter und lagerten jenseits des Arnon, der in der Wüste ist und aus dem Amoritergebiet kommt. Denn der Arnon ist die Grenze Moabs zwischen Moabitern und Amoritern. Num 21:14 Daher heißt es im Buche der Kriege des Herrn: "Waheb in Supha und die Bachtäler des Arnon Num 21:15 und der Bachtäler Abhang, der sich bis zur Gegend von Ar erstreckt und sich an Moabs Grenze lehnt." Num 21:16 Von dort nach Beer ("Brunnen"), das ist der Brunnen, von dem der Herr zu Moses gesagt: "Hol das Volk her, damit ich ihm Wasser gebe!" Num 21:17 Damals sang Israel dies Lied und fiel mit dem Kehrvers "Aufspringe, Quell!" ein: Num 21:18 "Du Brunnen, von Fürsten gegraben, gebohrt von des Volkes Edlen mit Zeptern, ihren Stäben." Aus der Wüste ging es nach Mattana, Num 21:19 von Mattana nach Nachaliel, von Nachaliel nach Bamot, Num 21:20 von Bamot nach dem Tale in Moabs Gefilde beim Gipfel des Pisga, der auf das Ödland herabschaut. Num 21:21 Da sandte Israel Boten zu dem Amoriterkönige Sichon und ließ sagen: Num 21:22 "Ich möchte dein Land durchziehen. Wir wollen weder auf Felder noch in Weinberge abbiegen. Wir wollen kein Wasser aus den Brunnen trinken. Wir ziehen auf dem Königswege hin, bis wir dein Gebiet durchzogen haben." Num 21:23 Aber Sichon verweigerte Israel den Durchzug durch sein Gebiet; Sichon zog vielmehr sein ganzes Volk zusammen und rückte gegen Israel in die Wüste vor. So kam er nach Jahas und griff Israel an. Num 21:24 Israel aber schlug ihn mit dem Schwerte und eroberte sein Land vom Arnon bis zum Jabbok und bis zu den Ammonitern hin. Denn Jazer war die Grenze der Ammoniter. Num 21:25 Israel nahm alle diese Städte ein. Und Israel besetzte alle Amoriterstädte, Chesbon und alle seine Tochterstädte. Num 21:26 Chesbon aber war die Stadt des Amoriterkönigs Sichon. Dieser hatte mit dem früheren Moabiterkönig Krieg geführt; da nahm er ihm sein ganzes Land bis zum Arnon ab. Num 21:27 Daher sagten die Spruchdichter: "Kommt nach Chesbon! / Gebaut und wohlbefestigt werde Sichons Stadt!" Num 21:28 "Ein Feuer ging von Chesbon aus, / aus Sichons Stadt die Lohe. / Sie fraß bis Moab hin und glomm bis auf des Arnon Höhen." Num 21:29 "Weh, Moab, dir! Du bist verloren, Volk des Kamos. / Er läßt gefangennehmen seine Söhne, / und seine Töchter werden Kriegsgefangene des Amoriterkönigs Sichon." Num 21:30 "Gerade sie beschossen wir. / Zugrund ging Chesbon bis nach Dibon, / und wir verwüsteten bis Nophach hin, bei Medeba." Num 21:31 So besetzte Israel das Amoriterland. Num 21:32 Dann ließ Moses Jazer auskundschaften. Sie nahmen seine Tochterstädte, und man vertrieb die Amoriter darin. Num 21:33 Dann wandten sie sich und zogen gen Basan hinauf. Da rückte Basans König Og mit seinem ganzen Volke ihnen bis Edreï entgegen zum Kampfe. Num 21:34 Der Herr aber sprach zu Moses: "Hab keine Furcht vor ihm! Ich gebe ihn und all sein Volk und Land in deine Hand. Tu mit ihm so, wie du mit dem Amoriterkönig Sichon getan, der zu Chesbon saß!" Num 21:35 Da schlugen sie ihn, seine Söhne und all sein Volk, daß kein Entronnener ihm blieb. Und sie besetzten sein Land. Num 22:1 Dann zogen die Israeliten weiter und lagerten in den Steppen Moabs jenseits des Jordans von Jericho. Num 22:2 Balak, Sippors Sohn, aber sah alles, was Israel den Amoritern getan hatte. Num 22:3 Da geriet Moab in große Furcht vor dem Volke, weil es so zahlreich war. Und Moab graute es vor den Söhnen Israels. Num 22:4 Da sprach Moab zu den Ältesten Midians: "Jetzt wird die Gemeinde alles um uns abfressen, wie der Stier das Grün des Feldes abfrißt." Zu jener Zeit war Balak, Sippors Sohn, König über Moab. Num 22:5 Da sandte er Boten an Beors Sohn Bileam nach Petor, das am Strome liegt, ihn in das Land seines Volkes zu rufen. Er ließ ihm sagen: "Da ist ein Volk aus Ägypten gezogen. Es deckt des Landes Fläche. Mir gegenüber sitzt es da. Num 22:6 Nun geh her! Verfluche mir dieses Volk! Denn es ist mächtiger als ich. Vielleicht kann ich es; wir schlagen es, und ich vertreibe es aus dem Lande. Ich weiß ja. Gesegnet ist, wen du segnest, und verflucht, wen du verfluchst." Num 22:7 Da gingen die Ältesten Moabs und die Ältesten Midians hin, Meister der Wahrsagekunst. Sie kamen zu Bileam und kündeten ihm Balaks Worte. Num 22:8 Da sprach er zu ihnen. "Nächtiget hier die Nacht! Dann gebe ich euch Bescheid, wie der Herr zu mir reden wird." So blieben Moabs Häuptlinge bei Bileam. Num 22:9 Gott aber kam zu Bileam und sprach: "Was sind dir diese Männer?" Num 22:10 Da sprach Bileam zu Gott: "Der Moabkönig Balak, Sippors Sohn, schickt zu mir: Num 22:11 'Das Volk, das aus Ägypten gezogen, deckt des Landes Fläche. Nun geh her! Verwünsche es mir! Vielleicht kann ich es bekämpfen und vertreiben.'" Num 22:12 Da sprach Gott zu Bileam: "Du sollst nicht mit ihnen gehen! Du sollst das Volk nicht verfluchen! Denn für den Segen ist es bestimmt." Num 22:13 Da machte sich Bileam am anderen Morgen auf und sprach zu Balaks Häuptlingen: "Geht in euer Land! Der Herr verweigert mir die Erlaubnis, mit euch zu gehen." Num 22:14 Da machten sich Moabs Häuptlinge auf, kamen zu Balak und sprachen: "Bileam weigert sich, mit uns zu ziehen." Num 22:15 Da sandte Balak nochmals Häuptlinge, zahlreichere und angesehenere als jene. Num 22:16 Sie kamen zu Bileam und sprachen zu ihm: "So spricht Balak, Sippors Sohn: 'Laß dich nicht abhalten, zu mir zu ziehen! Num 22:17 Denn ich belohne dich auf das reichlichste und tue alles, was du mir sagst. So geh her und verwünsche mir dies Volk!'" Num 22:18 Da hob Bileam an und sprach zu Balaks Dienern: "Gäbe Balak mir seines Hauses Fülle an Gold und Silber, so könnte ich doch nicht dem Befehle des Herrn, meines Gottes, zuwiderhandeln, weder im Kleinen noch im Großen. Num 22:19 Nun bleibt auch heute Nacht noch hier, daß ich erfahre, was der Herr mir weiter sagt!" Num 22:20 Und Gott kam in der Nacht zu Bileam und sprach zu ihm: "Sind diese Männer gekommen, dich zu rufen, so mache dich auf und geh mit ihnen! Doch tu nur, was ich dich heiße!" Num 22:21 Da machte sich Bileam am anderen Morgen auf, sattelte seinen Esel und zog mit Moabs Häuptlingen. Num 22:22 Aber Gottes Zorn entbrannte, daß er ging, und der Engel des Herrn trat ihm hemmend in den Weg. Er aber ritt auf seiner Eselin, und seine beiden Diener waren bei ihm. Num 22:23 Da sah die Eselin den Engel des Herrn auf dem Wege stehen, sein Schwert gezückt in seiner Hand. Und die Eselin bog vom Wege und ging in das Feld. Bileam aber schlug die Eselin, um sie wieder auf den Weg zu bringen. Num 22:24 Da trat der Engel des Herrn in den Hohlweg der Weinberge, wo auf beiden Seiten Mauern waren. Num 22:25 Die Eselin sah nun den Engel des Herrn und sie drückte sich an die Wand und drückte auch Bileams Fuß an die Wand. Da schlug er sie abermals. Num 22:26 Da ging der Engel des Herrn nochmals voraus und stellte sich an eine engere Stelle, wo kein Weg war, nach rechts oder links auszuweichen. Num 22:27 Als die Eselin den Engel des Herrn sah, legte sie sich unter Bileam hin. Da entbrannte Bileams Zorn, und er schlug die Eselin mit dem Stock. Num 22:28 Der Herr aber öffnete den Mund der Eselin. Und sie sprach zu Bileam: "Was habe ich dir getan, daß du mich schon dreimal geschlagen?" Num 22:29 Da sprach Bileam zur Eselin: "Zum Narren hast du mich ja gehabt. Hätte ich doch ein Schwert zur Hand! Denn dann würde ich dich töten." Num 22:30 Da sprach die Eselin zu Bileam: "Bin ich denn nicht deine Eselin, auf der du von jeher bis heute geritten bist? Bin ich je gewohnt gewesen, dir solches zu tun?" Er sprach: "Nein!" Num 22:31 Da öffnete der Herr dem Bileam die Augen. Und er sah den Engel des Herrn auf dem Wege stehen, sein Schwert gezückt in seiner Hand. Da verneigte er sich und warf sich auf seine Stirne. Num 22:32 Der Engel des Herrn aber sprach zu ihm: "Warum hast du deine Eselin schon dreimal geschlagen? Ich bin es, der ich hemmend ausgezogen bin. Denn diese Reise gefällt mir nicht. Num 22:33 Die Eselin aber sah mich und wich vor mir nun schon dreimal aus. Wäre sie nicht vor mir ausgewichen, dann hätte ich dich umgebracht und sie am Leben gelassen." Num 22:34 Da sprach Bileam zum Engel des Herrn: "Ich habe gefehlt. Ich habe ja nicht gewußt, daß du mir den Weg vertrittst. Nun aber, wenn dir die Sache mißfällt, dann kehre ich um." Num 22:35 Da sprach der Engel des Herrn zu Bileam "Geh mit den Männern! Nur sage nichts als das, was ich dir sage!" Da zog Bileam mit Balaks Häuptlingen weiter. Num 22:36 Als Balak hörte, daß Bileam komme, ging er ihm entgegen bis Ar Moab, das an der Arnongrenze liegt, an der äußersten Grenzmark. Num 22:37 Da sprach Balak zu Bileam: "Habe ich dich nicht geziemend rufen lassen? Warum bist du nicht zu mir gekommen? Vermag ich wahrhaftig nicht, dich zu belohnen?" Num 22:38 Da sprach Bileam zu Balak: "Ich bin ja zu dir gekommen. Vermag ich aber wirklich etwas zu reden? Nur das Wort, das Gott mir in den Mund legt, rede ich." Num 22:39 Da ging Bileam mit Balak, und sie kamen nach Kirjat Chusot. Num 22:40 Da opferte Balak Rinder und Schafe und schickte davon an Bileam und die Häuptlinge bei ihm. Num 22:41 Am anderen Morgen nahm Balak den Bileam und führte ihn zu den Baalshöhen. Von dort sah er des Volkes Umrisse. Num 23:1 Da sprach Bileam zu Balak: "Baue mir der Altäre sieben und bereite mir hier sieben junge Stiere und sieben Widder!" Num 23:2 Und Balak tat, wie Bileam verlangt hatte. So brachten Balak und Bileam Stiere und Widder auf den Altären dar. Num 23:3 Da sprach Bileam zu Balak: "Bleibe du bei deinem Brandopfer! Ich aber will hingehen. Vielleicht tritt mir der Herr entgegen. Was er mich schauen läßt, melde ich dir." So ging er in die Einsamkeit. Num 23:4 Da begegnete Gott dem Bileam. Und Bileam sprach zu ihm: "Ich habe der Altäre sieben hergerichtet und Stiere und Widder auf den Altären dargebracht." Num 23:5 Da legte der Herr dem Bileam ein Wort in den Mund und sprach: "Zu Balak kehr um und sprich also!" Num 23:6 Da kehrte er zu ihm zurück; er aber stand noch bei seinem Brandopfer, er und alle Häuptlinge Moabs. Num 23:7 Da hob er seinen Spruch an und sprach: "Aus Aram holt mich Balak, / der König Moabs, aus des Ostlands Bergen: / 'Hierher! Verfluch mir Jakob! / Hierher! Beschreie Israel!' Num 23:8 Wie soll ich fluchen dem, dem Gott nicht flucht? / Wie den beschreien, den nicht der Herr beschreit? Num 23:9 Ich seh' es von den Felsenspitzen; / ich schau es von den Hügeln. / fürwahr, ein Volk, das abgesondert wohnt und unter Heiden sich nicht mischt! Num 23:10 Wer zählt denn Jakobs Staub? / Wer mißt denn Israels feinen Staub? / Möcht' ich das Sterben der Gerechten sterben! / Und möcht' mein Ende wie das ihre sein!" Num 23:11 Da sprach Balak zu Bileam: "Was hast du mir getan? Meine Feinde zu verwünschen hole ich dich, und nun segnest du sie." Num 23:12 Da antwortete er und sprach: "Muß ich nicht genau aussprechen, was mir der Herr in den Mund legt?" Num 23:13 Da sprach Balak zu ihm: "Geh mit mir an einen anderen Ort, von wo du es noch sehen kannst! Nur Umrisse brauchst du zu sehen. Ganz brauchst du es nicht zu sehen. So verwünsche es mir von dort!" Num 23:14 So nahm er ihn nach dem Späherfelde zur Höhe des Pisga, baute dort sieben Altäre und opferte Stiere und Widder auf den Altären. Num 23:15 Da sprach Bileam zu Balak: "Bleib hier bei deinem Brandopfer! Ich aber gehe dorthin zu der Begegnung." Num 23:16 Da begegnete der Herr dem Bileam, legte ihm ein Wort in den Mund und sprach- "Kehre zu Balak zurück und rede so!" Num 23:17 Da kam er zu ihm. Er aber stand noch bei seinem Brandopfer, und die Häuptlinge Moabs bei ihm. Und Balak sprach zu ihm: "Was hat der Herr geredet?" Num 23:18 Da hob er seinen Spruch an, also sprechend: "Auf, Balak! Höre / Du, Sohn des Sippor, hör mir zu! Num 23:19 Nicht ist Gott wie ein Mann, daß er Sein Wort nicht hielte, / nicht wie ein Menschenkind, daß er bereute. / Soll er nur reden und nichts tun, / verheißen und dann nichts erfüllen? Num 23:20 Fürwahr, von Segen habe ich vernommen, / er hat gesegnet. Ich kann's nicht wenden. Num 23:21 In Jakob sieht man nichts Verkehrtes; / in Israel schaut man kein Ungemach. / Der Herr, sein Gott, / mit ihm; bei ihm ist Kriegsjubel. Num 23:22 Gott hat es aus Ägypten weggeführt. / Wie Wisents Hörner ist er ihm. Num 23:23 Denn gegen Jakob hilft nicht Zauberkunst / und nicht Beschwörung gegen Israel. / Schon wird es Israel und Jakob angekündigt, / was Gott im Werke hat. Num 23:24 Dies Volk! Wie eine Löwin steht es auf, / erhebt sich einem Löwen gleich, / und legt sich nicht, eh' es den Raub verzehrt / und von Erschlagenen Blut getrunken." Num 23:25 Da sprach Balak zu Bileam: "Verwünschest du es nicht, dann brauchst du es auch nicht zu segnen." Num 23:26 Da antwortete Bileam und sprach zu Balak: "Habe ich dir nicht gesagt: 'Ich tue, was der Herr mir sagt'?" Num 23:27 Da sprach Balak zu Bileam: "So geh! Ich nehme dich an einen anderen Ort. Vielleicht ist es Gott genehm, daß du es von dort aus mir verfluchst." Num 23:28 Und Balak nahm Bileam auf den Gipfel des Peor, der auf das Ödland herabschaut. Num 23:29 Da sprach Bileam zu Balak: "Bau mir hier der Altäre sieben und richte mir hier sieben junge Stiere und sieben Widder her!" Num 23:30 Da tat Balak, wie Bileam gesagt, und opferte auf den Altären Stiere und Widder. Num 24:1 Bileam aber sah, daß es dem Herrn gefiel, Israel zu segnen. So ging er nicht, wie die vorigen Male, auf Bannsprüche aus, sondern wandte sein Antlitz zur Wüste. Num 24:2 Und Bileam erhob seine Augen. Da sah er Israel nach Stämmen gelagert. Und ein Gottesgeist kam über ihn. Num 24:3 Er hob seinen Spruch an und sprach: "Der Spruch des Beorsohnes Bileam, / der Spruch des Mannes mit erschloßnen Augen, Num 24:4 des Mannes Spruch, der Gottesworte hört / und des Allmächtigen Gesichte schaut, / der niederfällt und doch die Augen öffnet. Num 24:5 'Wie schön sind deine Zelte, Jakob, / und Israel, deine Wohnungen! Num 24:6 Wie Bachgründe, geweitet, / wie Gärten an dem Strome, / wie Eichen, von dem Herrn gepflanzt, / wie Zedern am Gewässer! Num 24:7 Sein Wasser quillt gesund hervor; / an vielen Wassern seine Saat. / Sein Reich ist größer noch als das des Adad, / und seine Herrschaft ausgedehnter. Num 24:8 Gott hat es aus Ägypten weggeführt. / Es ist Ihm wie des Wisents Hörner. / Es frißt die Heiden, seine Feinde, / und ihr Gebein zermalmt es und ihre Gliedmaßen zerbricht es. Num 24:9 Es kauert, lagert wie ein Löwe, / wie eine Löwin. Wer wagt, sie aufzustören? / Gesegnet, wer dich segnet! / Verflucht, wer dich verflucht!'" Num 24:10 Da entbrannte Balaks Zorn wider Bileam, und er schlug die Hände zusammen. Dann sprach Balak zu Bileam: "Meine Feinde zu verwünschen, habe ich dich berufen. Und nun segnest du sie dreimal. Num 24:11 Jetzt geh eilends heim! Ich dachte, dich reichlich zu lohnen. Doch der Herr hat dich um den Lohn gebracht." Num 24:12 Da sprach Bileam zu Balak: "Habe ich nicht schon deinen Boten, die du mir gesandt, gesagt: Num 24:13 'Gäbe Balak mir auch seines Hauses Fülle an Gold und Silber, ich könnte nicht dem Befehle des Herrn zuwiderhandeln, um von mir aus Gutes oder Schlimmes zu tun. Nur was der Herr sagt, werde ich künden.' Num 24:14 Nun gehe ich heim zu meinem Volk. Geh her! Ich will dir verraten, was dies Volk deinem Volk in der Zukunft tun wird." Num 24:15 Und er hob seinen Spruch an und sprach: "Der Spruch des Beorsohnes Bileam, / der Spruch des Mannes mit erschloßnen Augen, Num 24:16 des Mannes Spruch, der Gottesworte hört / und der des Höchsten Denken kennt, / der des Allmächtigen Gesichte schaut, / der niederfällt und doch die Augen öffnet: Num 24:17 'Ich sehe ihn, jedoch nicht jetzt. / Ich schaue ihn, jedoch nicht nahe. / Aufgeht ein Stern aus Jakob; / aufsteigt aus Israel ein Schweifstern, / und er zerschmettert Moabs Hänge; / zu Boden wirft er alle Söhne Sets. Num 24:18 Und Edom wird verwüstet, / und das ihm feindliche Seïr zerstört, / und Israel gewinnt an Macht. Num 24:19 Aus Jakob geht er aus / und er vernichtet selbst den Rest der Stadt.'" Num 24:20 Dann sah er Amalek; da hob er seinen Spruch an, also sprechend: "Der Völker Abneigung ist Amalek; / sein Untergang ist gründlich." Num 24:21 Dann sah er die Keniter; da hob er seinen Spruch an, also sprechend: "Urständig ist dein Sitz, / dein Nest in Felsen eingebaut. Num 24:22 Und doch wird Kain ein Weideplatz. / Wie lange noch, bis weggeführt dich Assur?" Num 24:23 Dann hob er seinen Spruch an, also sprechend: "Weh! Wer will leben bleiben, / wenn Gott dies auferlegt?" Num 24:24 "Von Kittim kommen Schiffe her; / sie beugen Assur und beugen Eber. / Auch dies geht unter." Num 24:25 Dann machte sich Bileam auf und kehrte heim. Auch Balak zog seines Wegs. Num 25:1 Israel aber saß zu Sittim. Da befleckte sich das Volk durch Unzucht mit den Töchtern Moabs. Num 25:2 Diese luden das Volk zu ihren Götteropfern ein. Da aß das Volk und warf sich vor ihren Göttern nieder. Num 25:3 Und Israel paarte sich zu Ehren des Baal Peor ("des Herrn der Fruchtbarkeit"). Da ward der Herr über Israel zornig. Num 25:4 Und der Herr sprach zu Moses: "Nimm dieses Volkes Rädelsführer und setze sie dem Herrn, im Angesicht der Sonne, aus, daß die Zornesglut des Herrn von Israel lasse!" Num 25:5 Da sprach Moses zu den Stämmen Israels: "Töte jeder seine Leute, die sich zu Ehren Baal-Peors gepaart!" Num 25:6 Da kam eben ein israelitischer Mann und führte seinen Stammesgenossen eine gewisse Midianiterin zu, unter den Augen des Moses und der ganzen israelitischen Gemeinde, die an ihren Zelttüren ohne Unterlaß weinten. Num 25:7 Dies sah Eleazars Sohn Pinechas, der Enkel des Priesters Aaron. Da trat er aus der Gemeinde hervor und nahm einen Speer. Num 25:8 Dann ging er dem israelitischen Manne in das innere Gemach nach und durchstach beiden, dem israelitischen Mann und dem Weibe, den Unterleib. Da ward dem Blutbad unter den Israeliten Einhalt getan. Num 25:9 Die Zahl der im Blutbad Gefallenen betrug 24.000. Num 25:10 Da sprach der Herr zu Moses also: Num 25:11 "Pinechas, der Sohn des Eleazar, des Priesters Aaron Enkel, hat von den Israeliten meinen Grimm gewendet, mit meinem Eifer unter ihnen eifernd. Und so habe ich die Israeliten nicht in meinem Eifer aufgerieben. Num 25:12 Darum künde! Ich nehme ihn nachträglich in meinen Bund auf. Num 25:13 Ihm und seinem Stamme nach ihm soll Priesterrecht für alle Zeit gesichert sein, dafür, daß er für seinen Gott geeifert und den Israeliten Sühne verschafft hat!" Num 25:14 Der getötete israelitische Mann aber, der mit der Midianiterin erschlagen worden war, hieß Zimri, der Sohn Salus, des Fürsten einer Familie der Simeoniten. Num 25:15 Und das getötete midianitische Weib hieß Kozbi, die Tochter Surs, des Sippenhäuptlings einer midianitischen Familie. Num 25:16 Der Herr sprach zu Moses: Num 25:17 "Befehdet die Midianiter! Schlagt sie! Num 25:18 Denn sie befehden euch durch ihre Ränke, mit denen sie euch durch Peor umgarnt haben, und durch ihre Schwester Kozbi, diese midianitische Fürstentochter, die am Tage des Blutbades getötet ward, das wegen Peor angerichtet wurde." - Es war nach dem Blutbad. (26:1) Da sprach der Herr zu Moses und Eleazar, dem Sohn des Priesters Aaron: Num 26:2 "Nehmt die Gesamtzahl der ganzen israelitischen Gemeinde auf, von zwanzig Jahren aufwärts, nach Familien, alle Heerespflichtigen in Israel!" Num 26:3 Da ließen Moses und der Priester Eleazar sie in den Steppen Moabs, am Jordan bei Jericho, zur Musterung kommen, Num 26:4 Von zwanzig Jahren aufwärts, wie der Herr dem Moses befohlen. Die Israeliten, die aus dem Lande Ägypten ausgezogen waren: Num 26:5 Israels Erstgeborener Ruben: Rubens Söhne: Chanok mit der Sippe der Chanokiter, Pallu mit der der Palluiter, Num 26:6 Chesron mit der der Chesroniter, Karmi mit der der Karmiter. Num 26:7 Das sind die Sippen der Rubeniter; die Zahl ihrer Ausgemusterten betrug 43.730. Num 26:8 Pallus Söhne: Eliab. Num 26:9 Eliabs Söhne waren Nemuel, Datan und Abiram. Datan und Abiram waren die von der Rotte Berufenen, die wider Moses und Aaron unter der Rotte Korachs gehadert, als sie im Hader mit dem Herrn lagen, Num 26:10 worauf die Erde ihren Schlund auftat und sie mit Korach verschlang, während die Rotte umkam, indem das Feuer die 250 Mann verzehrte, so daß sie zu einem Zeichen wurden. Num 26:11 Die Söhne Korachs aber kamen nicht um. Num 26:12 Simeons Söhne nach ihren Sippen: Nemuel mit der Sippe der Nemueliter, Jamin mit der der Jaminiter, Jakin mit der der Jakiniter, Num 26:13 Zerach mit der der Zerachiter, Saul mit der der Sauliter. Num 26:14 Dies sind die Sippen der Simeoniter 22.200. Num 26:15 Gads Söhne nach ihren Sippen: Sephon mit der der Sephoniter, Chaggi mit der der Chaggiter, Suni mit der der Suniter, Num 26:16 Ozni mit der der Ozniter, Eri mit der der Eriter. Num 26:17 Arod mit der der Aroditer, Areli mit der der Areliter. Num 26:18 Das sind die Sippen der Gadsöhne nach ihren Gemusterten, 40.500. Num 26:19 Judas Söhne waren Er und Onan. Er und Onan aber waren im Lande Kanaan gestorben. Num 26:20 Judas Söhne nach ihren Sippen waren dies: Sela mit der der Selaniter, Peres mit der der Persiter. Zerach mit der der Zarchiter. Num 26:21 Des Peres Söhne waren diese: Chesron mit der Sippe der Chesroniter, Chamul mit der der Chamuliter. Num 26:22 Dies sind Judas Sippen nach ihren Gemusterten, 76.500. Num 26:23 Issakars Söhne nach ihren Sippen waren: Tola mit der der Tolaiter, Puwwa mit der der Puniter. Num 26:24 Jasub mit der der Jasubiter, Simron mit der der Simroniter. Num 26:25 Dies sind Issakars Sippen nach ihren Gemusterten, 64.300. Num 26:26 Zabulons Söhne nach ihren Sippen: Sered mit der der Serditer, Elon mit der der Eloniter, Jachleel mit der der Jachleeliter. Num 26:27 Dies sind die Sippen der Zabuloniter nach ihrem Gemusterten, 60.500. Num 26:28 Josephs Söhne nach ihren Sippen: Manasse und Ephraim. Num 26:29 Manasses Söhne: Makir mit der Sippe der Makiriter. Makir zeugte Gilead. Von Gilead die Sippe der Gileaditer. Num 26:30 Dies sind die Söhne Gileads: Jezer mit der Sippe der Jezriter, Chelek mit der der Chelkiter, Num 26:31 Asriel mit der der Asrieliter, Sekem mit der der Sikmiter, Num 26:32 Semida mit der der Semidaiter, Chepher mit der der Chephriter. Num 26:33 Selophchad, Chephers Sohn, hatte keine Söhne, nur Töchter. Selophchads Töchter hießen Machla, Noa, Chogla, Milka und Tirsa. Num 26:34 Dies sind die Sippen Manasses, und ihrer Gemusterten waren es 52.700. Num 26:35 Dies sind Ephraims Söhne nach ihren Sippen: Sutelach mit der der Sutalchiter, Beker mit der der Bakriter, Tachan mit der der Tachaniter. Num 26:36 Dies sind Sutelachs Söhne: Eran mit der Sippe der Eraniter. Num 26:37 Dies sind die Sippen der Söhne Ephraims nach ihren Gemusterten, 32.500. Dies sind die Josephsöhne nach ihren Sippen. Num 26:38 Benjamins Söhne nach ihren Sippen: Bela mit der der Baliter, Asbel mit der der Asbeliter, Achiram mit der der Achiramiter, Num 26:39 Sephupham mit der der Suphamiter, Chupham mit der der Chuphainiter. Num 26:40 Belas Söhne waren Ard und Naaman, Ard mit der Sippe der Arditer, Naaman mit der der Naamaniter. Num 26:41 Dies sind Benjamins Söhne nach ihren Sippen, und ihrer Gemusterten waren es 45.600. Num 26:42 Dies sind Dans Söhne nach ihren Sippen: Sucham mit der der Suchamiter. Das sind Dans Sippen mit ihren Sippen. Num 26:43 Alle Sippen der Suchamiter nach ihren Gemusterten waren es 64.400. Num 26:44 Assers Söhne nach ihren Sippen: Jimna mit der des Jimna, Jiswi mit der der Iswiter, Beria mit der der Beriiter. Num 26:45 Von den Söhnen Berias: Cheber mit der Sippe der Chebriter, Malkiel mit der der Malkieliter. Num 26:46 Assers Tochter hieß Serach. Num 26:47 Dies sind die Sippen der Söhne Assers nach ihren Gemusterten, 53.400. Num 26:48 Naphtalis Söhne nach ihren Sippen: Jachseel mit der der Jachseeliter, Guni mit der der Guniter, Num 26:49 Jeser mit der der Isriter, Sillem mit der Sillemiter. Num 26:50 Das sind die Sippen Naphtalis nach ihren Sippen, und ihrer Gemusterten waren es 45.400. Num 26:51 Dies sind die Gemusterten der Söhne Israels: 601.730. Num 26:52 Und der Herr sprach zu Moses: Num 26:53 "Diesen soll das Land als eigen zugeteilt werden nach Namenzahl! Num 26:54 Du sollst dem, der viel zählt, viel Besitz geben und dem, der wenig zählt, wenig! Nach den Ausgemusterten werde sein Besitz jedem gegeben! Num 26:55 Doch soll das Land durchs Los verteilt werden! Sie sollen es nach den Namen ihrer väterlichen Stämme erhalten. Num 26:56 Sein Besitz soll nach dem Los verteilt werden zwischen dem, der viel, und dem, der wenig zählt!" Num 26:57 Dies sind die aus Levi Ausgemusterten nach ihren Sippen: Gerson mit der der Gersoniter, Kehat mit der der Kehatiter, Merari mit der der Merariter. Num 26:58 Dies sind die Sippen Levis: die der Libniter, die der Chebroniter, die der Machliter, die der Musiter, die der Korchiter. Kehat zeugte Amram. Num 26:59 Amrams Weib hieß Jokebed, Levis Tochter, die Levi in Ägypten geboren ward. Sie gebar dem Amram Aaron und Moses sowie ihre Schwester Mirjam. Num 26:60 Aaron wurden Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar geboren. Num 26:61 Nadab aber und Abiram mußten sterben, als sie vor dem Herrn unbefugt Feuer darbrachten. Num 26:62 Ihre Ausgemusterten beliefen sich auf 23.000, alles Männliche von einem Monat aufwärts. Denn sie waren nicht mit den anderen Israeliten gemustert worden, weil ihnen kein Besitz inmitten der Israeliten geworden war. Num 26:63 Das sind die von Moses und dem Priester Eleazar Gemusterten. Sie hatten die Israeliten in den Steppen Moabs am Jordan bei Jericho gemustert. Num 26:64 Unter diesen war keiner mehr von den durch Moses und den Priester Aaron Gemusterten. Diese hatten die Israeliten in der Wüste Sinai gemustert. Num 26:65 Denn der Herr hatte zu ihnen gesagt, sie müßten in der Wüste sterben. So war keiner von ihnen mehr übrig, außer Jephunnes Sohn Kaleb und Josue, Nuns Sohn. Num 27:1 Herzu traten die Töchter Selophchads, des Sohnes Chephers, des Enkels Gileads, des Sohnes Makirs, des Enkels Manasses, von den Sippen Manasses, des Josephsohnes. Seine Töchter hießen Machla, Noa, Chogla, Milka und Tirsa. Num 27:2 Sie traten vor Moses und vor den Priester Eleazar, vor die Fürsten und die Gesamtgemeinde vor der Pforte des Festgezeltes mit den Worten: Num 27:3 "Unser Vater ist in der Wüste gestorben. Doch er ist nicht bei der Rotte gewesen, die sich gegen den Herrn zusammenrottete, bei der Rotte Korachs. Er ist um seiner eigenen Sünde willen gestorben. Er hatte aber keine Söhne gehabt. Num 27:4 Warum soll unseres Vaters Namen aus seiner Sippe getilgt werden, bloß, weil er keinen Sohn hat? Gib uns Besitztum unter unseres Vaters Brüdern" Num 27:5 Und Moses brachte ihre Rechtssache vor den Herrn. Num 27:6 Da sprach der Herr zu Moses also: Num 27:7 "Selophchads Töchter haben recht geredet. Gib ihnen unter ihres Vaters Brüdern einen Besitz und überweise ihnen ihres Vaters Besitz! Num 27:8 Und zu den Söhnen Israels sprich so: 'Stirbt ein Mann und hat keinen Sohn, dann überweist seiner Tochter seinen Besitz! Num 27:9 Hat er aber keine Tochter, so gebt seinen Besitz seinen Brüdern! Num 27:10 Hat er aber keine Brüder, so gebt seinen Besitz den Brüdern seines Vaters! Num 27:11 Hat aber sein Vater keine Brüder, so gebt sein Besitztum seinem Blutsverwandten in seiner Sippe, daß er es erbe! Das sei den Israeliten Rechtssatzung, wie der Herr dem Moses geboten hat.'" Num 27:12 Und der Herr sprach zu Moses: "Steig auf die Uferberge hier! Beschaue das Land, das ich den Söhnen Israels gebe! Num 27:13 Hast du es gesehen, dann wirst du zu deinen Stammesgenossen aufgenommen, wie dein Bruder Aaron aufgenommen worden ist, Num 27:14 weil ihr meinem Worte in der Wüste Sin widersprochen habt, als die Gemeinde haderte und ihr mich vor ihren Augen durch das Wasser hättet rechtfertigen sollen. Das ist das Haderwasser bei Kades in der Wüste Sin." Num 27:15 Und Moses sprach zum Herrn: Num 27:16 "Der Herr, der Gott der Geister in allem Fleisch, bestelle über die Gemeinde einen Mann, Num 27:17 der vor ihnen ausziehe und vor ihnen heimkomme und sie aus- und heimführe, daß des Herrn Gemeinde nicht sei wie Schafe ohne Hirten!" Num 27:18 Da sprach der Herr zu Moses: "Wähle dir Josue, den Sohn des Nun! Das ist ein Mann, in dem Geist ist. Leg deine Hand auf ihn! Num 27:19 Stelle ihn dem Priester Eleazar und der Gemeinde vor und bestelle ihn vor ihren Augen! Num 27:20 Leg von deiner Würde auf ihn, damit die ganze israelitische Gemeinde gehorche! Num 27:21 Vor den Priester Eleazar trete er, daß dieser vor dem Herrn die Entscheidung der Lose für ihn befrage! Auf sein Geheiß sollen sie ausziehen und auf sein Geheiß heimkommen, er und alle Söhne Israels, die Gesamtgemeinde!" Num 27:22 Da tat Moses, wie ihm der Herr befohlen hatte. Er wählte Josue und stellte ihn dem Priester Eleazar und der ganzen Gemeinde vor. Num 27:23 Dann legte er ihm seine Hände auf und setzte ihn ein, wie es der Herr durch Moses angeordnet hatte. Num 28:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 28:2 "Befiehl den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Ihr sollt mir pünktlich meine Opfergabe bringen, meine Speise, als Mahl süßen Duftes zu seiner Zeit!' Num 28:3 Und sprich zu ihnen: 'Das ist das Mahl, das ihr dem Herrn darbringen sollt: Zwei fehlerlose, noch nichtjährige Lämmer Tag für Tag als stetig Brandopfer! Num 28:4 Das eine Lamm sollst du am Morgen bereiten, das andere zwischen den Abendstunden! Num 28:5 Dazu ein Zehntel Scheffel feines Mehl, mit einem vierter Krug Öl zerstoßener Oliven angemacht, zum Speiseopfer! Num 28:6 Das stetige Brandopfer, das am Berge Sinai eingesetzt ward, zum süßen Duft als Mahl für den Herrn! Num 28:7 Ein vierter Krug sei sein Trankopfer für jedes Lamm! Spende dem Herrn das Bieropfer im Heiligtum! Num 28:8 Das zweite Lamm sollst du zwischen den Abendstunden bereiten! Du sollst es mit dem gleichen Speiseopfer, wie am Morgen, bereiten, und mit seinem Trankopfer als Mahl süßen Duftes für den Herrn! Num 28:9 Am Sabbattage zwei fehlerlose, noch nicht jährige Lämmer sowie zwei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, zum Speiseopfer und zu seinem Trankopfer! Num 28:10 Das ist das stetige Sabbatbrandopfer neben dem stetigen Brandopfer und seinem Trankopfer. Num 28:11 Je am ersten Tage eurer Monde sollt ihr als Brandopfer dem Herrn zwei junge Stiere bringen, einen Widder, sieben fehlerlose, noch nicht jährige Lämmer, Num 28:12 dazu drei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, für das Speiseopfer auf jeden Stier, zwei Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, für das Speiseopfer auf jeden Widder, Num 28:13 ein Zehntel feines Mehl, mit Öl bereitet, für das Speiseopfer auf jedes Lamm, als Brandopfer von süßem Duft, als Mahl für den Herrn! Num 28:14 Bei ihren Trankopfern soll ein halber Krug auf jeden Farren kommen, ein dritter Krug auf jeden Widder, ein Viertel Wein auf jedes Lamm! Das ist das Opfer, das an jedem Neumond des ganzen Jahres darzubringen ist. Num 28:15 Als Sündopfer diene dem Herrn ein Ziegenbock! Man soll ihn und sein Trankopfer zum stetigen Brandopfer bereiten! Num 28:16 Am vierzehnten des ersten Monds ist Passah für den Herrn. Num 28:17 Am fünfzehnten desselben Monds ist Festfeier. Sieben Tage soll nur ungesäuertes Brot gegessen werden! Num 28:18 Am ersten Tag ist Vorlesung im Heiligtum. Da dürft ihr keine Werktagsarbeit tun. Num 28:19 Als Opfermahl für den Herrn bringt zwei junge Stiere, einen Widder, sieben noch nicht jährige Lämmer! Sie sollen bei euch fehlerlos sein! Num 28:20 Dann sollt ihr als ihr Speiseopfer feines Mehl herrichten, mit Öl bereitet, drei Zehntel zum Stier, zwei Zehntel zum Widder! Num 28:21 Zu dem der sieben Lämmer nur ein Zehntel! Num 28:22 Und einen Bock zum Sündopfer, um euch Sühne zu schaffen! Num 28:23 So sollt ihr diese bereiten, ganz abgesehen vom Morgenbrandopfer, das ein stetiges Brandopfer ist! Num 28:24 Die gleichen sollt ihr Tag für Tag sieben Tage lang bereiten, als Mahl für den Herrn von süßem Duft! Man soll sie neben dem stetigen Brandopfer und dem dazu gehörenden Trankopfer noch bereiten! Num 28:25 Am siebten Tage sollt ihr Vorlesung am Heiligtum abhalten! Da dürft ihr keine Werktagsarbeit tun. Num 28:26 Am Tage der Erstlinge bringt dem Herrn ein neues Speiseopfer dar! An eurem Wochenfeste haltet Vorlesung im Heiligtum ab! Da dürft ihr keine Werktagsarbeit tun. Num 28:27 An Brandopfern zu süßem Duft für den Herrn bringt zwei junge Stiere, einen Widder, sieben noch nicht jährige Lämmer! Num 28:28 Und als ihr Speiseopfer feines Mehl, mit Öl bereitet, drei Zehntel zum Stier, zwei Zehntel zum Widder, Num 28:29 ein Zehntel für jedes dieser sieben Lämmer, Num 28:30 und einen Ziegenbock, um Sühne euch zu schaffen! Num 28:31 Abgesehen vom stetigen Brandopfer und seinem Speiseopfer sollt ihr diese bereiten! Sie sollen bei euch fehlerlos sein, ebenso ihre Trankopfer!'" Num 29:1 "'Am ersten Tage des siebten Mondes sollt ihr Vorlesung am Heiligtum halten! Da dürft ihr keine Werktagsarbeit tun. Er sei euch ein Tag des Jubels! Num 29:2 Als Brandopfer zu süßem Duft für den Herrn bereitet einen jungen Farren, einen Widder, sieben fehlerlose, noch nicht jährige Lämmer! Num 29:3 Dazu als Speiseopfer feines Mehl, mit Öl bereitet, drei Zehntel für den Stier, zwei Zehntel für den Widder, Num 29:4 ein Zehntel für jedes der sieben Lämmer! Num 29:5 Und einen Ziegenbock als Sündopfer, um euch Sühne zu schaffen, Num 29:6 abgesehen vom Neumondbrandopfer und seinem Speiseopfer sowie vom stetigen Brandopfer und seinem Speiseopfer und ihren Trankopfern, wie es sich gebührt, zu süßem Duft als Mahl für den Herrn! Num 29:7 Am zehnten Tage desselben Mondes sollt ihr am Heiligtum Vorlesung hatten und euch kasteien! Keinerlei Arbeit dürft ihr tun. Num 29:8 Als Brandopfer dem Herrn zu süßem Duft bringt einen jungen Farren, einen Widder, sieben noch nicht jährige Lämmer dar! Sie sollen bei euch fehlerlos sein! Num 29:9 Und als ihr Speiseopfer feines Mehl, mit Öl bereitet, drei Zehntel für den Stier, zwei Zehntel für den Widder, Num 29:10 ein Zehntel für jedes der sieben Lämmer! Num 29:11 Und einen Bock als Sündopfer noch zum Sündopfer für Entsündigung und zum stetigen Brandopfer und zu seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:12 Am fünfzehnten des siebten Monats sollt ihr Vorlesung am Heiligtum halten! Da dürft ihr keine Werktagsarbeit tun! Feiert ein Fest dem Herrn sieben Tage lang! Num 29:13 Als Opfermahl süßen Duftes für den Herrn bringt dreizehn junge Stiere dar, zwei Widder und vierzehn noch nichtjährige, fehlerlose Lämmer! Num 29:14 Und als ihr Speiseopfer feines Mehl, mit Öl bereitet, je drei Zehntel zu jedem der dreizehn Farren, je zwei Zehntel für die beiden Widder, Num 29:15 ein Zehntel für jedes der vierzehn Lämmer, Num 29:16 und einen Ziegenbock als Sündopfer außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:17 Am zweiten Tage zwölf junge Stiere, zwei Widder und vierzehn noch nicht jährige, fehlerlose Lämmer, Num 29:18 dazu ihre Speise- und ihre Trankopfer zu diesen Farren, Widdern, Lämmern nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:19 und einen Ziegenbock als Sündopfer noch außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:20 Am dritten Tage elf junge Stiere, zwei Widder und vierzehn noch nicht jährige, fehlerlose Lämmer, Num 29:21 dazu ihre Speise- und ihre Trankopfer zu diesen Farren, Widdern, Lämmern nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:22 und einen Ziegenbock als Sündopfer noch außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:23 Am vierten Tage zehn junge Stiere, zwei Widder und vierzehn noch nicht jährige, fehlerlose Lämmer, Num 29:24 dazu ihre Speise- und ihre Trankopfer zu diesen Farren, Widdern, Lämmern nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:25 und einen Ziegenbock als Sündopfer noch außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:26 Am fünften Tage neun junge Stiere, zwei Widder und vierzehn noch nicht jährige, fehlerlose Lämmer, Num 29:27 dazu ihre Speise- und ihre Trankopfer zu diesen Farren, Widdern, Lämmern nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:28 und einen Ziegenbock als Sündopfer noch außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:29 Am sechsten Tage acht junge Stiere, zwei Widder und vierzehn noch nicht jährige, fehlerlose Lämmer, Num 29:30 dazu ihre Speise- und ihre Trankopfer zu diesen Farren, Widdern, Lämmern nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:31 und einen Ziegenbock als Sündopfer noch außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:32 Am siebten Tage sieben junge Stiere, zwei Widder und vierzehn noch nicht jährige, fehlerlose Lämmer, Num 29:33 dazu ihre Speise- und ihre Trankopfer zu diesen Farren, Widdern, Lämmern nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:34 und einen Ziegenbock als Sündopfer noch außer dem stetigen Brandopfer und seinem Speise- und Trankopfer. Num 29:35 Am achten Tage haltet Festversammlung ab! Da dürft ihr keine Werktagsarbeit tun! Num 29:36 An Brandopfern als ein Mahl süßen Duftes für den Herrn bringt einen Farren, einen Widder, sieben fehlerlose noch nicht jährige Lämmer dar, Num 29:37 sodann ihr Speise- und ihr Trankopfer zum Farren, zum Widder und zu den Lämmern, nach ihrer Zahl, wie es sich gebührt, Num 29:38 und einen Bock als Sündopfer außer dem regelmäßigen Brandopfer, sowie sein Speise- und Trankopfer! Num 29:39 An euren Festen sollt ihr sie für den Herrn bereiten, abgesehen von den Brand- und Speiseopfern, die ihr gelobet oder freiwillig darbringt, sowie den Trank- und Dankopfern!'" Num 29:40 (30:1) Und Moses redete zu den Israeliten so, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Num 30:1 (30:2) Und Moses redete mit den Stammeshäuptern der Israeliten also: "Das ist es, was der Herr befiehlt: Num 30:2 (30:3) 'Macht einer ein Gelübde dem Herrn oder schwört er einen Eid, wodurch er seiner Seele eine Bindung aufbindet, so darf er sein Wort nicht brechen! So, wie er es ausgesprochen, soll er handeln! Num 30:3 (30:4) Macht aber ein Weib dem Herrn ein Gelöbnis und bindet sich in ihres Vaters Haus im Ledigstand eine Bindung auf Num 30:4 (30:5) und ihr Vater hört vom Gelöbnis und der Bindung, die sie ihrer Seele aufgebunden, und schweigt ihr Vater dazu, dann gelten all die Gelübde, und jede Bindung, die sie auf ihre Seele gebunden, gilt. Num 30:5 (30:6) Wenn aber ihr Vater am Tage, an dem er es hört, ihr wehrt, dann gelten all die Gelübde und Bindungen nicht, die sie auf ihre Seele gebunden. Der Herr vergibt ihr, weil ihr Vater ihr gewehrt. Num 30:6 (30:7) Sollte sie aber eines Mannes werden, solange die Gelübde oder sonst ein unbedacht gesprochen Wort, das sie auf ihre Seele gebunden, auf ihr lasten Num 30:7 (30:8) und ihr Mann hört davon und schweigt, nachdem er es gehört, dann gelten die Gelübde, ebenso die Bindung, die sie ihrer Seele aufgebunden. Num 30:8 (30:9) Doch wehrt ihr Mann es ihr, wenn er davon hört, so zerreißt er ihr Gelübde, das ihr obliegt, sowie das unbedacht gesprochene Wort, das sie auf ihre Seele gebunden. Der Herr verzeiht es ihr. Num 30:9 (30:10) Das Gelübde einer Witwe und einer Verstoßenen, überhaupt alles, was sie auf ihre Seele gebunden, gilt für sie. Num 30:10 (30:11) Macht sie aber im Hause ihres Mannes ein Gelübde oder bindet sie durch Eid eine Bindung auf ihre Seele Num 30:11 (30:12) und hört ihr Mann davon, doch schweigt er dazu, ohne ihr zu wehren, dann sind alle ihre Gelübde gültig, ebenso gilt jede Bindung, die sie auf ihre Seele gebunden. Num 30:12 (30:13) Zerreißt ihr Mann sie aber an dem Tage, an dem er davon hört, so gilt nichts von dem, was sie ausgesprochen, sei es Gelöbnis oder Bindung. Ihr Mann hat sie zerrissen. Der Herr wird ihr verzeihen. Num 30:13 (30:14) Jedes Gelübde und allen Bindungsschwur zur Beugung der Seele bestätigt ihr Mann und ihr Mann zerreißt es. Num 30:14 (30:15) Schweigt aber ihr Mann dazu von Tag zu Tag, so bestätigt er alle Gelübde oder all ihre Bindungen, die ihr obliegen. Er bestätigt sie; denn er hat dazu geschwiegen an dem Tage, an dem er es gehört. Num 30:15 (30:16) Zerreißt er sie dann noch, nachdem er davon gehört, so lädt er ihre Schuld auf sich.'" Num 30:16 (30:17) Das sind die Gesetze, die der Herr dem Moses gab für das Verhältnis zwischen Mann und Weib, zwischen dem Vater und seiner ledigen Tochter im Vaterhaus. Num 31:1 Der Herr sprach zu Moses: Num 31:2 "Nimm Rache an den Midianitern für Israels Söhne! Danach wirst du zu deinen Stammesgenossen aufgenommen werden." Num 31:3 Und Moses sprach zu dem Volke: "Wählt unter euch die tüchtigsten der Männer zu einem Kriegszug! Sie sollen über Midian kommen, um an Midian die Unbill am Herrn zu rächen! Num 31:4 Je tausend von allen Stämmen Israels sendet zum Heer!" Num 31:5 Da wurden aus den Geschlechtern Israels je tausend von jedem Stamm aufgerufen, 12.000, die Auslese des Heeres. Num 31:6 Moses sandte sie nun, je tausend von jedem Stamm, zum Zuge aus und Eleazars Sohn Pinechas als Feldpriester. Er hatte die heiligen Geräte, die Lärmtrompeten, bei sich. Num 31:7 So zogen sie gen Midian zu Feld, wie der Herr dem Moses befohlen, und schlugen alles Männliche. Num 31:8 Auch schlugen sie Midians Könige zu den anderen von ihnen Geschlagenen, Ewi, Rekem, Sur, Chur und Reba, die fünf Könige Midians. Auch Beors Sohn Bileam hatten sie mit dem Schwert geschlagen. Num 31:9 Dann führten die Israeliten die Weiber und Kinder Midians gefangen fort, und all ihre Lasttiere und all ihr Herdenvieh erbeuteten sie, ihre ganze Habe. Num 31:10 Und alle ihre Gehöfte in ihren Siedlungen und alle ihre Zeltlager steckten sie in Brand. Num 31:11 Dann nahmen sie allen Raub und alle Beute an Mensch und Vieh Num 31:12 und brachten sie zu Moses und dem Priester Eleazar und zur israelitischen Gemeinde, die Gefangenen, die Beute und den Raub zum Lager in Moabs Steppen am Jordan bei Jericho. Num 31:13 Da gingen Moses und der Priester Eleazar mit allen Edlen der Gemeinde ihnen entgegen vor das Lager hinaus. Num 31:14 Moses aber ward über die Heerführer zornig, über die Hauptleute der Tausend und der Hundert, die vom Kriegszug kamen. Num 31:15 Und Moses sprach zu ihnen: "Habt ihr alles Weibliche am Leben gelassen? Num 31:16 Gerade sie haben den Söhnen Israels, nach Bileams Wort, dazu gedient, um Peors willen dem Herrn die Treue zu brechen, daß ein Gemetzel in des Herrn Gemeinde ward. Num 31:17 Nun tötet alles Männliche unter den Kindern! Und jedes Eheweib tötet! Num 31:18 Dagegen laßt für euch am Leben alle noch unverehelichten Mädchen! Num 31:19 Ihr selbst bleibt sieben Tage außerhalb des Lagers, jeder, der eine Person tötet, und jeder, der Erschlagene berührt hat. Ihr müßt am dritten und siebten Tage euch entsündigen samt euren Mannen. Num 31:20 Ebenso müßt ihr jedes Gewand und jedes Lederzeug und jedes Ziegenhaarwerk und alles Holzgerät entsündigen." Num 31:21 Und der Priester Eleazar sprach zu den Kriegsleuten, die in den Kampf gezogen waren: "Dies ist die Weisung des Gesetzes, das der Herr dem Moses geboten: Num 31:22 Gold und Silber, Kupfer, Eisen, Zinn und Blei, Num 31:23 alles, was in das Feuer kommen kann, sollt ihr durchs Feuer gehen lassen! Dann ist es rein. Jedoch muß es mit Reinigungswasser entsündigt werden. Was aber nicht ins Feuer kommen kann, laßt durchs Wasser gehen! Num 31:24 Wascht eure Kleider am siebten Tage! Dann seid ihr rein. Hernach dürft ihr ins Lager kommen." Num 31:25 Der Herr sprach zu Moses: Num 31:26 "Die Hauptbeute an Menschen und Vieh nimm auf, du und der Priester Eleazar und die Familienhäupter der Gemeinde, Num 31:27 und gib von der Beute eine Hälfte denen, die gekämpft und ins Feld gezogen sind, die andere der Gesamtgemeinde! Num 31:28 Dann erhebe eine Abgabe für den Herrn von den Kriegern, die ins Feld gezogen, ein Stück von je fünfhundert, von Menschen, Rindern, Eseln, Schafen! Num 31:29 Von ihrer Hälfte sollt ihr sie nehmen! Gib sie als Abgabe für den Herrn dem Priester Eleazar! Num 31:30 Und von der Hälfte der Söhne Israels sollst du immer eins von fünfzig dir herausgreifen aus Menschen, Rindern, Eseln, Schafen und allem anderen Vieh! Gib sie den Leviten, die des Dienstes an der Wohnstätte des Herrn warten!" Num 31:31 Moses und der Priester Eleazar taten, wie der Herr dem Moses befahl. Num 31:32 Da belief sich der Gewinn, nach Abzug der Beute, die das Kriegsvolk für sich erbeutete, auf 675.000 Schafe, Num 31:33 72.000 Rinder Num 31:34 und 61.000 Esel. Num 31:35 Von Menschenwesen betrug die Zahl der weiblichen ledigen Personen insgesamt 32.000 Seelen. Num 31:36 Der halbe Anteil, der den ins Feld Gezogenen zufiel, betrug 337.500 Schafe, Num 31:37 die Abgabe von den Schafen für den Herrn 675, Num 31:38 ferner 36.000 Rinder, die Abgabe davon für den Herrn 72, Num 31:39 ferner 30.500 Esel, die Abgabe hiervon für den Herrn 61, Num 31:40 und 16.000 menschliche Personen, die Abgabe davon für den Herrn 32 Seelen. Num 31:41 Und Moses überwies die Abgabe der Weihegabe des Herrn dem Priester Eleazar, wie der Herr dem Moses befahl. Num 31:42 Aus der für die Israeliten bestimmten Hälfte, die Moses von der der Kriegsleute aussonderte Num 31:43 - die der Gemeinde bestimmte Hälfte betrug 337.500 Schafe, Num 31:44 36.000 Rinder, Num 31:45 30.500 Esel Num 31:46 und 16.000 Menschen -, Num 31:47 aus der den Israeliten bestimmten Hälfte also griff Moses immer eins von fünfzig heraus, aus Menschen und Tieren, und übergab sie den Leviten, die des Dienstes an des Herrn Wohnung warteten, wie der Herr dem Moses befohlen. Num 31:48 Da traten zu Moses die Anführer der Tausendschaften des Heeres, die Hauptleute der Tausendschaften und die der Hundertschaften Num 31:49 und sprachen zu Moses: "Deine Diener haben die Gesamtzahl aller Leute für den Kriegszug aufgenommen, der unter unserer Führung geschehen ist, und nicht ein Mann wird von uns vermißt. Num 31:50 So bringen wir als Opfergabe für den Herrn, was jeder gefunden hat an goldenen Geräten, Armketten und Spangen, Fingerringen, Ohrringen und Geschmeide, um uns vor dem Herrn zu entsühnen." Num 31:51 Da nahmen Moses und der Priester Eleazar von ihnen das Gold, lauter Gefäße kunstvoller Arbeit. Num 31:52 Alles Gold der Weihegabe, die sie dem Herrn darbrachten, belief sich auf 16.750 Korn Ringe von den Hauptleuten der Tausendschaften und den der Hundertschaften. Num 31:53 Die gemeinen Krieger aber hatten jeder für sich die Beute behalten. Num 31:54 So nahmen Moses und der Priester Eleazar das Gold von den Hauptleuten der Tausendschaften und der Hundertschaften und brachten es ins Festgezelt, zum Andenken für die Israeliten vor dem Herrn. Num 32:1 Rubens und Gads Söhne aber hatten einen großen, überreichen Herdenstand. Sie sahen nun das Land Jazer und das Land Gilead. Die Gegend aber war eine Herdengegend. Num 32:2 So kamen Gads und Rubens Söhne und sprachen zu Moses und dem Priester Eleazar, sowie zu den Edlen der Gemeinde: Num 32:3 "Atarot, Dibon, Jazer, Nimra, Chesbon, Elale, Sebam, Nebo, Beon, Num 32:4 das Land, das der Herr vor der israelitischen Gemeinde niedergeworfen, ist ein Herdenland, und deine Knechte haben Herden." Num 32:5 Und sie sprachen: "Finden wir in deinen Augen Gnade, so werde dieses Land zum Besitz deinen Knechten verliehen! Siedle uns nicht über dem Jordan an!" Num 32:6 Da sprach Moses zu Gads und Rubens Söhnen: "Sollen eure Brüder in die Schlacht ziehen, und ihr wollt hier bleiben? Num 32:7 Warum hindert ihr das Herz der Söhne Israels, hinüberzuziehen in das Land, das ihnen der Herr gegeben? Num 32:8 So haben eure Väter getan, als ich sie von Kades Barnea zur Besichtigung des Landes gesandt. Num 32:9 Sie kamen bis zum Traubental hinauf und besahen das Land. Dann hinderten sie das Herz der Söhne Israels, ins Land zu kommen, das ihnen der Herr gegeben. Num 32:10 Da geriet der Herr an jenem Tage in Zorn und tat den Schwur: Num 32:11 'Die Männer, die aus Ägypten gezogen, von zwanzig Jahren aufwärts, sollen nie die Gegend sehen, die ich dem Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen habe! Denn sie sind mir nicht voll ergeben gewesen. Num 32:12 Nur der Keniziter Kaleb, Jephunnes Sohn, und Josue, der Sohn des Nun, sind mir voll ergeben gewesen.' Num 32:13 Da ward der Herr zornig über Israel und ließ sie in der Wüste vierzig Jahre umherirren, bis daß ausgestorben war dies Geschlecht, das Böses in des Herrn Augen getan. Num 32:14 Ihr steht nun an eurer Väter Stelle, eine Brut sündiger Menschen, nur um des Herrn Zornesglut über Israel noch zu steigern. Num 32:15 Und wendet ihr euch von ihm ab, so beläßt er es noch länger in der Wüste. So stürzt ihr dies ganze Volk ins Verderben." Num 32:16 Da drangen sie auf ihn ein und sprachen: "Hier wollen wir für unseren Herdenstand Schafhürden bauen und für unsere kleinen Kinder Städte. Num 32:17 Wir selbst aber wollen als Vortrupp den Israeliten voranziehen, bis daß wir sie an ihren Ort gebracht. Doch unsere kleinen Kinder sollen vor des Landes Insassen in festen Städten sitzen. Num 32:18 In unsere Häuser kehren wir nicht zurück, bis von den Israeliten jeder zu seinem Besitz gelangt ist. Num 32:19 Denn wir wollen nicht mit ihnen zusammen über dem Jordan und weiterhin Besitz bekommen, wenn uns unser Besitz östlich über dem Jordan zufällt." Num 32:20 Da sprach Moses zu ihnen: "Wollt ihr das tun, wollt ihr vor dem Herrn sturmbereit zum Kampf voranschreiten Num 32:21 und überschreitet ihr vor dem Herrn, jeder von euch sturmbereit, den Jordan, bis daß er seine Feinde vor sich vertilgt hat, Num 32:22 und wird dieses Land vor dem Herrn niedergeworfen, und kehrt ihr danach heim, dann seid ihr dem Herrn und Israel gegenüber unsträflich, und dieses Land falle euch vom Herrn aus als Besitztum zu! Num 32:23 Doch tut ihr nicht so, dann sündigt ihr an dem Herrn. Wisset dann, daß eure Sünden euch finden werden. Num 32:24 Baut euch also Städte für eure kleinen Kinder und Hürden für eure Schafe! Doch tut, was ihr ausgesprochen habt!" Num 32:25 Da sprachen Gads und Rubens Söhne zu Moses: "Deine Knechte werden so tun, wie unser Herr befiehlt. Num 32:26 Unsere kleinen Kinder, unsere Weiber, unser Herdenstand und all unser Vieh bleibe hier in Gileads Städten! Num 32:27 Doch deine Knechte ziehen hinüber, jeder sturmbereit, vor dem Herrn in den Krieg, wie es der Herr gesagt." Num 32:28 Da gab Moses dem Priester Eleazar und Nuns Sohn, Josue, sowie den väterlichen Stammhäuptern der Israeliten ihretwegen Anweisung. Num 32:29 Und Moses sprach zu ihnen: "Überschreiten mit euch vor dem Herrn die Söhne Gads und Rubens den Jordan, jeder sturmbereit, und wird das Land erobert und es stellt euch frei, dann gebt ihnen zu eigen das Land Gilead! Num 32:30 Ziehen sie aber nicht mit euch sturmbereit hinüber, so müssen sie bei euch im Lande Kanaan siedeln." Num 32:31 Da antworteten Gads und Rubens Söhne: "Wir tun so, wie der Herr von deinen Knechten verlangt. Num 32:32 Wir ziehen vor dem Herrn sturmbereit ins Land Kanaan hinüber und so kommen wir in unseren Besitz jenseits des Jordans." Num 32:33 So gab Moses ihnen, den Söhnen Gads und Rubens, und dem halben Stamme Manasses, des Josephsohnes, das Reich des Amoriterkönigs Sichon und das des Basankönigs Og, das Land mit seinen Städten nach Gemarkungen, die Städte des Landes ringsum. Num 32:34 So bauten Gads Söhne Dibon, Atarot und Aroer wieder auf, Num 32:35 ebenso Aterot Sophan, Jazer, Jogbeha, Num 32:36 Bet Nimra und Bet Haran, feste Städte und Schafhürden. Num 32:37 Rubens Söhne aber bauten Chesbon, Elale, Kirjataim, Num 32:38 Nebo und Baal Meon mit verändertem Namen wieder auf und Sibma, und sie gaben ihren Namen den Städten, die sie aufbauten. Num 32:39 Die Söhne Makirs, des Manassesohnes, zogen nach Gilead, eroberten es und vertrieben den Amoriter, der darin war. Num 32:40 Und Moses verlieh Gilead dem Makir, Manasses Sohn, und er wohnte darin. Num 32:41 Manasses Sohn Jair zog aus, eroberte ihre Zeltdörfer und nannte sie Zeltdörfer Jairs. Num 32:42 Nobach zog aus, eroberte Kenat mit seinen Tochterorten und benannte es nach seinem Namen Nobach. Num 33:1 Dies sind der Israeliten Züge, auf denen sie aus Ägypterland nach ihren Scharen unter Mosis und Aarons Führung gezogen sind. Num 33:2 Moses schrieb ihre Ausfahrten zu ihren Zügen nieder auf des Herrn Befehl. Dies sind ihre Züge zu ihren Ausfahrten: Num 33:3 Sie zogen von Ramses weg am fünfzehnten Tage des ersten Monats. Am Tage nach dem Passah zogen die Israeliten aus, in dichter Schar vor ganz Ägyptens Augen, Num 33:4 während die Ägypter verkündeten, daß der Herr bei ihnen jede Erstgeburt erschlagen und daß der Herr an ihren Göttern Strafgerichte vollzogen habe. Num 33:5 Die Israeliten zogen nun von Ramses fort und lagerten in Sukkot. Num 33:6 Von Sukkot zogen sie fort und lagerten in Etam am Rande der Steppe. Num 33:7 Von Etam zogen sie fort und wandten sich nach Pihachirot vor Baalsephon und lagerten vor Migdol. Num 33:8 Sie zogen von Pihachirot fort und schritten mitten durch das Meer in die Wüste. Sie wanderten drei Tagereisen und lagerten in Mara. Num 33:9 Sie zogen von Mara fort und kamen nach Elim. In Elim waren zwölf Quellen und siebzig Palmbäume, und sie lagerten dort. Num 33:10 Sie zogen von Elim fort und lagerten am Schilfmeer. Num 33:11 Sie zogen vom Schilfmeer fort und lagerten in der Wüste Sin. Num 33:12 Von der Wüste Sin zogen sie fort und lagerten in Dophka. Num 33:13 Sie zogen von Dophka fort und lagerten in Alus. Num 33:14 Von Alus zogen sie fort und lagerten in Raphidim. Da war kein Wasser für das Volk zum Trinken. Num 33:15 Von Raphidim zogen sie fort und lagerten in der Wüste Sinai. Num 33:16 Von der Wüste Sinai zogen sie fort und lagerten bei den Gelüstegräbern. Num 33:17 Von den Gelüstegräbern zogen sie nach Chaserot, Num 33:18 von Chaserot nach Ritma, Num 33:19 von Ritma nach Rimmon Peres, Num 33:20 von Rimmon Peres nach Libna, Num 33:21 von Libna nach Rissa, Num 33:22 von Rissa nach Kehela, Num 33:23 von Kehela zum Berge Sepher, Num 33:24 vom Berge Sepher nach Charada, Num 33:25 von Charada nach Makhelot, Num 33:26 von Makhelot nach Tachat, Num 33:27 von Tachat nach Tarach, Num 33:28 von Tarach nach Mitka, Num 33:29 von Mitka nach Chasmon, Num 33:30 von Chasmon nach Moserot, Num 33:31 von Moserot nach Bene Jaakan, Num 33:32 von Bene Jaakan nach Chor Hagidgad ("Schluchthöhle"), Num 33:33 von Chor Hagidgad nach Jotba, Num 33:34 von Jotba nach Abron, Num 33:35 von Abron nach Esiongeber, Num 33:36 von Esiongeber in die Wüste Sin, das ist Kades, Num 33:37 von Kades zum Berge Hor an der Grenze des Landes Edom. Num 33:38 Und der Priester Aaron stieg auf den Berg Hor nach des Herrn Befehl und starb hier, im vierzigsten Jahre nach dem Auszug der Israeliten aus Ägypterland, am ersten des fünften Monats. Num 33:39 Aaron aber war 123 Jahre alt, als er auf dem Berge Hor starb. Num 33:40 Da hörte der Kanaaniter, Arads König, der im Süden des Landes Kanaan saß, vom Anmarsch der Israeliten. Num 33:41 Sie zogen dann vom Berge Hor fort und lagerten in Salmon. Num 33:42 Von Salmon ging es nach Punon, Num 33:43 Von Punon nach Obot, Num 33:44 Von Obot nach Ijje Haabarim im Gebiete Moabs, Num 33:45 von Ijjim nach Dibon Gad, Num 33:46 von Dibon Gad nach Almon Diblataim, Num 33:47 von Almon Diblataim zum Ufergebirge von Nebo. Num 33:48 Vom Ufergebirge zogen sie fort und lagerten in den Steppen Moabs am Jordan bei Jericho, Num 33:49 und zwar lagerten sie am Jordan von Bet Hajesimot ("Wüstenort") bis Abel Hasittim ("Akazienwiese") in Moabs Steppen. Num 33:50 Und der Herr sprach zu Moses in Moabs Steppen am Jordan bei Jericho: Num 33:51 "Rede mit den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Zieht ihr über den Jordan ins Land Kanaan, Num 33:52 dann müßt ihr alle Insassen des Landes vor euch vertilgen und alle ihre Bilder vernichten. Auch alle ihre Gußbilder sollt ihr vernichten und alle ihre Höhen verwüsten! Num 33:53 Vom Lande ergreift Besitz und siedelt darin! Denn euch gebe ich das Land zum Besitz. Num 33:54 Verteilt das Land nach euren Stämmen durch das Los! Dem, der viel zählt, sollt ihr seinen Besitz vermehren und dem, der wenig zählt, einen kleineren geben! Was jemandem durchs Los zufällt, soll ihm gehören! Nach euren väterlichen Stämmen sollt ihr es verteilen! Num 33:55 Vertreibt ihr aber nicht vor euch des Landes Insassen, dann werde, was ihr davon übriglaßt, euch zu Dornen in den Augen und zu Stacheln in den Seiten! Sie sollen euch bedrängen in eurem Lande, in dem ihr siedelt! Num 33:56 Dann tue ich mit euch, was ich jenen zugedacht.'" Num 34:1 Und der Herr sprach zu Moses: Num 34:2 "Befiehl den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: Kommt ihr in das Land Kanaan, dann ist dies das Land, das euch als Eigentum zufällt, das Land Kanaan nach seinen Grenzen. Num 34:3 Der Südsaum sei euch von der Wüste Sin an Edom entlang, und zwar sei euch Südgrenze das Ende des Salzmeeres im Osten. Num 34:4 Dann wende sich euch die Grenze südlich von der Skorpionensteige und gehe weiter nach Sin hinüber, bis sie südlich von Kades Barnea endet! Dann laufe sie nach Chasar Addar aus und gehe weiter nach Asmon! Num 34:5 Die Grenze wende sich von Asmon zum Bach Ägyptens, bis sie am Meer endet! Num 34:6 Westgrenze sei euch das große Meer und seine Küste! Das soll eure Westgrenze sein! Num 34:7 Nordgrenze soll euch dies sein: Vom großen Meere sollt ihr sie euch bis zum Berge Hor ziehen! Num 34:8 Vom Berge Hor sollt ihr sie euch bis Chamat ziehen! Endpunkt der Grenze sei Sedad! Num 34:9 Dann laufe die Grenze nach Siphron und weiter bis Chasar Enan als ihrem Endpunkt! Dies soll eure Nordgrenze sein! Num 34:10 Als Ostgrenze setzet euch fest die Strecke von Chasar Enan bis Sepham! Num 34:11 Die Grenze senke sich von Sepham nach Rebel, östlich von Ain! Dann senke sich die Grenze und stoße auf den Bergrücken östlich vom See Genesareth! Num 34:12 Dann senke sich die Grenze an den Jordan, bis sie am Salzmeer endet! Das sollen ringsum des Landes Grenzen sein!'" Num 34:13 Und Moses gebot den Israeliten: "Das ist das Land, das ihr euch durch das Los zueignen sollt und das der Herr den neuneinhalb Stämmen zu geben befohlen hat." Num 34:14 Denn die Familien des Stammes der Rubensöhne und die Familie des Stammes der Gadsöhne und der halbe Stamm Manasse hatten ihren Besitz schon erhalten. Num 34:15 Die zweieinhalb Stämme hatten ihren Besitz jenseits des Jordan, auf der Ostseite des Jordan bei Jericho erhalten. Num 34:16 Und der Herr sprach zu Moses: Num 34:17 "Dies sind die Namen der Männer, die euch das Land zuteilen sollen: der Priester Eleazar und Josue, des Nun Sohn. Num 34:18 Zieht von jedem Stamme je einen Fürsten bei der Landesverteilung hinzu! Num 34:19 Dies sind die Namen der Männer: vom Stamme Juda Kaleb, Jephunnes Sohn, Num 34:20 vom Stamme der Simeonsöhne Semuel, Ammihuds Sohn, Num 34:21 vom Stamme Benjamin Elidad, Kislons Sohn, Num 34:22 vom Stamme der Dansöhne als Fürst Bukki, Joglis Sohn, Num 34:23 von den Josephsöhnen, vom Stamme der Manassesöhne, als Fürst Channiel, Ephods Sohn, Num 34:24 vom Stamme der Ephraimsöhne als Fürst Kemuel, Siphtans Sohn, Num 34:25 vom Stamme der Zabulonsöhne als Fürst Elisaphan, Parnaks Sohn, Num 34:26 vom Stamme der Issakarsöhne als Fürst Paltiel, Azzans Sohn, Num 34:27 vom Stamme der Assersöhne als Fürst Achihud, Selomis Sohn, Num 34:28 von Stamme der Naphtalisöhne, als Fürst Pedahel, Ammihuds Sohn. Num 34:29 Das sind die, denen der Herr befohlen, den Israeliten im Lande Kanaan ihren Besitz auszuteilen." Num 35:1 Und der Herr redete mit Moses in Moabs Steppen am Jordan bei Jericho: Num 35:2 "Befiehl den Söhnen Israels, daß sie von ihrem Besitze den Leviten Städte zum Siedeln geben! Auch die Weidetrift rings um die Städte sollt ihr den Leviten geben! Num 35:3 Die Städte seien ihnen zum Besiedeln, die Weidetriften aber seien für ihr Vieh, ihre Habe und all ihren Lebensbedarf! Num 35:4 Der Städte Weidetriften, die ihr den Leviten geben sollt, seien ringsum tausend Ellen weit von der Stadtmauer! Num 35:5 Meßt außerhalb der Stadt zweitausend Ellen auf der Ostseite ab, desgleichen südlich, westlich, nördlich, so daß die Stadt in die Mitte kommt! Das soll ihnen Weidetrift bei den Städten sein! Num 35:6 Und den Städten, die ihr den Leviten geben sollt, sechs Freistädten, die ihr abtretet, daß der Totschläger dahin fliehe, sollt ihr noch zweiundvierzig andere hinzufügen! Num 35:7 All der Städte, die ihr den Leviten gebt, sind es achtundvierzig samt den Weidetriften. Num 35:8 Die Zahl der Städte, die ihr vom Besitz der Söhne Israels abtretet, sollt ihr bei den Größeren größer bemessen und bei den kleineren kleiner! Jeder soll entsprechend dem Besitz einige seiner Städte den Leviten geben!" Num 35:9 Und der Herr sprach zu Moses: Num 35:10 "Sag den Söhnen Israels und sprich zu ihnen: 'Wenn ihr, den Jordan überschreitend, in das Land Kanaan kommt, Num 35:11 dann wählt Städte, die euch so gelegen sind, daß sie euch Freistädte seien! Dorthin fliehe jeder Totschläger und jeder, der einen Menschen unvorsätzlich erschlagen hat! Num 35:12 Die Städte seien euch Zuflucht vor Bluträchern, daß nicht der Totschläger den Tod leide, bis er vor der Gemeinde zum Gericht gestanden! Num 35:13 Der Städte, die ihr dazu hergebt, seien es sechs! Sie sollen euch Freistädte sein! Num 35:14 Drei der Städte sollt ihr über dem Jordan abtreten und drei Städte im Lande Kanaan! Freistädte seien es! Num 35:15 Den Söhnen Israels sowie dem Gast und dem Beisassen bei euch sollen die sechs Städte eine Zuflucht sein, daß jeder dorthin fliehe, der unvorsätzlich einen Menschen erschlagen! Num 35:16 Hat er ihn aber mit einem eisernen Gerät geschlagen, daß er starb, dann ist er ein Mörder. Der Mörder leide den Tod! Num 35:17 Und hat er ihn mit einem handlichen Steine getroffen, wodurch jemand sterben kann, und er starb, dann ist er ein Mörder. Der Mörder leide den Tod! Num 35:18 Und hat er ihn mit einem handlichen Holzgerät getroffen, wodurch jemand sterben kann, und er starb, dann ist er ein Mörder. Der Mörder leide den Tod! Num 35:19 Der Bluträcher soll selber den Mörder töten! Wo er auf ihn trifft, soll er ihn töten! Num 35:20 Und hat dieser jemandem aus Haß einen Stoß gegeben, oder hat er nach ihm hinterlistig geworfen, daß er starb, Num 35:21 oder hat er ihn aus Feindschaft mit der Hand niedergeschlagen, daß er starb, dann leide der, der ihn geschlagen, den Tod! Er ist ein Mörder. Der Bluträcher soll den Mörder töten, wo er ihn trifft! Num 35:22 Hat er von ungefähr jemanden gestoßen, ohne Feindschaft, oder hat er irgendein Gerät auf ihn geworfen, ohne daß er zielte, Num 35:23 oder hat er irgendeinen Stein, wodurch einer sterben kann, unversehens auf ihn fallen lassen, daß er starb, ist ihm aber kein Feind gewesen und hat ihm nichts Böses tun wollen, Num 35:24 dann richte die Gemeinde zwischen dem Totschläger und dem Bluträcher nach diesen Satzungen! Num 35:25 Den Totschläger beschütze die Gemeinde vor der Hand des Bluträchers! Die Gemeinde bringe ihn in seine Zufluchtsstadt, in die er fliehen will! Er bleibe dort bis zum Tode des Hohenpriesters, den man mit heiligem Öl gesalbt hat! Num 35:26 Verläßt aber der Totschläger die Gemarkung seiner Zufluchtsstadt, in die er sich gerichtet, Num 35:27 und trifft ihn der Bluträcher außerhalb der Gemarkung seiner Zufluchtsstadt und tötet der Bluträcher den Totschläger, dann ist kein Mord an ihm verübt worden. Num 35:28 Er soll ja bis zum Tode des Hohenpriesters in der Zufluchtsstadt verbleiben! Doch nach des Hohenpriesters Tod darf der Totschläger zu seines Besitzes Boden zurückkehren. Num 35:29 Dies sei euch Rechtssatzung für eure Geschlechter in allen euren Siedlungen! Num 35:30 Wenn jemand einen Menschen umbringt, so soll man den Mörder nach dem Mund von Zeugen hinrichten! Ein einziger Zeuge aber soll nicht aussagen gegen jemand, daß er sterbe! Num 35:31 Ihr sollt kein Lösegeld für das Leben eines Mörders annehmen, der des Todes schuldig ist! Er muß den Tod leiden. Num 35:32 Ihr sollt auch keine Gegengabe dafür nehmen, daß einer in seine Zufluchtsstadt flieht und dann heimkehrt, bevor der Priester gestorben ist! Num 35:33 Ihr dürft das Land, in dem ihr wohnt, nicht entweihen. Denn Blut entweiht das Land. Sühne wird dem Land für das darin vergossene Blut nur durch das Blut dessen, der es vergossen hat. Num 35:34 Ihr sollt also nicht das Land unrein machen, in dem ihr siedelt, weil auch ich darin wohne! Denn ich, der Herr, wohne mitten unter Israels Söhnen.'" Num 36:1 Da kamen die Familienhäupter der Sippe der Söhne Gileads, des Sohnes Makirs, des Enkels Manasses, von den Sippen der Josephsöhne und brachten vor Moses und die Fürsten, die israelitischen Familienhäupter, ein Anliegen. Num 36:2 Sie sprachen: "Der Herr hat meinem Herrn befohlen, das Land durchs Los zum Besitze den Söhnen Israels zu geben; und meinem Herrn ward vom Herrn befohlen, das Erbe unseres Bruders Selophchad seinen Töchtern zu geben. Num 36:3 Heiraten diese einen der Söhne aus den anderen israelitischen Stämmen, dann wird ihr Besitz dem ihrer Väter entzogen und zu dem Besitze des Stammes geschlagen, dessen Angehörigen sie heiraten. So wird der Besitz, der durch das Los uns zugefallen, geschmälert. Num 36:4 Selbst wenn das Jubeljahr für Israels Söhne kommt, dann bleibt ihr Besitz bei dem Stamme, dessen Angehörigen sie heiraten. So wird der Besitz dem unseres väterlichen Stammes entzogen." Num 36:5 Da gebot Moses den Israeliten nach des Herrn Befehl folgendes: "Der Josephsöhne Stamm hat recht. Num 36:6 Das ist es, was der Herr für Selophchads Töchter verordnet: 'Sie mögen sich verheiraten, mit wem sie wollen. Nur müssen sie einen ihres Vaterstammes heiraten, Num 36:7 daß nicht ein Besitz der Söhne Israels von einem Stamme zum andern übergehe. An des Vaterstammes Besitz sollen alle Israeliten festhalten! Num 36:8 Und jede Tochter, die in einem israelitischen Stamme zum Besitz gelangt, hat einen ihres Vaterstammes zu heiraten, damit bei den Israeliten jeder den väterlichen Besitz behauptet Num 36:9 und nicht ein Besitz von einem Stamme zum andern übergehe. Jeder der israelitischen Stämme soll an seinem Erbbesitze festhalten!'" Num 36:10 Wie der Herr dem Moses befohlen, so taten Selophchads Töchter. Num 36:11 Machla, Tirsa, Chogla, Milka und Noa, Selophchads Töchter, heirateten die Söhne ihrer Oheime. Num 36:12 Sie heirateten Angehörige aus den Sippen der Söhne Manasses, des Josephsohnes. Und so verblieb ihr Besitz bei dem Stamme ihrer väterlichen Sippe. Num 36:13 Dies sind die Gebote und Satzungen, die der Herr durch Moses den Israeliten in Moabs Steppen am Jordan bei Jericho geboten hat. Deu 1:1 Dies sind die Worte, die Moses zu ganz Israel gesprochen jenseits des Jordans in der Wüstensteppe gegenüber Suph zwischen Paran, Tophel, Laban, Chaserot und Dizahab. Deu 1:2 Elf Tage vom Horeb ab währte der Zug zum Gebirge Seïr bis nach Kades Barnea. Deu 1:3 Im vierzigsten Jahre, am ersten Tage des elften Monats, kündete Moses den Israeliten alles, was ihm der Herr für sie entboten hatte, Deu 1:4 nach seinem Siege über den Amoriterkönig Sichon, der in Chesbon und Edreï saß, und über den König von Basan, Og, der in Astarot saß. Deu 1:5 Jenseits des Jordans im Lande Moab begann Moses diese Lehre zu erläutern. Deu 1:6 "Der Herr, unser Gott, hat am Horeb also zu uns geredet: 'Genug sei eures Weilens an diesem Berge! Deu 1:7 Geht weiter und zieht geradewegs auf das Gebirge der Amoriter und zu allen ihren Nachbarn in der Steppe, auf dem Gebirge, in der Niederung, im Südland und an der Meeresküste, ins Land der Kanaaniter und zum Libanon bis zum großen Strome, dem Euphratstrom! Deu 1:8 Seht! Ich gebe euch das Land. Zieht hinein und nehmt das Land, das der Herr euren Vätern Abraham, Isaak und Jakob und ihrem Stamme zugeschworen hat!' Deu 1:9 Zu jener Zeit sprach ich zu euch: 'Ich kann für euch nicht allein sorgen. Deu 1:10 Der Herr, euer Gott, hat euch gemehrt, und ihr seid heute wie des Himmels Sterne an Menge. Deu 1:11 Möge der Herr, der Schutzgott eurer Väter, euch tausendfach hinzutun und euch segnen, wie er euch verheißen hat! Deu 1:12 Wie soll ich allein tragen eure Last, eure Bürde und euren Hader? Deu 1:13 Wählt euch aus euren Stämmen weise, kluge und erfahrene Männer, damit ich sie zu euren Häuptern mache!' Deu 1:14 Da antwortetet ihr mir und sprachet: 'Gut ist, was du zu tun gedenkst.' Deu 1:15 Da nahm ich eure Stammeshäupter, weise und erfahrene Männer, und machte sie zu euren Vorgesetzten als Oberste über Tausend, Hundert, Fünfzig und Zehn und als Beamte für eure Stämme. Deu 1:16 Ich gebot zu gleicher Zeit euren Richtern: Verhört eure Brüder und richtet gerecht zwischen einem Manne und seinem Bruder und bei einem Fremdling! Deu 1:17 Seid unparteiisch im Gericht und hört den Kleinen wie den Großen an! Scheut euch vor niemand! Denn das Gericht ist Gottes. Nur die Sache, die für euch zu schwierig ist, bringt vor mich, und ich will sie anhören!' Deu 1:18 Und so belehrte ich euch damals über alles, was ihr tun solltet. Deu 1:19 Dann zogen wir vom Horeb weg und gingen nach des Herrn, unseres Gottes, Befehl auf den Weg zum Amoritergebirge durch jene ganz große, schaurige Steppe, die ihr geschaut habt. Und so kamen wir nach Kades Barnea. Deu 1:20 Da sprach ich zu euch: 'Ihr seid zum Amoritergebirge gekommen, das uns der Herr, unser Gott, geben will. Deu 1:21 Siehe! Der Herr, dein Gott, gibt dir das Land. Steig hinan! Besetze es, wie der Herr, deiner Väter Gott, dir zugesagt! Seid furchtlos und unverzagt!' Deu 1:22 Da tratet ihr alle vor mich und spracht: 'Wir wollen Männer vor uns hersenden, damit sie uns das Land erkunden und uns bescheiden über den Weg, auf dem wir hinaufziehen sollen, und über die Städte, in die wir kommen werden!' Deu 1:23 Der Vorschlag gefiel mir, und so wählte ich aus euch zwölf Männer, je einen für jeden Stamm. Deu 1:24 Sie gingen weiter und zogen ins Gebirge und kamen bis ins Traubental und spähten es aus. Deu 1:25 Sie nahmen von des Landes Früchten und brachten sie uns herüber. Sie gaben uns Bescheid und sprachen: 'Das Land ist schön, das uns der Herr, unser Gott, gibt.' Deu 1:26 Aber ihr wolltet nicht hinaufziehen und widerstrebtet dem Geheiß des Herrn, eures Gottes. Deu 1:27 Ihr murrtet in euren Zelten und spracht: 'Aus Haß gegen uns hat der Herr uns aus Ägypten herausgeführt, um uns in die Hand der Amoriter zu geben, daß sie uns vertilgen. Deu 1:28 Wohin wollen wir ziehen? Unsere Brüder schmolzen unser Herz; sie sprachen: "Leute, größer und stärker als wir, und Städte, groß und himmelhoch umwehrt, selbst Enakiter sahen wir dort."' Deu 1:29 Ich sprach zu euch: 'Entsetzt euch nicht und fürchtet euch nicht vor ihnen! Deu 1:30 Der Herr, euer Gott, zieht euch voran. Er streitet selbst für euch, wie er mit euch in Ägypten vor euren Augen getan Deu 1:31 und wie in der Steppe, die du verkostet, wo dich der Herr, dein Gott, getragen, wie ein Mann sein Kindlein trägt, auf dem ganzen Wege, den ihr gegangen, bis zu eurer Ankunft hier.' Deu 1:32 Aber trotzdem trautet ihr nicht dem Herrn, eurem Gott. Deu 1:33 Und doch zog er euch auf dem Wege voran, euch ein Lager zu erkunden, des Nachts im Feuer, daß ihr auf dem Wege sehen konntet, den ihr zoget, und tagsüber in der Wolke. Deu 1:34 Und der Herr hörte eure lauten Reden. Da ward er zornig und schwur: Deu 1:35 'Nicht einer dieser Männer aus diesem schlimmen Geschlechte soll das schöne Land erblicken, das ich euren Vätern zugeschworen. Deu 1:36 Nur Kaleb, der Sohn des Jephunne, soll es sehen. Ihm und seinen Kindern gebe ich das Land, das er betreten hat, weil er dem Herrn voll ergeben war.' Deu 1:37 Auch auf mich zürnte euretwegen der Herr, daß er sprach: Auch du sollst nicht dorthin kommen. Deu 1:38 Nur Josue, Nuns Sohn, dein ständiger Diener, wird dorthin kommen. Sprich ihm Mut zu! Denn er wird es Israel zu eigen geben. Deu 1:39 Doch eure Kleinen, von denen ihr gesagt: "Zur Beute werden sie", ja eure Kinder, die heute noch nicht Gut und Böse kennen, kommen hinein. Ich gebe es ihnen, und sie nehmen es zu eigen. Deu 1:40 Ihr aber macht kehrt und zieht in die Steppe, dem Schilfmeere zu!' Deu 1:41 Da antwortetet ihr und spracht zu mir: 'Wir haben an dem Herrn gesündigt. Wir ziehen hinauf und kämpfen, wie uns der Herr, unser Gott, gebot.' Ihr umgürtetet jeder seine Waffen und erkühntet euch, ins Gebirge zu ziehen. Deu 1:42 Da sprach der Herr zu mir: 'Sag ihnen: "Zieht nicht hinauf und kämpft nicht! Ich bin nicht bei euch. Sonst werdet ihr von euren Feinden geschlagen"'. Deu 1:43 Ich redete euch zu; aber ihr hörtet nicht, sondern widerstrebtet des Herrn Befehl und zoget dreist ins Gebirge. Deu 1:44 Da rückten die Amoriter auf jenem Gebirge euch entgegen, verfolgten euch wie Bienen und zersprengten euch von Seïr bis Chorma. Deu 1:45 Da kehrtet ihr wieder heim und weintet vor dem Herrn. Aber der Herr achtete nicht auf euer Klagen und hörte nicht auf euch. Deu 1:46 So saßet ihr zu Kades lange Zeit, ebenso lange, wie ihr dort gesessen habt." Deu 2:1 "Wir machten kehrt, zogen nach der Steppe auf das Schilfmeer zu, wie der Herr zu mir gesagt, und kreisten lange Zeit um das Gebirge Seïr. Deu 2:2 Da sprach der Herr zu mir: Deu 2:3 'Genug eures Kreisens um dieses Gebirge! Wendet euch nach Norden! Deu 2:4 Dem Volke befiehl also: "Ihr wollt durch das Gebiet der Söhne Esaus ziehen, eurer Brüder, die in Seïr wohnen. Sie werden euch fürchten. Aber nehmt euch in acht! Deu 2:5 Befehdet sie nicht! Ich gebe euch keinen Fußbreit von ihrem Land; denn ich habe Esau das Gebirge Seïr zum Besitz verliehen. Deu 2:6 Ihr sollt ihnen für Geld Speise abkaufen, die ihr eßt, und Wasser von ihnen erhandeln, das ihr trinkt!' Deu 2:7 Der Herr, dein Gott, hat dich ja gesegnet in all deinem Händewerk. Er sorgt für deinen Marsch durch diese große Steppe. Vierzig Jahre ist der Herr, dein Gott, mit dir. Dir hat nichts gefehlt. Deu 2:8 Wir zogen vorüber an unseren Brüdern, den Söhnen Esaus zu Seïr, auf der Arabastraße ("Steppenstraße"), vorüber an Elat und Esiongeber. Wir wandten uns und zogen auf Moabs Steppe zu. Deu 2:9 Da sprach der Herr zu mir: 'Befehde nicht die Moabiter! Stürze dich in keinen Kampf mit ihnen! Ich gebe dir ja von ihrem Lande nichts zu eigen; denn ich habe Ar den Söhnen Lots zum Besitz verliehen.' Deu 2:10 Vordem wohnten die Emiter darin, ein Volk, so groß, zahlreich und hochgewachsen wie die Enakiter. Deu 2:11 Auch sie gelten als Rephaiter, wie die Enakiter. Die Moabiter nennen sie Emiter. Deu 2:12 In Seïr saßen vordem die Choriter. Die Esausöhne aber besiegten und vertilgten sie und siedelten an ihrer Stelle, wie Israel mit dem Land getan, das ihm der Herr zu eigen gegeben. Deu 2:13 'Nun auf! Setzt über den Zaredbach!' Da überschritten wir den Bach Zared. Deu 2:14 Wir sind achtunddreißig Jahre unterwegs gewesen, von Kades Barnea bis zur Überschreitung des Zaredbaches. Bis dahin war das ganze Geschlecht der Kriegsmänner aus dem Lager weggestorben, wie es ihnen der Herr geschworen hatte. Deu 2:15 Die Hand des Herrn war aber gegen sie gewesen, um sie voll aus dem Lager zu vertilgen. Deu 2:16 Als alle Kriegsmänner aus dem Volke weggestorben waren, Deu 2:17 sprach der Herr zu mir: Deu 2:18 'Du ziehst heute durch die Grenzmark Moabs und an Ar vorüber Deu 2:19 und näherst dich den Ammonitem. Befehde und befeinde sie nicht! Ich gebe dir ja vom Ammoniterlande nichts zu eigen; denn ich habe es den Söhnen Lots zu eigen gegeben.' Deu 2:20 Es gilt auch als Rephaiterland. Vordem wohnten darin Rephaiter, von den Ammonitern Samsummiter genannt. Deu 2:21 Leute waren es, so groß, zahlreich und hochgewachsen wie die Enakiter. Der Herr aber vertilgte sie vor ihnen. Und so nahmen sie ihr Land und siedelten an ihrer Stelle. Deu 2:22 So hatte er auch für die Esausöhne zu Seïr getan. Vor ihnen vertilgte er die Choriter. So nahmen sie ihr Land und wohnten an ihrer Stelle bis auf den heutigen Tag. Deu 2:23 Auch die Awwiter, die in Gehöften bis nach Gaza wohnten, waren vernichtet worden durch die Kaphtoriter, die aus Kaphtor auswanderten, und diese siedelten an ihrer Stelle. Deu 2:24 'Auf! Zieht hin und setzt über den Arnonbach! Siehe! Ich gebe in deine Hand den Amoriter Sichon, Chesbons König, mit seinem Lande. Fang an mit dem Erobern! Greif sie an! Deu 2:25 Von jetzt an breite ich Furcht und Schrecken vor dir auf die Völker unter dem ganzen Himmel. Sobald sie von dir hören, sollen sie vor dir zittern und beben.' Deu 2:26 Da sandte ich von der Steppe Kedemot Boten an Chesbons König Sichon mit friedlichen Worten: Deu 2:27 'Ich möchte dein Land durchziehen, will aber nur auf der Straße bleiben und weder rechts noch links abbiegen. Deu 2:28 Speise sollst du mir um Geld verkaufen, damit ich esse, und Wasser um Geld mir geben, damit ich trinke! Ich will nur durchziehen.' Deu 2:29 Dies haben mir die Esausöhne zu Seïr und die Moabiter zu Ar gestattet, bis ich über den Jordan in das Land ziehe, das der Herr, unser Gott, uns geben will. Deu 2:30 Doch Chesbons König, Sichon, wollte uns nicht durchziehen lassen; denn der Herr, dein Gott, hatte seinen Sinn verhärtet und sein Herz verstockt, um ihn in deine Hand zu geben, wie es jetzt ist. Deu 2:31 Da sprach der Herr zu mir: 'Siehe! Ich mache den Anfang damit, daß ich dir Sichon und sein Land preisgebe. Fang an, sein Land zu besetzen!' Deu 2:32 Und Sichon zog uns mit seinem gesamten Volke zum Streite nach Jahas entgegen. Deu 2:33 Da gab ihn der Herr, unser Gott, uns preis. Wir schlugen ihn samt seinen Söhnen und seinem ganzen Volke. Deu 2:34 Damals nahmen wir auch alle seine Städte und bannten jede Stadt, selbst schwächliche Männer, Weiber und Kinder. Niemanden haben wir entrinnen lassen. Deu 2:35 Nur das Vieh und das Plündergut der von uns eroberten Städte haben wir für uns erbeutet. Deu 2:36 Von Aroër am Ufer des Arnonflusses und von der Stadt im Tale bis nach Gilead ist keine Feste uns zu steil gewesen. Alles hat der Herr, unser Gott, uns preisgegeben. Deu 2:37 Nur dem Ammoniterlande bist du nicht genaht, allem, was seitwärts vom Jabbokflusse liegt, samt den Städten im Gebirge, wie der Herr, unser Gott, befohlen hatte." Deu 3:1 "Wir gingen weiter und zogen nach Basan. Da zog uns Basans König Og mit seinem gesamten Volk entgegen zur Schlacht bei Edreï. Deu 3:2 Der Herr sprach zu mir: 'Fürchte ihn nicht! Ich gebe ihn nebst seinem ganzen Volk und Land in deine Hand. Tu mit ihm, wie du getan mit dem Amoriterkönig Sichon zu Chesbon!' Deu 3:3 So gab der Herr, unser Gott, in unsere Hand auch den Basanskönig Og mit all seiner Mannschaft. Wir schlugen ihn, daß kein Flüchtling übrigblieb. Deu 3:4 Damals eroberten wir alle seine Städte. Da war keine Feste, die wir ihnen nicht genommen hätten: sechzig Städte, alles, was zum Bezirk Argob und zu Ogs Königreich in Basan gehörte. Deu 3:5 All dies waren Städte mit hohen Mauern, Toren und Riegeln umwehrt, außerdem zahlreiche offene Landstädte. Deu 3:6 Wir bannten sie, wie Chesbons König Sichon, jede Stadt, selbst schwächliche Männer, Weiber und Kinder. Deu 3:7 Alles Vieh aber und das Plündergut aus den Städten haben wir für uns genommen. Deu 3:8 So nahmen wir damals von den beiden Amoriterkönigen das Land jenseits des Jordans, vom Arnonflusse bis zum Hermongebirge - Deu 3:9 die Sidonier heißen den Hermon Sirjon, die Amoriter Senir -, Deu 3:10 alle Städte der Ebene, ganz Gilead und ganz Basan bis Salcha und Edreï, die zum Reich Ogs gehörenden Städte in Basan. Deu 3:11 Denn der Basanskönig Og war der letzte Rest der Rephaiter gewesen. Sein Bett aus Basalt ist noch in der Ammoniterstadt Rabba zu sehen. Nach gewöhnlicher Elle war es neun Ellen lang und vier breit. Deu 3:12 Dieses Land haben wir damals uns zu eigen gemacht. Von Aroër am Ufer des Arnonflusses habe ich es nebst dem halben Gebirge Gilead und seinen Städten den Rubeniten und Gaditen verliehen. Deu 3:13 Dem Halbstamm Manasse aber habe ich den Rest von Gilead und ganz Basan, Ogs Königreich, verliehen. Der ganze Argobbezirk samt ganz Basan heißt Rephaiterland. Deu 3:14 Jair, Manasses Sohn, hatte den ganzen Argobbezirk bis zum Gebiet der Gesuriter und Maakatiter erobert, und man nannte Basan nach seinem Namen "Jairs Dörfer" bis auf diesen Tag. Deu 3:15 Dem Makir habe ich Gilead verliehen. Deu 3:16 Den Rubeniten und den Gaditen habe ich von Gilead bis zum Arnonfluß, den Fluß selbst und das Uferland bis an den Jabbokfluß, die Grenze der Ammoniter, verliehen, Deu 3:17 ferner die Steppe mit dem Jordan und seinem Uferland vom See Genesareth bis zum Meer der Steppe, dem Salzmeer, am Fuß der Abhänge des Pisga. Deu 3:18 Damals gebot ich euch: 'Der Herr, euer Gott, gibt euch dieses Land zu eigen. Aber sturmgerüstet zieht, all ihr wehrhaften Männer, euren israelitischen Brüdern voran! Deu 3:19 Nur eure Weiber und Kinder und euer Vieh - weiß ich doch, daß ihr viel Vieh habt - sollen in euren Städten bleiben, die ich euch gab, Deu 3:20 bis der Herr euren Brüdern Ruhe schafft wie euch und auch sie das Land einnehmen, das ihnen der Herr, euer Gott, jenseits des Jordans gibt. Dann kehre jeder heim in seinen Besitz, den ich euch verliehen habe!' Deu 3:21 Und ich habe damals Josue geboten: 'Du hast mit eigenen Augen alles gesehen, was der Herr, euer Gott, an diesen beiden Königen getan hat. Also tut der Herr mit allen Königreichen, wohin du ziehst. Deu 3:22 Fürchtet sie nicht! Denn der Herr, euer Gott, streitet selbst für euch.' Deu 3:23 Ich flehte damals zum Herrn und sprach: Deu 3:24 'Herr! Herr! Du hast Deinem Knechte bereits gezeigt Deine Größe und Deine starke Hand. Wo ist im Himmel und auf Erden ein Gott, der solche Werke tut und Heldentaten, wie Du? Deu 3:25 Laß mich doch hinüberziehen, damit ich schaue das schöne Land jenseits des Jordans und das schöne Gebirge und den Libanon!' Deu 3:26 Aber der Herr zürnte mir euretwegen, und so hat er mich nicht erhört. Der Herr sprach zu mir: 'Genug! Rede nichts weiter zu mir in dieser Sache! Deu 3:27 Steig auf des Pisga Gipfel! Hebe deine Augen gen Westen, Norden, Süden und Osten und schaue mit deinen Augen! Denn den Jordan hier wirst du nicht überschreiten. Deu 3:28 Bestelle Josue! Ermutige und stärke ihn! Denn er zieht vor diesem Volke voran. Und er verteilt ihnen das Land, das du schaust.' Deu 3:29 So blieben wir im Tale, Bet Peor ("Peorshaus") gegenüber." Deu 4:1 "Nun höre, Israel, auf die Gesetze und Gebräuche, die ich euch befolgen lehre, auf daß ihr lebet und kommet und das Land besetzet, das der Herr, euer Gott, euch gibt! Deu 4:2 Ihr sollt nichts zu den Geboten, die ich euch gebe, hinzutun und nichts davon streichen! Befolgt nur des Herrn, eures Gottes, Gebote, die ich euch gebe! Deu 4:3 Mit eigenen Augen habt ihr gesehen, was der Herr wegen des Baal Peor getan. Denn jeden, der dem Baal Peor nachlief, hat der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte getilgt. Deu 4:4 Ihr aber, die ihr am Herrn, eurem Gotte hinget, seid alle heute noch am Leben. Deu 4:5 Seht, Ich gewöhne euch an Gesetze und Gebräuche, wie mir der Herr, mein Gott, geboten, daß ihr danach tut in dem Lande, das einzunehmen ihr kommt. Deu 4:6 Haltet und tut sie! Denn das ist eure Weisheit und Klugheit in den Augen der Völker. Hören sie von all diesen Satzungen, so werden sie sprechen: 'Jedenfalls ist dieses große Volk eine weise, kluge Nation.' Deu 4:7 Ja, wo ist ein so großes Volk, dem Gott so nahe ist wie der Herr, unser Gott, sooft wir rufen! Deu 4:8 Wo wäre ein so großes Volk, das solch gerechte Gesetze und Gebräuche hätte, wie diese ganze Lehre, die ich euch heute vorlege? Deu 4:9 Nur hüte dich und nimm dich in acht, daß du nicht vergessest, was du mit eigenen Augen gesehen, und daß es dir zeitlebens nicht aus dem Herzen weiche! Tu sie vielmehr deinen Kindern und Enkeln kund! Deu 4:10 Auch den Tag, den du am Horeb vor dem Herrn, deinem Gott, gestanden, als mir der Herr befahl: 'Versammle mir das Volk! Ich lasse sie meine Worte hören, daß sie mich fürchten lernen alle Tage, die sie auf Erden leben, und daß sie auch ihre Kinder lehren.' Deu 4:11 Da tratet ihr her und standet am Fuße des Berges. Der Berg aber brannte im Feuer bis ins Innere des Himmels hinein und bis in Finsternis, Gewölk und Wolkendunkel. Deu 4:12 Der Herr aber redete zu euch aus dem Feuer. Den Schall der Worte hörtet ihr, aber nur den Schall. Keine Gestalt sahet ihr. Deu 4:13 So kündete er euch seinen Bund, den er euch zu halten geboten, die Zehn Worte. Er schrieb sie auf zwei Steintafeln. Deu 4:14 Mir aber hat der Herr damals geboten, euch Gesetze und Gebräuche zu lehren, damit ihr sie tut in dem Lande, in dessen Besitz ihr kommt. Deu 4:15 So nehmt euch in acht, gilt es doch euer Leben! Denn ihr habt damals keinerlei Gestalt gesehen, als der Herr am Horeb aus dem Feuer zu euch redete, Deu 4:16 damit ihr nicht entartet und euch ein Bild macht, das Abbild irgendeiner Götzengestalt, die Form eines Mannes oder Weibes, Deu 4:17 die Form irgendeines Tieres auf Erden oder eines beschwingten Vogels, der am Himmel fliegt, Deu 4:18 die Form irgendeines Kriechtieres auf Erden, die Form irgendeines Fisches, der im Wasser unter der Erde ist. Deu 4:19 Damit du nicht deine Augen gen Himmel hebest und Sonne, Mond und Sterne betrachtest, das ganze Himmelsheer, und dich nicht verleiten lässest, dich davor hinzuwerfen und ihnen zu dienen! Sie hat der Herr, dein Gott, für alle Völker unter dem ganzen Himmel geschaffen. Deu 4:20 Euch aber hat der Herr ergriffen; dann führte er euch aus dem ägyptischen Eisenschmelzofen, damit ihr ein Volk würdet, ihm eigen, wie es heute ist. Deu 4:21 Mir aber hat der Herr um euretwillen gezürnt, und so schwur er, ich dürfe nicht den Jordan überschreiten und nicht das schöne Land betreten, das der Herr, dein Gott, dir zu eigen gibt. Deu 4:22 Ich sterbe vielmehr in diesem Land und ziehe nicht über den Jordan. Ihr aber zieht hinüber und nehmt dies schöne Land zu eigen. Deu 4:23 Hütet euch, daß ihr nicht den Bund vergesset, den der Herr, euer Gott, mit euch geschlossen! Macht euch kein Bild, kein Abbild von irgend etwas, wie es dir der Herr, dein Gott, geboten! Deu 4:24 Denn der Herr, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer, ein eifernder Gott. Deu 4:25 Wenn ihr Kinder und Enkel bekommt und wenn ihr im Land eingelebt seid, und wenn ihr entartet und Bilder macht, Abbilder von irgend etwas, und tut das, was böse ist in den Augen des Herrn, deines Gottes, um ihn zu erzürnen, Deu 4:26 so nehme ich jetzt schon Himmel und Erde zu Zeugen wider euch, daß ihr schleunigst aus dem Lande schwindet, das einzunehmen, ihr den Jordan überschreitet. Ihr bleibt dann nicht lange darin, sondern ihr werdet völlig vertilgt werden. Deu 4:27 Und der Herr zerstreut euch unter die Völker, und nur ein winzig Häuflein bleibt von euch unter den Nationen übrig, in die euch der Herr treiben wird. Deu 4:28 Dort dient ihr Göttern, Werken von Menschenhänden, Holz und Stein, die nicht sehen, noch hören, noch essen, noch riechen. Deu 4:29 Von dort ab suchst du den Herrn, deinen Gott. Und du findest ihn, wenn du ihn suchst von ganzem Herzen und ganzer Seele, Deu 4:30 in deiner Not, wenn dich all dies trifft in späterer Zeit. Dann kehrst du zum Herrn, deinem Gott, zurück und hörst wieder auf seine Stimme. Deu 4:31 Denn der Herr, dein Gott, ist ein barmherziger Gott. Er läßt dich nicht los und läßt dich nicht verderben. Er vergißt nicht den Bund mit deinen Vätern, den er ihnen beschworen hat. Deu 4:32 Ja, frage doch die alten Zeiten, die vor dir gewesen, seit der Zeit, da Gott auf Erden Menschen geschaffen, und von einem Ende des Himmels bis zum anderen, ob je so Großes geschehen oder ob je dergleichen vernommen worden ist, Deu 4:33 ob ein Volk vernehmlich Gott aus dem Feuer reden gehört hat, wie du es gehört, und es blieb leben? Deu 4:34 Oder ob je ein Gott versucht hat, zu kommen und sich ein Volk aus einem anderen herauszuholen mit Proben, Zeichen und Wundern, mit Krieg, mit starker Hand und gerecktem Arm und großen Schauern, wie der Herr, euer Gott, vor deinen Augen in Ägypten mit euch getan? Deu 4:35 So bist du überzeugt worden: Der Herr ist Gott, sonst keiner. Deu 4:36 Vom Himmel her hat er dich seine Stimme hören lassen, zu deiner Zucht. Und auf Erden hat er dich sein großes Feuer sehen lassen. Und aus dem Feuer hast du seine Worte vernommen. Deu 4:37 Weil er deine Väter geliebt hat, erwählte er ihre Nachkommen und führte dich selbst mit seiner großen Kraft aus Ägypten, Deu 4:38 wollte er doch Völker vor dir vertreiben, größer und stärker als du, und dich in ihr Land bringen und es dir zu eigen geben, wie es jetzt ist. Deu 4:39 So erkenne heute! Nimm es dir zu Herzen! Der Herr ist Gott im Himmel droben und auf Erden unten, sonst keiner. Deu 4:40 Halte seine Gesetze und Gebräuche, die ich dir heute gebe, daß es dir wohlergehe und deinen Kindern nach dir und du lange lebest auf dem Boden, den dir der Herr, dein Gott, gibt, zu allen Zeiten!" Deu 4:41 Damals schied Moses drei Städte aus in dem Land jenseits des Jordans gegen Osten, Deu 4:42 damit ein Totschläger dahin fliehen könnte, der seinen Nächsten ohne Absicht getötet hatte und nicht aus altem Hasse. Er soll in eine dieser Städte fliehen und leben bleiben! Deu 4:43 Beser in der Steppe auf der Hochebene für die Rubeniten, Ramot in Gilead für die Gaditen und Golan in Basan für die Manassiten. Deu 4:44 Dies ist die Lehre, die Moses den Israeliten vorlegte. Deu 4:45 Dies sind die Gebote, Gesetze und Gebräuche, die Moses den Israeliten verkündet hat nach ihrer Fahrt aus Ägypten, Deu 4:46 jenseits des Jordans im Tale gegenüber von Bet Peor ("Peorshaus"), im Lande des Amoriterkönigs Sichon, der zu Chesbon saß, und den Moses mit den Israeliten bei ihrem Auszug aus Ägypten besiegt Deu 4:47 und dessen Land sie, wie das Land des Basanskönigs Og, erobert haben, die Länder der beiden Amoriterkönige, jenseits des Jordans gegen Osten, Deu 4:48 von Aroër am Ufer des Arnonflusses bis zum Berge Sirjon, das ist der Hermon, Deu 4:49 samt der ganzen Steppe auf der Ostseite des Jordans bis zum Steppenmeer am Fuße der Abhänge des Pisga. Deu 5:1 Moses berief ganz Israel und sprach zu ihnen: "Höre, Israel, die Gesetze und Gebräuche, die ich heute vor euren Ohren vortrage! Macht euch damit vertraut und habt acht, sie zu tun! Deu 5:2 Der Herr, unser Gott, hat mit uns am Horeb einen Bund geschlossen. Deu 5:3 Nicht mit unseren Vätern hat der Herr diesen Bund geschlossen, sondern mit uns selber, mit diesen hier, die heute mit uns leben. Deu 5:4 Der Herr hat mit euch auf dem Berge von Angesicht zu Angesicht aus dem Feuer geredet. Deu 5:5 Ich selber stand damals zwischen dem Herrn und euch, des Herrn Wort euch zu künden; denn ihr habt euch vor dem Feuer gefürchtet und seid nicht auf den Berg gestiegen. Er sprach: Deu 5:6 'Ich der Herr, bin dein Gott, der dich aus dem Ägypterland geführt, aus dem Sklavenhause. Deu 5:7 Du sollst mir zum Trotze keine anderen Götter haben! Deu 5:8 Du sollst dir kein Bild machen irgendwelcher Gestalt, die am Himmel droben und unten auf Erden oder unter der Erde im Wasser ist! Deu 5:9 Du sollst dich nicht vor solchen niederwerfen, du sollst ihnen nicht dienen! Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifernder Gott, der die Schuld der Väter an den Kindern ahndet, an den Enkeln und Urenkeln derer, die mich hassen, Deu 5:10 aber Huld erweist dem tausendsten Gliede derer, die mich lieben und meine Gebote halten. Deu 5:11 Du sollst nicht des Herrn, deines Gottes, Namen eitel nennen! Der Herr läßt den nicht ungestraft, der seinen Namen eitel nennt. Deu 5:12 Wahre den Sabbattag, daß du ihn heilig haltest, wie der Herr, dein Gott, dir befohlen! Deu 5:13 Sechs Tage sollst du arbeiten, und so tu all dein Werk! Deu 5:14 Der siebte Tag aber ist ein Sabbat zu des Herrn, deines Gottes, Ehren. Du sollst kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter und nicht dein Knecht noch deine Magd und nicht dein Rind noch dein Esel noch eines deiner Lasttiere und nicht der Fremdling, der in deinen Toren weilt! Dein Knecht und deine Magd sollen ruhen wie du! Deu 5:15 Denk daran, daß du selbst Knecht warst im Ägypterlande, und daß der Herr, dein Gott, dich mit starker Hand und gerecktem Arm von dort weggeführt! Deshalb befiehlt der Herr, dein Gott, den Sabbat zu halten. Deu 5:16 Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie dir der Herr, dein Gott, geboten, damit du lange lebest und es dir wohlergehe auf dem Boden, den dir der Herr, dein Gott, gibt! Deu 5:17 Du sollst nicht morden! Du sollst nicht ehebrechen! Du sollst nicht stehlen! Du sollst nicht als falscher Zeuge gegen deinen Nächsten aussagen! Deu 5:18 Begehre nicht deines Nächsten Weib! Hab keine Gelüste nach deines Nächsten Haus und Feld, Knecht oder Magd, nicht nach seinem Rind oder Esel und nicht nach irgend etwas, was deines Nächsten ist!' Deu 5:19 Diese Worte hat der Herr mit lauter Stimme zu eurer Gesamtgemeinde geredet auf dem Berge aus dem Feuer, dem Gewölk und Dunkel heraus, nichts weiter. Dann schrieb er sie auf zwei Steintafeln und gab sie mir. Deu 5:20 Als ihr aus dem Dunkel die Stimme hörtet und der Berg im Feuer brannte, tratet ihr zu mir her, alle eure Stammeshäupter und Ältesten, und spracht: Deu 5:21 'Der Herr, unser Gott, zeigt uns seine Herrlichkeit und Größe. Wir hören aus dem Feuer seine Stimme. So erfahren wir heute, daß Gott mit einem Menschen redet und dieser bleibt leben. Deu 5:22 Aber warum sollen wir sterben? Dies große Feuer frißt uns noch. Wenn wir noch länger des Herrn, unseres Gottes, Stimme anhören, so sterben wir noch am Ende. Deu 5:23 Wo ist ein sterblich Wesen, das die Stimme des lebendigen Gottes aus dem Feuer hat reden hören wie wir, und blieb leben? Deu 5:24 Tritt du hin und höre alles, was der Herr, unser Gott, sprechen will! Sage uns dann alles, was der Herr, unser Gott, dir sagt! Wir hören es und tun danach.' Deu 5:25 Und der Herr hörte eure lauten Reden bei eurer Unterredung mit mir. Da sprach der Herr, unser Gott, zu mir: 'Ich habe dieses Volkes laute Reden gehört, die sie mit dir geführt haben. Sie haben recht mit allem, was sie sagen. Deu 5:26 Daß doch ihr Herz so bliebe, mich allzeit zu fürchten und alle meine Gebote zu halten, auf daß es ihnen und ihren Kindern immer wohlergehe! Deu 5:27 Geh! Sag ihnen: Kehrt zu euren Zelten wieder! Deu 5:28 Du aber bleib hier bei mir, daß ich dir alle Gebote, Gesetze und Gebräuche künde, die du sie lehren sollst, daß sie danach tun in dem Land, das ich ihnen zu eigen gebe!' Deu 5:29 Seid also bedacht zu tun, wie euch der Herr, euer Gott, befahl! Weicht nicht rechts und nicht links ab! Deu 5:30 Genau den Weg geht, den der Herr, euer Gott, euch vorschreibt, auf daß ihr lebet, glücklich werdet und lange lebet in dem Land, das ihr erobert!" Deu 6:1 "Das ist das Gesetz mit den Satzungen und Rechten, die der Herr, euer Gott, euch zu lehren geboten, auf daß ihr sie tut in dem Lande, in das ihr zieht, es zu besetzen, Deu 6:2 auf daß du den Herrn, deinen Gott, fürchtest und alle seine Satzungen und Gebote haltest, die ich dir befehle, du, dein Sohn und dein Enkel, all deine Lebenstage, und daß du lange lebest. Deu 6:3 Höre, Israel, und wahre sie, um danach zu tun, auf daß es dir wohlergehe und ihr gar zahlreich werdet, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir ein Land verhieß, das von Milch und Honig fließt! Deu 6:4 Höre, Israel! Der Herr ist unser Gott, der Herr allein. Deu 6:5 Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft! Deu 6:6 Diese Worte, die ich dir heute vorlege, seien in deinem Herzen! Deu 6:7 Schärfe sie deinen Kindern zur Lebensregel ein und sprich davon, wenn du in deinem Hause weilst und auf dem Wege bist, wenn du dich legst und wenn du dich erhebst! Deu 6:8 Binde sie als Denkzeichen auf deine Hand und trage sie als Marken zwischen deinen Augen! Deu 6:9 Schreibe sie auf deines Hauses Pfosten und an deine Tore! Deu 6:10 Bringt dich der Herr, dein Gott, in das Land, das er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen, und gibt er dir große und schöne Städte, die du nicht gebaut, Deu 6:11 und Häuser, voll jeglichen Gutes, das du nicht angehäuft, gehauene Brunnen, die du nicht ausgehauen, Wein und Ölgärten, die du nicht gepflanzt, und du issest dich satt, Deu 6:12 dann hüte dich, des Herrn, deines Gottes, zu vergessen, der dich aus dem Ägypterlande führte, aus dem Sklavenhaus! Deu 6:13 Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten! Ihm sollst du dienen und schwören bei seinem Namen! Deu 6:14 Ihr dürft keinem anderen Gott nachgehen von den Göttern der Völker, die rings um euch sind. Deu 6:15 Denn der Herr, dein Gott, ist ein eifernder Gott in deiner Mitte. Daß nicht der Herr, dein Gott, über dich zornig werde und dich tilge vom Erdboden! Deu 6:16 Ihr sollt den Herrn, euren Gott, nicht mehr versuchen, wie ihr ihn zu Massa versucht habt! Deu 6:17 Haltet des Herrn, eures Gottes, Gebote, Gesetze und Gebräuche, die er dir geboten. Deu 6:18 Tu, was recht und gut ist in den Augen des Herrn, auf daß es dir wohlergehe und du kommest und das treffliche, vom Herrn deinen Vätern zugeschworene Land besetzest, Deu 6:19 wenn alle deine Feinde vor dir verjagt werden, wie der Herr verheißen hat! Deu 6:20 Wenn dich dein Sohn künftig fragt: 'Was ist es um diese Gebote, Gesetze und Gebräuche, die der Herr, unser Gott, euch geboten?', Deu 6:21 so sprich zu deinem Sohne: 'Wir sind des Pharao Sklaven in Ägypten gewesen. Aber der Herr führte uns mit starker Hand aus Ägypten. Deu 6:22 Der Herr tat vor unseren Augen große und schlimme Zeichen und Wunder an Ägypten, an Pharao und seinem ganzen Hause. Deu 6:23 Uns aber hat er von dort weggeführt, uns hierher zu bringen und uns das Land zu geben, das er unseren Vätern zugeschworen. Deu 6:24 Der Herr befahl uns, all diese Gebräuche zu tun, und den Herrn, unseren Gott, zu fürchten, uns zum Heil für alle Zeiten und zur Erhaltung unseres Lebens, wie es jetzt ist. Deu 6:25 Wir haben ein Verdienst beim Herrn, unserem Gott, wenn wir darüber wachen, dies ganze Gesetz zu tun, wie er uns hieß.'" Deu 7:1 "Bringt dich der Herr, dein Gott, in das Land, in das du zu seiner Besetzung kommst, und treibt er viele Völker vor dir aus: die Chittiter, Girgasiter, Amoriter, Kanaaniter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter, sieben Völker, zahlreicher und mächtiger als du, Deu 7:2 gibt der Herr, dein Gott, sie dir preis und schlägst du sie, dann sollst du sie bannen! Du sollst keinen Bund mit ihnen schließen! Du sollst keine Gnade an ihnen üben! Deu 7:3 Du sollst dich nicht mit ihnen verschwägern! Du sollst deine Tochter keinem ihrer Söhne zum Weibe geben! Du sollst keine ihrer Töchter für deinen Sohn zum Weibe nehmen! Deu 7:4 Denn sie könnte deinen Sohn mir abspenstig machen, und er könnte anderen Göttern dienen. Dann aber zürnte der Herr über euch und tilgte dich schnell. Deu 7:5 Tut so mit ihnen: Ihre Altäre sollt ihr zerstören, zertrümmern ihre Steinmale, ihre heiligen Bäume fällen und ihre Gottesbilder verbrennen! Deu 7:6 Denn ein heilig Volk bist du dem Herrn, deinem Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, zum eigenen Volke erkoren aus allen Völkern auf dem Erdboden. Deu 7:7 Nicht weil ihr zahlreicher seid als die anderen Völker, hat euch der Herr begehrt, so daß er euch erkor; denn ihr seid das kleinste aller Völker, Deu 7:8 sondern weil der Herr euch liebt und den Schwur hält, den er euren Vätern geleistet hat. So hat euch der Herr mit starker Hand hinweggeführt und so befreite er dich aus dem Sklavenhaus, aus der Hand des Ägypterkönigs Pharao. Deu 7:9 So wisse, daß der Herr, dein Gott, der Gott ist, der unvergängliche Gott. Er bewahrt den Bund und die Huld bis ins tausendste Geschlecht denen, die ihn lieben und seine Gebote halten. Deu 7:10 Aber seinen Hassern vergilt er öffentlich durch Vernichtung. Er gibt seinem Hasser keinen Aufschub, sondern vergilt ihm öffentlich. Deu 7:11 Darum befolge das Gesetz, die Gebote und Gebräuche, die ich dir heute zu tun gebiete! Deu 7:12 Zum Lohne dafür, daß ihr diesen Vorschriften gehorchet, sie beobachtet und befolget, wahrt dir der Herr, dein Gott, den Bund und die Huld, die er deinen Vätern zugeschworen. Deu 7:13 Er liebt dich, segnet dich und mehrt dich. Er segnet deine Leibesfrucht und deine Feldfrucht, dein Korn, deinen Wein und dein Öl, den Wurf deiner Rinder und die Zucht deiner Schafe in dem Land, das er deinen Vätern zugeschworen, dir zu geben. Deu 7:14 Gesegnet bist du dann vor allen Völkern. Bei dir ist nichts Unfruchtbares weder beim Manne noch beim Weibe noch beim Vieh. Deu 7:15 Der Herr hält dir jede Krankheit fern und legt dir keine der bösen ägyptischen Seuchen auf, die du kennst. Er belegt damit alle deine Hasser. Deu 7:16 Vertilge die Völker alle, die der Herr, dein Gott, dir preisgibt! Du sollst nicht auf sie schauen! Du sollst nicht ihren Göttern dienen! Denn das wäre dir ein Fallstrick. Deu 7:17 Denkst du aber: 'Diese Völker sind größer als ich, wie könnte ich sie besiegen?', Deu 7:18 so sollst du dich nicht vor ihnen fürchten! Du sollst bedenken, was der Herr, dein Gott, dem Pharao und ganz Ägypten getan, Deu 7:19 die großen Proben, die du mit eigenen Augen gesehen, die Zeichen und Wunder, die starke Hand und den gereckten Arm, womit dich der Herr, dein Gott, befreit hat! Also wird der Herr, dein Gott, mit all den Völkern tun, vor denen du dich fürchtest. Deu 7:20 Ja, selbst Hornissen sendet der Herr, dein Gott, wider sie, bis vernichtet sind die Übriggebliebenen, die sich vor dir versteckten. Deu 7:21 Du sollst dich nicht vor ihnen entsetzen! Denn der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Gott, groß und furchtbar. Deu 7:22 Der Herr, dein Gott, vertreibt diese Völker nur allmählich vor dir. Du darfst sie aber nicht zu rasch vertilgen, sonst wüchse über dich das Wild des Feldes. Deu 7:23 Der Herr, dein Gott, gibt sie dir preis und setzt sie in gewaltigen Schrecken, bis sie vernichtet sind. Deu 7:24 Er gibt auch ihre Könige in deine Hand, und du tilgst ihren Namen unterm Himmel. Niemand hält vor dir stand, bis du sie vertilgt hast. Deu 7:25 Ihre Götterbilder sollt ihr verbrennen. Nach dem Silber und Gold daran soll dich nicht gelüsten; nimm es dir nicht! Sonst wirst du dadurch umgarnt. Denn das ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel. Deu 7:26 Du sollst keinen Greuel in dein Haus bringen, daß du nicht gleich ihm gebannt würdest! Du sollst es verabscheuen und Grauen davor haben! Denn es ist gebannt." Deu 8:1 "Ihr sollt das ganze Gesetz, das ich dir heute gebiete, mit Bedacht erfüllen, auf daß ihr leben bleibet, euch mehret und das Land besetzet, das der Herr euren Vätern zugeschworen! Deu 8:2 Gedenke des ganzen Weges, den dich der Herr, dein Gott, seit vierzig Jahren in der Steppe geführt hat, dich zu demütigen und zu prüfen, um zu erfahren, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten wirst oder nicht! Deu 8:3 Er beugte dich und ließ dich hungern; aber dann speiste er dich mit Manna, das dir und deinen Vätern unbekannt gewesen, um dich zu lehren, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebe, sondern daß der Mensch von allem lebt, was durch des Herrn Mund entsteht. Deu 8:4 Dein Kleid ist nicht an dir zerfallen, und dein Fuß nicht geschwollen, diese vierzig Jahre. Deu 8:5 So erkenne in deinem Herzen, daß dich der Herr, dein Gott, so erzieht, wie jemand seinen Sohn erzieht! Deu 8:6 Halte die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf seinen Wegen wandelnd und ihn fürchtend! Deu 8:7 Denn der Herr, dein Gott, bringt dich in ein treffliches Land, in ein Land mit Wasserbächen, Quellen und Seen, die im Tal und auf dem Berg entspringen, Deu 8:8 in ein Land mit Weizen und Gerste, Weinreben, Feigen und Granaten, in ein Land mit Oliven und Honig, Deu 8:9 in ein Land, wo du nicht kümmerlich Brot essen mußt, sondern keinen Mangel hast, in ein Land, dessen Steine Eisen sind und aus dessen Bergen du Erz gräbst. Deu 8:10 Du wirst essen und satt werden. Preise dann den Herrn, deinen Gott, für das treffliche Land, das er dir gegeben! Deu 8:11 Hüte dich, daß du nicht des Herrn, deines Gottes, vergäßest und seine Gesetze, Gebote und Gebräuche nicht mehr hieltest, die ich dir heute gebiete! Deu 8:12 Issest du dich satt und baust schöne Wohnhäuser, Deu 8:13 mehren sich deine Rinder und Schafe, wird dir Silber und Gold in Menge zu eigen, mehrt sich all das Deine, Deu 8:14 dann werde nicht dein Herz hochmütig! Vergiß nicht des Herrn, deines Gottes, der dich aus Ägypterlande geführt, aus dem Sklavenhause, Deu 8:15 der dich geleitet durch die große schreckliche Wüste, wo Schlangen, Nattern und Skorpione sind und Dürre, wo kein Wasser ist; der dir Wasser quellen ließ aus Kieselfelsen, Deu 8:16 der dich in der Wüste mit Manna speiste, das deine Väter nicht gekannt, der dich beugte und prüfte, damit er dir Gutes tun könnte in deiner Zukunft! Deu 8:17 Denke nicht: 'Meine Kraft und die Stärke meiner Hand hat mir diesen Reichtum verschafft!' Deu 8:18 Bedenke, daß der Herr, dein Gott, dir Kraft gibt, Reichtum zu schaffen, damit er seinen Bund bekräftige, den er deinen Vätern zugeschworen, wie es heute ist! Deu 8:19 Vergissest du aber des Herrn, deines Gottes, folgst du anderen Göttern, dienst ihnen und wirfst dich vor ihnen hin, so erkläre ich euch zum voraus aufs feierlichste, daß ihr umkommen werdet. Deu 8:20 Wie die Völker, die der Herr vor euch vertilgt, so werdet ihr umkommen, zur Strafe dafür, daß ihr nicht auf die Stimme des Herrn, eures Gottes, hört." Deu 9:1 "Höre, Israel! Du ziehst jetzt über den Jordan, Herr zu werden über Völker, größer und stärker als du, über Städte, groß und himmelhoch umwehrt, Deu 9:2 über ein Volk, groß und hochgewachsen, die Enakiter, die du selbst kennst und von denen du selbst sagen hörtest: 'Wer hält den Enakitern stand?' Deu 9:3 So wisse zum voraus: Der Herr, dein Gott, zieht dir voran als ein verzehrendes Feuer. Er vertilgt sie und wirft sie vor dich hin. Du wirst sie leicht vertreiben und vernichten, wie dir der Herr verhieß. Deu 9:4 Denke nicht, wenn sie der Herr, dein Gott, vor dir verjagt: 'Um meines Verdienstes willen hat mich der Herr in den Besitz dieses Landes gebracht!' Der Herr vertreibt vor dir diese Völker doch nur um ihres Frevels willen. Deu 9:5 Nicht wegen des Verdienstes und deines lauteren Herzens kommst du in den Besitz dieses Landes, sondern der Herr, dein Gott, vertreibt vor dir diese Völker wegen ihrer Frevelhaftigkeit und zur Erfüllung des Schwures, den der Herr deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geleistet hat. Deu 9:6 Bleib dir bewußt, daß dir der Herr, dein Gott, dieses schöne Land nicht wegen deines Verdienstes zu eigen gibt! Denn du bist ein halsstarrig Volk. Deu 9:7 Denk daran! Vergiß nicht, wie du den Herrn, deinen Gott, in der Wüste erzürnt hast! Vom Tag an, an dem du aus Ägypterland gezogen, bis zu eurer Ankunft an diesem Ort seid ihr widerspenstig gegen den Herrn gewesen. Deu 9:8 Besonders am Horeb habt ihr den Herrn erzürnt, und der Herr ergrimmte über euch und wollte euch vertilgen. Deu 9:9 Ich stieg auf den Berg, die Steintafeln zu empfangen, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit euch geschlossen, und ich blieb vierzig Tage und Nächte auf dem Berg. Brot habe ich nicht gegessen und Wasser nicht getrunken. Deu 9:10 Der Herr gab mir die beiden Steintafeln, vom Finger Gottes beschrieben. Darauf waren genau die Worte, die der Herr am Versammlungstag auf dem Berg aus dem Feuer zu euch redete. Deu 9:11 Nach vierzig Tagen und Nächten hat mir der Herr die beiden Steintafeln gegeben, die Tafeln des Bundes. Deu 9:12 Da sprach der Herr zu mir: 'Auf! Rasch von hier hinab! Schlimm handelt dein Volk, das du aus Ägypten führtest. Sie sind schnell vom Weg gewichen, den ich ihnen gebot. Sie haben sich ein Gußbild gemacht.' Deu 9:13 Und der Herr sprach zu mir: 'Ich habe dies Volk beobachtet; es ist ein hartnäckig Volk. Deu 9:14 Laß mich in Ruhe, daß ich sie vertilge und ihren Namen unter dem Himmel lösche! Dich will ich zum Ahnherrn eines Volkes machen, stärker und größer als dieses.' Deu 9:15 Ich wandte mich und stieg vom Berge, und der Berg brannte noch im Feuer. Die beiden Gesetzestafeln hielt ich in meinen Händen. Deu 9:16 Da sah ich hin. Wahrhaftig! Ihr hattet euch an dem Herrn, eurem Gott, versündigt. Ihr hattet euch ein gegossenes Kalb gemacht. So seid ihr schnell von dem Wege gewichen, den der Herr euch vorgeschrieben hatte. Deu 9:17 Da faßte ich die beiden Tafeln, warf sie weg und zerschlug sie vor euren Augen. Deu 9:18 Dann warf ich mich nieder vor dem Herrn, wie das erstemal, vierzig Tage und Nächte. Ich habe kein Brot gegessen und kein Wasser getrunken wegen all eurer Sünde, die ihr getan, indem ihr etwas dem Herrn Mißfälliges tatet, daß es ihn kränken mußte. Deu 9:19 Denn mir ist bange geworden vor dem Zorn und Grimm, womit der Herr über euch gezürnt, so daß er daran war, euch zu vertilgen. Und der Herr erhörte mich auch diesmal. Deu 9:20 Auch über Aaron hatte der Herr so sehr gezürnt, daß er ihn vertilgen wollte. Ich flehte damals auch für Aaron. Deu 9:21 Euer Sündenwerk aber, das ihr gemacht, das Kalb, habe ich genommen; dann verbrannte ich es, zerstieß und zerrieb es zu feinem Staub, und diesen Staub warf ich in den Bach, der vom Berg herabfließt. Deu 9:22 Auch zu Tabera, Massa und an den Gelüstegräbern habt ihr den Herrn erzürnt. Deu 9:23 Auch als euch der Herr von Kades Barnea aussandte und sprach: 'Zieht hinauf und erobert das Land, das ich euch gebe!', waret ihr widerspenstig gegen des Herrn, eures Gottes, Befehl; ihr habt ihm nicht getraut und nicht auf seine Stimme gehört. Deu 9:24 Widerspenstig seid ihr gegen den Herrn gewesen, seitdem ich euch kenne. Deu 9:25 Ich lag vor dem Herrn die vierzig Tage und Nächte, als ich bestürzt war, weil der Herr euch vernichten wollte. Deu 9:26 Ich betete zum Herrn: 'Herr! Herr! Vertilge nicht dein ureigen Volk, das du erlöst durch deine große Macht und mit starkem Arm aus Ägypten geführt hast! Deu 9:27 Gedenke deiner Knechte Abraham, Isaak und Jakob! Kehre dich nicht an des Volkes Halsstarrigkeit, an seine Bosheit und Sünde! Deu 9:28 Damit man nicht in dem Land, aus dem du uns geführt, sage: "Aus Unvermögen des Herrn, sie in das zugesagte Land zu bringen, und aus Abneigung gegen sie führte er sie hinweg, sie in der Wüste sterben zu lassen!" Deu 9:29 Und doch sind sie dein ureigen Volk, das du mit deiner großen Kraft und deinem gereckten Arm hast herausgeführt.'" Deu 10:1 "Damals sprach der Herr zu mir: 'Haue dir zwei Steintafeln aus wie die ersten, und steige zu mir auf den Berg! Auch mach dir einen Schrein von Holz! Deu 10:2 Ich will auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln gestanden, die du zerbrochen hast. Lege sie in die Lade!' Deu 10:3 Da machte ich eine Lade aus Akazienholz und hieb zwei Steintafeln aus, wie die ersten. Dann stieg ich auf den Berg, die beiden Tafeln in der Hand. Deu 10:4 Da schrieb er in der gleichen Schrift wie zuvor auf die Tafeln die Zehn Worte, die er am Versammlungstag auf dem Berg aus dem Feuer zu euch geredet. Deu 10:5 Dann gab sie mir der Herr. Ich wandte mich und stieg vom Berg herab und legte die Tafeln in die Lade, die ich gemacht hatte. Sie blieben darin, wie mir der Herr befohlen hatte. Deu 10:6 Die Israeliten waren nun von den Brunnen der Söhne Jaakan nach Mosera gezogen; dort starb Aaron und ward dort begraben. An seiner Statt ward sein Sohn Eleazar Priester. Deu 10:7 Von da zogen sie nach Gudgoda, von Gudgoda nach Jotba, einer Gegend mit Wasserbächen. Deu 10:8 Damals schied der Herr den Stamm Levi aus, die Bundeslade des Herrn zu tragen, vor dem Herrn zu stehen, ihm zu amten und mit seinem Namen zu segnen, bis auf diesen Tag. Deu 10:9 Darum ward Levi kein Besitzteil unter seinen Brüdern. Der Herr ist sein Erbgut, wie der Herr, dein Gott, ihm verheißen. Deu 10:10 Ich aber bin wie zuvor vierzig Tage und Nächte auf dem Berge geblieben. Und der Herr erhörte mich auch diesmal. Der Herr hatte dich nicht vernichten wollen. Deu 10:11 Und der Herr sprach zu mir: 'Auf! Geh vor dem Volke her, daß sie das Land einnehmen, das ich ihren Vätern zugeschworen habe!' Deu 10:12 Nun, Israel! Weshalb fordert der Herr, dein Gott, von dir, daß du den Herrn, deinen Gott, fürchtest und immerdar auf seinen Wegen wandelst, daß du ihn liebst und dem Herrn, deinem Gott, von ganzem Herzen und aus ganzer Seele dienst, Deu 10:13 daß du des Herrn Gesetze und Gebote befolgst, die ich dir heute gebe? Doch nur zu deinem Besten! Deu 10:14 Des Herrn, deines Gottes, sind die Himmel und die Himmel der Himmel und die Erde und alles, was darauf ist. Deu 10:15 Aber nur zu deinen Vätern allein hat sich der Herr in Liebe geneigt und euch, ihre Nachkommen, aus allen Völkern erkoren, wie es jetzt ist. Deu 10:16 So beschneidet die Vorhaut eures Herzens und seid nicht ferner halsstarrig! Deu 10:17 Denn der Herr, euer Gott, ist der Götter Gott und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtbare Gott, der kein Ansehen kennt und keine Bestechung nimmt, Deu 10:18 der Recht den Waisen und Witwen schafft und den Fremdling liebt und ihm Brot und Gewandung spendet. Deu 10:19 Liebet also den Fremdling! Denn ihr seid Fremdlinge im Ägypterland gewesen. Deu 10:20 Den Herrn, deinen Gott, sollst du fürchten! Ihm sollst du dienen! An ihm sollst du hängen und mit seinem Namen schwören Deu 10:21 Er ist dein Ruhm. Er ist dein Gott, der an dir jenes Große und Furchtbare getan, das du mit eigenen Augen gesehen. Deu 10:22 In der Zahl von siebzig Seelen sind deine Väter nach Ägypten gezogen, und jetzt hat dich der Herr, dein Gott, an Menge gleich gemacht den Sternen des Himmels." Deu 11:1 "So liebe den Herrn, deinen Gott, und warte seines Amtes, seiner Gesetze, Gebote und Gebräuche! Deu 11:2 Beachtet, daß dies jetzt nicht euren Kindern gilt! Sie haben die Zucht des Herrn, eures Gottes, nicht erlebt und nicht erfahren seine Größe, seine starke Hand und seinen ausgereckten Arm, Deu 11:3 seine Zeichen und Taten, die er in Ägypten an Ägyptens König Pharao und seinem ganzen Land getan, Deu 11:4 und was er getan an Ägyptens Heer, seinen Rossen und Wagen. Über sie hat der Herr des Schilfmeeres Wasser fluten lassen, als sie euch nachjagten; so vertilgte sie der Herr bis auf diesen Tag. Deu 11:5 Und was er an euch in der Wüste getan bis zu eurer Ankunft an diesem Ort, Deu 11:6 und was er getan an Datan und Abiram, den Söhnen des Rubensohnes Eliab, wie die Erde ihren Schlund aufgetan und sie dann verschlang inmitten von ganz Israel samt ihren Behausungen und Zelten und ihrem ganzen Gefolge. Deu 11:7 Ihr dagegen sahet mit eigenen Augen all die Großtaten, die der Herr getan. Deu 11:8 So achtet aller Gebote, die ich euch heute gebiete, damit ihr stark seid und das Land betretet und es einnehmt, das zu besetzen ihr hinüberschreitet, Deu 11:9 und damit ihr lange lebet in dem Lande, das der Herr euren Vätern und ihrem Stamme zugeschworen, in dem Lande, das von Milch und Honig fließt! Deu 11:10 Denn das Land, in das du ziehst, es zu besetzen, gleicht nicht dem Lande Ägypten, aus dem du gezogen, das du mit deiner Saat besätest und das du, wie einen Gemüsegarten, mit deinem Fuß bewässert hast. Deu 11:11 Das Land, in das ihr hinüberzieht, es zu besetzen, ist ein Land mit Bergen und Tälern; vom Regen des Himmels trinkt es Wasser, Deu 11:12 ein Land, für das der Herr, dein Gott, sorgt. Beständig ruhen des Herrn, deines Gottes, Augen auf ihm, vom Anfang bis zum Schluß des Jahres. Deu 11:13 Gehorchet ihr treulich meinen Geboten, die ich euch heute gebiete, den Herrn, euren Gott, zu lieben und ihm von ganzem Herzen und aus ganzer Seele zu dienen, Deu 11:14 dann gebe ich eurem Lande zur rechten Zeit Regen, Frühregen und Spätregen, daß du dein Korn, deinen Wein und dein Öl einheimsest. Deu 11:15 Ich gebe auf deiner Flur Gras für dein Vieh, daß du essest und satt werdest. Deu 11:16 Hütet euch, daß euer Herz nicht betört werde und ihr abfallet, anderen Göttern dienet und euch davor hinwerfet! Deu 11:17 Sonst entbrennt des Herrn Zorn gegen euch, und er sperrt den Himmel. Kein Regen fällt, und die Scholle gibt ihre Ernte nicht mehr. Dann schwindet ihr rasch aus dem schönen Lande, das der Herr euch gibt. Deu 11:18 Nehmt euch diese meine Worte zu Herzen und zu Gemüt! Bindet sie als Denkzeichen an eure Hand! Tragt sie als Marken zwischen euren Augen! Deu 11:19 Lehrt sie eure Kinder, indem ihr davon redet, wenn du in deinem Hause weilst oder auf Reisen gehst, wenn du dich legst und wenn du aufstehst! Deu 11:20 Schreibe sie auf die Pfosten deines Hauses und an deine Tore, Deu 11:21 auf daß sich eure und eurer Kinder Tage mehren in dem vom Herrn euren Vätern zugeschworenen Land, wie die Tage des Himmels über der Erde! Deu 11:22 Achtet ernstlich darauf, all diese Gebote, die ich gebiete zu tun, den Herrn, euren Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und ihm anzuhängen! Deu 11:23 Dann rottet der Herr all diese Völker vor euch aus, und ihr besiegt Völker, die größer und stärker als ihr. Deu 11:24 Jeder Ort, den eure Fußsohle betritt, wird euer sein. Von der Wüste bis zum Libanon, vom Strome, dem Euphratstrom, bis ans Westmeer, das wird euer Gebiet sein. Deu 11:25 Niemand besteht vor euch. Furcht und Schrecken legt vor euch der Herr, euer Gott, über das ganze Land, das ihr nach seiner Verheißung betretet. Deu 11:26 Seht! Ich lege euch heute Segen und Fluch vor. Deu 11:27 Den Segen, falls ihr gehorchet des Herrn, eures Gottes, Geboten, die ich euch heute gebiete. Deu 11:28 Den Fluch, wenn ihr nicht gehorcht den Geboten des Herrn, eures Gottes, wenn ihr abweicht von dem Weg, den ich euch heute gebiete, und anderen Göttern nachlauft, die ihr nicht kanntet. Deu 11:29 Bringt dich der Herr, dein Gott, in das Land, in das du ziehst, es zu besetzen, so erteile den Segen auf dem Berge Garizim und den Fluch auf dem Berge Ebal! Deu 11:30 Liegen sie nicht jenseits des Jordans, westlich der Straße des Sonnenuntergangs, im Land der Kanaaniter, in der Steppe gegenüber Gilgal bei den Maulbeerbäumen? Deu 11:31 Denn ihr überschreitet den Jordan, um vorzudringen und das Land zu besetzen, das euch der Herr, euer Gott, gibt. Habt ihr es besetzt und besiedelt, Deu 11:32 dann achtet, all die Gesetze und Gebräuche zu halten, die ich euch heute vorlege!" Deu 12:1 "Dies sind die Gebote und Gebräuche. Achtet darauf, sie zu tun in dem Lande, das dir der Herr, deiner Väter Gott, zu eigen gibt, solange ihr im Lande lebt. Deu 12:2 Vernichten sollt ihr all die Stätten, wo die von euch besiegten Völker ihren Göttern gedient, auf den hohen Bergen und den Hügeln und unter jedem immergrünen Baume! Deu 12:3 Stürzt ihre Altäre! Zertrümmert ihre Steinmale! Verbrennen sollt ihr ihre heiligen Bäume! Fällen sollt ihr ihre Götterbilder! Tilgen sollt ihr ihren Namen von jenen Stätten! Deu 12:4 Nicht also sollt ihr dem Herrn, eurem Gott, tun! Deu 12:5 Besuchen sollt ihr die Stätte, die der Herr, euer Gott, aus irgendeinem eurer Stämme aussucht, seinen Namen dort einzusetzen: Kommt dorthin! Deu 12:6 Dorthin bringt eure Brand- und Schlachtopfer, eure Zehnten und die Weihegabe eures Feldes, eure Gelübde, eure freiwilligen Gaben und die Erstlingswürfe eurer Rinder und Schafe! Deu 12:7 Dort esset vor dem Herrn, eurem Gott, und tut euch gütlich samt euren Familien an allem Erwerb eurer Hände, mit dem dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat! Deu 12:8 Ihr sollt nicht so tun, wie wir jetzt hier tun! Jeder nämlich tut nach seinem Gutdünken. Deu 12:9 Denn ihr seid noch nicht zur Ruhe gelangt und nicht zu dem Besitz, den dir der Herr, dein Gott, gibt. Deu 12:10 Habt ihr aber den Jordan überschritten und wohnt in dem Lande, das euch der Herr, euer Gott, zu eigen gibt, und schafft er euch vor all euren Feinden ringsum Ruhe, und wohnt ihr sicher, Deu 12:11 dann sollt ihr an den Ort, den der Herr, euer Gott, erwählt, seinen Namen dort wohnen zu lassen, alles bringen, was ich euch gebiete; eure Brand- und Schlachtopfer, eure Zehnten, die Weihegaben eures Feldes und alle eure erlesenen Gelübdeopfer, die ihr dem Herrn gelobet! Deu 12:12 Seid fröhlich vor dem Herrn, eurem Gott, ihr, eure Söhne, Töchter, Knechte und Mägde samt dem Leviten, der in euren Ortschaften wohnt, weil er kein Erbteil hat wie ihr! Deu 12:13 Hüte dich, deine Brandopfer an beliebigem Ort darzubringen! Deu 12:14 Nur an dem Ort, den der Herr in irgendeinem deiner Stämme wählt, dort darfst du deine Brandopfer darbringen und dort all das tun, was ich dich heiße! Deu 12:15 Aber nach Herzenslust darfst du in all deinen Ortschaften schlachten. Iß Fleisch nach des Herrn, deines Gottes, Segen, den er dir gibt! Der Unreine wie der Reine können es essen, wie den Hirsch und das Reh. Deu 12:16 Nur das Blut darfst du nicht genießen. Du sollst es auf die Erde gießen wie Wasser! Deu 12:17 Nicht darfst du in deinen Toren den Zehnten deines Korns, Weins und Öls verzehren, noch deiner Rinder oder Schafe erste Würfe, noch eines deiner versprochenen Gelübde, noch deine freiwilligen Gaben, noch die Weihegabe deines Feldes. Deu 12:18 Nur vor dem Herrn, deinem Gott, kannst du es verzehren an dem Ort, den der Herr, dein Gott, erwählt, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht und deine Magd samt dem Leviten, der in deinen Toren ist. Sei fröhlich mit allem Erwerb deiner Hand vor dem Herrn, deinem Gott! Deu 12:19 Hüte dich, daß du den Leviten nicht verlässest, alle deine Tage in deinem Lande! Deu 12:20 Erweitert der Herr, dein Gott, dein Gebiet, wie er dir verheilen, und du sprichst: 'Ich möchte Fleisch essen', weil dich nach Fleischgenuß gelüstet, so magst du Fleisch nach Herzenslust essen. Deu 12:21 Ist dir der Ort zu entlegen, den der Herr, dein Gott, erwählt, seinen Namen dort einzusetzen, so schlachte, wie ich dir geboten, von deinen Rindern und Schafen, die dir der Herr gibt, und iß in deinen Toren nach Herzenslust! Deu 12:22 Nur sollst du es essen, wie Hirsch und Reh gegessen werden! Der Unreine mag so gut wie der Reine davon essen. Deu 12:23 Nur sei stark, daß du nicht das Blut genießest! Denn das Blut ist die Seele, und du darfst nicht mit dem Fleisch die Seele verzehren. Deu 12:24 Du sollst es nicht genießen, sondern es auf die Erde gießen wie Wasser! Deu 12:25 Du sollst es nicht genießen, auf daß es dir und deinen Kindern wohlergehe, wenn du tust, was recht ist in des Herrn Augen! Deu 12:26 Nur deine heiligen Gaben und deine Gelübde darfst du nehmen; dann komm zu dem Ort, den der Herr erwählen wird! Deu 12:27 Bereite auf dem Altar des Herrn, deines Gottes, deine Brandopfer, das Fleisch und das Blut! Das Blut deiner Schlachtopfer aber werde an den Altar des Herrn, deines Gottes, gegossen! Das Fleisch magst du essen. Deu 12:28 Beobachte aufmerksam all diese Gebote, die ich dir gebiete, auf daß es dir und deinen Kindern ewig wohlergehe, wenn du tust, was gut und recht ist in des Herrn, deines Gottes, Augen! Deu 12:29 Vertilgt der Herr, dein Gott, vor dir die Völker, die zu besiegen du dorthin ziehst, und hast du sie besiegt und dich in ihrem Lande angesiedelt, Deu 12:30 so hüte dich und laß dich nicht von ihnen umgarnen, nachdem sie von dir vertilgt sind! Kümmere dich nicht um ihre Götter und frage nicht: 'Wie dienen diese Völker ihren Göttern? Also will auch ich tun.' Deu 12:31 Du sollst nicht so tun mit dem Herrn, deinem Gott! Denn alles, was dem Herrn ein Greuel ist und was er haßt, tun sie ihren Göttern, verbrennen sie doch ihren Göttern sogar ihre Söhne und Töchter." Deu 12:32 (13:1) "Alles, was ich gebiete, sollt ihr achten, es zu tun! Du sollst nichts hinzufügen und nichts davon abstreichen! Deu 13:1 (13:2) Tritt bei dir ein Prophet auf oder einer, der Träume hat, und bietet dir ein Zeichen oder Wunder an, Deu 13:2 (13:3) und das Zeichen oder Wunder trifft ein, das er dir vorausgesagt, und er spricht: 'Wir wollen anderen Göttern folgen, die du nicht kennst, und ihnen dienen', Deu 13:3 (13:4) so sollst du nicht auf die Worte jenes Propheten oder Träumers hören! Denn der Herr, euer Gott, versucht euch, um zu erkennen, ob ihr den Herrn, euren Gott, liebt von ganzem Herzen und aus ganzer Seele! Deu 13:4 (13:5) Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr folgen! Ihn sollt ihr fürchten! Seine Gebote sollt ihr halten! Auf seine Stimme sollt ihr hören! Ihm sollt ihr dienen und ihm anhangen! Deu 13:5 (13:6) Jener Prophet oder Träumer soll des Todes sein! Denn geraten hat er zum Abfall vom Herrn, eurem Gott, der euch aus Ägypterland geführt und dich aus dem Sklavenhaus befreit. Er wollte dich vom Weg lenken, auf dem der Herr, dein Gott, dir zu wandeln geboten. So tilge den Bösen aus deiner Mitte! Deu 13:6 (13:7) Will dein Bruder, deiner Mutter Sohn, dich heimlich bereden oder dein Sohn oder deine Tochter oder dein liebes Weib oder dein Freund, der dir ist wie dein Leben, mit den Worten: 'Laßt uns gehen und anderen Göttern dienen!', die dir und deinen Vätern unbekannt sind, Deu 13:7 (13:8) von den Göttern der Völker rings um euch her, den dir nahen oder fernen, von einem Ende der Erde bis zum anderen, Deu 13:8 (13:9) so sollst du ihm nicht willfahren noch ihm Gehör geben! Du sollst keinen Blick des Mitleids für ihn haben, noch seiner schonen, noch seine Schuld verheimlichen! Deu 13:9 (13:10) Nein! Du sollst ihn umbringen! Deine Hand soll zuerst gegen ihn sein, ihn zu töten, danach die Hand des ganzen Volkes! Deu 13:10 (13:11) Steinige ihn zu Tode! Denn er hat dich absprengen wollen vom Herrn, deinem Gott, der dich aus Ägypterland geführt, aus dem Sklavenhaus. Deu 13:11 (13:12) Ganz Israel soll es hören und sich fürchten, daß niemand mehr solch Schlimmes tue in deiner Mitte! Deu 13:12 (13:13) Hörst du in einer deiner Städte, die dir der Herr, dein Gott, zur Siedlung gibt: Deu 13:13 (13:14) Nichtswürdige Leute sind in deiner Mitte aufgekommen und haben die Insassen ihrer Stadt verführt mit den Worten: 'Laßt uns gehen und anderen Göttern dienen!', die ihr nicht kennt, Deu 13:14 (13:15) dann untersuche, forsche und frage genau! Und ist es wahr, ist die Sache richtig, ist in deiner Mitte solcher Greuel verübt worden, Deu 13:15 (13:16) dann sollst du die Insassen jener Stadt mit des Schwertes Schärfe töten! Banne sie und alles darin und ihr Vieh mit des Schwertes Schärfe! Deu 13:16 (13:17) All ihren Plunder sollst du auf ihren Markt tragen! Verbrenne die Stadt samt all ihrem Plunder gänzlich, wegen des Herrn, deines Gottes! Sie bleibe ewig ein Schutthügel und soll nimmer aufgebaut werden! Deu 13:17 (13:18) Nichts von dem Banngut soll an deiner Hand kleben, auf daß der Herr von seinem grimmen Zorn lasse, dir Erbarmen spende und dich erbarmend mehre, wie er deinen Vätern zugeschworen, Deu 13:18 (13:19) falls du auf des Herrn, deines Gottes, Stimme hörst, alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, hältst und tust, was recht ist in den Augen des Herrn, deines Gottes!" Deu 14:1 "Kinder seid ihr dem Herrn, eurem Gott. Ihr sollt euch wegen eines Toten keine Einschnitte machen und euch keine Glatze scheren zwischen den Augen! Deu 14:2 Denn du bist dem Herrn, deinem Gott, ein heiliges Volk. Dich erkor der Herr aus allen Völkern auf Erden zu seinem Eigenvolke. Deu 14:3 Du sollst nichts Abscheuliches genießen. Deu 14:4 Dies sind die Tiere, die ihr essen dürft: Rind, Schaf, Ziege, Deu 14:5 Hirsch, Gazelle, Damhirsch, Steinbock, Antilope, Büffel und Rehbock. Deu 14:6 Alle Vierfüßler, die gespaltene Klauen haben, und zwar beide Klauen ganz durchgespalten, und die zugleich unter den Vierfüßlern wiederkäuen, dürft ihr essen. Deu 14:7 Dagegen dürft ihr von den Wiederkäuern mit ganz durchgespaltenen Klauen folgende nicht essen: das Kamel, den Hasen und den Klippdachs; denn sie sind zwar Wiederkäuer, haben aber keine durchgespaltenen Klauen. Sie seien euch unrein! Deu 14:8 Ferner das Schwein. Es hat zwar gespaltene Klauen und sogar ganz durchgespaltene Klauen, ist aber kein Wiederkäuer. Unrein sei es euch! Ihr dürft ihr Fleisch nicht essen und ihr Aas nicht berühren. Deu 14:9 Von allen im Wasser lebenden Tieren dürft ihr folgende essen: Ihr dürft essen alles, was Flossen und Schuppen hat. Deu 14:10 Dagegen dürft ihr keines von denen essen, die weder Flossen noch Schuppen besitzen. Unrein seien sie euch! Deu 14:11 Alle reinen Vögel dürft ihr essen. Deu 14:12 Ihr dürft aber nicht von folgenden essen: von dem Adler, dem Bartgeier, dem Geier, Deu 14:13 von der Weihe und dem Geschlechte der Falken, Deu 14:14 dem ganzen Rabengeschlechte Deu 14:15 von dem Strauß, der Schwalbe, der Möve und dem Habichtgeschlechte, Deu 14:16 von dem Käuzchen, dem Uhu, der Eule, Deu 14:17 von dem Pelikan, dem Erdgeier, dem Sturzpelikan, Deu 14:18 von dem Storch, dem Regenpfeifergeschlechte, dem Wiedehopf, der Fledermaus! Deu 14:19 Auch alles geflügelte Gewimmel sei euch unrein! Es darf nicht gegessen werden. Deu 14:20 Alles reine Geflügel dürft ihr essen. Deu 14:21 ihr dürft aber keinerlei Aas genießen. Dem Fremden in deiner Siedlung magst du es zu essen geben oder an einen Ausländer verkaufen. Denn du bist ein dem Herrn, deinem Gott, geheiligtes Volk. Du sollst nicht ein Böckchen in seiner Mutter Milch kochen. Deu 14:22 Verzehnten sollst du Jahr für Jahr gewissenhaft deinen ganzen Ernteertrag, den das Feld hervorbringt! Deu 14:23 Verzehre vor dem Herrn, deinem Gott, an der Stätte, die er auserwählt, um seinen Namen dort einwohnen zu lassen, den Zehnten deines Getreides, Weins und Öls und die Erstlingswürfe deiner Rinder und Schafe, auf daß du lernst, allzeit den Herrn, deinen Gott, zu fürchten! Deu 14:24 Ist dir aber der Weg zu weit, daß du es nicht tragen kannst, weil die vom Herrn, deinem Gott, zur Einsetzung seines Namens erwählte Stätte zu weit von dir entfernt ist, und hat dich der Herr, dein Gott, gesegnet, Deu 14:25 dann mach es zu Geld und nimm das Geld mit! Zieh nach der vom Herrn, deinem Gott, erwählten Stätte! Deu 14:26 Kaufe für das Geld das, was du begehrst, Rinder und Schafe, Wein und Bier, alles, wozu dich dein Herz auffordert! Und genieße dort vor dem Herrn, deinem Gott, und sei fröhlich mit deinem Hause! Deu 14:27 Den Leviten in deiner Siedlung solltest du nicht verlassen! Denn er hat bei dir kein Erbteil. Deu 14:28 Jedes dritte Jahr sollst du den gesamten Zehnten aus deinem Ertrag ausscheiden! Dann leg ihn in deiner Siedlung nieder! Deu 14:29 Dann kommen die Leviten, die weder Teil noch Erbe bei dir haben, die Fremdlinge, Waisen und Witwen in deine Siedlung und essen sich satt. Und dann segnet dich der Herr, dein Gott, in all deiner Händearbeit, die du tust." Deu 15:1 "In jedem siebten Jahre sollst du Erlaß üben! Deu 15:2 Mit dem Erlaß ist es so: Kein Gläubiger darf ein Darlehen eintreiben, das er seinem Nächsten geliehen hat. Er soll es nicht eintreiben bei seinem Nächsten und Bruder, wenn man einen Erlaß von seiten des Herrn ausruft! Deu 15:3 Beim Ausländer magst du es eintreiben. Aber was du bei deinem Bruder hast, sollst du nicht eintreiben! Deu 15:4 Wohl sollte bei dir kein Armer sein, da der Herr dich reichlich segnet in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, zu eignem Besitze gibt, Deu 15:5 falls du nur der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchest und darauf achtest, all diese Gebote zu tun, die ich dir heute gebiete. Deu 15:6 Denn der Herr, dein Gott, segnet dich, wie er dir verheißen, daß du vielen Völkern leihen kannst, selbst aber nichts entlehnen mußt, und daß du über viele Völker herrschest, über dich aber keines herrscht. Deu 15:7 Ist aber ein Armer bei dir, so sollst du nicht hartherzig sein gegen deinen Bruder in irgendeinem deiner Tore in deinem Lande, das der Herr, dein Gott, dir gibt! Verschließen sollst du nicht deine Hand vor deinem armen Bruder! Deu 15:8 Öffnen sollst du ihm deine Hand und ihm genug leihen für seinen Mangel, was ihm gebricht! Deu 15:9 Hüte dich, daß in deinem Herzen nicht der nichtsnutzige Gedanke entstehe: 'Das siebte Jahr, das Erlaßjahr, naht', und daß dein Auge mißgünstig sei auf deinen armen Bruder und du ihm nichts gebest! Denn sonst schreit er über dich zum Herrn, und dann ruht Sünde auf dir. Deu 15:10 Geben sollst du ihm und nicht verdrießlich sein, wenn du ihm gibst! Denn um dessentwillen segnet dich der Herr, dein Gott, bei all deinem Tun und allem deinem Unternehmen! Deu 15:11 Weil es nie in deinem Lande an Armen fehlt, darum gebiete ich dir also: Öffnen sollst du deine Hand deinem Bruder, dem Dürftigen und Armen in deinem Lande! Deu 15:12 Verkauft sich dir einer deiner Brüder, Hebräer oder Hebräerin, diene er dir sechs Jahre! Im siebten Jahre sollst du ihn freilassen! Deu 15:13 Und läßt du ihn frei, dann darfst du ihn nicht leer ziehen lassen. Deu 15:14 Geben sollst du ihm gehörig von deinem Obst, deiner Tenne und deiner Kelter, womit dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat! Davon sollst du ihm geben! Deu 15:15 Gedenke, daß du Sklave gewesen im Ägypterlande und daß dich der Herr, dein Gott, befreit hat! Darum gebiete ich dir heute solches. Deu 15:16 Sagt er aber zu dir: 'Ich gehe nicht von dir', da er dich und dein Haus liebt, weil ihm bei dir wohl ist, Deu 15:17 dann nimm den Pfriemen und durchbohre ihm sein Ohr an der Tür! So wird er für immer dein Knecht! So sollst du auch mit deiner Magd tun! Deu 15:18 Nicht schwer soll es dir fallen, wenn du ihn freiläßt! Denn er hat dir sechs Jahre ohne Taglöhners Lohn gedient. Dann segnet dich der Herr, dein Gott, in allem, was du tust. Deu 15:19 Jeden männlichen Erstlingswurf unter deinen Rindern und Schafen sollst du dem Herrn, deinem Gott, weihen! Du sollst nicht mit dem Erstlingswurf deiner Rinder arbeiten und nicht den deiner Schafe scheren! Deu 15:20 An der vom Herrn erwählten Stätte sollst du sie Jahr für Jahr mit deinem Hause essen vor dem Herrn, deinem Gott! Deu 15:21 Sind sie aber bemakelt, sind sie lahm oder blind oder haben sie sonst einen schlimmen Makel, so darfst du sie nicht dem Herrn, deinem Gott, opfern. Deu 15:22 In deinen Toren darfst du solche essen, ob du unrein oder rein bist, wie Reh und Hirsch. Deu 15:23 Nur ihr Blut darfst du nicht genießen. Du sollst es auf die Erde wie Wasser gießen!" Deu 16:1 "Achte auf den Ährenmonat, daß du dem Herrn, deinem Gott, Passah haltest! Denn im Ährenneumond hat dich der Herr, dein Gott, bei Nacht aus Ägypten geführt. Deu 16:2 Schlachte als Passahopfer für den Herrn, deinen Gott, Schafe und Rinder an der Stätte, die der Herr erwählt, um seinen Namen dort wohnen zu lassen! Deu 16:3 Du sollst nichts Gesäuertes dazu essen! Du sollst sieben Tage darum ungesäuerte Brote, gemeine Kost essen! Denn in Hast bist du aus dem Ägypterland gezogen. Daß du des Tages deines Auszuges aus Ägypterland all dein Leben gedenkest! Deu 16:4 Sieben Tage darf in deinem ganzen Bereich kein Sauerteig bei dir gesehen werden. Von dem am Abend des ersten Tages geopferten Fleisch darf nichts über die Nacht bis zum Morgen bleiben. Deu 16:5 Du darfst nicht das Passah in einer deiner Ortschaften feiern, die dir der Herr, dein Gott, gibt. Deu 16:6 Nur an der vom Herrn, deinem Gott, zur Wohnung seines Namens erwählten Stätte sollst du das Passah schlachten, am Abend bei Sonnenuntergang, um die Zeit deines Auszuges aus Ägypten! Deu 16:7 Koch und iß es an der vom Herrn, deinem Gott, erwählten Stätte! Am anderen Morgen reise ab und gehe zu deinen Zelten! Deu 16:8 Sechs Tage noch sollst du ungesäuerte Brote essen! Am siebten sei Festversammlung zu Ehren des Herrn, deines Gottes! Da darfst du keine Arbeit tun. Deu 16:9 Abzählen sollst du dir sieben Wochen! Vom Anlegen der Sichel an die Halme sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen! Deu 16:10 Dann halte dem Herrn, deinem Gott, das Wochenfest mit den freiwilligen Gaben, die deine Hand spendet, je nachdem dich der Herr, dein Gott, segnete Deu 16:11 Sei fröhlich vor dem Herrn, deinem Gott, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, der Levite in deiner Siedlung, der Fremdling, die Waise und die Witwe bei dir an der vom Herrn, deinem Gott, zur Wohnung seines Namens erwählten Stätte! Deu 16:12 Gedenke, daß du in Ägypten Sklave gewesen bist! Halte sorgsam diese Gebote! Deu 16:13 Das Laubhüttenfest sollst du sieben Tage feiern, wenn du den Ertrag deiner Tenne und Kelter einheimst! Deu 16:14 Sei an diesem Feste fröhlich, du, dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, der Levite, der Fremdling, die Waise und die Witwe in deinen Toren! Deu 16:15 Sieben Tage sollst du feiern ein Fest dem Herrn, deinem Gott, an der vom Herrn erwählten Stätte! Denn der Herr, dein Gott, segnet dich in all deinem Ertrag und bei allem Tun deiner Hände. Darum sei nur froh! Deu 16:16 Dreimal im Jahr erscheine all dein Mannsvolk vor dem Herrn, deinem Gott, an der von ihm erwählten Stätte: am Fest der ungesäuerten Brote, am Wochenfest und am Laubhüttenfest! Man darf aber nicht leer vor dem Herrn erscheinen. Deu 16:17 Jeder spende, was er geben kann, je nach dem Segen, den der Herr, dein Gott, dir gegeben! Deu 16:18 Richter und Beamte sollst du dir einsetzen in all deinen Toren, die dir der Herr, dein Gott, gibt! Sie sollen das Volk gerecht richten! Deu 16:19 Beugen darfst du nicht das Recht, noch parteiisch sein! Du darfst keine Geschenke annehmen. Denn das Geschenk blendet der Weisen Augen und verdreht die Worte der Gerechten. Deu 16:20 Nur das Recht sollst du im Auge haben, auf daß du lebest und das Land besitzest, das der Herr, dein Gott, dir gibt! Deu 16:21 Du sollst dir nicht als heiligen Pfahl irgendwelchen Baum einpflanzen neben des Herrn, deines Gottes, Altar, den du dir machen wirst! Deu 16:22 Errichten sollst du dir kein Steinmal, was der Herr, dein Gott, haßt!" Deu 17:1 "Du darfst dem Herrn, deinem Gott, weder ein Rind noch ein Schaf opfern, an dem ein Makel, etwas Schlimmes ist! Denn das ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel. Deu 17:2 Findet sich bei dir in einem deiner Tore, die der Herr, dein Gott, dir gibt, ein Mann oder ein Weib, die tun, was dem Herrn, deinem Gott, mißfällt, und die seinen Bund übertreten, Deu 17:3 die hingehen, anderen Göttern dienen und sich vor ihnen hinwerfen und vor der Sonne oder dem Mond oder dem ganzen Himmelsheer, was ich verbiete, Deu 17:4 und wird es dir angezeigt und hörst du davon, dann untersuche es gründlich, und ist es wahr, ist die Sache richtig, ist dieses in Israel verübt worden, Deu 17:5 dann führe jenen Mann oder jenes Weib, die so Schlimmes getan, zu deinen Toren hinaus, den Mann oder das Weib, und steinige sie zu Tode! Deu 17:6 Auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen soll den Tod erleiden, der sterben muß, nicht aber auf die Aussage nur eines Zeugen! Deu 17:7 Die Zeugen sollen zuerst Hand an ihn legen, um ihn zu töten, danach das ganze Volk! So tilge das Schlimme aus deiner Mitte! Deu 17:8 Fällt dir ein Urteil schwer bei einem Mord, einer Streitsache oder einem Schaden, überhaupt bei Streitsachen in deinen Toren, so mach dich auf und reise an die vom Herrn, deinem Gott, erwählte Stätte! Deu 17:9 Geh zu den levitischen Priestern und zu dem Richter, der zu jener Zeit da ist! Befrage sie, daß sie dir den Urteilsspruch kundgeben! Deu 17:10 Tu nach dem Spruch, den sie dir geben an der vom Herrn erwählten Stätte! Tu genauso, wie sie dich unterweisen! Deu 17:11 Tu gemäß der Weisung, die sie dir geben und nach dem Rechtsspruch, den sie dir sagen! Weiche nicht von dem, den sie dir künden, nicht nach rechts und nicht nach links! Deu 17:12 Wäre einer so vermessen, daß er auf den Priester nicht hörte, der dort im Dienst des Herrn, deines Gottes, steht, oder nicht auf den Richter hörte, der soll sterben! So tilge das Böse aus Israel, Deu 17:13 auf daß es alles Volk höre und sich fürchte und fortan niemand vermessen handle! Deu 17:14 Kommst du in das Land, das dir der Herr, dein Gott, gibt, und besetzest es und siedelst darin und sprichst du: 'Ich setze einen König über mich wie all die Völker rings um mich', Deu 17:15 so sollst du zum König über dich nur den setzen, den der Herr, dein Gott, erwählt! Aus deiner Bruder Mitte sollst du über dich einen König setzen! Einen Fremden, der nicht dein Bruder ist, darfst du nicht über dich setzen. Deu 17:16 Nur soll er sich nicht viele Rosse halten und nicht das Volk nach Ägypten zurückführen, um sich viele Rosse anzuschaffen! Der Herr hat euch gesagt: 'Ihr sollt nie wieder auf diesem Weg zurückkehren!' Deu 17:17 Auch soll er sich nicht viele Weiber halten, damit sein Herz nicht abweiche! Auch Silber und Gold soll er sich nicht in Masse anhäufen! Deu 17:18 Sobald er auf dem Königsthrone sitzt, mache er eine Abschrift dieser Lehre mit Erlaubnis der levitischen Priester in ein Buch! Deu 17:19 Er habe es bei sich und lese sein Leben lang darin, auf daß er lerne, den Herrn, seinen Gott zu fürchten und alle Worte dieser Lehre und dieser Gesetze zu achten und zu tun, Deu 17:20 auf daß sich sein Herz nicht über seine Brüder erhebe und nicht von diesem Gebote weiche, weder nach rechts noch nach links, damit er und seine Söhne lange in Israel regieren!" Deu 18:1 "Den levitischen Priestern, dem ganzen Levitenstamm, soll kein Erbteil sein, wie dem anderen Israel! Sie sollen die Mähler des Herrn und das ihm Zugeeignete essen! Deu 18:2 Aber Erbteil soll ihm nicht werden inmitten seiner Brüder! Der Herr ist sein Erbteil, wie er ihm verheißen hat. Deu 18:3 Dies sind die Gebühren der Priester vom Volke, von denen, die Opfer bringen. Sei es Rind oder Schaf, so gebe man dem Priester den Bug, die Kinnbacken und den Magen! Deu 18:4 Den ersten Abhub deines Kornes, Weines und Öles sowie den ersten Abhub deiner Schafschur sollst du ihm geben! Deu 18:5 Denn ihn hat der Herr, dein Gott, aus all deinen Stämmen erwählt, damit er und seine Söhne allzeit dastehen, im Namen des Herrn zu amten. Deu 18:6 Kommt ein Levite aus einem deiner Tore aus ganz Israel, wo er weilt, im Drange seines Herzens an die vom Herrn erwählte Stätte Deu 18:7 und amtet er im Namen des Herrn, seines Gottes, so gut wie alle seine Brüder, die Leviten, die dort vor dem Herrn stehen, Deu 18:8 dann soll er den gleichen Teil genießen wie sie, ungeachtet der Gaben seiner Bekannten! Deu 18:9 Kommst du in das Land, das dir der Herr, dein Gott, gibt, so darfst du nicht lernen, die Greuel jener Völker nachzuahmen! Deu 18:10 Bei dir darf sich niemand finden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen läßt, niemand, der Wahrsagerei oder geheime Künste oder Zauberei treibt, Deu 18:11 kein Geisterbanner, niemand, der einen Toten- oder Wahrsagergeist befragt, kein Totenbeschwörer! Deu 18:12 Denn wer solches tut, ist dem Herrn ein Greuel, und der Herr, dein Gott, wird sie vor dir ob dieser Greuel vertreiben. Deu 18:13 Sei ungeteilt bei dem Herrn, deinem Gott! Deu 18:14 Denn diese Völker, die du besiegst, hören auf Zeichendeuter und Wahrsager. Dir aber gestattet der Herr, dein Gott, das nicht. Deu 18:15 Einen Propheten wie mich läßt der Herr, dein Gott, aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern, erstehen. Auf diesen sollt ihr hören! Deu 18:16 Du hastja vom Herrn, deinem Gott, am Versammlungstag am Horeb verlangt: 'Nicht weiter will ich des Herrn, meines Gottes, Stimme hören und dies große Feuer nicht mehr sehen, daß ich nicht sterbe.' Deu 18:17 Damals sprach zu mir der Herr: 'Gut ist, was sie reden. Deu 18:18 Ich lasse aus ihrer Brüder Mitte einen Propheten wie dich erstehen und lege ihm meine Worte in den Mund. Er kündet ihnen alles, was ich ihm befehle. Deu 18:19 Hört aber jemand nicht auf meine Worte, die er in meinem Namen kündet, den ziehe ich zur Rechenschaft. Deu 18:20 Doch der Prophet, der sich vermißt, in meinem Namen etwas zu künden, was ich ihm nicht zu künden aufgetragen, und der im Namen anderer Götter redet, ein solcher Prophet sei des Todes!' Deu 18:21 Und denkst du: 'Wie sollen wir wissen, welches Wort der Herr nicht geredet hat?', Deu 18:22 So wisse: Wenn ein Prophet in des Herrn Namen redet, und das Wort erfüllt sich nicht und trifft nicht ein, das ist ein Wort, das der Herr nicht gesprochen hat. Vermessentlich hat es der Prophet gesprochen. Davor sollst du nicht bangen." Deu 19:1 "Rottet der Herr, dein Gott, die Völker aus, deren Land dir der Herr, dein Gott, gibt, besiegst du sie und siedelst du in ihren Städten und Häusern, Deu 19:2 dann sollst du dir drei Städte aussondern in deinem Land, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt! Deu 19:3 Du sollst dir den Weg herrichten; dann teile in drei Kreise das Gebiet deines Landes, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt, daß dorthin jeder Totschläger fliehe! Deu 19:4 So sei es mit dem Totschläger, der dorthin flieht und leben bleibt: Wer seinen Nächsten unabsichtlich tötet, und er hat ihn früher nicht gehaßt, Deu 19:5 geht er etwa mit seinem Nächsten in den Wald, Holz zu fällen, und seine Hand holt mit der Axt aus, den Baum zu fällen, und das Eisen fährt vom Stiele und trifft seinen Nächsten tödlich, der soll in eine dieser Städte fliehen und leben bleiben! Deu 19:6 Damit nicht der Bluträcher erhitzten Gemütes dem Totschläger nachsetzen ihn einhole, weil der Weg zu weit ist, und ihn totschlage! Und doch ist er nicht des Todes schuldig, weil er ihn früher nicht gehaßt hat. Deu 19:7 Deshalb gebiete ich dir: Aussondern sollst du dir drei Städte! Deu 19:8 Erweitert der Herr, dein Gott, dein Gebiet, wie er deinen Vätern zugeschworen, und gibt er dir das ganze Land, das er deinen Vätern verheißen, Deu 19:9 dann füge dir zu diesen dreien noch drei Städte, sofern du dies ganze Gesetz beachtest und tust, was ich dir heute gebiete, den Herrn, deinen Gott, allzeit zu lieben und in seinen Wegen zu wandeln! Deu 19:10 Daß in deinem Lande, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt, kein unschuldig Blut vergossen werde, und daß keine Blutschuld auf dir laste! Deu 19:11 Haßt aber jemand seinen Nächsten, lauert er ihm auf, überfällt ihn und schlägt ihn, daß er stirbt, und flieht er in eine dieser Städte, Deu 19:12 dann sollen die Ältesten seiner Stadt ihn von dort abholen und dem Bluträcher ausliefern, damit er sterbe! Deu 19:13 Dein Auge soll kein Mitleid mit ihm kennen: Schaffe des Unschuldigen Blut aus Israel, damit es dir wohlergehe! Deu 19:14 Verrücken sollst du nicht deines Nächsten Grenzen, die die Vorfahren gezogen, auf deinem Besitze, den du bekommst in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt! Deu 19:15 Ein Zeuge allein darf nicht gegen jemanden auftreten bei einem Verbrechen oder einem Vergehen oder bei einer Verfehlung, die er tut! Erst auf die Aussage zweier oder dreier Zeugen wird eine Sache bestätigt. Deu 19:16 Tritt ein frevelhafter Kläger gegen jemanden auf, ihn fälschlich anzuklagen, Deu 19:17 dann sollen die beiden streitenden Männer hintreten vor den Herrn, die Priester und die Richter, die in jenen Tagen da sind! Deu 19:18 Die Richter sollen genau nachforschen! Ist der Kläger ein lügnerischer Kläger, der Lügen gegen seinen Bruder aussagt, Deu 19:19 dann tut ihm, was er seinem Bruder zu tun gedacht! So tilge das Böse aus deiner Mitte! Deu 19:20 Dann hören es die übrigen, fürchten sich und tun fortan nicht mehr so Schlimmes in deiner Mitte. Deu 19:21 Dein Auge soll kein Erbarmen kennen! Person um Person! Aug' um Aug'! Zahn um Zahn! Hand um Hand! Fuß um Fuß!" Deu 20:1 "Ziehst du gegen deinen Feind zu Felde und siehst du Rosse und Wagen und Fußvolk, zahlreicher als du, dann sollst du dich nicht vor ihnen fürchten! Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir, der dich aus dem Ägypterland geführt. Deu 20:2 Zieht ihr in den Kampf, dann trete der Priester vor, rede zum Volk Deu 20:3 und spreche zu ihnen: 'Höre, Israel! Ihr beginnt jetzt den Kampf mit euren Feinden. Nicht werde euer Herz weich! Fürchtet euch nicht! Erschrecket nicht vor ihnen! Deu 20:4 Der Herr, euer Gott, zieht mit euch, streitet gegen eure Feinde für euch und gibt euch den Sieg.' Deu 20:5 Die Ordner aber sollen zum Volke sprechen: 'Wer hat ein neues Haus gebaut und noch nicht eingeweiht? Er trete ab und gehe heim, damit er nicht in der Schlacht falle und ein anderer es einweihe! Deu 20:6 Wer hat einen Weinberg gepflanzt und ihn nicht genossen? Er trete ab und gehe heim, damit er nicht in der Schlacht falle und ein anderer ihn genieße! Deu 20:7 Wer hat sich ein Weib verlobt und noch nicht heimgeführt? Er trete ab und gehe heim, damit er nicht in der Schlacht falle und ein anderer sie heimführe!' Deu 20:8 Dann sollen die Ordner weiter zu dem Volke sprechen: 'Wer ist furchtsam und weichen Herzens? Er trete ab und gehe heim, damit er nicht seiner Brüder Herz verzagt mache wie das seine!' Deu 20:9 Sind die Ordner mit ihrer Ansprache an das Volk fertig, dann soll man Truppenführer an die Spitze des Volkes stellen! Deu 20:10 Gehst du an die Belagerung einer Stadt, dann biete ihr den Frieden! Deu 20:11 Und antwortet sie dir friedfertig und öffnet sie dir, dann soll dir alles Volk darin fronpflichtig und dienstbar werden! Deu 20:12 Ergibt sie sich aber nicht, sondern kämpft sie mit dir, dann belagere sie! Deu 20:13 Gibt sie der Herr, dein Gott, in deine Hand, dann töte alles an Männern darin mit der Schärfe des Schwertes! Deu 20:14 Die Weiber aber, die Kinder, das Vieh und was sonst in der Stadt, all ihr Beutegut, darfst du plündern. So genieße deiner Feinde Beute, die dir der Herr, dein Gott, gibt! Deu 20:15 Also sollst du mit all den Städten tun, die weit weg von dir sind und nicht zu den Städten dieser Völker gehören! Deu 20:16 Doch in den Städten dieser Völker, die dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt, sollst du keinen Hauch leben lassen! Deu 20:17 Du sollst sie bannen! Die Chittiter, Amoriter, Kanaaniter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter, wie dir der Herr, dein Gott, befiehlt, Deu 20:18 damit sie euch nicht lehren, nach all ihren Greueln zu tun, die sie zu Ehren ihrer Götter tun! Ihr würdet gegen den Herrn, euren Gott, sündigen. Deu 20:19 Belagerst du eine Stadt lange Zeit und brennst du sie und willst du sie erobern, dann darfst du nicht ihre Bäume vernichten, indem du die Axt daran legst. Du darfst vielmehr davon essen. Sie selbst aber darfst du nicht fällen! Sind die Bäume des Feldes Menschen, daß sie von dir belagert werden mußten? Deu 20:20 Nur Bäume, von denen du weißt, daß sie keine eßbaren Früchte tragen, darfst du roden und fällen, um Belagerungswerke zu bauen gegen die Stadt, die mit dir streitet, bis sie fällt." Deu 21:1 "Wird in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt, jemand erschlagen auf dem Felde liegend gefunden, und man weiß nicht, wer ihn erschlagen, Deu 21:2 dann sollen deine Ältesten, und zwar deine Richter, hinausgehen und bis zu den Städten messen, die rings um den Erschlagenen sind! Deu 21:3 Aus der Stadt, die dem Erschlagenen zunächst liegt, sollen die Ältesten dieser Stadt eine junge Kuh nehmen, mit der noch nicht gearbeitet worden ist und die noch an keinem Joch gezogen hat! Deu 21:4 Dann sollen die Ältesten dieser Stadt die junge Kuh in einen steinigen Bachgrund führen, wo nicht geackert und gesät wird! Und sie sollen dort in dem steinigen Bachgrunde der jungen Kuh das Genick brechen! Deu 21:5 Darauf sollen die Priester, die Levitensöhne, herantreten; denn sie hat der Herr, dein Gott, erwählt, ihm zu amten und mit des Herrn Namen zu segnen, und nach ihrem Ausspruche soll über jeden Streit und Schaden entschieden werden! Deu 21:6 Aus jener Stadt, die dem Erschlagenen am nächsten ist, sollen alle Ältesten über der jungen Kuh, der in dem steinigen Bachgrunde das Genick gebrochen worden, ihre Hände waschen Deu 21:7 und sollen laut sprechen: 'Nicht haben unsere Hände dieses Blut vergossen, und unsere Augen haben es nicht gesehen! Deu 21:8 Vergib, Herr, Deinem Volke Israel, das Du erlöst, und lege nicht Deinem Volke Israel unschuldig Blut auf!' So wird die Blutschuld ihnen gesühnt. Deu 21:9 So sollst du selbst unschuldig vergossenes Blut tilgen aus deiner Mitte! Denn du sollst tun, was recht ist in den Augen des Herrn! Deu 21:10 Ziehst du gegen deinen Feind zu Feld, und gibt der Herr, dein Gott, ihn in deine Hand, und machst du von ihm Gefangene Deu 21:11 und erblickst du unter den Gefangenen ein Weib, schön von Gestalt, und wirst du von Liebe zu ihr ergriffen und möchtest du sie dir zum Weibe nehmen, Deu 21:12 dann bringe sie in dein Haus, daß sie ihr Haupt enthülle, ihre Nägel schneide, Deu 21:13 ihre Gefangenentracht ablege, in deinem Haus bleibe und Vater und Mutter einen Monat betrauere! Dann darfst du zu ihr eingehen und sie ehelichen, daß sie dein Weib sei. Deu 21:14 Gefällt sie dir aber nicht mehr, dann gib sie ganz frei! Keinesfalls darfst du sie um Geld verkaufen. Du darfst gegen sie nicht roh sein, weil du sie geschwächt hast. Deu 21:15 Hat ein Mann zwei Frauen, die eine bevorzugt, die andere zurückgesetzt, und gebären ihm beide Söhne, die bevorzugte und die zurückgesetzte, und stammt der erstgeborene Sohn von der zurückgesetzten, Deu 21:16 und setzt der Mann seine Söhne zu Erben ein über alles, was sein ist, dann darf er nicht dem Sohne der Bevorzugten vor dem Sohne der Zurückgesetzten, dem Erstgeborenen, die Rechte des Erstgeborenen geben. Deu 21:17 Er muß den Erstgeborenen, den Sohn der Zurückgesetzten, anerkennen und ihm von allem, was sich bei ihm findet, zwei Drittel geben. Denn dieser ist der Erstling seiner Kraft. Ihm gehört das Erstgeburtsrecht. Deu 21:18 Hat jemand einen mißratenen und widerspenstigen Sohn, der nicht die Stimme des Vaters und der Mutter hört, wenn sie ihn zurechtweisen, und der ihnen nicht gehorcht, Deu 21:19 so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und vor die Ältesten seiner Stadt führen, zum Tor seines Ortes! Deu 21:20 Sie sollen zu den Ältesten seiner Stadt sagen: 'Dieser unser Sohn ist mißraten und widerspenstig, er hört nicht auf unsere Stimme; er ist ein Schlemmer und Säufer!' Deu 21:21 Dann sollen ihn alle Männer seiner Stadt zu Tode steinigen! So tilge das Böse aus deiner Mitte! Ganz Israel soll es hören und sich fürchten! Deu 21:22 Liegt auf jemand eine Schuld, ein todeswürdiges Verbrechen, und wird er hingerichtet und hängst du ihn an einen Baum, Deu 21:23 so darf sein Leichnam nicht über Nacht an dem Baume bleiben; du mußt ihn begraben noch am gleichen Tage. Denn ein Gehängter ist ein Gottesfluch. Du darfst dein Land nicht verunreinigen, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt." Deu 22:1 "Nicht sollst du mit ansehen, wie deines Bruders Rind oder Schaf irreläuft! Stiehl dich nicht davor beiseite! Du sollst sie deinem Bruder zurücktreiben! Deu 22:2 Wohnt dein Bruder nicht nahe bei dir oder ist er dir nicht bekannt, so nimm es in dein Haus und behalt's bei dir, bis es dein Bruder sucht! Dann gib es ihm zurück! Deu 22:3 Ebenso sollst du mit seinem Esel tun, mit seinem Gewande und mit allem, was deinem Bruder abhanden gekommen und was du gefunden hast! Nicht darfst du dich davor beiseitestehlen. Deu 22:4 Siehst du deines Bruders Esel oder Rind auf dem Wege zusammenbrechen, so darfst du dich ihm nicht versagen. Du mußt sie ihm aufrichten. Deu 22:5 Ein Weib soll keine Männertracht tragen! Ein Mann keine Weiberkleider anziehen! Wer solches tut, ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel. Deu 22:6 Triffst du auf der Wanderung auf einem Baume oder am Boden ein Vogelnest mit Jungen oder Eiern, und sitzt die Mutter auf den Jungen oder Eiern, dann darfst du nicht die Mutter mitsamt den Jungen nehmen. Deu 22:7 Die Mutter sollst du fliegen lassen, die Jungen aber kannst du dir nehmen, auf daß es dir wohlergehe und du lange lebest! Deu 22:8 Baust du ein neues Haus, so mach deinem Dach ein Geländer, daß du nicht Blutschuld auf dein Haus ladest, wenn jemand herabfiele. Deu 22:9 In einen Weinberg sollst du nicht zweierlei pflanzen! Sonst wird der volle Ertrag, die Anlage, die du machst, und der Weinbergsertrag, etwas Geweihtes. Deu 22:10 Pflügen sollst du nicht mit Rind und Esel zusammen! Deu 22:11 Du sollst kein Zeug anlegen, Gewebe aus Wolle und Flachs! Deu 22:12 Quasten sollst du dir an die Zipfel deines Mantels machen, in den du dich hüllst! Deu 22:13 Führt jemand ein Weib heim und wohnt ihr bei, und spürt er Widerwillen gegen sie, Deu 22:14 tut ihr Unbill durch Worte an und bringt sie in üblen Ruf und sagt: 'Ich habe dieses Weib heimgeführt; dann nahte ich mich ihr. Ich habe sie aber nicht als Jungfrau erfunden', Deu 22:15 da sollen des Mädchens Eltern die Zeichen der Jungfrauschaft des Mädchens nehmen und vor die Ältesten der Stadt zum Tor bringen! Deu 22:16 Der Vater des Mädchens sage zu den Ältesten: 'Ich habe meine Tochter diesem Manne zum Weibe gegeben, und da er Widerwillen gegen sie spürt, Deu 22:17 tut er ihr Unbill durch Worte an und sagt: "Ich habe deine Tochter nicht als Jungfrau erfunden", hier aber sind die Jungfernzeichen meiner Tochter!' Dann sollen sie das Bettuch vor den Ältesten der Stadt ausbreiten! Deu 22:18 Daraufhin sollen die Ältesten jener Stadt den Mann nehmen und ihn züchtigen! Deu 22:19 Auch sollen sie ihn um hundert Silberlinge büßen und sie dem Vater des Mädchens geben! Denn er hat eine Jungfrau Israels in bösen Ruf gebracht. Sie soll sein Weib bleiben! Er kann sich im ganzen Leben nicht von ihr scheiden. Deu 22:20 Ist aber solche Nachrede wahr und kann die Jungfrauschaft des Mädchens nicht erwiesen werden, Deu 22:21 dann führe man das Mädchen vor ihres Vaterhauses Tür, und die Leute aus ihrer Stadt sollen sie zu Tode steinigen! Denn sie hat eine Schandtat in Israel getan. Sie hat Unzucht getrieben in ihres Vaters Haus. So tilge das Böse aus deiner Mitte! Deu 22:22 Wird ein Mann bei einer verheirateten Frau liegend betroffen, so sollen beide sterben, der Mann, der dem Weibe beiwohnt, und das Weib! So tilge das Böse aus Israel! Deu 22:23 Trifft ein Mann eine verlobte Jungfrau innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, Deu 22:24 so führt beide zum Tor jener Stadt und steinigt sie zu Tod, das Mädchen, weil es in der Stadt nicht geschrieen, und den Mann, weil er seines Nächsten Weib geschwächt hat! So tilge das Böse aus deiner Mitte! Deu 22:25 Trifft aber der Mann die verlobte Jungfrau auf freiem Felde, und der Mann packt sie und wohnt ihr bei, so soll der Mann allein sterben, der ihr beigewohnt! Deu 22:26 Dem Mädchen sollst du nichts tun! Am Mädchen haftet kein todeswürdiges Vergehen. Es ist so, wie wenn jemand seinen Nächsten überfällt und totschlägt. Deu 22:27 Denn da er sie auf freiem Felde getroffen, kann die verlobte Jungfrau geschrieen haben; aber niemand ist ihr zu Hilfe gekommen. Deu 22:28 Trifft jemand eine unverlobte Jungfrau, ergreift sie, wohnt ihr bei, und er wird ausfindig gemacht, Deu 22:29 So gebe der Mann, der ihr beigewohnt, dem Vater des Mädchens fünfzig Silberlinge! Sie aber soll sein Weib sein, weil er sie geschwächt hat! Sein ganzes Leben lang kann er sie nicht entlassen." Deu 22:30 (23:1) "Niemand darf seines Vaters Weib heiraten, noch seines Vaters Laken aufheben. Deu 23:1 (23:2) In des Herrn Gemeinde darf nicht eintreten, wer durch Zerquetschung verstümmelt ist oder durch Abschneiden der Röhre. Deu 23:2 (23:3) In des Herrn Gemeinde darf kein Bastard eintreten. Auch nicht das zehnte Glied von einem solchen darf in des Herrn Gemeinde eintreten. Deu 23:3 (23:4) Kein Ammoniter noch Moabiter darf in des Herrn Gemeinde eintreten. Auch das zehnte Glied von ihnen darf nicht in des Herrn Gemeinde eintreten. Deu 23:4 (23:5) Denn, als ihr aus Ägypten gezogen, sind sie euch nicht mit Brot und Wasser entgegengekommen. Auch hat man gegen dich den Beorsohn Bileam aus Petor in Mesopotamien verdingt, dich zu verfluchen. Deu 23:5 (23:6) Aber der Herr, dein Gott, hat nicht auf Bileam hören wollen. Dir verwandelte der Herr, dein Gott, den Fluch in Segen. Denn der Herr, dein Gott, liebt dich. Deu 23:6 (23:7) Niemals sollst du ihr Wohl und ihr Glück fördern, solange du lebst! Deu 23:7 (23:8) Die Edomiter sollst du nicht verabscheuen! Denn sie sind deine Brüder. Auch die Ägypter sollst du nicht verabscheuen! Denn Gast bist du in ihrem Lande gewesen. Deu 23:8 (23:9) Kinder, die ihnen geboren werden, dürfen im dritten Gliede in des Herrn Gemeinde eintreten. Deu 23:9 (23:10) Ziehst du gegen deine Feinde, so hüte dich vor allem Ungehörigen! Deu 23:10 (23:11) Ist einer unter dir, der unrein wäre durch nächtlichen Zufall, so gehe er vor das Lager! Er darf nicht in das Lager hereinkommen. Deu 23:11 (23:12) Erst wenn er sich gegen Abend gewaschen hat, darf er um Sonnenuntergang in das Lager kommen. Deu 23:12 (23:13) Dir soll ein Platz außerhalb des Lagers sein! Dort tritt aus! Deu 23:13 (23:14) In deinem Gürtel sollst du einen Spaten tragen! Grabe damit ein Loch, wenn du draußen niederkauern mußt, und bedecke wieder deinen Kot! Deu 23:14 (23:15) Denn der Herr, dein Gott, schreitet mitten durch dein Lager, dich zu schützen und dir deine Feinde preiszugeben. Darum sei dein Lager heilig, auf daß er nichts Widerliches an dir bemerke und sich nicht von dir wende! Deu 23:15 (23:16) Einen Sklaven, der vor seinem Herrn sich zu dir rettet, sollst du seinem Herrn nicht ausliefern! Deu 23:16 (23:17) Er soll bei dir bleiben, in deiner Mitte, an dem Orte, den er wählt in einem deiner Tore, wo es ihm gefällt! Du sollst ihn nicht plagen! Deu 23:17 (23:18) Bei Israels Mädchen darf es keine Geweihte geben und bei den israelitischen Knaben keinen Geweihten. Deu 23:18 (23:19) Du sollst nicht eines Gelübdes wegen Hurenlohn oder Hundegeld in das Haus des Herrn, deines Gottes, bringen! Denn beides ist dem Herrn, deinem Gott, ein Greuel. Deu 23:19 (23:20) Du sollst von deinen Brüdern keinen Zins nehmen, weder Zins für Geld noch für Speise noch Zins für irgend etwas Leihbares! Deu 23:20 (23:21) Vom Ausländer darfst du Zins nehmen, aber von deinen Brüdern nicht fordern, auf daß dich der Herr, dein Gott, in all deiner Hände Werk segne in dem Lande, in das du kommst, es zu besetzen. Deu 23:21 (23:22) Machst du dem Herrn, deinem Gott, ein Gelübde, so sollst du nicht zögern, es zu erfüllen! Denn sonst fordert es der Herr von dir, und du wärest einer Sünde schuldig. Deu 23:22 (23:23) Meidest du das Geloben, so bist du keiner Sünde schuldig. Deu 23:23 (23:24) Was aber über deine Lippen kommt, sollst du halten! Tu also, wie du dem Herrn, deinem Gott, freiwillig gelobt und was du mündlich versprochen hast! Deu 23:24 (23:25) Kommst du in deines Nächsten Weinberg, so iß dich satt an Trauben nach Herzenslust! Aber du darfst nichts in dein Gefäß tun! Deu 23:25 (23:26) Kommst du in die Halmfrucht deines Nächsten, so pflücke Ähren mit der Hand! Aber du darfst nicht die Sichel über deines Nächsten Halmfrucht schwingen." Deu 24:1 "Ein Mann nimmt ein Weib und heiratet sie. Sie findet aber nicht Gunst in seinen Augen, weil er an ihr etwas Abstoßendes entdeckt. So schreibt er ihr einen Scheidebrief, händigt ihn ihr aus und entläßt sie aus seinem Hause. Deu 24:2 Sie aber geht nach dem Weggang aus seinem Hause hin und wird eines anderen Mannes. Deu 24:3 Dieser zweite Mann aber schreibt ihr auch einen Scheidebrief, weil er ihr abgeneigt ist, händigt ihn ihr aus und entläßt sie aus seinem Hause, oder der zweite Mann stirbt, der sie zum Weib nimmt. Deu 24:4 Nun kann sie ihr erster Mann, der sie entlassen, nicht wieder zum Weibe nehmen, nachdem sie unrein geworden ist. Denn ein Greuel ist das vor dem Herrn. Du aber sollst das Land nicht beflecken, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt! Deu 24:5 Nimmt jemand ein neues Weib, so braucht er nicht mit dem Heere auszuziehen. Er gehört nicht dazu. Er soll ein Jahr für sein Haus frei sein, damit er sein Weib erfreue, das er genommen! Deu 24:6 Man soll nicht die Handmühle, und zwar den oberen Mühlstein, pfänden; denn damit pfändet man das Leben! Deu 24:7 Wird einer dabei ertappt, wie er einen seiner Brüder, einen Israeliten, stiehlt, ihn versklavt und verkauft, so soll ein solcher Dieb sterben! Tilge das Böse aus deiner Mitte! Deu 24:8 Nimm dich in acht bei der Plage des Aussatzes, daß du genau all die Weisungen achtest und sie befolgst, die euch die levitischen Priester lehren! Wie ich ihnen befohlen, so sollt ihr sorgfältig verfahren! Deu 24:9 Bedenke, was der Herr, dein Gott, unterwegs an Mirjam tat, auf eurem Zuge aus Ägypten! Deu 24:10 Borgst du deinem Nächsten, dann darfst du nicht sein Haus betreten, um von ihm ein Pfand zu erheben. Deu 24:11 Draußen sollst du stehenbleiben! Der Mann, dem du geborgt, soll dir das Pfand herausbringen! Deu 24:12 Ist es ein armer Mann, dann lege dich nicht schlafen mit seinem Pfande! Deu 24:13 Du sollst ihm das Pfand bei Sonnenuntergang zurückgeben, damit er sich in seinem Mantel schlafen lege und dich segne! Dann hast du ein Verdienst vor dem Herrn, deinem Gott. Deu 24:14 Einen armen und bedürftigen Taglöhner sollst du nicht drücken, sei er von deinen Brüdern oder von den Fremdlingen in deinem Land und in deinen Toren bei dir! Deu 24:15 Du sollst ihm seinen Lohn noch am selben Tage geben, bevor die Sonne darüber untergeht! Denn er ist arm und verlangt sehnlich danach. Sonst ruft er den Herrn gegen dich an, und Sünde ist an dir. Deu 24:16 Väter sollen nicht wegen der Kinder getötet werden und Kinder nicht wegen der Väter! Jeder sterbe nur für seine Schuld! Deu 24:17 Das Recht eines Fremdlings und einer Waise sollst du nicht beugen! Du sollst nicht das Kleid einer Witwe pfänden! Deu 24:18 Bedenke, daß du in Ägypten Sklave gewesen und daß dich der Herr, dein Gott, daraus befreit hat! Darum gebiete ich dir, so zu tun. Deu 24:19 Hältst du auf dem Felde deine Ernte und vergißt du eine Garbe auf dem Felde, dann sollst du nicht zurückkehren, sie zu holen! Sie soll den Fremdlingen, Waisen und Witwen gehören, auf daß dich der Herr, dein Gott, bei allem Tun deiner Hände segne! Deu 24:20 Schüttelst du deine Ölbäume, dann sollst du nicht die Zweige hinterher abklopfen! Den Fremdlingen, Waisen und Witwen sollen sie eigen sein! Deu 24:21 Hältst du Lese in deinem Weinberg, dann sollst du nicht hinterher Nachlese halten! Den Fremdlingen, Waisen und Witwen soll es eigen sein! Deu 24:22 Bedenke, daß du in Ägypten Sklave gewesen! Darum gebiete ich dir, also zu tun." Deu 25:1 "Ist Streit zwischen Männern, und treten sie vor Gericht, dann richte man sie! Den Unschuldigen spreche man frei und verurteile den Schuldigen! Deu 25:2 Verdient der Schuldige Schläge, dann lasse ihn der Richter hinlegen und ihm vor ihm Schläge geben seines Frevels wegen zur Genüge an Zahl. Deu 25:3 Vierzig Hiebe lasse er ihm geben, aber nicht mehr, damit dein Bruder nicht vor deinen Augen zerfleischt würde, versetzte man ihm noch mehr Hiebe. Deu 25:4 Du sollst einem Rinde beim Dreschen keinen Maulkorb anlegen! Deu 25:5 Leben Brüder beisammen und stirbt einer von ihnen, ohne daß er einen Sohn gehabt, so soll die Frau des Verstorbenen nicht nach auswärts eines fremden Mannes werden! Ihr Schwager soll zu ihr eingehen! Er nehme sie sich zum Weibe und leiste ihr die Schwagerpflicht! Deu 25:6 Der Erstgeborene, den sie gebiert, komme auf den Namen seines verstorbenen Bruders, daß nicht sein Name in Israel erlösche! Deu 25:7 Hat aber der Mann keine Lust, seine Schwägerin zu heiraten so gehe seine Schwägerin an das Tor zu den Ältesten und spreche: 'Mein Schwager weigert sich, seines Bruders Namen in Israel zu erhalten! Er will mir die Schwagerpflicht nicht leisten.' Deu 25:8 Da sollen ihn die Ältesten seiner Stadt vorladen und ihm zureden! Bleibt er aber dabei und sagt: 'Ich habe keine Lust, sie zu nehmen', Deu 25:9 so trete seine Schwägerin in Gegenwart der Ältesten zu ihm, ziehe ihm den Schuh vom Fuße, speie ihm ins Angesicht, hebe an und sage: 'Also ergehe es jedermann, der seines Bruders Haus nicht aufbauen will!' Deu 25:10 Und sein Name heiße in Israel: 'Elender Barfüßer'! Deu 25:11 Raufen zwei Brüder miteinander, und eilt das Weib des einen herbei, ihren Mann zu befreien aus der Hand dessen, der ihn schlägt, und packt sie ihn mit der Hand an den Schamteilen, Deu 25:12 dann haue ihr schonungslos die Hand ab! Deu 25:13 In deiner Tasche sollst du nicht zweierlei Gewichtssteine tragen, einen größeren und einen kleineren! Deu 25:14 In deinem Hause sollst du nicht zweierlei Scheffel haben, einen größeren und einen kleineren! Deu 25:15 Nur volles und richtiges Gewicht sollst du haben, vollen und richtigen Scheffel, auf daß du lange lebst in dem Land, das dir der Herr, dein Gott, gibt! Deu 25:16 Denn ein Greuel für den Herrn, deinen Gott, ist jeder, der solches tut und solche Unredlichkeit verübt. Deu 25:17 Bedenke, was dir die Amalekiter unterwegs getan, auf deinem Zuge aus Ägypten, Deu 25:18 wie sie dich unterwegs überfallen und all deine ermatteten Nachzügler von dir abschnitten, als du erschöpft und müde geworden, und wie sie Gott nicht gefürchtet haben! Deu 25:19 Darum sollst du in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt, des Amalekiters Namen unter dem Himmel auslöschen, wenn dir der Herr, dein Gott, vor all deinen Feinden ringsum Ruhe schafft! Du sollst es nicht vergessen!" Deu 26:1 "Kommst du in das Land, das dir der Herr, dein Gott, zu eigen gibt, nimmst du es in Besitz und siedelst du darin, Deu 26:2 dann nimm einen Teil des ersten Abhubs all der Feldfrüchte, die du aus deinem Lande einbringst, das dir der Herr, dein Gott, gibt, lege sie in einen Korb und gehe zu der Stätte, die der Herr, dein Gott, erwählt, um seinen Namen dort wohnen zu lassen! Deu 26:3 Tritt zu dem Priester hin, der zu jener Zeit Dienste tut, und sprich zu ihm: 'Hiermit zeige ich heute dem Herrn, deinem Gott, an, daß ich in das Land gekommen bin, das uns zu geben der Herr unseren Vätern zugeschworen!' Deu 26:4 Dann nehme der Priester den Korb aus deiner Hand und stelle ihn vor den Altar des Herrn, deines Gottes! Deu 26:5 Dann heb an und sprich also vor dem Herrn, deinem Gott: 'Ein Aramäer, stammgetrennt, ist mein Ahn gewesen. Er zog mit einem geringen Häuflein nach Ägypten, war dort zu Gast und ward daselbst zu großem, starkem und zahlreichem Volke. Deu 26:6 Die Ägypter aber Behandelten uns und bedrückten uns und legten uns harte Arbeit auf! Deu 26:7 Da schrieen wir zum Herrn, dem Gott unserer Väter. Und der Herr erhörte unser Rufen und sah auf unser Elend, unsere Mühsal und Qual. Deu 26:8 Dann führte der Herr uns aus Ägypten mit starker Hand und ausgerecktem Arme, mit furchtbarer Macht und unter Zeichen und Wundern. Deu 26:9 Er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, von Milch und Honig fließend. Deu 26:10 Und hier bringe ich den ersten Abhub der Früchte aus dem Lande, das Du mir gegeben, Herr!' Damit laß sie beim Herrn deinem Gott, wirf dich nieder vor dem Herrn, deinem Gott, Deu 26:11 und freue dich an all dem Segen, den dir und deinem Haus der Herr, dein Gott, geschenkt, du selbst, der Levite und der Fremdling bei dir! Deu 26:12 Lieferst du vollständig im dritten Jahre, dem Zehntjahre, den ganzen Zehnten deiner Erträgnisse ab, dann gib ihn den Leviten, Fremdlingen, Waisen und Witwen, damit sie ihn in deinen Toren verzehren und sich sättigen! Deu 26:13 Dann erkläre vor dem Herrn, deinem Gott: 'Ich habe das Heilige aus dem Haus geschafft und es den Leviten, Fremdlingen, Waisen und Witwen gegeben, genau nach Deinem Gebote, das Du mir geboten. Ich habe keines Deiner Gebote übertreten und keines vergessen. Deu 26:14 Ich habe nichts davon im Tempel genossen und nichts davon beseitigt in unfrommer Weise und habe nichts davon einem Toten gegeben. Ich gehorche der Stimme des Herrn, meines Gottes, und tue alles, was Du mir befahlst. Deu 26:15 Neige Dich von Deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne Dein Volk Israel und die Scholle, die Du uns gegeben, wie Du unseren Vätern zugeschworen, ein Land, von Milch und Honig fließend!' Deu 26:16 Heute befiehlt dir der Herr, dein Gott, diese Gebote und Gebräuche zu tun. So befolge sie sorgfältig von ganzem Herzen und aus ganzer Seele! Deu 26:17 Du erklärst heute von dem Herrn, er soll dein Gott sein und du wollest in seinen Wegen wandeln, seine Gesetze, Gebote und Gebräuche halten und seiner Stimme gehorchen. Deu 26:18 Und der Herr erklärt heute von dir, du sollest ihm ein Sondervolk sein, wie er dir verheißen, wenn du all seine Gebote befolgst. Deu 26:19 Er wolle dich hoch über alle Völker setzen, die er geschaffen, zu Preis, Ruhm und Ehre, und du sollst dem Herrn, deinem Gott, ein heiliges Volk sein, wie er zugesagt hat." Deu 27:1 Da geboten Moses und die Ältesten Israels dem Volk: "Merkt genau auf das Gebot, das ich euch heute gebiete! Deu 27:2 Zieht ihr über den Jordan in das Land, das dir der Herr, dein Gott, gibt, so errichte dir große Steine, tünche sie mit Kalk Deu 27:3 und schreibe darauf alle Worte dieser Lehre, sobald du hinüberziehst, damit du in das Land kommest, das dir der Herr, dein Gott, gibt, in ein Land von Milch und Honig fließend, wie der Herr, der Gott deiner Väter, dir verheißen! Deu 27:4 Sobald ihr den Jordan überschritten habt, sollst du diese Steine errichten, nach meinem heutigen Befehl, auf dem Berge Ebal, und tünche sie mit Kalk! Deu 27:5 Auch baue dort einen Altar dem Herrn, deinem Gott, einen Altar aus Steinen! Aber kein Eisen sollst du darüber schwingen! Deu 27:6 Aus unbehauenen Steinen sollst du den Altar des Herrn, deines Gottes, bauen! Und bring darauf dem Herrn, deinem Gott, Brandopfer dar! Deu 27:7 Schlachte auch Mahlopfer und iß dort und sei fröhlich vor dem Herrn, deinem Gott! Deu 27:8 Auf die Steine schreibe deutlich und klar alle Worte dieser Lehre!" Deu 27:9 Da sprachen Moses und die levitischen Priester zu Gesamtisrael also: "Merk auf und höre, Israel! Heute wirst du das Volk des Herrn, deines Gottes. Deu 27:10 So höre auf des Herrn, deines Gottes, Stimme und halte seine Gebote und Gebräuche, die ich dir heute gebiete!" Deu 27:11 Am selben Tage gebot Moses dem Volke: Deu 27:12 "Habt ihr den Jordan überschritten, so sollen sich die einen auf dem Berge Garizim aufstellen, daß man das Volk segne: Simeon, Levi, Juda, Issakar, Joseph und Benjamin! Deu 27:13 Die anderen sollen sich auf dem Berge Ebal gegen den Fluch aufstellen: Ruben, Gad, Asser, Zabulon, Dan und Naphtali! Deu 27:14 Und die Leviten sollen anheben und sprechen zu allen Männern Israels mit hocherhobener Stimme: Deu 27:15 'Verflucht, wer ein Schnitz- oder Gußbild macht, ein Werk von Künstlerhand, ein Greuel für den Herrn, und es insgeheim aufstellt!' Das ganze Volk antworte und spreche: So sei es!' Deu 27:16 'Verflucht, wer Vater oder Mutter verunehrt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:17 'Verflucht, wer seines Nächsten Grenze rückt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:18 'Verflucht, wer einen Blinden auf dem Wege irreführt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:19 'Verflucht, wer das Recht des Fremdlings, der Waise und der Witwe beugt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:20 'Verflucht, wer seines Vaters Weibe beiwohnt! Denn er deckt seines Vaters Laken auf.' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:21 'Verflucht, wer irgendeinem Tier beiwohnt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:22 'Verflucht, wer seiner Schwester, Vater- oder Muttertochter beiwohnt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:23 'Verflucht, wer seiner Schwiegermutter beiwohnt!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:24 'Verflucht, wer seinen Nächsten heimlich erschlägt!' Das ganze Volk spreche:So sei es!' Deu 27:25 'Verflucht sei, wer sich bestechen läßt, um unschuldig Blut zu vergießen!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 27:26 'Verflucht, wer nicht die Worte dieser Lehre aufrechthält und sie tut!' Das ganze Volk spreche: 'So sei es!' Deu 28:1 "Hörst du auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, und hältst du sorgsam alle seine Gebote, die ich dir heute gebiete, dann stellt dich der Herr, dein Gott, hoch über alle Völker der Erde. Deu 28:2 Alle diese Segnungen kommen dir zu und treffen dich, hörst du auf des Herrn, deines Gottes, Stimme. Deu 28:3 Gesegnet wirst du sein in der Stadt und gesegnet auf dem Feld. Deu 28:4 Gesegnet die Frucht deines Leibes, die Frucht deines Feldes und die Zucht deines Viehs, der Wurf deiner Rinder und die Tracht deiner Schafe. Deu 28:5 Gesegnet dein Korb und deine Backschüssel. Deu 28:6 Gesegnet bist du bei deinem Eingang und deinem Ausgang. Deu 28:7 Der Herr streckt deine Feinde nieder, die gegen dich aufstehen. Auf einem Weg ziehen sie gegen dich; auf sieben fliehen sie vor dir. Deu 28:8 Der Herr entbietet bei dir den Segen in all deine Speicher und bei allem Unterfangen deiner Hand. Er segnet dich in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt. Deu 28:9 Der Herr bereitet dich zu einem heiligen Volke für sich, wie er dir zugeschworen, falls du des Herrn, deines Gottes, Gebote hältst und in seinen Wegen wandelst. Deu 28:10 Dann sehen alle Völker der Erde, daß du des Herrn Namen trägst, und sie fürchten sich vor dir. Deu 28:11 Dann gibt dir der Herr im Überflusse die Frucht deines Leibes, deines Viehs und deines Bodens auf der Scholle, die dir zu geben der Herr deinen Vätern zugeschworen hat. Deu 28:12 Der Herr öffnet für dich sein reiches Schatzhaus, den Himmel, um deinem Lande Regen zur rechten Zeit zu spenden und alles Tun deiner Hand zu segnen. Dann kannst du vielen Völkern leihen, mußt aber selbst nichts entlehnen. Deu 28:13 So macht dich der Herr zum Haupte und nicht zum Schweife. Du steigst immer höher und kommst nicht nach unten, falls du des Herrn, deines Gottes, Gebote befolgst, die ich dir heute gebe, und sie sorgsam hältst. Deu 28:14 Weiche weder nach rechts noch nach links in all dem, was ich dir heute gebiete! Folge nicht, dienend, anderen Göttern! Deu 28:15 Hörst du nicht auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, und befolgst du nicht all seine Gebote und Gebräuche, die ich dir heute vorlege, dann kommen alle diese Flüche über dich und treffen dich. Deu 28:16 Verflucht wirst du sein in der Stadt und auf dem Felde. Deu 28:17 Verflucht dein Korb und deine Backschüssel. Deu 28:18 Verflucht die Frucht deines Leibes und deines Bodens, der Wurf deiner Rinder und die Tracht deiner Schafe. Deu 28:19 Verflucht bist du bei deinem Eingang und deinem Ausgang. Deu 28:20 Der Herr sendet gegen dich den Fluch, Zerrüttung und Verwünschung bei allen deinen Geschäften, die du tust, bis du vertilgt bist und bald untergehst wegen der Schlechtigkeit deiner Werke, weil du mich verlassen. Deu 28:21 Der Herr heftet die Pest an dich, bis sie dich aus dem Land vertilgt, in das du ziehst, es zu besetzen. Deu 28:22 Der Herr schlägt dich mit Auszehrung, Fieber, Entzündung und Hitze, mit Dürre, Getreidebrand und Meltau. Sie jagen dich, bis du untergehst. Deu 28:23 Der Himmel über deinem Haupte wird von Erz und der Boden unter dir zu Eisen. Deu 28:24 Der Herr wandelt den Regen deines Landes in Staub und Sand. Vom Himmel fällt er auf dich, bis du vertilgt bist. Deu 28:25 Der Herr wirft dich vor deine Feinde hin. Auf einem Wege ziehst du gegen ihn; auf sieben fliehst du vor ihnen. Du wirst allen Königreichen der Erde zum Entsetzen. Deu 28:26 Dein Leichnam wird ein Fraß allen Vögeln des Himmels und dem Getier der Erde, und niemand verscheucht sie. Deu 28:27 Der Herr schlägt dich mit Ägyptens Geschwür, mit Beulen, Krätze und Grind, unheilbar. Deu 28:28 Der Herr schlägt dich mit Irrsinn, Blindheit und Geistesverwirrung. Deu 28:29 Du tappst am hellen Mittag wie der Blinde im Dunkeln und hast kein Glück auf deinen Wegen. Du bist allzeit nur gedrückt und vergewaltigt, und niemand hilft dir. Deu 28:30 Du verlobst dir ein Weib, und ein anderer beschläft sie. Du baust ein Haus und wohnst nicht darin. Du pflanzest einen Weinberg und genießest nicht seine Früchte. Deu 28:31 Dein Rind wird vor deinen Augen geschlachtet. Du aber kannst nicht davon essen. Dein Esel wird vor deinem Angesicht geraubt und kehrt nicht mehr zu dir. Deine Schafe werden deinen Feinden gegeben, und niemand hilft dir. Deu 28:32 Deine Söhne und Töchter werden einem fremden Volke verkauft. Deine Augen sehen es und schmachten nach ihnen allzeit. Aber du bist machtlos. Deu 28:33 Deiner Scholle Frucht und all deine Mühen verzehrt ein Volk, dir unbekannt. Du bist allzeit nur unterdrückt und zertreten. Deu 28:34 Du wirst irrsinnig von dem, was deine Augen sehen. Deu 28:35 Der Herr schlägt dich mit bösem Geschwür an Knien und Schenkeln, daß du nicht geheilt werden kannst, von der Sohle bis zum Scheitel. Deu 28:36 Der Herr führt dich und deinen König, den du über dich setzest, zu einem Volke, das dir und deinen Vätern unbekannt. Dort mußt du anderen Göttern dienen, Holz und Stein. Deu 28:37 Du wirst zum Entsetzen, Spott und Hohn bei all den Völkern, zu denen dich der Herr führt. Deu 28:38 Vielen Samen bringst du auf das Feld und erntest wenig. Denn die Heuschrecken fressen es ab. Deu 28:39 Du pflanzest Weinberge und bebauest sie. Doch trinkst du nicht Wein und lagerst nichts ein. Denn der Wurm frißt ihn ab. Deu 28:40 Überall in deinem Gebiete hast du Ölbäume. Aber du salbst dich nicht mit Öl. Denn deine Oliven fallen ab. Deu 28:41 Du zeugst Söhne und Töchter. Aber sie bleiben nicht bei dir. Denn sie wandern in Gefangenschaft. Deu 28:42 All deine Bäume und deines Bodens Frucht verdirbt das Ungeziefer. Deu 28:43 Der Fremdling unter dir steigt immer höher über dich. Du aber sinkst immer tiefer. Deu 28:44 Er leiht dir. Du aber leihst ihm nichts. Er wird das Haupt, du der Schweif. Deu 28:45 Alle diese Flüche kommen über dich, jagen dich und treffen dich, bis du vertilgt bist, weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorchst und seine Gebote und Gesetze, die er dir auferlegt, nicht beachtest. Deu 28:46 Sie haften als Zeichen und Wunder an dir und deinem Stamme für immer. Deu 28:47 Dafür, daß du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast in Freude und in Herzensfröhlichkeit trotz des Überflusses an allem, Deu 28:48 sollst du deinen Feinden dienen, die der Herr gegen dich sendet, in Hunger, Durst, Blöße und Mangel an allem. Er legt dir ein Eisenjoch auf den Hals, bis er dich vertilgt hat. Deu 28:49 Der Herr holt gegen dich von ferne, vom Ende der Erde, ein Volk, das wie ein Adler schwebt, ein Volk, dessen Sprache du nicht verstehst, Deu 28:50 ein Volk wilden Blickes, rücksichtslos gegen Greise, erbarmungslos gegen Knaben. Deu 28:51 Es verzehrt die Frucht deines Viehs und deines Bodens, bis du vernichtet bist. Nichts läßt es dir übrig von Korn, Wein und Öl, vom Wurf deiner Rinder und der Tracht deiner Schafe, bis es dich vertilgt hat. Deu 28:52 Es belagert dich in all deinen Toren, bis deine hohen und festen Mauern fallen, auf die du vertraust, überall in deinem Lande. Und es belagert dich in all deinen Toren, überall in deinem Lande, das dir der Herr, dein Gott, gibt. Deu 28:53 In der Angst und Not, in die dich dein Feind bringt, verzehrst du deine Leibesfrucht, das Fleisch deiner Söhne und Töchter, die dir der Herr, dein Gott, schenkt. Deu 28:54 Der Weichlichste und Verzärtelste bei dir ist mißgünstig gegen seinen Bruder, sein liebes Weib und die Kinder, die er übrigbehielt. Deu 28:55 Keinem von ihnen gibt er von seiner Kinder Fleisch, das er verzehrt, weil ihm nichts übrigbleibt in Angst und Not, in die dich dein Feind in all deinen Toren bringt. Deu 28:56 Die Weichlichste und Üppigste bei dir, die vor Verzärtelung und Weichlichkeit nie versucht hat, ihren Fuß auf die Erde zu setzen, ist mißgünstig gegen den lieben Mann, ihren Sohn und ihre Tochter, Deu 28:57 bei ihrer Nachgeburt, die ihren Schoß verläßt, und bei den Kindern, die sie zur Welt bringt. Denn beim Mangel an allem ißt sie diese insgeheim in Angst und Not, in die dich dein Feind in all deinen Toren bringt. Deu 28:58 Achtest du nicht darauf, alle Worte dieser Lehre, die in diesem Buche geschrieben sind, zu tun, fürchtest du nicht 'den Herrn, deinen Gott', diesen glorreichen und furchtbaren Namen, Deu 28:59 dann verhängt der Herr über dich und deine Nachkommen außerordentliche Plagen, gewaltige und andauernde Plagen und böse anhaltende Krankheiten. Deu 28:60 Er bringt über dich Ägyptens ganzes Siechtum, vor dem dir graut. Dir haftet es an. Deu 28:61 Auch jede Krankheit und Plage, von denen in diesem Buch der Lehre nichts geschrieben steht, bringt der Herr aber dich, bis du vernichtet bist. Deu 28:62 Nur wenig Männer werden von euch übrigbleiben, statt daß an der Menge ihr gleich wäret den Sternen des Himmels, weil du der Stimme des Herrn, deines Gottes, nicht gehorchst. Deu 28:63 Und wie sich der Herr über euch freut, euch wohlzutun und euch zu mehren, so freut sich der Herr darüber euch, euch zu vernichten und zu tilgen. Ihr werdet herausgerissen aus dem Lande, in das du ziehst, es zu besetzen. Deu 28:64 Der Herr zerstreut dich unter alle Völker von einem Ende der Erde bis zum anderen. Dort wirst du anderen Göttern dienen müssen, dir und deinen Vätern unbekannt, Holz und Stein. Deu 28:65 Du rastest nicht bei jenen Völkern. Keine Ruhestatt ist deiner Fußsohle gegönnt, Vielmehr gibt dir der Herr ein bebend Herz, verschmachtende Augen und verzagtes Gemüt. Deu 28:66 Dein Leben ist dir in der Schwebe. Du zitterst bei Tag und Nacht und traust deinem Leben nicht. Deu 28:67 Am Morgen denkst du: 'Wär's doch Abend!'; am Abend denkst du: 'Wär's doch Morgen!', in Herzensangst vor dem, was deine Augen schauen. Deu 28:68 Der Herr bringt dich wieder nach Ägypten, auf dem Wege, von dem ich zu dir gesprochen: Du sollst ihn nie wieder sehen. Dort werdet ihr feilgeboten deinen Feinden als Sklaven und Sklavinnen. Aber niemand mag euch kaufen." Deu 29:1 (28:69) Das sind die Worte des Bundes, den der Herr dem Moses aufgetragen hat, mit den Israeliten im Lande Moab zu schließen, abgesehen von dem Bunde, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte. Deu 29:2 (29:1) Und Moses berief ganz Israel und sprach zu ihnen: "Ihr habt alles gesehen, was der Herr vor euren Augen im Ägypterland getan an Pharao und all seinen Dienern und seinem ganzen Lande, Deu 29:3 (29:2) die großen Machterweise, die deine Augen sahen, jene großen Zeichen und Wunder. Deu 29:4 (29:3) Aber bis auf den heutigen Tag hat euch der Herr noch nicht den Sinn zum Begreifen gegeben, noch nicht Augen zum Sehen, noch nicht Ohren zum Hören. Deu 29:5 (29:4) Ich führte euch vierzig Jahre in der Wüste. Eure Kleider haben sich an euch nicht abgetragen, und dein Schuh ist nicht an deinem Fuße zermürbt. Deu 29:6 (29:5) Ihr habt kein Brot gegessen und weder Wein noch Bier getrunken, auf daß ihr erkennet, daß ich, der Herr, euer Gott, bin. Deu 29:7 (29:6) So kamt ihr an diese Stätte. Da zogen wider uns der König von Chesbon, Sichon, und Og, der König von Basan. Wir aber besiegten sie, Deu 29:8 (29:7) nahmen ihr Land und gaben es den Rubeniten, den Gaditen und dem Halbstamm Manasse zu eigen. Deu 29:9 (29:8) So habt denn acht auf die Worte dieses Bundes und tut sie, auf daß ihr Glück habt in allem, was ihr tut! Deu 29:10 (29:9) Ihr steht heute alle vor dem Herrn, eurem Gott, eure Häupter, eure Richter, eure Ältesten und Amtleute, alle Männer Israels, Deu 29:11 (29:10) eure Kinder, Weiber und dein Fremdling, der in deinem Lager weilt, von deinen Holzhauern bis zu deinen Wasserschöpfern. Deu 29:12 (29:11) Du sollst eintreten in den Bund mit dem Herrn, deinem Gott, und in seinen Vertrag, den der Herr, dein Gott, heute mit dir eingeht. Deu 29:13 (29:12) Er möchte dich heute zu seinem Volke bestellen und dein Gott werden, wie er dir verheißen und wie er deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat. Deu 29:14 (29:13) Aber nicht mit euch allein schließe ich diesen Bund und diesen Vertrag, Deu 29:15 (29:14) sondern auch mit dem, der heute hier bei uns ist und vor dem Herrn steht, sowie mit dem, der heute nicht mit uns hier ist. Deu 29:16 (29:15) Ihr selber wißt, wie wir im Ägypterland geweilt und wie wir mitten durch die Völker gezogen, die ihr durchzogen habt. Deu 29:17 (29:16) Ihr schautet ihre Scheusale und ihre Götzen von Holz und Stein, Silber und Gold bei ihnen. Deu 29:18 (29:17) Möchte es doch nicht bei euch einen Mann geben oder ein Weib oder eine Sippe oder einen Stamm, dessen Herz sich heute wendet vom Herrn, unserem Gott, und hingeht und den Göttern jener Völker dient! Möchte sich unter euch keine Wurzel finden, die Schierling und Wermut treibt! Deu 29:19 (29:18) Daß nicht jemand beim Anhören dieser Fluchworte in seinem Herzen fröhlich denke: 'Mir geht es gut; ich kann in meines Herzens Härte wandeln', um Hinterlist und Wollust zu vereinen! Deu 29:20 (29:19) Einem solchen verziehe der Herr nicht, sondern des Herrn Zorn und Eifer loderte gegen einen solchen Menschen auf. Der ganze in diesem Buch aufgezeichnete Fluch lastete auf ihm, und der Herr löschte seinen Namen unter dem Himmel. Deu 29:21 (29:20) Der Herr schiede einen solchen zum Verderben aus allen Stämmen Israels, nach allen Bundesflüchen, die in diesem Buch der Lehre aufgezeichnet sind. Deu 29:22 (29:21) Das spätere Geschlecht, eure Kinder, die nach euch aufwachsen, und der Ausländer, der aus fernem Lande kommt, würden fragen, wenn sie in jenem Lande die Plagen und Krankheiten sehen, mit denen der Herr es erschöpft. Deu 29:23 (29:22) Sein ganzer Boden wird Schwefel, Salz und Brandstatt sein. Er kann nicht mehr besät werden und läßt nichts sprossen, und kein Gewächs geht darin auf. Eine Verwüstung wird es, wie die auf Sodoma und Gomorrha, Adma und Seboim, die der Herr in seinem Zorn und Grimm umgekehrt hat. Deu 29:24 (29:23) Und alle Völker werden fragen: 'Warum hat der Herr also mit diesem Lande getan? Wofür diese gewaltige Zornesglut?' Deu 29:25 (29:24) Dann antwortet man: 'Weil sie den Bund verlassen haben, den der Herr, der Gott ihrer Väter, mit ihnen geschlossen, als er sie aus Ägypterland führte, Deu 29:26 (29:25) weil sie hingingen, anderen Göttern dienten und sich vor ihnen hinwarfen, vor Göttern, die ihnen unbekannt waren und die er ihnen nicht zugeteilt hatte. Deu 29:27 (29:26) Darum entbrannte des Herrn Zorn über das Land, daß er darüber den ganzen Fluch brachte, der in diesem Buche geschrieben steht. Deu 29:28 (29:27) Der Herr riß sie in Zorn und Grimm und großer Wut aus ihrem Boden und schleuderte sie in ein anderes Land, wie es heute ist.' Deu 29:29 (29:28) Das Verborgene ist des Herrn, unseres Gottes. Das Enthüllte aber gehört uns und unseren Kindern immerdar, damit wir alle Worte dieser Lehre tun." Deu 30:1 "Kommen über dich alle diese Worte, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt, und nimmst du es zu Herzen unter all den Völkern, wohin dich der Herr, dein Gott, verstößt, Deu 30:2 und bekehrst du dich samt deinen Kindern von ganzem Herzen und aus ganzer Seele zum Herrn, deinem Gott, und gehorchst du seiner Stimme in allem, was ich dir heute gebiete, Deu 30:3 dann wendet der Herr, dein Gott, dein Geschick, erbarmt sich deiner und sammelt dich aus allen Völkern, unter die dich der Herr, dein Gott, verstreut hat. Deu 30:4 Mögen deine Versprengten am Ende des Himmels sein, so sammelte dich der Herr, dein Gott, auch dort und holte dich von dort. Deu 30:5 Und der Herr, dein Gott, brächte dich in das Land, das deine Väter besessen, und du wirst es besitzen. Er beglückte und mehrte dich reichlicher als deine Väter. Deu 30:6 Der Herr, dein Gott, beschneidet dann dir und deinen Nachkommen das Herz, daß du den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen und aus ganzer Seele liebest, um deines Lebens willen. Deu 30:7 Und der Herr, dein Gott, legt all diese Flüche auf deine Feinde und Hasser, die dich gejagt. Deu 30:8 Du aber gehorchst wieder der Stimme des Herrn, deines Gottes, und befolgst alle seine Gebote, die ich dir heute gebe. Deu 30:9 Und der Herr, dein Gott, gibt dir Überfluß bei jedem Tun deiner Hand, bei der Frucht deines Leibes und bei dem Wurf deines Viehs und bei der Ernte deines Bodens. Denn dann hat der Herr wieder Freude an dir, wie er sich an deinen Vätern gefreut, Deu 30:10 wenn, du der Stimme des Herren, deines Gottes, gehorsam, seine Gebote und Satzungen beachtest, die in diesem Buch der Lehre aufgezeichnet sind, und dich von ganzem Herzen und aus ganzer Seele zum Herrn, deinem Gott, bekehrst. Deu 30:11 Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebe, übersteigt nicht deine Kraft und ist nicht unerreichbar. Deu 30:12 Nicht ist es im Himmel, daß du sprächest: 'Wer steigt für uns in den Himmel und holt es uns herab und kündet es uns, daß wir danach tun?' Deu 30:13 Auch ist es nicht jenseits des Meeres, daß du sprächest: 'Wer fährt uns über das Meer und holt es uns und kündet es uns, daß wir danach tun?' Deu 30:14 Nein! Sehr nahe ist dir das Wort in deinem Munde und in deinem Herzen, es zu tun. Deu 30:15 Siehe! Ich lege dir heute vor: das Leben und das Glück, den Tod und das Böse. Deu 30:16 Wenn ich dir heute befehle, den Herrn, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu wandeln und seine Gebote, Gesetze und Gebräuche zu beachten, dann bleibst du leben und mehrst dich. Und der Herr, dein Gott, segnet dich in dem Lande, in das du ziehst, es zu besetzen. Deu 30:17 Wird aber dein Herz abtrünnig, bist du ungehorsam und läßt du dich verführen, dich vor anderen Göttern hinzuwerfen und ihnen zu dienen, Deu 30:18 dann verkünde ich euch heute: Ihr geht zugrunde. Ihr lebt nicht lange auf dem Boden, zu dessen Besetzung du über den Jordan ziehst. Deu 30:19 Ich nehme heute Himmel und Erde zu Zeugen gegen euch, daß ich dir Leben und Tod, Segen und Fluch vorlegte. So wähle das Leben, auf daß du lebest, du und deine Nachkommen, Deu 30:20 wenn du den Herrn, deinen Gott, liebst, seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst! Denn das ist dein Leben und dein langes Siedeln auf dem Boden, den ihnen zu geben der Herr deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen hat." Deu 31:1 Da ging Moses daran, diese Worte zu ganz Israel zu sprechen. Deu 31:2 Er sprach zu ihnen: "Ich bin heute hundertzwanzig Jahre alt. Ich kann nicht mehr ausrücken und heimziehen. Auch hat mir der Herr gesagt: 'Du wirst nicht den Jordan überschreiten.' Deu 31:3 Der Herr, dein Gott, zieht vor dir hinüber. Er vertilgt diese Völker vor dir, daß du sie besiegest. Josue zieht vor dir hinüber, wie der Herr gesagt. Deu 31:4 Der Herr tut an ihnen, wie er an den Amoriterkönigen Sichon und Og und ihrem Land getan, und die er vertilgt hat. Deu 31:5 Der Herr gibt sie euch preis, tut an ihnen genau nach dem Befehle, den ich euch gegeben. Deu 31:6 Seid mutig und stark! Fürchtet euch nicht! Bangt nicht vor ihnen! Denn der Herr, dein Gott, ist es, der mit dir zieht. Er läßt und verläßt dich nicht." Deu 31:7 Dann berief Moses Josue und sprach zu ihm vor ganz Israel: "Sei mutig und stark! Denn du bringst dieses Volk in das Land, das ihnen zu geben der Herr ihren Vätern zugeschworen hat. Verteilen sollst du es unter sie! Deu 31:8 Der Herr selbst zieht vor dir her. Er ist mit dir. Er läßt dich nicht und verläßt dich nicht. Du sollst furchtlos und unverzagt sein!" Deu 31:9 Dann schrieb Moses diese Lehre auf und gab sie den Priestern, den Levisöhnen, die die Bundeslade des Herrn trugen, und allen Ältesten Israels. Deu 31:10 Und Moses gebot ihnen also: "Nach sieben Jahren, um die Zeit des Erlaßjahres, am Laubhüttenfest, Deu 31:11 wenn ganz Israel kommt, vor dem Herrn, deinem Gott, zu erscheinen, an der von ihm erwählten Stätte, dann lies diese Lehre ganz Israel laut vor! Deu 31:12 Berufe das Volk, die Männer, Weiber, Kinder und deine Fremdlinge in deinen Toren zu einer Versammlung, auf daß sie hören und lernen, den Herren, euren Gott, zu fürchten, und alle Worte dieser Lehre beachten und tun! Deu 31:13 Ihre Kinder, die es noch nicht kennen, sollen hören und lernen, den Herrn, euren Gott, zu fürchten alle Zeit, die ihr auf dem Boden lebt, zu dessen Besetzung ihr über den Jordan zieht." Deu 31:14 Und der Herr sprach zu Moses: "Deine Tage nahen dem Ende. Rufe Josue! Tretet dann ins Festgezelt, daß ich ihn einsetze!" Da gingen Moses und Josue hin und betraten das Festgezelt. Deu 31:15 Darauf erschien der Herr im Zelt in einer Wolkensäule. Die Wolkensäule aber stand an der Pforte des Zeltes. Deu 31:16 Da sprach der Herr zu Moses: "Du wirst dich bald zu deinen Ahnen legen. Dann steht dieses Volk auf und buhlt in seiner Mitte mit den fremden Göttern des Landes, in das du bald ziehst. Es verläßt mich und bricht den Bund, den ich mit ihm geschlossen habe. Deu 31:17 Dann entbrennt mein Zorn über sie. Ich lasse sie im Stich und berge mein Antlitz vor ihnen. Dann wird es zum Fraße. Und viele Nöte und Übel treffen es. Dann spricht es zu jener Zeit: 'Treffen mich nicht diese Übel, weil mein Gott nicht mehr in meiner Mitte ist?' Deu 31:18 Ich aber berge zu jener Zeit mein Antlitz wegen all des Bösen, das es tut, weil es sich anderen Göttern zuwendet. Deu 31:19 So schreibt euch dieses Lied auf! Lehre es die Israeliten! Lege es ihnen in den Mund, daß mir dieses Lied zum Zeugen gegen die Söhne Israels diene! Deu 31:20 Ich bringe das Volk allerdings in das Land, das ich seinen Vätern zugeschworen und das von Milch und Honig fließt. Es ißt, wird satt und fett, wendet sich aber anderen Göttern zu und dient ihnen. Mich aber schmähen sie und brechen den Bund mit mir. Deu 31:21 Wenn es dann viele Nöte und Übel treffen, dann sei dieses Lied vor ihm ein Zeuge, es bleibt im Munde seiner Nachkommen unvergessen. Dafür, daß ich im voraus gewußt habe, wohin bei ihm die Neigung geht, bevor ich es in das Land gebracht, das ich zugeschworen habe." Deu 31:22 Und Moses schrieb an jenem Tage dieses Lied nieder und ließ es die Israeliten einüben. Deu 31:23 Dann gebot er Josue, Nuns Sohn: "Sei mutig und sei stark! Du führst die Israeliten in das Land, das ich ihnen zugeschworen habe. Ich werde mit dir sein." Deu 31:24 Und Moses schrieb die Worte dieser Lehre im ganzen Umfang in ein Buch. Deu 31:25 Dann gebot Moses den Leviten, den Trägern der Bundeslade des Herrn: Deu 31:26 "Nehmt dieses Buch der Lehre und legt es neben die Bundeslade des Herrn, eures Gottes! Dort sei es als Zeuge gegen dich! Deu 31:27 Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und Halsstarrigkeit. Jetzt, wo ich noch unter euch lebe, seid ihr widerspenstig gegen den Herrn. Wie erst nach meinem Tode! Deu 31:28 Beruft mir alle Ältesten eurer Stämme und eure Amtleute zu einer Versammlung, daß ich ihnen diese Worte laut verkünde und Himmel und Erde gegen sie zum Zeugen nehme! Deu 31:29 Denn ich weiß: Nach meinem Tode artet ihr aus und weicht von dem Wege, den ich euch gewiesen. So trifft euch in der Folgezeit das Unglück, wenn ihr tut, was dem Herrn mißfällt, und wenn ihr ihn durch euer Tun erzürnt." Deu 31:30 Und Moses sprach vor der ganzen Gemeinde Israels die Worte dieses Liedes bis zum Schlusse. Deu 32:1 "Ihr Himmel, lauscht! Denn ich will reden. / Die Erde höre meines Mundes Aussprüche! Deu 32:2 Dem Regen gleich ergieße meine Botschaft sich! / Wie Tau, so träufle meine Rede, / wie Regengüsse auf das junge Grün, / wie Regentropfen auf das Gras! Deu 32:3 Denn ich verkündige des Herren Ruhm: / Gebt unserem Gott die Ehre! Deu 32:4 Ein Fels ist er; sein Tun ist vollkommen. / Denn recht sind alle seine Wege. / Er ist ein Gott der Treue, sonder Trug, / gerecht und redlich. Deu 32:5 Doch Schweres tut ihm seiner Unkinder Verderbnis, / des ganz verkehrten und verdorbenen Geschlechtes. Deu 32:6 Dürft ihr dem Herrn dies antun, törichtes, unweises Volk? / Ist er denn nicht dein Vater, der dich schuf? / Er, der dir Dasein und Bestand verlieh? Deu 32:7 Gedenke doch der Vorzeit Tage! / Betrachte der vergangenen Geschlechter Zeit! / Befrage deinen Vater, daß er dir es künde, / die Greise unter dir, daß sie dir's sagen! Deu 32:8 Als einst der Höchste Völker siedelte, / wie er die Menschenkinder sonderte, / bestimmte er der Stämme Grenzen / genau der Zahl der Söhne Israels gemäß. Deu 32:9 Ist doch des Herren Teil sein Volk, / Jakob sein zugemessen Eigentum. Deu 32:10 Er fand's im Wüstenland, / am Ort des Grauens und der öden Einsamkeit. / Er warb darum und nahm's in seine Hut, / beschützte es wie seinen Augapfel. Deu 32:11 Dem Adler gleich, der seine Brut sich auflädt / und seine Jungen schwebend trägt, / so spannte er die Flügel aus, / nahm's auf und trug's auf seinen Schwingen. Deu 32:12 Der Herr war einzig und allein sein Führer. / Ein fremder Gott war nicht mit ihm. Deu 32:13 Er hob es auf des Landes Höhen. / Es aß die Früchte des Gefildes. / Er ließ es Honig aus dem Felsen saugen / und Öl aus hartem Felsgestein. Deu 32:14 Dickmilch von Kühen, Milch von Ziegen, / dazu das Fett von Lämmern und von Widdern, / Basansstiere mitsamt dem Nierenfett verzehrtest du, / und Traubenblut, ein feuriges Getränke, trankest du. Deu 32:15 Und Jeschurun ward fett, schlug aus. / Du wurdest fett und dick und feist. / Und es verstieß den Gott, der es gemacht, / verachtete den Felsen seines Heiles. Deu 32:16 Durch Fremde machten sie ihn eifersüchtig / und kränkten ihn durch Greuel. Deu 32:17 Sie opferten den Dämonen, Ungöttern, / den Göttern, die sie nie gekannt, / den Neulingen, die jüngst erst aufgekommen, / vor denen euren Vätern nicht gegraut. Deu 32:18 Den Fels, der dich erzeugt, verließest du, / vergaßest Gott, der dich geboren. Deu 32:19 Der Herr erschaute es und zürnte, / gekränkt durch seine Söhne, seine Töchter. Deu 32:20 Er sprach: Vor ihnen berge ich mein Angesicht, / will sehen, was ihr Ende wird. / Denn ein verlogenes Geschlecht sind sie, / sind Kinder ohne Treue. Deu 32:21 Sie haben mich durch Ungötter geärgert, / durch ihre nichtigen Götzen mich gekränkt. / Nun will ich selbst sie durch ein Unvolk ärgern, / sie selbst durch eine gottlose Nation erbittern. Deu 32:22 Ein Feuer loht in meiner Nase / und lodert bis zu Höllentiefen, / versengt das Land und sein Gewächs, / es brennt die Grundfesten der Berge an. Deu 32:23 Erschöpfen will ich dran die Übel / und alle meine Pfeile wider sie verbrauchen. Deu 32:24 Von Hungersnot entkräftet, / ausgesaugt von Pest und schlimmen Seuchen, sind sie es, / auf die ich hetze noch den Zahn der wilden Tiere, / mitsamt dem Gifte der im Staube Schleichenden. Deu 32:25 Von außen rafft das Schwert sie hin und drin der Schrecken, / den Jüngling und die Jungfrau, den Säugling und den alten Mann. Deu 32:26 Ich hätte gern gesagt: Ich werde sie zerschlagen / und ihr Gedächtnis bei den Menschen tilgen, Deu 32:27 befürchtete ich nicht der Feinde Schadenfreude, / daß ihre Dränger es verkannten und so sprächen: / 'Siegreich ist unsere Hand gewesen, / und nicht der Herr hat alles das gewirkt.' Deu 32:28 Ein ratverloren Volk sind sie, / und keine Einsicht ist bei ihnen. Deu 32:29 Wenn sie nur weise wären, daß sie dies begriffen, / so würden sie ihr Ende wohl bedenken. Deu 32:30 Wie könnte einer Tausend jagen / und zwei Zehntausende vertreiben, / wenn jene nicht ihr Fels verkauft, / der Herr sie preisgegeben hätte? Deu 32:31 Denn nicht wie unser Felsen ist der ihrige, / und unsere Feinde selbst sind Schiedsrichter darüber. Deu 32:32 Vom Weinstock Sodomas stammt ihr Gewächs / und von Gomorrhas Fluren. / Gifttrauben ihre Trauben / mit gallenbitteren Beeren. Deu 32:33 Ihr Wein ist Drachengeifer / und grauses Natterngift. Deu 32:34 Ist solches nicht bei mir verwahrt, / in meinen Schatzkammern versiegelt? Deu 32:35 Mein ist die Rache und Vergeltung, / zur Zeit, da wankt ihr Fuß. / Nah schon ist ihres Sturzes Tag, / und ihre Zukunft eilt herbei. Deu 32:36 Der Herr bestraft sein Volk, / doch rächt er sich für seine Diener; / er sieht, wie schon die Schuld ist abgezahlt, / und doch die Hilfe zögert, auf sich warten läßt. Deu 32:37 Er fragt: 'Wo sind nun ihre Götter? / Und wo der Fels, bei dem sie Zuflucht suchten? Deu 32:38 Sie, deren Opferfett sie ehedem verzehrten / und deren Opferwein sie tranken, / sie mögen aufstehn und euch helfen! / Sie mögen euch zum Schirme sein! Deu 32:39 Seht nun, daß ich es bin! / Ich bin's und kein Gott neben mir. / Ich töte und belebe, / verwunde wiederum und heile. / Und niemand reißt's aus meiner Hand. Deu 32:40 Wenn ich zum Himmel meine Hand erhebe / und spreche ich: So wahr ich ewig lebe, Deu 32:41 und schärfe ich mein blitzend Schwert / und lange nach dem Pfeile, / dann nehme ich an meinen Drängern Rache, / vergelte meinen Hassern. Deu 32:42 Ich tränke meine Pfeile mit dem Blute, / mein Schwert frißt Fleisch. / Besudelt ist die Lanze von dem Blute, / das aus der Feindeführer Herzen quillt. Deu 32:43 Sein Volk preist hoch, ihr Völker, / daß seiner Knechte Blut er rächt, / daß er an seinen Gegnern Rache nimmt, / sein Land und Volk entsündigt!'" Deu 32:44 Und Moses begann, alle Worte dieses Liedes vor dem Volke vorzutragen, er und Hosea, Nuns Sohn. Deu 32:45 Als Moses ganz Israel all diese Worte vorgetragen hatte, Deu 32:46 sprach er zu ihnen: "Richtet euer Herz auf all die Worte, die ich euch heute feierlich einschärfe, daß ihr sie euren Kindern anbefehlet, auf daß sie alle Worte dieser Lehre beachten und tun! Deu 32:47 Denn es ist euch kein leeres Wort, sondern gilt euer Leben. Durch dieses Wort lebt ihr lange in dem Lande, zu dessen Besetzung ihr über den Jordan zieht." Deu 32:48 Am selben Tage sprach der Herr zu Moses: Deu 32:49 "Steig auf das Abarimgebirge hier, auf den Berg Nebo im Moablande östlich von Jericho! Besieh das Land Kanaan, das ich den Israeliten zu eigen gebe! Deu 32:50 Dann stirb auf dem Berge, den du bestiegen! Und komm so zu deinen Stammesgenossen, wie dein Bruder Aaron auf dem Berge Hor gestorben und zu seinen Stammesgenossen gekommen ist! Deu 32:51 Ihr habt an mir übel getan inmitten der Söhne Israels beim Haderwasser von Kades in der Wüste Sin, weil ihr mich nicht gerechtfertigt habt bei den Söhnen Israels. Deu 32:52 Nur von gegenüber darfst du das Land schauen, aber nicht in das Land kommen, das ich den Söhnen Israels gebe." Deu 33:1 Dies ist der Segen, mit dem Moses, der Mann Gottes, die Söhne Israels vor seinem Tode gesegnet hat. Deu 33:2 Er sprach: "Vom Sinai kam her der Herr, / erstrahlte ihnen von Seïr. / Er glänzte auf von Pharans Bergen / und kam von Kades' Randgebieten, / des Haderwassers Randgebirge. Deu 33:3 Ja, Freund des Volkes! / Bei dir sind alle seine heiligen Geheimnisse; / sie sind dir anvertraut; / man lernt von deinen Weisungen. Deu 33:4 Die Lehre hat uns Moses übergeben / zum Erbe der Gemeinde Jakobs. Deu 33:5 Ein König wurde er in Jeschurun, / als sich des Volkes Häupter sammelten, / in eins die Stämme Israels. Deu 33:6 Es lebe Ruhen, sterbe nimmer aus! / Doch seine Wichte seien gezählt!" Deu 33:7 Dies sprach er über Juda: "Auf Judas Stimme höre, Herr! / Zu seinem Volke bringe ihn! Kampfscharen hat er eine Menge, / und Du bist Hilfe wider seine Dränger." Deu 33:8 Über Levi sprach er: "Der Dir geweihte Mann hat Deine heiligen Lose, / er, den Du einst zu Massa prüftest, / auszanktest an dem Haderwasser. Deu 33:9 Er aber sprach von Vater und von Mutter: / 'Ich kenne diese nicht', der seine Brüder nicht mehr ansah / und seine Kinder nicht mehr kannte. / Sie hielten sich an Dein Gebot / und wahrten Deinen Bund. Deu 33:10 Sie lehrten Jakob Deine Rechte / und Deine Lehre Israel. / Sie legen Rauchwerk vor Dein Angesicht, / auf Deinen Altar Ganzopfer. Deu 33:11 Herr! Segne seinen Wohlstand! / Laß seiner Hände Tun Dir wohlgefallen! / Zerschmettere die Lenden seiner Gegner, / daß seine Hasser nimmer sich erheben!" Deu 33:12 Über Benjamin sprach er: "In Ruhe wohnt durch ihn des Herren Liebling; / er schützt ihn allezeit, / wohnt er doch zwischen seinen Schultern! - Deu 33:13 Über Joseph sprach er: "Sein Land sei von dem Herrn gesegnet! / das Köstlichste vom Himmel droben / und drunten von der Wasserflut / sei ihm zuteil! Deu 33:14 Das Köstlichste, was je die Sonne lockt / und was die Monde sprossen lassen, Deu 33:15 das Beste, was die Ahnen hatten, / das Köstlichste der alten Hirten, Deu 33:16 das Köstlichste des Bodens, seiner Fülle: / die Gnade dessen, der im Dornbusch wohnt, / es komme auf das Haupt des Joseph, / auf des Geweihten Scheitel unter seinen Brüdern! Deu 33:17 Sein Erstgeborner, stiergleich, habe Hoheit, / und Wildstierhörner seien seine Hörner! / Mit ihnen stoße er die Völker nieder / bis zu der Erde Enden allzumal! / Das sind des Ephraim Zehntausende / und des Manasse Tausende." Deu 33:18 Über Zabulon sprach er: "Erfreue dich an deinen Fahrten, Zabulon, / und deinen Zelten, Issakar! Deu 33:19 Mit Völkern in dem Bergland stoßen sie zusammen; / sie opfern Siegesopfer dort. / Sie schleppen fort der Meere Schätze / und fremder Küsten Abgaben." Deu 33:20 Über Gad sprach er: "Gepriesen ist der herdenreiche Gad. / Er lagert wie ein Löwe, / zerschmettert Speer und Schild und Helm. Deu 33:21 Und er ersah sich einen Edelsitz; / denn er zerteilte eines Feindesfürsten Land. / Des Volkes Häupter feuerte er an / und tat mit Israel, was recht dem Herrn und billig war." - Deu 33:22 Und über Dan sprach er: "Dan ist ein Löwenjunges, / das sich aus Basan gut versorgt." Deu 33:23 Und über Naphtali sprach er: "Zufrieden satt ist Naphtali, / des Herren Segens voll, / wenn er See und Südland sich zu eigen nimmt." Deu 33:24 Und über Asser sprach er: "Der Söhne meistgesegneter sei Asser! / Er sei der Liebling seiner Brüder! / Er bade seinen Fuß in Öl! - Deu 33:25 Dein Schutz ist Erz und Eisen, / und deine Waffen sind dein Stolz. Deu 33:26 Wie Jeschuruns Gott, gibt es keinen. / Er fuhr am Himmel hin in seiner Hoheit in den Wolken, / als deine Hilfe. Deu 33:27 Bis jetzt war Gott voll Liebe, gütig gegen seine Treuen. / Er hat den Feind vor dir verjagt / und hat gesagt: Vertilge! Deu 33:28 Er läßt im Sichern wohnen Israel, / unnahbar Jakobs Quell / in einem Land voll Korn und Wein; / sein Himmel träufelt Tau. Deu 33:29 Heil dir, du Israel! Wer ist wie du? / Ein Volk, so siegreich durch den Herrn! / Er ist der Schild, der dich beschützt, / und er das Schwert, das Siege dir erkämpft. / Vor dir sich beugen deine Feinde, du schreitest über ihre Höhen hin." Deu 34:1 Moses stieg aus Moabs Steppen auf den Berg Nebo, auf die Spitze des Pisga, Jericho gegenüber. Da zeigte ihm der Herr das ganze Land, Gilead bis Dan, Deu 34:2 ganz Naphtali und das Gebiet Ephraims und Manasses sowie das ganze Gebiet Judas bis zum Westmeer, Deu 34:3 das Südland und die Au, die Ebene der Palmenstadt Jericho bis nach Soar. Deu 34:4 Und der Herr sprach zu ihm: "Das ist das Land, das ich dem Abraham, Isaak und Jakob zugeschworen mit den Worten: 'Ich gebe es deinen Nachkommen.' Ich lasse es dich nur schauen; aber hinüber darfst du nicht." Deu 34:5 Also starb des Herrn Diener Moses, dort im Lande Moab nach des Herrn Befehl. Deu 34:6 Er begrub ihn im Tale im Lande Moab, Bet Peor gegenüber. Aber niemand kennt sein Grab bis auf diesen Tag. Deu 34:7 Moses war hundertzwanzig Jahre alt, als er starb. Sein Auge war nicht getrübt, und seine Frische nicht geschwunden. Deu 34:8 Die Söhne Israels beweinten Moses in Moabs Steppen dreißig Tage. Erst dann war die Zeit des Weinens und Klagens um Moses voll. Deu 34:9 Josue ward nun vom Geist der Weisheit erfüllt; denn Moses hatte ihm seine Hände aufgelegt. Die Israeliten gehorchten ihm und taten, wie der Herr dem Moses geboten hatte. Deu 34:10 Seitdem ist in Israel kein Prophet mehr erstanden wie Moses, mit dem der Herr von Angesicht zu Angesicht verkehrt hat, Deu 34:11 mit all den Zeichen und Wundem, die zu tun der Herr ihn nach Ägypterland sandte, zu Pharao und all seinen Dienern und seinem ganzen Lande, Deu 34:12 und mit all der starken Macht und mit all dem großen Furchtbaren, das Moses vor den Augen von ganz Israel gewirkt hat. Jos 1:1 Und nach dem Tode Mosis, des Dieners des Herrn, sprach der Herr zu Josue, Nuns Sohn und Mosis Diener, also: Jos 1:2 "Mein Diener Moses ist tot. Auf! Ziehe hier über den Jordan, du und dieses ganze Volk, in das Land, das ich den Söhnen Israels gebe! Jos 1:3 Wie ich Moses versprochen, gebe ich euch jeden Platz, den euer Fuß betritt. Jos 1:4 Hier von der Wüste und dem Libanon bis zum großen Strom, dem Euphratstrom, bis zum ganzen Chittiterland und bis zum großen Meer im Westen erstreckt sich euer Reich! Jos 1:5 Vor dir hält niemand stand, solange du lebst. Wie ich mit Moses gewesen bin, bin ich mit dir. Ich lasse dich nicht und verlasse dich nicht. Jos 1:6 Sei stark und fest! Denn du sollst dieses Volk in das Land führen, das ihnen zu geben ich ihren Vätern zugeschworen habe. Jos 1:7 Nur sei stark und fest entschlossen, darauf zu achten, ganz nach der Lehre zu tun, die dir mein Diener Moses geboten! Weiche nicht davon ab, weder nach rechts noch nach links, daß du Glück habest in allem, woran du gehst! Jos 1:8 Dies Buch der Lehre soll nie von deinem Munde weichen! Sinne darüber Tag und Nacht, daß du mit Vorbedacht ganz nach dem, was darin geschrieben, handelst! Dann führst du deinen Weg durch und hast Glück. Jos 1:9 Habe ich dir nicht geboten: Sei mutig und entschlossen? Zage nicht und zittere nicht! Mit dir ist der Herr, dein Gott, überall, wo du gehst." Jos 1:10 Da gebot Josue den Amtleuten des Volkes: Jos 1:11 "Schreitet durch das Lager und gebietet dem Volke: 'Besorgt euch Zehrung! Denn nach drei Tagen zieht ihr hier über den Jordan, und besetzt das Land, das der Herr, euer Gott, euch zu eigen gibt.'" Jos 1:12 Zu den Rubeniten aber, zu den Gaditen und dem Halbstamme Manasse sprach Josue: Jos 1:13 "Gedenket dessen, was euch der Diener des Herrn, Moses, geboten mit den Worten: 'Der Herr, euer Gott, hat euch an euer Ziel gebracht und euch dies Land gegeben.' Jos 1:14 Eure Weiber, eure kleinen Kinder und euer Vieh mögen in dem Lande bleiben, das Moses diesseits des Jordan euch gegeben hat. Ihr aber, alle Wehrtüchtigen, sollt geordnet euren Brüdern voranschreiten! So helft ihnen, Jos 1:15 bis der Herr eure Brüder an ihr Ziel bringt wie euch und auch sie das Land besetzen, das der Herr, euer Gott, ihnen geben will! Dann kehrt in euer eigenes Land zurück und besetzt es, das euch der Diener des Herrn, Moses, diesseits des Jordan im Osten gegeben hat." Jos 1:16 Da antworteten sie Josue: "Alles, was du uns heißest, wollen wir tun, und wohin du uns schickst, gehen wir. Jos 1:17 Wie wir auf Moses gehört, so wollen wir auch auf dich hören. Nur möge der Herr, dein Gott, mit dir sein, wie er mit Moses gewesen" Jos 1:18 Wer deiner Weisung widerspricht und nicht auf deine Worte hört, was du ihm irgendwie gebietest, der sei des Todes! Sei nur mutig und entschlossen!" Jos 2:1 Und Josue, Nuns Sohn, sandte von Sittim heimlich zwei Männer aus als Kundschafter und sprach: "Geht! Beseht die Gegend, besonders Jericho!" Sie gingen und kamen zum Hause einer Wirtin namens Rachab. Hier kehrten sie ein. Jos 2:2 Da ward dem König von Jericho gemeldet: "Heute nacht sind Männer von den Söhnen Israels hierher gekommen, das Land auszuspähen!" Jos 2:3 Da sandte Jerichos König zu Rachab und ließ sagen: "Gib die Männer heraus, die zu dir gekommen und dein Haus betreten haben! Sie sind nur gekommen, die ganze Gegend auszuspähen." Jos 2:4 Das Weib aber nahm die beiden Männer und verbarg sie. Dann sprach sie: "Gewiß! Die Männer sind zu mir gekommen. Aber ich habe nicht gewußt, woher sie waren. Jos 2:5 Um die Zeit des Torschlusses, beim Dunkelwerden, sind die Männer fortgegangen. Ich weiß nicht, wohin die Männer gegangen sind. Jagt ihnen schnell nach! Dann könnt ihr sie einholen." Jos 2:6 Sie hatte sie aber aufs Dach geführt und unter Flachsstengeln versteckt, die sie auf dem Dache ausgebreitet hatte. Jos 2:7 Die Männer aber jagten ihnen nach, dem Jordan zu, an die Furten. Das Tor schloß man zu, sobald ihre Verfolger draußen waren. Jos 2:8 Sie hatten sich aber noch nicht hingelegt, da kam sie zu ihnen auf das Dach Jos 2:9 und sprach zu den Männern: Ich weiß: Der Herr gibt euch das Land. Der Schrecken vor euch hat uns befallen, und alle Insassen des Landes zagen vor euch. Jos 2:10 Denn wir haben gehört, wie der Herr das Wasser des Schilfmeeres vor euch ausgetrocknet hat bei eurem Auszug aus Ägypten und was ihr den beiden Amoriterkönigen jenseits des Jordan getan, Sichon und Og, wie ihr sie gebannt habt. Jos 2:11 Wir hörten dies; da verzagte unser Herz, und in niemandem hat sich ein Mut wider euch geregt. Denn der Herr, euer Gott, ist droben im Himmel und auf Erden unten Gott. Jos 2:12 Und nun schwört mir beim Herrn, daß ihr auch dem Hause meines Vaters Gutes tun wollt, wie ich euch Gutes getan! Gebt mir ein Zeichen der Gewähr dafür, Jos 2:13 daß ihr meinen Vater, meine Mutter, meine Brüder und Schwestern und all die Ihrigen leben lasset und unser Leben vom Tode rettet!" Jos 2:14 Da sprachen die Männer zu ihr: "Wir bürgen mit unserem eigenen Leben für das eurige, wenn ihr diese unsere Verabredung nicht verratet. Gibt uns der Herr das Land, dann wollen wir dir in Treue Gutes tun." Jos 2:15 Sie ließ sie darauf an einem Seil durchs Fenster hinab. Denn ihr Haus war in die Stadtmauer eingebaut, und so wohnte sie an der Stadtmauer. Jos 2:16 Sie sprach zu ihnen: "Geht ins Gebirge, daß die Verfolger euch nicht treffen! Verbergt euch dort drei Tage, bis die Verfolger heimgekehrt sind! Dann geht eures Weges!" Jos 2:17 Da sprachen die Männer zu ihr: "Wir wollen frei von deinem Eidfluche bleiben, den du uns hast aussprechen lassen. Jos 2:18 Kommen wir in das Land, so sollst du die rote Tuchfahne hier an das Fenster knüpfen, durch das du uns heruntergelassen, und Vater, Mutter, Brüder und dein ganzes Vaterhaus zu dir ins Haus nehmen! Jos 2:19 Wer dann vor die Tür deines Hauses auf die Straße geht, dessen Blut fällt auf sein Haupt. Wir aber sind schuldfrei. Legt aber jemand Hand an irgendeinen, der bei dir im Hause ist, dann fällt sein Blut auf unser Haupt. Jos 2:20 Verrätst du aber unsere Verabredung, so sind wir deines Eidfluches frei, den du uns hast aussprechen lassen." Jos 2:21 Sie sprach: "So sei es, wie ihr sagt!" Sie entließ sie, und sie gingen weg. Sie aber band die rote Fahne an das Fenster. Jos 2:22 Sie gingen nun weg und kamen ins Gebirge. Dort blieben sie drei Tage, bis die Verfolger zurück waren. Die Verfolger aber hatten den Weg überall abgesucht, aber sie nicht gefunden. Jos 2:23 Dann stiegen die beiden Männer wieder vom Gebirge herab, setzten über und kamen zu Josue, Nuns Sohn. Und sie erzählten ihm alles, was ihnen begegnet war. Jos 2:24 Sie sprachen zu Josue: "Wahrhaftig! Der Herr gibt uns das ganze Land die Hand; denn alle Insassen des Landes haben Angst vor uns." Jos 3:1 Und Josue stand frühmorgens auf; da zogen sie von Sittim ab. Sie kamen dann an den Jordan, er und alle Israeliten, und sie nächtigten dort, bevor sie übersetzten. Jos 3:2 Nach drei Tagen gingen die Amtsleute durch das Lager Jos 3:3 und befahlen dem Volke: "Seht ihr die Bundeslade des Herrn, eures Gottes, von den levitischen Priestern getragen, dann sollt ihr von eurem Standorte abziehen! Und folgt ihr nach - Jos 3:4 nur sei zwischen euch und ihr ein Raum von etwa zweitausend Ellen! Kommt aber nicht näher -an sie -, damit ihr den Weg wisset, den ihr gehen sollt! Denn ihr seid ihn bisher noch nie gegangen." Jos 3:5 Da sprach Josue zu dem Volke: "Haltet euch rein! Denn morgen wirkt der Herr euch Wunder." Jos 3:6 Zu den Priestern aber sprach Josue: "Nehmt die Bundeslade und schreitet dem Volke voran!" Da nahmen sie die Bundeslade und zogen dem Volke voran. Jos 3:7 Da sprach der Herr zu Josue: "Heute beginne ich, dich in den Augen von ganz Israel zu verherrlichen, damit sie daran erkennen, daß ich mit dir bin, wie ich mit Moses gewesen. Jos 3:8 Du sollst nun den Priestern, den Trägern der Bundeslade, befehlen: 'Kommt ihr zum Rande des Jordanwassers, dann sollt ihr am Jordan stehenbleiben!'" Jos 3:9 Und Josue sprach zu den Israeliten: "Tretet her und höret das Vorhaben des Herrn, eures Gottes!" Jos 3:10 Und Josue sprach: "Daran sollt ihr erkennen, daß in eurer Mitte ein lebendiger Gott ist und daß er vor euch vertreibt die Kanaaniter, Chittiter, Chiwiter, Periziter, Girgasiter, Amoriter und Jebusiter: Jos 3:11 Die Bundeslade des Herrn der ganzen Erde zieht vor euch durch den Jordan. Jos 3:12 Wählt euch inzwischen zwölf Männer aus Israels Stämmen, je einen Mann aus einem Stamm! Jos 3:13 Sobald die Füße der Priester, der Träger der Lade des Herrn, des Herrn der ganzen Erde, in das Jordanwasser tauchen, wird das Wasser des Jordan verschwinden; das Wasser aber, das von oben fließt, wird dastehen wie ein Wall." Jos 3:14 Das Volk zog nun aus seinen Zelten, den Jordan zu überschreiten. Vor dem Volke die Priester, die Träger der Bundeslade. Jos 3:15 Wie die Träger der Lade an den Jordan kamen und die Füße der Priester, der Träger der Lade, kaum ins Wasser tauchten - der Jordan aber war voll in all seinen Nebenflüssen während der ganzen Erntezeit -, Jos 3:16 da stand das Wasser, das von oben floß, hatte es sich doch wie ein Wall erhoben, in großer Weite bei der Stadt Adam seitwärts von Saretan. Das Wasser aber, das zu dem Steppenmeere, dem Salzmeere floß, verschwand völlig. So zog das Volk hinüber auf Jericho zu. Jos 3:17 Die Priester, die Träger der Bundeslade des Herrn, standen im Trockenen genau in der Mitte des Jordan, während ganz Israel im Trockenen hinüberzog, bis das ganze Volk den Jordan vollends überschritten hatte. Jos 4:1 Sobald das ganze Volk den Jordan vollends überschritten hatte, sprach der Herr zu Josue: Jos 4:2 "Wählt euch aus dem Volke zwölf Männer, je einen Mann aus einem Stamme, Jos 4:3 und weiset sie also an: 'Nehmt euch zwölf Steine von hier, gerade aus des Jordans Mitte, von diesem Platz, auf dem der Priester Füße stehen, schafft sie mit euch hinüber und legt sie an den Ort, wo ihr heute nächtigen wollt!'" Jos 4:4 Da berief Josue die zwölf Männer, die er aus den Israeliten bestellt hatte, je einen Mann aus einem Stamm. Jos 4:5 Und Josue sprach zu ihnen: "Geht vor die Lade des Herrn, eures Gottes, mitten in den Jordan und ladet euch jeder einen Stein auf seine Schulter nach der Zahl der Stämme Israels. Jos 4:6 Dies sei ein Merkzeichen unter euch! Fragen später eure Kinder: 'Was bedeuten euch diese Steine?' Jos 4:7 dann sagt ihnen: 'Sie bedeuten, daß das Jordanwasser vor der Bundeslade des Herrn verschwunden ist, als sie in den Jordan kam. Das Wasser des Jordan ist verschwunden, und diese Steine dienen den Israeliten zum ewigen Gedenken.'" Jos 4:8 Die Israeliten taten so, wie Josue befahl. Sie nahmen zwölf Steine mitten aus dem Jordan, wie der Herr zu Josue gesagt, nach der Zahl der israelitischen Stämme, schafften sie mit sich in das Nachtlager hinüber und legten sie dort nieder. Jos 4:9 Zwölf andere Steine hatte Josue mitten im Jordan niederlegen lassen an der Stelle, wo die Füße der Priester stehen sollten, der Träger der Bundeslade. Sie blieben dort bis auf diesen Tag. Jos 4:10 Die Priester aber, die Träger der Lade, standen mitten im Jordan, bis alles ausgeführt war, was der Herr den Josue geheißen hatte, dem Volke zu sagen, gemäß dem Befehle Mosis an Josue. Das Volk aber zog rasch hinüber. Jos 4:11 Erst als das ganze Volk vollends hinüber war, zog auch die Lade des Herrn hinüber, und die Priester stellten sich an die Spitze des Volkes. Jos 4:12 Die Rubeniten, die Gaditen und der Halbstamm Manasse zogen geordnet vor den Israeliten hinüber, wie ihnen Moses befohlen hatte. Jos 4:13 An 40.000 kriegsbereite Männer zogen vor dem Herrn nach Jerichos Steppe in den Kampf. Jos 4:14 An jenem Tage hatte der Herr den Josue verherrlicht in ganz Israels Augen, und sie fürchteten ihn sein Leben lang, wie sie Moses gefürchtet hatten. Jos 4:15 Der Herr aber sprach zu Josue: Jos 4:16 "Befiehl den Priestern, den Trägern der Lade des Zeugnisses, sie sollen aus dem Jordan steigen." Jos 4:17 Da befahl Josue den Priestern: "Steigt aus dem Jordan!" Jos 4:18 So stiegen die Priester, die Träger der Bundeslade des Herrn, aus dem Jordanbett. Kaum aber berührten der Priester Fußsohlen das Trockene, so nahm das Wasser des Jordan wieder den natürlichen Lauf und trat wie vorher über all seine Ufer. Jos 4:19 Das Volk aber stieg am zehnten Tage des ersten Monats aus dem Jordan und lagerte im Gilgal ("Steinkreis") an Jerichos Ostgrenze. Jos 4:20 Jene zwölf Steine aber, die sie aus dem Jordan genommen, stellte Josue im Gilgal auf. Jos 4:21 Er sprach zu den Israeliten: "Fragen später eure Kinder ihre Väter: 'Was bedeuten diese Steine?', Jos 4:22 so Iehret eure Kinder: 'Israel ist hier trockenen Fußes über den Jordan gezogen', Jos 4:23 weil der Herr, euer Gott, das Jordanwasser vor euch hatte vertrocknen lassen, bis ihr hinüber waret, wie der Herr, euer Gott, mit dem Schilfmeer getan, das er vor uns vertrocknen ließ, bis wir hinüber waren, Jos 4:24 damit alle Völker der Erde einsehen, daß des Herrn Hand stark ist, und daß sie so den Herrn, euren Gott, allzeit fürchten." Jos 5:1 Sobald die Amoriterkönige alle jenseits des Jordan im Westen und alle Kanaaniter am Meere hörten, wie der Herr das Wasser des Jordan vor den Israeliten hatte vertrocknen lassen, bis sie hinüber waren, verzagte ihr Herz, und sie hatten keinen Mut mehr gegen die Israeliten. Jos 5:2 In jener Zeit gebot der Herr dem Josue: "Mach dir Steinmesser! Beschneide zum zweitenmal die Söhne Israels!" Jos 5:3 Da machte sich Josue Steinmesser und beschnitt die Israeliten wieder an der Spitze der Glieder. Jos 5:4 Dies war der Grund, weshalb Josue beschnitten hatte: Das ganze Volk, das aus Ägypten zog, die Männer, alle Kriegsleute, waren unterwegs in der Wüste gestorben nach ihrem Auszuge aus Ägypten. Jos 5:5 Denn das ganze Volk, das aus Ägypten auszog, war beschnitten gewesen. Dagegen hatte man niemand von dem Volke beschnitten, das nach dem Auszug aus Ägypten unterwegs in der Wüste geboren ward. Jos 5:6 Denn vierzig Jahre zogen die Israeliten in der Wüste umher, bis das ganze Geschlecht weggestorben war, die Kriegsleute, die aus Ägypten gezogen, aber des Herrn Weisung nicht gehorcht hatten und denen der Herr geschworen, daß er sie das Land nicht sehen lasse, das uns zu geben der Herr ihren Vätern zugeschworen, ein Land von Milch und Honig fließend. Jos 5:7 Ihre Söhne aber hatte er an ihrer Statt aufkommen lassen, und sie hatte Josue beschnitten. Denn sie waren unbeschnitten gewesen, weil man sie unterwegs nicht beschnitten hatte. Jos 5:8 Als alles Volk zu Ende beschnitten war, blieben sie an ihrer Stelle im Lager bis zu ihrer Genesung. Jos 5:9 Und der Herr sprach zu Josue: "Heute habe ich Ägyptens Schande von euch gewälzt." Daher heißt der Ort Gilgal ("Wälzer") bis auf diesen Tag. Jos 5:10 Die Israeliten lagerten im Gilgal, und sie hielten am vierzehnten Tage des Monats am Abend in Jerichos Steppe das Passah. Jos 5:11 Sie aßen am nächsten Tage nach dem Passah von den Früchten des Bodens, ungesäuerte Brote und geröstetes Korn noch am selben Tage. Jos 5:12 Am nächsten Tage aber blieb das Manna aus, als sie von den Früchten des Bodens aßen. Für die Israeliten gab es kein Manna mehr. So aßen sie in jenem Jahr von dem Ertrag des Landes Kanaan. Jos 5:13 Als aber Josue bei Jericho war, schaute er auf. Da sah er sich gegenüber einem Mann mit gezücktem Schwert in der Hand. Josue ging auf ihn zu und sprach zu ihm: "Bist du für uns oder für unsere Feinde?" Jos 5:14 Er sprach: "Nein! Ich bin der Führer der Kriegsschar des Herrn. Eigens bin ich gekommen." Da fiel Josue auf sein Antlitz zur Erde, huldigte und fragte ihn. "Was hat mein Herr seinem Sklaven zu sagen?" Jos 5:15 Da sprach der Anführer der Kriegsschar des Herrn zu Josue: "Zieh deine Schuhe aus! Denn heilig ist der Ort, worauf du stehst." Und Josue tat so. Jos 6:1 Jericho aber war eine Sperrfestung. Nun wurde es von den Israeliten eingeschlossen. Und niemand konnte aus noch ein. Jos 6:2 Da sprach der Herr zu Josue: "Jetzt gebe ich Jericho in deine Hand nebst seinem König und den Kriegern. Jos 6:3 Zieht um die Stadt, ihr Streiter all! Zieht einmal um die Stadt! So sollst du sechs Tage tun. Jos 6:4 Und sieben Priester sollen sieben Lärmhörner vor der Lade tragen! Am siebten Tage sollt ihr siebenmal um die Stadt ziehen, und die Priester sollen in die Hörner stoßen! Jos 6:5 Wenn das Lärmhorn anhaltend ertönt und wenn ihr den Hörnerschall hört, dann soll das ganze Volk ein gewaltiges Geschrei erheben! Dann stürzt die Stadtmauer in sich zusammen, und das Volk kann einziehen, jeder, wo er steht." Jos 6:6 Josue, Nuns Sohn, berief nun die Priester und sprach zu ihnen: "Tragt die Bundeslade! Sieben Priester sollen sieben Lärmhörner vor des Herrn Lade tragen!" Jos 6:7 Und sie sprachen zum Volke: "Zieht rings um die Stadt! Die Vorhut soll vor des Herrn Lade herziehen!" Jos 6:8 Es geschah, wie Josue zum Volke gesagt hatte. Die sieben Priester, die die sieben Lärmhörner vor dem Herrn trugen, zogen einher und stießen in die Hörner, und die Bundeslade des Herrn kam hinter ihnen. Jos 6:9 Die Vorhut aber ging vor den in die Hörner stoßenden Priestern, und die Nachhut ging hinter der Lade, fort und fort in die Hörner stoßend. Jos 6:10 Dem Volke aber gebot Josue: "Ihr sollt nicht lärmen und eure Stimme nicht hören lassen! Kein Laut soll aus eurem Mund kommen, bis ich euch sage: 'Schreit!' Dann erhebt das Kriegsgeschrei!" Jos 6:11 So ließ er die Lade des Herrn einmal rings um die Stadt gehen. Dann gingen sie ins Lager und nächtigten im Lager. Jos 6:12 Josue aber stand früh am Morgen auf; da nahmen die Priester die Lade des Herrn. Jos 6:13 Die sieben Priester, die Träger der sieben Lärmhörner vor des Herrn Lade, zogen hin und stießen fort und fort in die Hörner. Die Vorhut ging vor ihnen her, und die Nachhut folgte der Lade des Herrn, fort und fort in die Hörner stoßend. Jos 6:14 Sie zogen auch am zweiten Tage einmal um die Stadt und kehrten dann ins Lager zurück. So taten sie sechs Tage. Jos 6:15 Am siebten Tage aber erhoben sie sich bei Anbruch der Morgenröte und zogen nach dieser Ordnung siebenmal um die Stadt. Nur an diesem Tage umzogen sie siebenmal die Stadt. Jos 6:16 Beim siebtenmal stießen die Priester in die Hörner, und Josue rief dem Volke zu: "Macht ein Geschrei! Denn der Herr gibt die Stadt in eure Hand. Jos 6:17 Die Stadt aber und alles, was darin ist, sei dem Herrn gebannt! Nur die Wirtin Rachab soll am Leben bleiben nebst allen, die bei ihr im Hause sind! Denn sie hat die Boten versteckt, die wir gesandt. Jos 6:18 Hütet euch aber vor dem Banngut, daß ihr es nicht verschiebt und von dem Banngut nehmt! Ihr brächtet damit das Lager Israels in den Bann und stürztet es ins Unglück. Jos 6:19 Alles Silber und Gold, alles eherne und eiserne Gerät sei dem Herrn geweiht! In den Schatz des Herrn soll es kommen!" Jos 6:20 Da erhob das Volk ein Geschrei, und sie stießen in die Hörner. Als das Volk nämlich den Hörnerschall vernahm, erhob das Volk ein gewaltiges Geschrei. Da stürzte die Mauer in sich zusammen. Und das Volk zog in die Stadt, wo jeder gerade stand. So nahmen sie die Stadt ein. Jos 6:21 Und sie bannten alles in der Stadt, Mann und Weib, jung und alt, Rinder, Schafe und Esel mit des Schwertes Schärfe. Jos 6:22 Den beiden Männern aber, die die Gegend erforscht hatten, hatte Josue gesagt: "Geht in das Haus jener Wirtin und holt das Weib mit all den Seinigen von da heraus, wie ihr ihr geschworen habt!" Jos 6:23 Da gingen die jungen Männer, die Kundschafter, hin und führten Rachab, ihren Vater, ihre Mutter, ihre Brüder und all die Ihrigen heraus. Ihre ganze Sippe führten sie heraus; dann brachten sie diese außerhalb des Lagers Israels. Jos 6:24 Die Stadt aber und alles, was darin, steckten sie in Brand. Nur das Silber und Gold, die ehernen und eisernen Geräte gaben sie in den Schatz des Herrn. Jos 6:25 Die Wirtin Rachab aber, ihr Vaterhaus und all die Ihrigen hatte Josue leben lassen. Und so blieb sie unter den Israeliten bis auf diesen Tag, weil sie die Boten versteckt hatte, die Josue gesandt, Jericho auszuspähen. Jos 6:26 Zu jener Zeit aber sprach Josue den Fluch aus: "Verflucht sei vor dem Herrn der Mann, der es wagt, diese Stadt Jericho wiederaufzubauen! Auf seinen Erstgeborenen soll er sie gründen und auf seinen Jüngsten ihre Pforten setzen!" Jos 6:27 Und der Herr war mit Josue, und sein Ruf ging durch das ganze Land. Jos 7:1 Die Israeliten aber vergriffen sich am Banngut. Achan nämlich, Karmis Sohn und Zabdis Enkel und Urenkel Zerachs, vom Stamme Juda, nahm vom Banngut. Da entbrannte des Herrn Zorn über die Söhne Israels. Jos 7:2 Nun sandte Josue Männer von Jericho nach Ai bei Bet Awen östlich von Betel. Er befahl ihnen: "Geht hinauf und erkundet die Gegend!" Und die Männer gingen hinauf und erkundeten Ai. Jos 7:3 Dann kehrten sie zu Josue zurück und berichteten ihm: "Nicht das ganze Volk braucht hinaufzuziehen. Zwei- oder dreitausend Mann mögen hinziehen, Ai zu erobern. Bemühe nicht das ganze Volk dorthin! Denn ihrer sind wenige." Jos 7:4 Da zogen vom Volke an dreitausend Mann dorthin. Aber sie flohen vor Ais Leuten. Jos 7:5 Die Leute von Ai erschlugen an sechsunddreißig Mann, verfolgten sie vor dem Tore bis zu den Steinbrüchen und schlugen sie am Abhang. Da zerfloß das Herz des Volkes und ward zu Wasser. Jos 7:6 Josue aber zerriß seine Kleider und warf sich auf sein Antlitz zu Boden vor des Herrn Lade bis zum Abend, er und Israels Älteste, und sie streuten Staub auf ihr Haupt. Jos 7:7 Und Josue sprach: "Ach Herr, Herr! Warum hast Du dies Volk aber den Jordan geführt, wenn Du uns den Amoritem zur Vernichtung preisgeben willst? Wären wir lieber jenseits des Jordan geblieben! Jos 7:8 Bitte, Herr! Was soll ich sagen, nachdem Israel seinen Feinden den Rücken gezeigt? Jos 7:9 Hören dies die Kanaaniter und alle anderen Insassen des Landes, so kreisen sie uns ein und tilgen unseren Namen aus der Welt. Was willst Du für Deinen großen Namen tun?" Jos 7:10 Da sprach der Herr zu Josue: "Steh auf! Wozu liegst du auf deinem Angesicht? Jos 7:11 Gesündigt hat Israel, ja, meinen Bund übertreten, den ich ihnen auferlegt habe. Ja, genommen haben sie vom Banngut, ja, gestohlen, ja, verhehlt, ja, unter ihre Geräte getan! Jos 7:12 So können die Söhne Israels vor ihren Feinden nicht mehr standhalten. Den Rücken werden sie den Feinden zeigen, sind sie doch dem Banne verfallen. Ich werde künftig nicht mit euch sein, wenn ihr nicht den Bann aus eurer Mitte tilget. Jos 7:13 Auf! Bereite das Volk zur Reinigung! Verkünde: 'Sorgt dafür, daß ihr morgen rein seid! Denn also spricht der Herr, Gott Israels: Etwas Gebanntes ist bei dir, Israel! Du kannst vor deinen Feinden nicht mehr standhalten, bis ihr das Banngut aus eurer Mitte tilgt. Jos 7:14 Tretet morgen stammweise an! Der Stamm, den der Herr herausgreift, soll sippenweise antreten, und die Sippe, die der Herr herausgreift, familienweise! Von der Familie, die der Herr herausgreift, sollen die Männer einzeln antreten. Jos 7:15 Wer aber mit dem Gebannten getroffen wird, den soll man mit all seiner Habe verbrennen! Er hat ja den Bund des Herrn übertreten und Schändliches in Israel getan.'" Jos 7:16 Und Josue ließ am anderen Morgen früh Israel stammweise herantreten. Da wurde der Stamm Juda herausgegriffen. Jos 7:17 Darauf ließ er Judas Sippen antreten. Da wurde die Sippe der Zerachiter getroffen. Dann ließ er die Sippe der Zerachiter Mann für Mann antreten. Da ward Zabdi getroffen. Jos 7:18 Hierauf ließ er seine Familie Mann für Mann antreten. Da ward Achan, Karmis Sohn, Enkel Zabdis und Urenkel Zerachs, aus dem Stamme Juda getroffen. Jos 7:19 Da sprach Josue zu Achan: "Mein Sohn! Gib dem Herrn, dem Gott Israels, Ehre und gib ihm Lob! Sage mir, was du getan! Verhehle mir nichts." Jos 7:20 Da erwiderte Achan dem Josue und sprach: "Wahrhaftig! Ich habe gegen den Herrn, den Gott Israels, gesündigt. Das und das habe ich getan. Jos 7:21 Ich sah unter der Beute einen schönen Mantel aus Sinear, zweihundert Ring Silber und eine Goldzunge, fünfzig Ringe schwer. Mich gelüstete danach, und ich nahm sie. Sie liegen in meinem Zelt im Boden vergraben, das Silber darunter." Jos 7:22 Da sandte Josue Boten, und sie liefen in das Zelt. Wirklich war es in seinem Zelt vergraben, das Silber darunter. Jos 7:23 Sie nahmen die Sachen aus dem Zelt, brachten sie zu Josue und allen Israeliten und legten sie vor dem Herrn hin. Jos 7:24 Da nahm Josue Achan, Zerachs Sohn, das Geld, den Mantel und die Goldzunge, seine Söhne, seine Töchter, seine Rinder, Esel und Schafe, sein Zelt und all das Seine, und ganz Israel zog mit ihm, und sie brachten sie in das Tal Achor. Jos 7:25 Dort sprach Josue: "Warum hast du uns ins Unglück gebracht? Dafür bringe dich der Herr jetzt ins Unglück." Da steinigte ihn ganz Israel. Und sie verbrannten ihn und bewarfen ihn mit Steinen. Jos 7:26 Dann errichteten sie über ihm einen großen Steinhaufen, der noch heute da ist. Und der Herr ließ von seinem heftigen Zorne. Daher heißt jene Stätte Achortal ("Kummertal") bis auf diesen Tag. Jos 8:1 Da sprach der Herr zu Josue: "Sei ohne Furcht und zage nicht! Nimm alles Kriegsvolk mit dir! Auf! Zieh gegen Ai hinauf! Siehe! Ich gebe Ais König, sein Volk, seine Stadt und sein Land in deine Hand. Jos 8:2 Tu mit Ai und seinem König, wie du mit Jericho und seinem König getan! Doch dürft ihr seine Beute und sein Vieh euch aneignen. Lege der Stadt einen Hinterhalt auf ihrer Westseite!" Jos 8:3 Da erhob sich Josue mit allem Kriegsvolk, gegen Ai zu ziehen. Und Josue wählte nun dreißigtausend Mann aus, tapfere Leute, sandte sie des Nachts ab Jos 8:4 und befahl ihnen: "Seht, daß ihr euch gegen die Stadt in einen Hinterhalt legt, westlich der Stadt! Nicht zu weit von der Stadt! Seid alle bereit! Jos 8:5 Ich und alles Volk bei mir rücken gegen die Stadt. Kommen sie heraus, uns entgegen, wie zuvor, so fliehen wir vor ihnen. Jos 8:6 Ziehen sie uns nach, dann locken wir sie von der Stadt fort, weil sie denken: 'Sie fliehen vor uns, wie zuvor.' Während wir vor ihnen fliehen, Jos 8:7 sollt ihr euch aus dem Hinterhalte erheben! Dann besetzt die Stadt! Der Herr, euer Gott, gibt sie in eure Hand! Jos 8:8 Habt ihr die Stadt genommen, dann sollt ihr Feuer an die Stadt legen! So sollt ihr nach des Herrn Wort tun! Seht! Das befehle ich euch!" Jos 8:9 Und Josue schickte sie ab, und sie legten sich in den Hinterhalt zwischen Betel und Ai, westlich von Ai. Josue aber nächtigte damals unter dem Volke. Jos 8:10 Am anderen Morgen früh musterte Josue das Volk. Dann zog er mit den Ältesten Israels vor dem Volke nach Ai hinauf. Jos 8:11 Und alles Kriegsvolk bei ihm zog hinauf. So kamen sie nahe bis vor die Stadt und lagerten nördlich von Ai, das Tal zwischen ihnen und Ai. Jos 8:12 Dann nahm er an fünftausend Mann und legte sie in den Hinterhalt zwischen Betel und Ai, westlich der Stadt. Jos 8:13 Und sie stellten das Volk, das ganze Heer, in eine Höhle nördlich der Stadt und seine Nachhut westlich davon. In jener Nacht nächtigte Josue mitten in dem Talgrund. Jos 8:14 Als dies der König von Ai sah, eilten die Leute der Stadt in der Frühe wider Israel zum Kampfe, er und sein ganzes Volk zeitig gegen die Steppe zu. Er aber wußte nicht, daß ihm westlich der Stadt ein Hinterhalt drohte. Jos 8:15 Josue und ganz Israel ließen sich nun von ihnen schlagen und flohen der Wüste zu. Jos 8:16 Da ward alles Volk in der Stadt aufgeboten, sie zu verfolgen. Und sie verfolgten Josue und ließen sich von der Stadt fortlocken. Jos 8:17 Zu Ai und Betel war kein Mann mehr übriggeblieben, der nicht hinter Israel hergezogen wäre. Die Stadt aber ließen sie offen und verfolgten Israel. Jos 8:18 Da sprach der Herr zu Josue: "Recke den Speer in deiner Hand gegen Ai! Ich gebe es in deine Hand." Da reckte Josue den Speer in seiner Hand gegen die Stadt. Jos 8:19 Der Hinterhalt aber hatte sich eilends von seinem Platz erhoben, sobald er die Hand ausstreckte; dann drang er in die Stadt ein, besetzte sie und zündete eilends die Stadt an. Jos 8:20 Die Leute von Ai aber wandten sich um. Da sahen sie, wie der Rauch der Stadt zum Himmel stieg. Da hatten sie keinen Raum mehr, hierhin oder dorthin zu fliehen. Denn das zur Wüste geflohene Israel hatte sich gegen den Verfolger gewandt. Jos 8:21 Als aber Josue und ganz Israel sahen, daß der Hinterhalt die Stadt erobert hatte und daß der Rauch der Stadt aufstieg, machten sie kehrt und schlugen Ais Leute. Jos 8:22 Die anderen aber waren ihnen von der Stadt entgegengezogen. So bekam Israel sie in die Mitte, die einen vor sich, die anderen hinter sich. Und sie schlugen sie, daß von ihnen kein Entronnener und kein Flüchtling mehr übrigblieb. Jos 8:23 Den König von Ai aber ergriffen sie lebendig; dann führten sie ihn vor Josue. Jos 8:24 Und Israel erschlug alle Insassen Ais im Felde, in der Steppe, wohin sie sie verfolgt hatten. So fielen alle vollzählig durch des Schwertes Schärfe. Dann wandte sich ganz Israel gegen Ai und schlug es mit des Schwertes Schärfe. Jos 8:25 Aller, die an jenem Tage fielen, Männer und Weiber, waren es zwölftausend, sämtlich Leute von Ai. Jos 8:26 Josue aber hatte seine Hand, ausgereckt mit dem Speere, nicht eingezogen, bis er alle Bewohner Ais gebannt hatte. Jos 8:27 Nur das Vieh und die Beute dieser Stadt nahm Israel für sich, nach dem Worte des Herrn, der so dem Josue geboten hatte. Jos 8:28 Und Josue verbrannte Ai und machte es zum ewigen Schutthügel, zur Öde bis auf diesen Tag. Jos 8:29 Den König von Ai aber hängte er bis zum Abend an den Pfahl. Erst nach Sonnenuntergang ließ Josue seinen Leichnam vom Pfahl nehmen. Dann warf man ihn vor den Eingang des Stadttores und errichtete darüber einen großen Steinhaufen, bis auf den heutigen Tag. Jos 8:30 Damals baute Josue dem Herrn, Israels Gott, auf dem Berg Ebal einen Altar, Jos 8:31 wie Moses, des Herrn Diener, den Israeliten befohlen und wie es im Buche der Lehre Mosis geschrieben steht, einen Altar aus unbehauenen Steinen, über die man mit keinem Eisen gefahren. Sie brachten darauf dem Herrn Brandopfer dar und schlachteten Mahlopfer. Jos 8:32 Auf die Steine schrieb er dort eine Abschrift der Lehre Mosis, der sie den Söhnen Israels vorgeschrieben hatte. Jos 8:33 Ganz Israel mit seinen Ältesten, Amtsleuten und Richtern stand zu beiden Seiten der Lade, den levitischen Priestern gegenüber, den Trägern der Bundeslade des Herrn, Fremde und Einheimische, die eine Hälfte gegen den Berg Garizim, die andere gegen den Berg Ebal hin, wie des Herrn Diener, Moses, zur Segnung des Volkes befohlen hatte. Dies war das Erste. Jos 8:34 Hernach las er alle Worte der Lehre vor, den Segen und den Fluch, ganz wie im Buche der Lehre geschrieben steht. Jos 8:35 Kein Wort von all dem, was Moses geboten, gab es, das Josue nicht der ganzen Gemeinde Israel vorgelesen hätte, auch den Weibern, Kindern und den mit ihnen zugezogenen Fremden. Jos 9:1 Als davon alle Könige jenseits des Jordan hörten, auf dem Gebirge und in der Niederung, an der ganzen Küste des großen Meeres gegen den Libanon, die Chittiter, Amoriter, Kanaaniter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter, Jos 9:2 vereinigten sie sich, um einmütig gegen Josue und Israel zu kämpfen. Jos 9:3 Auch Gibeons Einwohner hörten, was Josue an Jericho und Ai getan. Jos 9:4 Da handelten auch sie, aber listig. Sie gingen und versahen sich mit Reisekost, nahmen aber alte Säcke auf ihre Esel und alte, zermürbte und geflickte Weinschläuche. Jos 9:5 Sie zogen auch alte geflickte Schuhe an und alte Kleider, und ihr Brot für die Reise war hart und zerkrümelt. Jos 9:6 So gingen sie zu Josue in das Lager im Gilgal und sprachen zu ihm und den Männern Israels: "Wir kommen aus fernem Lande. Schließt mit uns ein Bündnis!" Jos 9:7 Da sprachen die israelitischen Männer zu dem Anführer: "Vielleicht wohnst du in unserer Nähe? Wie könnten wir mit dir ein Bündnis schließen?" Jos 9:8 Da sprachen sie zu Josue: "Wir sind deine Sklaven." Da fragte sie Josue: "Wer seid ihr und woher kommt ihr?" Jos 9:9 Sie sprachen zu ihm: "Deine Sklaven kommen aus fernstem Lande, auf den Ruhm des Herrn, deines Gottes, hin. Denn wir haben gerüchtweise gehört von ihm und von allem, was er in Ägypten getan, Jos 9:10 und alles, was er an den beiden Amoriterkönigen jenseits des Jordan getan, an Chesbons König Sichon und an Og, dem Basankönig zu Astarot. Jos 9:11 Da sagten unsere Ältesten und unseres Landes Insassen alle zu uns: Nehmt Zehrung auf den Weg mit! Geht ihnen entgegen und sprecht zu ihnen: 'Wir sind eure Sklaven!' Und nun schließt mit uns ein Bündnis! Jos 9:12 So ist es mit unserem Brote. Noch warm haben wir es zu Hause für die Reise mitgenommen, als wir zu euch ziehen wollten. Nun ist es hart und zerkrümelt. Jos 9:13 Die Weinschläuche da sind neu gewesen, als wir sie gefüllt haben. Nun sind sie geborsten. Unsere Kleider und Schuhe da sind durch die weite Reise abgenutzt." Jos 9:14 Da beurteilten die Männer sie nach ihrer Zehrung; aber den Mund des Herrn hatten sie nicht befragt. Jos 9:15 So machte Josue mit ihnen Freundschaft und schloß mit ihnen ein Bündnis, sie leben zu lassen. Und die Fürsten der Gemeinde schwuren ihnen dies zu. Jos 9:16 Drei Tage nach Abschluß des Bündnisses aber hörte man, sie seien aus der Nähe, und zwar ganz nahe bei ihnen. Jos 9:17 Da brachen die Israeliten auf und kamen am dritten Tage zu ihren Städten. Ihre Städte waren Gibeon, Kephira, Beerot und Kirjat-Jearim. Jos 9:18 Die Israeliten aber schlugen sie nicht, weil ihnen die Fürsten der Gemeinde beim Herrn, Israels Gott, dies zugeschworen hatten. Da murrte die Gemeinde wider die Fürsten. Jos 9:19 Da sagten alle Fürsten zur Gesamtgemeinde: "Wir haben ihnen beim Herrn, Israels Gott, geschworen: somit dürfen wir sie nicht antasten. Jos 9:20 Das aber wollen wir an ihnen tun: Wir wollen ihnen das Leben schenken, damit nicht ein Zorn über uns komme wegen des Eides, den wir ihnen geschworen." Jos 9:21 Und so sprachen die Fürsten von ihnen: "Sie sollen am Leben bleiben; jedoch für die ganze Gemeinde Holzhauer und Wasserträger werden, wie ihnen die Fürsten vorgeschlagen hatten." Jos 9:22 Und Josue berief sie und sprach zu ihnen: "Warum habt ihr uns betrogen mit den Worten: 'Wir wohnen sehr weit von euch', und ihr wohnt doch in unserer Nähe? Jos 9:23 Nun seid ihr verflucht. Nicht soll es bei euch an Sklaven, Holzhauern und Wasserträgem für meines Gottes Haus mangeln!" Jos 9:24 Da antworteten sie Josue und sprachen: "Deinen Sklaven ist berichtet worden, was der Herr, dein Gott, seinem Diener Moses geboten, ihr sollet alle Insassen des Landes vor euch vertilgen, wenn er euch das ganze Land gebe. Da fürchteten wir von euch um unser Leben und taten so. Jos 9:25 Nun sind wir in deiner Hand. Tu mit uns, wie es dir gut und recht dünkt!" Jos 9:26 Da tat er mit ihnen so und schützte sie vor den Israeliten, und so haben sie sie nicht umgebracht. Jos 9:27 Damals machte sie Josue zu Holzhauern und Wasserträgern für die Gemeinde und für den Altar des Herrn, für die Stätte, die er erwählen würde, bis zu diesem Tage. Jos 10:1 Der König von Jerusalem nun, Adonisedek, hörte, daß Josue Ai erobert und es gebannt habe. Wie er Jericho und seinem König getan, so habe er auch Ai und seinem König getan, und Gibeons Einwohner hätten mit Israel Frieden geschlossen und gehörten zu ihnen. Jos 10:2 Da fürchteten sie sich sehr. Denn Gibeon war eine große Stadt wie irgendeine Reichsstadt. Sie war größer als Ai, und alle ihre Männer waren tapfere Leute. Jos 10:3 Da sandte Jerusalems König Adonisedek zu Hebrons König, Hoham, zu dem von Jarmut, Piram, zu dem von Lachis, Japhia, und zu Eglons König, Debir, und ließ sagen: Jos 10:4 "Zieht zu mir herauf und helft mir! Wir wollen Gibeon schlagen dafür, daß es mit Josue und den Israeliten Frieden geschlossen." Jos 10:5 Da taten sich die fünf Amoriterkönige zusammen und zogen heran, der König von Jerusalem, der von Hebron, der von Jarmut, der von Lachis und der von Eglon, mit ihren ganzen Heeren. Und sie lagerten gegen Gibeon und bestürmten es. Jos 10:6 Da sandten die Gibeoniter zu Josue ins Lager nach dem Gilgal und ließen sagen: "Zieh deine Hand nicht von deinen Sklaven! Komm schnell zu uns und hilf uns! Denn alle Amoriterkönige auf dem Gebirge scharen sich wider uns." Jos 10:7 Da zog Josue mit dem ganzen Kriegsvolk, lauter tapferen Männern, vom Gilgal aus. Jos 10:8 Und der Herr sprach zu Josue: "Hab keine Furcht vor ihnen! Ich gebe sie in deine Hand. Nicht einer von ihnen hält dir stand." Jos 10:9 Und Josue überfiel sie plötzlich. Denn er war die ganze Nacht vom Gilgal heraufgezogen. Jos 10:10 Und der Herr verwirrte sie vor Israel, und dieses schlug sie bei Gibeon schwer, verfolgte sie gegen die Steige von Bet Choron und schlug sie bis Azeka und Makeda. Jos 10:11 Als sie, vor Israel fliehend, auf dem Abhang von Bet Choron waren, warf der Herr auf sie große Steine vom Himmel bis nach Azeka, daß sie starben. Und durch Hagelsteine starben mehr, als die Israeliten mit dem Schwert umgebracht hatten. Jos 10:12 Damals sprach Josue zum Herrn an dem Tage, da der Herr die Amoriter den Israeliten preisgab. Er sprach in der Israeliten Gegenwart: "Sonne, steh still zu Gibeon; du Mond, im Tale Ajalon!" Jos 10:13 Und still stand der Lauf des Mondes und der Sonne, bis über seine Feinde ein Volk den Sieg gewonnen. Steht es nicht so geschrieben im Buche des Richtigen? Die Sonne stand still mitten am Himmel und eilte nicht unterzugehen, den ganzen Tag. Jos 10:14 Wie dieser Tag ist keiner zuvor noch nachher gewesen, daß der Herr der Stimme eines Menschen gefolgt hätte. Denn der Herr hatte für Israel gestritten. Jos 10:15 Dann kehrte Josue mit ganz Israel ins Lager zurück nach dem Gilgal. Jos 10:16 Jene fünf Könige aber flohen und versteckten sich in der Höhle bei Makeda. Jos 10:17 Da ward Josue gemeldet: "Die fünf Könige hat man in der Höhle bei Makeda versteckt gefunden." Jos 10:18 Da befahl Josue: "Wälzt große Steine vor den Eingang der Höhle und stellt Männer als Wache dabei auf! Jos 10:19 Ihr anderen aber bleibt nicht stehen! Verfolgt eure Feinde! Vernichtet ihre Nachhut! Laßt sie nicht in ihre Städte kommen! Denn der Herr, euer Gott, gibt sie in eure Hand." Jos 10:20 So schlugen Josue und die Israeliten sie sehr schwer bis zur Vernichtung. Einige von ihnen aber waren entkommen, und sie gelangten in die festen Städte. Jos 10:21 Das ganze Volk kehrte nun zu Josue ins Lager nach Makeda unangefochten zurück. Niemand wagte es, gegen Israel auch nur leise etwas zu sagen. Jos 10:22 Da befahl Josue: "Öffnet den Höhleneingang und bringt mir aus der Höhle jene fünf Könige!" Jos 10:23 Sie taten so und brachten ihm jene fünf Könige aus der Höhle, den König von Jerusalem, den von Hebron, den von Jarmut, den von Lachis und den von Eglon. Jos 10:24 Als man jene Könige zu Josue brachte, rief Josue alle Männer Israels herbei und sprach zu den Obersten der Kriegsleute, die mit ihm gezogen: "Kommt heran und setzt diesen Königen den Fuß auf den Nacken." Da kamen sie heran und setzten ihnen den Fuß auf den Nacken. Jos 10:25 Und Josue sprach zu ihnen: "Seid ohne Furcht und unverzagt! Seid fest und mutig! So tut der Herr mit all euren Feinden, gegen die ihr streitet." Jos 10:26 Hierauf schlug sie Josue und tötete sie. Dann hängte er sie an fünf Pfähle. Und sie hingen an den Pfählen bis zum Abend. Jos 10:27 Gegen Sonnenuntergang befahl Josue, sie von den Pfählen zu nehmen. Man warf sie in die Höhle, in der sie sich versteckt hatten. Dann legte man große Steine vor der Höhle Eingang, bis zu diesem Tage. Jos 10:28 Und Makeda eroberte Josue am gleichen Tage; er schlug es samt seinem König mit des Schwertes Schärfe. Er hatte sie gebannt und alle anderen Menschen darin. Er hatte keinen einzigen übriggelassen. Und mit Makedas König tat er so, wie er mit Jerichos König getan. Jos 10:29 Und Josue zog mit ganz Israel von Makeda nach Libna und stritt wider Libna. Jos 10:30 Der Herr gab auch dieses samt dem König in Israels Hand, und Israel schlug es mit des Schwertes Schärfe, sowie alle anderen Leute darin. Keinen einzigen hat es übriggelassen. Und mit seinem Könige tat es so, wie es mit Jerichos König getan. Jos 10:31 Und Josue zog mit ganz Israel von Libna nach Lachis, lagerte davor und stritt dawider. Jos 10:32 Und der Herr gab Lachis in Israels Hand. Es nahm es am zweiten Tage ein und schlug es mit des Schwertes Schärfe, sowie alle anderen Menschen darin, ganz so, wie es bei Libna getan. Jos 10:33 Damals zog Gezers König, Horam, heran, Lachis zu helfen. Aber Josue schlug ihn und sein Volk so, daß von ihm niemand übrigblieb, der hätte entrinnen können. Jos 10:34 Und Josue zog mit ganz Israel von Lachis nach Eglon. Sie lagerten davor und stritten dawider. Jos 10:35 Sie nahmen es am selben Tag und schlugen es mit des Schwertes Schärfe, und alle Leute darin bannten sie an jenem Tage, ganz so, wie sie bei Lachis getan. Jos 10:36 Und Josue zog mit ganz Israel von Eglon nach Hebron hinauf, und sie stritten dawider. Jos 10:37 Sie nahmen es und schlugen es mit des Schwertes Schärfe, auch den König und alle seine Städte und alle Leute darin. Keinen einzigen haben sie entkommen lassen, ganz so, wie sie bei Eglon getan. Die Stadt und alle Leute darin bannten sie. Jos 10:38 Dann wandte sich Josue mit ganz Israel gegen Debir und griff es an. Jos 10:39 Er nahm es samt seinem König und alle seine Städte. Sie schlugen sie mit des Schwertes Schärfe und bannten alle Leute darin. Keinen einzigen hatte er entkommen lassen. Wie er mit Hebron getan und wie mit Libna und seinem König, so tat er mit Debir und seinem König. Jos 10:40 So bezwang Josue das ganze Land, das Bergland, das Südland, die Niederung und das Hügelland mit all ihren Königen. Keinen hatte er entkommen lassen. Alles Lebende hatte er gebannt, wie der Herr, Israels Gott, befohlen hatte. Jos 10:41 Und Josue bezwang sie von Kades Barnea bis Gaza und das ganze Land Gosen bis Gibeon. Jos 10:42 Alle jene Könige und ihr Land nahm Josue auf einmal. Denn der Herr, Israels Gott, hatte für Israel gestritten. Jos 10:43 Hierauf kehrten Josue und ganz Israel ins Lager nach dem Gilgal zurück. Jos 11:1 Als aber Jabin, der König von Chasor, davon hörte, sandte er zu Madons König, Johab, zum König von Simron und zum König von Achsaph, Jos 11:2 sowie zu den Königen im Norden, im Bergland, in der Steppe südlich von Kinerot, in der Niederung und auf dem Höhenzug von Dor am Meere, Jos 11:3 zu den Kanaanitern im Osten und Westen, den Amoritern, Chittitern, Perizitern und Jebusitern auf dem Gebirge und zu den Chiwitern am Fuße des Hermon im Lande der Mispa ("Warte"). Jos 11:4 Sie zogen mit all ihren Heeren aus, ein starkes Volk, zahlreich wie der Sand am Meeresstrande, und mit sehr viel Rossen und Wagen. Jos 11:5 Und alle Könige kamen einhellig zusammen und lagerten insgesamt beim Wasser von Merom, wider Israel zu streiten. Jos 11:6 Aber der Herr sprach zu Josue: "Furchte dich nicht vor ihnen! Morgen um diese Zeit lege ich sie alle erschlagen vor Israel hin. Ihre Rosse sollst du lähmen und ihre Streitwagen verbrennen! - Jos 11:7 Da kam Josue mit dem ganzen Kriegsvolk unvermutet über sie beim Wasser von Merom, und sie überfielen sie. Jos 11:8 Und der Herr gab sie in Israels Hand. Sie schlugen sie und verfolgten sie bis Groß-Sidon und bis Misrephot Maim ("Kalkwerke") sowie bis in die Talebene von Mispa ("Warte") im Osten. Und sie schlugen sie. Keinen einzigen von ihnen hat er entkommen lassen. Jos 11:9 Josue tat an ihnen, wie ihm der Herr gesagt. Ihre Rosse lähmte er und verbrannte ihre Streitwagen. Jos 11:10 Dann kehrte Josue um und eroberte Chasor. Seinen König aber hatte er mit dem Schwerte geschlagen. Chasor war vordem die Vormacht aller jener Königreiche gewesen. Jos 11:11 Und sie schlugen darin alle Leute mit des Schwertes Schärfe und bannten sie. Kein Hauch war mehr übriggeblieben. Chasor selbst hatte er verbrannt. Jos 11:12 All jene Königsstädte mit all ihren Königen nahm Josue und schlug sie mit des Schwertes Schärfe, hatte er sie doch gebannt, wie es des Herrn Diener, Moses, befohlen hatte. Jos 11:13 Aber von all den Städten, die auf ihrem Hügel saßen, verbrannte Israel keine; allein Chasor hatte Josue verbrannt. Jos 11:14 Die Israeliten aber nahmen die ganze Beute aus jenen Städten und das Vieh für sich. Nur die Menschen alle hatten sie mit des Schwertes Schärfe bis zur Vernichtung geschlagen. Keinen Hauch hatten sie übriggelassen. Jos 11:15 Wie der Herr seinem Diener Moses befohlen, so hatte dieser dem Josue geboten, und so hatte Josue getan. Nichts unterließ er von allem, was der Herr dem Moses geboten. Jos 11:16 So eroberte Josue dieses ganze Land, das Bergland, das ganze Südland, das ganze Land Gosen, die Niederung und die Steppe sowie das Bergland von Israel und seine Niederung, Jos 11:17 vom kahlen Gebirge an, das gegen Seïr ansteigt, bis Baal Gad in der Libanonebene am Fuß des Hermon. Alle ihre Könige hatte er gefangen; dann schlug er sie und tötete sie. Jos 11:18 Lange Zeit führte Josue mit all jenen Königen Krieg. Jos 11:19 Keine Stadt ergab sich den Israeliten friedlich, außer die zu Gibeon wohnenden Chiwiter. Sonst hatten sie alles durch Kampf genommen. Jos 11:20 Denn vom Herrn war es gefügt worden, ihr Herz zu verstocken zum Kampfe gegen Israel, daß man sie bannte, damit ihnen keine Schonung zuteil würde, sondern Ausrottung, wie der Herr dem Moses befohlen. Jos 11:21 Damals kam Josue und vertilgte die Enakiter auf dem Gebirge, zu Hebron, Debir und Anab, auf dem ganzen Gebirge Juda und Israel. Sie und ihre Städte hatte Josue gebannt. Jos 11:22 So blieben keine Enakiter mehr im Lande der Israeliten. Nur in Gaza, Gat und Asdod blieb ihrer ein Rest. Jos 11:23 Josue nahm das ganze Land, wie es der Herr dem Moses geboten. Und Josue gab es Israel zu eigen nach ihrer Stammeseinteilung. Und das Land ruhte vom Kriege. Jos 12:1 Dies sind des Landes Könige, die die Israeliten geschlagen und deren Land sie eingenommen haben: Jenseits des Jordan im Osten vom Arnonflusse bis zum Hermongebirge und die ganze Steppe im Osten. Jos 12:2 Der Amoriterkönig Sichon, der zu Chesbon wohnte und der das Land beherrschte von Aroër am Ufer des Arnonflusses an und die Mitte des Tales sowie die eine Hälfte Gileads bis zum Jabbokfluß, die Grenze der Ammoniter, Jos 12:3 sowie die Steppe bis zum See Genesareth im Osten und bis zum Meer der Steppe, dem Salzmeer, im Osten gegen Bet Hajesimot ("Wüstenhaus") und südlich am Fuße der Zusammenflüsse des Pisga Jos 12:4 und das Uferland. Ferner der König von Basan, Og, der zu den Rephaiterresten gehörte und zu Astarot und Edreï wohnte Jos 12:5 und herrschte über das Hermongebirge, Salka und ganz Basan bis zur Grenze der Gesuriter und Maakatiter sowie über Gileads andere Hälfte bis zu dem Gebiete Sichons, des Königs von Chesbon. Jos 12:6 Des Herrn Diener, Moses, und die Israeliten hatten sie besiegt, und Moses, des Herrn Diener, hatte es den Rubeniten, Gaditen und dem Halbstamm Manasse zu eigen gegeben. Jos 12:7 Dies sind des Landes Könige, die Josue und die Israeliten jenseits des Jordan besiegt haben, westlich von Baal Gad im Libanontale bis zum glatten, gegen Seïr ansteigenden Gebirge, und das Josue den Stämmen Israels nach ihren Abteilungen zu eigen gab, Jos 12:8 auf dem Gebirge, in der Niederung, in der Steppe, an den Zusammenflüssen, in der Wüste und im Südland, das Land der Chittiter, Amoriter, Kanaaniter, Periziter, Chiwiter und Jebusiter. Jos 12:9 Ein König von Jericho, einer von Ai neben Betel, Jos 12:10 einer von Jerusalem, einer von Hebron, Jos 12:11 einer von Jarmut, einer von Lachis, Jos 12:12 einer von Eglon, einer von Gezer, Jos 12:13 einer von Debir, einer von Geder, Jos 12:14 einer von Chorma, einer von Arad, Jos 12:15 einer von Libna, einer von Adullam, Jos 12:16 einer von Makeda, einer von Betel, Jos 12:17 einer von Tappuach, einer von Chepher, Jos 12:18 einer von Aphek, einer von Saron, Jos 12:19 einer von Madon, einer von Chasor, Jos 12:20 einer von Simron Meron, einer von Achsaph, Jos 12:21 einer von Taanak, einer von Megiddo, Jos 12:22 einer von Kedes, einer von Jokneam am Karmel, Jos 12:23 einer von Dor bei Naphat Dor, einer von den Heiden im Gilgal, Jos 12:24 einer von Tirsa; zusammen 31 Könige. Jos 13:1 Als Josue alt und hochbetagt war, sprach der Herr zu ihm: "Du bist jetzt alt und hochbetagt. Noch aber bleibt ein großer Teil des Landes zu erobern. Jos 13:2 Dies ist das Gebiet, das noch fehlt: alle Philisterbezirke und das ganze Gesur. Jos 13:3 Von dem Sichor östlich von Ägypten bis zur Nordgrenze Ekrons, das zum Gebiet der Kanaaniter gerechnet wird: die fünf Fürsten der Philister, der von Gaza, der von Asdod, der von Askalon, der von Gat und der von Ekron, dazu die Awiter Jos 13:4 im Süden, das ganze Kanaaniterland und die sidonische Höhle bis Aphek und bis an die Amoritergrenze Jos 13:5 und das giblitische Land, sodann der ganze Libanon im Osten, von Baal Gad am Fuße des Hermongebirges bis ganz Chamat. Jos 13:6 Alle Gebirgsbewohner vom Libanon bis Misrephot Maim, sämtliche Sidonier. Ich selbst vertreibe sie vor den Israeliten. Verlose es an Israel zum Erbbesitz, wie ich dir befohlen habe! Jos 13:7 Verteile nun dies Land als Erbbesitz an die neun Stämme und an den Halbstamm Manasse!" Jos 13:8 Mit ihm haben die Rubeniten und Gaditen ihren Erbbesitz erhalten, den ihnen Moses jenseits des Jordan angewiesen, wie ihn des Herrn Diener, Moses, ihnen angewiesen hat: Jos 13:9 von Aroër am Ufer des Arnonflusses und von der Stadt mitten im Tale, dazu die ganze Ebene von Medeba bis Dibon Jos 13:10 sowie alle Städte des Amoriterkönigs Sichon zu Chesbon bis zur Ammonitergrenze, Jos 13:11 ferner Gilead und das Gebiet der Gesuriter und Maakatiter sowie das Hermongebirge und ganz Basan bis Salka, Jos 13:12 das ganze Königreich Ogs zu Basan, der zu Astarot und Edreï herrschte. Dieser war von den Rephaiterresten noch da. Diese besiegte Moses und vertrieb sie. Jos 13:13 Nicht vertrieben haben die Israeliten die Gesuriter und Maakatiter, und so blieben Gesur und Maakat unter Israel bis auf diesen Tag wohnen. Jos 13:14 Nur dem Levitenstamm hat er kein Erbe gegeben, weil des Herrn, des Gottes Israels, Mähler sein Erbe sind, wie er ihm verheißen hat. Jos 13:15 Und Moses gab den Sippen des Rubenitenstammes Land. Jos 13:16 Sie bekamen das Gebiet von Aroër am Ufer des Arnonflusses und die Stadt mitten im Tal, dazu die ganze Ebene bei Medeba, Jos 13:17 Chesbon und alle seine Städte in der Ebene, Dibon, Bamot Baal, Bet Baal Meoti, Jos 13:18 Jahsa, Kedemot, Mephaat, Jos 13:19 Kirjataim, Sibma, Seret Hasachar auf dem Berge der Talebene, Jos 13:20 Bet Peor, die Zusammenflüsse des Pisga, Bet Hajesimot Jos 13:21 und alle anderen Städte in der Ebene sowie das ganze Königreich des Amoriterkönigs Sichon, der zu Chesbon herrschte und das Moses besiegthat samt den Midianiterfürsten Ewi, Rekem, Sur, Chur und Reba, den im Lande ansässigen Vasallen Sidions. Jos 13:22 Auch den Wahrsager Bileam, Beors Sohn, haben die Israeliten mit dem Schwert getötet wie die anderen, die sie erschlagen hatten. Jos 13:23 Das Gebiet der Rubeniten ward der Jordan und das Uferland. Das ist der Erbbesitz der einzelnen Rubenitensippen, die Städte und ihre Dörfer. Jos 13:24 Moses begabte auch den Stamm Gad, die einzelnen Sippen der Gaditen, und zwar erhielten sie folgendes Gebiet: Jos 13:25 Jazer, alle Städte Gileads und die Hälfte des Ammoniterlandes bis Aroër östlich von Rabba, Jos 13:26 und zwar von Chesbon bis Ramat Hamispe und Betonim sowie von Machanaim bis zum Gebiet von Debir, Jos 13:27 ferner in der Talebene Bet Haram, Bet Nimra, Sukkot und Saphon, den Rest des Königreiches Sichons, des Königs von Chesbon, mit dem Jordan und dem Uferland bis zum Ende des Genesarethsees, jenseits, östlich des Jordan. Jos 13:28 Das ist der Erbbesitz der einzelnen Gaditensippen, die Städte und ihre Dörfer. Jos 13:29 Moses gab auch dem Halbstamm Manasse Land. Die einzelnen Sippen des Halbstammes Manasse erhielten folgendes Gebiet: Jos 13:30 Ihr Gebiet umfaßte von Machanaim ganz Basan, das ganze Königreich des Basankönigs Og, und sämtliche Zeltdörfer Jairs in Basan, sechzig Städte, Jos 13:31 dazu halb Gilead, sowie Astarot und Edreï, die Städte des Königreichs Og in Basan. Dies bekamen die Söhne Makirs, des Manassesohnes, und zwar die einzelnen Sippen der einen Hälfte der Makirsöhne. Jos 13:32 Das ist es, was Moses in Moabs Steppen, jenseits, östlich des Jordan bei Jericho, zu eigen gegeben hat. Jos 13:33 Dem Levitenstamm hat Moses kein Erbe gegeben; der Herr, Israels Gott, ist ihr Erbe, wie er ihnen verheißen hat. Jos 14:1 Dies ist es, was die Israeliten im Lande Kanaan zu eigen bekommen und was ihnen der Priester EIeazar, Josue, Nuns Sohn, und die Stammeshäupter der israelitischen Stämme Jos 14:2 durch das Los als ihren Erbbesitz verteilt haben, wie der Herr dem Moses für die neuneinhalb Stämme befohlen. Jos 14:3 Denn den zweieinhalb Stämmen hatte Moses jenseits des Jordan ihren Erbbesitz gegeben, den Leviten aber keinen unter ihnen. Jos 14:4 Denn die Josephsöhne waren zwei Stämme, Manasse und Ephraim. Aber den Leviten hat man im Lande kein Teil gegeben, außer Städte zum Wohnen und ihre Weidetriften für allerhand Herden. Jos 14:5 Wie der Herr dem Moses befohlen, so haben die Israeliten getan und das Land verteilt. Jos 14:6 Da traten die Judäer im Gilgal zu Josue, und der Keniziter Kaleb, Jephunnes Sohn, sprach zu ihm: "Du kennst das Wort, das der Herr zu Moses, dem Mann Gottes, meiner- und deinetwegen zu Kades Barnea gesprochen hat. Jos 14:7 Ich war vierzig Jahre alt, als des Herrn Diener, Moses, mich von Kades Barnea aussandte, das Land zu erforschen. Ich brachte ihm Bescheid, wie es mir ums Herz war. Jos 14:8 Meine Brüder aber, die mit mir hinaufgezogen, haben das Herz des Volkes verzagt gemacht. Ich aber bin hinter den Herrn, meinen Gott, getreten. Jos 14:9 An jenem Tage versprach Moses feierlich: 'Wahrlich, dir selbst und deinen Nachkommen sei das Land, das dein Fuß betritt, für immer Erbbesitz; denn du bist hinter den Herrn, meinen Gott, getreten.' Jos 14:10 Nun hat mich der Herr, wie er gesagt, volle fünfundvierzig Jahre leben lassen seit der Zeit, da der Herr dies zu Moses gesagt und da Israel in der Wüste umhergezogen. So bin ich jetzt fünfundachtzig Jahre alt. Jos 14:11 Noch immer bin ich so rüstig wie damals, als mich Moses ausgesandt hat. Meine Kraft von heute gleicht meiner Kraft von damals im Kampfe, bei Auszug und Heimkehr. Jos 14:12 So gib mir jetzt dieses Bergland, von dem der Herr an jenem Tage gesprochen! Denn du hast selbst damals gehört, daß es dort Enakiter mit großen, festen Städten gibt. Vielleicht ist der Herr mit mir, daß ich sie vertreiben kann, wie der Herr versprochen hat." Jos 14:13 Da segnete ihn Josue und gab Hebron dem Jephunnesohne Kaleb zum Erbe. Jos 14:14 Deshalb hatte der Keniziter Kaleb, Jephunnes Sohn, Hebron zum Erbe bekommen bis auf diesen Tag, weil er hinter den Herrn, den Gott Israels, getreten war. Jos 14:15 Hebron hieß vormals die Stadt des Arba; dieser war der bedeutendste Mann bei den Enakitern. Und das Land ruhte vom Kriege. Jos 15:1 Die Sippen des Judastammes erhielten ihr Los nach der Grenze Edoms hin, südwärts nach der Wüste Sin zu, im äußersten Süden. Jos 15:2 Ihre Südgrenze beginnt mit dem Ende des Salzmeeres, von der nach Süden gerichteten Zunge, Jos 15:3 und geht südlich von der Skorpionensteige hinüber nach Sin und läuft südlich von Kades Barnea aufwärts nach Chesron hinüber. Dann geht sie aufwärts nach Adar und wendet sich nach Karka. Jos 15:4 Dann geht sie nach Asmon hinüber und geht bis zum Bache Ägyptens, bis die Grenze am Meer endigt. Das sei eure Südgrenze! Jos 15:5 Die Ostgrenze ist das Salzmeer bis zur Jordanmündung. Die Nordgrenze beginnt mit der Meereszunge und der Jordanmündung. Jos 15:6 Dann läuft die Grenze aufwärts nach Bet Chogla ("Elsternhaus") und hinüber bis nördlich von Bet Haaraba ("Wüstenhaus"). Dann läuft die Grenze aufwärts zum Steine Bohans, des Rubensohnes. Jos 15:7 Dann zieht sich die Grenze aufwärts nach Debir vom Achortale her und wendet sich nördlich nach dem Gilgal, gegenüber der Steige von Adummim südlich vom Bache. Sodann läuft die Grenze hinüber nach dem Wasser der Sonnenquelle und weiter bis zur Rogelquelle ("Walkerquelle"). Jos 15:8 Sodann läuft die Grenze aufwärts ins Tal Ben Hinnom südlich vom Bergrücken der Jebusiter, das ist Jerusalems. Dann läuft die Grenze aufwärts auf den Gipfel des Berges westlich vor dem Hinnomtal und am nördlichen Ende der Rephaimebene. Jos 15:9 Vom Gipfel des Berges biegt die Grenze zur Quelle des Nephtoawassers um und geht zu den Städten des Ephrongebirges. Dann biegt die Grenze nach Baala, das ist Kirjat Jearim, um. Jos 15:10 Voll Baala wendet sich die Grenze westwärts zum Berge Seïr, läuft hinüber nördlich vom Rücken des Waldberges, das ist Kesalon ("Viehhof"), zieht sich nach Bet Semes ("Sonnenhaus") hinab und nach Timna hinüber. Jos 15:11 Dann geht die Grenze nördlich weiter bis zum Bergrücken von Ekron. Dann biegt die Grenze nach Sikron um, geht hinüber nach dem Berg von Baala und läuft weiter bis Jabneel. So endet die Grenze am Meer. Jos 15:12 Die Westgrenze ist das große Meer mit dem Küstenland. Das ist das Gebiet der Judäer ringsum nach ihren Sippen. Jos 15:13 Dem Jephunnesohn Kaleb aber gab er unter den Judäern ein Teil nach dem Befehle des Herrn an Josue, nämlich die Stadt Arbas, des Enakvaters, das ist Hebron. Jos 15:14 Und Kaleb vertrieb von da die drei Enaksöhne Sesai, Achiman und Talmai, die Sprößlinge Enaks. Jos 15:15 Von dort zog er gegen Debirs Einwohner. Debir hieß früher Kirjat Sepher. Jos 15:16 Und Kaleb versprach: "Wer Kirjat Sepher bezwingt und erobert, dem gebe ich meine Tochter Aksa zum Weibe." Jos 15:17 Und Otniel, der Sohn des Kenaz, des Bruders Kalebs, eroberte es. Da gab er ihm seine Tochter Aksa zum Weibe. Jos 15:18 Als sie hinzog, überlistete sie ihren Vater, da sie von ihm ein Feld wollte. Sie neigte sich nämlich vom Esel, so daß Kaleb sie fragte: "Was ist dir?" Jos 15:19 Sie aber sprach: "Gib mir doch eine Abschiedsgabe! Du vergibst mich ja nach dem Südlande. So gib mir Wasser!" Da gab er ihr oberirdische und unterirdische Wasserstellen. Jos 15:20 Das ist der Erbbesitz des Stammes der Judäer nach ihren Sippen: Jos 15:21 Die Städte für den Judäerstamm, alles mitgerechnet, waren gegen Edoms Grenze hin im Südland: Kabseel, Eder, Jagur, Jos 15:22 Kina, Dimona, Adada, Jos 15:23 Kedes, Chasor und Jitnan, Jos 15:24 Siph, Telem, Bealot, Jos 15:25 Chasor Chadatta ("Neuhof") und Kerijot Chesron, das ist Chazor ("Hof"), Jos 15:26 Amam, Sema, Molada, Jos 15:27 Chasar Gadda, Chesmon, Bet Pelet, Jos 15:28 Chasar Sual, Beer Seba und seine Tochterstädte, Jos 15:29 Baala Ijim, Esem, Jos 15:30 Eltolad, Kesil, Chorma, Jos 15:31 Siklag, Madmanna, Sansanna, Jos 15:32 Lebaot, Silchim, En-Rimmon ("Granatapfelquelle"), zusammen neunundzwanzig Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:33 In der Niederung: Estaol, Sora, Asna, Jos 15:34 Zanoach, En Gannim, Tapuach und Enam, Jos 15:35 Jarmut, Adullam, Soko, Azeka, Jos 15:36 Saaraim, Aditaim, Gedera und seine Gehöfte; vierzehn Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:37 Senan, Chadasa, Migdal Gad ("Gads Turm"), Jos 15:38 Dilan, Hamispe, Jokteel, Jos 15:39 Lakis, Boskat, Eglon, Jos 15:40 Kabbon, Lachmas, Kitlis, Jos 15:41 Gederot, Bet Dagon ("Dagons Tempel"), Naama und Makeda, sechzehn Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:42 Libna, Eter, Aasan, Jos 15:43 Jiphtach, Asna, Nesib, Jos 15:44 Kegila, Akzib und Maresa, neun Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:45 Ekron mit seinen Ortschaften und Dörfern. Jos 15:46 Von Ekron bis zum Meer alles, was neben Asdod und seinen Dörfern lag. Jos 15:47 Asdod mit seinen Ortschaften und Dörfern, Gaza mit seinen Ortschaften und Dörfern bis zum Bache Ägyptens. Das große Meer bildete die Grenze. Jos 15:48 Auf dem Gebirge: Sanir, Jattir, Soko, Jos 15:49 Danna, Kirjat Sanna, das ist Debir, Jos 15:50 Anab, Estemo, Anim, Jos 15:51 Gosen, Cholon, Gilo, elf Städte und ihre Dörfer. Jos 15:52 Arab, Duma, Esan, Jos 15:53 Janum, Bet Tappuach ("Apfelhaus"), Aphekal, Jos 15:54 Chumta, Kirjat Arba, das ist Hebron, und Sior, neun Städte und ihre Gehöfte. Jos 15:55 Maon, Karmel, Ziph, Juta, Jos 15:56 Jezreel, Jokneam und Zanoach, Jos 15:57 Hakain ("Schmiede"), Gibea und Timma, zehn Städte mit ihren Dörfern, Jos 15:58 Chalchul, Bet Sur ("Felsenhaus") und Gedor, Jos 15:59 Maarat, Bet Anot ("Haus des Widerhalls") und Eltekon, sechs Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:60 Kirjat Baal, das ist Kirjat Jearim, und Rabba, zwei Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:61 In der Steppe: Bet Haaraba, Middin, Sekaka, Jos 15:62 Nibsan und die Salzstadt sowie Engeddi, sechs Städte mit ihren Dörfern. Jos 15:63 Die Jebusiter, Jerusalems Bewohner, hatten die Judäer nicht vertreiben können. Und so blieben die Jebusiter mit den Judäern in Jerusalem bis auf diesen Tag beisammen. Jos 16:1 Das Los der Söhne Josephs ging vom Jordan bei Jericho an Jerichos Gewässern im Osten, gegen die Steppe zu, die von Jericho zum Gebirge Betels hinaufzieht. Jos 16:2 Dann lief die Grenze von Betel, dem alten Luz, nach dem Arkitergebiete nach Atarot hinüber, Jos 16:3 senkte sich westlich nach dem Japhletitergebiet bis zum Gebiet des unteren Bet Choron ("Höhlenhaus") und bis Gezer. Sie endigte am Meer. Jos 16:4 Auch Josephs Söhne, Manasse und Ephraim, erhielten Erbbesitz. Jos 16:5 Das Gebiet der Ephraimiten nach ihren Sippen war folgendes: Im Osten war ihres Erbbesitzes Grenze Aterot Adar bis zum oberen Bet Choron. Jos 16:6 Dann lief die Grenze bis zum Meer, im Norden nach Mikmetat. Dann wandte sich die Grenze östlich nach Taanat Silo und zog östlich von Janoach vorüber. Jos 16:7 Von Janoach lief sie nach Atarot und Naarat hinab, stieß an Jericho und endete am Jordan. Jos 16:8 Von Tappuach lief die Grenze westwärts bis zum Kanabach und endete am Meer. Das ist der Erbbesitz des Ephraimitenstammes nach seinen Sippen. Jos 16:9 Dazu die ephraimitischen Städte, die abgesondert inmitten des Erbbesitzes der Manassiten lagen, sämtliche Städte mit ihren Dörfern. Jos 16:10 Sie hatten aber die Kanaaniter zu Gezer nicht vertrieben. So blieben die Kanaaniter inmitten Ephraims bis auf diesen Tag und wurden zu dienstbaren Sklaven. Jos 17:1 Auch der Stamm Manasse bekam sein Los; denn er war Josephs Erstgeborener. Dem Erstgeborenen Manasses, Makir, dem Vater Gileads, fielen Gilead und Basan zu; denn er war ein Kriegsmann. Jos 17:2 Auch die übrigen Nachkommen Manasses erhielten nach ihren Sippen ihr Teil: die Söhne Abiezers, Cheleks, Asriels, Sekems, Chephers und Semidas. Das sind die männlichen Nachkommen Manasses, des Josephsohns, nach ihren Sippen. Jos 17:3 Selophchad, Chephers Sohn und Gileads Enkel, Urenkel des Sohnes Makirs, des Manassesohnes, hatte keine Söhne, sondern nur Töchter. Seine Töchter hießen Machla, Noa, Chogla, Milka und Tirsa. Jos 17:4 Sie traten nun vor den Priester Eleazar und vor Josue, Nuns Sohn, und vor die Fürsten mit den Worten: "Der Herr hat Moses geheißen, uns unter unseren Brüdern einen Erbbesitz zu geben." Da gab er ihnen nach des Herrn Befehl einen Erbbesitz unter ihres Vaters Brüdern. Jos 17:5 So fielen auf Manasse zehn Teile, abgesehen vom Lande Gilead und Basan, jenseits des Jordan, Jos 17:6 weil Manasses Töchter unter seinen Söhnen Erbbesitz erhalten hatten. Das Land Gilead aber fiel den anderen Manassesöhnen zu. Jos 17:7 Manasses Grenze ging von Asser nach Mikmetat östlich von Sichem. Dann lief die Grenze nach rechts zu den Insassen von En Tappuach. Jos 17:8 Die Landschaft Tappuach gehörte Manasse, Tappuach aber an Manasses Grenze den Ephraimiten. Jos 17:9 Dann lief die Grenze zum Kanabach hinab. Südlich vom Bache gehörte diese Stadt den Ephraimiten inmitten der Manassestädte. Sodann ging die Grenze Manasses nördlich vom Bach und endete am Meer. Jos 17:10 Was südwärts lag, gehörte zu Ephraim, was nordwärts, zu Manasse, und das Meer war die Grenze. Im Norden grenzten sie an Asser, im Osten an Issakar. Jos 17:11 In Issakar und Asser gehörten zu Manasse Bet Sean mit seinen Dörfern, Ibleam mit den seinigen, die Bewohner Dors mit seinen Dörfern, ebenso die von En Dor mit seinen Dörfern und die von Megiddo mit den seinigen, die drei Höhenzüge. Jos 17:12 Die Manassiten konnten aber die genannten Städte nicht erobern. So bequemten sich die Kanaaniter dazu, in dieser Gegend zu bleiben. Jos 17:13 Als aber die Israeliten erstarkten, machten sie die Kanaaniter fronpflichtig. Aber ganz vertrieben hatten sie sie nicht. Jos 17:14 Da sprachen die Josephsöhne zu Josue: "Warum hast du mir nur ein Los und ein Teil zum Erbbesitz gegeben? Und doch habe ich viele Leute, weil mich darin der Herr gesegnet hat." Jos 17:15 Josue sprach zu ihnen: "Hast du viele Leute, so steige ins Waldgebirge und rode dir dort etwas im Periziter- und Rephaiterlande! Das Gebirge Ephraim ist in eurer Nähe!" Jos 17:16 Da sprachen die Josephsöhne: "Das Gebirge reicht für uns nicht. Alle Kanaaniter aber, die in der Ebene wohnen, haben eiserne Wagen, so die zu Betsean und die in seinen Dörfern und die in der Jezreelebene wohnen." Jos 17:17 Da sprach Josue zum Josephshause, zu Ephraim und Manasse: "Du hast viel Leute und große Macht. So bleibt es für dich nicht bei einem Lose. Jos 17:18 Ein Bergland wird dir aber von Wert sein, weil es Wald ist. Wenn du ihn rodest, fallen dir seine Einkünfte zu. Du mußt aber auch den Kanaaniter vertreiben, obschon er eiserne Wagen hat und stark ist." Jos 18:1 Die ganze israelitische Gemeinde versammelte sich nun zu Silo. Und dort stellten sie das Festgezelt auf. Das Land aber lag unterworfen vor ihnen. Jos 18:2 Unter den Israeliten waren aber noch sieben Stämme übrig, die noch keinen Erbbesitz erhalten hatten. Jos 18:3 Da sprach Josue zu den Israeliten: "Wie lange zögert ihr noch, hinzugehen und das Land zu besetzen, das euch der Herr, eurer Väter Gott, gegeben? Jos 18:4 Bringet drei Männer aus jedem Stamm, so sende ich sie aus, und sie sollen sich aufmachen, das Land durchziehen und es aufschreiben nach der Größe ihres Besitzes! Dann sollen sie zu mir kommen! Jos 18:5 Hierauf sollen sie es in sieben Teile teilen! Juda behält sein Gebiet im Süden, das Josephshaus im Norden. Jos 18:6 Ihr aber zeichnet das Land in sieben Teilen auf und berichtet mir hierher! Dann werfe ich hier vor dem Herrn, unserem Gott, das Los für euch. Jos 18:7 Denn die Leviten haben kein Teil bei euch; vielmehr ist des Herrn Priestertum ihr Erbe. Gad aber und Ruben sowie der Halbstamm Manasse haben jenseits, östlich des Jordan ihren Erbbesitz erhalten, den ihnen des Herrn Diener, Moses, angewiesen hat." Jos 18:8 Da machten sich die Männer auf und gingen. Die Ausziehenden hieß Josue das Land aufzeichnen, indem er sprach: "Geht hin! Durchzieht das Land! Zeichnet es auf! Dann kommt wieder zu mir! Ich werfe dann hier vor dem Herrn zu Silo für euch das Los!" Jos 18:9 Da gingen die Männer, durchzogen das Land und zeichneten es Stadt für Stadt in sieben Teilen in ein Buch. Dann kamen sie zu Josue in das Lager nach Silo. Jos 18:10 Da warf Josue zu Silo vor dem Herrn für sie das Los. So verteilte Josue dort den Israeliten das Land nach ihren Abteilungen. Jos 18:11 Da kam das Los des Stammes der Benjaminsöhne für seine Sippen heraus. Das Gebiet ihres Loses lag zwischen den Judäern und den Josephsöhnen. Jos 18:12 Ihre Grenze ging nördlich vom Jordan aus. Dann zog sich die Grenze aufwärts zu dem Bergrücken nördlich von Jericho und weiter hinauf auf das Gebirge nach Westen zu und lief nach der Steppe von Bet Awen ("Haus der Nichtigkeit") aus. Jos 18:13 Von da ging die Grenze nach Luz hinüber, auf die Südseite des Bergrückens von Luz, das ist Betel. Dann stieg die Grenze nach Aterot Addar hinab, dann auf den Berg südlich vom unteren Bet Choron. Jos 18:14 Dann bog die Grenze um und wandte sich auf ihrer Westseite nach Süden, von dem Berg aus, der südlich von Bet Choron liegt, und endete bei Kirjat Baal, das ist die judäische Stadt Kirjat Jearim. Das ist die Westseite. Jos 18:15 Die Südgrenze lief von der Stadtgrenze Kirjat Jearims aus. Dann ging die Grenze westwärts bis zur Quelle des Nephtoachwassers. Jos 18:16 Dann lief die Grenze hinab bis ans Ende des Berges, östlich vom Ben-Hinnomstal und nördlich der Rephaimebene. Dann lief sie ins Hinnomstal hinab südlich vom Bergrücken der Jebusiter und weiter hinab zur Rogelquelle. Jos 18:17 Dann bog sie nach Norden und lief auf die Quelle von Semes ("Sonnenquelle") zu. Dann lief sie zu den Gelilot ("Steinkreise"), gegenüber der Steige von Adummim, und zog sich zum Felsen des Rubensohnes Bohan hinab Jos 18:18 und hinüber zu dem Bergrücken, nördlich der Steppe gegenüber. Dann lief sie in die Steppe hinab. Jos 18:19 Dann ging die Grenze hinüber bis nördlich vom Bergrücken von Bet Chogla ("Elsternhaus"). Die Grenze endete an der Nordspitze des Salzmeeres, am Südende des Jordan. Das ist die Südgrenze. Jos 18:20 Auf der Ostseite war der Jordan ihre Grenze. Das sind die Grenzen rings um den Erbbesitz der Benjaminitensippen. Jos 18:21 Die Städte der Sippen des Benjaminitenstammes waren: Jericho, Bet Chogla, Kesistal, Jos 18:22 Bet Haaraba ("Steppenhaus"), Semaraim, Betel, Jos 18:23 Awim, Happara ("Die Grube"), Ophra, Jos 18:24 Kephar Haammoni ("Ammoniterdorf"), Haophni ("Ophnitendorf") und Geba, zwölf Städte mit ihren Dörfern. Jos 18:25 Gibeon, Harama ("Höhe"), Beerot ("Brunnen"), Jos 18:26 Hammispe ("Die Warte"), Hakkephira ("Kleindorf"), Hammosa ("Quell"), Jos 18:27 Rekem, Irpeel, Tarala, Jos 18:28 Sela, Haeleph ("Die Sippe") und die Jebusiterstadt, das ist Jerusalem, Gibeat und Kirjat Arim, ("Waldstadt"), vierzehn Städte mit ihren Dörfern. Das ist der Erbbesitz der Benjaminitensippen. Jos 19:1 Das zweite Los kam für Simeon heraus, für die Sippen des Stammes der Simeoniten. Ihr Erbbesitz lag mitten im judäischen Erbbesitz. Jos 19:2 Sie bekamen als Erbbesitz: Beerseba, Sema, Molada, Jos 19:3 Chasar Sual ("Fuchshof"), Bala, Esem, Jos 19:4 Eltolad, Betul, Chorma, Jos 19:5 Siklag, Bet Hammarkabot ("Wagenhaus"), Chasar Susa ("Stutenhof"), Jos 19:6 Bet Lebaot ("Löwenhaus") und Saruchen, dreizehn Städte mit ihren Dörfern, Jos 19:7 Ain, Rimmon, Eter und Asan, vier Städte mit ihren Dörfern, Jos 19:8 dazu all die Dörfer rings um diese Städte bis Baalat Ber, dem Rama ("Höhe") des Südlandes. Das ist der Erbbesitz der Sippen des Stammes der Simeoniten. Jos 19:9 Aus dem judäischen Anteil stammte der Erbbesitz der Simeoniten. Denn das Teil der Judäer war für diese zu groß. So bekamen die Simeoniten ihr Land mitten in deren Erbbesitz. Jos 19:10 Das dritte Los kam für die Zabuloniten heraus für ihre Sippen. Ihres Erbbesitzes Bereich erstreckte sich bis Sarid. Jos 19:11 Nach Westen ging ihre Grenze aufwärts nach Marela, berührte Dabbeset und stieß an den Bach östlich von Jokneam. Jos 19:12 Nach Osten, nach Sonnenaufgang, wandte sie sich von Sarid nach dem Gebiet von Kislot Tabor, lief nach Haddaberat ("Triften") und stieg nach Japhia. Jos 19:13 Von da ging sie nach Osten gegen Sonnenaufgang hinüber nach Gat Chepher, Et Kasin, lief nach Rimmon und bog nach Hannea ("Siedlung") um. Jos 19:14 Dann wandte sich die Grenze herum auf der Nordseite von Chanaton und endete im Tal von Iphtach El. Jos 19:15 Kattat, Naphalal, Simron, Idala und Bethlehem, zwölf Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:16 Das ist der Erbbesitz der Zabulonitensippen: diese Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:17 Für Issakar kam das vierte Los heraus, für die Issakaritensippen. Jos 19:18 Ihr Gebiet erstreckte sich über Jezreel, Hakkesullot ("Viehhöfe"), Sunem, Jos 19:19 Chapharaini, Sion, Anacharat, Jos 19:20 Harrabbit ("Großdorf"), Kisjon, Ebes, Jos 19:21 Reemer, En Gannim ("Gartenquell"), En Chadda ("Freudenquell") und Bet Passes ("Verteilungshaus"). Jos 19:22 Die Grenze berührte Tabor, Sachasima und Bet Semes. Ihre Grenze endete am Jordan; sechzehn Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:23 Das ist der Erbbesitz der Sippen des Issakaritenstammes, die Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:24 Das fünfte Los kam für die Sippen des Asseritenstammes heraus. Jos 19:25 Ihr Gebiet erstreckte sich über Chelkat, Chali, Beten, Aksaph, Jos 19:26 Allammelek, Amad und Misal. Es stieß an den Karmel am Meer und an den Sichor von Libna. Jos 19:27 Dann wandte es sich gen Sonnenaufgang nach Bet Dagon, berührte Zabulon und das Tal Iphtach El im Norden, Bet Haemek ("Talhaus") und Negiel und ging nordwärts nach Kabul, Jos 19:28 Ebron, Rechob, Chammon und Kana bis zum großen Sidon. Jos 19:29 Dann wandte sich die Grenze zurück nach Harannt ("Höhe") und bis zur festen Stadt Tyrus. Dann wandte sich die Grenze nach Chos und endete am Meer, Machaleb, Akzib, Jos 19:30 Akko, Aphek und Rechebot, zweiundzwanzig Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:31 Das ist der Erbbesitz der Sippen des Asseritenstammes: diese Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:32 Für die Naphtaliten kam das sechste Los heraus, für die Naphtalitensippen. Jos 19:33 Ihre Grenze lief von Cheleph, von der Eiche bei Saanannim, Adami, Hannekeb ("Hohlweg") und Jabneel bis Lakkum und endete am Jordan. Jos 19:34 Dann wandte sich die Grenze westwärts nach Aznot Tabor, lief von da nach Chukkok, stieß im Süden an Zabulon, nach Westen an Asser, nach Osten in Juda an den Jordan. Jos 19:35 Feste Städte waren Hassidim, Ser, Chammat, Rakkat, Kinneret, Jos 19:36 Adma, Harama ("Höhe"), Chasor, Jos 19:37 Kedes, Edreï, En Chasor, Jos 19:38 Ireon, Migdal El ("Gottesturm"), Chorem, Bet Anat ("Anathaus") und Bet Semes ("Sonnenhaus"), neunzehn Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:39 Das ist der Erbbesitz der Sippen des Naphtalitenstammes: die Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:40 Für die Sippen des Danitenstammes kam das siebente Los heraus. Jos 19:41 Der Bereich ihres Erbbesitzes erstreckte sich über Sora, Estaol, Ir Semes ("Sonnenstadt"), Jos 19:42 Saalabin, Ajjalon, Itla, Jos 19:43 Elon, Timnat, Ekron, Jos 19:44 Elteke, Gibbeton, Baalat, Jos 19:45 Jehud, Bene Berak, Gat Rimmon, Jos 19:46 Me Hajjarkon ("Gelbwasser") und Harakkon ("Gestade") samt der Küste bei Joppe. Jos 19:47 Das Gebiet der Daniten aber ging ihnen verloren. So zogen die Daniten hinauf und kämpften gegen Lesem, eroberten es und schlugen es mit des Schwertes Schärfe. Sie besetzten es, siedelten darin und nannten es Lesem Dan nach ihres Ahnherrn Dan Namen. Jos 19:48 Das ist der Erbbesitz der Sippen des Danitenstammes: diese Städte mit ihren Dörfern. Jos 19:49 So beendeten sie die Verteilung des Landes nach seiner Ausdehnung. Die Israeliten aber gaben in ihrer Mitte dem Sohne Nuns, Josue, einen Erbbesitz. Jos 19:50 Nach des Herrn Geheiß hatten sie ihm die Stadt gegeben, die er erbeten hatte. Timnat Zerach auf dem Gebirge Ephraim. Er befestigte die Stadt und siedelte darin. Jos 19:51 Dies sind die Erbteile, die der Priester Eleazar und Nuns Sohn, Josue, mit den Stammhäuptern der israelitischen Männer zu Silo verlost haben vor dem Herrn an des Festgezeltes Pforte. So beendigten sie des Landes Verteilung. Jos 20:1 Und der Herr redete also mit Josue: Jos 20:2 "Sprich zu den Söhnen Israels: Bestimmt euch die Zufluchtsstädte, von denen ich durch Moses zu euch gesagt habe, Jos 20:3 daß ein Totschläger, der unvorsätzlich, unversehens einen Menschen totschlug, dorthin fliehe! Sie seien euch Zuflucht vor dem Bluträcher! Jos 20:4 Er (der Totschläger) fliehe in eine dieser Städte, trete an des Stadttores Eingang und berichte seine Sache den Ältesten der Stadt! Dann sollen sie ihn zu sich in die Stadt nehmen und ihm einen Platz anweisen, und er bleibe bei ihnen! Jos 20:5 Verfolgt ihn der Bluträcher, so dürfen sie ihm den Totschläger nicht ausliefern, weil er seinen Nächsten unwissentlich getötet und ihn nicht von früher her gehaßt hat. Jos 20:6 Er bleibe in dieser Stadt, bis er vor der Gemeinde zum Gerichte gestanden, bis zum Tode des jeweiligen Hohenpriesters! Dann soll der Totschläger heimkehren; er gehe in seine Stadt und sein Haus, in die Stadt, aus der er geflohen ist.'" Jos 20:7 Da bestimmten sie Kedes in Galiläa auf dem Gebirge Naphtali, auf dem Gebirge Ephraim Sichern und Kirjat Arba, das ist Hebron auf dem Gebirge Juda. Jos 20:8 Jenseits des Jordan bei Jericho im Osten bestellten sie Beser in der Steppe, auf der Hochebene vom Stamme Ruben, Ramot in Gilead vom Stamme Gad und Golan in Basan vom Stamme Manasse. Jos 20:9 Dies waren die Freistädte für alle Israeliten und die Fremdlinge unter ihnen, daß dorthin alle fliehen sollten, die einen Menschen unvorsätzlich töteten, damit sie nicht durch einen Bluträcher stürben, bevor sie vor der Gemeinde gestanden hätten. Jos 21:1 Nun traten die Familienoberhäupter der Leviten zu dem Priester Eleazar und zu Josue, Nuns Sohn, sowie zu den Stammhäuptern der israelitischen Stämme Jos 21:2 und sprachen zu ihnen in Silo im Lande Kanaan: "Der Herr hat durch Moses befohlen, uns Städte zu Siedlungen und ihre Weiden für unser Vieh zu geben." Jos 21:3 Da gaben die Israeliten auf des Herrn Befehl von ihrem Erbbesitz den Leviten folgende Städte mit ihren Weiden: Jos 21:4 Das Los fiel auf die Kehatitensippen, und so erhielten bei den Leviten die Söhne des Priesters Aaron vom Judastamme, vom Simeonitenstamme und vom Stamme Benjamin durch das Los dreizehn Städte. Jos 21:5 Die anderen Kehatiten aber erhielten von den Sippen des Ephraimstammes, dem Stamme Dan und von dem Halbstamme Manasse durch das Los zehn Städte. Jos 21:6 Die Gersoniten erhielten von den Sippen des Issakarstammes, vom Asserstamme, vom Stamme Naphtali und vom Halbstamme Manasse in Basan durch Los dreizehn Städte. Jos 21:7 Die Sippen der Merariten erhielten vom Stamme Ruben, vom Stamme Gad und vom Zabulonstamme zwölf Städte. Jos 21:8 Und die Israeliten übergaben den Leviten diese Städte samt ihren Weiden durch das Los, wie der Herr durch Moses befohlen hatte. Jos 21:9 Vom Stamme der Judasöhne und der Simeoniten trat man diese Städte ab, die man jetzt mit Namen nennt. Jos 21:10 Von den Sippen der Kehatiter unter Levis Söhnen bekamen die Aaronsöhne, weil auf sie zuerst das Los fiel, Jos 21:11 die Stadt Arbas, des Vaters Enaks, das ist Hebron, auf dem Gebirge Juda samt ihren Weiden ringsum. Jos 21:12 Die Markung der Stadt mit ihren Dörfern aber hatte man Kaleb, Jephunnes Sohn, zu seinem Erbbesitze gegeben. Jos 21:13 Den Söhnen des Priesters Aaron hatte man Hebron gegeben, die Zufluchtsstadt der Totschläger, samt ihren Weiden, ebenso Libna, Jos 21:14 Jattir, Estemona, Jos 21:15 Cholon, Debir, Jos 21:16 Ajin, Juta, Bet Semes je mit ihren Weiden, neun Städte von seiten jener beiden Stämme. Jos 21:17 Und vom Stamme Benjamin Gibeon samt seinen Weiden, ebenso Geba, Jos 21:18 Anatot und Almon, vier Städte. Jos 21:19 Somit bekamen die Söhne des Priesters Aaron insgesamt dreizehn Städte mit ihren Weiden. Jos 21:20 Den Sippen der übrigen levitischen Kehatsöhne wurden ihre Losstädte vom Stamm Ephraim abgetreten. Jos 21:21 Man gab ihnen Sichem als Zufluchtsstadt der Totschläger, mit ihren Weiden auf dem Gebirge Ephraim, ebenso Gezer, Jos 21:22 Kibsaim und Bet Choron je mit ihren Weiden, vier Städte. Jos 21:23 Vom Stamme Dan Elteke, Gibbeton, Jos 21:24 Ajjalon und Gat Rimmon je mit ihren Weiden, vier Städte. Jos 21:25 Vom Halbstamme Manasse Taanak und Gat Rimmon mit je ihren Weiden, zwei Städte. Jos 21:26 Somit bekamen die Sippen der übrigen Kehatsöhne insgesamt zehn Städte Mit ihren Weiden. Jos 21:27 Die Gersoniten unter den Levitensippen bekamen vom Halbstamme Manasse Golan als Zufluchtsstadt der Totschläger, in Basan und Astarot, je mit ihren Weiden, zwei Städte. Jos 21:28 Vom Issakarstamme Kisjon, Daberat, Jos 21:29 Jarmut und En Gannim je mit ihren Weiden, vier Städte. Jos 21:30 Vom Asserstamme Misal, Abdon Jos 21:31 Chelkat und Rechob je mit ihren Weiden, vier Städte. Jos 21:32 Vom Naphtalistamme Kedes als Zufluchtsstadt der Totschläger in Galiläa, Chammot Dor und Kartan je mit ihren Weiden, drei Städte. Jos 21:33 Somit bekamen die Gersonitensippen insgesamt dreizehn Städte mit ihren Weiden. Jos 21:34 Die übrigen levitischen Meraritensippen bekamen vom Zabulonstamme Jokneam, Karta, Jos 21:35 Dimna und Nahalal mit ihren Weiden, vier Städte. Jos 21:36 Vom Rubenstamme Beser, Jahsa, Jos 21:37 Kedemot und Mephaat je mit ihren Weiden, vier Städte. Jos 21:38 Vom Stamme Gad Ramot als Zufluchtsstadt der Totschläger in Gilead, Machanaim, Jos 21:39 Chesbon und Jazer je mit ihren Weiden, insgesamt vier Städte. Jos 21:40 So bekamen die von den Levitensippen übrigen Meraritensippen als ihr Los zwölf Städte. Jos 21:41 Es waren also achtundvierzig Städte samt ihren Weiden inmitten des israelitischen Erbbesitzes Levitenstädte. Jos 21:42 Diese Städte bestanden jedesmal aus einer Stadt und ihrer Weide ringsum. So war es bei all diesen Städten. Jos 21:43 So gab der Herr Israel das ganze Land, das zu geben ihren Vätern er zugeschworen. Sie besetzten es und siedelten darin. Jos 21:44 Und der Herr gab ihnen ringsum Ruhe, wie er ihren Vätern geschworen hatte. Von all ihren Feinden hatte keiner gegen sie standgehalten. Der Herr hatte all ihre Feinde in ihre Hand gegeben. Jos 21:45 Von all den Verheißungen, die der Herr dem Haus Israel gegeben, war keine ausgeblieben. Alle waren in Erfüllung gegangen. Jos 22:1 Damals berief Josue die Rubeniten, die Gaditen und den Halbstamm Manasse Jos 22:2 und sprach zu ihnen: "Ihr habt alles befolgt, was euch des Herrn Diener, Moses, befohlen hat. Ihr gehorchtet meiner Stimme in allem, was ich euch geheißen. Jos 22:3 Ihr habt eure Brüder diese lange Zeit hindurch nicht verlassen. Bis auf diesen Tag beobachtet ihr treulich die gebieterische Verpflichtung des Herrn, eures Gottes. Jos 22:4 Nun hat der Herr, euer Gott, euren Brüdern Ruhe verliehen, wie er ihnen verheißen hat. Kehrt nun heim, dahin, wo euer Erbbesitz liegt, den euch des Herrn Diener, Moses, jenseits des Jordan gegeben! Jos 22:5 Nur seid bemüht, das Gebot und die Weisung zu tun, die euch des Herrn Diener, Moses, gegeben. Ihr sollt den Herrn, euren Gott, lieben, immer auf seinen Wegen wandeln, seine Gebote befolgen, ihm anhangen und ihm von ganzem Herzen und aus ganzer Seele dienen!" Jos 22:6 Und Josue segnete und entließ sie. So kehrten sie heim. Jos 22:7 Der einen Hälfte des Manassestammes aber hatte Moses Besitz in Basan gegeben, der anderen Hälfte aber Josue bei ihren Brüdern westlich des Jordan. Auch sie hatte Josue mit Segenswünschen zu ihren Zelten entlassen. Jos 22:8 Er sprach zu ihnen: "Kehrt mit viel Schätzen zu euren Zelten zurück, mit sehr viel Herden, mit Silber und Gold, Kupfer und Eisen und Gewändern in großer Menge! Teilet die Beute eurer Feinde mit euren Brüdern!" Jos 22:9 So kehrten die Rubeniten heim, die Gaditen und der Halbstamm Manasse, und zogen von den Israeliten weg aus Silo im Lande Kanaan. Sie wollten in das Gileadland ziehen, in ihr Erbbesitzland, wo sie nach dem Befehl des Herrn an Moses angesiedelt waren. Jos 22:10 So kamen sie am Jordan zu den Steinkreisen, die im Lande Kanaan waren. Da bauten dort die Rubeniten, Gaditen und der Halbstamm Manasse am Jordan einen weithin sichtbaren Altar. Jos 22:11 Da hörten die Israeliten die Kunde, die Rubeniten, Gaditen und der Halbstamm Manasse hätten den Altar gebaut gegenüber dem Lande Kanaan an den Steinkreisen des Jordan jenseits der Söhne Israels. Jos 22:12 Als die Israeliten dies hörten, versammelte sich die israelitische Gesamtgemeinde zu Silo, jene zu bekriegen. Jos 22:13 Und die Israeliten sandten an die Rubeniten, Gaditen und den Halbstamm Manasse in das Land Gilead den Sohn des Priesters Eleazar, Pinechas, Jos 22:14 nebst zehn Fürsten, je einen aus jedem Stamme Israels. Jeder war ein Oberhaupt israelitischer Stammesfamilien. Jos 22:15 So kamen sie zu den Rubeniten, Gaditen und dem Halbstamm Manasse ins Land Gilead und sprachen zu ihnen: Jos 22:16 "So spricht die ganze Gemeinde des Herrn: 'Was bedeutet diese Untreue, die ihr am Gott Israels tut, euch heute vom Herrn abzuwenden, euch heute einen Altar zu bauen und so euch gegen den Herrn zu empören? Jos 22:17 Ist uns der Peorfrevel zu gering? Davon haben wir uns bis heute noch nicht gereinigt, und deshalb kam über die Gemeinde des Herrn die Plage. Jos 22:18 Und ihr wendet euch heute vom Herrn ab? So ist es: Heute empört ihr euch gegen den Herrn, und Morgen entlädt sich sein Zorn über die ganze Gemeinde Israels. Jos 22:19 Ist aber euer Erbbesitzland unrein, dann zieht in das Erbbesitzland des Herrn hinüber, wo des Herrn Wohnung aufgeschlagen ist, und laßt euch bei uns nieder! Doch empört euch nicht gegen den Herrn! Aber auch uns verwickelt nicht in eure Empörung, wenn ihr außer dem Altar des Herrn, unseres Gottes, noch einen anderen bauet! Jos 22:20 Ist nicht über die ganze Gemeinde ein Zorn gekommen, als sich Akan, Zerachs Sohn, am Banngut vergriffen hatte, und doch war er nur ein einzelner? Hat er nicht seiner Sünde wegen sterben müssen?'" Jos 22:21 Da sprachen die Rubeniten, Gaditen und der Halbstamm Manasse zu den Stammeshäuptern Israels: Jos 22:22 "Beim Gott der Götter, dem Herrn! Der Götter Gott, der Herr, weiß es, und Israel selbst wisse es! Geschah es in Untreue und Empörung, dann hilf uns heute nicht! Jos 22:23 Bauten wir einen Altar, um vom Herrn abzufallen und um darauf Brand- und Speiseopfer zu opfern und um darauf Mahlopfer zu machen, dann soll es der Herr selbst ahnden! Jos 22:24 Ob wir dies nicht aus Sorge vor etwas getan? Wir dachten nämlich, eure Söhne könnten später zu unseren Söhnen sprechen: 'Was geht euch der Herr, Israels Gott, an? Jos 22:25 Hat doch der Herr den Jordan zur Grenze zwischen uns und euch gesetzt, ihr Rubeniten und Gaditen. Ihr habt am Herrn kein Teil.' So könnten eure Söhne die unsrigen so weit bringen, daß sie nicht mehr den Herrn fürchten. Jos 22:26 Darum sagten wir: 'Wir wollen uns durch den Bau des Altares vorsehen. Nicht für Brand- und Schlachtopfer, Jos 22:27 sondern zum Zeugen sei er uns und euch und unseren Nachkommen, daß wir vor ihm den Dienst des Herrn tun wollen durch unsere Brand-, Schlacht- und Dankopfer, und daß künftig nicht eure Söhne zu den unsrigen sprechen: "Ihr habt kein Teil am Herrn."' Jos 22:28 Wir sagten: 'Sollten sie künftig so zu uns oder unseren Nachkommen sprechen, dann sagen wir: "Schaut die Bauart des Herrnaltares, den unsere Väter gebaut! Gemacht nicht für Brandopfer noch für Schlachtopfer, sondern nur zum Zeugen für uns und euch." Jos 22:29 Ferne sei es uns, gegen den Herrn uns zu empören und heute vom Herrn abzufallen und für Brand-, Speise- und Schlachtopfer vor seiner Wohnung noch einen anderen Altar zu bauen, außer des Herrn, unseres Gottes, Altar.'" Jos 22:30 Als der Priester Pinechas und die Fürsten der Gemeinde, die Häupter der israelitischen Stämme bei ihm, die Worte hörten, die die Rubeniten, Gaditen und Manassiten redeten, gefiel es ihnen. Jos 22:31 Und Pinechas, der Sohn des Priesters Eleazar, sprach zu den Rubeniten, Gaditen und Manassiten: "Heute erfahren wir, daß der Herr in unserer Mitte weilt, weil ihr keine Untreue gegen den Herrn getan. Damit habt ihr die Israeliten vor der Hand des Herrn bewahrt." Jos 22:32 Dann kehrten Pinechas, der Sohn des Priesters Eleazar, und die Fürsten aus dem Lande Gilead von den Rubeniten und Gaditen ins Land Kanaan zu den Israeliten zurück und brachten ihnen Bescheid. Jos 22:33 Und die Sache gefiel den Israeliten. Da priesen die Israeliten Gott und dachten nicht mehr daran, sie zu bekriegen und das Land, in dem die Rubeniten und Gaditen saßen, zu verwüsten. Jos 22:34 Die Rubeniten und Gaditen aber rühmten von dem Altar: "Er ist unter uns Zeuge, daß der Herr Gott ist." Jos 23:1 Geraume Zeit, nachdem der Herr Israel vor all seinen Feinden ringsum Ruhe verschafft und Josue alt und hochbetagt geworden, Jos 23:2 berief Josue ganz Israel, seine Ältesten, Häupter, Richter und Amtleute und sprach zu ihnen: "Ich bin alt und hochbetagt. Jos 23:3 Ihr habt alles selbst geschaut, was der Herr, euer Gott, all diesen Völkern euretwegen getan. Denn der Herr, euer Gott, hat selbst für euch gestritten. Jos 23:4 Seht, ich überweise euch diese übriggebliebenen Heidenvölker durchs Los zum Eigentum für eure Stämme, vom Jordan an bis zum großen Meer im Westen, wie all die Heiden, die ich schon ausgerottet habe. Jos 23:5 Der Herr, euer Gott, selbst verjagt sie vor euch und vertreibt sie vor euch, daß ihr ihr Land besetzet, wie euch der Herr, euer Gott, verheißen. Jos 23:6 So tut euer Möglichstes, zu beachten und zu tun alles, was im Buch der Lehre Mosis geschrieben steht, ohne davon nach rechts oder links zu weichen! Jos 23:7 Geratet nicht unter diese Heidenvölker, die bei euch übrig sind! Die Namen ihrer Götter sollt ihr nicht in den Mund nehmen und nicht bei ihnen schwören! Ihr sollt ihnen nicht dienen und euch nicht davor niederwerfen! Jos 23:8 Dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr anhangen, wie ihr es bis heute getan! Jos 23:9 Deshalb vertrieb der Herr vor euch große und starke Heidenvölker, und niemand hielt bis heute vor euch stand. Jos 23:10 Ein Mann von euch jagt tausend vor sich her. Denn der Herr, euer Gott, streitet selbst für euch nach seiner Verheißung. Jos 23:11 So gebt sorgfältig acht - gilt's doch euer Leben! -, daß ihr den Herrn, euren Gott, liebet! Jos 23:12 Denn tut ihr anders und haltet ihr es mit dem Reste dieser Heidenvölker, die bei euch übrig sind, und verschwägert und vermischt ihr euch gegenseitig, Jos 23:13 dann wisset, daß der Herr, euer Gott, diese Heidenvölker nicht mehr vor euch vertreiben wird! Sie werden euch dann zur Schlinge und zum Fallstrick, zu Geißeln in euren Seiten und zu Stacheln für eure Augen, bis ihr verdrängt seid aus diesem schönen Lande, das euch der Herr, euer Gott, gibt. Jos 23:14 Ich gehe dieser Tage den Weg alles Irdischen. Dann seid von ganzem Herzen und aus ganzer Seele euch bewußt, daß von all den Verheißungen, die der Herr euch gegeben, keine seinerseits ausgeblieben ist! Alle sind für euch in Erfüllung gegangen. Keine davon ist ausgeblieben! Jos 23:15 Aber wie sich alle Verheißungen erfüllt haben, die der Herr, euer Gott, euch gegeben, so wird der Herr auch alle Drohungen an euch erfüllen, bis er euch aus diesem schönen Land verdrängt hat, das euch der Herr, euer Gott, gegeben. Jos 23:16 Übertretet ihr den Bund, den der Herr, euer Gott, euch geboten, und geht ihr hin, falschen Göttern zu dienen und euch vor ihnen hinzuwerfen, so wird des Herrn Zorn gegen euch entbrennen, und ihr werdet rasch aus dem schönen Land verdrängt, das er euch gegeben hat." Jos 24:1 Josue versammelte nun alle Stämme Israels nach Sichem. Er berief dazu die Ältesten Israels sowie ihre Oberhäupter, Richter und Amtleute, und sie stellten sich vor Gott auf. Jos 24:2 Da sprach Josue zum ganzen Volke: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'In grauer Vorzeit haben eure Ahnen in dem Lande jenseits des Stromes gewohnt, der Vater Abrahams und Nachors, Terach, und sie dienten anderen Göttern. Jos 24:3 Da wählte ich mir euren Ahnherrn Abraham aus dem Gebiete jenseits des Stromes und führte ihn im ganzen Lande Kanaan umher, vermehrte seinen Stamm und gab ihm Isaak. Jos 24:4 Und Isaak schenkte ich Jakob und Esau, und Esau gab ich das Gebirge von Seïr zu eigen. Doch Jakob zog mit seinen Söhnen nach Ägypten. Jos 24:5 Da sandte ich Moses und Aaron. Und ich schlug Ägypten durch das, was ich darin getan. Dann habe ich euch weggeführt. Jos 24:6 Ich führte eure Väter aus Ägypten. Und so kamet ihr an das Meer. Die Ägypter aber verfolgten eure Väter mit Wagen und mit Reitern bis an das Schilfmeer. Jos 24:7 Da riefen sie zum Herrn. Er aber setzte zwischen euch und die Ägypter tiefe Finsternis und brachte über sie das Meer, daß es sie bedeckte. Und eure Augen sahen, was ich Ägypten getan. Dann weiltet ihr in der Wüste lange Zeit. Jos 24:8 Hierauf brachte ich euch in das Land der Amoriter, jenseits des Jordan, und diese kämpften gegen euch. Ich aber gab sie in eure Hand. So nahmt ihr ihr Land weg, und ich tilgte sie vor euch. Jos 24:9 Dann trat Balak auf, des Sippors Sohn und Moabs König, und stritt mit Israel. Er sandte hin und ließ Bileam, des Beor Sohn, rufen, euch zu verfluchen. Jos 24:10 Ich aber wollte nicht auf Bileam hören. So gab er euch den Segen, und ich befreite euch aus seiner Hand. Jos 24:11 Dann überschrittet ihr den Jordan und kamt nach Jericho. Da kämpften mit euch die Bürger Jerichos, die Amoriter, Periziter, Kanaaniter, Chittiter und Girgasiter, Chiwiter und Jebusiter. Und ich gab sie in eure Hand. Jos 24:12 Ich sandte vor euch die Hornissen her. Sie vertrieben sie vor euch, zwei Könige der Amoriter, nicht durch dein Schwert und nicht durch deinen Bogen. Jos 24:13 Ich gab euch ein Land, um das du dich nicht bemüht, und Städte, die ihr nicht gebaut, und ihr siedeltet darin. Weinberge und Olivengärten, die ihr nicht gepflanzt, genießet ihr. Jos 24:14 So fürchtet den Herrn und dient ihm aufrichtig und treu! Schafft die Götter ab, denen eure Vorfahren jenseits des Stromes und in Ägypten gedient! Dient dem Herrn! Jos 24:15 Mißfällt es euch aber, dem Herrn zu dienen, so wählt für euch heute, wem ihr dienen wollt, ob den Göttern, denen eure Ahnen jenseits des Stromes gedient, oder den Göttern der Amoriter, in deren Land ihr wohnt! Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen.'" Jos 24:16 Da antwortete das Volk und sprach: "Ferne sei es uns, den Herrn zu verlassen und anderen Göttern zu dienen! Jos 24:17 Denn der Herr ist unser Gott. Er hat uns und unsere Väter aus Ägypten, wo wir Sklaven waren, hergeführt und vor unseren Augen diese großen Wunder getan und uns überall behütet auf dem Weg, den wir gegangen, und unter all den Völkern, durch die wir mitten durchgezogen. Jos 24:18 So vertrieb der Herr vor uns alle Völker, auch die Amoriter, des Landes Insassen. Auch wir wollen dem Herrn dienen. Denn er ist unser Gott." Jos 24:19 Josue sprach zum Volke: "Ihr könnt dem Herrn nicht dienen. Denn er ist ein heiliger Gott. Er ist ein eifersüchtiger Gott. Er vergibt euch nicht euren Frevel und eure Sünden. Jos 24:20 Verlasset ihr den Herrn und dienet ihr ausländischen Göttern, so wird er anders werden. Er tut euch dann Übles und reibt euch auf, nachdem er euch wohlgetan." Jos 24:21 Und das Volk sprach zu Josue: "Nein! Wir wollen doch dem Herrn dienen." Jos 24:22 Da sprach Josue zum Volk: "Ihr seid Zeugen wider euch selbst, daß ihr euch für den Dienst des Herrn entschieden habt." Sie sprachen: "Jawohl!" Jos 24:23 "So schafft nun die ausländischen Götter bei euch weg und neigt euer Herz dem Herrn, dem Gott Israels, zu!" Jos 24:24 Und das Volk sprach zu Josue: "Dem Herrn, unserem Gott, wollen wir dienen und auf seine Stimme hören." Jos 24:25 Da schloß Josue an jenem Tage einen Bund mit dem Volke und gab ihm zu Sichem Satzung und Recht. Jos 24:26 Und Josue schrieb dies in das Buch der Lehre Gottes. Dann nahm er einen großen Stein und stellte ihn dort unter die Eiche im Heiligtum des Herrn. Jos 24:27 Josue aber sprach zum ganzen Volke: "Wohlan, dieser Stein sei Zeuge wider uns! Denn er hat all die Worte angehört, die der Herr mit uns gesprochen hat. Darum sei er Zeuge gegen euch, daß ihr euren Gott nicht verleugnet!" Jos 24:28 Dann entließ Josue das Volk, jeden in sein Besitztum. Jos 24:29 Hernach starb Josue, Nuns Sohn, des Herrn Diener, hundertzehn Jahre alt. Jos 24:30 Sie begruben ihn im Bereiche seines Erbes zu Timnat Serach auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berg Gaas. Jos 24:31 Und Israel diente dem Herrn alle Tage Josues und der Ältesten, die noch lange nach Josue lebten und die noch jedes Werk kannten, das der Herr für Israel getan hatte. Jos 24:32 Josephs Gebeine aber, die die Israeliten aus Ägypten heraufgebracht hatten, hatten sie zu Sichem begraben, auf dem Feldstück, das Jakob von den Söhnen Chamors, des Vaters Sichems, um hundert Beutel gekauft hatte und das die Söhne Josephs als Erbe besaßen. Jos 24:33 Auch Aarons Sohn Eleazar starb. Und sie begruben ihn auf seines Sohnes Pinechas Hügel, der ihm auf dem Gebirge Ephraim verliehen worden war. Jdg 1:1 Und nach Josues Tode fragten die Söhne Israels den Herrn: "Wer von uns soll zuerst in den Kampf wider die Kanaaniter ziehen?" Jdg 1:2 Da sprach der Herr: "Juda soll hinziehen! Ich gebe das Land in seine Hand." Jdg 1:3 Da sprach Juda zu seinem Bruder Simeon: "Zieh mit mir in mein Losteil! Wir wollen wider die Kanaaniter streiten. Dann ziehe auch ich mit dir in dein Losteil." Und Simeon zog mit ihm. Jdg 1:4 Juda zog nun hin, und der Herr gab die Kanaaniter und die Periziter in seine Hand. Sie schlugen diese bei Bezek, 10.000 Mann. Jdg 1:5 In Bezek stießen sie auf den Zepterträger, kämpften mit ihm und schlugen die Kanaaniter und Periziter. Jdg 1:6 Der Zepterträger jedoch floh. Sie aber jagten ihm nach, griffen ihn und hieben ihm die Daumen und die großen Zehen ab. Jdg 1:7 Da sprach der Zepterträger: "Siebzig Könige mit abgehauenen Daumen und Zehen haben unter meinem Tische aufgelesen. Wie ich getan, so hat mir Gott vergolten." Dann brachten sie ihn nach Jerusalem, und er erlitt dort den Tod. Jdg 1:8 Judas Söhne kämpften nämlich gegen Jerusalem, eroberten es und schlugen es mit des Schwertes Schärfe und steckten die Stadt in Brand. Jdg 1:9 Danach zogen Judas Söhne zum Kampfe gegen die Kanaaniter hinab, die das Gebirge, das Südland und die Niederung bewohnten. Jdg 1:10 Und Juda zog gegen die Kanaaniter in Hebron. Hebron aber hieß vormals Kirjat Arba ("Vierstadt"). Sie schlugen Sesai, Achiman und Talmai. Jdg 1:11 Von dort zogen sie gegen Debirs Einwohner. Debir hieß vormals Kirjat Sepher ("Schreiberstadt"). Jdg 1:12 Und Kaleb sprach: "Wer Kirjat Sepher bezwingt und einnimmt, dem gebe ich meine Tochter Aksa zum Weibe." Jdg 1:13 Da nahm es des Kenaz Sohn Otniel, Kalebs jüngerer Bruder. Da gab er ihm seine Tochter Aksa zum Weibe. Jdg 1:14 Als sie hinzog, überlistete sie ihren Vater, da sie von ihm ein Feld wollte. Sie neigte sich nämlich vom Esel, so daß Kaleb sie fragte: "Was ist dir?" Jdg 1:15 Sie aber sprach zu ihm: "Gib mir doch eine Abschiedsgabe! Du vergibst mich ja nach dem Südland. So gib mir Wasser!" Da gab ihr Kaleb oberirdische und unterirdische Wasserstellen. Jdg 1:16 Die Söhne des Keniters, des Schwiegervaters Mosis, waren aus der Palmenstadt zu den Söhnen Judas nach der Wüste Juda im Rücken Arads hinauf gezogen. Diese aber zogen ab und verpflanzten das Volk. Jdg 1:17 Auch Juda zog mit seinem Bruder Simeon weiter. Sie schlugen die Kanaaniter zu Sephat und bannten es. Daher nannte man die Stadt Chorma ("Bannung"). Jdg 1:18 Dann eroberte Juda Gaza, Askalon und Ekron je mit ihrem Gebiet. Jdg 1:19 Und der Herr war mit Juda, und es besetzte das Gebirge; die Talbewohner nämlich konnte es nicht vertreiben, weil sie eiserne Wagen hatten. Jdg 1:20 Sie gaben nun Hebron dem Kaleb, wie es Moses befohlen. Und er vertrieb daraus die Enaksöhne. Jdg 1:21 Auch die Benjaminiten konnten die Jebusiter, Jerusalems Insassen, nicht vertreiben. So blieben die Jebusiter bei den Söhnen Benjamins bis auf diesen Tag. Jdg 1:22 Auch die vom Hause Josephs zogen gegen Betel, und der Herr war mit ihnen. Jdg 1:23 Die vom Hause Josephs ließen nun Betel ausspähen. Die Stadt aber hieß vordem Luz. Jdg 1:24 Die Kundschafter sahen nun einen Mann aus der Stadt kommen und sagten zu ihm: "Zeig uns den Zugang zur Stadt! Wir erweisen dir dafür Gutes." Jdg 1:25 Da zeigte er ihnen den Zugang zur Stadt. Und sie schlugen die Stadt mit des Schwertes Schärfe. Den Mann aber ließen sie mit seiner ganzen Familie ziehen. Jdg 1:26 Da ging der Mann in das Chittiterland, baute eine Stadt und nannte sie Luz ("Mandelbaum"). So heißt sie bis auf diesen Tag. Jdg 1:27 Auch Manasse vertrieb nicht die Bewohner von Bet Sean, Taanak, Ibleam, Megiddo und ihren Dörfern. Den Kanaanitern nämlich gelang es, in diesem Lande zu bleiben. Jdg 1:28 Als aber Israel erstarkte, machte es die Kanaaniter zinsbar, vertrieb sie aber nicht ganz. Jdg 1:29 Auch Ephraim vertrieb nicht die kanaanitischen Insassen von Gezer. So blieben die Kanaaniter mitten unter ihm zu Gezer. Jdg 1:30 Auch Zabulon vertrieb nicht die Insassen von Kitron noch die von Nahalol. So blieben die Kanaaniter mitten unter ihm, wurden aber zinsbar. Jdg 1:31 Asser vertrieb nicht die Insassen von Akko und die von Sidon, Achlab, Akzib, Helba, Aphik und Rechob. Jdg 1:32 So wohnten Assers Söhne mitten unter Kanaanitern, die im Lande blieben, weil man sie nicht vertrieb. Jdg 1:33 Naphtali vertrieb nicht die Insassen von Bet Semes noch die von Bet Anat. So wohnte es mitten unter den Kanaanitern, die im Lande blieben. Doch wurden die Einwohner von Bet Semes und Bet Anat ihnen zinsbar. Jdg 1:34 Die Amoriter aber drängten Dans Söhne auf das Gebirge; denn sie ließen sie nicht in die Ebene ziehen. Jdg 1:35 So gelang es den Amoritern, in Har Cheres, Ajjalon und Saalbin zu bleiben. Als aber die Macht des Josephhauses erstarkte, wurden sie zinsbar. Jdg 1:36 Das Amoritergebiet aber erstreckte sich von der Skorpionensteige, von dem Felsengebirge, weiter hinauf. Jdg 2:1 Des Herrn Bote aber zog von Gilgal nach Bokim und sprach: "Ich führte euch aus Ägypten und brachte euch in dies Land, das ich euren Vätern zugeschworen. Ich sprach: 'Ich breche nie mein Bündnis mit euch. Jdg 2:2 Aber auch ihr dürft mit den Bewohnern dieses Landes kein Bündnis schließen. Zerstören sollt ihr ihre Altäre!' Ihr habt aber nicht auf meine Stimme gehört. Wie habt ihr solches tun können?" Jdg 2:3 So sage auch ich: "Ich will sie nicht vor euch vertreiben. Sie seien euch zur Schlinge, und ihre Götter seien euch zur Falle!" Jdg 2:4 Des Herrn Bote sprach nun diese Worte zu allen Söhnen Israels. Da erhob das Volk seine Stimme und weinte. Jdg 2:5 Und so nannte man einen Ort Bokim ("Weinende"). Und sie opferten dort dem Herrn. - Jdg 2:6 Josue entließ nun das Volk. Da gingen die Israeliten, jeder nach seinem Erbbesitz, das Land zu besetzen. Jdg 2:7 Und das Volk diente dem Herrn alle Tage Josues und all der Ältesten, die Josue überlebt und die noch geschaut hatten jede Großtat des Herrn, die er für Israel getan. Jdg 2:8 Da starb Josue, Nuns Sohn, des Herrn Diener, hundertzehn Jahre alt. Jdg 2:9 Man begrub ihn im Bereiche seines Erbes zu Timnat Cheres auf dem Gebirge Ephraim, nördlich vom Berge Gaas. Jdg 2:10 Auch dies ganze Geschlecht ward zu seinen Vätern versammelt. Danach kam ein anderes Geschlecht, das den Herrn nicht kannte, noch das Werk, das er für Israel getan. Jdg 2:11 Und die Israeliten taten, was dem Herrn mißfiel, und dienten den Baalen. Jdg 2:12 Sie verließen den Herrn, ihrer Väter Gott, der sie aus Ägypten geführt, und liefen anderen Göttern nach, solchen aus den Göttern der Völker rings um sie. Sie beteten sie an und kränkten den Herrn. Jdg 2:13 Sie verließen also den Herrn und dienten den Baalen und den Astarten. Jdg 2:14 Da entbrannte des Herrn Zorn wider Israel. Er gab sie in die Hand der Plünderer, die sie ausraubten. So verkaufte er sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, und sie konnten nicht ihren Feinden widerstehen. Jdg 2:15 Wohin sie zogen, war des Herrn Hand gegen sie zum Unheil, wie der Herr gesagt, und wie der Herr ihnen zugeschworen. Aber ihre Not ward zu groß. Jdg 2:16 So ließ der Herr Richter erstehen, und diese retteten sie aus ihrer Plünderer Hand. Jdg 2:17 Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht, sondern buhlten hinter anderen Göttern her und beteten sie an. So wichen sie schnell von dem Wege ab, den ihre Väter gegangen, als sie des Herrn Geboten gehorchten. Sie aber taten nicht so. Jdg 2:18 Ließ ihnen der Herr Richter erstehen, so war der Herr mit dem Richter und bewahrte sie vor ihrer Feinde Hand alle Tage des Richters. Denn der Herr änderte seinen Sinn ob ihrer Klage über ihre Bedränger und Bedrücker. Jdg 2:19 Starb aber der Richter, so trieben sie es wieder schlimmer als ihre Väter. Sie liefen anderen Göttern nach, dienten ihnen und beteten sie an. Sie ließen nicht von ihren Missetaten und ihrem verkehrten Wandel. Jdg 2:20 Dann entbrannte des Herrn Zorn gegen Israel, und er sprach: "Weil dieses Volk mein Bündnis übertritt, das ich ihren Vätern befohlen, und nicht auf meine Stimme hört, Jdg 2:21 so vertreibe ich vor ihnen nicht einen Mann mehr aus jenen Heidenvölkern, die Josue bei seinem Tode hinterlassen hat, Jdg 2:22 um Israel durch sie zu prüfen, ob sie des Herrn Wandel achteten und danach wandelten, wie ihre Väter darauf geachtet, oder nicht." Jdg 2:23 So ließ der Herr jene Heidenvölker, ohne sie rasch zu vertilgen; er hatte sie nicht in Josues Hand gegeben. Jdg 3:1 Dies sind die Heidenvölker, die der Herr dagelassen hat, um durch sie Israel zu erproben in all dem, was sie noch nicht gekannt, in den Kämpfen mit Kanaan, Jdg 3:2 - nur damit die Geschlechter der Israeliten das Kriegshandwerk zu erlernen verstünden, einzig das, was sie vormals nicht gekannt haben - Jdg 3:3 die fünf Philisterfürsten, alle Kanaaniter, Sidonier und die Chiwiter, die auf dem Libanongebirge vom Berge Baal Hermon bis gegen Hamat saßen. Jdg 3:4 Sie waren da, um Israel an ihnen zu prüfen und zu erfahren, ob sie des Herrn Gebot gehorchten, das er ihren Vätern durch Moses gegeben hatte. Jdg 3:5 So saßen die Israeliten mitten unter den Kanaanitern, Chittitern, Amoritern, Perizitern, Chiwitern und Jebusitern. Jdg 3:6 Sie nahmen sich ihre Töchter zu Weibern, und ihre Töchter gaben sie ihren Söhnen und dienten ihren Göttern. Jdg 3:7 Die Israeliten nun taten, was dem Herrn mißfiel, vergaßen des Herrn und dienten den Baalen und den Ascheren. Jdg 3:8 Da entbrannte des Herrn Zorn gegen Israel, und er verkaufte sie in die Hand des Kuschan Rischataim, des Königs von Mesopotamien. Und so dienten die Israeliten dem Kuschan Rischataim acht Jahre. Jdg 3:9 Da schrien die Israeliten zum Herrn, und der Herr ließ den Israeliten einen Retter erstehen, der sie befreite, Otniel, des Kenaz Sohn, Kalebs jüngeren Bruder. Jdg 3:10 Der Geist des Herrn kam auf ihn, und so richtete er Israel. Er zog zu Felde, und der Herr gab Arams König, Kuschan Rischataim, in seine Hand. Seine Hand lag schwer auf Kuschan Rischataim. Jdg 3:11 So rastete das Land vierzig Jahre. Da starb des Kenaz Sohn Otniel. Jdg 3:12 Die Israeliten aber taten aufs neue, was dem Herrn mißfiel. Da gab der Herr dem Moabkönig Eglon Macht über Israel, weil sie getan, was dem Herrn mißfiel. Jdg 3:13 Und er verband sich mit den Ammonitern und mit Amalek. So zog er hin, schlug Israel, und sie besetzten die Palmenstadt. Jdg 3:14 Die Israeliten dienten dem König Moabs, Eglon, achtzehn Jahre. Jdg 3:15 Da schrien die Israeliten zum Herrn, und der Herr ließ ihnen einen Retter erstehen, Ehud, den Sohn Geras, den Benjaminiten, einen Linkshänder. Durch ihn sandten die Israeliten an Moabs König, Eglon, eine Spende. Jdg 3:16 Da machte sich Ehud ein Schwert, zweischneidig und eine Spanne lang. Er gürtete es unter seinem Gewand an seine rechte Seite. Jdg 3:17 So brachte er die Spende dem Eglon, Moabs König. Eglon aber war sehr beleibt. Er war eben von den Götzenbildern im Gilgal heimgekehrt. Jdg 3:18 Als er die Spende überreicht hatte, entließ er die Leute, die Träger der Spende. Jdg 3:19 Er sprach: "König! Ein geheimes Wort habe ich an dich." Da sprach dieser: "Still!" Darauf gingen alle fort, die ihn umstanden. Jdg 3:20 Ehud war nun an ihn herangetreten. Er aber saß in seinem kühlen Söller allein da. Ehud sprach nun: "Ich habe an dich ein Gotteswort." Da stand er vom Throne auf. Jdg 3:21 Ehud aber streckte seine Linke aus, nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stach es ihm in den Leib. Jdg 3:22 Und er stieß nach der Klinge das Heft hinein, und das Fett umschloß die Klinge; denn er hatte das Schwert nicht aus seinem Leibe gezogen; dann verließ er den Flur. Jdg 3:23 Hierauf ging Ehud durch den Mittelbau, verschloß die Türen des Obergemachs hinter sich und riegelte ab. Jdg 3:24 Eben war er fortgegangen, da kamen seine (Eglons) Diener und fanden die Tür des Söllers verriegelt. Sie sprachen: "Er begießt wohl in der kühlen Kammer seine Füße." Jdg 3:25 So warteten sie endlos. Aber niemand öffnete die Tür des Söllers. Da holten sie den Schlüssel und schlossen auf. Ihr Herr lag tot am Boden. Jdg 3:26 Ehud aber war während ihres Wartens entkommen und hatte die Götzenbilder umgestürzt, dann entkam er in den Busch. Jdg 3:27 Wie er nun heimkam, stieß er auf dem Gebirge Ephraim in das Horn. Da stiegen mit ihm die Israeliten vorn Gebirge herab, er an ihrer Spitze. Jdg 3:28 Er sprach zu ihnen: "Folgt mir schnell! Denn der Herr gibt eure Feinde, Moab, in eure Hand." Da stiegen sie hinab, ihm nach, besetzten die Jordanfurten gegen Moab und ließen niemand hinüber. Jdg 3:29 Sie schlugen damals Moab, etwa zehntausend Mann, Lauter starke und streitbare Leute; und niemand entrann. Jdg 3:30 Damals ward Moab unter Israels Hand gebeugt, und das Land hatte achtzig Jahre Ruhe. Jdg 3:31 Nach ihm trat Anats Sohn, Samgar, auf. Er schlug die Philister, sechshundert Mann, mit einem Ochsenstecken. Auch er befreite Israel. Jdg 4:1 Und wieder taten die Israeliten, was dem Herrn mißfiel. Ehud aber war gestorben. Jdg 4:2 So verkaufte sie der Herr in die Hand des Königs von Kanaan, Jabin, der zu Chasor regierte. Sein Feldherr war Sisera, der zu Charoset Haggojim ("Heidenwerkstatt") saß. Jdg 4:3 Da schrien die Israeliten zum Herrn. Denn er hatte neunhundert eiserne Wagen und bedrückte die Israeliten zwanzig Jahre gewaltig. Jdg 4:4 In jener Zeit richtete Lapidots Weib, die Prophetin Debora, Israel. Jdg 4:5 Sie saß unter der Bienenpalme zwischen Rama und Betel auf dem Gebirge Ephraim, und die Israeliten zogen zum Gericht zu ihr hinauf. Jdg 4:6 Sie sandte nun hin und berief Abinoams Sohn, Barak, aus Kedes Naphtali. Sie sprach zu ihm: "Befiehlt nicht der Herr, Israels Gott? Auf! Zieh auf den Taborberg! Nimm mit dir zehntausend Mann aus Naphtalis und Zabulons Söhnen! Jdg 4:7 Dann locke ich zu dir an den Kisonbach Sisera, Jabins Heerführer, samt seinen Wagen und seinem Heereshaufen und gebe sie in deine Hand." Jdg 4:8 Barak aber sprach zu ihr: "Gehst du mit mir, dann gehe ich. Wenn nicht, dann gehe ich auch nicht." Jdg 4:9 Sie sprach: "Ich ziehe mit dir. Doch wird der Ruhm nicht dein werden auf dem Weg, den du gehst. Denn der Herr verkauft dann in eines Weibes Hand den Sisera." Darauf erhob sich Debora und zog mit Barak nach Kedes. Jdg 4:10 Barak entbot nun Zabulon und Naphtali nach Kedes. Zehntausend Mann folgten ihm auf dem Fuße hinauf. Auch Debora zog mit ihm hinauf. Jdg 4:11 Der Keniter Cheber aber hatte sich getrennt von Kain, einem der Söhne Chobabs, des Schwiegervaters Mosis, und zeltete an der Eiche zu Saanim bei Kedes. Jdg 4:12 Nun meldete man Sisera, Barak, Abinoams Sohn, sei auf den Berg Tabor gezogen. Jdg 4:13 Da entbot Sisera alle seine Wagen, neunhundert eiserne Wagen und das gesamte Kriegsvolk bei sich aus Charoset Haggojim an den Kisonbach. Jdg 4:14 Da sprach Debora zu Barak: "Auf! Das ist der Tag, in dem der Herr den Sisera in deine Hand gibt. Zieht der Herr nicht vor dir her?" Da stieg Barak vom Taborberge herab, und zehntausend Mann hinter ihm her. Jdg 4:15 Da verwirrte der Herr den Sisera, alle Wagen und das ganze Heer durch des Schwertes Schärfe vor Barak. Und Sisera stieg vom Wagen und floh zu Fuß. Jdg 4:16 Barak aber jagte den Wagen und das Heer bis Charoset Haggojim, und Siseras ganzes Heer fiel durch des Schwertes Schärfe. Auch nicht einer blieb übrig. Jdg 4:17 Sisera aber floh zu Fuß zum Zelte Jaëls, der Frau des Keniters Cheber. Denn zwischen Chasors König, Jabin, und dem Haus des Keniters Cheber war Frieden. Jdg 4:18 Da trat Jaël heraus, dem Sisera entgegen und sprach zu ihm: "Kehr ein, Herr! Kehre bei mir ein! Fürchte dich nicht!" Da kehrte er im Zelt bei ihr ein, und sie bedeckte ihn mit einer Decke. Jdg 4:19 Er sprach zu ihr: "Gib mir ein wenig Wasser! Mich dürstet." Da öffnete sie den Milchschlauch und ließ ihn trinken. Dann bedeckte sie ihn wieder. Jdg 4:20 Er aber sprach zu ihr: "Stell dich an des Zeltes Eingang! Kommt jemand und fragt dich und spricht: 'Ist jemand hier?' so sag: 'Nein!'" Jdg 4:21 Jaël, Chebers Weib, aber ergriff einen Zeltpflock, nahm den Hammer in die Hand und trat leise zu ihm; dann schlug sie ihm den Pflock durch die Schläfe, daß er in die Erde drang. Jener war nämlich eingeschlafen. Da zuckte er und starb. Jdg 4:22 Da kommt Barak, der Sisera nachjagt. Jaël tritt heraus, ihm entgegen, und spricht zu ihm: "Komm! Ich zeige dir den Mann, den du suchst." Er trat bei ihr ein. Da lag Sisera tot da, mit dem Zeltpflock in der Schläfe. Jdg 4:23 So demütigte Gott an jenem Tage Kanaans König, Jabin, vor den Israeliten. Jdg 4:24 Und die Hand der Israeliten wuchtete immer schwerer auf Jabin, Kanaans König, bis sie Kanaans König, Jabin, vernichtet hatten. Jdg 5:1 Da sang Debora mit Abinoams Sohn, Barak, an jenem Tage also: Jdg 5:2 "Stimmt an in Israel, ihr Führer! / Fall ein, du Volk, beim Loblied auf den Herrn! Jdg 5:3 Ihr Könige, hört! / Horcht auf, ihr Herren! / Ich bin des Herrn; ich will lobsingen; / ich weih dem Herrn, dem Gotte Israels, ein Lied. Jdg 5:4 Herr! Als Du ausgezogen von Seïr, / als Du von Edoms Fluren hergekommen, / da zitterte die Erde, / und die Himmel troffen; / von Wasser troffen Wolken. Jdg 5:5 Vorm Herrn, dem Herrn, die Berge bebten, / vorm Herrn, vor Israels Gott, am Sinai. Jdg 5:6 Gefeiert haben Straßen / zur Zeit des Anatsohnes Samgar, in Jaëls Tagen. / Denn die, die sonstens auf den Straßen zogen, / betraten jetzt nur Seitenpfade. Jdg 5:7 In Israel gemangelt haben Schwerter, ja gemangelt, / bis daß du aufgestanden bist, Debora, / bis daß du dich in Israel erhoben hast als Mutter. Jdg 5:8 Dies wählte neue Führer, die sich damals einten. / Schild aber sah man nicht, noch Speer / bei vierzigtausend Mann in Israel. Jdg 5:9 Die Hochgemuten bei den Führern Israels, / die sich dem Volke hingegeben, / sie hatten hoch den Herrn gepriesen. Jdg 5:10 Die ihr auf weißen Eselinnen rittet, / die auf den Wagen fuhren, / die auf dem Weg marschierten, Jdg 5:11 sie stießen Rufe aus, anstimmend den Gebetsgesang: / Des Herren Siegestaten priesen sie, / die Siegestaten seines Schwertes in Israel! / Dann zogen sie herab mit Planken, das Volk des Herrn. Jdg 5:12 'Auf! Auf, Debora! / Auf! Auf! Stimm an das Lied!' / 'Auf, Barak! / Gefangene mach dir, du Sohn des Abinoam!' Jdg 5:13 Voll Kraft stieg da herab die kleine Schar. / Das Volk des Herrn griff an voll Wut, ganz eng vereint. Jdg 5:14 Ephraims Stamm zog aus in Kühnheit, / und hinter ihm mit seinen Leuten Benjamin. / Auszog Makir; herab die Edlen stiegen. / Hinzogen die aus Zabulon Gemusterten. Jdg 5:15 Und bei Debora blieben Issakars Anführer, / und unter Barak stellt sich Issakar / und wird zu Tal gesandt mit seinen Truppen. / In Rubens Sippen waren Große bitteren Gemütes. Jdg 5:16 'Was bleibst du unschlüssig da sitzen? / Um der Gemeinen Hohn zu hören?' / In Rubens Sippen waren Große zornigen Gemütes. Jdg 5:17 'Warum bleibt Gilead über dem Jordan? / Warum weilt bei den Schiffen Dan? / Bleibt Asser an dem Meeresufer sitzen, / an seinen Buchten wohnen?' Jdg 5:18 Sein Leben hat das Volk von Zabulon bis in den Tod mißachtet, / und Naphtali ward wild bis auf das äußerste. Jdg 5:19 Da kamen Könige und kämpften; / da kämpften kampfesfroh die Könige von Kanaan / zu Taanak an den Gewässern von Megiddo; / doch sie errangen nicht den Silberpreis. Jdg 5:20 Vom Himmel kämpften, / von ihren Bahnen kämpften selbst mit Sisera die Sterne. Jdg 5:21 Fort raffte sie der Kisonbach, / der Kisonbach die Überraschten; / des Frostes Kälte lähmte seine Starken. Jdg 5:22 Geschlagen hatten die zu Fuß die Reiterei, / verjagt die Führer der Rossewagen. Jdg 5:23 'Verfluchet, die bei Seite sind gestanden!' / spricht des Herren Bote / 'verfluchet, die zu ihnen hielten! / Gekommen sind sie nimmer zu den Vorkämpfern des Herrn, / zu des Herren Vorkämpfern mit Kriegern.' Jdg 5:24 Gesegnet sei die Jaël / vor den Weibern des Cheber, des Keniters Weib! / Sie sei im Zelt gesegnet vor den Weibern! Jdg 5:25 Um Wasser bittet er. / Sie spendet Milch; / in einer Ehrenschale reicht sie Sahne. Jdg 5:26 Doch ihre Linke streckt sich nach dem Pflock, / und ihre Rechte nach dem Schmiedehammer. / Sie hämmerte auf Sisera, durchschlug sein Haupt, / zerschmetterte durchbohrend seine Schläfe. Jdg 5:27 Zu ihren Füßen sank er hin, fiel nieder und blieb liegen. / Zu ihren Füßen sank er nochmals hin und stürzte nieder; / wo er zusammenbrach, da blieb er liegen, hingestreckt. Jdg 5:28 Durchs Fenster lehnte sich die Mutter Siseras / und rief durchs Gitter: / 'Warum enttäuscht sein Wagen mit der Heimkehr? / Warum verziehn sich der Gespanne Tritte?' Jdg 5:29 Die Klügste ihrer Fürstinnen gab ihr zur Antwort; / sie war es auch, die ihr erwiderte. Jdg 5:30 'Sie fanden sicher Beute und verteilten sie, / ein doppelt Maß für jeden Krieger; / Beute mancher Art hat Sisera, / Beute, mannigfaltig, prächtig; / mannigfaltig, zierlich, herrlich ist die Beute.' Jdg 5:31 'So müssen alle, die dem Herren feind, zugrunde gehen! / Doch die ihn lieben, / sie gleichen einem Sonnenaufgange in seiner Pracht.'" - Und das Land hatte vierzig Jahre Ruhe. Jdg 6:1 Die Israeliten aber taten wieder, was dem Herrn mißfiel. Da gab sie der Herr für sieben Jahre in die Hand Midians. Jdg 6:2 Und Midians Hand wuchtete auf Israel. Da benützten Midians wegen die Israeliten die Schluchten, Höhlen und Festen im Gebirge. Jdg 6:3 Wenn Israel gesät hatte, dann zogen die Midianiter, wie sonst Amalek und des Ostens Söhne, herauf und zogen dawider. Jdg 6:4 Sie lagerten wider sie und grasten des Landes junge Saat ab, bis Gaza hin. Sie ließen in Israel kein Futter übrig für Schafe, Rinder und Esel. Jdg 6:5 Denn sie kamen mit ihrem Vieh und brachten ihre Zelte mit. Sie kamen wie die Heuschrecken an Menge. Ihrer und ihrer Kamele war keine Zahl. So kamen sie in das Land, es abzugrasen. Jdg 6:6 Da verkümmerte Israel gewaltig durch Midian. So schrien die Israeliten zum Herrn. Jdg 6:7 So kam es, daß die Israeliten wegen Midian zum Herrn schrien. Jdg 6:8 Und der Herr sandte zu den Israeliten einen Propheten. Er sprach zu ihnen: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Ich habe euch aus Ägypten hergebracht und euch aus dem Sklavenhause geführt. Jdg 6:9 Ich befreite euch aus Ägyptens Hand und aus der Hand eurer Dränger. Ich vertrieb sie vor euch und gab euch ihr Land. Jdg 6:10 Ich sprach zu euch: "Ich bin der Herr, euer Gott. Ihr sollt nicht die Götter der Amoriter fürchten, in deren Land ihr siedelt!" Ihr aber habt nicht auf meine Stimme gehört.'" Jdg 6:11 Da kam des Herrn Engel und setzte sich unter die Terebinthe zu Ophra, das dem Abiezriter Joas gehörte. Sein Sohn Gideon drosch eben in der Kelter Weizen, um ihn vor Midian zu bergen. Jdg 6:12 Da erschien ihm des Herrn Engel und sprach zu ihm: "Du tapferer Held! Der Herr ist mit dir." Jdg 6:13 Da sprach Gideon zu ihm: "Mit Vergunst, mein Herr! Ist der Herr mit uns, warum trifft uns all dies? Wo bleiben all seine Wundertaten, von denen unsere Väter uns also erzählt: Hat uns nicht der Herr aus Ägypten heraufgeführt? Aber jetzt verstößt uns der Herr und gibt uns in Midians Faust." Jdg 6:14 Da wandte sich der Herr ihm zu und sprach: "Geh in dieser deiner Kraft! Rette Israel aus Midians Hand! Sende ich dich nicht?" Jdg 6:15 Er sprach zu ihm: "Mit Vergunst, mein Herr! Womit soll ich Israel retten? Ist doch meine Sippe die schwächste in Manasse, und bin doch ich der geringste in meines Vaters Haus." Jdg 6:16 Da sprach der Herr zu ihm: "Bin ich mit dir, dann schlägst du Midian wie einen Mann." Jdg 6:17 Er sprach zu ihm: "Habe ich in Deinen Augen Gnade gefunden, so gib mir ein Zeichen, daß Du mit mir redest! Jdg 6:18 Weiche nicht von hier, bis ich zu Dir komme, meine Gabe hole und Dir vorsetzen Er sprach: "Ich bleibe, bis du wiederkommst." Jdg 6:19 Da ging Gideon weg und bereitete ein Ziegenböckchen und einen ungesäuerten Kuchen von einem Maß Mehl. Das Fleisch aber hatte er in den Korb gelegt und die Brühe in den Topf getan. So brachte er es ihm unter die Terebinthe und setzte es vor. Jdg 6:20 Da sprach zu ihm der Engel Gottes: "Nimm das Fleisch und die ungesäuerten Brote! Und lege sie drüben auf den Felsen! Die Brühe aber gieße weg!" Und er tat so. Jdg 6:21 Da streckte der Engel des Herrn die Spitze des Stabes in seiner Hand aus und berührte das Fleisch samt den ungesäuerten Broten. Da schlug Feuer aus dem Felsen und verzehrte das Fleisch samt den ungesäuerten Broten. Des Herrn Engel aber entschwand aus seinen Augen. Jdg 6:22 Da merkte Gideon, daß es der Engel des Herrn war. Und Gideon sprach: "Wehe, Herr, Herr! Leider habe ich des Herrn Engel von Angesicht zu Angesicht gesehen." Jdg 6:23 Da sprach der Herr zu ihm: "Friede sei mit dir! Fürchte dich nicht! Du wirst nicht sterben." Jdg 6:24 Da baute Gideon dort einen Altar dem Herrn und nannte ihn: "Des Herren Heil." Bis auf diesen Tag steht er noch im abiezritischen Ophra. Jdg 6:25 In jener Nacht sprach der Herr zu ihm: "Nimm deines Vaters Leitbullen, den zweigehörnten Stier von sieben Jahren, und zertrümmere den Baalsaltar deines Vaters! Die Aschera (hl. Pfahl) daneben aber sollst du fällen! Jdg 6:26 Dann baue einen Altar dem Herrn, deinem Gott, auf dieses Felsens Höhe mit einem Feuerherd und nimm den zweigehörnten Stier und bringe ihn als Brandopfer dar mit dem Holz des heiligen Pfahles, das du zerschlagen sollst!" Jdg 6:27 Da nahm Gideon aus seinen Sklaven zehn Männer und tat, wie ihm der Herr geboten. Weil er sich aber vor seines Vaters Haus und den Leuten der Stadt fürchtete, es bei Tag zu tun, so tat er es bei Nacht. Jdg 6:28 Als nun die Leute der Stadt am anderen Morgen aufstanden, war der Baalsaltar niedergerissen und der heilige Pfahl daneben umgehauen, und der zweigehörnte Stier geopfert auf dem neuerbauten Altar. Jdg 6:29 Die Leute fragten einander: "Wer hat dies getan?" Als sie so fragten und forschten, hieß es: "Des Joas Sohn Gideon hat dies getan." Jdg 6:30 Da sprachen die Leute der Stadt zu Joas: "Gib deinen Sohn heraus, daß er sterbe. Denn er hat den Baalsaltar eingerissen und den heiligen Pfahl daneben umgehauen." Jdg 6:31 Da sprach Joas zu all den Umstehenden: "Wollt ihr für den Baal streiten? Wollt ihr ihm helfen? Wer für ihn streitet, soll bis zum Morgen getötet werden! Ist er ein Gott, so streite er für sich selbst, weil man seinen Altar eingerissen hat!" Jdg 6:32 So nannte man ihn an jenem Tag Jerubbaal, weil man sagte: 'Der Baal streite mit ihm, weil er seinen Altar eingerissen hat!' Jdg 6:33 Nun hatte sich ganz Midian, wie sonst Amalek und des Ostens Söhne, verbündet, war herübergekommen und lagerte in der Jezreelebene. Jdg 6:34 Da fuhr der Geist des Herrn in Gideon. Und er stieß in das Horn. So ward Abiezer zur Heeresfolge aufgerufen. Jdg 6:35 Danach sandte er Boten zu ganz Manasse. Auch dies ward zur Heeresfolge aufgerufen. Dann sandte er Boten nach Asser, Zabulon und Naphtali. Auch diese zogen ihnen entgegen. Jdg 6:36 Da sprach Gideon zu Gott: "Willst Du wirklich durch meine Hand die Israeliten retten, wie Du gesagt, Jdg 6:37 dann lege ich ein Schafvließ auf die Tenne. Ist der Tau allein auf dem Vließ und sonst überall der Boden trocken, dann weiß ich, daß Du durch meine Hand Israel rettest, wie Du gesagt." Jdg 6:38 Und so geschah es. Als er am anderen Morgen das Vließ auswand, preßte er aus dem Vließ Tau, eine Schale voll Wasser. Jdg 6:39 Da sprach Gideon zu Gott: "Ach! Möge nicht Dein Zorn über mich entflammen, wenn ich nur diesmal noch rede! Ich möchte es nur noch diesmal mit dem Vließ versuchen. Das Vließ allein bleibe trocken; aber sonst sei überall Tau auf dem Boden!" Jdg 6:40 Und Gott tat so in jener Nacht. Das Vließ allein blieb trocken; sonst aber lag überall auf dem Boden Tau. Jdg 7:1 Jerubbaal, das ist Gideon, machte sich nun früh auf mit allem Volke bei ihm, und sie lagerten bei der Quelle Charod, Midians Lager aber war nördlich davon, von dem Hügel des Maulbeerbaumes bis in die Ebene. Jdg 7:2 Da sprach der Herr zu Gideon: "Zuviel ist des Volkes bei dir, als daß ich Midian in deine Hand gäbe. Sonst könnte sich Israel wider mich brüsten und sagen: 'Ich habe mir selbst geholfen.' Jdg 7:3 So ruf denn laut zum Volke: 'Wer bangt und bebt, kehre um und schleiche vom Gileadgebirge fort!' Da kehrten vom Volke zweiundzwanzigtausend um; nur zehntausend blieben zurück. Jdg 7:4 Da sprach der Herr zu Gideon: "Noch ist es des Volkes zuviel. Führe sie zum Wasser, daß ich sie dir dort sichte! Von wem ich dir sage: 'Er begleite dich!', der soll dich begleiten! Von wem ich aber zu dir sage: 'Er begleite dich nicht!', der darf nicht mitziehen." Jdg 7:5 Da führte er das Volk ans Wasser, und der Herr sprach zu Gideon: "Wer mit der Zunge Wasser schlürft, wie die Hunde schlürfen, den stelle besonders! Ebenso jeden, der zum Trinken niederkniet!" Jdg 7:6 Da war die Zahl derer, die das Wasser mit dem Munde aus der Hand schlürften, dreihundert. Der ganze Rest des Volkes aber war zum Wassertrinken hingekniet. Jdg 7:7 Da sprach der Herr zu Gideon: "Mit den dreihundert Mann, die Wasser schlürften, rette ich euch und gebe Midian in deine Hand. All das andere Volk soll heimgehen, jeglicher an seinen Ort!" Jdg 7:8 Da bekamen sie des Volkes Vorrat in ihre Hand und seine Hörner. Dann entließ er alle Israeliten, jeden in seine Heimat; nur die dreihundert Mann hatte er behalten. Midians Lager aber war unter ihm in der Ebene. Jdg 7:9 In jener Nacht sprach der Herr zu ihm: "Auf! Steige hinab ins Lager! Ich gebe es in deine Hand. Jdg 7:10 Hast du aber Angst hinabzusteigen, so steige mit deinem Diener Pura zum Lager hinab! Jdg 7:11 Belausche, was sie darin sprechen! Dann werden deine Hände stark, und du wirst das Lager angreifen." Da stieg er mit seinem Diener Pura hinab bis ganz nahe an die Gewappneten im Lager. Jdg 7:12 Midian aber, wie sonst Amalek und alle Söhne des Ostens, lag in der Ebene wie Heuschrecken an Masse, und ihre Kamele waren zahllos wie die Sandmenge am Meeresufer. Jdg 7:13 Und Gideon kam. Da erzählte eben ein Mann dem anderen einen Traum und sprach: "Ich habe geträumt: Ein Stück Gerstenbrot rollte in Midians Lager, kam bis zum Zelt, traf es, daß es fiel, und drehte es nach oben, als das Zelt umfiel." Jdg 7:14 Da antwortete der andere und sprach: "Das ist nichts anderes, als des Joassohnes Gideon Schwert. Gott gibt einem Israeliten Midian mit dem ganzen Lager in seine Hand." Jdg 7:15 Als aber Gideon die Erzählung und die Auslegung des Traumes hörte, warf er sich anbetend nieder; dann kehrte er in Israels Lager zurück und sprach: "Auf! Der Herr gibt Midians Lager in eure Hand." Jdg 7:16 Darauf teilte er die dreihundert Mann in drei Heerhaufen und gab allen Hörner und leere Krüge in die Hand. In den Krügen aber waren Fackeln. Jdg 7:17 Dann sprach er zu ihnen: "Seht auf mich und tut ebenso! Komme ich bis zum Rande des Lagers, dann tut das gleiche, was ich tue! Jdg 7:18 Stoße ich in das Horn und alle bei mir, dann stoßt auch ihr in die Hörner um das Lager und ruft: 'Für den Herrn und Gideon!'" Jdg 7:19 So kam Gideon mit den hundert Mann, die bei ihm waren, bis zum Lagerrand bei Beginn der mittleren Nachtwache. Eben hatten sie die Wachen ausgestellt. Da stießen sie in die Hörner und zerschlugen die Krüge in ihrer Hand. Jdg 7:20 So stießen die drei Heerhaufen in die Hörner, zerbrachen die Krüge, nahmen die Fackeln in die linke und die Hörner zum Blasen in die rechte Hand und riefen durchdringend: "Für den Herrn und Gideon!" Jdg 7:21 Dabei blieb jeder auf seinem Platze rings um das Lager. Im Lager aber rannte alles hin und her. Sie lärmten und flohen. Jdg 7:22 Jene aber stießen in die dreihundert Hörner, und der Herr wandte des einen Schwert gegen den anderen. Was im Lager war, floh bis nach Bet Sitta ("Akazienhaus") gegen Zereda hin, bis an das Ufer von Abel Mechola ("Tanzwiese") bei Tabbat. Jdg 7:23 Da ward Israels Mannschaft aus Naphtali, Asser und ganz Manasse aufgeboten, und sie verfolgten Midian. Jdg 7:24 Auch sandte Gideon Boten auf das ganze Gebirge Ephraim und ließ sagen: "Zieht hinab Midian entgegen und besetzt ihre Wasserstellen bis Bet Bara ("Furthaus") und bis an den Jordan!" Da ward Ephraims gesamte Mannschaft aufgeboten, und sie besetzten die Wasserstellen bis Bet Bara und an den Jordan. Jdg 7:25 Und sie fingen zwei Midianiterfürsten, Oreb ("Rabe") und Zeeb ("Wolf"). Den Oreb erschlugen sie am Rabenfelsen und den Zeeb bei der Wolfskelter. Dann jagten sie weiter Midian nach. Orebs und Zeebs Köpfe aber brachten sie zu Gideon über den Jordan. Jdg 8:1 Da sprach Ephraims Mannschaft zu ihm: "Was hast du uns angetan, daß du uns nicht riefst, als du in den Kampf wider Midian gezogen bist?", Und sie machten ihm heftige Vorwürfe. Jdg 8:2 Er sprach zu ihnen: "Was habe ich im Vergleich zu euch getan? Ist nicht Ephraims Nachlese besser als Abiezers Lese? Jdg 8:3 In eure Hand hat Gott die Midianiterfürsten Oreb und Zeeb gegeben. Was habe ich im Vergleich mit euch tun können?" Da legte sich ihr Zorn gegen ihn, als er so sprach. Jdg 8:4 Dann zog Gideon an den Jordan. Er und die dreihundert Mann bei ihm zogen hinüber. Sie waren zwar matt, setzten aber die Verfolgung fort. Jdg 8:5 Da sprach er zu Sukkots Männern: "Gebt den Leuten, die ich befehlige, Brotkuchen! Denn sie sind matt. Ich aber jage den Midianiterkönigen Zebach und Salmunna nach." Jdg 8:6 Da sagten Sukkots Oberste: "Hast du schon Zebach und Salmunna in deiner Hand, daß wir deiner Heerschar Brot geben sollten?" Jdg 8:7 Da sprach Gideon: "Nun gut! Gibt der Herr Zebach und Salmunna in meine Hand, dann zerdresche ich euch mit Wüstendornen und Disteln." Jdg 8:8 Von da zog er nach Penuel hinauf und sprach zu diesem ebenso. Aber Penuels Männer erwiderten ihm, wie die Männer Sukkots erwidert hatten. Jdg 8:9 Da sprach er zu Penuels Männern: "Komme ich heil zurück, dann schleife ich diesen Turm." Jdg 8:10 Zebach und Salmunna aber waren in Karkor mit ihrem Heer, etwa fünfzehntausend Mann. Das war alles, was vom ganzen Heer der Söhne des Ostens übriggeblieben war. Der Gefallenen waren es 120.000 Mann Schwertgerüstete. Jdg 8:11 Gideon zog nun den Weg gegen die Zeltleute östlich von Nobach und Jogbeha und überfiel das Lager; das Lager aber lag sorglos da. Jdg 8:12 Zebach und Salmunna flohen. Er aber jagte ihnen nach, fing die beiden Midianskönige Zebach und Salmunna und vernichtete das ganze Lager. Jdg 8:13 Hierauf kehrte Gideon, des Joas Sohn, an der Sonnensteige vom Kriegszug um. Jdg 8:14 Da griff er einen jungen Mann aus Sukkots Männern und fragte ihn aus. Und er schrieb ihm Sukkots Oberste und Älteste auf, siebenundsiebzig Mann. Jdg 8:15 So kam er zu den Männern von Sukkot und sprach: "Hier sind Zebach und Salmunna, deretwegen ihr mich gehöhnt habt mit den Worten: 'Hast du schon Zebach und Salmunna in deiner Hand, daß wir deinen hungrigen Männern Brot geben sollten?'" Jdg 8:16 Dann nahm er die Ältesten der Stadt sowie Wüstendornen und Stacheln und verurteilte Sukkots Männer. Jdg 8:17 Ebenso schleifte er Penuels Turm und metzelte die Männer der Stadt nieder. Jdg 8:18 Dann sprach er zu Zebach und Salmunna: "Wie sind die Männer gewesen, die ihr am Tabor erschlagen habt?" Sie sprachen:"Ganz so wie du. Jeder nach Aussehen ein Königssohn." Jdg 8:19 Er sprach: "Das sind meine Brüder gewesen, meiner Mutter Söhne. So wahr der Herr lebt! Hättet ihr sie leben lassen, ich brächte euch nicht um." Jdg 8:20 Dann rief er seinen Erstgeborenen Jeter: "Auf! Schlag sie nieder!" Aber der Knabe zog sein Schwert nicht, weil er sich scheute. Denn er war noch zu jung. Jdg 8:21 Da sprachen Zebach und Salmunna: "Auf! Stoß du uns nieder! Denn wie der Mann, so seine Kraft!" Da stand Gideon auf und erschlug Zebach und Salmunna. Er nahm auch die kleinen Monde an den Hälsen ihrer Kamele. Jdg 8:22 Da sprach Israels Mannschaft zu Gideon: "Walte über uns, du, dein Sohn und dein Enkel! Denn du hast uns aus Midians Hand befreit." Jdg 8:23 Da sprach Gideon zu ihnen: "Weder will ich über euch walten, noch mein Sohn. Der Herr walte über euch!" Jdg 8:24 Dann sprach Gideon zu ihnen: "Ich will mir von euch etwas anderes erbitten: Gebt mir jeder aus seiner Beute einen Ring!" Jene hatten nämlich goldene Ringe, weil sie Ismaeliter waren. Jdg 8:25 Da sagten sie: "Gern geben wir dir sie." Und sie breiteten einen Mantel aus, und jeder warf seinen Beutering darauf. Jdg 8:26 Das Gewicht der Goldringe, die er erbeten hatte, betrug 1.700 Ring Gold, außer den Monden, Ohrgehängen und Purpurkleidern, die die Midianskönige getragen, und den Halsbändern ihrer Kamele. Jdg 8:27 Gideon machte daraus ein Ephod ("Scheusal") und stellte es in seiner Stadt Ophra auf. Und ganz Israel hurte ihm dort nach. So ward es Gideon und seinem Hause zum Fallstricke. Jdg 8:28 Also ward Midian von den Israeliten gedemütigt, daß es nicht wieder das Haupt erhob. Und das Land hatte in Gideons Tagen vierzig Jahre Ruhe. Jdg 8:29 Und Jerubbaal, des Joas Sohn, zog ab und blieb fortan zu Hause. Jdg 8:30 Gideon aber besaß siebzig Vollsöhne. Denn er hatte viele Weiber. Jdg 8:31 Sein Nebenweib zu Sichem aber hatte ihm auch einen Sohn geboren, und er legte ihm den Namen Abimelek bei. Jdg 8:32 Gideon, des Joas Sohn, starb in hohem Alter und ward in seines Vaters Joas Grab begraben, im Ophra der Abiezriten. Jdg 8:33 Als aber Gideon tot war, hurten die Israeliten wieder mit den Baalen. Sie nahmen sich den Bundesbaal zum Schutzgott. Jdg 8:34 Und die Israeliten gedachten nicht mehr des Herrn, ihres Gottes, der sie aus der Hand all ihrer Feinde ringsum befreit hatte. Jdg 8:35 Auch erwiesen sie keine Liebe der Familie Jerubbaals, vormals Gideon genannt, trotz dem Guten, das er Israel getan hatte. Jdg 9:1 Jerubbaals Sohn Abimelek nämlich ging nach Sichem zu den Brüdern seiner Mutter. Er sprach zu ihnen und zu der ganzen Sippe des Vaterhauses seiner Mutter also: Jdg 9:2 "Befragt alle Sichemsbürger eindringlich: 'Was frommt euch mehr? Daß siebzig Männer über euch walten, all die Jerubbaalssöhne, oder nur ein Mann?' Bedenkt auch, daß ich euer Fleisch und Bein bin!" Jdg 9:3 Da redeten die Brüder seiner Mutter seinetwegen eindringlich mit allen Bürgern von Sichem alle diese Worte. Da neigte sich ihr Sinn Abimelek zu; denn sie sagten: "Er ist unser Bruder." Jdg 9:4 Und sie gaben ihm siebzig Silberstücke aus dem Haus des Bundesbaal. Damit dingte Abimelek arme und gewissenlose Männer, die ihm folgten. Jdg 9:5 Dann ging er in seines Vaters Haus zu Ophra und erschlug seine Brüder, Jerubbaals Söhne, siebzig Mann, auf einem Steine. Nur Jerubbaals jüngster Sohn Jotam blieb übrig; denn er hatte sich versteckt. Jdg 9:6 Nun versammelten sich alle Bürger Sichems und das ganze Haus der Burg. Sie gingen hin und machten Abimelek zum König bei der Bildsäule, die in Sichem aufgestellt war. Jdg 9:7 Als man dies Jotam erzählte, ging er hin und stellte sich auf eine Höhe des Berges Garizim. Dann erhob er seine Stimme, rief und sprach zu ihnen: "Hört mich an, ihr Bürger von Sichem, auf daß euch Gott anhöre! Jdg 9:8 Die Bäume sind darangegangen, zu salben einen König über sich. Sie sprachen zu dem Ölbaum: 'Sei du ein König über uns!' Jdg 9:9 Der Ölbaum sprach zu ihnen: 'Habe ich mein Fett verloren, mit dem man Götter ehrt und Menschen, daß ich für die anderen Bäume zittern sollte?' Jdg 9:10 So sprachen denn zum Feigenbaum die Bäume: 'Wohlan! Sei du ein König über uns!' Jdg 9:11 Da sprach der Feigenbaum zu ihnen: 'Habe ich denn meine Süßigkeit verloren und meine edle Frucht, daß ich für die anderen Bäume zittern sollte?' Jdg 9:12 Die Bäume sprachen zu dem Weinstock: 'Wohlan! Sei du ein König aber uns!' Jdg 9:13 Der Weinstock sprach zu ihnen: 'Habe ich denn meinen Wein verloren, der fröhlich Götter macht und Menschen, daß ich für die anderen Bäume zittern sollte?' Jdg 9:14 Da sprachen zu dem Stechdorn all die Bäume: 'Wohlan! Sei du ein König über uns!' Jdg 9:15 Da sprach der Stechdorn zu den Bäumen: 'Wollt ihr im Ernst mich über euch zum König machen, dann kommt und berget euch in meinem Schatten! Wo nicht, dann gehe Feuer von dem Stechdorn aus, und dies verzehre auf dem Libanon die Zedern!' Jdg 9:16 Nun denn! Habt ihr ehrlich und redlich gehandelt, als ihr Abimelek zum König machtet? Habt ihr an Jerubbaal und seinem Hause schön gehandelt und ihm vergolten, was seine Hände für euch getan? Jdg 9:17 Ihr, für die mein Vater kämpfend sein Leben gewagt und die er aus Midians Hand gerettet hat? Jdg 9:18 Und ihr habt euch gegen meines Vaters Haus erhoben, seine Söhne, siebzig Mann, auf einem Stein ermordet und seiner Sklavin Sohn Abimelek zum König gemacht, ihr Bürger von Sichem, weil er euer Bruder sei. Jdg 9:19 Habt ihr also ehrlich und redlich an Jerubbaal und seinem Haus gehandelt, dann freut euch Abimeleks, und auch er freue sich eurer! Jdg 9:20 Wenn aber nicht, dann soll von Abimelek Feuer ausgehen und die Bürger Sichems verzehren und das Haus der Bastei! Und von den Bürgern Sichems und von dem Basteihause soll Feuer ausgehen und Abimelek verzehren!" Jdg 9:21 Hierauf entwich Jotam, floh und ging nach Beer. Dort saß er in Sicherheit vor seinem Bruder Abimelek. Jdg 9:22 Abimelek herrschte nun über Israel drei Jahre. Jdg 9:23 Da sandte Gott einen bösen Geist zwischen Abimelek und die Bürger Sichems, und die Bürger Sichems fielen treulos von Abimelek ab. Jdg 9:24 Dadurch sollte der Frevel an Jerubbaals siebzig Söhnen und ihr Blut über ihren Bruder Abimelek kommen, der sie ermordet hatte, ebenso auf Sichems Bürger, die ihm geholfen hatten, seine Brüder zu ermorden. Jdg 9:25 Die Bürger Sichems stellten jetzt auf der Berge Höhen Wegelagerer auf, und diese plünderten jeden, der an ihnen vorüberzog. Dies ward Abimelek gemeldet. Jdg 9:26 Da kam Gaal, Ebeds Sohn, mit seinen Brüdern und ließ sich in Sichem nieder. Auf ihn verließen sich nun Sichems Bürger. Jdg 9:27 Sie gingen auf das Feld hinaus, hielten in ihren Weinbergen Lese und kelterten. Dann feierten sie ein Dankfest, gingen in ihres Gottes Haus, aßen und tranken und lästerten Abimelek. Jdg 9:28 Und Gaal, Ebeds Sohn, sprach: "Wer ist Abimelek und was ist Sichem, daß wir ihm dienen sollen? Sollten nicht Jerubbaals Sohn und sein Statthalter Zebul den Männern Chamors, des Vaters von Sichem, dienen? Warum sollten wir ihm dienen? Jdg 9:29 Gäbe nur einer dieses Volk in meine Hand, dann wollte ich Abimelek absetzen! Man würde zu Abimelek sagen: 'Dein Dienst hat lange genug gedauert. Nun geh fort!'" Jdg 9:30 Der Befehlshaber der Stadt, Zebul, aber hörte von den Reden Gaals, des Ebedsohnes, und ergrimmte darüber: Jdg 9:31 Er sandte heimlich Boten an Abimelek und ließ sagen: "Gaal, Ebeds Sohn, ist mit seinen Brüdern nach Sichem gekommen. Nun wiegeln sie die Stadt wider dich auf. Jdg 9:32 Mach dich also bei Nacht auf, du und das Kriegsvolk bei dir, und lege dich im Feld in einen Hinterhalt! Jdg 9:33 Am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, brich auf und überfalle die Stadt! Rückt er dann mit dem Kriegsvolk bei ihm gegen dich, dann tu mit ihm, wie du es vermagst!" Jdg 9:34 Da machte sich Abimelek mit dem ganzen Kriegsvolk bei ihm des Nachts auf, und sie legten sich in vier Scharen gegen Sichem in den Hinterhalt. Jdg 9:35 Nun kam Gaal, Ebeds Sohn, heraus und stellte sich an den Eingang des Stadttores. Da brach Abimelek mit dem Kriegsvolk bei ihm aus dem Hinterhalt auf. Jdg 9:36 Gaal sah das Kriegsvolk. Da sprach er zu Zebul: "Kriegsvolk kommt von der Berge Höhen." Zebul sprach zu ihm: "Du siehst der Berge Schatten für Männer an." Jdg 9:37 Gaal hob noch einmal an und sprach: "Fürwahr! Kriegsvolk steigt von des Landes Mitte. Eine Schar kommt von der Zauberereiche." Jdg 9:38 Da sprach Zebul zu ihm: "Wo ist jetzt dein Maul, daß du sprachst: 'Wer ist Abimelek daß wir ihm dienen sollen?' Ist das nicht das Kriegsvolk, das du verachtet hast? Rück doch jetzt aus und streit mit ihm!" Jdg 9:39 Da zog Gaal an der Spitze der Bürger von Sichem aus und stritt wider Abimelek. Jdg 9:40 Abimelek aber verfolgte ihn, und er floh vor ihm, und viele Erschlagene fielen bis vor das Stadttor. Jdg 9:41 Dann kehrte Abimelek nach Aruma zurück. Zebul aber vertrieb den Gaal mit seinen Brüdern, daß für sie in Sichem keines Bleibens war. Jdg 9:42 Am anderen Morgen ging das Volk ins Freie. Dies meldete man Abimelek. Jdg 9:43 Da nahm er das Kriegsvolk, teilte es in drei Scharen und legte sich im Freien in den Hinterhalt. Sobald er das Volk aus der Stadt kommen sah, rückte er gegen es und schlug es. Jdg 9:44 Abimelek war nämlich mit den Scharen bei ihm losgebrochen: Dann stellten sie sich vor das Stadttor; die beiden anderen Scharen aber hatten alle im Freien draußen überfallen, und so schlugen sie sie. Jdg 9:45 Abimelek aber berannte die Stadt jenen ganzen Tag. Schließlich eroberte er die Stadt. Nachdem er das Volk darin erschlagen, zerstörte er die Stadt und streute Salz darauf. Jdg 9:46 Dies hörten alle Bürger des Sichemturmes. Da gingen sie in den Söller im Hause des Bundesgottes. Jdg 9:47 Das wurde Abimelek gemeldet: 'Alle Bürger des Sichemturmes sind beisammen.' Jdg 9:48 Da stieg Abimelek auf den Salmonberg mit dem ganzen Volke bei ihm. Hier nahm Abimelek die Axt in die Hand, hieb einen Busch ab, hob ihn auf und legte ihn auf die Schulter. Dann sprach er zu dem Volke bei ihm. "Was ihr mich tun sehet, macht mir schleunigst nach!" Jdg 9:49 Da hieb das ganze Volk, Mann für Mann, Büsche ab. Dann folgten sie Abimelek, warfen sie um den Söller und steckten über ihnen den Söller in Brand. So starben alle Insassen des Sichemturmes, an tausend Männer und Weiber. Jdg 9:50 Abimelek zog nun nach Tebes. Er belagerte Tebes und eroberte es. Jdg 9:51 Inmitten der Stadt aber war ein starker Turm. Dorthin flohen alle Männer und Weiber sowie alle Edlen der Stadt. Sie riegelten hinter sich zu und stiegen auf das Dach des Turmes. Jdg 9:52 Abimelek kam nun bis an den Turm und berannte ihn. Er trat an die Turmtür, sie in Brand zu stecken. Jdg 9:53 Da warf ein Weib einen oberen Mühlstein dem Abimelek auf den Kopf und zerschmetterte ihm den Schädel. Jdg 9:54 Da rief er eilends den Burschen, der seine Waffen trug, und sprach zu ihm: "Ziehe dein Schwert und töte mich, daß sie nicht von mir sagen: 'Ein Weib hat ihn umgebracht!'" So durchbohrte ihn sein Bursche, und er starb. Jdg 9:55 Als Israels Mannschaft sah, daß Abimelek tot war, ging ein jeder heim. Jdg 9:56 So vergalt Gott Abimeleks Freveltat, die er an seinem Vater verübt hatte, als er seine siebzig Brüder erschlug. Jdg 9:57 Ebenso vergalt Gott alle Schlechtigkeit der Männer von Sichem auf ihr Haupt. So traf sie der Fluch des Jerubbaalsohnes Jotam. Jdg 10:1 Nach Abimelek kam zu Israels Rettung Tola, Puas Sohn und Dodus Enkel, aus Issakar. Er saß zu Samir auf dem Gebirge Ephraim. Jdg 10:2 Er richtete Israel 2 Jdg 10:3 Jahre. Dann starb er und ward in Samir begraben. 3 Nach ihm kam der Gileadite Jair und richtete Israel 22 Jahre. Jdg 10:4 Er hatte dreißig Söhne, die auf dreißig Eselsfüllen ritten und dreißig Städte besaßen. Diese nennt man Jairs Zeltdörfer bis auf diesen Tag. Sie sind im Lande Gilead. Jdg 10:5 Jair starb und ward in Kanon begraben. Jdg 10:6 Und wieder taten die Israeliten, was dem Herrn mißfiel, und sie dienten den Baalen und Astarten und den Göttern Syriens, Sidons, Moabs und den Göttern der Ammoniter und der Philister. So verließen sie den Herrn und dienten ihm nicht mehr. Jdg 10:7 Da entbrannte des Herrn Zorn wider Israel, und er verkaufte sie in die Hand der Philister und der Ammoniter. Jdg 10:8 Und diese quälten und plagten die Israeliten zehn Jahre lang, alle Israeliten jenseits des Jordans im Amoriterlande, in Gilead. Jdg 10:9 Dann zogen die Ammoniter über den Jordan, um auch mit Juda, Benjamin und dem Hause Ephraim zu streiten. Und Israel kam in große Not. Jdg 10:10 Da schrien die Israeliten zum Herrn und sprachen: "Wir haben wider Dich gesündigt; denn wir haben in der Tat unseren Gott verlassen und den Baalen gedient." Jdg 10:11 Da sprach der Herr zu den Israeliten: "Haben nicht Leute der Ägypter und Amoriter, der Ammoniter und Philister, Jdg 10:12 Sidonier, Amalek und Maon euch bedrängt? Da schriet ihr zu mir, und ich befreite euch aus ihrer Hand. Jdg 10:13 Da verließet ihr mich und dientet anderen Göttern. Darum helfe ich euch nicht länger. Jdg 10:14 Geht und ruft zu den Göttern, die ihr erwählt habt! Sie mögen euch in euren Nöten helfen!" Jdg 10:15 Da sprachen die Israeliten zum Herrn: "Wir haben gesündigt. Tu mit uns, wie es Dir gefällt! Nur rette uns jetzt!" Jdg 10:16 Und sie schafften des Auslands Götter aus ihrer Mitte und dienten dem Herrn. Da ward er über Israels Elend ungeduldig. Jdg 10:17 Die Ammoniter aber wurden wieder aufgeboten und lagerten in Gilead. Da kamen auch die Israeliten zusammen und lagerten in der Mispa ("Warte"). Jdg 10:18 Da sprach das Volk in Gileads Städten zueinander: "Wer ist der Mann, der mit den Ammonitern zu streiten beginnt? Er soll das Haupt aller Insassen Gileads werden!" Jdg 11:1 Der Gileaditer Jephte nun war ein tapferer Held, aber Sohn eines Kebsweibes. Als Gilead den Jephte erzeugt hatte, Jdg 11:2 gebar Gileads Frau ihm gleichfalls Söhne. Herangewachsen, vertrieben die Söhne dieser Frau den Jephte. Sie sprachen zu ihm: "Du darfst in unseres Vaters Haus nicht miterben; denn du bist der Sohn eines anderen Weibes." Jdg 11:3 Da entwich Jephte vor seinen Brüdern und weilte im Lande Tob. Da scharten sich um Jephte arme Männer und zogen mit ihm aus. Jdg 11:4 Nach einiger Zeit stritten die Ammoniter mit Israel. Jdg 11:5 Als nun die Ammoniter mit Israel stritten, gingen die Ältesten Gileads hin, Jephte aus dem Lande Tob zu holen. Jdg 11:6 Sie sprachen zu Jephte: "Komm! Sei unser Anführer! Dann wollen wir gegen die Ammoniter streiten." Jdg 11:7 Da sprach Jephte zu Gileads Ältesten: "Habt ihr mich nicht gehaßt, so daß ihr mich aus meines Vaters Haus vertriebet? Warum kommt ihr jetzt zu mir, wo ihr in Not seid?" Jdg 11:8 Da sprachen Gileads Älteste zu Jephte: "Trotz alledem! Wir sind jetzt anderer Gesinnung gegen dich. Gehst du mit uns und streitest gegen die Ammoniter, dann sollst du uns Haupt sein, allen Insassen Gileads!" Jdg 11:9 Da sprach Jephte zu Gileads Ältesten: "Wenn ihr mich zurückholt, gegen die Ammoniter zu streiten, und der Herr gibt sie mir preis, werde ich dann euer Haupt?" Jdg 11:10 Die Ältesten Gileads sprachen zu Jephte: "Der Herr hört, was zwischen uns vorgeht; wir tun, wie du verlangst." Jdg 11:11 Da zog Jephte mit Gileads Ältesten, und das Volk machte ihn zum Haupt und Führer über sich. Jephte aber wiederholte all seine Forderungen vor dem Herrn auf der Mispa. Jdg 11:12 Dann sandte Jephte an den Ammoniterkönig Boten mit der Anfrage: "Was hast du mit mir, daß du zu mir kommst, in meinem Lande zu streiten?" Jdg 11:13 Da sprach der Ammoniterkönig zu Jephtes Boten: "Israel hat mein Land weggenommen vom Arnon bis zum Jabbok und Jordan, als es aus Ägypten zog. Gib es gutwillig zurück!" Jdg 11:14 Da sandte Jephte nochmals Boten an den Ammoniterkönig Jdg 11:15 und ließ ihm sagen: "So spricht Jephte: 'Israel hat das Land Moab und das Ammoniterland nicht weggenommen. Jdg 11:16 Als Israel aus Ägypten kam und in der Wüste zum Schilfmeer zog und nach Kades kam, Jdg 11:17 sandte Israel Boten an den Edomiterkönig mit der Bitte: " Ich möchte durch dein Land ziehen." Aber Edoms König gab ihm kein Gehör. Auch an Moabs König hatte es gesandt; aber auch er wollte nicht. So saß Israel in Kades. Jdg 11:18 Dann zog es durch die Wüste, umging das Land Edom und das Moabland und lagerte jenseits des Arnon. So haben sie kein Moabitergebiet betreten. Denn der Arnon ist Moabs Grenze. Jdg 11:19 Dann sandte Israel Boten an den Amoriterkönig Sichon, den König zu Chesbon. Israel sprach zu ihm: "Wir möchten durch dein Land an unsere Stätte ziehen." Jdg 11:20 Aber Sichon hatte Israels Durchzug durch sein Gebiet nicht getraut. Und so sammelte Sichon sein ganzes Volk. Und sie lagerten zu Jahsa. Dann stritt er mit Israel. Jdg 11:21 Aber der Herr, Israels Gott, gab Sichon mit seinem ganzen Volk in Israels Hand, und sie schlugen sie. So bekam Israel das ganze Land der Amoriter, die in diesem Lande saßen. Jdg 11:22 Sie besetzten das ganze Amoritergebiet vom Arnon bis zum Jabbok und von der Wüste bis zum Jordan. Jdg 11:23 Nun denn! Der Herr, Israels Gott, hat die Amoriter wegen seines Volkes Israel enteignet, und da willst du in ihren Besitz treten? Jdg 11:24 Nicht wahr! Wen dein Gott Kasmos enteignet, den verdrängst du. Wen also der Herr, unser Gott, unseretwegen enteignet, den verdrängen wir. Jdg 11:25 Nun, bist du viel stärker als Sippors Sohn, Balak, Moabs König? Hat er mit Israel gestritten oder mit ihm gekämpft? Jdg 11:26 Israel saß doch in Chesbon und seinen Tochterorten, in Aroër und den seinigen und in all den Städten am Arnon dreihundert Jahre. Warum habt ihr sie nicht in dieser Zeit entrissen? Jdg 11:27 Ich habe dir nichts zuleid getan. Du aber tust Unrecht, wenn du mich beschimpfst. Der Herr richte heute als Richter zwischen den Israeliten und den Ammonitern!'" Jdg 11:28 Der Ammoniterkönig aber hörte nicht auf Jephtes Worte, die er ihm entboten hatte. Jdg 11:29 Da kam der Geist des Herrn über Jephte. Er zog nach Gilead und Manasse. Dann zog er nach Gileads Mispa ("Gileads Warte"); von Gileads Mispa aber zog er wider die Ammoniter. Jdg 11:30 Und Jephte tat dem Herrn ein Gelübde und sprach: "Gibst Du mir die Ammoniter in meine Hand, Jdg 11:31 dann sei das, was mir aus meines Hauses Tür entgegenkommt, des Herrn, falls ich heil von den Ammonitem kehre! Ich will es als Brandopfer darbringen." Jdg 11:32 So zog Jephte, wider die Ammoniter zu streiten. Und der Herr gab sie in seine Hand. Jdg 11:33 Er schlug sie ganz gewaltig, von Aroër bis gegen Minnit, zwanzig Städte, und bis Abel ("Wiese"), zwanzig Städte. So wurden die Ammoniter vor den Israeliten gebeugt. Jdg 11:34 Jephte kehrte nach der Mispa zurück. Da kam ihm seine Tochter entgegen mit Pauken und im Reigentanz. Sie war gerade der Liebling. Für ihn gab es weder Sohn noch Tochter. Jdg 11:35 Als er sie sah, zerriß er seine Kleider und sprach. "Ach meine Tochter! Du beugst mich nieder. Du selbst bist unter meinen Unglücksbringern. Denn ich habe meinen Mund vor dem Herrn aufgetan. Ich kann nicht zurück." Jdg 11:36 Da sprach sie zu ihm: "Mein Vater! Hast du vor dem Herrn deinen Mund aufgetan, so tu an mir, wie es aus deinem Munde kam, nachdem der Herr dir Rache verschafft an deinen Feinden, den Ammonitern!" Jdg 11:37 Und sie sprach zu ihrem Vater: "Dies sei mir gewährt! Laß mir noch zwei Monate, daß ich hingehe und in den Bergen weile und mein Jungfrauenalter beweine, ich und meine Gespielinnen!" Jdg 11:38 Er sprach: "Geh hin!" Und er entließ sie für zwei Monate. Da ging sie mit ihren Gespielinnen und beweinte auf den Bergen ihr Jungfrauenalter. Jdg 11:39 Nach Verlauf zweier Monate kehrte sie zu ihrem Vater heim. Und er vollzog an ihr sein Gelübde, das er gelobt. Sie hatte noch keinen Mann erkannt. In Israel ward es Sitte, Jdg 11:40 daß alljährlich Israels Töchter hingingen, des Gileaditers Jephte Tochter jedes Jahr vier Tage zu beklagen. Jdg 12:1 Da ward Ephraims Mannschaft aufgeboten. Und sie zog gen Saphon. Und sie sprachen zu Jephte: "Warum bist du in den Kampf wider die Ammoniter gezogen und hast uns nicht gerufen, mit dir zu ziehen? Wir wollen dein Haus über dir anzünden." Jdg 12:2 Da sprach Jephte zu ihnen: "Ich und mein Volk haben einen schweren Kampf mit den Ammonitern gehabt. Ich rief euch; aber ihr habt mich nicht aus ihrer Hand befreit. Jdg 12:3 Als ich sah, daß du mir nicht halfest, da wagte ich mein Leben und zog aus gegen die Ammoniter. Und der Herr gab sie in meine Hand. Was zieht ihr heute wider mich, mit mir zu streiten?" Jdg 12:4 Dann bot Jephte alle Männer Gileads auf und stritt mit Ephraim. Da schlugen Gileads Männer Ephraim. Denn dieses pflegte zu sagen: "Ihr seid Flüchtlinge aus Ephraim." Gilead liegt ja zwischen Ephraim und Manasse. Jdg 12:5 Und Gilead besetzte die Jordanfurten nach Ephraim. Sagten nun die Flüchtlinge von Ephraim: "Ich möchte hinüber", so fragten ihn die Männer Gileads: "Bist du ein Ephratiter?" Sagte er: "Nein!" Jdg 12:6 Dann sagten sie zu ihm- "Sag doch Schibbolet ("Ähre")! Sagte er Sibbolet, weil er nicht richtig sprechen konnte, dann griffen sie ihn und metzelten ihn an den Jordanfurten. So fielen damals aus Ephraim 42.000. Jdg 12:7 Und Jephte richtete Israel sechs Jahre. Dann starb Jephte, der Gileaditer, und ward in einer der Städte Gileads begraben. Jdg 12:8 Nach ihm richtete Ibsan aus Bethlehem Israel. Jdg 12:9 Er hatte dreißig Söhne. Dreißig Töchter gab er auswärts und dreißig Töchter führte er seinen Söhnen von auswärts zu. Er richtete Israel sieben Jahre. Jdg 12:10 Ibsan starb und ward zu Bethlehem begraben. Jdg 12:11 Nach ihm richtete der Zabulonite Elon Israel. Er richtete Israel zehn Jahre lang. Jdg 12:12 Dann starb der Zabulonite Elon und ward zu Ajjalon im Lande Zabulon begraben. Jdg 12:13 Nach ihm richtete der Piratonite Abdon, Hillels Sohn, Israel. Jdg 12:14 Er hatte vierzig Söhne und dreißig Enkel, die auf siebzig Eselsfüllen ritten. Er richtete Israel acht Jahre. Jdg 12:15 Dann starb der Piratonite Abdon, Hillels Sohn, und ward zu Piraton im Land Ephraim auf dem Arnalekitergebirge begraben. Jdg 13:1 Und wieder taten die Israeliten, was dem Herrn mißfiel. Und der Herr gab sie in der Philister Hand vierzig Jahre. Jdg 13:2 Da war ein Mann aus Sora, vom Geschlechte der Daniten, namens Manoach. Sein Weib aber war unfruchtbar und hatte nicht geboren. Jdg 13:3 Da erschien des Herrn Engel dem Weib und sprach zu ihr: "Du bist unfruchtbar und hast nicht geboren. Aber du sollst in Hoffnung kommen und einen Sohn gebären. Jdg 13:4 Dann nimm dich in acht! Trink weder Wein noch Bier und iß nichts Unreines! Jdg 13:5 Denn du kommst in Hoffnung und gebierst einen Sohn. Auf sein Haupt darf aber kein Schermesser kommen! Denn ein Gottgeweihter soll der Knabe schon im Mutterleibe sein. Er wird anfangen, Israel aus der Philister Hand zu befreien." Jdg 13:6 Da ging das Weib und erzählte ihrem Mann also: "Ein Gottesmann ist zu mir gekommen. Er war wie ein Engel Gottes, überaus ehrwürdig anzusehen. Ich habe ihn aber nicht gefragt, woher er sei. Auch er hat mir seinen Namen nicht genannt. Jdg 13:7 Er sagte aber zu mir: 'Du kommst in Hoffnung und gebierst einen Sohn. Trink jetzt weder Wein noch Bier und iß nichts Unreines! Denn ein Gottgeweihter wird der Knabe sein vom Mutterleibe bis zu seinem Todestage.'" Jdg 13:8 Da betete Manoach zum Herrn und sprach: "Mit Vergunst, Herr! Der Gottesmann, den Du gesandt, möge nochmals zu uns kommen und uns belehren, was wir mit dem Knaben tun sollen, der geboren wird!" Jdg 13:9 Und Gott hörte auf Manoachs Stimme. Und so kam der Gottesengel nochmals zu dem Weibe. Sie weilte eben auf dem Felde. Ihr Mann Manoach war aber nicht bei ihr. Jdg 13:10 Eilends lief das Weib hin und meldete es ihrem Manne und sprach zu ihm: "Eben ist mir der Mann erschienen, der damals zu mir gekommen." Jdg 13:11 Da stand Manoach auf, folgte seinem Weibe, kam zu dem Mann und sprach zu ihm: "Bist du der Mann, der mit dem Weibe gesprochen?" Er sagte: "Ja!" Jdg 13:12 Da sprach Manoach: "Wenn deine Worte eintreffen, wie soll des Knaben Weise sein und wie sein Tun?" Jdg 13:13 Da sprach des Herrn Engel zu Manoach: "Vor all dem, was ich dem Weibe genannt, soll sie sich hüten! Jdg 13:14 Sie genieße gar nichts, was vom Weinstock kommt! Sie trinke weder Wein noch Bier, noch esse sie etwas Unreines! Alles, was ich ihr geboten, soll sie beobachten!" Jdg 13:15 Da sprach Manoach zu des Herrn Engel: "Wir möchten dich aufhalten und dir ein Ziegenböckchen vorsetzen." Jdg 13:16 Da sprach des Herrn Engel zu Manoach: "Wolltest du mich auch aufhalten ich koste doch nicht von deiner Speise. Willst du aber ein Brandopfer bereiten, dann bringe es dem Herrn dar!" Manoach nämlich wußte nicht, daß es des Herrn Engel war. Jdg 13:17 So fragte Manoach den Engel des Herrn: "Wie heißst du? Denn trifft dein Wort ein, möchten wir es dir lohnen." Jdg 13:18 Da sprach des Herrn Engel zu ihm: "Wozu fragst du nach meinem Namen? Ist es doch ein Wunder des Herrn." Jdg 13:19 Da nahm Manoach das Ziegenböckchen und das Speiseopfer und brachte es auf dem Felsen dem Herrn dar. Er aber tat Wunderbares. Manoach und sein Weib schauten zu. Jdg 13:20 Als die Flamme vom Altar zum Himmel stieg, fuhr des Herrn Engel in der Flamme auf. Manoach und sein Weib sahen es. Da fielen sie zur Erde auf ihr Angesicht. Jdg 13:21 Des Herrn Engel aber erschien Manoach und seinem Weibe nicht wieder. Da erkannte Manoach, daß es der Engel des Herrn war. Jdg 13:22 Und Manoach sprach zu seinem Weibe: "Wir müssen sterben; denn wir haben einen Gott gesehen." Jdg 13:23 Da sprach sein Weib zu ihm: "Hätte uns der Herr töten wollen, so hätte er nicht Brand- und Speiseopfer von uns angenommen und uns nicht jetzt solches schauen und hören lassen." Jdg 13:24 Und das Weib gebar einen Sohn. Sie hieß ihn Simson. Der Knabe wuchs heran, und der Herr segnete ihn. Jdg 13:25 Und der Geist des Herrn begann, ihn anzutreiben in Dans Lager zwischen Sora und Estaol. Jdg 14:1 Simson aber ging nach Timnat hinab und sah zu Timnat ein philistäisches Weib. Jdg 14:2 Da ging er hinauf und erzählte es Vater und Mutter. Er sprach: "Ich habe zu Timnat ein philistäisches Weib gesehen. Freit mir sie jetzt zum Weibe!" Jdg 14:3 Da sprachen zu ihm Vater und Mutter: "Gibt es unter den Töchtern deiner Brüder und in meinem ganzen Volke kein Weib, daß du bei den unbeschnittenen Philistern ein Weib freien willst?" Simson aber sprach zu seinem Vater: "Freie mir sie! Denn diese gefällt mir." Jdg 14:4 Sein Vater und seine Mutter aber wußten nicht, daß es vom Herrn kam, daß er einen Anlaß gegen die Philister suchte. Zu jener Zeit herrschten nämlich die Philister über Israel. Jdg 14:5 So ging Simson mit Vater und Mutter nach Timnat hinunter. Sie kamen zu den Weinbergen Timnats. Und da brüllte ihm ein junger Löwe entgegen. Jdg 14:6 Da kam der Geist des Herrn über ihn, und er schlitzte ihn auf, wie man ein Böckchen aufschlitzt. Er hatte dabei nichts in der Hand. Seinem Vater und seiner Mutter aber sagte er nicht, was er getan. Jdg 14:7 Dann ging er hinab und warb um das Weib, und sie gefiel Simson. Jdg 14:8 Nach einiger Zeit kam er wieder, sie heimzuholen. Da bog er ab, das Aas des Löwen zu schauen. Da war in dem Körper des Löwen,ein Bienenschwarm und Honig. Jdg 14:9 Er nahm diesen in seine Hände und aß im Gehen. Und als er zu Vater und Mutter kam, gab er ihnen davon, und sie aßen. Er verriet ihnen aber nicht, daß er den Honig aus dem Körper des Löwen geholt hatte. Jdg 14:10 Dann ging er selber wegen des Weibes hinab. Und Simson veranstaltete dort ein Gelage. Denn so machten es die jungen Leute. Jdg 14:11 Als sie ihn sahen, wählten sie dreißig Genossen aus, und diese blieben bei ihm. Jdg 14:12 Zu diesen sprach Simson: "Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Löst ihr es mir in den sieben Tagen des Gelages, und findet ihr es, dann gebe ich euch dreißig Unterkleider und dreißig Festgewänder. Jdg 14:13 Könnt ihr es mir aber nicht lösen, dann gebt ihr mir dreißig Unterkleider und dreißig Festgewänder." Sie sprachen zu ihm: "Gib dein Rätsel auf, daß wir es vernehmen!" Jdg 14:14 Er sprach zu ihnen: "Fraß ist vom Fresser gekommen, Süßes vom Herben." Sie aber konnten während dreier Tage das Rätsel nicht lösen. Jdg 14:15 Am vierten Tage sprachen sie zu Simsons Weib: "Berede deinen Mann, daß er uns des Rätsels Lösung gibt! Sonst verbrennen wir dich und das Haus deines Vaters. Habt ihr uns nur eingeladen, um uns arm zu machen? Oder nicht?" Jdg 14:16 Da weinte Simsons Weib ihm vor und sprach: "Nicht anders ist's: Du bist mir abgeneigt. Du liebst mich nicht. Hast du nicht meinen Landsleuten ein Rätsel aufgegeben? Und mir sagst du es nicht." Er sprach zu ihr: "Weder Vater noch Mutter habe ich es verraten und dir sollt ich es verraten?" Jdg 14:17 Da weinte sie ihm die sieben Tage vor, die das Gelage dauerte. Am siebten Tage aber verriet er es ihr, weil sie ihn gequält hatte. Und sie verriet das Rätsel ihren Landsleuten. Jdg 14:18 Am siebten Tage sagten die Leute der Stadt zu ihm, bevor er ins Brautgemach ging: "Was ist süßer als Honig, und was ist herber als ein Löwe?" Er sprach zu ihnen: "Hättet ihr nicht mit meinem Kalbe gepflügt, so hättet ihr mein Rätsel nicht gelöst." Jdg 14:19 Dann überkam ihn der Geist des Herrn. Er stieg nach Askalon hinab und erschlug von ihnen dreißig Mann. Diesen nahm er die Gewandung und gab die Festgewänder den Rätsellösern. Doch ward er darüber zornig und ging zu seines Vaters Haus hinauf. Jdg 14:20 Simsons Weib aber ward seinem Gesellen zuteil, der sein Nebenbuhler gewesen war. Jdg 15:1 Nach einiger Zeit, in den Tagen der Weizenernte, besuchte Simson sein Weib mit einem Ziegenböckchen. Er sprach: "Ich will zu meinem Weibe in die Kammer gehen." Aber ihr Vater ließ ihn nicht eintreten. Jdg 15:2 Ihr Vater sagte nämlich: "Ich habe gedacht, du seiest ihr abgeneigt, und so gab ich sie deinem Nebenbuhler. Aber ist nicht ihre jüngere Schwester für dich passender als jene? Sie sei dein an ihrer Statt!" Jdg 15:3 Da sprach Simson zu ihnen: "Diesmal bin ich schuldfrei an den Philistern, wenn ich ihnen Schlimmes antue." Jdg 15:4 Und Simson ging, fing dreihundert Füchse, nahm Fackeln, band Schweif an Schweif und tat je eine Fackel zwischen zwei Schweife in die Mitte. Jdg 15:5 Dann steckte er die Fackeln in Brand und ließ sie los in die Saaten der Philister. So verbrannte er Garben, Halme,Weinberge und Olivenbäume. Jdg 15:6 Die Philister fragten: "Wer hat dies getan?" Man sagte: "Des Timniters Eidam Simson. Er hat ihm ja sein Weib genommen; dann gab er es seinem Nebenbuhler. Da zogen die Philister hinauf und verbrannten sie und ihren Vater. Jdg 15:7 Da sprach Simson zu ihnen: "Wenn ihr so tut, dann räche ich mich ein für allemal an euch." Jdg 15:8 Und er schlug sie ganz gewaltig auf Hügeln und in Tälern. Dann stieg er hinab und weilte in der Felsenkluft von Etam. Jdg 15:9 Da zogen die Philister herauf, lagerten wider Juda und ließen sich in dem Engpasse nieder. Jdg 15:10 Da fragte Judas Mannschaft: "Warum zieht ihr gegen uns herauf?" Da sagten sie: "Wir ziehen herauf, Simson zu fesseln und ihm zu tun, wie er uns getan." Jdg 15:11 Da zogen dreitausend Mann aus Juda nach der Felsenkluft von Etam hinab und sprachen zu Simson: "Weißt du nicht, daß die Philister über uns herrschen? Warum tust du uns dies an?" Er sprach zu ihnen: "Wie sie mir getan, so habe ich ihnen getan." Jdg 15:12 Und sie sprachen zu ihm: "Wir sind herabgekommen, dich zu fesseln und dich den Philistern auszuliefern." Simson sprach zu ihnen: "Schwört mir, daß ihr mich nicht erschlagt!" Jdg 15:13 Sie sprachen zu ihm: "Nein! Wir wollen dich nur fesseln und dich in ihre Hand geben. Aber töten wollen wir dich nicht." So fesselten sie ihn mit zwei neuen Stricken und führten ihn aus der Felsenschlucht herauf. Jdg 15:14 So kam er in den Engpaß, und die Philister jauchzten ihm entgegen. Da kam der Geist des Herrn über ihn. Und die Stricke an seinen Armen wurden wie Fäden, vom Feuer versengt, und die Fesseln glitten ihm von den Händen. Jdg 15:15 Er fand auch in dem Eselspaß einen Pfahl, streckte seine Hand aus, griff ihn und schlug damit 1.000 Mann. Jdg 15:16 Und Simson sprach: "Im Eselspaß habe ich sie gründlich geschunden. Im Eselspaß habe ich 1.000 Mann erschlagen." Jdg 15:17 Als er ausgeredet, warf er ihn in den Paß. Man nannte jenen Ort Ramat Lechi ("Riegel der Schlucht"). Jdg 15:18 Da ward er sehr durstig. Und er rief zum Herrn und sprach: "Du hast durch Deines Dieners Hand diesen großen Sieg geschaffen. Nun werde ich vor Durst sterben und falle dann in der Unbeschnittenen Hand." Jdg 15:19 Da ließ Gott die Höhle in der Eselsschlucht überquellen, und Wasser floß heraus. Er trank, und sein Geist lebte auf. Daher nannte man sie "Des Rufers Quelle in der Schlucht" bis auf diesen Tag. Jdg 15:20 Und er richtete Israel zur Zeit der Philister zwanzig Jahre. Jdg 16:1 Simson ging nun nach Gaza. Da sah er dort eine Dirne und ging zu ihr. Jdg 16:2 Bei den Leuten von Gaza hieß es nun: "Simson ist hierhergekommen." Da stellten sie sich ringsum auf und lauerten ihm ganz heimlich am Stadttor auf. Sie blieben aber die ganze Nacht ruhig, weil sie sagten: "Erst wenn der Morgen tagt, erschlagen wir ihn." Jdg 16:3 Simson aber schlief bis Mitternacht. Um Mitternacht aber stand er auf, packte die Stadttorflügel samt den beiden Pfosten, hob sie samt dem Riegel aus, legte sie auf seine Schultern und trug sie auf den Gipfel des Berges gegenüber Hebron. Jdg 16:4 Später liebte er ein Weib am Bache Sorek ("Traubenbach"). Sie hieß Delila. Jdg 16:5 Da kamen die Philisterfürsten zu ihr herauf und redeten ihr zu: "Berede ihn und sieh zu, wodurch seine Kraft so groß ist und womit wir ihm beikommen können, daß wir ihn fesseln und bezwingen! Dann geben wir, Mann für Mann, dir elfhundert Silberringe." Jdg 16:6 Da sprach Delila zu Simson: "Sag mir doch, wodurch deine Kraft so groß ist und womit du gefesselt werden mußt, daß man dich bezwinge!" Jdg 16:7 Simson sprach zu ihr: "Bände man mich mit sieben frischen, feuchten Saiten, dann würde ich schwach und würde wie ein anderer Mensch." Jdg 16:8 Da brachten die Philisterfürsten sieben frische, feuchte Saiten, und sie band ihn damit. Jdg 16:9 Bei ihr im Gemache aber saß der Aufpasser. Da sprach sie zu ihm: "Simson! Die Philister sind über dir." Da zerriß er die Saiten, wie ein Wergfaden zerreißt, wenn er Feuer spürt. So blieb seine Kraft unerkundet. Jdg 16:10 Da sprach Delila zu Simson: "Du hast mich genarrt und mir Lügen vorgeredet. Sag mir jetzt, womit du gefesselt werden mußt!" Jdg 16:11 Er sagte ihr: "Bände man mich mit neun neuen Stricken, mit denen noch keine Arbeit getan worden, dann würde ich schwach und wie ein anderer Mensch." Jdg 16:12 Da nahm Delila neue Stricke und fesselte ihn damit. Dann sprach sie zu ihm: "Die Philister sind über dir, Simson." Der Aufpasser aber saß im inneren Gemach. Da riß er sie von seinen Armen wie einen Faden. Jdg 16:13 Da sprach Delila zu Simson: "Bisher hast du mich genarrt und mir Lügen vorgeredet. Sag mir doch, womit du gefesselt werden mußt!" Da sagte er ihr: "Wenn du die sieben Locken meines Hauptes mit der Decke verflöchtest." Jdg 16:14 Da klopfte sie an den Pflock und sprach zu ihm: "Simson! Die Philister sind über dir." Da erwachte er aus seinem Schlaf und riß den Pflock, das Geflecht und die Decke aus. Jdg 16:15 Da sagte sie zu ihm: "Wie kannst du behaupten, du liebest mich? Dein Herz ist nicht bei mir. Dreimal hast du mich genarrt und mir nicht gesagt, wodurch deine Kraft so groß ist." Jdg 16:16 So setzte sie ihm mit ihren Reden unaufhörlich zu und quälte ihn. Da ward seine Seele zum Sterben ungeduldig. Jdg 16:17 Und so entdeckte er ihr sein ganzes Herz und sprach zu ihr: "Auf mein Haupt ist noch nie ein Schermesser gekommen. Denn ich bin vom Mutterleibe an ein Gottgeweihter. Würde ich geschoren, so wiche meine Kraft von mir. Ich würde schwach und wäre wie jeder andere Mensch." Jdg 16:18 Da sah Delila, daß er ihr sein ganzes Herz verraten hatte. Sie sandte hin und ließ die Philisterfürsten rufen und ihnen sagen: "Kommt diesmal! Er hat mir sein ganzes Herz verraten." Da kamen die Philisterfürsten zu ihr und brachten das Geld mit. Jdg 16:19 Nun ließ sie ihn auf ihrem Schoße einschlafen. Dann rief sie nach einem Schermesser und schnitt ihm die sieben Locken seines Hauptes ab. Da ward es mit ihm immer schwächer, und seine Kraft wich von ihm. Jdg 16:20 Sie sprach: "Simson! Die Philister sind über dir." Da wachte er aus seinem Schlafe und dachte: "Ich will hinaus wie sonst und mich aufraffen." Er wußte aber nicht, daß der Herr von ihm gewichen war. Jdg 16:21 Da griffen ihn die Philister und stachen ihm die Augen aus. Dann führten sie ihn nach Gaza hinab und schlugen ihn in eherne Fesseln. Da mußte er die Mühle im Gefängnis drehen. Jdg 16:22 Sein Haupthaar aber begann wieder zu wachsen, so wie es abgeschoren war. Jdg 16:23 Nun kamen die Philisterfürsten zusammen, ihrem Gott Dagon ein großes Opferfest zu bereiten und sich zu freuen; denn sie sagten: "Unser Gott hat unseren Feind Simson in unsere Hand gegeben." Jdg 16:24 Auch das Volk hörte von ihm, und sie priesen ihren Gott; denn sie sagten: "Unser Gott hat unseren Feind in unsere Hand gegeben, den Verwüster unseres Landes, ihn, der so viele von uns erschlagen hat." Jdg 16:25 Als sie nun guter Dinge wurden, sprachen sie: "Ruft Simson herbei, daß er uns belustige!" Da rief man Simson aus dem Gefängnis, und er mußte sie belustigen. Sie stellten ihn zwischen die Säulen. Jdg 16:26 Da sprach er zu dem Knaben, der ihn an der Hand hielt: "Laß mich die Säulen betasten, auf denen das Haus ruht! Ich möchte daran lehnen." Jdg 16:27 Das Haus aber war voller Männer und Weiber. Auch alle Philisterfürsten waren hier zugegen, und auf dem Dache waren an 3.000 Männer und Weiber, die Simsons Spiele zusahen. Jdg 16:28 Da rief Simson zum Herrn und sprach: "Herr, ach Herr! Gedenke meiner und stärke mich nur diesmal, o Gott! Ich will für meine beiden Augen einmalige Rache an den Philistern nehmen." Jdg 16:29 Dann umschlang Simson die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, und drückte darauf, auf die eine mit dem rechten, auf die andere mit dem linken Arm. Jdg 16:30 Dann sprach Simson: "Nun sterbe ich mit den Philistern." Und er neigte sich mit Macht, und das Haus fiel auf die Fürsten und alles Volk darin. So wurden es der Toten, die er getötet hatte, bei seinem Tode mehr als derer, die er bei Lebzeiten getötet. Jdg 16:31 Dann kamen seine Brüder und sein ganzes Vaterhaus herab, holten ihn hinauf und begruben ihn zwischen Sora und Estaol in seines Vaters Manoach Grab. Er hatte Israel zwanzig Jahre gerichtet. Jdg 17:1 Auf dem Gebirge Ephraim war ein Mann namens Micha. Jdg 17:2 Dieser sprach zu seiner Mutter: "Die elfhundert Silberringe, die dir entwendet worden sind und derentwegen du geflucht und es laut vor mir gesagt hast, dies Geld ist bei mir. Ich habe es entwendet." Da sprach seine Mutter "Mein Sohn! Sei vom Herrn gesegnet!" Jdg 17:3 Da gab er die elfhundert Silberringe seiner Mutter zurück. Seine Mutter aber sprach: "Ich weihe dieses Geld dem Herrn aus meiner Hand für meinen Sohn, um daraus ein Bildnis mit Umhang zu machen. Als solches gebe ich es dir wieder." Jdg 17:4 Da brachte er das Geld seiner Mutter. Seine Mutter aber nahm zweihundert Silberringe und gab sie einem Goldschmied. Dieser machte daraus ein Bildnis mit Umhang. Dies kam in Michas Haus. Jdg 17:5 Und dieser Mann, Micha, machte sich ein Gotteshaus, fertigte Ephod und Teraphim und weihte einen seiner Söhne, und der ward ihm Priester. Jdg 17:6 Zu jener Zeit war kein König in Israel. Jeder tat, was ihm gut dünkte. Jdg 17:7 Nun war ein junger Mann aus Bethlehem in Juda aus Judas Sippe. Er war Levite und dort zu Gast. Jdg 17:8 Nun ging der Mann aus der Stadt Bethlehem in Juda, irgendwo zu Gaste zu sein. So kam er auf das Gebirge Ephraim zu Michas Haus und sprach hier vor. Jdg 17:9 Micha fragte ihn: "Woher kommst du?" Er antwortete ihm: "Ich bin ein Levite aus Bethlehem in Juda. Ich bin auf der Reise, mich irgendwo niederzulassen." Jdg 17:10 Da sprach Micha zu ihm: "Bleib bei mir und sei mir Vater und Priester! Ich gebe dir jährlich zehn Silberringe und Kleidung und deinen Lebensunterhalt." Und der Levite ging darauf ein. Jdg 17:11 So entschloß sich also der Levite, bei dem Manne zu bleiben. Und der junge Mann war bei ihm wie einer seiner Söhne. Jdg 17:12 Und Micha weihte den Leviten. Und der junge Mann ward sein Priester und blieb in Michas Haus. Jdg 17:13 Da sprach Micha: jetzt weiß ich, daß der Herr mir wohltun wird, weil ich den Leviten zum Priester habe." Jdg 18:1 Zu jener Zeit gab es keinen König in Israel. Damals suchte sich der Danitenstamm einen Erbbesitz zur Siedlung. Denn ihm war bis dahin inmitten der Stämme Israels kein Erbbesitz zugefallen. Jdg 18:2 So schickten die Daniten fünf Männer aus ihrer Sippe, aus ihren Beamten, die tüchtigsten Männer aus Sora und Estaol aus, das Land zu erkunden und auszuforschen. Sie sprachen zu ihnen: "Zieht hin! Erforscht das Land!" So kamen sie auf das Gebirge Ephraim zu Michas Haus und übernachteten hier. Jdg 18:3 Sie waren eben bei Michas Haus. Da hatten sie die Mundart des jungen Leviten erkannt. Und sie kehrten hier ein und fragten ihn: "Wer hat dich hierher gebracht? Was tust du da? Was hast du hier?" Jdg 18:4 Er sprach zu ihnen: "So und so hat es Micha mit mir gemacht. Er dingte mich, und ich ward sein Priester." Jdg 18:5 Da sprachen sie zu ihm: "Befrag doch Gott, damit wir wissen, ob unser Weg gelingt, auf dem wir sind!" Jdg 18:6 Da sprach der Priester zu ihnen: "Geht getrost! Dem Herrn ist euer Weg genehm, auf dem ihr seid." Jdg 18:7 So zogen die fünf Männer fort und kamen nach Lais. Sie fanden das Volk darin ruhig wohnen, nach Art der Sidonier, sorglos und ruhig. Keiner, der im Lande Macht besaß, tat etwas Schimpfliches. Auch waren sie fern von den Sidoniern und hatten mit niemandem eine Verabredung. Jdg 18:8 So kamen sie wieder zu ihren Brüdern nach Sora und Estaol, und ihre Brüder fragten sie: "Was sagt ihr?" Jdg 18:9 Sie sprachen: "Auf! Laßt uns gegen jene ziehen! Wir haben das Land beschaut, und es ist ganz passend. Seid ihr noch unschlüssig? Zögert nicht, hinzuziehen und das Land zu besetzen! Jdg 18:10 Kommt ihr hin, so kommt ihr zu einem sorglosen Volk, und das Land ist weitläufig, und der Herr gibt es in eure Hand: ein Ort, wo an nichts, was es auf Erden gibt, Mangel ist." Jdg 18:11 So zogen von dort aus der Danitensippe sechshundert waffengerüstete Männer aus Sora und Estaol. Jdg 18:12 Sie stiegen hinan und lagerten sich zu Kirjat Jearim in Juda. Daher nennt man jenen Ort "Dans Lager" bis auf diesen Tag. Er liegt hinter Kirjat Jearim. Jdg 18:13 Von dort zogen sie nach dem Gebirge Ephraim. So kamen sie zu Michas Haus. Jdg 18:14 Da hoben die fünf Männer an, die ausgezogen waren, das Land von Lais zu erkunden, und sprachen zu ihren Brüdern: "Wißt ihr, daß in diesen Häusern Ephod und Teraphim sind und ein Bildnis mit Umhang? Seht jetzt zu, was ihr tut!" Jdg 18:15 Sie bogen dorthin ab und kamen in das Haus des jungen Leviten, zu Michas Haus, und fragten ihn nach dem Befinden. Jdg 18:16 Die sechshundert Mann von den Daniten aber standen kriegsgerüstet am offenen Tor. Jdg 18:17 Die fünf Männer nun, die das Land zu erkunden ausgezogen und hierher gekommen waren, gingen hinauf und holten das Bildnis, den Ephod, die Teraphim und den Umhang. Der Priester aber stand am offenen Tor, ebenso die sechshundert bewaffneten Männer. Jdg 18:18 Jene gingen also in Michas Haus und holten das Bildnis, den Ephod, die Teraphim und den Umhang. Da sprach der Priester zu ihnen: "Was macht ihr?" Jdg 18:19 Sie sprachen zu ihm: "Schweig still! Leg die Hand auf den Mund! Geh mit uns und werde uns Vater und Priester! Willst du lieber Priester für das Haus eines Mannes sein oder Priester für einen Stamm und eine Sippe in Israel?" Jdg 18:20 Dies gefiel dem Priester. Er nahm den Ephod, die Teraphim und das Bildnis und trat in die Mitte der Leute. Jdg 18:21 Sie wandten sich nun und zogen ab. Die Kinder aber, das Vieh und die Sklaven stellten sie voran. Jdg 18:22 Kaum hatten sie sich von Michas Haus entfernt, als die Männer in den Häusern um Michas Haus aufgeboten wurden. Und sie holten die Daniten ein. Jdg 18:23 Dann riefen sie die Söhne Dans an. Diese wandten sich und sprachen zu Micha: "Was ist dir, daß du das Aufgebot gemacht hast?" Jdg 18:24 Er sprach: "Ihr nehmt meinen Gott weg, den ich gemacht, samt dem Priester und geht davon. Was bleibt mir noch? Wie könnt ihr fragen: 'Was ist dir?'" Jdg 18:25 Da sprachen Dans Söhne zu ihm: "Laß uns nichts weiter hören! Sonst könnten Männer erbitterten Gemüts euch anfallen. Und dann kannst du dich und dein Haus zusammensuchen." Jdg 18:26 So zogen die Daniten ihres Wegs. Micha aber sah, daß sie ihm zu stark waren und kehrte heim. Jdg 18:27 Sie nahmen also mit, was Micha hatte machen lassen, samt dem Priester, den er besaß. So zogen sie bis Lais, gegen ein ruhig und sorglos lebendes Volk, schlugen sie mit des Schwertes Schärfe und verbrannten die Stadt. Jdg 18:28 Niemand aber half; denn sie lag zu weit von Sidon und hatte mit niemandem Verabredung. Sie lag in der Ebene von Bet Rechob ("Haus der Weite"). Sie bauten die Stadt wieder auf und siedelten darin. Jdg 18:29 Und sie nannten die Stadt "Dan" nach dem Namen ihres Ahnen Dan, der Israel geboren ward. Früher hieß die Stadt Lais. Jdg 18:30 Die Daniten stellten nun das Bildnis auf, und Jonatan, der Sohn Gersoms und Enkel Manasses, er und seine Söhne wurden Priester für den Stamm der Daniten bis zur Wegführung aus dem Lande. Jdg 18:31 Sie hatten das Bildnis, das Micha gemacht hatte, die ganze Zeit aufgestellt, solange das Gotteshaus in Silo war. Jdg 19:1 In jener Zeit, als es keinen König in Israel gab, war ein levitischer Mann auf der Rückseite des Gebirges Ephraim zu Gast. Er nahm sich ein Mädchen aus Bethlehem in Juda zum Nebenweib. Jdg 19:2 Sein Nebenweib aber betrog ihn und ging von ihm in ihres Vaters Haus nach Bethlehem in Juda. Dort lebte sie vier Monate. Jdg 19:3 Da machte sich ihr Mann auf und ging ihr nach, ihr zuzureden und sie zurückzugewinnen. Er aber hatte seinen Burschen und ein paar Esel bei sich. Sie führte ihn nun in ihres Vaters Haus. Da sah ihn des Mädchens Vater und freute sich über seine Ankunft. Jdg 19:4 Und sein Schwiegervater, des Mädchens Vater, gab ihm die Hand, und er blieb drei Tage bei ihm. Sie aßen und tranken und blieben über Nacht. Jdg 19:5 Am vierten Tage standen sie früh auf, und er erhob sich zu gehen. Da sprach des Mädchens Vater zu seinem Schwiegersohn: "Stärke dein Herz mit einem Bissen Brot! Hernach mögt ihr reisen." Jdg 19:6 Sie setzten sich, aßen beide zusammen und tranken. Dann sprach des Mädchens Vater zu dem Mann: "Entschließe dich und bleibe über Nacht und sei guter Dinge!" Jdg 19:7 Der Mann aber stand auf, um zu gehen. Aber sein Schwiegervater drang in ihn, und er blieb nochmals über Nacht da. Jdg 19:8 Am fünften Tage stand er früh auf, um zu gehen. Da sprach des Mädchens Vater: "Stärke doch dein Herz und verweilet bis zur Neige des Tages!" So aßen sie miteinander. Jdg 19:9 Dann stand der Mann auf, um zu gehen, er, sein Nebenweib und sein Diener. Da sprach sein Schwiegervater, des Mädchens Vater, zu ihm: "Der Tag neigt sich zum Abendwerden. Bleibt doch über Nacht! Der Tag geht zur Neige, bleibe hier über Nacht und sei guter Dinge! Morgen früh zieht eures Wegs, daß du zu deinem Zelte kommst!" Jdg 19:10 Aber der Mann wollte nicht mehr übernachten. Er stand auf, zog fort und kam bis vor Jebus, das ist Jerusalem. Er hatte ein Paar gesattelter Esel bei sich und sein Nebenweib. Jdg 19:11 Sie waren eben bei Jebus, als es spät am Tage wurde! Da sprach der Bursche zu seinem Herrn: "Komm! Laßt uns in dieser Jebusiterstadt einkehren und hier übernachten!" Jdg 19:12 Aber sein Herr sprach zu ihm: "Wir wollen nicht in einer fremden Stadt einkehren, in der kein Israelite ist. Wir ziehen weiter bis Gibea." Jdg 19:13 Dann sprach er zu seinem Burschen: "Komm! Wir wollen nach einer der Ortschaften gehen! Wir übernachten in Gibea oder in Rama." Jdg 19:14 So zogen sie des Weges weiter. Da ging die Sonne unter bei Gibea in Benjamin. Jdg 19:15 Hier bogen sie nun vom Wege ab, um in Gibea zu übernachten. Als er ankam, setzte er sich auf den Marktplatz der Stadt. Aber niemand nahm sie ins Haus zum Übernachten. Jdg 19:16 Da kam ein alter Mann abends von seiner Feldarbeit. Der Mann war vom Gebirge Ephraim und selber Fremdling zu Gibea. Die Leute des Ortes aber waren Benjaminiten. Jdg 19:17 Er hob nun seine Augen und sah den Wandersmann auf dem Marktplatz der Stadt. Da fragte der alte Mann: "Wohin gehst du? Woher kommst du?" Jdg 19:18 Er sprach zu ihm: "Wir ziehen von Bethlehem in Juda nach der Rückseite des Gebirges Ephraim. Ich bin von dort. Ich reiste nach Bethlehem in Juda. Ich bin nun unterwegs nach dem eigenen Hause. Aber niemand nimmt mich in sein Haus. Jdg 19:19 Wir haben Stroh und Futter für unsere Esel. Auch Brot und Wein für mich und deine Magd und für den Burschen sind bei deinem Sklaven. Es fehlt an nichts." Jdg 19:20 Da sprach der alte Mann: "Friede sei mit dir! Mir obliege all dein Mangel allein! Nur auf der Straße darfst du nicht übemachten." Jdg 19:21 Dann führte er ihn in sein Haus und fütterte die Esel. Sie aber wuschen sich die Füße, aßen und tranken. Jdg 19:22 Sie taten eben ihrem Herzen gütlich. Da umringten die Männer der Stadt, Teufelsbuben, das Haus, klopften an die Tür und sprachen zu dem alten Mann, dem Herrn des Hauses: "Gib den Mann heraus, der in dein Haus gekommen, daß wir ihn erkennen!" Jdg 19:23 Da ging der Mann, der Hausherr, zu ihnen hinaus und sprach zu ihnen: "Nicht doch! Meine Brüder! Tut doch nichts Böses! Nachdem dieser Mann in mein Haus gekommen, dürft ihr keine solche Schandtat tun. Jdg 19:24 Da ist meine jungfräuliche Tochter und ihre Dienerin. Ich will sie herausgeben. Ihnen tut Gewalt an! Mit ihnen tut nach eurer Laune! Aber diesem Manne dürft ihr keine solche Schandtat antun." Jdg 19:25 Aber die Männer wollten nicht auf ihn hören. Da ergriff der Mann sein Nebenweib und brachte sie ihnen auf die Straße. Und sie erkannten sie und trieben Mutwillen mit ihr die ganze Nacht bis zum Morgen. Sie ließen sie erst los beim Anbruch der Morgenröte. Jdg 19:26 Bei der Morgenwende aber kam das Weib und fiel nieder vor der Haustür des Mannes, bei dem ihr Herr war, und lag so bis zum lichten Tage. Jdg 19:27 Ihr Herr aber stand am Morgen auf, öffnete die Haustür und trat hinaus, um seines Weges zu ziehen. Da lag das Weib, sein Nebenweib, vor der Haustür, die Hände auf der Schwelle. Jdg 19:28 Er sprach sie an: "Steh auf! Wir wollen fort." Aber keine Antwort! Da lud er sie auf den Esel. Und der Mann machte sich auf und zog nach seiner Heimat. Jdg 19:29 Als er heimkam, nahm er das Messer, faßte sein Nebenweib, zerstückelte es völlig in zwölf Stücke und sandte sie umher im ganzen Bereiche Israels. Jdg 19:30 Da rief jeder, der es sah: "Solches ist nicht geschehen und nicht gesehen worden seit der Zeit, da Israels Söhne aus Ägypterland gezogen, bis auf diesen Tag. Denkt darüber nach! Ratet und sprechetl" Jdg 20:1 Da zogen alle Söhne Israels aus, und die Gemeinde sammelte sich wie ein Mann von Dan bis Beerseba, dazu das Land Gilead, vor dem Herrn auf der Mispa ("Warte"). Jdg 20:2 Und die Vorkämpfer des ganzen Volkes, alle Stämme Israels, stellten sich ein in der Gemeinde des Gottesvolkes, 400.000 Mann zu Fuß, Schwertträger. Jdg 20:3 Die Benjaminiten aber hörten, die Söhne Israels seien nach der Mispa gezogen. Die Söhne Israels hatten nämlich sagen lassen: "Sagt an! Wie ist diese schlimme Tat geschehen?" Jdg 20:4 Da antwortete der levitische Mann, der Mann des gemordeten Weibes, und sprach: "Ich bin mit meinem Nebenweibe nach Gibea in Benjamin gekommen zu übernachten. Jdg 20:5 Da erhoben sich Gibeas Bürger gegen mich und umringten meinetwegen nachts das Haus. Mich umzubringen, sind sie bedacht gewesen, und mein Nebenweib haben sie so vergewaltigt, daß es starb. Jdg 20:6 Da nahm ich mein Nebenweib, zerstückelte es und sandte es im ganzen Bereiche des israelitischen Eigenbesitzes umher. Denn sie haben in Israel Niedertracht und Schandtat begangen. Jdg 20:7 Wohlan! Ihr Söhne Israels insgesamt! Schafft hier Bescheid und Rat!" Jdg 20:8 Da erhob sich das ganze Volk wie ein Mann und sprach: "Keiner gehe in sein Zelt! Keiner nach Hause! Jdg 20:9 Nun denn! Das ist es, was wir mit Gibea tun wollen: 'Nach dem Lose über sie her!' Jdg 20:10 Wir nehmen zehn Mann von hundert aus allen Stämmen Israels, hundert von tausend und tausend von zehntausend. Sie sollen Zehrung für das Kriegsvolk schaffen, auf daß das Volk gegen Gibea in Benjamin ziehe, nach der Schandtat, die es in Israel verübte!" Jdg 20:11 Da brachte alle Mannschaft Israels wie ein Mann Zehrung in die Stadt. Jdg 20:12 Dann sandten die Stämme Israels Männer zum ganzen Benjaminstamm mit der Botschaft: "Welch eine Untat ist bei euch geschehen? Jdg 20:13 Gebt die Männer heraus, die Teufelsbuben, in Gibea, daß wir sie töten und das Schlimme aus Israel tilgen!" Aber die Benjaminiten wollten nicht auf die Stimme ihrer israelitischen Brüder hören. Jdg 20:14 Und die Benjaminiten aus den anderen Städten versammelten sich in Gibea, gegen die Israeliten in den Kampf zu ziehen. Jdg 20:15 Und die Benjaminiten aus den Städten wurden an jenem Tag gemustert, 26.000 Schwertbewaffnete, außer Gibeas Einwohnern. Dann wurden 700 Auserlesene gemustert. Jdg 20:16 Von all diesem Volk waren 700 Auserlesene linkshändig. Jeder von ihnen schleuderte mit Steinen haarscharf, ohne zu fehlen. Jdg 20:17 Auch Israels Mannschaft ward gemustert. Ohne Benjamin waren es 400.000 Schwertbewaffnete, lauter Kriegsleute. Jdg 20:18 Sie erhoben sich nun und zogen nach Betel hinauf und befragten Gott. Die Israeliten fragten: "Wer von uns zieht zuerst zum Kampfe wider die Benjaminiten hinauf?" Der Herr sprach: "Juda zuerst!" Jdg 20:19 Am Morgen erhoben sich die Israeliten und lagerten gegen Gibea. Jdg 20:20 Da zog Israels Mannschaft zum Kampfe gegen Benjamin bei Gibea. Israels Mannschaft aber bot ihnen den Kampf an. Jdg 20:21 Da rückten die Benjaminiten aus Gibea und streckten an jenem Tage von Israel 22.000 Mann nieder. Jdg 20:22 Da ermannte sich das Kriegsvolk, Israels Mannschaft, und bot ihnen nochmals den Kampf an, am selben Platze, wo sie ihn am ersten Tage angeboten hatten. Jdg 20:23 Dann gingen die Israeliten hinauf und weinten vor dem Herrn bis zum Abend. Dann befragten sie den Herrn und sprachen: "Soll ich noch einmal zum Kampf gegen meinen Bruder Benjamin ausrücken?" Der Herr sprach: "Zieht gegen sie!" Jdg 20:24 Am zweiten Tage nun zogen die Israeliten gegen die Benjaminiten. Jdg 20:25 Und am zweiten Tage zog ihnen Benjamin aus Gibea entgegen und streckte von den Israeliten abermals 18.000 Mann nieder, lauter Schwertbewaffnete. Jdg 20:26 Da gingen alle Israeliten, und zwar das gesamte Kriegsvolk, hinauf. Sie kamen nach Betel und weinten und saßen dort vor dem Herrn und fasteten an jenem Tage bis Abend. Dann brachten sie Brand- und Mahlopfer vor dem Herrn dar. Jdg 20:27 Darauf befragten die Israeliten den Herrn. Denn dort war zu jener Zeit die Bundeslade Gottes. Jdg 20:28 Zu jener Zeit diente ihm Pinechas, Eleazars Sohn und Aarons Enkel. Sie sprachen: "Soll ich noch einmal zum Kampf gegen meinen Bruder Benjamin ziehen oder soll ich es lassen?" Der Herr sprach: "Zieht aus! Denn morgen gebe ich ihn in deine Hand." Jdg 20:29 Nun legte Israel einen Hinterhalt rings um Gibea. Jdg 20:30 Dann zogen die Israeliten gegen die Benjaminiten am dritten Tage und stellten sich wider Gibea wie die vorigen Male auf. Jdg 20:31 Da rückten die Benjaminiten dem Kriegsvolk entgegen. Sie ließen sich aber von der Stadt weglocken und begannen, wie die vorigen Male, einige vom Kriegsvolk zu erschlagen auf den Straßen, deren eine nach Betel und die andere nach Gibea führt, auf freiem Felde, gegen dreißig Mann von Israel. Jdg 20:32 Da dachten die Benjaminiten: "Sie werden von uns geschlagen wie das erstemal." Die Israeliten aber hatten gesagt: "Laßt uns fliehen, daß wir sie von der Stadt nach den Straßen locken." Jdg 20:33 Da erhob sich Israels ganze Mannschaft aus ihrem Ort und stellte sich bei Baal Tamar ("Palmenort") auf. Dann brach Israel aus seinem Standort im Hinterhalt hervor, aus einer Waldlichtung bei Geba. Jdg 20:34 So kamen, Gibea gegenüber, 10.000 aus ganz Israel erlesene Männer heran. Und der Kampf ward heftig. Sie wußten aber nicht, daß das Verderben ihnen nahte. Jdg 20:35 So schlug der Herr durch Israel Benjamin. Und die Israeliten schlugen an jenem Tag von Benjamin 25.100 Mann, lauter Schwertbewaffnete. Jdg 20:36 Die Benjaminiten sahen nun, daß sie geschlagen waren. Israels Mannschaft aber gab Benjamin Raum, weil sie sich auf den Hinterhalt verließen, den sie bei Gibea gelegt hatten. Jdg 20:37 Nun brach plötzlich der Hinterhalt vor und schwärmte gegen Gibea aus. Und der Hinterhalt rückte vor und schlug die ganze Stadt mit des Schwertes Schärfe. Jdg 20:38 Die Mannschaft Israels aber hatte mit dem Hinterhalt, der einfallen sollte, eine Abmachung getroffen, er solle eine starke Rauchsäule aus der Stadt aufsteigen lassen. Jdg 20:39 Nun wandte Israels Mannschaft sich im Kampf, und Benjamin begann, schon etliche der Mannschaft Israels, etwa dreißig Mann, zu erschlagen; denn sie dachten: Sie erliegen uns wie in der ersten Schlacht. Jdg 20:40 Da begann der Brand, und aus der Stadt stieg eine Rauchsäule auf. Als Benjamin zurückschaute, war die ganze Stadt himmelhoch in Flammen aufgegangen. Jdg 20:41 Israels Mannschaft aber hatte kehrt gemacht; so ward Benjamins Mannschaft verwirrt. Denn sie sahen, daß sie das Verderben ereilt hatte. Jdg 20:42 So wandten sie sich vor Israels Mannschaft auf den Weg zur Wüste. Der Kampf hatte sich an sie geheftet, und die aus der Vorhut setzten ihnen zu. Jdg 20:43 Inzwischen hatten sie Benjamin umzingelt, verfolgt und mühelos niedergekämpft bis östlich Gibea gegenüber. Jdg 20:44 Dabei fielen von Benjamin 18.000 Mann, lauter tapfere Männer. Jdg 20:45 Sie wandten sich zur Flucht nach der Wüste gegen den Rimmonfelsen ("Granatfelsen") hin. Jene aber hielten auf den Straßen unter ihnen eine Nachlese von fünftausend Mann und verfolgten sie bis zur Vernichtung und schlugen von ihnen noch zweitausend Mann. Jdg 20:46 So waren aus Benjamin an jenem Tag insgesamt 25.000 Schwertbewaffnete gefallen, lauter tapfere Männer. Jdg 20:47 Sie wandten sich nun und flohen nach der Wüste gegen den Rimmonfelsen hin, sechshundert Mann. Und sie blieben beim Rimmonfelsen vier Monate. Jdg 20:48 Israels Mannschaft aber kehrte zu den anderen Benjaminiten zurück und schlug sie mit des Schwertes Schärfe, außerhalb der Städte, von den Männern bis zum Vieh, alles, was sich vorfand. Auch alle vorgefundenen Städte steckten sie in Brand. Jdg 21:1 Israels Mannschaft aber hatte auf der Mispa geschworen: "Keiner von uns darf seine Tochter Benjamin zum Weibe geben." Jdg 21:2 Und das Volk kam nach Betel und saß dort bis zum Abend vor Gott. Und sie erhoben ihre Stimme, weinten laut und sprachen: Jdg 21:3 "Warum, Herr, Gott Israels, ist dies in Israel geschehen, daß heute aus Israel ein Stamm vermißt wird?" Jdg 21:4 Das Volk aber baute am anderen Morgen früh dort einen Altar und brachte Brand- und Dankopfer dar. Jdg 21:5 Dann fragten die Israeliten: "Wer von allen Stämmen Israels ist es, der nicht mit der Gemeinde zum Herrn heraufgezogen ist?" Denn der große Schwur war gegen den ausgesprochen worden, der nicht zum Herrn nach der Mispa käme: "Er soll des Todes sterben!" Jdg 21:6 Da tat es den Israeliten leid um ihren Bruder Benjamin, und sie sprachen: "Heute ist ein Stamm aus Israel ausgerissen. Jdg 21:7 Wie können wir den Übriggebliebenen zu Weibern verhelfen? Wir haben ja beim Herrn geschworen, daß wir keine unserer Töchter an sie verheiraten wollen?" Jdg 21:8 Da sprachen sie: "Welcher von Israels Stämmen ist nicht zum Herrn nach der Mispa gezogen?" Da fand sich, daß aus Jabes in Gilead niemand ins Lager zur Versammlung gekommen war. Jdg 21:9 Da ward das Volk gemustert, und wirklich war aus Jabes in Gilead niemand da. Jdg 21:10 Da sandte die Gemeinde 12.000 der tapfersten Männer dahin und befahl ihnen: "Geht hin und schlagt die Einwohner von Jabes in Gilead mit des Schwertes Schärfe, Weiber und Kinder! Jdg 21:11 Und so sollt ihr es machen: Bannt alle Mannsbilder und alle Weiber, die männliches Beilager erkannt!" Jdg 21:12 Da fanden sich unter den Einwohnern von Jabes in Gilead 400 jungfräuliche Mädchen, die noch keinen Mann in männlichem Beilager erkannt hatten. Diese brachten sie ins Lager zu Silo im Lande Kanaan. Jdg 21:13 Dann sandte die ganze Gemeinde hin und verhandelte mit den Benjaminiten beim Rimmonsfelsen. Und sie entboten ihnen Frieden. Jdg 21:14 Da kehrten die Benjaminiten in jener Zeit zurück, und man gab ihnen Weiber, die man von den Weibern zu Jabes in Gilead am Leben gelassen hatte. Aber sie reichten ihnen nicht. Jdg 21:15 Da tat es dem Volk um Benjamin leid, daß der Herr einen Riß in die Stämme gemacht hatte. Jdg 21:16 So sprachen die Ältesten der Gemeinde: "Wie können wir den Übriggebliebenen zu Weibern verhelfen? Sind doch aus Benjamin die Weiber ausgerottet!" Jdg 21:17 Sie sprachen: "Eine Möglichkeit der Rettung gäbe es für Benjamin! Kein Stamm aus Israel darf doch getilgt werden. Jdg 21:18 Wir aber können ihnen keine Weiber aus unseren Töchtern geben; denn die Israeliten haben geschworen: 'Verflucht sei, wer Benjamin ein Weib gibt!'" Jdg 21:19 Dann sprachen sie: "Das Fest des Herrn ist jedes Jahr zu Silo, nördlich von Betel, östlich der Straße von Betel nach Sichem und südlich von Lebona." Jdg 21:20 Sie rieten nun den Benjaminiten: "Geht und lauert in den Weinbergen! Jdg 21:21 Seht ihr, daß Silos Töchter herauskommen, Reigen zu tanzen, dann brecht aus den Weinbergen hervor und raubt euch jeder aus Silos Töchtern ein Weib! Dann geht heim ins Land Benjamin! Jdg 21:22 Kommen dann ihre Väter oder Brüder, bei uns zu klagen, dann sagen wir ihnen: 'Seht es ihnen nach! Haben wir nicht im Krieg jeden seines Weibes beraubt? Hättet ihr sie ihnen gegeben, dann wäret ihr jetzt schuldig.'" Jdg 21:23 Die Benjaminiten taten so und holten sich aus den Tänzerinnen die nötige Zahl Weiber, die sie raubten. Dann kehrten sie in ihren Erbbesitz heim, bauten die Städte wieder auf und siedelten darin. Jdg 21:24 Von dort gingen die Israeliten zu jener Zeit auseinander, jeder zu seinem Stamm und seiner Sippe. So zogen sie von dort ab, jeder in seinen Erbbesitz. Jdg 21:25 Zu jener Zeit gab es in Israel keinen König, und jeder tat, was ihm gut dünkte. Rut 1:1 Als einst die Richter noch regierten, kam eine Hungersnot ins Land. Da machte sich ein Mann aus Bethlehem in Juda auf, in das Gefilde von Moab auszuwandern, er und sein Weib und seine beiden Söhne. Rut 1:2 Der Name des Mannes war Elimelek, der seines Weibes Noëmi. Machlon und Kiljon hießen seine beiden Söhne, aus Bethlehem in Juda, Ephratiter. Und sie gelangten ins Gefilde Moabs und ließen sich dort nieder. Rut 1:3 Da starb Elimelek, der Gatte Noëmis. Sie aber blieb mit ihren beiden Söhnen dort. Rut 1:4 Und diese nahmen moabitische Weiber. Orpa hieß die eine, die andere Ruth. Sie weilten ungefähr zehn Jahre dort. Rut 1:5 Da starben auch die beiden, Machlon und Kiljon. So blieb das Weib allein von ihren beiden Söhnen und ihrem Manne übrig. Rut 1:6 Darauf erhob sie sich mit ihren Schwiegertöchtern, um aus dem Moablande heimzukehren. Im Lande Moab nämlich hatte sie vernommen, der Herr habe heimgesucht sein Volk und abermals ihm Brot gespendet. Rut 1:7 So zog sie von dem Ort, wo sie gewesen, und das Geleit gaben ihr die beiden Schwiegertöchter. So zogen sie des Wegs, um wieder in das Judaland zurückzukehren. Rut 1:8 Und Noëmi sprach da zu ihren beiden Schwiegertöchtern: "Geht! Kehrt um, eine jede zu ihrer Mutter Haus! Der Herr erweise euch nur Liebe, so, wie ihr an den Toten und an mir getan! Rut 1:9 Der Herr verleihe euch, daß ihr jetzt eine Heimat wieder findet, im Hause ihres Mannes eine jede!" Dann gab sie ihnen Küsse. Doch sie begannen laut zu weinen. Rut 1:10 Sie sprachen: "Nein! Wir wollen auch mit dir zu deinem Volke gehen." Rut 1:11 Darauf sprach Noëmi: "Nein, meine Töchter, kehrt um! Was wollt ihr mit mir gehen? Könnte ich noch Söhne wohl in meinem Schoße hegen, die eure Männer werden könnten? Rut 1:12 Nein, meine Töchter, kehrt um! Ich bin zu alt für einen Mann. Selbst wenn ich dächte: Ich habe immerhin noch Aussicht und würde diese Nacht noch eines Mannes werden und sogar Söhne gebären, Rut 1:13 ja, wolltet ihr auf diese warten, bis sie erwachsen wären? Ja, wolltet ihr an sie gebunden sein und nicht bis dahin heiraten? Nein, meine Töchter! Ich bin viel schlimmer dran als ihr, ist ja die Hand des Herrn gegen mich gewesen." Rut 1:14 Da weinten sie aufs neue laut. Darauf gab Orpa ihrer Schwiegermutter einen Abschiedskuß. Ruth aber hängte sich an sie. Rut 1:15 Sie aber sprach: "Siehe, deine Schwägerin ist zurückgekehrt zu ihrem Volk und ihrem Gott. Dem Beispiel deiner Schwägerin folge!" Rut 1:16 Ruth sprach: "Dringe nicht in mich, dich zu verlassen, von dir fortzugehen! Wohin du gehst, dahin gehe auch ich; und wo du bleibst, da bleibe auch ich. Dein Volk mein Volk. Dein Gott mein Gott! Rut 1:17 Und wo du stirbst, will auch ich sterben. Da will auch ich begraben sein. Tue mir der Herr an, was er nur will! Der Tod allein scheide zwischen mir und dir!" Rut 1:18 Als sie nun sah, daß jene fest entschlossen war, mit ihr zu gehen, da sprach sie ihr nicht weiter zu. Rut 1:19 So gingen diese zwei des Wegs, bis sie nach Bethlehem gelangten. Als sie nun Bethlehem betraten, geriet die ganze Stadt ihretwegen in Aufruhr. Sie fragten: "Ist dies Noëmi?" Rut 1:20 Sie sprach zu ihnen: "Nennt mich nicht Noëmi ("Die Holde")! Nein, nennt mich Mara ("Die Bittere")! Denn der Allmächtige hat über mich viel Bitteres verhängt. Rut 1:21 Voll bin ich ausgezogen, und leer bringt mich der Herr zurück. Was wollt ihr Noëmi mich heißen? Gezeugt hat gegen mich der Herr. Es hat der Allerhöchste Leid mir zugefügt." Rut 1:22 So kehrte Noëmi nach Hause in der Begleitung Ruths, der Moabitin, ihrer Schwiegertochter, die aus dem Lande Moab kam. Und sie betraten Bethlehem gerade zu Beginn der Gerstenernte. Rut 2:1 Nun aber hatte Noëmi noch einen Verwandten ihres Mannes, der gar sehr vermöglich war, aus dem Geschlecht Elimeleks, mit Namen Boaz. Rut 2:2 Nun sprach die Moabitin Ruth zu Noëmi: "Ich will aufs Feld hinaus und Ähren lesen hinter dem, in dessen Augen ich wohl Gnade finde." Sie sprach zu ihr: "Geh, meine Tochter!" Rut 2:3 Da ging sie hin und sammelte dort auf dem Felde hinter Schnittern her. Da traf es sich zufällig, daß jenes Feld Eigentum des Boaz war, der aus Elimeleks Geschlecht stammte. Rut 2:4 Und da kam eben Boaz her, aus Bethlehem, und redete die Schnitter an: "Es sei der Herr mit euch!" Da sprachen sie zu ihm. "Es segne dich der Herr!" Rut 2:5 Da fragte Boaz seinen Diener, der über seinen Schnittern stand: "Wem gehört dies Mädchen da?" Rut 2:6 Da sprach der Diener, der über seinen Schnittern stand, und sagte: "Es ist ein Moabitermädchen, das aus dem Moabiterland mit Noëmi zurückgekehrt. Rut 2:7 Sie fragte: 'Darf ich wohl lesen und bei den Garben hinter diesen Schnittern sammeln?' Dann kam sie her und ist jetzt auf den Beinen seit dem frühen Morgen schon und hat inzwischen nur ein Weilchen Ruhe sich gegönnt." Rut 2:8 Und Boaz sprach zu Ruth: "Hör, meine Tochter, höre wohl: Geh nicht auf eines anderen Feld zum Ährenlesen! Geh nicht von hier hinweg! Nein! Halte dich an meine Mädchen! Rut 2:9 Behalte nur im Auge das Feld, das sie abernten, und folge ihnen! Hab ich ja doch den Knechten den Befehl gegeben, sich keine Freiheiten mit dir je zu erlauben. Und hast du Durst, so geh hin zu den Gefäßen und trinke auch von dem, was meine Knechte schöpfen!" Rut 2:10 Da warf sie sich auf ihr Gesicht und neigte sich zu Boden und sprach zu ihm: "Warum erweisest du mir Gnade, mich anzublicken, da ich doch eine Fremde bin?" Rut 2:11 Darauf gab Boaz ihr zur Antwort: "Man hatte mir erzählt, was du an deiner Schwiegermutter tatest nach deines Mannes Tod, daß du den Vater und die Mutter, dein Heimatland verließest und daß du dann zu einem Volke zogst, das du niemals vorher gekannt. Rut 2:12 Der Herr vergelte dir dein Tun! Es wird dir voller Lohn zuteil vom Herrn, Israels Gott, von ihm, in dessen Fittichen Zuflucht zu suchen du gekommen bist." Rut 2:13 Sie sprach: "Ich danke, Herr. Denn du hast mich getröstet und deiner Magd gar freundlich zugesprochen, obwohl ich selbst nicht einer deiner Mägde gleiche." Rut 2:14 Und Boaz sprach zur Essenszeit zu ihr: "Komm her und iß hier von dem Brot und tauche deinen Bissen in den Essig!" Da setzte sie sich zu den Schnittern. Dann gab er ihr geröstet Korn in Fülle, so daß sie satt sich essen konnte und selbst noch übrigließ. Rut 2:15 Als sie zum Sammeln wieder sich erhob, sprach Boaz zu den Knechten: "Sie mag auch zwischen Garben lesen. Ihr dürft ihr nichts zuleide tun! Rut 2:16 Zieht aus den ungebundenen Garben für sie noch einiges heraus und laßt es liegen, daß sie es auflesen kann! Ihr dürft sie niemals anfahren." Rut 2:17 So las sie auf dem Felde bis zum Abend. Dann klopfte sie, was sie gesammelt hatte, aus. Da war es ein Scheffel Gerste. Rut 2:18 Sie hob es auf, betrat die Stadt und zeigte ihrer Schwiegermutter, was sie gesammelt hatte. Sie zog hervor und schenkte ihr, was sie nach ihrer Sättigung noch erübrigte. Rut 2:19 Und ihre Schwiegermutter sprach zu ihr: "Wie hast du heute gesammelt? Wo hast du heute geweilt? Gesegnet sei, der dich beachtet hat!" Da sagte sie ihrer Schwiegermutter, bei wem sie war, und sprach: "Der Mann, bei dem ich heute geweilt, heißt Boaz." Rut 2:20 Darauf sprach Noëmi zu ihrer Schwiegertochter: "Er sei vom Herrn gesegnet, der sein Erbarmen nicht versagt den Lebenden und nicht den Toten!" Darauf sprach Noëmi zu ihr: "Der Mann steht uns auch nahe. Er ist mit uns gewissermaßen noch verwandt." Rut 2:21 Da sprach die Moabitin Ruth zu ihrer Schwiegermutter: "Ich muß noch beifügen, daß er zu mir gesprochen: 'An meine Knechte halte dich, bis diese mit der ganzen Ernte fertig sind, die mir gehört!'" Rut 2:22 Da sagte Noëmi zu ihrer Schwiegertochter Ruth: "Meine Tochter! Gut ist es, wenn du mit seinen Mädchen hinausgehst. Dann kann dir niemand etwas Schlimmes tun auf eines anderen Feld." Rut 2:23 So hielt sie sich beim Lesen zu des Boaz Mädchen, bis daß die Gerstenernte und die Weizenernte fertig waren. Alsdann blieb sie bei ihrer Schwiegermutter. Rut 3:1 Darauf sprach ihre Schwiegermutter Noëmi zu ihr: "Meine Tochter! Ich will dir eine Heimat schaffen, die dir gefällt. Rut 3:2 Nun, ist denn Boaz nicht mit uns verwandt, bei dessen Mädchen du gewesen? Er worfelt heute nacht die Gerstentenne. Rut 3:3 So wasche dich und salbe dich! Leg deine Kleider an und geh hinab zur Tenne! Doch gib dich nicht dem Manne zu erkennen, bis er mit Essen und mit Trinken fertig ist! Rut 3:4 Wenn er sich niederlegt, dann merke dir den Ort, wo er sich niederlegt! Geh hin! Deck dann den Platz zu seinen Füßen auf und lege dich dort nieder! Er wird dir sagen, was du tun sollst." Rut 3:5 Da sagte sie zu ihr: "Was immer du mir sagst, das will ich tun." Rut 3:6 Sie ging zur Tenne und tat, wie ihre Schwiegermutter sie geheißen. Rut 3:7 Und Boaz aß und trank und wurde guter Dinge. Dann ging er hin, sich hinter den Getreidehaufen hinzulegen. Sie aber ging ganz leise herzu und deckte nun den Platz zu seinen Füßen auf und legte sich hier nieder. Rut 3:8 Und da geschah es um Mitternacht. Der Mann fuhr voller Schrecken auf, und als er tastete, da lag das Weib an seinem Fußende. Rut 3:9 Er sprach: "Wer bist denn du?" Da sagte sie: "Ruth, deine Magd! Heirate deine Magd! Du bist verwandt." Rut 3:10 Er sprach: "Gesegnet seist du, meine Tochter, von dem Herrn! Du hast später deine Liebe schöner noch gezeigt als je zuvor. Du liefst nicht jungen Männern nach, ob arm, ob reich. Rut 3:11 Nun, -eine Tochter, sei getrost! Ich werde ganz nach deinen Worten an dir tun. Denn jede Sippe meines Volkes weiß: Du bist ein wackeres Weib. Rut 3:12 Nun ist es so: Ich bin verwandt. Doch gibt es einen, der noch näher ist verwandt als ich. Rut 3:13 Bleib diese Nacht nur hier! Freit er dich morgen, gut! So mag er freien. Doch hat er keine Lust dazu, so will, so wahr der Herr lebt, ich dich freien. Jetzt schlafe bis zum Morgen!" Rut 3:14 So lag sie bis zum Morgen früh an seinem Fußende. Alsdann erhob sie sich, bevor noch irgendwer den anderen erkennen konnte. Sie sprach: "Nicht ruchbar werde es, daß auf die Tenne hier ein Weib gekommen ist." Rut 3:15 Da sagte er: "So nimm den Überwurf, den du da trägst, und halte ihn her!" Sie hielt ihn hin. Da maß er sechs Maß Gerste ab und lud es ihr auf. So kam sie in die Stadt. Rut 3:16 Sie kam zu ihrer Schwiegermutter, und diese fragte: "Wie steht's mit dir, du meine Tochter?" Und sie erzählte ihr, was ihr der Mann erwiesen hatte. Rut 3:17 Sie sagte: "Die sechs Maß Gerste schenkte er mir. Er sprach: 'Du darfst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen.'" Rut 3:18 Da sagte sie: "Verhalt dich ruhig, meine Tochter, bis du weißt, wie diese Sache endet! Der Mann wird ja nicht ruhen, bis er die Sache heute noch zu Ende bringt." Rut 4:1 Inzwischen war zum Tore Boaz aufgestiegen und hatte sich dort hingesetzt. Da ging gerade der Verwandte dort vorüber, von dem Boaz gesprochen. Er sprach. "Komm her und setze dich hier nieder, du, so und so!" Er kam herbei und setzte sich. Rut 4:2 Dann nahm er von den Ältesten der Stadt zehn Männer und sprach: "Setzt euch nieder hier!" Da setzten sie sich hin. Rut 4:3 Dann sprach er zum Verwandten: "Das Grundstück, das einst unserem Bruder Elimelek gehörte, setzt Noëmi jetzt dem Verkaufe aus, die wieder aus dem Moabland zurückgekehrt. Rut 4:4 Nun dachte ich: Ich will es dir zu Ohren bringen. So kauf's in Gegenwart der Männer hier, der Ältesten in meinem Volk! Willst du es lösen, dann löse es ein! Wenn nicht, so melde es mir, daß ich es weiß! Denn außer dir ist niemand da, der es einlösen könnte. Ich aber komme nach dir." Er sprach: "Ich will es einlösen." Rut 4:5 Da sagte Boaz: "Damit, daß du von Noëmi das Grundstück jetzt erwirbst, erwirbst du auch die Moabitin Ruth, das Weib des Toten, um so des Toten Namen auf seinem Eigentum wiederum erstehen zu lassen." Rut 4:6 Darauf sprach der Verwandte: "Dann kann ich es nicht für mich einlösen. Ich würde meinen Erbbestand schädigen. Was ich zu lösen hätte, lös du ein! Ich kann es nicht einlösen." Rut 4:7 Nun war in Israel vor Zeiten folgendes Brauch bei einer Lösung, einem Tausch, um irgend etwas fest zu machen: Es zog da einer seinen Schuh ab und reichte ihn dem anderen. Das war in Israel die Form für die Bestätigung. Rut 4:8 So sprach zu Boaz der Verwandte: "Kauf es für dich!" und zog den Schuh ab. Rut 4:9 Darauf sprach Boaz zu den Ältesten und zu dem ganzen Volk: "Ihr seid jetzt Zeugen, daß ich das ganze Eigentum Elimeleks von Noëmi kaufe, sowie das ganze Eigentum von Kiljon und von Machlon. Rut 4:10 Dazu erkaufe ich die Moabitin Ruth, die Gattin Machlons, mir zum Weibe, um so des Toten Namen auf seinem Erbbesitze wiederum erstehen zu lassen, damit des Toten Namen aus seiner Brüder Kreise und aus dem Tore seines Orts nicht ausgerottet werde. Ihr seid jetzt meine Zeugen." Rut 4:11 Darauf rief alles Volk im Tore und die Ältesten: "Wir sind des Zeugen: Möge nur der Herr das Weib, das in dein Haus einzieht, wie Rachel und wie Lea machen, die beide einst das Haus von Israel begründet! Üb Macht in Ephrat aus; verbreite Ruhm zu Bethlehem! Rut 4:12 Dein Haus, das werde wie das Haus des Peres, den Tamar Juda einst geboren, durch jenen Stamm, den dir der Herr aus diesem Mädchen schenke!" Rut 4:13 Und Boaz nahm die Ruth. Sie ward sein Weib. Und als er zu ihr ging, gewährte Segen ihr der Herr. Sie schenkte einem Sohn das Leben. Rut 4:14 Da sprachen die Frauen zu Noëmi: "Gepriesen sei der Herr, der einen Löser heut dir nicht versagt! Sein Name werde in Israel genannt!" Rut 4:15 Er möge dich am Leben auch erhalten und so Versorger deines Alters werden! Denn deine Schwiegertochter, die dich liebt, hat ihn geboren, sie, die dir mehr wert ist als sieben Söhne." Rut 4:16 Darauf nahm Noëmi das Kind und legte es auf ihren Schoß und ward ihm eine Wärterin. Rut 4:17 Da gaben ihm die Nachbarinnen einen Namen: "Ein Sohn ist Noëmi geboren." Sie nannten seinen Namen also Obed. Das ist der Vater Isais; der ist der Vater Davids. Rut 4:18 Das ist des Peres Stammbaum: Peres zeugte Hezron. Rut 4:19 Und Hezron zeugte Ram, und Ram zeugte den Aminadab. Rut 4:20 Aminadab zeugte Nachson, und Nachson zeugte Salmon. Rut 4:21 Und Salmon zeugte Boaz, und Boaz zeugte Obed. Rut 4:22 Und Obed zeugte Isai, und Isai zeugte David. 1Sa 1:1 Und zu Ramataim ("Doppelhügel") war ein Mann, ein Sufite vom Gebirge Ephraim namens Elkana, Jerochams Sohn und Elihus Enkel, Tochurs Urenkel und Ururenkel Suphs, ein Ephratiter. 1Sa 1:2 Er hatte zwei Frauen. Die eine hieß Anna, die andere Peninna. Peninna aber hatte Kinder, Anna nicht. 1Sa 1:3 Dieser Mann nun zog alljährlich aus seiner Stadt hinauf, zu Silo anzubeten und dem Herrn der Heerscharen zu opfern. Priester des Herrn aber waren dort die beiden Söhne Elis, Chophni und Pinechas. 1Sa 1:4 Eines Tages nun opferte Elkana. Dabei gab er seinem Weibe Peninna und all ihren Söhnen und Töchtern mehrere Stücke. 1Sa 1:5 Anna aber gab er verdrossen nur ein Stück; denn er liebte Anna, aber der Herr hatte ihren Schoß verschlossen. 1Sa 1:6 Dazu kränkte ihre Nebenbuhlerin sie, um sie zu reizen, weil der Herr ihren Schoß verschlossen hatte. 1Sa 1:7 Und so geschah es Jahr für Jahr. Sooft sie zum Hause des Herrn zog, kränkte jene sie so, daß sie weinte und nicht aß. 1Sa 1:8 Einst sprach ihr Mann Elkana zu ihr: "Anna, warum weinst du? Warum issest du nicht? Warum bist du so verstimmt? Bin ich dir nicht inniger zugetan, als wenn du schon zehn Kinder hättest?" 1Sa 1:9 Da stand Anna auf, nachdem man das Gekochte gegessen und hernach getrunken hatte: Der Priester Eli aber saß auf dem Stuhle an den Pfosten des Herrntempels. 1Sa 1:10 Sie war aber betrübten Gemüts. So betete sie zum Herrn und weinte in einem fort. 1Sa 1:11 Dabei machte sie ein Gelübde und sprach: "Herr der Heerscharen! Wenn du das Elend deiner Magd ansiehst und meiner gedenkst und deiner Magd nicht vergissest, sondern deiner Magd einen Mannessprossen verleihst, dann schenke ich ihn für sein ganzes Leben dem Herrn. Und auf sein Haupt soll nie ein Schermesser kommen!" 1Sa 1:12 So betete sie lange vor dem Herrn; Eli aber ward aufmerksam auf ihren Mund. 1Sa 1:13 Anna aber redete innerlich. Nur ihre Lippen bewegten sich. Da nun ihre Stimme nicht gehört ward, hielt Eli sie für betrunken. 1Sa 1:14 Und Eli sprach zu ihr: "Wie lange willst du trunken sein? Werde deinen Weinrausch los!" 1Sa 1:15 Da erwiderte Anna und sprach: "Nein, mein Herr! Ich bin ein tief bekümmertes Weib, und doch habe ich weder Wein noch Bier getrunken. Ich schüttete nur mein Herz vor dem Herrn aus. 1Sa 1:16 Halte deine Magd nicht für eine Nichtswürdige! Denn nur aus der Fülle meines Kummers und meiner Kränkung habe ich so lange geredet." 1Sa 1:17 Da antwortete Eli und sprach: "Zieh hin in Frieden! Israels Gott gebe dir, was du von ihm erbeten hast!" 1Sa 1:18 Sie sprach: "Möge deine Magd Huld in deinen Augen finden!" Dann ging das Weib seines Wegs und aß. Und sie war nicht mehr wie vordem 1Sa 1:19 Am anderen Morgen früh beteten sie vor dem Herrn. Dann kehrten sie nach der Rama ("Höhe") heim. Da erkannte Elkana sein Weib, und der Herr gedachte ihrer. 1Sa 1:20 Das Jahr ging vorüber. Anna hatte inzwischen empfangen und einen Sohn geboren. Sie nannte ihn Samuel, das heißt "Vom Herrn habe ich ihn erbeten". 1Sa 1:21 Der Mann Elkana aber zog mit seinem ganzen Hause hinauf, dem Herrn das jährliche Opfer und sein Gelübde darzubringen. 1Sa 1:22 Anna aber zog nicht mit hinauf, sie hatte nämlich zu ihrem Manne gesagt: "Erst wenn der Knabe entwöhnt ist, bringe ich ihn hin, daß er vor dem Herrn erscheine und dort für immer bleibe." 1Sa 1:23 Da sprach ihr Mann Elkana zu ihr: "Tu, was dir gut dünkt! Bleib da, bis du ihn entwöhnt hast! Möge der Herr sein Wort bestätigen!" So blieb das Weib daheim und stillte ihren Sohn, bis sie ihn entwöhnt hatte. 1Sa 1:24 Dann brachte sie ihn nach seiner Entwöhnung mit sich hinauf, dazu ein dreijähriges Rind, einen Scheffel Mehl und einen Schlauch Wein. So brachte sie ihn in das Haus des Herrn nach Silo. Der Knabe aber war halbwüchsig. 1Sa 1:25 Dann schlachteten sie das Rind und brachten den Knaben zu Eli. 1Sa 1:26 Sie sprach: "Mit Vergunst, mein Herr! Bei deinem Leben, Herr! Ich bin das Weib, das hier bei dir gestanden, zum Herrn zu beten. 1Sa 1:27 Um diesen Knaben habe ich gebetet. Und der Herr gewährte mir meine Bitte, das, was ich von ihm erbeten habe. 1Sa 1:28 So leihe auch ich dem Herrn all seine Lebenstage. Er ist der vom Herrn Erbetene." Dann beteten sie dort den Herrn an. 1Sa 2:1 Anna betete und sprach: / Aufjauchzt mein Herz im Herrn; / groß wurde meine Stärke durch den Herrn. / Kühn spricht mein Mund mit meinen Feinden; / ich freue mich ob Deiner Hilfe. 1Sa 2:2 So heilig wie der Herr ist keiner; / denn außer Dir ist keiner sonst. / Kein Fels gleicht unserem Gott. 1Sa 2:3 Nicht sprechet soviel Übermütiges! / Vermessenheit entschwinde eurem Munde! / Es ist der Herr ein Gott des Wissens! / Und böse Taten sind nie recht. 1Sa 2:4 Der Starken Bogen ward geknickt; / doch Strauchelnde behalten ihre Kraft. 1Sa 2:5 Um Brot verdingen müssen sich, die vordem satt, / und Hungrige erquicken sich. / Die Unfruchtbare hat der Kinder sieben; / die Kinderreiche welkt dahin. 1Sa 2:6 Der Herr kann töten und beleben, / zum Grabe führen und davor bewahren. 1Sa 2:7 Der Herr macht arm und reich, / erniedrigt und erhöht. 1Sa 2:8 Er richtet auf vom Staub den Bettler, / erhebt den Armen aus dem Kot / und heißt sie setzen neben Fürsten, / weist ihnen einen Ehrensitz für immer an. / Des Herren sind der Erde Säulen; / den Erdkreis stellte er darauf. 1Sa 2:9 Die Schritte seiner Frommen hütet er; / in Finsternis vergehn die Frevler; / denn nicht durch eigne Kraft wird jemand Herr. 1Sa 2:10 Zerschmettert werden so des Herren Widersacher, / und er vernichtet Himmelsstürmer. / Der Erde Enden richtet selbst der Herr, / gibt Stärke seinem König, / erhöht seines Gesalbten Macht." 1Sa 2:11 Dann ging Elkana nach der Rama heim. Der Knabe aber diente dem Herrn unter des Priesters Eli Augen. 1Sa 2:12 Die Söhne Elis aber waren Teufelsbuben. Sie kümmerten sich nicht um den Herrn 1Sa 2:13 und um der Priester Gerechtsame gegenüber dem Volke. Sooft nämlich jemand ein Opfer schlachtete, kam des Priesters Bursche, während das Fleisch kochte, mit einer dreizackigen Gabel 1Sa 2:14 und stach damit in den Kessel oder Topf oder Tiegel oder in die Pfanne. Alles, was die Gabel heraufbrachte, nahm der Priester für sich. So taten sie mit ganz Israel, das dorthin nach Silo kam. 1Sa 2:15 Sogar bevor man das Fett verbrannte, kam des Priesters Bursche und sagte zu dem opfernden Mann: "Gib Fleisch zum Braten für den Priester! Er will von dir kein gekochtes Fleisch haben, sondern rohes." 1Sa 2:16 Sagte dann der Mann zu ihm: "Man muß auf der Stelle das Fett verbrennen. Danach nimm dir, was du gerne magst!", so sprach er zu ihm: "Nein! Gib sofort! Wenn nicht, dann nehme ich es mit Gewalt." 1Sa 2:17 So ward die Schuld der jungen Männer vor dem Herrn sehr groß. Denn sie, die Menschen, hatten das Opfer des Herrn verächtlich behandelt. 1Sa 2:18 Samuel aber diente vor dem Herrn, als Knabe schon mit dem Leibschurz umgürtet. 1Sa 2:19 Dazu pflegte ihm seine Mutter einen kleinen Mantel zu machen. Einen solchen brachte sie ihm jedes Jahr, wenn sie mit ihrem Manne hinaufzog, das jährliche Opfer darzubringen. 1Sa 2:20 Dann segnete Eli den Elkana und sein Weib und sprach: "Der Herr gebe dir von diesem Weibe Nachwuchs statt des Erflehten, den sie vom Herrn erfleht!" Dann zogen sie heim. 1Sa 2:21 Weil der Herr Anna bedacht hatte, ward sie guter Hoffnung und gebar noch drei Söhne und zwei Töchter. Der junge Samuel aber wuchs auf beim Herrn. 1Sa 2:22 Eli aber war sehr alt geworden. Er hörte alles, was seine Söhne an ganz Israel taten, und daß sie bei den Weibern lagen, die den Eingang des Festgezeltes verhängten. 1Sa 2:23 Er sprach zu ihnen: "Warum treibt ihr solche Dinge, daß ich vom ganzen Volke diese schlechten Dinge über euch hören muß? 1Sa 2:24 Nein, meine Söhne, nicht schön ist das Gerücht, das ich über die Verführer des Herrnvolkes hören muß. 1Sa 2:25 Sündigt ein Mann gegen den anderen, dann ist dessen Anwalt Gott. Sündigt aber ein Mann gegen den Herrn, wer könnte ihn verteidigen?" Aber sie hörten nicht auf ihres Vaters Worte. Denn dem Herrn gefiel es, sie sterben zu lassen. 1Sa 2:26 Der Knabe Samuel aber wuchs immer mehr und nahm zu an Gunst beim Herrn und bei den Menschen. 1Sa 2:27 Da kam ein Gottesmann zu Eli und sprach zu ihm: "So spricht der Herr: 'Ich habe mich dem Hause deines Vaters einst geoffenbart, als es in Ägypten noch Pharaos Haus gehörte. 1Sa 2:28 Und ich erwählte es aus allen Stämmen Israels für mich zu Priestern, daß sie auf meinen Altar steigen und Räucherwerk anzünden und das Ephod ("Los") vor mich hinlegen. Und deinem Vaterhause übertrug ich alle Mahlopfer der Söhne Israels. 1Sa 2:29 Warum mißachtet ihr mein Opfer und meine Gabe, die ich zum Unterhalt angewiesen? Weswegen achtest du deine Söhne höher als mich, daß ihr euch mästet von dem ersten Abhub aller Gaben Israels, die meines Volkes sind?' 1Sa 2:30 Deshalb ein Spruch des Herrn, des Gottes Israels: 'Ich habe freilich ausgesprochen: "Dein Haus und deines Vaters Haus, sie sollen immer vor mir wandeln!" Nun aber' - Spruch des Herrn -, 'sei es fern von mir! Denn die mich ehren, ehre ich. Die mich mißachten, leiden Schmach. 1Sa 2:31 Es kommt die Zeit, da kürze ich dir einen Arm und deines Vaterhauses Arm, daß nimmermehr ein Greis in deinem Hause sei. 1Sa 2:32 Dann blickst du, selber arm, auf jeden, dem es gut in Israel ergeht. Nie sei in deinem Hause mehr ein Greis! 1Sa 2:33 Nicht jeden aber tilge ich von meinem Altar, daß deine Augen schmachten und deine Seele vergehe. Doch sterbe deines Hauses ganze Brut hin wie gemeine Leute! 1Sa 2:34 Und dies sei dir das Zeichen, das deine beiden Söhne Chophni und Pinechas trifft: An einem Tage sterben beide! 1Sa 2:35 Doch ich bestelle mir einen zuverlässigen Priester, der tut nach meinem Sinn und Herzen. Ich baue ihm ein dauernd Haus. Und alle Tage wandelt er vor meinem Hochgesalbten. 1Sa 2:36 Wer übrigbleibt von deinem Hause, der kommt und wirft sich nieder, um Geld und Brotlaibe zu betteln, wobei er sagt: "Geselle mich doch einer deiner Priesterschaften bei, damit ich einen Bissen Brot bekomme."'" 1Sa 3:1 Der Knabe Samuel nun diente vor Eli dem Herrn. Zu jener Zeit aber war das Herrnwort selten. Auch Gesichte waren nicht verbreitet. 1Sa 3:2 Eines Tages nun ruhte Eli an seinem Platze. Seine Augen aber begannen sich zu trüben, und er konnte nicht mehr gut sehen. 1Sa 3:3 Aber die Gotteslampe erlosch nicht, ruhte doch Samuel in des Herrn Heiligtum, wo die Gotteslade stand. 1Sa 3:4 Da rief der Herr: "Samuel!" Er sprach: "Hier bin ich." 1Sa 3:5 Dann lief er zu Eli und sprach: "Hier bin ich. Du hast mich ja gerufen." Er sprach: "Ich habe dich nicht gerufen. Leg dich nieder!" Da ging er und legte sich nieder. 1Sa 3:6 Da rief der Herr noch einmal: "Samuel!" Und Samuel stand auf, ging zu Eli und sprach: "Hier bin ich. Du hast mich doch gerufen." Er sprach:"Ich habe nicht gerufen, mein Sohn; leg dich nieder!" 1Sa 3:7 Samuel aber hatte den Herrn noch nicht erfahren, und noch ward ihm kein Herrnwort geoffenbart. 1Sa 3:8 Da rief der Herr den Samuel noch zum drittenmal. Und er stand auf, ging zu Eli und sprach: "Hier bin ich. Du hast mich doch gerufen." Da merkte Eli, daß der Herr den Knaben rief. 1Sa 3:9 Und Eli sprach zu Samuel: "Geh, leg dich nieder! Ruft es dich nochmals, dann sprich: 'Rede, Herr! Dein Diener hört.'" Da ging Samuel und legte sich an seinem Platze nieder. 1Sa 3:10 Da kam der Herr, trat hin und rief wie die vorigen Male: "Samuel! Samuel!" Da sprach Samuel: "Rede! Dein Diener hört." 1Sa 3:11 Da sprach der Herr zu Samuel: "Ich tue etwas in Israel, daß jedem, der es hört, davon die Ohren gellen werden. 1Sa 3:12 An jenem Tage erfülle ich an Eli alles, was ich seinem Haus angedroht, von Anfang bis zu Ende. 1Sa 3:13 Ich tue ihm kund, daß ich sein Haus strafen will für immer wegen der Sünde, weil er gewußt hat, daß seine Söhne "sich" ("Gott") lästern; er aber hat ihnen nicht gewehrt. 1Sa 3:14 So habe ich dem Haus Elis geschworen: 'Die Schuld des Elihauses soll niemals durch Schlachtopfer und andere Opfergaben gesühnt werden.'" 1Sa 3:15 Samuel aber blieb bis zum Morgen liegen. Dann öffnete er die Pforten im Hause des Herrn. Doch scheute sich Samuel, Eli das Gesicht zu künden. 1Sa 3:16 Da rief Eli den Samuel und sprach: "Samuel, mein Sohn!" Da sagte er: "Hier bin ich." 1Sa 3:17 Er sprach: "Was war es, das er zu dir geredet hat? Verhehle mir nichts! Gott tue dir dies und das, verhehlst du mir etwas von all dem, was er zu dir gesprochen hat!" 1Sa 3:18 Da erzählte ihm Samuel alle Worte und verhehlte ihm nichts. Da sprach jener: "Es ist der Herr. Er tue, was ihm gefällt!" 1Sa 3:19 Samuel wuchs nun heran, und der Herr war mit ihm. Und er hatte kein einziges seiner Worte zur Erde fallen lassen. 1Sa 3:20 Ganz Israel erkannte, von Dan bis Beerseba, daß Samuel sich als Prophet des Herrn bewährte. 1Sa 3:21 Und der Herr erschien auch weiterhin zu Silo. Denn der Herr offenbarte sich Samuel durch das Herrnwort. 1Sa 4:1 Und so galt Samuels Wort für ganz Israel. Israel aber zog gegen die Philister in den Kampf. Sie lagerten am Eisstein; die Philister aber lagerten sich bei Aphek. 1Sa 4:2 Die Philister nun boten Israel den Kampf an. Da begann der Kampf, und Israel ward von den Philistern geschlagen. Auf dem Kampfplatz auf dem Felde wurden an 4.000 Mann erschlagen. 1Sa 4:3 So kam die Mannschaft wieder in das Lager; da sagten die Ältesten Israels: "Warum hat uns heute der Herr vor den Philistern geschlagen? Wir wollen die Bundeslade des Herrn aus Silo zu uns holen. So soll er in unsere Mitte kommen und uns aus unserer Feinde Hand erretten!" 1Sa 4:4 Da sandte das Volk nach Silo. Und man holte von dort die Bundeslade des Herrn der Heerscharen, der auf den Cheruben thront. Dabei waren auch die beiden Elisöhne Chophni und Pinechas mit der Bundeslade Gottes. 1Sa 4:5 Als die Bundeslade des Herrn ins Lager kam, erhob ganz Israel lauten Jubel, daß der Boden dröhnte. 1Sa 4:6 Die Philister aber hörten das schallende Jubelgeschrei und fragten: "Was bedeutet dieser laute Jubel im Lager der Hebräer?" Da erfuhren sie, daß die Lade des Herrn ins Lager gekommen sei. 1Sa 4:7 Da fürchteten sich die Philister und sprachen: "Ein Gott ist zu ihnen ins Lager gekommen." Und sie sprachen: "Wehe uns! So ist es noch nie gewesen. 1Sa 4:8 Wehe uns! Wer rettet uns aus der Hand dieser mächtigen Götter? Das sind die gleichen Götter, die Ägypten mit allerlei Plagen verheerend geschlagen haben. 1Sa 4:9 Haltet euch tapfer und seid Männer, ihr Philister, daß ihr nicht den Hebräern dienet, wie sie euch gedient haben! Seid denn Männer und kämpfet!" 1Sa 4:10 Da kämpften die Philister. Israel aber unterlag und floh, jeder in sein Zelt. Und so ward die Niederlage sehr groß. Von Israel fielen 30.000 Mann, lauter Fußvolk. 1Sa 4:11 Auch die Gotteslade ward erbeutet, und die beiden Elisöhne Chophni und Pinechas waren gefallen. 1Sa 4:12 Da lief ein Mann von Benjamin vom Walplatz und kam am selben Tage nach Silo, die Kleider zerrissen und Staub auf dem Kopfe. 1Sa 4:13 Als er ankam, saß Eli auf dem Stuhle nahe am Wege und spähte. Denn sein Herz bangte um die Lade Gottes. Als der Mann aber kam und der Stadt die Kunde brachte, schrie die ganze Stadt. 1Sa 4:14 Eli hörte das laute Geschrei und fragte: "Was bedeutet dies Geschrei der Menge?" Da kam der Mann herangeeilt und brachte Eli die Kunde. 1Sa 4:15 Achtundneunzig Jahre alt war Eli, und seine Augen waren starr, und er konnte nicht mehr sehen. 1Sa 4:16 Der Mann sprach zu Eli: "Ich bin der, der vom Walplatz kommt. Ich bin heute von dem Walplatz geflohen." Da fragte er: "Wie ist es gegangen, mein Sohn?". 1Sa 4:17 Da antwortete der Bote und sprach: "Israel ist vor den Philistern geflohen. Dazu hat das Volk eine große Niederlage erlitten. Auch deine beiden Söhne Chophni und Pinechas sind gefallen, und die Gotteslade ist genommen worden." 1Sa 4:18 Als er aber die Gotteslade nannte, fiel jener rücklings vom Stuhle durch die Tür, brach das Genick und starb. Denn der Mann war alt und schwer. Er hatte Israel vierzig Jahre gerichtet. 1Sa 4:19 Seine Schwiegertochter, des Pinechas Weib, war hochschwanger. Sie hörte nun die Kunde vom Verlust der Gotteslade und vom Tod ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. Da sank sie hin und gebar. Denn die Wehen hatten sie überrascht. 1Sa 4:20 Als sie zum Sterben kam, sprachen die umstellenden Weiber: "Fürchte dich nicht! Du hast einen Sohn geboren." Sie aber gab keine Antwort und achtete nicht darauf, 1Sa 4:21 sondern nannte den Knaben Ikabod ("Ehrlos"). Sie sagte: "Dahin ist Israels Ehrenpreis", wegen des Verlustes der Gotteslade, ihres Schwiegervaters und ihres Mannes. 1Sa 4:22 So sprach sie also: "Dahin ist Israels Ehrenpreis; denn die Gotteslade ist genommen." 1Sa 5:1 Die Philister hatten also die Gotteslade erbeutet. Sie brachten sie von dem Eisstein nach Asdod. 1Sa 5:2 Dann nahmen die Philister die Gotteslade und brachten sie in das Haus des Dagon. Sie stellten sie hier neben Dagon auf. 1Sa 5:3 Als aber am anderen Morgen einige Asdoditer kamen, lag Dagon mit seinem Gesicht auf dem Boden vor der Lade des Herrn. Da nahmen sie Dagon und stellten ihn wieder an seinen Platz. 1Sa 5:4 Als sie aber am anderen Morgen früh kamen, war Dagon wieder auf sein Gesicht zur Erde gefallen vor der Lade des Herrn. Dagons Kopf und beide Hände lagen abgebrochen auf der Schwelle. Dagon selbst lag neben ihr. 1Sa 5:5 Daher dürfen weder die Dagonspriester noch irgendein Besucher des Dagonshauses auf die Schwelle Dagons in Asdod treten bis auf diesen Tag. 1Sa 5:6 Die Hand des Herrn aber lag schwer auf den Asdoditern. Er erschreckte sie und schlug sie mit Pestbeulen, Asdod und sein Gebiet. 1Sa 5:7 Als die Männer von Asdod sahen, daß es so war, sagten sie: "Die Lade des Gottes Israels darf nicht bei uns bleiben. Denn seine Hand lastet schwer auf uns und unserem Gotte Dagon." 1Sa 5:8 So sandten sie hin und ließen alle Philisterfürsten zu sich kommen und sprachen: "Was sollen wir mit der Lade des Gottes Israels tun?" Da sprachen sie: "Man soll die Lade des Gottes Israels nach Gat schaffen!" So schafften sie die Lade des Gottes Israels dorthin. 1Sa 5:9 Nachdem man sie hingeschafft hatte, lag die Hand des Herrn auf der Stadt zu ihrer größten Bestürzung. Er schlug nämlich die Männer der Stadt, klein und groß, daß Beulen an ihnen ausbrachen. 1Sa 5:10 Da sandten sie die Gotteslade nach Ekron. Als aber die Gotteslade nach Ekron kam, schrieen die von Ekron: "Man bringt die Lade des Gottes Israels zu mir, um mich und mein Volk zu töten." 1Sa 5:11 Dann sandten sie hin und ließen alle Philisterfürsten kommen und sprachen: "Schickt die Lade des Gottes Israels fort, daß sie an ihren Ort kehre und nicht mich und mein Volk töte." Denn Todesfurcht war in der ganzen Stadt. Gar schwer lag die Hand Gottes darauf. 1Sa 5:12 Und die Leute, die nicht starben, wurden mit Beulen geschlagen. Und das Jammergeschrei der Stadt stieg zum Himmel. 1Sa 6:1 So blieb die Lade des Herrn im Gefilde der Philister sieben Monate. 1Sa 6:2 Dann beriefen die Philister die Priester und Wahrsager und fragten: "Was machen wir mit des Herrn Lade? Tut uns kund, wie wir sie an ihren Ort schaffen sollen!" 1Sa 6:3 Sie sprachen: "Schickt ihr die Lade des Gottes Israels fort, dann schickt sie nicht leer fort! Ihr sollt ihm vielmehr eine Buße zahlen! Dann werdet ihr geheilt, und es wird euch klar, warum seine Hand nicht von euch wich." 1Sa 6:4 Sie fragten: "Welche Buße sollen wir ihm zahlen?" Sie sprachen. "Nach der Zahl der philistäischen Fürsten fünf goldene Beulen und fünf goldene Mäuse. Denn einerlei Plage hat euch alle und eure Fürsten getroffen. 1Sa 6:5 Macht Abbilder eurer Beulen und eurer Mäuse, die das Land verheert haben! Gebt dem Gott Israels die Ehre! Vielleicht nimmt er seine Hand weg von euch, von eurem Gott und eurem Lande. 1Sa 6:6 Wozu wollt ihr euer Herz verhärten, wie Ägypten und der Pharao ihr Herz verhärtet haben? Nicht wahr, als er ihnen übel mitgespielt hatte, ließ man sie fortziehen. 1Sa 6:7 Nun macht einen neuen Wagen und holt zwei Milchkühe, auf die noch kein Joch gekommen! Dann spannt die Kühe an den Wagen; aber ihre Kälber laßt fern von ihnen im Stalle. 1Sa 6:8 Dann nehmt die Lade des Herrn und stellt sie auf den Wagen! Die Goldsachen, die ihr ihm als Buße gebet, sollt ihr in einem Sack zur Seite legen! Dann laßt sie des Wegs ziehen! 1Sa 6:9 Seht dann zu: Zieht sie den Weg nach Betsemes hinauf, dann hat er uns dies große Übel angetan. Wenn nicht, dann wissen wir, daß nicht seine Hand uns getroffen hat. Dann ist dies für uns ein Zufall gewesen." 1Sa 6:10 Und die Männer taten so. Sie nahmen zwei Milchkühe und spannten sie an den Wagen. Ihre Kälber aber hatten sie im Stalle behalten. 1Sa 6:11 Dann stellten sie die Lade des Herrn auf den Wagen, ebenso den Sack und die goldenen Mäuse und die Bilder ihrer Geschwülste. 1Sa 6:12 Die Kühe aber liefen geraden Wegs auf der Straße nach Betsernes. Sie brüllten unaufhörlich, aber bogen nicht nach rechts noch links ab. Die Philisterfürsten aber folgten ihnen bis in das Gebiet von Betsemes. 1Sa 6:13 Eben hielt Betsemes im Talgrund die Weizenernte. Als sie ihre Augen erhoben, erblickten sie die Lade. Da freuten sie sich bei ihrem Anblick. 1Sa 6:14 Der Wagen aber kam zum Felde Josues aus Betsemes und stand hier still. Hier lag ein großer Stein. Da spalteten sie das Holz des Wagens; die Kühe nämlich opferten sie als Brandopfer dem Herrn. 1Sa 6:15 Die Leviten aber hatten die Lade des Herrn und den Sack neben ihr mit den Goldsachen abgeladen; dann stellten sie sie auf den großen Stein. Und die Männer von Betsemes hatten Brandopfer herbeigeschafft, und so schlachteten sie dem Herrn an jenem Tage Schlachtopfer. 1Sa 6:16 Als dies die fünf Philisterfürsten gesehen, kehrten sie am selben Tage nach Ekron zurück. 1Sa 6:17 Dies aber waren die goldenen Beulen, die die Philister dem Herrn als Buße bezahlten: eine für Asdod, eine für Gaza, eine für Askalon, eine für Gat und eine für Ekron. 1Sa 6:18 Auch die Goldmäuse richteten sich nach der Zahl aller Philisterstädte der fünf Fürstentümer. Sie galten für die befestigten Städte und die Bauerndörfer. Noch ist der große Stein da, worauf sie die Lade des Herrn gestellt, bis auf diesen Tag im Felde Josues von Betsemes. 1Sa 6:19 Er schlug aber bei den Mannen von Betsemes, weil sie in die Lade des Herrn hineingeschaut hatten, 70 Mann; im Volke schlug er 50.000 Mann. Dann trauerte das Volk, daß der Herr vom Volke so viele geschlagen hatte. 1Sa 6:20 Da sprachen die Männer von Betsemes: "Wer kann den Herrn, diesen heiligen Gott, bedienen? Und zu wem soll er von uns hingehen?" 1Sa 6:21 Da sandten sie Boten zu den Einwohnern von Kirjat Jearim und ließen sagen: "Die Philister haben die Lade des Herrn zurückgebracht. Kommt herab und holt sie euch herauf!" 1Sa 7:1 Da kamen die Männer von Kirjat Jearim, holten die Lade des Herrn hinauf und brachten sie ins Haus Abinadabs auf dem Hügel. Seinen Sohn Eleazar aber bestimmten sie dazu, die Lade des Herrn zu hüten. 1Sa 7:2 Von dem Tage an, da die Lade in Kirjat Jearim blieb, verging eine lange Zeit. Zwanzig Jahre wurden es, und das ganze Haus Israel klagte vor dem Herrn. 1Sa 7:3 Da sprach Samuel zu dem ganzen Volke Israel also: "Wollt ihr von ganzem Herzen zum Herrn zurückkehren, dann schafft die Götter der Fremde aus eurer Mitte, ebenso die Astarten! Richtet euer Herz auf den Herrn und dient ihm allein! Und er entreißt euch der Philister Hand." 1Sa 7:4 Da entfernten Israels Söhne die Baale und Astarten und dienten allein dem Herrn. 1Sa 7:5 Da sprach Samuel: "Versammelt ganz Israel nach der Mispa ("Warte")! Dann bete ich für euch zum Herrn." 1Sa 7:6 Da versammelten sie sich auf der Mispa, schöpften Wasser, gossen es vor den Herrn, fasteten an jenem Tag und sprachen dort: "Wir haben gegen den Herrn gesündigt." Und Samuel richtete Israel auf der Mispa. 1Sa 7:7 Die Philister aber hörten, daß sich Israels Söhne auf der Mispa versammelt hatten. Da zogen die Philisterfürsten gegen Israel. Als dies die Söhne Israels hörten, fürchteten sie sich vor den Philistern. 1Sa 7:8 Und die Söhne Israels sprachen zu Samuel: "Höre nicht auf, für uns zum Herrn, unserem Gott, zu flehen, daß er uns aus der Philister Hand helfe!" 1Sa 7:9 Da nahm Samuel ein Milchlamm und brachte es dem Herrn als ganzes Brandopfer dar. Und Samuel flehte zum Herrn für Israel, und der Herr erhörte ihn. 1Sa 7:10 Und Samuel brachte eben das Brandopfer dar. Da griffen die Philister Israel an. Der Herr aber donnerte mit gewaltigem Schalle an jenem Tage gegen die Philister und verwirrte sie, und sie wurden von Israel geschlagen. 1Sa 7:11 Da rückten die Männer Israels von der Mispa aus, verfolgten die Philister und schlugen sie bis unterhalb Betkar ("Weidehaus"). 1Sa 7:12 Da nahm Samuel einen Stein, stellte ihn zwischen der Mispa und der Spitze auf und nannte ihn "Stein der Hilfe". Er sprach: "Bis hierher hat der Herr geholfen." 1Sa 7:13 So wurden die Philister gebeugt. Und sie kamen fernerhin nicht mehr in Israels Gebiet. Die Hand des Herrn lag auf den Philistern, solange Samuel lebte. 1Sa 7:14 Die Städte aber, die die Philister Israel abgenommen hatten, kamen wieder an Israel, von Ekron bis Gat. Auch ihr Gebiet entriß Israel der Hand der Philister. Ebenso ward Friede zwischen Israel und dem Amoriter. 1Sa 7:15 Und Samuel richtete alle Tage seines Lebens Israel. 1Sa 7:16 Jahr für Jahr nämlich war er umhergewandert und hatte die Runde gemacht über Betel, das Gilgal und die Mispa. An all diesen Orten hatte er Israel gerichtet. 1Sa 7:17 Seine Heimstatt aber war auf der Rama; denn dort war sein Haus, und dort richtete er Israel. Er baute auch dort dem Herrn einen Altar. 1Sa 8:1 Als Samuel alt geworden, bestellte er seine Söhne zu Richtern für Israel. 1Sa 8:2 Sein Erstgeborener hieß Joel, sein Zweiter Abia. Sie richteten zu Beerseba. 1Sa 8:3 Aber seine Söhne waren nicht auf seinen Wegen gewandelt; sie gingen vielmehr auf Gewinn aus. Sie ließen sich bestechen und beugten das Recht. 1Sa 8:4 Da traten die Ältesten Israels zusammen und kamen zu Samuel auf die Rama. 1Sa 8:5 Sie sprachen zu ihm: "Du bist alt geworden. Deine Söhne aber wandeln nicht auf deinen Wegen. Deshalb setze über uns einen König, daß er uns richte, wie es bei allen anderen Völkern ist." 1Sa 8:6 Samuel aber mißfiel es, daß sie gesprochen hatten: "Gib uns einen König, daß er uns richte!" Und Samuel beklagte sich beim Herrn. 1Sa 8:7 Da sprach der Herr zu Samuel: "Hör auf des Volkes Stimme in allem, was sie zu dir sagen! Nicht dich verwerfen sie, sondern mich, damit ich nicht mehr über sie König sei. 1Sa 8:8 Gerade so, wie sie getan von dem Tage an, da ich sie aus Ägypten geführt, bis auf diesen Tag, da sie mich verließen und anderen Göttern dienten, so tun sie auch dir. 1Sa 8:9 So hör auf ihre Stimme! Doch sollst du sie ernstlich verwarnen! Tu ihnen auch die Rechte des Königs kund, der über sie herrschen soll!" 1Sa 8:10 Und Samuel verkündete alle Worte des Herrn dem Volk, das von ihm einen König verlangte. 1Sa 8:11 Er sprach: "Dies sind die Rechte des Königs, der über euch herrschen wird: Eure Söhne nimmt er und stellt sie an seine Wagen und Rosse, daß sie vor seinem Wagen laufen. 1Sa 8:12 Er setzt sich Oberste über Tausende und Oberste über fünfzig. Sie müssen sein Ackerland pflügen, seine Ernte einbringen und seine Kriegs- und Wagengeräte machen. 1Sa 8:13 Eure Töchter nimmt er zum Salbenbereiten, Kochen und Backen. 1Sa 8:14 Von euren Feldern, Weinbergen und Ölgärten nimmt er die besten und gibt sie seinen Dienern. 1Sa 8:15 Von euren Saatländern und Weinbergen erhebt er den Zehnten und gibt ihn seinen Hofleuten und Dienern. 1Sa 8:16 Und eure Knechte und Mägde, eure fetten Rinder und eure Esel nimmt er und verwendet sie für seine Wirtschaft. 1Sa 8:17 Von euren Schafen erhebt er den Zehnten. Ihr selbst aber werdet seine Knechte sein. 1Sa 8:18 Da schreit ihr an jenem Tage wegen eures Königs, den ihr euch erwählt habt. Aber der Herr erhört euch nicht an jenem Tage." 1Sa 8:19 Das Volk aber weigerte sich, auf Samuels Stimme zu hören. Sie sprachen zu ihm: "Nur ein König soll über uns sein! 1Sa 8:20 Wir wollen auch so sein wie alle Völker. Unser König richte uns und ziehe vor uns her und führe unsere Kriege!" 1Sa 8:21 Samuel hörte aber alles, was das Volk redete, und trug es dem Herrn vor. 1Sa 8:22 Da sprach der Herr zu Samuel: "Hör auf ihre Stimme und gib ihnen einen König!" Da sprach Samuel zu den Männern Israels: "Geht, ein jeglicher in seine Stadt!" 1Sa 9:1 Da war ein Mann aus Benjamin namens Kis, Abiels Sohn, Serors Enkel und Urenkel Bekorats, des Sohnes Aphiachs, ein Benjaminite und vermögender Mann. 1Sa 9:2 Er hatte einen Sohn, namens Saul, jung und wohlgestaltet. Keiner der Söhne Israels war so wohlgestaltet wie er. Von seinen Schultern an ragte er über das ganze Volk. 1Sa 9:3 Nun verliefen sich dem Kis, Sauls Vater, Eselinnen. Da sprach Kis zu seinem Sohne Saul: "Nimm dir einen von den Knechten; mach dich auf, geh, such die Eselinnen!" 1Sa 9:4 Da durchstreifte er das Gebirge Ephraim und durchstreifte die Landschaft Salisa; aber sie fanden nichts. Dann durchstreiften sie die Landschaft Saalim, wieder war nichts zu finden. Dann durchstreifte er das Gebiet Benjamins. Aber auch da fanden sie nichts. 1Sa 9:5 Schon waren sie in die Landschaft Suph gekommen. Da sprach Saul zu seinem Diener bei ihm: "Komm, wir kehren um! Sonst könnte mein Vater die Eselinnen aufgeben und sich um uns sorgen." 1Sa 9:6 Da sprach jener zu ihm: "In dieser Stadt ist ein Gottesmann. Und der Mann ist angesehen. Alles, was er sagt, trifft alsbald ein. Laßt uns hingehen! Vielleicht bescheidet er uns über unseren Weg, den wir einzuschlagen haben." 1Sa 9:7 Da sprach Saul zu seinem Diener: "Wenn wir gehen, was bringen wir dann dem Mann? Das Brot in unseren Taschen ist ausgegangen, und ein Schmuckstück kann man dem Gottesmann nicht geben. Was haben wir sonst?" 1Sa 9:8 Da erwiderte der Diener nochmals dem Saul und sprach: "Bei mir findet sich ein Viertelsilberling. Den gebe ich dem Gottesmann, daß er uns über unseren Weg bescheide." 1Sa 9:9 Vor alters sagte man in Israel, wenn man Gott befragen ging, also: "Kommt, lasset uns zum Seher gehen!" Denn die jetzt Propheten genannt werden, hießen vor Zeiten Seher. 1Sa 9:10 Da sprach Saul zu seinem Diener: "Du hast recht. Auf! Laßt uns gehen!" So gingen sie zur Stadt, wo der Gottesmann war. 1Sa 9:11 Sie gingen nun die Steige zur Stadt hinan. Da trafen sie Mädchen, die zum Wasserschöpfen herauskamen. Da sprachen sie zu ihnen: "Ist der Seher daheim?" 1Sa 9:12 Da antworteten sie ihnen und sprachen: "Ja, er ist für dich zu haben. Beeile dich jetzt! Denn heute ist er in die Stadt gekommen, weil heute das Volk ein Opfer auf der Höhe hat. 1Sa 9:13 Kommt ihr in die Stadt, dann trefft ihr ihn noch an, bevor er auf die Höhe zum Mahle geht. Denn das Volk speist nicht, bis er kommt. Erst segnet er das Opfermahl, dann essen die Geladenen. Geht also hinauf! Denn dort könnt ihr ihn noch treffen." 1Sa 9:14 So gingen sie zur Stadt hinauf. Als sie aber mitten in die Stadt kamen, begegnete ihnen eben Samuel, um zur Höhe hinaufzusteigen. 1Sa 9:15 Der Herr aber hatte Samuels Ohr einen Tag vor Sauls Ankunft geöffnet; er sprach: 1Sa 9:16 "Morgen um diese Zeit sende ich dir aus dem Lande Benjamin einen Mann. Den salbe zum Fürsten meines Volkes Israel! Er wird mein Volk aus der Philister Hand erretten. Denn ich habe nach meinem Volke gesehen; ist doch sein Hilferuf zu mir gedrungen." 1Sa 9:17 Kaum hatte Samuel den Saul erblickt, hatte ihn schon der Herr beschieden: "Dies ist der Mann, von dem ich dir gesagt: 'Er wird mein Volk regieren.'" 1Sa 9:18 Da trat Saul zu Samuel mitten im Tor und sprach: "Sag mir doch: Wo ist das Haus des Sehers?" 1Sa 9:19 Da erwiderte Samuel dem Saul und sprach: "Ich bin der Seher. Gehet vor mir auf die Höhe und esset heute mit mir! Morgen lasse ich dich ziehen und bescheide dich über alles, was du auf dem Herzen hast. 1Sa 9:20 Um die Eselinnen, die dir heute vor drei Tagen verloren gingen, sorge dich nicht! Sie haben sich gefunden. Wem aber kommt zu, was Gesamtisrael wünscht? Nicht dir und deinem ganzen Vaterhause?" 1Sa 9:21 Da antwortete Saul und sprach: "Bin ich nicht ein Benjaminite aus einem der kleinsten Stämme Israels? Und meine Sippe ist die geringste von allen Sippen des Benjaminstammes. Warum redest du so zu mir?" 1Sa 9:22 Samuel aber nahm Saul und seinen Diener, führte sie in die Halle und gab ihnen einen Platz an der Spitze der Geladenen. Deren waren es an dreißig Mann. 1Sa 9:23 Und Samuel sagte zum Koch: "Gib das Stück her, das ich dir gegeben und wovon ich dir gesagt: 'Leg es beiseite!'" 1Sa 9:24 Da nahm der Koch die Keule und legte sie Saul vor. Jener sprach: "Das ist der Rest. Leg dir vor und iß! Denn zu seiner Zeit ward er aufgespart, schon als ich sagte: 'Ich habe die Leute eingeladen.'" So aß Saul mit Samuel an jenem Tage. 1Sa 9:25 Dann stiegen sie von der Höhe in die Stadt hinab, und er redete mit Saul noch auf dem Dache. 1Sa 9:26 Sie standen früh auf. Als die Morgenröte anbrach, rief Samuel zu Saul auf das Dach hinauf: "Steh auf, daß ich dich begleite!" Und Saul stand auf, und sie beide, er und Samuel, gingen hinaus. 1Sa 9:27 Sie schritten eben dem Ende der Stadt zu. Da sprach Samuel zu Saul: "Heiß den Diener uns weit vorausgehen!" Da ging dieser voraus. "Du aber bleib stehen, daß ich dir ein Gotteswort kundtue!" 1Sa 10:1 Darauf nahm Samuel die Ölflasche, goß sie auf sein Haupt und küßte ihn. Dann sprach er: "Damit salbt dich der Herr zum Fürsten über sein Eigentum. 1Sa 10:2 Gehst du heute von mir weg, so triffst du zwei Männer bei Rachels Grab an der Grenze Benjamins im Glutschatten. Sie sagen zu dir: 'Die Eselinnen, die du suchen gegangen, haben sich gefunden. Dein Vater hat die Sache mit den Eselinnen aufgegeben; dafür ist er um euch besorgt und sagt: Was soll ich für meinen Sohn tun?' 1Sa 10:3 Gehst du von da weiter und kommst du zur Taboreiche, so stoßen dort drei Männer zu dir. Sie gehen zu der Gottheit nach Betel ("Gotteshaus") hinauf. Der eine führt drei Böcklein mit sich, der andere hat drei Brotlaibe und der dritte einen Schlauch Wein. 1Sa 10:4 Sie grüßen dich und geben dir zwei Brote. Nimm sie von ihnen an! 1Sa 10:5 Hernach kommst du zu dem Gotteshügel, wo die Philisterposten sind, und wenn du dorthin in die Stadt kommst, dann triffst du einen Trupp Propheten, die von der Höhe kommen; ihnen voraus Harfen, Pauken, Flöten und Zithern; sie selbst aber sind verzückt. 1Sa 10:6 Dann kommt über dich der Geist des Herrn, und du wirst mit ihnen verzückt und wandelst dich in einen anderen Menschen. 1Sa 10:7 Wenn diese Zeichen bei dir eintreffen, dann tu dein Möglichstes! Denn Gott ist mit dir. 1Sa 10:8 Geh vor mir nach dem Gilgal ("Steinkreis") hinab! Ich komme zu dir hinab, Brandopfer darzubringen und Mahlopfer zu schlachten. Warte aber sieben Tage, bis ich zu dir komme und dir kundtue, was du tun sollst!" 1Sa 10:9 Als er den Rücken wandte, um von Samuel wegzugehen, da wandelte ihm Gott sein Inneres. Und an jenem Tage trafen alle diese Zeichen ein. 1Sa 10:10 Als sie dorthin nach dem Hügel kamen, eilte ihm ein Trupp Propheten entgegen. Auch der Geist Gottes kam über ihn, und er ward mitten unter ihnen verzückt. 1Sa 10:11 Und alle, die ihn von früher her kannten und sahen, wie er mit den Propheten verzückt war, diese Leute sagten zueinander: "Was ist mit dem Sohn des Kis geschehen? Ist auch Saul unter den Propheten?" 1Sa 10:12 Da erwiderte ein Mann von dort und sprach: "Aber wer ist denn ihr Vater?" Daher entstand das Sprichwort: "Auch Saul unter den Propheten?" 1Sa 10:13 Als er aufhörte, verzückt zu sein, kam er auf die Höhe. 1Sa 10:14 Da fragte Sauls Oheim ihn und seinen Diener: "Wohin seid ihr gegangen?" Er sprach: "Die Eselinnen zu suchen, und als wir sahen, daß sie nicht da waren, gingen wir zu Samuel." 1Sa 10:15 Da sagte Sauls Oheim: "Sag mir doch, was Samuel zu euch gesprochen hat!" 1Sa 10:16 Da sprach Saul zu seinem Oheim: "Er hat uns mitgeteilt, daß die Eselinnen gefunden seien." Aber die Sache mit dem Königtum, wovon Samuel gesprochen, sagte er ihm nicht. 1Sa 10:17 Da entbot Samuel das Volk zum Herrn auf die Mispa. 1Sa 10:18 Er sprach zu den Söhnen Israels: "So spricht der Herr, Gott Israels: 'Ich habe aus Ägypten Israel herausgeführt und aus der Hand Ägyptens und all der Königreiche euch gerettet, die euch bedrängt haben.' 1Sa 10:19 Ihr aber verwerft jetzt euren Gott, der euch Retter war, in all euren Leiden und Nöten half. Ihr sagt: 'Nein! Einen König sollst du über uns setzen!' Nun denn! So stellt euch vor dem Herrn auf, nach euren Stämmen und Tausendschaften!" 1Sa 10:20 Hierauf ließ Samuel alle Stämme Israels antreten. Da traf es den Stamm Benjamin. 1Sa 10:21 Hierauf ließ er den Stamm Benjamin sippenweise antreten. Da traf es die Sippe der Matriter. Dann traf es Saul, des Kis Sohn. Da suchten sie ihn. Er aber war nicht zu finden. 1Sa 10:22 Da fragten sie nochmals den Herrn: "Ist der Mann überhaupt hierher gekommen?" Da sprach der Herr: "Ja! Er hält sich beim Gepäck versteckt." 1Sa 10:23 Da liefen sie hin und holten ihn von dort. Als er mitten unters Volk trat, überragte er alles Volk von seiner Schulter an. 1Sa 10:24 Da sprach Samuel zum ganzen Volk: "Seht ihr nicht? Der, den sich der Herr erkoren, hat nicht seinesgleichen im ganzen Volk." Und das ganze Volk jubelte und rief:"Es lebe der König!" 1Sa 10:25 Hernach trug Samuel dem Volk die Rechte des Königtums vor. Dann schrieb er sie in das Buch und legte dies vor dem Herrn nieder. Dann entließ Samuel das ganze Volk, jeden in seine Heimat. 1Sa 10:26 Auch Saul war in seine Heimat nach Gibea gegangen, und mit ihm ging die Schar, deren Herz Gott gerührt hatte. 1Sa 10:27 Bösewichter aber hatten gesagt: "Was kann uns dieser helfen?" Und sie verachteten ihn und sie hatten ihm kein Geschenk gebracht. Er aber stellte sich wie taub. 1Sa 11:1 Nun zog der Ammoniter Nachas herauf und belagerte Jabes in Gilead. Da sprachen alle Männer von Jabes zu Nachas: "Schließ mit uns einen Vergleich! Dann unterwerfen wir uns dir." 1Sa 11:2 Da sprach der Ammoniter Nachas zu ihnen: "Ich schließe mit euch einen Vergleich, daß ich euch allen das rechte Auge aussteche und damit ganz Israel einen Schimpf antue." 1Sa 11:3 Da sprachen die Ältesten von Jabes zu ihm: "Laß uns sieben Tage Zeit! Wir wollen Boten durch das ganze Gebiet Israels senden. Hilft uns niemand, dann ergeben wir uns dir." 1Sa 11:4 So kamen die Boten auch nach dem Gibea Sauls und meldeten dem Volk die Lage. Da brach das ganze Volk in lautes Weinen aus. 1Sa 11:5 Eben kam Saul hinter den Rindern vom Felde heim. Da fragte Saul: "Was ist dem Volk, daß es weint?" Nun berichteten sie ihm die Lage der Männer von Jabes. 1Sa 11:6 Da kam Gottes Geist über Saul, als er diese Dinge vernahm, und sein Zorn erglühte heftig. 1Sa 11:7 Dann nahm er ein paar Rinder, zerstückelte sie und sandte sie in Gesamtisrael durch die Boten umher mit dem Aufrufe: "Wer nicht mit auszieht hinter Saul und Samuel her, dessen Nachwuchs soll es ebenso ergehen!" Da befiel das Volk ein Herrnschrecken, und sie zogen aus wie ein Mann. 1Sa 11:8 Er musterte sie nun zu Bezek. Da waren es 300.000 Israeliten und 30.000 Judäer. 1Sa 11:9 Da sagten sie zu den Boten, die gekommen waren: "So sollt ihr zu den Männern von Jabes in Gilead sagen: 'Morgen wird euch Hilfe, wenn die Sonne brennt.'" Da gingen die Boten heim und meldeten es den Männern von Jabes. Da wurden diese froh. 1Sa 11:10 Und die Männer von Jabes sprachen: "Morgen übergeben wir uns euch. Dann tut mit uns, wie euch gefällt!" 1Sa 11:11 Am anderen Morgen nun teilte Saul das Volk in drei Haufen. Und sie drangen in das Lager um die Morgenwache und schlugen Ammon, bis der Tag heiß ward. Was übrigblieb, zerstreute sich; nicht zwei davon blieben beisammen. 1Sa 11:12 Da sprach das Volk zu Samuel: "Wer sind die, die gesagt haben: 'Saul soll nicht König über uns werden?' Schafft die Männer her, daß wir sie totschlagen!" 1Sa 11:13 Da sprach Saul: "An diesem Tage soll niemand den Tod erleiden! Denn heute hat der Herr Israel zum Siege verholfen." 1Sa 11:14 Da sprach Samuel zum Volke. "Kommt! Laßt uns nach dem Gilgal ziehen und dort dem Königtum die Weihe geben!" 1Sa 11:15 So zog das ganze Volk nach dem Gilgal. Und sie machten dort Saul vor dem Herrn im Gilgal zum König. Dann schlachteten sie dort Mahlopfer vor dem Herrn. Und Saul und alle anderen Männer Israels waren dort überaus froh. 1Sa 12:1 Und Samuel sprach zu ganz Israel: "Ich habe eurer Stimme in allem gefolgt, was ihr mir gesagt. Ich setzte über euch einen König. 1Sa 12:2 Nun führt der König euch an. Ich selbst aber bin alt und grau. Doch meine Söhne sind noch bei euch. Und ich selbst habe euch von meiner Jugend an bis auf diesen Tag angeführt. 1Sa 12:3 Hier bin ich. Verklagt mich beim Herrn und seinem Gesalbten! Wessen Ochsen habe ich weggenommen? Wessen Esel fortgeführt? Wen habe ich gedrückt? Wem habe ich Gewalt getan? Von wem habe ich Sühnegeld empfangen, so daß ich mein Auge ihm gegenüber zudrückte? Ich will es euch erstatten." 1Sa 12:4 Sie sprachen: "Du hast uns nicht bedrückt noch Gewalt angetan und nicht das Geringste aus jemandes Hand genommen." 1Sa 12:5 Da sprach er zu ihnen: "Der Herr sei mein Zeuge euch gegenüber, und sein Gesalbter sei heute Zeuge, daß ihr in meiner Hand nicht das Geringste gefunden habt!" Da sprachen sie: "Jawohl!" 1Sa 12:6 Da sprach Samuel zum Volk: "Der Herr hat Moses und Aaron eingesetzt und eure Väter aus Ägypterland heraufgeführt. 1Sa 12:7 Nun kommt her, daß ich vor dem Herrn mit euch rechte über alle Wohltaten des Herrn, die er an euch und euren Vätern getan! 1Sa 12:8 Als Jakob nach Ägypten gekommen war, da schrien eure Väter zum Herrn. Und der Herr sandte Moses und Aaron. Und diese führten eure Väter aus Ägypten und gaben ihnen an dieser Stätte Siedlungen. 1Sa 12:9 Aber sie vergaßen den Herrn, ihren Gott. Da verkaufte er sie in die Hand Siseras, des Feldherrn von Chasor, dann in die der Philister und in die des Moabkönigs, und sie bekriegten sie. 1Sa 12:10 Da schrien sie zum Herrn und sprachen: 'Wir haben gesündigt, daß wir den Herrn verlassen haben und dann den Baalen und Astarten dienten. Nun aber rette uns aus unserer Feinde Hand! Dann wollen wir Dir dienen.' 1Sa 12:11 Da erweckte der Herr Jerubbaal, und zwar den Richter, Jephte und Samuel und rettete euch aus eurer Feinde Hand ringsum, so daß ihr sicher wohntet. 1Sa 12:12 Als ihr aber sahet, daß der Ammoniterkönig Nachas gegen euch heranrückte, spracht ihr zu mir: 'Nein! Ein König herrsche über uns!' Und doch ist der Herr, euer Gott, euer König. 1Sa 12:13 Nun denn! Da ist der König, den ihr erwählt und den ihr gefordert habt. Seht! Der Herr hat euch einen König gegeben. 1Sa 12:14 Wenn ihr den Herrn fürchtet, dann dienet ihm und hört seine Stimme. Dem Mund des Herrn dürft ihr nicht widersprechen. Ihr selbst und der König, der über euch herrscht, seid dem Herrn, eurem Gott, folgsam! 1Sa 12:15 Hört ihr aber nicht auf des Herrn Stimme und widersprecht ihr dem Munde des Herrn, dann ist des Herrn Hand wider euch wie gegen eure Väter. 1Sa 12:16 Kommt jetzt her und seht das große Werk, das der Herr vor euch tut! 1Sa 12:17 Ist nicht jetzt die Weizenernte? Ich rufe nun zum Herrn, daß er Gewitter und Regen sende. Dann erkennt ihr und seht, daß eure Bosheit groß ist, die ihr vor dem Herrn getan, indem ihr für euch einen König gefordert habt." 1Sa 12:18 Dann rief Samuel zum Herrn, und der Herr sandte an jenem Tag Gewitter und Regen. So kam das Volk in große Angst vor dem Herrn und Samuel. 1Sa 12:19 Und das ganze Volk sprach zu Samuel: "Bete zum Herrn, deinem Gott, für deine Knechte, daß wir nicht sterben! Denn wir haben zu all unseren Sünden das Unrecht hinzugefügt, für uns einen König zu fordern." 1Sa 12:20 Da sprach Samuel zum Volke: "Seid ohne Furcht! Ihr habt zwar all dies Böse getan. Aber laßt wenigstens nicht vom Herrn, sondern dient dem Herrn aus eurem ganzen Herzen! 1Sa 12:21 Ihr dürft keinesfalls zu den Götzen abfallen, die nichts nützen und nicht retten, weil sie Nichtse sind! 1Sa 12:22 Denn der Herr verstößt um seines großen Namens willen nicht sein Volk, hat es doch dem Herrn gefallen, euch zum Volk für sich zu machen. 1Sa 12:23 Aber dessen ungeachtet sei es fern von mir, daß ich mich am Herrn versündigte und abließe, für euch zu beten! Vielmehr weise ich euch den guten und geraden Weg. 1Sa 12:24 Nur fürchtet den Herrn und dient ihm getreulich aus ganzem Herzen! Denn seht: Was hat er Großes an euch getan! 1Sa 12:25 Wenn ihr aber böse handelt, dann werdet ihr samt eurem König weggerafft werden." 1Sa 13:1 Saul war fünfzig Jahre alt, als er König ward, und zwei Jahre hatte er über Israel geherrscht. 1Sa 13:2 Saul warb nun 1Sa 13:3 000 aus Israel an. Bei Saul aber blieben 2.000 zu Mikmas und auf dem Gebirge Betels, 1.000 aber waren bei Jonatan zu Gibea Benjamins ("Benjaminshügel!"). Den Rest hatte er entlassen, jeden in sein Zeit. 3 Da schlug Jonatan den Philistervogt in Geba. Die Philister aber erfuhren es. Nun hatte Saul im ganzen Land in das Horn stoßen und verkünden lassen: "Hören sollen es die auf der anderen Seite!" 1Sa 13:4 So vernahm ganz Israel die Kunde: "Saul hat den Philistervogt geschlagen, und Israel ist bei den Philistern anrüchig geworden." Da ward das Volk aufgeboten und folgte Saul nach dem Gilgal. 1Sa 13:5 Die Philister aber hatten sich zum Kampf gegen Israel versammelt, 30.000 Wagen und 1Sa 13:6 000 Reiter sowie Fußvolk, an Menge gleich dem Sand am Meeresufer. So zogen sie herauf und lagerten zu Mikmas, östlich von Bet Awen ("Haus der Nichtigkeit"). 6 Israels Männer aber merkten, daß sie in Not kämen; denn das Volk war bestürzt. So verbarg sich das Volk in Höhlen, Erdlöchern, Felsspalten, Grüften und Gruben. 1Sa 13:7 Und zuletzt zogen sie über die Jordanfurten in das Land Gad und Gilead. Saul aber blieb immer noch im Gilgal, obwohl das ganze Volk sich heftig nach ihm sehnte. 1Sa 13:8 Er wartete sieben Tage bis zu der Frist, die Samuel bestimmt hatte. Aber Samuel kam nicht nach dem Gilgal. Da verlief sich das Volk. 1Sa 13:9 So sprach denn Saul: "Bringt mir das Brandopfer und die Mahlopfer!" Dann vollzog er das Brandopfer. 1Sa 13:10 Eben war er mit dem Darbringen des Brandopfers fertig, da kam Samuel. Saul ging ihm nun entgegen, ihn zu begrüßen. 1Sa 13:11 Da sprach Samuel: "Was hast du getan?" Saul sprach: "Ich habe gesehen, wie das Volk mir davongelaufen ist, und du bist nicht zur bestimmten Frist eingetroffen, obschon die Philister in Mikmas versammelt sind. 1Sa 13:12 Da sprach ich: 'Nun werden die Philister gegen mich ins Gilgal ziehen, bevor ich den Herrn begütigt habe.' Und so überwand ich mich und brachte das Brandopfer dar." 1Sa 13:13 Da sprach Samuel zu Saul: "Du hast töricht gehandelt. Hättest du des Herrn, deines Gottes, Befehl, den er dir gegeben, befolgt, dann hätte der Herr dein Königtum über Israel für immer bestätigt. 1Sa 13:14 So aber wird dein Königtum keinen Bestand haben. Der Herr hat sich schon einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht, und ihn bestellte er zum Fürsten über sein Volk. Denn du hast nicht befolgt, was dir der Herr befohlen hat." 1Sa 13:15 Dann erhob sich Samuel und ging aus dem Gilgal nach Gibea Benjamins hinauf. Da musterte Saul das Volk, das sich bei ihm fand, an 600 Mann. 1Sa 13:16 Saul und sein Sohn Jonatan sowie das Volk, das sich bei ihm fand, weilten in Gibea Benjamin. Die Philister aber lagerten in Mikmas. 1Sa 13:17 Da zog eine Plündererschar aus dem Philisterlager in drei Haufen. Der eine Haufe wandte sich nach dem Wege von Ophra ins Gebiet von Saul, 1Sa 13:18 der andere nach dem von Betchoron und der dritte nach dem Wege über den Hügel, der über das Hyänental auf die Steppe schaut. 1Sa 13:19 Im ganzen Lande Israel aber fand sich kein Schmied. Denn die Philister hatten gesagt: "Die Hebräer machen sich sonst Schwerter oder Lanzen!" 1Sa 13:20 So mußte ganz Israel zu den Philistern hinabgehen, wenn jemand seine Pflugschar, seinen Karst, seine Axt und seinen Ochsenstachel schmieden lassen wollte. 1Sa 13:21 Harte Steine dienten als Schneiden an den Pflugscharen, Karsten, Dreizacken, Äxten und zum Wetzen der Sicheln. 1Sa 13:22 So hatte sich am Kampftage weder Schwert noch Lanze beim gesamten Kriegsvolk vorgefunden, das bei Saul und Jonatan war. Nur bei Saul und seinem Sohn Jonatan fanden sich solche. 1Sa 13:23 Da rückte ein Philisterposten gegen den Paß von Mikmas vor. 1Sa 14:1 Eines Tages nun sprach Sauls Sohn Jonatan zu dem Diener, der ihm die Waffen trug: "Auf! Laß uns hinübergehen, gerade zu dem Philisterposten, der dort auf der anderen Seite steht!" Seinem Vater aber hatte er nichts davon gesagt. 1Sa 14:2 Saul saß nämlich gerade am Ende von Gibea unter dem Granatbaume bei Migron, und das Volk bei ihm war an 600 Mann. 1Sa 14:3 Und Achia, der Sohn Achitubs, des Bruders Ikabods, der Enkel des Pinechas, des Sohnes Elis, des Priesters des Herrn zu Silo, trug das Ephod. Das Volk aber wußte nicht, daß Jonatan fortgegangen war. 1Sa 14:4 Zwischen den Pässen, die Jonatan gegen den Philisterposten hin zu überschreiten suchte, war nun hüben und drüben eine Reihe Felszacken. Die eine hieß Boses ("Schlupfwinkel"), die andere Sene ("Steigleiter"). 1Sa 14:5 Die eine Zackenreihe steht säulengleich auf der Nordseite, Mikmas gegenüber, die andere auf der Südseite gegenüber Geba. 1Sa 14:6 Da sprach Jonatan zu dem Diener, der seine Waffen trug: "Auf! Wir wollen hinübergehen zu dem Posten dieser Unbeschnittenen. Vielleicht tut der Herr etwas für uns. Denn für den Herrn ist es kein Hindernis, durch viel oder wenig zu helfen." 1Sa 14:7 Da sprach zu ihm sein Waffenträger: "Tu, was du in deinem Herzen hast! Reck dich! Sieh, ich bin dir zur Seite nach deinem Wunsch." 1Sa 14:8 Da sprach Jonatan: "Nun gehen wir zu den Männern hinüber und zeigen uns ihnen. 1Sa 14:9 Sprechen sie so zu uns: 'Haltet, bis wir zu euch kommen!', dann bleiben wir auf unserem Platze stehen und steigen nicht zu ihnen hinauf. 1Sa 14:10 Sagen sie aber: 'Kommt zu uns herauf!', dann steigen wir hinauf. Dann nämlich gibt sie der Herr in unsere Hand. Dies sei uns das Zeichen!" 1Sa 14:11 Beide zeigten sich also dem Philisterposten. Da sprachen die Philister: "Hier kommen Hebräer aus den Löchern, in die sie sich verkrochen haben." 1Sa 14:12 Und die Leute des Postens riefen zu Jonatan und seinem Waffenträger und sprachen: "Kommt zu uns herauf! Wir zeigen euch etwas." Da sprach Jonatan zu seinem Waffenträger: "Steig mir nach! Der Herr gibt sie in Israels Hand." 1Sa 14:13 Jonatan klomm nun auf Händen und Füßen hinauf, hinter ihm sein Waffenträger. Da fielen sie vor Jonatan, und sein Waffenträger tötete sie hinter ihm her. 1Sa 14:14 So traf der erste Schlag, den Jonatan und sein Waffenträger getan, ungefähr zwanzig Mann, auf einer Strecke ungefähr einen halben Morgen lang. 1Sa 14:15 Da entstand ein Schrecken im Lager und auf dem Feld und beim ganzen Volk. Auch der Posten und die Plündererschar waren erschrocken. Und die Gegend bebte, und so ward ein Gottesschrecken. 1Sa 14:16 Sauls Späher zu Gibea Benjamins sahen nun, daß die Menge hin und her wogte. 1Sa 14:17 Da sprach Saul zu dem Volke bei ihm: "Haltet doch Musterung und seht nach, wer von uns fortgegangen ist!" Da hielten sie Musterung. Und Jonatan und sein Waffenträger fehlten. 1Sa 14:18 Da sprach Saul zu Achia: "Bring die Gottestasche her!" Denn damals hatten die Israeliten noch die Gottestasche. 1Sa 14:19 Solange aber Saul mit dem Priester redete, ward das Getöse in dem Philisterlager immer stärker. Da sprach Saul zum Priester: "Laß es sein!" 1Sa 14:20 Und Saul und das ganze Volk bei ihm wurden mutig, und sie kamen auf den Kampfplatz. Da ward eines jeden Schwert gegen den anderen gerichtet. Eine schreckliche Verwirrung! 1Sa 14:21 Hebräer aber waren seit langem bei den Philistern und mit ihnen ins Feld gezogen. Auch diese fielen ab, um sich Israel bei Saul und Jonatan anzuschließen. 1Sa 14:22 Und als alle anderen israelitischen Männer, die sich auf dem Gebirge Ephraim versteckt hielten, hörten, die Philister seien geflohen, setzten auch sie ihnen nach, sie zu bekämpfen. 1Sa 14:23 So half der Herr an jenem Tage Israel. Der Kampf aber hatte sich über Bet Awen ausgedehnt. 1Sa 14:24 An jenem Tage aber kasteite sich Israels Mannschaft, hatte doch Saul das Volk schwören lassen: "Verflucht sei der Mann, der Speise vor dem Abend ißt, bevor ich an meinen Feinden Rache genommen!" Und so hatte das ganze Volk keine Speise gekostet. 1Sa 14:25 Die ganze Schar aber war auf die Bergeshöhe gelangt. Auf der Hochebene aber gab es Honig. 1Sa 14:26 Als das Volk auf die Höhe kam, floß dort der Honig; aber niemand führte die Hand zum Munde, weil sich das Volk vor dem Schwur fürchtete. 1Sa 14:27 Jonatan aber hatte nicht gehört, wie sein Vater das Volk beschworen hatte. So streckte er die Spitze des Stabes in seiner Hand aus, tauchte sie in eine Honigwabe und führte seine Hand zum Munde. Da wurden seine Augen wieder hell. 1Sa 14:28 Nun erhob ein Mann aus dem Volke seine Stimme und sprach: "Dein Vater hat das Volk schwören lassen: 'Verflucht sei der Mann, der heute etwas genießt!'" Das Volk aber war matt. 1Sa 14:29 Da sprach Jonatan: "Mein Vater stürzt das Land ins Unglück. Seht doch, wie meine Augen leuchten, weil ich dies bißchen Honig genossen habe! 1Sa 14:30 Um wieviel mehr - hätte das Volk heute von seiner Feindesbeute, die es gemacht, tüchtig gegessen! Wäre dann nicht die Niederlage der Philister noch größer geworden?" 1Sa 14:31 So schlugen sie an jenem Tage die Philister von Mikmas bis Ajjalon. Das Volk aber war sehr abgemattet. 1Sa 14:32 Da machte sich das Volk über die Beute her, nahm Schafe, Rinder und Kälber und wollte sie am Boden schlachten. Dabei wollte das Volk sogar das Blut genießen. 1Sa 14:33 Da meldete man es Saul: "Das Volk versündigt sich gegen den Herrn, es will sogar das Blut genießen." Da sprach er: "Ihr tut Unrecht. Wälzt mir sogleich einen großen Stein her!" 1Sa 14:34 Dann sprach Saul: "Zerstreut euch unter das Volk und sagt ihnen: 'Bringe jeder sein Rind und sein Schaf zu mir! Dann schlachtet es hier und esset und versündigt euch nicht gegen den Herrn, daß ihr das Blut mitgenießet!'" Da brachte das ganze Volk eigenhändig jeder sein Jungtier, noch in der gleichen Nacht, und sie schlachteten es dort. 1Sa 14:35 Und Saul baute für den Herrn einen Altar. Das war der erste Altar, den er dem Herrn baute. 1Sa 14:36 Dann sprach Saul: "Laßt uns den Philistern nächtens nachsetzen und sie zusammenhauen bis zum Morgenlicht und keinen von ihnen übriglassen!" Da sprachen sie: "Tu, wie dir gut dünkt!" Da sprach der Priester: "Laßt uns zuerst zu Gott beten!" 1Sa 14:37 Da befragte Saul Gott: "Soll ich den Philistern nachsetzen? Gibst du sie in Israels Hand?" Aber er gab ihm jenes Tages keine Antwort. 1Sa 14:38 Da sprach Saul: "Tretet her, all ihr Vorkämpfer des Volkes! Forschet und seht nach, durch wen heute diese Schuld geworden! 1Sa 14:39 Denn so wahr der Herr lebt, der Israel half! Läge es selbst an meinem Sohne Jonatan, so müßte er sterben!" Aber niemand vom Volk gab ihm Bescheid. 1Sa 14:40 Da sprach er zu ganz Israel. "Tretet auf die eine Seite, und ich mit meinem Sohn Jonatan auf die andere!" Da sprach das Volk zu Saul: "Tu, was dir gutdünkt!" 1Sa 14:41 Da sprach Saul zum Herrn: "Gott Israels! Gib den richtigen Bescheid!" Da wurden Jonatan und Saul getroffen. Das Volk aber ging frei aus. 1Sa 14:42 Da sprach Saul: "Loset zwischen mir und meinem Sohne Jonatan!" Da ward Jonatan getroffen. 1Sa 14:43 Da sprach Saul zu Jonatan: "Sag mir, was du getan hast!" Jonatan gestand ihm und sprach: "Ich habe mit der Spitze des Stabes in meiner Hand ein wenig Honig gekostet. Ich bin bereit zu sterben." 1Sa 14:44 Da sprach Saul: "So möge mir Gott antun dies und das! Ja, Jonatan, du mußt sterben." 1Sa 14:45 Da sprach das Volk zu Saul: "Sterben soll Jonatan, der diesen großen Sieg in Israel errungen hat? Das sei ferne! So wahr der Herr lebt! Nicht ein Haar darf von seinem Haupte zu Boden fallen. Denn nächst Gott hat er diesen Tag geschaffen." So befreite das Volk Jonatan vom Tod. 1Sa 14:46 Saul gab nun die Verfolgung der Philister auf. Die Philister aber waren in ihre Heimat gezogen. 1Sa 14:47 So errang Saul das Königtum über Israel. Er kämpfte ringsum gegen alle seine Feinde, gegen Moab, die Ammoniter, Edom, den König von Soba und gegen die Philister. Und wohin er sich wandte, brachte er Verheerung- 1Sa 14:48 Er bewies Tapferkeit, und so schlug er auch Amalek und rettete Israel aus seines Plünderers Hand. 1Sa 14:49 Sauls Söhne aber waren Jonatan, Iswi und Malkisua. Seine Töchter hießen die ältere Merab und die jüngere Mikal. 1Sa 14:50 Sauls Weib hieß Achinoam und war des Achimaas Tochter. Sein Heerführer hieß Abner; er war der Sohn des Ner, und dieser Sauls Oheim. 1Sa 14:51 Sauls Vater Kis und Abners Vater Ner waren Abiels Söhne. 1Sa 14:52 Solange Saul lebte, tobte der Krieg gegen die Philister. Sah Saul einen tapferen kriegstüchtigen Mann, so zog er ihn an sich. 1Sa 15:1 Samuel sprach zu Saul: "Mich hat der Herr gesandt, dich zum König über sein Volk Israel zu salben. Nun höre auf die Stimme der Worte des Herrn! 1Sa 15:2 So spricht der Herr der Heerscharen: 'Ich ahnde, was Amalek an Israel getan, dem es feindlich den Weg vertreten hat, als es aus Ägypten zog. 1Sa 15:3 Nun geh und schlage Amalek! Bannt es und alles, was ihm eigen ist! Du sollst es nicht schonen! Töte Männer samt Weibern, Kinder samt Säuglingen, Rinder, Schafe, Esel und Kamele!'" 1Sa 15:4 Da bot Saul das Volk auf und musterte es zu Telaim, 200.000 Mann Fußvolk und 10.000 Judäer. 1Sa 15:5 Dann zog Saul gegen die Amalekiterstadt und stieg in das Bachtal hinab. 1Sa 15:6 Und Saul sprach zu den Kenitern: "Auf! Zieht euch zurück und geht aus Amaleks Mitte weg, daß ich euch nicht mit ihm wegraffe! Ihr habt Liebe allen Israeliten auf ihrem Herweg aus Ägypten erwiesen." Da zog sich der Keniter aus Amaleks Mitte zurück. 1Sa 15:7 Saul schlug nun Amalek von Chawila bis gegen Sur, östlich von Ägypten. 1Sa 15:8 Er fing auch Amalek lebendig. Das ganze übrige Volk aber bannte er zwar mit des Schwertes Schärfe, 1Sa 15:9 doch schonten Saul und das Volk den Agag sowie das Beste der Schafe und Rinder, die vom zweiten Wurfe, und die Lämmer, überhaupt alles Wertvolle. Sie mochten sie eben nicht bannen. Nur, was gering und wertlos war, bannten sie. 1Sa 15:10 Da erging des Herrn Wort an Samuel also: 1Sa 15:11 "Mich reut, daß ich Saul zum König gemacht habe. Denn er hat sich von mir abgewandt und meine Worte nicht vollzogen." Dies verdroß Samuel, und er schrie zum Herrn die ganze Nacht. 1Sa 15:12 Frühmorgens nun ging Samuel Saul entgegen. Da wurde Samuel gemeldet: "Saul ist in den Garten gegangen und hat dort einen Posten aufgestellt." Da wandte er sich, zog weiter und stieg ins Gilgal hinab. 1Sa 15:13 Als Samuel schließlich zu Saul kam, sprach Saul zu ihm: "Sei gesegnet von dem Herrn! Ich habe das Wort des Herrn vollstreckt." 1Sa 15:14 Da sprach Samuel: "Aber was bedeutet dieses Schafeblöken in meinen Ohren? Und das Rindergebrüll, das ich höre?" 1Sa 15:15 Da sprach Saul: "Das haben sie von den Amalekitern heimgebracht, weil das Volk die besten Schafe und Rinder geschont hat, um sie dem Herrn, deinem Gott, zu opfern. Das übrige haben wir gebannt." 1Sa 15:16 Da sprach Samuel zu Saul: "Halt ein, daß ich dir künde, was der Herr zu mir in dieser Nacht gesprochen!" Da sagte er zu ihm: "Sprich!" 1Sa 15:17 Da sprach Samuel: "Mochtest du auch klein sein in deinen Augen, du wurdest doch das Haupt der Stimme Israels. Und der Herr salbte dich zum König über Israel. 1Sa 15:18 Nun sandte dich der Herr und sprach: 'Auf! Banne die Schuldigen, Amalek, und kämpfe gegen sie, bis sie vernichtet sind!' 1Sa 15:19 Warum hast du nicht auf des Herrn Stimme gehört? Du stürztest dich vielmehr auf die Beute und tatest, was dem Herrn mißfiel." 1Sa 15:20 Da sprach Saul zu Samuel: "Ich habe ja der Stimme des Herrn gehorcht; zog ich doch auf dem Wege, den mich der Herr gesandt hat. Ich brachte den Amalekiterkönig Agag mit und bannte Amalek. 1Sa 15:21 Das Volk aber nahm aus der Beute Schafe und Rinder, den ersten Abhub des Banngutes, um es dem Herrn, deinem Gott, im Gilgal zu opfern." 1Sa 15:22 Da sprach Samuel: "Hat der Herr an Brand- und Schlachtopfern gleiches Gefallen wie am Gehorsam gegen des Herrn Befehl? Gehorsam ist besser als Opfer, Hören besser als Widderfett. 1Sa 15:23 Ja, Widerstreben ist ebenso Sünde wie Wahrsagerei, Eigenmächtigkeit soviel wie Missetat und Götzendienst. Weil du des Herrn Wort verworfen, verwirft er dich auch als König." 1Sa 15:24 Da sprach Saul zu Samuel: "Ich habe gesündigt; ich habe ja des Herrn Befehl übertreten und deine Worte. Ich fürchtete eben das Volk und hörte auf seine Stimme. 1Sa 15:25 Aber jetzt vergib doch meine Sünde und kehre mit mir um, daß ich den Herrn anbete!" 1Sa 15:26 Da sprach Samuel zu Saul: "Ich kehre nicht mit dir um. Weil du des Herrn Wort verworfen, so verwirft auch dich der Herr, daß du nimmer König seiest über Israel." 1Sa 15:27 Dann wandte sich Samuel zum Gehen. Da packte jener den Zipfel seines Mantels, und dieser riß ab. 1Sa 15:28 Da sprach Samuel zu ihm: "Heute reißt der Herr das Königtum Israels von dir weg und gibt es deinem Freunde, der besser ist als du. 1Sa 15:29 Gott ist immerdar gerade. Er lügt nicht und bereut nicht; denn er ist kein Mensch, daß er bereuen müßte." 1Sa 15:30 Da sprach er: "Ich habe gesündigt. Aber gib mir wenigstens jetzt die Ehre vor den Ältesten meines Volkes und vor Israel und kehre mit mir um, daß ich den Herrn, deinen Gott, anbete!" 1Sa 15:31 Da begleitete Samuel den Saul. Dann betete Saul den Herrn an. 1Sa 15:32 Samuel aber sprach: "Bringt mir den Amalekiterkönig Agag!" Da ging Agag freudig auf ihn zu. Und Agag sprach: "So ist also des Todes Bitterkeit gewichen." 1Sa 15:33 Da sprach Samuel: "Wie dein Schwert Weiber kinderlos gemacht, so werde unter den Weibern auch deine Mutter kinderlos!" Und Samuel hieb Agag in Stücke vor dem Herrn im Gilgal. 1Sa 15:34 Dann ging Samuel auf die Rama. Saul aber ging in sein Haus nach Gibea Sauls hinauf. 1Sa 15:35 Samuel aber sah Saul nicht mehr bis zu seinem Todestag. Doch trauerte Samuel um Saul. Aber den Herrn hatte es gereut, daß er Saul zum König über Israel gesetzt hatte. 1Sa 16:1 Da sprach der Herr zu Samuel: "Wie lange willst du um Saul trauern? Ich habe ihn verworfen, daß er nicht mehr König über Israel sei. Fülle dein Horn mit Öl und geh! Ich sende dich zu dem Bethlehemiten Isai. Denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen zum König ersehen." 1Sa 16:2 Da sprach Samuel: "Wie kann ich gehen? Hört es Saul, dann bringt er mich um." Da sprach der Herr: "Nimm eine junge Kuh zur Hand und sprich: 'Dem Herrn zu opfern, komme ich.' 1Sa 16:3 Lade zum Opfer Isai ein! Dann lasse ich dich wissen, was du ihm tun sollst. Salbe mir den, den ich dir nenne!" 1Sa 16:4 Und Samuel tat, wie ihm der Herr gesagt, und kam nach Bethlehem. Da eilten ihm die Ältesten der Stadt entgegen und sprachen: "Bringt dein Kommen Heil?" 1Sa 16:5 Er sprach: "Heil! Ich komme, dem Herrn zu opfern. Heiligt euch und kommt mit mir zum Opfer!" Dann hieß er auch Isai und seine Söhne sich heiligen und lud sie zum Opfer. 1Sa 16:6 Als sie kamen, sah er Eliab und sprach: "Wie der Herr, so sein Gesalbter." 1Sa 16:7 Da sprach der Herr zu Samuel: "Sieh nicht auf sein Aussehen und seinen hohen Wuchs! Denn ich verschmähe ihn, sieht doch kein Mensch auf den Grund. Der Mensch schaut auf das Äußere, der Herr aber schaut auf das Herz." 1Sa 16:8 Da rief Isai den Abinadab und führte ihn Samuel vor. Er aber sprach: "Auch diesen hat der Herr nicht erkoren." 1Sa 16:9 Dann führte Isai den Samma vor. Er aber sprach: "Auch diesen hat der Herr nicht erkoren." 1Sa 16:10 So führte Isai seine sieben Söhne vor Samuel. Aber Samuel sprach zu Isai: "Der Herr hat diese nicht erkoren." 1Sa 16:11 Dann fragte Samuel den Isai: "Sind das die Jünglinge alle? Er sprach: "Noch ist der Jüngste übrig. Dieser hütet eben die Schafe." Da sprach Samuel zu Isai: "Schick hin und laß ihn holen! Denn wir setzen uns nicht zu Tisch, bis er herkommt." 1Sa 16:12 Da schickte er hin und ließ ihn kommen. Er aber war blond; zugleich hatte er schöne Augen und war wohlgebildet. Da sprach der Herr: "Auf! Salbe ihn! Dieser ist es." 1Sa 16:13 Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn inmitten seiner Brüder. Da kam des Herrn Geist auf David von dem Tag an und weiterhin. Samuel aber brach auf und ging auf die Rama. 1Sa 16:14 Des Herrn Geist aber wich von Saul. Ihn verstörte ein böser Geist vom Herrn. 1Sa 16:15 Da sprachen Sauls Diener zu ihm: "Dich verstört ein böser Gottesgeist. 1Sa 16:16 Unser Herr spreche nur! Deine Diener sind dir zu Willen. Sie suchen einen Mann, der die Zither zu spielen versteht. Sooft ein böser Gottesgeist über dich kommt, spiele er, daß dir besser werde!" 1Sa 16:17 Da sprach Saul zu seinen Dienern: "Erkundet für mich einen Mann, der gut zu spielen weiß, und bringt ihn mir!" 1Sa 16:18 Da hob einer der Diener an und sprach: "Ich habe einen Sohn des Bethlehemiten Isai gesehen. Er ist des Saitenspiels kundig und ein tüchtiger Krieger, kampferprobt, dazu des Wortes mächtig und ein Mann von Wuchs. Dazu ist der Herr mit ihm." 1Sa 16:19 Da sandte Saul Boten an Isai und ließ sagen: "Schick mir deinen Sohn David, der bei den Schafen weilt!" 1Sa 16:20 Da nahm Isai einen Scheffel Brot, einen Schlauch Wein und ein Ziegenböckchen und sandte es durch seinen Sohn David an Saul. 1Sa 16:21 So kam David zu Saul und trat in seinen Dienst. Er gewann ihn sehr lieb, und so ward er sein Waffenträger. 1Sa 16:22 Da schickte Saul zu Isai und ließ sagen: "Laß David in meine Dienste treten! Denn er gefällt mir." 1Sa 16:23 Sooft nun der Gottesgeist über Saul kam, nahm David die Zither und spielte mit seiner Hand. Da ward es Saul leichter und besser, wich doch der böse Geist von ihm. 1Sa 17:1 Da versammelten die Philister ihr Heer zum Kampfe. Sie sammelten sich bei Soko in Juda und lagerten zwischen Soko und Azeka zu Ephes Dammim ("am Blutsteinfelsen"). 1Sa 17:2 Auch Saul und die Mannschaft Israels hatten sich gesammelt, und sie lagerten im Terebinthentale. Sie rüsteten sich zum Angriff auf die Philister. 1Sa 17:3 Die Philister aber standen an dem Gebirge auf der einen Seite, und Israel auf der anderen; das Tal aber lag dazwischen. 1Sa 17:4 Da trat ein jüngerer Mann aus den Reihen der Philister. Er hieß Goliat und war aus Gat, sechs Ellen und eine Spanne hoch. 1Sa 17:5 Er hatte einen Helm aus Erz auf dem Haupte und trug einen Schuppenpanzer. Der Panzer wog 5.000 Ring Erz. 1Sa 17:6 An den Beinen trug er eherne Schienen und zwischen den Schultern einen ehernen Nackenschirm. 1Sa 17:7 Sein Speerschaft war wie ein Weberbaum, und seine Lanzenspitze war 600 Ring Eisen schwer. Und vor ihm schritt ein Schildträger. 1Sa 17:8 Er stellte sich nun hin, rief Israels Reihen zu und sprach zu ihnen: "Warum zieht ihr kampfgerüstet aus? Bin ich nicht der Philister, und ihr seid Sauls Knechte? Wählt aus euch einen Mann, daß er zu mir herabkomme! 1Sa 17:9 Kann er mit mir kämpfen und schlägt er mich, dann wollen wir euch untertan sein. Komme aber ich ihm bei und schlage ihn, dann müßt ihr uns untertan sein und uns dienen." 1Sa 17:10 Weiter sprach der Philister: "Ich höhne heute Israels Reihen. Stellt mir einen Mann, daß wir miteinander kämpfen!" 1Sa 17:11 Saul aber und ganz Israel hörten diese Worte des Philisters. Da erschraken sie und fürchteten sich recht. 1Sa 17:12 David aber war der Sohn jenes Ephratiters aus Bethlehem in Juda namens Isai. Er hatte acht Söhne. Der Mann aber war in Sauls Tagen schon betagt unter den Männern. 1Sa 17:13 So zogen die drei ältesten Söhne Isais, die Saul gefolgt waren, in den Kampf. Und seine drei Söhne, die in den Krieg zogen, hießen Eliab, der Erstgeborene, Abinadab, sein zweiter, und Samma, der dritte. 1Sa 17:14 David aber war der jüngste. Die drei ältesten also waren Saul gefolgt. 1Sa 17:15 David ging nun öfters von Saul heim, seines Vaters Schafe in Bethlehem zu hüten. 1Sa 17:16 Der Philister aber trat früh und spät hervor und stellte sich hin, vierzig Tage lang. 1Sa 17:17 Da sprach Isai zu seinem Sohne David: "Nimm doch für deine Brüder ein Maß von diesem gerösteten Korn und diese zehn Brote und bringe sie schnell deinen Brüdern ins Lager! 1Sa 17:18 Und diese zehn Milchkäse mögest du dem Obersten der Tausend bringen. Und deine Brüder sollst du begrüßen und ihren Sold mitbringen! 1Sa 17:19 Saul und sie und alle andere Mannschaft Israels liegen im Terebinthentale gegen die Philister zu Felde." 1Sa 17:20 Da übergab David frühmorgens die Schafe einem Hüter, nahm die Sachen und ging, wie ihn Isai geheißen hatte. Als er zu dem Wagenkreis kam, rückte das Heer eben zum Kampfe aus und erhob den Schlachtruf. 1Sa 17:21 So standen Israel und die Philister kampfbereit, Reihe gegen Reihe. 1Sa 17:22 Da übergab David das Gepäck dem Troßwächter und lief zur Schlacht hin. Als er hinkam, begrüßte er seine Brüder. 1Sa 17:23 Während er eben mit ihnen redete, kam der junge Mann, der Philister Goliat - so hieß er - aus Gat, aus der Reihe der Philister hervor und führte solche Worte. Und David hörte es. 1Sa 17:24 Als aber Israels Mannschaft den Mann sah, flohen sie alle vor ihm und fürchteten sich recht. 1Sa 17:25 Da sprach ein Mann aus Israel: "Habt ihr diesen Mann hervortreten sehen? Nur um Israel zu höhnen, tritt er auf. Wer ihn schlüge, den beschenkte der König reichlich und gäbe ihm seine Tochter und machte seines Vaters Haus in Israel steuerfrei." 1Sa 17:26 Da sprach David zu den Mannen, die bei ihm standen: "Was soll dem Manne werden, der diesen Philister schlägt und Schmach von Israel nimmt? Wer ist dieser unbeschnittene Philister, daß er die Kampfscharen des lebendigen Gottes höhnt?" 1Sa 17:27 Da sagte ihm das Volk das gleiche: "So wird dem Manne, der ihn schlägt." 1Sa 17:28 Da hörte ihn sein ältester Bruder Eliab mit den Mannen sprechen. Und Eliab geriet in heftigen Zorn über David und sprach: "Wozu bist du herabgekommen? Wem hast du die paar Schafe da in der Steppe überlassen? Ich kenne deinen Übermut und deines Herzens Bosheit. Nur um den Kampf zu schauen, bist du herabgekommen." 1Sa 17:29 Da sprach David: "Was habe ich jetzt getan? War es nicht bloß eine Frage?" 1Sa 17:30 Und wandte sich von ihm einem anderen zu und fragte das gleiche. Und das Volk beschied ihn wie das erstemal. 1Sa 17:31 Sie vernahmen aber auch die Worte, die David sprach, und meldeten sie Saul. Da ließ er ihn holen. 1Sa 17:32 Und David sprach zu Saul: "Niemand verliere seinetwegen den Mut! Dein Sklave geht und kämpft mit diesem Philister." 1Sa 17:33 Da sprach Saul zu David: "Du kannst nicht gegen diesen Philister ziehen und mit ihm kämpfen. Du bist ein Knabe. Er aber ist ein Kriegsmann von Jugend auf." 1Sa 17:34 Da sprach David zu Saul: "Dein Sklave hütet seinem Vater die Schafe. Ist da der Leu zugleich mit dem Bären gekommen und hat ein Schaf aus der Herde fortgetragen, 1Sa 17:35 so bin ich ihm nachgelaufen, habe ihn geschlagen und es ihm aus dem Rachen gerissen. Stellte er sich gegen mich, dann habe ich ihn an der Mähne gepackt und ihn totgeschlagen. 1Sa 17:36 Den Löwen und den Bären hat dein Sklave erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister geht es wie einem von jenen, weil er die Kampfscharen des lebendigen Gottes höhnt." 1Sa 17:37 Dann sprach David: "Der Herr, der mich aus Löwen- und Bärenpranken gerettet, kann mich auch aus dieses Philisters Hand retten." Da sprach Saul zu David: "Geh hin! Der Herr ist mit dir." 1Sa 17:38 Und Saul legte David seinen Waffenrock an, setzte ihm einen ehernen Helm aufs Haupt und legte ihm einen Panzer an. 1Sa 17:39 Dann gürtete David sein Schwert über seinen Waffenrock und mühte sich zu gehen; denn er war es nicht gewohnt. Da sprach David zu Saul: "Ich kann nicht darin gehen; ich bin es nicht gewohnt." Und David legte die Rüstung ab. 1Sa 17:40 Dann nahm er seinen Stock in die Hand, suchte sich fünf glatte Steine aus dem Bach, tat sie in seine Hirtentasche, die er anhatte, und zwar in die Tasche, und nahm seine Schleuder zur Hand. So trat er gegen den Philister vor. 1Sa 17:41 Der Philister aber kam immer näher auf David zu, vor ihm der Mann, der den Schild trug. 1Sa 17:42 Da schaute der Philister auf und sah David. Und er nahm ihn nicht ernst, denn er war noch ein Knabe, bräunlich, dazu von schmuckem Aussehen. 1Sa 17:43 Dann sprach der Philister zu David: "Bin ich ein Hund, daß du zu mir mit Stecken kommst?" Dann fluchte der Philister dem David bei seinen Göttern. 1Sa 17:44 Und der Philister sprach zu David: "Komm her zu mir, daß ich dein Fleisch den Vögeln des Himmels gebe und den Tieren des Feldes!" 1Sa 17:45 Da sprach David zum Philister: "Du kommst zu mir mit Schwert und Spieß und Wehr. Ich aber komme zu dir im Namen des Herrn der Heerscharen, des Gottes der Kampfscharen Israels, die du verhöhnst. 1Sa 17:46 Heute liefert dich der Herr in meine Hand, daß ich dich schlage und dir den Kopf abhaue. Die Leichen des Philisterheeres aber gebe ich heute den Vögeln des Himmels und dem Wild der Erde. Und so erkenne die ganze Welt, daß in Israel ein Gott ist! 1Sa 17:47 Auch diese ganze Schar erfahre es, daß der Herr hilft, aber nicht durch Schwert und Speer! Denn der Kampf ist des Herrn, und er gibt euch in unsere Hand." 1Sa 17:48 Darauf erhob sich der Philister und ging gegen David zum Nahkampfe vor; da lief David schnell der Philisterschlachtreihe entgegen. 1Sa 17:49 Dann fuhr David mit der Hand in die Tasche, nahm daraus einen Stein, schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn. Und der Stein drang in seine Stirn, und er fiel auf sein Antlitz zu Boden. 1Sa 17:50 So überwand David mit Schleuder und Stein den Philister und tötete ihn, ohne daß David ein Schwert zur Hand hatte. 1Sa 17:51 David lief nun hin, trat neben den Philister, nahm sein Schwert, zog es aus der Scheide und tötete ihn. Dann hieb er ihm den Kopf ab. Als die Philister sahen, daß ihr Held tot war, flohen sie. 1Sa 17:52 Jetzt erhoben sich die Männer Israels und Judas, stimmten den Kriegsruf an und verfolgten die Philister bis gegen Gat und vor die Tore Ekrons. Erschlagene der Philister fielen noch auf dem Wege nach Saaraim und bis nach Gat und Ekron. 1Sa 17:53 Dann kehrten Israels Söhne von der Verfolgung der Philister zurück und plünderten ihr Lager. 1Sa 17:54 David aber nahm des Philisters Kopf und brachte ihn nach Jerusalem. Und seine Waffen legte er in dem Zelte nieder. 1Sa 17:55 Als Saul den David dem Philister entgegenschreiten sah, fragte er den Heeresobersten Abner: "Wessen Sohn ist der Jüngling, Abner?" Da sprach Abner: "So wahr du lebst, König, ich weiß es nicht." 1Sa 17:56 Und der König sprach: "Frag du selbst, wessen Sohn der junge Mann ist!" 1Sa 17:57 Als David von der Besiegung des Philisters zurückkehrte, nahm ihn Abner und führte ihn vor Saul; er aber hatte noch des Philisters Kopf in der Hand. 1Sa 17:58 Da sprach Saul zu ihm: "Wessen Sohn bist du, Knabe?" David sprach: "Deines Sklaven, des Bethlehemiten Isai, Sohn." 1Sa 18:1 Kaum hatte er sein Gespräch mit Saul beendigt, da band sich Jonatans Seele an die Davids. Und Jonatan liebte ihn wie sich selbst. 1Sa 18:2 Saul aber nahm ihn an jenem Tag zu sich und ließ ihn nicht mehr in sein Vaterhaus zurückkehren. 1Sa 18:3 Jonatan schloß nun mit David einen Bund, weil er ihn liebte wie sich selbst. 1Sa 18:4 Dabei zog Jonatan den Mantel aus, den er trug, und gab ihn David, dazu seinen Waffenrock, sein Schwert, seinen Bogen und seinen Gürtel. 1Sa 18:5 David zog nun überall hin, wohin ihn Saul sandte, und hatte dabei Glück. So setzte ihn Saul über die Kriegsleute. Und er ward beliebt beim ganzen Volke und selbst bei Sauls Dienern. 1Sa 18:6 Als sie nun bei Davids Rückkehr nach des Philisters Besiegung heimkamen, gingen die Weiber aus allen Städten Israels dem König Saul entgegen, singend und tanzend, mit Pauken, unter Jubel und mit Zimbeln. 1Sa 18:7 Und die spielenden Weiber hoben an und sprachen: "Saul hat seine Tausend erschlagen, David aber Zehntausend." 1Sa 18:8 Da wurde Saul sehr zornig. Denn dies Wort mißfiel ihm. Er sprach: "David geben sie Zehntausend und mir geben sie die Tausend. Nun fehlt ihm nur noch das Königtum." 1Sa 18:9 Und so blickte Saul argwöhnisch auf David von jenem Tag an und weiterhin. 1Sa 18:10 Am anderen Morgen kam ein böser Gottesgeist über Saul, und er raste im Innern des Hauses. David spielte nun die Zither wie jeden Tag; Saul aber hielt den Speer in der Hand. 1Sa 18:11 Da schwang Saul den Speer und dachte: "Ich will David an die Wand spießen." David aber wich zweimal vor ihm aus. 1Sa 18:12 Saul fürchtete sich nun vor David. Denn der Herr war mit ihm; von Saul aber war er gewichen. 1Sa 18:13 Saul aber entfernte ihn von sich und machte ihn zum Obersten von Tausend. So zog er an der Spitze des Volkes aus und ein. 1Sa 18:14 David aber hatte Glück auf allen seinen Wegen. Denn der Herr war mit ihm. 1Sa 18:15 Als Saul sah, daß er großes Glück hatte, graute es ihm vor ihm. 1Sa 18:16 Ganz Israel und Juda aber liebten David; denn er rückte vor ihnen aus und ein. 1Sa 18:17 Nun sprach Saul zu David: "Ich gebe dir meine älteste Tochter Merab zum Weibe. Nur sei mir ein Held und führe des Herrn Kämpfe!" Saul aber dachte: Ich selbst mag nicht Hand an ihn legen. Dies mögen die Philister tun! 1Sa 18:18 David aber sprach zu Saul: "Wer bin ich und wer ist meine Sippe, meines Vaters Geschlecht in Israel, daß ich des Königs Schwiegersohn würde?" 1Sa 18:19 Zu jener Zeit aber, da Sauls Tochter Merab dem David gegeben werden sollte, ward sie dem Mecholatiten Adriel zum Weibe gegeben. 1Sa 18:20 Sauls Tochter Mikal aber liebte David. Man sagte es Saul, und die Sache war ihm recht. 1Sa 18:21 Saul dachte nämlich: "Ich gebe sie ihm, daß sie ihm zum Fallstrick werde und der Philister Hand über ihn komme." So sprach Saul zu David: "Du kannst noch heute schnell mein Schwiegersohn werden." 1Sa 18:22 Und Saul befahl seinen Dienern: "Redet mit David im stillen also: 'Der König hat an dir Gefallen, und seine Diener lieben dich! So verschwägere dich mit dem König!'" 1Sa 18:23 Solches redeten Sauls Diener David vor. Da sprach David. "Dünkt es euch gering, des Königs Schwiegersohn zu werden? Ich bin doch ein armer und geringer Mann." 1Sa 18:24 Da meldeten Sauls Diener ihm: "So und so hat David gesprochen." 1Sa 18:25 Da sprach Saul: "So sollt ihr zu David sagen: 'Der König wünscht keinen anderen Brautpreis als hundert Philisterglieder, um sich an des Königs Feinden zu rächen.'" Saul aber rechnete damit, durch der Philister Hand David zu stürzen. 1Sa 18:26 Seine Diener meldeten nun David diese Worte, und David gefiel die Sache, des Königs Schwiegersohn zu werden. Noch war die Zeit nicht vorüber, 1Sa 18:27 da zog David mit seinen Männern aus und schlug unter den Philistern 200 Mann. Und David brachte ihre Glieder und zählte sie dem Könige vor, um des Königs Schwiegersohn zu werden. Da gab ihm Saul seine Tochter Mikal zum Weibe. 1Sa 18:28 Saul aber sah und erkannte, daß der Herr mit David war und daß Sauls Tochter Mikal ihn liebte. 1Sa 18:29 Da fürchtete sich Saul noch mehr vor David. So ward Saul für alle Zeit der Feind Davids. 1Sa 18:30 Die Philisterfürsten zogen nun aus. Sobald sie aber auszogen, hatte David mehr Glück als alle anderen Diener Sauls, und sein Name ward hochgeehrt. 1Sa 19:1 Saul sprach nun zu seinem Sohne Jonatan und all seinen Dienern davon, man solle David töten. Sauls Sohn Jonatan aber liebte David innig. 1Sa 19:2 So erzählte Jonatan dem David: "Mein Vater Saul sucht dich zu töten. Nimm dich daher morgen früh in acht! Geh in ein Versteck und verbirg dich! 1Sa 19:3 Ich gehe dann hinaus und stelle mich neben meinen Vater auf dem Felde, wo du bist, und rede mit meinem Vater über dich. Erfahre ich etwas, dann sage ich es dir." 1Sa 19:4 Da redete Jonatan über David vor seinem Vater Saul Gutes und sprach zu ihm: "Der König vergehe sich nicht an seinem Knechte David! Denn er hat sich nicht an dir versündigt, sondern seine Taten sind recht gut für dich. 1Sa 19:5 Er setzte sein Leben aufs Spiel und schlug den Philister. Der Herr schaffte so für ganz Israel einen großen Sieg. Du hast es gesehen und dann freutest du dich. Warum willst du dich an unschuldigem Blut vergehen und David grundlos töten?" 1Sa 19:6 Da schenkte Saul dem Jonatan Gehör. Und Saul schwur: "So wahr der Herr lebt! Er soll nicht getötet werden!" 1Sa 19:7 Da rief Jonatan den David. Und Jonatan erzählte ihm all diese Worte. Dann führte Jonatan David zu Saul, und er blieb bei ihm wie zuvor. 1Sa 19:8 Als nun wieder Krieg ausbrach, zog David aus und stritt gegen die Philister. Er schlug sie schwer, und sie flohen vor ihm. 1Sa 19:9 Über Saul aber kam ein böser Geist des Herrn. Er saß zu Hause, seinen Speer in der Hand. David aber spielte Zither. 1Sa 19:10 Da suchte Saul den David mit dem Speer an die Wand zu spießen. Er aber wich vor Saul aus, und so stieß er den Speer in die Wand. David aber floh und entkam. 1Sa 19:11 In jener Nacht aber schickte Saul Boten in Davids Haus, um auf ihn aufzupassen und ihn am anderen Morgen zu töten. Aber den David warnte sein Weib Mikal; sie sprach: "Rettest du nicht diese Nacht dein Leben, dann bist du morgen des Todes." 1Sa 19:12 Und Mikal ließ David durchs Fenster hinab. Er ging weg, floh und entkam. 1Sa 19:13 Mikal aber nahm den Teraphim, tat ihn ins Bett, legte einen Ziegenpelz zu seinen Häupten und bedeckte ihn mit der Decke. 1Sa 19:14 Saul schickte nun Boten, David festzunehmen. Da sprach sie: "Er ist krank." 1Sa 19:15 Da sandte Saul die Boten zurück, nach David zu sehen, und sprach: "Schleppt mir ihn samt dem Bette her, daß ich ihn töte!" 1Sa 19:16 Die Boten kamen. Da lag im Bette der Teraphim, zu seinen Häupten der Ziegenpelz. 1Sa 19:17 Da sprach Saul zu Mikal: "Warum hast du mich so betrogen, daß du meinen Feind entrinnen ließest und er heil entkam?" Da sprach Mikal zu Saul: "Er sagte zu mir: 'Laß mich, oder ich schlage dich tot.'" 1Sa 19:18 David aber war geflohen, und so entkam er. Da kam er zu Samuel auf die Höhe und erzählte ihm alles, was Saul ihm getan. Da gingen er und Samuel und wohnten in einem Heim. 1Sa 19:19 Da ward Saul gemeldet: "David ist in dem Heim auf der Höhe." 1Sa 19:20 Da sandte Saul Boten, David zu holen. Sie sahen den Trupp der Propheten in Verzückung, und Samuel stand dabei als Vorsteher. Da kam über Sauls Boten ein Gottesgeist, und auch sie wurden verzückt. 1Sa 19:21 Man meldete dies Saul. Da sandte er andere Boten. Aber auch sie wurden verzückt. Saul sandte zum drittenmal Boten. Da wurden auch sie verzückt. 1Sa 19:22 Da ging er selbst nach der Höhe und kam zum großen Brunnen bei Seku. Da fragte er. "Wo sind Samuel und David?" Man sagte: "Sie sind in dem Heim auf der Höhe." 1Sa 19:23 Da ging er von dort zu dem Heim auf der Höhe. Und auch ihn überkam der Gottesgeist. Er ging verzückt, bis er zu dem Heim auf der Höhe kam. 1Sa 19:24 Da streifte auch er seine Kleider ab und war vor Samuel verzückt. So lag er nackt da, jenen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher pflegt man zu sagen: "Ist auch Saul unter den Propheten 1Sa 20:1 David aber floh aus dem Heim auf der Höhe. Er kam und sprach vor Jonatan: "Was habe ich verbrochen? Was ist meine Schuld und meine Sünde gegen deinen Vater, daß er mir nach dem Leben trachtet?" 1Sa 20:2 Er sprach zu ihm: "Das sei ferne! Du mußt nicht sterben. Mein Vater tut nichts Wichtiges oder Unwichtiges, ohne es mir vorher zu sagen. Warum sollte mein Vater mir dies vorenthalten? Es ist nichts." 1Sa 20:3 Aber David beteuerte wiederum und sprach: "Dein Vater weiß gut, daß ich mit dir gut stehe. Er denkt: Das soll Jonatan nicht erfahren, daß er sich nicht gräme. Aber so wahr der Herr lebt und du lebst! Nur ein Schritt ist zwischen mir und dem Tod." 1Sa 20:4 Da sprach Jonatan zu David: "Was wünscht deine Seele, daß ich es dir tue?" 1Sa 20:5 Da sprach David zu Jonatan: "Morgen ist Neumond. Da sollte ich mit dem König beim Mahle sitzen. Aber entlaß mich, daß ich mich auf dem Feld bis zum dritten Abend verberge! 1Sa 20:6 Vermißt mich dein Vater, dann sprich: 'David hat sich von mir Urlaub erbeten, um nach seiner Stadt Bethlehem zu eilen; denn das Jahresopfer ist dort für die ganze Sippe!' 1Sa 20:7 Spricht er also: 'Gut!', so ist Friede deinem Sklaven. Gerät er aber in Zorn, so wisse, daß das Unheil von ihm beschlossen ist! 1Sa 20:8 Darin zeige deinem Sklaven Liebe! Du hast ja deinen Sklaven mit dir in einen Herrnbund treten lassen. Ist aber bei mir eine Schuld, dann töte du selbst mich! Aber warum wolltest du mich zu deinem Vater bringen?" 1Sa 20:9 Da sprach Jonatan: "Das sei ferne von dir! Würde ich wirklich erfahren, daß von meinem Vater beschlossen ist, Unheil über dich zu bringen, sollte ich es dir nicht melden?" 1Sa 20:10 Da sprach David zu Jonatan: "Wer meldet es mir oder was dein Vater dir sonst Schroffes antwortet?" 1Sa 20:11 Da sprach Jonatan zu David: "Auf! Laßt uns aufs Feld gehen!" Da gingen beide aufs Feld. 1Sa 20:12 Da sprach Jonatan zu David: "Beim Herrn, Israels Gott! Ich forsche meinen Vater aus, übermorgen um diese Zeit, ob es gut um David steht. Wo nicht, dann sende ich zu dir und offenbare es dir. 1Sa 20:13 Der Herr tue Jonatan das und das! Wenn meinem Vater das Unheil gegen dich gefiele, so offenbarte ich es dir doch und ließe dich ziehen, und du zögest im Frieden. Der Herr sei mit dir, wie er mit meinem Vater gewesen! 1Sa 20:14 Und solange ich noch am Leben bin, mögest du an mir des Herrn Liebe üben, daß ich nicht sterbe! 1Sa 20:15 Aber du wirst niemals meinem Hause deine Liebe entziehen, auch dann nicht, wenn der Herr die Feinde Davids ausrottet, Mann für Mann vom Erdboden." 1Sa 20:16 So schloß Jonatan mit dem Hause Davids einen Bund, hatte doch der Herr ihn von der Schar der Feinde Davids ausgenommen. 1Sa 20:17 Da schwur Jonatan noch einmal David bei seiner Liebe zu ihm. Denn wie sein eigen Leben liebte er ihn. 1Sa 20:18 Dann sprach Jonatan zu ihm: "Morgen ist Neumond. Da wirst du vermißt; denn man wird die Blicke auf deinen Sitz richten. 1Sa 20:19 Gehst du nun übermorgen zur Stadt hinab, dann komm am Werktag zu dem Ort, wo du dich verborgen hast, und setze dich neben jenen Stein! 1Sa 20:20 Ich schieße dann drei Pfeile nach einer Richtung hin, als schösse ich nach einem Ziele. 1Sa 20:21 Dann schicke ich den Knaben: 'Auf! Such die Pfeile!' Sage ich nun zum Knaben: 'Die Pfeile liegen herwärts von dir', dann nimm es auf und komm! Denn dann ist Friede mit dir und nichts anderes, so wahr der Herr lebt. 1Sa 20:22 Sage ich aber zum Jüngling: 'Die Pfeile liegen vorwärts von dir', so geh! Dann schickt dich der Herr fort. 1Sa 20:23 Für das Wort, das wir, ich und du, gesprochen haben, sei der Herr zwischen mir und dir in Ewigkeit Zeuge!" 1Sa 20:24 David verbarg sich nun im Felde. Der Neumond kam. Da setzte sich der König zum Mahle. 1Sa 20:25 Und der König saß wie immer auf seinem Sitz, auf dem Wandsitz. Jonatan aber saß vornan, und Abner saß an Sauls Seite. Davids Platz aber fiel auf. 1Sa 20:26 Saul sagte nichts an jenem Tage, sondern dachte: "Ein Vorkommnis ist es. Er ist nicht rein, weil er noch nicht gereinigt ist." 1Sa 20:27 Am zweiten Tage nach dem Neumond fiel Davids Platz wieder auf. Da fragte Saul seinen Sohn Jonatan: "Warum ist Isais Sohn weder gestern noch heute zum Mahle gekommen?" 1Sa 20:28 Darauf erwiderte Jonatan dem Saul: "David hat sich von mir Urlaub nach Bethlehem erbeten. 1Sa 20:29 Er sagte: 'Entlaß mich! Denn wir haben in der Stadt ein Familienopfer. Und da hat mein Bruder mich entboten. Und nun, finde ich in deinen Augen Gnade, so möchte ich entschuldigt sein und meine Brüder besuchen.' Deshalb ist er nicht an des Königs Tafel gekommen." 1Sa 20:30 Da ergrimmte Saul über Jonatan und sprach zu ihm: "Du Sohn versuchten Abfalls! Weiß ich nicht, daß du ein Freund des Isaisohns bist, zu deiner und deiner Mutter Schmach und Schande! 1Sa 20:31 Denn solange der Isaisohn auf Erden lebt, hast weder du noch hat dein Königtum Bestand. Nun schicke hin und hol ihn mir! Er ist ein Kind des Todes." 1Sa 20:32 Jonatan aber antwortete seinem Vater Saul und sprach zu ihm: "Warum soll er getötet werden? Was hat er verbrochen?" 1Sa 20:33 Da schwang Saul die Lanze gegen ihn, um ihn zu ermorden. Da erkannte Jonatan, daß es von seinem Vater beschlossen war, David zu töten. 1Sa 20:34 Und Jonatan stand in glühendem Zorn von der Tafel auf. Er hatte aber am zweiten Neumondstage nichts gegessen. Denn er war betrübt um David und weil ihn sein Vater beschimpft hatte. 1Sa 20:35 Am Morgen ging Jonatan aufs Feld hinaus, gemäß der Verabredung mit David; ein kleiner Knabe war bei ihm. 1Sa 20:36 Da sagte er zu seinem Knaben: "Lauf und such die Pfeile, die ich abschieße!" Der Knabe lief; er selbst aber schoß die Pfeile über ihn hinaus. 1Sa 20:37 Als der Knabe an die Stelle der Pfeile kam, die Jonatan abgeschossen hatte, rief Jonatan dem Knaben nach und sprach: "Liegen nicht die Pfeile vorwärts von dir?" 1Sa 20:38 Dann rief Jonatan dem Knaben nach: "Rasch! Spute dich! Halt dich nicht auf!" Da hob der Knabe die Pfeile und brachte sie seinem Herrn. 1Sa 20:39 Der Knabe aber wußte von nichts. Nur Jonatan und David wußten darum. 1Sa 20:40 Und Jonatan gab seine Waffen dem Knaben, der bei ihm war, und sprach zu ihm: "Auf! Bring sie in die Stadt!" 1Sa 20:41 Als aber der Knabe fortgegangen war, erhob sich David im Hintergrund, fiel auf sein Antlitz zur Erde und verneigte sich dreimal. Dann küßten sie einander und weinten lange zusammen, David aber noch länger. 1Sa 20:42 Dann sprach Jonatan zu David: "Geh im Frieden! Wir haben uns ja beide in des Herrn Namen zugeschworen: 'Der Herr ist zwischen mir und dir, meinem und deinem Stamm für alle Zeit.'" (21:1) Da stand er auf und ging. Jonatan aber kehrte in die Stadt zurück. 1Sa 21:1 (21:2) David kam nun nach Nob zu dem Priester Achimelek. Und Achimelek eilte David entgegen und sprach zu ihm: "Warum kommst du allein? Weshalb ist niemand bei dir?" 1Sa 21:2 (21:3) Da sprach David zum Priester Achimelek: "Der König hat mir einen Auftrag gegeben, sprach er doch zu mir: 'Niemand erfahre etwas von der Sache, deretwegen ich dich sende und die ich dir auftrage.' Die Diener aber habe ich an den und den Ort beschieden. 1Sa 21:3 (21:4) Nun aber! Was hast du zur Hand? Gib mir fünf Brote oder was sonst da ist!" 1Sa 21:4 (21:5) Der Priester antwortete dem David und sprach: "Es ist kein gewöhnliches Brot zur Hand. Nur geweihtes Brot ist da. Haben sich die Diener der Weiber enthalten?" 1Sa 21:5 (21:6) Da antwortete David dem Priester und sprach zu ihm: "Ja! Weiber sind uns in letzter Zeit versagt gewesen, als ich fortging. So blieben die Geschlechtsteile der Diener rein, obgleich es ein gewöhnliches Unternehmen war. Wieviel mehr ist man heute am Geschlechtsteil rein!" 1Sa 21:6 (21:7) Da gab ihm der Priester Geweihtes. Denn dort war kein anderes Brot da als Schaubrote, die man vor dem Herrn weggenommen hatte, um frisches Brot aufzulegen, wenn man jenes wegnahm. 1Sa 21:7 (21:8) Nun war dort an jenem Tage ein Mann von Sauls Dienern vor dem Herrn eingeschlossen, namens Doëg, der Edomiter, und Oberster der Hirten Sauls. 1Sa 21:8 (21:9) David sprach nun zu Achimelek: "Ist bei dir nicht eine Lanze oder ein Schwert zu haben? Denn ich habe weder mein Schwert noch meine sonstigen Waffen mitgenommen, weil des Königs Sache drängte." 1Sa 21:9 (21:10) Da sprach der Priester: "Das Schwert des Philisters Goliat, den du im Terebinthental erschlugst, ist in ein großes Tuch eingehüllt hinter dem Ephod. Willst du es nehmen, so nimm es! Ein anderes sonst ist nicht hier." Da sprach David: "Keines wie dies! Gib es mir!" 1Sa 21:10 (21:11) David brach nun auf und floh an jenem Tage vor Saul. So kam er zum König Akis von Gat. 1Sa 21:11 (21:12) Da sprachen Akis Diener zu ihm: "Ist das nicht David, des Landes König? Sangen sie nicht ihm zu Ehren im Reigen: 'Saul hat seine Tausend erschlagen, David aber seine Zehntausend?'" 1Sa 21:12 (21:13) David aber nahm sich diese Worte zu Herzen und fürchtete sich recht vor dem König Akis von Gat. 1Sa 21:13 (21:14) Und so entstellte er sein Gebaren vor ihnen und tat bei ihnen wie toll. Er schimpfte auf die Torflügel und ließ seinen Speichel in den Bart fließen. 1Sa 21:14 (21:15) Da sprach Akis zu seinen Dienern: "Ihr seht ja: ein toller Mensch! Weshalb bringt ihr ihn zu mir? 1Sa 21:15 (21:16) Fehlt es mir an Tollen, daß ihr diesen bringt, sich bei mir auszutollen? Soll dieser in mein Haus kommen?" 1Sa 22:1 David ging nun von dort weg und rettete sich in die Höhle Adullam. Dies hörten seine Brüder und sein ganzes Vaterhaus und sie zogen zu ihm dorthin hinab. 1Sa 22:2 Um ihn scharten sich auch allerlei Bedrängte und alle, die einen Gläubiger hatten, und alle Unzufriedenen. So ward er ihr Anführer, und bei ihm waren an 400 Mann. 1Sa 22:3 Von da ging David nach der Mispa ("Warte") in Moab; da sprach er zu Moabs König: "Dürften nicht mein Vater und meine Mutter bei euch bleiben, bis ich weiß, was Gott mit mir vorhat?" 1Sa 22:4 Also ließ er sie beim König von Moab. Und sie wohnten bei ihm, solange David auf der Bergfeste war. 1Sa 22:5 Da sprach der Prophet Gat zu David: "Du darfst nicht auf der Bergfeste bleiben. Auf! Kehr zurück ins Land Juda!" Da machte sich David auf den Weg und kam in den Wald von Cheret ("Buschwald"). 1Sa 22:6 Da hörte Saul, daß David und die Leute bei ihm entdeckt seien. Saul aber saß eben auf der Gibea unter der Tamariske auf der Höhe, den Speer in der Hand, und alle seine Diener standen um ihn. 1Sa 22:7 Da sprach Saul zu seinen Dienern, die ihn umstanden: "Hört doch, ihr Söhne Benjamins! Schenkt irgendeinem von euch der Isaisohn Felder und Weinberge und macht er irgendeinen von euch zum Hauptmann über Tausend und Hundert, 1Sa 22:8 daß ihr euch alle gegen mich verschworen habt und keiner mir angezeigt hat, daß sich mein Sohn mit dem Sohne Isais verbündete, und daß sich keiner von euch meinetwegen härmte und mir anzeigte, daß mein Sohn meinen Sklaven gegen mich zum Lauern aufgehetzt hat, wie es jetzt ist?" 1Sa 22:9 Da hob der Edomiter Doëg an - er stand nämlich bei Sauls Dienern -: "Ich habe gesehen, wie der Isaisohn nach Nob zu Achitubs Sohn Achimelek gekommen ist. 1Sa 22:10 Und dieser fragte für ihn den Herrn; auch Zehrung hat er ihm gegeben. Ebenso hat er ihm das Schwert des Philisters Goliat gegeben." 1Sa 22:11 Da entbot der König den Priester Achimelek, Achitubs Sohn, und sein ganzes Vaterhaus, die Priester zu Nob. Und sie kamen alle zum König. 1Sa 22:12 Da sprach Saul: "Hör einmal, Sohn Achitubs!" Er sprach: "Ja, Herr!" 1Sa 22:13 Da sprach Saul zu ihm: "Warum habt ihr euch gegen mich verschworen, du und Isais Sohn? Du gabst ihm Brot und Schwert und befragtest für ihn Gott. So konnte er gegen mich als Lauerer auftreten, wie es jetzt der Fall ist. 1Sa 22:14 Da erwiderte Achimelek dem König und sprach: "Aber wer ist unter all deinen Dienern so treu wie David? Dazu des Königs Schwiegersohn und auserwählt für deine Leibwache und geehrt in deinem Hause! 1Sa 22:15 Habe ich erst heute angefangen, für ihn Gott zu befragen? Das sei ferne von mir! Lege der König seinem Sklaven und dessen ganzem väterlichen Hause nichts zur Last! Denn dein Sklave hat von all dem nichts gewußt, weder Unwichtiges noch Wichtiges." 1Sa 22:16 Da sprach der König: "Du mußt sterben, Achimelek, du und dein ganzes väterliches Haus." 1Sa 22:17 Und der König sprach zu den Läufern, die ihn umstanden: "Tretet her und tötet die Priester des Herrn! Denn auch sie halten es mit David. Sie haben gewußt, daß er auf der Flucht war, und haben mir nichts angezeigt." Aber die Diener des Königs weigerten sich, Hand anzulegen und des Herrn Priester niederzustoßen. 1Sa 22:18 Da sprach der König zu Doëg: "Tritt du her und stoße die Priester nieder!" Da trat der Edomiter Doëg hinzu. Und dieser stieß die Priester nieder. Er tötete an jenem Tage 85 Männer, die das linnene Ephod trugen. 1Sa 22:19 Auch die Priesterstadt Nob schlug er mit des Schwertes Schärfe, Männer und Weiber, Knaben und Säuglinge, ebenso Rinder, Esel und Schafe mit des Schwertes Schärfe. 1Sa 22:20 Nur ein Sohn des Achitubsohnes Achimelek, namens Ebjatar, entkam. Er floh zu David. 1Sa 22:21 Und Ebjatar meldete David. "Saul hat die Priester des Herrn ermordet." 1Sa 22:22 Da sprach David zu Ebjatar: "Ich habe es damals geahnt, weil der Edomiter Doëg dort war, daß er es Saul verriete. Ich räche jede Seele in deines Vaters Haus. 1Sa 22:23 Bleib bei mir! Hab keine Furcht! Denn der sucht wahrlich mein Leben, der das deine sucht. Denn du bist mir ein Ehrenpfand." 1Sa 23:1 Da meldete man David: "Die Philister berennen Kegila und plündern die Tennen." 1Sa 23:2 Da fragte David den Herrn: "Soll ich gehen und diese Philister schlagen?" Da sprach der Herr zu David: "Auf! Schlage die Philister und befreie Kegila!" 1Sa 23:3 Aber Davids Mannen sprachen zu ihm: "Wir sind hier in Juda schon voller Furcht. Wie erst, wenn wir nach Kegila gegen die Philisterscharen ziehen?" 1Sa 23:4 Da fragte David den Herrn noch einmal, und der Herr beschied und sprach: "Auf! Zieh nach Kegila hinab! Denn ich gebe die Philister in deine Hand." 1Sa 23:5 Da zog David mit seinen Leuten nach Kegila, griff die Philister an, trieb ihr Vieh weg und schlug sie gewaltig. So half David den Einwohnern Kegilas. 1Sa 23:6 Als Ebjatar, Achimeleks Sohn, zu David nach Kegila floh, kam auch das Ephod mit ihm hinab. 1Sa 23:7 Da ward Saul gemeldet: "David ist nach Kegila gekommen." Da sprach Saul: "Gott liefert ihn mir in die Hand. Jetzt ist er eingeschlossen, da er in eine Stadt mit Tor und Riegel kam." 1Sa 23:8 Und Saul entbot das ganze Volk zum Kampfe nach Kegila hinab, um David und seine Leute zu belagern. 1Sa 23:9 David aber erfuhr, daß Saul gegen ihn Unheil schmiede. Da sprach er zum Priester Ebjatar: "Bring das Ephod her!" 1Sa 23:10 Dann sprach David: "Herr, Gott Israels! Dein Knecht hört, daß Saul nach Kegila zu kommen strebt und meinetwegen die Stadt vernichten will. 1Sa 23:11 Werden mich Kegilas Bürger ihm ausliefern? Kommt Saul herab, wie Dein Knecht gehört hat? Herr, Gott Israels, melde es Deinem Knecht!" Da sprach der Herr: "Ja." 1Sa 23:12 Da sprach David: "Werden Kegilas Bürger mich und meine Leute an Saul ausliefern?" Da sprach der Herr: "Ja!" 1Sa 23:13 Da brachen David und seine Leute auf, etwa 600 Mann, und verließen Kegila. Dann streiften sie da und dort herum. Da ward Saul gemeldet: "David ist aus Kegila entkommen." Daraufhin gab er den Zug auf. 1Sa 23:14 David aber weilte in der Wüste, auf Bergeshöhen. Dann saß er im Gebirge in der Wüste Ziph. Saul aber suchte ihn zwar die ganze Zeit; aber Gott gab ihn nicht in seine Hand. 1Sa 23:15 David aber hatte Angst, weil Saul ausgezogen war, ihm nach dem Leben zu trachten. Damals war David in der Wüste Ziph im Gehölz. 1Sa 23:16 Da stand Sauls Sohn Jonatan auf und ging zu David ins Gehölz. Er ergriff seine Hand voller Herzlichkeit 1Sa 23:17 und sprach zu ihm: "Fürchte dich nicht! Denn meines Vaters Saul Hand findet dich nicht. Du wirst König über Israel, und ich werde der Zweite nach dir. Auch mein Vater Saul weiß dies." 1Sa 23:18 Da schlossen beide vor dem Herrn einen Bund. David blieb im Gehölz; Jonatan aber ging heim. 1Sa 23:19 Da gingen Ziphiter zu Saul nach der Gibea hinauf und sagten: "Hält sich nicht David bei uns verborgen auf den Berghöhen im Gehölz, auf dem sonnigen Hügel südlich der Einöde? 1Sa 23:20 Nun, König, komm herab, sobald es dir beliebt! An uns ist es, ihn in des Königs Hand zu bringen." 1Sa 23:21 Da sprach Saul: "Gesegnet seid ihr vor dem Herrn! Denn ihr habt Mitgefühl mit mir. 1Sa 23:22 Wohlan! Paßt noch genauer auf und erkundet den Ort, wo sein Fuß weilt! Wer hat ihn dort gesehen? Man hat mir nämlich gesagt, er übe große Vorsicht. 1Sa 23:23 Erkundet also, was an Schlupfwinkeln da ist, wo er sich verstecken kann! Kommt aber zu mir bestimmt zurück! Dann gehe ich mit euch. Ist er noch im Lande, dann suche ich bei allen Sippen Judas." 1Sa 23:24 Da brachen sie auf und gingen Saul voran nach Ziph. David aber und seine Leute waren in der Wüste Maon, in der Steppe südlich der Einöde. 1Sa 23:25 So zog Saul mit seinen Leuten auf die Suche. Dies aber ward David gemeldet. Da zog er hinab zum Felsen und blieb in der Wüste Maon. Dies hörte Saul und verfolgte David in der Wüste Maon. 1Sa 23:26 Saul zog nun auf der einen Seite des Gebirges, David mit seinen Leuten auf der anderen. David aber floh in Hast. Saul aber und seine Leute umkreisten David mit den Seinigen, um sie zu greifen. 1Sa 23:27 Da kam aber ein Bote zu Saul und sagte: "Komm rasch! Die Philister sind ins Land eingebrochen." 1Sa 23:28 Da stand Saul von Davids Verfolgung ab und zog gegen die Philister. Daher nennt man jenen Ort "Fels des Rückzuges". 1Sa 23:29 (24:1) David aber zog von dort hinauf und saß auf Engedis Berghöhen. 1Sa 24:1 (24:2) Als Saul von den Philistern zurückkehrte, meldete man ihm: "David ist in der Wüste von Engedi." 1Sa 24:2 (24:3) Da nahm Saul 3.000 auserlesene Mannen aus ganz Israel und zog hin, um David und seine Leute vorn auf dem Steinbockfelsen zu suchen. 1Sa 24:3 (24:4) So kam er zu den Schafhürden am Wege. Hier aber war eine Höhle. Da ging Saul hinein, seine Füße zu begießen. David aber und seine Leute kauerten im Rückteile der Höhle. 1Sa 24:4 (24:5) Da sprachen Davids Mannen zu ihm: "Das ist der Tag, wovon der Herr zu dir gesprochen: 'Ich gebe deinen Feind in deine Hand, daß du mit ihm tust, wie es dir gut dünkt.'" Da stand David auf und schnitt heimlich ein Ende von Sauls Mantel ab. 1Sa 24:5 (24:6) Nachher aber schlug David das Herz darüber, daß er dem Saul das Ende abgeschnitten habe. 1Sa 24:6 (24:7) Und er sprach zu seinen Mannen: "Fern sei es von mir des Herrn wegen, daß ich so etwas meinem Herrn, dem Gesalbten des Herrn, tue und meine Hand an ihn lege! Denn er ist der Gesalbte des Herrn." 1Sa 24:7 (24:8) Und David wies seine Leute mit Worten zurecht und erlaubte ihnen nicht, sich an Saul zu vergreifen. Saul aber verließ die Höhle und zog seines Weges. 1Sa 24:8 (24:9) Da stand David hernach auf, ging aus der Höhle und rief Saul nach: "Mein Herr und König!" Da sah sich Saul um, und David neigte sich mit dem Antlitz zur Erde und huldigte. 1Sa 24:9 (24:10) Dann sprach David zu Saul: "Warum hörst du auf das Gerede der Leute, die sagen: 'David sinnt auf dein Verderben?' 1Sa 24:10 (24:11) Heute sehen deine Augen, daß dich der Herr mir heute in der Höhle in die Hand gegeben hat. Man hat gesagt, ich solle dich töten. Aber mir tat es leid um dich, und ich sprach: 'Ich strecke meine Hand nicht aus wider meinen Herrn. Denn er ist des Herrn Gesalbter.' 1Sa 24:11 (24:12) Mein Vater! Sieh! Ja, sieh hier das Ende deines Mantels in meiner Hand! Daß ich nur deines Mantels Ende abgeschnitten und dich nicht getötet habe, daran erkenne deutlich, daß ich nicht Bosheit und Verrat im Schilde führe und daß ich mich nicht an dir vergangen habe! Du aber machst Jagd auf mein Leben. 1Sa 24:12 (24:13) Der Herr richte zwischen mir und dir! Der Herr räche mich an dir! Aber meine Hand wird nicht gegen dich sein. 1Sa 24:13 (24:14) Wie das alte Sprichwort sagt: 'Von Frevlern kommt Frevel'; aber meine Hand wird nicht wider dich sein. 1Sa 24:14 (24:15) Hinter wem zieht Israels König her? Wen verfolgst du? Einen toten Hund! Einen winzigen Floh! 1Sa 24:15 (24:16) So sei denn der Herr Richter! Er entscheide zwischen mir und dir! Er schaue darein und führe meine Sache! Er schaffe mir Recht vor dir!" 1Sa 24:16 (24:17) Als David diese Worte an Saul geendet hatte, sprach Saul: "Ist das deine Stimme, mein Sohn David?" Und Saul hob laut zu weinen an. 1Sa 24:17 (24:18) Er sprach zu David: "Du bist gerechter als ich. Denn du tust mir Gutes, und ich dir Böses. 1Sa 24:18 (24:19) Du hast heute gezeigt, was du mir Gutes getan, da mich der Herr in deine Hand gegeben und du mich nicht getötet hast. 1Sa 24:19 (24:20) Trifft sonst jemand seinen Feind, läßt er ihn heilen Weges ziehen? Der Herr möge dir also Gutes vergelten für das, was du heute mir getan! 1Sa 24:20 (24:21) Nun weiß ich, daß du König wirst und daß in deiner Hand Israels Königtum Bestand hat. 1Sa 24:21 (24:22) So schwöre mir denn beim Herrn, daß du nicht meine Nachkommen nach mir ausrottest und nicht meinen Namen aus meinem Vaterhaus tilgest!" 1Sa 24:22 (24:23) Und David schwur es Saul zu. Dann zog Saul heim. David aber und seine Leute waren inzwischen auf die Bergeshöhe gestiegen. 1Sa 25:1 Da starb Samuel. Ganz Israel versammelte sich und trauerte um ihn. Dann begruben sie ihn in seinem Hause auf der Rama. David aber machte sich auf und zog in die anstoßende Wüste hinab. 1Sa 25:2 In Maon aber war ein Mann; dieser hatte seine Zucht am Karmel. Der Mann aber war sehr reich. Er besaß 3.000 Schafe und 1.000 Ziegen. Eben war er zur Schur seiner Schafe in Karmel. 1Sa 25:3 Der Mann hieß Nabal, und sein Weib Abigail. Das Weib war feingebildet und schön, der Mann aber roh und bösartig; denn er war selbst wie seine Gesinnung. 1Sa 25:4 David hörte nun in der Wüste, daß Nabal seine Schafe schor. 1Sa 25:5 Da sandte David zehn Diener ab. Und David sprach zu den Dienern: "Zieht zum Karmel hinauf, geht zu Nabal, begrüßt ihn in meinem Namen 1Sa 25:6 und sagt ihm zum Gruße also: 'Dir und deinem Hause sei Heil, ebenso allem, was dir ist! 1Sa 25:7 Ich habe gehört, daß du Schafschur hältst. Nun sind deine Hirten mit uns zusammen gewesen. Wir haben sie nicht gekränkt, und nichts ist von ihnen vermißt worden, solange sie in Karmel waren. 1Sa 25:8 Frage deine Diener! Sie bestätigen es dir. So mögen die Knechte Gnade finden in deinen Augen! Wir kommen ja zu einem Festtag. Gib also deinen Knechten und deinem Sohne David, was du vermagst!'" 1Sa 25:9 Davids Knechte kamen und redeten mit Nabal also in Davids Namen und warteten. 1Sa 25:10 Da erwiderte Nabal den Knechten Davids und sprach: "Wer ist David und wer Isais Sohn? Heute gibt es genug Knechte, die ihren Herren davonlaufen. 1Sa 25:11 Soll ich da mein Brot, mein Wasser und mein Schlachtvieh, das ich für meine Scherer schlachte, Leuten geben, von denen ich nicht weiß, woher sie sind?" 1Sa 25:12 Da traten Davids Diener den Rückweg an und kehrten um. Sie kamen heim und meldeten ihm jene Worte. 1Sa 25:13 Da sprach David zu seinen Männern: "Jeder gürte sein Schwert um!" Da gürtete jeder sein Schwert um. Auch David gürtete sein Schwert um. Dann zogen sie hinter David hinauf, an vierhundert Mann. Zweihundert aber waren beim Gepäck geblieben. 1Sa 25:14 Aber schon hatte der Abigail, dem Weibe Nabals, ein Knecht von jenen Knechten gemeldet: "David hat aus der Wüste hergesandt, unseren Herrn zu begrüßen. Er aber fuhr sie an. 1Sa 25:15 Und doch waren die Männer gegen uns sehr gut. Wir sind nie gekränkt worden und haben nie etwas vermißt, solange wir bei ihnen umhergezogen sind, wenn wir auf dem Felde waren. 1Sa 25:16 Sie waren eine Mauer um uns bei Nacht so gut wie bei Tag, solange wir bei ihnen die Schafe hüteten. 1Sa 25:17 Besinne dich nun und sieh, was du tun willst! Denn fertig ist das Unheil über unseren Herrn und sein ganzes Haus. Er selbst ist ein bösartiger Mann, zu dem man nichts sagen darf." 1Sa 25:18 Da nahm Abigail eilends zweihundert Brote, zwei Schläuche Wein, fünf zubereitete Schafe und fünf Maß geröstetes Getreide, hundert Dörrtrauben und zweihundert Feigenkuchen und lud alles auf Esel. 1Sa 25:19 Dann sagte sie zu ihren Knechten: "Zieht mir voraus! Ich folge euch sogleich." Ihrem Manne Nabal aber hatte sie nichts gesagt. 1Sa 25:20 So ritt sie auf einem Esel abwärts, vom Berge verdeckt. Da kam David mit seinen Leuten herunter und auf sie zu. So traf sie diese. 1Sa 25:21 David aber hatte gesagt: "Rein umsonst habe ich ihm seine ganze Habe in der Wüste gehütet, daß von all seiner Habe nie etwas vermißt worden ist. Und da vergilt er mir Gutes mit Bösem. 1Sa 25:22 Dies und das tue Gott den Feinden Davids, wenn ich von all den Seinen bis zum Morgengrauen auch nur einen Wandpisser übriglasse!" 1Sa 25:23 Als Abigail David erblickte, stieg sie schnell vom Esel, warf sich bei Davids Anblick auf ihr Antlitz, beugte sich zu Boden, 1Sa 25:24 warf sich ihm zu Füßen und sprach: "Auf mir, mein Herr, liegt die Schuld. Möchte deine Magd vor dir reden dürfen! Hör die Worte deiner Magd an! 1Sa 25:25 Möchte sich doch nicht mein Herr um diesen bösartigen Menschen kümmern, um Nabal! Denn wie er heißt, so ist er. Tor heißt er, und Torheit ist an ihm. Ich aber, deine Magd, habe meines Herrn Leute, die du gesandt hast, nicht gesehen. 1Sa 25:26 Nun denn, mein Herr! So wahr der Herr lebt und so wahr du lebst, den der Herr vor Blutschuld zurückhält und vor Selbsthilfe! Nun denn! Deinen Feinden soll es gehen wie Nabal, denen, die für meinen Herrn Unheil suchen! 1Sa 25:27 Nun denn! Dies Geschenk, das deine Sklavin meinem Herrn bringt, gebe man den Dienern, die meinem Herrn auf seinen Zügen folgen! 1Sa 25:28 Vergib deiner Magd die Ungeschicklichkeit! Denn der Herr wird meinem Herrn ein dauerndes Haus schaffen. Weil mein Herr die Kämpfe des Herrn kämpft, so darf sich kein Unrecht in deinem Leben an dir finden. 1Sa 25:29 Leute standen auf, dich zu verfolgen und dir nach dem Leben zu streben. Aber meines Herrn Leben ist unantastbar in der Schatzkammer des Lebens beim Herrn, deinem Gott. Das Leben deiner Feinde aber legt er in die Schleuderpfanne. 1Sa 25:30 Tut dann der Herr an meinem Herrn, wie er Gutes dir verheißen, und bestellt er dich zum Fürsten über Israel, 1Sa 25:31 dann wird dir dies nicht zum Anstoß werden und meinem Herrn nicht zur Gewissensnot, daß du grundlos Blut vergossen und daß mein Herr sich selbst geholfen hätte. Tut aber der Herr meinem Herrn Gutes, dann gedenke auch deiner Magd!" 1Sa 25:32 Da sprach David zu Abigail: "Gepriesen sei der Herr, Gott Israels, der dich mir heute entgegenschickt! 1Sa 25:33 Gepriesen sei deine Klugheit und gepriesen seist du selbst, die mich heute zurückgehalten, in Blutschuld zu kommen und mir selbst zu helfen! 1Sa 25:34 Aber so wahr der Herr, Israels Gott, lebt, der mich abgehalten, dir ein Leid zu tun! Wärest du mir nicht schnell entgegengekommen, dann bliebe dem Nabal bis zum Morgengrauen auch nicht ein Wandpisser übrig." 1Sa 25:35 David nahm nun aus ihrer Hand, was sie ihm gebracht hatte. Dann sprach er zu ihr: "Zieh im Frieden heim! Ich schenke dir Gehör und nehme auf dich Rücksicht." 1Sa 25:36 Abigail kam nun zu Nabal. Er hatte eben zu Hause ein Mahl wie ein Königsmahl. Und Nabals Herz war guter Dinge, und so ward er schwer betrunken. Da sagte sie ihm nicht das geringste bis zum Morgengrauen. 1Sa 25:37 Am Morgen aber, als der Wein aus Nabal wich, erzählte ihm sein Weib diese Begebnisse. Da stockte sein Herz in seiner Brust und ward wie Stein. 1Sa 25:38 Zehn Tage währte es. Da schlug der Herr den Nabal, und er starb. 1Sa 25:39 Als David hörte, daß Nabal tot sei, rief er aus: "Gepriesen sei der Herr, der meine Beschimpfung an Nabal gestraft und seinen Knecht vom Unrecht zurückgehalten hat! Der Herr hat Nabals Unrecht auf ihn selbst zurückfallen lassen." Darauf sandte David hin und warb um Abigail, daß sie sein Weib würde. 1Sa 25:40 So kamen Davids Diener zu Abigail nach Karmel und warben um sie mit den Worten: "David sendet uns zu dir; er will dich zum Weibe nehmen." 1Sa 25:41 Da stand sie auf, beugte sich mit dem Antlitz zur Erde und sprach: "Deine Magd will deine Sklavin sein und den Dienern meines Herrn die Füße waschen." 1Sa 25:42 Dann stand Abigail schnell auf und bestieg den Esel; ihre fünf Dienerinnen aber folgten ihr. So ging sie hinter den Boten Davids her und ward sein Weib. 1Sa 25:43 Aus Jezreel aber holte David die Achinoam. So wurden beide zumal seine Frauen. 1Sa 25:44 Saul aber hatte seine Tochter Mikal, Davids Weib, dem Palti gegeben, dem Sohne des Lais aus Gallim. 1Sa 26:1 Da kamen die Ziphiter zu Saul nach der Gibea und sagten: "Hält sich David nicht auf dem sonnigen Hügel am Eingang zur Einöde versteckt?" 1Sa 26:2 So machte sich Saul auf, ging nach der Wüste Ziph hinab mit 1Sa 26:3 000 Mann, auserlesenen Israeliten, um David in der Wüste Ziph zu suchen. 3 Saul nun lagerte sich auf dem sonnigen Hügel am Eingang zur Einöde. David aber saß in der Wüste. Da überkam ihn eine Ahnung, daß Saul ihm in die Wüste nachzöge. 1Sa 26:4 Und so sandte David Kundschafter aus und da erfuhr er bestimmt, daß Saul gekommen sei. 1Sa 26:5 Da machte sich David auf und kam an den Ort, wo Saul lagerte. Und David sah den Platz, wo sich Saul mit seinem Feldhauptmann Abner, Ners Sohn, niedergelegt hatte. Saul schlief nämlich in einem Wallkreis, und das Volk lagerte rings um ihn. 1Sa 26:6 Da hob David an und sprach zu dem Chittiter Achimelek und zu Abisai, Serujas Sohn und Joabs Bruder: "Wer steigt mit mir zu Saul in das Lager hinab?" Da sprach Abisai: "Ich gehe mit dir hinab." 1Sa 26:7 So kam David mit Abisai zu dem Kriegsvolk in der Nacht. Saul aber lag schlafend in dem Wallkreis und sein Speer stak im Boden zu seinen Häupten. Und Abner lag mit dem Volke rings um ihn. 1Sa 26:8 Da sprach Abisai zu David: "Gott gibt dir heute deinen Feind in deine Hand. Nun spieße ich ihn mit seiner Lanze durch einen Stoß an den Boden; ich brauche keinen zweiten." 1Sa 26:9 Da sprach David zu Abisai: "Bring ihn nicht um! Wer hätte je den Gesalbten des Herrn angetastet und wäre straflos geblieben!" 1Sa 26:10 Dann sprach David: "So wahr der Herr lebt! Entweder schlägt ihn der Herr, oder sein Tag kommt, da er sterben muß, oder er zieht in den Kampf und wird weggerafft. 1Sa 26:11 Bewahre mich der Herr davor, daß ich meine Hand an den Gesalbten des Herrn lege! Nimm jetzt den Speer zu seinen Häupten und den Wasserkrug! Laßt uns dann gehen!" 1Sa 26:12 So ließ David die Lanze und den Wasserkrug von Sauls Häupten nehmen. Dann gingen sie ihres Wegs. Niemand sah es und niemand merkte es und niemand erwachte. Sie schliefen alle; denn ein Tiefschlaf des Herrn war auf sie gefallen. 1Sa 26:13 Dann ging David auf die andere Seite und stellte sich auf die Spitze des Berges von ferne. Der Raum aber zwischen ihnen war groß. 1Sa 26:14 Da rief David dem Volke und Abner, Ners Sohn, also zu: "Gibst du nicht Antwort, Abner?" Da erwiderte Abner und fragte. "Wer bist du? Rufst du des Königs wegen?" 1Sa 26:15 Da sprach David zu Abner: "Bist du nicht ein Mann? Wer gleicht dir in Israel? Warum aber behütest du nicht den König, deinen Herrn? Jemand vom Volke ist ja gekommen, den König, deinen Herrn, umzubringen. 1Sa 26:16 Nicht recht ist, was du getan. So wahr der Herr lebt! Den Tod verdient ihr, die ihr euren Herrn, des Herrn Gesalbten, nicht behütet habt. Schau doch nach des Königs Speer und Wasserkrug zu seinen Häupten!" 1Sa 26:17 Da erkannte Saul die Stimme Davids und sprach: "Ist dies deine Stimme, mein Sohn David?" Da sprach David: "Ja, mein Herr und König!" 1Sa 26:18 Dann sprach er: "Warum verfolgt der Herr seinen Sklaven? Was tue ich: Was ist bei mir Böses? 1Sa 26:19 Möchte doch jetzt mein Herr und König den Worten seines Sklaven Gehör schenken! Hat dich der Herr gegen mich aufgereizt, dann erfreue er sich des Opfers! Wenn aber Menschenkinder, dann seien sie vor dem Herrn verflucht, weil sie mich heute vertreiben, daß ich nicht einmal als Geringster in des Herrn Erbteil leben kann! Sie sprechen: 'Auf! Diene anderen Göttern!' 1Sa 26:20 Nun denn! Möge mein Blut nicht in des Herrn Augen unbedeutend sein! Denn Israels König macht Jagd auf einen winzigen Floh, wie man im Gebirge das Rebhuhn jagt." 1Sa 26:21 Da sprach Saul: "Ich habe gefehlt. Kehre zurück, mein Sohn David! Ich tue dir nie wieder ein Leid an, dafür, daß dir mein Leben heute so kostbar gewesen ist. Gewiß! Ich habe töricht gehandelt, daß ich mich so stark verging." 1Sa 26:22 Da antwortete David und sprach: "Hier ist des Königs Speer. Einer deiner Diener möge herüberkommen und ihn holen! 1Sa 26:23 Der Herr aber vergilt jedem seine Redlichkeit und Treue. So hat dich der Herr heute in meine Hand gegeben. Ich aber habe nicht des Herrn Gesalbten anfassen wollen. 1Sa 26:24 So wertvoll heute mir dein Leben gewesen, so kostbar möge auch mein Leben dem Herrn sein! Er möge mich aus aller Not erretten!" 1Sa 26:25 Da sprach Saul zu David: "Sei gesegnet, mein Sohn David! Du führst es aus und führst es zu Ende." Hierauf ging David seines Weges, und Saul kehrte an seinen Ort zurück. 1Sa 27:1 Da sprach David bei sich: "Ich werde doch eines Tags durch Sauls Hand umkommen. Für mich ist nichts besser, als nach dem Philisterland zu fliehen. Dann läßt Saul ab, mich ferner im ganzen Gebiete Israels zu suchen. Dadurch bin ich seiner Hand entrückt." 1Sa 27:2 Da machte sich David auf und ging mit den 600 Mann bei ihm zu Akis über, dem König von Gat und Maoks Sohn. 1Sa 27:3 David blieb nun bei Akis in Gat, er und seine Leute, jeder mit seiner Familie. David mit seinen zwei Frauen, der Jezreelitin Achinoam und der Karmelitin Abigail, Nabals Witwe. 1Sa 27:4 Da ward Saul gemeldet, David sei nach Gat geflohen. Und so verfolgte er ihn nicht weiter. 1Sa 27:5 David sprach nun zu Akis: "Finde ich Gnade in deinen Augen, dann möge man mir zur Siedlung einen Platz in einer der Landstädte anweisen! Wozu soll dein Knecht in der Königstadt bei dir wohnen?" 1Sa 27:6 Da wies ihm Akis an jenem Tage Siklag an. Daher gehört Siklag den Königen von Juda bis auf diesen Tag. 1Sa 27:7 Die Zeit aber, die David im Philistergefilde saß, betrug ein Jahr und vier Monate. 1Sa 27:8 Da zog David mit seinen Leuten hinauf, und sie überfielen die Gesuriter, Pereziter und Amalekiter. Denn das waren Siedlungen im Landstrich von Telam bis gegen Sur und Ägypten. 1Sa 27:9 Sooft David eine Gegend überfiel, ließ er niemand leben, weder Männer noch Weiber. Er nahm auch Schafe, Rinder, Esel, Kamele und Gewänder; dann brachte er sie zu Akis. 1Sa 27:10 Fragte Akis: "Wo seid ihr heute eingebrochen?", dann sagte David: "Im Südlande Judas oder im Südlande der Jerachmeeliter oder in dem der Keniter." 1Sa 27:11 Aber weder Mann noch Weib ließ David leben, um sie nach Gat zu bringen; er dachte: "Sie sollen uns nicht verraten!" So tat David. Und so war sein Verfahren die ganze Zeit, seit er im Gefilde der Philister saß. 1Sa 27:12 Akis aber traute David; er sprach: "Er bringt sich bei seinem Volke Israel in Verruf und bleibt so für immer mein Diener." 1Sa 28:1 In jener Zeit sammelten die Philister ihr Heer zu einem Feldzug, um mit Israel zu streiten. Da sprach Akis zu David: "Du weißt, daß du mit mir im Heere ausrücken mußt, du und deine Leute." 1Sa 28:2 Da sprach David zu Akis: "Gut! Du wirst sehen, was dein Knecht leistet." Da sprach Akis zu David: "Gut! Ich ernenne dich zu meinem Leibwächter für alle Zeit." 1Sa 28:3 Samuel aber war gestorben; da betrauerte ihn ganz Israel und bestattete ihn auf der Rama in seiner Stadt. Saul aber hatte die Totenbeschwörer und Wahrsager aus dem Lande gejagt. 1Sa 28:4 Nun sammelten sich die Philister, kamen und lagerten bei Sunem. Da bot Saul ganz Israel auf, und sie lagerten auf dem Gilboa ("Kahlberg"). 1Sa 28:5 Als aber Saul das Philisterlager erblickte, geriet er in Angst, und sein Herz bebte gewaltig. 1Sa 28:6 Da befragte Saul den Herrn. Aber der Herr gab ihm keine Antwort, weder durch Träume noch durch die Urim noch durch die Propheten. 1Sa 28:7 Da sprach Saul zu seinen Dienern: "Sucht mir ein Weib, das einen Totengeist hat! Ich will zu ihr gehen und sie befragen." Da sprachen seine Diener zu ihm: "Ein Weib, das einen Totengeist hat, ist zu En Dor." 1Sa 28:8 Da vermummte sich Saul, zog andere Kleider an und ging hin, zwei Männer bei sich. So kamen sie des Nachts zu dem Weibe. Er sprach: "Wahrsage mir mit dem Totengeist und laß mir einen erscheinen, den ich dir nennen werde!" 1Sa 28:9 Da sprach das Weib zu ihm: "Du weißt selbst, was Saul getan, daß er die Totenbeschwörer und Wahrsager im Lande ausgerottet hat. Warum legst du meinem Leben eine Schlinge, mich zu töten?" 1Sa 28:10 Da schwur ihr Saul beim Herrn: "So wahr der Herr lebt! Dich trifft kein Schaden in dieser Sache." 1Sa 28:11 Da sprach das Weib: "Wen soll ich dir erscheinen lassen?" Er sprach: "Laß mir Samuel erscheinen!" 1Sa 28:12 Da sah das Weib Samuel. Und sie schrie laut auf. Dann sprach das Weib zu Saul: "Warum betrügst du mich? Du selbst bist Saul." 1Sa 28:13 Da sprach zu ihr der König: "Sei ohne Furcht! Was siehst du?" Da sprach das Weib zu Saul: "Ich sehe etwas Überirdisches aus dem Boden steigen." 1Sa 28:14 Da fragte er: "Wie sieht es aus?" Sie sprach: "Ein alter Mann steigt herauf, in eine Kutte gehüllt." Da erkannte Saul, daß es Samuel war. Er neigte sich mit dem Antlitz zu Boden und verbeugte sich. 1Sa 28:15 Da sprach Samuel zu Saul: "Warum störst du mich, daß du mich erscheinen lässest?" Da sprach Saul: "Mir ist sehr bange. Die Philister kämpfen gegen mich. Nun ist Gott von mir gewichen und antwortet mir nicht mehr, weder durch die Propheten noch durch Träume. So ließ ich dich rufen, daß du mir kündest, was ich tun soll." 1Sa 28:16 Da sprach Samuel: "Was fragst du mich, wenn der Herr von dir gewichen und dein Feind geworden ist? 1Sa 28:17 Der Herr tut dir, wie er durch mich verkündet hat: Der Herr reißt dir das Königtum aus der Hand und gibt es deinem Nebenbuhler David. 1Sa 28:18 Weil du auf des Herrn Stimme nicht gehört und seinen grimmen Zorn an Amalek nicht vollstreckt hast, deshalb tut dir der Herr dies heute. 1Sa 28:19 Der Herr gibt auch Israel samt dir in der Philister Hand. Morgen bist du mit deinen Söhnen bei mir. Auch Israels Heer gibt der Herr in die Hand der Philister." 1Sa 28:20 Alsbald fiel Saul seiner ganzen Länge nach zu Boden, so heftig erschrak er über Samuels Worte. Auch hatte er keine Kraft mehr; denn er hatte den ganzen Tag und die ganze Nacht nichts gegessen. 1Sa 28:21 Da trat das Weib zu Saul hin und sah, daß er ganz entsetzt war. Da sprach sie zu ihm: "Deine Sklavin hat deiner Stimme gehorcht. Ich wagte mein Leben und hörte auf deine Worte, die du zu mir gesprochen. 1Sa 28:22 Nun höre auch du auf deiner Sklavin Stimme! Ich will dir einen Bissen Brot vorsetzen. Diesen iß, daß Kraft in dir sei, deines Weges zu ziehen." 1Sa 28:23 Er aber weigerte sich und sprach: "Ich esse nichts." Da drangen seine Diener in ihn, ebenso das Weib, und so hörte er auf ihre Stimme. Er stand vom Boden auf und setzte sich auf das Polster. 1Sa 28:24 Nun hatte das Weib ein Mastkalb im Hause. Sie schlachtete es rasch, nahm Mehl, knetete es und buk daraus Brotkuchen. 1Sa 28:25 Dann setzte sie es Saul und seinen Dienern vor, und sie aßen. Hernach standen sie auf und gingen in der gleichen Nacht noch fort. 1Sa 29:1 Die Philister nun sammelten ihren ganzen Heerbann nach Aphek. Israel aber lagerte an der Quelle bei Jezreel. 1Sa 29:2 Als nun die Philisterführer vorüberzogen, mit Schützen und anderen Scharen, und auch David mit seinen Leuten zuletzt an Akis vorüberzog, 1Sa 29:3 sprachen die Philisterfürsten: "Was sollen da die Hebräer?" Da sprach Akis zu den Philisterfürsten: "Ist das nicht David, der Diener Sauls, des Königs von Israel? Er ist seit Jahr und Tag bei mir, und ich habe an ihm nicht das geringste seit seinem Übertritt bis heute gefunden." 1Sa 29:4 Aber die Philisterfürsten waren ihm abgeneigt. Und so sprachen die Philisterfürsten zu ihm: "Schick diesen Mann zurück! Er soll an seinen Ort zurückkehren, den du ihm angewiesen! Er soll nicht mit uns in die Schlacht ziehen, daß er nicht an uns zum Verräter im Kampfe werde! Womit könnte er seines Herrn Gunst gewinnen? Nicht mit den Köpfen dieser Leute? 1Sa 29:5 Ist das nicht David, dem zu Ehren man im Reigen sang: 'Saul schlug seine Tausend. David aber seine Zehntausend?'" 1Sa 29:6 Da rief Akis den David und sprach zu ihm: "So wahr der Herr lebt! Du bist ehrlich, und mir wäre es erwünscht, wenn du im Heerbann mit mir aus- und einzögest; denn ich habe an dir nichts Unrechtes gefunden, seitdem du zu mir kamst, bis auf diesen Tag. Aber den Fürsten gefällst du nicht. 1Sa 29:7 So kehr um und geh in Frieden! Tu nichts, was den Philisterfürsten mißfällt." 1Sa 29:8 Da sprach David zu Akis: "Was habe ich getan? Was hast du an deinem Knecht gefunden, seitdem ich in deinen Dienst getreten bin, bis heute, daß ich nicht in den Kampf gegen die Feinde meines Herrn, des Königs, ziehen darf?" 1Sa 29:9 Da antwortete Akis dem David: "Ich fühle es, daß du mir so lieb bist wie ein Gottesbote. Nur die Philisterfürsten sagen: 'Er darf nicht mit uns in den Kampf ziehen.' 1Sa 29:10 So mach dich morgen früh auf, samt deines Herrn Knechten, die mit dir gekommen sind! Macht euch also morgen früh auf und zieht ab, sobald es Tag wird." 1Sa 29:11 Da machte sich David mit seinen Leuten auf, am Morgen abzuziehen und ins Philisterland zurückzukehren. Die Philister aber zogen nach Jezreel hinauf. 1Sa 30:1 David nun kam mit seinen Leuten nach Siklag am dritten Tag. Da waren schon die Amalekiter in das Südland und in Siklag eingefallen. Sie verheerten Siklag und brannten es nieder. 1Sa 30:2 Sie nahmen auch die Weiber darin, jung und alt, gefangen. Getötet aber hatten sie niemand. So führten sie sie weg und zogen ihres Weges. 1Sa 30:3 David aber kam mit seinen Leuten zur Stadt. Da war sie niedergebrannt, und ihre Weiber, Söhne und Töchter waren verschleppt. 1Sa 30:4 Da weinten David und die Leute bei ihm laut auf, bis sie keine Kraft mehr zum Weinen hatten. 1Sa 30:5 Auch Davids beide Weiber waren verschleppt worden, die Jezreelitin Achinoam und die Karmelitin Abigail, Nabals Witwe. 1Sa 30:6 David ward nun sehr bange; denn das Kriegsvolk hatte davon gesprochen, ihn zu steinigen. So erbittert war das ganze Volk wegen seiner Söhne und Töchter. Aber David ermannte sich im Herrn, seinem Gott. 1Sa 30:7 Und David sprach zu dem Priester Ebjatar, Achimeleks Sohn: "Bringe mir doch das Ephod!" Da brachte Ebjatar das Ephod zu David. 1Sa 30:8 Dann fragte David den Herrn: "Soll ich diese Horde verfolgen? Hole ich sie ein"? Da sprach er zu ihm: "Ja! Du holst sie ein und befreist jene." 1Sa 30:9 Da zog David mit den sechshundert Mann, die bei ihm waren, fort, und sie kamen in das Tal des Besor ("Kühlbachtal"). Da blieben die Nachzügler stehen. 1Sa 30:10 So setzte David mit vierhundert Mann nach. Zweihundert Mann aber blieben zurück, die zu müde waren, das Tal des Besor zu überschreiten. 1Sa 30:11 Da fanden sie einen Ägypter auf dem Felde und brachten ihn zu David. Sie gaben ihm Brot zu essen, und er aß. Dann gaben sie ihm Wasser zu trinken. 1Sa 30:12 Hierauf gaben sie ihm ein Stück Feigenkuchen und ein paar Dörrtrauben. Und er aß. Da kam er wieder zu sich. Denn er hatte drei Tage und drei Nächte weder Brot gegessen noch Wasser getrunken. 1Sa 30:13 Da sprach David zu ihm: "Wem gehörst du? Woher bist du?" Er sagte: "Ich bin ein ägyptischer Jungmann, Sklave eines Amalekitermannes. Mich gab mein Herr auf; denn ich bin vor drei Tagen krank geworden. 1Sa 30:14 Wir sind in das Südland der Karobenbäume eingefallen, in das Gebiet von Juda und in das kalebitische Südland und haben Siklag verbrannt." 1Sa 30:15 Da sprach David zu ihm: "Willst du mich zu dieser Horde führen?" Er sagte: "Schwöre mit bei Gott, daß du mich nicht tötest und mich nicht meinem Herrn auslieferst! Dann führe ich dich zu dieser Horde hinab." 1Sa 30:16 Und er führte ihn hinab. Sie aber waren über die ganze Gegend verstreut. Sie aßen, tranken und feierten ob all der reichen Beute, die sie aus dem Philisterland und aus dem Judaland gebracht hatten. 1Sa 30:17 Da schlug sie David vom Nachmittag bis zum Abend, sie verwundend. Keiner entkam außer vierhundert Packknechten, die sich auf die Kamele schwangen und entkamen. 1Sa 30:18 So befreite David alles, was die Amalekiter geraubt hatten. Auch seine beiden Weiber befreite David. 1Sa 30:19 Nichts vom Kleinsten bis zum Größten ward von ihm vermißt, weder Söhne noch Töchter, weder die Beute noch irgend etwas, was sie ihnen geraubt hatten. Alles brachte David zurück. 1Sa 30:20 David nahm auch alle Schafe und Rinder. Und sie führten dies Vieh vorauf und sagten: "Dies ist Davids Beute." 1Sa 30:21 David kam nun zu den zweihundert Mann, die zu müde gewesen waren, um David zu folgen, und die er im Tale des Besor zurückgelassen hatte. Sie gingen David und den Leuten bei ihm entgegen. Da trat David an die Leute heran und begrüßte sie. 1Sa 30:22 Aber allerlei böse und mißgünstige Männer unter den Leuten, die mit David gezogen waren, hoben an und sprachen: "Weil sie nicht mit uns ausgezogen sind, so geben wir ihnen nichts von der Beute, die wir zurückgewonnen haben, sondern nur jedem sein Weib und seine Kinder. Diese mögen sie nehmen und gehen!" 1Sa 30:23 Da sprach David: "Meine Brüder! So dürft ihr nicht tun für das, was der Herr uns gegeben! Er beschützte uns und gab uns die Horde, die uns überfallen, in die Hand. 1Sa 30:24 Wer möchte auf euch hierin hören? Wie der Anteil derer, die in den Kampf gezogen, sei auch der Anteil jener, die beim Gepäck geblieben! Gleich sollen sie teilen." 1Sa 30:25 So blieb es von jenem Tage an. Man machte dies nämlich zur Satzung und zum Brauch in Israel bis auf den heutigen Tag. 1Sa 30:26 David kam nun nach Siklag. Da sandte er einen Teil der Beute an Judas Älteste, seine Freunde, mit den Worten: "Hier ist ein Geschenk für euch aus der Beute der Feinde des Herrn", 1Sa 30:27 an die in Betel, in Ramot im Südland, in Jattir, 1Sa 30:28 Aroër, Siphmot, Estemoa, 1Sa 30:29 Karmel, an die in den Gemeinden der Jerachmeliter, an die in den Gemeinden der Keniter, 1Sa 30:30 an die in Chorma, Bor, Asan, Atak, 1Sa 30:31 an die in Hebron und an all die Orte, wo David mit seinen Leuten umhergestreift war. 1Sa 31:1 Die Philister aber stritten unterdes mit Israel. Da flohen die Mannen Israels vor den Philistern. Und auf dem Gebirge des Gilboa lagen Erschlagene. 1Sa 31:2 Die Philister aber holten Saul und seine Söhne ein. Dabei schlugen die Philister die Söhne Sauls, Jonatan, Abinadab und Malkisua. 1Sa 31:3 So ward der Kampf für Saul immer schwerer. Da trafen ihn die Bogenschützen von ungefähr. Und er ward durch die Bogenschützen schwer verwundet. 1Sa 31:4 Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: "Zücke dein Schwert und erstich mich, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen, mich erstechen und mit mir ihr Spiel treiben!" Aber sein Waffenträger wollte nicht; denn er scheute sich zu sehr. Da nahm Saul das Schwert und stürzte sich darein. 1Sa 31:5 Als aber sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, stürzte auch er sich in sein Schwert und starb neben ihm. 1Sa 31:6 So starben Saul und seine drei Söhne und sein Waffenträger, samt allen seinen Mannen zugleich an jenem Tage. 1Sa 31:7 Als die Israeliten diesseits des Tales und des Jordan sahen, daß Israels Mannen geflohen und daß Saul und seine Söhne tot waren, verließen sie die Städte und flohen. Da kamen die Philister und siedelten darin. 1Sa 31:8 Am anderen Morgen kamen die Philister, um die Erschlagenen zu plündern. Da fanden sie Saul und seine drei Söhne auf dem Gebirge des Gilboa liegen. 1Sa 31:9 Sie schnitten ihm das Haupt ab, zogen ihm die Rüstung aus und sandten im Philisterlande umher, in ihren Götzentempeln und bei dem Volke den Sieg zu verkünden. 1Sa 31:10 Seine aber Waffen legten sie im Hause der Astarten nieder; seinen Leichnam aber hatten sie an die Mauer von Betsan genagelt. 1Sa 31:11 Die Bewohner von Jabes in Gilead aber hörten gleich darauf, was die Philister an Saul getan hatten. 1Sa 31:12 Da machten sich alle wehrhaften Mannen auf. Sie zogen die ganze Nacht hindurch und nahmen Sauls Leichnam und die Leichname seiner Söhne von der Mauer zu Betsan. So kamen sie wieder nach Jabes und verbrannten sie dort. 1Sa 31:13 Dann nahmen sie ihre Gebeine, begruben sie unter der Tamariske zu Jabes und fasteten sieben Tage. 2Sa 1:1 Und erst nach Sauls Tod war David vom Sieg über die Amalekiter heimgekehrt; er weilte nun zwei Tage in Siklag. 2Sa 1:2 Da kam am dritten Tag ein Mann aus dem Lager, von Saul her, seine Kleider zerrissen und Staub auf dem Kopfe. Als er zu David kam, neigte er sich bis zur Erde und verbeugte sich. 2Sa 1:3 Da sprach David zu ihm: "Woher kommst du?" Er sprach: "Ich bin aus Israels Lager entronnen." 2Sa 1:4 Da sprach David zu ihm: "Wie ging es? Berichte mir!" Er sprach: "Das Kriegsvolk ist aus der Schlacht geflohen, und viele aus dem Volke sind gefallen, so daß sie starben und tot sind. Auch Saul und sein Sohn Jonatan sind tot." 2Sa 1:5 Da sprach David zu dem jungen Manne, der ihm die Botschaft brachte: "Wie weißt du, daß Saul und sein Sohn Jonatan tot sind?" 2Sa 1:6 Da sprach der junge Mann, der ihm die Botschaft brachte: "Ich bin zufällig auf das Gebirge des Gilboa gekommen. Da hatte sich Saul auf seinen Speer gelehnt. Die Wagen aber und die Reiterei waren schon dicht hinter ihm her. 2Sa 1:7 Da wandte er sich um und sah mich. Er rief mich an, und ich sprach: 'Da bin ich!' 2Sa 1:8 Dann sprach er zu mir: 'Wer bist du?' Ich sprach zu ihm: 'Ich bin ein Amalekiter.' 2Sa 1:9 Da sprach er zu mir: 'Tritt herzu und gib mir den Todesstoß! Mich befällt Ohnmacht; denn ich lebe noch.' 2Sa 1:10 Da trat ich zu ihm und gab ihm den Todesstoß. Denn ich wußte, daß er seinen Sturz nicht überleben würde. Ich nahm das Diadem auf seinem Haupte und die Spange an seinem Arm und bringe sie hier meinem Herrn." 2Sa 1:11 Da packte David seine Gewänder und zerriß sie, ebenso alle Männer bei ihm. 2Sa 1:12 Und sie trauerten, weinten und fasteten bis zum Abend um Saul und seinen Sohn Jonatan und um das Volk des Herrn und um das Haus Israel, daß sie durch das Schwert gefallen waren. 2Sa 1:13 Dann sprach David zu dem jungen Mann, der ihm die Meldung brachte: "Woher bist du?" Er sprach: "Ich bin der Sohn eines zugewanderten Amalekiters." 2Sa 1:14 Da sprach David zu ihm: "Wie? Du hast dich nicht gescheut, Hand anzulegen, um den Gesalbten des Herrn umzubringen?" 2Sa 1:15 Dann rief David einen seiner Knechte und sprach: "Her! Stoß ihn nieder!" Da schlug er ihn nieder, so daß er starb. 2Sa 1:16 Und David sprach zu ihm: "Dein Blut über dein Haupt! Dein eigener Mund klagt dich an; du sagtest: 'ich habe den Gesalbten des Herrn getötet.'" 2Sa 1:17 Dann dichtete David dieses Klagelied auf Saul und seinen Sohn Jonatan: 2Sa 1:18 Er sprach: "Man lehre es die Söhne Judas auf der Zither!" Aufgezeichnet ist es im "Buche des Richtigen": 2Sa 1:19 "Der Adel liegt, o Israel, erschlagen dort auf deinen Höhen. / Wie sind gestürzt die Helden! 2Sa 1:20 Verkündet's nicht zu Gat! / Bringt nicht die Botschaft in die Gassen Askalons, / daß der Philister Töchter sich nicht freuen, / nicht jubeln dieser Unbeschnittenen Töchter! 2Sa 1:21 Ihr Berge Gilboas! / Nicht Tau, nicht Regen falle mehr auf euch / und nicht auf die Gefilde Dotains! / Dort ward des Helden Schild zuschanden, / der Schild des zwiefach ölgesalbten Saul! 2Sa 1:22 Vor der unreinen Sippe, vor Kriegsvolk / ist nie der Bogen Jonatans zurückgewichen. / Nie kehrte leer zurück das Schwert des Saul. 2Sa 1:23 Saul und Jonatan, die Lieben und die Holden, / im Leben und im Tode sind sie nicht getrennt, / einst schneller als die Adler / und stärker als die Löwen. 2Sa 1:24 Ihr Töchter Israels! Weint über Saul, / der euch in Purpur lieblich kleidete, / Der Goldschmuck eurer Kleidung gab! 2Sa 1:25 Wie sind die Helden hingestürzt im Kampfgedränge! / Auf deinen Höhen wurde Jonatan erschlagen. 2Sa 1:26 Mein Bruder Jonatan! So leid ist mir um dich. / Du warst mir gar so hold. / Noch wundersamer war mir 2Sa 1:27 Wie sind die Helden hingestürzt! / Des Krieges Waffen schwanden hin." 2Sa 2:1 Als David hernach den Herrn befragte: "Darf ich in eine der Städte Judas ziehen?" sprach der Herr zu ihm: "Ja!" Da fragte David: "Wohin soll ich ziehen?" Er sprach: "Nach Hebron." 2Sa 2:2 David zog nun dorthin, ebenso seine beiden Frauen, die Jezreelitin Achinoam und die Karmelitin Abigail, Nabals Witwe. 2Sa 2:3 Auch seine Mannen, die bei ihm waren, brachte David hin, jeden mit seiner Familie. Und so saßen sie in Hebrons Städten. 2Sa 2:4 Da kamen die Männer Judas und salbten dort David zum König über das Haus Juda. Da meldete man David: "Die Männer von Jabes in Gilead haben Saul begraben." 2Sa 2:5 Da sandte David Boten zu den Männern von Jabes in Gilead und ließ ihnen sagen: "Seid vom Herrn gesegnet, die ihr diese Liebe eurem Herrn Saul erwiesen und ihn begraben habt! 2Sa 2:6 Nun möge auch der Herr euch Liebe und Treue erweisen, und auch ich will euch Gutes tun, wie ihr getan habt. 2Sa 2:7 Nun seid mutig! Und seid tapfere Leute! Weil euer Herr Saul starb, so salbten mich die vom Hause Juda zum König über sich." 2Sa 2:8 Abner, Ners Sohn und Sauls Feldherr, hatte nun Sauls Sohn Isboset mitgenommen; dann brachte er ihn nach Machanaim hinüber. 2Sa 2:9 Und er machte ihn zum König über Gilead und über Basan sowie über Jezreel, Ephraim, Benjamin und das sonstige Israel. 2Sa 2:10 Vierzig Jahre alt war Sauls Sohn Isboset, als er König über Israel ward, und zwei Jahre hat er regiert. Nur das Haus Juda hielt zu David. 2Sa 2:11 Die Zeit, die David in Hebron König über das Haus Juda war, betrug sieben Jahre und sechs Monate. 2Sa 2:12 Von Machanaim nun zog Abner, Ners Sohn, mit den Knechten des Saulsohnes Isboset nach Gibeon. 2Sa 2:13 Auch Serujas Sohn Joab zog mit den Knechten Davids aus. Sie trafen sich nun an dem Teiche von Gibeon. Die einen saßen diesseits, die anderen jenseits des Teiches. 2Sa 2:14 Da sprach Abner zu Joab: "Mögen doch die Knechte aufstehen und im Kampfspiel vor uns streiten!" Joab sprach: "Ja!" 2Sa 2:15 Da machten sie sich auf und rückten abgezählt aus zwölf von Benjamin und von den Mannen des Saulsohnes Isboset und zwölf von Davids Knechten. 2Sa 2:16 Da packten sie einander am Kopf und stießen einander das Schwert in die Seite. So fielen sie allzumal. Man hieß jenen Ort: "Feld der Felsmuscheln". Er liegt bei Gibeon. 2Sa 2:17 Da ward der Kampf an jenem Tage immer ernster. Abner und die Leute Israels aber wurden von Davids Knechten geschlagen. 2Sa 2:18 Nun waren dort die drei Serujasöhne, Joab, Abisai und Asahel. Asahel war leichtfüßiger als eine der Gazellen auf der Flur. 2Sa 2:19 Und Asahel verfolgte den Abner. Er bog weder nach rechts noch nach links ab hinter Abner her. 2Sa 2:20 Da wandte sich Abner und sprach: "Bist du es, Asahel?" Er sprach: "Jawohl, ich bin es." 2Sa 2:21 Da sprach Abner zu ihm: "Bieg nach rechts oder nach links ab! Greif dir einen der Knechte und nimm dir seine Rüstung!" Aber Asahel wollte nicht von ihm lassen. 2Sa 2:22 Da sprach Abner nochmals zu Asahel: "Geh hinter mir weg! Wozu soll ich dich zu Boden schlagen? Wie könnte ich dann deinem Bruder Joab unter die Augen kommen?" 2Sa 2:23 Er aber weigerte sich, abzulassen. Da stieß ihm Abner die Lanzenspitze in den Leib, daß der Speer rückwärts herauskam. Er fiel dort hin und starb auf der Stelle. Wer an die Stelle gelangte, wo Asahel gefallen und gestorben war, machte Halt. 2Sa 2:24 Joab und Abisai verfolgten noch Abner. Als die Sonne unterging, waren sie bis zum Eckhügel bei der Quelle gekommen, an der Straße zur Wüste von Gibeon. 2Sa 2:25 Da sammelten sich die Benjaminiten hinter Abner. Sie bildeten eine Schar und stellten sich auf den Gipfel eines Hügels. 2Sa 2:26 Da rief Abner dem Joab zu und sprach: "Soll denn ewig das Schwert fressen? Weißt du nicht, daß schließlich Bitteres kommt? Wie lange willst du dem Volke nicht sagen, es soll von seinen Brüdern lassen?" 2Sa 2:27 Da sprach Joab: "Beim Leben Gottes! Hättest du nur geredet, dann hätte das Volk schon am Morgen von seinen Brüdern abgelassen." 2Sa 2:28 Dann stieß Joab in das Horn. Und alles machte halt, und sie verfolgten Israel nicht mehr und kämpften nicht weiter. 2Sa 2:29 Abner und seine Leute aber waren jene ganze Nacht hindurch nach der Steppe gezogen. Dann setzten sie über den Jordan, durchzogen die ganze Schlucht und kamen nach Machanaim. 2Sa 2:30 Joab aber hatte von Abner abgelassen; er sammelte nun das ganze Volk. Da fehlten von Davids Knechten neunzehn Mann und Asahel. 2Sa 2:31 Die Knechte Davids aber hatten eine Anzahl von den Benjaminiten und von den 300 Manneu Abners erschlagen: 60 Mann nämlich waren gefallen. 2Sa 2:32 Sie hoben nun Asahel auf und begruben ihn in seines Vaters Grab zu Bethlehem. Dann marschierten Joab und seine Leute die ganze Nacht. Bei Tagesanbruch kamen sie in Hebron an. 2Sa 3:1 Lange währte der Krieg zwischen Sauls Haus und dem Hause Davids. David aber wurde immer stärker, Sauls Haus immer schwächer. 2Sa 3:2 Zu Hebron wurden David Söhne geboren. Sein Erstgeborener war Amnon, der Jezreelitin Achinoam Sohn. 2Sa 3:3 Sein nächster war Kilab, der Sohn der Karmelitin Abigail, der Witwe des Nabal. Der dritte war Absalom, der Sohn Maakas, der Tochter Talmais, des Königs von Gesur. 2Sa 3:4 Der vierte war Adonia, Chaggits Sohn. Der fünfte war Sephatia, Abitals Sohn. 2Sa 3:5 Der sechste war Jitream, der Sohn von Davids Weib Egla. Diese wurden David zu Hebron geboren. 2Sa 3:6 Solange der Krieg zwischen Sauls Haus und dem Davidshause währte, hielt Abner fest zum Hause Sauls. 2Sa 3:7 Saul aber hatte ein Nebenweib gehabt, Ajas Tochter namens Nispa. Da sprach Isboset zu Abner: "Warum hast du meines Vaters Nebenweib geheiratet?" 2Sa 3:8 Da zürnte Abner ob der Worte des Isboset und sprach: "Bin ich ein Hundskopf, der es mit Juda hält? Heute noch erweise ich Gunst dem Hause deines Vaters Saul, seinen Brüdern und Freunden. Ich habe dich nicht in Davids Hand fallen lassen. Und du wirfst mir heute dieses Weib vor? 2Sa 3:9 So tue Gott dem Abner, und so mache er es ihm! Was der Herr dem David zugeschworen, das tue ich für ihn. 2Sa 3:10 Ich entreiße das Königtum dem Hause des Saul und errichte Davids Thron über Israel und Juda von Dan bis Beerseba." 2Sa 3:11 Da konnte er Abner kein Wort mehr erwidern, aus Furcht vor ihm. 2Sa 3:12 Abner schickte aber auf der Stelle Boten an David mit der Botschaft: "Wes ist das Land?" Damit sagte er: "Verbünde dich mit mir! Dann ist meine Hand mit dir, und ich führe dir ganz Israel zu." 2Sa 3:13 Jener sprach: "Gut! Ich verbünde mich mit dir. Nur das eine fordere ich von dir: Du siehst nicht mein Antlitz, außer du bringst Sauls Tochter Mikal mit, wenn du herkommst, mein Antlitz zu sehen." 2Sa 3:14 David sandte auch Boten an Sauls Sohn Isboset und ließ sagen: "Gib mir mein Weib Mikal heraus, die ich mir um hundert Philisterglieder gefreit habe!" 2Sa 3:15 Isboset schickte nun hin und ließ sie von ihrem Manne Paltiel, dem Sohn des Lais, holen. 2Sa 3:16 Ihr Mann aber ging mit ihr und folgte ihr beständig weinend bis Bachurim. Da sprach Abner zu ihm: "Auf! Kehre um!" Da kehrte er um. 2Sa 3:17 Abners Wort aber erging an die Ältesten Israels: "Früher schon habt ihr David zum König über euch begehrt. 2Sa 3:18 Nun führt es aus! Denn der Herr hat von David gesprochen: 'Durch David, meinen Knecht, rette ich mein Volk Israel aus der Philister Hand und aus der Hand all seiner anderen Feinde.'" 2Sa 3:19 Ebenso sprach Abner zu Benjamin. Dann ging Abner, um es auch David in Hebron zu melden, was Israel und das ganze Benjaminhaus wünschten. 2Sa 3:20 So kam Abner zu David nach Hebron mit zwanzig Mann. Da gab David dem Abner und den Mannen bei ihm ein Gastmahl. 2Sa 3:21 Abner sprach nun zu David: "Ich will mich aufmachen und hingehen zu meinem Herrn, dem König, und ganz Israel entbieten, daß sie sich mit dir verbünden. Dann kannst du König sein, wie du nur wünschest." Da entließ David den Abner. Und er ging in Frieden. 2Sa 3:22 Da kamen Davids Leute mit Joab von einem Streifzug und brachten reiche Beute mit. Abner aber war nicht mehr bei David in Hebron. Denn er hatte ihn entlassen, und er war in Frieden gegangen. 2Sa 3:23 Joab und die ganze Schar bei ihm war nun heimgekommen. Da meldete man Joab: "Ners Sohn Abner ist zum König gekommen; er aber ließ ihn ziehen, und so ging er in Frieden." 2Sa 3:24 Da kam Joab zum König und sprach: "Was hast du getan? Abner ist ja zu dir gekommen. Warum hast du ihn fortziehen lassen, daß er gehen konnte? 2Sa 3:25 Du kennst doch Abner, Ners Sohn. Er ist nur gekommen, dich zu hintergehen, dein Tun und Lassen zu erkunden und alles, was du tust, auszuspähen." 2Sa 3:26 Und Joab ging von David weg und sandte Boten hinter Abner her. Sie holten ihn vom Brunnen der Herberge zurück. David aber hatte nichts davon gewußt. 2Sa 3:27 So kam Abner wieder nach Hebron. Da nahm ihn Joab inmitten des Tores beiseite, mit ihm ungestört zu reden. Er stach ihn aber dort in den Leib. So starb er für das Blut seines Bruders Asahel. 2Sa 3:28 David hörte es nachher und sprach: "Ich und mein Königtum sind vor dem Herrn allzeit unschuldig am Blute Abners, des Nersohnes. 2Sa 3:29 Es falle auf Joabs Haupt und auf sein ganzes Vaterhaus! Niemals fehle es im Hause Joabs an Flüssigen und Aussätzigen, an Spindelführenden, Schwertverfallenen und an Bettlern!" 2Sa 3:30 Joab und sein Bruder Abisai aber hatten Abner ermordet, weil er ihren Bruder Asahel zu Gibeon im Kampf getötet hatte. 2Sa 3:31 David aber sprach zu Joab und allem Volke bei ihm: "Zerreißt eure Kleider, umgürtet euch mit Bußgewändern und klagt vor Abner her!" Und der König David ging hinter der Bahre. 2Sa 3:32 Sie begruben Abner zu Hebron, und der König weinte laut an Abners Grab. Und alles Volk weinte mit. 2Sa 3:33 Der König aber dichtete auf Abner einen Sang und sprach: "Sollt' Abner enden, so wie Aberwitzige enden? 2Sa 3:34 Die Arme dein, sie waren nicht zu fesseln / und deine Füße nicht zu ketten. / Du bist gefallen so, wie man vor Meuchelmördern fällt." - Da weinte alles Volk noch mehr. 2Sa 3:35 Dann kam das ganze Volk, David zum Essen zu nötigen, solange es noch Tag war. Aber David schwur: "Gott tue mir dies und das, wenn ich vor Sonnenuntergang Brot oder sonst etwas koste!" 2Sa 3:36 Dies hatte das ganze Volk wahrgenommen, und es gefiel ihm, wie alles, was der König getan, dem Volke gefiel. 2Sa 3:37 Das ganze Volk aber und ganz Israel sahen an jenem Tage klar, daß es nicht vom König ausgegangen war, Abner, den Nersohn, zu töten. 2Sa 3:38 Auch sprach der König zu seinen Dienern: "Wißt ihr nicht, daß heute ein Fürst und Großer in Israel gefallen ist? 2Sa 3:39 Ich aber bin heute nur ein schwacher und unnützer König. Aber diese Männer, die Serujasöhne, sind für mich zu stark. Vergelte der Herr dem, der den Frevel tat, nach seiner Missetat!" 2Sa 4:1 Als Sauls Sohn hörte, daß Abner zu Hebron gestorben sei, ward er mutlos; ganz Israel aber war bestürzt. 2Sa 4:2 Nun hatte Sauls Sohn zwei Häuptlinge. Der eine hieß Baana, der andere Rekab, Söhne des Beerotiters Rimmon, aus den Söhnen Benjamins. Denn auch Beerot wird zu Benjamin gerechnet. 2Sa 4:3 Aber die Beerotiter flohen nach Gittim und waren dort zu Gast bis auf diesen Tag. 2Sa 4:4 Sauls Sohn Jonatan nun hatte einen Sohn, der an beiden Füßen lahm war. Er war fünf Jahre alt gewesen, als die Nachricht von Saul und Jonatan aus Jezreel kam. Da packte ihn seine Amme und floh. In der Hast ihrer Flucht aber fiel er hin und ward gelähmt. Er hieß Mephiboset. 2Sa 4:5 Die Söhne des Beerotiters Rimmon nun, Rekab und Baana, zogen aus und betraten während der Mittagshitze Isbosets Haus. Er hielt eben seinen Mittagsschlaf. 2Sa 4:6 So waren sie mitten ins Haus gekommen, als wollten sie Weizen kaufen. Da stachen sie ihn in den Bauch. Dann waren Rekab und sein Bruder Baana entflohen. 2Sa 4:7 Sie waren also in das Haus gekommen. Er aber schlief auf dem Bett in seinem Schlafzimmer. Da schlugen sie ihn und töteten ihn. Dann hieben sie ihm das Haupt ab. Sie nahmen nun seinen Kopf und gingen die ganze Nacht die Steppe entlang. 2Sa 4:8 Dann brachten sie Isbosets Haupt nach Hebron zu David und sprachen zum König: "Da ist das Haupt des Isboset, des Sohnes deines Feindes Saul, der dir nach dem Leben getrachtet. So gab der Herr meinem Herrn heute Rache an Saul und seinen Nachkommen." 2Sa 4:9 Da antwortete David Rekab und seinem Bruder Baana, den Söhnen des Beerotiters Rimmon, und sprach: "So wahr der Herr lebt, der mein Leben aus aller Not befreit hat! 2Sa 4:10 Daß ich den, der mir gemeldet 'Saul ist tot' und der sich für einen Glücksboten gehalten, festnahm und in Siklag niederhieb, das ist mein Botenlohn gewesen. 2Sa 4:11 Wenn nun ruchlose Menschen einen rechtschaffenen Mann in seinem Haus auf seinem Lager ermordet haben, muß ich da nicht sein Blut von euch fordern und euch vom Erdboden tilgen?" 2Sa 4:12 Und David gebot den Knechten, und sie schlugen sie nieder, hieben ihnen Hände und Füße ab und hängten sie am Teich zu Hebron auf. Das Haupt des Isboset aber nahmen sie mit; dann begruben sie ihn in Abners Grab zu Hebron. 2Sa 5:1 Da kamen alle Stämme Israels zu David nach Hebron und sprachen: "Wir sind auch dein Fleisch und dein Bein. 2Sa 5:2 Schon längst, als noch Saul König über uns war, bist du es gewesen, der Israel aus- und zurückgeführt hat. Auch sprach der Herr zu dir: 'Du sollst mein Volk Israel weiden und Fürst über Israel sein!'" 2Sa 5:3 Also kamen alle Ältesten Israels zum König nach Hebron. Und der König schloß mit ihnen einen Bund zu Hebron vor dem Herrn. Dann salbten sie David zum König über Israel. 2Sa 5:4 Dreißig Jahre alt war David, als er König wurde, und vierzig Jahre hat er regiert. 2Sa 5:5 In Hebron hat er über Juda sieben Jahre und sechs Monate regiert. In Jerusalem hat er dreiunddreißig Jahre regiert über ganz Israel und Juda. 2Sa 5:6 Der König zog nun mit seinen Mannen nach Jerusalem wider den Jebusiter, der in der Gegend saß. Da sagte man zu David: "Du kommst nur hinein, wenn die Dunklen und die Blonden deine Sklaven sind." Das sollte heißen: 'David kommt nicht hinein.' 2Sa 5:7 Aber David erstürmte die Burg Sion, das ist die Davidsstadt. 2Sa 5:8 Da sprach David an jenem Tage: "An den Hof kommt jeder, der die Blonden und die Dunklen schlägt, selbst ein Jebusiter." Sie waren David in der Seele zuwider. Deshalb sagte man: "Kein Dunkler und kein Blonder darf das Haus betreten." 2Sa 5:9 Dann setzte sich David in die Burg und nannte sie Davidsstadt. Und David baute ringsum von der Bastei nach innen. 2Sa 5:10 So ward David allmählich immer mächtiger, war doch der Herr, der Gott der Heerscharen, mit ihm. 2Sa 5:11 Und so sandte Chiram, König von Tyrus, Boten an David mit Zedernholz und Zimmerleuten und Steinmetzen. Und sie bauten David ein Haus. 2Sa 5:12 So erkannte David, daß ihn der Herr als König über Israel bestätigt und daß er wegen seines Volkes Israel sein Königtum hochgebracht hatte. 2Sa 5:13 David aber nahm noch mehr Nebenweiber und Weiber von Jerusalem, nachdem er von Hebron gekommen war. Auch wurden David noch Söhne und Töchter geboren. 2Sa 5:14 Dies sind die Namen der ihm zu Jerusalem Geborenen: Sammua, Sobab, Natan und Salomo, 2Sa 5:15 Ibchar, Elisua, Nepheg, Japhia, 2Sa 5:16 Elisama, Eljada und Eliphelet. 2Sa 5:17 Die Philister aber hörten, daß man David zum König über ganz Israel gesalbt habe. Da zogen alle Philister hinauf, David zu suchen. David aber hörte es und zog nach der Bergfeste hinab. 2Sa 5:18 Die Philister kamen nun und ließen sich in der Rephaimebene ("Ebene der Riesen") nieder. 2Sa 5:19 Da befragte David den Herrn: "Soll ich gegen die Philister ziehen? Gibst Du sie in meine Hand?" Da sprach der Herr zu David: "Ja! Ich gebe sicher die Philister in deine Hand." 2Sa 5:20 Da zog David nach Baal Perasim ("Ort der Durchbrüche"). Und dort schlug sie David. Er sprach: "Der Herr hat mir meine Feinde durchbrochen, wie Wasser durchbricht." Deshalb nennt man jenen Ort Baal Perasim. 2Sa 5:21 Sie ließen aber ihre Götzenbilder dort im Stich, und David mit seinen Leuten nahm sie mit. 2Sa 5:22 Abermals zogen die Philister herauf und ließen sich in der Rephaimebene nieder. 2Sa 5:23 Da befragte David den Herrn. Er sprach: "Du sollst nicht hinaufziehen! Wende dich gegen ihren Rücken und komme über sie von den Geröllhalden her! 2Sa 5:24 Hörst du Geräusch von Schritten auf den oberen Rändern der Geröllhalden, dann brich los! Denn dann zieht der Herr vor dir her, im Philisterlager dreinzuschlagen." 2Sa 5:25 Und David tat, wie ihm der Herr befohlen, und schlug die Philister von Geba bis Gezer. 2Sa 6:1 David versammelte nochmals alle Erlesenen in Israel, 30.000. 2Sa 6:2 Dann brach David auf und zog mit dem ganzen Volke bei ihm von Baalat Juda ("Judaburg") aus, von dort die Gotteslade heraufzuholen, wo der Name des Herrn der Heeresscharen, der auf Cheruben thront, angerufen worden war. 2Sa 6:3 Sie luden nun die Gotteslade auf einen neuen Wagen und brachten sie aus Abinadabs Haus, das zu Gibea stand. Den neuen Wagen aber lenkten Uzza und Achjo, Abinadabs Söhne. 2Sa 6:4 So brachten sie ihn aus Abinadabs Haus zu Gibea samt der Gotteslade fort. Achjo aber schritt vor der Lade. 2Sa 6:5 Und David und das ganze Haus Israel tanzten vor dem Herrn unter dem Klange von Zithern, Harfen, Pauken, Schellen und Zimbeln. 2Sa 6:6 Als sie aber an ein bebautes Feldstück kamen, griff Uzza nach der Gotteslade und hielt sich daran fest, weil ihn die Rinder ins Wanken gebracht hatten. 2Sa 6:7 Da entbrannte des Herrn Zorn über Uzza. Und Gott schlug ihn dort wegen des Vergehens. So starb er dort neben der Gotteslade. 2Sa 6:8 Da ward David mißgestimmt, daß der Herr den Uzza geschlagen hatte. Und er nannte jenen Ort "Schlag des Uzza", wie er jetzt noch heißt. 2Sa 6:9 David aber fürchtete sich vor dem Herrn an jenem Tage und sprach: "Wie soll da die Lade des Herrn zu mir kommen?" 2Sa 6:10 Und David wollte die Lade des Herrn nicht mehr zu sich in die Davidsstadt bringen. So ließ sie David beiseite führen, in das Haus des Gatiters Obededom. 2Sa 6:11 So blieb die Lade des Herrn im Hause des Gatiters Obededom drei Monate. Aber der Herr segnete Obededom und sein ganzes Haus. 2Sa 6:12 Da ward dem König David gemeldet: "Der Herr segnete Obededoms Haus und all seinen Besitz um der Gotteslade willen." Da ging David hin und holte unter Jubel die Gotteslade nach der Davidsstadt. 2Sa 6:13 Sooft nun die Träger der Lade des Herrn sechs Schritte gemacht hatten, opferte er ein Rind und ein Mastkalb. 2Sa 6:14 Und David tanzte mit aller Kraft vor dem Herrn. David aber war mit einem leinenen Ephod ("Schurz") umgürtet. 2Sa 6:15 So führten David und das ganze Haus Israel die Lade des Herrn unter Jauchzen und mit lautem Posaunenschall hinauf. 2Sa 6:16 Als aber die Lade des Herrn in die Davidsstadt einzog, hatte sich Sauls Tochter Mikal durch das Fenster gebeugt. Da sah sie den König David vor dem Herrn springen und tanzen. Und sie verachtete ihn in ihrem Herzen. 2Sa 6:17 Sie aber brachten die Lade des Herrn und stellten sie an ihren Platz in dem Zelt, das David für sie aufgeschlagen hatte. Dann brachte David vor dem Herrn Brand- und Mahlopfer dar. 2Sa 6:18 Als David fertig war, Brand- und Mahlopfer darzubringen, begrüßte er das Volk im Namen des Herrn der Heerscharen. 2Sa 6:19 Und er verteilte an alles Volk, für die ganze Menge Israels, Männer und Weiber, je einen Brotkuchen, einen Laib und einen Traubenkuchen. Dann ging ein jeder aus dem Volk in sein Haus. 2Sa 6:20 David kehrte nun heim, sein Haus zu begrüßen. Da trat Sauls Tochter Mikal dem David entgegen und sprach: "Wie ehrenvoll hat sich heute Israels König betragen, der sich heute vor den Augen der Mägde seiner Diener entblößt hat, wie sich die Verrückten entblößen!" 2Sa 6:21 Da sprach David zu Mikal: "Dies geschah zu Ehren des Herrn, der mich vor deinem Vater und seinem ganzen Haus vorgezogen hat, um mich zum Fürsten über das Volk des Herrn, über Israel, zu bestellen. So habe ich vor dem Herrn gespielt. 2Sa 6:22 Und ich erniedrige mich noch mehr als hier und will in deinen Augen klein sein. Bei den Mägden, von denen du gesprochen, bei ihnen möchte ich mir Ehre holen." 2Sa 6:23 Und Sauls Tochter Mikal bekam kein Kind bis zu ihrem Todestag. 2Sa 7:1 David wohnte nun in seinem Hause, und der Herr hatte ihm Ruhe ringsum vor all seinen Feinden verschafft. 2Sa 7:2 Da sprach der König zum Propheten Natan: "Sieh doch! Ich wohne in einem Zedernhause. Die Gotteslade aber weilt in einem bloßen Zelt." 2Sa 7:3 Da sprach Natan zum König: "Tu alles, was du im Sinne hast! Denn der Herr ist mit dir." 2Sa 7:4 Aber noch in der gleichen Nacht erging das Wort des Herrn an Natan: 2Sa 7:5 "Gehe hin und sage meinem Knechte David: 'So spricht der Herr: Du willst ein Haus mir bauen zu meinem Sitze? 2Sa 7:6 Ich habe nie in einem Haus gewohnt seit jener Zeit, da ich die Söhne Israels aus Ägypterland geführt, bis hin zu diesem Tag. Ich zog in einem Wohnzelt umher. 2Sa 7:7 Habe ich, solange ich bei all den Söhnen Israels umhergezogen, jemals ein Wort zu einem Führer Israels gesagt, den ich beauftragt, Israel, mein Volk, zu weiden: "Warum baut ihr mir nicht ein Zedernhaus?"' 2Sa 7:8 So sage nunmehr zu meinem Knechte David: 'So spricht der Herr der Heerscharen: Ich habe von der Weide, aus der Herde dich hinweggeholt, auf daß du meines Volkes Israel Gebieter seiest. 2Sa 7:9 Ich war mit dir allüberall, wohin du gingst, und tilgte vor dir alle deine Feinde. Ich habe einen großen Namen dir geschaffen, gleich dem der Großen auf der Erde. 2Sa 7:10 Ich habe eine Stätte meinem Volke Israel bestimmt und es dann eingepflanzt, daß es, an seiner Stätte wohnend, nimmer zittere und Ruchlose es nimmer drücken, so wie früher. 2Sa 7:11 Seit jenen Zeiten, da ich Richter meinem Volke Israel bestellt, habe ich dir Ruhe verschafft vor allen deinen Feinden. Der Herr hat dir verkündet, daß dir der Herr ein Haus erbauen werde. 2Sa 7:12 Sind deine Tage voll geworden, und liegst du dann bei deinen Vätern, alsdann bestimme ich auch deinen Leibessprossen zu deinem Nachfolger und ich bestätige sein Königtum. 2Sa 7:13 Er baut ein Haus dann meinem Namen, und ich bestätige seinen Königsthron für alle Zeit. 2Sa 7:14 Ich will ihm Vater sein; er wird mir Sohn. Verfehlt er sich, dann strafe ich ihn mit einer Rute, wie für ganz einfache Menschen, mit Schlägen wie für ganz gewöhnliche Leute. 2Sa 7:15 Und nie weicht meine Huld von dir, wie ich sie Saul entzogen, den ich vor dir beseitigt habe. 2Sa 7:16 Dein Haus mit deinem Königtum wird ewiglich vor mir bestehen. Dein Thron steht fest für alle Zeit.'" 2Sa 7:17 Genau nach all diesen Worten und diesem ganzen Gesichte hatte Natan zu David gesprochen. 2Sa 7:18 Da kam König David, setzte sich vor den Herrn und sprach: "Wer bin ich, Herr, ach Herr? / Was ist mein Haus, daß Du mich bis hierher geführt? 2Sa 7:19 Dies war Dir noch zuwenig, Herr, ach Herr. / Du gabst dem Hause Deines Sklaven / Verheißungen auf weit hinaus. / Und dies ist eine Lehre für die Menschen, Herr, Du Herr. 2Sa 7:20 Was sollte David weiter zu Dir sagen? / Du selbst kennst Deinen Knecht, Herr, Herr. 2Sa 7:21 Für Deinen Sklaven, Deinen Hund, hast Du dies Große all getan, / um Deinem Sklaven es zu zeigen. 2Sa 7:22 Deswegen bist Du groß, Herr, Gott. / Denn Dir ist keiner gleich. Kein Gott ist außer Dir, / nach alledem, was wir vernommen. 2Sa 7:23 Wo ist ein Volk, gleich Deinem Israel, / ein einzig Volk auf Erden, / das sich zum Volke zu erkaufen, / ein Gott gegangen wäre, / sich einen Namen zu verschaffen, / euch Großes zu erweisen und Wunderbares / Deinem Land, vor Deinem Volke, / das Du Dir aus Ägypten hast erlöst? / Wo ist ein Volk und dessen Gott? 2Sa 7:24 Doch Du hast Israel, Dein Volk, / für immer Dir zum Volk bestellt / und Du bist ihnen, Herr, zum Gott geworden. 2Sa 7:25 Nun aber, Herr und Gott, / laß jetzt das Wort für alle Zeiten gültig sein, / das Du gesprochen über Deinen Sklaven und sein Haus, / und handle so, wie Du gesagt! 2Sa 7:26 Dann ist Dein Name groß für alle Zeiten / und lautet: 'Herr der Heeresscharen, / Gott Israels'. / Und Deines Sklaven David Haus steht vor Dir fest. 2Sa 7:27 Denn Du, der Heeresscharen Herr, Gott Israels, / hast Deinem Sklaven selbst geoffenbart: / 'Ich will ein Haus dir bauen.' / Drum faßt Dein Sklave sich ein Herz, / um dies Gebet Dir vorzutragen. 2Sa 7:28 Nun denn, Herr, Herr! Du selbst bist Gott, / und Deine Worte, Herr, sind Wahrheit. / Du gabst dies herrliche Versprechen Deinem Sklaven. 2Sa 7:29 Nun laß es Dir gefallen / und segne Deines Sklaven Haus, / daß es für alle Zeit vor Dir bestehe! / Herr, Herr! Du hast es selbst gesagt. / So möge auch durch Deinen Segen / auf ewig Deines Sklaven Haus gesegnet sein!" 2Sa 8:1 Danach schlug David die Philister und demütigte sie. David nahm auch die Talsperre den Philistern aus der Hand. 2Sa 8:2 Dann schlug er Moab und vermaß es mit der Meßschnur, nachdem er sie zu Boden geworfen hatte. Je zwei Schnüre maß er zur Verwüstung ab und je eine Schnur zur Aufpflanzung. So ward Moab David untertan und steuerpflichtig. 2Sa 8:3 Dann schlug David den König von Soba, Hadadezer, Rechobs Sohn, als er auszog, seine Hand nach dem Strom zu strecken. 2Sa 8:4 David nahm ihm 1.700 Wagenkämpfer und 20.000 Mann Fußvolk ab. Alle Rosse lähmte David. Nur 100 Pferdewagen ließ er davon übrig. 2Sa 8:5 Da kamen die damaszenischen Aramäer dem König von Soba, Hadadezer, zu Hilfe. Aber David schlug von den Aramäern 22.000 Mann. 2Sa 8:6 Dann setzte David im damaszenischen Aram Vögte ein. So wurden die Aramäer David untertan und steuerpflichtig. Der Herr half David überall, wohin er zog. 2Sa 8:7 David nahm nun die goldenen Schilde der Knechte Hadadezers und brachte sie nach Jerusalem. 2Sa 8:8 Aus Tebach und aus Berotai, den Städten des Hadadezers, nahm König David sehr viel Erz. 2Sa 8:9 Da hörte Toi, der König von Chamat, David habe die ganze Streitmacht Hadadezers geschlagen. 2Sa 8:10 So sandte nun Toi seinen Sohn Hadoram zum König David, ihn zu begrüßen und zu beglückwünschen wegen seines siegreichen Kampfes mit Hadadezer. Denn Hadadezer war Tois Kriegsgegner. Er brachte silberne, goldene und eherne Gefäße. 2Sa 8:11 Auch sie weihte König David dem Herrn, samt dem Silber und Gold, das er von all den Völkern geweiht, die er unterjocht hatte, 2Sa 8:12 von den Edomitern, Moabitern, Ammonitern, Philistern und Amalekitern und von der Beute des Hadadezer, des Königs von Soba und Sohnes des Rechob. 2Sa 8:13 So machte sich David einen Namen nach seiner Rückkehr vom Siege aber die 18.000 Mann Aramäer im Salztale. 2Sa 8:14 In Edom bestellte er Vögte, hatte er doch mit ganz Edom ein Abkommen getroffen. So ward ganz Edom David untertan. Der Herr half nämlich David überall, wohin er zog. 2Sa 8:15 So regierte David über ganz Israel. Und David übte Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volke. 2Sa 8:16 Über das Heer war Serujas Sohn Joab gesetzt, und Achiluds Sohn Josaphat war Kanzler. 2Sa 8:17 Achitubs Sohn Sadok und Achimelek, Ebjatars Sohn, waren Priester, Seraja Schreiber. 2Sa 8:18 Benaja, Jojadas Sohn, war Anführer der Bogenschützen und der Schildträger. Davids Söhne aber waren Landleute. 2Sa 9:1 Da fragte David: "Ist noch jemand von Sauls Haus übrig? Ich möchte ihm um Jonatans willen Liebes tun." 2Sa 9:2 Nun war im Hause Sauls ein Diener, namens Siba. Ihn rief man zu David, und der König fragte ihn: "Bist du Siba?" Er sprach: "Ja, dein Sklave." 2Sa 9:3 Da fragte ihn der König: "Ist niemand mehr von Sauls Haus da, daß ich an ihm Gottes Liebe erweise?" Da sprach Siba zum König: "Noch ist ein Sohn Jonatans da, aber mit lahmen Beinen. 2Sa 9:4 Da sprach zu ihm der König: "Wo ist er?" Da sprach Siba zum König: "Er ist im Hause Makirs, des Sohnes Ammiels, zu Lodebar." 2Sa 9:5 Da sandte König David hin und ließ ihn aus dem Hause des Ammielsohnes Makir aus Lodebar holen. 2Sa 9:6 So kam Mephiboset, der Sohn des Saulssohns Jonatan zu David. Er warf sich auf sein Antlitz und huldigte. Da sprach David: "Mephiboset!" Er sprach: "Hier ist dein Sklave." 2Sa 9:7 Da sprach David zu ihm: "Fürchte nichts. Ich will dir Liebes tun wegen deines Vaters Jonatan. Ich gebe dir das ganze Grundstück deines Ahnherrn Saul zurück, und du selbst magst jederzeit an meinem Tische speisen." 2Sa 9:8 Da verneigte er sich und sprach: "Was ist dein Sklave, daß du dich einem toten Hund zuwendest, wie ich einer bin?" 2Sa 9:9 Da rief der König nach Siba, Sauls Diener, und sprach zu ihm: "Alles, was Saul und seinem ganzen Haus gehört hat, gebe ich dem Sohne deines Herrn. 2Sa 9:10 Bestelle ihm das Land, du, deine Söhne und deine Sklaven, und heimse es ihm ein, damit das Haus deines Herrn Speise zur Zehrung habe! Deines Herrn Sohn Mephiboset soll jederzeit an meinem Tische speisen!" Siba selbst aber besaß fünfzehn Söhne und zwanzig Sklaven. 2Sa 9:11 Da sprach Siba zum König: "Ganz so, wie mein Herr, der König, seinem Sklaven befiehlt, wird dein Sklave tun, obschon Mephiboset an meinem Tisch speisen könnte, wie einer der Königssöhne." 2Sa 9:12 Mephiboset aber hatte einen kleinen Sohn, namens Mika. Alle Insassen in Sibas Haus dienten Mephiboset. 2Sa 9:13 Mephiboset nun wohnte zu Jerusalem; denn er speiste ständig an des Königs Tafel, obwohl er an beiden Beinen gelähmt war. 2Sa 10:1 Danach starb der Ammoniterkönig, und sein Sohn Chanun ward an seiner Statt König. 2Sa 10:2 Da sprach David: "Ich will dem Chanun, des Nachas Sohn, Liebes tun, wie sein Vater mir Liebes hat getan." So schickte David hin, ihn durch seine Diener wegen seines Vaters zu trösten. So kamen Davids Diener ins Ammoniterland. 2Sa 10:3 Da sprachen die Ammoniterfürsten zu ihrem Herrn Chanun: "Ehrt David nach deiner Ansicht deinen Vater, daß er dir Tröster schickt? Sendet nicht David seine Diener zu dir, die Stadt auszuspähen, auszuforschen und zu erkunden? 2Sa 10:4 Da ergriff Chanun Davids Diener, schor ihnen den Bart halb ab und schnitt ihnen die Kleider halb bis ans Gesäß weg. So schickte er sie fort. 2Sa 10:5 Als man dies David meldete, sandte er ihnen entgegen. Denn die Männer waren schwer beschimpft. Der König ließ ihnen sagen: "Bleibt in Jericho, bis euch der Bart gewachsen ist! Dann kommt heim!" 2Sa 10:6 Die Ammoniter aber merkten, daß sie sich bei David verhaßt gemacht hatten. Da schickten die Ammoniter hin und dingten bei Aram in Bet Rechob und bei Aram in Soba 20.000 Fußtruppen und vom König von Maaka 1.000 Mann und 12.000 Mann von Tob. 2Sa 10:7 Als dies David hörte, sandte er Joab und das ganze Heer, die Krieger, aus. 2Sa 10:8 Da rückten die Ammoniter aus und stellten sich zum Kampfe vor das Stadttor. Die Aramäer von Soba und Rechob aber und die Mannschaften von Tob und Maaka standen für sich im Gelände. 2Sa 10:9 Als Joab sah, daß ihm ein Angriff von vorn und von hinten drohe, wählte er Leute aus allen Erlesenen Israels und stellte sich den Aramäern entgegen. 2Sa 10:10 Den Rest des Volkes aber hatte er seinem Bruder Abisai unterstellt. Auch er stellte sich den Ammonitern entgegen. 2Sa 10:11 Er sprach: "Werden aber die Ammoniter mir zu stark, dann komm du mir zu Hilfe! Werden aber die Aramäer dir zu stark, dann komme ich dir zu helfen. 2Sa 10:12 Sei tapfer! Seien wir mutig für unser Volk und Diener unseres Gottes. Der Herr aber tue, was ihm gefällt!" 2Sa 10:13 So rückten Joab und das Volk bei ihm zum Kampfe gegen die Aramäer vor. Da flohen sie vor ihm. 2Sa 10:14 Als die Ammoniter sahen, daß die Aramäer flohen, flohen auch sie vor Abisai und zogen sich zurück. Da ließ Joab von den Ammonitern ab und kam nach Jerusalem. 2Sa 10:15 Als die Aramäer sahen, daß sie von Israel geschlagen waren, sammelten sie sich. 2Sa 10:16 Und Hadadezer sandte hin und ließ die Aramäer jenseits des Stromes ausrücken. Und sie kamen nach Chelam. Hadadezers Feldherr Sobak aber war an ihrer Spitze. 2Sa 10:17 Dies ward David gemeldet. Da bot er ganz Israel auf, überschritt den Jordan und kam nach Chelam. Da stellten sich die Aramäer David entgegen und kämpften mit ihm. 2Sa 10:18 Aber die Aramäer mußten vor Israel fliehen. Und David schlug von den Aramäern 700 Wagenkämpfer und 40.000 Mann Fußvolk. Auch ihren Feldherrn Sobak schlug er, daß er dort starb. 2Sa 10:19 Als alle Könige, Hadadezers Untergebene, sahen, daß sie von Israel geschlagen waren, schlossen sie mit Israel Frieden und waren ihm untertan. Die Aramäer aber hüteten sich, den Ammonitern weiter zu helfen. 2Sa 11:1 Um die Jahreswende, wenn die Könige ins Feld ziehen, sandte David den Joab und seine Diener mit ihm und ganz Israel hin. Sie verheerten das Land der Ammoniter und belagerten Rabba. David aber blieb in Jerusalem. 2Sa 11:2 An einem Abend erhob sich David von seinem Lager und erging sich auf dem Dache des Königshauses. Da sah er vom Dache aus ein badendes Weib. Das Weib aber war sehr schön. 2Sa 11:3 David sandte nun hin und erkundigte sich nach dem Weibe. Da sagte man: "Ist das nicht Eliams Tochter Batseba, das Weib des Chittiters Urias?" 2Sa 11:4 Da sandte David Boten und ließ sie holen. Sie kam zu ihm und er schlief bei ihr. Sie hatte sich nämlich von ihrer Unreinigkeit befreit. Dann kehrte sie heim. 2Sa 11:5 So ward das Weib schwanger. Sie sandte nun hin und meldete David: "Ich bin schwanger." 2Sa 11:6 Da sandte David zu Joab: "Sende mir den Chittiter Urias!" Da sandte Joab den Urias zu David. 2Sa 11:7 Urias kam dann zu ihm und David fragte nach Joabs und des Volkes Befinden und nach dem Kriegsglücke. 2Sa 11:8 Dann sprach David zu Urias: "Geh in dein Haus hinunter und wasche dir die Füße!" Und Urias ging aus des Königs Haus. Da folgte ihm ein königlicher Wächter. 2Sa 11:9 Urias aber schlief im Tore des Königshauses bei all den Dienern seines Herrn. Er ging nicht in sein Haus hinab. 2Sa 11:10 Da meldete man David: "Urias ist nicht in sein Haus hinabgegangen." Da sprach David zu Urias: "Kommst du nicht von der Reise? Warum gehst du nicht in dein Haus hinab?" 2Sa 11:11 Da sprach Urias zu David: "Die Lade und Israel und Juda weilen in Hütten. Mein Herr Joab und meines Herrn Diener lagern auf freiem Felde. Da sollte ich in mein Haus gehen, essen und trinken und bei meinem Weibe liegen? Bei deinem Leben und deiner Seele! So etwas tue ich nicht." 2Sa 11:12 Da sprach David zu Urias: "Bleib auch heute noch hier! Morgen entlasse ich dich." So blieb Urias jenen Tag zu Jerusalem. 2Sa 11:13 Am anderen Tage lud ihn David ein. Er aß und trank vor ihm. Schließlich machte er ihn trunken. Am Abend ging er hinaus, auf seinem Lager bei seines Herrn Diener zu schlafen. Aber in sein Haus ging er nicht hinab. 2Sa 11:14 Nun schrieb David am anderen Morgen einen Brief an Joab und sandte ihn durch Urias ab. 2Sa 11:15 Er schrieb in dem Briefe: "Stellt Urias vorn ins heftigste Kampfgewühl! Dann zieht euch von ihm zurück, daß er erschlagen werde und falle!" 2Sa 11:16 Während Joab die Stadt belagerte, stellte er Urias an den Ort, wo, wie er wußte, tapfere Leute stünden. 2Sa 11:17 Die Leute der Stadt machten nun einen Ausfall und kämpften mit Joab. Da fielen einige vom Volk, von Davids Dienern. Auch der Chittiter Urias fand den Tod. 2Sa 11:18 Da sandte Joab hin und berichtete David den ganzen Verlauf des Kampfes. 2Sa 11:19 Er befahl dem Boten: "Berichtest du dem König den ganzen Hergang des Kampfes bis zum Ende 2Sa 11:20 und braust der König auf und fragt dich: 'Warum seid ihr zum Treffen so nahe an die Stadt gerückt? Wußtet ihr nicht, daß sie von der Mauer herabschießen? 2Sa 11:21 Wer hat Jerubosets Sohn Abimelek erschlagen? Hat nicht ein Weib auf ihn einen Mühlstein von der Mauer geworfen, daß er zu Tebes starb? Warum seid ihr so nahe an die Mauer gerückt?', dann sprich: 'Auch dein Diener Urias, der Chittiter, ist gefallen.'" 2Sa 11:22 Der Bote ging, kam und meldete David alles, was ihm Joab aufgetragen hatte. 2Sa 11:23 Der Bote sprach zu David: "Die Leute sind uns überlegen gewesen; sie drangen gegen uns ins freie Feld. Wir aber drängten sie bis an das Stadttor. 2Sa 11:24 Da schossen die Schützen auf deine Diener von der Mauer, daß von des Königs Dienern etliche den Tod fanden. Auch dein Knecht, der Chittiter Urias, fand den Tod." 2Sa 11:25 Da sprach David zum Boten: "Sprich so zu Joab: 'Kränke dich nicht darüber! Denn das Schwert frißt bald so, bald so. Führe wacker deinen Kampf gegen die Stadt und zerstöre sie!' So ermutige ihn!" 2Sa 11:26 Des Urias Weib aber vernahm, daß ihr Mann Urias gefallen sei. Da betrauerte sie ihren Gemahl. 2Sa 11:27 Als aber die Trauer vorüber war, sandte David und ließ sie in sein Haus holen. So ward sie sein Weib und gebar ihm einen Sohn. Aber dem Herrn mißfiel, was David getan. 2Sa 12:1 So sandte der Herr den Natan zu David. Er kam zu ihm und sagte ihm: "Zwei Männer waren in einer gewissen Stadt, der eine reich, der andere arm. 2Sa 12:2 Der Reiche besaß Schafe und Rinder in großer Zahl. 2Sa 12:3 Der Arme aber hatte nichts als ein einziges Lämmchen, das er gekauft hatte. Er zog es auf, und es wuchs bei ihm auf mit seinen Kindern zusammen. Von seinem Bissen aß es, aus seinem Becher trank es und schlief an seinem Busen. Es galt ihm wie ein Kind. 2Sa 12:4 Da kam Besuch zu dem reichen Manne. Ihm aber war es leid, eines seiner Schafe und Rinder zu nehmen, um es dem Gast, der zu ihm gekommen, zuzubereiten. So nahm er das Lamm des armen Mannes und bereitete es dem Manne, der zu ihm gekommen war." 2Sa 12:5 Da ward David über den Mann sehr zornig und sprach zu Natan: "So wahr der Herr lebt! Der Mann, der dies getan, ist ein Kind des Todes. 2Sa 12:6 Und das Lamm muß er vierfach erstatten, dafür, daß er dies getan und kein Erbarmen geübt hat." 2Sa 12:7 Da sprach Natan zu David: "Du selbst bist der Mann. So spricht der Herr, Israels Gott: 'Ich habe dich zum König über Israel gesalbt. Ich habe dich aus der Hand des Saul gerettet. 2Sa 12:8 Ich gab dir deines Herrn Haus, die Weiber deines Herrn an deinen Busen. Ich gab dir Israels und Judas Haus. Und wäre das zu wenig, so wollte ich dir noch dies und das geben. 2Sa 12:9 Warum hast du des Herren Wort mißachtet und das getan, was ihm mißfällt? Du hast Urias, den Chittiter, mit dem Schwert erschlagen und hast dir seine Frau zum Weib genommen. Du hast ihn durch der Ammoniter Schwert ermordet. 2Sa 12:10 Nun weiche nie das Schwert aus deinem eigenen Hause, zur Strafe dafür, daß du mich mißachtet, daß du das Weib Urias´, des Chittiters, dir zum Weibe nahmst!' 2Sa 12:11 So spricht der Herr: 'Ich lasse einen Nebenbuhler dir aus deinem Haus erstehen. Ich nehme weg vor deinen Augen deine Weiber und gebe diese deinem Nebenbuhler, daß er im Angesichte dieser Sonne deinen Weibern beiwohne. 2Sa 12:12 Du hast es heimlich zwar getan. Ich aber tue dies im Angesicht des ganzen Israel und vor der Sonne.'" 2Sa 12:13 Da sprach David zu Natan: "Ich habe gegen den Herrn gesündigt." Da sprach Natan zu David: "So sieht der Herr dir auch deine Sünde nach. Du wirst nicht sterben. 2Sa 12:14 Weil du aber auf die Feinde des Herrn dabei keine Rücksicht genommen, soll auch der Sohn, der dir geboren ward, sterben." 2Sa 12:15 Und Natan ging nach Hause. Der Herr aber schlug das Kind, das des Urias Witwe dem David geboren hatte. Es ward todkrank. 2Sa 12:16 Da suchte David um des Knaben willen Gott auf. Und David fastete streng, hielt Nachtwache und lag über Nacht auf der Erde. 2Sa 12:17 Da traten die Ältesten seines Hauses zu ihm, ihn vom Boden aufzuheben. Er aber wollte nicht und genoß keine Speise mit ihnen. 2Sa 12:18 Am siebten Tage starb der Knabe. Da fürchteten sich Davids Diener, ihm zu sagen, der Knabe sei tot. Denn sie sagten: "Solange der Knabe lebte, haben wir ihm zugeredet; aber er gab uns kein Gehör. Wie können wir ihm sagen: 'Der Knabe ist tot!' Er könnte Unheil anrichten." 2Sa 12:19 David aber sah seine Diener miteinander flüstern. Da erkannte David, daß der Knabe tot war. Und David sprach zu seinen Dienern: "Ist der Knabe gestorben?" Sie sagten: "Ja." 2Sa 12:20 Da stand David vom Boden auf, wusch sich und salbte sich und wechselte sein Gewand. Dann ging er in das Haus des Herrn und warf sich nieder. Hierauf ging er in sein eigen Haus und verlangte etwas. Da setzten sie ihm Speise vor, und er aß. 2Sa 12:21 Da sprachen seine Diener zu ihm: "Was für ein Gebaren ist dies, das du zeigst? Als der Knabe noch lebte, hast du gefastet, dazu weintest du. Und nun, da der Knabe tot ist, stehst du auf und genießest Speise?" 2Sa 12:22 Da sprach er: "Solange der Knabe lebte, habe ich gefastet und dazu geweint, weil ich gedacht habe: 'Wer weiß? Der Herr kann sich meiner erbarmen, daß der Knabe leben bleibt.' 2Sa 12:23 Nun ist er aber tot. Wozu sollte ich fasten? Kann ich ihn wieder zurückbringen? Ich gehe zu ihm. Aber er kommt nicht wieder zu mir." 2Sa 12:24 Und David tröstete sein Weib Batseba. Er ging zu ihr und wohnte ihr bei. Da gebar sie einen Sohn und sie nannte ihn Salomo. Und der Herr hatte ihn lieb. 2Sa 12:25 Und durch den Propheten Natan ließ er ihn Jedidia ("Des Herrn Liebling") nennen wegen des Herrn. 2Sa 12:26 Joab aber bestürmte das ammonitische Rabba und eroberte die Königsstadt. 2Sa 12:27 Da sandte Joab Boten zu David und ließ melden: "Ich habe Rabba bestürmt und die Zufluchtsstadt erobert. 2Sa 12:28 Nun sammle den Rest des Volkes! Bestürme die Stadt und erobere sie vollends, damit nicht ich die Stadt erobere und mein Name darüber genannt würde!" 2Sa 12:29 Da sammelte David alles Volk und zog nach Rabba, bestürmte und eroberte es. 2Sa 12:30 Dann nahm er die Krone Milkoms von dessen Kopf. Sie wog ein Talent Gold, dabei war ein Edelstein, und er kam auf Davids Haupt. Die Beute der Stadt führte er in großer Menge heim. 2Sa 12:31 Das Volk darin aber hatte er herausgeführt; dann legte er Feuerbrände an und hieb und stach mit Eisen darein; sie selber aber hatte er der Königsfron überwiesen. So tat er mit allen Ammoniterstädten. Dann kehrten David und das ganze Volk nach Jerusalem zurück. 2Sa 13:1 Hernach geschah folgendes: Absalom, Davids Sohn, hatte eine schöne Schwester namens Tamar. In sie verliebte sich der Davidssohn Amnon. 2Sa 13:2 Und Amnon quälte sich ganz krank wegen seiner Schwester Tamar. Denn sie war eine züchtige Jungfrau. Und so erschien es dem Amnon unmöglich, mit ihr etwas zu tun. 2Sa 13:3 Nun hatte Amnon einen Freund namens Jonadab, Sohn des Sima, eines Bruders Davids, Jonadab aber war ein sehr kluger Mann. 2Sa 13:4 Er sprach zu ihm: "Warum bist du, Königssohn, Morgen für Morgen so elend? Willst du es mir nicht sagen?" Da sprach Amnon zu ihm: "Ich liebe Tamar, meines Bruders Absalom Schwester." 2Sa 13:5 Da sprach Jonadab zu ihm: "Lege dich zu Bett und stell dich krank! Und kommt dein Vater, dich zu besuchen, dann sage ihm: 'Käme doch meine Schwester Tamar und brächte mir etwas zu essen! Wenn sie vor meinen Augen das Essen bereitete, daß ich es sehe, dann wollte ich gerne von ihrer Hand essen.'" 2Sa 13:6 So legte sich Amnon nieder und stellte sich krank. Und der König kam, ihn zu besuchen. Da sprach Amnon zum König: "Käme doch meine Schwester Tamar und machte vor meinen Augen ein paar Kuchen, daß ich von ihrer Hand essen könnte!" 2Sa 13:7 Da sandte David nach Haus zu Tamar und ließ sagen: "Geh doch in deines Bruders Amnon Haus und bereite ihm das Essen." 2Sa 13:8 Da ging Tamar in ihres Bruders Amnon Haus. Er aber lag zu Bette. Sie nahm den Teig, knetete ihn und bereitete vor seinen Augen die Kuchen und buk sie. 2Sa 13:9 Dann nahm sie die Pfanne und stürzte sie vor ihn. Er aber weigerte sich zu essen. Dann sprach Amnon: "Entfernt alle von hier!" Da ging alles von ihm hinaus. 2Sa 13:10 Dann sprach Amnon zu Tamar: "Bring das Essen in das innere Gemach! Dann will ich von deiner Hand essen." Da nahm Tamar die Kuchen, die sie gemacht hatte, und brachte sie ihrem Bruder Amnon ins innere Gemach. 2Sa 13:11 Sie bot ihm zu essen. Da faßte er sie und sprach zu ihr: "Komm, leg dich zu mir, meine Schwester!" 2Sa 13:12 Da sprach sie zu ihm: "Nicht doch, mein Bruder, entehre mich nicht! Denn so etwas tut man nicht in Israel. Tu nicht solche Freveltat! 2Sa 13:13 Wohin sollte ich meine Schande tragen? Du selbst gältest in Israel als einer der größten Missetäter. Sprich doch lieber mit dem König! Er versagt mich dir nicht." 2Sa 13:14 Er aber wollte ihr kein Gehör schenken, sondern überwältigte und vergewaltigte sie. Und so wohnte er ihr bei. 2Sa 13:15 Dann aber faßte Amnon eine überaus tiefe Abneigung gegen sie. Ja, die Abneigung, die er gegen sie faßte, war größer als die Liebe, die er zu ihr gehabt hatte. Und so sprach Amnon zu ihr: "Auf! Fort!" 2Sa 13:16 Sie sprach zu ihm: "Nein! Dieses große Unrecht, wenn du mich fortjagtest, wäre noch größer als das andere, das du mir angetan!" Er aber wollte nicht auf sie hören. 2Sa 13:17 Er rief seinen Burschen und Diener und sprach: "Schaff mir die da fort auf die Straße. Verriegle die Tür hinter ihr!" 2Sa 13:18 Sie aber trug einen buntgewirkten Leibrock. Denn solche Obergewänder hatten von alters her die Königstöchter, solange sie Jungfrauen waren. Sein Diener führte sie nun auf die Straße und verriegelte hinter ihr die Tür. 2Sa 13:19 Da streute sich Tamar Asche auf das Haupt, zerriß den buntgewirkten Leibrock, den sie trug, schlug die Hände über dem Kopf zusammen und ging unter beständigem Wehgeschrei davon. 2Sa 13:20 Da sprach ihr Bruder Absalom zu ihr: "War dein Bruder Amnon bei dir? Nun, meine Schwester, schweig still! Dein Bruder ist es. Nimm dir diese Sache nicht zu Herzen!" So blieb Tamar, und zwar unvermählt, im Hause ihres Bruders Absalom. 2Sa 13:21 Der König aber erfuhr den ganzen Vorgang. Da ward er sehr zornig. 2Sa 13:22 Absalom aber redete kein Wort mit Amnon, weder im Bösen noch im Guten. Aber Absalom haßte den Amnon, weil er seine Schwester Tamar entehrt hatte. 2Sa 13:23 Nach zwei Jahren hielt Absalom Schafschur in Baal Chasor ("Pferchstätte") bei Ephraim. Dazu lud Absalom alle Königssöhne ein. 2Sa 13:24 Absalom kam nämlich zum König und sprach: "Dein Sklave hält heute Schafschur. Möchten doch der König und seine Diener mit deinem Sklaven gehen!" 2Sa 13:25 Da sprach der König zu Absalom: "Nicht doch, mein Sohn! Wir wollen nicht alle hingehen, daß wir dir nicht beschwerlich fallen." Da drängte er ihn. Er aber wollte nicht gehen, sondern segnete ihn. 2Sa 13:26 Da sprach Absalom: "Wenn nicht, dann gehe wenigstens mein Bruder Amnon mit uns!" Da fragte ihn der König: "Wozu soll er mit dir gehen?" 2Sa 13:27 Absalom aber drang in ihn. Und so sandte er Amnon und alle anderen Königssöhne mit ihm. 2Sa 13:28 Absalom aber befahl seinen Dienern: "Wenn Amnon vom Wein guter Laune sein wird, und ich spreche zu euch: 'Haut Amnon nieder!' Dann tötet ihn! Fürchtet nichts! Gebe nicht ich euch den Befehl? Seid also mutig und zeigt euch als wackere Mannen!" 2Sa 13:29 Absaloms Diener taten an Amnon, wie Absalom geboten hatte. Da sprangen alle anderen Königssöhne auf, jeder schwang sich auf sein Maultier und floh. 2Sa 13:30 Noch waren sie unterwegs. Da war schon das Gerücht zu David gedrungen, Absalom habe alle Königssöhne erschlagen; nicht einer von ihnen sei mehr übrig. 2Sa 13:31 Da stand der König auf, zerriß seine Gewänder und warf sich zur Erde, und alle seine Diener standen mit zerrissenen Kleidern da. 2Sa 13:32 Da hob Jonadab an, der Sohn des Davidsbruders Sima, und sprach: "Mein Herr sage nicht, man habe all die jungen Königssöhne umgebracht! Amnon allein ist tot. Denn so wie Absalom ist, war es geplant seit dem Tage, da jener seine Schwester Tamar entehrt hatte. 2Sa 13:33 So setze sich mein Herr und König nicht den Gedanken in den Kopf, alle Königskinder seien tot! Amnon allein ist tot. 2Sa 13:34 Absalom aber floh." Der wachhabende Diener hielt eben Ausschau. Da sah er eine Menge Leute auf der Straße hinter ihm von der Bergseite kommen. 2Sa 13:35 Da sprach Jonadab zum König: "Die Königssöhne kommen. Wie dein Sklave sagte, so war es." 2Sa 13:36 Er hatte eben ausgeredet. Da waren die Königssöhne angekommen; sie erhoben ihre Stimme und weinten. Auch der König und all seine Diener hatten überlaut geweint. 2Sa 13:37 Absalom aber war geflohen; er ging zu Talmai, dem König von Gesur und Ammichuds Sohn. Jener aber trauerte um seinen Sohn die ganze Zeit. 2Sa 13:38 Absalom aber war entflohen; er ging nach Gesur. Dort blieb er drei Jahre. 2Sa 13:39 David aber dachte schon daran, Absalom entgegenzukommen. Denn er hatte sich darüber getröstet, daß Amnon tot war. 2Sa 14:1 Joab, Serujas Sohn, merkte nun, daß sich des Königs Herz Absalom zuneigte! 2Sa 14:2 Da schickte Joab nach Tekoa und ließ von dort ein kluges Weib holen. Er sprach zu ihr: "Stell dich trauernd und zieh Trauerkleider an! Salbe dich nicht mit Öl, sondern sei wie ein Weib, das geraume Zeit um einen Toten trauert! 2Sa 14:3 Geh zum König und sprich zu ihm dies!" Nun legte ihr Joab die Worte in den Mund. 2Sa 14:4 Das Weib von Tekoa kam zum König, warf sich auf ihr Antlitz, huldigte und sprach: "Hilf, König!" 2Sa 14:5 Da sprach der König zu ihr: "Was ist dir?" Sie sprach: "Leider bin ich eine Witwe, starb doch mein Mann. 2Sa 14:6 Deine Sklavin hatte zwei Söhne. Aber sie stritten miteinander auf dem Felde, und niemand schlichtete zwischen ihnen. So schlug der eine den anderen und tötete ihn. 2Sa 14:7 Nun erhebt sich die ganze Sippe gegen deine Sklavin und ruft: 'Gib den Brudermörder heraus, daß wir ihn töten für das Leben seines Bruders, den er erschlagen hat. Wir wollen so zugleich den Erben beseitigen.' So wollen sie meine letzte Kohle löschen und meinem Manne nicht Namen noch Nachkommen auf Erden lassen." 2Sa 14:8 Da sprach der König zum Weibe: "Geh heim! Ich werde deinetwegen verfügen." 2Sa 14:9 Da sprach das Weib von Tekoa zum König: "Mich, Herr und König, träfe das Unrecht, und meine Familie. Der König und sein Thron aber bleiben unangetastet." 2Sa 14:10 Da sprach der König: "Wenn jemand so zu dir spricht, dann melde mir ihn! Er soll dich nicht mehr antasten!" 2Sa 14:11 Sie sprach: "Möchte doch der König an den Herrn, seinen Gott, denken - sonst könnte der Bluträcher zuviel verderben -, daß sie nicht meinen Sohn umbringen!" Da sprach er: "So wahr der Herr lebt! Nicht ein Haar deines Sohnes soll zu Boden fallen!" 2Sa 14:12 Da sprach das Weib: "Dürfte doch deine Sklavin an meinen Herrn und König ein Wort richten!" Er sprach: "Sprich!" 2Sa 14:13 Da sprach das Weib: "Warum sinnst du Ähnliches gegen Gottes Volk? Aus dieser Rede des Königs geht hervor, daß es an Sünde grenzt, wenn der König seinen Verbannten nicht zurückruft. 2Sa 14:14 Sterben wir, so werden wir wie Wasser, das, auf den Boden geschüttet, nicht mehr gesammelt werden kann. Aber Gott nimmt nicht das Leben weg, sondern faßt Pläne, damit ein Verbannter nicht zu unserem Schaden verbannt bleibe. 2Sa 14:15 Daß ich jetzt gekommen bin, dies dem König, meinem Herrn, zu sagen, das kommt davon, daß mir das Volk Angst gemacht hat. Deine Sklavin aber sagte: 'Ich will doch mit dem König reden. Vielleicht tut der König, was seine Magd sagt.' 2Sa 14:16 Weil der König die Bitte gewährt, seine Magd aus der Hand des Mannes zu retten, der mich und meinen Sohn zugleich aus Gottes Erbe zu tilgen sucht, 2Sa 14:17 So dachte deine Sklavin: 'Möchte doch das Wort meines Herrn und Königs zur Beruhigung dienen!' Denn wie ein Gottesengel ist mein Herr und König, wenn er Gutes und Böses anhört. Der Herr, dein Gott, sei mit dir!" 2Sa 14:18 Da hob der König an und sprach zu dem Weibe: "Verhehle mir nichts von dem, was ich dich frage!" Da sprach das Weib: "Es spreche doch mein Herr und König!" 2Sa 14:19 Da sprach der König:"Hat Joab dir bei alldem geholfen?" Da hob das Weib an und sprach: "So wahr du lebst, mein Herr und König! Unmöglich ist es, rechts oder links vorbeizukommen an irgend etwas, was mein Herr und König spricht. Ja, dein Diener Joab selbst hat mir den Auftrag gegeben. Er hat deiner Sklavin alle jene Worte in den Mund gelegt. 2Sa 14:20 Um der Sache ein anderes Gesicht zu geben, hat dein Diener Joab dies getan. Aber mein Herr ist weise wie ein Gottesengel; er weiß alles, was im Lande vorgeht." 2Sa 14:21 Da sprach der König zu Joab: "Das hast du getan. So geh und hole den Jüngling Absalom!" 2Sa 14:22 Da warf sich Joab auf sein Antlitz zur Erde, huldigte und segnete den König. Dann sprach Joab: "Heute erfährt dein Sklave, daß ich Huld gefunden in deinen Augen, mein Herr und König, weil der König das Wort seines Sklaven erfüllt." 2Sa 14:23 Dann stand Joab auf, ging nach Gesur und brachte Absalom nach Jerusalem. 2Sa 14:24 Der König aber sprach: "Er gehe in sein Haus! Mein Antlitz darf er nicht sehen!" So ging Absalom in sein Haus. Aber des Königs Antlitz sah er nicht. 2Sa 14:25 So schön aber wie Absalom war in ganz Israel kein Mann, so daß man ihn sehr rühmte. Von der Fußsohle bis zum Scheitel war kein Makel an ihm. 2Sa 14:26 Und wenn er sein Haupt schor, und er schor es von Zeit zu Zeit - weil es ihm beschwerlich ward, schor er es -, so wog das ganze Haar seines Hauptes zweihundert Ringe nach königlichem Gewicht. 2Sa 14:27 Absalom aber wurden drei Söhne und eine Tochter, namens Tamar, geboren. Diese ward ein schönes Weib. 2Sa 14:28 Da saß Absalom zu Jerusalem zwei Jahre. Des Königs Antlitz aber hatte er nicht gesehen. 2Sa 14:29 Da sandte Absalom zu Joab, ihn zum König zu schicken; er aber wollte nicht kommen. So schickte er noch ein zweitesmal. Aber er wollte nicht kommen. 2Sa 14:30 Da sprach er zu seinen Dienern: "Seht! Joab hat ein Feld neben meinem Grundstück und hat Gerste darauf. Geht und steckt es in Brand!" Und Absaloms Diener steckten das Feld in Brand. 2Sa 14:31 Da machte sich Joab auf, ging zu Absalom ins Haus und sprach zu ihm: "Weshalb haben deine Diener mein Feld in Brand gesteckt?" 2Sa 14:32 Da sprach Absalom zu Joab: "Ich habe zu dir gesandt und sagen lassen: 'Komm her!' Ich möchte dich zum König senden und sagen lassen: 'Wozu bin ich von Gesur heimgekommen? Mir wäre wohler, wäre ich noch dort.' Nun aber möchte ich des Königs Antlitz sehen. Liegt eine Schuld auf mir, so töte er mich!" 2Sa 14:33 So kam Joab zum König und meldete es ihm. Und er ließ Absalom rufen. So kam er zum König. Da warf er sich auf sein Antlitz zur Erde vor dem König nieder, und der König küßte Absalom. 2Sa 15:1 Hernach schaffte sich Absalom Wagen und Pferde an, dazu fünfzig Mann, die vor ihm herliefen. 2Sa 15:2 Absalom aber pflegte sich frühmorgens neben den Torweg zu stellen. Und alle Leute, die eine Streitsache vor den König zur Entscheidung bringen wollten, rief Absalom an und fragte: "Aus welcher Stadt bist du?" Und sagte er: "Dein Knecht ist von dem und dem Stamme Israels", 2Sa 15:3 dann sagte Absalom zu ihm: "Deine Sache ist gut und recht. Aber beim König hört dich niemand an." 2Sa 15:4 Dann sprach Absalom: "Wer bestellte mich zum Richter im Lande? Zu mir dürfte jeder kommen, der einen Streit und Rechtshandel hat. Ich würde ihn nach Recht entscheiden." 2Sa 15:5 Und trat jemand heran, ihm zu huldigen, so streckte er seine Hand aus, hielt ihn fest und küßte ihn. 2Sa 15:6 Also tat Absalom jedem Israeliten, der den König um Entscheidung anging. So bestrickte Absalom das Herz der Männer Israels. 2Sa 15:7 Nach einem halben Jahre sprach Absalom zum König: "Ich möchte verreisen und in Hebron mein Gelübde einlösen, das ich dem Herrn gelobt. 2Sa 15:8 Denn dein Sklave hat ein Gelübde gemacht, als ich zu Gesur in Aram weilte: 'Führt mich der Herr wirklich nach Jerusalem zurück, dann will ich dem Herrn zu Ehren ein Fest feiern.'" 2Sa 15:9 Da sprach zu ihm der König: "Ziehe hin in Frieden!" Da machte er sich auf und ging nach Hebron. 2Sa 15:10 Absalom aber sandte geheime Boten an alle Stämme Israels und ließ sagen: "Hört ihr Hörnerschall, dann sagt: 'Absalom ist in Hebron König geworden.'" 2Sa 15:11 Mit Absalom waren aus Jerusalem 200 Männer gezogen; sie waren eingeladen und zogen arglos mit. Sie wußten nämlich nicht das geringste. 2Sa 15:12 Absalom rief auch den Giloniter Achitophel, Davids Ratgeber, aus seiner Stadt Gilo, als er die Opfer darbrachte. So gewann die Verschwörung Kraft, und das Volk ging hin und ward immer zahlreicher bei Absalom. 2Sa 15:13 Da kam der Bote zu David mit der Meldung: "Das Herz der Männer Israels hat sich Absalom zugewandt." 2Sa 15:14 Da sprach David zu all seinen Dienern, die bei ihm zu Jerusalem waren: "Auf zur Flucht! Denn für uns gibt es keine Rettung vor Absalom. Schleunigst fort! Sonst kommt er rasch uns nach und bringt über uns das Schlimmste und schlägt die Stadt mit des Schwertes Schärfe." 2Sa 15:15 Da sprachen des Königs Diener zum König: "Wie der Herr und König wünscht! Wir sind deine Sklaven." 2Sa 15:16 So zog der König aus und sein ganzes Haus mit ihm. Der König aber ließ zehn Frauen zurück, das Haus zu hüten. 2Sa 15:17 So zog der König fort und alles Kriegsvolk mit ihm. Beim letzten Haus machten sie halt. 2Sa 15:18 Und alle seine Diener zogen an ihm vorüber. Ebenso zogen vor dem König alle Bogenschützen und Schildträger vorüber und alle Gatiter, 600 Mann, die ihm aus Gat gefolgt waren. 2Sa 15:19 Da sprach der König zum Gatiter Ittai: "Weshalb gehst auch du mit uns? Kehr um und bleib beim König! Du bist ja ein Ausländer und selbst aus deiner Heimat verbannt. 2Sa 15:20 Gestern kamst du, und heute schon soll ich dich mit uns auf die Irrfahrt nehmen? Ich gehe doch, wohin ich eben gehe. Kehr um und führe deine Brüder mit dir zurück in Liebe und Treue!" 2Sa 15:21 Da hob Ittai an und sprach zum König: "So wahr der Herr lebt, und so wahr mein Herr und König lebt! An dem Orte, wo mein Herr und König sein wird, ob zum Tode, ob zum Leben, dort ist auch dein Sklave." 2Sa 15:22 Da sprach David zu Ittai: "Auf! Zieh vorüber!" Da zog der Gatiter Ittai mit all seinen Leuten und dem ganzen Troß bei ihm vorüber. 2Sa 15:23 Die ganze Umgebung aber weinte laut auf, als alles Kriegsvolk vorüberzog. Der König zog nun in das Kidrontal, und alles Kriegsvolk zog auf den Weg zur Steppe. 2Sa 15:24 Bei ihm waren auch Sadok und alle Leviten, die des Gottesbundes Lade trugen. Sie stellten die Gotteslade hin, und Ebjatar blieb stehen, bis alles Volk aus der Stadt vorübergezogen war. 2Sa 15:25 Da sprach der König zu Sadok: "Bringe die Gotteslade wieder in die Stadt! Finde ich in des Herrn Augen Gnade, dann führt er mich zurück und läßt mich seine Wohnstatt schauen. 2Sa 15:26 Spräche er aber so: 'Ich habe an dir kein Gefallen', nun, dann bin ich bereit. Er tue mir, wie ihm gefällt!" 2Sa 15:27 Dann sprach der König zum Priester Sadok: "Du sollst der Beobachter sein! Kehre ruhig in die Stadt zurück! Dein Sohn Achimaas und Jonatan, Ebjatars Sohn, eure beiden Söhne seien bei euch! 2Sa 15:28 Seht! Ich warte an den Furten zur Steppe, bis ein Wort von euch kommt, mir Nachricht zu geben." 2Sa 15:29 Da brachten Sadok und Ebjatar die Gotteslade wieder nach Jerusalem, und sie blieben dort. 2Sa 15:30 David aber stieg den Ölberg hinan, im Gehen weinend und das Haupt verhüllt, und er ging barfuß. Auch von allem Kriegsvolk bei ihm verhüllte jeder das Haupt und stieg weinend hinan. 2Sa 15:31 Da meldete man David: "Achitophel ist unter den Verschwörern bei Absalom." Da sprach David: "Herr, betöre Achitophels Rat!" 2Sa 15:32 David kam nun auf die Spitze, wo er zu Gott betete. Da trat ihm der Arkiter Chusai entgegen, mit zerrissenem Rock und Staub auf dem Haupt. 2Sa 15:33 Da sprach David zu ihm: "Gehst du mit mir weiter, dann bist du mir zur Last. 2Sa 15:34 Gehst du aber in die Stadt zurück und sagst du zu Absalom: 'Dein Sklave will ich sein, König. Ehedem war ich deines Vaters Sklave. Nun aber bin ich dein Sklave', dann kannst du mir Achitophels Rat zunichte machen. 2Sa 15:35 Sind nicht dort bei dir die Priester Sadok und Ebjatar? Was du aus des Königs Hause hörst, melde den Priestern Sadok und Ebjatar! 2Sa 15:36 Bei ihnen sind ihre beiden Söhne, Achimaas, Sadoks Sohn und Ebjatars Sohn Jonatan. Schickt durch sie an mich alles, was ihr hört!" 2Sa 15:37 So kam Davids Freund Chusai in die Stadt, als Absalom einzog. 2Sa 16:1 David hatte den Gipfel nur wenig überschritten. Da kam Mephibosets Diener Siba ihm entgegen mit einem Paar gesattelter Esel. Sie trugen zweihundert Brote, hundert Dörrtrauben, hundert Obstkuchen und einen Schlauch Wein. 2Sa 16:2 Da sprach der König zu Siba: "Was willst du damit?" Siba sprach: "Die Esel sind für das Königshaus zum Reiten, das Brot und das Obst für die Diener zum Essen und der Wein zum Trinken für die in der Wüste Erschöpften." 2Sa 16:3 Da sprach der König: "Wo bleibt aber deines Herrn Sohn?" Siba sprach zum König: "Er bleibt in Jerusalem. Denn er hat gesagt: 'Heute gibt mir Israels Haus das Königtum meines Vaters zurück.'" 2Sa 16:4 Da sprach der König zu Siba: "Dein ist, was Mephiboset gehört." Siba sprach: "Ich werfe mich nieder. Möchte ich weiter Gnade finden in deinen Augen, mein Herr, König." 2Sa 16:5 Der König David war nun bis Bachurim gekommen. Da trat ein Mann von der Sippe des Saulhauses hervor, Simei, Geras Sohn. Er kam fluchend. 2Sa 16:6 Und warf mit Steinen nach David, nach allen Dienern des Königs David, obwohl alles Kriegsvolk und alle Krieger zu seiner Rechten und Linken waren. 2Sa 16:7 Und also schrie Simei fluchend: "Fort! Fort, Blutmensch, Ruchloser! 2Sa 16:8 Der Herr bringt über dich all das Blut des Hauses Sauls, für den du König geworden bist. Der Herr gab das Königtum deinem Sohne Absalom. Nun bist du in deinem Unglück. Denn du bist ein Blutmensch." 2Sa 16:9 Da sprach Abisai, Serujas Sohn, zum König: "Warum soll dieser tote Hund meinem Herrn und König fluchen? Ich will hinüber und ihm den Kopf abschlagen." 2Sa 16:10 Da sprach der König: "Was habe ich mit euch, ihr Serujasöhne, zu schaffen? Flucht er, so geschieht es, weil der Herr zu ihm gesprochen: 'Fluche David!' Wer darf da sagen: 'Warum tust du so?'" 2Sa 16:11 Dann sprach David zu Abisai und all seinen Dienern: "Mein eigener, leiblicher Sohn stellt mir nach dem Leben. Um wieviel leichter dieser Benjaminite? Laßt ihn! Mag er fluchen. Denn der Herr heißt es ihn. 2Sa 16:12 Vielleicht sieht der Herr mein Elend. Dann gibt mir der Herr wieder Glück an Stelle der Verfluchung von heute." 2Sa 16:13 So zog David mit seinen Leuten des Wegs. Simei aber ging an der Bergseite neben ihm und fluchte im Gehen, warf Steine nach ihm und wirbelte Staub auf. 2Sa 16:14 Der König und das ganze Volk bei ihm kamen zur Furt. Und dort erholte er sich. 2Sa 16:15 Absalom aber und das ganze Kriegsvolk, Israels Mannen, waren nach Jerusalem gekommen. Auch Achitophel war bei ihm. 2Sa 16:16 Da kam der Arkiter Chusai, Davids Freund, zu Absalom. Und Chusai sprach zu Absalom: "Es lebe der König! Es lebe der König!" 2Sa 16:17 Da sprach Absalom zu Chusai: "Ist das deine Liebe zu deinem Freunde? Warum bist du nicht mit deinem Freunde gegangen?" 2Sa 16:18 Da sprach Chusai zu Absalom: "Nein! Nur für den bin ich und bei dem bleibe ich, den der Herr erwählt und dies Volk und alle Mannen Israels. 2Sa 16:19 Zweitens: Wem sollte ich dienen? Nicht seinem Sohne? Wie ich deinem Vater gedient, so diene ich auch dir." 2Sa 16:20 Da sprach Absalom zu Achitophel: "Gebt mir euren Rat, was wir tun sollen!" 2Sa 16:21 Da sprach Achitophel zu Absalom: "Geh zu deines Vaters Nebenweibern, die er dagelassen, das Haus zu bewachen! Dann hört ganz Israel, daß du dich bei deinem Vater in Verruf gebracht hast, und alle deine Anhänger werden ermutigt." 2Sa 16:22 So schlug man für Absalom auf dem Dache das Zelt auf. Und Absalom ging zu seines Vaters Nebenweibern vor ganz Israel. 2Sa 16:23 Achitophels Rat aber, den er gab, galt damals, wie wenn jemand Gottes Wort befragt hätte. So galt jeder Rat Achitophels, wie bei David, so bei Absalom. 2Sa 17:1 Da sprach Achitophel zu Absalom. "Ich möchte 1 2Sa 17:2 000 Mann ausheben, mich aufmachen und noch in der Nacht David nachsetzen. 2 Ich möchte ihn überfallen, solange er matt und mutlos ist. So würde ich ihn erschrecken, und alles Volk bei ihm würde fliehen. So könnte ich den König allein schlagen. 2Sa 17:3 Dann brächte ich alles Volk zu dir zurück; und wenn all die Männer, nach denen du Verlangen trägst, zurückkehren, dann ist das ganze Volk befriedigt." 2Sa 17:4 Und die Rede gefiel Absalom und allen Ältesten Israels. 2Sa 17:5 Da sprach Absalom: "Ruf mir auch den Arkiter Chusai, daß wir hören, was auch er zu sagen hat!" 2Sa 17:6 So kam Chusai zu Absalom. Da sprach Absalom zu ihm: "Solches hat Achitophel gesprochen. Sollen wir sein Wort ausführen? Wenn nicht, so rede du!" 2Sa 17:7 Da sprach Chusai zu Absalom: "Diesmal ist der Rat, den Achitophel gibt, nicht gut." 2Sa 17:8 Und Chusai sagte: "Du kennst deinen Vater und seine Leute, daß sie Helden sind und grimmen Mutes, wie eine der Jungen beraubte Bärin auf dem Feld. Dazu ist dein Vater ein Kriegsmann, der mit dem Kriegsvolk keine Nachtruhe hält. 2Sa 17:9 Gewiß ist er jetzt in irgendeiner Schlucht oder an irgendeiner Stelle versteckt. Fallen nun anfangs einige von euch, und hört man es, dann sagt man: 'Eine Niederlage ist unter dem Volk entstanden, das Absalom anhängt.' 2Sa 17:10 Dann zagt selbst der Tapfere, der sonst ein Löwenherz ist. Denn ganz Israel weiß, daß dein Vater ein Held ist und seine Begleiter tapfere Mannen sind. 2Sa 17:11 So rate ich dir: Erst sammle sich ganz Israel von Dan bis Beerseba um dich, wie der Sand am Meer an Menge! Dann zieh du selber in den Kampf! 2Sa 17:12 Stoßen wir dann auf ihn an einem Platze, wo er sich treffen läßt, dann stürzen wir uns auf ihn, wie der Tau auf den Boden fällt. Von ihm und allen Männern bei ihm bleibt auch nicht einer übrig. 2Sa 17:13 Zöge er sich in eine Stadt zurück, so schleppte ganz Israel zu jener Stadt Stricke, und wir schleiften sie ins Tal, bis auch nicht ein Steinchen mehr sich dort fände." 2Sa 17:14 Da sprachen Absalom und alle Männer Israels: "Des Arkiters Chusai Rat ist besser als der des Achitophel." Der Herr aber hatte es angeordnet, daß Achitophels guter Rat zunichte würde, damit der Herr über Absalom das Unheil bringen konnte. 2Sa 17:15 Chusai aber sprach zu den Priestern Sadok und Ebjatar: "So und so hat Achitophel dem Absalom geraten und den Ältesten Israels. Das und das aber habe ich geraten. 2Sa 17:16 Nun schickt eilends hin und meldet David: 'Übernachte nicht bei den Furten zur Steppe! Mögest du übersetzen, damit nicht dem König und dem ganzen Volk bei ihm Verderben werde!'" 2Sa 17:17 Jonatan aber und Achimaas hielten sich am Walkerbrunnen auf. Eine Magd aber war hingegangen und hatte es ihnen gemeldet. Da gingen sie und meldeten es dem König David; denn sie durften sich nicht in der Stadt sehen lassen. 2Sa 17:18 Ein Knabe aber sah sie und meldete es Absalom. Die beiden aber liefen eilig weiter und kamen in Bachurim zum Hause eines Mannes; der hatte in seinem Hof einen Brunnen. Da stiegen sie hinab. 2Sa 17:19 Das Weib aber nahm eine Decke, breitete sie über den Brunnen und streute Schrotkorn darüber, daß man nichts merkte. 2Sa 17:20 Da kamen Absaloms Diener zu dem Weib ins Haus und fragten: "Wo sind Achimaas und Jonatan?" Da sprach das Weib zu ihnen: "Sie sind zum Wasserbächlein gegangen." Da suchten sie, fanden aber nichts. So kehrten sie nach Jerusalem zurück. 2Sa 17:21 Nach ihrem Weggang stiegen sie aus dem Brunnen und gingen weiter. Dann berichteten sie dem König David. Sie sprachen zu David: "Auf! Setzt eilends über das Gewässer! Denn so und so hat Achitophel gegen euch geraten." 2Sa 17:22 Da machte sich David auf und alles Volk bei ihm, und sie überschritten den Jordan. Bis der Morgen tagte, fehlte nicht ein einziger, der nicht den Jordan überschritten hätte. 2Sa 17:23 Als Achitophel sah, daß sein Rat nicht befolgt wurde, sattelte er den Esel, machte sich auf und ging nach Hause in seine Stadt. Er bestellte sein Haus und erhängte sich. So starb er und ward in seinem väterlichen Grabe bestattet. 2Sa 17:24 David aber war nach Machanaim gekommen. Da überschritt Absalom den Jordan, er und alle Mannen Israels mit ihm. 2Sa 17:25 Absalom aber hatte Amasa an Joabs Stelle über das Heer gesetzt. Amasa war der Sohn eines Israeliten namens Itra, der des Nachas Tochter Abigal, Serujas Schwester und Joabs Mutter, geheiratet hatte. 2Sa 17:26 Israel aber und Absalom lagerten im Lande Gilead. 2Sa 17:27 Als David nach Machanaim kam, brachten Sobi, des Nachas Sohn, aus dem ammonitischen Rabbat, Ammiels Sohn Makir aus Lodebar und der Gileadite Barzillai aus Rogelim 2Sa 17:28 Bündel, Schalen, Töpfergeschirr, Weizen, Gerste, Mehl, geröstetes Korn, Bohnen, Linsen und Röstkorn, 2Sa 17:29 Honig, Sahne, Schafe und Kuhkäse. Sie reichten es David und dem Volke bei ihm zum Essen. Denn sie hatten gesagt: "Das Volk ist in der Steppe hungrig, matt und durstig." 2Sa 18:1 David musterte nun das Volk bei ihm und stellte an seine Spitze Anführer über Tausend und über Hundert. 2Sa 18:2 Dann stellte David das eine Drittel des Volkes unter Joabs Befehl, ein Drittel unter den Befehl des Serujasohnes Abisai, des Bruders Joabs, und ein Drittel unter den Gatiter Ittai. Und David sprach zum Volke: "Auch ich rücke mit euch aus." 2Sa 18:3 Da sprach das Volk: "Du darfst nicht ausrücken. Denn, fliehen wir, so grämt man sich nicht um uns. Fiele von uns auch die Hälfte, so grämte man sich nicht um uns. Du aber bist soviel wie von uns zehn Tausendschaften. Auch ist es besser, wenn du uns von der Stadt Hilfe bringen kannst." 2Sa 18:4 Da sprach der König zu ihnen: "Ich tue, was euch gut dünkt." Dann stellte sich der König neben das Tor, und das ganze Volk rückte aus, nach Hunderten und Tausenden. 2Sa 18:5 Da gebot der König Joab, Abisai und Ittai: "Seid mir milde mit Absalom, dem jungen Manne!" Alles Volk hörte, was der König allen Heerführern Absaloms halber gebot. 2Sa 18:6 So zog das Volk gegen Israel ins Feld, und die Schlacht war im Walde von Ephraim. 2Sa 18:7 Da ward dort das Volk Israel von Davids Dienern geschlagen, und dort kam es zu einer schweren Niederlage von 20.000 Mann an jenem Tage. 2Sa 18:8 Der Kampf aber dehnte sich dort über die ganze Gegend, und der Wald fraß mehr Volk, als das Schwert an jenem Tage gefressen hatte. 2Sa 18:9 Absalom aber ward von Davids Dienern angetroffen. Absalom ritt nämlich ein Maultier, und das Maultier kam unter das Geäst einer großen Eiche. Da blieb sein Kopf an der Eiche hängen. Und so schwebte er zwischen Himmel und Erde. Das Maultier aber ging unter ihm durch. 2Sa 18:10 Das sah ein Mann und meldete es Joab und sprach: "Ich habe Absalom an einer Eiche hängen sehen." 2Sa 18:11 Da sprach Joab zu dem Mann, der ihm dies meldete: "Du hast es gesehen? Warum hast du ihn dort nicht niedergeschlagen? An mir wäre es dann, dir zehn Silberlinge und einen Gurt zu geben." 2Sa 18:12 Da sprach der Mann zu Joab: "Und wenn ich ein volles Tausend Silberlinge auf der Hand hätte, so werde ich doch nicht den Königssohn antasten. Denn der König befahl dir, Abisai und Ittai, vor unseren Ohren also: 'Habt mir acht auf den jungen Mann Absalom!' 2Sa 18:13 Oder sollte ich mit Gefahr meines Lebens Ungehorsam üben - dem König bleibt ja nichts verborgen -, du selbst trätest beiseite." 2Sa 18:14 Da sprach Joab: "Mitnichten! Ich würde dich verteidigen." Da nahm er einen Dreizack in die Hand und stieß ihn Absalom ins Herz. Noch lebte er inmitten der Eiche. 2Sa 18:15 Da traten zehn Diener herzu, Joabs Waffenträger, und schlugen Absalom vollends tot. 2Sa 18:16 Dann stieß Joab in das Horn, und das Volk ließ von der Verfolgung Israels. Denn Joab schonte das Volk. 2Sa 18:17 Dann nahmen sie Absalom, warfen ihn im Wald in eine große Grube und türmten einen mächtigen Steinwall über ihn. Ganz Israel aber war geflohen, jeder in sein Zelt. 2Sa 18:18 Absalom aber hatte schon bei Lebzeiten ein Steinmal geholt und es im Königstal aufgestellt. Denn er hatte gesagt: "Ich habe keinen Sohn, um meinen Namen im Andenken zu erhalten." So nannte er das Steinmal nach seinem Namen. Daher heißt es "Absaloms Denkmal" bis auf diesen Tag. 2Sa 18:19 Sadoks Sohn Achimaas aber sprach: "Ich könnte hinlaufen und dem König Botschaft bringen, daß der Herr ihm gegen seine Feinde geholfen hat." 2Sa 18:20 Da sprach Joab zu ihm: "Du bist heute nicht der Mann für solche Botschaft. Ein andermal bring Botschaft! Aber am heutigen Tag darfst du keine bringen, da doch des Königs Sohn tot ist." 2Sa 18:21 Dann sprach Joab zu dem Kuschiten: "Geh und melde dem König, was du gesehen!" Da verneigte sich der Kuschite vor Joab und lief weg. 2Sa 18:22 Da redete Sadoks Sohn Achimaas nochmals Joab an: "Mag kommen, was will, ich möchte doch gern dem Kuschiten nachlaufen." Da sprach Joab: "Warum willst du, mein Sohn, laufen? Für dich gibt's keinen Botenlohn." 2Sa 18:23 Er sprach: "Mag kommen, was will, ich laufe hin." Da sagte er zu ihm: "Lauf!" Da lief Achimaas den Weg durch die Aue und überholte den Kuschiten. 2Sa 18:24 David aber saß eben im Doppeltor. Und der Wächter stieg auf das Tordach an der Mauer. Als er seine Augen erhob, sah er einen Mann allein daherlaufen. 2Sa 18:25 Da rief der Wächter und meldete es dem König. Da sprach der König: "Ist er allein, dann bringt er gute Botschaft." Jener aber lief und kam immer näher. 2Sa 18:26 Da sah der Wächter einen zweiten Mann laufen. Dies rief der Wächter dem Torwart zu und sprach: "Noch ein Mann läuft daher." Der König sprach: "Auch er bringt gute Botschaft." 2Sa 18:27 Da sprach der Wächter: "Soviel ich sehe, gleicht des ersten Gangart der des Sadoksohnes Achimaas." Da sprach der König: "Das ist ein wackerer Mann. Er kommt mit froher Botschaft." 2Sa 18:28 Da rief Achimaas und sprach zum König: "Heil!" Dann warf er sich vor dem König mit dem Angesicht zu Boden und sprach: "Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der die Männer preisgegeben, die ihre Hand gegen meinen Herrn, den König, erhoben haben!" 2Sa 18:29 Der König fragte:"Ist heil der junge Mann Absalom?" Achimaas sagte: "Ich habe wildes Getümmel gesehen, als des Königs Diener Joab schon deinen Sklaven absandte, aber ich weiß nicht, was es gegeben hat." 2Sa 18:30 Da sprach der König: "Tritt beiseite und stell dich hierher!" Er trat beiseite und stand da, 2Sa 18:31 als der Kuschite kam. Und der Kuschite sprach: "Mein Herr, der König, lasse sich gute Kunde melden! Denn der Herr hat dir heute geholfen gegen alle, die sich gegen dich empört haben." 2Sa 18:32 Da fragte der König den Kuschiten: "Ist heil der junge Mann Absalom?" Da sprach der Kuschite: "Mögen dem jungen Manne im Unglück gleich werden die Feinde meines Herrn, des Königs, und alle, die sich gegen dich erhoben!" 2Sa 18:33 (19:1) Da erbebte der König, ging in des Tores Obergemach und weinte. Im Gehen rief er: "Mein Sohn Absalom! Mein Sohn! Mein Sohn Absalom! Wäre ich an deiner Statt gestorben! Absalom, mein Sohn! Mein Sohn!" 2Sa 19:1 (19:2) Da ward es Joab gemeldet: "Der König weint und trauert um Absalom." 2Sa 19:2 (19:3) Da ward der Sieg an jenem Tage zur Trauer für das ganze Volk, weil das Volk an jenem Tage hörte: "Der König grämt sich um seinen Sohn." 2Sa 19:3 (19:4) Und das Volk stahl sich an jenem Tage in die Stadt, wie sich das Volk hereinstiehlt, wenn es durch Flucht aus der Schlacht mit Schimpf bedeckt ist. 2Sa 19:4 (19:5) Der König aber hatte sich das Gesicht verhüllt. Und der König schrie laut auf: "Mein Sohn Absalom! Absalom, mein Sohn! Mein Sohn!" 2Sa 19:5 (19:6) Da ging Joab zum König und sprach: "Du benimmst dich heute schändlich vor deinen Dienern, die heute dir, deinen Söhnen und Töchtern, deinen Weibern und Nebenweibern das Leben gerettet haben. 2Sa 19:6 (19:7) Du liebst deine Hasser und hassest deine Freunde. Denn du zeigst heute, daß Fürsten und Diener dir nichts sind. Heute bin ich überzeugt: Wäre Absalom am Leben und wir wären heute alle tot, dir wäre es ganz recht. 2Sa 19:7 (19:8) Nun aber auf! Tritt hinaus und sprich freundlich zu deinen Dienern! Denn ich schwöre beim Herrn: Gehst du nicht hinaus, dann bleibt kein Mann diese Nacht bei dir. Und das wäre für dich ein Unglück, schlimmer als alles, was über dich von deiner Jugend bis jetzt gekommen ist." 2Sa 19:8 (19:9) Da erhob sich der König und setzte sich an das Tor. Dem Kriegsvolke aber war gemeldet worden: "Der König sitzt im Tor." Da kam alles Volk vor den König, Israel aber floh, jeder in seine Zelte. 2Sa 19:9 (19:10) Das ganze Volk aber lag in Hader. In allen Städten Israels hieß es: "Der König hat uns aus der Philister Hand gerettet. Nun aber ist er aus dem Lande vor Absalom geflohen. 2Sa 19:10 (19:11) Absalom aber, den wir uns gesalbt, ist im Kampfe gefallen. Nun denn! Was zögert ihr, den König zurückzuführen?" 2Sa 19:11 (19:12) Da sandte der König David zu den Priestern Sadok und Ebjatar und ließ sagen: "Sagt den Ältesten Judas: 'Warum wollt ihr hintan sein, den König in sein Haus zurückzuführen?'" Das Gerede von ganz Israel war nämlich schon zum König in sein Haus gedrungen. 2Sa 19:12 (19:13) "'Ihr seid meine Brüder, ihr mein Fleisch und Bein. Warum wollt ihr hintan sein, den König zurückzuführen?' 2Sa 19:13 (19:14) Und zu Amasa sollt ihr sagen: 'Bist du nicht mein Fleisch und Bein? So und so tue mir Gott, wenn du nicht bei mir fein alle Zeiten Oberfeldherr wirst an Joabs Stelle!'" 2Sa 19:14 (19:15) Da wandte sich der Sinn der judäischen Mannschaft insgesamt, daß sie einmütig zum König sandten: "Kehre mit all deinen Dienern zurück!" 2Sa 19:15 (19:16) Der König kehrte nun zurück und kam an den Jordan. Juda aber kam nach dem Gilgal, dem König entgegen, um den König über den Jordan zu fahren. 2Sa 19:16 (19:17) Da eilte der Benjaminite Simei, Geras Sohn, aus Bachurim herbei und zog mit Judas Mannschaft hinab, dem König David entgegen. 2Sa 19:17 (19:18) Bei ihm waren tausend Mann aus Benjamin. Auch Siba, der Diener des Hauses Saul, hatte mit seinen fünfzehn Söhnen und zwanzig Sklaven den Jordan im Angesichte des Königs durchwatet. 2Sa 19:18 (19:19) Und das Fährboot fuhr hinüber, um das Königshaus überzuführen und zu tun, was ihm gefiele. Da warf sich Geras Sohn Simei vor dem König nieder, als er über den Jordan gefahren war. 2Sa 19:19 (19:20) Und er sprach zum König: "Möge mein Herr mir keine Schuld mehr anrechnen und nicht dessen gedenken, was dein Sklave an jenem Tage verbrochen hat, da mein Herr, der König, aus Jerusalem gezogen, daß es sich der König zu Herzen nähme! 2Sa 19:20 (19:21) Dein Knecht weiß, daß ich mich vergangen habe. Aber ich komme heute als erster vom ganzen Josephshause meinem Herrn, dem König, entgegen." 2Sa 19:21 (19:22) Da hub Serujas Sohn Abasai an und sprach: "Sollte dafür Simei nicht den Tod leiden? Er hat dem Gesalbten des Herrn geflucht." 2Sa 19:22 (19:23) Da sprach David: "Was habe ich mit euch, ihr Serujasöhne, zu tun, daß ihr mir heute zum Versucher werdet? Sollte heute jemand in Israel getötet werden? Weiß ich denn nicht, daß ich jetzt erst König über Israel bin?" 2Sa 19:23 (19:24) Und der König sprach zu Simei: "Du sollst nicht sterben!" Und der König schwur es ihm zu. 2Sa 19:24 (19:25) Auch Sauls Enkel Mephiboset ging dem König entgegen. Er hatte aber sein Haupthaar nicht gepflegt noch seinen Bart geordnet und seine Kleider nicht gewaschen seit dem Tage, da der König fortgegangen, bis zu dem Tage, da er im Frieden nach Jerusalem zog. 2Sa 19:25 (19:26) Als er dem König, Jerusalem zu, begegnete, fragte ihn der König: "Warum bist du nicht mit mir gegangen, Mephiboset?" 2Sa 19:26 (19:27) Er sprach: "Mein Herr und König! Mich hat mein Diener betrogen. Denn dein Sklave hatte gesagt: 'Ich will mir den Esel satteln, daß ich auf ihm reite und mit dem König ziehe.' Dein Sklave ist ja lahm. 2Sa 19:27 (19:28) Er aber verleumdete deinen Sklaven bei meinem Herrn, dem König. Aber mein Herr, der König, gleicht einem Engel Gottes. Tu, was dir beliebt! 2Sa 19:28 (19:29) Mein ganzes Vaterhaus ist ja bei meinem Herrn, dem König, dem Tode verfallen, du aber setztest deinen Sklaven unter deine Tischgäste. Was für ein Recht hätte ich noch, mich beim König zu beklagen?" 2Sa 19:29 (19:30) Da sprach der König zu ihm: "Warum machst du soviel Worte? Ich sage: Du und Siba sollt das Landgut teilen!" 2Sa 19:30 (19:31) Da sprach Mephiboset zum König: "Er behalte sogar das Ganze, wenn mein Herr, der König, heil in sein Haus einzieht!" 2Sa 19:31 (19:32) Auch der Gileadite Barzillai war von weither gekommen; auch er setzte mit dem König über den Jordan, ihn über den Jordan zu begleiten. 2Sa 19:32 (19:33) Barzillai aber war sehr alt, ein Achtzigjähriger. Er hatte den König bei seinem Aufenthalt zu Machanaim versorgt. Denn er war ein sehr vermöglicher Mann. 2Sa 19:33 (19:34) Da sprach der König zu Barzillai: "Geh du mit mir hinüber, und ich sorge für dich bei mir zu Jerusalem!" 2Sa 19:34 (19:35) Da sprach Barzillai zum König: "Wieviel sind die Tage meiner Lebensjahre, daß ich mit dem König nach Jerusalem zöge? 2Sa 19:35 (19:36) Achtzig Jahre bin ich jetzt alt. Kann ich da noch Gutes und Schlechtes unterscheiden? Schmeckt deinem Sklaven, was ich esse und trinke? Höre ich noch die Stimme der Sänger und Sängerinnen? Wozu fiele dein Sklave meinem Herrn, dem König, noch zur Last? 2Sa 19:36 (19:37) Kaum kann dein Sklave den König über den Jordan begleiten. Aber warum vergilt mir der König also? 2Sa 19:37 (19:38) Dein Sklave möchte lieber umkehren, daß ich in meiner Stadt bei meines Vaters und meiner Mutter Grab stürbe! Aber dein Sklave Kimham möchte mit meinem Herrn, dem König, hinüberziehen! Tu ihm, was dir gut dünkt!" 2Sa 19:38 (19:39) Da sprach der König: "So ziehe Kimham mit mir hinüber! Ich tue ihm, was dir gefällt; aber auch alles, was du von mir wünschst, werde ich dir tun." 2Sa 19:39 (19:40) Nun setzte alles Volk über den Jordan. Auch der König setzte über. Da küßte der König den Barzillai und segnete ihn. Und er kehrte heim. 2Sa 19:40 (19:41) Dann zog der König nach dem Gilgal; auch Kimham zog mit ihm. So führte der ganze judäische Heerbann den König hinüber, ebenso die Hälfte des Volkes Israel. 2Sa 19:41 (19:42) Dann kam der ganze israelitische Heerbann zum König. Und sie sprachen zum König: "Warum haben dich unsere Brüder entführt, Judas Heerbann? Sie brachten den König samt seinem Hause und alle Mannen Davids bei ihm über den Jordan." 2Sa 19:42 (19:43) Da erwiderten alle Mannen Judas der Mannschaft Israels: "Der König ist mit uns verwandt. Warum bist du deshalb zornig? Haben wir auf des Königs Kosten gespeist? Hat man uns aufgetragen?" 2Sa 19:43 (19:44) Da hob Israels Mannschaft an und sprach zu der Mannschaft Judas: "Ich habe am König zehn Teile, und auch an David bin ich dir voraus. Weshalb achtest du mich gering? Und stand es nicht mir zuerst zu, meinen König zurückzuführen?" Aber die Rede der Mannschaft Judas war durchschlagender als die der Mannschaft Israels. 2Sa 20:1 Dort aber war zufällig ein nichtswürdiger Mann namens Seba, Bikris Sohn, ein Benjaminite. Er stieß in das Horn und rief: "Wir haben an David keinen Teil und keinen Anteil an dem Isaisohne. Israel, ein jeglicher zu seinen Zelten!" 2Sa 20:2 Da fiel Israels gesamte Mannschaft von David zum Bikrisohne Seba ab. Judas Mannschaft aber scharte sich um ihren König vom Jordan bis Jerusalem. 2Sa 20:3 So kam David in sein Haus zu Jerusalem. Da nahm der König die zehn Nebenweiber, die er zur Bewachung des Hauses dagelassen hatte und brachte sie in ein besonderes Haus und versorgte sie. Er aber kam nicht mehr zu ihnen. So lebten sie bis zu ihrem Todestage abgeschlossen als lebenslängliche Witwen. 2Sa 20:4 Dann sprach der König zu Amasa: "Entbiete mir Judas Mannschaft in drei Tagen! Du selbst stelle dich hier ein!" 2Sa 20:5 Da ging Amasa, Juda aufzubieten. Er verzog sich aber über die Frist, die er ihm gesetzt hatte. 2Sa 20:6 Da sprach David zu Abisai: "Nun wird Seba für uns noch schlimmer als Absalom. Nimm jetzt deines Herrn Diener und setze ihm nach, daß er nicht feste Städte gewinne und unsere Quellen wegnehme!" 2Sa 20:7 So zogen hinter ihm Joabs Leute einher, ebenso die Bogenschützen und die Schildträger und alle anderen Krieger. Sie zogen aus Jerusalem, den Bikrisohn Seba zu verfolgen. 2Sa 20:8 Sie waren eben bei dem großen Stein in Gibeon. Da ging Amasa ihnen voraus. Joab aber war mit einem langen Gewande angetan, und darin war ein Schwert, das mit der Scheide an seine Hüfte geknüpft war. Er zog es heraus, verbarg es aber. 2Sa 20:9 Da fragte Joab Amasa: "Geht es dir gut, mein Bruder?" Dabei faßte Joab mit der Rechten Amasa am Bart, ihn zu küssen. 2Sa 20:10 Amasa aber beachtete nicht das Schwert in Joabs Hand. Und so stieß er ihn damit in den Leib. Da ließ er seine Eingeweide auf den Boden fallen. Jener aber brauchte ihm keinen zweiten Stoß zu geben. Er starb. Joab aber und sein Bruder Abisai setzten Bikris Sohne Seba weiter nach. 2Sa 20:11 Einer von Joabs Knechten aber war zu ihm getreten und sprach: "Wer es mit Joab und David hält, folge Joab!" 2Sa 20:12 Amasa aber wälzte sich im Blute mitten auf der Straße. Als die Mannschaft sah, wie alles Volk stehenblieb, schob sie Amasa von der Straße auf das Feld und warf auch einen Mantel über ihn; denn sie sah, daß jeder, der an ihm vorüberkam, stehenblieb. 2Sa 20:13 Als sie ihn von der Straße weggeschafft hatten, folgte jedermann Joab, um Seba, den Bikrisohn, zu verfolgen. 2Sa 20:14 Und er durchzog alle Stämme Israels bis Abel Beth Maaka. Und alle Banden sammelten sich und folgten ihm. 2Sa 20:15 So kamen sie, belagerten ihn zu Abel Beth Maaka und schütteten gegen die Stadt einen Wall auf, der auf den Festungsgraben kam. Und das ganze Volk bei Joab unterwühlte die Mauer, um sie zu stürzen. 2Sa 20:16 Da rief ein weises Weib aus der Stadt: "Hört! Hört! Sagt doch Joab: 'Komm hierher! Ich möchte dich sprechen.'" 2Sa 20:17 Und er näherte sich ihr. Da fragte das Weib: "Bist du Joab?" Er sagte: "Ja!" Da sprach sie zu ihm: "Höre deiner Sklavin Worte!" Er sprach: "Ich höre." 2Sa 20:18 Sie sprach dann also: "Man pflegte in alter Zeit zusagen: 'Man frage über Abel nach', dann sagt man also: 2Sa 20:19 'Ich bin die Friedfertigste und Getreueste in Israel.' Du aber suchst eine Mutterstadt in Israel zu vernichten. Weshalb vernichtest du des Herrn Eigentum?" 2Sa 20:20 Da hub Joab an und sprach: "Ferne, ferne sei dies von mir! Ich will nichts verderben und nichts vernichten. 2Sa 20:21 Nicht so ist es, sondern ein Mann vorn Gebirge Ephraim, namens Seba, Bikris Sohn, hat seine Hand gegen den König David erhoben. Ihn allein liefert aus, dann ziehe ich von der Stadt ab." Da sprach das Weib zu Joab: "Sein Kopf soll dir über die Mauer zugeworfen werden." 2Sa 20:22 Das Weib kam nun mit seiner Klugheit zum ganzen Volk. Da hieben sie Bikris Sohn Seba den Kopf ab und warfen ihn Joab zu. Da stieß er in das Horn, und sie lösten sich auf und zogen von der Stadt weg, jeder zu seinen Zelten, Joab aber zog heim zum König nach Jerusalem. 2Sa 20:23 Joab blieb nun Befehlshaber über das ganze Heer Israels, Benaja, Jojadas Sohn, aber über die Bogenschützen und Schildträger 2Sa 20:24 und Adoram über den Frondienst. Josaphat, Achiluds Sohn, war Kanzler. 2Sa 20:25 Seja war Schreiber, Sadok und Ebjatar waren Priester. 2Sa 20:26 Auch der Jairite Ira war bei David Priester. 2Sa 21:1 In Davids Tagen war drei Jahre lang, Jahr für Jahr, eine Hungersnot. Da suchte David das Antlitz des Herrn. Der Herr aber sprach: "Auf Saul und seinem Haus ruht eine Blutschuld, weil er die Gibeoniten getötet hat." 2Sa 21:2 Da berief der König die Gibeoniten und sprach zu ihnen. (Die Gibeoniten aber gehörten nicht zu den Söhnen Israels, sondern zu dem Reste der Amoriter. Doch die Söhne Israels hatten sich ihnen eidlich verpflichtet. Saul aber suchte in seinem Eifer für die Söhne Israels und Juda sie auszurotten.) 2Sa 21:3 Da sprach David zu den Gibeoniten: "Was soll ich für euch tun? Womit Sühne schaffen? Segnet doch des Herrn Eigentum!" 2Sa 21:4 Da sprachen die Gibeoniten zu ihm: "Wir wollen kein Silber und Gold von Saul und seinem Hause. Auch im übrigen Israel gibt es keinen Mann, dessen Tod wir fordern." Da sprach er: "Was ihr sagt, tue ich für euch." 2Sa 21:5 Da sprachen sie zum König: "Der Mann, der uns aufgerieben und auf unsere Vernichtung gesonnen, daß wir im ganzen Bereich Israels nicht mehr bestünden: 2Sa 21:6 aus seinen Söhnen soll man uns sieben Männer geben, daß wir sie dem Herrn aussetzen zu Gibea Sauls, des vom Herrn Erwählten!" Da sprach der König: "Ich gebe Sie." 2Sa 21:7 Der König aber verschonte Mephiboset, den Sohn des Saulssohnes Jonatan, wegen des Herrnschwures, der zwischen David und Sauls Sohn Jonatan bestand. 2Sa 21:8 So nahm der König der Rispa, Ajas Tochter, beide Söhne, die sie Saul geboren hatte, Armoni und Mephiboset, sowie der Merab, Sauls Tochter, fünf Söhne, die sie dem Mecholatiter Adriel, Barzillais Sohn, geboren hatte. 2Sa 21:9 Diese gab er den Gibeoniten. Und sie setzten sie auf dem Berge vor dem Herrn aus. So kamen die Sieben zusammen um. Und zwar starben sie in den Tagen der Gerstenernte, in den ersten Tagen, zu Beginn der Gerstenernte. 2Sa 21:10 Da nahm Ajas Tochter Rispa das Trauergewand und breitete es sich auf den Felsen, vom Beginn der Gerstenernte, bis Wasser vom Himmel auf sie floß. So hatte sie es verhütet, daß des Himmels Vögel bei Tag und des Feldes Tiere bei Nacht über sie herfielen. 2Sa 21:11 Da ward David gemeldet, was Rispa, Ajas Tochter und Sauls Nebenweib, getan. 2Sa 21:12 Da ging David hin und holte die Gebeine Sauls und die seines Sohnes Jonatan von den Bürgern in Jabes Gilead. Sie hatten sie vom Marktplatz in Betsean entführt, wo sie die Philister aufgehängt hatten an jenem Tage, als sie Saul am Gilboa schlugen. 2Sa 21:13 So brachte er Sauls und seines Sohnes Jonatan Gebeine von dort weg. Dann sammelte man die Gebeine der Ausgesetzten 2Sa 21:14 und begrub sie mit Sauls und seines Sohnes Jonatan Gebeinen im Lande Benjamin zu Sela im Grabe seines Vaters Kis. So tat man alles, was der König befohlen hatte, und Gott ward danach dem Lande hold gestimmt. - 2Sa 21:15 Da war wieder Krieg zwischen den Philistern und Israel. David zog mit seinen Dienern hinab, und sie kämpften mit den Philistern. David aber ward müde. 2Sa 21:16 Da nahm ihn Benob gefangen. Dieser gehörte zu den Kindern des Akis, und sein Speer wog 300 Sekel Erz; er hatte erst jüngst den Gurt angelegt. Und schon dachte er daran, David zu erschlagen. 2Sa 21:17 Da kam ihm Serujas Sohn Abisai zu Hilfe. Und er schlug den Philister tot. Damals beschworen Davids Leute ihn: "Du darfst nicht mehr mit uns in den Kampf ziehen, daß du nicht Israels Leuchte verlöschest!" 2Sa 21:18 Hernach war wieder Krieg zu Gob mit den Philistern. Damals schlug der Chusatiter Sibkai den Saph von den Kindern des Akis. 2Sa 21:19 Nochmals war ein Kampf mit den Philistern zu Gob. Da schlug Jairs Sohn Elchanan, ein Weber aus Bethlehem, den Gatiter Goliat, dessen Speerschaft einem Weberbaume glich. 2Sa 21:20 Nochmals war ein Kampf bei Gat. Da war ein Kriegsmann, der je sechs Finger an den Händen und je sechs Zehen an den Füßen hatte, zusammen vierundzwanzig, und der ebenfalls von Akis stammte. 2Sa 21:21 Er höhnte Israel. Da schlug ihn Jonatan, der Sohn Simis, des Bruders Davids. 2Sa 21:22 Diese Vier stammten von Akis zu Gat ab, und sie fielen durch Davids und seiner Diener Hand. 2Sa 22:1 David dichtete für den Herrn die Worte dieses Liedes, zu der Zeit, da ihn der Herr aus der Hand aller seiner Feinde und besonders aus der des Saul befreite. 2Sa 22:2 Er sprach: "Ein Fels ist mir der Herr und eine Rettungsburg, 2Sa 22:3 mein Gott mein Hort, wo ich mich berge, / mein Schild, mein sieghaft Horn und meine Feste. 2Sa 22:4 'Gepriesen sei der Herr!' das einzig rufe ich / und bin von meinen Feinden schon erlöst. 2Sa 22:5 Schon hatten Todesfluten mich umgeben; / mich schreckten des Verderbens Ströme. 2Sa 22:6 Der Hölle Stricke hatten mich umschlungen; / des Todes Schlingen überraschten mich. 2Sa 22:7 Da rief ich in der Not zum Herrn / und schrie zu meinem Gott um Hilfe. / Er hört in seinem Tempel meine Stimme, / und mein Geschrei dringt ihm zu Ohren. 2Sa 22:8 Die Erde schütterte und bebte; / des Himmels Festen zitterten und wankten. Er war ergrimmt. 2Sa 22:9 Aufquoll aus seiner Nase Rauch; / aus seinem Munde sprühte Feuer, / und eine Glut ward von ihm ausgesprüht. 2Sa 22:10 Den Himmel neigte er und fuhr herab, / tief Dunkel unter seinen Füßen. 2Sa 22:11 Er fuhr auf einem Cherub, / flog einher, auf Windesflügeln schwebend. 2Sa 22:12 Zur Hülle nahm er Dunkel rings um sich / und Wasserflut und dicht Gewölk. 2Sa 22:13 An seiner Nähe Glanz entzündeten sich Feuerströme. 2Sa 22:14 Der Herr im Himmel donnerte; / der Höchste ließ die Stimme dröhnen. 2Sa 22:15 Und Pfeile schoß er ab nach allen Seiten / und warf die Blitze hin in regelloser Wahl. 2Sa 22:16 Des Meeres Betten zeigten sich; / der Erde Gründe wurden bloßgelegt / vor dem Gedroh des Herrn, / vor seinem Zornesschnauben. 2Sa 22:17 Herab griff er und faßte mich / und zog mich aus gewaltigen Gewässern, 2Sa 22:18 entriß mich meinen argen Feinden / und meinen überlegnen Hassern, 2Sa 22:19 die mich an meinem Unglückstage überfielen. / So wurde mir der Herr zur Stütze. 2Sa 22:20 Er führte mich hinaus ins Freie, / befreite mich, weil er an mir Gefallen fand. 2Sa 22:21 Der Herr vergalt mir so nach meiner Rechtlichkeit / und lohnte mir nach meiner Hände Reinheit. 2Sa 22:22 Denn immer halte ich des Herren Wege / und frevle nimmer gegen meinen Gott, 2Sa 22:23 denn alle seine Rechte habe ich vor Augen / und lasse seine Satzungen nicht aus dem Sinn. 2Sa 22:24 Ich habe ihm mich ungeteilt ergeben / und mich vor meiner Lieblingssünde wohl gehütet. 2Sa 22:25 Darum vergalt der Herr mir auch nach meiner Rechtlichkeit, / nach meiner ihm bekannten Reinheit. 2Sa 22:26 Du bist dem Holden hold, / dem Treugesinnten treugesinnt, 2Sa 22:27 verfährst mit Reinen rein, / doch böse mit dem Bösen. 2Sa 22:28 Dem armen Volke stehst Du bei; / doch auf den Stolzen senkst Du Deine Augen. 2Sa 22:29 Du bist mein Licht, Du Herr, / Du Herr, mein Gott, der meine Finsternis erhellt. 2Sa 22:30 Mit Dir erstürme ich die Wälle; / und Mauern überspringe ich mit meinem Gott. 2Sa 22:31 Truglos ist Gottes Weg; / geläutert ist das Wort des Herrn, / ein Schild für alle, die zu ihm sich flüchten. 2Sa 22:32 Denn wer ist Gott, wenn nicht der Herr? / Wer sonst ein Hort als unser Gott? 2Sa 22:33 Das ist der Gott, der meine feste Zuflucht ist, / der unbehindert seines Weges eilt, 2Sa 22:34 der gleich den Rehen meine Füße macht / und mich auf meine Höhen stellt, 2Sa 22:35 der meine Hände kämpfen lehrt / und meine Arme eherne Bogen spannen läßt. 2Sa 22:36 Du reichst mir Deinen Siegesschild, und Deine Rechte stützet mich, / und Deine Stärkung macht mich kräftig. 2Sa 22:37 Und meinen Schritten gibst Du weiten Raum, / und meine Knöchel wanken nicht. 2Sa 22:38 Ich setze meinen Feinden nach und greife sie / und kehre nicht zurück, bis daß ich sie vernichtet habe. 2Sa 22:39 Ich schlage sie, daß sie sich nimmermehr erheben, / und daß sie unter meinen Füßen liegen. 2Sa 22:40 Du gürtest mich mit Kraft zum Kampfe, / und meine Gegner beugst Du unter mich. 2Sa 22:41 Und meiner Feinde Rücken zeigst Du mir, / daß ich vertilge meine Hasser. 2Sa 22:42 Sie rufen - niemand hilft - zum Herrn; / er hört sie nicht. 2Sa 22:43 Und ich zermalme sie wie Staub vorm Winde; / zerstampfe sie gleich Gassenkot. 2Sa 22:44 Du rettest mich vor Tausenden von Kriegervölkern; / zum Haupt von Heiden machst Du mich; / mir unbekannte Leute dienen mir. 2Sa 22:45 Des Auslands Söhne schmeicheln mir; / aufs Hörensagen leisten sie mir schon Gehorsam, 2Sa 22:46 und andere Fremdlinge verschwinden / und sitzen zitternd in Verstecken. 2Sa 22:47 Lebendig ist der Herr und hochgepriesen als mein Hort, / und als mein hilfereicher Gott steht hoch er da. 2Sa 22:48 Gott, der Du mir verhilfst zur Rache / und Völker mir zu Füßen legst, 2Sa 22:49 der Du vor meinen Feinden mich errettest, / Du machst mich fürder meinen Gegnern unerreichbar / und rettest mich vor Wüterichen. 2Sa 22:50 dafür lobpreise ich Dich bei den Heiden, Herr, / und singe also Deinem Namen: 2Sa 22:51 'Heilvoller Turm für seinen König, / der David, den er salbte, Huld erweist / und seinem Stamme ewiglich.'" 2Sa 23:1 Dies sind Davids letzte Worte, ein Ausspruch des Isaisohnes David und ein Ausspruch des Mannes, der als Gesalbter des Jakobsgottes und als Sänger der Lieder Israels dastand: 2Sa 23:2 Es spricht der Geist des Herrn durch mich; / auf meiner Zunge ist sein Wort. 2Sa 23:3 Gesprochen hat der Gott von Israel. / Gesprochen hat zu mir der Fels von Israel: / 'Wer über Menschen herrscht gerecht, / von Gottesfurcht erfüllt, als Herrscher, 2Sa 23:4 der gleicht dem Licht am Morgen, / am wolkenlosen Morgen, wenn hell die Sonne strahlt, / die Gräser aus dem Boden sprossen läßt.' 2Sa 23:5 Steht also nicht mein Haus zu Gott? / - Hat er doch einen ewig gültigen Bund mit mir geschlossen, / der festgestellt in allem und gesichert ist. - / Denn all mein Streben und mein Wünschen, / läßt er's denn nicht gelingen? 2Sa 23:6 Die Frevler aber sind wie lose Dornen / alle zumal nicht in die Hand zu nehmen. 2Sa 23:7 Wer auf sie trifft, der schlägt mit Eisen, / schlägt mit dem Lanzenschaft darein, / sie werden ohne Widerstand verbrannt." 2Sa 23:8 Das sind die Namen der Helden, die David hatte: des Chakmoni Sohn Josabam, das Haupt der Drei. Er stritt mit seinem Speere gegen 800 Unreine auf einmal. 2Sa 23:9 Nach ihm kommt der Achochiter Eleazar, Dodis Sohn; er war unter den drei Kriegern bei David; am Blutsteinfelsen ging er gegen die Philister los. Diese hatten sich dort zum Kampfe gesammelt. Da zog sich Israels Mannschaft zurück. 2Sa 23:10 Er aber hielt stand und hieb auf die Philister ein, bis seine Hand ermattete und seine Hand am Schwerte kleben blieb. Und der Herr schaffte an jenem Tage einen großen Sieg; das Volk zog ihm nun nach, aber nur um zu plündern. 2Sa 23:11 Nach ihm kommt der Harariter Samma, des Age Sohn. Einst sammelten sich die Philister in Lechi. Dort war ein Feld voller Garben. Da aber das Volk vor den Philistern floh, 2Sa 23:12 Stellte er sich mitten in das Feld, rettete es und schlug die Philister, und der Herr schaffte einen großen Sieg. 2Sa 23:13 Drei von den dreißig Hauptleuten stiegen hinab und kamen zu dem Felsen, zu David in die Höhle von Adullam. Die Philisterschar aber lagerte in der Rephaimebene. 2Sa 23:14 David war damals in der Feste, der Philisterposten aber in Bethlehem. 2Sa 23:15 Da spürte David ein Gelüste und sprach: "Wer holt mir Trinkwasser aus dem Brunnen in Bethlehem am Tor?" 2Sa 23:16 Da schlugen sich die drei Krieger durch das Philisterlager, schöpften aus dem Brunnen in Bethlehem am Tor und brachten es David. Aber er wollte nicht mehr trinken, sondern spendete es dem Herrn. 2Sa 23:17 Er sprach: "Ferne sei es mir, Herr, daß ich solches tue! Ist es doch Blut der Männer, die unter Lebensgefahr hingingen." Und er wollte es nicht trinken. So hatten die drei Helden getan. 2Sa 23:18 Der Serujasohn Abisai, Joabs Bruder, war das Haupt der Dreißig. Er schwang seinen Speer gegen 300 Unreine und war bei den Dreien angesehen. 2Sa 23:19 Er wurde also von den Dreien ausgezeichnet, und so ward er bei ihnen Hauptmann. Aber an die Drei reichte er nicht heran. 2Sa 23:20 Des Jojada Sohn Benaja war der Sohn eines richtigen, tatenreichen Mannes aus Kabseel. Er selber hatte Moabs beide Kämpen erschlagen. Auch er war hinabgestiegen und hatte den Löwen mitten im Brunnen erschlagen, als Schnee fiel. 2Sa 23:21 Auch hatte er einen Ägypter erschlagen, einen riesigen Mann. Der Ägypter hatte einen Speer in der Hand. Er aber ging mit einem Stock auf ihn los, entriß dem Ägypter die Lanze und tötete ihn mit seinem eigenen Speer. 2Sa 23:22 Dies hatte Benaja, Jojadas Sohn, getan. Auch er hatte einen Namen bei den drei Helden. 2Sa 23:23 Unter den Dreißig hatte er sich ausgezeichnet. Aber an die Drei reichte er nicht heran. David stellte ihn bei seiner Leibwache an. 2Sa 23:24 Unter den Dreißig waren Joabs Bruder Asahel, ferner Dodos Sohn Elchanan aus Bethlehem, 2Sa 23:25 der Charoditer Samma, der Charoditer Elika, 2Sa 23:26 der Paltiter Cheles, der Tekoiter Ira, des Ikkes Sohn, 2Sa 23:27 der Anatotiter Abiezer, der Chusatiter Mebunnai, 2Sa 23:28 der Achochiter Salmon, der Netophatiter Maharai, 2Sa 23:29 der Netophatiter Cheleb, Baanas Sohn Ittai aus Gibea in Benjamin, 2Sa 23:30 der Piratotiter Benaja, Hiddai aus Nachale Gaas, 2Sa 23:31 der Arbatiter Abialbon, der Barchumiter Azmawet, 2Sa 23:32 der Saalboniter Eljachba, die Söhne Jasens, Jonatan, 2Sa 23:33 der Harariter Samma, der Arariter Achiam, Sarars Sohn, 2Sa 23:34 der Maakatiter Eliphelet, Achasbais Sohn, der Giloniter Eliam, Achitophels Sohn, 2Sa 23:35 der Karmeliter Chesro, der Arbiter Paarai, 2Sa 23:36 Igal, Natans Sohn aus Soba, der Gaditer Bani, 2Sa 23:37 der Ammoniter Selek, der Beerotiter Nakarai sowie des Serujasohnes Joab Waffenträger, 2Sa 23:38 der Itriter Ira, der Itriter Gareb 2Sa 23:39 und Urias, der Chittiter. Zusammen siebenunddreißig. 2Sa 24:1 Nochmals zürnte der Herr über Israel. Und so reizte er David gegen Israel durch den Befehl: "Auf! Zähle Israel und Juda!" 2Sa 24:2 Da sprach der König zu Joabs Heerführern, die bei ihm waren: "Durchwandert alle Stämme Israels von Dan bis Beerseba und zählt das Volk, daß ich die Zahl des Volkes erfahre!" 2Sa 24:3 Da sprach Joab zum König: "Mag der Herr, dein Gott, das Volk, wie es ist, hundertfach vermehren, und mag mein Herr, der König, dies selbst erleben! Aber warum verlangt dies mein Herr, der König?" 2Sa 24:4 Aber des Königs Befehl zwang Joab und die Heerführer. So gingen Joab und die Heerführer vom König weg, das Volk Israel zu zählen. 2Sa 24:5 Sie überschritten den Jordan und machten sich an die Arbeit in Aroër, rechts von der Stadt, im Bachtale, gegen Gad und Jazer hin. 2Sa 24:6 So kamen sie nach dem Gilead und in das Land unter dem Hermon. Dann kamen sie nach Dan und in Galiläas Umkreis nach Sidon zu. 2Sa 24:7 Dann kamen sie zur Festung von Tyrus sowie zu allen Chiwiter- und Kanaaniterstädten. Dann zogen sie nach Judas Südland, nach Beerseba. 2Sa 24:8 So durchstreiften sie das ganze Land und kamen nach neun Monaten und zwanzig Tagen nach Jerusalem zurück. 2Sa 24:9 Da gab Joab die Zahl aus der Volkszählung dem Könige an: "Israel zählte 800.000 an waffenfähigen, schwertgerüsteten Mannen und Juda nach seiner Mannschaft 500.000." 2Sa 24:10 David aber schlug das Gewissen nach der Volkszählung. Und so sprach David zum Herrn: "Ich habe schwer gesündigt durch das, was ich getan. Nun aber, Herr, vergib die Schuld Deines Sklaven. Denn ich habe töricht gehandelt." 2Sa 24:11 Als David am Morgen aufstand, war das Wort des Herrn an den Propheten Gad, Davids Seher, also ergangen: 2Sa 24:12 "Auf! Sprich zu David: 'So spricht der Herr: Ich lege dir dreierlei vor: Eins wähle dir davon, daß ich es dir antue!'" 2Sa 24:13 Da ging Gad zu David und verkündete es ihm. Er sprach zu ihm: "Entweder für dich drei Jahre Hungersnot in deinem Land oder drei Monate Flucht vor deinem Feind, wenn er dich verfolgt, oder drei Tage Pest in deinem Land? Nun besinne dich und sieh zu, was ich dem bescheiden soll, der mich sendet!" 2Sa 24:14 Da sprach David zu Gad: "Mir ist sehr bange. Laßt uns lieber in des Herrn Hand fallen! Denn sein Erbarmen ist groß. Aber in Menschenhand möchte ich nicht fallen." 2Sa 24:15 So schickte der Herr eine Pest über Israel vom Morgen bis zum Vormittag. Und vom Volke starben 70.000 Mann von Dan bis Beerseba. 2Sa 24:16 Und der Engel des Herrn streckte seine Hand gegen Jerusalem aus, es zu vernichten. Da reute den Herrn das Unheil, und er gebot dem Engel, der unter dem Volke würgte: "Genug! Zieh deine Hand jetzt ab!" Des Herrn Engel war eben bei der Tenne des Jebusiters Arauna. 2Sa 24:17 Da sprach David zum Herrn, als er sah, wie der Engel das Volk schlug, und sagte: "Ich habe gefehlt und gesündigt. Was aber haben die Schafe getan? Deine Hand sei doch gegen mich und mein Haus!" 2Sa 24:18 Da kam Gad zu David an jenem Tage und sprach zu ihm: "Geh hinauf und errichte dem Herrn einen Altar auf der Tenne des Jebusiters Arauna!" 2Sa 24:19 Da ging David auf Gads Geheiß hinauf, wie ihm der Herr befohlen. 2Sa 24:20 Arauna schaute eben aus. Da sah er den König mit seinen Dienern auf sich zukommen. So trat Arauna hinaus und neigte sein Antlitz vor dem König bis zum Boden. 2Sa 24:21 Dann sprach Arauna: "Warum kommt mein Herr, der König, zu seinem Sklaven?" Da sprach David: "Um dir die Tenne abzukaufen und dem Herrn einen Altar zu bauen, daß die Seuche vom Volke abgewehrt werde." 2Sa 24:22 Da sprach Arauna: "Mein Herr, der König, wolle nehmen und opfern, was ihm beliebt! Hier sind die Rinder zum Brandopfer und die Dreschwagen und das Rindergeschirr zum Holz. 2Sa 24:23 Dies alles, o König, schenkt Arauna dem König." Ferner sprach Arauna zum König: "Der Herr, dein Gott, sei dir geneigt!" 2Sa 24:24 Da sprach der König zu Arauna: "Nein! Ich will es von dir um Entgelt erwerben! Ich kann dem Herrn, meinem Gott, nicht Brandopfer ohne Entgelt darbringen." So kaufte David die Tenne und die Rinder für fünfzig Silberlinge. 2Sa 24:25 Und David baute dort dem Herrn einen Altar und brachte Brand- und Mahlopfer dar. Und der Herr ward dem Lande hold gestimmt. So ward die Seuche von Israel abgewehrt. 1Ki 1:1 Und König David war alt und hochbetagt. Da hüllte man ihn in warme Kleider. Er konnte aber nicht warm werden. 1Ki 1:2 Da sprachen seine Diener zu ihm: "Man suche für meinen Herrn, den König, ein jungfräuliches Mädchen, daß sie dem König aufwarte und ihm Pflegerin sei! Liegt sie an deinem Busen, dann wird es meinem Herrn, dem König, warm werden." 1Ki 1:3 Da suchte man ein schönes Mädchen im ganzen Gebiete Israels. Und man fand die Sunamitin Abisag und brachte sie zum König. 1Ki 1:4 Das Mädchen war sehr schön. So ward sie des Königs Pflegerin und bediente ihn. Der König aber erkannte sie nicht. 1Ki 1:5 Da meinte Chaggits Sohn Adonias voller Überhebung: "Ich bin es, der König wird." Er schaffte sich Wagen und Pferde an und fünfzig Mann, die vor ihm herliefen. 1Ki 1:6 Sein Vater aber war ihm nie in seinem Leben zu nahe getreten, so daß er ihm gesagt hätte: "Warum tust du das oder das?" Auch er war sehr schön und von Geburt der nächste nach Absalom. 1Ki 1:7 Er aber unterhandelte mit Joab, Serujas Sohn, und mit dem Priester Ebjatar. Und sie traten zu Adonias über. 1Ki 1:8 Aber der Priester Sadok, Jojadas Sohn Benaja, der Prophet Natan, Simi und Reï sowie Davids Krieger hielten nicht zu Adonias. 1Ki 1:9 Nun schlachtete Adonias Schafe, Rinder und Mastkälber bei dem Schlangenstein neben der Walkerquelle. Dazu lud er alle seine Brüder, die Königssöhne, ein, ebenso alle Mannen Judas, des Königs Diener. 1Ki 1:10 Aber den Propheten Natan und Benaja, die Krieger und seinen Bruder Salomo hatte er nicht eingeladen. 1Ki 1:11 Da sprach Natan zu Salomos Mutter Batseba: "Hörst du nicht, daß Adonias, Chaggits Sohn, König wird? Und unser Herr David weiß nichts davon. 1Ki 1:12 Nun komm! Ich will dir raten, wie du dein und deines Sohnes Salomo Leben rettest! 1Ki 1:13 Geh zum König David hinein und sprich zu ihm: 'Hast du nicht selbst, mein Herr und König, deiner Magd geschworen: "Gewiß! Dein Sohn Salomo wird nach mir König. Er wird auf meinem Throne sitzen"? Warum wird Adonias König?' 1Ki 1:14 Solange du dort noch mit dem König sprichst, komme ich nach dir hinein und bestätige deine Worte." 1Ki 1:15 Da ging Batseba zum König in das innere Gemach. Der König aber war sehr alt, und die Sunamitin Abisag bediente den König. 1Ki 1:16 Batseba verneigte sich nun und warf sich vor dem König nieder. Da fragte der König: "Was willst du?" 1Ki 1:17 Sie sprach zu ihm: "Mein Herr! Du hast beim Herrn, deinem Gott, deiner Magd geschworen: 'Dein Sohn Salomo wird nach mir König. Er wird auf meinem Throne sitzen.' 1Ki 1:18 Nun aber wird Adonias König, und du, mein Herr und König, weißt nichts davon. 1Ki 1:19 Er schlachtete Rinder, Mastkälber und Schafe in Menge und lud alle Königssöhne samt dem Priester Ebjatar und dem Feldhauptmann Joab ein, dagegen nicht deinen Knecht Salomo. 1Ki 1:20 Auf dich, mein Herr und König, sind die Augen von ganz Israel gerichtet, daß du ihnen kundtust, wer auf dem Throne meines Herrn und Königs nach ihm sitzen soll! 1Ki 1:21 Legte sich aber mein Herr und König zu seinen Vätern, dann stünden ich und mein Sohn Salomo als Verbrecher da." 1Ki 1:22 Sie sprach noch mit dem König; da kam der Prophet Natan. 1Ki 1:23 Man meldete dem König: "Der Prophet Natan ist da." So kam er vor den König und warf sich vor ihm auf sein Antlitz zur Erde. 1Ki 1:24 Und Natan sprach: "Mein Herr und König! Hast du bestimmt: 'Adonias soll nach mir König sein und er soll auf meinem Throne sitzen'? 1Ki 1:25 Denn er ist heute hinabgegangen und hat Ochsen, Mastkälber und Schafe in Menge geschlachtet. Dazu lud er alle Königssöhne ein, sowie die Heeresobersten und den Priester Ebjatar. Nun essen und trinken sie vor ihm und rufen: 'Es lebe der König Adonias!' 1Ki 1:26 Mich aber, deinen Knecht, den Priester Sadok, Jojadas Sohn Benaja und deinen Knecht Salomo hat er nicht geladen. 1Ki 1:27 Ist das von meinem Herrn und König ausgegangen, und hast du deine Diener nicht wissen lassen, wer auf dem Thron meines Herrn und Königs nach ihm sitzen soll?" 1Ki 1:28 Da hob der König David an und sprach: "Ruft mir Batseba!" Da kam sie vor den König und trat vor den König hin. 1Ki 1:29 Da schwur der König und sprach: "So wahr der Herr lebt, der mich aus aller Not befreit hat! 1Ki 1:30 Wie ich dir beim Herrn, Israels Gott, geschworen: 'Dein Sohn Salomo wird nach mir König; er soll auf meinem Thron an meiner Statt sitzen', so will ich heute tun." 1Ki 1:31 Da neigte sich Batseba mit dem Antlitz bis zur Erde, fiel vor dem König nieder und sprach: "Lang lebe mein Herr, der König David!" 1Ki 1:32 Da sprach der König David: "Ruft mir den Priester Sadok, den Propheten Natan und Benaja, Jojadas Sohn!" Da kamen sie vor den König. 1Ki 1:33 Da sprach der König zu ihnen: "Nehmt die Diener eures Herrn mit euch und laßt meinen Sohn Salomo mein eigenes Maultier besteigen! Dann führt ihn zum Gichon ("Sprudel") hinab! 1Ki 1:34 Dort salbe ihn der Priester Sadok und der Prophet Natan zum König über Israel! Dann stoßt in das Horn und ruft: 'Es lebe König Salomo!' 1Ki 1:35 Dann zieht hinter ihm herauf! Er komme dann herein und setze sich auf meinen Thron! Er sei König an meiner Statt! Denn ihn bestelle ich, daß er Fürst über Israel und Juda sei." 1Ki 1:36 Da antwortete Jojadas Sohn Benaja dem König und sprach: "So sei es! So spreche der Herr, der Gott meines Herrn und Königs! 1Ki 1:37 Wie der Herr mit meinem Herrn und König gewesen, so sei er mit Salomo und erhöhe seinen Thron noch über den Thron meines Herrn und Königs David!" 1Ki 1:38 Da gingen der Priester Sadok, der Prophet Natan und Jojadas Sohn Benaja samt den Bogenschützen und den Schildträgern hinab und ließen Salomo das Maultier des Königs David besteigen. Dann führten sie ihn zum Gichon hinab. 1Ki 1:39 Der Priester Sadok aber nahm das Ölhorn aus dem Zelte und salbte Salomo. Dann stießen sie in das Horn, und das ganze Volk rief: "Es lebe der König Salomo!" 1Ki 1:40 Dann zog das ganze Volk hinter ihm her. Dabei bliesen die Leute auf Flöten und jauchzten in großer Freude, und die Erde zitterte vor ihrem Geschrei. 1Ki 1:41 Das hörten Adonias und alle Geladenen bei ihm. Doch wollten sie das Mahl zu Ende führen. Auch Joab hörte den Hörnerschall und fragte: "Warum ist der Lärm in der Stadt so laut?" 1Ki 1:42 Noch sprach er, da kam des Priesters Ebjatar Sohn Jonatan. Da sprach Adonias: "Komm her! Du bist ein wackerer Mann und bringst uns gute Botschaft." 1Ki 1:43 Da hob Jonatan an und sprach zu Adonias: "Leider hat unser Herr, der König David, den Salomo zum König gemacht. 1Ki 1:44 Und der König gab ihm den Priester Sadok, den Propheten Natan, den Jojadasohn Benaja und die Bogenschützen und die Schildträger mit. Sie ließen ihn des Königs Maultier besteigen. 1Ki 1:45 Dann salbten ihn der Priester Sadok und der Prophet Natan zum König am Gichon und zogen von dort mit Jauchzen hinauf, daß die Stadt von Lärm erfüllt war. Das ist der Lärm, den ihr gehört habt. 1Ki 1:46 Schon hat sich Salomo auf den Reichsthron gesetzt. 1Ki 1:47 Und schon sind des Königs Diener hineingegangen, unseren Herrn, den König David zu segnen. Sie sprachen: 'Dein Gott mache Salomos Name noch herrlicher als den deinen und erhöhe seinen Thron über deinen Thron!' Und der König verneigte sich auf seinem Lager. 1Ki 1:48 Weiter sprach der König also: 'Gepriesen sei der Herr, Israels Gott, der es heute gefügt, daß sich einer auf meinen Thron gesetzt und meine Augen es noch sehen dürfen!'" 1Ki 1:49 Da erschraken alle, die Adonias eingeladen hatte. Sie brachen auf und gingen jeder seines Wegs. 1Ki 1:50 Adonias aber ward voll Furcht vor Salomo, eilte hin und erfaßte die Hörner des Altars. 1Ki 1:51 Da meldete man Salomo: "Adonias fürchtet den König Salomo. Er hat die Altarhörner gefaßt und spricht: 'Der König Salomo schwöre mir zuvor, daß er seinen Knecht nicht mit dem Schwerte töten lasse!'" 1Ki 1:52 Da sprach Salomo: "Zeigt er sich als zuverlässig, dann soll keines seiner Haare auf die Erde fallen! Wird aber Böses an ihm erfunden, dann stirbt er." 1Ki 1:53 Und der König Salomo sandte hin, und sie führten ihn vom Altar herab. Er kam und warf sich vor dem König Salomo nieder. Da sprach Salomo zu ihm: "Geh heim!" 1Ki 2:1 Die Zeit kam nun heran, daß David sterben sollte. Da gab er seinem Sohne Salomo folgende Weisungen: 1Ki 2:2 "Ich gehe den Weg der ganzen Welt. Sei getrost und sei ein Mann! 1Ki 2:3 Beobachte die Satzungen des Herrn, deines Gottes! Wandle auf seinen Wegen und halte seine Gebote, Gesetze, Vorschriften und Gebräuche, wie es in der Lehre Mosis geschrieben steht, auf daß du Glück habest bei allem, was du tust und wohin du dich wendest! 1Ki 2:4 Auf daß der Herr sein Wort erfülle, das er über mich also gesprochen: 'Wenn deine Söhne auf ihren Wandel achten, um treulich vor mir zu wandeln, aus ganzem Herzen und aus ganzer Seele, so fehlt es dir niemals an einem Mann auf Israels Thron!' 1Ki 2:5 Weiter weißt du selbst, was mir Serujas Sohn Joab angetan, was er getan hat den beiden Heeresobersten Israels, Ners Sohn Abner und Amasa, Jeters Sohn. Er ermordete sie. Er vergoß Kriegsblut im Frieden. Er brachte Kriegsblut an den Gurt um seine Hüfte und an seinen Schuh an seinem Fuß. 1Ki 2:6 Tu nach deinem weisen Ermessen! Du darfst aber den Graukopf nicht im Frieden in die Unterwelt hinabsteigen lassen. 1Ki 2:7 Aber den Söhnen des Gileaditers Barzillai sollst du Huld erweisen! Sie seien unter deinen Tischgenossen! Denn sie sind zu mir gekommen, als ich vor deinem Bruder Absalom floh. 1Ki 2:8 Nun ist bei dir noch Simei, der Sohn des Gera und Enkel Hajeminis, aus Bachurim. Er hat mir in schlimmster Weise geflucht, als ich nach Machanaim ging. Später aber ist er mir am Jordan entgegengekommen. Da schwur ich beim Herrn: 'Ich werde dich nicht mit dem Schwerte töten.' 1Ki 2:9 Nun laß ihn nicht ungestraft! Du bist ein weiser Mann und weißt, was du ihm tun mußt, daß du sein graues Haar mit Blut in die Unterwelt binabsendest." 1Ki 2:10 Dann legte sich David zu seinen Vätern und ward in der Davidsstadt begraben. 1Ki 2:11 Die Zeit, die David über Israel geherrscht hatte, betrug vierzig Jahre. Zu Hebron hatte er sieben Jahre regiert und zu Jerusalem dreiunddreißig Jahre. 1Ki 2:12 Salomo saß nun auf dem Throne seines Vaters David, und seine Herrschaft ward immer fester. 1Ki 2:13 Da kam Chaggits Sohn Adonias zu Salomos Mutter Batseba. Sie fragte: "Kommst du im Frieden?" Er sprach: "Ja." 1Ki 2:14 Dann sprach er: "Ich habe mit dir etwas zu reden!" Sie sprach: "Rede!" 1Ki 2:15 Er sprach: "Du weißt selbst, daß das Königtum mein gewesen und ganz Israel erwartet hat, ich würde König; wie es dann anders kam und das Königtum meinem Bruder zufiel. Denn vorn Herrn ist es ihm bestimmt gewesen. 1Ki 2:16 Nun habe ich eine einzige Bitte an dich. Weise mich nicht ab!" Sie sprach zu ihm: "Rede!" 1Ki 2:17 Er sprach: "Sprich mit dem König Salomo! Dich wird er ja nicht abweisen. Er soll mir die Sunamitin Abisag zum Weibe geben." 1Ki 2:18 Da sprach Batseba: "Gut! Ich will deinetwegen mit dem König sprechen." 1Ki 2:19 Und Batseba kam zum König Salomo, mit ihm wegen des Adonias zu reden. Da stand der König auf, ging ihr entgegen, neigte sich vor ihr und setzte sich auf seinen Thron. Hierauf ließ er für die Königinmutter einen Thronsessel hinstellen und sie setze sich zu seiner Rechten. 1Ki 2:20 Dann sprach sie: "Ich habe eine kleine Bitte an dich. Weise mich nicht ab!" Der König sprach zu ihr: "Bitte nur, meine Mutter! Ich werde dich doch nicht abweisen." 1Ki 2:21 Da sprach sie: "Man gebe die Sunamitin Abisag deinem Bruder Adonias zum Weibe!" 1Ki 2:22 Da erwiderte der König Salomo und sprach zu seiner Mutter: "Ei, warum bittest du für Adonias bloß um die Sunamitin Abisag? Bitte doch lieber gleich um das Königtum für ihn! Er ist ja mein älterer Bruder, und auf seiner Seite stehen der Priester Ebjatar und Joab, der Serujasohn. 1Ki 2:23 Dann schwur der König Salomo also dem Herrn: "Gott tue mir das und das, wenn Adonias aus sich selbst dies Wort gesprochen hat! 1Ki 2:24 Nun, so wahr der Herr lebt, der mich erwählt hat und der mich auf meines Vaters David Thron erhob und mir gemäß seiner Verheißung ein Haus gegründet hat! Noch heute sei Adonias des Todes!" 1Ki 2:25 Und der König Salomo beauftragte Jojadas Sohn Benaja, und dieser stieß ihn nieder, und er starb. 1Ki 2:26 Dem Priester Ebjatar aber befahl der König: "Geh nach Anatot auf dein Landgut! Du verdienst zwar den Tod. Aber ich will dich jetzt nicht töten, weil du die Lade des Herrn, des Herrn, vor meinem Vater getragen und alles, was mein Vater erlitten, miterduldet hast." 1Ki 2:27 So verstieß Salomo den Ebjatar, daß er nicht länger ein Priester des Herrn war, um des Herrn Wort zu erfüllen, das er über Elis Haus zu Silo geredet hatte. 1Ki 2:28 Das Gerücht war auch zu Joab gedrungen. Weil sich aber Joab an Adonias angeschlossen hatte, wenn auch nicht an Absalom, so floh Joab zum Zelte des Herrn und ergriff die Altarhörner. 1Ki 2:29 Man meldete dem König Salomo: "Joab ist zum Zelte des Herrn geflohen. Er steht neben dem Altar." Da sandte Salomo Jojadas Sohn Benaja mit dem Befehl hin: "Auf! Stoß ihn nieder!" 1Ki 2:30 Benaja kam nun zum Zelte des Herrn und sprach zu ihm- "So spricht der König: 'Komm heraus!'" Er aber sprach: "Nein! Ich will hier sterben." Benaja brachte nun dem König Bescheid und sprach: "So hat Joab geredet und so geantwortet." 1Ki 2:31 Der König sprach zu ihm: "Tu, wie er gesprochen! Stoß ihn nieder! Aber begrabe ihn, daß du das Blut, das Joab ohne Ursache vergossen, von mir und meines Vaters Haus wendest! 1Ki 2:32 Der Herr lasse sein Blut auf sein Haupt zurückfallen! Denn zwei Männer, die treuer und tapferer als er gewesen, hat er niedergestoßen und sie mit dem Schwerte getötet, ohne daß mein Vater es gewußt hat. Israels Feldhauptmann Abner, Ners Sohn, und Judas Feldhauptmann Amasa, Jeters Sohn. 1Ki 2:33 So komme ihr Blut auf Joabs Haupt und auf das seiner Nachkommenschaft für immer! Immerdar aber sei David, seiner Nachkommenschaft, seinem Hause und Throne Heil vom Herrn!" 1Ki 2:34 So ging Jojadas Sohn Benaja hinauf, stieß ihn nieder und tötete ihn. Da ward er in seinem Hause in der Steppe begraben. 1Ki 2:35 Und der König setzte Jojadas Sohn Benaja an seiner Statt über das Heer und den Priester Sadok an Ebjatars Stelle. 1Ki 2:36 Dann sandte der König hin und ließ Simei rufen. Er sprach zu ihm: "Bau dir ein Haus zu Jerusalem und bleibe hier wohnen! Gehe von hier nirgendwo anders hin! 1Ki 2:37 Gehst du aber hinaus und überschreitest du den Kidronbach, dann, merke dir das, bist du dem Tode verfallen. Dein Blut fällt auf dein Haupt." 1Ki 2:38 Simei sprach zum König: "Gut so! Wie mein Herr und König gesagt, wird dein Sklave tun." Also blieb Simei längere Zeit zu Jerusalem. 1Ki 2:39 Aber nach drei Jahren entliefen dem Simei zwei Sklaven zum König von Gat, Akis, Maakas Sohn. Man meldete dem Simei: "Deine Sklaven sind in Gat." 1Ki 2:40 Da machte sich Simei auf, sattelte seinen Esel und ging nach Gat zu Akis, seine Sklaven zu suchen. So ging Simei hin und holte aus Gat seine Sklaven. 1Ki 2:41 Da meldete man Salomo: "Simei ist aus Jerusalem nach Gat gegangen und ist wieder zurückgekommen." 1Ki 2:42 Da sandte der König hin, ließ Simei rufen und sprach zu ihm: "Habe ich nicht beim Herrn geschworen und dir beteuert: Sobald du weggehst und irgendwohin gehst, merk dir, bist du dem Tode verfallen, und du hast zu mir gesagt: 'Gut so! Ich will gehorchen.' 1Ki 2:43 Warum achtest du nicht den Schwur des Herrn und das Gebot, das ich dir gegeben habe?" 1Ki 2:44 Dann sprach der König zu Simei: "Du kennst das Böse, um das dein Herz gewußt und das du meinem Vater David angetan. Der Herr bringt deine Bosheit auf dein Haupt zurück. 1Ki 2:45 Der König Salomo aber möge gesegnet sein und Davids Thron immerdar vor dem Herrn feststehen!" 1Ki 2:46 Und der König beauftragte Jojadas Sohn Benaja. Dieser ging hin und stieß ihn nieder, daß er starb. So war das Königtum in Salomos Hand gesichert worden. 1Ki 3:1 Salomo verschwägerte sich nun mit Pharao, Ägyptens König. Er nahm Pharaos Tochter zum Weib und brachte sie in die Davidsstadt, bis er mit dem Bau seines Hauses und des Hauses des Herrn sowie der Mauer rings um Jerusalem fertig war. 1Ki 3:2 Nur opferte das Volk noch auf den Höhen; denn bis zu jener Zeit war dem Namen des Herrn noch kein Haus gebaut worden. 1Ki 3:3 Salomo aber liebte den Herrn und wandelte in seines Vaters David Satzungen. Nur opferte und räucherte er auf den Höhen. 1Ki 3:4 Der König ging nun nach Gibeon, dort zu opfern. Denn dies war die größte Höhe. Tausend Brandopfer konnte Salomo auf diesem Altare darbringen. 1Ki 3:5 Zu Gibeon aber erschien der Herr dem Salomo nachts im Traum. Und Gott sprach: "Bitte, was ich dir geben soll!" 1Ki 3:6 Da sprach Salomo: "Du hast Deinem Knechte David, meinem Vater, große Huld erwiesen. Er ist vor Dir in frommer, echter Treue gegen Dich gewandelt. Du hast ihm diese große Huld bewahrt und hast ihm einen Sohn geschenkt, der jetzt auf seinem Throne sitzt. 1Ki 3:7 Nun Herr, mein Gott! Du hast zum König Deinen Knecht gemacht an meines Vaters David Statt. Ich aber bin ein junger Mensch und weiß nicht aus noch ein. 1Ki 3:8 Dein Knecht steht mitten in Deinem Volk, das Du erwählt, ein Volk, so zahlreich, daß es nicht gezählt und nicht berechnet werden kann vor Menge. 1Ki 3:9 Gib Deinem Knechte ein gehorsam Herz, Dein Volk zu richten und zwischen Gut und Bös´ zu unterscheiden! Wer könnte sonst Dein zahlreich Volk regieren?" 1Ki 3:10 Dies gefiel dem Herrn, daß Salomo solches erbeten hatte. 1Ki 3:11 Und Gott sprach zu ihm: "Weil du darum gefleht und dir nicht langes Leben hast erbeten, nicht Reichtum und nicht deiner Feinde Tod, nein, nur für dich gebeten hast, recht klug zu werden, um auf Recht zu hören, 1Ki 3:12 so tue ich nach deinem Worte. Ich gebe dir ein weises und verständiges Herz, wie niemand vor dir es besessen hat, noch je besitzen wird. 1Ki 3:13 Ich gebe dir auch, was du nicht verlangt hast: den Reichtum und die Pracht, daß dir keiner gleicht unter den Königen für deines Lebens Zeit. 1Ki 3:14 Und wandelst du auf meinen Wegen und wahrst du meine Satzungen und Vorschriften, so wie dein Vater David einst gewandelt, dannschenke ich dir langes Leben." 1Ki 3:15 Salomo erwachte. Es war ein Traum gewesen. Dann ging er nach Jerusalem, trat vor des Herrn Bundeslade, opferte und brachte Mahlopfer dar. Dann bereitete er ein Mahl für alle seine Diener. 1Ki 3:16 Damals kamen zwei Dirnen zum König und traten vor ihn. 1Ki 3:17 Das eine Weib sprach: "Bitte, mein Herr! Ich und dieses Weib wohnen im gleichen Hause. Da gebar ich in ihrer Gegenwart im Hause. 1Ki 3:18 Am dritten Tag nach meiner Niederkunft gebar auch dieses Weib. Wir waren allein. Kein Fremdes war bei uns im Hause. Nur wir zwei waren im Hause. 1Ki 3:19 Da starb der Sohn dieses Weibes in der Nacht; sie hatte sich auf ihn gelegt. 1Ki 3:20 Nun stand sie mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, während deine Magd schlief, und legte ihn an ihren Busen. Ihren toten Sohn aber hatte sie an meinen Busen gelegt. 1Ki 3:21 Ich stand nun am Morgen auf, meinen Sohn zu stillen. Da war er tot. Als ich ihn aber am Morgen betrachtete, war es nicht mein Sohn, den ich geboren hatte." 1Ki 3:22 Das andere Weib sprach: "Nein! Mein Sohn ist der lebende, und dein Sohn ist der tote." Jene sagte: "Nein! Dein Sohn ist der tote, und mein Sohn ist der lebende." Also stritten sie vor dem König. 1Ki 3:23 Der König sprach: "Diese sagt: 'Der lebende ist mein Sohn, und dein Sohn ist der tote', und jene sagt: 'Nein! Dein Sohn ist der tote, und mein Sohn der lebende.'" 1Ki 3:24 Dann sprach der König: "Holt mir ein Schwert!" Da brachte man das Schwert vor den König. 1Ki 3:25 Da sprach der König: "Zerschneidet das lebende Kind in zwei Teile und gebt die eine Hälfte dieser, die andere jener!" 1Ki 3:26 Da sprach das Weib, dessen Sohn der lebende war, zum König - denn ihre Liebe für ihren Sohn regte sich mächtig. Sie sprach: "Bitte, mein Herr! Gebt ihr das lebende Kind; aber tötet es nicht!" Jene aber sprach: "Weder mein noch dein sei es! Zerhaut es!" 1Ki 3:27 Da entschied der König und sprach: "Gebt ihr das lebende Kind! Ihr dürft es nicht töten! Sie ist seine Mutter." 1Ki 3:28 Und ganz Israel hörte von dem Urteil, das der König fällte. Und sie fürchteten sich vor dem König. Denn sie sahen, daß Gottes Weisheit in ihm war, um Gerechtigkeit zu üben. 1Ki 4:1 Der König Salomo war also König über Gesamtisrael. 1Ki 4:2 Dies sind seine Obersten: Azarja, Sohn des Priesters Sadok. 1Ki 4:3 Schreiber waren Elichoreph und Achia, Sisas Söhne. Achiluds Sohn Josaphat war Kanzler. 1Ki 4:4 Jojadas Sohn Benaja befehligte das Heer. Sadok und Ebjatar waren Priester. 1Ki 4:5 Azarja, Natans Sohn, war über die Vögte gesetzt. Natans Sohn Zabud war des Königs eigener Priester. 1Ki 4:6 Achisar war über das Haus gesetzt und Abdas Sohn Adoniram über die Fron. 1Ki 4:7 Salomo hatte zwölf Vögte für ganz Israel. Diese versorgten den König und sein Haus. Je einen Monat im Jahre lag jedem ob, ihn zu versorgen. 1Ki 4:8 Dies sind ihre Namen: Churs Sohn auf dem Gebirge Ephraim. 1Ki 4:9 Dekers Sohn in Makas, Saalbim, Betsemes und Elon Bet Chanan ("Eichenhain des Gnadenortes"). 1Ki 4:10 Cheseds Sohn in Arubbot; ihm unterstanden Soko und das ganze Chepherland. 1Ki 4:11 Abinadabs Sohn im ganzen Hügelland von Dor. Er hatte Salomos Tochter Taphat zum Weibe. 1Ki 4:12 Baana, Achiluds Sohn in Taanak, Megiddo und ganz Betsean, das neben Sartan unterhalb Jezreels liegt, von Betsean bis Abel Mechola und bis jenseits von Jokneam. 1Ki 4:13 Gebers Sohn in Ramat Gilead unterstanden die Dörfer Jairs, des Manassesohnes, in Gilead, ebenso der Landstrich Argob in Basan, sechzig große Städte mit Mauern und ehernen Riegeln. 1Ki 4:14 Joddas Sohn Achinadab in Machanaim. 1Ki 4:15 Achimaas in Naphtali. Auch er nahm eine Tochter Salomos, Basemat, zum Weibe. 1Ki 4:16 Chusas Sohn Baana in Asser und in Alot. 1Ki 4:17 Paruchs Sohn Josaphat in Issakar. 1Ki 4:18 Elas Sohn Simi in Benjamin. 1Ki 4:19 Uris Sohn Geber im Lande Gilead, dem Land des Amoriterkönigs Sichon und des Basankönigs Og. Dazu war er Vogt über das Land. 1Ki 4:20 Juda und Israel waren zahlreich wie der Meeressand an Menge. Sie aßen, tranken und waren guter Dinge. 1Ki 4:21 (5:1) Salomo herrschte über alle Königreiche vom Strom bis zum Philisterland und bis zu Ägyptens Grenze. Sie brachten Abgaben und dienten Salomo alle Tage seines Lebens. 1Ki 4:22 (5:2) Salomos Speisebedarf für einen Tag betrug: dreißig Maß Feinmehl und sechzig Maß anderes Mehl, 1Ki 4:23 (5:3) zehn fette Rinder, zwanzig Weiderinder und hundert Schafe, ohne die Hirsche, Gazellen, Damhirsche, Wasservögel und Wildtauben. 1Ki 4:24 (5:4) Er waltete über alles Land jenseits des Stroms von Tipsach bis Gaza und über alle Könige jenseits des Stroms. So hatte er auf allen Seiten ringsum Frieden. 1Ki 4:25 (5:5) Juda und Jerusalem wohnten ruhig, jeder saß unter seinem Weinstock und Feigenbaum von Dan bis Beerseba, solange Salomo lebte. 1Ki 4:26 (5:6) Und Salomo besaß 40.000 Stuten als Rosse für seine Wagen nebst 12.000 Reitpferden. 1Ki 4:27 (5:7) Jene Vögte versorgten den König Salomo und alle, die zum Tisch des Königs Salomo Zutritt hatten, jeder einen Monat lang. Sie ließen es an nichts fehlen. 1Ki 4:28 (5:8) Auch Gerste und Stroh für die Rosse und Rennpferde brachten sie an den Ort, wo er gerade war, jeder nach seiner Ordnung. 1Ki 4:29 (5:9) Und Gott gab Salomo Weisheit und Einsicht überreichlich sowie Geistesreichtum gleich dem Sand am Meeresufer. 1Ki 4:30 (5:10) Salomos Weisheit ward größer als die Weisheit aller Söhne des Ostens und als die Ägyptens. 1Ki 4:31 (5:11) Er war weiser als alle Menschen, als der Ezrachite Etan und Machols Söhne Heman, Kalkol und Darda. Bei allen Heiden ringsum war er berühmt. 1Ki 4:32 (5:12) Er verfaßte 3.000 Sprüche, und seiner Lieder waren es 1.005. 1Ki 4:33 (5:13) Er redete über die Bäume von der Zeder auf dem Libanon bis zum Ysop, der an der Mauer herauswächst. Er redete auch über das Wild, die Vögel, das Gewürm und die Fische. 1Ki 4:34 (5:14) Aus allen Völkern kamen Leute, Salomos Weisheit zu hören, von allen Erdenkönigen, die von seiner Weisheit hörten. 1Ki 5:1 (5:15) Chiram, der König von Tyrus, sandte seine Diener zu Salomo, weil er gehört, daß man ihn zum König an seines Vaters Statt gesalbt hatte. Chiram war ja immer ein vertrauter Freund Davids gewesen. 1Ki 5:2 (5:16) Und Salomo sandte zu Chiram und ließ sagen: 1Ki 5:3 (5:17) "Du weißt, daß mein Vater David nicht vermocht hat, für den Namen des Herrn, seines Gottes, ein Haus zu bauen wegen der Kriege, mit denen man ihn umringt hat, bis der Herr sie unter seine Fußsohle legte. 1Ki 5:4 (5:18) Nun hat mir der Herr ringsum Ruhe verschafft. Kein Widersacher und kein böser Anstoß ist mehr da. 1Ki 5:5 (5:19) So gedenke ich, dem Namen des Herrn, meines Gottes, ein Haus zu bauen, wie der Herr zu meinem Vater David gesprochen: 'Dein Sohn, den ich an deiner Statt auf deinen Thron setze, baue meinem Namen ein Haus!' 1Ki 5:6 (5:20) Darum lasse mir jetzt Zedern auf dem Libanon schlagen! Meine Diener mögen bei deinen Dienern sein! Ich gebe den Lohn deiner Diener dir so, wie du sagst. Denn du weißt selbst, daß bei uns niemand ist, der Holz zu schlagen weiß wie die Sidonier." 1Ki 5:7 (5:21) Als Chiram Salomos Botschaft hörte, freute er sich sehr und sprach: "Gepriesen sei der Herr, der dem David einen weisen Sohn über das zahlreiche Volk verliehen hat!" 1Ki 5:8 (5:22) Und Chiram schickte an Salomo und ließ sagen: "Ich habe gehört, was du mir entboten hast. Ich will all deinen Wunsch an Zedern und Zypressenstämmen erfüllen. 1Ki 5:9 (5:23) Meine Knechte sollen sie vom Libanon zum Meer bringen! Ich mache daraus im Meer Flöße bis zu dem Ort, den du mir angibst. Dort nehme ich sie auseinander. Und du kannst sie wegbringen. Du aber mögest meinen Wunsch erfüllen und für mein Haus Speise liefern!" 1Ki 5:10 (5:24) So lieferte Chiram dem Salomo Zedern- und Zypressenstämme ganz nach Wunsch. 1Ki 5:11 (5:25) Dafür gab Salomo dem Chiram 20.000 Maß Weizen als Speise für sein Haus, dazu 20.000 Maß Öl aus zerstoßenen Oliven. Soviel gab Salomo dem Chiram Jahr für Jahr. 1Ki 5:12 (5:26) Und der Herr hatte Salomo Weisheit verliehen, wie er ihm verheißen hatte. Zwischen Chiram und Salomo war Frieden, und sie schlossen ein Bündnis miteinander. 1Ki 5:13 (5:27) Und der König Salomo hob von ganz Israel Fronarbeiter aus. Der Fronarbeiter waren es 30.000 Mann. 1Ki 5:14 (5:28) Er sandte sie auf den Libanon, jeden Monat abwechselnd 10.000 Mann. Einen Monat waren sie auf dem Libanon und zwei Monate zu Hause. Über die Fron war Adoniram gesetzt. 1Ki 5:15 (5:29) Im Gebirge hatte Salomo 70.000 Lastträger und 80.000 Steinhauer, 1Ki 5:16 (5:30) außer den 3.300 Obersten der salomonischen Vögte, die über das Werk gesetzt waren. Diese beaufsichtigten das Volk, das am Werke arbeitete. 1Ki 5:17 (5:31) Der König gebot, und sie brachen große, schwere Steine, um den Grund des Hauses mit Quadersteinen zu legen. 1Ki 5:18 (5:32) So behauten die Bauleute Salomos und Chirams sowie die Gibliter die Stämme und Steine und richteten sie zum Bau des Hauses her. 1Ki 6:1 Im 480. Jahre nach dem Auszug der Israeliten aus dem Lande Ägypten, im vierten Jahre, am Neumondstag des Ziw, das ist des zweiten Monats der Regierung Salomos über Israel, baute er das Haus für den Herrn. 1Ki 6:2 Das Haus, das der König Salomo für den Herrn baute, war sechzig Ellen lang, zwanzig breit und dreißig hoch. 1Ki 6:3 Die Halle vor dem Heiligtum des Hauses war zwanzig Ellen lang vor des Hauses Breitseite und vor dem Hause zehn Ellen breit. 1Ki 6:4 Er machte für das Haus vergitterte und verschließbare Fenster. 1Ki 6:5 An der Wand des Hauses baute er ringsum einen Anbau, an den Wänden des Hauses rings um das Heiligtum und den Hinterraum. So stellte er Seitenbauten ringsherum. 1Ki 6:6 Der unterste Anbau war fünf Ellen breit, der mittlere sechs und der dritte sieben. Er hatte am Hause ringsum Absätze machen lassen, so daß kein Eingreifen in die Hauswände nötig war. 1Ki 6:7 Als man das Haus baute, wurden ganze, beim Brechen fertiggestellte Steine verarbeitet. Weder Hammer noch Meißel, keinerlei eisernes Werkzeug, war im Haus bei seiner Erbauung zu hören. 1Ki 6:8 Die Türe zum mittleren Stockwerke lag auf des Hauses Südseite. Auf Wendeltreppen stieg man zum Mittleren und von da zum dritten empor. 1Ki 6:9 So baute er das Haus und vollendete es. Er deckte das Haus mit Balken und Bohlen aus Zedernholz. 1Ki 6:10 Er baute am ganzen Hause den Anbau fünf Ellen hoch und verband ihn durch Zedernbalken mit dem Hause. 1Ki 6:11 Da erging das Wort des Herrn an Salomo also: 1Ki 6:12 "Du baust dies Haus. Nun, wandelst du in meinen Satzungen und tust du meine Vorschriften und wahrst du all meine Gebote, darin zu wandeln, alsdann erfülle ich an dir mein Wort, das ich zu deinem Vater David sprach: 1Ki 6:13 'Ich werde bei den Israeliten wohnen und niemals Israel, mein Volk, verlassen.'" 1Ki 6:14 So baute Salomo das Haus und vollendete es. 1Ki 6:15 Im Innern fertigte er die Hauswände aus Zedernbrettern. Von des Hauses Fußboden bis zu den Deckenbalken belegte er es im Innern mit Holz. Des Hauses Fußboden belegte er mit Zypressenbrettern. 1Ki 6:16 Die zwanzig Ellen auf der hinteren Hausseite fertigte er aus Zedernbrettern vom Fußboden bis zu den Balken. So baute er es im Innern zum Hinterraum, dem Allerheiligsten, aus. 1Ki 6:17 Vierzig Ellen maß das Haus, das heißt das Heiligtum vor ihm. 1Ki 6:18 Inwendig am Haus war Zedernholz, Koloquintenschnitzwerk und Blumengehänge. Alles war von Zedern. Kein Stein war zu sehen. 1Ki 6:19 Innen im Hause errichtete er den Hinterraum, daß man hier des Herrn Bundeslade aufstelle. 1Ki 6:20 Und vor dem Hinterraum, der je zwanzig Ellen lang, breit und hoch war, errichtete er einen Altar aus Zedernholz und überzog ihn mit Feingold. 1Ki 6:21 Und Salomo bedeckte das Haus innen mit Feingold, sperrte den Hinterraum mit Goldkettchen ab und vergoldete ihn. 1Ki 6:22 Das ganze Haus vergoldete er, das ganze Haus vollständig, ebenso den ganzen Altar im Hinterraum. 1Ki 6:23 Im Hinterraum machte er zwei Cherube von Olivenholz, je zehn Ellen hoch. 1Ki 6:24 Fünf Ellen maß des einen Cherubs Flügel und fünf der des zweiten, somit zehn Ellen von einem Flügelende bis zum andern. 1Ki 6:25 Zehn Ellen maß auch der andere Cherub. Beide Cherube hatten einerlei Maß und Gestalt. 1Ki 6:26 Die Höhe des einen Cherub war zehn Ellen. Ebenso maß der zweite Cherub. 1Ki 6:27 Die Cherube stellte er in das Innerste des Hauses und ließ die Flügel der Cherube sich so ausbreiten, daß der Flügel des einen die eine Wand berührte, der des andere die andere; ihre anderen Flügel stießen inmitten des Hauses aneinander. 1Ki 6:28 Er vergoldete die Cherube. 1Ki 6:29 Alle Wände des Hauses ringsum versah er mit Schnitzwerk von Cheruben, Palmen und Blumengehängen innen und außen. 1Ki 6:30 Auch des Hauses Fußboden vergoldete er innen und außen. 1Ki 6:31 Für die Hinterraumtür machte er Türflügel aus Olivenholz. Die Einfassung bestand aus fünfseitigen Pfosten. 1Ki 6:32 Auf den zwei Türflügeln aus Olivenholz brachte er Schnitzwerk von Cheruben, Palmen und Blumengehängen an und vergoldete sie. Die Cherube und Palmen ließ er in das Gold ein. 1Ki 6:33 Ebenso machte er für den Eingang zum Heiligtum Olivenholzpfosten von viereckiger Gestalt 1Ki 6:34 sowie zwei Türflügel aus Zypressenholz. Der eine Flügel bestand aus zwei Drehtüren; ebenso der andere. 1Ki 6:35 Er schnitzte Cherube, Palmen und Blumengehänge ein und vergoldete sie passend für die Schnitzereien. 1Ki 6:36 Den inneren Vorhof baute er aus drei Quadersteinlagen und einer Lage Zedernbalken. 1Ki 6:37 Im vierten Jahre ward der Grund zum Hause des Herrn gelegt, im Monat Ziw. 1Ki 6:38 Im elften Jahre im Monat Bul, das ist im achten Monat, vollendete er das Haus in all seinen Stücken und all seinem Zubehör. Er baute sieben Jahre daran. 1Ki 7:1 An seinem eigenen Hause baute Salomo dreizehn Jahre. Auch sein Haus vollendete er. 1Ki 7:2 Das Libanonwaldhaus baute er hundert Ellen lang, fünfzig breit und siebzig hoch, auf vier Zedernsäulengängen, mit Zedernbalken auf den Säulen. 1Ki 7:3 Die Decke war auch aus Zedernholz oberhalb der Bogen, die auf den fünfundvierzig Säulen, je fünfzehn in einer Reihe, lagen. 1Ki 7:4 Die Balken hatten drei Lagen, und so war dreimal ein Fenster dem anderen gegenüber. 1Ki 7:5 Alle Türen und Pfosten waren viereckig aus Holzrahmen. Ebenso stand dreimal eine Tür der anderen gegenüber. 1Ki 7:6 Die Säulenhalle machte er fünfzig Ellen lang und dreißig breit, davor eine Halle mit Säulen und Dach. 1Ki 7:7 Die Thronhalle und Gerichtshalle, die er machte und in der er Recht sprach, war mit Zedern vom Fußboden bis zum Gebälke gedeckt. 1Ki 7:8 Sein Haus, in dem er wohnte, im anderen Hof, einwärts von der Halle, war in gleicher Weise gebaut. Auch für Pharaos Tochter, die Salomo geheiratet hatte, machte er ein Haus gleich dieser Halle. 1Ki 7:9 Alles dies war aus kostbaren Steinen von Quadergröße, nach innen und außen mit der Säge geschnitten, und zwar vom Fundament bis zu den Kragsteinen. So war es von draußen bis zum großen Vorhof. 1Ki 7:10 Fundamentiert war es mit schweren, großen Steinen von zehn und Steinen von acht Ellen. 1Ki 7:11 Darüber lagen schwere Steine in Quadergröße und Zedernholz. 1Ki 7:12 Der große Vorhof bestand ringsum aus drei Quaderlagen und einer Lage Zedernbalken, ebenso wie der innere Vorhof im Hause des Herrn und des Hauses Säulenhalle. 1Ki 7:13 Und der König Salomo sandte hin und ließ Chiram von Tyrus holen. 1Ki 7:14 Er war der Sohn einer Witwe aus dem Stamme Naphtali. Sein Vater war ein Erzschmied aus Tyrus. Er war voll Weisheit, Einsicht und Geschick zur Ausführung von allerlei Erzarbeiten. So kam er zu König Salomo und machte alle seine Arbeiten. 1Ki 7:15 So bildete er die zwei Säulen aus Erz. Die Höhe der einen Säule war achtzehn Ellen. Ein Faden von zwölf Ellen umspannte die andere Säule. 1Ki 7:16 Er machte zwei Knäufe, um sie oben auf die Säulen zu setzen. Sie waren aus Erz gegossen. Die Höhe des einen Knaufes betrug fünf Ellen und fünf die des anderen. 1Ki 7:17 Netze, netzartige Arbeit, Kettchen, kettenartige Arbeit, für die Knäufe oben auf den Säulen, sieben für den ersten Knauf und sieben für den zweiten. 1Ki 7:18 Er machte Granatäpfel, zwei Reihen rings um das eine Netz, um damit die Knäufe oben an den Säulen zu bedecken. So machte er es auch für den zweiten Knauf. 1Ki 7:19 Die Knäufe oben an den Säulen waren lilienförmig, vier Ellen an Umfang. 1Ki 7:20 An den Knäufen oben an den zwei Säulen, oben und entlang der Ausbauchung jenseits des Netzwerkes, liefen zweihundert Granatäpfel in Reihen ringsum. 1Ki 7:21 Die Säulen stellte er im Vorhofe des Heiligtums auf, zur Rechten eine, die er Jakin hieß, und zur Linken eine, die er Boaz nannte. 1Ki 7:22 Oben auf den Säulen war ein lilienartiges Gebilde. So ward das Säulenwerk vollendet. 1Ki 7:23 Dann machte er das gegossene Meer, zehn Ellen von einem Rand bis zum anderen, ringsum rund, fünf Ellen hoch. Eine Schnur von dreißig Ellen umspannte es ringsum. 1Ki 7:24 Unterhalb seines Randes von zehn Ellen umgaben es Koloquinten. Sie liefen rings um das Meer, zwei Koloquintenreihen, bei seinem Guß mitgegossen. 1Ki 7:25 Es stand auf zwölf Rindern. Drei gekehrt nach Norden, drei nach Westen, drei nach Süden und drei nach Osten. Auf ihnen stand das Meer. Ihre Rückseiten waren alle nach innen gerichtet. 1Ki 7:26 Seine Dicke betrug eine Handbreite, und sein Rand war wie ein Becherrand, lilienförmig gestaltet. Es faßte 2.000 Bat. 1Ki 7:27 Er machte zehn Gestühle aus Erz. Jedes Gestühl war vier Ellen lang, vier breit und drei hoch. 1Ki 7:28 Die Gestühle waren so gearbeitet: Sie hatten Leisten, und zwar Leisten zwischen den Sprossen. 1Ki 7:29 Auf den Leisten der Sprossen waren Löwen, Rinder und Cherube, ebenso auf den Sprossen. Ober- und unterhalb der Löwen und Rinder waren herablaufende Gewinde gearbeitet. 1Ki 7:30 Jedes Gestühl hatte vier eherne Räder und Achsen, an seinen vier Füßen Schulterstücke. Unterhalb des Beckens waren die Schulterstücke von über Mannesgröße angenietet, angegossen die Gewinde. 1Ki 7:31 Sein Mundstück war innerhalb des Knaufs eine Elle hoch darüber. Sein Mundstück war rund, anderthalb Ellen groß. Auch an seinem Mundstück befanden sich Reliefs, und seine Leisten bildeten ein Viereck, waren also nicht rund. 1Ki 7:32 Die vier Räder waren unterhalb der Leisten. Die Halter der Räder waren am Gestühl. Die Höhe eines jeden Rades betrug anderthalb Ellen. 1Ki 7:33 Die Räder waren wie Wagenräder gearbeitet. Ihre Halter, Felgen, Speichen und Naben, alles war gegossen. 1Ki 7:34 Vier Schulterstücke waren an den vier Ecken eines jeden Gestühls. Aus dem Gestühl kamen seine Schulterstücke hervor. 1Ki 7:35 Oben auf dem Gestühl war ein Aufsatz, eine halbe Elle hoch, rund ringsherum, und oben auf dem Gestühl kamen seine Halter und Leisten aus ihm. 1Ki 7:36 Er gravierte auf die Felder, Halter und Leisten Cherube, Löwen und Palmen nach eines jeden Raum, ebenso ringsum Blumengewinde. 1Ki 7:37 Also machte er die Gestühle. Sie waren alle aus einem Guß, einerlei Maß und Gestalt. 1Ki 7:38 Dann machte er zehn eherne Becken. Jedes Becken faßte vierzig Maß. Jedes Becken hatte vier Ellen. Ein Becken war auf jedem der zehn Gestühle. 1Ki 7:39 Er stellte von den Gestühlen fünf auf der Südseite und fünf auf der Nordseite des Hauses auf. Das Meer stellte er auf die Südseite des Hauses nach Osten, dem Süden gegenüber. 1Ki 7:40 Chiram machte die Töpfe, Schaufeln und Schalen. Und so vollendete Chiram alle Arbeiten, die er dem König Salomo für das Haus des Herrn fertigen mußte: 1Ki 7:41 zwei Säulen und zwei Kugeln der Knäufe oben auf den Säulen, die zwei Netze zur Bedeckung der zwei Knaufkugeln oben auf den Säulen, 1Ki 7:42 die vierhundert Granatäpfel für die zwei Netze, zwei Reihen Granatäpfel für jedes Netz zur Bedeckung der zwei Knaufkugeln oben auf den Säulen, 1Ki 7:43 die zehn Gestühle, die zehn Becken auf den Gestühlen, 1Ki 7:44 das eine Meer, die zwölf Rinder unter dem Meer, 1Ki 7:45 die Töpfe, Schaufeln und Schalen. Alle diese Geräte, die Chiram dem König Salomo für das Haus des Herrn gemacht hatte, waren aus poliertem Erz. 1Ki 7:46 In der Jordanau, zwischen Sukkot und Sartan, ließ der König sie in Tonformen gießen. 1Ki 7:47 Und Salomo stellte alle Geräte auf. Wegen der überaus großen Zahl war das Gewicht des Erzes nicht festgestellt worden. 1Ki 7:48 So machte Salomo alle Geräte, die im Haus des Herrn waren: den goldenen Altar, den goldenen Schaubrottisch, 1Ki 7:49 die Leuchter, fünf rechts und fünf links vor dem Hinterraum, aus Feingold, die goldenen Blütenlampen und Lichtscheren, 1Ki 7:50 die Becken, Messer, Schalen, Schüsseln und Pfannen aus Feingold. Auch die Angeln an der Flügeltür zum innersten Teil des Hauses, zum Allerheiligsten, und an der Flügeltüre des Hauses zum Heiligtum waren aus Gold. 1Ki 7:51 So ward das ganze Werk fertig, das König Salomo machen ließ. Salomo brachte auch seines Vaters David Weihegeschenke in das Haus des Herrn. Das Silber, das Gold und die Geräte legte er in die Schatzkammern im Haus des Herrn. 1Ki 8:1 Damals berief Salomo die Ältesten Israels und alle Stammeshäupter, die Fürsten der israelitischen Geschlechter, zum König Salomo nach Jerusalem, um des Herrn Bundeslade von der Davidsstadt, das ist Sion, hinaufzuführen. 1Ki 8:2 So sammelte sich beim König Salomo die ganze Mannschaft Israels im Monat Etanim, das ist im siebten Monat, am Feste. 1Ki 8:3 Da kamen alle Ältesten Israels, und die Priester trugen die Lade. 1Ki 8:4 Dann brachten sie die Lade des Herrn zum Festgezelt, ebenso alle heiligen Geräte im Zelt. So brachten sie die Priester und Leviten hinauf. 1Ki 8:5 Der König Salomo aber und Israels Gesamtgemeinde, die sich bei ihm eingefunden, standen mit ihm vor der Lade und opferten Schafe und Rinder, daß man sie nicht zählen noch berechnen konnte. 1Ki 8:6 Dann brachten die Priester des Herrn Bundeslade an ihren Ort im Hinterraum des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherube. 1Ki 8:7 Denn die Cherube breiteten die Flügel über den Ort der Lade. So bedeckten die Cherube die Lade und ihre Stangen von oben her. 1Ki 8:8 Die Stangen waren so lang, daß die Stangenspitzen zwar vom Heiligtum gegen den Hinterraum hin gesehen werden konnten, aber von draußen nicht sichtbar waren. Sie blieben dort bis auf diesen Tag. 1Ki 8:9 In der Lade war nichts als die zwei steinernen Tafeln, die Moses am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit den Israeliten geschlossen, als sie aus Ägypterland zogen. 1Ki 8:10 Als aber die Priester das Heiligtum verließen, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn. 1Ki 8:11 Und die Priester konnten wegen der Wolke nicht zur Dienstleistung hintreten, weil die Herrlichkeit des Herrn das Haus erfüllt hatte. 1Ki 8:12 Damals hat Salomo gesprochen: "Im Wetterdunkel hat der Herr gesprochen, er wolle Wohnung nehmen. 1Ki 8:13 Nun habe ich ein Haus für Dich zur Wohnung hergestellt, zu Deinem Wohnsitz einen Ort für ewige Zeiten." 1Ki 8:14 Dann wandte sich der König um und segnete die ganze Gemeinde Israels. Die Gesamtgemeinde Israels stand unterdessen. 1Ki 8:15 Er sprach: "Gepriesen sei der Herr, Gott Israels, der schon durch seinen Mund mit David, meinem Vater, gesprochen hat und auch durch ihn erfüllt, was er geredet: 1Ki 8:16 'Seitdem ich Israel, mein Volk, einst aus Ägypten herausgeführt, habe ich aus keinem Stamme Israels eine Stadt erkoren, ein Haus darin zu bauen, daß dort mein Name sei. Doch ich erwählte David, auf daß er meinem Volke Israel vorstehe.' 1Ki 8:17 Mein Vater David hatte zwar im Sinn, dem Herrn, dem Gotte Israels, für seinen Namen eine Stätte zu erbauen. 1Ki 8:18 Doch sprach der Herr zu meinem Vater David: 'Daß du im Sinne hast, ein Haus zu bauen für meinen Namen, an diesem Plane hast du wohlgetan. 1Ki 8:19 Doch du sollst nicht dies Haus errichten. Dein Sohn, dein Leibessprosse, baue mir ein Haus für meinen Namen!' 1Ki 8:20 Der Herr bestätigte sein Wort, das er gesprochen. Ich trat an meines Vaters David Statt und setzte mich auf Israels Thron, wie es der Herr gesagt. Ich baute dieses Haus dem Herrn, dem Gott Israels, für seinen Namen. 1Ki 8:21 Ich machte einen Ort dort für die Lade, darin des Herren Bund sich findet, den er mit unseren Vätern abgeschlossen, als er sie aus Ägypterland geführt." 1Ki 8:22 Dann trat Salomo vor den Altar angesichts der Gesamtgemeinde Israels, breitete seine Hände zum Himmel 1Ki 8:23 und sprach: 'Herr, Gott Israels! / Kein Gott gleicht Dir, / nicht in dem Himmel droben, nicht auf der Erde unten, / der Du den gnadenvollen Bund bewahrest Deinen Dienern, / die mit dem ganzen Herzen vor Dir wandeln, 1Ki 8:24 der Du auch Deinem Knechte, meinem Vater, / gehalten hast, was Du ihm einst versprochen. / Du sprachest es mit Deinem Munde; / mit Deiner Hand ließt Du's erfüllt, wie's heute ist. 1Ki 8:25 Nun, Herr, Gott Israels! / Erfülle Deinem Knechte David, meinem Vater, / was Du ihm einst versprochen: / 'Nie fehle dir vor mir ein Mann, / der sitzet auf dem Throne Israels, / falls deine Söhne nur auf ihren Weg so achten, / daß sie vor mir ihn wandeln, / so, wie auch du vor mir gewandelt bist.' 1Ki 8:26 Nun, Herr, Gott Israels! / Dein Wort bewahrheite sich jetzt, / das Du zu Deinem Knechte, meinem Vater David hast gesprochen. 1Ki 8:27 Soll denn in Wahrheit Gott auf Erden wohnen? / Dich fassen nicht der Himmel, noch der Himmel Himmel, / geschweige dieses Haus, das ich erbaut. 1Ki 8:28 Doch wende Dich dem Flehgebete Deines Knechtes zu, Du Herr, mein Gott, / daß Du das Rufen und das Beten hörest, / das heute Dein Knecht vor Dir vollzieht! 1Ki 8:29 Laß Deine Augen über diesem Hause offenstehen bei Tag und Nacht, / hier über diesem Ort, von dem Du ausgesagt: / 'Mein Name wird hier sein', / um das Gebet zu hören, / das hier Dein Knecht verrichtet! 1Ki 8:30 Hör auf das Flehen Deines Knechtes und Deines Volkes Israel, / die hier an diesem Orte beten! / Vernimm es an der Stätte, wo Du thronst, im Himmel! / Erhör es dann! Verzeih! 1Ki 8:31 Wenn jemand gegen seinen Nächsten fehlt, / und man verlangt von ihm den Eid, / er soll's beschwören, / und kommt er zu dem Eid in dieses Haus vor Deinen Altar, 1Ki 8:32 so greife Du, im Himmel hörend, ein! / Schaff Deinen Dienern Recht, / daß Du den Schuldigen bestrafst / und auf sein Haupt sein Tun läßt fallen / und freisprichst den, der ohne Schuld, / und ihm nach seiner Unschuld lohnest! 1Ki 8:33 Wird von dem Feinde Israel, Dein Volk, geschlagen, / dieweil es sich an Dir verfehlt, / und sie bekehren sich zu Dir und preisen Deinen Namen / und flehn zu Dir, in diesem Hause betend, 1Ki 8:34 hör Du im Himmel! / Vergib die Sünde Deines Volkes Israel! / Laß seßhaft sie verbleiben auf der Scholle, / die ihren Vätern Du verliehen! 1Ki 8:35 Und ist der Himmel fest verschlossen / und fällt kein Regen mehr, / weil gegen Dich sie sich verfehlt, / und beten sie alsdann an dieser Stätte / in dem Bekenntnis Deines Namens / und kehren sie von ihrer Sünde, / dieweil Du sie gebeugt, 1Ki 8:36 dann hör es, Du im Himmel! / Vergib die Sünde Deiner Knechte / und Deines Volkes Israel Vergehen! / Den guten Weg, auf dem sie wandeln sollen, weise ihnen! / Send Regen Deinem Lande, / das Du zum Erbteil Deinem Volk verliehen! 1Ki 8:37 Und wäre Hungersnot im Lande / und wären Pest, Getreidebrand, Vergilbung, Heuschrecken / und sonstig Ungeziefer da, / bedrängte es sein Feind in seiner Tore Pforten / und käme irgendwelche Plage, irgendwelche Krankheit, 1Ki 8:38 bei jeder Klage, jeder Bitte, sei's von irgendeinem Menschen, / sei es von Deinem ganzen Volke Israel, / wer je ein Leid in seinem Herzen trägt / und hin nach diesem Hause seine Hände breitet, 1Ki 8:39 den hör im Himmel Du! / Vergib an jener Stätte, wo Du thronest! / Gib jeglichem nach seinem ganzen Wandel, / sowie sein Herz Du kennst! / Denn Du allein kennst aller Menschenkinder Herz. 1Ki 8:40 Dann fürchten sie Dich alle Zeit, / solang sie auf der Scholle leben, / die unsern Vätern Du verliehen. 1Ki 8:41 Doch auch der fremde Mann, der nicht zu Deinem Volke Israel gehört, / wenn er aus fremdem Lande kommt um Deines Namens willen 1Ki 8:42 - sie hören ja von Deinem großen Namen, / von Deiner starken Hand und Deinem ausgestreckten Arm - / wenn dieser hergepilgert und bei diesem Hause betet, 1Ki 8:43 hör Du im Himmel, Deiner Wohnstatt, / und tu all das, worum der Fremdling zu Dir ruft, / daß alle Erdenvölker Deinen Namen kennenlernen, / daß sie Dich also fürchten, gleich Deinem Volke Israel, / und daß sie inne werden, / daß über diesem Haus, das ich erbaut, / Dein Name ausgerufen ist! 1Ki 8:44 Und zieht Dein Volk zum Streite wider Deine Feinde / des Wegs, den Du sie sendest, / und beten sie zum Herrn, hin nach der Stadt, die Du erwählt, / und nach dem Haus, das ich errichtet Deinem Namen, 1Ki 8:45 hör Du im Himmel ihr Gebet und Flehen! / Schaff ihnen Sieg! 1Ki 8:46 Und wenn sie sich an Dir verfehlt / - kein Mensch ist, der nicht sündigte - / und wenn Du ihnen zürntest und sie dem Feinde überliefertest / und ihre Zwingherrn sie in Feindesland verschleppten, nah oder fern, 1Ki 8:47 und gehen sie im Land, wo sie gefangen sind, in sich, / bekehren sich und flehn zu Dir in ihrer Zwingherrn Land / und sprechen: 'Gesündigt haben wir und schlecht gehandelt und gefrevelt', 1Ki 8:48 und sie bekehren sich zu Dir von ganzem Herzen, ganzer Seele / im Lande ihrer Feinde, die sie weggeschleppt, / und beten sie zu Dir nach ihrem Lande hin, / das ihren Vätern Du verliehen, / hin zu der Stadt, die Du erwählt, / hin zu dem Haus, das ich errichtet Deinem Namen, 1Ki 8:49 hör Du im Himmel, Deines Thronens Ort, / ihr Flehen und Gebet! / Schaff ihnen Recht! 1Ki 8:50 Verzeih dann Deinem Volk, was es an Dir gefehlt, / und alle ihre Missetaten, / womit sie gegen Dich sich je vergangen! / Laß ihnen Huld von ihren Zwingherrn widerfahren, / daß diese ihrer sich erbarmen! 1Ki 8:51 Sie sind Dein Volk, Dein Eigentum, / das Du einst aus Ägypten weggeführt, / dort mitten aus dem Schmelzofen des Eisens. 1Ki 8:52 Laß Deine Augen offenstehen für das Flehen Deines Dieners / und für das Flehen Deines Volkes Israel! / Daß Du in allem sie erhörst, worum sie Dich anrufen! 1Ki 8:53 Du hast zum Eigentum sie ausgesondert / aus allen Erdenvölkern, / wie Du durch Moses, Deinen Knecht, verheißen, / als Du einst unsre Väter aus Ägypten führtest, Herr, mein Herr!'" 1Ki 8:54 Als Salomo all dieses Flehen und Beten zum Herrn beendigt hatte, stand er von dem Platze vor des Herrn Altar auf, wo er auf den Knien gelegen und seine Hände zum Himmel gebreitet hatte. 1Ki 8:55 Dann trat er vor und segnete mit lauter Stimme die Gemeinde Israels und sprach: 1Ki 8:56 "Gepriesen sei der Herr, der Ruhe seinem Volke Israel geschenkt, / ganz so, wie er's verheißen hat! / Von all den herrlichen Verheißungen, / die er durch seinen Diener Moses einst gegeben, / ist auch nicht eine einzige ausgeblieben. 1Ki 8:57 Mit uns sei unser Herr und Gott, / wie er mit unsern Vätern einst gewesen! / Ach, er verlaß uns nicht, verstoß uns nicht! 1Ki 8:58 Er lenke unsre Herzen zu sich hin, / daß wir auf allen seinen Wegen wandeln / und seine Vorschriften, Gesetze und Verordnungen beachten, / die er einst unsern Vätern anbefohlen! 1Ki 8:59 So mögen diese meine Worte, / die ich vorm Herrn im Flehgebete ausgesprochen, / ganz nahe sein dem Herren, unserm Gott, bei Tag und Nacht, / auf daß er seinem Knecht und seinem Volke Israel / nach eines jeden Tags Bedürfnis Recht verschaffe! 1Ki 8:60 So kommen alle Erdenvölker zu der Einsicht, / daß nur der Herr ist Gott und keiner sonst. 1Ki 8:61 Und euer Herz sei ganz beim Herren, unserm Gott, / daß ihr nach seinen Rechten wandelt / und das, was er gebietet, haltet, so wie heute!" 1Ki 8:62 Dann opferten der König und ganz Israel mit ihm vor dem Herrn Schlachtopfer. 1Ki 8:63 Als Dankopfer, das er dem Herrn opferte, brachte Salomo 22.000 Rinder und 12.000 Schafe dar. So weihten sie das Haus des Herrn ein, der König und alle Söhne Israels. 1Ki 8:64 An jenem Tag hatte der König den mittleren Teil des Vorhofes vor dem Hause des Herrn eingeweiht. Denn er hatte dort das Brand- und das Speiseopfer bereitet sowie die Fettstücke des Mahlopfers. Der eherne Altar, der vor dem Herrn stand, war nämlich zu klein, um das Brand- und das Speiseopfer sowie die Fettstücke des Mahlopfers zu fassen. 1Ki 8:65 So feierte Salomo in jener Zeit das Fest, mit ihm ganz Israel, eine große Gemeinde von da, wo es nach Hamat geht, bis zu Ägyptens Bach, vor dem Herrn, unserem Gott, sieben Tage lang und nochmals sieben Tage, vierzehn Tage. 1Ki 8:66 Am achten Tage aber hatte er das Volk entlassen. Sie segneten den König und gingen in ihre Heimat, fröhlich und guten Mutes wegen all des Guten, das der Herr seinem Diener David und seinem Volke Israel getan. 1Ki 9:1 Als Salomo mit dem Bau des Hauses des Herrn und des königlichen Hauses und mit jedem Plane, den Salomo auszuführen wünschte, fertig war, 1Ki 9:2 erschien der Herr dem Salomo zum zweitenmal, wie er ihm zu Gibeon erschienen war. 1Ki 9:3 Und der Herr sprach zu ihm: "Dein Flehgebet, das du vor mich gebracht, das habe ich gehört. Ich heilige dieses Haus, das du mir erbaut hast, um meinen Namen hier für immer sein zu lassen. Hier weilen meine Augen und mein Herz für immer. 1Ki 9:4 Und wandelst du vor mir so, wie dein Vater David einst gewandelt, in Herzenseinfalt und in Redlichkeit, und tust du, wie ich dir geboten, befolgst du meine Vorschriften und Satzungen, 1Ki 9:5 dann stelle ich für immer über Israel deines Königtums Thron so, wie ich deinem Vater David einst verheißen: 'Dir soll es auf Israels Thron nie an einem Manne fehlen.' 1Ki 9:6 Doch fallt ihr und eure Söhne von mir ab, befolgt ihr nicht meine Vorschriften und Satzungen, die ich euch vorlege, und geht ihr hin und dienet anderen Göttern, sie anbetend, 1Ki 9:7 dann tilge ich Israel vom Boden, den ich ihnen einst gegeben, verwerfe dann das Haus, das meinem Namen geweiht, von meinem Angesicht. Zum Sprichwort und zum Hohn wird Israel bei allen Völkern. 1Ki 9:8 Dies Haus wird umgestürzt. Wer daran vorüberzieht, entsetzt sich darob und zischt darüber. Und fragt man: 'Warum tat diesem Land und diesem Hause so der Herr?', 1Ki 9:9 dann wird man sagen: 'Weil sie ihren Gott und Herrn verlassen, der ihre Väter aus Ägypten weggeführt, und sich an andere Götter halten, sie anbeten und ihnen dienen, drum hat der Herr all dieses Unheil über sie gebracht.'" 1Ki 9:10 Volle zwanzig Jahre hatte Salomo an den beiden Häusern gebaut, an dem Hause des Herrn und an dem königlichen Hause. 1Ki 9:11 Chiram, der König von Tyrus, hatte Salomo mit Zedern- und Zypressenbalken und Gold unterstützt, soviel er wünschte. Damals gab der König Salomo dem Chiram zwanzig Städte in dem Landstrich Galiläa. 1Ki 9:12 Und Chiram kam von Tyrus, die Städte zu besichtigen, die ihm Salomo gegeben hatte. Aber sie gefielen ihm nicht. 1Ki 9:13 Und er sprach: "Was sollen diese Städte, die du mir gegeben hast, mein Bruder?" So nannte man sie "Land Kabul" bis auf diesen Tag. 1Ki 9:14 Chiram aber sandte dem König hundertzwanzig Talente Gold. 1Ki 9:15 Und so verhielt es sich mit der Fron, die der König Salomo erhob, um das Haus des Herrn zu bauen, sein Haus, die Bastei und die Mauern Jerusalems, sowie Chasor, Megiddo und Gezer. 1Ki 9:16 Der Pharao, Ägyptens König, war nämlich heraufgezogen, hatte Gezer erobert und eingeäschert, die kanaanitischen Bewohner der Stadt niedergemetzelt und diese dem Weibe Salomos, seiner Tochter, als Mitgift gegeben. 1Ki 9:17 Salomo baute nun Gezer wieder auf, ebenso das untere Betchoron, 1Ki 9:18 Baalat, Tamar in der bewohnten Steppe, 1Ki 9:19 ferner alle Vorratsstädte Salomos, die Wagenstädte, die Rossestädte und was Salomo sonst noch geplant, zu Jerusalem und auf dem Libanon, überhaupt im ganzen Bereiche seiner Herrschaft zu bauen. 1Ki 9:20 Alles Volk, das übrig war von den Amoritem, Chittitern, Perizzitern, Chiwitern und Jebusitern, die nicht zu den Israeliten gehörten, 1Ki 9:21 ihre Kinder, die nach ihnen im Land waren und die die Israeliten nicht auszurotten vermochten, hob Salomo zum Frondienste aus bis auf diesen Tag. 1Ki 9:22 Von den Israeliten aber machte Salomo niemand zum Sklaven. Sie waren seine Krieger, Diener, Obersten und Wagenkämpfer und die Befehlshaber über seine Wagen und Reiter. 1Ki 9:23 Es waren 550 Oberste über den Vögten, die über Salomos Werk gesetzt waren und die das Volk beaufsichtigten, das am Werk arbeitete. 1Ki 9:24 Kaum war Pharaos Tochter aus der Davidsstadt in ihr Haus gezogen, das er ihr gebaut hatte, so baute er die Bastei. 1Ki 9:25 Salomo opferte dreimal im Jahre Brand- und Mahlopfer auf dem Altar, den er dem Herrn gebaut hatte. Auch brachte er Räucherwerk auf ihm dar, der vor dem Herrn stand. Auch besserte er das Haus aus. 1Ki 9:26 Auch Schiffe ließ der König Salomo anfertigen in Esiongeber bei Elot am Ufer des Schilfmeeres im Lande Edom. 1Ki 9:27 Und Chiram schickte zu Schiff seine Diener, meerkundige Schiffsleute, zusammen mit Salomos Dienern. 1Ki 9:28 Sie kamen nach Ophir und holten von dort 420 Talente Gold und brachten es dem König Salomo. 1Ki 10:1 Die Königin von Saba nun hörte den Ruhm Salomos, des Geweihten des Herrn. So kam sie, ihn mit Rätseln zu prüfen. 1Ki 10:2 Und sie kam mit sehr großem Gefolge nach Jerusalem. Kamele trugen Spezereien und Gold in sehr großer Menge, dazu Edelsteine. So kam sie zu Salomo. Da besprach sie mit ihm alles, was sie auf dem Herzen hatte. 1Ki 10:3 Und Salomo gab ihr auf alle ihre Fragen Antwort. Nichts war dem König verborgen, was er ihr nicht beantwortet hätte. 1Ki 10:4 Die Königin von Saba sah nun all die Weisheit Salomos, das Haus, das er gebaut hatte, 1Ki 10:5 die Speisen seines Tisches, das Sitzen seiner Diener, das Aufwarten seiner Bedienten, ihre Gewandung und seine Mundschenken und seinen Aufzug, in dem er zum Haus des Herrn hinaufzuziehen pflegte. Da war sie außer sich. 1Ki 10:6 Sie sprach zum König: "Wahrheit ist es, was ich in meinem Lande von deinen Sachen und deiner Weisheit vernommen habe. 1Ki 10:7 Ich habe der Kunde nicht geglaubt, bis ich gekommen bin und es dann mit eigenen Augen sah. Mir ist nicht die Hälfte gesagt worden. Du hast viel mehr Weisheit und Güte, als das Gerücht besagt, das ich vernahm. 1Ki 10:8 Glücklich deine Mannen! Glücklich diese deine Diener, die allzeit vor dir stehen und deine Weisheit hören! 1Ki 10:9 Gepriesen sei der Herr, dein Gott, der an dir Wohlgefallen gefunden, um dich auf Israels Thron zu setzen! Weil der Herr allzeit Israel liebt, hat er dich zum König eingesetzt, um Recht und Gerechtigkeit zu üben." 1Ki 10:10 Und sie gab dem König 120 Talente Gold und sehr viel Spezereien und Edelsteine. Niemals wieder waren Spezereien in solcher Menge hergekommen, wie die Königin von Saba dem König Salomo gab. 1Ki 10:11 Auch Chirams Schiff, das Gold aus Ophir holte, brachte aus Ophir Aloëholz und Edelsteine in großer Menge. 1Ki 10:12 Und der König machte aus dem Aloëholz Fußsteige für das Haus des Herrn und das königliche Haus sowie Zithern und Harfen für die Sänger. Solches Aloëholz war nicht mehr gekommen und nicht mehr gesehen worden bis auf diesen Tag. 1Ki 10:13 Der König Salomo aber erfüllte der Königin von Saba alle ihre Wünsche über das hinaus, was er ihr schenkte, wie es nur König Salomo konnte. Dann kehrte sie um und zog mit ihren Dienern in ihr Land. 1Ki 10:14 Das Gewicht des Goldes, das für Salomo in einem Jahr einlief, betrug 666 Goldtalente, 1Ki 10:15 ohne die Abgaben der Großkaufleute und den Handelsertrag der Kaufleute und ohne das, was alle abgabepflichtigen Könige und die Statthalter des Landes lieferten. 1Ki 10:16 Der König Salomo machte 200 Schilde von geschlagenem Gold. Für jeden Schild belief es sich auf 600 Ring Gold. 1Ki 10:17 Bei 300 Schildchen aus geschlagenem Gold belief es sich für ein Schildchen auf drei Minen Gold. Der König tat sie in das Libanonwaldhaus. 1Ki 10:18 Ferner machte der König einen großen Elfenbeinthron und überzog ihn mit Gold und Feingold. 1Ki 10:19 Sechs Stufen hatte der Thron. Das Oberteil hinten am Thron war gerundet. Armlehnen waren am Sitzplatz zu beiden Seiten, und neben den Lehnen standen zwei Löwen. 1Ki 10:20 Zwölf Löwen standen dort auf sechs Stufen zu beiden Seiten. Solches war für kein anderes Königreich gemacht worden. 1Ki 10:21 Alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren von Gold. Von feinem Gold waren alle Geräte des Libanonwaldhauses. Silber galt zu Salomos Zeiten für nichts. 1Ki 10:22 Denn der König Salomo hatte auf dem Meere ein Tarsisschiff bei Chirams Flotte. Alle drei Jahre kam ein Tarsisschiff, beladen mit Gold und Silber, Elfenbein, Affen und Pfauen. 1Ki 10:23 So übertraf der König Salomo alle Könige der Erde an Reichtum und Weisheit. 1Ki 10:24 Alle Welt suchte Salomo zu sehen und seine Weisheit zu hören, die ihm Gott ins Herz gelegt hatte. 1Ki 10:25 So brachten sie ein jeder seine Gabe, silberne und goldene Geräte, Gewänder, Waffen, Spezereien, Rosse und Maultiere, Jahr für Jahr. 1Ki 10:26 Salomo beschaffte sich auch zahlreiche Wagen und Rosse. Er hatte 1.400 Wagen und 12.000 Reiter. Diese legte er in die Wagenstädte und in die Umgebung des Königs nach Jerusalem. 1Ki 10:27 Der König machte das Silber zu Jerusalem den Steinen gleich und die Zedern den Maulbeerbäumen in der Niederung; so viele gab es davon. 1Ki 10:28 Die Ausfuhr der Rosse, die Salomo besaß, kam aus Ägypten. Auch aus Kue holten sie die königlichen Händler gegen Bezahlung. 1Ki 10:29 Ein Wagen kam bei der Einfuhr aus Ägypten auf sechshundert Silberlinge und ein Roß auf hundertundfünfzig. Ebenso kamen sie durch ihre Vermittlung zu allen chittitischen und aramäischen Königen. 1Ki 11:1 Der König Salomo aber liebte vielerlei fremdländische Weiber, neben der Pharaotochter Moabitinnen, Ammonitinnen, Edomitinnen, Sidonierinnen, Chittiterinnen, 1Ki 11:2 aus den Heidenvölkern, von denen der Herr den Israeliten gebot: "Ihr sollt nicht zu ihnen kommen, noch dürfen sie zu euch kommen! Sonst werden sie euer Herz zu ihren Göttern verführen!" An solchen hing Salomo mit Liebe. 1Ki 11:3 Er hatte 700 eigentliche Frauen und 300 Nebenweiber. Und seine Weiber verführten ihn. 1Ki 11:4 Als Salomo zu altern begann, verführten seine Weiber sein Herz zu anderen Göttern hin. Und sein Herz war nicht mehr ganz mit dem Herrn, seinem Gott, wie seines Vaters David Herz. 1Ki 11:5 So folgte Salomo der sidonischen Göttin Astoret und dem ammonitischen Scheusal Milkom. 1Ki 11:6 Und Salomo tat, was dem Herrn mißfiel, und folgte nicht bis zuletzt dem Herrn wie sein Vater David. 1Ki 11:7 Damals baute Salomo eine Höhe für Kamos, Moabs Scheusal, auf dem Berge östlich von Jerusalem, und für das ammonitische Scheusal Moloch. 1Ki 11:8 So tat er für alle fremdländischen Weiber, die ihren Göttern räucherten und opferten. 1Ki 11:9 Da zürnte der Herr über Salomo, weil sich sein Herz abgewandt hatte vom Herrn, dem Gott Israels, der ihm zweimal erschienen war. 1Ki 11:10 Und er hatte ihm dies verboten, anderen Göttern nachzugehen. Aber er hatte nicht gehalten, was der Herr ihm geboten hatte. 1Ki 11:11 Darum sprach der Herr über Salomo: "Weil du dies im Sinn gehabt und meinen Bund und meine Vorschriften nicht eingehalten, die ich dir aufgetragen, darum entreiße ich dir nun das Königtum und gebe es deinem Knechte. 1Ki 11:12 Jedoch bei deinen Lebzeiten tue ich es nicht, um deines Vaters David willen. Doch deinem Sohn entreiße ich es. 1Ki 11:13 Doch nicht das ganze Reich entreiße ich ihm. Ich lasse deinem Sohne einen Stamm um meines Dieners David willen und wegen Jerusalems, das ich erwählt." 1Ki 11:14 Und der Herr stellte dem Salomo einen Widersacher auf im Edomiter Hadad aus königlichem Geschlecht zu Edom. 1Ki 11:15 Damals als David Edom bestrafte und der Feldhauptmann Joab hinaufzog, die Erschlagenen zu begraben, und alle waffenfähigen Männer in Edom niederhieb 1Ki 11:16 - denn Joab blieb sechs Monate dort mit ganz Israel, bis er alle waffenfähigen Männer in Edom ausgerottet hatte -, 1Ki 11:17 da floh Hadad zusammen mit einigen Edomitern von seines Vaters Dienern nach Ägypten. Hadad aber war noch ein kleiner Knabe. 1Ki 11:18 Sie brachen aus Midian auf und kamen nach Paran. Aus Paran nahmen sie Leute mit sich und kamen nach Ägypten zu Pharao, Ägyptens König. Und er gab ihnen ein Haus und wies ihnen einen Unterhalt an. Auch Land gab er ihnen. 1Ki 11:19 Und Hadad fand viel Gunst bei Pharao. So gab er ihm die Schwester seines Weibes, die Schwester der Herrin Tachpenes, zum Weibe. 1Ki 11:20 Die Schwester der Tachpenes gebar ihm seinen Sohn Genubat. Und Tachpenes gab ihm die erste Erziehung im Haus des Pharao. So blieb Genubat in Pharaos Haus inmitten der Söhne Pharaos. 1Ki 11:21 Hadad hörte nun in Ägypten, David habe sich zu seinen Vätern gelegt und der Feldhauptmann Joab sei tot, da sprach Hadad zu Pharao: "Entlasse mich, daß ich in mein Land ziehe!" 1Ki 11:22 Da sprach Pharao zu ihm: "Was fehlt dir denn bei mir, daß du in dein Land zu ziehen suchst?" Er sagte: "Nichts. Aber entlasse mich!" 1Ki 11:23 Dann erweckte ihm Gott einen Widersacher in Eljadas Sohn Rezon, der von Hadadezer, seinem Herrn, dem König von Soba, entflohen war. 1Ki 11:24 Er sammelte Leute um sich und ward Oberster einer Streifschar, als David jene tötete. Sie zogen nach Damaskus und siedelten hier. Dann herrschten sie in Damaskus. 1Ki 11:25 So ward er Widersacher für Israel die ganze Zeit Salomos, wie das Unheil des Hadad. Er war Israel abgeneigt, solange er König über Aram war. 1Ki 11:26 Jeroboam, Nebats Sohn, ein Ephratite von Hassereda ("Burg"), dessen Mutter, eine Witwe, Serua hieß, war ein Diener Salomos. Er aber empörte sich gegen den König. 1Ki 11:27 Dies ist der Grund, weshalb er die Hand gegen den König erhob. Salomo baute die Bastei und schloß die Lücke in seines Vaters David Stadt. 1Ki 11:28 Der Mann Jeroboam aber war sehr tüchtig. Auch Salomo sah, daß der junge Mann ein tätiger Arbeiter war. Da machte er ihn zum Aufseher über allen Frondienst des Hauses Joseph. 1Ki 11:29 In jener Zeit ging Jeroboam aus Jerusalem. Da traf ihn unterwegs der Prophet Achia, der Silonite. Er aber war in einen neuen Mantel gehüllt, und die beiden waren allein auf dem Felde. 1Ki 11:30 Da faßte Achia den neuen Mantel, den jener anhatte, und zerriß ihn in zwölf Stücke. 1Ki 11:31 Dann sprach er zu Jeroboam: "Nimm dir zehn Stücke! Denn also spricht der Herr, Gott Israels: 'Siehe! Ich entreiße Salomo die Herrschaft und gebe dir zehn Stämme. 1Ki 11:32 Nur ein Stamm wird ihm wegen meines Dieners David bleiben und um Jerusalems willen, der Stadt, die ich aus allen Stämmen Israels erwählt. 1Ki 11:33 Sie haben mich verlassen und Sidons Göttin, die Astoret, angebetet, den Moabitergötzen Kamos sowie den Ammonitergötzen Milkom und sind auf meinen Wegen nicht gewandelt, zu tun, was recht in meinen Augen, das heißt meine Vorschriften und Satzungen, gleich seinem Vater David; 1Ki 11:34 ich nehme ihm aber nicht die ganze Herrschaft weg; ich lasse ihn als Fürsten noch, solange er lebt, um meines Dieners David willen, den ich erwählt und der auch meine Vorschriften und Satzungen beachtet hat. 1Ki 11:35 Doch seinem Sohne nehme ich das Reich und gebe dir es, die zehn Stämme. 1Ki 11:36 Nur einen Stamm noch lasse ich, seinem Sohne, daß meinem Diener David vor mir allezeit eine Leuchte bleibe in Jerusalem, der Stadt, die mir auserwählt, um meinen Namen darein zu setzen. 1Ki 11:37 Dich wähle ich. So herrsche ganz nach deinem Wunsche! Sei König über Israel! 1Ki 11:38 Gehorchst du in allem, was ich dir gebiete, und wandelst du auf meinen Wegen und tust, was recht in meinen Augen, und wahrst du meine Satzungen und Vorschriften, so wie mein Diener David einst getan, dann bin ich auch mit dir und baue dir ein Haus, so fest, wie ich es David auferbaut. Ich will dir Israel geben. 1Ki 11:39 Dem Stamme Davids lege ich dazu Entbehrung auf, doch nicht für immer.'" 1Ki 11:40 Salomo suchte nun Jeroboam zu töten. Jeroboam aber machte sich auf und floh nach Ägypten zu Ägyptens König Sisak. Und er blieb in Ägypten bis zu Salomos Tode. 1Ki 11:41 Ist nicht der Rest der Geschichte Salomos, alles, was er getan, und seine Weisheit, im Buche der Geschichte Salomos aufgezeichnet? 1Ki 11:42 Die Zeit, die Salomo in Jerusalem über ganz Israel regierte, betrug vierzig Jahre. 1Ki 11:43 Salomo legte sich dann zu seinen Vätern und ward in der Stadt seines Vaters David begraben. Und sein Sohn Rechabeam ward an seiner Statt König. 1Ki 12:1 Rechabeam ging nun nach Sichem. Denn ganz Israel war nach Sichem gegangen, ihn zum König zu machen. 1Ki 12:2 Davon hörte Nebats Sohn Jeroboam. Er war noch in Ägypten, wohin er vor dem König Salomo geflohen war. Jeroboam saß also in Ägypten. 1Ki 12:3 Nun sandte man hin und ließ ihn rufen. So kam Jeroboam und die ganze Gemeinde Israels. Sie sprachen zu Rechabeam also: 1Ki 12:4 "Dein Vater hat uns ein hartes Joch auferlegt. Erleichtere uns deines Vaters harten Dienst und sein schweres Joch, das er uns auferlegt, und wir wollen dir dienen!" 1Ki 12:5 Er aber sprach zu ihnen: "Geht und kommt in drei Tagen wieder zu mir!" Und das Volk ging weg. 1Ki 12:6 Da beriet sich König Rechabeam mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo zu seinen Lebzeiten gestanden, und sprach: "Wie ratet ihr, dies Volk zu bescheiden?" 1Ki 12:7 Sie sprachen zu ihm: "Bist du heute diesem Volke dienstwillig, fügst dich ihnen und gibst ihnen freundlichen Bescheid, so werden sie dir allzeit Diener sein." 1Ki 12:8 Er aber kehrte sich nicht an den Rat der Alten, die ihn beraten hatten, sondern beriet sich mit den Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen. 1Ki 12:9 Er sprach zu ihnen: "Wie ratet ihr, dies Volk zu bescheiden, das zu mir gesprochen: 'Mach leichter das Joch, das uns dein Vater aufgelegt hat!'" 1Ki 12:10 Da sprachen zu ihm die Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren: "Also sprich zu diesem Volke, das zu dir gesprochen: 'Dein Vater hat uns ein schweres Joch auferlegt; mach du nun unser Joch leichter!' So sprich zu ihnen: 'Mein kleiner Finger ist stärker als meines Vaters Lenden. 1Ki 12:11 Nun denn! Mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt. Ich aber will euer Joch noch härter machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt. So will ich euch mit Skorpionen züchtigen.'" 1Ki 12:12 Am dritten Tage kam nun das ganze Volk zu Rechabeam, wie der König gesagt hatte: "Kommt am dritten Tage wieder zu mir!" 1Ki 12:13 Da fuhr der König das Volk hart an; denn er hielt sich nicht an den Rat der Alten, die ihn beraten hatten. 1Ki 12:14 Er sprach nach der Jungen Rat zu ihnen: "Mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt. Ich aber mache euer Joch noch schwerer. Mein Vater züchtigte euch mit Peitschen. Ich aber züchtige euch mit Skorpionen." 1Ki 12:15 Also gab der König dem Volk keine Gehör. Denn so war es vom Herrn verhängt worden, damit er sein Wort bestätigte, das der Herr durch den Siloniten Achia zu Nebats Sohn Jeroboam gesprochen hatte. 1Ki 12:16 So sah ganz Israel, daß der König ihnen kein Gehör schenkte. Da gab das Volk dem König diesen Bescheid. "Was haben wir gemein mit David? Wir nehmen keinen Anteil mehr am Isaisohne. Zu deinen Zelten, Israel! Nun schau nach deinem Hause, David!" So ging Israel zu seinen Zelten. 1Ki 12:17 So blieb Rechabeam nur noch König über die Israeliten, die in Judas Städten wohnten. 1Ki 12:18 Da sandte der König Rechabeam den Fronmeister Adoniram hin. Aber ganz Israel steinigte ihn zu Tode. Der König Rechabeam selbst hatte noch rasch auf seinen Wagen springen und nach Jerusalem fliehen können. 1Ki 12:19 So fiel Israel vom Davidshause ab bis auf diesen Tag. 1Ki 12:20 Als aber ganz Israel hörte, daß Jeroboam zurückgekehrt sei, sandten sie hin und ließen ihn zur Versammlung rufen. Da machten sie ihn zum König über ganz Israel. Niemand hielt mehr zu Davids Haus als allein der Stamm Juda. 1Ki 12:21 Rechabeam kam nun nach Jerusalem. Da sammelte er das ganze Haus Juda und den Stamm Benjamin. 180.000 erlesene Krieger, zum Kampfe gegen das Haus Israel, um das Königtum für Salomos Sohn Rechabeam zurückzugewinnen. 1Ki 12:22 Da erging Gottes Wort an den Gottesmann Semaja: 1Ki 12:23 "Sprich zu dem Sohne Salomos Rechabeam, dem König von Juda, und zu dem ganzen Hause Juda und zu Benjamin und zu dem übrigen Volke so: 1Ki 12:24 'So spricht der Herr: Zieht nicht hinauf und kämpft nicht gegen eure israelitischen Brüder! Kehrt alle heim! Durch mich ist es so gefügt.'" Sie hörten auf das Wort des Herrn und kehrten heim nach des Herrn Wort. 1Ki 12:25 Jeroboam baute nun Sichem auf dem Gebirge Ephraim aus und wohnte darin. Dann zog er von dort fort und baute Penuel aus. 1Ki 12:26 Jeroboam aber dachte bei sich: "Jetzt kann die Herrschaft wieder an Davids Haus zurückfallen. 1Ki 12:27 Zieht dieses Volk hinauf, Schlachtopfer im Haus des Herrn zu Jerusalem darzubringen, dann fällt das Herz dieses Volkes wieder ihrem Herrn zu, Rechabeam, dem König von Juda. Dann bringen sie mich um und kehren wieder zum König von Juda Rechabeam zurück. 1Ki 12:28 Da beriet sich der König. Dann machte er zwei goldene Kälber und sprach zu jenen: "Lange genug seid ihr nach Jerusalem hinaufgezogen. Hier, Israel, ist dein Gott, der dich aus Ägypterland geführt hat." 1Ki 12:29 Das eine stellte er zu Betel auf. Das andere tat er nach Dan. 1Ki 12:30 Dies ward Anlaß zur Sünde. Das Volk zog vor das eine bis nach Dan. 1Ki 12:31 Auch machte er ein Höhenhaus und bestellte aus des Volkes Vornehmen Priester, die nicht zu den Levisöhnen gehörten. 1Ki 12:32 Auch stiftete Jeroboam am fünfzehnten Tage des achten Monats ein Fest wie das in Juda. Er selbst stieg zum Altar hinauf. Ebenso stiftete er ein solches zu Betel, um den Kälbern zu opfern, die er gemacht hatte. Zu Betel stellte er auch die Priester für die Höhen an, die er gemacht hatte. 1Ki 12:33 Er stieg nun zu dem Altar hinauf, den er in Betel gemacht hatte, am fünfzehnten Tage des achten Monats, in dem Monat, den er sich selbst allein erdacht hatte. Und er stiftete für die Israeliten ein Fest. Eben stieg er zum Altar, um zu räuchern. 1Ki 13:1 Da kam ein Gottesmann aus Juda auf des Herrn Geheiß nach Betel. Jeroboam stand gerade am Altar, um zu räuchern. 1Ki 13:2 Jener rief gegen den Altar auf des Herrn Geheiß und sprach: "Altar! Altar! So spricht der Herr: 'Ein Sohn wird einst dem Davidshaus geboren. Josias ist sein Name. Er wird auf dir die Höhenpriester schlachten, die auf dir räuchern, und Menschenknochen wird man dann auf dir verbrennen.'" 1Ki 13:3 Auch gab er an jenem Tage ein Wahrzeichen an. Er sagte: "Dies ist das Wahrzeichen, das der Herr gibt: Der Altar wird zerbersten und die Fettasche darauf verschüttet werden." 1Ki 13:4 Der König aber hörte des Gottesmannes Wort, das dieser gegen den Altar zu Betel ausgesprochen. Da streckte Jeroboam seine Hand vom Altar herab und sprach: "Ergreifet ihn!" Da verdorrte seine Hand, die er gegen ihn ausgestreckt hatte. Er konnte sie nicht mehr an sich ziehen. 1Ki 13:5 Und der Altar barst, und die Fettasche ward vom Altare herab verschüttet, nach dem Wahrzeichen, das der Gottesmann auf des Herrn Geheiß angegeben hatte. 1Ki 13:6 Da hob der König an und sprach zum Gottesmann: "Begütige doch den Herrn, deinen Gott, und bete für mich, daß ich wieder meine Hand an mich ziehen kann!" Da begütigte der Gottesmann den Herrn, und des Königs Hand kam wieder zu ihm zurück. Sie ward wie zuvor. 1Ki 13:7 Da sprach der König zu dem Gottesmann: "Komm zu mir ins Haus und labe dich! Ich will dir ein Geschenk geben." 1Ki 13:8 Da sprach der Gottesmann zum König: "Gäbest du mir auch die Hälfte deines Hauses, so käme ich nicht mit dir. Ich esse weder Brot, noch trinke ich Wasser an diesem Orte. 1Ki 13:9 Denn so hat man mir durch des Herrn Worte befohlen: 'Iß kein Brot und trinke kein Wasser und gehe den Weg nicht wieder, den du gegangen bist!'" 1Ki 13:10 So ging er auch einen anderen Weg und kehrte nicht auf dem Weg zurück, auf dem er nach Betel gekommen war. 1Ki 13:11 Nun wohnte zu Betel ein alter Prophet. Seine Söhne kamen und erzählten ihm alles, was damals der Gottesmann zu Betel getan, und die Worte, die er zum König gesprochen. Als sie das ihrem Vater erzählten, 1Ki 13:12 fragte sie ihr Vater: "Welchen Weg ist er von dannen gezogen?" Da wiesen ihm seine Söhne den Weg, den der Gottesmann aus Juda gezogen war. 1Ki 13:13 Er sprach zu seinen Söhnen: "Sattelt mir den Esel!" Sie sattelten ihm den Esel, und er bestieg ihn. 1Ki 13:14 So ritt er dem Gottesmanne nach und fand ihn unter einer Terebinthe sitzen. Dieser sprach zu ihm: "Bist du der Gottesmann aus Juda?" Er sprach: "Ja." 1Ki 13:15 Da sprach er zu ihm: "Geh mit mir heim und iß Brot!" 1Ki 13:16 Er sprach: "Ich kann nicht mit dir umkehren und dich begleiten. Ich esse an diesem Ort kein Brot und trinke bei dir kein Wasser. 1Ki 13:17 Denn ein Wort ist an mich ergangen auf des Herrn Geheiß hin: 'Du darfst kein Brot essen und dort kein Wasser trinken. Du darfst nicht auf dem Wege, den du gegangen, zurückgehen.'" 1Ki 13:18 Da sprach er zu ihm: "Auch ich bin ein Prophet wie du. Ein Engel hat eben zu mir auf des Herrn Geheiß hin gesprochen: 'Bring ihn wieder mit dir heim, daß er Brot esse und Wasser trinke!'" So belog er ihn. 1Ki 13:19 Da kehrte er mit ihm um und aß in seinem Hause Brot und trank Wasser. 1Ki 13:20 Sie saßen eben bei Tische. Da erging das Wort des Herrn an den Propheten, der ihn zurückgeholt hatte. 1Ki 13:21 Und er rief dem Gottesmanne aus Juda also zu: "So spricht der Herr: 'Verletzt hast du des Herrn Befehl, nicht das Gebot befolgt, das dir der Herr, dein Gott, gegeben. 1Ki 13:22 Du kehrtest um und aßest Brot und trankest Wasser an dem Ort, von dem er dir gesagt: "Iß weder Brot noch trinke Wasser!" So kommt dein Leichnam nicht in deiner Väter Grab.'" 1Ki 13:23 Nachdem er Brot gegessen und hernach getrunken hatte, sattelte er ihm den Esel, dem Propheten, den er zurückgeholt hatte. 1Ki 13:24 So zog er fort. Da traf ihn unterwegs ein Löwe und tötete ihn. Sein Leichnam lag ausgestreckt auf dem Weg. Und der Esel stand daneben. Auch der Löwe blieb neben dem Leichnam stehen. 1Ki 13:25 Da kamen Leute vorüber und sahen den Leichnam auf dem Wege liegen und den Löwen bei dem Leichnam stehen. Da kamen sie und erzählten es in der Stadt, wo der alte Prophet wohnte. 1Ki 13:26 Dies hörte der Prophet, der ihn zurückgeholt hatte. Da sprach er: "Das ist der Gottesmann, der des Herrn Befehl verletzt hat. So gab der Herr ihn dem Löwen preis, der ihn zermalmte und tötete gemäß des Herrn Wort, das er zu ihm geredet hatte." 1Ki 13:27 Dann sprach er zu seinen Söhnen: "Sattelt mir den Esel!" Sie sattelten ihn. 1Ki 13:28 Da zog er fort und fand den Leichnam auf dem Wege liegen und neben dem Leichnam den Esel und den Löwen stehen. Der Löwe hatte den Leichnam nicht gefressen und den Esel nicht zermalmt. 1Ki 13:29 Da hob der Prophet den Leichnam des Gottesmannes auf, legte ihn auf den Esel und brachte ihn zurück. So kam der alte Prophet wieder zurück, die Klage zu halten und ihn zu begraben. 1Ki 13:30 Er legte seinen Leichnam in sein eigenes Grab. Und sie hielten um ihn die Klage: "Ach, mein Bruder!" 1Ki 13:31 Nachdem er ihn begraben hatte, sprach er zu seinen Söhnen: "Wenn ich sterbe, begrabt mich in dem Grabe, in dem der Gottesmann begraben ist! Neben seine Gebeine legt meine Gebeine! 1Ki 13:32 Denn das Wort trifft ein, das er auf des Herrn Geheiß ausgesprochen gegen den Altar zu Betel und alle Höhenhäuser in Samarias Städten." 1Ki 13:33 Trotzdem hatte Jeroboam nicht von seinem schlimmen Wandel gelassen; er bestellte vielmehr wieder von des Volkes Vornehmen Höhenpriester. Jeden, der es wünschte, setzte er als Höhenpriester ein. 1Ki 13:34 Er ward dadurch zur Sünde für Jeroboams Haus und Anlaß zur Vernichtung und Vertilgung vom Erdboden. 1Ki 14:1 Zu jener Zeit ward Jeroboams Sohn Abia krank. 1Ki 14:2 Da sprach Jeroboam zu seiner Gemahlin: "Mach dich auf! Verkleide dich aber, daß man nicht merke, daß du Jeroboams Gemahlin bist, und geh nach Silo! Dort ist der Prophet Achia, er, der geweissagt hat, daß ich König über dieses Volk würde. 1Ki 14:3 Nimm zehn Brote, Schafskäse und einen Krug Honig mit dir und geh zu ihm! Er wird dir kundtun, wie es dem Knaben gehen wird." 1Ki 14:4 Jeroboams Gemahlin tat so. Sie brach auf, ging nach Silo und kam in Achias Haus. Achia aber konnte nicht mehr sehen; denn seine Augen waren infolge seines Alters starr geworden. 1Ki 14:5 Aber der Herr hatte zu Achia gesprochen: "Soeben kommt das Weib Jeroboams, dich wegen ihres Sohnes zu fragen, weil er krank ist. Sprich so und so zu ihr! Wenn sie kommt, ist sie verkleidet." 1Ki 14:6 Als sie zur Türe hereinging, hörte Achia das Geräusch ihrer Tritte. Er sprach: "Komm nur herein, Jeroboams Weib! Wozu verstellst du dich? Ich bin mit Hartem an dich beauftragt. 1Ki 14:7 Auf! Sage dem Jeroboam: 'So spricht der Herr, Israels Gott: Ich habe dich aus dem Volke erhoben und dich zum Fürsten meines Volkes Israel gemacht! 1Ki 14:8 Entrissen habe ich dem Davidshaus die Herrschaft und diese dir gegeben. Du aber bist nicht wie mein Diener David, der das, was ich geboten, auch befolgt und der aus ganzem Herzen mir nachgewandelt ist, zu tun, was recht in meinen Augen. 1Ki 14:9 Du tatest Böses, mehr als alle deine Vorgänger; du gingst hin und machtest andere Götter dir, Gußbilder, mir zur Kränkung. Mich aber warfst du hinter deinen Rücken. 1Ki 14:10 Drum bringe ich Unheil über Jeroboams Haus und tilge von Jeroboam die Wandpisser, Unmündige und Mündige in Israel. Ich fege so Jeroboams Haus, wie man den Kot wegfegt. 1Ki 14:11 Wer von Jeroboam stirbt in der Stadt, den fressen Hunde, und wer im Freien stirbt, den fressen des Himmels Vögel.' So hat der Herr gesprochen. 1Ki 14:12 Du aber steh auf und geh heim! Wenn deine Füße dann die Stadt betreten, stirbt der Knabe. 1Ki 14:13 Ganz Israel wird ihn betrauern und ihn begraben. Denn er allein kommt von Jeroboam in ein Grab, weil nur an ihm sich etwas findet, was dem Herrn, Israels Gott, an Jeroboams Haus gefällt. 1Ki 14:14 Aber dann erweckt der Herr sich über Israel einen König, der Jeroboams Haus ausrottet, das heutige und das spätere. 1Ki 14:15 Der Herr schlägt Israel, daß es wie ein Rohr im Wasser schwankt, und reißt Israel aus diesem schönen Lande, das er ihren Vätern einst gegeben, und dann zerstreut er sie jenseits des Stromes, weil sie ihre heiligen Bäume fertigen und so des Herrn Eifersucht wecken. 1Ki 14:16 Preis gibt er Israel um der Sünden Jeroboams willen, die er getan, zu denen er Israel verführt hat." 1Ki 14:17 Jeroboams Weib aber stand auf und kam nach Tirsa. Als sie die Hausschwelle betrat, war der Knabe schon tot. 1Ki 14:18 Man begrub ihn, und ganz Israel betrauerte ihn nach des Herrn Wort, das er durch seinen Diener, den Propheten Abia, gesprochen hatte. 1Ki 14:19 Der Rest der Geschichte Jeroboams, wie er Krieg geführt und regiert hat, ist ja aufgezeichnet im Buch der Geschichte der Könige Israels. 1Ki 14:20 Die Zeit, die Jeroboam regierte, betrug zweiundzwanzig Jahre. Er legte sich zu seinen Vätern, und sein Sohn Nadab ward König an seiner Statt. 1Ki 14:21 Salomos Sohn Rechabeam aber regierte in Juda. Rechabeam war einundvierzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte siebzehn Jahre in Jerusalem, der Stadt, die der Herr aus allen Stämmen Israels erwählt, seinen Namen dort einzusetzen. Seine Mutter war die Ammoniterin Naama. 1Ki 14:22 Juda aber tat, was dem Herrn mißfiel, und sie erregten seine Eifersucht mehr als durch alles, was ihre Väter getan, durch ihre Sünden, die sie taten. 1Ki 14:23 Sie bauten sich gleichfalls Höhen, Steinmale und heilige Bäume auf jedem hohen Hügel und unter jedem grünen Baum. 1Ki 14:24 Selbst Tempeldirnen waren im Lande. So taten sie alle Greuel der Heiden, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte. 1Ki 14:25 Im fünften Jahre des Königs Rechabeam zog Ägyptens König Sisak gegen Jerusalem. 1Ki 14:26 Er nahm die Schätze aus dem Hause des Herrn und die Schätze des königlichen Hauses. Alles nahm er mit. Auch die goldenen Schilde, die Salomo gemacht, nahm er mit. 1Ki 14:27 An ihrer Statt machte der König Rechabeam eherne Schilde und gab sie in die Obhut der Obersten der Läufer, die an der Pforte des königlichen Hauses Wache hielten. 1Ki 14:28 Sooft der König in das Haus des Herrn ging, trugen sie die Läufer und brachten sie hernach in das Gemach der Läufer zurück. 1Ki 14:29 Ist der Rest der Geschichte Rechabeams und alles dessen, was er getan, nicht im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgezeichnet? 1Ki 14:30 Zwischen Rechabeam und Jeroboam aber war allezeit Krieg. 1Ki 14:31 Rechabeam legte sich nun zu seinen Vätern und ward bei seinen Vätern in der Davidsstadt begraben. Seine Mutter hieß Naama und war eine Ammoniterin. Und sein Sohn Abia ward an seiner Statt König. 1Ki 15:1 Im achtzehnten Jahre des Königs Jeroboam, des Nabatsohnes, ward Abia König in Juda. 1Ki 15:2 Er regierte zu Jerusalem drei Jahre, und seine Mutter hieß Maaka, des Abisalom Tochter. 1Ki 15:3 Er wandelte in allen Sünden seines Vaters, die er vor ihm getan hatte, und sein Herz war nicht ganz beim Herrn, seinem Gott, wie seines Vaters David Herz. 1Ki 15:4 Denn nur um Davids willen hatte ihm der Herr, sein Gott, eine Leuchte zu Jerusalem gelassen, daß er seinen Sohn nach ihm erstehen und Jerusalem bestehen ließ. 1Ki 15:5 Denn David hatte getan, was recht war in den Augen des Herrn, und war in nichts abgewichen von dem, was er ihm geboten, sein ganzes Leben lang, außer in der Sache des Chittiters Urias. 1Ki 15:6 Zwischen Rechabeam und Jeroboam aber war zeitlebens Krieg. 1Ki 15:7 Ist der Rest der Geschichte Abias und alles dessen, was er getan, nicht im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgeschrieben? Auch zwischen Abia und Jeroboam war Krieg. 1Ki 15:8 Als sich Abia zu seinen Vätern legte, begrub man ihn in der Davidsstadt, und sein Sohn Asa ward an seiner Statt König. 1Ki 15:9 Im zwanzigsten Jahre des israelitischen Königs Jeroboam ward Asa König in Juda. 1Ki 15:10 Er regierte in Jerusalem einundvierzig Jahre. Seine Mutter hieß Maaka, des Abisalom Tochter. 1Ki 15:11 Asa tat, wie sein Ahne David, was recht war in des Herrn Augen. 1Ki 15:12 So trieb er die Tempeldirnen aus dem Land und beseitigte all die Schandgestalten, die seine Väter gemacht hatten. 1Ki 15:13 Auch seine Mutter Maaka setzte er als Herrin ab, weil sie ein Schandbild der Aschera gemacht hatte. Asa hieb ihr Schandbild um und verbrannte es im Kidrontal. 1Ki 15:14 Die Höhen aber waren nicht beseitigt worden. Doch blieb Asas Herz ganz beim Herrn sein Leben lang. 1Ki 15:15 Er brachte seines Vaters Weihegaben und seine eigenen Gaben in das Haus des Herrn, Silber, Gold und Geräte. 1Ki 15:16 Zwischen Asa und Baësa, Israels König, aber war immer Krieg. 1Ki 15:17 Israels König Baësa nun zog gegen Juda und baute Rama aus, um dem Judakönig Asa Aus- und Einzug zu versperren. 1Ki 15:18 Da nahm Asa alles Silber und Gold in den Schatzkammern des Hauses und die Schätze im königlichen Haus und händigte sie seinen Dienern ein. Dann sandte sie der König Asa zu dem König von Aram, Benhadad, dem Sohn des Tabrimmon und Chesjons Enkel, der zu Damaskus saß, und ließ ihm sagen: 1Ki 15:19 "Zwischen mir und dir sei ein Bund, wie zwischen meinem und deinem Vater! Hier sende ich dir ein Geschenk an Silber und Gold. Wohlan! Brich deinen Bund mit Israels König Baësa! Dann zieht er von mir ab." 1Ki 15:20 Benhadad nun hörte auf König Asa und sandte seine Heeresobersten gegen die Städte Israels. Er verheerte ljjon, Dan, Abel Bet Maaka und ganz Kinerot samt dem ganzen Land Naphtali. 1Ki 15:21 Als dies Baësa vernahm, ließ er den Ausbau von Rama und blieb in Tirsa. 1Ki 15:22 Nun hatte der König Asa ganz Juda aufgeboten; keiner war davon befreit, und sie schafften die Steine und Balken fort, mit denen Baësa Rama ausgebaut hatte. König Asa baute damit Geba in Benjamin und Mispa aus. 1Ki 15:23 Ist der Rest der Geschichte Asas und all seine Heldentaten und alles, was er sonst getan, sowie die Städte, die er ausgebaut, nicht im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgezeichnet? Im Alter aber litt er an kranken Füßen. 1Ki 15:24 Als sich Asa zu seinen Vätern legte, ward er bei seinen Vätern in der Davidsstadt begraben. Sein Sohn Josaphat ward an seiner Statt König. 1Ki 15:25 Jeroboams Sohn Nadab war in Israel König geworden im zweiten Jahre des Judakönigs Asa. Er regierte über Israel zwei Jahre. 1Ki 15:26 Und er tat, was dem Herrn mißfiel, Und wandelte auf seines Vaters Weg und in seiner Sünde, zu der er Israel verführt hatte. 1Ki 15:27 Achias Sohn Baësa vom Hause Issakar aber verschwor sich gegen ihn. Und Baësa erschlug ihn zu Gibbeton, das den Philistern gehörte, als Nadab mit ganz Israel Gibbeton belagerte. 1Ki 15:28 So tötete ihn Baësa im dritten Jahre des Judakönigs Asa und ward an seiner Statt König. 1Ki 15:29 Sobald er König geworden war, schlug er Jeroboams ganzes Haus. Er ließ von Jeroboam nichts übrig, was Odem hatte, bis er es vertilgt hatte, nach des Herrn Wort, das er durch seinen Diener Achia, den Siloniter, gesprochen hatte, 1Ki 15:30 Und zwar wegen Jeroboams Sünden, die er getan und zu denen er Israel verleitet durch das Ärgernis, durch das er dem Herrn, Israels Gott, eine Kränkung bereitet hatte. 1Ki 15:31 Ist der Rest der Geschichte Nadabs und alles dessen, was er getan, nicht im Buch der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 1Ki 15:32 Zwischen Asa und dem König Israels, Baësa, aber war immer Krieg. 1Ki 15:33 Im dritten Jahre des Judakönigs Asa ward des Achia Sohn Baësa König über Israels ganzen Rest zu Tirsa für vierundzwanzig Jahre. 1Ki 15:34 Er tat, was dem Herrn mißfiel, und wandelte auf Jeroboams Weg und in seiner Sünde, zu der er Israel verführt hatte. 1Ki 16:1 Das Wort des Herrn erging nun an Chananis Sohn Jehu gegen Baësa also: 1Ki 16:2 "Ich habe dich aus dem Staub erhoben, dich zum Fürsten meines Volkes Israel gemacht. Du aber gingest auf Jeroboams Pfad, und du verführtest Israel, mein Volk, zur Sünde, so daß sie mich durch ihre Frevel kränkten. 1Ki 16:3 So fege ich denn Baësa mit seinem Hause weg. Und ich verfahre so mit deinem Haus, wie mit des Nebatsohnes Jeroboam Haus. 1Ki 16:4 Wer da von Baësa stirbt in der Stadt, den fressen die Hunde, und wer im Freien stirbt, den fressen da des Himmels Vögel." 1Ki 16:5 Ist der Rest der Geschichte Baësas, was er getan, und seine tapferen Taten nicht im Buch der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 1Ki 16:6 Als sich Baësa zu seinen Vätern legte, ward er in Tirsa begraben. An seiner Statt ward sein Sohn Ela König. 1Ki 16:7 Beigefügt sei, daß durch den Propheten Jehu, Chananis Sohn, das Wort des Herrn an Baësas und sein Haus ergangen ist, einmal wegen all des Bösen, das er in des Herrn Augen getan, um ihn durch seiner Hände Machwerk zu kränken, so daß er dem Hause Jeroboams gleich ward, sodann, weil er jenen erschlagen hatte. 1Ki 16:8 Im sechsundzwanzigsten Jahre des Judakönigs Asa ward Baësas Sohn Ela König über Israel zu Tirsa für zwei Jahre. 1Ki 16:9 Gegen ihn verschwor sich sein Diener Zimri, Oberster der einen Hälfte der Streitwagen. Er selbst berauschte sich beim Zechen zu Tirsa im Hause des Arsa, der dem Hause zu Tirsa vorstand. 1Ki 16:10 Zimri kam und schlug ihn tot im siebenundzwanzigsten Jahre des Judakönigs Asa. Er ward an seiner Statt König. 1Ki 16:11 Als der König auf dem Throne saß, schlug er Baësas ganzes Haus. Er ließ davon nichts übrig, was an die Wand pißt, samt seinen Verwandten und Freunden. 1Ki 16:12 So vertilgte Zimri Baësas ganzes Haus nach des Herrn Wort, das er aber Baësa durch den Propheten Jehu gesprochen hatte, 1Ki 16:13 wegen all der Sünden Baësas und seines Sohnes Ela Frevel, die sie selbst getan, und zu denen sie Israel verführt hatten, um den Herrn, Israels Gott, durch ihre Nichtigkeiten zu kränken. 1Ki 16:14 Ist der Rest der Geschichte Elas und alles, was er getan, nicht im Buch der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 1Ki 16:15 Im siebenundzwanzigsten Jahre des Judakönigs Asa ward Zimri für sieben Tage zu Tirsa König. Das Kriegsvolk aber lagerte vor Gibbeton, das den Philistern gehörte. 1Ki 16:16 Da hörte das Volk im Lager die Kunde, Zimri habe sich verschworen und sogar den König erschlagen. Da machte ganz Israel den Omri, Israels Feldhauptmann, an jenem Tage im Lager zum König. 1Ki 16:17 Dann zogen Omri und ganz Israel mit ihm von Gibbeton ab, und sie belagerten Tirsa. 1Ki 16:18 Als Zimri sah, daß die Stadt genommen sei, kam er in des königlichen Hauses Hochburg und steckte das königliche Haus über sich in Brand. So starb er 1Ki 16:19 wegen seiner Sünden, die er begangen, indem er tat, was dem Herrn mißfällig war. Er wandelte dabei auf Jeroboams Weg und in seiner Sünde, die er getan, um Israel zur Sünde zu verführen. 1Ki 16:20 Ist nicht der Rest der Geschichte Zimris und seine Verschwörung im Buch der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 1Ki 16:21 Damals spaltete sich das Volk Israel in zwei Teile. Die eine Hälfte des Volkes hielt sich an Ginats Sohn Tibni, ihn zum König zu machen, die andere Hälfte an Omri. 1Ki 16:22 Das Volk aber, das sich an Omri hielt, überwand das Volk, das sich an den Ginatsohn Tibni hielt. So starb Tibni, und Omri ward König. 1Ki 16:23 Im einunddreißigsten Jahre des Judakönigs Asa ward Omri König in Israel für zwölf Jahre. Er regierte sechs Jahre in Tirsa. 1Ki 16:24 Dann kaufte er den Berg von Samaria von Semer um zwei Talente Silbers, bebaute den Berg und benannte die Stadt, die er gebaut, nach dem Namen des früheren Besitzers des Berges Semer Samaria. 1Ki 16:25 Auch Omri tat, was dem Herrn mißfiel, und trieb es ärger als alle seine Vorgänger. 1Ki 16:26 Er ging ganz auf des Nebatsohnes Jeroboam Weg und in seinen Sünden, zu denen er Israel verführt hatte, um den Herrn, Israels Gott, durch ihre Nichtigkeiten zu kränken. 1Ki 16:27 Ist nicht der Rest der Taten, die Omri tat, und seine Tapferkeit, die er bewiesen, im Buche der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 1Ki 16:28 Als sich Omri zu seinen Vätern legte, ward er zu Samaria begraben. Sein Sohn Achab ward an seiner Statt König. 1Ki 16:29 Omris Sohn Achab ward über Israel König im achtunddreißigsten Jahre des Judakönigs Asa. 1Ki 16:30 Omris Sohn Achab regierte über Israel zu Samaria zweiundzwanzig Jahre. Achab, Omris Sohn, aber tat, was dem Herrn mißfiel, mehr als alle seine Vorgänger. 1Ki 16:31 Das war noch das Geringste, daß er in des Nebatsohnes Jeroboam Sünden wandelte. Er nahm auch des Sidonierkönigs Etbaal Tochter Izebel zum Weib, diente dem Baal und betete ihn an. 1Ki 16:32 Auch errichtete er dem Baal einen Altar in des Baals Haus, das er zu Samaria erbaut hatte. 1Ki 16:33 Sodann stellte Achab die Aschera auf. Noch anderes tat Achab und kränkte den Herrn, Israels Gott, mehr als alle Könige Israels, die vor ihm waren. 1Ki 16:34 zu seiner Zeit baute Chiel von Betel Jericho auf. Mit seinem Erstgeborenen Abiram legte er seinen Grund und mit seinem jüngsten Segub setzte er seine Tore ein, nach des Herrn Wort, das er durch Nuns Sohn Josue gesprochen hatte. 1Ki 17:1 Der Tisbiter Elias von den Beisassen Gileads aber sprach zu Achab: "So wahr der Herr, Israels Gott, lebt, vor dem ich stehe! In diesen nächsten Jahren fällt weder Tau noch Regen, außer es geschähe auf mein Wort." 1Ki 17:2 Dann erging an ihn des Herrn Wort also: 1Ki 17:3 "Geh von dannen und wende dich gen Osten! Verbirg dich an dem Bache Kerit, östlich vom Jordan. 1Ki 17:4 Aus dem Bache sollst du trinken, und Raben heiße ich, dich dort zu ernähren!" 1Ki 17:5 Er ging und tat nach des Herrn Wort. Er ließ sich am Bache Kerit nieder, östlich vom Jordan. 1Ki 17:6 Und die Raben brachten ihm Brot und Fleisch, morgens und abends, und aus dem Bache trank er. 1Ki 17:7 Nach einiger Zeit versiegte aber der Bach; denn im Lande war kein Regen gefallen. 1Ki 17:8 Da erging an ihn des Herrn Wort also: 1Ki 17:9 "Auf! Geh nach Sarepta bei Sidon und bleibe dort! Ich habe dort einer Witwe geboten, dich zu pflegen." 1Ki 17:10 So brach er auf und ging nach Sarepta. Als er zum Stadttor kam, war dort gerade eine Witwe, die Holz auflas. Er rief ihr zu und sprach: "Hol mir in einem Gefäß ein wenig Wasser, daß ich trinke!" 1Ki 17:11 Sie ging, es zu holen. Da rief er ihr nach und sprach: "Bring mir doch einen Bissen Brot mit!" 1Ki 17:12 Sie sprach: "So wahr der Herr, dein Gott, lebt! Ich habe nichts Gebackenes, nur noch eine Handvoll Mehl im Topf und im Krug ein wenig Öl. Eben lese ich ein paar Holzstücke auf. Dann gehe ich heim und bereite es für mich und meinen Sohn. Haben wir es verzehrt, dann wollen wir sterben." 1Ki 17:13 Elias sprach zu ihr: "Sei unbesorgt! Geh heim und tu, wie du gesagt! Doch mache mir davon zuerst einen kleinen Kuchen und bring ihn mir her! Für dich und deinen Sohn mach hernach einen solchen! 1Ki 17:14 Denn so spricht der Herr, Israels Gott: 'Das Mehl im Topfe geht nicht aus, der Ölkrug wird nicht leer, bis zu dem Tage, da der Herr zur Erde Regen sendet.'" 1Ki 17:15 Sie ging und tat, was Elias gesagt. Und sie aßen davon, sie, er und ihr Haus, eine Zeitlang. 1Ki 17:16 Das Mehl im Topfe aber ging nicht aus, und der Krug mit Öl ward nicht leer, nach des Herrn Wort, das er durch Elias geredet hatte. 1Ki 17:17 Nach diesen Begebnissen erkrankte der Sohn des Weibes, der Hauswirtin, und seine Krankheit steigerte sich, bis daß kein Odem mehr in ihm blieb. 1Ki 17:18 Da sprach sie zu Elias: "Was habe ich mit dir zu schaffen, Gottesmann? Du bist zu mir gekommen, meine Schuld zu rügen und meinen Sohn zu töten." 1Ki 17:19 Er sprach zu ihr: "Gib mir deinen Sohn!" Und er nahm ihn aus ihrem Schoß, trug ihn in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. 1Ki 17:20 Dann rief er zum Herrn und sprach: "Herr, mein Gott! Tust Du sogar der Witwe, bei der ich zu Gast bin, so übel, daß Du ihren Sohn sterben lässest?" 1Ki 17:21 Dann streckte er sich dreimal über den Knaben, rief den Herrn an und sprach: "Herr, mein Gott! Möge dieses Knaben Seele in sein Inneres zurückkehren!" 1Ki 17:22 Und der Herr hörte auf das Rufen des Elias. Und die Seele des Knaben kehrte in sein Inneres zurück, und er ward wieder lebendig. 1Ki 17:23 Da nahm Elias den Knaben, brachte ihn vom Obergemach ins Haus hinab und gab ihn seiner Mutter. Und Elias sprach: "Siehe da! Dein Sohn lebt!" 1Ki 17:24 Da sprach das Weib zu Elias: "Jetzt weiß ich, daß du ein Gottesmann bist und daß des Herrn Wort in deinem Munde Wahrheit ist." 1Ki 18:1 Lange Zeit verging. Da erging des Herrn Wort an Elias im dritten Jahre also: "Auf! Zeige dich dem Achab! Ich will Regen auf die Erde senden. 1Ki 18:2 Da ging Elias, sich Achab zu zeigen. Die Hungersnot aber war stark in Samaria. 1Ki 18:3 Und so rief Achab seinen Hausvorstand Obadja. Obadja aber fürchtete den Herrn sehr. 1Ki 18:4 Damals, als Izebel die Propheten des Herrn ausrottete, holte Obadja hundert Propheten und versteckte sie, je fünfzig in einer Höhle, und versorgte sie mit Brot und Wasser. 1Ki 18:5 Achab sprach also zu Obadja: "Geh im Lande zu allen Wasserquellen und allen Bächen! Vielleicht finden wir Gras und erhalten damit Roß und Maultiere am Leben und müssen nichts vom Vieh eingehen lassen." 1Ki 18:6 So teilten sie sich in das Land, es zu durchziehen. Achab aber zog auf dem einen Weg allein und Obadja auf dem anderen allein. 1Ki 18:7 Als Obadja unterwegs war, kam ihm Elias entgegen. Er erkannte ihn, fiel auf sein Antlitz und sprach: "Bist du es, mein Herr Elias?" 1Ki 18:8 Dieser sprach zu ihm: "Ich bin es. Auf! Sag deinem Herrn: 'Elias ist da!'" 1Ki 18:9 Er sprach: "Was habe ich verschuldet, daß du deinen Sklaven in die Hand des Achab geben willst, daß er mich töte? 1Ki 18:10 So wahr der Herr, dein Gott, lebt! Es gibt kein Volk und kein Reich, wohin mich mein Herr nicht geschickt, dich zu suchen. Und sprächen sie: 'Er ist nicht hier', dann ließe ich das Reich und das Volk schwören, daß sie dich nicht finden. 1Ki 18:11 Und da sprichst du jetzt: 'Auf! Sag deinem Herrn: Elias ist da!' 1Ki 18:12 Ginge ich von dir weg, so entführte dich des Herrn Geist, ich weiß nicht, wohin, und käme ich, es Achab zu melden, und fände er dich nicht, so erschlüge er mich. Und doch fürchtet dein Sklave den Herrn von Jugend auf. 1Ki 18:13 Ist meinem Herrn nicht berichtet worden, was ich getan, als Izebel des Herrn Propheten tötete, daß ich von den Propheten des Herrn hundert Mann, je fünfzig in einer Höhle, versteckte und sie mit Brot und Wasser versorgte? 1Ki 18:14 Und da sprichst du jetzt: 'Geh und sage deinem Herrn: Elias ist da!' Er bringt mich um." 1Ki 18:15 Elias sprach: "So wahr der Herr der Heerscharen lebt, vor dem ich stehe! Noch heute zeige ich mich ihm." 1Ki 18:16 Da ging Obadja Achab entgegen und sagte es ihm. Und Achab ging Elias entgegen. 1Ki 18:17 Als nun Achab den Elias erblickte, sprach Achab zu ihm: "Bist du da, du Unglücksbringer Israels?" 1Ki 18:18 Er sprach: "Nicht ich habe Israel ins Unglück gebracht, sondern du und das Haus deines Vaters. Ihr verließet des Herrn Gebote, und du folgtest den Baalen. 1Ki 18:19 Nun aber sende hin und versammle zu mir ganz Israel auf dem Berge Karmel und auch die 450 Baalspropheten samt den 400 Ascherapropheten, die an Izebels Tisch essen!" 1Ki 18:20 Da sandte Achab zu allen Israeliten und lud die Propheten auf den Berg Karmel. 1Ki 18:21 Da trat Elias zum ganzen Volk und sprach: "Wie lange hinket ihr nach beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so folgt ihm. Ist es aber Baal, so folgt diesem!" Das Volk aber erwiderte ihm nichts. 1Ki 18:22 Da sprach Elias zum Volk: "Ich bin allein übrig als Prophet des Herrn. Der Baalspropheten dagegen sind es 450 Mann. 1Ki 18:23 So gebe man uns zwei Farren! Sie mögen sich einen Farren wählen, zerstückeln und auf das Holz legen, ohne Feuer anzumachen! Ich richte den anderen Farren her und lege ihn auf das Holz, zünde aber auch kein Feuer an. 1Ki 18:24 Dann ruft ihr eures Gottes Namen an, und ich rufe den Namen des Herrn an. Der Gott, der mit Feuer antwortet, ist der Gott." Da antwortete das ganze Volk und sprach: "Der Vorschlag ist gut." 1Ki 18:25 Darauf sprach Elias zu den Baalspropheten: "Wählt euch den einen Farren und richtet ihn zuerst zu! Denn ihr seid die Mehrzahl. Und ruft eures Gottes Namen an! Aber Feuer legt nicht daran!" 1Ki 18:26 Da nahmen sie den Farren, den man ihnen gab, und richteten ihn her. Dann riefen sie den Namen des Baal an, vom Morgen bis zum Mittag: "Baal, erhöre uns!" Aber da gab es keinen Laut und keine Antwort. Und sie hinkten um den Altar, den man gemacht hatte. 1Ki 18:27 Am Mittag verspottete sie Elias und sprach: "Ruft recht laut! Obgleich er Gott ist, so ist er wohl in Gedanken oder ist beiseite gegangen oder auf Reisen! Vielleicht schläft er gar und wird dann aufwachen." 1Ki 18:28 Da riefen sie noch lauter und machten sich nach ihrem Brauch Einschnitte mit Schwertern und Spießen, bis an ihnen Blut herabrann, 1Ki 18:29 Als der Mittag vorüber war, rasteten sie bis zur Zeit der Darbringung des Speiseopfers. Aber kein Laut, keine Antwort! Nichts war zu merken. 1Ki 18:30 Da sprach Elias zum ganzen Volke: "Tretet zu mir her!" Da trat alles Volk zu ihm. Da besserte er den eingerissenen Altar des Herrn aus. 1Ki 18:31 Elias nahm nämlich zwölf Steine nach der Zahl der Stämme der Söhne Jakobs, an den des Herrn Wort ergangen: "Israel sei dein Name!" 1Ki 18:32 Aus den Steinen baute er einen Altar im Namen des Herrn und machte einen Graben, der an zwei Maß Korn faßte, rings um den Altar. 1Ki 18:33 Dann schichtete er das Holz, zerstückte den Farren und legte ihn auf das Holz. 1Ki 18:34 Dann sprach er: "Füllt vier Eimer mit Wasser und gießt es auf das Brandopfer und das Holz!" Dann sprach er: "Tut es noch einmal!" Sie taten es noch einmal. Dann sprach er: "Tut es zum drittenmal!" Und sie taten es zum drittenmal. - 1Ki 18:35 Und das Wasser floß rings um den Altar, und auch den Graben füllte das Wasser. 1Ki 18:36 Um die Zeit der Darbringung des Speiseopfers trat nun der Prophet Elias hin und sprach: "Herr, Du Gott Abrahams, Isaaks und Israels! Heute werde kund, daß Du Gott bist in Israel und ich Dein Knecht und daß ich all dies auf Dein Geheiß getan habe! 1Ki 18:37 Erhöre mich, Herr, erhöre mich, daß dies Volk erkenne, daß Du, Herr, der wahre Gott bist! Bekehre ihre Herzen!" 1Ki 18:38 Da:fiel des Herrn Feuer herab, verzehrte das Brandopfer, das Holz, die Steine und das Erdreich und leckte das Wasser im Graben auf. 1Ki 18:39 Das ganze Volk sah es. Da fielen sie auf ihr Antlitz und riefen: "Der Herr ist der wahre Gott. Der Herr ist der wahre Gott." 1Ki 18:40 Da sprach Elias zu ihnen. "Ergreift die Baalspropheten! Keiner von ihnen entkomme!" Sie ergriffen sie. Elias führte sie an den Kisonbach und schlachtete sie dort ab. 1Ki 18:41 Dann sprach Elias zu Achab: "Geh hinauf! Iß und trink! Schon läßt sich das Rauschen des Regens hören." 1Ki 18:42 Da ging Achab hinauf, zu essen und zu trinken. Elias aber stieg auf den Gipfel des Karmel, bückte sich zur Erde und legte sein Antlitz zwischen seine Knie. 1Ki 18:43 Dann sprach er zu seinem Diener: "Geh doch hinauf und schaue westwärts!" Er ging hinauf, blickte aus und sprach: "Nichts ist da." Er sprach: "Gehe noch siebenmal hin!" 1Ki 18:44 Beim siebtenmal sprach er: "Eine Wolke, klein wie eine Manneshand, steigt aus dem Meer." Da sprach er: "Geh hinauf und sage zu Achab: 'Spann an und fahr hinab! Daß dich nicht der Regen aufhalte!'" 1Ki 18:45 Inzwischen ward der Himmel schwarz von Gewitterwolken, und ein starker Regen fiel. Achab fuhr nun ab und kam nach Jezreel. 1Ki 18:46 Über Elias aber kam des Herrn Hand. Er gürtete seine Lenden und lief vor Achab bis Jezreel her. 1Ki 19:1 Achab aber erzählte Izebel alles, was Elias getan, und daß er alle Propheten mit dem Schwert getötet hatte. 1Ki 19:2 Da sandte Izebel an Elias einen Boten und ließ ihm sagen: "Die Götter sollen das tun und das beifügen, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dein Leben dem Ihrigen gleich mache!" 1Ki 19:3 Da bekam er Angst. Er brach auf und ging, sein Leben zu retten. So kam er nach Beerseba in Juda. Hier ließ er seinen Diener zurück. 1Ki 19:4 Er aber ging in die Wüste, eine Tagereise weit hinein. Er kam und setzte sich unter einen Ginsterbusch. Da wünschte er zu sterben. Er sprach. "Es ist genug. Nimm, Herr, jetzt mein Leben! Denn ich bin nicht mehr wert als meine Väter." 1Ki 19:5 Dann legte er sich hin und schlief unter einem Ginsterstrauch. Und siehe, da berührte ihn ein Engel und sprach zu ihm: "Steh auf und iß!" 1Ki 19:6 Er schaute. Da war zu seinen Häupten ein gerösteter Kuchen und ein Krug mit Wasser. Er aß und trank und legte sich wieder hin. 1Ki 19:7 Da kam des Herrn Engel zum zweitenmal, berührte ihn und sprach: "Steh auf und iß! Sonst ist der Weg für dich zu weit." 1Ki 19:8 Da stand er auf, aß und trank und ging in der Kraft dieser Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Gottesberg Horeb. 1Ki 19:9 Dort trat er in eine Höhle und blieb hier über Nacht. Da erging das Wort des Herrn an ihn, und er sprach zu ihm: "Was willst du hier, Elias?" 1Ki 19:10 Er sprach: "Ich habe für den Herrn, den Gott der Heerscharen, geeifert. Denn die Söhne Israels haben Deinen Bund verlassen, Deine Altäre niedergerissen und Deine Propheten mit dem Schwerte getötet. Nur ich alleine bin übrig. Nun trachten sie auch mir nach dem Leben." 1Ki 19:11 Er sprach: "Geh hinaus und tritt auf den Berg vor den Herrn!" Da zog der Herr vorüber. Vor dem Herrn zog ein großer, heftiger Sturmwind einher, Berge rüttelnd und Felsen schütternd. Aber der Herr war nicht im Sturme. Nach dem Sturme kam ein Erdbeben. Aber der Herr war nicht im Erdbeben. 1Ki 19:12 Nach dem Erdbeben kam Feuer. Aber der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam eine leise, feine Stimme. 1Ki 19:13 Als Elias dies hörte, hüllte er sein Antlitz in seinen Mantel, ging hinaus und trat an den Eingang der Höhle. Da redete ihn eine Stimme an und sprach: "Was willst du hier, Elias?" 1Ki 19:14 Er sprach: "Ich habe für den Herrn, den Gott der Heerscharen, geeifert. Denn die Israeliten haben Deinen Bund verlassen, Deine Altäre niedergerissen und Deine Propheten mit dem Schwerte getötet. Ich allein bin übrig. Aber sie trachten auch mir nach dem Leben." 1Ki 19:15 Da sprach der Herr zu ihm: "Auf! Kehr um auf deinem Weg nach der Wüste von Damaskus! Geh hinein und salbe Chazael zum König über Aram! 1Ki 19:16 Auch Jehu, Nimsis Sohn, sollst du zum König über Israel salben! Dann sollst du Elisäus, Saphats Sohn, von Abel Mechola, zum Propheten an deiner Statt salben! 1Ki 19:17 Wer dem Schwerte Chazaels entrinnt, den tötet Jehu, und wer Jehus Schwert entrinnt, den tötet Elisäus. 1Ki 19:18 Doch lasse ich in Israel 7.000 übrig, alle Knie, die sich nicht vor Baal gebeugt, und jeden Mund, der ihn nicht geküßt hat." 1Ki 19:19 So ging er von dannen und traf Saphats Sohn Elisäus, der pflügte. Zwölf Paare waren bei ihm. Er selber war beim zwölften. Da ging Elias zu ihm hinüber und warf auf ihn seinen Mantel. 1Ki 19:20 Da ließ er die Rinder, eilte Elias nach und sprach: "Laß mich Vater und Mutter küssen! Dann folge ich dir." Er sprach: "Geh und komm wieder! Was habe ich mit dir zu tun?" 1Ki 19:21 So ging er von ihm, nahm das Rinderpaar und schlachtete es. Mit dem Geschirr der Rinder kochte er das Fleisch und gab es den Leuten zum Essen. Dann brach er auf, folgte Elias und ward sein Diener. 1Ki 20:1 Benhadad, Arams König, aber zog sein ganzes Heer zusammen. Zweiunddreißig Könige waren bei ihm samt Rossen und Wagen. So zog er heran, schloß Samaria ein und berannte es. 1Ki 20:2 Er sandte zu Achab, Israels König, Boten in die Stadt 1Ki 20:3 und ließ ihm sagen: "So spricht Benhadad: 'Dein Silber und Gold ist mein. Doch deine Weiber und deine tüchtigen Söhne sollen dir verbleiben.'" 1Ki 20:4 Da antwortete ihm Israels König: "Nach deinem Worte, mein Herr und König! Dein bin ich und alles, was mein ist." 1Ki 20:5 Die Boten aber kamen wieder und sprachen: "So spricht Benhadad: 'Ich habe dir entboten: Dein Silber und Gold, aber auch deine Weiber und deine Söhne sollst du mir geben. 1Ki 20:6 Wenn ich morgen um diese Zeit meine Diener zu dir sende, durchsuchen sie dein Haus und deiner Diener Häuser. Dann nehmen sie alles, was dir teuer ist, und tragen es fort.'" 1Ki 20:7 Da berief Israels König alle Ältesten des Landes und sprach: "Erkennet und sehet, daß dieser Böses vorhat! Denn er schickt jetzt zu mir wegen meiner Weiber und meiner Söhne. Wäre es bloß Silber und Gold, dann versagte ich es ihm nicht." 1Ki 20:8 Da sprachen alle Ältesten und das ganze Volk zu ihm: "Hör nicht darauf und willige nicht ein!" 1Ki 20:9 Da sprach er zu Benhadads Boten: "Sagt meinem Herrn, dem König: 'Alles, was du zuerst deinem Knecht entboten hast, will ich tun. Aber dies kann ich nicht tun.'" Die Boten gingen nun und brachten ihm den Bescheid. 1Ki 20:10 Da sandte Benhadad zu ihm und ließ sagen: "Die Götter mögen mir dies und das tun, wenn der Schutt Samarias allen meinen Leuten bei mir die hohlen Hände füllen könnte!" 1Ki 20:11 Da erwiderte Israels König und sprach: "Meldet! Wer sich erst wappnet, rühme sich nicht schon gleich dem, der die Rüstung wieder ablegt!" 1Ki 20:12 Er hörte diese Antwort, als er eben mit den Königen in den Zelten zechte. Da sprach er zu seinen Dienern: "Greift an!" Da griffen sie die Stadt an. 1Ki 20:13 Da trat ein Prophet zu Israels König Achab und sprach: "So spricht der Herr: 'Siehst du diesen ganzen großen Haufen? Ich gebe ihn heute in deine Hand, damit du erkennest, daß ich der Herr bin.'" 1Ki 20:14 Da sprach Achab: "Durch wen?" Er sprach: "So spricht der Herr: 'Durch die Jungmannschaft der Landvögte.'" Er sprach: "Wer soll den Kampf eröffnen?" Er sagte: "Du." 1Ki 20:15 So musterte er die Jungmannschaft der Landvögte. Es waren 232. Hernach musterte er das ganze Volk, alle Israeliten, 7.000. 1Ki 20:16 Sie rückten nun am Mittag aus. Benhadad zechte eben in den Lauben bis zur Trunkenheit, er und die zweiunddreißig Könige, die ihm beistanden. 1Ki 20:17 So rückte die Jungmannschaft der Landvögte zuerst aus. Da sandte man zu Benhadad und ließ ihm melden: "Aus Samaria rückt Mannschaft aus." 1Ki 20:18 Er sprach: "Ziehen sie in Frieden aus, dann fangt sie lebendig! Ziehen sie aber zum Kampf aus, dann fangt sie auch lebendig!" 1Ki 20:19 Jene aber zogen aus der Stadt, der Landvögte Jungmannschaft und das Heer, das ihnen nachzog. 1Ki 20:20 Da schlugen sie, jeder seinen Mann. Die Aramäer flohen, und Israel verfolgte sie. Arams König Benhadad aber entrann auf einem Reitpferd. 1Ki 20:21 Dann zog Israels König aus und schlug die Rosse und die Wagen. So schlug er die Aramäer gewaltig. 1Ki 20:22 Da trat der Prophet zum König von Israel und sprach zu ihm: "Wohlan! Verstärke dich und siehe wohl zu, was du tun willst! Denn im nächsten Jahr zieht Arams König wieder gegen dich." 1Ki 20:23 Nun sprachen die Diener des Königs von Aram zu ihm: "Ihre Götter sind Berggötter. Deshalb haben sie uns besiegt. Kämpften wir aber in der Ebene mit ihnen, dann besiegten wir sie sicherlich. 1Ki 20:24 Tu dies also: Entsetze die Könige, jeden seiner Stellung, und ersetze sie durch Statthalter! 1Ki 20:25 Dann sollst du dir selbst ein Heer zusammenbringen wie das Heer, das dir abhanden gekommen, und Rosse und Wagen wie jene früheren Dann wollen wir sie in der Ebene bekämpfen. Wir werden sie sicherlich besiegen." Und er hörte auf ihren Rat und tat so. 1Ki 20:26 Im nächsten Jahre musterte Benhadad die Aramäer. Dann zog er nach Aphek zum Kampf mit Israel hinauf. 1Ki 20:27 Auch die Israeliten wurden gemustert und mit Mundvorrat versorgt. Dann zogen sie jenen entgegen. Die Israeliten aber lagerten ihnen gegenüber wie ein paar erschöpfte Ziegen. Die Aramäer aber füllten das Land. 1Ki 20:28 Da trat der Gottesmann herzu und sprach zum König von Israel und sagte: "So spricht der Herr: 'Weil die von Aram ausgesagt, ein Berggott sei der Herr, doch nicht ein Gott der Täler, so gebe ich in deine Hand den ganzen großen Haufen hier, auf daß ihr seht: Ich bin der Herr.'" 1Ki 20:29 So lagerten die einen den anderen sieben Tage gegenüber. Am siebten Tage aber begann die Schlacht, und die Israeliten schlugen von den Aramäern 100.000 Mann Fußvolk an einem Tage. 1Ki 20:30 Die übrigen aber flohen nach Aphek in die Stadt. Da fiel die Mauer, als die übriggebliebenen 27.000 Mann darin waren. Auch Benhadad war geflohen; so kam er in die Stadt und verbarg sich in einem Schlupfwinkel. 1Ki 20:31 Da sprachen seine Diener zu ihm: "Wir haben gehört, daß die Könige des Hauses Israel milde Könige seien. Wir wollen härene Gewänder um unsere Hüften legen und Stricke an unsere Häupter und so zum König von Israel hinausgehen. Vielleicht läßt er dich leben." 1Ki 20:32 So legten sie um ihre Hüften härene Gewänder und an ihre Häupter Stricke, gingen zum König von Israel und sprachen: "Dein Sklave Benhadad läßt sagen: 'Laß mich leben!'" Da sprach er: "Lebt er noch? Er ist mein Bruder." 1Ki 20:33 Die Leute aber faßten dies als gutes Vorzeichen auf. Sie griffen es von ihm schleunigst auf und sprachen. "Dein Bruder ist Benhadad?" Er sprach: "Geht hin und holt ihn!" Da ging Benhadad zu ihm hinaus. Und er ließ ihn auf seinen Wagen steigen. 1Ki 20:34 Da sprach er zu ihm: "Die Städte, die mein Vater deinem Vater weggenommen, will ich zurückgeben. Du darfst dir auch in Damaskus Bazare anlegen, wie mein Vater es in Samaria getan. Willst du mich auf Grund eines solchen Vertrages freilassen?" Da schloß er einen Vertrag mit ihm und ließ ihn frei. 1Ki 20:35 Da sprach einer von den Prophetensöhnen zu seinem Gefährten auf des Herrn Geheiß: "Schlage mich!" Jener aber weigerte sich, ihn zu schlagen. 1Ki 20:36 Da sprach dieser zu ihm: "Weil du dem Befehle des Herrn nicht gehorchst, töte dich ein Löwe, wenn du von mir weggehst." Und als er von ihm ging, traf ihn ein Löwe und schlug ihn. 1Ki 20:37 Dann traf er einen anderen Mann und sprach: "Schlage mich!" Und dieser schlug ihn wund. 1Ki 20:38 Nun ging der Prophet hin und stellte sich dem König in den Weg. Dabei machte er sich unkenntlich durch eine Binde über den Augen. 1Ki 20:39 Als nun der König vorüberkam, schrie er den König an und sprach: "Dein Sklave war mit in die Schlacht gezogen. Da trat ein Mann heraus, brachte mir einen Mann und sprach: 'Bewache diesen Mann! Wenn er vermißt wird, dann haftet dein Leben für das seinige, oder du mußt ein Talent Silber bezahlen.' 1Ki 20:40 Nun hatte dein Sklave bald da, bald dort zu tun. Da war jener nicht mehr da." Da sprach der König von Israel zu ihm: "Da hast du dein Urteil selbst gefällt." 1Ki 20:41 Nun riß jener eilends die Binde von seinen Augen, und der König erkannte, daß er einer der Propheten war. 1Ki 20:42 Da sprach jener zu ihm: "So spricht der Herr: 'Weil du den mir verfallenen Mann freigelassen, so sei dein Leben für sein Leben, dein Volk für sein Volk!'" 1Ki 20:43 Mißmutig und verstört ging der König von Israel in sein Haus. So kam er nach Samaria. 1Ki 21:1 Nach diesen Begebnissen geschah folgendes: Der Jezreeliter Nabot besaß zu Jezreel einen Weinberg neben dem Palaste Achabs, des Königs von Samaria. 1Ki 21:2 Achab sprach zu Nabot. "Gib mir deinen Weinberg, daß er ein Gemüsegarten werde! Er liegt so nahe bei meinem Haus. Ich gebe dir dafür einen besseren Weinberg. Ist es dir aber lieber, so gebe ich dir Geld in seinem Wert." 1Ki 21:3 Nabot aber sprach zu Achab: "Bewahre mich der Herr davor, daß ich dir meiner Väter Erbe weggäbe!" 1Ki 21:4 Da kam Achab in sein Haus, mißmutig und verstört ob der Antwort des Jezreeliters Nabot, der sprach: "Ich gebe dir nicht meiner Väter Erbe." Er legte sich zu Bett, wandte sein Gesicht ab und aß nichts. 1Ki 21:5 Da kam seine Gemahlin Izebel zu ihm und fragte ihn: "Warum bist du mißmutig und issest nichts?" 1Ki 21:6 Er sprach zu ihr: "Rede ich da mit dem Jezreeliter Nabot und sage ihm: 'Gib mir für Geld deinen Weinberg oder, ist es dir lieber, dann gebe ich dir einen anderen Weinberg dafür', da sagte er: 'Ich gebe dir meinen Weinberg nicht.'" 1Ki 21:7 Da sprach seine Gemahlin Izebel zu ihm: "Nun mußt du das Königtum in Israel wirklich ausüben. Steh auf! Iß Brot und sei guter Dinge! Ich schaffe dir den Weinberg des Jezreeliters Nabot." 1Ki 21:8 Dann schrieb sie in Achabs Namen einen Brief und siegelte ihn mit seinem Siegel. Sie sandte den Brief an die Ältesten und Vornehmen, die mit Nabot zusammen in seiner Stadt wohnten. 1Ki 21:9 In dem Brief schrieb sie: "Ruft ein Fasten aus und setzt Nabot obenan unter den Leuten! 1Ki 21:10 Setzt ihm aber zwei Bösewichter gegenüber! Sie sollen ihn anklagen und sprechen: 'Du hast Gott und den König "gepriesen" (gelästert)!' Dann führt ihn hinaus und steinigt ihn zu Tod!" 1Ki 21:11 Die Männer seiner Stadt, die Ältesten und Vornehmen, die in seiner Stadt wohnten, taten, wie Izebel ihnen entboten, und wie geschrieben stand in dem Brief, den sie an sie geschickt hatte. 1Ki 21:12 Sie riefen ein Fasten aus und setzten Nabot obenan unter den Leuten! 1Ki 21:13 Dann kamen die zwei Männer, Teufelsbuben, und setzten sich ihm gegenüber. Und die Teufelsmänner verklagten Nabot angesichts des Volkes und sprachen: "Nabot hat Gott und den König `gepriesen´" So führten sie ihn vor die Stadt und steinigten ihn zu Tod. 1Ki 21:14 Dann ließen sie der Izebel entbieten: "Nabot ist gesteinigt worden; er ist tot." 1Ki 21:15 Sobald Izebel hörte, daß Nabot zu Tod gesteinigt sei, sprach Izebel zu Achab: "Auf! Nimm des Jezreeliters Weinberg, den er für Geld nicht geben wollte. Denn Nabot lebt nicht mehr. Er ist tot." 1Ki 21:16 Sobald Achab hörte, daß Nabot tot sei, stand Achab auf, hinabzugehen zum Weinberg des Jezreeliters Nabot und ihn in Besitz zu nehmen. 1Ki 21:17 Da erging des Herrn Wort an den Elias, den Tisbiter: 1Ki 21:18 "Auf! Geh hinab, Achab entgegen, dem König Israels zu Samaria! 1Ki 21:19 Und sage zu ihm: 'So spricht der Herr: 'Hast du gemordet, um zu erben?' Dann sprich zu ihm: So spricht der Herr: 'Dafür, daß Nabots Blut die Hunde aufgeleckt, sollen die Hunde auch dein Blut auflecken!''" 1Ki 21:20 Da sprach Achab zu Elias: "Hast du mich gefunden, mein Feind?" Er sprach: "Jawohl! Du hast niederträchtig das getan, was dem Herrn mißfällt. 1Ki 21:21 So bringe ich Unheil über dich und fege dich hinweg. Ich rotte aus von Achab, was die Wand bepißt, Unmündige und Mündige in Israel. 1Ki 21:22 Ich tue so mit deinem Haus, wie mit dem Haus des Nebatsohnes Jeroboam, wie mit dem Haus des Baësa, des Achiasohnes, des Zornes wegen, den du hast erregt und weil du Israel zur Sünde hast verführt." 1Ki 21:23 Auch über Izebel verkündete der Herr: "Die Hunde fressen auf der Flur von Jezreel Izebel. 1Ki 21:24 Wer da von Achab in der Stadt verstirbt, den fressen Hunde, und wer im Freien stirbt, den fressen des Himmels Vögel." 1Ki 21:25 Sicherlich gab es niemand mehr, der so niederträchtig das getan hat, was je dem Herrn mißfallen, wie Achab, den sein Weib Izebel dazu verführt. 1Ki 21:26 Er handelte ganz abscheulich, als er den Scheußlichkeiten nachging, wie einst die Amoriter sie getan, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hat. 1Ki 21:27 Als Achab jene Worte hörte, zerriß er seine Kleider, legte ein härenes Gewand um seinen Leib und fastete. Er schlief auch im Bußgewand und ging barfuß. 1Ki 21:28 Da erging des Herrn Wort an Elias, den Tisbiter: 1Ki 21:29 "Hast du gesehen, wie Achab sich vor mir verdemütigt? Dieweil er sich vor mir verdemütigt, so bringe ich das Unheil nicht zu seinen Lebzeiten. Erst unter seinem Sohne füge ich das Unheil seinem Hause zu." 1Ki 22:1 Drei Jahre saßen sie ruhig. Da war zwischen Aram und Israel kein Krieg. 1Ki 22:2 Im dritten Jahre aber zog Judas König Josaphat zum König von Israel hinab. 1Ki 22:3 Da sprach der König von Israel zu seinen Dienern: "Wißt ihr, daß Ramot in Gilead uns gehört? Wir aber sitzen müßig da, anstatt es dem König von Aram zu nehmen." 1Ki 22:4 Dann sprach er zu Josaphat: "Ziehst du mit mir in den Kampf um Ramot in Gilead?" Da sprach Josaphat zum König von Israel: "Ich wie du, mein Volk wie dein Volk, meine Rosse wie deine Rosse!" 1Ki 22:5 Dann sprach Josaphat zum König von Israel: "Frage doch erst nach dem Wort des Herrn!" 1Ki 22:6 Da versammelte Israels König die Propheten, Ungefähr vierhundert Mann, und sprach zu ihnen: "Soll ich gegen Ramot in Gilead zu Felde ziehen oder es lassen?" Sie sprachen: "Ziehe hin! Der Herr gibt es in des Königs Hand." 1Ki 22:7 Da sprach Josaphat: "Ist hier sonst kein Prophet des Herrn, daß wir ihn befragen könnten?" 1Ki 22:8 Da sprach der König von Israel zu Josaphat: "Noch ist einer da, durch den wir den Herrn befragen können. Aber ich hasse ihn. Denn er weissagt über mich nichts Gutes, sondern nur Schlechtes, Mika, Imlas Sohn." Da sprach Josaphat: "Der König rede nicht so!" 1Ki 22:9 Da rief der König Israels einen Kämmerling und sprach: "Hole rasch Imlas Sohn Mika!" 1Ki 22:10 Nun saßen der König von Israel und Judas König, Josaphat, jeder auf seinem Thron, in Untergewändern, am Eingang des Tores von Samaria, und alle Propheten weissagten vor ihnen. 1Ki 22:11 Und Sidkia, Kenaanas Sohn, machte sich eiserne Hörner und sprach: "So spricht der Herr: 'Mit solchen stößt du die Aramäer bis zur Vernichtung.'" 1Ki 22:12 Auch alle anderen Propheten weissagten so und sprachen: "Ziehe nach Ramot in Gilead und sei glücklich! Der Herr gibt es in des Königs Hand." 1Ki 22:13 Der Bote aber, der gegangen war, Mika zu rufen, sprach zu ihm: "Die Propheten verheißen einstimmig dem König Gutes. Möchte dein Wort einem der Ihrigen gleichen! Sprich nur Gutes!" 1Ki 22:14 Da sprach Mika: "So wahr der Herr lebt! Ich rede nur, was der Herr mir sagt." 1Ki 22:15 So kam er zum König. Und der König sprach zu ihm: "Mika! Sollen wir gen Ramot in Gilead zu Felde ziehen oder sollen wir es lassen?" Er sprach zu ihm: "Zieh hin und sei glücklich! Der Herr gibt es in des Königs Hand." 1Ki 22:16 Da sprach der König zu ihm: "Wie oft muß ich dich beschwören, du sollest mir in des Herrn Namen nichts als Wahrheit künden?" 1Ki 22:17 Da sprach er: "Ich sehe ganz Israel auf den Bergen zerstreut wie Schafe ohne Hirten. Und also spricht der Herr: 'Sie haben keinen Herrn mehr. Doch kehren sie, ein jeder unversehrt, nach Hause.'" 1Ki 22:18 Da sprach Israels König zu Josaphat: "Habe ich dir nicht gesagt: 'Er weissagt über mich nie Gutes, sondern nur Schlimmes?'" 1Ki 22:19 Da sprach er: "So hör darum das Wort des Herrn! Ich habe den Herrn auf seinem Throne sitzen sehen, und bei ihm stand das ganze Himmelsheer zur Rechten und zur Linken. 1Ki 22:20 Da sprach der Herr: 'Wer möchte Achab so betören, daß er zu Felde ziehe und in Gilead zu Ramot falle?' Der eine sagte dies, der andere das. 1Ki 22:21 Da trat der Geist hervor und stellte sich vor den Herrn und sprach: 'Ich möchte ihn betören.' Da fragte ihn der Herr: 'Womit?' 1Ki 22:22 Er sprach: 'Ich gehe aus und werde Lügengeist im Munde aller seiner Seher.' Er sprach: 'Du wirst betören und es auch vermögen. Gehe hin und tue so!' 1Ki 22:23 So hat der Herr nun einen Lügengeist dem Munde aller dieser deiner Seher eingegeben. Der Herr plant Unheil über dich." 1Ki 22:24 Da trat Sidkia, Kenaanas Sohn, herzu, schlug Mika auf die Wange und sprach: "Wie, ist des Herrn Geist von mir gewichen, um mit dir zu reden?" 1Ki 22:25 Da sprach Mika: "Das siehst du an jenem Tage, wo du kommst, einen Winkel aufzusuchen, um dich zu verstecken." 1Ki 22:26 Da sprach der König von Israel: "Nimm den Mika und übergib ihn dem Obersten der Stadt, Amon, und dem Königssohn Joas! 1Ki 22:27 Sag, so spricht der König: 'Werft diesen in den Kerker und nährt ihn kärglich mit Brot und Wasser, bis ich heil heimkomme!'" 1Ki 22:28 Da sprach Mika: "Kehrst du wirklich heil heim, dann hat der Herr nicht durch mich geredet." Und er sprach: "Hört dies, all ihr Leute!" 1Ki 22:29 So zogen der König Israels und Judas König Josaphat gen Ramot in Gilead. 1Ki 22:30 Und der König von Israel sprach zu Josaphat: "Es gilt, sich verkleidet in den Kampf zu stürzen. Du aber behalte deine Gewänder an!" So verkleidete sich Israels König und zog in den Kampf. 1Ki 22:31 Der König von Aram aber befahl den Obersten seiner Streitwagen zwei- oder dreimal: "Kämpft mit niemand anderem, gering oder vornehm, als allein mit dem König von Israel!" 1Ki 22:32 Als nun die Obersten der Streitwagen den Josaphat sahen, sprachen sie: "Das kann nur der König von Israel sein." Und sie lenkten auf ihn zu, ihn anzugreifen. Da schrie Josaphat auf. 1Ki 22:33 Als nun die Obersten der Streitwagen sahen, daß es nicht der König von Israel war, ließen sie von ihm. 1Ki 22:34 Nun spannte ein Mann von ungefähr den Bogen, da traf er den König von Israel zwischen Ringelgurt und Panzer. Da sprach er zu seinem Wagenlenker: "Wende um und fahre mich aus dem Getümmel! Denn ich bin verwundet." 1Ki 22:35 Aber der Kampf entbrannte an jenem Tage immer stärker, und so blieb der König im Wagen, gestützt, den Aramäern gegenüber. Abends starb er. Das Blut aber ergoß sich aus der Wunde ins Wageninnere. 1Ki 22:36 Da erscholl im Lager bei Sonnenuntergang der Ruf: "Jeder in seine Stadt und in sein Land!" 1Ki 22:37 So starb der König. Er kam nach Samaria, und zu Samaria begrub man den König. 1Ki 22:38 Als man den Wagen an Samarias Teich abspülte, leckten die Hunde sein Blut und reinigten die Riemen nach dem Worte des Herrn, das er gesprochen hatte. 1Ki 22:39 Ist nicht der Rest der Geschichte Achabs und alles, was er getan, sowie das Elfenbeinhaus und alle Städte, die er gebaut, im Buch der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 1Ki 22:40 So legte sich Achab zu seinen Vätern, und sein Sohn Achazja ward König an seiner Statt. 1Ki 22:41 König in Juda ward Asas Sohn Josaphat im vierten Jahre Achabs, des Königs von Israel. 1Ki 22:42 Josaphat war fünfunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte zu Jerusalem fünfundzwanzig Jahre. Seine Mutter hieß Azuba und war des Silchi Tochter. 1Ki 22:43 Er wandelte ganz auf seines Vaters Asa Weg und wich nicht von ihm ab. Er tat, was dem Herrn gefiel. (22:44) Nur die Höhen waren nicht beseitigt worden. Noch opferte und räucherte das Volk auf den Höhen. 1Ki 22:44 (22:45) Josaphat aber hielt mit dem König von Israel Frieden. 1Ki 22:45 (22:46) Ist nicht der Rest der Geschichte Josaphats und seiner tapferen Taten, die er getan, und wie er Krieg geführt, im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgezeichnet? 1Ki 22:46 (22:47) Auch tilgte er aus dem Lande den Rest der Tempeldirnen, die aus der Zeit seines Vaters Asa noch übrig waren. 1Ki 22:47 (22:48) In Edom aber war kein König als Herrscher eingesetzt. 1Ki 22:48 (22:49) Josaphat baute auch zu Esiongeber Tarsisschiffe, die nach Ophir zum Goldholen fahren sollten. Aber man kam nicht hin; denn die Schiffe scheiterten. 1Ki 22:49 (22:50) Damals sprach Achabs Sohn Achazja zu Josaphat: "Meine Knechte könnten mit deinen Knechten auf den Schiffen fahren." Aber Josaphat wollte nicht. 1Ki 22:50 (22:51) Als sich Josaphat zu seinen Vätern legte, ward er bei seinen Vätern in seines Ahnen David Stadt begraben. An seiner Statt ward sein Sohn Joram König. 1Ki 22:51 (22:52) Achabs Sohn Achazja ward König über Israel zu Samaria im siebzehnten Jahr des Judakönigs Josaphat. Er regierte über Israel zwei Jahre. 1Ki 22:52 (22:53) Er tat, was dem Herrn mißfiel, und wandelte auf dem Wege seines Vaters und seiner Mutter sowie auf dem Wege des Nebatsohnes Jeroboam, der Israel zur Sünde verführt hatte. 1Ki 22:53 (22:54) Er diente dem Baal und betete ihn an. So kränkte er den Herrn, Israels Gott, ganz wie sein Vater getan hatte. 2Ki 1:1 Und nach Achabs Tod fiel Moab von Israel ab. 2Ki 1:2 Achazja aber fiel gegen das Gitter in seinem Obergemach zu Samaria und ward verletzt. Da sandte er Boten und sprach zu ihnen: "Geht und befragt den Gott von Ekron, Beelzebub ("Fliegenherr"), ob ich von der Wunde da genesen würde!" 2Ki 1:3 Da sprach des Herrn Engel zu Elias, dem Tisbiter: "Auf! Geh hinauf, den Boten des Königs von Samaria entgegen und sprich zu ihnen: 'Gibt es in Israel keinen Gott, daß ihr hingeht, den Gott von Ekron, Beelzebub, zu befragen? 2Ki 1:4 Darum spricht der Herr: "Vom Bett, auf das du dich gelegt, kommst du nicht mehr herunter, sondern du stirbst."'" Dann ging Elias weiter. 2Ki 1:5 Die Boten kehrten zum König zurück. Er sprach zu ihnen. "Warum kommt ihr wieder?" 2Ki 1:6 Sie sprachen zu ihm: "Ein Mann ist heraufgekommen, uns entgegen; er sprach zu uns: 'Geht! Kehrt zum König, der euch sendet, zurück und sagt ihm: "So spricht der Herr: Gibt es in Israel keinen Gott, daß du zu Beelzebub, dem Gott von Ekron, sendest, ihn zu befragen? Darum kommst du von dem Bett, auf das du dich gelegt, nicht mehr herunter, sondern du stirbst."'" 2Ki 1:7 Er sprach zu ihnen: "Wie sah der Mann aus, der euch entgegengekommen ist und solches zu euch gesprochen hat?" 2Ki 1:8 Sie sagten zu ihm: "Es war ein haariger Mann mit einem Ledergurt um die Hüften." Er sprach: "Das ist Elias, der Tisbiter." 2Ki 1:9 Da schickte er nach ihm hinauf. Er aber saß oben auf dem Berggipfel. Jener redete ihn an: "Gottesmann! Der König befiehlt: 'Komm herab!'" 2Ki 1:10 Da antwortete Elias und sprach zu dem Hauptmann der Fünfzig: "Bin ich ein Gottesmann, dann falle Feuer vom Himmel und fresse dich samt deinen Fünfzig!" Da fiel Feuer vom Himmel und fraß ihn samt seinen Fünfzig. 2Ki 1:11 Da schickte er wieder einen anderen Hauptmann über Fünfzig nach ihm mit seinen Fünfzig. Er hob an und sprach zu ihm: "Gottesmann! So befiehlt der König: 'Komm eilends herab!'" 2Ki 1:12 Da erwiderte Elias und sprach zu ihnen: "Bin ich ein Gottesmann, dann falle Feuer vom Himmel und fresse dich samt deinen Fünfzig!" Da fiel Feuer vom Himmel und fraß ihn samt seinen Fünfzig. 2Ki 1:13 Da schickte er nochmals einen dritten Hauptmann und seine Fünfzig. Er ging hinauf. Als aber dieser dritte Hauptmann über Fünfzig kam, beugte er seine Knie vor Elias und redete ihn flehend an: "Gottesmann! Laß mein Leben und das dieser fünfzig Knechte dir teuer sein! 2Ki 1:14 Feuer ist ja vom Himmel gefallen und hat die beiden ersten Hauptleute über die Fünfzig samt ihren Fünfzig aufgezehrt. Nun laß mein Leben dir teuer sein!" 2Ki 1:15 Da sprach des Herrn Engel zu Elias: "Geh mit ihm hinab! Fürchte dich nicht vor ihm!" So stand er auf und ging mit ihm zum König hinab. 2Ki 1:16 Er sprach zu ihm: "So spricht der Herr: 'Du hast Boten gesandt, Ekrons Gott, Beelzebub, zu befragen. Ist kein Gott in Israel, ihn um sein Wort anzugehen? Deshalb kommst du von dem Bett nicht mehr herab, auf das du dich gelegt, sondern du stirbst.'" 2Ki 1:17 Also starb er nach des Herrn Wort, das er an Elias gerichtet hatte. Joram ward an seiner Statt König im zweiten Jahre des Judakönigs Joram, des Josaphatsohnes. Er hatte nämlich keinen Sohn. 2Ki 1:18 Ist nicht der Rest dessen, was Achazja getan, im Buche der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 2:1 Als aber der Herr den Elias im Sturm himmelwärts fahren lassen wollte, ging Elias mit Elisäus aus dem Gilgal weg. 2Ki 2:2 Und Elias sprach zu Elisäus: "Bleib hier! Denn der Herr schickt mich bis Betel." Da sprach Elisäus: "So wahr der Herr lebt und du lebst! Ich lasse dich nicht." So gingen sie nach Betel hinab. - 2Ki 2:3 Da kamen die Prophetensöhne in Betel zu Elisäus heraus und sprachen zu ihm: "Weißt du, daß heute der Herr deinen Meister über dein Haupt hinweg entrückt?" Er sprach: "Auch ich weiß es. Seid still!" 2Ki 2:4 Da sprach Elias zu ihm: "Elisäus, bleib hier! Denn der Herr schickt mich nach Jericho." Da sprach er: "So wahr der Herr lebt und du lebst! Ich lasse dich nicht." So kamen sie nach Jericho. 2Ki 2:5 Da traten die Prophetensöhne in Jericho an Elisäus heran und sprachen zu ihm: "Weißt du, daß heute der Herr deinen Meister dir über deinem Haupt entrückt?" Er sprach. "Auch ich weiß es. Seid still!" 2Ki 2:6 Da sprach Elias zu ihm: "Bleib hier! Denn der Herr schickt mich an den Jordan." Da sprach er: "So wahr der Herr lebt und du lebst! Ich lasse dich nicht." So gingen die beiden weiter. 2Ki 2:7 Fünfzig Mann aber von den Prophetensöhnen waren mitgegangen. Sie stellten sich abseits von ferne auf. Die beiden aber traten an den Jordan. 2Ki 2:8 Da nahm Elias seinen Mantel, rollte ihn zusammen und schlug damit auf das Wasser. Da teilte es sich nach beiden Seiten, und die beiden kamen trocken hinüber. 2Ki 2:9 Als sie hinübergegangen waren, sprach Elias zu Elisäus: "Bitte doch um irgend etwas, was ich dir tun soll, bevor ich von dir entrückt werde!" Da sprach Elisäus: "Möchten doch zwei Drittel deines Geistes mir werden!" 2Ki 2:10 Da sprach er: "Du bittest um Schweres. Siehst du mich, wie ich von dir entrückt werde, dann wird es dir zuteil. Wenn nicht, dann geschieht es nicht." 2Ki 2:11 Wie sie so im Gehen redeten, erschien ein Feuerwagen mit Feuerrossen. Sie trennten beide. Und Elias fuhr im Sturme himmelwärts. 2Ki 2:12 Als dies Elisäus sah, rief er: "Mein Vater, mein Vater! Israels Wagen und Lenker!" Dann sah er ihn nicht mehr. Da faßte er seine Kleider und zerriß sie in zwei Stücke. 2Ki 2:13 Dann hob er den Mantel des Elias auf, der diesem entfallen war, kehrte um und trat an das Jordanufer. 2Ki 2:14 Er nahm nun des Elias Mantel, der diesem entfallen war, schlug damit auf das Wasser und sprach. "Wo ist der Herr, des Elias Gott?" Als er aber aufs Wasser schlug, teilte es sich nach beiden Seiten, und Elisäus schritt hindurch. 2Ki 2:15 Die Prophetensöhne nun sahen ihn in Jericho herüber. Da sprachen sie: "Des Elias Geist ruht auf Elisäus." Und sie kamen ihm entgegen und neigten sich vor ihm bis zum Boden. 2Ki 2:16 Dann sprachen sie zu ihm: "Bei deinen Sklaven sind fünfzig rüstige Männer. Laß sie gehen und deinen Meister suchen, ob ihn etwa ein Sturm des Herrn entführt und ihn auf einen der Berge oder in eines der Täler geworfen hat!" Er sprach: "Sendet sie nicht aus!" 2Ki 2:17 Sie aber drangen bis zum äußersten in ihn. Da sprach er: "So sendet eben hin!" Da sandten sie fünfzig Mann aus. Sie suchten ihn drei Tage, fanden ihn aber nicht. 2Ki 2:18 Dann kehrten sie zu ihm zurück, da er noch in Jericho war. Er sprach zu ihnen: "Habe ich euch nicht gesagt, ihr sollet nicht gehen?" 2Ki 2:19 Die Männer der Stadt aber sprachen zu Elisäus: "Die Lage der Stadt ist trefflich, wie unser Herr selbst sieht. Aber das Wasser ist schlecht, und die Gegend verursacht Fehlgeburten." 2Ki 2:20 Da sprach er: "Bringt mir eine neue Schale und tut Salz hinein!" Sie brachten sie ihm. 2Ki 2:21 Da ging er an den Quellort des Wassers hinaus, warf Salz hinein und sprach: "So spricht der Herr: 'Ich mache dies Wasser gesund. Fortan soll nicht Tod noch Fehlgeburt sein.'" 2Ki 2:22 So ward das Wasser gesund bis auf diesen Tag, nach des Elisäus Wort, das er gesprochen hatte. 2Ki 2:23 Von da ging er nach Betel hinauf. Als er den Weg hinaufging, kamen kleine Knaben aus der Stadt. Sie verspotteten ihn und riefen ihm nach: "Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf!" 2Ki 2:24 Da wandte er sich um, sah sie an und fluchte ihnen in des Herrn Namen. Da kamen zwei Bärinnen aus dem Wald und zerrissen von ihnen zweiundvierzig Kinder. 2Ki 2:25 Von dort ging er auf den Berg Karmel und von hier kehrte er nach Samaria zurück. 2Ki 3:1 Joram aber, Achabs Sohn, ward zu Samaria König über Israel im achtzehnten Jahre des Judakönigs Josaphat. Er regierte zwölf Jahre. 2Ki 3:2 Er tat, was dem Herrn mißfiel, doch nicht so, wie sein Vater und seine Mutter. Er beseitigte den Baaldenkstein, den sein Vater gemacht hatte. 2Ki 3:3 Nur an des Nebatsohns Jeroboam Sünden, der Israel zur Sünde verführt hat, hielt er fest und ließ nicht davon. 2Ki 3:4 Mesa aber, Moabs König, war Schafzüchter und hatte als Steuer dem König von Israel hunderttausend Lämmer und hunderttausend Wollwidder zu liefern. 2Ki 3:5 Als Achab starb, fiel Moabs König von Israels König ab. 2Ki 3:6 König Joram aber zog zu jener Zeit von Samaria aus und musterte ganz Israel. 2Ki 3:7 Dann ging er hin und sandte an Judas König Josaphat die Botschaft: "Der König von Moab ist von mir abgefallen. Ziehst du mit mir gegen Moab in den Krieg?" Er sprach: Ja! Ich wie du, mein Volk wie dein Volk, meine Rosse wie deine Rosse!" 2Ki 3:8 Dann fragte er: "Welchen Weg sollen wir ziehen?" Er sprach: "Den Steppenweg nach Edom." 2Ki 3:9 So zog Israels König mit dem Judakönig und dem König von Edom dahin. Als sie aber sieben Tage auf dem Umgehungsmarsche waren, hatte weder das Heer noch das Vieh, das ihnen folgte, Wasser. 2Ki 3:10 Da sprach der König Israels: "Wehe! Der Herr hat diese drei Könige hergerufen, um sie in Moabs Hand zu geben." 2Ki 3:11 Da sprach Josaphat: "Ist hier kein Prophet des Herrn, daß wir durch ihn den Herrn befragen?" Da meinte einer der Diener des Königs von Israel: "Hier ist Saphats Sohn Elisäus, der Wasser über des Elias Hände gegossen hat." 2Ki 3:12 Da sprach er: "Bei ihm ist das Wort des Herrn." So gingen Israels König und Josaphat und der König von Edom zu ihm hinab. 2Ki 3:13 Elisäus fragte nun den König von Israel: "Was habe ich mit dir zu tun? Geh zu den Propheten deines Vaters und deiner Mutter!" Da sprach zu ihm der König von Israel: "Daß doch nicht der Herr diese drei Könige hergerufen hat, um sie in Moabs Hand zu geben!" 2Ki 3:14 Da sprach Elisäus: "So wahr der Herr der Heerscharen, dem ich diene, lebt! Achtete ich nicht auf Judas König Josaphat, so würdigte ich dich keines Blickes. 2Ki 3:15 Jetzt aber holt mir einen Saitenspieler!" Als der Saitenspieler spielte, kam die Hand des Herrn auf ihn. 2Ki 3:16 Und er sprach: "So spricht der Herr: 'Macht in diesem Tale Grube an Grube!' 2Ki 3:17 Denn so spricht der Herr: 'Ihr seht weder Wind noch Regen, und dennoch füllt sich dieses Tal mit Wasser, daß ihr samt euren Scharen und eurem Vieh zu trinken habt. 2Ki 3:18 Das ist aber dem Herrn noch zu wenig. Er gibt auch Moab in eure Hand, 2Ki 3:19 daß ihr alle festen Städte zerstöret, alle auserlesenen Städte, alle Fruchtbäume fället, alle Wasserquellen verstopfet und alle guten Äcker durch Steine verderbet.'" 2Ki 3:20 Am anderen Morgen, zur Zeit der Darbringung des Speiseopfers, kam Wasser vom Weg nach Edom, und die Gegend füllte sich mit Wasser. 2Ki 3:21 Als aber Moab hörte, daß die Könige heranzögen, sie anzugreifen, ward alles aufgeboten, vom halbwüchsigen Burschen an und darüber. Und sie stellten sich an der Grenze auf. 2Ki 3:22 Frühmorgens nun strahlte die Sonne über dem Wasser auf. Da erschien den Moabitern drüben das Wasser rot wie Blut. 2Ki 3:23 Sie sprachen: "Das Blut bedeutet, daß die Könige vernichtet sind. Sie rieben einander auf. Nun auf, Moab, zur Beute!" 2Ki 3:24 So kamen sie zu Israels Lager. Da rückte Israel aus und schlug Moab, daß es vor ihm floh. Dadurch wurden sie angereizt, Moab niederzuschlagen. 2Ki 3:25 Die Städte rissen sie nieder und auf alle guten Äcker warfen sie Mann für Mann einen Stein und füllten sie damit an. Alle Wasserquellen verstopften sie und fällten alle Fruchtbäume, bis nur die Steine an der Mauer von Kir Charset übrigblieben. Und dies umzingelten die Schleuderer und beschossen es. 2Ki 3:26 Als Moabs König sah, daß der Angriff gegen ihn zu stark sei, nahm er siebenhundert schwertbewaffnete Mannen mit sich, um beim König von Edom durchzubrechen. Aber sie vermochten es nicht. 2Ki 3:27 Da nahm er seinen erstgeborenen Sohn, der nach ihm König werden sollte, und opferte ihn auf der Mauer als Brandopfer. Nun kam ein großer Zorn über Israel. Sie ließen von ihm und kehrten heim. 2Ki 4:1 Eines von den Weibern der Prophetensöhne aber schrie Elisäus also an: "Dein Sklave, mein Mann, ist gestorben. Du selbst weißt, daß dein Sklave den Herrn gefürchtet hat. Nun kommt der Gläubiger und will sich meine beiden Knaben zu Sklaven nehmen." 2Ki 4:2 Da fragte sie Elisäus: "Was soll ich für dich tun? Sag mir: Was hast du im Haus?" Sie sprach: "Deine Sklavin hat nichts im Haus als einen Krug Öl." 2Ki 4:3 Da sprach er: "Auf! Borge dir Gefäße draußen, von all deinen Nachbarn leere Gefäße, aber nicht zuwenig! 2Ki 4:4 Dann gehe hinein! Schließ die Tür hinter dir und deinen Söhnen und gieß in alle diese Gefäße ein! Ist eines voll, dann stelle es beiseite!" 2Ki 4:5 Sie ging von ihm weg. Dann schloß sie die Tür hinter sich und ihren Söhnen. Sie reichten ihr zu, und sie goß ein. 2Ki 4:6 Als die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: "Reiche mir noch ein Gefäß!" Da sprach er zu ihr: "Es ist kein Gefäß mehr da." Da hörte das Öl zu fließen auf. 2Ki 4:7 Sie kam und meldete es dem Gottesmann. Er sprach: "Auf! Verkaufe das Öl und bezahle deinen Gläubiger! Vom übrigen magst du mit deinen Söhnen leben." 2Ki 4:8 Eines Tages nun ging Elisäus durch Sunem. Dort war eine reiche Frau. Sie nötigte ihn zu speisen. Sooft er dann vorüberkam, kehrte er dort zum Speisen ein. 2Ki 4:9 Da sprach sie zu ihrem Manne: "Ich merke, daß es ein heiliger Gottesmann ist, der stets bei uns vorüberkommt. 2Ki 4:10 Wir wollen ein kleines, ummauertes Obergemach bauen und ihm dort Bett, Tisch, Stuhl und Leuchter hineinstellen, damit er hier einkehre, wenn er zu uns kommt." 2Ki 4:11 Eines Tages kam er dorthin. Er kehrte im Obergemach ein und legte sich darin nieder. 2Ki 4:12 Dann sprach er zu seinem Diener Gechazi: "Ruf diese Sunamitin!" Da rief er sie, und sie trat vor ihn. 2Ki 4:13 Dann sprach er zu ihm: "Sag ihr doch: 'Du machst dir unseretwegen all diese Mühe! Was kann ich für dich tun? Brauchst du Fürsprache beim König oder beim Feldhauptmann?'" Da sprach sie: "Ich gehöre zum gewöhnlichen Volk." 2Ki 4:14 Da sprach er: "Aber was ist für sie zu tun?" Da sprach Gechazi: "Leider hat sie keinen Sohn, und ihr Mann ist alt." 2Ki 4:15 Da sprach er: "Ruf sie!" Da rief er sie, und sie trat in die Tür. 2Ki 4:16 Er sprach: "Zu dieser Frist zur entsprechenden Zeit wirst du einen Sohn herzen." Da sprach sie: "Ach nein, mein Herr! Gottesmann! Enttäusche nicht deine Sklavin!" 2Ki 4:17 Aber das Weib ward gesegnet und gebar einen Sohn in jener Frist zur entsprechenden Zeit, die ihr Elisäus angegeben hatte. 2Ki 4:18 Der Knabe wuchs heran. Eines Tages ging er zu seinem Vater bei den Schnittern hinaus. 2Ki 4:19 Da sagte er zu seiner Vater: "Mein Kopf! Mein Kopf!" Da sprach jener zum Diener: "Trag ihn zu seiner Mutter!" 2Ki 4:20 Da hob er ihn auf und brachte ihn seiner Mutter. Er saß auf ihrem Schoß bis zum Mittag. Dann starb er. 2Ki 4:21 Sie ging hinauf und legte ihn auf das Bett des Gottesmannes, schloß hinter ihm zu und ging hinaus. 2Ki 4:22 Dann rief sie ihren Mann und sprach: "Schick mir doch einen der Diener mit einer Eselin! Ich will schnell zum Gottesmann und wieder zurück." 2Ki 4:23 Er sprach: "Weshalb willst du zu ihm? Heute ist doch weder Neumond noch Sabbat." Sie sagte: "Es hat nichts auf sich." 2Ki 4:24 So ließ sie die Eselin satteln und sprach zu ihrem Diener: "Treib immerfort an! Halt mich nicht im Reiten auf, bis ich es dir sage!" 2Ki 4:25 So zog sie hin und kam zum Gottesmann auf den Berg Karmel. Als der Gottesmann sie von ferne sah, sprach er zu seinem Diener Gechazi. "Da ist ja die Sunamitin. 2Ki 4:26 Lauf ihr sogleich entgegen und frage sie: 'Geht es dir gut? Geht es deinem Manne gut? Geht es deinem Knaben gut?'" Sie sagte: "Alles wohl!" 2Ki 4:27 Als sie aber zu dem Gottesmann auf den Berg kam, umfaßte sie seine Füße. Da trat Gechazi hinzu, sie wegzureißen. Da sprach der Gottesmann: "Laß sie! Ihr Gemüt ist bekümmert. Der Herr hat es mir verborgen und es mir nicht kundgetan." 2Ki 4:28 Sie fragte: "Habe ich meinen Herrn um einen Sohn gebeten? Habe ich nicht gesagt: 'Mach mir keine falschen Hoffnungen?'" 2Ki 4:29 Da sprach er zu Gechazi: "Gürte deine Lenden! Nimm meinen Stab in deine Hand und gehe! Begegnest du jemand, dann grüß ihn nicht, und grüßt dich jemand, dank ihm nicht! Dann lege meinen Stab auf des Knaben Angesicht!" 2Ki 4:30 Da sprach die Mutter des Knaben: "So wahr der Herr lebt und du lebst! Ich lasse dich nicht." Da machte er sich auf und folgte ihr. 2Ki 4:31 Gechazi aber ging voraus und legte den Stab auf des Knaben Antlitz. Aber kein Laut kam, und nichts war zu bemerken. Da kehrte er um, ging ihm entgegen und meldete ihm: "Der Knabe ist nicht erwacht." 2Ki 4:32 Elisäus kam nun in das Haus; da lag der Knabe tot auf seinem Bett. 2Ki 4:33 Er ging hinein, schloß die Tür hinter ihnen beiden und betete zum Herrn. 2Ki 4:34 Dann erhob er sich und legte sich auf das Kind, Mund auf Mund, Augen auf Augen und Hände auf Hände und streckte sich wieder über ihn. Da ward der Körper des Kindes warm. 2Ki 4:35 Dann ging er im Hause hin und her, stieg hinauf und streckte sich über ihn. Da nieste der Knabe siebenmal. Danach schlug der Knabe die Augen auf. 2Ki 4:36 Da rief er Gechazi und sprach: "Rufe die Sunamitin herbei!" Er rief sie, und sie kam zu ihm. Da sprach er: "Nimm deinen Sohn!" 2Ki 4:37 Da trat sie heran, fiel ihm zu Füßen und neigte sich bis zum Boden. Hierauf nahm sie ihren Sohn und ging hinaus. 2Ki 4:38 Elisäus aber kehrte nach dem Gilgal zurück. Da ward im Lande eine Hungersnot. Die Prophetensöhne aber saßen vor ihm. Da sprach er zu seinem Diener: "Setze den größten Topf bei und koche für die Prophetensöhne Gemüse!" 2Ki 4:39 Da ging einer aufs Feld, Kräuter zu pflücken. Er fand einen Feldweinstock und pflückte Gurken, seinen Mantel voll. Er kam und schnitt sie in den Kochtopf. Er kannte sie aber nicht. 2Ki 4:40 Dann schütteten sie es für die Männer zum Essen aus. Aber sobald sie von dem Gekochten aßen, schrien sie und riefen: "Im Topf ist der Tod, Gottesmann." Sie konnten es nicht essen. 2Ki 4:41 Er sprach:"Holt Mehl!" Dann warf er es in den Topf und sprach: "Schütte es den Leuten zum Essen hin!" Da war nichts Schlimmes mehr im Topf. 2Ki 4:42 Nun kam ein Mann von Baal Salisa und brachte dem Gottesmann zwanzig Gerstenbrote als Erstlingsbrot und neues Getreide in der Tasche. Er sagte: "Gib es den Leuten zu essen!" 2Ki 4:43 Da fragte sein Diener: "Wie kann ich dies hundert Mann vorlegen?" Er sprach: "Gib es den Leuten zu essen! Denn also spricht der Herr: 'Sie essen und lassen davon übrig.'" 2Ki 4:44 Da legte er es ihnen vor. Und sie aßen und ließen nach des Herrn Wort davon übrig. 2Ki 5:1 Des Aramkönigs Feldherr Naaman aber war groß vor seinem Herrn und hochangeschen. Denn der Herr hatte durch ihn Aram den Sieg verschafft. Der Mann war ein Kriegsheld, aber aussätzig. 2Ki 5:2 Nun zogen die Aramäer auf einen Streifzug und raubten dabei aus dem Lande Israel ein junges Mädchen. Sie wurde bei Naamans Weib Dienerin. 2Ki 5:3 Sie sprach zu ihrer Herrin: "Ach, stünde mein Herr vor dem Propheten zu Samaria! Er heilte ihn von seinem Aussatz." 2Ki 5:4 Da ging dieser und meldete seinem Herrn: "So und so hat das israelitische Mädchen gesprochen." 2Ki 5:5 Der König von Aram sprach: "Ziehe nur hin. Ich gebe einen Brief mit an den König von Israel." Da zog er hin und nahm zehn Talente Silber, sechstausend Goldstücke und zehn Festkleider mit. 2Ki 5:6 Dann übergab er dem König von Israel den Brief, in dem stand: "Wenn dieser Brief zu dir kommt, sende ich dir meinen Diener Naaman. Befreie ihn vom Aussatz!" 2Ki 5:7 Als aber der König von Israel den Brief gelesen hatte, zerriß er seine Gewänder und sprach: "Bin ich denn ein Gott, der töten und beleben kann, daß er zu mir schickt, einen Mann von seinem Aussatz zu befreien? Seht, daß er nur Streit mit mir sucht!" 2Ki 5:8 Als aber der Gottesmann Elisäus hörte, der König von Israel habe seine Gewänder zerrissen, sandte er zum König und ließ ihm sagen: "Warum zerreißest du deine Kleider? Er komme nur zu mir, und er wird erfahren, daß es in Israel einen Propheten gibt." 2Ki 5:9 Naaman kam nun mit seinen Rossen und Wagen und hielt vor der Haustür des Elisäus. 2Ki 5:10 Elisäus sandte einen Boten zu ihm und ließ sagen: "Geh und bade siebenmal im Jordan! Und dein Leib sei wiederhergestellt! Geh und werde rein!" 2Ki 5:11 Da ging Naaman unwillig davon und sprach: "Ich habe gedacht, er käme zu mir, träte hin und riefe den Namen des Herrn, seines Gottes, an und bewegte seine Hand gegen den Ort und entfernte den Aussatz." 2Ki 5:12 Sind nicht Abana und Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle Gewässer Israels? Kann ich nicht darin baden und rein werden?" Also wandte er sich und ging zornig davon. 2Ki 5:13 Da traten seine Diener heran, sprachen zu ihm und sagten: "Mein Vater! Hätte der Prophet etwas Schwieriges von dir verlangt, würdest du es nicht tun? Wieviel mehr, da er dir sagt: 'Bade, und du wirst rein!'" 2Ki 5:14 Da stieg er hinab und tauchte siebenmal im Jordan unter, nach des Gottesmannes Wort. Da ward sein Leib wieder wie der eines kleinen Knaben. Und er ward rein. 2Ki 5:15 Da kam er zu dem Gottesmann zurück mit seinem ganzen Gefolge. Er kam, trat vor ihn und sprach: "Nun weiß ich, daß auf der ganzen Erde kein Gott ist, außer in Israel. So nimm von deinem Sklaven ein Geschenk!" 2Ki 5:16 Er sprach: "So wahr der Herr, dem ich diene, lebt! Ich nehme nichts." Da drang er in ihn, es zu nehmen. Aber er weigerte sich. 2Ki 5:17 Da sprach Naaman "Dann möge deinem Sklaven eine Last Erde gegeben werden, die Last eines Maultiergespanns! Denn dein Sklave bringt fortan ein Brand- und Schlachtopfer nicht anderen Göttern dar als einzig dem Herrn. 2Ki 5:18 Aber dies verzeihe der Herr deinem Sklaven! Wenn mein Herr in das Haus des Rimmon geht, dort anzubeten, und sich auf meinen Arm stützt, werfe auch ich mich im Haus des Rimmon nieder. Werfe ich mich dann so im Hause Rimmons nieder, dann verzeihe dies der Herr deinem Sklaven!" 2Ki 5:19 Da sprach er: "Ziehe hin in Frieden!" Und er zog von ihm eine Strecke Wegs fort. 2Ki 5:20 Da dachte Gechazi, der Diener des Gottesmannes Elisäus: "Mein Herr hat diesen Aramäer Naaman geschont und von ihm nichts genommen, was er hergebracht hat. So wahr der Herr lebt! Ich laufe ihm nach und nehme ihm etwas ab." 2Ki 5:21 Also lief Gechazi dem Naaman nach. Naaman aber sah, daß er ihm nachlief. Er beugte sich vom Wagen herab ihm entgegen und sprach: "Steht es gut?" 2Ki 5:22 Er sprach: "Ja! Aber mein Herr sendet mich und läßt sagen: 'Soeben sind zu mir zwei junge Leute von den Prophetensöhnen aus dem Gebirge Ephraim gekommen. Gib doch für sie ein Talent Silber und zwei Feierkleider!'" 2Ki 5:23 Da sprach Naaman: "Tu den Gefallen und nimm zwei Talente!" Und er drang in ihn, verpackte zwei Talente Silber in zwei Beutel nebst zwei Feierkleidern und gab sie seinen beiden Dienern. Diese trugen sie vor ihm her. 2Ki 5:24 Als er zum Hügel kam, nahm er sie ihnen ab und verwahrte sie im Hause. Dann entließ er die Leute, und sie gingen. 2Ki 5:25 Er selbst aber kam und trat vor seinen Herrn. Da fragte ihn Elisäus: "Woher, Gechazi?" Er sagte: "Dein Sklave ist nirgends hingegangen." 2Ki 5:26 Da sprach er zu ihm: "Es ist nicht wahr. Mein Herz ist mitgegangen. Als sich ein Mann im Wagen nach dir umgewandt hat, ist das nicht der Augenblick gewesen, da du das Geld genommen hast, um dir dafür Kleider, Ölgärten, Weinberge, Schafe und Rinder, Sklaven und Sklavinnen zu kaufen?" 2Ki 5:27 Nun hafte Naamans Aussatz an dir und deinen Nachkommen immerdar! Und er ging von ihm weg, schneeweiß von Aussatz. 2Ki 6:1 Die Prophetensöhne aber sprachen zu Elisäus: "Der Ort, an dem wir bei dir wohnen, ist uns zu eng. 2Ki 6:2 Wir wollen an den Jordan gehen. Dort hole jeder einen Balken! Und wir schaffen uns eine Stätte zum Wohnen." Er sprach: "Geht hin!" 2Ki 6:3 Einer aber sprach: "Sei so gut und gehe mit deinen Dienern!" Er sprach: "Gut! Ich gehe mit." 2Ki 6:4 So ging er mit ihnen. Da kamen sie an den Jordan und fällten Bäume. 2Ki 6:5 Als einer an einem Balken hieb, fiel ihm das Eisen ins Wasser. Er schrie und rief: "Ach, mein Herr! Und dazu ist es entlehnt." 2Ki 6:6 Da fragte der Gottesmann: "Wohin ist es gefallen?" Da wies er ihm die Stelle. Nun schnitzte er ein Holz und warf es dorthin. Da schwamm das Eisen herbei. 2Ki 6:7 Er sprach: "Hol's dir herauf!" Da streckte er seine Hand aus und holte es. - 2Ki 6:8 Der König von Aram fing mit Israel Krieg an. Da beriet er sich mit seinen Dienern und sprach: "An dem und dem Ort sei mein Lager!" 2Ki 6:9 Da sandte der Gottesmann zum König von Israel und ließ sagen: "Hüte dich, an diesem Ort vorüberzuziehen! Denn dort liegen die Aramäer im Hinterhalt." 2Ki 6:10 Da sandte der König von Israel an den Ort, den ihm der Gottesmann genannt hatte. So warnte er ihn. Und er beobachtete dort, nicht bloß ein- oder zweimal. 2Ki 6:11 Darüber ward der König von Aram aufgeregt. Er rief seine Diener und sagte zu ihnen: "Könnt ihr mir nicht sagen, wer von uns es mit dem König von Israel hält!" 2Ki 6:12 Da sprach einer seiner Diener: "Nicht doch! Mein Herr, König! Der Prophet Elisäus in Israel teilt dem König von Israel die Worte mit, die du in deinem Schlafgemach sprichst." 2Ki 6:13 Da sprach er: "Geht und seht, wo er ist, daß ich schicke und ihn holen lasse!" Da ward ihm gemeldet: "Er ist in Dotan." 2Ki 6:14 Da sandte er dorthin Rosse, Wagen und eine starke Kriegerschar. Sie kamen bei Nacht und umzingelten die Stadt. 2Ki 6:15 Der Diener des Gottesmannes aber stand in der Frühe auf und trat hinaus. Da lag eine Kriegerschar rings um die Stadt mit Rossen und Wagen. Sein Diener sprach zu ihm: "Wehe, mein Herr! Was sollen wir tun?" 2Ki 6:16 Er sprach: "Fürchte nichts! Denn mehr sind der Unsrigen als der Ihrigen." 2Ki 6:17 Und Elisäus betete und sprach: "Herr, öffne ihm die Augen, daß er sehe!" Da öffnete der Herr dem Diener die Augen, und er sah den Berg voll von feurigen Rossen und Wagen rings um Elisäus. 2Ki 6:18 Als sie nun gegen ihn anrückten, betete Elisäus zum Herrn und sprach: "Schlage dieses Kriegsvolk mit Blindheit!" Da schlug er sie mit Blindheit nach des Elisäus Wort. 2Ki 6:19 Dann sprach Elisäus zu ihnen: "Dies ist nicht der Weg und dies ist nicht die Stadt. Folgt mir! Ich führe euch zu dem Mann, den ihr suchet." Da führte er sie nach Samaria. 2Ki 6:20 Als sie nach Samaria gekommen waren, sprach Elisäus: "Herr, öffne diesen die Augen, daß sie sehen!" Da öffnete ihnen der Herr die Augen, und sie sahen sich mitten in Samaria. 2Ki 6:21 Da sprach der König von Israel zu Elisäus, als er sie sah: "Soll ich dreinschlagen lassen, mein Vater?" 2Ki 6:22 Da sprach er: "Nein! Willst du solche, die du nicht mit deinem Schwert und Bogen gefangennimmst, niederschlagen? Setz ihnen Brot und Wasser vor, daß sie essen und trinken! Dann mögen sie zu ihrem Herrn ziehen!" 2Ki 6:23 Da ließ er für sie ein großes Mahl herrichten, und sie aßen und tranken. Dann entließ er sie, und sie zogen zu ihrem Herrn. Seitdem kamen keine aramäischen Streitscharen mehr ins Land Israel. 2Ki 6:24 Hernach zog Arams König Benhadad sein ganzes Heer zusammen. Er zog heran und belagerte Samaria. 2Ki 6:25 Da ward eine große Hungersnot in Samaria, als jene es belagerten, bis ein Eselskopf achtzig Silberlinge galt und ein Viertelmaß Vogelmilch fünf Silberlinge. 2Ki 6:26 Als nun der König von Israel die Mauern untersuchte, schrie ein Weib ihn an und sprach: "Hilf doch, mein Herr, König!" 2Ki 6:27 Er sprach: "Hilft dir der Herr nicht? Woher sollte ich dir helfen können? Von der Tenne oder von der Kelter?" 2Ki 6:28 Dann sprach der König zu ihr: "Was hast du?" Da sprach sie: "Das Weib da sprach zu mir: 'Gib deinen Sohn her, daß wir ihn heute verzehren! Morgen wollen wir meinen Sohn verzehren.' 2Ki 6:29 So kochten wir meinen Sohn und verzehrten ihn. Da sprach ich zu ihr am anderen Tage: 'Gib deinen Sohn her, daß wir ihn essen!' Da versteckte sie ihren Sohn." 2Ki 6:30 Als aber der König die Worte des Weibes vernahm, zerriß er seine Kleider. Er untersuchte eben die Mauer. Da sah das Volk, daß er darunter ein Bußgewand auf seinem Leib hatte. 2Ki 6:31 Er sprach: "Gott tue mir das und das, wenn des Saphatsohnes Elisäus Haupt noch heute auf ihm bleibt!" 2Ki 6:32 Elisäus aber saß in seinem Hause, und die Ältesten saßen bei ihm. Jener aber sandte einen Mann vor sich her. Bevor aber der Bote zu ihm kam, sprach er zu den Ältesten: "Wißt ihr, daß dieser Mördersohn herschickt, mir den Kopf abzuschlagen? Seht zu! Sobald der Bote kommt, schließt die Tür und stemmt euch mit der Tür gegen ihn! Ist nicht der Schall der Tritte seines Herrn hinter ihm zu hören?" 2Ki 6:33 Noch redete er mit ihnen, da kam der König zu ihm herab. Er sprach: "Das ist das Schlimmste vom Herrn. Was warte ich noch länger auf den Herrn?" 2Ki 7:1 Elisäus aber sprach: "Hört des Herrn Wort! So spricht der Herr: 'Um diese Zeit morgen gilt ein Maß Feinmehl einen Ring und zwei Maß Gerste gleichfalls einen Ring am Tor in Samaria.'" 2Ki 7:2 Da entgegnete der Krieger, auf dessen Arm sich der König stützte, dem Gottesmann und sprach: "Selbst wenn der Herr Luken am Himmel machte, könnte solches sein?" Er sprach: "Du darfst es sehen, aber darfst nicht mitessen." 2Ki 7:3 Nun waren vier Männer als Aussätzige vor dem Tore. Sie sprachen zueinander: "Wozu bleiben wir hier, bis wir sterben? 2Ki 7:4 Sagten wir: Wir wollen in die Stadt kommen, so stürben wir dort; denn Hungersnot ist in der Stadt. Bleiben wir aber hier, so sterben wir auch hier. So kommt jetzt! Wir laufen ins Aramäerlager über. Lassen sie uns leben, so leben wir. Töten sie uns aber, so sterben wir eben." 2Ki 7:5 So standen sie in der Abenddämmerung auf, um ins Aramäerlager zu gehen. Und sie kamen bis ans Ende des Aramäerlagers. Aber kein Mensch war hier. 2Ki 7:6 Der Herr hatte nämlich im Aramäerlager ein Getöse hören lassen, das Getöse von Wagen und Rossen, das Getöse eines großen Heeres, so daß sie zueinander sprachen: "Der König von Israel hat gegen uns die Könige der Chittiter und Ägypter zu einem Überfall auf uns gedungen." 2Ki 7:7 So brachen sie auf und flohen in der Abenddämmerung. Sie ließen ihre Zelte, Rosse und Esel, das Lager, wie es war, im Stich, und flohen um ihr Leben. 2Ki 7:8 Da kamen diese Aussätzigen bis an des Lagers Ende. Sie gingen in ein Zelt und aßen und tranken. Dann nahmen sie daraus Silber, Gold und Kleider und gingen, es zu vergraben. Sie kamen wieder und gingen in ein anderes Zelt. Auch hier trugen sie fort und gingen und vergruben es. 2Ki 7:9 Dann sprachen sie zueinander: "Wir tun nicht recht. Dieser Tag ist ein Tag froher Botschaft. Wenn wir schweigen und bis zum lichten Morgen warten, dann trifft uns Strafe. So kommt denn! Wir wollen gehen und es im Königshause melden!" 2Ki 7:10 So kamen sie und riefen den Stadttorwächter und verkündeten ihnen: "Wir sind ins Aramäerlager gekommen. Da war aber niemand, auch kein menschliches Geräusch. Die Rosse und Esel gesattelt und die Zelte, wie sie waren." 2Ki 7:11 Da brachen die Wächter in Rufe aus und meldeten es im Hause des Königs drinnen. 2Ki 7:12 Da stand der König noch in der Nacht auf und sprach zu seinen Dienern: "Ich will euch sagen, was die Aramäer gegen uns vorhaben. Sie wissen, daß wir Hunger leiden. Darum verließen sie das Lager, um sich im Freien zu verstecken. Denn sie denken: 'Wenn sie aus der Stadt kommen, dann greifen wir sie lebendig und dringen in die Stadt ein.'" 2Ki 7:13 Da erwiderte einer seiner Diener und sprach: "Man nehme doch fünf der übriggebliebenen Rosse! Ihnen geht es dann eben wie Israels Volksmenge, die noch da ist, und wie Israels ganzer Masse, die schon dahin ist. Wir wollen sie aussenden und sehen." 2Ki 7:14 Da holten sie zwei Berittene. Und der König von Israel sandte sie dem Aramäerheere nach und sagte: "Geht und schaut nach!" 2Ki 7:15 Sie folgten ihnen bis an den Jordan. Da war der ganze Weg voll von Gewändern und Waffen, die die Aramäer auf ihrer eiligen Flucht weggeworfen hatten. Die Boten kehrten um und meldeten es dem König. 2Ki 7:16 Da ging das Volk hinaus und plünderte das Aramäerlager. Und ein Maß Feinmehl galt einen Ring und zwei Maß Gerste auch einen Ring nach des Herrn Wort. 2Ki 7:17 Der König aber hatte über das Tor den Krieger bestellt, auf dessen Arm er sich zu stützen pflegte. Da zertrat ihn das Volk im Tor, und er starb, wie es der Gottesmann gesagt hatte, als der König zu ihm hinabkam. 2Ki 7:18 Als nämlich der Gottesmann zum König sagte: "Zwei Maß Gerste werden einen Ring gelten und ein Maß Feinmehl gleichfalls einen Ring morgen um diese Zeit in Samarias Tor", 2Ki 7:19 gab der Krieger dem Gottesmann zur Antwort und sprach: "Selbst wenn der Herr am Himmel Luken machte, könnte solches sein?" Da sagte er: "Du darfst es sehen, aber darfst nicht mitessen." 2Ki 7:20 Und ihm geschah also. Das Volk zertrat ihn im Tor, und er starb. 2Ki 8:1 Elisäus aber sprach zu dem Weib, dessen Sohn er lebendig gemacht hatte: "Auf! Zieh mit deinem Hause fort und weile, wo du weilen magst! Denn der Herr ruft eine Hungersnot herbei, und sie kommt für sieben Jahre ins Land." 2Ki 8:2 Da machte sich das Weib auf und tat nach des Gottesmannes Wort. Sie zog mit ihrem Hause von dannen und weilte sieben Jahre im Philisterland. 2Ki 8:3 Nach sieben Jahren kehrte das Weib aus dem Philisterland zurück. Da ging sie, den König wegen ihres Hauses und Feldes anzurufen. 2Ki 8:4 Der König sprach gerade zu Gechazi, dem Diener des Gottesmannes: "Erzähle mir all die Großtaten, die Elisäus getan hat!" 2Ki 8:5 Gerade erzählte er dem König, wie er den Toten lebendig gemacht hatte, da kam das Weib, dessen Sohn er lebendig gemacht hatte, um den König wegen ihres Hauses und Feldes anzurufen. Da sprach Gechazi: "Mein Herr, König! Dies ist das Weib und dies sein Sohn, den Elisäus lebendig gemacht hat." 2Ki 8:6 Da befragte der König das Weib, und sie erzählte es ihm. Da gab ihr der König einen Kämmerer mit und befahl: "Verschaffe ihr all das Ihrige und den ganzen Feldertrag von dem Tage an, da sie das Land verlassen hat, bis heute!" 2Ki 8:7 Elisäus kam nun nach Damaskus; Arams König Benhadad aber war gerade krank. Ihm wurde gemeldet: "Der Gottesmann ist hierher gekommen." 2Ki 8:8 Da sprach der König zu Chazael: "Nimm ein Geschenk mit! Geh dem Gottesmann entgegen und befrage durch ihn den Herrn, ob ich von meiner Krankheit genese!" 2Ki 8:9 Chazael ging ihm entgegen. Und er nahm ein Geschenk mit, allerlei Köstliches aus Damaskus, vierzig Kamellasten. So kam er, trat vor ihn und sprach: "Dein Sohn, Arams König Benhadad, schickt mich zu dir und fragt: 'Werde ich von dieser Krankheit genesen?'" 2Ki 8:10 Da sprach Elisäus zu ihm: "Geh und sage ihm: 'Du wirst genesen!' Der Herr aber hat mich sehen lassen, daß er sterben werde." 2Ki 8:11 Er aber verzog keine Miene und lehnte lange Zeit auf seinem Stab. Da weinte der Gottesmann. 2Ki 8:12 Chazael fragte: "Warum weinst du, mein Herr?" Er sprach: "Weil ich weiß, was du Israels Söhnen Böses tun wirst. Du wirst ihre festen Städte in Brand stecken, ihre Jungmannschaft mit dem Schwerte töten, ihre Kindlein zerschmettern und ihre werdenden Mütter aufschlitzen." 2Ki 8:13 Da sprach Chazael: "Was ist denn dein Sklave, der Hund, daß er dies Gewaltige tun sollte?" Da sprach Elisäus: "Der Herr hat dich mir als König von Aram gezeigt." 2Ki 8:14 Er ging nun von Elisäus weg und kam zu seinem Herrn. Dieser fragte ihn: "Was hat dir Elisäus gesagt?" Er hat mir gesagt: "Du wirst genesen." 2Ki 8:15 Am anderen Morgen aber nahm er einen Schleier, tauchte ihn in Wasser und breitete ihn über sein Gesicht, und er starb. So ward Chazael König an seiner Statt. 2Ki 8:16 Im fünften Jahre des Achabsohnes Joram, des Königs von Israel - Josaphat, Judas König, war gestorben -, ward des Judakönigs Josaphat Sohn, Joram, König. 2Ki 8:17 Er war zweiunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte acht Jahre in Jerusalem. 2Ki 8:18 Er wandelte auf dem Weg der Könige Israels, wie die vom Achabshaus getan. Denn er hatte eine Tochter Achabs zum Weibe. So tat er, was dem Herrn mißfiel. 2Ki 8:19 Aber der Herr wollte Juda um seines Dieners David willen nicht vernichten, wie er ihm verheißen hatte, daß er ihm und seinen Söhnen allzeit eine Leuchte lasse. 2Ki 8:20 In seinen Tagen war Edom von Judas Botmäßigkeit abgefallen; es gab sich einen König. 2Ki 8:21 Da zog Joram nach Sair Mit all seinen Wagen. Er erhob sich des Nachts und schlug die Edomiter, die ihn umzingelt hatten, samt den Wagenobersten, und das Volk floh zu seinen Zelten. 2Ki 8:22 Aber Edom fiel doch von Juda ab, bis auf diesen Tag. Damals fiel zu gleicher Zeit auch Libna ab. 2Ki 8:23 Ist nicht der Rest der Geschichte Jorams und alles, was er sonst getan, im Geschichtsbuch der Könige von Juda aufgeschrieben? 2Ki 8:24 Als sich Joram zu seinen Vätern legte, ward er bei seinen Ahnen in der Davidsstadt begraben, und sein Sohn Achazja ward an seiner Statt König. 2Ki 8:25 Im zwölften Jahr des Achabsohnes und Israelkönigs Joram ward des Judakönigs Joram Sohn, Achazja, König. 2Ki 8:26 Achazja war zweiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte ein Jahr in Jerusalem. Seine Mutter hieß Atalja. Sie war eine Enkelin des israelitischen Königs Omri. 2Ki 8:27 Er wandelte auf des Achabhauses Weg und tat, was dem Herrn mißfiel, wie das Haus Achabs; denn er war mit dem Hause Achabs verschwägert. 2Ki 8:28 Er zog nun mit dem Achabsohne Joram gegen Arams König Chazael bei Ramot im Gilead zu Felde. Aber die Aramäer verwundeten Joram. 2Ki 8:29 Da kehrte der König Joram heim, um sich in Jezreel von den Wunden zu heilen, die ihm die Aramäer in Rama geschlagen hatten, als er mit Arams König Chazael kämpfte. Nun ging der Judakönig Achazja, Jorams Sohn, hinab, den Achabsohn Joram in Jezreel zu besuchen, weil er krank war. 2Ki 9:1 Da rief der Prophet Elisäus einen der Prophetensöhne und sprach: "Gürte deine Lenden! Nimm diese Ölflasche mit dir und geh nach Ramot im Gilead! 2Ki 9:2 Und kommst du dort an, dann merk auf! Dort ist Jehu, Josaphats Sohn und Nimsis Enkel. Trittst du ein, dann laß ihn aus seiner Brüder Mitte aufstehen und führ ihn in das innerste Gemach! 2Ki 9:3 Dann nimm die Ölflasche, gieße daraus auf sein Haupt und sage: 'So spricht der Herr: "Ich salbe dich zum König über Israel!"' Dann öffne die Tür und fliehe unverweilt!" 2Ki 9:4 Da ging der Jüngling - der Jüngling war ein Prophet - nach Ramot im Gilead. 2Ki 9:5 Als er hinkam, saßen die Hauptleute des Heeres da. Er sagte: "Hauptmann! Ich habe dir etwas zu sagen." Jehu fragte: "Wem von uns allen?" Er sprach: "Hauptmann! Dir!" 2Ki 9:6 Da stand er auf und ging ins Haus hinein. Da goß er ihm das Öl aufs Haupt und sagte zu ihm: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Ich salbe dich zum König über des Herrn Volk, über Israel. 2Ki 9:7 Schlage nieder das Haus Achabs, deines Herrn, damit ich räche meiner Diener, der Propheten, Blut sowie das Blut aller anderen Diener des Herrn an Izebel 2Ki 9:8 und an dem ganzen Achabhause! Zugrunde geht das ganze Achabhaus. Von Achab tilge ich die Wandpisser, wie Mündige in Israel. 2Ki 9:9 Ich mache so das Achabhaus gleich dem des Nebatsohns Jeroboam und gleich dem Haus des Achiasohnes Baësa. 2Ki 9:10 Izebel aber fressen Hunde auf der Flur von Jezreel, und niemand ist, der sie bestattet.'" Darauf öffnete er die Tür und floh. 2Ki 9:11 Als Jehu nun zu den Dienern seines Herrn hinaustrat, fragte man ihn: "Steht es gut? Weshalb ist dieser Verrückte zu dir gekommen?" Er sprach zu ihnen: "Ihr kennt ja den Mann und sein Geschwätz." 2Ki 9:12 Sie sprachen. "Ausflüchte! Sag es uns!" Da sagte er: "So und so hat er zu mir gesprochen: 'So spricht der Herr: "Ich salbe dich zum König über Israel."'" 2Ki 9:13 Da nahmen sie eilends jeder sein Gewand und legten es unter ihn auf die Treppenziegel. Dann stießen sie in das Horn und riefen: "Jehu ist König." 2Ki 9:14 Also verschwor sich Jehu, Josaphats Sohn und Nimsis Enkel, gegen Joram. Joram aber lag auf der Wacht zu Ramot im Gilead mit ganz Israel gegen Arams König Chazael. 2Ki 9:15 Der König Joram aber kehrte heim, um sich in Jezreel heilen zu lassen von den Wunden, die ihm die Aramäer schlugen, als er mit Arams König Chazael kämpfte. Jehu sprach: "Ist es euch genehm, dann gehe niemand heimlich aus der Stadt in der Absicht, hinzugehen und es in Jezreel zu melden!" 2Ki 9:16 Hierauf bestieg Jehu einen Wagen und fuhr nach Jezreel. Denn dort lag Joram, und der Judakönig Achazja war herabgezogen, Joram zu besuchen. 2Ki 9:17 Auf dem Turme zu Jezreel aber stand der Wächter und sah Jehus, Schar herankommen. Er sprach: "Ich sehe eine Schar." Da sprach Joram: "Hole einen Reiter und schicke ihn jenen entgegen, daß er frage: 'In friedlicher Absicht?'" 2Ki 9:18 Da ritt der Reiter ihm entgegen und sprach: "So fragt der König: 'In friedlicher Absicht?'" Jehu sprach: "Was geht dich der Frieden an? Schwenke hinter mich ein!" Der Wächter meldete es und sprach: "Der Bote ist bei ihnen angelangt, kehrt aber nicht um." 2Ki 9:19 Da sandte er einen zweiten Reiter. Er kam zu ihm und sprach: "So fragt der König: 'Friedlich?'" Jehu sprach: "Was geht dich der Frieden an? Schwenke hinter mich ein!" 2Ki 9:20 Der Wächter meldete: "Auch er ist bei ihnen angelangt, kehrt aber nicht um. Und das Fahren gleicht dem Fahren des Nimsisohnes Jehu; denn er fährt unsinnig." 2Ki 9:21 Da sprach Joram: "Spanne ein!" Man spannte seinen Wagen ein, und der König von Israel, Joram, fuhr mit dem Judakönig Achazja hinaus, jeder auf seinem Wagen. So fuhren sie Jehu entgegen und trafen ihn auf des Jezreeliters Nabot Grundstück. 2Ki 9:22 Als Joram den Jehu erblickte, fragte er: "In friedlicher Absicht, Jehu?" Er sprach: "Was, friedliche Absicht bei deiner Mutter Izebel Hurerei und ihren zahllosen Ränken!" 2Ki 9:23 Da lenkte Joram um und floh. Er rief Achazja zu "Verrat! Achazja!" 2Ki 9:24 Da spannte Jehu den Bogen bis aufs äußerste und traf Joram zwischen die Arme. Der Pfeil fuhr ihm durchs Herz, und er sank in seinem Wagen nieder. 2Ki 9:25 Dann sprach er zu seinem Krieger Bidekar: "Nimm ihn und wirf ihn auf des Jezreeliters Nabot Grundstück! Denk daran, wie ich und du hinter seinem Vater Achab Seite an Seite ritten, als der Herr über ihn diesen Ausspruch tat: 2Ki 9:26 'Ich habe gestern Nabots und seiner Söhne Blut gesehen - ein Spruch des Herrn - und ich vergelte es dir auf diesem Grundstück.' Ein Spruch des Herrn. So nimm ihn und wirf ihn auf das Grundstück nach des Herrn Wort!" 2Ki 9:27 Dies hatte der Judakönig Achazja mit angesehen; da floh er gegen das Gartenhaus. Jehu jagte ihm nach und rief: "Schlagt auch diesen auf dem Wagen!" Es war auf der Steige von Gur bei Ibleam. Doch er entkam nach Megiddo; dort aber starb er. 2Ki 9:28 Dann fuhren ihn seine Diener nach Jerusalem und begruben ihn in seiner Grabstätte bei seinen Ahnen in der Davidsstadt. 2Ki 9:29 Im elften Jahr des Achabsohnes Joram war Achazja über Juda König geworden. 2Ki 9:30 Nun kam Jehu nach Jezreel. Als Izebel davon hörte, schminkte sie die Augenlider, schmückte ihr Haupt und schaute zum Fenster hinaus. 2Ki 9:31 Als Jehu durch das Tor kam, sprach sie: "Geht es Zimri, dem Mörder seines Herrn, gut?" 2Ki 9:32 Da blickte er zum Fenster hinauf und rief: "Wer hält es mit mir? Wer?" Da blickten zu ihm zwei oder drei Kämmerlinge herunter. 2Ki 9:33 Er rief: "Stürzt sie herab!" Und sie stürzten diese hinab. Von ihrem Blut aber spritzte an die Mauer und an die Rosse, und sie zerstampften sie. 2Ki 9:34 Er aber ging hinein und aß und trank. Dann sprach er: "Seht nach dieser Verfluchten und begrabt sie! Sie ist doch eine Königstochter." 2Ki 9:35 Da gingen sie hin, sie zu begraben, fanden aber von ihr nichts mehr als den Schädel, die Füße und Arme. 2Ki 9:36 Sie kamen zurück und meldeten es ihm. Er sprach: "Das ist des Herrn Wort, das er durch seinen Diener, den Tisbiter Elias, gesprochen hat: 'Das Fleisch Izebels fressen Hunde auf der Flur von Jezreel. 2Ki 9:37 Izebels Leichnam wird wie Ackerdünger auf der Flur von Jezreel, daß man nicht sagen kann: "Das ist Izebel."'" 2Ki 10:1 Achab hatte siebzig Söhne in Samaria. Nun schrieb Jehu einen Brief und sandte ihn nach Samaria an Jezreels Fürsten, an die Ältesten und die Vormünder der Achabsöhne, in dem es hieß: 2Ki 10:2 "Gelangt dieser Brief an euch - bei euch sind eures Herrn Söhne und auf eurer Seite die Wagen, Rosse, Festungen und das Zeughaus -, 2Ki 10:3 dann wählt den besten und tüchtigsten aus den Söhnen eures Herrn, setzt ihn auf seines Vaters Thron und kämpft für das Haus eures Herrn!" 2Ki 10:4 Jene aber fürchteten sich gewaltig und sprachen: "Zwei Könige haben nicht vor ihm standgehalten. Wie könnten wir bestehen?" 2Ki 10:5 So schickten die Vorsteher des Hauses und der Stadtoberste sowie die Ältesten und Vormünder zu Jehu und ließen sagen: "Wir sind deine Sklaven, und alles, was du uns befiehlst, wollen wir tun. Wir machen niemanden zum König. Tu, was dir gut dünkt!" 2Ki 10:6 Er schrieb zum zweitenmal einen Brief des Inhalts: "Haltet ihr zu mir und hört ihr auf meine Stimme, dann nehmt die Häupter der Männer, der Söhne eures Herrn, und kommt zu mir morgen um diese Zeit nach Jezreel!" Des Königs Söhne, siebzig Mann, aber waren in der Stadt bei den Vornehmen, die sie aufzogen. 2Ki 10:7 Als der Brief an sie kam, ergriffen sie des Königs Söhne und schlachteten sie ab, siebzig Mann. Dann legten sie ihre Köpfe in Körbe und schickten sie nach Jezreel. 2Ki 10:8 Da kam der Bote und meldete ihm: "Man bringt die Köpfe der Königssöhne." Er sprach: "Legt sie in zwei Haufen vor den Toreingang bis zum Morgen!" 2Ki 10:9 Am anderen Morgen ging er hinaus, trat hin und sprach zum ganzen Volk: "Ihr seid ohne Schuld. Ich habe mich gegen meinen Herrn verschworen und ihn umgebracht. Wer aber hat all diese erschlagen? 2Ki 10:10 Erkennet nun, daß nichts zu Boden fällt von des Herrn Wort, das der Herr gegen Achabs Haus gesprochen hat! Der Herr hat getan, was er durch seinen Diener Elias gesprochen hat." 2Ki 10:11 Hierauf erschlug Jehu alle, die von Achabs Haus zu Jezreel übrig waren, ebenso alle seine Verwandten, Vertrauten und Priester. Keinen einzigen von ihm ließ er übrig. 2Ki 10:12 Dann erhob er sich und zog nach Samaria. Er war gerade bei dem Schurhaus der Hirten. 2Ki 10:13 Da traf Jehu des Judakönigs Achazja Brüder und fragte: "Wer seid ihr?" Sie sprachen: "Wir sind die Brüder des Achazja und kommen herab, die Königssöhne und die Söhne der Königinmutter zu begrüßen." 2Ki 10:14 Da rief er: "Greift sie lebendig!" Sie ergriffen sie lebendig und schlachteten sie in der Grube des Schurhauses ab, zweiundvierzig Mann. Keinen von ihnen ließ er übrig. 2Ki 10:15 Von da zog er weiter und traf Rekabs Sohn Jonadab, der ihm entgegenkam. Er grüßte ihn und fragte ihn: "Ist dein Herz zu mir so aufrichtig wie meines zu deinem?" Jonadab sprach: "Jawohl! Gib mir deine Hand!" Da gab er ihm die Hand und hob ihn zu sich auf seinen Wagen. 2Ki 10:16 Und er sprach: "Geh mit mir und schaue deine Lust an meinem Eifern für den Herrn!" So fuhren sie auf seinem Wagen. 2Ki 10:17 So kam er nach Samaria und erschlug alle, die von Achab zu Samaria übrig waren, bis er sie vertilgt hatte, nach des Herrn Wort, das er zu Elias gesprochen hatte. 2Ki 10:18 Dann versammelte Jehu das ganze Volk und sprach zu ihm: "Achab hat dem Baal zuwenig gedient. Jehu wird ihm eifriger dienen. 2Ki 10:19 So ruft jetzt alle Baalspropheten, alle seine Diener und alle seine Priester zu mir! Keiner fehle! Denn ich habe ein großes Opferfest für den Baal vor. Wer fehlt, bleibt nicht am Leben." Jehu aber handelte hinterlistig, um die Baalsdiener umzubringen. 2Ki 10:20 Jehu sprach: "Verkündet eine Festversammlung für den Baal!" Und sie riefen diese aus. 2Ki 10:21 Dann sandte Jehu in ganz Israel umher. Und alle Baalsdiener kamen. Nicht einer blieb zurück, der nicht gekommen wäre. Also kamen sie in das Haus des Baal, und das Baalshaus ward voll von einer Ecke bis zur anderen. 2Ki 10:22 Da sprach er zum Vorstand der Kleiderkammer: "Gib für alle Baalsdiener Gewänder heraus!" Da gab er für sie die Gewänder heraus. 2Ki 10:23 Dann kam Jehu mit dem Rekabsohn Jonadab in das Baalshaus. Er sprach zu den Baalsdienern: "Forscht nach und seht, ob nicht bei euch einer von den Dienern des Herrn ist! Nur Baalsdiener allein seien da!" 2Ki 10:24 So kamen sie, Schlacht- und Brandopfer herzurichten. Jehu aber stellte draußen achtzig Mann auf. Er sprach: "Wer einen der Männer, die ich euch in die Hände liefere, entkommen läßt, der haftet dafür mit seinem Leben." 2Ki 10:25 Als man mit der Zurichtung des Brandopfers fertig war, sprach Jehu zu den Läufern und den Kriegern: "Kommt und schlagt sie! Keiner darf heraus!" Da schlugen sie sie mit dem Schwerte. Die Läufer aber und die Krieger schafften sie heraus. Dann gingen sie wieder in das Baalshaus. 2Ki 10:26 Hier schafften sie die Denksäulen des Baalshauses heraus und verbrannten sie. 2Ki 10:27 Dann zertrümmerten sie das Mal des Baal und das Baalshaus und machten daraus Kloaken bis auf diesen Tag. 2Ki 10:28 So tilgte Jehu aus Israel den Baal. 2Ki 10:29 Aber von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte, ließ Jehu nicht, von den goldenen Kälbern in Dan und Betel. 2Ki 10:30 Der Herr aber sprach zu Jehu: "Weil du richtig ausgeführt hast, was recht in meinen Augen, und weil du ganz nach meinem Sinn am Achabhaus getan, so sollen deine Nachkommen bis in das vierte Glied auf Israels Thron sitzen!" 2Ki 10:31 Aber Jehu hatte nicht acht, im Gesetze des Herrn, des Gottes Israels, von ganzem Herzen zu wandeln. Er ließ nicht von Jeroboams Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. 2Ki 10:32 Zu jener Zeit begann der Herr Israel zu verringern. Chazael nämlich schlug sie im ganzen Grenzgebiet Israels, 2Ki 10:33 vom Jordan östlich das ganze Land Gilead, die Gaditen, Rubeniten und Manassiten von Aroër am Arnonfluß, Gilead und Basan. 2Ki 10:34 Ist nicht der Rest der Geschichte Jehus und alles, was er sonst getan, sowie seine ganze Tapferkeit im Geschichtsbuche der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 10:35 Als sich Jehu zu seinen Vätern legte, begrub man ihn zu Samaria, und sein Sohn Joachaz ward an seiner Statt König. 2Ki 10:36 Die Zeit, die Jehu über Israel zu Samaria regierte, betrug achtundzwanzig Jahre. 2Ki 11:1 Als Atalja, Achazjas Mutter, erfuhr, daß ihr Sohn tot sei, erhob sie sich und vertilgte den ganzen Königsstamm. 2Ki 11:2 Aber Joseba, des Königs Joram Tochter und Vollschwester Achazjas, nahm den Joas, des Achazja Sohn, und brachte ihn verstohlenerweise mitten aus den Königssöhnen, die getötet werden sollten, mit seiner Amme in die Bettkammer. So verbargen sie ihn vor Atalja, und er ward nicht getötet. 2Ki 11:3 Er blieb bei ihr im Hause des Herrn sechs Jahre versteckt. Atalja aber herrschte über das Land. 2Ki 11:4 Im siebten Jahre aber sandte Jojada hin und holte die Obersten der karischen Hundertschaften und der Läufer. Und er brachte sie zu sich in das Haus des Herrn. Dann verbündete er sich mit ihnen und ließ sie im Hause des Herrn schwören. Hierauf zeigte er ihnen den Königssohn. 2Ki 11:5 Er gebot ihnen: "Dies habt ihr zu tun: Das Drittel, das am Sabbat abzieht, hat die Wache im Königshaus, 2Ki 11:6 das andere Drittel am Tor des Ausgangs und das letzte Drittel am Tor hinter den Läufern. Die Wache am Haus aber haltet abwechselnd! 2Ki 11:7 Zwei Teile von euch, alle, die am Sabbat zum Dienste kommen, sollen Wache halten am Hause des Herrn beim König! 2Ki 11:8 Schart euch um den König, jeder mit seinen Waffen in der Hand! Wer in die Reihen dringt, werde getötet! Bleibt beim König, wenn er aus- und einzieht!" 2Ki 11:9 Die Obersten der Hundertschaften taten nun ganz, wie es der Priester Jojada befohlen hatte. Jeder nahm seine Leute mit, die am Sabbat Abziehenden und die am Sabbat Aufziehenden, und sie kamen zum Priester Jojada. 2Ki 11:10 Und der Priester gab den Obersten der Hundertschaften die Lanzen und Schilde des Königs David im Hause des Herrn. 2Ki 11:11 So standen die Läufer, jeder mit seinen Waffen in der Hand, von des Hauses Südseite bis zur Nordseite, um Altar und Haus, rings um den König. 2Ki 11:12 Da führte er den Königssohn heraus und legte ihm das Diadem und die Spange an. So machten sie ihn zum König, salbten ihn, klatschten in die Hände und riefen: "Es lebe der König!" 2Ki 11:13 Atalja aber hörte den Lärm der Tanzenden im Volke. So kam sie in das Haus des Herrn zum Volke. 2Ki 11:14 Da sah sie, wie der König nach dem Brauch auf der Säule stand und die Fürsten mit den Hörnern beim König, und wie alles Volk des Landes fröhlich war und in die Hörner stieß. Da zerriß Atalja ihre Gewänder und schrie: "Verschwörung! Verschwörung!" 2Ki 11:15 Da gebot der Priester Jojada den Obersten der Hundertschaften, den Befehlshabern des Heeres, und sprach zu ihnen: "Führt sie durch die Reihen hinaus! Wer ihr folgt, den tötet mit dem Schwert!" Denn der Priester hatte gesagt: "Sie werde nicht im Haus des Herrn getötet!" 2Ki 11:16 Da legten sie Hand an sie, und sie kam durch den Rossegang ins Königshaus. Dort wurde sie getötet. 2Ki 11:17 Da schloß Jojada den Bund zwischen dem Herrn, dem König und dem Volk, daß sie ein Volk des Herrn sein wollten, sowie zwischen dem König und dem Volk. 2Ki 11:18 Dann kam alles einheimische Volk in das Baalshaus und riß es ein. Seine Altäre und Bilder zerbrachen sie vollständig, und den Priester Mattan töteten sie vor den Altären. Dann stellte der Priester eine Wache vor das Haus des Herrn. 2Ki 11:19 Darauf nahm er die Obersten der Hundertschaften, die Karer, die Läufer und das ganze einheimische Volk. Und sie führten den König aus dem Hause des Herrn hinab und kamen durch das Läufertor ins Königshaus. Da setzte er sich auf den Königsthron. 2Ki 11:20 Alles Volk des Landes war fröhlich; die Stadt aber war ruhig geblieben, obschon sie Atalja mit dem Schwert im Königshaus getötet hatten. 2Ki 11:21 (12:1) Joas war sieben Jahre alt, als er König wurde. 2Ki 12:1 (12:2) Im siebten Jahre Jehus ward Joas König, und vierzig Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Sibja und war aus Beerseba. 2Ki 12:2 (12:3) Joas tat, was dem Herrn gefiel, solange ihn der Priester Jojada unterwies. 2Ki 12:3 (12:4) Nur die Höhen wurden nicht abgeschafft. Das Volk opferte und räucherte noch immer auf den Höhen. 2Ki 12:4 (12:5) Joas sprach nun zu den Priestern: "Der Weihegaben ganzes Geld, das ins Haus des Herrn als schätzbares Silber gebracht wird, das Geld der Musterungspflichtigen, alles, was jemand freiwillig ins Haus des Herrn bringt, 2Ki 12:5 (12:6) das sollen die Priester für sich nehmen, jeder von seinen Bekannten! Sie sollen dafür den Schaden am Hause ausbessern, alles, woran sich ein Schaden findet!" 2Ki 12:6 (12:7) Im dreiundzwanzigsten Jahre des Königs Joas aber hatten die Priester noch immer nicht den Schaden am Hause ausgebessert. 2Ki 12:7 (12:8) Da berief der König Joas den Priester Jojada samt den anderen Priestern und fragte sie: "Warum bessert ihr nicht am Hause den Schaden aus? Nehmt kein Geld mehr von euren Bekannten an! Ihr sollt es vielmehr zur Ausbesserung am Hause verwenden!" 2Ki 12:8 (12:9) Die Priester willigten ein, kein Geld mehr vom Volke anzunehmen, ohne zugleich am Hause den Schaden auszubessern. 2Ki 12:9 (12:10) Dann nahm der Priester Jojada eine Lade, bohrte ein Loch in den Deckel und stellte sie rechts neben den Altar. Kam nun jemand in das Haus des Herrn, so taten die priesterlichen Schwellenhüter alles Geld hinein, das in das Haus des Herrn gebracht ward. 2Ki 12:10 (12:11) Wenn sie nun sahen, daß in der Lade viel Geld war, kam des Königs Schreiber mit dem Hohenpriester herauf. Sie packten das Geld zusammen und zählten, was sich im Hause des Herrn fand. 2Ki 12:11 (12:12) Dann übergaben sie das abgewogene Geld den Werkführern, die am Hause des Herrn die Aufsicht führten. Diese verausgabten es an die Zimmerleute und Bauleute, die am Hause des Herrn arbeiteten, 2Ki 12:12 (12:13) an die Holzfäller und Steinbrecher, und zum Ankauf von Holz und Bruchsteinen, um am Hause des Herrn den Schaden auszubessern, kurz, zu allem, was die Ausbesserung des Hauses kostete. 2Ki 12:13 (12:14) Doch wurden für des Herrn Haus keine silbernen Becken, Messer, Sprengschalen und Trompeten gemacht noch irgendein anderes goldenes oder silbernes Gerät von dem Gelde, das in das Haus des Herrn gebracht wurde. 2Ki 12:14 (12:15) Man gab es nur den Arbeitern, daß sie das Haus des Herrn davon ausbesserten. 2Ki 12:15 (12:16) Mit den Männern aber, denen man das Geld aushändigte, daß sie es den Arbeitern gäben, rechnete man nicht ab. Sie walteten eben auf Treu und Glauben. 2Ki 12:16 (12:17) Nicht in das Haus des Herrn ward das Geld von Schuld- und Sündopfern gebracht; es gehörte den Priestern. 2Ki 12:17 (12:18) Damals zog Arams König Chazael heran, stritt wider Gar und nahm es ein. Dann machte Chazael Miene, Jerusalem anzugreifen. 2Ki 12:18 (12:19) Da nahm Judas König Joas alle Weihegaben, die Josaphat, Joram und Achazja, seine Väter, Judas Könige, gestiftet hatten, samt den eigenen Weihegaben, sowie alles Geld, das sich in den Schatzkammern im Haus des Herrn und im Königshaus fand, und sandte es Arams König Chazael. Da zog er von Jerusalem ab. 2Ki 12:19 (12:20) Ist nicht der Rest der Geschichte des Joas und alles, was er sonst getan, im Geschichtsbuche der Könige Judas aufgezeichnet? 2Ki 12:20 (12:21) Seine Diener erhoben sich, machten eine Verschwörung und erschlugen Joas im Basteihaus, das zur Steige abfällt. 2Ki 12:21 (12:22) Jozakar, Simats Sohn, und Somers Sohn Jozabad, seine Diener, schlugen ihn tot. Dann begrub man ihn bei seinen Vätern in der Davidsstadt. Und sein Sohn Amasja ward an seiner Statt König. 2Ki 13:1 Im dreiundzwanzigsten Jahre des Judakönigs Joas, des Achazjasohnes, ward Joachaz, Jehus Sohn, König über Israel zu Samaria für siebzehn Jahre. 2Ki 13:2 Er tat, was dem Herrn mißfiel, und folgte des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. Er ließ nicht davon. 2Ki 13:3 Da entbrannte des Herrn Zorn über Israel, und er gab sie in die Hand des Aramkönigs Chazael und in die des Chazaelsohnes Hadad für lange Zeit. 2Ki 13:4 Aber Joachaz begütigte den Herrn. Und der Herr erhörte ihn. Denn er hatte Israels Bedrückung gesehen, wie es der König von Aram drückte. 2Ki 13:5 Da gab der Herr Israel einen Retter. Und sie entzogen sich Arams Gewalt. So wohnten Israels Söhne wie vorlängst in ihren Zelten. 2Ki 13:6 Nur ließen sie nicht von den Sünden des Hauses Jeroboams, zu denen er Israel verführt hatte. Darin wandelten sie, und auch die Aschera ("hl. Pfahl") blieb in Samaria. 2Ki 13:7 Denn er ließ dem Joachaz nicht mehr Kriegsvolk als fünfzig Reiter, zehn Wagen und 10.000 Mann Fußtruppen. Arams König nämlich hatte sie vernichtet und dem Staube beim Dreschen gleichgemacht. 2Ki 13:8 Ist nicht der Rest der Geschichte des Joachaz und alles, was er sonst getan, sowie seine Tapferkeit im Geschichtsbuche der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 13:9 Als sich Joachaz zu seinen Vätern legte, begrub man ihn zu Samaria, und sein Sohn Joas ward an seiner Statt König. 2Ki 13:10 Im siebenunddreißigsten Jahre des Judakönigs Joas ward Joachaz Sohn Joas König über Israel in Samaria für sechzehn Jahre. 2Ki 13:11 Er tat, was dem Herrn mißfiel. Er ließ in seinem Wandel nicht von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. 2Ki 13:12 Ist nicht der Rest der Geschichte des Joas und alles, was er sonst getan, sowie seine Tapferkeit, wie er mit Judas König, Amasja, Krieg führte, im Geschichtsbuche der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 13:13 Als sich Joas zu seinen Vätern legte, bestieg Jeroboam seinen Thron. Joas ward bei den Königen Israels zu Samaria begraben. 2Ki 13:14 Elisäus aber verfiel in eine Krankheit, an der er sterben sollte. Da kam Israels König, Joas, zu ihm hinab, weinte über ihn und sprach: "Mein Vater! Mein Vater! Israels Wagen und Reiter!" 2Ki 13:15 Da sprach Elisäus zu ihm: "Hol Bogen und Pfeile!" Da holte er ihm Bogen und Pfeile. 2Ki 13:16 Da sprach er zum König von Israel: "Spanne den Bogen mit deiner Hand!" Er spannte ihn, und Elisäus legte seine Hände auf die Hände des Königs. 2Ki 13:17 Dann sprach er: "Öffne das Fenster nach Osten!" Er öffnete es. Da sprach Elisäus: "Schieße!" Da schoß er. Er sprach: "Ein Pfeil des Sieges vom Herrn! Ein Siegespfeil gegen Aram! Du wirst Aram wie zu Aphek vernichtend schlagen." 2Ki 13:18 Dann sprach er: "Nimm die Pfeile!" Er nahm sie. Dann sprach er zu Israels König: "Schlage auf den Boden!" Da schlug er dreimal. Darauf hielt er inne. 2Ki 13:19 Da zürnte der Gottesmann über ihn und sprach: "Bei fünf- oder sechsmaligem Schlagen hättest du Aram vernichtend geschlagen. Nun schlägst du den Aram nur dreimal." 2Ki 13:20 Elisäus starb, und man begrub ihn. Nun fielen moabitische Streifscharen in einem Jahre in das Land ein. 2Ki 13:21 Eben wollte man einen Mann begraben, als man die Streifschar erblickte. Da warfen sie den Mann in des Elisäus Grab und gingen davon. Sobald aber der Mann die Gebeine des Elisäus berührte, ward er lebendig und stellte sich auf seine Füße. 2Ki 13:22 Arams König Chazael bedrängte Israel alle Tage des Joachaz. 2Ki 13:23 Der Herr aber war ihnen gnädig und erbarmte sich ihrer. Er wandte sich ihnen zu, wegen seines Bundes mit Abraham, Isaak und Jakob. Er wollte nicht ihr Verderben und verwarf sie noch nicht von seinem Antlitz. 2Ki 13:24 Chazael, Arams König, starb, und sein Sohn Benhadad ward an seiner Statt König. 2Ki 13:25 Da entriß des Joachaz Sohn Joas dem Benhadad, Chazaels Sohn, wieder die Städte, die jener seinem Vater Joachaz im Krieg entrissen hatte. Dreimal schlug ihn Joas und gewann Israels Städte wieder zurück. 2Ki 14:1 Im zweiten Jahre des Joachazsohnes Joas, des Königs von Israel, ward des Judakönigs Joas Sohn, Amasja, König. 2Ki 14:2 Er war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und fünfundzwanzig Jahre regierte er in Jerusalem. Seine Mutter hieß Joaddan und war aus Jerusalem. 2Ki 14:3 Er tat, was dem Herrn gefiel, aber nicht so wie sein Ahn David. Er tat ganz so, wie sein Vater Joas getan. 2Ki 14:4 Nur die Höhen waren nicht beseitigt. Das Volk opferte und räucherte noch immer auf den Höhen. 2Ki 14:5 Als die Herrschaft fest in seiner Hand war, ließ er seine Diener töten, die den König, seinen Vater, erschlagen hatten. 2Ki 14:6 Aber die Söhne der Mörder tötete er nicht, wie im Buche der Lehre Mosis geschrieben steht und was der Herr geboten: "Väter sollen nicht wegen der Kinder getötet werden, noch Söhne wegen der Väter; sondern jeder werde nur wegen seines eigenen Verbrechens getötet." 2Ki 14:7 Er schlug die 10.000 Edomiter im Salztal und nahm Sela im Sturm ein. Er nannte es Jokteel bis auf diesen Tag. 2Ki 14:8 Damals sandte Amasja Boten an Joas, des Joachaz Sohn und Jehus Enkel, den König von Israel, und ließ sagen: "Komm! Wir wollen uns ins Angesicht sehen!" 2Ki 14:9 Da ließ Israels König Joas dem Judakönig Amasja dies entbieten: "Die Distel auf dem Libanon hat zur Libanonzeder gesandt und sagen lassen: 'Gib deine Tochter meinem Sohn zum Weibe!' Aber das Wild auf dem Libanon lief darüber und zertrat die Distel. 2Ki 14:10 Weil du Edom geschlagen, überhebt sich gewaltig dein Sinn. Schone deine Ehre und bleib zu Haus! Warum forderst du das Unglück heraus, daß du fällst, du und Juda mit dir?" 2Ki 14:11 Aber Amasja hörte nicht darauf. So rückte Israels König Joas heran, und sie maßen sich, er und Amasja, Judas König, zu Betsemes in Juda. 2Ki 14:12 Da ward Juda von Israel geschlagen, und sie flohen, jeder in sein Zelt. 2Ki 14:13 Den Judakönig Amasja aber, Sohn des Joas und Achazjas Enkel, nahm Israels König Joas zu Betsemes gefangen und brachte ihn nach Jerusalem. Er legte auch in Jerusalems Mauer Breschen vom Ephraimtor bis zum Ecktor, 400 Ellen lang. 2Ki 14:14 Dann nahm er alles Gold und Silber, alle Geräte im Hause des Herrn und in des Königshauses Schatzkammern und die Geiseln; hierauf kehrte er nach Samaria zurück. 2Ki 14:15 Ist nicht der Rest der Geschichte des Joas und was er sonst getan, sowie seine Tapferkeit, und wie er mit Amasja, Judas König, kämpfte, im Geschichtsbuche der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 14:16 Als sich Joas zu seinen Vätern legte, ward er in Samaria bei den Königen Israels begraben, und sein Sohn Jeroboam ward an seiner Statt König. 2Ki 14:17 Judas König Amasja, des Joas Sohn, lebte nach dem Tode des Königs von Israel, Joas, des Joachazsohnes, noch fünfzehn Jahre. 2Ki 14:18 Ist nicht der Rest der Geschichte Amasjas im Geschichtsbuche der Könige von Juda aufgezeichnet? 2Ki 14:19 Sie verschworen sich aber zu Jerusalem gegen ihn, und er floh nach Lakis. Da schickten sie ihm nach Lakis Leute nach und töteten ihn dort 2Ki 14:20 Dann überführten sie ihn auf Rossen, und er ward in Jerusalem bei seinen Vätern in der Davidsstadt begraben. 2Ki 14:21 Da nahm das ganze Volk Juda den Azarja, der sechzehn Jahre alt war, und machte ihn zum König an seines Vaters Amasja Statt. 2Ki 14:22 Er baute Elat auf und brachte es wieder an Juda, nachdem sich der König zu seinen Vätern gelegt hatte. 2Ki 14:23 Im fünfzehnten Jahre des Judakönigs Amasja, des Joassohnes, ward Jeroboam, des Israelkönigs Joas Sohn, König in Samaria für einundvierzig Jahre. 2Ki 14:24 Er tat, was dem Herrn mißfiel. Er ließ nicht von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. 2Ki 14:25 Er brachte das Gebiet Israels von der Gegend um Hamat bis zum Meer der Wüste zurück, nach dem Worte des Herrn, des Gottes Israels, das er durch seinen Diener, den Propheten Jonas, Amittais Sohn, aus Gat Chepher gesprochen hatte. 2Ki 14:26 Denn der Herr sah, daß Israels Not gar bitter war, völlig eingeschlossen und verlassen war es, und niemand half Israel. 2Ki 14:27 Der Herr aber dachte nicht daran, Israels Namen unter dem Himmel zu tilgen. Und so half er ihnen durch den Joassohn Jeroboam. 2Ki 14:28 Ist nicht der Rest der Geschichte Jeroboams und alles, was er sonst getan, sowie seine Tapferkeit, wie er Krieg geführt und Damaskus nebst Hamat durch Israel für Juda zurückgebracht hat, im Geschichtsbuche der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 14:29 Als sich Jeroboam zu seinen Vätern legte, ward er zu Samaria bei Israels Königen begraben, und sein Sohn Sakarja ward an seiner Statt König. 2Ki 15:1 Im siebenundzwanzigsten Jahre des Israelkönigs Jeroboam ward des Judakönigs Amasja Sohn, Azarja, König. 2Ki 15:2 Er war sechzehn Jahre alt, als er König wurde, und regierte zweiundfünfzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Jekolja und war aus Jerusalem. 2Ki 15:3 Er tat, was dem Herrn gefiel, ganz wie sein Vater Amasja getan hatte. 2Ki 15:4 Nur die Höhen waren nicht beseitigt. Noch immer opferte und räucherte das Volk auf den Höhen. 2Ki 15:5 Der Herr aber schlug den König, und er ward bis zu seinem Todestage aussätzig. Er wohnte in einem besonderen Hause. Des Königs Sohn Jotam stand dem Hause vor und richtete das Volk des Landes. 2Ki 15:6 Ist nicht der Rest der Geschichte Azarjas und alles, was er sonst getan, im Geschichtsbuche der Könige Judas aufgezeichnet? 2Ki 15:7 Als sich Azarja zu seinen Vätern legte, begrub man ihn in der Davidsstadt bei seinen Ahnen. Und sein Sohn Jotam ward an seiner Statt König. 2Ki 15:8 Im achtunddreißigsten Jahre des Judakönigs Azarja ward Jeroboams Sohn Zakarja König über Israel zu Samaria für sechs Monate. 2Ki 15:9 Er tat, was dem Herrn mißfiel, wie seine Väter getan hatten. Er ließ nicht von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. 2Ki 15:10 Gegen ihn verschwor sich des Jabes Sohn Sallum, schlug ihn zu Ibleam und tötete ihn. Er ward an seiner Statt König. 2Ki 15:11 Ist nicht der Rest der Geschichte Zakarjas im Geschichtsbuche der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 15:12 Dies ist des Herrn Wort, das er zu Jehu gesprochen hat: "Söhne bis ins vierte Glied sollen von dir auf Israels Thron sitzen!" Und so geschah es. 2Ki 15:13 Sallum, des Jabes Sohn, ward König im neununddreißigsten Jahre des Judakönigs Uzzia und regierte einen Monat zu Samaria. 2Ki 15:14 Da zog Menachem, des Gadis Sohn, von Tirsa heran, kam nach Samaria, schlug Sallum, des Jabes Sohn, zu Samaria und tötete ihn. So ward er an seiner Statt König. 2Ki 15:15 Der Rest der Geschichte Sallums und seine Verschwörung, die er anzettelte, sind ja im Buche der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet. 2Ki 15:16 Damals verwüstete Menachem Tiphsach und alles, was darin war, und seine Umgebung von Tirsa an. Denn man hatte nicht die Tore geöffnet. Er schlug alle nieder. Ihre Schwangeren aber ließ er aufschlitzen. 2Ki 15:17 Im neununddreißigsten Jahre des Judakönigs Azarja ward Menachem, des Gadis Sohn, über Israel König zu Samaria für zehn Jahre. 2Ki 15:18 Er tat, was dem Herrn mißfiel. Auch er ließ nicht von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel all seine Tage verführt hatte. 2Ki 15:19 Da kam der Assyrerkönig Phul in das Land. Und Menachem gab dem Phul tausend Talente Silber, daß seine Hand mit ihm sei, um die Herrschaft in seiner Hand zu festigen. 2Ki 15:20 Und Menachem legte das Silber auf Israel um, auf alle vermöglichen Leute, um es dem Assyrerkönig zu geben, fünfzig Ringe auf jeden. Da zog der Assyrerkönig ab. Er blieb nicht länger dort im Lande. 2Ki 15:21 Ist nicht der Rest der Geschichte Menachems und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Könige Israels aufgezeichnet? 2Ki 15:22 Menachem legte sich zu seinen Vätern, und sein Sohn Pekachja ward an seiner Statt König. 2Ki 15:23 Im fünfzigsten Jahre des Judakönigs Azarja ward Pekachja, Menachems Sohn, König über Israel zu Samaria für zwei Jahre. 2Ki 15:24 Er tat, was dem Herrn mißfiel. Er ließ nicht von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. 2Ki 15:25 Da verschwor sich gegen ihn Pekach, Remaljas Sohn, sein Adjutant, und schlug ihn zu Samaria in der Burg des Königshauses, samt fünfzig Männern von den Söhnen der Gileaditer aus Argob und Areopolis. So tötete er ihn und ward an seiner Statt König. 2Ki 15:26 Ist nicht der Rest der Geschichte Pekachjas und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Könige Israels aufgeschrieben? 2Ki 15:27 Im zweiundfünfzigsten Jahre des Judakönigs Azarja ward Pekach, Remaljas Sohn, König über Israel zu Samaria für zwanzig Jahre. 2Ki 15:28 Er tat, was dem Herrn mißfiel. Er ließ nicht von des Nebatsohnes Jeroboam Sünden, zu denen er Israel verführt hatte. 2Ki 15:29 In den Tagen Pekachs, des Königs von Israel, kam der Assyrerkönig Tiglatpileser und nahm Ijjon, Abel Bet Maaka, Janoach, Kedes, Chasor, Gilead, Galiläa und das ganze Land Naphtali und führte sie gefangen nach Assyrien. 2Ki 15:30 Hosea, Elas Sohn, aber verschwor sich gegen Pekach, Remaljas Sohn, schlug ihn und tötete ihn. So ward er König an seiner Statt im zwanzigsten Jahre des Uzziasohnes Jotam. 2Ki 15:31 Ist nicht der Rest der Geschichte Pekachs und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Könige Israels aufgeschrieben? 2Ki 15:32 Im zweiten Jahre Pekachs, des Remaljasohnes und Königs von Israel, ward Jotam, des Judakönigs Uzzia Sohn, König. 2Ki 15:33 Er war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und sechzehn Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jerusa und war die Tochter Sadoks. 2Ki 15:34 Er tat, was dem Herrn wohlgefiel, ganz wie sein Vater Uzzia getan hatte. 2Ki 15:35 Nur die Höhen waren nicht abgeschafft. Noch immer opferte und räucherte das Volk auf den Höhen. Er baute das obere Tor am Hause des Herrn. 2Ki 15:36 Ist nicht der Rest der Geschichte Jotams und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Könige von Juda aufgezeichnet? 2Ki 15:37 In jenen Tagen begann der Herr, gegen Juda Arams König Resin und Pekach, Remaljas Sohn, loszulassen. 2Ki 15:38 Als sich Jotam zu seinen Vätern legte, ward er bei seinen Vätern in der Stadt seines Vaters David begraben. Und sein Sohn Achaz ward an seiner Statt König. 2Ki 16:1 Im siebzehnten Jahre des Remaljasohnes Pekach ward des Judakönigs Jotam Sohn, Achaz, König. 2Ki 16:2 Achaz war zwanzig Jahre alt, als er König wurde, und sechzehn Jahre regierte er zu Jerusalem. Er tat aber nicht, was dem Herrn, seinem Gott, gefiel, wie sein Ahn David. 2Ki 16:3 Er wandelte auf dem Wege der Könige Israels. Er führte sogar seinen Sohn durchs Feuer, nach Art der Greuel der Heiden, die der Herr vor Israels Söhnen vertrieben hatte. 2Ki 16:4 Er opferte und räucherte auf den Höhen, auf den Hügeln und unter jedem grünen Baum. 2Ki 16:5 Damals zogen Arams König Resin und Israels König Pekach, Remaljas Sohn, nach Jerusalem zum Angriff, und sie bedrängten Achaz. Aber sie hatten nicht stürmen können. 2Ki 16:6 In jener Zeit brachte Arams König, Resin, Elat an Aram zurück; er warf nämlich die Judäer aus Elat. Dann kamen die Edomiter nach Elat und siedelten dort bis auf diesen Tag. 2Ki 16:7 Da sandte Achaz Boten an den Assyrerkönig Tiglatpileser und ließ sagen: "Dein Sklave und dein Sohn bin ich. Zieh herauf und rette mich aus der Faust des Königs von Aram und der des Königs von Israel, die mich angreifen!" 2Ki 16:8 Und Achaz nahm das Silber und das Gold, das sich im Hause des Herrn und in des Königshauses Schatzkammern fand, und sandte es dem Assyrerkönig als Geschenk. 2Ki 16:9 Und der Assyrerkönig willfahrte ihm. So zog der Assyrerkönig nach Damaskus, eroberte es und führte es gefangen nach Kir. Den Resin aber tötete er. 2Ki 16:10 Da ging der König Achaz dem Assyrerkönig Tiglatpileser nach Damaskus entgegen. Dabei sah er den Altar, der in Damaskus war. Und der König Achaz sandte an den Priester Uria Maße und Abbild des Altars entsprechend seiner ganzen Anlage. 2Ki 16:11 Und der Priester Uria baute den Altar. Genauso, wie König Achaz es aus Damaskus übersandt hatte, tat der Priester Uria, bevor der König Achaz von Damaskus kam. 2Ki 16:12 Der König kam nun von Damaskus. Da besah der König den Altar. Dann trat der König an den Altar heran und bestieg ihn. 2Ki 16:13 Er ließ sein Brand- und sein Speiseopfer in Rauch aufgehen, goß sein Trankopfer aus und sprengte das Blut seines Mahlopfers an den Altar. 2Ki 16:14 Den ehernen Altar aber, der vor dem Herrn stand, rückte er von der Vorderseite des Tempels weg, von der Stelle zwischen dem Altar und dem Hause des Herrn, und stellte ihn an die Nordseite des Altares. 2Ki 16:15 Und der König Achaz befahl dem Priester Uria: "Auf dem großen Altar laß in Rauch aufgehen das Morgenbrandopfer, das Abendspeiseopfer und das Königsbrandopfer samt seinem Speiseopfer, sowie das Brandopfer des gesamten Volkes im Lande samt seinem Speise- und Trankopfer und sprenge alles Brandopfer- und Schlachtopferblut an ihn! Der eherne Altar bleibe mir zur Schau!" 2Ki 16:16 Und der Priester Uria tat, wie ihm der König Achaz befohlen. 2Ki 16:17 Der König Achaz zerschlug die Rahmen an den Gestühlen und nahm von ihnen die Becken. Auch das Meer nahm er von den ehernen Rindern, auf denen es stand, und setzte es auf ein Steinpflaster. 2Ki 16:18 Die Sitzempore, die man im Haus gebaut hatte, und den äußeren Eingang für den König verlegte er im Hause des Herrn wegen des Assyrerkönigs. 2Ki 16:19 Ist nicht der Rest der Geschichte des Achaz und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgeschrieben? 2Ki 16:20 Als Achaz sich zu seinen Vätern legte, ward er bei seinen Vätern in der Davidsstadt begraben, und sein Sohn Ezechias ward an seiner Statt König. 2Ki 17:1 Im zwölften Jahre des Judakönigs Achaz ward Hosea, Elas Sohn, zu Samaria König aber Israel für neun Jahre. 2Ki 17:2 Er tat, was dem Herrn mißfiel, aber nicht wie Israels Könige, die vor ihm gewesen waren. 2Ki 17:3 Gegen ihn zog der Assyrerkönig Salmanassar heran. Und Hosea ward ihm untertan und lieferte ihm Abgaben. 2Ki 17:4 Da fand der Assyrerkönig an Hosea Verrat, weil er Boten an Ägyptens König So gesandt und nicht mehr die jährlichen Abgaben an den Assyrerkönig geleistet hatte. Darum verhaftete ihn der Assyrerkönig und legte ihn gefesselt ins Gefängnis. 2Ki 17:5 Und der Assyrerkönig besetzte das ganze Land. Er zog auch gegen Samaria und belagerte es drei Jahre. 2Ki 17:6 Im neunten Jahre Hoseas aber eroberte der Assyrerkönig Samaria; er führte Israel nach Assyrien und gab ihm Wohnsitze in Chalach und am Chabor, dem Flusse Gozans, und in Mediens Städten. 2Ki 17:7 Die Söhne Israels hatten am Herrn, ihrem Gott, gesündigt, der sie aus Ägypterland, aus des ägyptischen Königs Pharao Hand, weggeführt hatte. Sie verehrten andere Götter 2Ki 17:8 und wandelten in den Satzungen der Heiden, die der Herr vor Israels Söhnen vertrieben hatte. Und erst Israels Könige! Was hatten sie getan? 2Ki 17:9 Die Söhne Israels führten unwahre Reden über den Herrn, ihren Gott, und bauten sich Höhen in all ihren Städten, vom Wachtturm bis zur befestigten Stadt. 2Ki 17:10 Auch setzten sie sich Steinmale und Ascheren ("hl. Pfähle") auf jedem hohen Hügel und unter jedem grünen Baum. 2Ki 17:11 Dort räucherten sie auf allen Höhen wie die Heiden, die der Herr vor ihnen weggeführt, und taten böse Dinge, um den Herrn zu kränken. 2Ki 17:12 Sie dienten den Götzen, von denen der Herr zu ihnen gesagt: "Tut dies nicht!" 2Ki 17:13 Der Herr verwarnte Israel und Juda durch seine Propheten, durch jeden Seher mit den Worten: "Kehrt um von euren bösen Wegen und haltet meine Satzungen und Vorschriften genau der Lehre nach, die ich euren Vätern geboten, nach dem, was ich durch meine Diener, die Propheten, euch entboten habe!" 2Ki 17:14 Sie aber hatten nicht gehorcht, sondern waren halsstarrig wie ihre Väter, die dem Herrn, ihrem Gott, nicht vertraut hatten. 2Ki 17:15 Sie mißachteten seine Gesetze und seinen Bund, den er mit ihren Vätern geschlossen, ebenso seine Warnungen, durch die er sie gewarnt hatte. Sie gingen dem Nichtigen nach und verfielen der Nichtigkeit wie die Heiden, die rings um sie waren, obgleich der Herr ihnen verboten hatte, zu tun wie jene. 2Ki 17:16 Sie verließen alle Gebote des Herrn, ihres Gottes, und machten sich Gußbilder, zwei Kälber. Auch machten sie Ascheren, beteten das ganze Himmelsheer an und dienten dem Baal. 2Ki 17:17 Sie führten ihre Söhne und Töchter durch das Feuer, trieben Wahrsagerei und Zeichendeuterei und gaben sich dazu her, zu tun, was dem Herrn mißfiel, um ihn zu kränken. 2Ki 17:18 Da zürnte der Herr heftig über Israel und schaffte es von seinem Angesichte weg. Nichts blieb übrig als allein der Stamm Juda. 2Ki 17:19 Aber auch Juda hielt nicht die Gebote des Herrn, seines Gottes, sondern wandelte in Israels Satzungen, die es selber gemacht hatte. 2Ki 17:20 So verwarf der Herr Israels ganzen Stamm und demütigte ihn. Er gab ihn in die Hand von Plünderern, bis er sie schließlich ganz von seinem Angesicht verstieß. 2Ki 17:21 Denn Israel hatte sich vom Davidshause losgerissen und Nebats Sohn Jeroboam zum König gemacht. Jeroboam aber drängte Israel vom Herrn hinweg und verleitete es zu schwerer Sünde. 2Ki 17:22 So wandelten Israels Söhne ganz in Jeroboams Sünden, die er getan. Sie ließen nicht davon, 2Ki 17:23 bis der Herr schließlich Israel von seinem Antlitz verstieß, wie er durch all seine Diener, die Propheten, gedroht hatte. So wanderte Israel von seiner Heimat in die assyrische Gefangenschaft bis auf diesen Tag. 2Ki 17:24 Der Assyrerkönig brachte nun Leute aus Babel, Kuta, Awwa, Hamat und Sepharvaim und siedelte sie in Samarias Städten statt der Söhne Israels an. So nahmen sie Samaria in Besitz und wohnten in seinen Städten. 2Ki 17:25 In der ersten Zeit, da sie dort wohnten, fürchteten sie den Herrn nicht. Da sandte der Herr Löwen gegen sie, und diese würgten unter ihnen. 2Ki 17:26 Da meldete man dem Assyrerkönig: "Die Völker, die du weggeführt und in Samarias Städten angesiedelt hast, kennen nicht das Recht des Landesgottes. Darum sandte er die Löwen unter sie, und diese würgten sie, weil sie nicht des Landesgottes Recht kennen." 2Ki 17:27 Da befahl der Assyrerkönig: "Führt dorthin einen der Priester zurück, die ihr von dort weggeführt habt! Er gehe und wohne dort und belehre sie über das Recht des Landesgottes!" 2Ki 17:28 So kam einer der aus Samaria weggeführten Priester und wohnte in Betel. Und er lehrte sie, wie sie den Herrn zu fürchten hätten. 2Ki 17:29 Sie machten sich aber, Volk für Volk, jedes seinen eigenen Gott und stellten ihn in das Haus der Höhen, die die Samariter gemacht hatten, jedes Volk in seinen Städten, wo es wohnte. 2Ki 17:30 So machten sich die Leute von Babel Sukkot Benot ("Mädchenzelte"), die Leute von Kuta den Nergal, die Leute von Hamat eine Aschima 2Ki 17:31 und die Arriter den Nibchaz und den Tartak. Die Sepharviter verbrannten ihre Kinder im Feuer zu Ehren des Adarmelek und des Anammelek, der Götter von Sepharvaim. 2Ki 17:32 Sie fürchteten aber auch den Herrn und bestellten sich aus ihren Vornehmen Leute zu Höhenpriestern, und diese waren für sie im Höhenhaus tätig. 2Ki 17:33 Den Herrn fürchteten sie zwar; aber ihren Göttern dienten sie auch nach der Art der Heiden, von denen man sie weggeführt hatte. 2Ki 17:34 Bis auf diesen Tag tun sie nach den alten Gebräuchen. Sie fürchten zwar den Herrn, tun aber auch nach ihren Geboten und Rechten, wie nach der Lehre und dem Gebot, das der Herr den Söhnen Jakobs gegeben hat, dem er den Namen Israel beilegte, 2Ki 17:35 und mit denen der Herr einen Bund geschlossen und ihnen geboten hatte: "Fürchtet nicht andere Götter! Betet sie nicht an! Dient ihnen nicht! Opfert ihnen nicht! 2Ki 17:36 Sondern nur den Herrn, der euch aus Ägypterland mit großer Kraft und ausgestrecktem Arm herausgeführt hat, fürchtet und ihn betet an und ihm opfert! 2Ki 17:37 Und die Satzungen und Rechte, die Lehre und das Gebot, das er euch aufgeschrieben, sollt ihr beobachten und allzeit befolgen! Aber andere Götter fürchtet nicht! 2Ki 17:38 Den Bund, den ich mit euch geschlossen, sollt ihr nicht vergessen und keine anderen Götter fürchten! 2Ki 17:39 Nur den Herrn, euren Gott, sollt ihr fürchten! Dann rettet er euch aus all eurer Feinde Hand." 2Ki 17:40 Aber sie gehorchten nicht, sondern taten nach ihrer alten Art. 2Ki 17:41 So fürchteten diese Heidenvölker zwar den Herrn; aber sie dienten auch ihren Schnitzbildern. Und selbst ihre Söhne und Enkel tun, wie ihre Väter bis auf diesen Tag getan haben. 2Ki 18:1 Im dritten Jahre Hoseas, des Elasohnes, des Königs von Israel, ward des Judakönigs Achaz Sohn, Ezechias, König. 2Ki 18:2 Er war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König ward, und neunundzwanzig Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Abi und war des Zakarja Tochter. 2Ki 18:3 Er tat, was dem Herrn gefiel, ganz wie sein Ahn David getan hatte. 2Ki 18:4 Er schaffte die Höhen ab, zertrümmerte die Denksteine, hieb die Aschera ("hl. Pfahl") um und zerschlug die eherne Schlange, die Moses gemacht hatte. Denn bis zu jener Zeit hatten die Söhne Israels ihr geräuchert. Man nannte sie Nechustan. 2Ki 18:5 Er vertraute auf den Herrn, Israels Gott. Und nach ihm war unter allen Königen Judas keiner mehr wie er, auch nicht unter denen vor ihm. 2Ki 18:6 Er hing dem Herrn an, wich nicht von ihm und hielt seine Gebote, die der Herr dem Moses befohlen hatte. 2Ki 18:7 Und der Herr war mit ihm. Bei allem, was er tat, hatte er Glück. Auch ward er dem Assyrerkönig abtrünnig und diente ihm nicht mehr. 2Ki 18:8 Er schlug auch die Philister bis nach Gaza hin, und zwar bis zu dessen Grenze, vom Wachtturm bis zur befestigten Stadt. 2Ki 18:9 Im vierten Jahre des Königs Ezechias, das ist im siebten Jahre Hoseas, des Elasohnes und Königs von Israel, zog der Assyrerkönig Salmanassar gegen Samaria und belagerte es. 2Ki 18:10 Nach drei Jahren eroberte man es. Im sechsten Jahre des Ezechias, das ist im neunten Jahre Hoseas, des Königs von Israel, wurde Samaria erobert. 2Ki 18:11 Der Assyrerkönig führte Israel gefangen nach Assyrien und siedelte sie in Chalach an, am Chabor, auf den Bergen Gozans und in Mediens Bergen. 2Ki 18:12 Denn sie hatten auf die Stimme des Herrn, ihres Gottes, nicht gehört, sondern seinen Bund übertreten, alles, was Moses, des Herrn Diener, geboten hatte; sie hatten nicht darauf gehört noch danach getan. 2Ki 18:13 Und im vierzehnten Jahre des Königs Ezechias zog der Assyrerkönig Sanherib gegen alle festen Städte Judas heran und nahm sie ein. 2Ki 18:14 Da sandte Judas König Ezechias zum Assyrerkönig nach Lakis und ließ sagen: "Ich habe mich verfehlt. Laß von mir ab! Was du auferlegst, will ich tragen." Da legte der Assyrerkönig dem Judakönig Ezechias 300 Talente Silber und 30 Talente Gold auf. 2Ki 18:15 Ezechias gab alles Silber her, das sich im Hause des Herrn und in den Schatzkammern des Königshauses vorfand. 2Ki 18:16 Zu jener Zeit ließ Ezechias von den Türen des Tempels des Herrn und von den Türpfosten, die Judas König Ezechias hatte überziehen lassen, das Gold wegnehmen und gab es dem Assyrerkönig. - 2Ki 18:17 Der Assyrerkönig sandte den Tartan, den Rabsaris und den Rabsake von Lakis aus zum König Ezechias mit starker Heeresmacht nach Jerusalem. Sie zogen hinauf und kamen nach Jerusalem. Als sie hinaufzogen und ankamen, stellten sie sich an der Wasserleitung des oberen Teiches auf, an der Straße zum Walkerfeld. 2Ki 18:18 Sie riefen nach dem König. Da kam Eljakim, Chilkias Sohn, des Hauses Vorstand, mit dem Schreiber Sebna und dem Kanzler Joach, Asaphs Sohn, zu ihnen heraus. 2Ki 18:19 Rabsake sprach zu ihnen: "Sagt doch dem Ezechias: So spricht der Großkönig, der König von Assyrien: 'Was ist es mit dieser Zuversicht, die du hegst? 2Ki 18:20 Meinst du, bloßes Reden sei schon Einsicht und Kraft zum Krieg? Auf wen verläßt du dich jetzt, daß du von mir abfällst? 2Ki 18:21 Du verläßt dich auf diesen abgebrochenen Rohrstab Ägypten, der jedem, der sich darauf stützt, in die Hand fährt und sie durchbohrt. So ist Pharao, Ägyptens König, für alle, die auf ihn vertrauen. 2Ki 18:22 Wenn ihr mir aber sagt: "Wir verlassen uns auf den Herrn, unseren Gott" - ja, ist nicht er es, dessen Höhen und Altäre Ezechias abgeschafft hat, als er Juda und Jerusalem befahl: "Vor diesem Altare sollt ihr zu Jerusalem anbeten!" 2Ki 18:23 Nun wette mit meinem Herrn, dem König von Assyrien: Ich gebe dir zweitausend Rosse, kannst du ihnen auch Reiter für dich beschaffen. 2Ki 18:24 Wenn du schon einen der geringsten Knechte meines Herrn abweisen mußt, wie kannst du dich auf Ägypten wegen Wagen und Rossen verlassen? 2Ki 18:25 Bin ich denn ohne den Herrn gegen diesen Ort heraufgezogen, ihn zu verheeren? Der Herr hat zu mir gesprochen: "Zieh gegen dies Land und verheere es!"'" 2Ki 18:26 Da sprachen Eljakim, Sebna und Joach zu Rabsake: "Sprich mit deinen Knechten Aramäisch! Denn wir verstehen es. Aber sprich nicht mit uns judäisch vor den Ohren der Leute auf der Mauer!" 2Ki 18:27 Da sprach Rabsake: "Hat mich der Herr nur zu deinem Herrn gesandt und zu dir, solches zu künden, und nicht auch zu den Männern, die auf der Mauer sitzen und die ihren Kot und Harn mit euch essen und trinken müssen?" 2Ki 18:28 Und Rabsake trat vor und rief mit lauter Stimme auf judäisch: "Hört die Worte des Großkönigs, des Königs von Assyrien! 2Ki 18:29 So spricht der König: 'Ezechias täusche euch nicht! Er kann euch nicht retten aus meiner Hand. 2Ki 18:30 Laßt euch nicht von Ezechias auf den Herrn vertrösten mit den Worten: "Der Herr rettet uns. Diese Stadt wird nicht in des Assyrerkönigs Hand gegeben!"' 2Ki 18:31 Hört nicht auf Ezechias! Denn also spricht der König Assyriens: 'Schließt Frieden mit mir und kommt zu mir heraus! Dann dürft ihr jeder von seinem Weinstock und Feigenbaum essen und jeder aus seinem Brunnen Wasser trinken, 2Ki 18:32 bis ich komme und euch hole in ein Land wie euer Land, in ein Land voll Korn und Wein, ein Land voll Getreide und Weinbergen, voll Ölbäumen und Honig, daß ihr lebet und nicht sterbet. 2Ki 18:33 Hört nicht auf Ezechias, wenn er euch beredet: "Der Herr wird uns retten!" Ja, haben der Heiden Götter ihr Land aus der Hand des Assyrerkönigs gerettet? 2Ki 18:34 Wo sind die Götter von Hamat und Arpad? Wo die Götter von Sepharvaim, Hena und Jova? Haben sie Samaria aus meiner Hand errettet? 2Ki 18:35 Wer ist unter all den Göttern dieser Länder, der sein Land aus meiner Hand errettet hätte, daß der Herr Jerusalem aus meiner Hand retten sollte?'" 2Ki 18:36 Da schwieg das Volk und gab ihm keine Antwort. Denn so war des Königs Befehl: "Antwortet ihm nichts!" 2Ki 18:37 Eljakim aber, Chilkias Sohn und Hausvorstand, der Schreiber Sebna und der Kanzler Joach, Asaphs Sohn, kamen vor Ezechias, die Kleider zerrissen, und berichteten ihm des Rabsake Reden. 2Ki 19:1 Als der König Ezechias es hörte, zerriß er seine Gewänder, hüllte sich in ein Bußgewand und ging in das Haus des Herrn. 2Ki 19:2 Dann sandte er Eljakim, den Hausvorstand, den Schreiber Sebna und die Ältesten der Priester, in Bußgewänder gehüllt, zu dem Propheten Isaias, des Amos Sohn. 2Ki 19:3 Sie sprachen zu ihm: "So spricht Ezechias: 'Ein Tag der Not und schmählicher Züchtigung ist dieser Tag. Denn Kinder kommen an den Durchbruch; da fehlt die Kraft, sie zu gebären. 2Ki 19:4 Vielleicht hört der Herr, dein Gott, auf alle die Reden des Rabsake, den sein Herr, der Assyrerkönig, gesandt, den lebendigen Gott zu lästern, und zeigt durch Worte, daß der Herr, dein Gott, es gehört hat. So leg Fürsprache für den noch vorhandenen Überrest ein!'" 2Ki 19:5 Des Ezechias Diener kamen also zu Isaias. 2Ki 19:6 Da sprach Isaias zu ihnen: "Sprecht so zu eurem Herrn! So spricht der Herr: 'Hab keine Angst der Reden wegen, die du angehört hast, mit denen die Knechte des Assyrerkönigs mich gelästert haben! 2Ki 19:7 Ich gebe ihm einen Geist ein, so daß er eine Kunde hört; dann geht er in sein Land zurück. Ich fälle ihn durch das Schwert in seinem Land.'" 2Ki 19:8 Darauf kehrte Rabsake zurück und traf den Assyrerkönig bei der Belagerung von Libna. Er hatte nämlich gehört, er sei von Lakis aufgebrochen. 2Ki 19:9 Und jener hörte von Tirhaka, dem König von Äthiopien: "Er zieht aus, mit dir zu kämpfen." Da sandte er abermals Boten an Ezechias und ließ ihm sagen: 2Ki 19:10 "So sprecht zum Judakönig Ezechias: 'Daß dich dein Gott nicht täusche, auf den du vertraust, und so denkst: Jerusalem wird nicht in des Assyrerkönigs Hand gegeben! 2Ki 19:11 Du hast selbst gehört, wie die Assyrerkönige allen Ländern getan und sie gebannt haben. Und du willst gerettet werden? 2Ki 19:12 Wurden die Heiden, die meine Väter vernichtet haben, von ihren Göttern gerettet? Gozan, Charan, Reseph und die Söhne Edens zu Telassar? 2Ki 19:13 Wo ist der König von Hamat, der König von Arpad, der König der Stadt Sepharvaim, der von Hena und von Eva?'" 2Ki 19:14 Ezechias nahm den Brief aus der Hand des Boten und las ihn. Dann ging er in das Haus des Herrn. Hier breitete ihn Ezechias vor dem Herrn aus. 2Ki 19:15 Dann betete Ezechias also zum Herrn: "Herr der Heerscharen, Gott Israels, der Du thronst über Cheruben! Nur Du allein bist Gott für alle Erdenreiche. Du hast den Himmel und die Erde gemacht. 2Ki 19:16 Neige, Herr, Dein Ohr und höre! Herr! Öffne Deine Augen! Schau darein. Merk auf die Worte Sanheribs, die er verlauten ließ, um den lebendigen Gott zu lästern! 2Ki 19:17 Wahr ist es, Herr: Die Könige von Assur haben alle Länder stark verheert 2Ki 19:18 und ihre Götter in das Feuer geworfen. Denn das waren keine Götter, nur Werk von Menschenhänden, Holz und Stein. So konnte man sie leicht vernichten. 2Ki 19:19 Nun aber Herr, Du unser Gott! Errette uns aus seiner Hand, damit alle Reiche der Erde sehen, daß Du allein der Herr bist!" 2Ki 19:20 Da sandte Isaias, des Amos Sohn, zu Ezechias und ließ sagen: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Was du gebetet wegen Sanherib, des Königs von Assyrien, das habe ich gehört.' 2Ki 19:21 Dies ist das Wort, das über ihn der Herr ausspricht: 'Es spottet deiner und verachtet dich die Jungfrau, Sions Tochter. Es schüttelt hinter dir das Haupt die Tochter von Jerusalem. 2Ki 19:22 Wen lästerst du? Wen schmähst du? Und gegen wen erhebst du deine Stimme? Du schlugst deine stolzen Augen auf, dem Heiligen Israels zum Trotz. 2Ki 19:23 Durch deine Knechte sprachest du vermessen von dem Herrn: "Mit meiner starken Reiterei dringe ich hinauf bis zu der Berge höchsten Höhen, selbst auf den höchsten Libanon, und fälle seine höchsten Zedern und seine schönsten Fichten. Ich dringe bis zu seinem höchsten Gipfel, in seine reichsten Waldungen. 2Ki 19:24 Firngewässer trinke ich zur Kühlung, mit meinem Fuße trete ich die Gletscherströme alle aus." 2Ki 19:25 Hast du denn nicht gehört, daß ich seit langem dies geplant, von alten Zeiten her bestimmt? Jetzt ließ ich Ähnliches geschehen, und so warst du imstande, feste Städte in Trümmerhaufen zu verwandeln. 2Ki 19:26 Und die in ihnen wohnten, für die Verteidigung zu schwach, erzitterten und bebten und wurden wie das Gras des Feldes, wie zartes Grün, wie Hälmchen auf den Dächern und wie vermengtes, unreifes Korn. 2Ki 19:27 Bekannt ist mir dein Aufstehen und dein Niedersitzen. Dein Gehen und dein Kommen kenne ich gut, und auch dein Toben gegen mich. 2Ki 19:28 Dein Toben und dein Ungestüm kam mir zu Ohren. So lege ich denn meinen Ring in deine Nase und meinen Zaum in deine Lippen und führe dich auf gleichem Wege heim, auf dem du hergekommen bist.' 2Ki 19:29 Dies diene dir als Zeichen! In diesem Jahre iß, was von selber wächst! Im zweiten Jahre, was aus den Wurzeln wächst! Im dritten Jahre aber sät und erntet wieder und pflanzet Weinberge! Genießet ihre Früchte! 2Ki 19:30 Der gerettete Rest des Hauses Juda treibt in die Tiefe Wurzeln und trägt oben Früchte. 2Ki 19:31 Denn aufblüht in Jerusalem ein Rest und ein gerettet Häuflein auf dem Sionsberg. Der Eifer des Herrn der Heerscharen tut dies. 2Ki 19:32 Darum spricht der Herr über den Assyrerkönig so: 'Er kommt nicht in diese Stadt und schießt keinen Pfeil hinein, hält ihr keinen Schild entgegen und wirft keinen Wall um sie. 2Ki 19:33 Auf dem Wege, den er kam, kehrt er um. Er kommt nicht in diese Stadt.' Ein Spruch des Herrn: 2Ki 19:34 'Ich schirme diese Stadt und helfe ihr um meiner selbst und meines Dieners David willen.'" 2Ki 19:35 In der gleichen Nacht ging des Herrn Engel aus und schlug im Assyrerlager 185.000 Mann. Am anderen Morgen waren sie alle Leichen, Tote. 2Ki 19:36 Der Assyrerkönig Sanherib brach auf und zog ab. Er kehrte heim und blieb in Ninive. 2Ki 19:37 Als er im Hause seines Gottes Nisroch betete, schlugen ihn seine Söhne Adarmelech und Sareser mit dem Schwert. Sie flohen ins Land Ararat, und sein Sohn Asarhaddon ward an seiner Statt König. 2Ki 20:1 In jener Zeit war Ezechias todkrank gewesen. Da besuchte ihn der Prophet Isaias, des Amos Sohn, und sprach zu ihm: "So spricht der Herr: 'Bestelle dein Haus! Denn sterben mußt du und wirst nicht genesen.'" 2Ki 20:2 Da wandte sich Ezechias mit seinem Antlitz zur Wand und betete zum Herrn. 2Ki 20:3 Er sprach: "Ach Herr! Gedenke doch, daß ich vor Dir treu und mit ungeteiltem Herzen wandelte und daß ich tat, was Dir gefiel!" Dann brach Ezechias in lautes Weinen aus. 2Ki 20:4 Aber noch war Isaias nicht aus dem mittleren Vorhof, da erging das Wort des Herrn an ihn: 2Ki 20:5 "Kehre um und künde Ezechias, dem Fürsten meines Volkes: 'So spricht der Herr, des David, deines Ahnen, Gott: Ich habe dein Gebet gehört und deine Tränen angesehen. So will ich dich denn heilen. Am dritten Tage kannst du schon ins Haus des Herrn gehen. 2Ki 20:6 Ich füge deinen Lebenstagen fünfzehn Jahre noch hinzu und rette dich aus des Assyrerkönigs Hand, dich und die Stadt. Ich schirme diese Stadt um meinetwillen und wegen meines Dieners David.'" 2Ki 20:7 Isaias sprach: "Holt ein Feigenpflaster!" Sie holten es und legten es auf das Geschwür. Da genas er. 2Ki 20:8 Ezechias aber sagte zu Isaias: "Was ist das Zeichen, daß mich der Herr heilen wird und daß ich am dritten Tage in das Haus des Herrn gehen kann?" 2Ki 20:9 Isaias sprach: "Dies sei dir das Zeichen vom Herrn, daß der Herr tut, was er verspricht: 'Soll der Schatten zehn Stufen vorrücken oder zehn Stufen zurückgehen?" 2Ki 20:10 Ezechias sprach: "Dem Schatten ist es ein Leichtes, zehn Stufen abwärts zu gehen. Nein! Der Schatten soll um zehn Stufen zurückkehren!" 2Ki 20:11 Da rief der Prophet Isaias zum Herrn, und er ließ den Schatten um zehn Stufen zurückgehen an den Stufen des Achaz, die er schon hinabgerückt war. 2Ki 20:12 Zu jener Zeit sandte Merodach Baladan, Baladans Sohn, der König von Babel, ein Schreiben mit Geschenken an Ezechias. Denn er hatte gehört, daß Ezechias erkrankt sei. 2Ki 20:13 Ezechias freute sich darüber und zeigte ihnen sein ganzes Schatzhaus, das Silber und Gold, die Spezereien, das Feinöl und sein ganzes Zeughaus, überhaupt alles, was sich in seinen Schatzkammern fand. Nichts war in seinem Haus und in seiner Reichsverwaltung, was ihnen Ezechias nicht gezeigt hätte. 2Ki 20:14 Da kam der Prophet Isaias zum König Ezechias und sprach zu ihm: "Was haben die Männer gesagt? Woher kommen sie zu dir?" Ezechias sagte: "Aus fernem Lande kommen sie zu mir, aus Babel." 2Ki 20:15 Er fragte: "Was haben sie in deinem Hause gesehen?" Ezechias sprach: "Alles haben sie in meinem Hause gesehen. Nichts ist, was ich ihnen in meinen Schatzkammern nicht gezeigt hätte." 2Ki 20:16 Da sprach Isaias zu Ezechias: "Vernimm das Wort des Herrn! 2Ki 20:17 Tage kommen, wo alles, was in deinem Hause ist, was deine Väter bis auf diesen Tag aufgespeichert, nach Babel gebracht wird. Nichts bleibt zurück.' So spricht der Herr: 2Ki 20:18 'Auch von deinen Söhnen, die dir entsprossen und die du zeugst, nimmt man einige, daß sie im Palaste des Babelkönigs Kämmerlinge werden.'" 2Ki 20:19 Da sprach Ezechias zu Isaias: "Heilsam ist das Herrnwort, das du kündest." Dann sprach er: "Sollte es nicht so sein, wenn Friede und Treue herrschen werden, solange ich lebe?" 2Ki 20:20 Ist nicht der Rest der Geschichte des Ezechias und alle seine Tapferkeit, und wie er den Teich und die Wasserleitung hergestellt und das Wasser in die Stadt geleitet hat, im Buche der Geschichte der Könige von Juda aufgezeichnet? 2Ki 20:21 Als sich Ezechias zu seinen Vätern legte, wurde sein Sohn Manasse an seiner Statt König. 2Ki 21:1 Manasse war zwölf Jahre alt, als er König wurde, und er regierte fünfundfünfzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Chephsiba. 2Ki 21:2 Er tat, was dem Herrn mißfiel, ähnlich den Greueln der Heiden, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte. 2Ki 21:3 Er baute wieder die Höhen auf, die sein Vater Ezechias zerstört hatte, errichtete dem Baal Altäre und machte eine Aschera ("hl. Pfahl"), wie Israels König Achab getan. Auch betete er das ganze Himmelsheer an und diente ihm. 2Ki 21:4 Auch hatte er Altäre im Hause des Herrn gebaut, von dem der Herr gesagt: "Jerusalem mache ich zum Sitze meines Namens." 2Ki 21:5 Er baute aber auch dem ganzen Himmelsheere Altäre in beiden Vorhöfen im Hause des Herrn. 2Ki 21:6 Ferner führte er seinen Sohn durch's Feuer, trieb Zauberei und Wahrsagerei und befaßte sich mit Totenbeschwörern und Zeichendeutern. So tat er vieles, was dem Herrn mißfiel, um ihn zu kränken. 2Ki 21:7 Er stellte der Aschera Bild, das er gemacht, in das Haus, von dem der Herr zu David und seinem Sohne Salomo gesprochen: "Dies Haus und dies Jerusalem, das ich aus allen Stämmen Israels erwählt, das mache ich zum Sitze meines Namens ewiglich. 2Ki 21:8 Ich lasse niemals Israels Füße flüchtig gehen vom Boden, den ich ihren Vätern einst gegeben, wenn sie bedacht sind, so zu tun, wie ich es ihnen anbefohlen, ganz nach dem Gesetze, das ihnen einst mein Diener Moses gegeben hat." 2Ki 21:9 Doch sie gehorchten nicht. Manasse verführte sie dazu, Schlimmes zu tun, Schlimmeres als die Heiden, die der Herr vor den Israeliten vertilgt hatte. 2Ki 21:10 Da sprach der Herr durch seine Diener, die Propheten, also: 2Ki 21:11 "Manasse, Judas König, der tut diese Greuel. Er tut noch Schlimmeres, als all das war, was die Amoriter einst getan, die vor ihm dagewesen, verführte er doch Juda, daß es sündigte mit seinen Götzen. 2Ki 21:12 Darum spricht der Herr, Gott Israels: 'Ich bringe Unheil über Juda und Jerusalem, daß allen, die es hören, beide Ohren gellen. 2Ki 21:13 Ich bringe an Jerusalem Samarias Meßschnur und des Achabhauses Waage und wische dann Jerusalem so aus, gleichwie man eine Schüssel wischt und sie dann umstürzt. 2Ki 21:14 Und so verstoße ich dann den Rest meines Eigentums und gebe sie in ihrer Feinde Hand, daß sie zum Raube und zur Beute allen ihren Feinden werden. 2Ki 21:15 Sie tun, was mir mißfällt. Sie reizten mich zum Zorn von dem Tage an, da ihre Väter aus Ägypten zogen, bis auf diesen Tag.'" 2Ki 21:16 Dazu vergoß Manasse sehr viel unschuldiges Blut, bis er damit Jerusalem von einer Ecke bis zur anderen erfüllte, außer seiner Missetat, daß er Juda verführte, zu tun, was dem Herrn mißfiel. 2Ki 21:17 Ist nicht der Rest der Geschichte des Manasse und alles, was er sonst getan, und sein Frevel, den er tat, im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgezeichnet? 2Ki 21:18 Als sich Manasse zu seinen Vätern legte, wurde er im Garten seines Hauses, in Uzzas Garten, begraben. Sein Sohn Amon ward an seiner Statt König. 2Ki 21:19 Amon war zweiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und zwei Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Mesullemet und war des Charus Tochter aus Jotba. 2Ki 21:20 Er tat, was dem Herrn mißfiel, wie sein Vater Manasse getan. 2Ki 21:21 Er wandelte ganz auf dem Weg, den sein Vater gewandelt, und diente den Götzen, denen sein Vater gedient hatte, und betete sie an. 2Ki 21:22 Er verließ den Herrn, den Gott seiner Väter, und wandelte nicht auf des Herrn Weg. 2Ki 21:23 Da verschworen sich des Amon Diener gegen ihn und töteten den König in seinem Hause. 2Ki 21:24 Der eingesessene Volksteil aber erschlug alle, die sich gegen den Amon verschworen hatten. Dann machte der eingesessene Volksteil seinen Sohn Josias an seiner Statt zum König. 2Ki 21:25 Ist nicht der Rest der Geschichte Amons, und was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Könige Judas aufgeschrieben? 2Ki 21:26 Man begrub ihn in seinem Begräbnis in Uzzas Garten, und sein Sohn Josias ward an seiner Statt König. 2Ki 22:1 Josias war achtzehn Jahre alt, als er König wurde, und regierte einunddreißig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jedida und war des Adaja Tochter aus Boskat. 2Ki 22:2 Er tat, was dem Herrn gefiel, und wandelte ganz auf seines Ahnen David Weg. Er wich nicht nach rechts noch nach links. 2Ki 22:3 Im achtzehnten Jahre des Königs Josias sandte der König den Schreiber Saphan, Asaljas Sohn und Mesullams Enkel, in das Haus des Herrn und sagte: 2Ki 22:4 "Geh zu dem Hohenpriester Chilkia hinauf und laß ihn das Geld ganz entnehmen, das in das Haus des Herrn gebracht worden ist und das die Schwellenhüter vom Volk eingesammelt haben! 2Ki 22:5 Er gebe es den Werkführern, die am Hause des Herrn angestellt sind! Diese sollen es an die Arbeiter verausgaben, die an des Herrn Haus den Schaden am Haus ausbessern, 2Ki 22:6 an die Zimmerleute, Bauleute und Holzfäller und zum Ankauf von Holz und Bruchsteinen für die Ausbesserung des Hauses! 2Ki 22:7 Das Geld, das man ihnen gibt, soll mit ihnen nicht verrechnet werden! Denn sie walten nach Treu und Glauben." 2Ki 22:8 Da sprach der Hohepriester Chilkia zu dem Schreiber Saphan: "Ich habe das Buch der Lehre im Hause des Herrn gefunden." Und Chilkia gab das Buch dem Saphan, und er las es. 2Ki 22:9 Dann kam der Schreiber Saphan zum König und berichtete dem König: "Deine Diener haben das Geld herausgenommen, das sich im Hause fand; sie gaben es den am Hause des Herrn angestellten Werkführern." 2Ki 22:10 Dann meldete der Schreiber Saphan dem König: "Der Priester Chilkia hat mir ein Buch gegeben." Und Saphan las es dem König vor. 2Ki 22:11 Als der König die Worte des Buches der Lehre vernahm, zerriß er seine Gewänder. 2Ki 22:12 Dann befahl der König dem Priester Chilkia, dem Achikam, Saphans Sohn, dem Akbor, Mikas Sohn, dem Schreiber Saphan und dem königlichen Diener Asaja: 2Ki 22:13 "Geht und befragt den Herrn für mich, für das Volk und für den Rest Israels in Juda wegen des aufgefundenen Buches! Denn groß ist des Herrn Grimm, der gegen uns entbrannt ist, weil unsere Väter den Worten dieses Buches nicht gehorcht haben, um alles zu tun, was uns vorgeschrieben ist." 2Ki 22:14 Da ging der Priester Chilkia mit Achikam, Akbor, Saphan und Asaja zu der Prophetin Hulda, dem Weibe des Sallum, des Sohnes Tikwas und Enkels des Charcha, des Kleiderbewahrers. Sie wohnte in Jerusalem im zweiten Bezirk. Da redeten sie mit ihr. 2Ki 22:15 Und sie sprach zu ihnen: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Sagt jenem Mann, der euch zu mir gesandt: 2Ki 22:16 So spricht der Herr: Ich bringe Unheil über diesen Ort und seine Bewohner, den ganzen Inhalt jenes Buches, das der Judakönig las. 2Ki 22:17 Weil sie mich verließen und anderen Göttern räucherten, um mich mit allem Machwerk ihrer Hände zu kränken, soll mein Grimm erglühen gegen diesen Ort und nicht erlöschen!' 2Ki 22:18 Zum Judakönig, der euch gesandt, den Herrn zu fragen, sollt ihr also sprechen: 'So spricht der Herr, Israels Gott: Dies sind die Worte, die du vernommen hast! 2Ki 22:19 Weil dein Herz weich geworden und du dich vor dem Herrn verdemütigt, als du vernahmst, was ich gegen diesen Ort und seine Einwohner geplant, daß sie zum Fluch und zum Entsetzen werden sollen, und weil du dein Gewand zerrissen und vor mir geweint, so schenke ich Gehör.' Ein Spruch des Herrn: 2Ki 22:20 'Darum will ich dich zu deinen Vätern versammeln. Du sollst im Frieden eingehen in dein Grab, und deine Augen sollen nicht mit ansehen all das Unheil, das ich über diesen Ort bringen werde!'" Sie berichteten es dem König. 2Ki 23:1 Da sandte der König hin, und man versammelte bei ihm alle Ältesten Judas und Jerusalems. 2Ki 23:2 Dann ging der König zum Hause des Herrn hinauf, mit ihm alle Männer Judas und alle Einwohner Jerusalems, ebenso die Priester und Propheten sowie das ganze Volk, groß und klein. Nun las er vor ihren Ohren alle Worte des Bundesbuches vor, das im Hause des Herrn gefunden worden. 2Ki 23:3 Dann trat der König an die Säule und schloß vor dem Herrn den Bund, dem Herrn nachzufolgen und seine Gebote, Gebräuche und Satzungen von ganzem Herzen und aus ganzer Seele zu beobachten und so dieses Bundes Worte, die in diesem Buch standen, zu erfüllen. Alles Volk trat in den Bund. 2Ki 23:4 Der König gebot nun dem Hohenpriester Chilkia, dem zweiten Priester und den Schwellenhütern, aus dem Tempel des Herrn alle Geräte hinauszuschaffen, die für den Baal, die Aschera und das ganze Himmelsheer gemacht waren. Dann verbrannte er sie außerhalb Jerusalems in den Fluren am Kidron. Ihren Staub aber brachte er nach Betel. 2Ki 23:5 Auch entfernte er die Götzenpriester, die die Könige Judas eingesetzt hatten und die auf den Höhen in Judas Städten und in Jerusalems Umgebung räucherten, ebenso die, die dem Baal, der Sonne, dem Mond und den Tierkreisbildern räucherten, sowie dem ganzen Himmelsheer. 2Ki 23:6 Er schaffte die Aschera aus dem Hause des Herrn vor Jerusalem hinaus ins Kidrontal. Er verbrannte sie im Kidrontale, zermalmte sie zu Staub und warf ihren Staub hier auf die Gräber der gemeinen Leute. 2Ki 23:7 Er vernichtete die Geschenke der Tempeldirnen im Hause des Herrn, wo die Weiber Geschenke für die Aschera webten. 2Ki 23:8 Dann ließ er aus Judas Städten alle Priester kommen und verunreinigte die Höhen, auf denen die Priester räucherten, von Geba bis Beerseba. Auch riß er die Höhen der Bocksgestalten nieder am Eingang zum Tor des Stadthauptmanns Josue, links am Stadttor. 2Ki 23:9 Die Höhenpriester aber hatten keinen Teil mehr an dem Altar des Herrn zu Jerusalem, sondern mußten inmitten ihrer Brüder gewöhnliches Brot essen. 2Ki 23:10 Er verunreinigte auch das Tophet ("Feuerstätte") im Hinnomstal, daß keiner mehr seinen Sohn und seine Tochter für den Moloch durchs Feuer führte. 2Ki 23:11 Dann beseitigte er die Rosse, die Judas Könige der Sonne aufgestellt hatten, am Eingang ins Haus des Herrn, und zwar bei der Zelle des Kämmerers Netanmelek in den Festungstürmen. Die Wagen der Sonne aber verbrannte er. 2Ki 23:12 Die Altäre auf dem Dache am Söller des Achaz, die Judas Könige gemacht hatten, ebenso die Altäre, die Manasse in den beiden Vorhöfen im Hause des Herrn gemacht hatte, brach der König ab und zertrümmerte sie dort. Ihren Schutt warf er in das Kidrontal. 2Ki 23:13 Auch die Höhen östlich von Jerusalem und südlich vom Ölberg, die Israels König Salomo dem sidonischen Scheusal Astarte, dem moabitischen Scheusal Kamos und dem ammonitischen Greuel Milkom gebaut, verunreinigte der König. 2Ki 23:14 Auch zerbrach er die Steinmale, fällte die Ascheren und füllte ihre Stelle mit Menschengebeinen an. 2Ki 23:15 Auch den Altar zu Betel, die Höhe, die Nebats Sohn Jeroboam, der Israel zur Sünde verführt, gemacht hatte, auch diesen Altar samt der Höhe brach er ab. Dann verbrannte er die Höhe, zermalmte sie zu Staub und verbrannte die Aschera. 2Ki 23:16 Als sich Josias umsah, erblickte er die Gräber, die dort auf dem Berge waren. Da ließ er die Gebeine aus den Gräbern holen, verbrannte sie auf dem Altar und verunreinigte ihn nach des Herrn Wort, das der Gottesmann kundgetan hatte, der diese Dinge verkündete. 2Ki 23:17 Er fragte: "Was für ein Grabmal sehe ich da?" Da sagten die Leute der Stadt zu ihm: "Das ist das Grab des Gottesmannes, der von Juda gekommen ist und dann diese Dinge, die du tust, über den Altar in Betel verkündete." 2Ki 23:18 Er sprach: "Laßt ihn! Niemand beunruhige seine Gebeine!" So retteten seine Gebeine die Gebeine des Propheten, der aus Samaria stammte. 2Ki 23:19 Auch beseitigte Josias alle Höhenhäuser, die in Samarias Städten waren und die Israels Könige zur Kränkung gemacht hatten. Er tat mit ihnen ganz so, wie er in Betel getan. 2Ki 23:20 Er opferte alle Höhenpriester dort auf den Altären und verbrannte darauf Menschengebeine. Dann kehrte er nach Jerusalem heim. 2Ki 23:21 Der König befahl nun allem Volke: "Haltet dem Herrn, eurem Gott, ein Passah, wie es in diesem Bundesbuche geschrieben steht!" 2Ki 23:22 Denn ein solches Passah war nicht mehr gehalten worden seit den Tagen der Richter, die Israel gerichtet hatten, noch in irgendeiner Zeit der Könige Israels und Judas. 2Ki 23:23 Erst im achtzehnten Jahre des Königs Josias ward dem Herrn zu Jerusalem das Passah gehalten. 2Ki 23:24 Auch vertilgte Josias die Totenbeschwörer, Zeichendeuter, Teraphim, Götzen, überhaupt alle Scheusale, die im Lande Juda und in Jerusalem zu sehen waren, um die Worte der Lehre auszuführen, die geschrieben waren in dem Buche, das der Priester Chilkia im Hause des Herrn gefunden hatte. 2Ki 23:25 Wie er war vor ihm kein König gewesen, der sich zum Herrn bekehrt hätte, von ganzem Herzen, aus ganzer Seele und aus aller Macht, genau nach Mosis Lehre. Auch nach ihm erstand nicht seinesgleichen. 2Ki 23:26 Und dennoch ließ der Herr nicht von seinem heftigen Zorn, der über Juda erglüht war, ob all der Kränkungen, mit denen ihn Manasse gekränkt hatte. 2Ki 23:27 Der Herr sprach: "Auch Juda schaffe ich weg von meinem Angesicht, so wie ich Israel hinweggeschafft, und ich verwerfe diese Stadt, die ich erwählt, Jerusalem mitsamt dem Haus, von dem ich sprach: 'Mein Name soll dort sein!'" 2Ki 23:28 Ist nicht der Rest der Geschichte des Josias und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Judakönige aufgeschrieben? 2Ki 23:29 Zu seiner Zeit zog Ägyptens König, Pharao Necho, wegen des Assyrerkönigs zum Euphratstrom. Der König Josias zog ihm nun entgegen. Sobald er ihn aber erblickte, tötete er ihn zu Megiddo. 2Ki 23:30 Da fuhren ihn seine Diener tot aus Megiddo, brachten ihn nach Jerusalem und begruben ihn in seiner Grabstätte. Da nahm das eingesessene Volk des Josias Sohn Joachaz. Und sie salbten ihn und machten ihn an seines Vaters Statt zum König. 2Ki 23:31 Joachaz war dreiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und drei Monate regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Chamutal und war des Jeremias Tochter aus Libna. 2Ki 23:32 Er tat, was dem Herrn mißfiel, ganz wie seine Väter getan. 2Ki 23:33 Da entsetzte ihn Pharao Necho der Regierung über Jerusalem zu Ribla in der Landschaft Hamat und legte dem Land eine Geldbuße von hundert Talenten Silber und zehn Talenten Gold auf. 2Ki 23:34 Und Pharao Necho machte des Josias Sohn Eljakim an seines Vaters Josias Statt zum König und änderte seinen Namen in Jojakim. Den Joachaz aber nahm er fest. So kam er nach Ägypten und starb hier. 2Ki 23:35 Das Gold und Silber aber gab Jojakim dem Pharao. Er aber schätzte das Land ein, um das Geld nach des Pharaos Befehl abliefern zu können. Er hatte beim eingesessenen Volk von jedem je nach der Schätzung das Silber und Gold eingetrieben, um es dem Pharao Necho abzuliefern. 2Ki 23:36 Jojakim war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und elf Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zebudda und war des Pedaja Tochter aus Ruma. 2Ki 23:37 Er tat, was dem Herrn mißfiel, ganz wie seine Väter getan hatten. 2Ki 24:1 Zu seinen Tagen zog Nebukadrezar, Babels König, heran, und Jojakim ward ihm drei Jahre untertan. Dann fiel er wieder von ihm ab. 2Ki 24:2 Da sandte der Herr gegen ihn die Streifscharen der Chaldäer, Aramäer, Moabiter und Ammoniter. Er sandte sie, Juda zu verheeren nach dem Wort des Herrn, das er durch seine Diener, die Propheten, gesprochen hatte. 2Ki 24:3 Dies geschah auf Anordnung des Herrn in Juda, um es wegzuschaffen von seinem Antlitz wegen Manasses Sünden, nach all dem, was er getan, 2Ki 24:4 zumal wegen des Blutes der Unschuldigen, das er vergoß, wobei er Jerusalem mit unschuldigem Blut anfüllte. Das aber wollte der Herr nicht vergeben. 2Ki 24:5 Ist nicht der Rest der Geschichte Jojakims und alles, was er sonst getan, im Buche der Geschichte der Judakönige aufgezeichnet? 2Ki 24:6 Als sich Jojakim zu seinen Vätern legte, ward sein Sohn Jojachin an seiner Statt König. 2Ki 24:7 Ägyptens König aber zog fortan nicht mehr aus seinem Lande. Denn Babels König hatte vom Bache Ägyptens bis zum Euphratstrom alles erobert, was dem König von Ägypten gehörte. 2Ki 24:8 Jojachin war achtzehn Jahre alt, als er König wurde, und drei Monate regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Nechusta und war des Elnatan Tochter aus Jerusalem. 2Ki 24:9 Er tat, was dem Herrn mißfiel, ganz wie sein Vater getan hatte. 2Ki 24:10 Zu jener Zeit zogen die Diener des Babelkönigs Nebukadrezar gegen Jerusalem, und die Stadt wurde eingeschlossen. 2Ki 24:11 Babels König Nebukadrezar griff die Stadt an, und seine Diener belagerten sie. 2Ki 24:12 Da ging Judas König Jojachin zum Babelkönig hinaus, er und seine Mutter, seine Diener, Obersten und Kämmerer. Da nahm ihn der König von Babel fest, im achten Jahre seiner Regierung. 2Ki 24:13 Und er führte von dort alle Schätze des Herrn weg, ebenso die Schätze des Königshauses. Er zerbrach auch alle goldenen Gefäße, die Israels König Salomo im Tempel des Herrn gemacht hatte, wie der Herr gedroht. 2Ki 24:14 Ganz Jerusalem, alle Obersten und wehrfähigen Männer, 10.000, führte er gefangen weg, dazu alle Schmiede und Schlosser. Nichts blieb zurück als nur die geringen Leute des eingesessenen Volksteils. 2Ki 24:15 Er führte Jojachin nach Babel. Auch die Königinmutter sowie des Königs Weiber, seine Kämmerer und die Vornehmen des Landes führte er als Gefangene von Jerusalem nach Babel. 2Ki 24:16 Dazu alle wehrfähigen Männer, 7.000, und die Schmiede und Schlosser, 1.000, lauter kriegstüchtige Leute, brachte der Babelkönig als Gefangene nach Babel. 2Ki 24:17 Der König von Babel machte Mattanja, seinen (des Jojachin) Oheim, an seiner Statt zum König und änderte seinen Namen in Sedekias. 2Ki 24:18 Sedekias war einundzwanzig Jahre alt, als er König ward, und regierte elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Chamutal und war des Jeremias Tochter aus Libna. 2Ki 24:19 Er tat, was dem Herrn mißfiel, ganz wie Jojakim getan. 2Ki 24:20 Denn nur wegen des Zornes des Herrn war solches mit Jerusalem und Juda geschehen, bis er sie von seinem Antlitz verbannte. Sedekias aber wurde vom Babelkönig abtrünnig. 2Ki 25:1 Im neunten Jahre seiner Regierung am zehnten Tage des zehnten Monats zog Babels König Nebukadrezar mit seiner ganzen Heeresmacht gegen Jerusalem und belagerte es. Und sie bauten dagegen ringsum einen Wall. 2Ki 25:2 So wurde die Stadt bis zum elften Jahre des Königs Sedekias belagert. 2Ki 25:3 Am neunten Tage des Monats nahm in der Stadt die Hungersnot überhand, und der eingesessene Volksteil hatte nichts mehr zu essen. 2Ki 25:4 Da wurde die Stadt erstürmt. Alle Kriegsleute waren in der Nacht auf dem Weg durch das Tor zwischen den beiden Mauern am Königsgarten. Die Chaldäer aber standen noch rings um die Stadt. So zogen jene gegen die Steppe hin. 2Ki 25:5 Da jagten die Chaldäertruppen dem König nach. Und sie erreichten ihn in Jerichos Steppen. Sein ganzes Heer aber hatte ihn verlassen und wurde zerstreut. 2Ki 25:6 Sie ergriffen nun den König und führten ihn nach Ribla zum Babelkönig. Dieser sprach ihm das Urteil. 2Ki 25:7 Da schlachteten sie des Sedekias Söhne vor seinen Augen ab. Den Sedekias selbst aber ließ er blenden und in Ketten legen. So brachte man ihn nach Babel. 2Ki 25:8 Am siebten Tage des fünften Monats, das ist im neunzehnten Regierungsjahre des Babelkönigs Nebukadrezar, kam Nebuzaradan, der Oberste der Leibwächter und Diener des Königs, nach Jerusalem. 2Ki 25:9 Er verbrannte das Haus des Herrn, das Haus des Königs und alle anderen Häuser Jerusalems. Jedes bedeutendere Haus verbrannte er. 2Ki 25:10 Die Chaldäertruppen insgesamt, die beim Obersten der Leibwächter waren, rissen die Mauern um Jerusalem ein. 2Ki 25:11 Den Rest des Volkes, die in der Stadt Zurückgebliebenen und die Überläufer, die zum Babelkönig übergelaufen waren, und den Rest des Pöbels führte Nebuzaradan, der Oberste der Leibwächter, fort. 2Ki 25:12 Von den geringen Leuten des Landes ließ der Oberste der Leibwächter etliche für Weinberge und für Äcker zurück. 2Ki 25:13 Die ehernen Säulen am Hause des Herrn, die Gestühle und das eherne Meer im Hause des Herrn zerbrachen die Chaldäer und führten das Erz davon nach Babel. 2Ki 25:14 Auch die Töpfe, Schaufeln, Messer, Schalen und alle ehernen Gefäße, mit denen man Dienst getan, nahmen sie mit. 2Ki 25:15 Auch die Pfannen und Sprengschalen, die einen golden, die anderen silbern, nahm der Oberste der Leibwächter mit. 2Ki 25:16 Von den zwei Säulen, von dem einen Meer und den Gestühlen, die Salomo für das Haus des Herrn gemacht, von all diesen Geräten war das Erz nicht zu wägen. 2Ki 25:17 Achtzehn Ellen war die eine Säule hoch. Oben auf ihr ein eherner Knauf. Die Höhe des Knaufes war drei Ellen. Rings um den Knauf war ein Gittergeflecht mit Granatäpfeln, alles aus Erz. Solche hatte auch die zweite Säule am Gittergeflecht. 2Ki 25:18 Der Oberste der Leibwächter nun nahm den Oberpriester Seraja fest, den zweiten Priester Sephanja und die drei Schwellenhüter. 2Ki 25:19 Aus der Stadt nahm er einen Kämmerer, den Befehlshaber über die Kriegsleute, fünf Männer von denen, die des Königs Antlitz sehen durften und sich in der Stadt befanden, des Feldhauptmanns Schreiber, der die einheimische Bevölkerung aufbot, und von der einheimischen Bevölkerung sechzig Mann, die sich in der Stadt fanden. 2Ki 25:20 Und Nebuzaradan, der Oberste der Leibwächter, nahm sie und führte sie nach Ribla zum Babelkönig. 2Ki 25:21 Der König von Babel ließ sie zu Ribla in der Landschaft Hamat hinrichten. So wanderte Juda von seinem Boden in die Verbannung. 2Ki 25:22 Über das Volk, das im Lande zurückblieb und das Nebukadrezar, Babels König, zurückließ, setzte er den Gedalja, den Sohn Achikams und Enkel Saphans. 2Ki 25:23 Als alle Heeresobersten samt den Leuten hörten, daß der König von Babel den Gedalja eingesetzt habe, kamen sie nach der Mispa zu Gedalja. Auch Ismael, Netanjas Sohn, ferner Kareachs Sohn Jochana, Tanchumets Sohn Seraja, der Netophatiter und des Maakatiters Sohn Jaazanja samt ihren Leuten. 2Ki 25:24 Da schwur Gedalja ihnen und ihren Leuten und sprach zu ihnen: "Fürchtet euch nicht vor den chaldäischen Dienern! Bleibt im Lande und seid dem Babelkönig untertan! Dann geht es euch gut." 2Ki 25:25 Aber im siebten Monate kam Ismael, der Sohn Netanjas und Enkel Elisamas aus königlichem Geschlecht, mit zehn Männern. Sie schlugen Gedalja, daß er starb, ebenso die Juden und Chaldäer, die bei ihm zu Mispa waren. 2Ki 25:26 Da brach alles Volk, klein und groß, auf, samt den Heeresobersten, und sie kamen nach Ägypten. Denn sie fürchteten sich vor den Chaldäern. 2Ki 25:27 Im siebenunddreißigsten Jahre der Wegführung des Judakönigs Jojachin, am siebenundzwanzigsten Tage des zwölften Monats, entließ der König von Babel, Evilmerodach, in dem Jahre, da er König ward, die Person des Judakönigs Jojachin aus dem Kerker. 2Ki 25:28 Er redete gütig mit ihm und setzte seinen Stuhl über die Stühle der anderen Könige, die bei ihm zu Babel waren. 2Ki 25:29 Er wechselte seine Gefängniskleider und speiste beständig vor ihm alle Tage seines Lebens. 2Ki 25:30 Sein ständiger Bedarf wurde ihm vom König gegeben, jeden Tag, was er benötigte, alle Tage seines Lebens. 1Ch 1:1 Adam, Set, Enos. 1Ch 1:2 Kenan, Mahalalel, Jered. 1Ch 1:3 Chanok, Metuselach, Lemek. 1Ch 1:4 Noë, Sem, Cham, Japhet. 1Ch 1:5 Japhets Söhne sind Gomer, Magog, Madai, Javan, Tubal, Mosek und Tiras. 1Ch 1:6 Gomers Söhne sind Askenaz, Riphat und Togarma. 1Ch 1:7 Javans Söhne sind Elisa, Tarsis, Kittim und Rodanim. 1Ch 1:8 Chams Söhne sind Kusch und Misraim, Put und Kanaan. 1Ch 1:9 Des Kusch Söhne sind Seba, Chavila, Sabta, Regma und Sabteka, Regmas Söhne sind Seba und Dedan. 1Ch 1:10 Und Kusch zeugte Nimrod. Dieser fing an, auf Erden ein Held zu werden. 1Ch 1:11 Und Misraim zeugte die Luditer, die Anamiter, die Lehabiter, die Naphtuchiter, 1Ch 1:12 die Patrusiter und die Kasluchiter sowie die Kaphtoriter, von denen die Philister auszogen. 1Ch 1:13 Und Kanaan zeugte Sidon als seinen Erstgeborenen und Chet, 1Ch 1:14 sodann die Jebusiter, Amoriter, Girgasiter, 1Ch 1:15 Chiviter, Arkiter, Siniter, 1Ch 1:16 Arvaditer, Semariter und Chamatiter 1Ch 1:17 Sems Söhne sind Elam, Assur, Arphaksad, Lud, Aram, Us, Chul, Geter und Mesek. 1Ch 1:18 Und Arphaksad zeugte den Selach und Selach den Eber. 1Ch 1:19 Zwei Söhne wurden Eber geboren. Des einen Name war Peleg. Denn in seinen Tagen ward die Erde zerteilt. Sein Bruder hieß Joktan. 1Ch 1:20 Und Joktan zeugte Almodad, Seleph, Chazarmavet, Jerach, 1Ch 1:21 Hadoram, Uzal, Dikla, 1Ch 1:22 Ebal, Abimael, Seba, 1Ch 1:23 Ophir, Chavila und Jobab. All diese sind Joktans Söhne. 1Ch 1:24 Sem, Arphaksad, Selach, 1Ch 1:25 Eber, Peleg, Rëu, 1Ch 1:26 Serug, Nachor, Terach, 1Ch 1:27 Abram, das ist Abraham. 1Ch 1:28 Abrahams Söhne waren Isaak und Ismael. 1Ch 1:29 Dies sind ihre Geschlechtsfolgen: Ismaëls Erstgeborener ist Nebajot. Dann folgen Kedar, Adbeel, Mibsam, 1Ch 1:30 Misma, Duma, Massa, Chadad, Tema, 1Ch 1:31 Jetur, Naphis und Kedma. Dies sind die Söhne Ismaëls. 1Ch 1:32 Keturas, des Nebenweibes Abrahams, Söhne sind Zimran, Joksan, Medan, Midian, Isbak und Suach; diese hat sie geboren. Joksans Söhne sind Seba und Dedan. 1Ch 1:33 Midians Söhne sind Epha, Epher und Chanok, Abida und Eldaa. Alle diese sind Söhne der Ketura. 1Ch 1:34 Und Abraham zeugte den Isaak. Isaaks Söhne sind Esau und Israel. 1Ch 1:35 Esaus Söhne sind Eliphaz, Rëuel, Jeus, Jalam und Korach. 1Ch 1:36 Des Eliphaz Söhne sind Teman, Omar, Sephi, Gatam, Kenaz, Timna und Amalek. 1Ch 1:37 Rëuels Söhne sind Nachat, Zerach, Samma und Mizza. 1Ch 1:38 Und Seïrs Söhne sind Lotan, Sobal, Sibon, Ana, Dison, Eser und Disan. 1Ch 1:39 Lotans Söhne sind Chori und Homam. Timna ist Lotans Schwester. 1Ch 1:40 Sobals Söhne sind Aljan, Manachat, Ebal, Sephi und Onam. Sibons Söhne sind Ajja und Ana. 1Ch 1:41 Anas Söhne sind: Dison. Und Disons Söhne sind Chamram, Esban, Itran und Keran. 1Ch 1:42 Esers Söhne sind Bilhan, Zaavan und Jakan. Disans Söhne sind Us und Aran. 1Ch 1:43 Dies sind die Könige, die im Lande Edom herrschten, bevor ein König der Israeliten war: 1Ch 1:44 Bela, Beors Sohn, und seine Stadt hieß Dinhaba. Als Bela starb, ward des Serach Sohn, Jobab, aus Bosra an seiner Statt König. 1Ch 1:45 Als Jobab starb, ward Chusam aus dem Lande der Temaniter an seiner Statt König. 1Ch 1:46 Als Chusam starb, ward an seiner Statt König Bedads Sohn, Hadad, der Midian auf Moabs Gefilde schlug. Seine Stadt hieß Avit. 1Ch 1:47 Als Hadad starb, ward Samla aus Masreha an seiner Statt König. 1Ch 1:48 Als Samla starb, ward Saul aus Rechobot am Strom an seiner Statt König. 1Ch 1:49 Als Saul starb, ward Akbors Sohn, Baalchanan, an seiner Statt König. 1Ch 1:50 Als Baalchanan starb, ward Hadad an seiner Statt König. Seine Stadt hieß Pai, und sein Weib, Matreds Tochter und Mezahabs Enkelin, hieß Mehetabel. 1Ch 1:51 Als Hadad starb, gab es nur noch Häuptlinge in Edom: die Häuptlinge Timna, Alja, Jetet, 1Ch 1:52 Oholibama, Ela, Pinon, 1Ch 1:53 Kenaz, Teman, Mibsar, 1Ch 1:54 Magdiel und Iram. Dies sind Edoms Häuptlinge. 1Ch 2:1 Dies sind Israels Söhne: Ruben, Simeon, Levi und Juda, Issakar und Zabulon, 1Ch 2:2 Dan, Joseph und Benjamin, Naphtali, Gad und Asser. 1Ch 2:3 Judas Söhne sind: Er, Onan und Sela, drei, die ihm von Suas Tochter, der Kanaaniterin, geboren sind. Judas Erstgeborener machte sich dem Herrn mißfällig, und dieser ließ ihn sterben. 1Ch 2:4 Seine Schwiegertochter Tamar aber gebar ihm Peres und Zerach. Aller Söhne Judas sind es fünf. 1Ch 2:5 Des Peres Söhne sind Chesron und Chamul. 1Ch 2:6 Des Zerach Söhne sind Zimri, Etan, Heman, Kalkol und Dara, zusammen fünf. 1Ch 2:7 Des Karmi Söhne sind: Akar, der Israel ins Unglück stürzte, da er sich am Geweihten pflichtvergessen vergriff. 1Ch 2:8 Etans Söhne sind: Azarja. 1Ch 2:9 Chesrons Söhne, die ihm geboren worden, sind Jerachmeel, Ram und Kelubai. 1Ch 2:10 Ram zeugte Aminadab und Aminadab den Nachson, den Judäerfürsten. 1Ch 2:11 Nachson zeugte Salma und Salma den Boaz. 1Ch 2:12 Boaz zeugte Obed und Obed den Isai. 1Ch 2:13 Und Isai zeugte als seinen Erstgeborenen Eliab, als zweiten Abinadab, als dritten Sima, 1Ch 2:14 als vierten Natanael, als fünften Raddai, 1Ch 2:15 als sechsten Osem und als siebten David. 1Ch 2:16 Ihre Schwestern sind Seruja und Abigail. Der Seruja Söhne sind Absai, Joab und Asael, drei. 1Ch 2:17 Abigail gebar Amasa. Des Amasa Vater ist der Ismaeliter Jeter. 1Ch 2:18 Chesrons Sohn Kaleb hat Azuba ("verlassene Hofbesitzerin") geheiratet. Dies sind ihre Söhne: Jeser, Sobab und Ardon. 1Ch 2:19 Als Azuba ("die Verlassene") starb, nahm sich Kaleb die Ephrat. Sie gebar ihm den Chur. 1Ch 2:20 Chur aber zeugte Uri und Uri den Besalel. 1Ch 2:21 Hernach ist Chesron zur Tochter Makirs, des Vaters von Gilead, gegangen und hat sie geheiratet, als er sechzig Jahre alt war, und sie gebar ihm den Segub. 1Ch 2:22 Segub aber zeugte Jair. Dieser besaß dreiundzwanzig Städte im Lande Gilead. 1Ch 2:23 Aber die Gesuriter und die Aramäer nahmen ihnen Jairs Zeltdörfer weg, Kenat mit seinen Tochterstädten, sechzig Städte. Alle diese waren die Söhne des Gileadvaters Makir. 1Ch 2:24 Nach Chesrons Tod ging Kaleb nach Ephrat. Chesrons Weib aber war Abia, und sie gebar ihm Aschur, Tekoas Vater. 1Ch 2:25 Jerachmeels, des Erstgeborenen des Chesron, Söhne waren der Erstgeborene Ram, dann Buna, Oren, Osem und Achia. 1Ch 2:26 Jerachmeel hatte noch ein anderes Weib mit Namen Atara. Sie war Onams Mutter. 1Ch 2:27 Rams, des Erstgeborenen von Jerachmeel, Söhne sind Maan, Jamin und Eker. 1Ch 2:28 Onams Söhne sind Sammai und Jada. Sammais Söhne sind Nadab und Abisur. 1Ch 2:29 Abisurs Weib hieß Abichail. Sie gebar ihm Achban und Molid. 1Ch 2:30 Nadabs Söhne sind Seled und Appaim. Seled starb kinderlos. 1Ch 2:31 Appaims Söhne sind Isi, Isis Söhne sind: Sesan, Sesans Söhne sind Achlai. 1Ch 2:32 Jadas, Sammais Bruders, Söhne sind Jeter und Jonatan. Jeter aber starb kinderlos. 1Ch 2:33 Jonatans Söhne sind Pelet und Zaza. Dies sind Jerachmeels Söhne. 1Ch 2:34 Sesan hatte keine Söhne gehabt, sondern nur Töchter. Dagegen besaß Sesan einen ägyptischen Sklaven namens Jarcha. 1Ch 2:35 Seinem Sklaven Jarcha aber gab Sesan seine Tochter zum Weibe, und sie gebar ihm den Attai. 1Ch 2:36 Attai zeugte Natan und Natan den Zabad. 1Ch 2:37 Zabad zeugte Ephlal und Ephlal den Obed. 1Ch 2:38 Obed zeugte Jehu und Jehu den Azarja. 1Ch 2:39 Azarja hat Cheles gezeugt und Cheles den Elasa. 1Ch 2:40 Elasa zeugte Sismai und Sismai den Sallum. 1Ch 2:41 Sallum zeugte Jekamja und Jekamja den Elisama. 1Ch 2:42 Kalebs, Jerachmeels Bruders, Söhne sind sein Erstgeborener Mesa, das ist Ziphs Vater, und die Söhne Maresas, des Vaters von Chebron. 1Ch 2:43 Chebrons Söhne sind Korach, Tappuach, Rekem und Sema. 1Ch 2:44 Sema zeugte Jorkams Vater Racham, und Rekem zeugte Sammai. 1Ch 2:45 Sammais Sohn ist Maon, und Maon ist der Vater von Bet Sur. 1Ch 2:46 Kalebs Nebenweib Epha gebar Charan, Mosa und Gazez. Charan zeugte Gazez. 1Ch 2:47 Jahdais Söhne sind Regem, Jotam, Gesan, Pelet, Epha und Saaph. 1Ch 2:48 Kalebs Nebenweib Maaka gebar Seber und Tirchana. 1Ch 2:49 Sie gebar auch Saaph, den Vater von Madmanna, Seva, den Vater von Makbenna, und den Vater von Giba. Kalebs Tochter war Aksa. 1Ch 2:50 Dies sind Kalebs Söhne: Churs, des Erstgeborenen des Ephrat, Söhne sind Sobal, der Vater von Kirjat Jearim, 1Ch 2:51 Salma, der Vater von Bethlehem, und Chareph, der Vater von Bet Gader. 1Ch 2:52 Sobal, Kirjat Jearims Vater, hatte zu Söhnen Haroeh ("den Seher"), die Hälfte der Menuchot ("der Ruheorte") 1Ch 2:53 und die Sippen Kirjat Jearims, die Itriter, Putiter, Sumatiter und Misraiter. Von diesen stammen die Saratiter und die Estauliter. 1Ch 2:54 Salmas Söhne sind Bethlehem und die Netophatiter, Aterot, Bet Joab und die Hälfte der Manachtiter und der Sariter 1Ch 2:55 und die Sippen der Sopherim ("Schreiber"), die in Jabes ("Zinngießerdorf") wohnen, die Tiratiter ("Lärmbläser"), Simatiter ("Musikanten") und Sukatiter ("Marktleute"). Dies sind die Kiniter, die von Chamot, Bet Rekabs Vater, stammen. 1Ch 3:1 Dies sind Davids Söhne, die ihm zu Hebron geboren sind: der Erstgeborene Amnon von der Achinoam aus Jezreel; ein zweiter Daniel, von der Abigail aus Karmel, 1Ch 3:2 der dritte Absalom, von des Königs von Gesur, Talmai, Tochter Maaka, der vierte Adonia, Chaggits Sohn, 1Ch 3:3 der fünfte Sephatja von der Abital, der sechste Itram von seinem Weib Egla. 1Ch 3:4 Sechs sind ihm zu Hebron geboren. Er regierte hier sieben Jahre sechs Monate, und in Jerusalem regierte er dreiunddreißig Jahre. 1Ch 3:5 Folgende sind ihm zu Jerusalem geboren: Sima, Sobab, Natan und Salomo, vier von Ammiels Tochter Batsua, 1Ch 3:6 ferner Ibchar, Elisua, Eliphelet, 1Ch 3:7 Nogach, Nepheg, Japhia, 1Ch 3:8 Elisama, Eljada und Eliphelet, neun, 1Ch 3:9 alle Davids Söhne außer den Söhnen seiner Nebenweiber. Ihre Schwester ist Tamar. 1Ch 3:10 Salomos Sohn ist Rechabeam, dessen Sohn Abia, dessen Sohn Asa, dessen Sohn Josaphat, 1Ch 3:11 dessen Sohn Joram, dessen Sohn Achazja, dessen Sohn Joas, 1Ch 3:12 dessen Sohn Amasja, dessen Sohn Azarja, dessen Sohn Jotam, 1Ch 3:13 dessen Sohn Achaz, dessen Sohn Ezechias, dessen Sohn Manasse, 1Ch 3:14 dessen Sohn Amon, dessen Sohn Josias. 1Ch 3:15 Des Josias Söhne sind der Erstgeborene Jochanan, der zweite Jojakim, der dritte Sedekia, der vierte Sallum. 1Ch 3:16 Jojakims Söhne sind sein Sohn Jechonja und sein Sohn Sedekia. 1Ch 3:17 Die Söhne Jechonjas, des Gefangenen, sind sein Sohn Sealtiel, 1Ch 3:18 Malkiram, Pedaja, Senassar, Jekamja, Hosanna und Nedabja. 1Ch 3:19 Pedajas Söhne sind Zerubbabel und Simei - Zerubbabels Sohn ist Mesullam - sowie Chananja. Ihre Schwester ist Selomit. 1Ch 3:20 Ferner Chasubal, Ohel, Berekja, Chasadja, Jusab, Chesed, fünf. 1Ch 3:21 Chananjas Söhne sind Pelatja und Jesaja und Rephaias, Arnons, Obadjas und Sekanjas Söhne. 1Ch 3:22 Sekanjas Söhne sind: Semaja und Semajas Söhne sind Chattus, Igal, Bariach, Nearja und Saphat, sechs. 1Ch 3:23 Nearjas Söhne sind Eljoënai, Chizkia und Azrikam, drei. 1Ch 3:24 Eljoënais Söhne sind Hodaiva, Eljasib, Pelaja, Akkub, Jochanan, Dejala und Anani, sieben. 1Ch 4:1 Judas Söhne sind Peres, Chesron, Karmi, Chur und Sobal. 1Ch 4:2 Sobals Sohn Reaja zeugte Jachat und Jachat den Achumai und den Lahad. Dies sind die Geschlechter der Soratiter. 1Ch 4:3 Diese haben Etam zum Vater: Jezreel, Sima und Idbas. Ihre Schwester heißt Haslelponi. 1Ch 4:4 Ferner Penuel, Gedors Vater, und Husas Vater Ezer. Dies sind die Söhne Churs, des Erstgeborenen Ephrats, des Vaters von Bethlehem. 1Ch 4:5 Tekoas Vater Aschur hatte zwei Weiber, Chela und Naara. 1Ch 4:6 Naara gebar ihm Achuzam, Chepher, Temni und die Achastariter. Dies sind Naaras Söhne. 1Ch 4:7 Der Chela Söhne sind Seret, Ischar und Etnan. 1Ch 4:8 Kos zeugte Anub und Sobeba sowie die Sippen des Acharchel, des Harumsohnes. 1Ch 4:9 Jabes aber war vornehmer als seine Brüder. Seine Mutter hatte ihn Jabes genannt; sie sprach: "Ich habe ihn ja mit Schmerzen geboren." 1Ch 4:10 Und Jabes rief zu Israels Gott: "Daß Du mich segnest und mein Gebiet vergrößerst und daß Deine Hand mit mir sei und Du Unheil ablenkest, auf daß ich keinen Verdruß habe!" Und Gott erfüllte das, worum er bat. 1Ch 4:11 Suchas Bruder Kelub zeugte Mechir. Das ist der Vater von Eston. 1Ch 4:12 Eston zeugte Bet Rapha, Paseach und Techinna, den Vater der Stadt Nachas. Dies sind die Männer von Reka. 1Ch 4:13 Des Kenat Söhne sind Otniel und Seraja. Otniels Söhne sind: Chatat. 1Ch 4:14 Meonotai zeugte Ophra, und Seraja den Joabs den Vater des Tales der Zimmerer. Denn sie waren Zimmerleute. 1Ch 4:15 Des Jephunnesohnes Kaleb Söhne sind Ir, Ela und Naam, und der Sohn des Ela ist Kenaz. 1Ch 4:16 Des Jehallel Söhne sind Ziph, Zipha, Tirja und Asarel. 1Ch 4:17 Ezras Sohn ist Jeter; Mered aber heiratete Jalon. Und sie gebar Mirjam, Sammai und Isbach, des Estemoa Vater. 1Ch 4:18 Sein jüdisches Weib aber hat Jered, den Vater Gedors, geboren, ferner Cheber, Sokos Vater, und Jekutiel, den Vater von Zanoach. Dies sind die Söhne der wirklichen Pharaotochter, die Mered geheiratet hat. 1Ch 4:19 Die Söhne der Schwester Rachams und der Frau des Hodia sind der Garmiter, Kegilas Vater, und der Maakatiter Estemoa. 1Ch 4:20 Simons Söhne sind Ammon, Rinna, Ben Chanan und Tilon. Iseis Söhne sind: Zochet und des Zochet Sohn. 1Ch 4:21 Des Judasohnes Sela Söhne sind Er, der Vater von Leka, und Lada, der Vater von Maresa, sowie die Sippen des Hauses der Baumwollarbeiter zu Bet Asbe, 1Ch 4:22 ferner Jokim und die Männer von Kozeba, sowie Joas und Saraph, die Moab erobert haben, und Jasubi Lechem. Die Geschichten aber sind alt. 1Ch 4:23 Dies sind die Töpfer und Bewohner von Netaim ("Parke") und Gedera ("Gehege"). Sie haben dort beim König in seinem Dienste gewohnt. 1Ch 4:24 Simeons Söhne sind Nemuel und Jamin, Jarib, Zerach und Saul, 1Ch 4:25 dessen Sohn war Sallum, dessen Sohn Mibsam und dessen Sohn Misma. 1Ch 4:26 Mismas Söhne sind: sein Sohn Chammuel, dessen Sohn Zakkur und dessen Sohn Simei. 1Ch 4:27 Simei aber besaß sechzehn Söhne und sechs Töchter. Seine Brüder aber hatten nicht viele Söhne. Und ihre ganze Sippe mehrte sich nicht so, daß sie den Judäern gleichgekommen wäre. 1Ch 4:28 Sie wohnten in Beerseba, Molada, Chasar Sual ("Fuchshof"), 1Ch 4:29 in Bilha, Esem, Tolad, 1Ch 4:30 in Betuel, Chorma, Siklag, 1Ch 4:31 in Bet Markabot ("Wagenhaus"), Chasar Susim ("Roßhof"), in Bet Biri ("Brunnenhaus") und Saarim ("Schluchten"). Dies waren ihre Städte, bis David König ward. 1Ch 4:32 Ihre Dörfer waren Etam, Ajin, Rimmon, Token und Asan, fünf Städte. 1Ch 4:33 Dazu all ihre Dörfer rings um diese Städte bis nach Baal hin. Dies waren ihre Wohnsitze. Sie hatten auch ihre eigene Sippenliste. 1Ch 4:34 Ferner: Mesobab, Jamlek und des Amasja Sohn Josab. 1Ch 4:35 Joel, Jehu, des Josibja Sohn und Enkel des Asielsohnes Seraja, 1Ch 4:36 und Eljoënai, Jaakoba, Jesochaja, Asaja, Adiel, Jesimiel, Benaja 1Ch 4:37 und Ziza, Siphis Sohn, Allons Enkel und Urenkel des Jedaja, des Sohnes des Simri und Enkels des Semaja. 1Ch 4:38 Diese mit Namen Aufgeführten sind in ihren Sippen Fürsten, und das Haus ihrer Väter ist weit verbreitet. 1Ch 4:39 Sie zogen vom Zugange nach Gedor, bis östlich vom Tal, um für ihre Herden Weiden zu suchen. 1Ch 4:40 Sie fanden auch eine fette und gute Weide. Das Land war geräumig, ruhig und friedlich; denn die früheren Bewohner gehörten zu Cham. 1Ch 4:41 Diese namentlich Aufgeführten kamen in den Tagen des Judakönigs Ezechias und schlugen Chams Gezelte und die der Mëuniter, die dort waren, und rotteten sie aus bis auf den heutigen Tag. Dann wohnten sie dort an ihrer Stelle. Denn dort war für ihre Herden Weide. 1Ch 4:42 Ein Teil davon aber, von Simeons Söhnen, zog auf das Gebirge Sëir, fünfhundert Mann. An ihrer Spitze Pelatja, Nearja, Rephaja und Uziel, Iseis Söhne. 1Ch 4:43 Sie schlugen Amaleks letzten Rest und wohnten dort bis auf diesen Tag. 1Ch 5:1 Die Söhne Rubens, des Erstgeborenen Israels: - er war ja der Erstgeborene. Als er aber seines Vaters Lager entweihte, ist sein Erstgeburtsrecht den Söhnen des Israelsohnes Joseph verliehen worden. Aber die Erstgeburt ist nicht in die Sippenliste eingetragen worden. 1Ch 5:2 Denn Juda ist unter seinen Brüdern mächtig geworden und ein Fürst, größer als jener. Das Erstgeburtsrecht gehört aber Joseph. 1Ch 5:3 Rubens, des Erstgeborenen Israels, Söhne sind Chanok, Pallu, Chesron und Karmi. 1Ch 5:4 Joels Söhne sind sein Sohn Semaja, dessen Sohn Gog, dessen Sohn Simei, 1Ch 5:5 dessen Sohn Mika, dessen Sohn Reaja, dessen Sohn Baal, 1Ch 5:6 dessen Sohn Beera, den Tilgat Pilneser, Assyriens König, in Gefangenschaft geführt hat. Er ist ein Fürst der Rubeniten. 1Ch 5:7 Seine Brüder, nach seinen Sippen, nach der Abstammung verzeichnet, sind das Haupt Jeiel, ferner Zakarja 1Ch 5:8 und Bela, des Azaz Sohn, Enkel des Sema und Urenkel Joels. Er wohnte zu Aroër und bis nach Nebo und Baal Meon. 1Ch 5:9 Nach Osten hat er bis zum Rand der Wüste vom Euphratstrome an gewohnt. Denn ihre Herden im Lande Gilead sind zahlreich gewesen. 1Ch 5:10 In Sauls Tagen stritten sie mit den Hagritern. Diese fielen in ihre Hand, und sie wohnten in deren Zelten auf Gileads ganzer Ostseite. 1Ch 5:11 Gads Söhne haben im Lande Basan bis Saleka, ihnen gegenüber, gewohnt: 1Ch 5:12 das Haupt Joel, Saphan, der zweite, und Janai und Saphat in Basan. 1Ch 5:13 Ihre Brüder sind nach ihren Familien Mikael, Mesullam, Seba, Josai, Jakan, Zi und Eber, sieben. 1Ch 5:14 Dies sind die Söhne Abichails, des Churisohns und Enkels des Jaroach, des Sohns Gileads und Enkels des Mikael, des Jesisaisohns und Enkels des Jachda, des Buzsohns. 1Ch 5:15 Achi, Abdiels Sohn und Gunis Enkel, war ein Haupt ihrer Familien. 1Ch 5:16 Sie wohnten in Gilead, Basan und dessen Tochterstädten, sowie auf allen Weidetriften Sarons bis an ihre Ausgänge. 1Ch 5:17 Sie alle sind in des Judakönigs Jotam und des Israelskönigs Jeroboam Tagen aufgezeichnet worden. 1Ch 5:18 Die Söhne Rubens und Gads sowie der Halbstamm Manasse, tapfere Männer, die Schild und Schwert trugen, den Bogen spannten und kampfgeübt waren, 440 und zwar leichtbewaffnete, kriegstüchtige Söldner, 1Ch 5:19 führten mit den Hagritern Krieg, ebenso mit Jetur, Naphis und Nodab. 1Ch 5:20 Ihnen ward gegen sie geholfen, und so wurden die Hagriter in ihre Hand gegeben, ebenso alle, die bei ihnen waren. Denn sie hatten im Kampfe zu Gott geschrieen, und er hatte sich von ihnen erbitten lassen, weil sie auf ihn vertraut hatten. 1Ch 5:21 Sie führten deren Herden weg: 50.000 Kamele, 250.000 Schafe, 2.000 Esel und 100.000 Menschenseelen. 1Ch 5:22 Denn viele waren durchbohrt gefallen, weil der Krieg von Gott kam. Dann wohnten sie an ihrer Stelle bis zu der Verbannung. 1Ch 5:23 Auch die Söhne des Halbstammes Manasse haben im Lande Basan gewohnt bis Baal Hermon, Senir und bis zum Hermongebirge. Sie waren zahlreich. 1Ch 5:24 Dies sind ihre Familienhäupter: Epher, Isei, Eliel, Azriel, Irmeja, Hodavja und Jachdiel, tapfere Krieger, berühmte Männer, Häupter in ihren Familien. 1Ch 5:25 Sie waren aber gegen den Gott ihrer Väter treulos und buhlten mit den Göttern der Landesvölker, die Gott vor ihnen vertilgt hatte. 1Ch 5:26 So reizte Israels Gott die Wut des Assyrerkönigs Pul, ebenso die Wut des Assyrerkönigs Tilgat Pilneser und ließ sie die Rubeniten, Gaditen und den Halbstamm Manasse wegführen und sie nach Chelach und zum Chabor bringen, nach Hara und zum Flusse Gozan bis auf diesen Tag. 1Ch 6:1 (5:27) Levis Söhne sind Gersom, Kehat und Merari. 1Ch 6:2 (5:28) Kehats Söhne sind Amram, Ischar, Chebron und Uzziel. 1Ch 6:3 (5:29) Amrams Kinder sind Aaron, Moses und Mirjam. Aarons Söhne sind Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar. 1Ch 6:4 (5:30) Eleazar zeugte Pinechas und Pinechas den Abisu. 1Ch 6:5 (5:31) Abisu zeugte Bukki und Bukki den Uzzi. 1Ch 6:6 (5:32) Uzzi zeugte Zerachja und Zerachja den Merajot. 1Ch 6:7 (5:33) Merajot zeugte Amarja und Amarja den Achitub. 1Ch 6:8 (5:34) Achitub zeugte Sadok und Sadok den Achimaas. 1Ch 6:9 (5:35) Achimaas zeugte Azarja und Azarja den Jochanan, 1Ch 6:10 (5:36) Jochanan zeugte Azarja - das ist der, der im Hause, das Salomo in Jerusalem gebaut, Priesterdienste getan hat. 1Ch 6:11 (5:37) Azarja aber zeugte Amarja und Amarja den Achitub. 1Ch 6:12 (5:38) Achitub zeugte Sadok und Sadok den Sallum. 1Ch 6:13 (5:39) Sallum zeugte Chilkia und Chilkia den Azarja. 1Ch 6:14 (5:40) Azarja zeugte Seraja und Seraja den Josadak. 1Ch 6:15 (5:41) Josadak aber ist fortgezogen, als der Herr Juda und Jerusalem durch Nebukadrezar wegführen ließ. 1Ch 6:16 (6:1) Levis Söhne sind Gersom, Kehat und Merari. 1Ch 6:17 (6:2) Dies sind die Namen der Söhne Gersoms: Libni und Simi. 1Ch 6:18 (6:3) Kehats Söhne sind Amram, Ishar, Chebron und Uzziel. 1Ch 6:19 (6:4) Meraris Söhne sind Machli und Musi. Dies sind die Sippen der Leviten nach ihren Familien: 1Ch 6:20 (6:5) Von Gersom stammt sein Sohn Libni, dessen Sohn Jachat, dessen Sohn Zimma, 1Ch 6:21 (6:6) dessen Sohn Joach, dessen Sohn Iddo, dessen Sohn Zerach und dessen Sohn Jeatrai. 1Ch 6:22 (6:7) Kehats Söhne sind sein Sohn Amminadab, dessen Sohn Korach, dessen Sohn Assir, 1Ch 6:23 (6:8) dessen Sohn Elkana, dessen Sohn Abjasaph, dessen Sohn Assir, 1Ch 6:24 (6:9) dessen Sohn Tachat, dessen Sohn Uriel, dessen Sohn Uzzia und dessen Sohn Saul. 1Ch 6:25 (6:10) Elkanas Söhne sind Amasai und Achimot, 1Ch 6:26 (6:11) dessen Sohn Elkana. Elkanas Söhne sind sein Sohn Sophai, dessen Sohn Nachat, 1Ch 6:27 (6:12) dessen Sohn Eliab, dessen Sohn Jerocham, dessen Sohn Elkana und dessen Sohn Samuel. 1Ch 6:28 (6:13) Samuels Söhne sind der Erstgeborene Joel und der zweite Abia. 1Ch 6:29 (6:14) Meraris Söhne sind Machli, dessen Sohn Libni, dessen Sohn Simei, dessen Sohn Uzza, 1Ch 6:30 (6:15) dessen Sohn Simea, dessen Sohn Chaggia und dessen Sohn Asaja. 1Ch 6:31 (6:16) Diese sind es, die David für den Gesang in des Herrn Haus bestellt hat, nachdem die Lade einen Ruheort gefunden hatte. 1Ch 6:32 (6:17) Sie hatten den Dienst im Gesang vor der Wohnung des Bundeszeltes, bis Salomo das Haus des Herrn zu Jerusalem baute. Und sie taten ihren Dienst nach ihrer Vorschrift. 1Ch 6:33 (6:18) Diese amteten samt ihren Söhnen: von den Söhnen der Kehatiter der Sänger Heman, Joels Sohn und Enkel Samuels, 1Ch 6:34 (6:19) des Sohnes Elkanas und Enkels Jerochams, des Sohnes Eliabs und Enkels Tochis, 1Ch 6:35 (6:20) des Sohnes Suphs und Enkels Elkanas des Sohnes Machats und Enkels Amasais, 1Ch 6:36 (6:21) des Sohnes Elkanas und Enkels Joels, des Sohnes Azajas und Enkels Sephanjas, 1Ch 6:37 (6:22) des Sohnes Tachats und Enkels Assirs, des Sohnes Ebjasaphs und Enkels Korachs, 1Ch 6:38 (6:23) des Sohnes Ishars und Enkels Kehats, des Sohnes Levis und Enkels Israels. 1Ch 6:39 (6:24) Sein Bruder ist Asaph, sein erster Gehilfe. Asaph, Berekjas Sohn und Enkel Simeas, 1Ch 6:40 (6:25) des Sohnes Mikaels und Enkels Baasejas, des Sohnes Malkias, 1Ch 6:41 (6:26) des Sohnes Etnis und Enkels Zerachs, des Sohnes Adajas, 1Ch 6:42 (6:27) des Sohnes Etans und Enkels Zimmas, des Sohnes Simis, 1Ch 6:43 (6:28) des Sohnes Jochats und Enkels Gersoms, des Levisohnes. 1Ch 6:44 (6:29) Meraris Söhne, ihre Brüder, waren ihre zweiten Gehilfen. Etan, Kisis Sohn und Enkel Abdis, des Sohnes Malluks, 1Ch 6:45 (6:30) des Sohnes Chasabjas und Enkels Amasjas, des Sohnes Chilkias, 1Ch 6:46 (6:31) des Sohnes Amsis und Enkels Banis, des Sohnes Semers, 1Ch 6:47 (6:32) des Sohnes Machlis und Enkels Musis, des Sohnes Meraris und Enkels Levis. 1Ch 6:48 (6:33) Ihre Brüder, die Leviten, waren für den ganzen Dienst an der Wohnung des Gotteshauses bestellt. 1Ch 6:49 (6:34) Aaron aber und seine Söhne räucherten an dem Brandopferaltar und an dem Räucheraltar, ebenso bei allen Diensten am Allerheiligsten und bei der Entsühnung Israels, genau nach der Vorschrift, die der Diener Gottes, Moses, gegeben hatte. 1Ch 6:50 (6:35) Dies sind Aarons Söhne: sein Sohn Eleazar, dessen Sohn Pinechas, dessen Sohn Abisu, 1Ch 6:51 (6:36) dessen Sohn Bukki, dessen Sohn Uzzi, dessen Sohn Zerachja, 1Ch 6:52 (6:37) dessen Sohn Merajot, dessen Sohn Amarja, dessen Sohn Achitub, 1Ch 6:53 (6:38) dessen Sohn Sadok und dessen Sohn Achimaas. 1Ch 6:54 (6:39) Dies sind ihre Wohnsitze nach ihren Zeltlagern in ihrem Gebiet: Den Aaronssöhnen, der Kehatitersippe - denn auf sie fiel das Los -, 1Ch 6:55 (6:40) gab man im Lande Juda Hebron und seine Weidetriften ringsumher. 1Ch 6:56 (6:41) Das Feld der Stadt aber und ihre Gehöfte hatte man Jephunnes Sohn Kaleb gegeben. 1Ch 6:57 (6:42) Den Aaronssöhnen aber hatte man die Zufluchtsstädte Hebron und Libna samt ihren Weidetriften übergeben, ferner Jattir und Estemoa mit den Ihrigen, 1Ch 6:58 (6:43) Cholon mit seinen Weidetriften, Debir, 1Ch 6:59 (6:44) Asan und Betsemes je mit seinen Weidetriften. 1Ch 6:60 (6:45) Vom Stamme Benjamin: Geba mit seinen Weidetriften und Anatot mit den seinigen. Die Gesamtzahl ihrer Städte ist dreizehn samt ihren Familien, 1Ch 6:61 (6:46) Die übrigen Kehatsstädte erhielten von den Sippen des Stammes Ephraim, vom Stamme Dan und vom Halbstamme Manasse zehn Städte durch das Los. 1Ch 6:62 (6:47) Gersoms Söhne erhielten nach ihren Sippen vom Stamme Issakar, vom Stamme Asser, vom Stamme Naphtali und vom Manassestamme in Basan dreizehn Städte. 1Ch 6:63 (6:48) Meraris Söhne erhielten nach ihren Sippen vom Stamme Ruben, vom Stamme Gad und vom Stamme Zabulon zwölf Städte durch das Los. 1Ch 6:64 (6:49) So gaben die Israeliten den Leviten die Städte samt den Weidetriften. 1Ch 6:65 (6:50) Man gab durchs Los vom Stamme der Judasöhne, von dem der Simeonsöhne und dem der Söhne Benjamins jene Städte, die namentlich genannt sind. 1Ch 6:66 (6:51) Bei den Sippen der Kehatssöhne rühren die Städte ihres Loses vom Stamm Ephraim her. 1Ch 6:67 (6:52) Man gab ihnen die Zufluchtsstädte Sichem mit seinen Weidetriften auf dem Gebirge Ephraim, Gezer mit den seinigen, 1Ch 6:68 (6:53) Jokmeam, Bet Choron, 1Ch 6:69 (6:54) Ajjalon und Gat Rimmon je mit ihren Weidetriften. 1Ch 6:70 (6:55) Und vom Halbstamm Manasse Aner mit seinen Weidetriften und Bileam mit den seinigen, und zwar den Sippen der übrigen Kehatssöhne. 1Ch 6:71 (6:56) Gersoms Söhne erhielten von der Sippe des Halbstammes Manasse in Basan Golan mit seinen Weidetriften und Astarot mit den Ihrigen 1Ch 6:72 (6:57) und vom Stamme Issakar Kedes mit seinen Weidetriften, Dobrat, 1Ch 6:73 (6:58) Ramot und Anem je mit ihren Weidetriften 1Ch 6:74 (6:59) und vom Stamme Asser Masal mit seinen Weidetriften, Abdon, 1Ch 6:75 (6:60) Chukok und Rechob je mit den Ihrigen, 1Ch 6:76 (6:61) und vom Stamme Naphtali in Galiläa Kedes mit seinen Weidetriften und Chammon und Kirjatim je mit den seinigen. 1Ch 6:77 (6:62) Die übrigen Merarisöhne erhielten vom Stamme Zabulon Rimmon und Tabor je mit ihren Weidetriften, 1Ch 6:78 (6:63) und jenseits des Jordans östlich vom Jordan, vom Stamme Ruben in der Steppe Beser mit seinen Weidetriften Ichsa, 1Ch 6:79 (6:64) Kedemot und Mephaat je mit den Ihrigen 1Ch 6:80 (6:65) und vom Stamme Gad in Gilead Ramot, Machanaim, 1Ch 6:81 (6:66) Chesbon und Jazer je mit ihren Weidetriften. 1Ch 7:1 Zu den Söhnen Issakars gehören Tola und Pua, Jasub und Simron, vier. 1Ch 7:2 Tolas Söhne sind Uzzi, Rephaja, Jeriel, Jachmai, Ibsam und Samuel, lauter Häupter in Tolas Familien, kriegstüchtige Männer nach ihren Sippen. Ihre Zahl war zu Davids Zeit 22.600. 1Ch 7:3 Uzzis Söhne sind: Izrachja. Und IzrachjasSöhne sind Mikael, Obadja, Joel, Issia, fünf Häupter insgesamt. 1Ch 7:4 Zu ihnen gehörten nach ihren Sippen, Familien und Kriegerscharen 36.000 Leute. Denn sie hatten viele Weiber und Kinder. 1Ch 7:5 Und ihre Brüder, sämtliche Issakarsippen, waren kriegstüchtige Männer. Ihre Sippeliste umfaßte im ganzen 87.000 Mann. 1Ch 7:6 Benjamins Söhne waren Bela, Beker und Jediael, drei. 1Ch 7:7 Belas Söhne sind Esbon, Uzzi, Uzziel, Jerimot und Iri, fünf, lauter Familienoberhäupter, kriegstüchtige Männer. Ihre Sippenliste umfaßte 22.034 Mann. 1Ch 7:8 Bekers Söhne sind Zemira, Joas, Eliezer, Eljoënai, Omri, Jerimot, Abia, Anatot und Alemet. Diese alle sind Söhne Bekers. 1Ch 7:9 Ihre Sippenliste nach ihren Sippen, ihren Familienhäuptern und kriegstüchtigen Männern belief sich auf 20.200. 1Ch 7:10 Jediaels Söhne sind: Bilhan. Und Bilhans Söhne sind Jëus, Benjamin, Ehud, Kenaana, Zetan, Tarsis und Achisachar. 1Ch 7:11 Dies alle sind Jediaels Söhne, Familienhäupter, kriegstüchtige Leute, 17.200 zum Kampf Gerüstete. 1Ch 7:12 Suppim und Chuppim sind Irs Söhne, Chusim sind Söhne des Acher. 1Ch 7:13 Naphtalis Söhne sind Jachaziel, Guni, Jezer und Sallum, Bilhas Nachkommen. 1Ch 7:14 Manasses Söhne sind: Asriel, den sein aramäisches Nebenweib gebar. Sie hat auch Gileads Vater, Makir, geboren. 1Ch 7:15 Makir aber hatte für Chuppim und Suppim ein Weib genommen. Seine Schwester hieß Maaka. Der zweite aber hieß Selophchad. Selophchad aber hatte nur Töchter. 1Ch 7:16 Makirs Weib aber gebar einen Sohn und nannte ihn Peres. Sein Bruder aber hieß Seres und dessen Söhne Ulam und Rekeni. 1Ch 7:17 Ulams Söhne sind: Bedan. - Dies sind die Söhne Gileads, des Sohnes Makirs, des Manassesohnes. 1Ch 7:18 Seine Schwester, die Königin, gebar Ishod, Abiezer und Machla. 1Ch 7:19 Semidas Söhne sind Achjan, Sekem, Likchi und Aniam. 1Ch 7:20 Ephraims Söhne sind Sutelach; dessen Sohn war Bered, dessen Sohn Tachat, dessen Sohn Elada, dessen Sohn Tachat, 1Ch 7:21 dessen Sohn Zabad, dessen Sohn Sutelach sowie Ezer und Elad. - Die Männer von Gad aber haben sie, die im Lande geboren waren, getötet, weil sie zum Raub ihres Viehes hinabgezogen waren. 1Ch 7:22 Da trauerte ihr Vater Ephraim viele Tage. Es kamen auch seine Brüder, ihn zu trösten. 1Ch 7:23 Dann wohnte er seinem Weibe bei. Sie empfing und gebar einen Sohn. Er nannte ihn Beria, weil es geschehen war, als Unglück in seinem Hause war. 1Ch 7:24 Seine Tochter aber war Seera. Sie baute das untere und obere Bet Horon ("Höhlenhaus"), ebenso Uzzen Seera. 1Ch 7:25 Sein Sohn war Rephach, ebenso Reseph; dessen Sohn war Telach, dessen Sohn Tachan, 1Ch 7:26 dessen Sohn Ladan, dessen Sohn Ammihud, dessen Sohn Elisama, 1Ch 7:27 dessen Sohn Nun und dessen Sohn Josue. 1Ch 7:28 Ihr Besitz und ihre Wohnsitze sind Betel und dessen Tochterorte, nach Osten Naaran und nach Westen Gezer und Sichem je mit ihren Tochterorten bis gegen Gaza mit den zugehörigen Ortschaften. 1Ch 7:29 Im Besitze der Manassesöhne sind Betsean mit seinen Tochterorten, Taanak, Megiddo und Dor mit je ihren Tochterorten. Darin wohnten die Söhne Josephs, des Sohnes Israels. 1Ch 7:30 Assers Kinder sind Imna, Isva, Isvi und Beria mit ihrer Schwester Serach. 1Ch 7:31 Berias Söhne sind Cheber und Malkiel, das ist der Vater von Bir Zait ("Ölbaumbrunnen"). 1Ch 7:32 Cheber zeugte Iphlat, Somer und Chotam samt ihrer Schwester Sua. 1Ch 7:33 Japhlets Söhne sind Pasak, Bimehal und Asvat. Dies sind die Söhne Japhlets. 1Ch 7:34 Semers Söhne sind Achi, Rohga, Chubba und Aram. 1Ch 7:35 Seines Bruders Helem Söhne sind Sophach, Imna, Seles und Amal. 1Ch 7:36 Sophachs Söhne sind Suach, Charnepher, Sual, Beri, Imra, 1Ch 7:37 Beser, Hod, Samma, Silsa, Itran und Beera. 1Ch 7:38 Jeters Söhne sind Jephunne, Pispa und Ara. 1Ch 7:39 Ullas Söhne sind Arach, Channiel und Risja. 1Ch 7:40 Alle diese sind Assers Söhne, auserlesene kriegstüchtige Männer, Häupter der Fürsten. Man verzeichnete sie in den Listen für den Kriegsdienst, und ihre Zahl war 26.000 Mann. 1Ch 8:1 Benjamin zeugte als seinen Erstgeborenen Bela, als zweiten Asbel, als dritten Achrach, 1Ch 8:2 als vierten Nocha und als fünften Rapha. 1Ch 8:3 Bela hatte zu Söhnen Addar, Gera, Abihud, 1Ch 8:4 Abisu, Naaman, Achoch, 1Ch 8:5 Gera, Sephuphan und Churam. 1Ch 8:6 Dies sind Achuds Söhne. Diese sind die Familienhäupter der Einwohner Gebas. Man führte sie gefangen nach Manachat. 1Ch 8:7 Naaman, Achia und Gera hat er fortgeführt, nachdem jener Uzza und Achichud gezeugt hatte. 1Ch 8:8 Sacharaim zeugte in Moabs Gefilde, nachdem er seine Weiber Chusim und Baara entlassen hatte. 1Ch 8:9 Er zeugte mit seinem Weibe Chodes den Jobab, Sibja, Mesa, Malkam, 1Ch 8:10 Jëus, Sokja und Mirma. Dies sind seine Söhne, Familienhäupter. 1Ch 8:11 Mit Chusim hatte er Abitub und Elpaal gezeugt. 1Ch 8:12 Elpaals Söhne sind Eber, Misam und Semer. Dieser baute Ono, ebenso Lod mit seinen Tochterorten. 1Ch 8:13 Beria und Sema sind die Familienhäupter der Einwohner Ajjalons. Sie haben die Bewohner von Gat vertrieben. 1Ch 8:14 Berias Söhne sind Achjo, Sasak, Jeremot, 1Ch 8:15 Zebadja, Arad, Ader, 1Ch 8:16 Mikael, Ispa und Jocha. 1Ch 8:17 Elpaals Söhne sind Zebadja, Mesullam, Chizki, Cheber, 1Ch 8:18 Ismere, Izlia und Jobab. 1Ch 8:19 Simeis Söhne sind Jakim, Zikri, Zabdi, 1Ch 8:20 Elienai, Silletai, Eliel, 1Ch 8:21 Adaja, Beraja und Simrat. 1Ch 8:22 Sasaks Söhne sind Ispan, Eber, Eliel, 1Ch 8:23 Abdon, Zikri, Chanan, 1Ch 8:24 Chananja, Elam, Antotia, 1Ch 8:25 lphdaja und Penuel. 1Ch 8:26 Jerochams Söhne sind Samserai, Secharja, Atalja, 1Ch 8:27 Jaaresja, Elia und Zikri. 1Ch 8:28 Dies sind in ihren Sippen die Familienhäupter. Als Häupter haben sie zu Jerusalem gewohnt. 1Ch 8:29 Zu Gibeon wohnten der Vater Gibeons und sein Weib namens Maaka. 1Ch 8:30 Sein erstgeborener Sohn ist Abdon, dann Sur, Kis, Baal, Nadab, 1Ch 8:31 Gedor, Achjo und Zeker. 1Ch 8:32 Miklot hat Sima gezeugt. Auch sie wohnten in Jerusalem bei ihren Brüdern, diesen gegenüber. 1Ch 8:33 Ner zeugte Kis und Kis den Saul und Saul den Jonatan, Malkisua, Abinadab und Esbaal. 1Ch 8:34 Jonatans Sohn ist Meribbaal, und Meribbaal zeugte Mika. 1Ch 8:35 Mikas Söhne sind Piton, Melek, Tare und Achaz. 1Ch 8:36 Achaz zeugte Joadda und Joadda den Alemet, Azmavet und Zimri und Zimri den Mosa. 1Ch 8:37 Mosa zeugte den Bina. Dessen Sohn ist Rapha, dessen Sohn Elasa und dessen Sohn Asel. 1Ch 8:38 Asel hatte sechs Söhne. Dies sind ihre Namen: Azrikam, sein Erstgeborener, Ismael und Searja, Obadja und Chanan. Alle diese waren Söhne Asels. 1Ch 8:39 Seines Bruders Esek Söhne sind sein Erstgeborener Ulam, der zweite Jëus und der dritte Eliphelet. 1Ch 8:40 Ulams Söhne waren kriegstüchtige Männer, die den Bogen spannen konnten. Sie hatten auch zahlreiche Söhne und Enkel, 150. Alle diese gehören zu den Söhnen Benjamins. 1Ch 9:1 Alle Israeliten sind in den Sippenlisten eingetragen worden. Und sie sind im Buch der Könige Israels aufgezeichnet. Die Judäer sind wegen ihrer Frevel nach Babel fortgeführt worden. 1Ch 9:2 Die früheren Einwohner aber, die wieder auf ihrem Eigentum in ihren Städten lebten, waren Israeliten, die Priester, die Leviten und die Tempeldiener. 1Ch 9:3 In Jerusalem haben von den Söhnen Judas Benjamins, Ephraims und Manasses gewohnt: 1Ch 9:4 Utai, Ammihuds Sohn und Enkel Omris, des Sohnes Imris und Enkels Banis, von des Judasohnes Peres Nachkommen. 1Ch 9:5 Von den Siloniten der Erstgeborene Asaja samt seinen Söhnen. 1Ch 9:6 Von Zerachs Söhnen Jeuel samt ihren Brüdern, 690. 1Ch 9:7 Von Benjamins Söhnen Sallu, des Mesullam Sohn und Enkel Hodavjas, des Sohnes Hassenas, 1Ch 9:8 ferner Jerochams Sohn Ibneja und Ela, Uzzis Sohn und Enkel Mikris, und Mesullam, Sephatjas Sohn und Enkel Reuels, des Ibniasohnes, 1Ch 9:9 samt ihren Brüdern nach ihren Geschlechtern, 956. Alle diese Männer sind in ihren Familien Familienhäupter. 1Ch 9:10 Von den Priestern sind es Jedaja, Jojarib, Jakin 1Ch 9:11 und Azarja, der Sohn des Chilkia und Enkel Mesullams, des Sohnes Sadoks und Enkels des Merajot, des Achitubsohnes, des Fürsten am Gotteshaus, 1Ch 9:12 und Adaja, Jerochams Sohn und Enkel des Paschur, des Malkiasohnes, und Masai, Adiels Sohn und Enkel des Jachzera, des Sohnes Mesullams und Enkels Mesillemits, des Immersohnes, 1Ch 9:13 und ihre Brüder, Häupter in ihren Familien, 1.760, Vorgesetzte der Schar, die den Dienst im Gotteshaus tut. 1Ch 9:14 Von den Leviten sind es Semaja, des Chassub Sohn und Enkel Azrikams, des Sohnes Chasabjas, von den Merarisöhnen, 1Ch 9:15 und Bakbakkar, Cheres, Galal, Makamja, des Mika Sohn und Enkel des Asaphsohnes Zikri, 1Ch 9:16 Obadja, des Semaja Sohn und Enkel des Jedutunsohnes Galal, und Berekja, des Asa Sohn und Enkel des Elkana, der in den Netophatiterdörfern wohnt. 1Ch 9:17 Ferner die Torhüter Sallum, Akkub, Talmon und Achiman, sowie ihre Brüder. Sallum ist der Oberste. 1Ch 9:18 Bis heute sind am Königstore gegen Osten die Torhüter in den Lagern der Levisöhne. 1Ch 9:19 Sallum, Kores Sohn und Enkel des Korachsohnes Ebjasaph, und seine Brüder aus seiner Familie, die Korachiter, liegen dem Dienste ob; sie hüten im Zelt die Schwellen. Schon ihre Väter sind im Lager des Herrn die Hüter des Eingangs gewesen. 1Ch 9:20 Vor Zeiten ist Fürst über sie Eleazars Sohn Pinechas gewesen. Der Herr sei mit ihm! 1Ch 9:21 Zakarja, Meselemjas Sohn, ist am Bundeszelte Torhüter. 1Ch 9:22 Sie alle, die zu Torhütern an den Schwellen auserlesen sind, zählen 212. Sie sind in ihren Dörfern aufgezeichnet. David und der Seher Samuel haben sie in ihre Amtspflicht eingesetzt. 1Ch 9:23 Sie, wie auch ihre Söhne, stehen an den Toren im Hause des Herrn, im Zelthaus, auf Wache. 1Ch 9:24 Nach den vier Winden stehen die Torhüter gegen Osten, Westen, Norden, Süden. 1Ch 9:25 Ihre Brüder in ihren Dörfern haben jeweils für sieben Tage zu kommen, sie zu unterstützen. 1Ch 9:26 Denn die vier Obersten der Torhüter stehen in steter Dienstpflicht. Dies sind die Leviten. Sie beaufsichtigen auch die Zellen und Vorratskammern im Gotteshaus. 1Ch 9:27 Sie bleiben in der Umgebung des Gotteshauses über Nacht. Denn ihnen liegt die Wache ob, und sie haben jeden Morgen aufzuschließen. 1Ch 9:28 Und ein Teil von ihnen beaufsichtigt die Dienstgeräte. Denn sie bringen diese abgezählt hinein und hinaus. 1Ch 9:29 Ein anderer Teil von ihnen ist über die Güter bestellt, und zwar über die heiligsten Güter, über das Feinmehl, den Wein, das Öl, den Weihrauch und die Spezereien. 1Ch 9:30 Einige der Priestersöhne haben aus den Spezereien Salben zu mischen. 1Ch 9:31 Einer der Leviten, Mattitja, des Korachiten Sallum Erstgeborener, ist mit dem Pfannenbackwerk betraut. 1Ch 9:32 Etliche der Kehatitersöhne, ihrer Brüder, sind für die reihenweise gelegten Brote bestellt, die sie Sabbat um Sabbat bereiten. 1Ch 9:33 Das sind die Sänger, levitische Familienhäupter, die nur in den Zellen dienstfrei sind. Denn sie haben sonst Tag und Nacht Dienst. 1Ch 9:34 Dies sind levitische Familienhäupter, auch nach ihren Sippen Häupter. Diese wohnten zu Jerusalem. 1Ch 9:35 Zu Gibeon wohnte Jeiel, Gibeons Vater. Sein Weib heißt Maaka. 1Ch 9:36 Sein erstgeborener Sohn ist Abdon, ferner Sur, Kis, Baal, Ner, Nadab, 1Ch 9:37 Gedor, Achjo, Zakarja und Miklot. 1Ch 9:38 Miklot hat Simam gezeugt. Auch sie wohnten zu Jerusalem bei ihren Brüdern, diesen gegenüber. 1Ch 9:39 Ner hat Kis gezeugt, Kis den Saul, Saul den Jonatan, Malkisua, Abinadab und Esbaal. 1Ch 9:40 Jonatans Sohn ist Meribbaal, und Meribbaal hat Mika gezeugt. 1Ch 9:41 Mikas Söhne sind Piton, Melek und Tachre. 1Ch 9:42 Achaz hat Jara gezeugt und Jara den Alemet, Azmawet und Zimri. Zimri hat Mosa gezeugt 1Ch 9:43 und Mosa den Bina. Sein Sohn ist Rephaja, dessen Sohn Elasa und dessen Sohn Asel. 1Ch 9:44 Asel hat sechs Söhne. Dies sind ihre Namen: Azrikam, Bokru, Ismael, Searja, Obadja und Chanan. Dies sind Asels Söhne. 1Ch 10:1 Die Philister aber kämpften mit Israel. Da floh Israels Mannschaft vor den Philistern, und Erschlagene lagen auf dem Gebirge Gilboa. 1Ch 10:2 Und die Philister hefteten sich an Saul und seine Söhne. Und so erschlugen die Philister Sauls Söhne, Jonatan, Abinadab und Malkisua. 1Ch 10:3 So wurde der Kampf für Saul immer schwerer. Da trafen ihn die Bogenschützen in den Leib. So wurde er durch die Bogenschützen verwundet. 1Ch 10:4 Da sprach Saul zu seinem Waffenträger: "Zücke dein Schwert und erstich mich damit, daß nicht diese Unbeschnittenen kommen und mit mir ihr Spiel treiben!" Aber sein Waffenträger wollte nicht. Denn er scheute sich zu sehr. Da zog Saul selbst das Schwert und stürzte sich hinein. 1Ch 10:5 Wie aber sein Waffenträger sah, daß Saul tot war, stürzte auch er sich in das Schwert und starb. 1Ch 10:6 So starben Saul und seine drei Söhne und sein ganzes Haus; so starben sie miteinander. 1Ch 10:7 Als aber Israels gesamte Mannschaft, die im Tale wohnte, sah, daß jene geflohen und daß Saul und seine Söhne tot waren, verließ sie ihre Städte und floh. Da kamen die Philister und siedelten darin. 1Ch 10:8 Am anderen Morgen kamen die Philister, um die Erschlagenen zu plündern. Da fanden sie Saul und seine Söhne auf dem Gebirge Gilboa liegen. 1Ch 10:9 Sie zogen ihn aus, nahmen sein Haupt und seine Waffen und sandten sie im Philisterlande umher, ihren Götzen und dem Volke die Siegesbotschaft zu künden. 1Ch 10:10 Seine Waffen legten sie in dem Hause ihres Gottes nieder. Seinen Schädel aber nagelten sie im Hause Dagons an. 1Ch 10:11 Als ganz Jabes in Gilead das alles hörte, was die Philister an Saul getan hatten, 1Ch 10:12 machten sich alle wehrfesten Männer auf und holten Sauls Leichnam und die Leichen seiner Söhne und brachten sie nach Jabes. Sie begruben ihre Gebeine unter der Terebinthe zu Jabes und fasteten sieben Tage. 1Ch 10:13 So starb Saul wegen seines Abfalls vom Herrn, wegen des Herrnwortes, das er nicht befolgt und auch, weil er einen Totengeist befragt 1Ch 10:14 und nicht beim Herrn angefragt hatte. So ließ er ihn sterben und wandte das Königtum dem Isaisohne David zu. 1Ch 11:1 Nun sammelte sich ganz Israel bei David zu Hebron und sprach: "Wir sind dein Fleisch und Bein. 1Ch 11:2 Noch als Saul König war, bist du es gewesen, der Israel ins Feld und heimgeführt hat. Auch sprach der Herr, dein Gott, zu dir: 'Du sollst mein Volk Israel weiden und Fürst über mein Volk Israel sein!'" 1Ch 11:3 Also kamen alle Ältesten Israels zum König nach Hebron. Und David schloß mit ihnen zu Hebron vor dem Herrn einen Bund. Dann salbten sie David zum König über Israel nach dem Worte des Herrn durch Samuel. 1Ch 11:4 Nun zog David mit ganz Israel gegen Jerusalem, das ist Jebus. Dort waren die Jebusiter einheimisch im Lande. 1Ch 11:5 Da sprachen die Einwohner von Jebus zu David: "Du kommst nicht hier herein." David aber erstürmte die Burg Sions, das ist die Davidsstadt. 1Ch 11:6 Da sprach David: "Jeder, der zuerst einen Jebusiter erschlägt, sei Hauptmann und Befehlshaber!" Da stieg Joab, der Sohn der Zeruja, zuerst hinauf. So ward er Hauptmann. 1Ch 11:7 Hierauf ließ sich David in der Burg nieder. Darum nannte man sie Davidsstadt. 1Ch 11:8 Er baute die Stadt ringsum, von der Bastei bis zu der Ringmauer. Und Joab stellte die übrige Stadt her. 1Ch 11:9 David aber ward immer größer, und der Herr der Heerscharen war mit ihm. 1Ch 11:10 Dies sind der Helden Davids Häupter, die fest zu ihm hielten, als er König ward, um ihn nach des Herrn Wort zum König auch über Gesamtisrael zu machen. 1Ch 11:11 Dies ist die Zahl der Davidshelden: Chaknonis Sohn Josebeam, das Haupt der Dreißig. Er ist es, der seinen Speer über dreihundert Erschlagene auf einmal schwang. 1Ch 11:12 Nach ihm kommt der Achotiter Eleazar, Dodos Sohn. Er gehörte zu den drei Helden. 1Ch 11:13 Er war mit David am Blutsteinfelsen gewesen, als sich die Philister dort zur Schlacht sammelten. Nun war dort ein Feld voll Gerste. Als aber das Volk vor den Philistern floh, 1Ch 11:14 stellten sie sich mitten auf das Feldstück, behaupteten es und schlugen die Philister, und der Herr verhalf ihnen zu einem großen Sieg. 1Ch 11:15 Drei von den dreißig Hauptleuten stiegen nach dem Felsennest zu David, in die Höhle von Adullam hinab. Das Philisterheer aber lagerte in der Rephaimebene. 1Ch 11:16 Damals war David in der Feste, die Philisterbesatzung aber in Bethlehem. 1Ch 11:17 Nun spürte David ein Gelüste und fragte: "Wer holt mir Trinkwasser aus dem Brunnen in Bethlehem am Tore?" 1Ch 11:18 Da schlugen sich die Drei durch das Philisterlager, schöpften Wasser aus dem Brunnen in Bethlehem am Tore und brachten es David. David aber wollte es nicht mehr trinken, sondern spendete es für den Herrn. 1Ch 11:19 Er sprach: "Bewahre mich mein Gott davor, daß ich so etwas tue! Sollte ich dieser Männer Blut samt ihrem Leben trinken? Denn mit Lebensgefahr haben sie es hergebracht." Und so wollte er es nicht trinken. Solches taten die drei Helden. 1Ch 11:20 Joabs Bruder Abisai war das Haupt der Dreißig. Er war es, der seinen Speer gegen dreihundert Unreine schwang. Bei den Dreien war er angesehen. 1Ch 11:21 Er wurde schnell von den Dreien ausgezeichnet, und so ward er bei ihnen Hauptmann. Aber an die Drei reichte er nicht heran. 1Ch 11:22 Benaja, Jojadas Sohn, war der Sohn eines tüchtigen, tatenreichen Mannes aus Kabseel, ein tapferer Held. Er selber hatte Moabs beide Kämpen erschlagen. Auch war er hinabgestiegen und hatte den Löwen mitten im Brunnen erschlagen, als Schnee fiel. 1Ch 11:23 Er ist es auch, der den Ägypter, einen riesigen Mann von fünf Ellen, erschlagen hat. Der Ägypter hatte einen Speer gleich einem Weberbaume in der Hand. Er aber ging mit dem Stocke auf ihn los, entriß dem Ägypter die Lanze und tötete ihn mit dem eigenen Speere. 1Ch 11:24 Solches hatte Benaja, Jojadas Sohn, getan. Und er war bei den Dreien angesehen. 1Ch 11:25 Er hatte sich unter den Dreißig ausgezeichnet. Aber an die Drei reichte er nicht heran. David setzte ihn über seine Leibwache. 1Ch 11:26 Die tapferen Helden sind Joabs Bruder Asael, der Bethlehemite Elchanan, Dodos Sohn, 1Ch 11:27 der Haroditer Sammot, der Pelomiter Cheles, 1Ch 11:28 der Tekoiter Ira, des Ikkes Sohn, der Anatotiter Abiezer, 1Ch 11:29 der Chusatiter Sibkai, der Achotiter Ilai, 1Ch 11:30 der Netophatiter Mocharai, der Netophatiter Cheled, Baanas Sohn, 1Ch 11:31 Ribais Sohn Itai aus Gibea Benjamins, der Paratoniter Benaja, 1Ch 11:32 Churai aus Nachale Gaas, der Asbatiter Abiel, 1Ch 11:33 der Bacharumiter Azmavet, der Saalboniter Eljachba, 1Ch 11:34 der Gizoniter Hasem, der Harariter Jonatan, des Sage Sohn, 1Ch 11:35 der Harariter Achiam, Sakars Sohn, Eliphal, Urs Sohn, 1Ch 11:36 der Mekeratiter Chepher, der Peloniter Achia, 1Ch 11:37 der Karmeliter Chesro, Naarai, Ezbais Sohn, 1Ch 11:38 Joel, Natans Bruder, Mibchar, Chagris Sohn, 1Ch 11:39 der Ammoniter Selek, der Berotiter Nachrai, des Serujasohnes Joab Waffenträger, 1Ch 11:40 der Istriter Ira, der Istriter Gareb, 1Ch 11:41 der Chittiter Uria, Zobad, Achlais Sohn, 1Ch 11:42 der Rubenite Adina, Zizas Sohn, ein Häuptling der Rubeniter und Anführer der Dreißig, 1Ch 11:43 Chanan, Maakas Sohn, der Mitniter Josaphat, 1Ch 11:44 der Astarotiter Uzzia, Sama und Jeiel, die Söhne des Aroëriters Chotam, 1Ch 11:45 Jediael, Simris Sohn, und sein Bruder Jocha, der Tisiter, 1Ch 11:46 der Machanatiter Eliel, Jeribai und Josavja, Elnaams Söhne, der Moabiter Itma, 1Ch 11:47 Eliel, Obed und der Mesobaiter Jaasiel. 1Ch 12:1 Dies sind die, die zu David nach Siklag kamen, als er von dem Kissohne Saul verjagt war. Auch sie gehörten zu den Helden, als Helfer im Kampfe, 1Ch 12:2 bogenbewaffnet, geschickt, mit der Rechten und Linken Steine und Pfeile mit dem Bogen zu schleudern. Von den Benjaminiten, Sauls Brüdern, 1Ch 12:3 der Hauptmann Achiezer und Joas, des Gibeatiters Semaa Söhne, ferner Jeziel und Pelet, Azmavets Söhne, Beraka und der Anatotiter Jehu, 1Ch 12:4 der Gibeoniter Ismaja, ein Held unter den Dreißig und der Dreißig Anführer, (12:5) Jeremia, Jachaziel, Jochanan, der Gederatiter Jozabad, 1Ch 12:5 (12:6) Eluzai, Jerimot, Bealja, Semarja, der Chariphiter, Sephatja, 1Ch 12:6 (12:7) Elkana, Issia, Azarel, Joezer und Josbam, die Korachiter, 1Ch 12:7 (12:8) und Joela und Zebadja, Jerochams Söhne aus Gedor. 1Ch 12:8 (12:9) Auch von den Gaditen gingen tapfere Männer zu David auf die Feste in der Wüste, kampfgerüstete Krieger, die Schild und Lanze führten, wie Löwen anzusehen und schnellfüßig wie Gazellen auf den Bergen: 1Ch 12:9 (12:10) Ezer, der Hauptmann Obadia, der zweite, Eliab, der dritte, 1Ch 12:10 (12:11) Mismatina, der vierte, Jerema, der fünfte, 1Ch 12:11 (12:12) Attai, der sechste, Eliel, der siebte, 1Ch 12:12 (12:13) Isanan, der achte, Elzabad, der neunte, 1Ch 12:13 (12:14) Jeremia, der zehnte, Makbannai, der elfte. 1Ch 12:14 (12:15) Diese sind aus Gads Söhnen die Heerführer. Der geringste nahm es mit hundert und der größte mit tausend auf. 1Ch 12:15 (12:16) Diese waren es, die den Jordan im ersten Monat überschritten, als er durch alle seine Nebenzuflüsse voll war. Und sie durchzogen alle Täler in Ost und West. 1Ch 12:16 (12:17) Etliche kamen selbst von Benjamin und Juda zur Feste Davids. 1Ch 12:17 (12:18) Da ging David zu ihnen hinaus und sprach sie an: "Kommt ihr zu mir in Frieden, mir beizustehen, dann vereinige ich mich von Herzen mit euch. Kommt ihr aber, mich an meine Feinde zu verraten, obschon kein Unrecht an meinen Händen klebt, so sehe unserer Väter Gott darein und räche es!" 1Ch 12:18 (12:19) Da hatte ein Geist den Obersten der Drei eingehüllt, Amasai. Er sprach: "Dir, David, und deinem Volke, Isaisohn, sei Heil! Dir sei Heil und deinen Helfern! Denn dein Gott hilft dir." Da nahm sie David auf und machte sie zu Hauptleuten der Kriegerschar. 1Ch 12:19 (12:20) Auch von Manasse gingen etliche zu David über, als er mit den Philistern gegen Saul in den Kampf zog. Aber diesen half er nicht. Denn die Philisterfürsten hatten ihn absichtlich fortgeschickt; sie sagten: "Er kann mit unseren Köpfen zu seinem Herrn Saul übergehen." 1Ch 12:20 (12:21) Als er nach Siklag zog, gingen von Manasse zu ihm über: Adnach, Jozabad, Jediael, Mikael, Jozabad, Elihu und Silletai, die Häupter der Tausend Manasses. 1Ch 12:21 (12:22) Diese halfen David bei der Kampfstellung. Denn sie waren alle tapfere Männer. Sie wurden auch Anführer im Heere. 1Ch 12:22 (12:23) Denn Tag für Tag kamen Leute zu David, ihm zu helfen, bis das Heer groß geworden war wie ein Gottesheer. 1Ch 12:23 (12:24) Dies ist die Zahl des Heerbannes, der zu David nach Hebron kam, um ihm Sauls Königtum nach des Herrn Befehl zu übertragen: 1Ch 12:24 (12:25) Judas Söhne, die Schild und Lanze trugen, 6.800 zum Kriegszug Gerüstete, 1Ch 12:25 (12:26) von den Simeonsöhnen 7.100 tapfere Kriegsleute, 1Ch 12:26 (12:27) Von den Levisöhnen 4.600 1Ch 12:27 (12:28) samt dem Aaronsfürsten Jojada, bei dem 3.700 waren, 1Ch 12:28 (12:29) und samt Sadok, einem tapferen Jüngling, dessen Familie zweiundzwanzig Anführer stellte. 1Ch 12:29 (12:30) Von den Söhnen Benjamins, Sauls Brüdern, 3.000. Bis dahin hatte die Mehrzahl von ihnen den Wachdienst für Sauls Haus gestellt. 1Ch 12:30 (12:31) Von den Söhnen Ephraims 20.800 tapfere, in ihren Familien hochangesehene Männer. 1Ch 12:31 (12:32) Vom Halbstamme Manasse 18.000, die namentlich bezeichnet waren, hinzugeben und David zum König zu machen. 1Ch 12:32 (12:33) Von den Söhnen Issakars, die Einsicht in die Zeitläufte hatten, so daß sie wußten, was Israel tun sollte, 200 Hauptleute, samt allen ihren Brüdern unter ihrem Befehl. 1Ch 12:33 (12:34) Von Zabulon 50.000 Kriegstüchtige, mit allerlei kriegerischen Waffen ausgestattet; bereit, sich einzuordnen. 1Ch 12:34 (12:35) Von Naphtali 1.000 Anführer; sie hatten 37.000 Mann mit Schild und Speer bei sich. 1Ch 12:35 (12:36) Von den Daniten 28.600 Kampfgerüstete. 1Ch 12:36 (12:37) Von Asser 40.000 Kriegstüchtige, bereit, Krieg zu führen, 1Ch 12:37 (12:38) und von jenseits des Jordans, von den Rubeniten, den Gaditen und dem Halbstamme Manasse 120.000 mit allerlei Kriegswaffen. 1Ch 12:38 (12:39) Alle diese Kriegsleute, in Reihen geordnet, kamen einmütig nach Hebron, David zum König über ganz Israel zu machen. Auch das ganze übrige Israel war ungeteilten Herzens dabei, David zum König zu machen. 1Ch 12:39 (12:40) Sie blieben dort bei David drei Tage, aßen und tranken. Denn ihre Brüder hatten für sie zugerichtet. 1Ch 12:40 (12:41) Auch die ihnen nahe wohnten, bis nach Issakar, Zabulon und Naphtali hin, brachten Brot auf Eseln, Kamelen Maultieren und Rindern, Mehlspeisen, Feigen und Rosinenkuchen, Wein, Öl, Rinder und Schafe in Menge; denn Jubel herrschte in Israel. 1Ch 13:1 David beriet sich nun mit den Anführern der Tausendschaften und Hundertschaften von jedem Stamme. 1Ch 13:2 Und David sprach zur Gesamtgemeinde Israels: "Ist es euch recht und wird es vom Herrn, unserem Gott, gebilligt, dann senden wir zu unseren Brüdern, die übrig sind in allen Landen Israels, und zu den Priestern und den Leviten in den Städten ihrer Weidebezirke, sie sollen sich bei uns versammeln. 1Ch 13:3 Wir wollen unseres Gottes Lade zu uns holen. Denn in Sauls Tagen fragten wir nicht nach ihr." 1Ch 13:4 Da sagte die ganze Gemeinde, man solle so tun. Denn die Sache gefiel dem ganzen Volk. 1Ch 13:5 So berief David ganz Israel von Ägyptens Schichor bis Hamat, um die Gotteslade aus Kirjat Jearim zu holen. 1Ch 13:6 Und David zog mit ganz Israel zur Burg, nach Kirjat Jearim, in Juda, von dort die Lade Gottes zu holen, des Herrn, der auf Cheruben thront, und wo man seinen Namen angerufen hatte. 1Ch 13:7 Sie fuhren nun die Gotteslade, vom Hause Abinadabs an, auf einem neuen Wagen. Uzza und Achjo führten den Wagen. 1Ch 13:8 David aber tanzte mit ganz Israel vor Gott unter dem Klange von Zithern, Harfen und Pauken, Zimbeln und Trompeten. 1Ch 13:9 Wie sie aber an ein gepflegtes Feldstück kamen, streckte Uzza seine Hand aus, die Lade zu fassen, weil die Rinder sie ins Wanken gebracht hatten. 1Ch 13:10 Da entbrannte des Herrn Zorn wider Uzza, und er schlug ihn, weil er seine Hand gegen die Lade ausgestreckt hatte. Und er starb dort vor Gott. 1Ch 13:11 Da ward David mißgestimmt, daß der Herr Uzza geschlagen hatte. Und er nannte jenen Ort "Schlag des Uzza" bis auf diesen Tag. 1Ch 13:12 David aber fürchtete sich vor Gott an jenem Tage und sprach: "Wie kann ich die Gotteslade zu mir bringen?" 1Ch 13:13 So ließ David die Lade nicht zu sich in die Davidsstadt bringen, sondern beiseite in das Haus des Gatiters Obededom. 1Ch 13:14 So blieb die Gotteslade drei Monate im Hause Obededoms, drei Monate in seinem Hause. Aber der Herr segnete Obededoms Haus und all seine Habe. 1Ch 14:1 Chiram, der König von Tyrus, sandte nun an David Boten mit Zedernholz, dazu Steinmetzen und Zimmerleute, ihm ein Haus zu bauen. 1Ch 14:2 Da erkannte David, daß ihn der Herr als König über Israel bestätigt hatte. Denn hochgeehrt ward sein Königtum wegen seines Volkes Israel. 1Ch 14:3 David aber nahm noch weitere Frauen zu Jerusalem. Und David zeugte noch weitere Söhne und Töchter. 1Ch 14:4 Dies sind die Namen der Kinder, die ihm zu Jerusalem geboren worden sind: Sammua, Sobab, Natan und Salomo, 1Ch 14:5 Ibchar, Elisua, Elpelet, 1Ch 14:6 Nogach, Nepheg, Japhia, 1Ch 14:7 Elisama, Beeljada und Eliphelet. 1Ch 14:8 Die Philister aber hörten, David sei zum König über ganz Israel gesalbt worden. Da zogen alle Philister hinauf, David zu suchen. David aber hörte es. Da zog er ihnen entgegen. 1Ch 14:9 Die Philister kamen nun und ließen sich in der Rephaimebene nieder. 1Ch 14:10 Da befragte David Gott: "Soll ich gegen die Philister ziehen? Gibst Du sie in meine Hand?" Da sprach der Herr zu ihm: "Zieh hin! Ich gebe sie in deine Hand." 1Ch 14:11 Da zogen sie nach Baal Perasim ("Ort der Durchbrüche") hinauf. Und dort schlug sie David. Und David sprach: "Gott ist durch mich gegen meine Feinde durchgebrochen, wie Wasser durchbricht." Deshalb nannte man jenen Ort Baal Perasim. 1Ch 14:12 Sie ließen dort ihre Götter im Stich, und David hieß sie verbrennen. 1Ch 14:13 Die Philister kamen wieder und ließen sich in der Ebene nieder. 1Ch 14:14 Da befragte David wiederum Gott, und Gott sprach zu ihm: "Du sollst nicht hinter ihnen hinaufziehen! Wende dich von ihnen ab und komme vom Rücken her über sie, von den Geröllhalden her! 1Ch 14:15 Sobald du das Geräusch von Schritten auf den Rändern der Geröllhalden hörst, dann brich los! Denn dann zieht dir Gott voran, das Philisterheer zu schlagen." 1Ch 14:16 David tat so, wie ihn Gott geheißen. Und sie schlugen das Philisterheer von Gibeon bis gegen Gezer. 1Ch 14:17 Und Davids Ruhm verbreitete sich in allen Landen, hatte doch der Herr Angst vor ihm auf alle Völker gelegt. 1Ch 15:1 Und David machte sich in der Davidsstadt Häuser; dann bereitete er eine Stätte für die Gotteslade und schlug für sie ein Zelt auf. 1Ch 15:2 Damals bestimmte David, daß niemand außer den Leviten die Gotteslade trage. Denn diese hatte der Herr erwählt, die Gotteslade zu tragen und ihm stets zu dienen. 1Ch 15:3 So berief David ganz Israel nach Jerusalem, des Herrn Lade an ihren Platz zu bringen, den er ihr bereitet hatte. 1Ch 15:4 Und David versammelte die Aaronssöhne und die Leviten, 1Ch 15:5 von den Söhnen Kehats den Obersten Uriel und seine 120 Brüder, 1Ch 15:6 von den Merarisöhnen den Obersten Asaja und seine 220 Brüder, 1Ch 15:7 von den Gersomsöhnen den Obersten Joel und seine 130 Brüder, 1Ch 15:8 von den Elisaphansöhnen den Obersten Semaja und seine 200 Brüder, 1Ch 15:9 von den Chebronsöhnen den Obersten Eliel und seine 80 Brüder, 1Ch 15:10 von den Uzzielsöhnen den Obersten Amminadab und seine 112 Brüder. 1Ch 15:11 Dann berief David die Priester Sadok und Ebjatar sowie die Leviten Uriel, Asaja, Joel, Semaja, Eliel und Amminadab. 1Ch 15:12 Er sprach zu ihnen: "Ihr seid die Familienhäupter der Leviten. Heiligt euch und eure Brüder und bringt die Lade des Herrn, des Gottes Israels, an den Ort, den ich für sie bereitet habe! 1Ch 15:13 Weil ihr das erstemal nicht zugegen gewesen seid, so hat der Herr, unser Gott, unter uns dreingeschlagen. Denn wir kümmerten uns nicht um ihn nach Gebühr." 1Ch 15:14 Da heiligten sich die Priester und die Leviten, um die Lade des Herrn, des Gottes Israels, hinaufzuführen. 1Ch 15:15 Und die Levisöhne trugen die Gotteslade mit den Tragstangen auf ihren Schultern, wie Moses nach des Herrn Wort befohlen hatte. 1Ch 15:16 Hierauf befahl David den Obersten der Leviten, ihre Brüder, die Sänger, zu bestellen mit Musikinstrumenten, Harfen, Zithern und Zimbeln; sie sollten lauten Jubelschall ertönen lassen. 1Ch 15:17 Da bestellten die Leviten Joels Sohn Heman und von seinen Brüdern Berekjas Sohn Asaph und von den Merarisöhnen, ihren Brüdern, den Etan, Kusajas Sohn, 1Ch 15:18 und mit ihnen ihre Brüder, die zweiten Ranges waren, Zakarja, Jaaziel, Semiramot, Jechiel, Unni, Eliab, Benaja, Maaseja, Mattitja, Eliphelehu, Miknejahu, Obededom und Jeiel, die Torhüter. 1Ch 15:19 Und die Sänger Heman, Asaph und Etan hatten mit ehernen Zimbeln laut zu spielen. 1Ch 15:20 Zakarja aber, Aziel, Semiramot, Jechiel, Unni, Eliab, Maaseja und Benaja hatten mit Harfen die Führung, 1Ch 15:21 und Mattitja, Eliphelehu, Miknejahu, Obededom, Jeiel und Azazja hatten mit Zithern Lieder zu singen. 1Ch 15:22 Kenanja aber war der Oberste der Leviten im Tonangeben. Er sang auch beim Tonangeben. Denn er war kunstfertig. 1Ch 15:23 Berikja und Elkana waren die Hüter der Lade. 1Ch 15:24 Die Priester Sebanjahu, Josaphat, Netanel, Amasai, Zakarja, Benjahu und Eliezer bliesen vor der Gotteslade Trompeten. Hüter der Lade waren Obededom und Jechia. 1Ch 15:25 David aber und die Ältesten Israels und die Obersten der Tausendschaften zogen hin, aus dem Hause Obededoms die Bundeslade des Herrn voller Freude hinaufzubringen. 1Ch 15:26 Und Gott stand den Leviten bei, den Trägern der Bundeslade des Herrn. Sie opferten sieben Farren und sieben Widder. 1Ch 15:27 David war mit einem Byssusmantel bekleidet, ebenso alle Leviten, die die Lade trugen, desgleichen die Sänger und Kenanja, der Oberste der Sänger im Tonangeben. David trug noch ein linnenes Ephod ("Schurz"). 1Ch 15:28 So brachte ganz Israel die Bundeslade des Herrn hinauf unter Jubel und lautem Posaunenschall, mit Trompeten und Zimbeln. Sie ließen Harfen und Zithern ertönen. 1Ch 15:29 So kam des Herrn Bundeslade in die Davidsstadt. Sauls Tochter Mikal aber beugte sich durch das Fenster. Da sah sie den König hüpfen und tanzen. Und sie verachtete ihn in ihrem Herzen. 1Ch 16:1 Sie aber brachten die Gotteslade hinein und stellten sie mitten in das Zelt, das David dafür ausgespannt hatte. Dann brachten sie vor Gott Brand- und Dankopfer dar. 1Ch 16:2 Als nun David mit der Darbringung der Brand und Dankopfer fertig war, segnete er das Volk im Namen des Herrn. 1Ch 16:3 Dann verteilte er an alle Israeliten, Männer wie Weiber, je einen Brotkuchen, einen Laib und einen Traubenkuchen. 1Ch 16:4 Vor die Lade des Herrn aber bestellte er einige Leviten als Diener, daß sie den Herrn, Israels Gott, priesen, ihm dankten und ihn rühmten: 1Ch 16:5 Asaph, das Oberhaupt, und Zakarja, den zweiten im Range nach ihm, sodann Jeiel, Semiramot, Jechiel, Mattitja, Eliab, Benajahu, Obededom und Jeiel mit Harfen und Zithern. Asaph aber sollte die Zimbeln ertönen lassen, 1Ch 16:6 ebenso die Priester Benajahu und Zachaziel beständig die Trompeten vor der Bundeslade Gottes. 1Ch 16:7 Damals übertrug David zuerst Asaph und seinen Brüdern den Lobpreis des Herrn: 1Ch 16:8 "Dem Herrn sagt Dank! Verherrlicht seinen Namen! / Kund machet seine Taten den Nationen! 1Ch 16:9 Lobsinget ihm! Lobt ihn! / Erzählt von allen seinen Wundern! 1Ch 16:10 In seinem heiligen Namen rühmet euch. / Wer da den Herrn sucht, freue sich von Herzen! 1Ch 16:11 Verlanget nach dem Herrn und seiner Herrlichkeit! / Sein Antlitz suchet immerfort! 1Ch 16:12 Gedenkt der Wunder all, die er gewirkt, / der Zeichen, seiner Richtersprüche! 1Ch 16:13 Du, seines Knechtes Israel Geschlecht, / ihr Söhne Jakobs, seine Auserwählten! 1Ch 16:14 Der Herr ist unser Gott, / und auf der ganzen Erde gelten seine Urteile. 1Ch 16:15 In Ewigkeit gedenkt er seines Bundes / und seines Wortes, das er ausgesprochen, / bis in das tausendste Geschlecht, 1Ch 16:16 des Bundes, den er einst mit Abraham geschlossen, / und seines Eides, den er Isaak zugeschworen, 1Ch 16:17 den er für Jakob als ein Recht bestätigt, / für Israel als ewigen Bund. 1Ch 16:18 Er sprach: 'Dir gebe ich der Kanaaniter Land / als euer erblich Eigentum.' 1Ch 16:19 Noch klein war damals ihre Zahl; / sie waren wenige und fremd darin. 1Ch 16:20 Sie wanderten von einem Heidenvolk zum anderen, / von einem Reich zu einer anderen Nation. 1Ch 16:21 Er hat niemand gestattet, sie zu drücken; / er warnte ihretwegen Könige. 1Ch 16:22 'Vergreift euch nicht an den von mir Gesalbten! / Nicht füget meinen Sehern Schaden zu!' 1Ch 16:23 Dem Herrn lobsinge alle Welt! / Sein Heil tut kund von Meer zu Meer! 1Ch 16:24 Verkündet bei den Heiden seinen Ruhm, / bei allen Völkern seine Wunder, 1Ch 16:25 ist doch der Herr so groß und hoch zu preisen, / vor allen Göttern ehrfurchtswert! 1Ch 16:26 Der Völker Götter alle sind ja Götzen; / des Himmels Schöpfer ist der Herr. 1Ch 16:27 Vor ihn mit Glanz und Herrlichkeit! / Mit Macht und Pracht zu seinem Heiligtum! 1Ch 16:28 So bringt dem Herrn, ihr Völkerscharen, / herbei bringt Pracht und Macht dem Herrn! 1Ch 16:29 So bringt dem Herrn zu seines Namens Ehre Gaben! / Betretet mit Geschenken seine Vorhöfe! / Hinwerft euch vor dem Herrn mit Schmuck fürs Heiligtum! 1Ch 16:30 Vor ihm erzittere alle Welt! / Dann steht die Erde ohne Wanken. 1Ch 16:31 Der Himmel freue sich, die Erde jauchze; / zurufen sollen sie den Heiden: 'Der Herr ist König!' 1Ch 16:32 Es brause auf das Meer und seine Fülle; / die Flur und alles, was darin, frohlocke! 1Ch 16:33 Des Waldes Bäume sollen jubeln vor dem Herrn! / Er kommt, die Erde jetzt zu richten. 1Ch 16:34 So dankt dem Herrn! Denn er ist gütig. / Ja, ewig währet seine Huld. 1Ch 16:35 Und sprecht: 'Hilf uns, Du unseres Heiles Gott, / und sammle und befreie von den Heiden uns, / auf daß wir Deinem heiligen Namen danken und Deines Lobpreises uns rühmen! 1Ch 16:36 Gepriesen sei der Herr, Gott Israels, / von Ewigkeit zu Ewigkeit!'" - Und alles Volk sprach: "Amen" und einen Lobspruch auf den Herrn. 1Ch 16:37 Dann übergab er dort vor der Bundeslade des Herrn dem Asaph mit seinen Brüdern für immer den Dienst, vor der Lade zu dienen, Tag für Tag nach Vorschrift, 1Ch 16:38 ferner Obededom mit seinen achtundsechzig Brüdern und Jedituns Sohn, Obededom und Chosa als Torhüter, 1Ch 16:39 ferner dem Priester Sadok und seinen Brüdern, den Priestern vor des Herrn Wohnung auf der Höhe von Gibeon, 1Ch 16:40 dem Herrn auf dem Brandopferaltar regelmäßig jeden Morgen und Abend Brandopfer darzubringen, eben alles, was in der Lehre des Herrn, die er Israel gebot, geschrieben steht. 1Ch 16:41 Bei ihnen waren Heman und Jedutun und die übrigen Auserlesenen, die mit Namen genannt sind, um den Herrn zu preisen, daß seine Gnade ewig währe. 1Ch 16:42 Bei ihnen waren auch Trompeten und Zimbeln für die Musiker und die Spielgeräte für die Gotteslieder. Jedutuns Söhne waren für die Pforte da. 1Ch 16:43 Darauf ging das ganze Volk heim, jeder in ein Haus. David aber wandte sich, sein Haus zu segnen. 1Ch 17:1 David wohnte nun in seinem Hause. Da sprach David zum Propheten Natan: "Ich wohne in einem Zedernhause, des Herrn Bundeslade aber unter Zelttüchern." 1Ch 17:2 Da sprach Natan zu David: "Tu alles, was du im Sinne hast! Denn Gott ist mit dir." 1Ch 17:3 Aber noch in derselben Nacht erging Gottes Wort an Natan also: 1Ch 17:4 "Geh und sage meinem Knechte David: So spricht der Herr: Nicht du sollst mir das Haus zum Wohnen bauen! 1Ch 17:5 Ich habe nie in einem Haus gewohnt seit jener Zeit, wo ich einst Israel heraufgeführt, bis hin zu diesem Tag. Ich zog von einem Wohngezelt zum anderen. 1Ch 17:6 So lange bin ich in ganz Israel herumgezogen. Habe ich ein Wort zu einem Richter Israels gesagt, die ich bestellt, mein Volk zu weiden: 'Warum baut ihr mir nicht ein Zedernhaus?' 1Ch 17:7 So sage nunmehr meinem Knechte David: So spricht der Herr der Heeresscharen: Ich habe dich von der Weide aus der Herde hinweggeholt, auf daß du meines Volkes Israel Gebieter seiest. 1Ch 17:8 Ich war mit dir allüberall, wohin du gingst, und tilgte vor dir alle deine Feinde. Ich habe einen Namen dir geschaffen, gleich dem der Großen auf der Erde. 1Ch 17:9 Ich habe eine Stätte meinem Volke Israel bestimmt und es dann eingepflanzt, daß es, an seiner Stätte wohnend, nicht mehr zittere, und Ruchlose es nimmer drücken so wie früher. 1Ch 17:10 Seit jenen Zeiten, da ich Richter meinem Volke Israel bestellt, demütigte ich alle deine Feinde. Nun künde ich dir an: "Der Herr baut dir ein Haus." 1Ch 17:11 Sind deine Tage voll geworden, daß du zu deinen Vätern gehst, alsdann bestimme ich aus deinen Söhnen deinen Nachfolger und festige sein Königtum. 1Ch 17:12 Mir baut er dann ein Haus, und ich befestige für alle Zeiten deinen Thron. 1Ch 17:13 Ich will ihm Vater sein, er wird mir Sohn. Und ich entziehe nie ihm meine Huld, wie ich sie dem entzog, der vor dir war. 1Ch 17:14 Und ich bestelle ihn für mein Haus und für mein Reich auf alle Zeit. Sein Thron hat immerdar Bestand." 1Ch 17:15 Genau nach diesen Worten und nach diesem Gesicht redete Natan zu David. 1Ch 17:16 Da ging der König David, setzte sich vor den Herrn und sprach: "Wer bin ich, Herr, Gott? Was ist mein Haus, daß Du mich bis hierher geführt? 1Ch 17:17 Dies war Dir noch zuwenig, Gott. Du gabst dem Hause Deines Sklaven Verheißungen auf weit hinaus. Du siehst auf mich, Herr, Gott, als wäre ich gar eine hehre menschliche Gestalt. 1Ch 17:18 Was soll denn David Dir noch weiter sagen von Deines Knechtes Ruhm? Du kennst ja selber Deinen Sklaven. 1Ch 17:19 Für Deinen Sklaven, Herr, für Deinen Hund, hast Du das Große all getan und alle diese Herrlichkeiten angekündigt. 1Ch 17:20 Herr! Dir ist keiner gleich. Kein Gott ist außer Dir nach alledem, was wir vernommen. 1Ch 17:21 Wo ist ein Volk wie Dein Volk Israel, ein einzig Volk auf Erden, das sich zum Volke zu erkaufen ein Gott gegangen wäre, Dir einen Namen, groß und furchtbar, zu erwerben; daß Heiden Du vertriebst vor Deinem Volke, das Du aus dem Ägypterland erlöst? 1Ch 17:22 Doch Du hast Israel, Dein Volk, für immer Dir zum Volk bestellt, und Du bist ihnen, Herr, zum Gott geworden. 1Ch 17:23 Nun aber, Herr! Verwirkliche das Wort für immer, das über Deinen Sklaven und sein Haus Du hast gesprochen! Und tu jetzt, wie Du es gesagt! 1Ch 17:24 Dann ist Dein Name wohlbewährt und groß für immer, und er lautet: 'Der Herr der Heerscharen, Gott Israels, der Schutzgott Israels.' Und Deines Sklaven David Haus steht fest vor Dir. 1Ch 17:25 Denn Du, mein Gott, hast Deinem Sklaven selbst geoffenbart, ein Haus ihm zu erbauen. Drum faßt Dein Sklave sich ein Herz, um dies Gebet Dir vorzutragen. 1Ch 17:26 Nun, Herr, Du selbst bist Gott. Du gabst dies herrliche Versprechen Deinem Sklaven. 1Ch 17:27 Nun laß es Dir gefallen und segne Deines Sklaven Haus, daß es für alle Zeit vor Dir bestehe! Denn was Du segnest, Herr, das ist für alle Zeit gesegnet." 1Ch 18:1 Danach schlug David die Philister und demütigte sie. Er nahm Gat mit seinen Tochterorten den Philistern weg. 1Ch 18:2 Dann schlug er Moab, und die Moabiter wurden David untertan und brachten Gaben. 1Ch 18:3 Hierauf schlug David den König von Soba, Hadarezer, gegen Hamat zu, als er daranging, seine Macht am Euphratstrome aufzurichten. 1Ch 18:4 David nahm ihm 1.000 Wagen, 7.000 Reiter und 20.000 Mann Fußvolk weg. Alle Rosse lähmte David. Nur 100 Rossewagen ließ er übrig. 1Ch 18:5 Da kamen die damaszenischen Aramäer dem König von Soba, Hadarezer, zu Hilfe. Aber David schlug die Aramäer, 22.000 Mann. 1Ch 18:6 Dann setzte David im damaszenischen Aram Vögte ein. So wurden die Aramäer David untertan und steuerpflichtig. Der Herr half David überall, wohin er zog. 1Ch 18:7 David nahm auch die goldenen Schilde, die Hadarezers Knechte trugen, und brachte sie nach Jerusalem. 1Ch 18:8 Aus Tibchat und Kun, Hadarezers Städten, holte David sehr viel Erz. Daraus machte Salomo das eherne Meer, die Säulen und die ehernen Geräte. 1Ch 18:9 Da hörte Hamats König Tou, David habe die ganze Streitmacht Hadarezers, des Königs von Soba, geschlagen. 1Ch 18:10 So sandte er nun seinen Sohn Hadoram zu König David, ihn zu begrüßen und zu beglückwünschen wegen seines siegreichen Kampfes mit Hadarezer. Denn Hadarezer war Tous Kriegsgegner. Er sandte auch allerlei goldene, silberne und eherne Gegenstände. 1Ch 18:11 Auch sie weihte König David dem Herrn samt dem Silber und Gold, das er von den Heiden weggeführt hatte, von Edom, Moab, den Söhnen Ammons, den Philistern und den Amalekitern. 1Ch 18:12 Serujas Sohn, Absai, aber hatte Edom, 18.000 Mann, im Salztal geschlagen. 1Ch 18:13 Er setzte in Edom Vögte ein, und ganz Edom ward David untertan. Und der Herr half David überall, wohin er kam. 1Ch 18:14 So regierte David ganz Israel und übte Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volk. 1Ch 18:15 Joab, Serujas Sohn, war über das Heer gesetzt. Achiluds Sohn Josaphat war Kanzler, 1Ch 18:16 Sadok, Achitubs Sohn, und Ebjatars Sohn Abimelek waren Priester und Savsa Schreiber. 1Ch 18:17 Benjahu, Jojadas Sohn, befehligte die Bogenschützen und die Schildträger. Davids Söhne aber waren die Ersten um den König. 1Ch 19:1 Danach starb der Ammoniterkönig Nachas, und sein Sohn ward König an seiner Statt. 1Ch 19:2 Da sprach David: "Ich will dem Chanun, des Nachas Sohn, Liebes tun, weil sein Vater mir Liebes getan hat." So sandte David Boten, ihn wegen seines Vaters zu trösten. So kamen Davids Diener ins Ammoniterland zu Chanun, ihn zu trösten. 1Ch 19:3 Da sprachen die Ammoniterfürsten zu Chanun: "Ehrt David nach deiner Ansicht deinen Vater, daß er dir Tröster schickt? Kommen seine Diener nicht zum Ausforschen, Erkunden und Ausspähen des Landes zu dir?" 1Ch 19:4 Da ergriff Chanun die Diener Davids, schor sie und schnitt ihnen die Gewänder halb bis ans Gesäß ab. So schickte er sie fort. 1Ch 19:5 Sie gingen. Nun berichtete man David über die Männer. Da sandte er ihnen entgegen. Denn die Männer waren schwer beschimpft. Der König ließ sagen: "Bleibt in Jericho, bis euch der Bart gewachsen ist! Dann kommt heim!" 1Ch 19:6 Die Ammoniter aber merkten, daß sie sich bei David verhaßt gemacht hatten. Da schickten Chanun und die Ammoniter tausend Silbertalente, sich bei den Aramäern in Mesopotamien und den Aramäern von Maaka und Soba Wagen und Reiter zu dingen. 1Ch 19:7 Sie dingten sich 32.000 Wagen sowie den König von Maaka mit seinem Volk. Dann zogen sie heran und lagerten vor Medeba. Auch die Ammoniter sammelten sich aus ihren Städten und zogen zum Kampf aus. 1Ch 19:8 Als David dies hörte, schickte er Joab mit dem ganzen Heer der Krieger aus. 1Ch 19:9 Da rückten die Ammoniter aus und stellten sich am Eingang der Stadt zum Kampfe auf. Die Könige aber, die gekommen waren, standen für sich im Gelände. 1Ch 19:10 Als Joab sah, daß ihm ein Angriff von vorn und von hinten drohe, wählte er Leute aus allen Erlesenen Israels und stellte sich den Aramäern entgegen. 1Ch 19:11 Den Rest des Volkes aber unterstellte er seinem Bruder Absai. Und sie stellten sich den Ammonitern gegenüber. 1Ch 19:12 Er sprach: "Werden die Aramäer mir zu stark, dann komm du mir zu Hilfe! Sind aber die Ammoniter dir zu stark, dann helfe ich dir. 1Ch 19:13 Sei tapfer! Seien wir mutig für unser Volk und die Diener unseres Gottes! Der Herr aber tue, was ihm gefällt!" 1Ch 19:14 So rückte Joab mit dem Volke bei ihm zum Kampfe gegen die Aramäer vor. Da flohen sie vor ihm. 1Ch 19:15 Als die Ammoniter sahen, daß die Aramäer flohen, flohen auch sie vor seinem Bruder Absai und zogen sich zurück. Hierauf zog Joab nach Jerusalem. 1Ch 19:16 Als die Aramäer sahen, daß sie von Israel geschlagen waren, sandten sie Boten und ließen die Aramäer jenseits des Stromes ausrücken. Und Hadarezers Feldherr Sophak stand an ihrer Spitze. 1Ch 19:17 Dies ward David gemeldet. Da bot er ganz Israel auf, überschritt den Jordan, zog gegen sie und stellte sich ihnen zum Kampf. David stellte sich also gegen die Aramäer zum Kampfe auf, und sie stritten mit ihm. 1Ch 19:18 Aber die Aramäer mußten vor Israel fliehen, und David schlug von den Aramäern 7.000 Wagenkämpfer und 40.000 Mann Fußvolk. Auch den Feldherrn Sophak tötete er. 1Ch 19:19 Als Hadarezers Diener sahen, daß sie von Israel geschlagen waren, schlossen sie Frieden mit David und waren ihm untertan. Und die Aramäer hatten keine Lust mehr, den Ammonitern weiter zu helfen. 1Ch 20:1 Zur Zeit der Jahreswende, zur Zeit, wenn die Könige ins Feld ziehen, führte Joab das Heer ins Feld und verheerte das Ammoniterland. Dann zog er hin und belagerte Rabba. David aber blieb in Jerusalem. Dann erstürmte Joab Rabba und zerstörte es. 1Ch 20:2 David aber nahm dem Milkom seine Krone vom Kopf und fand, daß sie ein Talent Gold wog. Kostbare Edelsteine waren daran, und sie paßte auf Davids Haupt. Die Beute der Stadt führte er in großer Menge weg. 1Ch 20:3 Das Volk aber, das darin war, führte er heraus. Dann legte er Feuerbrände an und hieb und stach mit Eisen darein. So tat David mit all den anderen Ammoniterstädten. Dann kehrte David mit dem ganzen Volk nach Jerusalem zurück. 1Ch 20:4 Hernach kam es nochmals mit den Philistern in Gezer zum Kampf. Damals erlegte der Chusatite Sibkai den Sippai, eines der Riesenkinder. So wurden sie gedemütigt. 1Ch 20:5 Nochmals war ein Kampf mit den Philistern. Da schlug Jairs Sohn Elchanan den Gatiter Lachmi, Goliats Bruder, dessen Speerschaft einem Weberbaume glich. 1Ch 20:6 Nochmals war ein Kampf bei Gat. Da war ein riesenlanger Mensch, der je sechs Finger und Zehen hatte, also vierundzwanzig, und der gleichfalls von den Riesen stammte. 1Ch 20:7 Als er Israel höhnte, schlug ihn Jonatan, der Sohn Simeas, des Bruders Davids. 1Ch 20:8 Diese stammten von den Riesen zu Gat und fielen durch Davids und seiner Diener Hand. 1Ch 21:1 Satan aber trat gegen Israel auf und reizte David zur Zählung Israels. 1Ch 21:2 So gebot David Joab und den Volksobersten: "Auf! Zählt Israel von Beerseba bis Dan, und bringt mir Bescheid, daß ich weiß, wieviel ihrer sind!" 1Ch 21:3 Da sprach Joab: "Mag der Herr sein Volk, wie es ist, noch hundertfach vermehren! Sind sie nicht alle dem König, meinem Herrn, untertan? Warum verlangt dies mein Herr? Warum soll es Israel zur Schuld werden?" 1Ch 21:4 Aber des Königs Befehl zwang Joab. Da zog Joab aus, durchwanderte ganz Israel und kam wieder nach Jerusalem. 1Ch 21:5 Und Joab gab David die Zahl aus der Volkszählung an: Ganz Israel zählte 1.100.000 und Juda 470.000 schwertgerüstete Männer. 1Ch 21:6 Er hatte aber Levi und Benjamin nicht mitgemustert. Denn des Königs Befehl war Joab ein Greuel. 1Ch 21:7 Gott aber mißfiel diese Sache, und so schlug er Israel. 1Ch 21:8 Da sprach David zu Gott: "Ich habe schwer gesündigt durch das, was ich getan. Nun aber vergib Deinem Knechte die Schuld! Denn ich habe töricht gehandelt." 1Ch 21:9 Da sprach der Herr zu Gad, dem Seher Davids, also: 1Ch 21:10 "Auf! Sprich zu David: 'So spricht der Herr: Ich lege dreierlei dir vor. Eins wähle dir davon, daß ich's dir antue!'" 1Ch 21:11 Da ging Gad zu David und sprach zu ihm: "So spricht der Herr: 'Wähledir! 1Ch 21:12 Entweder Hungersnot drei Jahre lang oder drei Monate Flucht vor deinen Widersachern, wobei dich deiner Feinde Schwert ereilt, oder drei Tage lang das Schwert des Herrn und Pest im Lande, daß der Engel des Herrn das Gesamtgebiet von Israel wüst macht.' Nun sieh zu, was ich dem bescheiden soll, der mich gesandt!" 1Ch 21:13 Da sprach David zu Gad: "Mir ist sehr bange. Doch möchte ich lieber in die Hand des Herrn fallen. Denn sein Erbarmen ist sehr groß. Aber in Menschenhand möchte ich nicht fallen." 1Ch 21:14 So schickte der Herr eine Pest über Israel, und aus Israel fielen 70.000 Mann. 1Ch 21:15 Gott sandte auch einen Engel nach Jerusalem, es zu verheeren. Als er es verheerte, sah der Herr darein und ließ sich das Unheil gereuen. Er sprach zum Engel, der die große Verheerung anrichtete: "Zieh deine Hand jetzt ab!" Eben stand des Herrn Engel bei der Tenne des Jebusiters Ornan. 1Ch 21:16 Als nun David seine Augen erhob, sah er den Engel des Herrn zwischen Erde und Himmel stehen, in der Hand ein gezücktes Schwert, gegen Jerusalem ausgestreckt. Da fielen David und die Ältesten, mit härenen Gewändern bedeckt, auf ihr Antlitz. 1Ch 21:17 Und David sprach zu Gott: "Habe nicht ich befohlen, das Volk zu zählen? Ich bin es also, der gesündigt und übel gehandelt hat. Was aber haben diese Schafe getan? Herr, mein Gott! Deine Hand sei gegen mich und mein Haus, nicht aber gegen Dein Volk zum Schlagen bereit!" 1Ch 21:18 Der Engel des Herrn aber hatte Gad angewiesen, David zu melden, David möge hinaufgehen und einen Altar für den Herrn auf der Tenne des Jebusiters Ornan errichten. 1Ch 21:19 Da ging David hinauf nach Gads Wort, das er im Namen des Herrn ausgesprochen. 1Ch 21:20 Ornan sah wiederholt den Engel. Seine vier Söhne bei ihm aber versteckten sich. Ornan drosch gerade Weizen. 1Ch 21:21 So kam David zu Ornan. Ornan aber blickte auf und sah David. Da ging er aus der Tenne und verneigte sich vor David bis zum Boden. 1Ch 21:22 Da sprach David zu Ornan: "Gib mir den Tennenplatz, daß ich darauf für den Herrn einen Altar baue! Gib ihn mir für den vollen Betrag! Damit werde die Seuche vom Volk abgewehrt!" 1Ch 21:23 Da sprach Ornan zu David: "Nimm ihn dir! Mein Herr, der König, tue, was ihm gefällt! Ich gebe dir die Rinder zu den Brandopfern, die Dreschschlitten zum Holz und den Weizen zum Speiseopfer. All dies gebe ich dir." 1Ch 21:24 Da sprach der König David zu Ornan: "Nein! Ich will ihn um den vollen Betrag käuflich erwerben. Denn ich nehme für den Herrn nicht das weg, was dir gehört, um ein Brandopfer umsonst darzubringen.", 1Ch 21:25 So gab David dem Ornan für den Platz die Summe von 600 Goldringen. 1Ch 21:26 Dann baute David dort einen Altar für den Herrn und brachte Brand- und Dankopfer dar. Und als er den Herrn anrief, antwortete ihm dieser auf dem Brandopferaltar mit Feuer vom Himmel. 1Ch 21:27 Und der Herr befahl dem Engel, sein Schwert wieder in die Scheide zu stecken. 1Ch 21:28 Damals, als David wahrnahm, daß ihm der Herr auf der Tenne des Jebusiters Ornan Antwort gab, opferte er dort. 1Ch 21:29 Des Herrn Wohnung aber, die Moses in der Wüste gefertigt hatte, und der Brandopferaltar waren damals auf der Höhe von Gibeon. 1Ch 21:30 David aber konnte nicht vor ihm erscheinen, Gott zu befragen. Denn er war vor dem Schwerte des Engels des Herrn erschrocken. 1Ch 22:1 Und David sprach: "Dies hier sei das Haus Gottes, des Herrn, und dies der Altar für die Brandopfer Israels." 1Ch 22:2 Dann befahl David, die Fremdlinge im Lande Israel zu sammeln. Hierauf bestellte er Steinmetzen, um Quadersteine zum Bau des Gotteshauses zu behauen. 1Ch 22:3 Ferner beschaffte David eine Menge Eisen für die Nägel zu den Torflügeln und für die Klammern und eine solche Menge Erz, daß man es nicht wägen konnte, 1Ch 22:4 auch unzählige Zedernbalken. Denn die Sidonier und Tyrier brachten David Zedernbalken in Menge. 1Ch 22:5 David sagte nämlich: "Mein Sohn Salomo ist noch jung und zart. Das Haus aber, das für den Herrn zu bauen ist, muß überaus groß werden, daß es als Ruhm und Zier für alle Länder dastehe. So will ich es denn vorbereiten." Und so beschaffte David vor seinem Tode Vorrat in Menge. 1Ch 22:6 Dann rief er seinen Sohn Salomo und gebot ihm, ein Haus dem Herrn, dem Gott Israels, zu bauen. 1Ch 22:7 David sprach zu seinem Sohne Salomo: "Ich habe im Sinne gehabt, ein Haus für den Namen des Herrn, meines Gottes, zu bauen. 1Ch 22:8 Da erging aber das Wort des Herrn an mich: 'Du hast in Menge Blut vergossen und große Kriege unternommen. So darfst du meinem Namen kein Haus erbauen, weil du viel Blut auf Erden vergossen hast. 1Ch 22:9 Doch siehe! Ein Sohn wird dir geboren. Er wird ein Mann der Ruhe sein. Und ich verschaffe ihm Ruhe vor all seinen Feinden ringsumher. Er heißt ja Salomo. Und Ruhe und Frieden gebe ich in seinen Tagen Israel. 1Ch 22:10 Er baut ein Haus für meinen Namen. Er ist mir Sohn und ich ihm Vater. Ich gründe seinen königlichen Thron für alle Zeiten über Israel.' 1Ch 22:11 Nun, mein Sohn! Der Herr sei mit dir, daß es dir gelinge und du das Haus des Herrn, deines Gottes, bauest, wie er dir verheißen hat! 1Ch 22:12 Nur gebe dir der Herr Verstand und Klugheit und bestelle dich über Israel, daß du des Herrn, deines Gottes, Lehre beachtest! 1Ch 22:13 Dann hast du Glück, wenn du die Satzungen und Rechte einhältst, die der Herr dem Moses für Israel geboten. Sei stark und mutig! Sei nicht furchtsam und nicht ängstlich! 1Ch 22:14 Bei meiner Armut habe ich für das Haus des Herrn 100.000 Talente Gold beschafft und eine Million Silber, dazu so viel Erz und Eisen, daß es nicht zu wägen ist; in solcher Masse ist es da. Auch Balken und Steine habe ich beschafft, und du wirst noch mehr dazutun. 1Ch 22:15 Auch Werkleute, Steinhauer, Maurer und Zimmerleute sind bei dir in Menge und allerlei Kunstverständige für jegliche Arbeit 1Ch 22:16 in Gold, Silber, Erz und Eisen ohne Zahl. Auf! Geh ans Werk! Der Herr sei mit dir!" 1Ch 22:17 Dann befahl David allen Fürsten Israels, seinem Sohne Salomo beizustehen: 1Ch 22:18 "Ist denn nicht der Herr, euer Gott, mit euch gewesen und hat euch ringsum Ruhe verschafft? Er hat ja in meine Hand des Landes Bewohner gegeben, und das Land hat sich dem Herrn und seinem Volke unterwerfen müssen. 1Ch 22:19 So richtet euer Herz und euren Sinn darauf, den Herrn, euren Gott, zu suchen! Auf! Baut Gottes, des Herrn, Heiligtum, 1Ch 23:1 Als David alt und lebenssatt geworden war, bestellte er seinen Sohn Salomo zum König über Israel. 1Ch 23:2 Er versammelte alle Fürsten Israels, ebenso die Priester und die Leviten. 1Ch 23:3 Und die Leviten wurden von dreißig Jahren an und darüber gezählt. Ihre Kopfzahl war 38.000 Mann. 1Ch 23:4 "Von diesen sollen 24.000 der Arbeit am Hause des Herrn vorstehen und 6.000 Amtleute und Richter sein! 1Ch 23:5 4.000 seien Torhüter, und 4.000 sollen den Herrn mit den Spielgeräten preisen, die ich zum Lobpreis mache!" 1Ch 23:6 David teilte sie in Abteilungen nach den Levisöhnen Gerson, Kehat und Merari. 1Ch 23:7 Zu den Gersoniten gehörten Ladan und Simei. 1Ch 23:8 Ladans Söhne sind das Oberhaupt Jechiel, Zetam und Joel, drei. 1Ch 23:9 Simeis Söhne sind Selomit, Chaziel und Haran, drei. Diese sind die Familienhäupter Ladans. 1Ch 23:10 Simeis Söhne waren auch Jachat, Zina, Jëus und Beria. Dies sind die Söhne Simeis, vier. 1Ch 23:11 Jachat war das Oberhaupt und Zina der zweite. Jëus aber und Beria hatten nur wenig Kinder, so daß sie bloß eine Familie, eine Amtsklasse bildeten. 1Ch 23:12 Kehats Söhne sind Amram, Ishar, Chebron und Uzziel, vier. 1Ch 23:13 Amrams Söhne sind Aaron und Moses. Aaron aber wurde ausgesondert, um für immer hochheilig geweiht zu sein, er und seine Söhne, damit sie beständig vor dem Herrn räucherten, ihm dienten und mit seinem Namen segneten. 1Ch 23:14 Moses aber war der Mann Gottes. Seine Söhne wurden zum Levitenstamm gerechnet. 1Ch 23:15 Mosis Söhne sind Gersom und Eliezer. 1Ch 23:16 Gersoms Söhne sind: das Oberhaupt Sebuel. 1Ch 23:17 Eliezers Söhne sind: das Oberhaupt Rechabja; andere Söhne hatte Eliezer nicht. Dagegen waren Rechabjas Söhne überaus zahlreich. 1Ch 23:18 Ishars Söhne sind: das Oberhaupt Selomit. 1Ch 23:19 Chebrons Söhne sind: das Oberhaupt Jeriahu, Amarja, der zweite, Jachaziel, der dritte, und Jekamam, der vierte. 1Ch 23:20 Uzziels Söhne sind das Oberhaupt Mika und Isia, der zweite, 1Ch 23:21 Meraris Söhne sind Machli und Musi. Machlis Söhne sind Eleazar und Kis. 1Ch 23:22 Eleazar starb, ohne Söhne zu hinterlassen. Er hatte nur Töchter. Diese heirateten die Söhne des Kis. 1Ch 23:23 Musis Söhne sind Machli, Eder und Jeremot, drei. 1Ch 23:24 Dies sind Levis Söhne nach ihren Familien, die Familienhäupter nach ihrer Musterung, nach der Zahl der Namen, Kopf für Kopf, die beim Dienste am Hause des Herrn beschäftigt waren, von zwanzig Jahren und darüber. 1Ch 23:25 Denn David sprach: "Der Herr, Israels Gott, hat seinem Volke Ruhe verliehen und wohnt in Jerusalem für alle Zeiten." 1Ch 23:26 So brauchten auch die Leviten die Wohnung nicht mehr zu tragen und keines der zu ihrem Dienst erforderlichen Geräte. 1Ch 23:27 Denn nach Davids letzten Befehlen wurde die Zahl der Levisöhne von den Zwanzigjährigen an berechnet. 1Ch 23:28 Ihre Amtspflicht bestand in der Unterstützung der Aaronssöhne beim Dienst im Hause des Herrn, als Aufseher über die Vorhöfe und Zellen und über die Reinigung alles Heiligen sowie in den Dienstverrichtungen am Gotteshause, 1Ch 23:29 ferner in der Besorgung der reihenweise aufgelegten Brote, des Feinmehls zum Speiseopfer und der ungesäuerten Fladen, der Pfanne und des Eingerührten, eines jeden Hohl- und Längenmaßes, 1Ch 23:30 ferner darin, daß sie jeden Morgen hintraten, dem Herrn zu danken und ihn zu preisen, ebenso am Abend, 1Ch 23:31 und bei jeder Darbringung von Brandopfern für den Herrn an den Sabbaten, Neumonden und Festen, soviel ihrer nach Vorschrift beständig vor dem Herrn darzubringen waren. 1Ch 23:32 So sollten sie die Geschäfte am Bundeszelt tun und die Geschäfte am Heiligtum, ferner die Geschäfte bei ihren Brüdern, den Aaronssöhnen, während des Dienstes am Hause des Herrn. 1Ch 24:1 Auch die Aaronssöhne hatten ihre Abteilungen. Die Aaronssöhne waren Nadab, Abihu, Eleazar und Itamar. 1Ch 24:2 Nadab und Abihu aber starben vor ihrem Vater, ohne Söhne zu hinterlassen. So wurden Eleazar und Itamar Priester. 1Ch 24:3 David teilte sie mit Sadok von Eleazars Söhnen und mit Achimelek von den Söhnen Itamars je nach ihrem Amt in ihren Dienst ein. 1Ch 24:4 Nun waren Eleazars Söhne in den Sippenhäuptern zahlreicher als Itamars Söhne. Sie teilten sich so, daß auf Eleazars Söhne sechzehn und auf die Itamars acht Familienhäupter kamen. 1Ch 24:5 Sie teilten sie durch das Los, die einen wie die anderen. Denn es gab Fürsten des Heiligtums und Fürsten Gottes sowohl bei Eleazars als bei Itamars Söhnen. 1Ch 24:6 Und Netanels Sohn, Semaja, der Schreiber aus der Levitenzahl, schrieb sie vor dem König, den Fürsten und dem Priester Sadok auf. Je eine Familie wurde dabei von Itamar und je zwei von Eleazar ausgelost. 1Ch 24:7 Das erste Los fiel auf Jojarib, das zweite auf Jedaja, 1Ch 24:8 das dritte auf Charim, das vierte auf Seorim, 1Ch 24:9 das fünfte auf Malkia, das sechste auf Mijjamin, 1Ch 24:10 das siebte auf Hakkos, das achte auf Abia, 1Ch 24:11 das neunte auf Jesua, das zehnte auf Sekanjahu, 1Ch 24:12 das elfte auf Eljasib, das zwölfte auf Jakin, 1Ch 24:13 das dreizehnte auf Chuppa, das vierzehnte auf Jeseb, 1Ch 24:14 das fünfzehnte auf Bilga, das sechzehnte auf Immer, 1Ch 24:15 das siebzehnte auf Chezir, das achtzehnte auf Happisses, 1Ch 24:16 das neunzehnte auf Petachja, das zwanzigste auf Jechezkel, 1Ch 24:17 das einundzwanzigste auf Jakin, das zweiundzwanzigste auf Gamul, 1Ch 24:18 das dreiundzwanzigste auf Delaja und das vierundzwanzigste auf Maazja. 1Ch 24:19 Das war ihre Amtsordnung für ihren Dienst, der darin bestand, daß sie des Herrn Haus nach der ihnen von ihrem Vater Aaron gegebenen Vorschrift betraten, wie es ihm der Herr, Israels Gott, geboten hatte. 1Ch 24:20 Was die übrigen Levisöhne betrifft, so stammte von Amrams Söhnen Subael her, von Subaels Söhnen Iechdejahu, 1Ch 24:21 von Rechabjahu, und zwar den Rechabjahusöhnen, das Oberhaupt Issia, 1Ch 24:22 von den Ishariten Selomot, von Selomots Söhnen Jachat. 1Ch 24:23 Jerias Söhne sind Amarja, der zweite, Jachaziel, der dritte, und Jekaman, der vierte. 1Ch 24:24 Uzziels Söhne sind: Mika, von Mikas Söhnen Samir. 1Ch 24:25 Mikas Bruder ist Issia; von den Söhnen Issias Zakarja. 1Ch 24:26 Meraris Söhne sind Machli und Musi, die Söhne seines Sohnes Jaazia. 1Ch 24:27 Meraris Söhne von seinem Sohn Jaaziahu sind Soham, Zakkur und Ibri. 1Ch 24:28 Von Machli stammte Eleazar. Dieser hatte keine Söhne. 1Ch 24:29 Von Kis: die Söhne des Kis: Jerachmeel. 1Ch 24:30 Des Musi Söhne sind Machli, Eder und Jerimot. Dies sind die Levitensöhne nach ihren Familien. 1Ch 24:31 Auch sie warfen Lose, wie ihre Brüder, die Söhne Aarons, vor König David, vor Sadok und Achimelek sowie vor den Familienhäuptern der Priester und Leviten, die Familienhäupter ebenso wie ihre jüngeren Brüder. 1Ch 25:1 Ferner bestellte David Dienstobere für die Dienstleistung der Söhne Asaphs, Hemans und Jedutuns, die mit Zithern, Harfen und Zimbeln vorspielen sollten. Es erfolgte aber eine Zählung der mit diesem Dienste Beschäftigten. 1Ch 25:2 Von Asaphs Söhnen standen Zakkur, Joseph, Netanja und Asarela, Asaphs Söhne, unter Asaph, der nach des Königs Geheiß vorspielte. 1Ch 25:3 Von Jedutun standen Jedutuns Söhne Gedalja, Suri, Jesaja, Chasabja und Mattitja, sechs, mit Zithern unter ihrem Vater Jedutun, der beim Danksagen und beim Lobpreise des Herrn vorspielte. 1Ch 25:4 Von Heman waren es Hemans Söhne Bukkiahu, Mattanjahu, Uzziel, Sebuel, Jerimot, Chananja, Chanani, Eliata, Giddalti, Romamtiezer, Josbekasa, Malloti, Hotir und Machaziot. 1Ch 25:5 Dies alles sind Söhne Hemans, des königlichen Sehers in göttlichen Dingen und Zeichendeuters. Gott schenkte Heman vierzehn Söhne und drei Töchter. 1Ch 25:6 Diese alle standen unter ihrem Vater beim Gesang im Hause des Herrn, mit Zimbeln, Harfen und Zithern beim Dienst im Gotteshause unter dem König, Asaph, Jedutun und Heman. 1Ch 25:7 Ihre Zahl nebst der ihrer Brüder, die in den Liedern des Herrn wohlerfahren waren, insgesamt Meister, betrug 288. 1Ch 25:8 Sie warfen Lose für den Dienst, für den der jüngeren und für den der Älteren, für Meister und Schüler. 1Ch 25:9 Das erste Los Asaphs fiel auf Joseph, das zweite auf Gedalja; er, seine Brüder und Söhne waren zusammen zwölf, 1Ch 25:10 das dritte auf Zakkur; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:11 das vierte auf Isri; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:12 das fünfte auf Netanjahu; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:13 das sechste auf Bukkiahu; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:14 das siebte auf Jesarela; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:15 das achte auf Jesajahu; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:16 das neunte auf Mattanjahu; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:17 das zehnte auf Simei; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:18 das elfte auf Azarel; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:19 das zwölfte auf Chasabja; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:20 das dreizehnte auf Subael; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:21 das vierzehnte auf Mattijahu; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:22 das fünfzehnte auf Jeremot; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:23 das sechzehnte auf Chananjabu; seine Söhne und Bruder: Zwölf, 1Ch 25:24 das siebzehnte auf Josbekasa; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:25 das achtzehnte auf Chanani; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:26 das neunzehnte auf Malloti; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:27 das zwanzigste auf Eliata; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:28 das einundzwanzigste auf Hotir; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:29 das zweiundzwanzigste auf Giddalti; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:30 das dreiundzwanzigste auf Machaziot; seine Söhne und Brüder: zwölf, 1Ch 25:31 das vierundzwanzigste auf Romamtiezer; seine Söhne und Brüder: zwölf. 1Ch 26:1 Bei den Torhüterabteilungen war von den Korachiten Meselemjahu, Kores Sohn von den Asaphsöhnen. 1Ch 26:2 Und Meselemjahus Söhne sind Zakarja, der Erstgeborene, Iediael, der zweite, Zabadjahu, der dritte, Jatmiel, der vierte, 1Ch 26:3 Elam, der fünfte, Jochanan, der sechste, Eljoënai, der siebte. 1Ch 26:4 Auch Obededom hatte Söhne: Semaja, den Erstgeborenen, Jozabad, den zweiten, Joach, den dritten, Sakar, den vierten, Netanel, den fünften, 1Ch 26:5 Ammiel, den sechsten, Issakar, den siebten, und Pëulletai, den achten. Denn ihn hatte Gott gesegnet. 1Ch 26:6 Auch seinem Sohne Semaja waren Söhne geboren worden, die in ihrer Familie Führer waren. Denn sie waren tapfere Männer. 1Ch 26:7 Semajas Söhne waren Otnai und Rephael, Obed, Elzabad, Elihu und Semakjahu, seine Brüder, tüchtige Leute. 1Ch 26:8 Diese alle stammen von Obededoms Söhnen ab, sie, ihre Söhne und Brüder, tüchtige Leute, zum Dienste wohlbefähigt, zweiundsechzig von Obededom. 1Ch 26:9 Auch Meselemja hatte achtzehn Söhne und Brüder, tüchtige Leute. 1Ch 26:10 Chosas Söhne, die zu Meraris Söhnen gehörten, waren: das Oberhaupt Simri. Denn kein Erstgeborener war mehr dagewesen, und so machte ihn sein Vater zum Oberhaupt. 1Ch 26:11 Chilkiahu war der zweite, Tebaljahu der dritte und Zakarjahu der vierte. Chosas Söhne und Brüder waren insgesamt dreizehn. 1Ch 26:12 Diesen Abteilungen der Torhüter, und zwar den Sippenhäuptern, fielen ebenso wie ihren Brüdern die amtlichen Dienstleistungen am Hause des Herrn zu. 1Ch 26:13 Man warf das Los für die einzelnen Tore nach Familien, für die Jüngeren wie für die Älteren. 1Ch 26:14 Da fiel das Los nach Osten auf Selemjahu. Auch für seinen Sohn Zakarjahu, einen klugen Ratgeber, warf man das Los, und das Los fiel für ihn nach Norden, 1Ch 26:15 für Obededom nach Süden und für seine Söhne auf das Vorratshaus, 1Ch 26:16 für Suppim und für Chosa nach Westen samt dem Ausgangstor an der aufsteigenden Straße, ein Wachtposten neben dem anderen. 1Ch 26:17 Nach Osten zu waren es sechs Leviten, nach Norden zu täglich vier, nach Süden täglich vier, am Vorratshause je zwei, 1Ch 26:18 am Festungsturme nach Westen vier für die Straße und zwei für den Festungsturm. 1Ch 26:19 Dies sind die Abteilungen der Torhüter von den Söhnen des Korachiten und von den Merarisöhnen. 1Ch 26:20 Ihre Brüder aber, die Leviten, beaufsichtigten die Vorräte des Gotteshauses und die heiligen Gaben. 1Ch 26:21 Ladans Söhne, die Söhne des Gersoniten Ladan, die Familienhäupter Ladans, des Gersoniters, die Jechieliter, 1Ch 26:22 die Söhne der Jechieliter, Zetam und sein Bruder Joel, beaufsichtigten die Vorräte im Hause des Herrn. 1Ch 26:23 Bei den Amramiten, Ishariten, Chebroniten und Ozzieliten 1Ch 26:24 war Sebuel, Gersoms Sohn und Mosis Enkel, Oberaufseher über die Vorräte. 1Ch 26:25 Bei seinen Brüdern von Eliezer her war sein Sohn Rechabjahu, dessen Sohn Jesajahu, dessen Sohn Joram, dessen Sohn Zikri und dessen Sohn Selomit. 1Ch 26:26 Dieser Selomit und seine Brüder beaufsichtigten alle Vorräte an heiligen Gaben, die König David und die Familienhäupter der Anführer von Tausend- und Hundertschaften sowie die Heerführer geweiht hatten. 1Ch 26:27 Sie hatten sie aus den Kriegen und aus der Beute geweiht, um des Herrn Haus sicherzustellen. 1Ch 26:28 Auch alles, was der Seher Samuel, Saul, des Kis Sohn, Abner, Ners Sohn, und Serujas Sohn Joab geweiht hatten, alles Geweihte stand unter Selomits und seiner Brüder Aufsicht. 1Ch 26:29 Von den Ishariten waren Kenanjahu und seine Söhne für die Geschäfte draußen in Israel als Amtsleute und Richter bestimmt. 1Ch 26:30 Von den Chebroniten standen Chasabjahu und seine Brüder, 1.700 tüchtige Leute, der Verwaltung Israels westlich vom Jordan vor in allen Sachen des Herrn und im Dienste des Königs. 1Ch 26:31 Zu den Chebroniten gehörte Jeria, das Oberhaupt der Chebroniter nach ihren Sippen und Familien. Im vierzigsten Regierungsjahre Davids waren sie aufgesucht worden, und unter ihnen waren zu Jazer in Gilead tüchtige Leute. 1Ch 26:32 Seine Brüder, tüchtige Leute, 2.700 Familienhäupter, setzte König David über die Rubeniten, Gaditen und den Halbstamm Manasse in allen Sachen Gottes und des Königs. 1Ch 27:1 Israels Söhne nach ihrer Zahl, die Familienhäupter und die Anführer der Tausend- und Hundertschaften, ebenso ihre Amtleute dienten dem König in allen Sachen der Abteilungen, die Monat für Monat, alle Monate des Jahres, antraten und abzogen, jede Abteilung 24.000 Mann stark. 1Ch 27:2 Über der ersten Abteilung im ersten Monat stand Zabdiels Sohn Josobeam. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:3 Er stammte von des Peres Söhnen und war das Oberhaupt aller Heerführer im ersten Monat. 1Ch 27:4 Über der Abteilung des zweiten Monats stand der Achochiter Dodai, über seiner Abteilung und über der des Fürsten. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:5 Der Obere des dritten Heeres für den dritten Monat war Benajahu, des Priesters Jojada Sohn als Oberhaupt. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:6 Dieser Benajahu war der Held unter den Dreißig und stand den Dreißig vor. Seine Abteilung war die seines Sohnes Ammizadab. 1Ch 27:7 Der vierte für den vierten Monat war Joabs Bruder Asahel. Sein Sohn Zabadja war sein Nachfolger. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:8 Der fünfte für den fünften Monat war der Oberste Samhut, der Izrachiter. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:9 Der sechste für den sechsten Monat war der Tekoiter Ira, des Ikkes Sohn. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:10 Der siebte für den siebenten Monat war der Peloniter Cheles von den Söhnen Ephraims. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:11 Der achte für den achten Monat war der Chusatiter Sibbeka aus den Zarechitern. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:12 Der neunte für den neunten Monat war der Anatotiter Eliezer aus den Benjaminiten. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:13 Der zehnte für den zehnten Monat war der Netophatiter Maharai aus den Zarechitern. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:14 Der elfte für den elften Monat war der Piratoniter Benaja von den Söhnen Ephraims. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:15 Der zwölfte für den zwölften Monat war der Netophatiter Cheldai aus Otniel. Bei seiner Abteilung waren 24.000 Mann. 1Ch 27:16 Über den Stämmen Israels standen Fürsten: von den Rubeniten Zikris Sohn Eliezer, von den Simeoniten Maakas Sohn Sephatjahu, 1Ch 27:17 von Levi Kemels Sohn Chasabja, von Aaron Sadok, 1Ch 27:18 von Juda Elihu, einer der Brüder Davids, von Issakar Mikaels Sohn Omri, 1Ch 27:19 von Zabulon Obadjahus Sohn Ismajahu, von Naphtali Azriels Sohn Jerimot, 1Ch 27:20 von den Ephraimiten Azazjahus Sohn Hosea, vom Halbstamme Manasse Joel, Pedajahus Sohn, 1Ch 27:21 vom Halbstamme Manasse in Gilead Zakarjahus Sohn Iddo, von Benjamin Abners Sohn Jaasiel, 1Ch 27:22 von Dan Jerochams Sohn Azarel. - Dies sind die Fürsten der Stämme Israels. 1Ch 27:23 Die Zahl derer von zwanzig Jahren und darunter hatte David nicht aufgenommen. Denn der Herr hatte gesagt, er mache Israel so zahlreich wie des Himmels Sterne. 1Ch 27:24 Serujas Sohn Joab hatte mit der Zählung begonnen; aber er hatte sie nicht zu Ende gebracht. Denn deshalb entstand ein Zorn wider Israel. Die Zählung aber war nicht vollständig in das Buch der Chronik des Königs David aufgenonunen worden. 1Ch 27:25 Über den Vorräten des Königs stand Azmavet, Adiels Sohn, und über den Vorräten auf dem Feld, in den Städten, Dörfern und Türmen stand Jonatan, Uzziahus Sohn. 1Ch 27:26 Über den Feldarbeitern beim Ackerbau stand Ezri, Kelubs Sohn. 1Ch 27:27 Über den Weinbergen stand Simei von Nama. Und über dem, was in den Weinbergen an Weinvorräten war, stand Zabdi von Siphmi. 1Ch 27:28 Über den Ölbäumen und Maulbeerfeigen in der Niederung stand Baal Chanan von Gader. Über den Ölvorräten Joas. 1Ch 27:29 Über den Rindern, die in Saron weideten, stand Sitri von Saron. Über den Rindern in den Tälern stand Saphat, Adlais Sohn. 1Ch 27:30 Über den Kamelen Obil, der Ismaelite, über den Eselinnen Jechdejahu Meronot. 1Ch 27:31 Über den Schafen Jaziz, der Hagriter. Diese alle waren Oberbeamte über des Königs David Habe. 1Ch 27:32 Jonatan, Davids Oheim, ein kluger und schriftkundiger Mann, war Rat. Jechiel, Hakmonis Sohn, war bei den Söhnen des Königs. 1Ch 27:33 Achitophel war Rat beim König, und Chusai, der Arkiter, war der Freund des Königs. 1Ch 27:34 Nach Achitophel aber waren es Jojada, Benajahus Sohn, und Ebjatar. Und Feldhauptmann des Königs war Joab. 1Ch 28:1 Es versammelte David alle Oberen Israels, die Oberen der Stämme und die der Abteilungen, die dem König dienten, die Oberen der Tausend- und Hundertschaften, die Oberaufseher über das gesamte Eigentum und die Herden des Königs und seiner Söhne samt den Kämmerlingen, den Helden und allen kriegstüchtigen Männern nach Jerusalem. 1Ch 28:2 Und König David stand da und sprach: "Auf mich hört, meine Brüder und mein Volk, hört mich! Im Sinne habe ich gehabt, ein Haus der Ruhe zu erbauen für des Herrn Bundeslade und für den Schemel der Füße unseres Gottes. Ich hatte schon das Bauen vorbereitet. 1Ch 28:3 Gott aber hat zu mir gesprochen: 'Du sollst kein Haus für meinen Namen bauen. Du bist ein Kriegsmann und hast Blut vergossen.' 1Ch 28:4 Und dennoch wählte mich der Herr, Gott Israels, aus meinem ganzen Vaterhause, auf daß ich König über Israel für immer sei. Denn Juda hatte er zum Fürsten auserwählt und in dem Judahause meine Sippe, und unter meines Vaters Söhnen hat es ihm beliebt, mich über das gesamte Israel zum Könige zu machen. 1Ch 28:5 Von allen meinen Söhnen - der Herr hat mir viele Söhne geschenkt - erwählte er meinen Sohn Salomo, auf daß er sitze auf des Herrn königlichem Throne über Israel. 1Ch 28:6 Er sprach zu mir: 'Mein Haus und meine Vorhöfe erbaue mir dein Sohn Salomo! Denn ihn erwählte ich mir zum Sohne, und ihm bin ich Vater. 1Ch 28:7 Und ich bestätige sein Königtum für alle Zeit, wenn er nur standhaft ist, um meine Satzungen und Rechte zu erfüllen, so wie es heute ist.' 1Ch 28:8 Nun denn! Vor den Augen des gesamten Israel, vor des Herrn Gemeinde und auch vor unseres Gottes Ohren sei gesagt: Beachtet doch und suchet alle Satzungen des Herrn, eures Gottes, daß ihr dies treffliche Land behaltet und es auf eure Söhne nach euch ewiglich vererbet! 1Ch 28:9 Du, Salomo, mein Sohn, hochschätze deines Vaters Gott und diene ihm mit ungeteiltem Herzen und mit williger Seele! Der Herr erforscht ja alle Herzen und kennt alles Dichten und Trachten. Suchst du ihn auf, dann läßt er sich von dir auch finden. Verläßt du ihn, verwirft er dich für immer. 1Ch 28:10 Sieh zu! Dich hat der Herr erwählt, ein Haus zum Heiligtum zu bauen. Geh frisch ans Werk!" 1Ch 28:11 Hierauf übergab David seinem Sohn Salomo den Plan der Vorhalle und den seiner Räume, seiner Schatzkammern, Obergemächer, inneren Kammern und des Raumes für die Deckplatte, 1Ch 28:12 sowie den Plan für alles andere, was er noch im Sinne gehabt, für die Vorhöfe im Hause des Herrn und alle Zellen ringsum, für die Vorratskammern des Gotteshauses und die Schatzkammern für die Weihegaben, 1Ch 28:13 für die Abteilungen der Priester und Leviten, für alle dienstlichen Verrichtungen im Hause des Herrn und für alle Geräte für den Dienst im Hause des Herrn. 1Ch 28:14 An Gold soviel, wie für die Geräte zu den einzelnen Dienstleistungen nötig war, ebensoviel zu allen silbernen Geräten, 1Ch 28:15 ferner den Bedarf für die goldenen Leuchter und ihre goldenen Lampen, nach dem Gewichte eines jeden Leuchters mit seiner Lampe, ferner den für die silbernen Leuchter, nach dem Gewichte eines jeden Leuchters mit seiner Lampe, gemäß der Verwendung der verschiedenen Leuchter, 1Ch 28:16 ferner den Goldbedarf für die Schaubrottische, für jeden einzelnen Tisch, sodann das Silber für die einzelnen Tische, 1Ch 28:17 ferner für die Gabeln, Becken und Kannen von gediegenem Golde und für die goldenen Becher, soviel jeder Becher wiegen sollte, ebenso für die silbernen Becher, 1Ch 28:18 für den Räucheraltar geläutertes Gold nach Bedarf, ebenso für das Muster des Wagens, für die goldenen Cherube, die sich ausbreiten und die Bundeslade des Herrn überdecken. 1Ch 28:19 Über all das hatte er ihn durch eine vom Herrn veranlaßte Schrift belehrt, über alle Arbeiten nach dem Plane. 1Ch 28:20 Dann sprach David zu seinem Sohne Salomo: "Geh mutig und tapfer ans Werk! Sei nicht furchtsam und nicht bang! Denn der Herr, mein Gott, ist mit dir. Er läßt nicht von dir und verläßt dich nicht, bis alle Arbeiten für den Dienst am Hause des Herrn fertig sind. 1Ch 28:21 Schon sind die Abteilungen der Priester und der Leviten für den ganzen Dienst am Gotteshause bereit, und für jedes Geschäft hast du allerlei kunstfertige, zu jedem Dienst bereite Leute. Ebenso stehen dir die Obersten und das ganze Volk stets zu Diensten." 1Ch 29:1 Und König David sprach zu der ganzen Gemeinde: "Meinen Sohn Salomo allein hat Gott erwählt. Er ist aber noch jung und zart, und das Werk ist gewaltig. Denn nicht für einen Menschen ist die Burg bestimmt, sondern für Gott den Herrn. 1Ch 29:2 Und so habe ich mit all meiner Kraft für meines Gottes Haus Gold zu dem goldenen Gerät beschafft, Silber zum silbernen, Erz zum ehernen, Eisen zum eisernen und Holz zum hölzernen, ferner Onyxsteine und glänzende und bunte Steine zu Füllungen, sowie sonstige kostbare Steine und in Menge Alabasterstein. 1Ch 29:3 Weiter gebe ich in meinem Eifer für meines Gottes Haus das, was ich an erspartem Gold und Silber besitze, zum Hause meines Gottes, mehr als ich bereits für das heilige Haus beschafft habe, 1Ch 29:4 3.000 Goldtalente Ophirgold und 7.000 Talente geläutertes Silber, um die Wände des Hauses zu überziehen, 1Ch 29:5 alles Nötige an Gold und Silber und für jede Arbeit durch Künstlerhand. Wer ist nun bereit, heute für den Herrn mit vollen Händen zu geben?" 1Ch 29:6 Da spendeten die Obersten der Familien, die Obersten der Stämme Israels, die Obersten der Tausend- und Hundertschaften und die Obersten im königlichen Dienste. 1Ch 29:7 Sie gaben zum Bau des Gotteshauses 5.000 Goldtalente oder 10.000 Dariken, 10.000 Talente Silber, 18.000 Talente Erz und 100.000 Talente Eisen. 1Ch 29:8 Wer Steine besaß, gab sie in den Schatz des Hauses des Herrn unter die Obhut des Gersoniters Jechiel. 1Ch 29:9 Das Volk aber freute sich über ihre Freigebigkeit; denn mit ungeteiltem Herzen waren sie gegen den Herrn freigebig gewesen. Auch König David hatte sich recht darüber gefreut. 1Ch 29:10 Da pries David den Herrn angesichts der ganzen Gemeinde. Und David sprach: "Gepriesen seist Du, Herr, Gott unseres Vaters Israel, / von Ewigkeit zu Ewigkeit! 1Ch 29:11 Dein ist die Größe, Macht und Herrlichkeit / und Ruhm und Hoheit, Herr; / denn Dein ist alles, so im Himmel wie auf Erden, Herr, / die Herrschaft und der Vorrang über alle Hochgeborenen. 1Ch 29:12 Der Reichtum und die Ehre kommen nur von Dir, / und Du bist Herrscher über alles. / In Deiner Hand steht Kraft und Macht. / Bei Dir steht es, jemanden groß und stark zu machen. 1Ch 29:13 Nun, unser Gott! Dir danken wir / und preisen Deinen Namen voller Glanz. 1Ch 29:14 Denn wer bin ich? Was ist mein Volk, / daß wir soviel freiwillig spenden können? / Von Dir stammt alles. / Aus Deiner Hand bloß geben wir es Dir, 1Ch 29:15 sind wir doch Fremdlinge vor Dir und Beisassen wie alle unsere Väter. / Ein Schatten nur sind unsere Tage auf der Erde, hoffnungslos. 1Ch 29:16 Herr, unser Gott! All diese Fülle, die wir jetzt beschafft, / um Dir ein Haus für Deinen heiligen Namen zu erbauen, / aus Deiner Hand stammt sie, und Dein ist alles. 1Ch 29:17 Ich weiß, mein Gott, daß Du die Herzen prüfest, / daß Du an Redlichkeit Gefallen hast; / drum habe ich in Redlichkeit des Herzens alles dies gespendet. / Und auch Dein Volk, das hier zugegen, / ich sehe es mit Freuden Dir die Gaben bringen. 1Ch 29:18 Herr! Unserer Väter Abraham, Isaak und Jakob Gott! / Bewahre ewig diese guten Triebe im Herzen Deines Volkes / und lenke hin sein Herz zu Dir! 1Ch 29:19 Gib meinem Sohne Salomo ein ungeteiltes Herz, / zu wahren Deine Vorschriften, Gebräuche und Verordnungen / und alles dies zu tun / und auch die Burg, die ich jetzt vorbereite, zu erbauen!" 1Ch 29:20 Dann sprach David zu der ganzen Gemeinde: "Preist den Herrn, euren Gott!" Da pries die ganze Gemeinde den Herrn, ihrer Väter Gott. Sie neigten sich und warfen sich vor dem Herrn nieder und vor dem Könige. 1Ch 29:21 Sie schlachteten für den Herrn Opfer und brachten dem Herrn Brandopfer am anderen Morgen dar: tausend Farren, tausend Widder, tausend Lämmer nebst ihren Trankopfern, dazu in Menge Schlachtopfer für ganz Israel. 1Ch 29:22 Dann aßen sie und tranken vor dem Herrn an jenem Tage mit großer Freude. Dann machten sie Davids Sohn Salomo zum zweitenmal zum König und salbten ihn dem Herrn zum Fürsten und Sadok zum Priester. 1Ch 29:23 So saß Salomo auf dem Throne des Herrn als König an seines Vaters David Statt, und er hatte Glück. Ganz Israel gehorchte ihm. 1Ch 29:24 Auch alle Obersten und Helden sowie alle Söhne des Königs David unterwarfen sich dem König Salomo. 1Ch 29:25 Und der Herr machte Salomo überaus groß in den Augen von ganz Israel und legte auf ihn königlichen Glanz, wie ihn vor ihm kein König von Israel besessen hatte. 1Ch 29:26 David, Isais Sohn, hatte über ganz Israel geherrscht. 1Ch 29:27 Die Zeit, die er über Israel herrschte, betrug vierzig Jahre. Zu Hebron regierte er sieben Jahre und zu Jerusalem dreiunddreißig Jahre. 1Ch 29:28 Er starb in schönem Alter, satt an Lebenstagen, Reichtum und Ruhm. Und sein Sohn Salomo ward König an seiner Statt. 1Ch 29:29 Des Königs David Geschichte aber, die frühere und die spätere, ist aufgezeichnet in der Geschichte des Sehers Samuel, in der Geschichte des Propheten Natan und in der Geschichte des Sehers Gad, 1Ch 29:30 samt seiner ganzen Regierung, seinen Heldentaten und den Zeitläuften, die über ihn dahingegangen sind und über Israel und über all die anderen Reiche der Länder. 2Ch 1:1 Salomo, Davids Sohn, aber befestigte sein Königtum. Der Herr, sein Gott, war mit ihm und machte ihn überaus groß. 2Ch 1:2 Und Salomo sprach zu ganz Israel, zu den Anführern der Tausend- und Hundertschaften, den Richtern und allen Fürsten in ganz Israel, den Familienhäuptern. 2Ch 1:3 Und so zogen Salomo und die ganze Gemeinde mit ihm nach der Höhe von Gibeon. Denn dort war Gottes Festgezelt, das Moses, des Herrn Diener, in der Wüste gemacht hatte. 2Ch 1:4 Die Gotteslade aber hatte David aus Kirjat Jearim ("Wälderstadt") heraufgebracht, weil David für sie sorgen wollte. Denn er schlug für sie ein Zelt in Jerusalem auf. 2Ch 1:5 Auch der eherne Altar, den Besalel, Uris Sohn und Enkel Churs, gemacht, war vor des Herrn Wohnung. Und Salomo und die Gemeinde suchten ihn auf. 2Ch 1:6 Dann stieg Salomo dort vor dem Herrn zum ehernen Altar beim Festgezelt hinauf und brachte ihm tausend Brandopfer dar. 2Ch 1:7 In jener Nacht aber erschien Gott dem Salomo und sprach zu ihm: "Erbitte das, was ich dir geben soll!" 2Ch 1:8 Da sprach Salomo zu Gott: "Große Huld hast Du meinem Vater David erwiesen und mich an seiner Statt zum König gemacht. 2Ch 1:9 Jetzt nun bewähre sich, Herr, Gott, Dein Wort an meinem Vater David! Denn Du hast mich zum König eines Volks gemacht, so zahlreich wie der Erde Staub. 2Ch 1:10 So gib mir Weisheit auch und Einsicht, vor diesem Volke aus- und einzuziehen Denn wer vermöchte dies Dein großes Volk zu richten?" 2Ch 1:11 Da sprach Gott zu Salomo: "Weil du solches im Sinne hast und nicht um Reichtum, Schätze und Ruhm gefleht, noch um das Leben deiner Hasser, auch nicht um langes Leben, vielmehr dir Weisheit und Erkenntnis erfleht hast, um so mein Volk zu richten, über das ich zum König dich gemacht, 2Ch 1:12 so sei dir diese Weisheit und Erkenntnis auch geschenkt! Doch auch Reichtum, Schätze, Ruhm verleihe ich dir, dergleichen nie die Könige vor dir besessen, noch nach dir haben werden." 2Ch 1:13 Salomo kam nun von der Höhe zu Gibeon nach Jerusalem vor das Bundeszelt und herrschte über Israel. 2Ch 1:14 Und Salomo brachte Wagen und Reiter zusammen, und zwar besaß er 14.000 Wagen und 12.000 Reiter. Er legte sie in die Wagenstädte und in des Königs Umgebung nach Jerusalem. 2Ch 1:15 Und der König machte zu Jerusalem Silber und Gold den Steinen gleich, und die Zedern machte er gleich den Maulbeerbäumen in der Niederung. 2Ch 1:16 Und die Ausfuhr der Rosse für Salomo erfolgte aus Ägypten und aus Kue. Die Händler des Königs holten sie aus Kue gegen Bezahlung. 2Ch 1:17 Aus Ägypten holten sie einen Wagen um sechshundert Silberlinge und ein Roß um hundertfünfzig. Ebenso führten sie an alle chittitischen und aramäischen Könige durch ihre Vermittlung aus. 2Ch 2:1 (1:18) Und Salomo befahl, dem Namen des Herrn ein Haus zu bauen und für sich einen Königspalast. 2Ch 2:2 (2:1) Und Salomo zählte 70.000 Lastträger ab und 80.000 Steinhauer im Gebirge und 3.600 Aufseher darüber. 2Ch 2:3 (2:2) Dann sandte Salomo an den König von Tyrus, Churam, und ließ sagen: "Wie du meinem Vater David getan, als du ihm Zedern sandtest, um sich ein Wohnhaus zu bauen,... 2Ch 2:4 (2:3) nun baue ich dem Namen des Herrn, meines Gottes, ein Haus, es ihm zu weihen, vor ihm duftendes Räucherwerk zu verbrennen, ständig Brote darzubringen und jeden Morgen und Abend an den Sabbaten, Neumonden und Festen des Herrn, unseres Gottes, Brandopfer darzubringen. Solches obliegt Israel für ewig. 2Ch 2:5 (2:4) Das Haus, das ich bauen will, wird groß. Denn unser Gott ist größer als alle Götter. 2Ch 2:6 (2:5) Wer aber vermöchte ihm ein Haus zu bauen? Denn der Himmel und die Himmel der Himmel fassen ihn nicht. Wer aber bin ich, daß ich ihm ein Haus baute? Wenn auch nur, um vor ihm zu räuchern. 2Ch 2:7 (2:6) Sende mir nun einen Mann, der in Gold, Silber, Erz, Eisen, Purpurrot, Karmin und Purpurblau zu arbeiten versteht und der es versteht, Bildwerke einzuschneiden im Verein mit Künstlern, die bei mir in Juda und Jerusalem sind und die mein Vater David bestellt hat! 2Ch 2:8 (2:7) Sende mir auch Zedern, Zypressen und Sandelholz vom Libanon! Denn ich weiß, daß deine Leute es verstehen, auf dem Libanon Holz zu fällen. Meine Knechte werden mit deinen Leuten sein. 2Ch 2:9 (2:8) Holz aber muß mir viel beschafft werden. Denn das Haus, das ich baue, soll groß und wunderbar werden. 2Ch 2:10 (2:9) Den Holzhauern, die die Bäume fällen, gebe ich als Zehrung für deine Knechte 20.000 Scheffel Weizen, 20.000 Scheffel Gerste, 20.000 Maß Wein und 20.000 Maß Öl." 2Ch 2:11 (2:10) Churam aber, der König von Tyrus, antwortete in einem Brief und sandte an Salomo die Botschaft: "Der Herr hat aus Liebe zu seinem Volk dich zum König über es gemacht." 2Ch 2:12 (2:11) Churam sprach weiter: "Gepriesen sei der Herr, Israels Gott, der Himmel und Erde gemacht! Er hat König David einen Sohn geschenkt, weise, klug und umsichtig, um für den Herrn ein Haus zu bauen und für sich einen Königspalast! 2Ch 2:13 (2:12) Nun sende ich einen weisen, kunstverständigen Mann, den einheimischen Churam Abi. 2Ch 2:14 (2:13) Er ist der Sohn eines danitischen Weibes und eines tyrischen Vaters. Er versteht zu arbeiten in Gold, Silber, Erz, Eisen Holz, Purpurrot und Purpurblau, Byssus und Karmin, allerlei einzustechen und allerlei Sinnreiches zu ersinnen, das ihm vorgelegt wird, im Verein mit deinen Künstlern und den Künstlern meines Herrn, deines Vaters David. 2Ch 2:15 (2:14) Nun schicke mein Herr den Weizen und die Gerste, das Öl und den Wein seinen Knechten, wie mein Herr gesagt! 2Ch 2:16 (2:15) Wir aber fällen auf dem Libanon Bäume, soviel du bedarfst, und bringen sie dir als Flöße auf dem Meer nach Joppe. Du läßt sie dann nach Jerusalem hinaufschaffen." 2Ch 2:17 (2:16) Da zählte Salomo alle fremden Männer im Lande Israels nach der Zählung, die sein Vater David gemacht hatte. Es waren 153.600. 2Ch 2:18 (2:17) Von diesen machte er 70.000 zu Lastträgem und 80.000 zu Steinhauern im Gebirge sowie 3.600 zu Aufsehern, um die Leute zum Frondienst anzuhalten. 2Ch 3:1 Salomo begann nun das Haus des Herrn zu Jerusalem zu bauen auf dem Berge Moria ("Ölbaumberg"), der von seinem Vater David ersehen war und wo David Vorbereitungen getroffen hatte, nämlich auf der Tenne des Jebusiters Ornan. 2Ch 3:2 Er begann mit dem Bau am zweiten Tage des zweiten Monats im vierten Jahre seiner Regierung. 2Ch 3:3 Dies hat Salomo für den Bau des Gotteshauses angeordnet: Die Länge betrug sechzig Ellen nach früherem Maße und die Breite zwanzig Ellen. 2Ch 3:4 Die Vorhalle vor der Breitseite des Hauses hatte zwanzig Ellen; ihre Höhe war hundertzwanzig Ellen. Inwendig überzog er sie mit reinem Gold. 2Ch 3:5 Das große Haus bedeckte er mit Zypressenbrettern und gutem Gold, und er brachte darauf Palmen und Ketten an. 2Ch 3:6 Auch bekleidete er das Haus zum Schmuck mit kostbarem Gestein. Das Gold war Ophirgold. 2Ch 3:7 So überzog er das Haus, die Balken, die Schwellen, seine Wände und seine Türen mit Gold und ließ Cherube auf die Wände einschneiden. 2Ch 3:8 Dann machte er den Raum des Allerheiligsten. Seine Länge an des Hauses Breitseite war zwanzig Ellen und seine Breite zwanzig Ellen. Er überzog es mit gutem Gold, an sechshundert Talenten. 2Ch 3:9 Das Gewicht der Nägel betrug fünfzig Ring Gold. Auch die Obergemächer überzog er mit Gold. 2Ch 3:10 Im Raume des Allerheiligsten machte er zwei Cherube, Bildhauerarbeit, und überzog sie mit Gold. 2Ch 3:11 Die Cherubsflügel waren zwanzig Ellen lang. Des einen Flügel, fünf Ellen lang, berührte die Wand des Hauses, und der andere Flügel, fünf Ellen lang, berührte den Flügel des anderen Cherubs. 2Ch 3:12 Ebenso berührte der eine Flügel des anderen Cherubs, fünf Ellen lang, die Hauswand, und der andere Flügel, fünf Ellen lang, stieß an den Flügel des ersten Cherubs. 2Ch 3:13 Die Flügel dieser Cherube breiteten sich zwanzig Ellen aus. Sie selbst standen auf den Füßen, und ihr Antlitz war auf das Haus gerichtet. 2Ch 3:14 Den Vorhang machte er aus blauem und rotem Purpur, aus karminfarbigem Zeug und aus Byssus und brachte Cherube darauf an. 2Ch 3:15 Vor dem Hause machte er zwei Säulen, fünfunddreißig Ellen lang. Der Knauf an jeder oben maß fünf Ellen. 2Ch 3:16 Dann machte er Ketten nach Halskettenform und brachte sie oben an den Säulen an; ferner machte er hundert Granatäpfel und hängte sie an die Ketten. 2Ch 3:17 Die Säulen stellte er vor dem Tempel auf, die eine rechts, die andere links. Die zur Rechten nannte er Jakin ("Säule"), die zur Linken Boaz ("Mächtige"). 2Ch 4:1 Er machte auch einen ehernen Altar, zwanzig Ellen lang, zwanzig breit und zehn hoch. 2Ch 4:2 Dann machte er das Meer, gegossen von einem Rande bis zum anderen zehn Ellen weit ringsum, rund und fünf Ellen hoch. Eine Schnur von dreißig Ellen umspannte es ringsum. 2Ch 4:3 Blumengewinde umgaben es nach unten ringsum, je zehn auf eine Elle. Sie umschlossen das Meer ringsum, zwei Reihen von Gewinden, in einem Guß mit ihm gegossen. 2Ch 4:4 Es stand auf zwölf Rindern. Drei wendeten sich gen Norden, drei gen Westen, drei gen Süden und drei gen Osten. Das Meer ruhte oben auf ihnen. All ihre Rückseiten waren nach innen gerichtet. 2Ch 4:5 Es war eine Handbreit dick, und sein Rand war wie ein Becherrand lilienförmig. Es faßte dreitausend Maß. 2Ch 4:6 Ferner machte er zehn Becken. Fünf stellte er rechts auf und fünf links zum Abwaschen des zum Brandopfer Gehörigen, das man darin abspülte. Das Meer aber diente den Priestern zur eigenen Abwaschung. 2Ch 4:7 Ferner machte er vorschriftsmäßig die zehn goldenen Leuchter und stellte sie in den Tempel, fünf rechts und fünf links. 2Ch 4:8 Er machte auch zehn Tische und stellte sie im Tempel auf, fünf rechts und fünf links. Ebenso machte er hundert goldene Schalen. 2Ch 4:9 Dann machte er den Priestervorhof, den großen Hof und die Tore zum Hof. Ihre Tore überzog er mit Erz. 2Ch 4:10 Das Meer stellte er, nach Osten zu, auf der Südseite auf, dem Süden gegenüber. 2Ch 4:11 Churam machte auch die Töpfe, Schaufeln und Schalen. So vollendete Churam die Arbeit, die er dem König Salomo im Gotteshause gefertigt hatte: 2Ch 4:12 Zwei Säulen und die zwei Kugelknäufe oben auf den Säulen, 2Ch 4:13 die vierhundert Granatäpfel für die zwei Gitter zur Bedeckung der zwei Kugelknäufe oben auf den Säulen, 2Ch 4:14 die zehn Gestühle mit den zehn Decken auf den Gestühlen, 2Ch 4:15 das eine Meer und die zwölf Rinder darunter. 2Ch 4:16 Aus poliertem Erz machte Churam Abi dem König Salomo für das Haus des Herrn Töpfe, Schaufeln, Gabeln und all ihre Geräte. 2Ch 4:17 Der König goß sie in Erdformen in der Jordansau zwischen Sukkot und Sereda. 2Ch 4:18 Salomo machte all diese Geräte in sehr großer Zahl; das Erzgewicht war nicht festgestellt worden. 2Ch 4:19 Salomo machte alle Geräte im Gotteshause, den goldenen Altar, die Schaubrottische, 2Ch 4:20 die Leuchter mit ihren Lampen zum vorschriftsmäßigen Anzünden vor dem Hinterraume aus feinem Gold, 2Ch 4:21 ebenso die Hülsen, Lampen und die goldenen Lichtscheren, die goldenen Zangen, 2Ch 4:22 die Messer, Schalen, Schüsseln und Pfannen aus feinem Gold, der Haustür innere Torflügel, die zum Allerheiligsten führten, und des Hauses Torflügel, die zum Tempel führten, aus Gold. 2Ch 5:1 So ward das ganze Werk fertig, das Salomo am Hause des Herrn tat. Und Salomo brachte seines Vaters David Weihegaben hinein. Er legte das Silber und Gold und alle anderen Wertsachen in die Schatzkammern des Gotteshauses. 2Ch 5:2 Damals versammelte Salomo die Ältesten Israels und alle Stammhäupter, die Fürsten der Stammhäuser Israels, nach Jerusalem, um des Herrn Bundeslade von der Davidsstadt, das ist von dem Sion, hinaufzubringen. 2Ch 5:3 Am Feste, das ist im siebten Monat, versammelten sich beim König alle Männer Israels. 2Ch 5:4 So kamen alle Ältesten Israels. Da hoben die Leviten die Lade auf. 2Ch 5:5 Sie brachten die Lade samt dem Festzelt hinauf, ebenso alle heiligen Geräte im Zelt. Diese brachten die priesterlichen Leviten hinauf. 2Ch 5:6 Der König Salomo aber und die ganze Gemeinde Israels, die sich bei ihm versammelte, standen vor der Lade und opferten Schafe und Rinder ohne Zahl und Maß. 2Ch 5:7 So brachten die Priester die Bundeslade des Herrn an ihren Ort, in des Hauses Hinterraum, in das Allerheiligste, unter die Cherubsflügel. 2Ch 5:8 Die Cherube aber breiteten die Flügel über den Ort der Lade aus. So bedeckten die Cherube die Lade und ihre Stangen von oben her. 2Ch 5:9 Die Stangen waren so lang, daß die Stangenspitzen von der Lade her vor dem Hinterraum gesehen wurden. Draußen konnten sie nicht gesehen werden. Und so blieb sie dort bis auf diesen Tag. 2Ch 5:10 In der Lade war nichts als die zwei Tafeln, die Moses am Horeb hineingelegt hatte, wo der Herr einen Bund abgeschlossen mit den Kindern Israels bei ihrem Auszug aus Ägypten. 2Ch 5:11 Nun verließen die Priester das Heiligtum. Denn alle Priester, die zugegen waren, hatten sich geheiligt, ohne Rücksicht auf die Abteilungen. 2Ch 5:12 Die levitischen Sänger alle aber, Asaph, Heman, Jedutun mit ihren Brüdern und Söhnen, standen, in Linnen gekleidet, mit Zimbeln, Harfen und Zithern östlich vom Altar und bei ihnen hundertzwanzig Priester, die Trompeten bliesen. 2Ch 5:13 Die Trompeter aber und die Sänger hoben zugleich einstimmig an, den Herrn zu preisen und ihm zu danken. Und als der Gesang erscholl mit Trompeten, Zimbeln und den anderen Musikgeräten und mit dem Lobpreise des Herrn: "Er ist gütig; denn ewiglich währt seine Huld", ward das Haus von einer Wolke erfüllt, aber nur das Haus des Herrn. 2Ch 5:14 Die Priester aber konnten wegen der Wolke nicht hinzutreten, Dienst zu tun. Denn des Herrn Herrlichkeit hatte das Gotteshaus erfüllt. 2Ch 6:1 Damals sprach Salomo: "Im Wetterdunkel hat der Herr gesprochen, er wolle Wohnung nehmen: 2Ch 6:2 Nun habe ich ein Haus zur Wohnung Dir erbaut, für ewige Zeiten einen Ort zu Deinem Wohnsitz." 2Ch 6:3 Dann wandte der König sein Antlitz und segnete die ganze Gemeinde Israels. Israels Gesamtgemeinde stand unterdessen. 2Ch 6:4 Er sprach: "Gepriesen sei der Herr, Gott Israels, der schon durch seinen Mund mit David, meinem Vater, gesprochen und durch ihn auch erfüllt hat, was er geredet: 2Ch 6:5 'Seitdem ich aus Ägypterland mein Volk herausgeführt, habe ich aus keinem Stamme Israels eine Stadt erkoren, ein Haus darin zu bauen, daß dort mein Name sei. Auch habe ich nie einen Mann erwählt, daß er ein Fürst sei meinem Volke Israel. 2Ch 6:6 Nun wählte ich Jerusalem, daß dort mein Name sei. Und ich erwählte David, auf daß er meinem Volke Israel vorstände.' 2Ch 6:7 Mein Vater David hatte zwar im Sinne, dem Herrn, dem Gotte Israels, ein Haus zu bauen für seinen Namen. 2Ch 6:8 Doch sprach der Herr zu meinem Vater David: 'Daß du im Sinne hast, ein Haus für meinen Namen zu erbauen, an diesem Plane hast du wohlgetan. 2Ch 6:9 Doch du sollst nicht dies Haus erbauen. Dein Sohn, dein Leibessprosse, baue mir ein Haus für meinen Namen!' 2Ch 6:10 Der Herr bestätigte sein Wort, das er gesprochen. Ich trat an meines Vaters David Statt und setzte mich auf Israels Thron, wie es der Herr gesagt. Ich baute dieses Haus dem Herrn, dem Gotte Israels, für seinen Namen. 2Ch 6:11 Aufgestellt habe ich dort die Lade, in der des Herrn Bund sich befindet, den er mit Israel geschlossen." - 2Ch 6:12 Dann trat er vor den Altar des Herrn angesichts der ganzen israelitischen Gemeinde und breitete seine Hände aus. 2Ch 6:13 Salomo hatte nämlich ein ehernes Gestell machen lassen und es mitten in den Hof gestellt, fünf Ellen lang, fünf breit und drei hoch. Auf dieses Gestell stellte er sich und ließ sich angesichts der ganzen israelitischen Gemeinde auf die Knie nieder. Dann breitete er seine Hände gen Himmel aus 2Ch 6:14 und sprach: "Herr, Israels Gott! Kein Gott gleicht Dir im Himmel und auf Erden, / der Du den gnadenvollen Bund bewahrst mit Deinen Dienern, / die mit dem ganzen Herzen vor Dir wandeln, 2Ch 6:15 der Du auch Deinem Knecht gehalten, meinem Vater David, / was Du ihm einst verheißen hast. / Mit Deinem Mund hast Du's versprochen, / mit Deiner Hand hast Du's erfüllt, wie's heute ist. 2Ch 6:16 Nun, Herr, Gott Israels! / Erfülle Deinem Knechte David, meinem Vater, / was Du ihm einst versprochen hast: / 'Nie fehle dir vor mir ein Mann, der auf dem Throne Israels regiert, / falls deine Söhne nur auf ihren Weg so achten, / daß sie nach meiner Lehre wandeln, / so, wie auch du vor mir gewandelt bist.' 2Ch 6:17 Nun Herr, Gott Israels! / Dein Wort bewahrheite sich jetzt, / das Du zu Deinem Knechte David, meinem Vater, hast gesprochen! 2Ch 6:18 Soll denn in Wahrheit Gott auf Erden wohnen? / Dich fassen nicht der Himmel, noch der Himmel Himmel, / geschweige dieses Haus, das ich erbaut! 2Ch 6:19 Doch wende Dich dem Flehgebete Deines Knechtes zu, Du Herr, mein Gott, / daß Du das Rufen und das Beten hörest, / das heut vor Dir Dein Knecht vollzieht! 2Ch 6:20 Laß Deine Augen über diesem Hause offenstehen, / bei Tag und Nacht hier über diesem Orte, / von dem Du sprachst, Du wollest Deinen Namen allhier wohnen lassen, / um das Gebet zu hören, das jetzt Dein Knecht an diesem Ort verrichtet! 2Ch 6:21 Auf Deines Knechtes Flehen hör und Deines Volkes Israel, / die hier an diesem Orte beten! / Vernimm es an der Stätte, wo Du thronest, in dem Himmel! / Erhör es und vergib! 2Ch 6:22 Wenn jemand gegen seinen Nächsten fehlt / und man verlangt von ihm den Eid, er soll's beschwören, / und kommt er zu dem Eid in dieses Haus vor Deinen Altar, 2Ch 6:23 greif Du, im Himmel hörend, ein, / schaff Deinen Dienern Recht, / daß Du den Schuldigen bestrafst und auf sein Haupt sein Tun läßt fallen, / daß den Unschuldigen Du freisprichst und ihm nach seiner Unschuld lohnest! 2Ch 6:24 Wird vor dem Feinde Israel, Dein Volk, geschlagen, / weil es an Dir sich hat verfehlt, / und sie bekehren sich und preisen Deinen Namen / und flehn vor Dir, in diesem Hause betend, 2Ch 6:25 dann höre sie vom Himmel her! / Vergib die Sünde Deines Volkes Israel, / und laß sie seßhaft auf der Scholle bleiben, / die ihnen, wie auch ihren Vätern, Du verliehen! 2Ch 6:26 Und ist der Himmel fest verschlossen, / und fällt kein Regen mehr, weil sie sich gegen Dich verfehlt, / und beten sie alsdann an dieser Stätte / in dem Bekenntnis Deines Namens / und kehren sie sich ab von ihrer Sünde, weil Du sie gebeugt, 2Ch 6:27 dann höre Du im Himmel! / Vergib die Sünde Deiner Knechte und das Vergehen Deines Volkes Israel! / Den guten Weg, auf dem sie wandeln sollen, weise ihnen! / Und sende Regen Deinem Lande, / das Du zum Erbteil Deinem Volk verliehen! 2Ch 6:28 Und wäre Hungersnot im Land, / und wären Pest, Getreidebrand, Vergilbung, Heuschrecken und sonstig Ungeziefer da, / bedrängte es sein Feind in seinen Pforten, / und käme irgendwelche Plage, irgendwelche Krankheit, 2Ch 6:29 bei jeder Klage, jeder Bitte, / sei es von irgendeinem Menschen, / sei es von Deinem ganzen Volke Israel, / wer je sein Leid und seinen Schmerz verspürt / und hin nach diesem Hause seine Hände breitet, 2Ch 6:30 den höre Du im Himmel! / Vergib an jener Stätte, wo Du thronest! / Gib jeglichem nach seinem ganzen Wandel, / so, wie sein Herz Du kennst! / Denn Du allein kennst aller Menschenkinder Herz. 2Ch 6:31 Dann fürchten sie Dich alle Zeit / und wandeln auch auf Deinen Wegen, / solang sie auf der Scholle leben, / die unseren Vätern Du verliehen. 2Ch 6:32 Doch auch der Fremdling, der zu Deinem Volke Israel nicht gehört, / wenn er aus fremdem Lande kommt, / um Deines großen Namens, Deiner starken Hand / und Deines ausgestreckten Armes willen, / wenn er herpilgert und bei diesem Hause betet, 2Ch 6:33 dann höre Du im Himmel, dem Orte, wo Du wohnst, / und tu all das, worum der Fremdling zu Dir ruft, / daß alle Erdenvölker Deinen Namen kennenlernen, / daß sie Dich fürchten, so wie Israel, Dein Volk, / und daß sie inne werden, daß über diesem Haus, / das ich erbaut, Dein Name ausgerufen ist! 2Ch 6:34 Und zieht Dein Volk zum Streite wider seine Feinde, / des Wegs, den Du sie sendest, / und beten sie zu Dir nach dieser Stadt hin, die Du Dir erwählt, / und nach dem Hause hin, das ich errichtet Deinem Namen, 2Ch 6:35 dann höre Du im Himmel ihr Gebet und Flehen! / Schaff ihnen Sieg! 2Ch 6:36 Und wenn sie sich an Dir verfehlten / - kein Mensch ist, der nicht sündigte - / und wenn Du ihnen zürntest, sie dem Feinde überliefertest / und ihre Zwingherrn sie in ferne oder nahe Lande führten, 2Ch 6:37 und gehen sie im Land, wo sie gefangen sind, in sich, / und sie bekehren sich und flehn zu Dir / im Lande der Gefangenschaft und sprechen: / 'Gesündigt haben wir und schlecht gehandelt und gefrevelt', 2Ch 6:38 und sie bekehren sich zu Dir von ganzem Herzen, ganzer Seele / im Lande ihrer Zwingherrn, die sie weggeschleppt, / und beten sie zu Dir nach ihrem Lande hin, / das ihren Vätern Du verliehen, / hin zu der Stadt, die Du erwählt, / hin zu dem Haus, das ich errichtet Deinem Namen, 2Ch 6:39 dann höre Du im Himmel, dem Orte Deines Thrones, / ihr Flehen und Gebet! / Verschaffe ihnen Recht! / Verzeihe Deinem Volk, was es an Dir gefehlt! 2Ch 6:40 Nun denn, mein Gott! / Laß Deine Augen offenstehen / und Deine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte! 2Ch 6:41 Und nun, Herr, Gott, erhebe Dich zu Deiner Ruhestätte hin, / Du und Deine mächtige Lade! / Mit Heil bekleidet seien Deine Priester, Herr und Gott, / und Deine Frommen mögen sich des Glücks erfreuen! 2Ch 6:42 Herr, Gott! Weis nimmer ab den Mann, den Du gesalbt! / Sei eingedenk der frommen Taten Deines Dieners David!" 2Ch 7:1 Als Salomo ausgebetet hatte, fuhr vom Himmel Feuer herab und verzehrte das Brand- und die Schlachtopfer. Und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte das Haus. 2Ch 7:2 Die Priester aber konnten das Haus des Herrn nicht betreten. Denn des Herrn Herrlichkeit erfüllte das Haus des Herrn. 2Ch 7:3 Alle Israeliten aber sahen das Feuer herabfahren und die Herrlichkeit des Herrn im Hause. Da beugten sie sich mit dem Angesicht zur Erde auf das Steinpflaster, beteten an und priesen den Herrn, daß er so gütig sei, weil seine Huld immer währt. 2Ch 7:4 Der König und das ganze Volk opferten vor dem Herrn Schlachtopfer. 2Ch 7:5 Der König Salomo brachte 22.000 Rinderschlachtopfer und 120.000 Schafe dar. So weihten der König und das ganze Volk das Gotteshaus ein. 2Ch 7:6 Die Priester aber standen auf ihren Posten, ebenso die Leviten mit des Herrn Musikgeräten, die der König David gemacht hatte, um dem Herrn dafür zu danken, daß seine Huld immer währt. So trugen sie Davids Lobpreis vor, und die Priester bliesen die Trompeten, während ganz Israel dabeistand. 2Ch 7:7 Und Salomo weihte den mittleren Teil des Vorhofes vor dem Hause des Herrn. Denn er bereitete hier Brandopfer und die Fettstücke der Mahlopfer, weil der eherne Altar, den Salomo gemacht, die Brand- und Speiseopfer und die Fettstücke nicht hatte fassen können. 2Ch 7:8 So beging Salomo zu jener Zeit das Fest sieben Tage lang, und ganz Israel mit ihm, eine sehr große Gemeinde, von der Gegend um Hamat bis zum Bach Ägyptens. 2Ch 7:9 Am achten Tage feierten sie das Schlußfest. Denn die Altarweihe hatten sie sieben Tage gefeiert. Das Fest aber währte sieben Tage. 2Ch 7:10 Am dreiundzwanzigsten Tage des siebten Monats aber entließ er das Volk zu seinen Zelten, fröhlich und guten Mutes über das Gute, das der Herr David und Salomo und seinem Volke Israel erwiesen hatte. 2Ch 7:11 Also vollendete Salomo das Haus des Herrn und das Königshaus. Alles, was Salomo im Sinn hatte, im Hause des Herrn und in seinem Hause zu tun, war ihm gelungen. 2Ch 7:12 Da erschien der Herr dem Salomo des Nachts und sprach zu ihm: "Ich habe dein Gebet erhört und diesen Ort zur Opferstätte mir erwählt. 2Ch 7:13 Verschließe ich den Himmel, daß kein Regen fällt, und schicke ich die Heuschrecken, die Gegend abzufressen, und sende ich zu meinem Volk die Pest, 2Ch 7:14 doch wenn mein Volk, das meinen Namen trägt, sich demütigt, und suchen betend sie mein Angesicht, von ihren schlimmen Pfaden lassend, alsdann erhöre ich vom Himmel her, verzeihe ihre Sünde und schaffe Heilung ihrem Lande. 2Ch 7:15 Nun sollen meine Augen offenstehen und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte. 2Ch 7:16 Denn jetzt erwähle ich dies Haus und weihe es, auf daß mein Name hier für immer sei und meine Augen und mein Herz für immer weilen. 2Ch 7:17 Und wandelst du vor mir so, wie dein Vater David einst gewandelt, und tust, ganz wie ich dir geboten, und achtest meine Vorschriften und Satzungen, 2Ch 7:18 alsdann bestätige ich den Thron deines Königtums, wie ich mit deinem Vater David einen Bund geschlossen: 'Nie fehle dir ein Mann, der Israel beherrscht.' 2Ch 7:19 Doch fallt ihr ab und verlasset meine Vorschriften und Satzungen, die ich euch vorgelegt, und dienet anderen Göttern und werft euch vor sie hin, 2Ch 7:20 dann reiße ich sie weg von meiner Scholle, die ich ihnen einst verliehen, und weg von meinem Angesicht verwerfe ich das Haus, das meinem Namen ich geweiht, und mache es zum Hohn und Spott für alle Völker. 2Ch 7:21 Und über dieses Haus, das so erhaben war, entsetzt sich jeder, der daran vorübergeht, und fragt er dann: 'Weswegen hat der Herr diesem Land und diesem Hause so getan?' 2Ch 7:22 dann sagen sie: 'Weil sie den Herrn, ihrer Väter Gott, verlassen, der einst sie aus Ägypterland geführt, und sich alsdann an andere Götter hielten und sie anbeteten und ihnen dienten, deswegen hat der Herr all dieses Unheil aber sie gebracht.'" 2Ch 8:1 In zwanzig Jahren hatte Salomo das Haus des Herrn und sein Haus erbaut. 2Ch 8:2 Danach baute Salomo die Städte aus, die Churam dem Salomo gegeben, und siedelte Israeliten darin an. 2Ch 8:3 Dann zog Salomo nach Hamat bei Soba und eroberte es. 2Ch 8:4 Er baute auch Tadmor in der Wüste und alle Vorratsstädte aus, die er in Hamat angelegt hatte. 2Ch 8:5 Er baute auch Ober- und Nieder-Bet Choron aus, Festungen mit Mauern, Toren und Riegeln, 2Ch 8:6 ferner Baalat und alle Vorratsstädte, die Salomo besaß, alle Wagenstädte, die Städte für die Reiter und alles, was Salomo zu bauen wünschte in Jerusalem, auf dem Libanon und in seinem ganzen Herrschaftsbereich. 2Ch 8:7 Aus allem Volk, das von den Chittitern, Amoritern, Perizitern, Chiwitern und Jebusitern übrig war und das nicht aus Israel war, 2Ch 8:8 von seinen Söhnen, die nach ihm im Lande geblieben waren und die die Israeliten nicht ausgerottet hatten, hob Salomo zum Frondienst aus bis auf diesen Tag. 2Ch 8:9 Aber von den Israeliten machte Salomo keinen zum Knecht für seine Arbeit. Sie wurden Kriegsleute, Befehlshaber seiner Wagenkämpfer und Befehlshaber seiner Wagen und Reiter. 2Ch 8:10 Dies waren die Oberen der Vögte des Königs Salomo, 210, die die Leute beaufsichtigten. 2Ch 8:11 Salomo aber brachte Pharaos Tochter aus der Davidsstadt in das Haus, das er für sie gebaut hatte. Denn er sprach: "Kein Weib wohne mir im Hause Davids, des Königs von Israel! Denn der Ort ist heilig, weil dahin die Lade des Herrn gekommen ist." 2Ch 8:12 Damals brachte Salomo dem Herrn Brandopfer dar, auf dem Altar des Herrn, den er vor der Vorhalle erbaut hatte. 2Ch 8:13 Das Tägliche brachte er dar nach des Moses Gebot an den Sabbaten, Neumonden und Festen und dreimal im Jahre, an dem Feste der ungesäuerten Brote, am Wochenfeste und am Hüttenfeste. 2Ch 8:14 Nach seines Vaters David Anordnung bestellte er die Priesterabteilungen zu ihrem Dienste und die Leviten zu ihren Amtsverrichtungen, daß sie lobsangen und bei den Priestern den täglichen Dienst taten, ferner die Torhüter nach ihren Abteilungen für jedes Tor. Denn so war es Befehl des Gottesmannes David. 2Ch 8:15 Man war in keinem Stücke abgewichen von des Königs Befehl betreffs der Priester und Leviten und der Schatzkammern. 2Ch 8:16 So ward Salomos ganzes Werk fertig, von dem Tage an, an dem das Haus des Herrn gegründet wurde, bis zur gänzlichen Vollendung des Hauses des Herrn. 2Ch 8:17 Damals war Salomo nach Esiongeber und Elot am Meeresufer im Lande Edom gezogen. 2Ch 8:18 Churam aber sandte ihm durch seine Knechte Schiffe mit meereskundigen Knechten. Und sie kamen mit Salomos Knechten nach Ophir. Von da holten sie 450 Talente Gold und brachten es dem König Salomo. 2Ch 9:1 Auch die Königin von Saba hatte den Ruhm über Salomo vernommen. So kam sie nach Jerusalem, Salomo mit Rätseln zu prüfen, mit sehr großem Gefolge und mit Kamelen, beladen mit Spezereien und Gold in Menge und Edelsteinen. So kam sie zu Salomo. Da besprach sie mit ihm alles, was sie auf dem Herzen hatte. 2Ch 9:2 Und Salomo gab ihr Antwort auf alle ihre Fragen. Nichts war Salomo verborgen, das er ihr nicht beantwortet hätte. 2Ch 9:3 Als die Königin von Saba die Weisheit Salomos sah, den Palast, den er erbaut, 2Ch 9:4 die Speisen seines Tisches, die Sitze seiner Diener, das Aufwarten seiner Bedienten, ihre Gewandung, seine Mundschenken und ihre Gewandung und sein Brandopfer, das er im Hause des Herrn darbrachte, da war sie außer sich. 2Ch 9:5 Sie sprach zum König: "Wahrheit ist es, was ich in meinem Lande von deinen Sachen und deiner Weisheit vernommen habe. 2Ch 9:6 Ich habe ihren Worten nicht geglaubt, bis ich selbst gekommen bin und es dann mit eigenen Augen gesehen habe. Dabei ist mir nicht die Hälfte der Fülle deiner Weisheit gemeldet worden. Du übertriffst den Ruhm, den ich vernommen habe. 2Ch 9:7 Glücklich deine Mannen! Glücklich diese deine Diener, die allzeit vor dir stehen und deine Weisheit hören! 2Ch 9:8 Gepriesen der Herr, dein Gott, der an dir Wohlgefallen gefunden, um dich auf seinen Thron als König für den Herrn, deinen Gott, zu setzen! Weil dein Gott Israel liebt und es ewig bestehen lassen will, darum hat er dich über sie zum König gesetzt, um Recht und Gerechtigkeit zu üben." 2Ch 9:9 Sie gab dem König 120 Talente Gold, Spezereien in sehr großer Menge und Edelsteine. Nie hatte es solche Spezereien gegeben wie die, die Sabas Königin dem König Salomo geschenkt hatte. 2Ch 9:10 Auch Churam und Salomos Knechte, die Gold aus Ophir holten, brachten Aloeholz und Edelsteine. 2Ch 9:11 Und der König machte aus dem Aloeholz Treppen zum Hause des Herrn und zum Königshause und Zithern und Harfen für die Sänger. 2Ch 9:12 Der König Salomo aber erfüllte der Königin von Saba all ihre Wünsche, noch über das hinaus, worum sie den König gebeten hatte. Sie kehrte nun heim und zog in ihr Land mit ihren Dienern. 2Ch 9:13 Das Gewicht des Goldes, das für Salomo in einem Jahr einging, betrug 666 Goldtalente, 2Ch 9:14 außer dem, was die Kaufleute und Händler brachten. Auch alle abgabepflichtigen Könige und die Statthalter des Landes lieferten Salomo Gold und Silber. 2Ch 9:15 Der König Salomo machte 200 Schilde aus geschlagenem Golde; auf jeden Schild verwendete er 600 Ring geschlagenes Gold. 2Ch 9:16 Dazu 300 Schildchen aus geschlagenem Golde. Auf jedes Schildchen verwendete er 300 Ring geschlagenes Gold. Und der König tat sie in das Libanonwaldhaus. 2Ch 9:17 Ferner machte der König einen großen Elfenbeinthron und überzog ihn mit reinem Golde. 2Ch 9:18 Sechs Stufen hatte der Thron und eine Thronsessellehne. Sie waren mit Gold gefaßt, ebenso die Armlehnen auf beiden Seiten des Sitzplatzes. Und zwei Löwen standen neben den Lehnen. 2Ch 9:19 Zwölf Löwen standen dort auf den sechs Stufen zu beiden Seiten. Solches ward für kein anderes Königreich gemacht. 2Ch 9:20 Alle Trinkgefäße des Königs Salomo waren aus Gold und alle Geräte des Libanonwaldhauses von feinem Gold. Silber galt in Salomos Tagen für nichts. 2Ch 9:21 Denn der König besaß Schiffe, die mit Churams Knechten nach Tarsis fuhren. Alle drei Jahre einmal kamen die Tarsisschiffe und brachten Gold und Silber, Elfenbein, Affen und Pfaue. 2Ch 9:22 So übertraf der König Salomo alle Könige der Erde an Reichtum und Weisheit. 2Ch 9:23 Und alle Könige der Erde suchten Salomos Anblick, um seine Weisheit zu hören, die ihm Gott ins Herz gelegt hatte. 2Ch 9:24 Sie brachten jeder seine Gabe, silberne und goldene Geräte, Gewänder, Waffen und Spezereien, Rosse und Maultiere, Jahr für Jahr. 2Ch 9:25 Und Salomo besaß 4.000 Gespanne, Rosse und Wagen und 12.000 Reiter. Er legte sie in die Wagenstädte und in die Umgebung des Königs nach Jerusalem. 2Ch 9:26 Und er war Herrscher über alle Könige vom Strome bis zum Philisterland und bis zur Grenze Ägyptens. 2Ch 9:27 Und der König machte das Silber zu Jerusalem den Steinen gleich und die Zedern gleich den Maulbeerbäumen in der Niederung. 2Ch 9:28 Man führte Rosse für Salomo aus Ägypten und aus allen Ländern ein. 2Ch 9:29 Ist nicht Salomos übrige Geschichte, die frühere und die spätere, aufgeschrieben in der Geschichte des Propheten Natan, in der Weissagung des Siloniten Achia und in der Offenbarung des Sehers Jedo an Nebats Sohn Jeroboam? 2Ch 9:30 Salomo herrschte zu Jerusalem über ganz Israel vierzig Jahre. 2Ch 9:31 Alsdann legte sich Salomo zu seinen Vätern, und man begrub ihn in seines Vaters David Stadt. Und sein Sohn Rechabeam ward König an seiner Statt. 2Ch 10:1 Rechabeam ging nun nach Sichem. Denn ganz Israel ging nach Sichem, ihn zum König zu machen. 2Ch 10:2 Davon hörte Nebats Sohn Jeroboam. Er war noch in Ägypten, wohin er vor dem König Salomo geflohen war. Da kehrte Jeroboam aus Ägypten zurück. 2Ch 10:3 Nun sandte man hin und ließ ihn rufen. So kamen Jeroboam und ganz Israel. Sie sprachen zu Rechabeam: 2Ch 10:4 "Dein Vater hat uns ein hartes Joch auferlegt. Erleichtere uns deines Vaters harten Dienst und das schwere Joch, das er uns auferlegt, und wir wollen dir dienen!" 2Ch 10:5 Er sprach zu ihnen: "Kommt in drei Tagen wieder zu mir!" Und das Volk ging weg. 2Ch 10:6 Da beriet sich König Rechabeam mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo bei seinen Lebzeiten gestanden, und sprach: "Wie ratet ihr, dieses Volk zu bescheiden?" 2Ch 10:7 Sie sprachen zu ihm so: "Bist du zu diesem Volke gütig, fügst dich ihnen und gibst ihnen freundlichen Bescheid, dann werden sie dir allzeit Diener sein." 2Ch 10:8 Er aber kehrte sich nicht an den Rat der Alten, die ihn beraten hatten, sondern beriet sich mit den Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen. 2Ch 10:9 Er sprach zu ihnen: "Wie ratet ihr, dieses Volk zu bescheiden, das zu mir gesprochen: 'Erleichtere das Joch, das uns dein Vater auferlegt hat!'" 2Ch 10:10 Da sprachen zu ihm die Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren: "Also sprich zu diesem Volke, das zu dir gesprochen: 'Dein Vater hat uns ein schweres Joch auferlegt. Erleichtere du unser Joch!' So sprich zu ihnen: Mein kleiner Finger ist stärker als meines Vaters Lenden. 2Ch 10:11 Nun denn! Mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt. Ich aber will euer Joch noch härter machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will es mit Skorpionen tun." 2Ch 10:12 Am dritten Tage kamen nun Jeroboam und alles Volk zu Rechabeam, wie der König gesagt hatte: "Kommt am dritten Tage wieder zu mir!" 2Ch 10:13 Da fuhr der König sie hart an. Denn der König Rechabeam hielt sich nicht an den Rat der Alten. 2Ch 10:14 Er sprach nach der Jungen Rat zu ihnen: "Mein Vater hat euch ein schweres Joch auferlegt. Ich aber mache euer Joch noch schwerer. Mein Vater züchtigte euch mit Peitschen, ich aber will es mit Skorpionen tun." 2Ch 10:15 Also schenkte der König dem Volke kein Gehör. Denn so war es von Gott bestimmt, damit der Herr sein Wort bestätigte, das er durch den Siloniten Abia zu Nebats Sohn Jeroboam gesprochen hatte. 2Ch 10:16 Als nun ganz Israel sah, daß der König ihnen kein Gehör schenkte, gab das Volk dem König diesen Bescheid: "Was haben wir gemein mit David? Wir nehmen keinen Anteil mehr am Isaisohne. Ein jeglicher gehe zu seinen Zelten, Israel! Nun schau nach deinem Hause, David!" So ging ganz Israel zu seinen Zelten. 2Ch 10:17 So blieb Rechabeam nur noch König über die Israeliten, die in Judas Städten wohnten. 2Ch 10:18 Da sandte der König Rechabeam den Fronmeister Hadoram hin. Aber die Israeliten steinigten ihn zu Tode. Der König Rechabeam selbst konnte noch rasch auf seinen Wagen springen und nach Jerusalem fliehen. 2Ch 10:19 So fiel Israel vom Davidshause ab bis auf diesen Tag. 2Ch 11:1 Rechabeam kam nun nach Jerusalem. Da sammelte er das Haus Juda und Benjamin, 180.000 erlesene Krieger, zum Kampfe gegen Israel, um das Königtum dem Rechabeam zurückzugewinnen. 2Ch 11:2 Da erging Gottes Wort an den Gottesmann Semaja: 2Ch 11:3 "Sprich zu dem Sohne Salomos, dem Judakönig Rechabeam, und zu dem ganzen Israel in Juda und in Benjamin: 2Ch 11:4 'So spricht der Herr: Zieht nicht hinauf und kämpfet nicht mit euren Brüdern! Ein jeder kehre heim! Durch mich ist es so gefügt.'" Sie hörten auf das Wort des Herrn und ließen den Zug gegen Jeroboam. 2Ch 11:5 So blieb Rechabeam in Jerusalem und baute Städte in Juda zu Festungen um. 2Ch 11:6 So baute er Bethlehem, Etam, Tekoa, 2Ch 11:7 Betsur, Soko, Adullam, 2Ch 11:8 Gat, Maresa, Ziph, 2Ch 11:9 Adoraim, Lakis, Azeka, 2Ch 11:10 Sora, Ajjalon und Hebron, die in Juda und Benjamin lagen, zu festen Städten um. 2Ch 11:11 Er verstärkte die Festungen, legte Befehlshaber hinein sowie Vorräte an Speise, Öl und Wein, 2Ch 11:12 und in jede Stadt Schilde und Speere. So machte er sie überaus stark. Und so blieben ihm Juda und Benjamin. 2Ch 11:13 Die Priester aber und die Leviten in ganz Israel stellten sich bei ihm ein aus all ihren Bezirken. 2Ch 11:14 Denn die Leviten verließen ihre Weidetriften und ihren Besitz und gingen nach Juda und Jerusalem; denn Jeroboam mit seinen Söhnen hatte sie aus dem Priesterdienst des Herrn verstoßen 2Ch 11:15 und sich eigene Priester bestellt für die Höhen, für die Bocksgestalten und für die Kälber, die er gemacht hatte. 2Ch 11:16 Ihnen waren aus allen Stämmen Israels solche gefolgt, die ihren Sinn darauf richteten, den Herrn, Israels Gott, aufzusuchen. Sie waren nach Jerusalem gekommen, dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, zu opfern. 2Ch 11:17 So stärkten sie das Königreich Juda und unterstützten Salomos Sohn Rechabeam drei Jahre lang. 2Ch 11:18 Rechabeam nahm sich nun zum Weibe Machalat, die Tochter des Davidsohnes Jerimot und der Abichail, die Enkelin des Isaisohnes Eliab. 2Ch 11:19 Sie gebar ihm Söhne: Jëus, Semarja und Zaham. 2Ch 11:20 Nach ihr heiratete er Absaloms Enkelin Maaka, und sie gebar ihm Abia, Attai, Ziza und Selomit. 2Ch 11:21 Rechabeam aber liebte Absaloms Tochter Maaka mehr als alle seine anderen Frauen und Nebenweiber. Er hatte achtzehn Frauen und sechzig Nebenweiber genommen. Er zeugte achtundzwanzig Söhne und sechzig Töchter. 2Ch 11:22 Und Rehabeam bestellte Maakas Sohn Abia zum Haupte und Fürsten unter seinen Brüdern, um ihn zum König zu machen. 2Ch 11:23 Und er handelte klug und verteilte all seine Söhne in alle Gegenden Judas und Benjamins und in alle festen Städte. Er gab ihnen reichliche Zehrung und gewährte eine Menge Weiber. 2Ch 12:1 Als aber Rechabeams Königtum fest war und er zu Macht kam, verließ er des Herrn Gesetz, und ganz Israel mit ihm. 2Ch 12:2 So zog denn im fünften Regierungsjahr Rechabeams Sisak, der König von Ägypten, gegen Jerusalem, weil sie dem Herrn untreu geworden waren, 2Ch 12:3 mit 1.200 Wagen und 60.000 Reitern. Zahllos war das Volk, das mit ihm aus Ägypten zog: Libyer, Troglodyten und Äthiopier. 2Ch 12:4 Und er eroberte Judas Festungen und kam bis Jerusalem. 2Ch 12:5 Da kam der Prophet Semaja zu Rechabeam und Judas Fürsten, die sich vor Sisak nach Jerusalem geflüchtet hatten, und sprach zu ihnen: "So spricht der Herr: 'Mich habt ihr verlassen. So überlasse ich auch euch der Hand des Sisak.'" 2Ch 12:6 Da demütigten sich Judas Fürsten mit dem König und sprachen: "Der Herr ist gerecht." 2Ch 12:7 Als der Herr sah, daß sie sich verdemütigt hatten, erging des Herrn Wort an Semaja: "Sie haben sich gedemütigt. So will auch ich sie nicht vernichten. Ich gönne ihnen nun ein wenig Heil: Mein Grimm ergießt sich nimmermehr durch Sisak auf Jerusalem. 2Ch 12:8 Doch sollen sie ihm dienstbar werden, daß sie kennenlernen meinen Dienst und den der Königreiche anderer Länder." 2Ch 12:9 So rückte Ägyptens König Sisak gegen Jerusalem und nahm die Schätze im Hause des Herrn und die Schätze des Königshauses. Alles nahm er mit. Er nahm auch die goldenen Schilde, die Salomo gemacht hatte. 2Ch 12:10 König Rechabeam machte an ihrer Statt eherne Schilde und gab sie in die Obhut der Obersten der Läufer, die den Eingang des Königshauses bewachten. 2Ch 12:11 Sooft der König ins Haus des Herrn ging, kamen die Läufer und trugen sie. Dann brachten sie sie ins Gemach der Läufer zurück. 2Ch 12:12 Weil er sich verdemütigte, ließ der Zorn des Herrn von ihm und vertilgte ihn nicht. Auch an Juda war manches Gute. 2Ch 12:13 König Rechabeam befestigte sich wieder in Jerusalem und regierte weiter. Denn Rechabeam war einundvierzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte siebzehn Jahre zu Jerusalem, in der Stadt, die der Herr aus allen Stämmen Israels wählte, seinen Namen hier einzusetzen. Seine Mutter hieß Naama und war eine Ammoniterin. 2Ch 12:14 Er tat das Böse. Denn er richtete sein Herz nicht darauf, den Herrn zu suchen. 2Ch 12:15 Ist nicht Rechabeams Geschichte, die frühere und spätere, in der Geschichte des Propheten Semaja und des Sehers Iddo aufgezeichnet? Die Kämpfe Rechabeams und Jeroboams währten die ganze Zeit. 2Ch 12:16 Als sich Rechabeam zu seinen Vätern legte, ward er in der Davidsstadt begraben, und sein Sohn Abia ward an seiner Statt König. 2Ch 13:1 Im achtzehnten Jahre des Königs Jeroboam ward Abia König über Juda. 2Ch 13:2 Drei Jahre regierte er zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Mikajahu und war Uriels Tochter aus Gibea. Auch zwischen Abia und Jeroboam kam es zum Kriege. 2Ch 13:3 Abia begann den Kampf mit einem Heer tapferer Krieger, mit 400.000 erlesenen Leuten. Jeroboam aber stellte sich in Schlachtordnung gegen ihn mit 800.000 erlesenen, tapferen Kriegern. 2Ch 13:4 Da stellte sich Abia oben auf den Berg Semaraim im Gebirge Ephraim und sprach: "Hört mich, Jeroboam und ihr, ganz Israel! 2Ch 13:5 Müßt ihr nicht wissen, daß einst der Herr, Gott Israels, dem David das Königtum von Israel für alle Zeit verliehen hat, ihm und seinen Söhnen, als einen Salzbund? 2Ch 13:6 Nun trat des Nebat Sohn Jeroboam auf, der Knecht des Davidsohnes Salomo, um sich gegen seinen Herrn zu empören. 2Ch 13:7 Um ihn scharten sich nichtsnutzige und schlimme Leute, und sie empörten sich gegen Salomos Sohn Rechabeam. Rechabeam war noch jung und schwachmütig und konnte ihnen nicht standhalten. 2Ch 13:8 jetzt aber denkt ihr standzuhalten vor des Herren Königtum, das in der Hand der Söhne Davids liegt? Ihr seid ein großer Haufen zwar; bei euch sind auch die goldenen Kälber, die euch Jeroboam zu Göttern gemacht hat. 2Ch 13:9 Habt ihr denn nicht des Herren Priester ausgetrieben, die Aaronssöhne und Leviten, und euch selber Priester gemacht, so wie die Völker in den Ländern? Wer da mit einem jungen Stier und sieben Widdern kam, sich weihen zu lassen, der ist schon ein Priester der Ungötter geworden. 2Ch 13:10 Der Herr ist aber unser Gott; verlassen haben wir ihn nicht. Als Priester dienen so dem Herrn die Aaronssöhne, und die Leviten sind im Amte. 2Ch 13:11 Sie lassen für den Herren jeden Morgen und jeden Abend Brandopfer verrauchen und duftiges Räucherwerk. Sie legen das Brot dem reinen Tische reihenweise auf und zünden auch den goldenen Leuchter mit seinen Lampen jeden Abend an. Denn wir beobachten den Dienst des Herrn, unseres Gottes. Doch ihr habt ihn verlassen. 2Ch 13:12 Mit uns ist, an der Spitze, Gott und seine Priester und die Lärmtrompeten, um gegen euch zum Angriff zu blasen. Ihr Söhne Israels! Kämpft doch nicht gegen den Herrn, eurer Väter Gott! Ihr habt kein Glück." 2Ch 13:13 Jeroboam aber ließ den Hinterhalt eine Wendung machen, um ihnen in den Rücken zu fallen. So standen sie Juda gegenüber. In seinem Rücken aber war der Hinterhalt. 2Ch 13:14 Nun wandte Juda sich um. Da hatte es den Kampf vorn und hinten. Da schrien sie zum Herrn, und die Priester stießen in die Hörner. 2Ch 13:15 Und die Mannen Judas erhoben ein Kriegsgeschrei. Sowie Judas Mannen aber schrien, schlug Gott Jeroboam und ganz Israel vor Abia und Juda. 2Ch 13:16 Und die Israeliten flohen vor Juda. Und Gott gab sie in seine Hand. 2Ch 13:17 Und Abia und seine Leute schlugen sie gewaltig. Von Israel fielen 500.000 erlesene Leute. 2Ch 13:18 So wurden die Israeliten damals gedemütigt. Und Judas Söhne gewannen die Oberhand; denn sie hatten sich auf den Herrn, ihrer Väter Gott, gestützt. 2Ch 13:19 Abia aber verfolgte Jeroboam und gewann ihm etliche Städte ab, Betel, Jesana und Ephron je mit ihren Tochterorten. 2Ch 13:20 Jeroboam aber war nicht mehr zu Kraft gekommen in Abias Tagen. Ihn schlug der Herr, und er starb. 2Ch 13:21 Abia aber wurde mächtig, und er nahm sich vierzig Weiber und zeugte zweiundzwanzig Söhne und sechzehn Töchter. 2Ch 13:22 Abias übrige Geschichte, sein Wandel und seine Reden, sind in der Auslegung des Propheten Iddo aufgezeichnet. 2Ch 14:1 (13:23) Abia legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn in der Davidsstadt, und sein Sohn Asa ward König an seiner Statt. In seinen Tagen hatte das Land zwanzig Jahre Ruhe. 2Ch 14:2 (14:1) Asa tat, was gut und recht war in des Herrn, seines Gottes, Augen. 2Ch 14:3 (14:2) Er entfernte die ausländischen Altäre und die Höhen, zertrümmerte die Malsteine und fällte die Ascheren ("hl. Pfähle"). 2Ch 14:4 (14:3) Er gebot Juda, den Herrn, ihrer Väter Gott, zu suchen und die Lehre und das Gebot zu üben. 2Ch 14:5 (14:4) Er entfernte aus allen Städten Judas die Höhen und die Rauchaltäre. Durch ihn hatte das Reich Ruhe. 2Ch 14:6 (14:5) Er baute auch feste Städte in Juda. Denn das Land hatte Ruhe. Niemand führte mit ihm in jenen Jahren Krieg, da der Herr ihm Ruhe verschafft hatte. 2Ch 14:7 (14:6) Er sprach nun zu Juda: "Wir wollen diese Städte aufbauen und mit Mauern, Türmen, Toren und Riegeln umgeben. Noch sind wir die Herren des Landes. Denn wir haben den Herrn, unseren Gott, gesucht. Wir haben ihn gesucht, und da schaffte er uns ringsum Ruhe." So bauten sie und hatten Gelingen. 2Ch 14:8 (14:7) Asa aber hatte ein Heer, das Schild und Speer trug, aus Juda 300.000 Mann und aus Benjamin 280.000 Mann, die Tartschen trugen und den Bogen spannten, lauter tapfere Krieger. 2Ch 14:9 (14:8) Da zog gegen ihn der Kuschite Zerach mit einem Heere von 1.000.000 Mann und dreihundert Wagen. Er kam bis Maresa. 2Ch 14:10 (14:9) Da zog Asa ihm entgegen. Und sie ordneten die Schlacht im Tale nördlich bei Maresa. 2Ch 14:11 (14:10) Da rief Asa zum Herrn, seinem Gott, und sprach: "Herr! Nur Du kannst helfen im Streite zwischen einem Mächtigen und einem Schwachen. Hilf uns, Herr, unser Gott! Wir stützen uns auf Dich. In Deinem Namen ziehen wir gegen diesen Haufen. Herr! Du bist unser Gott. Laß keinen Sterblichen vor Dir aufkommen!" 2Ch 14:12 (14:11) Da schlug der Herr die Kuschiten vor Asa und Juda. Und die Kuschiten flohen. 2Ch 14:13 (14:12) Asa aber und das Volk bei ihm verfolgten sie bis Gerar. Und von den Kuschiten fielen so viele, daß ihrer keiner mehr am Leben blieb. Denn sie waren vor dem Herrn und vor seinem Heere zerschmettert worden. Jene trugen sehr große Beute davon. 2Ch 14:14 (14:13) Und sie schlugen alle Städte rings um Gerar. Denn des Herrn Schrecken war über sie gekommen. So plünderten sie alle Städte. Denn viel Beute war darin. 2Ch 14:15 (14:14) Auch die Zelte mit den Herden hatten sie geschlagen, und so führten sie Schafe in Menge und Kamele fort. Dann kehrten sie nach Jerusalem zurück. 2Ch 15:1 Da kam über Azarja, Odeds Sohn, Gottes Geist. 2Ch 15:2 Er ging zu Asa hinaus und sprach zu ihm: "Hört mich, du, Asa, und ihr, Leute von ganz Juda und von Benjamin! Der Herr ist dann mit euch, wenn ihr auch mit ihm seid. Sucht ihr ihn auf, läßt er sich von euch finden. Verlaßt ihr ihn, verläßt er euch. 2Ch 15:3 Viele Tage schon war Israel ohne wahren Gott und ohne die belehrenden Priester und ohne Lehre. 2Ch 15:4 Da kehrte es sich in seiner Not zum Herrn, dem Gotte Israels. Sie suchten ihn; er ließ sich finden. Denn große Unruhe war bei allen Bewohnern dieser Lande. 2Ch 15:5 In jenen Zeiten war kein Frieden für die Aus- und Eingehenden. 2Ch 15:6 Ein Volk war gegen das andere verhetzt und eine Stadt gegen die andere. Denn Gott hat sie durch allerlei Trübsal verwirrt. 2Ch 15:7 Ihr aber! Seid mutig! Laßt eure Hände nimmer sinken! Für euer Tun gibt's einen Lohn." 2Ch 15:8 Als Asa diese Worte hörte und die Weissagung des Propheten Azarja, bekam er Mut, und so entfernte er die Scheusale aus dem ganzen Lande Juda und Benjamin und aus den Städten, die er auf dem Gebirge Ephraim erobert hatte. Er erneuerte auch des Herrn Altar, der vor der Vorhalle des Herrn stand. 2Ch 15:9 Dann versammelte er ganz Juda und Benjamin und die Fremdlinge bei ihnen aus Ephraim, Manasse und Simeon. Denn sie waren ihm aus Israel in Menge zugefallen, als sie sahen, daß der Herr, sein Gott, mit ihm war. 2Ch 15:10 Sie sammelten sich nun zu Jerusalem im dritten Monat des fünfzehnten Jahres der Regierung des Asa. 2Ch 15:11 Und sie opferten dem Herrn an jenem Tage von der Beute, die sie heimgebracht, 700 Rinder und 7.000 Schafe. 2Ch 15:12 Dann verpflichteten sie sich, den Herrn, ihrer Väter Gott, aus ihrem ganzen Herzen und ihrer ganzen Seele zu suchen, 2Ch 15:13 und wer den Herrn, Israels Gott, nicht suche, solle getötet werden, klein oder groß, Mann oder Weib! 2Ch 15:14 So schwuren sie dem Herrn mit lautem Jubelrufe und unter Hörner- und Posaunenschall. 2Ch 15:15 Und ganz Juda freute sich über den Schwur. Denn sie hatten ihn mit ganzem Herzen geschworen und ihn mit ihrem ganzen Willen gesucht. Und er ließ sich von ihnen finden. So schaffte ihnen der Herr ringsum Ruhe. 2Ch 15:16 Sogar Maaka, die Mutter des Königs Asa, entsetzte er der Würde einer Herrin, weil sie der Aschera ein Schandbild gemacht hatte. Asa fällte ihr Schandbild, zermalmte und verbrannte es im Kidrontale. 2Ch 15:17 Die Höhen aber waren aus Israel nicht verschwunden. Nur Asas Herz war all seine Tage ungeteilt geblieben. 2Ch 15:18 Er brachte seines Vaters heilige Gaben und die seinigen in das Gotteshaus, Silber, Gold und andere Wertsachen. 2Ch 15:19 Krieg aber war nicht mehr bis zu Asas fünfunddreißigstem Regierungsjahre. 2Ch 16:1 Im sechsunddreißigsten Jahre Asas zog Israels König Baësa gegen Juda heran. Er baute Rama ("Höhe") aus, um niemanden zu Judas König Asa aus- und eingehen zu lassen. 2Ch 16:2 Da nahm Asa Silber und Gold aus den Schatzkammern im Hause des Herrn und im Königshause und sandte es an Arams König Benhadad, der zu Damaskus wohnte, und ließ sagen: 2Ch 16:3 "Ein Bund sei zwischen mir und dir, wie zwischen deinem Vater und meinem Vater! Hier sende ich dir Silber und Gold. Wohlan, brich deinen Bund mit Israels König Baësa, daß er von mir abziehe!" 2Ch 16:4 Und Benhadad hörte auf den König Asa und sandte seine Heeresobersten gegen Israels Städte. Sie verheerten Ijjon, Dan und Abelmaim ("Wasseraue") und alle Vorratshäuser in Naphtalis Städten. 2Ch 16:5 Als dies Baësa vernahm, ließ er vom Ausbau Ramas und stellte seine Arbeit ein. 2Ch 16:6 Da zog der König Asa ganz Juda heran, und sie trugen die Steine und die Balken von Rama fort, das Baësa ausgebaut hatte. Er baute damit Geba und Mispa aus. 2Ch 16:7 In jener Zeit war der Seher Chanani zum Judakönige Asa gekommen, und so sprach er zu ihm: "Weil du dich auf Arams König gestützt hast und nicht auf den Herrn, deinen Gott, deswegen ist das Heer des Israelkönigs deiner Hand entronnen. 2Ch 16:8 Sind denn die Äthiopier und Libyer nicht zahlreicher gewesen an Wagen und an Reitern? Doch weil du auf den Herrn dich gestützt, hat er sie auch in deine Hand gegeben. 2Ch 16:9 Die Augen des Herrn durchspähen ja die ganze Erde, um den zu festigen, dessen Herz ungeteilt für ihn ist. Du hast töricht hierin gehandelt. Von jetzt ab gibt's für dich nur Kämpfe." 2Ch 16:10 Da zürnte Asa dem Seher und legte ihn ins Stockhaus. Denn er war ihm böse. Asa tötete auch damals etliche aus dem Volke. 2Ch 16:11 Asas Geschichte, die frühere und die spätere, ist im Buche der Könige von Juda und Israel aufgezeichnet. 2Ch 16:12 Im neununddreißigsten Regierungsjahr erkrankte Asa an den Füßen, und seine Erkrankung war überaus heftig. Aber auch in dieser Krankheit suchte er nicht den Herrn auf, sondern die Ärzte. 2Ch 16:13 Und Asa legte sich zu seinen Vätern, und zwar starb er in seinem einundvierzigsten Regierungsjahr. 2Ch 16:14 Man begrub ihn in seiner Grabstätte, die er sich in der Davidsstadt angelegt hatte. Man legte ihn auf ein Lager, das man mit Spezereien und sonstigen kunstvoll bereiteten Gewürzen angefüllt hatte. Dann zündete man ihm einen überaus großen Brand an. 2Ch 17:1 Sein Sohn Josaphat ward an seiner Statt König. Er aber ward Israel überlegen. 2Ch 17:2 Er legte nämlich in alle festen Städte Judas Mannschaften. Er legte auch Besatzungen in das Land von Juda und in Ephraims Städte, die sein Vater Asa erobert hatte. 2Ch 17:3 Und der Herr war mit Josaphat. Denn er wandelte auf seines Vaters früheren Pfaden. Er suchte die Baale nicht auf, 2Ch 17:4 sondern den Gott seines Vaters. So wandelte er nach seinen Geboten und nicht nach Israels Tun. 2Ch 17:5 Daher ließ der Herr unter seiner Hand das Königtum erstarken, und ganz Juda gab Josaphat Geschenke. So hatte er Reichtum und Ehre in Fülle. 2Ch 17:6 Und sein Herz ward mutig auf des Herrn Wegen. Er beseitigte auch noch die Höhen und die Ascheren aus Juda. 2Ch 17:7 Im dritten Regierungsjahr sandte er seine Obersten Benchail, Obadja, Zakarja, Netanel und Mikajahu aus, in Judas Städten zu lehren, 2Ch 17:8 mit ihnen die Leviten Semajahu, Netanjahu, Zebadjahu, Asael, Semiramot, Jonatan, Adonijahu und Tobijahu und die Leviten Tob und Adonia und mit diesen die Priester Elisama und Joram. 2Ch 17:9 Sie lehrten in Juda. Dabei hatten sie das Buch der Lehre des Herrn bei sich. Sie zogen in allen Städten Judas umher und lehrten unter dem Volke. 2Ch 17:10 Des Herrn Schrecken aber fiel auf alle Reiche der Länder rings um Juda. Und so stritten sie nicht mit Josaphat. 2Ch 17:11 Auch von den Philistern brachten etliche Josaphat Geschenke und eine Last Silber. Auch die Araber brachten ihm an Schafen 7.700 Widder und 7.700 Böcke. 2Ch 17:12 So ward Josaphat immer mächtiger. Er baute in Juda Burgen und Vorratsstädte. 2Ch 17:13 In den Städten Judas besaß er gewaltige Vorräte und in Jerusalem tapfere Kriegsleute. 2Ch 17:14 Dies war ihre Amtsordnung nach ihren Familien: Zu Juda gehörten als Oberste von Tausendschaften Adna, der Oberste. Bei ihm waren 300.000 tapfere Leute. 2Ch 17:15 Neben ihm war Jochanan Oberster mit 280.000. 2Ch 17:16 Neben ihm Amasja, Zikris Sohn, der sich freiwillig dem Herrn geweiht hatte, mit 200.000 tapferen Leuten. 2Ch 17:17 Zu Benjamin gehörte der tapfere Krieger Eljada mit 200.000 Leuten, mit Bogen und Schild gerüstet. 2Ch 17:18 Neben ihm war Jozabad mit 180.000 Kriegsgerüsteten. 2Ch 17:19 Diese waren es, die dem König dienten, außer denen, die der König in die festen Städte in ganz Juda gelegt hatte. 2Ch 18:1 Und Josaphat besaß Reichtum und Ruhm in Fülle. Und er verschwägerte sich mit Achab. 2Ch 18:2 Nach einigen Jahren zog er zu Achab nach Samaria hinab. Da schlachtete Achab für ihn und seine Leute bei ihm Schafe und Rinder in Menge. Dann überredete er ihn, nach Ramot in Gilead zu ziehen. 2Ch 18:3 Achab, Israels König, sprach zum Judakönig Josaphat: "Ziehst du mit mir gegen Ramot in Gilead?" Er sprach zu ihm: "Ich wie du, mein Volk wie dein Volk! Ich ziehe mit dir in den Krieg." 2Ch 18:4 Und Josaphat sprach zum König Israels: "Frag doch jetzt nach dem Worte des Herrn!" 2Ch 18:5 Da versammelte Israels König die Propheten, 400 Mann, und fragte sie: "Sollen wir gegen Ramot in Gilead zu Felde ziehen, oder soll ich es lassen?" Sie sprachen: "Zieh hin! Gott gibt es in des Königs Hand." 2Ch 18:6 Da sprach Josaphat: "Ist hier kein Prophet des Herrn mehr, daß wir ihn befragen?" 2Ch 18:7 Da sprach der König Israels zu Josaphat: "Noch einer ist da, den Herrn durch ihn zu befragen. Aber ich hasse ihn. Denn er weissagt über mich nichts Gutes, sondern allzeit nur Schlimmes. Das ist Imlas Sohn Mikajehu." Da sprach Josaphat: "Der König sage nicht so!" 2Ch 18:8 Da rief der König Israels einen Kämmerer und befahl: "Hol rasch Mikajehu, Imlas Sohn!" 2Ch 18:9 Der König Israels aber und Josaphat, Judas König, saßen, jeder auf seinem Throne, in Gewändern da, und zwar saßen sie am Eingang des Tores von Samaria in Untergewändern da, und alle Propheten weissagten vor ihnen. 2Ch 18:10 Da machte sich Sidkijahu, Kenaanas Sohn, eiserne Hörner und sprach: "So spricht der Herr: 'Mit solchen wirst du die Aramäer stoßen und vernichten.'" 2Ch 18:11 Ebenso weissagten alle anderen Propheten und sprachen: "Zieh nach Ramot in Gilead und habe Glück! Der Herr gibt es in des Königs Hand." 2Ch 18:12 Der Bote aber, der hingegangen war, Mikajehu zu rufen, sprach zu ihm: "Die Propheten verheißen dem König einstimmig Gutes. Möchte auch dein Wort einem der Ihrigen gleichen! Sprich nur Gutes!" 2Ch 18:13 Da sprach Mikajehu: "So wahr der Herr lebt! Ich rede nur, was mein Gott sagt." 2Ch 18:14 So kam er zum König. Und der König sprach zu ihm: "Mika! sollen wir gen Ramot in Gilead zu Felde ziehen, oder soll ich es lassen?" Er sprach: "Zieht hin und habt Glück! Sie werden in eure Hand gegeben." 2Ch 18:15 Da sprach der König zu ihm: "Wie oft muß ich dich beschwören, du sollst mir in des Herrn Namen nur Wahrheit verkünden?" 2Ch 18:16 Da sprach er: "Ich sehe ganz Israel auf den Bergen zerstreut, wie Schafe ohne Hirten, und der Herr spricht: 'Sie haben keinen Herrn mehr. Sie kehren aber jeder unversehrt nach Hause.'" 2Ch 18:17 Da sprach der König Israels zu Josaphat: "Habe ich dir nicht gesagt: 'Er weissagt über mich nie Gutes, sondern nur Schlimmes?'" 2Ch 18:18 Da sprach er: "Hört darum das Wort des Herrn. Gesehen habe ich den Herrn auf seinem Throne sitzen, und bei ihm stand das ganze Himmelsheer zur Rechten und zur Linken. 2Ch 18:19 Da sprach der Herr: 'Wer möchte Achab, Israels König, so betören, daß er zu Felde zöge und in Gilead zu Ramot fiele?' Der eine sagte dies, der andere jenes. 2Ch 18:20 Da tritt der Geist hervor und stellt sich vor den Herrn und spricht: 'Ich möchte ihn betören.' Da fragte ihn der Herr: 'Womit?' 2Ch 18:21 Er sprach: 'Ich gehe aus und werde dann zum Lügengeist im Munde aller seiner Seher.' Er sprach: 'Du wirst betören und es auch vollbringen. Auf! Handle so!' 2Ch 18:22 So hat der Herr nun einen Lügengeist dem Munde all deiner Seher eingegeben. Unheil plant über dich der Herr." 2Ch 18:23 Da trat Sidkia, Kenaanas Sohn, herzu, schlug Mikajehu auf die Wange und sprach: "Auf welchem Wege ist der Geist des Herrn von mir gewichen, um mit dir zu reden?" 2Ch 18:24 Da sprach Mikajehu: "Das siehst du an jenem Tage, an dem du kommst, Winkel aufsuchend, um dich zu verstecken." 2Ch 18:25 Da sprach der König von Israel: "Nehmt Mikajehu und bringt ihn zum Stadthauptmann Amon und zum Königssohne Joas 2Ch 18:26 und meldet: 'So spricht der König: Werft diesen in den Kerker und nährt ihn kärglich mit Brot und Wasser, bis ich heil heimkomme!'" 2Ch 18:27 Da sprach Mikajehu: "Kehrst du wirklich heil heim, dann hat der Herr nicht durch mich gesprochen." Und er sprach: "Hört es, all ihr Leute!" 2Ch 18:28 So zog der König Israels mit Judas König Josaphat gen Ramot in Gilead. 2Ch 18:29 Und der König von Israel sprach zu Josaphat davon, verkleidet in den Kampf zu ziehen. "Du aber behalte deine Kleider an!" So verkleidete sich der König Israels, und sie zogen in den Kampf. 2Ch 18:30 Nun befahl der König von Aram den Obersten seiner Streitwagen: "Kämpft mit niemand anderem, gering oder vornehm als allein mit dem König von Israel!" 2Ch 18:31 Wie nun die Obersten der Streitwagen den Josaphat erblickten, dachten sie: "Das ist der König von Israel. Und sie umringten ihn, um ihn anzugreifen." Da schrie Josaphat, und der Herr half ihm. Gott lockte sie von ihm weg. 2Ch 18:32 Wie die Führer der Streitwagen nun merkten, daß es nicht der König von Israel war, ließen sie von ihm. 2Ch 18:33 Nun spannte ein Mann von ungefähr den Bogen und traf den König zwischen Ringelgurt und Panzer. Er sprach zum Wagenlenker: "Kehr um und fahre mich aus dem Getümmel! Denn ich bin verwundet." 2Ch 18:34 Aber der Kampf entbrannte an jenem Tage immer stärker, und so blieb der König von Israel, im Wagen gestützt, Aram gegenüber bis zum Abend. Zur Zeit des Sonnenunterganges aber starb er. 2Ch 19:1 Josaphat, Judas König, aber kam heil nach Jerusalem heim. 2Ch 19:2 Da trat zu ihm der Seher Jehu, Chananis Sohn, und sprach zum König Josaphat: "Hast du dem Frevler helfen und die lieben müssen, die den Herrn hassen? Darum lastet von dem Herrn ein Zorn auf dir. 2Ch 19:3 Doch etwas Gutes ist an dir erfunden worden. Du hast ja die Ascheren aus dem Land getilgt und hast dein Herz darauf gerichtet, Gott zu suchen." 2Ch 19:4 Josaphat aber blieb in Jerusalem. Dann zog er wieder unter das Volk von Beerseba bis zum Gebirge Ephraim und bekehrte sie zum Herrn, ihrer Väter Gott. 2Ch 19:5 Auch bestellte er Richter im Lande in allen festen Städten Judas, Stadt für Stadt. 2Ch 19:6 Er sprach zu den Richtern: "Seht zu, was ihr tut! Denn ihr richtet nicht für Menschen, sondern für den Herrn, und er hilft euch beim Rechtsprechen. 2Ch 19:7 So sei die Furcht vor dem Herrn auf euch! Seid vorsichtig und genau! Denn bei dem Herrn, unserem Gott, gilt kein Unrecht und kein Ansehen der Person und keine Bestechung." 2Ch 19:8 Auch in Jerusalem bestellte Josaphat etliche von den Leviten und Priestern und Stammhäuptern Israels für das Gericht des Herrn und für zweifelhafte Fälle. Sie hatten zu Jerusalem ihren Sitz. 2Ch 19:9 Er befahl ihnen: "Also sollt ihr tun in der Furcht des Herrn, in Treue und mit ungeteiltem Herzen! 2Ch 19:10 Bei jedem Rechtshandel, der vor euch kommt von euren Brüdern, die in ihren Städten wohnen, zwischen Blutsverwandten, zwischen der Lehre und den Geboten, den Satzungen und den Rechten, sollt ihr sie belehren, daß sie nicht beim Herrn in Schuld kommen! Sonst kommt ein Zorn über euch und eure Brüder. So sollt ihr tun, daß ihr nicht in Schuld kommt! 2Ch 19:11 Der Oberpriester Amarjahu sei euer Vorstand in jeder Angelegenheit des Herrn, ebenso Zebadjahu, Ismaels Sohn, der Fürst des Hauses Juda, in jeder Angelegenheit des Königs! Als Beamte seien euch die Leviten zur Verfügung! Geht also mutig ans Werk! Der Herr sei mit dem Guten!" 2Ch 20:1 Hernach rückten die Moabiter und die Ammoniter und einige der Mëuniter gegen Josaphat zum Kampfe aus. 2Ch 20:2 Man kam und meldete Josaphat: "Ein gewaltiger Haufe zieht von jenseits des Meeres, von Edom, gegen dich heran. Sie sind schon in Chason Tamar, das ist Engedi." 2Ch 20:3 Da fürchtete sich Josaphat und schickte sich an, den Herrn zu suchen. Und er ließ in ganz Juda ein Fasten ausrufen. 2Ch 20:4 Da sammelte sich Juda, um den Herrn zu suchen. Auch aus allen Städten Judas waren sie gekommen, den Herrn zu suchen. 2Ch 20:5 Josaphat aber trat in die Gemeinde Judas und Jerusalems im Hause des Herrn vor den neuen Vorhof 2Ch 20:6 und sprach: "Herr, unserer Väter Gott! / Bist Du nicht in dem Himmel Gott / und herrschest über alle Heidenreiche? / In Deiner Hand ist Kraft und Macht, / und niemand kann Dir widerstehen. 2Ch 20:7 Hast nicht Du, unser Gott, / des Landes Insassen vertrieben / vor Deinem Volke Israel / und dies dem Stamme Deines Freundes Abraham / für alle Zeit verliehen? 2Ch 20:8 Sie siedelten darin / und bauten Dir darin ein Heiligtum für Deinen Namen. / Sie sprachen: 2Ch 20:9 'Wenn uns ein Unheil trifft, / Schwert, Strafgericht, Pest, Hungersnot, / dann treten wir vor dieses Haus, vor Dich. / Ist ja in diesem Haus Dein Name! / Wir rufen dann zu Dir in unserer Not, / daß Du uns hörest und errettest.' 2Ch 20:10 Nun sind die Söhne Ammons, Moabs / und die von dem Gebirge Sëir da, / das zu betreten Du einst Israel verboten, / als dieses aus Ägypten kam, / sind sie doch ihnen ausgewichen / und haben sie nicht ausgetilgt. 2Ch 20:11 Sie wollen jetzt an uns Vergeltung üben / und uns aus dem Besitz vertreiben, / den Du zum Erbe uns verliehen hast. 2Ch 20:12 Willst Du sie denn nicht richten, unser Gott? / Vor dein gewaltig großen Haufen, / der gegen uns heranzieht, / sind wir ja machtlos. / Wir wissen nimmer, wie wir handeln sollen. / Auf Dich allein sehn deshalb unsere Augen." 2Ch 20:13 Ganz Juda stand dabei vor dem Herrn, auch seine Kinder, Weiber und Söhne. 2Ch 20:14 Da kam über Jachaziel, des Zakarja Sohn und Enkel des Benaja, des Sohnes des Jeiel und Enkels des Mattanja, einen Leviten aus den Asaphsöhnen, der Geist des Herrn inmitten der Gemeinde. 2Ch 20:15 Er sprach: "Merkt auf, ganz Juda und ihr Bewohner Jerusalems und du, König Josaphat! So spricht der Herr zu euch: 'Vor dem gewaltig großen Haufen fürchtet euch doch nicht! Erschrecket nicht davor! Der Kampf obliegt nicht euch, vielmehr nur Gott.' 2Ch 20:16 Zieht morgen gegen sie! Sie rücken auf der Steige von Sis an. Ihr findet sie darum am Ende des Bachtals, östlich von der Wüste Jeruel. 2Ch 20:17 Nicht ihr habt hier zu streiten. Paßt auf, steht still! Dann seht ihr die Hilfe des Herrn für euch, für Juda und Jerusalem! Habt keine Furcht! Erschrecket nicht! Zieht morgen gegen sie! Der Herr ist ja mit euch." 2Ch 20:18 Da neigte Josaphat das Antlitz bis zur Erde, und ganz Juda mit Jerusalems Einwohnern war vor dem Herrn niedergefallen, den Herrn anzubeten. 2Ch 20:19 Dann erhoben sich die Leviten von den Kehatiter- und Korachsöhnen, um den Herrn, Israels Gott, mit überlauter Stimme zu preisen. 2Ch 20:20 Am anderen Morgen in der Frühe aber zogen sie nach der Steppe von Tekoa. Bei ihrem Auszug trat Josaphat auf; dann sprach er: "Hört mich an, Juda und ihr Bewohner Jerusalems! Vertraut auf den Herrn, euren Gott, und ihr habt Bestand! Vertraut auf seine Propheten, und ihr habt Glück!" 2Ch 20:21 Dann beriet er sich mit dem Volke und bestellte für den Herrn Sänger, die im heiligen Schmucke jubelten. Sie sollten vor den Kampfgerüsteten herziehen und sprechen: "Dankt dem Herrn; denn ewig währet seine Huld!" 2Ch 20:22 Sobald sie aber mit dem Jubelruf und dem Lobpreis begannen, legte der Herr einen Hinterhalt wider die Ammoniter, Moabiter und die vom Gebirge Sëir, die gegen Juda ausgezogen waren. So wurden sie geschlagen. 2Ch 20:23 Auch die Ammoniter und Moabiter standen gegen die Bewohner des Gebirges Sëir auf, sie zu bannen und zu tilgen. Als sie aber mit den Bewohnern Seïrs fertig waren, griffen sie sich gegenseitig an und vernichteten sich. 2Ch 20:24 Als nun Juda auf die Höhe kam, nach der Wüste zu, sah es sich nach dem Haufen um. Da lagen lauter Leichen am Boden. Niemand war entronnen. 2Ch 20:25 Da kam Josaphat mit seinen Leuten, Beute zu machen. Und sie fanden Vieh in Menge, Fahrnis, Kleider und kostbare Geräte. Und sie nahmen sich mehr, als sie tragen konnten. Drei Tage plünderten sie, so groß war die Beute. 2Ch 20:26 Am vierten Tage aber versammelten sie sich im Lobpreistale. Denn dort pries man den Herrn. Deshalb nennt man jenen Ort bis auf diesen Tag Lobpreistal. 2Ch 20:27 Dann kehrten alle Männer Judas und Jerusalems mit Josaphat an der Spitze um und zogen voller Freude nach Jerusalem; denn der Herr hatte sie über ihre Feinde mit Freude erfüllt. 2Ch 20:28 So kamen sie nach Jerusalem mit Harfen, Zithern und Trompeten zum Hause des Herrn. 2Ch 20:29 Ein Gottesschrecken aber fiel auf alle Reiche der Länder, als sie hörten, daß der Herr mit Israels Feinden gestritten habe. 2Ch 20:30 Und Josaphats Reich hatte Ruhe. Denn sein Gott schaffte ihm ringsumher Ruhe. 2Ch 20:31 Josaphat regierte also über Juda. Er war fünfunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte fünfundzwanzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Azuba und war des Silchi Tochter. 2Ch 20:32 Er wandelte auf seines Vaters Asa Weg und wich nicht von ihm. Er tat, was dem Herrn gefiel. 2Ch 20:33 Nur die Höhen waren nicht beseitigt. Und das Volk richtete nicht sein Herz auf den Gott seiner Väter. 2Ch 20:34 Der Rest der Geschichte Josaphats, der früheren und späteren, ist verzeichnet in Jehus, des Chananisohnes, Geschichte, die man in das Buch der Könige Israels eingefügt hat. 2Ch 20:35 Hernach verbündete sich Judas König Josaphat mit Achazja, dem König Israels. Dieser aber lebte und wirkte lasterhaft. 2Ch 20:36 Er verband sich nun mit ihm, um Schiffe für die Fahrt nach Tarsis zu bauen. Und so machten sie in Esiongeber Schiffe. 2Ch 20:37 Da weissagte Dodawahus Sohn Eliezer aus Maresa wider Josaphat und sprach: "Weil du dich mit Achazja verbündest, wird der Herr dein Werk zertrümmern." Und die Schiffe scheiterten und vermochten nicht nach Tarsis zu fahren. 2Ch 21:1 Josaphat aber legte sich zu seinen Vätern und ward in der Davidsstadt bei seinen Vätern begraben. Sein Sohn Joram ward an seiner Statt König. 2Ch 21:2 Dieser hatte zu Brüdern die Josaphatsöhne Azarja, Jechiel, Zakarjahu, Mikael und Sephatjahu. Sie alle waren Söhne Josaphats, des Königs von Israel. 2Ch 21:3 Ihr Vater aber gab ihnen große Geschenke, Silber und Gold, Kleinodien nebst befestigten Städten in Juda. Aber die Königswürde verlieh er Joram. Denn dieser war der Erstgeborene. 2Ch 21:4 Joram trat nun die Herrschaft über seines Vaters Reich an. Als er sich stark fühlte, tötete er alle seine Brüder mit dem Schwerte, auch etliche der Fürsten Israels. 2Ch 21:5 Joram war zweiunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte acht Jahre in Jerusalem. 2Ch 21:6 Er wandelte auf dem Wege der Könige Israels, wie es Achabs Haus getan hatte. Denn er hatte eine Tochter Achabs zum Weib und tat, was dem Herrn mißfiel. 2Ch 21:7 Aber der Herr wollte nicht das Davidshaus vernichten wegen des Bundes, den er mit David geschlossen, wie er verheißen hatte, ihm und seinen Söhnen allezeit eine Leuchte zu lassen. 2Ch 21:8 In seinen Tagen fiel Edom von Juda ab und setzte sich einen eigenen König ein. 2Ch 21:9 Da zog Joram mit seinen Obersten und mit sämtlichen Wagen hinüber. Dann stand er bei Nacht auf und schlug Edom, das ihn umzingeln wollte, samt den Führern der Streitwagen. 2Ch 21:10 Dennoch fiel Edom von Juda ab bis auf diesen Tag. Zu jener Zeit fiel auch Libna von ihm ab, weil er den Herrn, seiner Väter Gott, verlassen hatte. 2Ch 21:11 Auch machte er Höhen in den Städten Judas und verführte Jerusalems Einwohner zur Untreue und verleitete Juda. 2Ch 21:12 Da kam an ihn ein Schreiben vom Propheten Elias, des Inhalts: "So spricht der Herr, der Gott deines Vaters David: 'Du wandelst nimmer auf den Wegen deines Vaters Josaphat und nimmer auf des Judakönigs Asa Wegen. 2Ch 21:13 Du gingst den Weg der Könige von Israel, und du verführtest die Bewohner Judas und Jerusalems zur Untreue, so wie das Achabhaus zur Untreue verführte; du hast auch deine Brüder, deine Angehörigen, erschlagen, die besser als du gewesen sind. 2Ch 21:14 So wird der Herr dein Volk gewaltig schlagen, und deine Söhne, deine Weiber, deine ganze Habe. 2Ch 21:15 Du selbst verfällst in schweres Siechtum, in Krankheit deiner Eingeweide, daß dir über Jahr und Tag die Eingeweide durch die Krankheit heraustreten.'" 2Ch 21:16 Und der Herr erregte gegen Joram die Wut der Philister und Araber, die neben den Äthiopiern wohnten. 2Ch 21:17 Sie zogen gegen Juda, brachen ein und führten die ganze Habe im Königshaus weg, dazu seine Söhne und Weiber. So war ihm kein Sohn mehr übriggeblieben als der jüngste seiner Söhne, Joachaz. 2Ch 21:18 Nach all dem strafte ihn der Herr an seinen Eingeweiden mit unheilbarer Krankheit. 2Ch 21:19 Nach langer Zeit, gegen Ende des Hochsommers, nach zwei Jahren, traten ihm die Eingeweide infolge seiner Krankheit heraus. Er starb unter bösen Schmerzen. Sein Volk aber veranstaltete ihm keinen Brand, wie den Brand bei seinen Vätern. 2Ch 21:20 Er war zweiunddreißig Jahre alt, als er König wurde, und regierte zu Jerusalem acht Jahre. Er ging dahin, von niemand bedauert. Man begrub ihn in der Davidsstadt, aber nicht in den Königsgräbern. 2Ch 22:1 Jerusalems Einwohner machten nun seinen jüngsten Sohn Achazjahu an seiner Statt zum König. Denn alle älteren hatte die Horde getötet, die mit den Arabern im Zug gekommen waren. So ward Jorams Sohn Achazjahu König von Juda. 2Ch 22:2 Achazjahu war zweiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte ein Jahr zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Ataljahu und war Omris Enkelin. 2Ch 22:3 Darum wandelte er auf den Wegen des Achabhauses. Denn seine Mutter war seine Ratgeberin zum Bösen. 2Ch 22:4 So tat er, was dem Herrn mißfiel, wie die von Achabs Haus. Denn diese wurden nach seines Vaters Tod seine Berater, zu seinem Verderben. 2Ch 22:5 Auch darin ihrem Rate folgend, zog er mit Achabs Sohne Joram, dem König Israels, gegen Chazael, den König von Aram, bei Ramot in Gilead in den Kampf. Dabei schlugen die Aramäer den Joram. 2Ch 22:6 Er aber kehrte heim, sich in Jezreel von den Wunden heilen zu lassen, die man ihm zu Rama geschlagen, als er mit Arams König Chazael kämpfte. Judas König aber, Achazjahu, Jorams Sohn, ging hinab, Joram, Achabs Sohn, in Jezreel zu besuchen, weil er krank war. 2Ch 22:7 Von Gott aber war es zum Untergange Achazjahus bestimmt, daß er zu Joram kam. Als er nämlich kam, ging er zu Jehu, Nimsis Sohn, hinaus. Diesen aber hatte der Herr gesalbt, um Achabs Haus zu vernichten. 2Ch 22:8 Als Jehu am Hause Achabs das Strafgericht vollzog, stieß er auf die Fürsten Judas und Achazjahus Brüdersöhne, die Achazjahu bedienten. Und er tötete sie. 2Ch 22:9 Dann suchte er Achazjahu. Und man ergriff ihn, da er sich in Samaria versteckt hielt. Sie brachten ihn zu Jehu. Er aber ließ ihn töten. Dann begruben sie ihn. Denn sie hatten gesagt: "Er ist ein Sohn Josaphats, der den Herrn von ganzem Herzen gesucht hat." Nun war vom Hause Achazjahus niemand mehr da, der zu regieren vermocht hätte. 2Ch 22:10 Als aber Ataljahu, die Mutter des Achazjahu, erfuhr, daß ihr Sohn tot sei, erhob sie sich und vertilgte das ganze königliche Geblüt des Hauses Juda. 2Ch 22:11 Aber des Königs Tochter Josabat nahm des Achazjahu Sohn Joas verstohlenerweise mitten aus den Königssöhnen, die getötet werden sollten, und steckte ihn mit seiner Amme in die Bettkammer. So verbarg ihn des Königs Joram Tochter Josabat, das Weib des Priesters Jojada, vor Ataljahu, daß sie ihn nicht umbrachte. Sie war des Achazjahu Schwester. 2Ch 22:12 Und er blieb im Gotteshause sechs Jahre versteckt. Ataljahu herrschte unterdessen über das Land. 2Ch 23:1 Im siebten Jahre aber ermannte sich Jojada und verbündete sich mit den Obersten der Hundertschaften Azarjahu, Jerochams Sohn, Ismael, Jochanans Sohn, Azarjahu, Obeds Sohn, Maasejahu, Adajas Sohn, und Elisaphat, Zikris Sohn. 2Ch 23:2 Diese zogen in Juda umher und sammelten die Leviten aus allen Städten Judas und die Stammhäupter Israels. Dann kamen sie nach Jerusalem. 2Ch 23:3 Da schloß die ganze Gemeinde im Gotteshause einen Bund wegen des Königs. Er sprach zu ihnen: "Hier ist der Königssohn. Er soll König sein, wie der Herr den Söhnen Davids verheißen hat! 2Ch 23:4 Ihr habt folgendes zu tun: Das Drittel, das von euch am Sabbat abzieht, Priester und Leviten, sei Torhüter an den Schwellen! 2Ch 23:5 Das andere Drittel sei beim Königshause und das weitere Drittel am Tor des Ausgangs! Das ganze Volk aber sei in den Vorhöfen im Hause des Herrn! 2Ch 23:6 Niemand komme in das Haus des Herrn, als die Priester und die diensttuenden Leviten! Diese dürfen hineingehen; denn sie sind geweiht. Das ganze Volk aber halte die Vorschriften des Herrn! 2Ch 23:7 Die Leviten sollen nun den König umgeben, jeder mit der Waffe in der Hand! Wer aber das Haus betritt, werde getötet! Jene sollen bei dem König bleiben, wenn er aus- und eingeht!" 2Ch 23:8 Und die Leviten und ganz Juda taten so, wie der Priester Jojada befohlen. Sie nahmen jeder seine Leute, sowohl die, die am Sabbat abzogen, als auch die am Sabbat aufzogen. Denn der Priester Jojada hatte die Abteilungen nicht entlassen. 2Ch 23:9 Der Priester Jojada gab nun den Obersten der Hundertschaften die Speere, Schilde und Tartschen des Königs David, die im Gotteshause lagen. 2Ch 23:10 Dann stellte er das ganze Volk auf, jeden mit seiner Schleuder in der Hand, von der Südseite des Hauses bis zur Nordseite, bis zum Altar und wieder bis zum Hause rings um den König. 2Ch 23:11 Dann führten sie den Königssohn vor, legten ihm das Diadem und die Spange an und machten ihn zum König. Und Jojada und seine Söhne salbten ihn und riefen: "Es lebe der König!" 2Ch 23:12 Ataljahu aber hörte das Geschrei des Volkes, das tanzend dem König entgegenjubelte. So kam sie zum Volk in das Haus des Herrn. 2Ch 23:13 Da sah sie, wie der König an seiner Säule am Eingang stand, und beim König waren die Sänger und die Trompeter, und wie alles Volk des Landes fröhlich war und in die Trompeten stieß und wie die Sänger mit den Musikgeräten das Zeichen zum Jubilieren gaben. Da zerriß Ataljahu ihre Kleider und rief: "Verschwörung, Verschwörung!" 2Ch 23:14 Da gebot der Priester Jojada den Obersten der Hundertschaften, den Heeresbefehlshabern und sprach zu ihnen: "Führt sie durch die Reihen hinaus! Wer ihr folgt, werde mit dem Schwert getötet!" Denn der Priester hatte gesagt: "Tötet sie nicht im Hause des Herrn!" 2Ch 23:15 Da legten sie Hand an sie. Und so kam sie zum Eingang des Roßtores am Königshause. Dort töteten sie sie. 2Ch 23:16 Hierauf schloß Jojada einen Bund zwischen dem Herrn, dem ganzen Volk und dem König, daß sie ein Volk des Herrn sein wollten. 2Ch 23:17 Dann kam das Volk zum Hause des Baal, riß es ein und zerstörte alle seine Altäre und Bilder. Den Baalspriester Mattan aber töteten sie vor den Altären. 2Ch 23:18 Hierauf legte Jojada die Ämter für des Herrn Haus in die Hand der levitischen Priester, die David für das Haus des Herrn abgeteilt hatte, um dem Herrn Brandopfer darzubringen nach der Aufzeichnung in der Lehre des Moses, unter Jubelruf und Gesängen nach Davids Anordnung. 2Ch 23:19 Auch stellte er die Torhüter an die Tore im Hause des Herrn, daß nicht hineinkomme, wer irgendwie unrein sei. 2Ch 23:20 Dann nahm er die Obersten der Hundertschaften, die Vornehmen und die Beamten im Volke sowie das ganze Volk des Landes und führte den König aus dem Hause des Herrn hinab. Sie kamen durch das obere Tor in das Königshaus und setzten den König auf den königlichen Thron. 2Ch 23:21 Alles Volk des Landes war fröhlich; die Stadt aber war ruhig geblieben, obschon sie Ataljahu mit dem Schwert getötet hatten. 2Ch 24:1 Joas war sieben Jahre alt, als er König wurde, und regierte in Jerusalem vierzig Jahre. Seine Mutter hieß Siba und war aus Beerseba. 2Ch 24:2 Joas tat, was dem Herrn gefiel, solange der Priester Jojada lebte. 2Ch 24:3 Und Jojada verheiratete ihn mit zwei Weibern, und er zeugte Söhne und Töchter. 2Ch 24:4 Danach beschloß Joas, das Haus des Herrn zu erneuern. 2Ch 24:5 Er versammelte die Priester und Leviten und sprach zu ihnen: "Geht in die Städte Judas hinaus und sammelt von ganz Israel Geld, um Jahr für Jahr das Haus eures Gottes auszubessern! Beeilt euch dabei!" Aber die Leviten beeilten sich nicht. 2Ch 24:6 Da berief der König das Oberhaupt Jojada und sprach zu ihm: "Warum hältst du nicht die Leviten an, daß sie aus Juda und Jerusalem die Steuer einbringen, die Moses, der Diener des Herrn, und die Gemeinde Israel für das Zeugniszelt auferlegt hat?" 2Ch 24:7 Denn Atalja, die ruchlos an den Kindern gehandelt, hatte das Gotteshaus verfallen lassen und sogar alle heiligen Gaben für das Haus des Herrn auf die Baale verwendet. 2Ch 24:8 Hierauf machte man auf des Königs Befehl eine Lade und stellte sie vor das Tor im Hause des Herrn hinaus. 2Ch 24:9 Dann rief man in Juda und Jerusalem aus, man solle dem Herrn die Steuer bringen, die der Diener Gottes, Moses, in der Wüste Israel auferlegt hatte. 2Ch 24:10 Da freuten sich alle Obersten und das ganze Volk. Sie brachten sie und warfen sie in die Lade, bis sie voll war. 2Ch 24:11 Die Lade brachte man jedesmal durch die Leviten vor das Amt des Königs, wenn man sah, daß viel Geld darin war. Dann kamen des Königs Schreiber und der Beamte des obersten Priesters und leerten die Lade. Dann trugen sie sie wieder an ihren Ort. So taten sie Tag für Tag und sammelten Geld in Menge. 2Ch 24:12 Der König und Jojada gaben es den Geschäftsführern bei der Arbeit am Hause des Herrn. Diese dingten Steinhauer und Zimmerleute, um das Haus des Herrn zu erneuern, dazu Eisen- und Kupferschmiede, um des Herrn Haus auszubessern. 2Ch 24:13 Die Geschäftsführer sorgten, daß durch sie die Ausbesserung vorwärtsging. So stellten sie das Gotteshaus in seiner Ausdehnung her und setzten es in guten Stand. 2Ch 24:14 Als sie fertig waren, brachten sie dem König und Jojada das übrige Geld. Daraus machte man Geräte für das Haus des Herrn, Geräte für den Dienst und für die Opferung und Schalen, goldene und silberne Geräte. Solange Jojada lebte, brachte man beständig im Haus des Herrn Brandopfer dar. 2Ch 24:15 Jojada aber ward alt und lebenssatt, dann starb er. Bei seinem Tode war er hundertdreißig Jahre alt. 2Ch 24:16 Man begrub ihn in der Davidsstadt bei den Königen. Denn er hatte Gutes getan an Israel und gegen Gott und an seinem Hause. 2Ch 24:17 Nach Jojadas Tod aber kamen die Fürsten Judas und warfen sich vor dem König nieder. Und der König hörte auf sie. 2Ch 24:18 Und so verließen sie das Haus des Herrn, des Gottes ihrer Väter, und dienten den Ascheren und den Bildern. Da kam ein Zorn über Juda und Jerusalem wegen dieser ihrer Versündigung. 2Ch 24:19 So schickte er ihnen Propheten, sie zum Herrn zurückzuführen. Und sie verwarnten sie. Aber jene hörten nicht darauf. 2Ch 24:20 Ein Gottesgeist aber hatte den Zakarja eingehüllt, den Sohn des Priesters Jojada. Er trat vor das Volk und sprach zu ihm: "Also spricht Gott: 'Warum habt ihr des Herrn Gebote übertreten und bringt euch so um euer Glück? Weil ihr den Herrn verlassen, verläßt er euch.'" 2Ch 24:21 Da scharten sie sich gegen ihn und steinigten ihn auf des Königs Befehl im Vorhof des Hauses des Herrn. 2Ch 24:22 König Joas aber hatte nicht mehr der Liebe gedacht, die sein Vater Jojada ihm erwiesen, sondern tötete dessen Sohn. Dieser aber hatte sterbend gesprochen: "Der Herr sehe es und ahnde es!" 2Ch 24:23 Um die Jahreswende zog nun gegen ihn das Heer der Aramäer. Sie kamen nach Juda und Jerusalem und tilgten alle Fürsten des Volkes aus dem Volke und sandten ihre ganze Beute an den König von Damaskus. 2Ch 24:24 Das Aramäerheer kam zwar mit weniger Mannschaft. Aber der Herr gab in ihre Hand eine überaus große Schar, weil sie den Herrn, ihrer Väter Gott, verlassen hatten. So vollzogen sie an Joas das Strafgericht. 2Ch 24:25 Sie zogen nun von ihm ab. Aber sie ließen ihn schwerkrank zurück. Da verschworen sich seine Diener gegen ihn wegen der Blutschuld an dem Sohne des Priesters Jojada und ermordeten ihn auf seinem Lager. So starb er, und man begrub ihn in der Davidsstadt, aber nicht in den Königsgräbern. 2Ch 24:26 Die sich gegen ihn verschworen hatten, waren Zabad, der Sohn der Ammoniterin Simat, und Jozabad, der Sohn der Moabiterin Simrit. 2Ch 24:27 Seine Söhne und die Schwere des Angriffs gegen ihn, sowie die Bauarbeit am Gotteshause sind in der Auslegung des Buches der Könige aufgezeichnet. An seiner Statt ward sein Sohn Amasjahu König. 2Ch 25:1 Amasjahu wurde mit fünfundzwanzig Jahren König und regierte neunundzwanzig Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Joaddan und war von Jerusalem. 2Ch 25:2 Er tat, was dem Herrn gefiel, aber nicht mit ganzem Herzen. 2Ch 25:3 Sobald er aber die Herrschaft fest in der Hand hatte, tötete er seine Diener, die seinen Vater, den König, erschlagen hatten. 2Ch 25:4 Doch ihre Söhne tötete er nicht, sondern tat, wie geschrieben steht in der Lehre, in dem Buche Mosis, was der Herr geboten: "Nicht sollen Väter wegen der Söhne sterben und nicht Söhne wegen der Väter. Jeder soll nur für eigene Schuld sterben." 2Ch 25:5 Darauf versammelte Amasjahu Juda und stellte es familienweise auf, die Obersten über die Tausend- und die Hundertschaften von ganz Juda und Benjamin. Dann musterte er sie von zwanzig Jahren und darüber. Er fand ihrer 300.000 erlesene Krieger, die Speer und Schild führten. 2Ch 25:6 Dazu dingte er aus Israel 100.000 tapfere Krieger um hundert Talente Silber. 2Ch 25:7 Aber ein Gottesmann kam zu ihm und sprach: "König! Israels Heer ziehe nicht mit dir! Denn der Herr ist nicht mit Israel, mit keinem der Söhne Ephraims. 2Ch 25:8 Gehst du daran, dich für den Kampf zu verstärken, so bringt dich Gott vor dem Feinde zu Falle. Denn Gott hat die Macht zu helfen und zu stürzen." 2Ch 25:9 Da sprach Amasjahu zum Gottesmann: "Was soll dann mit den hundert Talenten geschehen, die ich der israelitischen Schar gegeben habe?" Da sprach der Gottesmann: "Dem Herrn steht es zu, dir weit mehr zu geben." 2Ch 25:10 Da sonderte Amasjahu die Schar aus, die zu ihm aus Ephraim gekommen war, daß sie wieder heimzogen. Sie zürnten aber heftig auf Juda und zogen heim in hellem Grimm. 2Ch 25:11 Amasjahu aber hatte Mut gefaßt, und so führte er sein Volk aus, zog in das Salztal und schlug die Söhne Seïrs, 10.000 Mann. 2Ch 25:12 Andere 10.000 aber nahmen die Söhne Judas lebendig gefangen. Sie führten sie auf die Spitze des Felsens und stürzten sie vom Felsengipfel, daß sie alle zerschellten. 2Ch 25:13 Die Leute der Schar aber, die Amasjahu zurückgeschickt hatte, daß sie nicht mit ihm in den Kampf zögen, überfielen die Städte Judas, von Samaria bis Bet Choron, erschlugen darin 3.000 Mann und machten reiche Beute. 2Ch 25:14 Als Amasjahu von dem Sieg aber die Edomiter zurückkehrte, brachte er die Götter der Söhne Seïrs mit und stellte sie sich als Götter auf. Er pflegte vor ihnen zu beten und ihnen zu räuchern. 2Ch 25:15 Da entbrannte der Zorn des Herrn gegen Amasjahu, und er sandte einen Propheten zu ihm. Dieser sprach zu ihm: "Warum hast du eines Volkes Götter aufgesucht, die ihr Volk nicht aus deiner Hand gerettet haben?" 2Ch 25:16 Als er so mit ihm redete, sprach jener zu ihm: "Haben wir dich zum Ratgeber des Königs bestellt? Hör damit auf! Wozu sollte man dich schlagen müssen?" Da aber hörte der Prophet auf. Dann aber sprach er: "Nun weiß ich, daß Gott beschlossen hat, dich zu verderben, weil du dies getan und nicht auf meinen Rat gehört hast." 2Ch 25:17 Judas König Amasjahu ging nun mit sich zu Rate. Dann sandte er an Israels König Joas, des Joachaz Sohn und Enkel des Jehu, und ließ ihm sagen: "Wir wollen uns gegenseitig messen!" 2Ch 25:18 Da ließ Israels König Joas dem Judakönig Amasjahu folgendes entbieten: "Die Distel auf dem Libanon hat zu der Libanonzeder gesandt und sagen lassen: 'Gib deine Tochter meinem Sohn zum Weibe!' Aber das Wild auf dem Libanon lief über die Distel und zertrat sie. 2Ch 25:19 Du denkst, du habest Edom geschlagen, so überhebt sich dein Sinn, Größeres zu tun. Bleib jetzt daheim! Wozu forderst du das Unglück heraus, daß du fällst, du und Juda mit dir?" 2Ch 25:20 Aber Amasjahu hatte nicht darauf hören wollen. Denn solches war von Gott verhängt, um sie in andere Hand zu geben, weil sie die Götter Edoms aufgesucht hatten. 2Ch 25:21 Da zog Israels König Joas heran, und sie maßen sich, er und Judas König Amasjahu bei Betsemes in Juda. 2Ch 25:22 Da ward Juda von Israel geschlagen, und sie flohen, jeder in sein Zelt. 2Ch 25:23 Den Judakönig Amasjahu, des Joas Sohn und Enkel des Joachaz, nahm Israels König Joas zu Betsemes gefangen, und brachte ihn nach Jerusalem. Dann schlug er eine Bresche in Jerusalems Mauer vom Ephraimtor bis zum Ecktor, vierhundert Ellen lang. 2Ch 25:24 Mit allem Gold und Silber und allen anderen Wertsachen, die sich im Gotteshause bei Obededom fanden, und mit den Schätzen des königlichen Hauses und den Geiseln kehrte er nach Samaria zurück. 2Ch 25:25 Amasjahu, des Joas Sohn und König von Juda, lebte nach dem Tode des Königs von Israel, Joas, des Joachazsohnes, noch fünfzehn Jahre. 2Ch 25:26 Ist nicht der Rest der Geschichte Amasjas, die frühere und spätere, im Buche der Könige von Juda und Israel aufgezeichnet? 2Ch 25:27 Von der Zeit an, wo Amasjahu vom Herrn abgefallen war, verschworen sie sich gegen ihn zu Jerusalem. Er floh nach Lakis. Da sandten sie hinter ihm her nach Lakis und töteten ihn dort. 2Ch 25:28 Dann luden sie ihn auf Rosse und begruben ihn bei seinen Vätern in der Stadt Davids. 2Ch 26:1 Darauf nahm das ganze Volk Juda den Uzziahu, der erst sechzehn Jahre alt war, und machte ihn zum König an seines Vaters Amasjahu Statt. 2Ch 26:2 Er baute Elot aus und brachte es wieder an Juda, nachdem sich der König zu seinen Vätern gelegt hatte. 2Ch 26:3 Uzziahu war sechzehn Jahre alt, als er König ward, und regierte zu Jerusalem zweiundfünfzig Jahre. Seine Mutter hieß Jekolja und war aus Jerusalem. 2Ch 26:4 Er tat, was dem Herrn gefiel, ganz wie sein Vater Amasjahu getan hatte. 2Ch 26:5 Er war dabei, Gott zu suchen, solange Zakarjahu lebte, der ihn in der Gottesfurcht unterwies. Solange er den Herrn suchte, gab ihm Gott Gelingen. 2Ch 26:6 Er zog aus und stritt mit den Philistern. Er stürzte die Mauern von Gat, Jabne und Asdod. Jabne aber gehörte zu den Städten bei Asdod und bei den Philistern. 2Ch 26:7 Und Gott half ihm gegen die Philister und die Araber, die zu Gurbaal wohnten, sowie gegen die Mëuniter. 2Ch 26:8 Auch die Ammoniter zahlten Uzziahu Tribut. Sein Ruhm erstreckte sich bis nach Ägypten. Denn er war überaus mächtig geworden. 2Ch 26:9 Uzziahu baute in Jerusalem Türme auf dem Ecktor, dem Taltor und dem Winkel und befestigte sie. 2Ch 26:10 Auch in der Steppe baute er Türme und grub zahlreiche Brunnen. Denn er hatte in der Niederung und Ebene große Herden und Ackerleute und Winzer auf den Bergen und im Fruchtland, weil er den Landbau liebte. 2Ch 26:11 Uzziahu hatte auch ein Heer, das Kriegsdienste tat und das in Scharen zu Felde zog. Ihre Musterung durch den Schreiber Jeiel und den Amtmann Maasejahu unter Aufsicht Chananjahus, eines Fürsten des Königs, geschah durch Zählung. 2Ch 26:12 Die Gesamtzahl der Stammhäupter der tapferen Helden war 2.600. 2Ch 26:13 Unter ihrem Befehl stand eine Heeresmacht von 307.500, die voller Kraft Kriegsdienste taten, um dem König gegen die Feinde zu helfen. 2Ch 26:14 Uzzia beschaffte für das ganze Heer Schilde, Speere, Helme, Panzer, Bogen und Schleudersteine. 2Ch 26:15 Er machte in Jerusalem künstliche Werke, von Künstlern erdacht, daß sie auf die Türme und Zinnen kämen, um mit Pfeilen und großen Steinen zu schießen. Und sein Ruhm drang in die Ferne. Denn ihm ward wunderbar geholfen, bis er mächtig geworden war. 2Ch 26:16 Als er aber mächtig geworden, überhob sich sein Herz zu verderblichem Tun. Er wurde dem Herrn, seinem Gott, untreu. So kam er in den Tempel des Herrn, auf dem Räucheraltar zu räuchern. 2Ch 26:17 Da folgte ihm der Priester Azarja nebst achtzig wackeren Priestern des Herrn. 2Ch 26:18 Sie traten dem König Uzzia entgegen mit den Worten: "Uzzia! Dir kommt es nicht zu, dem Herrn zu räuchern, sondern nur den Priestern, Aarons Söhnen, die für das Räuchern geweiht sind. Geh aus dem Heiligtum! Denn du versündigst dich und machst dir vor dem Herrn, Gott, keine Ehre." 2Ch 26:19 Uzziahu aber ward zornig. Er hielt dabei ein Rauchfaß zum Räuchern in der Hand. Wie er aber auf die Priester zürnte, brach schon der Aussatz an seiner Stirn hervor, angesichts der Priester im Hause des Herrn neben dem Räucheraltar. 2Ch 26:20 Da wandten sich ihm das priesterliche Oberhaupt Azarjahu und alle anderen Priester zu. Er aber war wirklich an der Stirn aussätzig. Da trieben sie ihn schnell von dannen. Auch er selbst stürzte hinaus, da ihn der Herr geschlagen hatte. 2Ch 26:21 Der König Uzzia blieb bis zu seinem Todestage aussätzig. Er wohnte als Aussätziger im Hause der Absonderung. Denn er war vom Hause des Herrn ausgeschlossen. Sein Sohn Jotam stand dem Königshause vor und sprach dem Volk des Landes Recht. 2Ch 26:22 Den Rest der Geschichte Uzzias, die frühere und die spätere, beschrieb der Prophet Isaias, des Amos Sohn. 2Ch 26:23 Uzzia legte sich zu seinen Vätern. Man begrub ihn bei seinen Vätern auf dem Feld bei der Gruft der Könige. Denn man hatte gesagt: "Er war aussätzig." Sein Sohn Jotam ward König an seiner Statt. 2Ch 27:1 Jotam war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte sechzehn Jahre in Jerusalem. Seine Mutter hieß Jerusa und war die Tochter des Sadok. 2Ch 27:2 Er tat, was dem Herrn gefiel, ganz wie sein Vater Uzziahu getan. Nur kam er nicht in den Tempel des Herrn. Das Volk aber tat noch immer Böses. 2Ch 27:3 Er baute auch das obere Tor am Hause des Herrn; auch an der Ophelmauer baute er viel. 2Ch 27:4 Dazu baute er Städte auf dem Gebirge Juda. Und in den Forsten baute er Burgen und Türme. 2Ch 27:5 Auch kämpfte er mit dem König der Ammoniter und besiegte sie. In jenem Jahre gaben ihm die Ammoniter hundert Talente Silber, zehntausend Maß Weizen und zehntausend Maß Gerste. Dies lieferten ihm die Ammoniter im zweiten und dritten Jahr. 2Ch 27:6 So ward Jotam stark; denn er machte sein Leben zu einem Wandel vor dem Herrn, seinem Gott. 2Ch 27:7 Der Rest der Geschichte Jotams, all seine Kriege und Handlungen sind im Buche der Könige Israels und Judas aufgezeichnet. 2Ch 27:8 Er war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte sechzehn Jahre in Jerusalem. 2Ch 27:9 Jotam legte sich zu seinen Vätern. Man begrub ihn in der Davidsstadt. Und sein Sohn Achaz ward König an seiner Statt. 2Ch 28:1 Achaz war sechsundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte sechzehn Jahre in Jerusalem. Er tat aber nicht, was dem Herrn gefiel, wie sein Ahn David. 2Ch 28:2 Er wandelte auf den Wegen der Könige Israels. Dazu machte er Gußbilder für die Baale. 2Ch 28:3 Auch räucherte er im Tale Benhinnom und führte seine Söhne durchs Feuer, gemäß den Greueln der Heiden, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte. 2Ch 28:4 Er opferte und räucherte auf den Höhen und Hügeln und unter jedem grünen Baume. 2Ch 28:5 Da gab ihn der Herr, sein Gott, in die Hand des Königs der Aramäer. Sie schlugen ihn, machten von ihm viele Gefangene und brachten sie nach Damaskus. Auch ward er in die Hand des Königs von Israel gegeben. Dieser schlug ihn gewaltig. 2Ch 28:6 Pekach, Remaljahus Sohn, tötete in Juda an einem Tage 120.000 tapfere Männer; denn sie hatten den Herrn, ihrer Väter Gott, verlassen. 2Ch 28:7 Der ephraimitische Held Zikri aber tötete den Königssohn Maasejahu, den Hausvorsteher Azrikam und Elkana, den zweiten nach dem König. 2Ch 28:8 Und die Israeliten führten von ihren Brüdern 200.000 ab, darunter Weiber, Söhne und Töchter; auch machten sie bei ihnen große Beute. Die Beute brachten sie nach Samaria. 2Ch 28:9 Dort aber war ein Prophet des Herrn, namens Oded. Er ging dem Heer entgegen, das nach Samaria zurückkam, und sprach zu ihnen: "Durch des Herrn, des Gottes eurer Väter, Zorn über Juda hat er sie in eure Hand gegeben, so daß ihr unter ihnen getötet habt mit einer Wut, die bis zum Himmel reicht. 2Ch 28:10 Nun denkt ihr daran, die Söhne Judas und Jerusalems für euch zu Sklaven und zu Sklavinnen zu machen. Seid denn nur ihr schuldlos vor dem Herrn, eurem Gott? 2Ch 28:11 Gebt mir nun Gehör und schickt die Gefangenen heim, die ihr von euren Brüdern weggeführt habt! Sonst käme des Herrn grimmer Zorn auf euch." 2Ch 28:12 Auch einige von den Häuptern der Söhne Ephraims, Azarjahu, des Jochanan Sohn, Berekjahu, Mesillemots Sohn, Chizkiahu, Sallums Sohn, und Amasa, Chadlais Sohn, traten den vom Feldzug Heimkehrenden entgegen. 2Ch 28:13 Sie sprachen zu ihnen: "Bringt die Gefangenen nicht hierher! Sonst fügt ihr zu unserer Verschuldung gegen den Herrn eine neue hinzu zu unseren Sünden und Schulden. Groß würde die Schuld für uns und die Zornesglut über Israel." 2Ch 28:14 Da gab die Vorhut in Gegenwart der Obersten und der ganzen Gemeinde die Gefangenen samt der Beute frei. 2Ch 28:15 Und die Männer, die mit Namen genannt sind, standen auf und nahmen sich der Gefangenen an. Sie kleideten auch aus der Beute alle Nackten unter ihnen, gaben ihnen Kleider und Schuhe und zu essen und zu trinken, salbten sie und führten alle Müden auf Eseln und brachten sie nach der Palmenstadt Jericho zu ihren Brüdern. Dann kehrten sie nach Samaria zurück. 2Ch 28:16 In jener Zeit schickte der König Achaz zu dem König Assyriens, daß er ihm helfe. 2Ch 28:17 Denn wieder kamen die Edomiter, schlugen Juda und machten Gefangene. 2Ch 28:18 Auch die Philister fielen in die Städte der Niederung und in das Südland von Juda ein und eroberten Betsemes, Ajjalon, Gederot, sowie Soko, Timna und Gimzo je mit ihren Tochterorten und siedelten darin. 2Ch 28:19 Denn der Herr demütigte Juda wegen Achaz, des Königs von Israel, weil er Juda zügellos gemacht hatte und gegen den Herrn treulos geworden war. 2Ch 28:20 Da kam der Assyrerkönig Tiglat-Pilneser zu ihm. Aber er bedrängte ihn, hatte er ihm doch nicht geholfen. 2Ch 28:21 Achaz hatte zwar das Haus des Herrn, das Königshaus und die Häuser der Fürsten geleert und er gab es dem Assyrerkönig. Aber Hilfe ward ihm nicht zuteil. 2Ch 28:22 Aber zu der Zeit, wo man ihn bedrängte, ward er dem Herrn noch mehr untreu. So war König Achaz. 2Ch 28:23 Er opferte den damaszenischen Göttern, die ihn besiegt hatten. Er sprach: "Die Götter der Aramäerkönige halfen ihnen. Auch ich will ihnen opfern, und sie werden mir helfen." Aber sie waren ihm und ganz Israel nur zum Falle. 2Ch 28:24 Achaz raffte nun die Geräte des Gotteshauses zusammen, zerschlug des Gotteshauses Geräte, schloß die Türen des Gotteshauses und machte sich an jeder Ecke Jerusalems Altäre. 2Ch 28:25 Auch in jeder Stadt Judas machte er Höhen, um anderen Göttern zu räuchern. So kränkte er den Herrn, den Gott seiner Väter. 2Ch 28:26 Der Rest der Geschichte, all seine Handlungen, die früheren und späteren, sind im Buche der Könige Judas und Israels aufgezeichnet. 2Ch 28:27 Achaz legte sich zu seinen Vätern. Man begrub ihn in der Stadt zu Jerusalem. Denn man brachte ihn nicht in die Gräber der Könige Israels. Sein Sohn Ezechias ward König an seiner Statt. 2Ch 29:1 Ezechias ward mit fünfundzwanzig Jahren König und regierte in Jerusalem neunundzwanzig Jahre. Seine Mutter hieß Abia und war die Tochter des Zakarja. 2Ch 29:2 Er tat, was dem Herrn gefiel, ganz wie sein Ahnherr David getan hatte. 2Ch 29:3 Er öffnete im ersten Regierungsjahr, gleich im ersten Monat, die Tore am Hause des Herrn; dann machte er sie fest. 2Ch 29:4 Er ließ die Priester und Leviten kommen und versammelte sie auf dem freien Platz im Osten. 2Ch 29:5 Er sprach zu ihnen: "Hört mich an, ihr Leviten! Heiligt euch jetzt! Heiligt auch das Haus des Herrn, des Gottes eurer Väter, und schafft den Unrat aus dem Heiligtum! 2Ch 29:6 Denn unsere Väter sind treulos geworden und haben getan, was dem Herrn mißfiel, und so verließen sie ihn. Sie wandten ihr Antlitz von des Herrn Wohnung und zeigen ihr den Rücken. 2Ch 29:7 Auch haben sie die Tore der Vorhalle geschlossen; dann löschten sie die Lampen; Räucherwerk haben sie nicht mehr angezündet und im Heiligtum dem Gott Israels kein Brandopfer mehr dargebracht. 2Ch 29:8 So kam des Herrn Zorn über Juda und Jerusalem. Er machte sie zu einem Schreckbild und Gegenstand des Entsetzens und Gezisches, wie ihr mit eigenen Augen sehet! 2Ch 29:9 Nun! Unsere Väter sind durch das Schwert gefallen, und unsere Söhne, Töchter und Weiber sind deshalb gefangen. 2Ch 29:10 Jetzt habe ich im Sinn, mit dem Herrn, Israels Gott, einen Bund zu schließen, auf daß sein grimmer Zorn von uns lasse. 2Ch 29:11 Zeigt euch jetzt nicht lässig, meine Söhne! Denn euch hat der Herr erwählt, um vor ihm zu stehen, ihm zu dienen und zu räuchern." 2Ch 29:12 Da erhoben sich die Leviten Machat, Amasais Sohn, und Joel, Azarjahus Sohn, von den Kehatitersöhnen, von den Merarisöhnen Kis, Abdis Sohn, und Azarjahu, Jehallelels Sohn, von den Gersuniten Joach, Zimmas Sohn, und Eden, Joachs Sohn, 2Ch 29:13 von den Söhnen Elisaphans Simri und Jeiel, von den Asaphsöhnen Zakarjahu und Mattanjahu, 2Ch 29:14 von den Hemansöhnen Jechiel und Simi und von den Söhnen Jedutuns Semaja und Uzziel. 2Ch 29:15 Sie versammelten ihre Brüder und heiligten sich. Dann kamen sie, nach des Königs Befehl, auf das Wort des Herrn, das Haus des Herrn zu reinigen. 2Ch 29:16 Die Priester gingen in das Innere im Haus des Herrn, es zu reinigen. Sie schafften alles Unreine, das sie in des Herrn Tempel gefunden, in den Vorhof am Hause des Herrn. Die Leviten nahmen es in Empfang und schafften es an den Kidronbach. 2Ch 29:17 Sie begannen am ersten Tage des ersten Monats mit der Weihe, und am achten Tage des Monats waren sie bis zu des Herrn Vorhalle gelangt. In weiteren acht Tagen weihten sie das Haus des Herrn, und am sechzehnten Tage des ersten Monats waren sie fertig geworden. 2Ch 29:18 Dann kamen sie zu König Ezechias hinein und sprachen: "Wir haben das ganze Haus des Herrn gereinigt, auch den Brandopferaltar und all seine Geräte, sowie den Schaubrottisch und all seine Geräte. 2Ch 29:19 Alle Geräte, die der König Achaz während seiner Regierung in seiner Untreue beiseite geworfen, haben wir wieder aufgestellt und sie eingeweiht. Sie stehen jetzt vor dem Altar des Herrn." 2Ch 29:20 Da versammelte der König Ezechias in aller Frühe die Fürsten der Stadt und ging hinauf zum Hause des Herrn. 2Ch 29:21 Sie brachten sieben Farren, sieben Widder und sieben Lämmer, dazu sieben Ziegenböcke zum Sündopfer für das Königtum, für das Heiligtum und für Juda. Er befahl den priesterlichen Aaronssöhnen, sie auf des Herrn Altar zu opfern. 2Ch 29:22 Da schlachteten sie die Rinder. Die Priester fingen das Blut auf und sprengten es an den Altar. Sodann schlachteten sie die Widder und sprengten das Blut an den Altar. Hierauf schlachteten sie die Lämmer und sprengten das Blut an den Altar. 2Ch 29:23 Dann brachten sie die Sündopferböcke vor den König und die Gemeinde, und sie legten ihnen ihre Hände auf. 2Ch 29:24 Die Priester schlachteten sie und brachten ihr Blut zur Entsündigung an den Altar, um für ganz Israel Sühne zu schaffen. Denn für ganz Israel hatte der König das Brand- und das Sündopfer bestimmt. 2Ch 29:25 Hierauf stellte er die Leviten am Hause des Herrn auf mit Zimbeln, Harfen und Zithern, nach dem Befehle Davids, des königlichen Sehers Gad und des Propheten Natan. Denn von dem Herrn war das Gebot durch seine Propheten ergangen. 2Ch 29:26 So standen die Leviten mit Davids Musikgeräten da und die Priester mit Trompeten. 2Ch 29:27 Ezechias gebot nun, das Brandopfer auf den Altar zu bringen. Als das Opfern anfing, begannen der Gesang auf den Herrn und die Trompeten, und zwar unter Begleitung der Musikgeräte Davids, des Königs von Israel. 2Ch 29:28 Die ganze Gemeinde aber warf sich nieder. Der Gesang erklang, und die Trompeten schmetterten. Das alles, bis das Brandopfer fertig war. 2Ch 29:29 Als man mit dem Opfern fertig war, knieten der König und alle bei ihm und beteten an. 2Ch 29:30 Dann ließ der König Ezechias samt den Obersten die Leviten dem Herrn lobsingen mit den Gesängen Davids und des Sehers Asaph. Da sangen sie mit Freude den Lobpreis, neigten sich und beteten an. 2Ch 29:31 Dann hob Ezechias an und sprach: "Opfert nunmehr reichlich dem Herrn! Kommt herbei und bringt zum Hause des Herrn Schlacht- und Dankopfer!" Da brachte die Gemeinde Schlacht- und Dankopfer und jeder Edelgesinnte Brandopfer. 2Ch 29:32 Die Zahl der Brandopfer, die die Gemeinde darbrachte, betrug siebzig Rinder, hundert Widder und zweihundert Lämmer, diese alle als Brandopfer für den Herrn. 2Ch 29:33 Die heiligen Gaben betrugen sechshundert Rinder und dreitausend Schafe. 2Ch 29:34 Nur waren der Priester zuwenig, und sie konnten nicht allen Brandopfern die Haut abziehen. Da halfen ihnen ihre Brüder, die Leviten, bis die Arbeit fertig war und bis sich die Priester heiligen konnten. Denn die Leviten waren redlich bestrebt, sich mehr zu heiligen als die Priester. 2Ch 29:35 Aber es waren auch der Brandopfer sehr viele samt den Fettstücken der Mahlopfer und den Trankopfern für die Brandopfer. So war der Dienst am Hause des Herrn geordnet. 2Ch 29:36 Ezechias aber und das ganze Volk freuten sich über das, was Gott dem Volke bereitet hatte; denn die Sache war unerwartet geschehen. 2Ch 30:1 Hierauf sandte Ezechias an ganz Israel und Juda. Auch schrieb er Briefe an Ephraim und Manasse, sie möchten zum Hause des Herrn nach Jerusalem kommen, das Passah dem Herrn, Israels Gott, zu halten. 2Ch 30:2 Und der König beschloß mit seinen Fürsten und der ganzen Gemeinde in Jerusalem, das Passah im zweiten Monat zu feiern. 2Ch 30:3 Denn sie hatten es nicht rechtzeitig halten können, weil sich die Priester nicht genügend geheiligt hatten. Auch das Volk war noch nicht in Jerusalem versammelt. 2Ch 30:4 Da gefiel es dem König und der ganzen Gemeinde, festzusetzen, 2Ch 30:5 daß in ganz Israel von Beerseba bis Dan verkündet werde, man solle kommen, dem Herrn, Israels Gott, zu Jerusalem Passah zu halten. Denn sie hatten es nicht gebührend nach Vorschrift gehalten. 2Ch 30:6 Da durchzogen die Läufer mit den Briefen von der Hand des Königs und seiner Fürsten ganz Israel und Juda und kündeten auf des Königs Befehl: "Ihr Israeliten! Bekehrt euch zu dem Herrn, dem Gott Abrahams, Isaaks und Israels, auf daß er sich zu den Entronnenen wende, die euch aus der Hand der Assyrerkönige geblieben sind! 2Ch 30:7 Seid nicht wie eure Väter und Brüder, die dem Herrn, dem Gott ihrer Väter, untreu geworden waren, so daß er sie zum Entsetzen machte, wie ihr seht! 2Ch 30:8 Seid jetzt nicht halsstarrig wie eure Väter! Reicht dem Herrn die Hand und kommt in sein Heiligtum, das er für immer geweiht hat. Dient dem Herrn, eurem Gott, daß sich sein grimmer Zorn von euch wende! 2Ch 30:9 Denn, kehrt ihr zum Herrn, so finden eure Brüder und Söhne Erbarmen bei ihren Kerkermeistern und dürfen wieder in ihr Land kehren. Denn gnädig und barmherzig ist der Herr, euer Gott. Er verbirgt nicht vor euch sein Antlitz, wenn ihr zu ihm umkehrt." 2Ch 30:10 Die Läufer zogen nun von Stadt zu Stadt durch das Land Ephraim und Manasse und bis nach Zabulon. Aber man verlachte und verspottete sie. 2Ch 30:11 Nur ein paar Männer von Asser, Manasse und Zabulon hatten sich gedemütigt, und so kamen sie nach Jerusalem. 2Ch 30:12 Aber über Juda kam Gottes Hand. Er gab ihnen einen Sinn, das Gebot des Königs und der Fürsten nach des Herrn Wort zu befolgen. 2Ch 30:13 So versammelte sich zu Jerusalem zahlreiches Volk, das Fest der ungesäuerten Brote im zweiten Monat zu feiern, eine überaus große Gemeinde. 2Ch 30:14 Sie machten sich auf und beseitigten die Altäre zu Jerusalem. Auch alle Räucheraltäre beseitigten sie, dann warfen sie sie in den Kidronbach. 2Ch 30:15 Dann schlachteten sie das Passah am vierzehnten Tage des zweiten Monats. Die Priester aber und die Leviten schämten sich. Und so heiligten sie sich und brachten Brandopfer zum Hause des Herrn. 2Ch 30:16 Dann standen sie auf ihrer Stelle nach ihrer Vorschrift, nach der Lehre des Gottesmannes Moses. Und die Priester sprengten das Blut aus der Hand der Leviten. 2Ch 30:17 Denn viele in der Gemeinde hatten sich nicht geheiligt. So besorgten die Leviten das Schlachten der Passahlämmer für jeden Unreinen, um sie dem Herrn zu weihen. 2Ch 30:18 Denn die große Menge des Volkes, viele aus Ephraim, Manasse, Issakar und Zabulon, hatten sich nicht gereinigt und das Passah nicht nach Vorschrift verzehrt. Ezechias aber hatte also für sie gebetet: "Verzeihen möge jeglichem der Herr, der Gütige, 2Ch 30:19 wenn er den Sinn darauf gerichtet, Gott, den Herrn, und seiner Väter Gott, zu suchen, auch ohne Reinheit für das Heiligtum!" 2Ch 30:20 Und der Herr erhörte Ezechias und verschonte das Volk. 2Ch 30:21 So feierten die Israeliten zu Jerusalem das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage mit großer Freude. Tag für Tag priesen die Leviten und Priester den Herrn mit aller Macht. 2Ch 30:22 Ezechias aber sprach zum Herzen aller Leviten, die sich dem Herrn gegenüber gut benahmen. Und sie hielten das Fest sieben Tage durch. Sie schlachteten Mahlopfer und priesen den Herrn, ihrer Väter Gott. 2Ch 30:23 Und die ganze Gemeinde beschloß, noch weitere sieben Tage zu feiern. Und so feierten sie sieben Tage ein Freudenfest. 2Ch 30:24 Denn Ezechias, Judas König, spendete der Gemeinde tausend Farren und siebentausend Schafe als Gabe; auch die Fürsten spendeten der Gemeinde tausend Farren und zehntausend Schafe. Und die Priester heiligten sich in Menge. 2Ch 30:25 So freute sich die ganze Gemeinde Judas, die Priester und Leviten, ebenso die ganze Gemeinde derer, die aus dem Land Israel gekommen waren, sowie die Fremdlinge, die aus dem Land Israel kamen und die in Juda wohnten. 2Ch 30:26 Große Freude war in Jerusalem. Denn seit den Tagen Salomos, des Davidsohnes und Königs von Israel, war derartiges nicht mehr in Jerusalem gewesen. 2Ch 30:27 Die levitischen Priester standen auf und segneten das Volk. Und ihre Stimme ward erhört. Ihr Gebet kam zu seinem heiligen Wohnsitz, zum Himmel. 2Ch 31:1 Als dies alles beendet war, zog ganz Israel, das sich eingefunden, nach den Städten Judas, zertrümmerte die Steinmale, fällte die Ascheren und zerstörte die Höhen und Altäre in ganz Juda und Benjamin, Ephraim und Manasse, bis sie vernichtet waren. Dann kehrten alle Israeliten heim, jeder in seinen Erbsitz, in ihre Städte. 2Ch 31:2 Ezechias aber bestellte die Abteilungen der Priester und Leviten, für Brand- und Mahlopfer, um Dienste zu tun, zu danken und zu loben in den Toren als Dienst für den Herrn. 2Ch 31:3 Des Königs Beitrag aus seinem Besitz diente für Brandopfer, für Morgen- und Abendbrandopfer und für Brandopfer an den Sabbaten, Neumonden und Festen nach der Vorschrift in der Lehre des Herrn. 2Ch 31:4 Er gebot auch dem Volke, den Bewohnern Jerusalems, ihren Teil den Priestern und Leviten zu geben, damit sie festhielten an der Lehre des Herrn. 2Ch 31:5 Als dies bekannt wurde, brachten die Israeliten den ersten Abhub von Getreide, Most, Öl, Honig und allem Feldertrag. Sie brachten den Zehnten von allem in Fülle. 2Ch 31:6 Die Söhne Israels wie die Judas, die in anderen Städten Judas wohnten, brachten den Zehnten von Rindern und Schafen sowie den Zehnten der Weihegaben, die dem Herrn, ihrem Gott, geweiht wurden. Sie gaben es haufenweise. 2Ch 31:7 im dritten Monat begannen sie die Haufen zu legen, und erst im siebten Monat waren sie damit fertig geworden. 2Ch 31:8 Da kam Ezechias mit den Fürsten und besah die Haufen. Da priesen sie den Herrn und sein Volk Israel. 2Ch 31:9 Ezechias befragte nun die Priester und Leviten über die Haufen. 2Ch 31:10 Da sprach zu ihm der Priester Azarja, das Oberhaupt des Hauses Sadok. Er sagte: "Seit man anfing, die Gabe in das Haus des Herrn zu bringen, haben wir gegessen und sind satt geworden, und viel ist noch übriggeblieben. Denn der Herr hat sein Volk gesegnet, und so ist diese Masse übrig." 2Ch 31:11 Da ließ Ezechias im Hause des Herrn Zellen herrichten. Als man sie hergerichtet hatte, 2Ch 31:12 brachte man die Gabe getreulich hinein, den Zehnten und die Weihegaben. Der Levite Konanjahu führte darüber die Aufsicht, und sein Bruder Simei war der zweite im Range. 2Ch 31:13 Jechiel, Azazjahu, Nachat, Asael, Jerimot, Jozabad, Eliel, Ismakjahu, Machat und Benajahu waren Gehilfen des Konanjahu und seines Bruders Simei laut Anordnung des Königs Ezechias und Azarjahus, des Fürsten im Gotteshause. 2Ch 31:14 Kore, Imnas Sohn, der Levite und Torhüter gen Osten, beaufsichtigte die freiwilligen Gottesgaben, um die Gabe für den Herrn und die hochheiligen Gaben abliefern zu können. 2Ch 31:15 Unter seiner Aufsicht standen Eden, Minjamin, Jesua, Semajahu, Amarjahu und Sekanjahu. Sie sollten in den Priesterstädten gewissenhaft ihren Brüdern ihren Teil geben, abteilungsweise, den Alten und den Jungen. 2Ch 31:16 Außerdem trug man in das Geschlechtsregister die Mannspersonen ein, von den dreijährigen und darüber, alle, die zum Hause des Herrn kamen zu ihrem täglichen Dienste, je nach ihren Ämtern und Abteilungen. 2Ch 31:17 Auch die Priester trug man in das Geschlechtsregister ein nach ihren Stammhäusern, ebenso die Leviten, von den Zwanzigjährigen an und darüber, nach ihren Ämtern und Abteilungen. 2Ch 31:18 Man verzeichnete sie dabei mit all ihren kleinen Kindern, Weibern, Söhnen und Töchtern in jeder Gemeinde. Denn diese wurden durch das lebenslängliche Amt jener geheiligt. 2Ch 31:19 Die Aaronssöhne, die Priester, hatten auf den Feldern der Weidetriften ihrer Städte für jede Stadt Leute, die mit Namen genannt waren. Sie mußten jedem Männlichen unter den Priestern seinen Teil geben, ebenso jedem eingetragenen Leviten. 2Ch 31:20 So tat Ezechias in ganz Juda. Er tat das Gute, Rechte und Wahre vor dem Herrn, seinem Gott. 2Ch 31:21 Bei allem Tun, das er für den Dienst am Gotteshaus, für die Lehre und das Gebot, seinen Gott zu suchen, unternahm, verfuhr er mit ganzem Herzen und hatte Glück dabei. 2Ch 32:1 Nach diesen Begebnissen und solcher Treue kam der Assyrerkönig Sanherib. Er kam nach Juda und belagerte die festen Städte. Er gedachte, sie für sich zu erobern. 2Ch 32:2 Als Ezechias sah, daß Sanherib gekommen war und Jerusalem erobern wollte, 2Ch 32:3 beschloß er, mit seinen Obersten und Kriegern die Quellwasser außerhalb der Stadt zu verstopfen. Und sie stimmten ihm bei. 2Ch 32:4 Da sammelte sich viel Volk und verstopfte alle Quellen und den Bach, der die Gegend durchfließt. Sie sagten: "Wozu sollen die Assyrerkönige kommen und soviel Wasser finden?" 2Ch 32:5 Dann rüstete er sich. Er baute die ganze geborstene Mauer auf, errichtete darauf Türme und draußen die andere Mauer. Dann befestigte er die Bastei in der Davidsstadt und machte Schleudern und Schilde in Menge. 2Ch 32:6 Dann setzte er Kriegsoberste über das Volk. Und er versammelte sie zu sich auf den Platz am Stadttore. Er redete ihnen freundlich zu und sprach: 2Ch 32:7 "Seid mutig und stark! Seid getrost! Erschreckt nicht vor dem Assyrerkönig und nicht vor dem ganzen Haufen, den er mit sich führt! Denn mit uns ist ein Größerer als mit ihm. 2Ch 32:8 Mit ihm ist ein fleischerner Arm. Mit uns aber der Herr, unser Gott, um uns zu helfen und unsere Kriege zu führen." Da verließ sich das Volk auf die Worte des Judakönigs Ezechias. 2Ch 32:9 Später hatte der Assyrerkönig Sanherib seine Knechte nach Jerusalem gesandt. Er selbst aber stand vor Lakis mit seiner ganzen Macht. So sandte er zu dem Judakönig Ezechias und zu ganz Juda in Jerusalem und ließ sagen: 2Ch 32:10 "So spricht Sanherib, Assyriens König: 'Worauf vertraut ihr, daß ihr euch in Jerusalem belagern lasset? 2Ch 32:11 Verführt euch nicht Ezechias und läßt euch vor Hunger und Durst sterben, wenn er spricht: "Der Herr, unser Gott, rettet uns aus des Assyrerkönigs Hand?" 2Ch 32:12 Hat nicht dieser Ezechias seine Höhen und Altäre beseitigt und zu Juda und Jerusalem gesprochen: "Ihr sollt vor einem Altar anbeten und nur auf ihm räuchern?" 2Ch 32:13 Wißt ihr nicht, was ich und meine Väter allen Völkern der Erde getan haben? Haben der Heiden Götter in den Ländern ihr Land aus meiner Hand retten können? 2Ch 32:14 Wer von all den Göttern dieser Heiden, die meine Väter vertilgten, hat sein Volk aus meiner Hand gerettet? Da sollte euer Gott euch aus meiner Hand retten? 2Ch 32:15 So betöre euch jetzt nicht Ezechias und verführe euch nicht auf solche Art! Glaubt ihm nicht! Denn kein Gott irgendeines Volkes oder Reiches konnte sein Volk aus meiner und meiner Väter Hand retten. Auch will euer Gott euch aus meiner Hand gar nicht retten.'" 2Ch 32:16 Solches und noch mehr redeten seine Knechte wider Gott, den Herrn, und gegen seinen Diener Ezechias. 2Ch 32:17 Auch einen Brief schrieb er, um den Herrn, Israels Gott zu lästern und wider ihn zu reden: "Sowenig in den Ländern die Heidengötter ihr Volk aus meiner Hand retteten, ebensowenig kann des Ezechias Gott sein Volk aus meiner Hand retten." 2Ch 32:18 Sie riefen auch mit lauter Stimme auf jüdisch zum Volke Jerusalems auf der Mauer, um es in Furcht und Schrecken zu setzen und um so die Stadt zu erobern. 2Ch 32:19 Sie redeten von dem Gott Jerusalems wie von der Erdenvölker Göttern, dem Werk von Menschenhänden. 2Ch 32:20 Nun beteten der König Ezechias und der Prophet Isaias, des Amos Sohn, dieserhalb und schrien zum Himmel. 2Ch 32:21 Da sandte der Herr einen Engel und tilgte alle Krieger, Heerführer und Obersten im Lager des Assyrerkönigs. Schmachbedeckt kehrte er in sein Land. Als er in das Haus seines Gottes ging, fällten ihn einige leibliche Abkömmlinge dort durch das Schwert. 2Ch 32:22 So rettete der Herr den Ezechias und Jerusalems Einwohner aus der Hand des Assyrerkönigs Sanherib und aus der Hand aller anderen und gab ihnen ringsum Ruhe. 2Ch 32:23 Viele brachten dem Herrn Gaben nach Jerusalem und dem Judakönig Ezechias Kleinodien, und er wurde danach in aller Heiden Augen hochangesehen. 2Ch 32:24 Zu jener Zeit wurde Ezechias todkrank. Da betete er zum Herrn. Und er sprach mit ihm und gab ihm ein Wunderzeichen. 2Ch 32:25 Aber Ezechias vergalt nicht die Wohltat, die ihm widerfahren war. Denn er ward hochmütig. Darum kam grimmer Zorn über ihn und über Juda und Jerusalem. 2Ch 32:26 Dann erst demütigte sich Ezechias in seinem Hochmut, er und Jerusalems Bewohner. So war des Herrn grimmer Zorn nicht über sie in Ezechias Tagen gekommen. 2Ch 32:27 Ezechias besaß aber sehr großen Reichtum und Prunk. Er legte sich Schatzkammern an für Silber, Gold, Edelsteine, Spezereien, Schilde und allerlei kostbare Geräte 2Ch 32:28 und Speicher für den Ertrag an Korn, Wein und Öl, Ställe für allerlei Vieh und Scharen tüchtiger Leute. 2Ch 32:29 Er beschaffte sich Ställe, dazu großen Besitz an Schafen und Rindern. Denn Gott gab ihm überaus viel Habe. 2Ch 32:30 Derselbe Ezechias war es auch, der den oberen Ausfluß der Gewässer des Gichon verstopfte und sie westwärts in die Davidsstadt hinableitete. Ezechias hatte bei all seinem Tun Glück. 2Ch 32:31 Nur bei den Gesandten der Babelfürsten, die sie zu ihm geschickt hatten, nach dem Wunder, das im Lande geschehen, zu fragen, verließ ihn Gott, um ihn zu prüfen und sein ganzes Herz zu erkunden. 2Ch 32:32 Der Rest der Geschichte des Ezechias und seine tapferen Taten sind in dem Gesicht des Propheten Isaias, des Amossohnes, im Buch der Könige von Juda und Israel aufgezeichnet. 2Ch 32:33 Ezechias legte sich zu seinen Vätern, und man begrub ihn am Aufstieg zu den Gräbern der Davidsöhne. Ganz Juda und Jerusalems Einwohner erwiesen ihm bei seinem Tode Ehre. Sein Sohn Manasse ward König an seiner Statt. 2Ch 33:1 Manasse war zwölf Jahre alt, als er König wurde, und regierte fünfundzwanzig Jahre zu Jerusalem. 2Ch 33:2 Er tat, was dem Herrn mißfiel, nach den Greueln der Heiden, die der Herr vor den Israeliten vertrieben hatte. 2Ch 33:3 Er baute die Höhen wieder, die sein Vater Ezechias zertrümmert hatte, errichtete Altäre für die Baale und machte Ascheren. Auch betete er das ganze Himmelsheer an und diente ihm. 2Ch 33:4 Ferner baute er Altäre in des Herrn Haus, von denen der Herr gesagt hatte: "Mein Name wird allzeit in Jerusalem sein." 2Ch 33:5 Dann baute er Altäre für das ganze Himmelsheer in beiden Vorhöfen im Hause des Herrn. 2Ch 33:6 Derselbe führte seine Söhne im Hinnomssohntale durchs Feuer, trieb Zauberei, Wahrsagerei und sonstige geheime Künste und bestellte Totenbeschwörer und Zeichendeuter. So tat er vieles, was dem Herrn mißfiel, um ihn zu kränken. 2Ch 33:7 Das Schnitzbild, das er machte, stellte er im Gotteshause auf, von dem Gott zu David und seinem Sohn Salomo gesprochen: "In dieses Haus und in Jerusalem, das ich aus allen Stämmen Israels erwählt, will ich für ewig meinen Namen setzen. 2Ch 33:8 Und ich versetze nicht mehr Israels Fuß vom Boden, auf den ich eure Väter hingestellt, vorausgesetzt, daß sie sich auch bemühen, all das, was ich ihnen geboten, zu tun, gemäß der ganzen Lehre Mosis und seinen Satzungen und Rechten." 2Ch 33:9 Doch Manasse verführte Juda und Jerusalems Einwohner, daß sie Böses taten, mehr als die Heiden, die der Herr vor den Israeliten vertilgt hatte. 2Ch 33:10 Und der Herr redete zu Manasse und seinem Volk. Aber sie achteten nicht darauf. 2Ch 33:11 Da brachte der Herr über sie die Heerführer des Assyrerkönigs. Diese fingen Manasse mit Haken, legten ihn in Ketten und führten ihn nach Babel. 2Ch 33:12 Als er in Not gekommen war, suchte er den Herrn, seinen Gott, zu begütigen, und so demütigte er sich tief vor dem Gott seiner Väter. 2Ch 33:13 Er betete zu ihm. Da ließ er sich erbitten. Und er erhörte sein Flehen und brachte ihn wieder nach Jerusalem zurück in sein Reich. Da erkannte Manasse, daß der Herr Gott sei. 2Ch 33:14 Danach baute er eine äußere Mauer an der Davidsstadt westlich vom Gichon im Tale und bis da, wo man ins Fischtor geht, und rings um den Ophel. Er machte sie sehr hoch. Auch legte er Heeresoberste in alle festen Städte Judas. 2Ch 33:15 Dann beseitigte er die fremden Götter und das Standbild aus dem Hause des Herrn, ebenso alle Altäre, die er auf dem Berge des Hauses des Herrn und in Jerusalem erbaut hatte. Er warf sie zur Stadt hinaus. 2Ch 33:16 Den Altar des Herrn aber richtete er wieder auf und opferte auf ihm Mahl- und Lobopfer. Er befahl Juda, dem Herrn, Israels Gott, zu dienen. 2Ch 33:17 Doch das Volk opferte noch auf den Höhen, wiewohl nur dem Herrn, ihrem Gott. 2Ch 33:18 Der Rest der Geschichte Manasses und sein Gebet zu seinem Gott, wie die Worte der Seher, die zu ihm im Namen des Herrn, des Gottes Israels, gesprochen, stehen in der Geschichte der Könige Israels. 2Ch 33:19 Sein Gebet und seine Erhörung, all seine Sünde und Untreue, und die Orte, wo er Höhen gebaut und die Ascheren mit Schnitzbildern aufgestellt, bevor er sich demütigte, sind aufgezeichnet in der Geschichte seiner Seher. 2Ch 33:20 Und Manasse legte sich zu seinen Vätern. Man begrub ihn in seinem Hause, und sein Sohn Amon wurde König an seiner Statt. 2Ch 33:21 Amon war zweiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte in Jerusalem zwei Jahre. 2Ch 33:22 Er tat, was dem Herrn mißfiel, wie sein Vater Manasse getan. Amon opferte allen Schnitzbildern, die sein Vater gemacht, und diente ihnen. 2Ch 33:23 Aber er demütigte sich nicht vor dem Herrn, wie sich sein Vater Manasse verdemütigt hatte, sondern dieser Amon machte die Schuld noch größer. 2Ch 33:24 Da verschworen sich seine Diener gegen ihn und töteten ihn in seinem Hause. 2Ch 33:25 Doch das Landvolk erschlug alle, die sich gegen den König Amon verschworen hatten. Dann machte das Landvolk seinen Sohn Josias zum König an seiner Statt. 2Ch 34:1 Josias war acht Jahre alt, als er König wurde, und regierte einunddreißig Jahre in Jerusalem. 2Ch 34:2 Er tat, was dem Herrn gefiel. Er wandelte auf seines Ahnen David Pfaden und wich nicht davon, weder rechts noch links. 2Ch 34:3 Im achten Regierungsjahr, als er noch jung war, fing er an, den Gott seines Ahnen David zu suchen, und im zwölften Jahr begann er, Juda und Jerusalem von den Höhen, den Ascheren, den Schnitz- und Gußbildern zu reinigen. 2Ch 34:4 Vor ihm riß man die Altäre der Baale ein. Er selber fällte die Rauchaltäre oben darauf, zerstörte und vernichtete die Ascheren, sowie die Schnitz- und Gußbilder, dann streute er auf die Gräber die, denen man geopfert hatte. 2Ch 34:5 Auch die Gebeine der Propheten verbrannte er auf ihren Altären. So säuberte er Juda und Jerusalem. 2Ch 34:6 In den Städten Manasses, Ephraims, Simeons und Naphtalis, in ihren Trümmern ringsum, 2Ch 34:7 riß er auch die Altäre um, zerschlug und zermalmte die Ascheren und die Schnitzbilder und stürzte alle Rauchaltäre im ganzen Lande Israel um. Darauf kehrte er nach Jerusalem zurück. 2Ch 34:8 Im achtzehnten Regierungsjahr, während der Reinigung von Land und Haus, sandte Saphan, Asaljahus Sohn, den Stadthauptmann Maasejahu und den Kanzler Joach, des Joachaz Sohn, das Haus des Herrn, seines Gottes, auszubessern. 2Ch 34:9 Sie kamen zu dem Hohenpriester Chilkijahu und übergaben das Geld, das ins Gotteshaus gebracht worden war. Die levitischen Schwellenhüter von Manasse und Ephraim sowie vom ganzen übrigen Israel hatten es aus ganz Juda und Benjamin und von Jerusalems Einwohnern eingesammelt. 2Ch 34:10 Sie gaben es den Werkmeistern, die zur Aufsicht am Haus des Herrn bestellt waren, und diese gaben es für die Arbeiter aus, die am Hause des Herrn arbeiteten, um das Haus auszubessern und zu festigen. 2Ch 34:11 Sie gaben es auch für die Zimmerleute und Bauleute aus, um Bausteine zu kaufen und Holz für die Verklammerung und Gebälke für die Gebäude, die Judas Könige hatten verfallen lassen. 2Ch 34:12 Die Leute arbeiteten gewissenhaft an dem Werk. Zur Aufsicht über sie waren bestellt die Leviten Jochat und Obadjahu von den Merarisöhnen, sowie Zakarjahu und Mesullam von den Kehatssöhnen, um Anweisung zu geben. Leviten, von denen jeder der Musikgeräte kundig war, 2Ch 34:13 standen den Lastträgern vor. Überhaupt gab es Aufseher für alle irgendwie Beschäftigten. Etliche der Leviten waren Schreiber, Amtleute und Torhüter. 2Ch 34:14 Als sie das Geld herausnahmen, das in das Haus des Herrn gebracht worden war, fand der Priester Chilkijahu das Buch der Lehre des Herrn an Moses. 2Ch 34:15 Da hob Chilkijahu an und sprach zum Schreiber Saphan: "Ich habe im Hause des Herrn das Buch der Lehre gefunden." Chilkijahu gab das Buch dem Saphan. 2Ch 34:16 Und Saphan brachte das Buch zum König und erstattete dem König weiteren Bericht. Er sprach: "Alles, was deinen Knechten aufgetragen ward, haben sie getan." 2Ch 34:17 Sie schütteten das Geld aus, das sich im Hause des Herrn vorgefunden, und gaben es den Aufsehern und Arbeitern. 2Ch 34:18 Dann berichtete der Schreiber Saphan dem König: "Der Priester Chilkijahu hat mir ein Buch gegeben. Und Saphan las daraus dem König vor." 2Ch 34:19 Wie der König die Worte der Lehre vernahm, zerriß er seine Kleider. 2Ch 34:20 Dann gebot der König dem Chilkijahu und dem Achikam, Saphans Sohn, dem Abdon, Mikas Sohn, dem Schreiber Saphan und dem königlichen Leibdiener Asaja: 2Ch 34:21 "Geht! Befragt den Herrn für mich und für die in Israel und Juda Übriggebliebenen wegen des Inhalts des Buches, das gefunden worden ist! Denn groß ist des Herrn Grimm, der sich über uns ergießt, weil unsere Väter das Wort des Herrn nicht befolgten und nichts davon taten, was in diesem Buch geschrieben steht." 2Ch 34:22 Da ging Chilkijahu mit des Königs Leuten zu der Prophetin Chulda, dem Weibe Sallums, des Sohnes Tokhats und Enkels Chasras, des Kleiderhüters. Sie aber wohnte in Jerusalem im neuen Stadtviertel. Sie redeten solches mit ihr. 2Ch 34:23 Da sagte sie zu ihnen: "So spricht der Herr, Israels Gott: 'Sagt nur dem Mann, der euch zu mir gesandt: 2Ch 34:24 So spricht der Herr: Fürwahr, ich bringe Unglück über diesen Ort und seine Bewohner, all diese Flüche, die geschrieben sind im Buch, das man dem Könige von Juda vorgelesen. 2Ch 34:25 Dafür, daß sie mich schnöd verlassen haben, so daß sie anderen Göttern räucherten und mich mit allem Machwerk ihrer Hände kränkten, ergießt sich mein Grimm über diesen Ort und soll nicht mehr erlöschen.' 2Ch 34:26 Zum Judakönig, der euch hergesandt, den Herrn zu befragen, sollt ihr so sprechen: 'Der Herr, Gott Israels, hat diese Worte ausgesprochen, die du gehört hast. 2Ch 34:27 Doch weil dein Herz so weich und weil du dich vor Gott demütigtest, als du seine Worte gegen diesen Ort und seine Bewohner vernahmst, ja, weil du dich vor mir demütigtest und dein Gewand zerrissest und vor mir weintest, so schenke ich Gehör.' Ein Spruch des Herrn. 2Ch 34:28 'Fürwahr, ich sammle dich zu deinen Vätern; im Frieden wirst du in dein Grab gebracht. Und deine Augen müssen nicht ansehen all das Unheil, das ich verhänge über diesen Ort und seine Bewohner.'" Also berichteten sie dem König. 2Ch 34:29 Hierauf sandte der König hin und versammelte alle Ältesten Judas und Jerusalems. 2Ch 34:30 Dann ging der König zum Hause des Herrn hinauf, ebenso alle Männer Judas und Jerusalems Einwohner, die Priester und die Leviten, sowie das ganze Volk, vom Ältesten bis zum Jüngsten, und er las ihnen alle Worte des Bundesbuches vor, das im Haus des Herrn gefunden worden war. 2Ch 34:31 Dann trat der König an seinen Standort und schloß vor dem Herrn den Bund, dem Herrn nachzufolgen und seine Gebote, Gebräuche und Satzungen von ganzem Herzen und aus ganzer Seele zu halten und die Bundesworte zu befolgen, die in diesem Buch geschrieben stehen. 2Ch 34:32 Und er bestärkte darin alle, die sich in Jerusalem und Benjamin vorfanden. Und so taten die Bewohner Jerusalems nach dem Bunde Gottes, des Gottes ihrer Väter. 2Ch 34:33 Und Josias beseitigte alle Greuel aus allen Gebieten der Israeliten und verpflichtete alle in Israel zum Dienste des Herrn, ihres Gottes. Solange er lebte, fielen sie nicht von dem Herrn, ihrer Väter Gott, ab. 2Ch 35:1 Josias hielt nun in Jerusalem dem Herrn ein Passah. Am vierzehnten Tage des ersten Monats schlachtete man das Passah. 2Ch 35:2 Er stellte die Priester auf ihre Posten und machte ihnen Mut zum Dienste am Hause des Herrn. 2Ch 35:3 Er sprach zu den Leviten, die ganz Israel belehren sollten und die dem Herrn geweiht waren: "Belasset die heilige Lade im Hause, das Israels König Salomo, Davids Sohn, erbaut hat! Ihr habt nichts mehr auf der Schulter zu tragen. Dient nunmehr dem Herrn, eurem Gott, und seinem Volk Israel! 2Ch 35:4 Haltet euch bereit nach euren Familien, nach euren Abteilungen, nach der Schrift Davids, des Königs von Israel, und nach dem Erlaß seines Sohnes Salomo! 2Ch 35:5 Stellt euch im Heiligtum auf, nach den Gruppen der Familien eurer Brüder, der Leute aus dem Volke, und die Abteilung der Familie der Leviten! 2Ch 35:6 Schlachtet das Passah, zerlegt es und bereitet es für eure Brüder! Tut nach dem Wort des Herrn an Moses!" 2Ch 35:7 Josias lieferte den Leviten aus dem Volke Schafe, Lämmer und junge Ziegen, alles zu Passahopfern für alle Anwesenden; 30.000 an Zahl und 3.000 Rinder, diese aus des Königs Eigentum. 2Ch 35:8 Seine Obersten aber lieferten in Menge für das Volk, die Priester und Leviten ab. Die Fürsten des Gotteshauses Chilkia, Zakarjahu und Jechiel gaben für die Priester 2.600 Lämmer und 3.000 Rinder zu Passahopfern. 2Ch 35:9 Konanjahu und seine Brüder Semajahu und Netanel sowie die Levitenobersten Chasabjahu, Jeiel und Jozabad gaben für die Leviten 5.000 Lämmer und 500 Rinder. 2Ch 35:10 So war der Dienst geordnet. Die Priester traten auf ihren Standort und die Leviten in ihre Abteilungen nach des Königs Befehl. 2Ch 35:11 Sie schlachteten das Passah, und die Priester sprengten das Blut, während die Leviten die Haut abzogen. 2Ch 35:12 Sie schieden das Brandopfer aus. Dann gaben sie nach Gruppen den Stammeshäuptern der Leute aus dem Volk, damit sie dem Herrn darbrächten, wie geschrieben ist im Buche Mosis. Ebenso taten sie mit den Rindern. 2Ch 35:13 Dann brieten sie das Passah nach Vorschrift am Feuer. Die heiligen Gaben aber kochten sie in Kesseln, Töpfen und Schüsseln und brachten diese schnell allen Leuten aus dem Volke. 2Ch 35:14 Danach richteten sie für sich und die Priester zu. Denn die Aaronssöhne, die Priester, hatten mit der Darbringung des Brandopfers und der Fettstücke bis in die Nacht hinein zu tun gehabt. So richteten die Leviten für sich und die priesterlichen Aaronssöhne zu. 2Ch 35:15 Die Sänger, Asaphs Söhne, waren nach der Anordnung Davids, Asaphs, Hemans und des königlichen Sehers Jedutun auf ihren Posten. Ebenso die Torhüter an den einzelnen Toren. Sie brauchten ihren Dienst nicht zu verlassen, weil ihre Brüder, die Leviten, für sie zurichteten. 2Ch 35:16 So ward an jenem Tag der ganze Dienst des Herrn geordnet. Man feierte das Passah und opferte nach des Königs Josias Befehl auf dem Altar des Herrn Brandopfer. 2Ch 35:17 Also feierten die anwesenden Israeliten zu jener Zeit Passah, dazu das Fest der ungesäuerten Brote, sieben Tage. 2Ch 35:18 So war das Passah in Israel nicht mehr gefeiert worden seit den Tagen des Propheten Samuel. Keiner der Könige Israels hatte ein Passah gefeiert wie dies, das Josias begangen, die Priester und die Leviten und ganz Juda und Israel, soweit es da war, und Jerusalems Bewohner. 2Ch 35:19 Dieses Passah war im achtzehnten Regierungsjahre des Josias gefeiert worden. 2Ch 35:20 Nach all diesen Begebenheiten, als Josias das Haus wiederhergestellt hatte, zog Ägyptens König Necho heran, bei Karkemis am Euphrat zu kämpfen. Josias aber zog ihm entgegen. 2Ch 35:21 Da sandte jener Boten an ihn und ließ sagen: "Was habe ich mit dir, König von Juda? Nicht dir gilt es heute, sondern meinem feindlichen Hausgesinde. Gott heißt mich eilen. Laß ab von Gott, der mit mir ist, daß er dich nicht vernichte!" 2Ch 35:22 Josias aber wandte sich nicht von ihm ab, sondern erklärte, mit ihm streiten zu wollen. Er hörte nicht auf Gottes Worte aus Nechos Munde, sondern ging vielmehr hin, in der Ebene von Megiddo zu kämpfen. 2Ch 35:23 Die Schützen schossen auf König Josias. Da sprach der König zu seinen Dienern: "Bringt mich weg! Denn ich bin schwer verwundet." 2Ch 35:24 Da hoben ihn seine Diener vom Wagen und trugen ihn in seiner Sänfte weg. So brachten sie ihn nach Jerusalem. Da starb er und wurde in den Gräbern seiner Väter bestattet. Ganz Juda und Jerusalem trauerte um Josias. 2Ch 35:25 Jeremias dichtete ein Klagelied auf Josias, und alle Sänger und Sängerinnen besangen in ihren Klageliedern Josias bis auf diesen Tag. Man machte es zu einer Sitte für Israel. Sie sind in den Klageliedern verzeichnet. 2Ch 35:26 Der Rest der Geschichte des Josias und seine Frömmigkeit, die in der Lehre des Herrn vorgeschrieben ist, 2Ch 35:27 seine frühere und spätere Geschichte, sind im Buche der Könige von Israel und Juda aufgezeichnet. 2Ch 36:1 Die eingesessene Bevölkerung nahm nun Josias Sohn Joachaz und machte ihn zu Jerusalem zum König an seiner Statt. 2Ch 36:2 Joachaz war dreiundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte drei Monate in Jerusalem. 2Ch 36:3 Der König von Ägypten setzte ihn zu Jerusalem ab und legte dem Land eine Buße von hundert Talenten Silber und einem Talent Gold auf. 2Ch 36:4 Dann machte Ägyptens König seinen Bruder Eljakim zum König über Juda und Jerusalem und änderte seinen Namen in Jojakim. Seinen Bruder Joachaz aber verhaftete Necho; dann führte er ihn nach Ägypten. 2Ch 36:5 Jojakim war fünfundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte elf Jahre in Jerusalem. Er tat, was dem Herrn, seinem Gott, mißfiel. 2Ch 36:6 Gegen ihn zog der König von Babel, Nebukadrezar, heran; dann legte er ihn in Ketten, um ihn nach Babel zu bringen. 2Ch 36:7 Auch einen Teil der Geräte im Haus des Herrn brachte Nebukadrezar nach Babel und tat sie zu Babel in seinen Palast. 2Ch 36:8 Der Rest der Geschichte Jojakims und der Greuel, die er verübte, und sein Mißgeschick sind im Buche der Könige von Israel und Juda aufgeschrieben. An seiner Statt ward sein Sohn Jojachin König. 2Ch 36:9 Jojachin war acht Jahre alt, als er König wurde, und er regierte drei Monate und zehn Tage zu Jerusalem. Er tat, was dem Herrn mißfiel. 2Ch 36:10 Nach Ablauf des Jahres sandte der König Nebukadrezar; dann brachte er ihn nach Babel samt den kostbaren Geräten aus dem Hause des Herrn. Er machte seines Vaters Bruder Sedekia zum König über Juda und Jerusalem. 2Ch 36:11 Sedekia war einundzwanzig Jahre alt, als er König wurde, und regierte in Jerusalem elf Jahre. 2Ch 36:12 Er tat, was dem Herrn, seinem Gott, mißfiel. Er demütigte sich nicht vor dem Propheten Jeremias und seinem Worte aus des Herrn Munde. 2Ch 36:13 Auch gegen den König Nebukadrezar empörte er sich, der ihn bei Gott hatte schwören lassen. Er war halsstarrig und verstockt und kehrte sich nicht zum Herrn, Israels Gott. 2Ch 36:14 Auch alle Obersten der Priester samt dem Volk begingen viel Untreue, entsprechend all den heidnischen Greueln. Sie verunreinigten das Haus des Herrn, das er in Jerusalem hatte weihen lassen. 2Ch 36:15 Der Herr, ihrer Väter Gott, sandte zwar durch seine Boten unermüdlich Mahnungen an sie. Denn sein Volk und sein Wohnsitz taten ihm leid. 2Ch 36:16 Aber sie verhöhnten Gottes Boten, verachteten ihre Worte und verlachten seine Propheten, bis des Herrn Grimm gegen sein Volk so hoch stieg, daß keine Rettung möglich war. 2Ch 36:17 So führte er gegen sie den Chaldäerkönig, und er schlug ihre Jungmannschaft mit dem Schwerte im Hause ihres Heiligtums. Er verschonte weder Jüngling noch Jungfrau, weder Greis noch Hochbetagten. Alles gab er in seine Hand. 2Ch 36:18 Alle Geräte des Gotteshauses, groß und klein, samt den Schätzen im Haus des Herrn und denen des Königs und seiner Obersten, alles brachte er nach Babel. 2Ch 36:19 Dann verbrannten sie das Gotteshaus und rissen Jerusalems Mauern ein; auch alle seine Paläste äscherten sie ein, und alle ihre kostbaren Geräte gingen zugrunde. 2Ch 36:20 Und was dem Schwerte entrann, führte er nach Babel in die Gefangenschaft. Sie wurden ihm und seinen Söhnen untertan, bis das Perserreich zur Herrschaft kam. 2Ch 36:21 So wurde erfüllt des Herrn Wort durch des Jeremias Mund: "Bis seine Sabbate das Land gezählt, genießt es Ruhe in den Tagen der Verwüstung insgesamt, um siebzig Jahre zu erfüllen." 2Ch 36:22 Im ersten Jahre des Perserkönigs Cyrus, von da ab gerechnet, wo sich des Herrn Wort durch des Jeremias Mund erfüllte, erweckte der Herr den Geist des Perserkönigs Cyrus, und er ließ in seinem ganzen Reiche folgendes ausrufen und schriftlich bekanntmachen: 2Ch 36:23 "So spricht Cyrus, der König von Persien: Alle Reiche der Erde hat mir der Herr, der Gott des Himmels, gegeben. Er selbst hat mir geboten, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem, das in Juda liegt. Wer unter euch zu seinem Volk gehört, mit diesem sei sein Gott! Er ziehe hinauf!" Ezr 1:1 Im ersten Jahre des Perserkönigs Cyrus, von da an gerechnet, als sich das Wort des Herrn aus des Jeremias Mund erfüllte, hatte der Herr den Geist des Perserkönigs Cyrus erweckt, so daß er in seinem ganzen Reiche folgendes ausrufen und schriftlich bekanntmachen ließ: Ezr 1:2 "So spricht der Perserkönig Cyrus: Alle Reiche der Erde hat Mir der Herr, der Gott des Himmels, gegeben. Er hat mir auch aufgetragen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem, das im Judalande liegt. Ezr 1:3 Wer unter euch zu seinem Volk gehört, mit diesem sei sein Gott! Er ziehe nach Jerusalem im Judaland hinauf und baue das Haus des Herrn, des Gottes Israels, das ist der Gottheit zu Jerusalem! Ezr 1:4 Wer übrig ist, dem sollen an allen Orten, wo er weilt, seine Ortsgenossen mit Silber, Gold und sonstiger Habe helfen, auch mit Reittieren samt freiwilligen Gaben für das Haus der Gottheit zu Jerusalem!" Ezr 1:5 Da erhoben sich die Familienhäupter von Juda und Benjamin sowie die Priester und die Leviten, alle, deren Geist die Gottheit erweckt hatte, hinaufzuziehen und des Herrn Haus in Jerusalem aufzubauen. Ezr 1:6 Alle ihre Mitbewohner aber unterstützten sie mit Silber, Gold und sonstiger Habe sowie mit Reittieren und köstlichen Lebensmitteln in Menge, abgesehen von dem, was jeder freiwillig spendete. Ezr 1:7 Der König Cyrus aber gab die Geräte aus dem Hause des Herrn heraus, die Nebukadrezar aus Jerusalem weggeschleppt und in seines Gottes Haus verbracht hatte. Ezr 1:8 Und der Perserkönig gab sie in die Hand des Schatzmeisters Mitredat. Und dieser zählte sie Sesbassar zu, dem Landpfleger von Juda. Ezr 1:9 Dies war ihre Zahl: dreißig goldene Becken, tausend silberne Becken, neunundzwanzig Räucherpfannen, Ezr 1:10 dreißig goldene Becher, vierhundertzehn silberne Doppelbecher, tausend andere Geräte. Ezr 1:11 Im ganzen fünftausendvierhundert goldene und silberne Geräte. All das brachte Sesbassar hinauf, als er aus Babel die Gefangenen nach Jerusalem hinaufführte. Ezr 2:1 Dies sind die Angehörigen des Bezirks, die aus der Exulantenschar heraufgezogen und die Babels König Nebukadrezar nach Babel geführt hatte. Sie kehrten heim nach Jerusalem und Juda, jeder in seine Stadt. Ezr 2:2 Sie, die mit Zerubbabel, Jesua, Nechemja, Seraja, Reelaja, Mordekai, Bilsan, Mispar, Bigwai, Rechum und Baana gekommen waren. Das ist die Zahl der Männer des Volkes Israel: Ezr 2:3 die Söhne des Paros 2.172, Ezr 2:4 die Söhne des Saphatja 372, Ezr 2:5 die Söhne des Arach 775, Ezr 2:6 die Söhne des Tachat Moab, nämlich die Söhne des Jesua Joab, 2.812, Ezr 2:7 die Söhne des Elam 1.245, Ezr 2:8 die Söhne des Zattu 945, Ezr 2:9 die Söhne des Zakkai 760, Ezr 2:10 die Söhne des Bani 642, Ezr 2:11 die Söhne des Bebai 623, Ezr 2:12 die Söhne des Azgad 1.222, Ezr 2:13 die Söhne des Adonikam 666, Ezr 2:14 die Söhne des Bigwai 2.056, Ezr 2:15 die Söhne des Adin 459, Ezr 2:16 die Söhne des Ater von Jechizkija 98, Ezr 2:17 die Söhne des Besai 323, Ezr 2:18 die Söhne des Jora 112, Ezr 2:19 die Söhne des Chasum 223, Ezr 2:20 die Söhne des Gibbar 95, Ezr 2:21 die Söhne von Bethlehem 23, Ezr 2:22 die Männer von Netopha 56, Ezr 2:23 die Männer von Anatot 128, Ezr 2:24 die Söhne des Azmawet 42, Ezr 2:25 die Söhne Kirjat Arim, Kephira undBeerot 743, Ezr 2:26 die Söhne der Rama und von Geba 621, Ezr 2:27 die Männer von Mikmas 122, Ezr 2:28 die Männer von Betel und dem Ai 223, Ezr 2:29 die Söhne des Nebo 52, Ezr 2:30 die Söhne des Maglis 156, Ezr 2:31 die Söhne des Neu-Elam 1.254, Ezr 2:32 die Söhne des Charim 320, Ezr 2:33 die Söhne des Lod, Chadid und Ano 725, Ezr 2:34 die Söhne von Jericho 345, Ezr 2:35 die Söhne Senaas 3.630. Ezr 2:36 Die Priester: die Söhne Jedajas vom Hause Jesua 973, Ezr 2:37 die Söhne des Immer 1052, Ezr 2:38 die Söhne des Paschur 1247, Ezr 2:39 die Söhne des Charim 1017. Ezr 2:40 Die Leviten: die Söhne des Jesua und des Kadmiel vom Hause Hodawja 74. Ezr 2:41 Die Sänger: die Söhne Asaphs, 128. Ezr 2:42 Die Torhüter: die Söhne Sallums, die Söhne Talmons, die Söhne Akkubs, die Söhne Chatitas, die Söhne Sobais, insgesamt 1.391. Ezr 2:43 Die Tempelsklaven: die Söhne des Sicha, die Söhne des Chasupha, die des Tabbaot, Ezr 2:44 die Söhne des Keros, die des Siaha, die des Padon, Ezr 2:45 die Söhne des Lebana, die des Chaguba, die des Akkub, Ezr 2:46 die Söhne des Chagab, die des Samlai, die des Chanan, Ezr 2:47 die Söhne des Giddel, die des Gachar, die des Reaja, Ezr 2:48 die Söhne des Resin, die des Nekoda, die des Gazzam, Ezr 2:49 die Söhne des Uzza, die des Paseach, die des Besai, Ezr 2:50 die Söhne des Asna, die der Mëuniter, die der Nephusiter ("Zerstreute"), Ezr 2:51 die Söhne des Bakbuk, die des Chakupha, die des Charchur, Ezr 2:52 die Söhne des Baslut, die des Mechida, die des Charsa, Ezr 2:53 die Söhne des Barkos, die des Sisera, die des Tamach, Ezr 2:54 die Söhne des Nesiach die des Chatipha. Ezr 2:55 Die Söhne der Sklaven Salomos: die Söhne des Sotai, die der Schreiberin, die des Peruda, Ezr 2:56 die Söhne des Jaala, die des Darkon, die des Giddel, Ezr 2:57 die Söhne des Sephatja, die des Chattil, die Söhne der Pokeret ("Jägerin") der Gazellen, die des Ami, Ezr 2:58 all die Tempelsklaven und Söhne der Sklaven Salomos 393. Ezr 2:59 Und dies sind die, die aus Tel Melach und Tel Charsa, Cherub, Addan und Immer hergezogen waren, aber nicht dartun konnten, ob ihr Haus und ihre Abstammung echt israelitisch seien: Ezr 2:60 Die Söhne des Delaja, die des Tobia und die des Nekoda 652. Ezr 2:61 Und von den Priestersöhnen die Söhne des Chabaja und die des Hakkos, die Söhne Barzillais, der sich eine der Töchter des Gileaditers Barzillai zum Weibe genommen hatte und dann nach ihrem Namen benannt ward. Ezr 2:62 Diese suchten die Schrift ihres Geschlechtsnachweises. Sie fand sich aber nicht vor, und so wurden sie vom Priestertum ausgeschlossen. Ezr 2:63 Der Tirsata sprach zu ihnen, sie dürften vom Hochheiligen nicht essen, bis ein Priester für Urim und Tummim erstünde. Ezr 2:64 Die ganze Gemeinde belief sich auf 42.360, Ezr 2:65 ohne ihre Sklaven und Sklavinnen, an Zahl 7.337. Auch hatten sie 200 Sänger und Sängerinnen. Ezr 2:66 Die Zahl der Pferde betrug 736, die ihrer Maultiere 245, Ezr 2:67 ihrer Kamele 435, ihrer Esel 6.720. Ezr 2:68 Von den Familienhäuptern hatten manche, als sie zum Hause des Herrn in Jerusalem kamen, Spenden für das Gotteshaus gegeben, um es auf seiner Stelle zu errichten. Ezr 2:69 Sie hatten für den Bauschatz je nach ihrer Habe an Gold 61.000 Drachmen gegeben, an Silber 5.000 Minen und 100 Priesterkleider. Ezr 2:70 Die Priester, die Leviten und manche vom Volk, die Sänger, Torhüter und Tempelsklaven siedelten sich darin in ihren Städten an, ebenso das ganze übrige Israel in seinen Städten. Ezr 3:1 So kam der siebte Mond heran. Die Söhne Israels waren schon in den Städten. Da versammelte sich das Volk wie ein Mann zu Jerusalem. Ezr 3:2 Jesua, der Sohn des Josadak, und seine Brüder, die Priester, und Zerubbabel, der Sohn Sealtiels, und seine Brüder erhoben sich und bauten den Altar des Gottes Israels auf, um Brandopfer darauf darzubringen, wie in der Lehre Mosis, des Gottesmannes, geschrieben steht. Ezr 3:3 So erstellten sie den Altar auf seinen Grundlagen. Denn die Völker der Länder hatten ihn bis auf den Grund zerstört. Sie opferten auf ihm dem Herrn Brandopfer, Morgen- und Abendopfer. Ezr 3:4 Sie feierten auch das Laubhüttenfest nach Vorschrift und brachten Brandopfer Tag für Tag, an Zahl nach Vorschrift, wie es sich für jeden Tag gebührte, Ezr 3:5 und dann das regelmäßige Brandopfer und die der Neumonde und die aller heiligen Festzeiten des Herrn und die eines jeden, der dem Herrn freiwillig Gaben brachte. Ezr 3:6 Vom ersten Tage des siebten Monats an begannen sie dem Herrn Opfer zu bringen obwohl des Herrn Tempel noch nicht aufgebaut war. Ezr 3:7 Sie gaben den Steinmetzen und den Zimmerleuten Geld, den Sidoniern und Tyriern aber Speise und Trank und Öl, damit sie Zedernstämme vom Libanon zur See nach Joppe brächten, gemäß der Vollmacht des Perserkönigs Cyrus an sie. Ezr 3:8 Im zweiten Jahre nach ihrer Ankunft beim Gotteshaus zu Jerusalem, im zweiten Monat, begannen Sealtiels Sohn, Zerubbabel, und Jesua, der Sohn des Josadek, sowie die anderen Brüder, die Priester und die Leviten und alle, die aus der Gefangenschaft nach Jerusalem gekommen waren. Sie stellten die Leviten an, von zwanzig Jahren und darüber, um den Bau des Herrnhauses zu überwachen. Ezr 3:9 Und Jesua und seine Söhne sowie seine Brüder und Kadmiel mit seinen Söhnen und Judas Söhne traten wie ein Mann auf, die Arbeiter am Gotteshaus zu überwachen. Ferner die Söhne Chenadads und ihre Söhne sowie ihre Brüder, die Leviten. Ezr 3:10 Die Bauleute richteten nun den Tempel für den Herrn auf. Dann stellten sich die Priester in Amtstracht mit Trompeten hin. Die Leviten und die Asaphsöhne priesen mit Zimbeln den Herrn in der Weise Davids, des Königs von Israel. Ezr 3:11 In ihrem Lobgesang machten sie den Vers zum Kehrvers: "Lobpreist den Herrn! Denn er ist gut. Ewig währet seine Huld für Israel!" Beim Lob des Herrn jubelte das ganze Volk überlaut, weil das Haus des Herrn errichtet war. Ezr 3:12 Vielen aber von den Priestern und den Leviten und von den Familienhäuptern, von den Alten, die noch das frühere Haus gesehen hatten, erschien das Haus da fremd. Und sie weinten laut. Viele aber erhoben lauten Freudenjubel. Ezr 3:13 So konnte das Volk vor dem lauten Freudenjubel nicht das Weinen der Leute heraushören. Denn das Volk jauchzte laut, und weithin ward der Lärm gehört. Ezr 4:1 Judas Feinde aber und die Benjamins hörten, daß die Söhne der Gefangenschaft dem Herrn, dem Gotte Israels, einen Tempel bauten. Ezr 4:2 Da traten sie zu Zerubbabel und zu den Familienhäuptern und sagten ihnen: "Wir wollen mit euch bauen; denn wir suchen euren Gott wie ihr. Wir opfern ihm seit den Tagen des Assyrerkönigs Assarhadon, der uns hierher gebracht hat." Ezr 4:3 Da sprachen Zerubbabel und Jesua und die übrigen Familienhäupter Israels zu ihnen: "Nein! Ihr und wir können kein Haus für unseren Gott bauen. Wir allein bauen es für den Herrn, Israels Gott, wie uns der König Cyrus, der Perserkönig, befohlen hat." Ezr 4:4 Da machten die Völker der Länder das Volk Juda mutlos und schreckten es vom Bauen ab. Ezr 4:5 Sie dingten wider sie Ratgeber, um ihren Plan zu vereiteln, die ganze Zeit des Perserkönigs Cyrus hindurch bis zur Herrschaft des Perserkönigs Darius. Ezr 4:6 Unter der Regierung des Ahasveros, zu Anfang seiner Herrschaft, schrieben sie eine Klage gegen die Bewohner Judas und Jerusalems. Ezr 4:7 Und in der Zeit des Artachsast schrieben Bislam, Mitredat, Tabel und die anderen seiner Amtsgenossen an Artachsast, den Perserkönig. Das Klageschreiben war nach Schrift und Sprache aramäisch. Ezr 4:8 Rechum, der Ratsherr, und der Schreiber Simsai schrieben einen Brief wider Jerusalem an den König Artachsast, folgenden Inhalts: Ezr 4:9 "Rechum, der Ratsherr, und der Schreiber Simsai und ihre übrigen Amtsgenossen, die Gerichtsvollzieher und die Eparchen aus Tripolis, Babel, Susa, das ist aus Elam, Ezr 4:10 und solche der anderen Nationen, die Osnappar, der Große und Erlauchte, weggeführt und in den Städten Samarias und in dem übrigen Syrien angesiedelt hat usw." Ezr 4:11 Dies ist eine Abschrift des Briefes, den sie dem König Artachsast sandten: "Deine Sklaven, die Leute von Syrien usw. Ezr 4:12 Dem König sei mitgeteilt, daß die Juden, die aus deiner Nähe zu uns gezogen, nach Jerusalem gelangt sind. Sie bauen die aufrührerische und böse Stadt auf, stellen ihre Mauer her und bessern die Wehren aus. Ezr 4:13 Deshalb sei dem König mitgeteilt: Falls jene Stadt aufgebaut und die Mauern hergestellt werden, entrichten sie keine Steuer, keine Abgabe und keinen Zoll mehr. So wird das Einkommen der Könige geschädigt. Ezr 4:14 Weil wir das Salz des Palastes essen und weil uns des Königs Verunglimpfungen anzusehen nicht ansteht, darum schicken wir her und melden es dem König. Ezr 4:15 Man forsche im Buche der Denkwürdigkeiten deiner Väter! Du findest und erfährst im Buche der Denkwürdigkeiten, daß jene Stadt eine aufrührerische Stadt gewesen ist und daß sie Könige und Provinzen geschädigt und daß man in ihr Empörung seit alter Zeit gestiftet hat. Eben darum ist jene Stadt zerstört worden. Ezr 4:16 Wir melden dem König: Falls jene Stadt aufgebaut und ihre Mauern hergestellt werden, hast du keinen Teil mehr an Syrien." Ezr 4:17 Dann sandte der König Bescheid an Rechum, den Ratsherrn, an Simsai, den Schreiber, und an die anderen Amtsgenossen, die in Samaria und sonst in Syrien wohnten: "Gruß usw. Ezr 4:18 Das Schreiben, das ihr uns gesandt habt, ist in Übersetzung vor mir verlesen worden. Ezr 4:19 Von mir ist der Befehl ergangen, und man hat nachgeforscht und gefunden, daß sich jene Stadt seit alter Zeit gegen Könige erhob und daß Aufruhr und Empörung darin gestiftet wurden. Ezr 4:20 Mächtige Könige herrschten über Jerusalem und schalteten in ganz Syrien. Ihnen wurde Steuer, Abgabe und Zoll entrichtet. Ezr 4:21 Darum gebt Befehl, daß jenen Männern gewehrt werde! Jene Stadt soll nicht mehr aufgebaut werden, bis von mir Befehl hierzu erteilt wird. Ezr 4:22 Nehmt euch aber in acht, hierin keinen Fehler zu tun, damit nicht ein Schaden zum Nachteil der Könige erwachse!" Ezr 4:23 Sobald nun die Abschrift des Schreibens vom König Artachsast vor dem Ratsherrn Rechum, dem Schreiber Simsai und ihren Amtsgenossen verlesen worden war, zogen sie eilends nach Jerusalem gegen die Judäer und hinderten sie mit Zwang und Gewalt. Ezr 4:24 Damals war die Arbeit am Gotteshaus zu Jerusalem gehindert. Und sie unterblieb bis zum zweiten Regierungsjahr des Perserkönigs Darius. Ezr 5:1 Damals weissagten die Seher Aggäus und Zacharias, Iddos Sohn, über die Judäer in Jerusalem und Juda im Namen des Gottes Israels. Ezr 5:2 Darauf erhoben sich Zerubbabel, der Sohn Sealtiels, und Jesua, der Sohn des Josadak, und begannen, das Gotteshaus in Jerusalem zu bauen. Und die Propheten Gottes waren mit ihnen und unterstützten sie. Ezr 5:3 Zu jener Zeit kam Syriens Landpfleger Tattenai zu ihnen und Setar Bozenai und ihre Amtsgenossen und sprachen also zu ihnen: "Wer hat euch erlaubt, dies Haus zu bauen und diese Mauer herzustellen?" Ezr 5:4 Auch fragten sie sie: "Wie heißen jene Männer, die dieses Gebäude bauen?" Ezr 5:5 Aber ihres Gottes Augen ruhten auf den Ältesten der Judäer. Und so hinderten jene sie nicht, bis von Darius die Erlaubnis einlief und man hernach das Schreiben hierüber zustellte. Ezr 5:6 Abschrift des Briefes, den Tattenai, Syriens Landpfleger, und Setar Bozenai und seine Amtsgenossen, die Statthalter in Syrien, an den König Darius geschickt hatten. Ezr 5:7 Sie sandten den Bericht an ihn, und so stand darin geschrieben: "Dem König Darius allen Frieden! Ezr 5:8 Dem König sei kundgetan, daß wir in der Provinz Juda zum Hause des Großgottes gekommen sind. Dieses wird aus Quadersteinen gebaut, und die Wände werden mit Holz getäfelt. Die Arbeit wird eifrig betrieben und gedeiht unter ihren Händen. Ezr 5:9 Da haben wirjene Ältesten gefragt und so zu ihnen gesprochen: 'Wer hat euch Erlaubnis gegeben, dies Haus zu bauen und diese Mauern herzustellen?' Ezr 5:10 Auch nach ihren Namen haben wir sie gefragt, um sie dir mitzuteilen. Wir schrieben die Namen der Männer an ihrer Spitze auf. Ezr 5:11 Sie haben uns folgenden Bescheid gegeben: 'Wir sind Diener des Gottes Himmels und der Erden. Wir bauen dies Haus, das vor vielen Jahren gebaut worden ist. Ein großer König Israels hat es erbaut und vollendet. Ezr 5:12 Weil aber unsere Väter den Himmelsgott erzürnt haben, hat er sie in die Hand des Chaldäers Nebukadrezar, des Königs von Babel gegeben. Er hat dies Haus zerstört und das Volk nach Babel in die Gefangenschaft geführt. Ezr 5:13 Aber im ersten Jahre des Cyrus, des Königs von Babel, hat der König Cyrus den Befehl gegeben, dieses Haus aufzubauen. Ezr 5:14 Auch die goldenen und silbernen Geräte des Gotteshauses, die Nebukadrezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenonunen und in den Tempel zu Babel verbracht, hat der König Cyrus aus dem Tempel zu Babel geholt, und sie sind dem Sesbassar gegeben worden, der so heißt und den er zum Landpfleger eingesetzt hat. Ezr 5:15 Er hat zu ihm gesagt: "Da hast du die Geräte. Nimm sie, zieh hin und lege sie im Tempel zu Jerusalem nieder! Das Gotteshaus soll an seiner Stätte aufgebaut werden!" Ezr 5:16 Darauf ist jener Sesbassar gekommen und hat dem Gotteshaus zu Jerusalem Wehren gefertigt. Seitdem wird bis jetzt daran gebaut; es ist aber noch nicht fertig.' Ezr 5:17 Falls es dem König beliebt, möge im königlichen Schatzhaus dort zu Babel nachgeforscht werden, ob es so sei, daß vom König Cyrus Befehl ergangen ist, dies Gotteshaus zu bauen! Den Bescheid des Königs in dieser Sache lasse er uns zukommen!" Ezr 6:1 Also gab König Darius Befehl. Und man forschte im Urkundenhaus nach. Ezr 6:2 Da fand sich zu Ekbatana im Schlosse, das in der Provinz Medien liegt, eine Schriftrolle, und als Denkwürdigkeit stand darin: Ezr 6:3 "Im ersten Jahre des Königs Cyrus hat der König Cyrus Befehl gegeben: Das Gotteshaus zu Jerusalem werde aufgebaut als Stätte, wo man Schlachtopfer schlachtet und wo man ihm seine Feueropfer darbringt! Seine Höhe sei sechzig Ellen und seine Breite sechzig Ellen! Ezr 6:4 Drei Schichten von Quadersteinen seien da, ebenso eine Schicht von Holz! Die Kosten sollen aus dem königlichen Hause bestritten werden. Ezr 6:5 Auch erstatte man die goldenen und silbernen Geräte des Gotteshauses, die Nebukadrezar aus dem Tempel zu Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht hat! Sie seien dem Tempel zu Jerusalem eigen! Ezr 6:6 Demnach bleibt fern von dort ihr, Tattenai, Landpfleger von Syrien, Setar Bozenai und seine Amtsgenossen, Statthalter von Syrien! Ezr 6:7 Laßt die Arbeit an diesem Gotteshause gehen! Der Statthalter der Judäer und die Ältesten der Juden sollen jenes Gotteshaus an seiner Stätte aufbauen! Ezr 6:8 Und von mir ergeht der Befehl über das, was ihr jenen Ältesten der Judäer tun sollt, um jenes Gotteshaus aufzubauen. Aus den königlichen Einkünften des Tributs von Syrien werde jenen Männern genau ausbezahlt, um sie nicht zu stören. Ezr 6:9 Und was sonst nötig ist, wie junge Stiere, Widder und Lämmer zu Brandopfern für den Himmelsgott, Weizen, Salz, Wein und Öl, werde ihnen nach Angabe der Priester zu Jerusalem Tag für Tag ungeschmälert geliefert! Ezr 6:10 Sie sollen dem Himmelsgott Wohlgerüche darbringen und für das Leben des Königs und seiner Söhne beten! Ezr 6:11 Ferner ergeht von mir Befehl: Wer diesen Beschluß ändert, aus dessen Haus werde ein Balken gerissen und er selbst gepfählt daran geschlagen! Sein Haus aber werde deshalb zum Misthaufen gemacht! Ezr 6:12 Der Gott aber, der seinen Namen dort thronen läßt, stürze jeden König und jedes Volk, die es wagen sollten, das Gotteshaus zu Jerusalem zum zweitenmal zu zerstören! Ich, Darius, habe den Befehl gegeben. Er werde genau befolgt!" Ezr 6:13 Da taten Syriens Landpfleger Tattenai, Setar Bozenai und ihre Amtsgenossen genauso, wie es König Darius angeordnet hatte. Ezr 6:14 So bauten die Ältesten der Judäer glücklich weiter nach der Weissagung des Aggäus und des Iddosohnes Zacharias, der Propheten. So hatten sie gebaut und waren fertig geworden auf Geheiß des Gottes Israels und auf Befehl des Cyrus und des Darius sowie des Perserkönigs Artachsast. Ezr 6:15 So vollendeten sie das Haus bis zum dritten Tag des Monats Adar, also im sechsten Regierungsjahr des Königs Darius. Ezr 6:16 Dann feierten die Söhne Israels, die Priester und die Leviten und die anderen Söhne der Gefangenschaft die Einweihung dieses Gotteshauses mit Freude. Ezr 6:17 Und sie brachten bei der Einweihung des Gotteshauses hundert Stiere dar, zweihundert Widder, vierhundert Lämmer und zwölf Ziegenböcke als Sündopfer für ganz Israel, entsprechend der Zahl der Stämme Israels. Ezr 6:18 Sie bestellten auch die Priester nach ihren Abteilen und die Leviten nach ihren Klassen zum Gottesdienst in Jerusalem nach der Vorschrift des Buches Mosis. Ezr 6:19 Dann feierten die Söhne der Gefangenschaft das Passah am vierten Tage des ersten Monats. Ezr 6:20 Denn die Priester und Leviten hatten sie wie ein Mann gereinigt. Sie alle waren rein. Dann schlachteten sie das Passah für alle Söhne der Gefangenschaft und für ihre Brüder, die Priester und die Leviten. Ezr 6:21 Und die Söhne Israels, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, verzehrten es; aber auch alle, die sich zu ihnen hin von der Unreinheit der Heiden im Land abgesondert hatten, um den Herrn, Israels Gott, zu suchen. Ezr 6:22 Sie feierten das Fest der ungesäuerten Brote in Freuden sieben Tage. Denn der Herr hatte sie erfreut und ihnen des Assyrerkönigs Herz zugewandt, daß er sie unterstützte bei der Arbeit am Gotteshaus des Gottes Israels. Ezr 7:1 Hernach zog unter der Regierung des Perserkönigs Artachsast der Sohn Serajas herauf, Esdras (Ezra), der Enkel des Azarja und Urenkel Chilkias, Ezr 7:2 des Sohnes Sallums und Enkels Sadoks und Urenkels des Achitub, Ezr 7:3 des Sohnes des Amarja und Enkels des Ajarja und Urenkels des Merajot, Ezr 7:4 des Sohnes des Zerachja und Enkels Uzzis und Urenkels des Bukki, Ezr 7:5 des Sohnes Abisuas, des Enkels Pinechas und Urenkel Eleazars, des Sohnes des Hohenpriesters Aaron. Ezr 7:6 Eben dieser Esdras zog von Babylon herauf. Er war Schriftgelehrter, bewandert in Mosis Lehre, die der Herr, Gott Israels, gegeben hatte. Ihm gab der König, was er sich wünschte, unter dem Schutze des Herrn, seines Gottes. Ezr 7:7 So zog eine Anzahl von Söhnen Israels, Priester, Leviten, Sänger, Torhüter und Tempelsklaven mit ihm nach Jerusalem im siebten Jahre des Königs Artachsast. Ezr 7:8 Er kam nach Jerusalem im fünften Monat, das ist im siebten Jahre des Königs. Ezr 7:9 Am ersten Tag des ersten Monats, das ist im Nisan, verfügte er den Auszug aus Babylon. Und am ersten Tag des fünften Monats kam er nach Jerusalem unter dem sicheren Schutze seines Gottes. Ezr 7:10 Denn Esdras hatte sein Herz darauf gerichtet, des Herrn Lehre zu erforschen und zu befolgen und Satzung und Recht in Israel zu lehren. Ezr 7:11 Dies ist die Abschrift des Schreibens, das der König Artachsast dem Priester und Schreiber Esdras gegeben hat, dem Ausleger der Gebote und Vorschriften des Herrn für Israel: Ezr 7:12 "Artachsast, der König der Könige, an den Priester Esdras, den Ausleger des Gesetzes des Himmelsgottes usw. Ezr 7:13 Von mir ergeht Befehl: Jeder in meinem Reich von dem Volke Israel und seinen Priestern und Leviten, der sich getrieben fühlt, nach Jerusalem zu ziehen, ziehe mit dir! Ezr 7:14 Du wirst vom König und seinen sieben Ratgebern gesandt, Juda und Jerusalem zu erkunden, nach deines Gottes Gesetz, dessen du kundig bist. Ezr 7:15 Überbringe das Silber und Gold, das der König und seine Räte für Israels Gott gespendet, dessen Wohnung in Jerusalem ist! Ezr 7:16 Ebenso alles Silber und Gold, das du in der ganzen Provinz Babel bekommst als freiwillige Gaben des Volkes und der Priester, die sie für das Haus ihres Gottes zu Jerusalem spenden! Ezr 7:17 Demgemäß kaufe gewissenhaft für das Geld Stiere, Widder und Lämmer und die dazugehörigen Speise- und Trankopfer und opfere sie auf dem Altar des Hauses eures Gottes zu Jerusalem. Ezr 7:18 Und was dir und deinen Brüdern beliebt, mit dem Rest des Silbers und des Goldes zu tun, das tut nach eures Gottes Willen! Ezr 7:19 Liefere auch die Geräte ab, die man für den Gottesdienst im Hause deines Gottes hergegeben, vor Gott in Jerusalem! Ezr 7:20 Den übrigen Bedarf deines Gotteshauses, den du zu decken hast, bestreite aus dem königlichen Schatzhaus! Ezr 7:21 Von mir, König Artachsast, wird Befehl an alle Schatzmeister in Syrien erteilt: Alles, was der Priester Esdras, der Ausleger des Gesetzes des Himmelsgottes, von euch verlangt, werde genau geleistet, Ezr 7:22 an Silber bis zu hundert Talenten, an Weizen bis zu hundert Malter, an Wein bis zu hundert Maß, an Öl bis zu hundert Maß und an Salz unbeschränkt. Ezr 7:23 Alles, was nach dem Befehl des Himmelsgottes ist, werde genau für das Haus des Himmelsgottes geleistet, auf daß kein Zorn über das Reich des Königs und seiner Söhne komme! Ezr 7:24 Ferner sei euch kundgetan: Nicht erlaubt ist es, irgendeinem der Priester, Leviten, Sänger, Torhüter, Tempelsklaven und Knechte dieses Gotteshauses Steuer, Abgabe oder Zoll aufzulegen. Ezr 7:25 Du aber, Esdras, setze nach deiner Gottesgelehrtheit, die du hast, Richter und Gerichtsvollzieher ein, die alles Volk in Syrien richten sollen, und solche, die deines Gottes Gesetze kennen! Wer sie nicht kennt, den sollt ihr belehren! Ezr 7:26 Jeden aber, der deines Gottes Gesetze und das Gesetz des Königs nicht befolgt, den treffe strenge gerichtliche Strafe, entweder Tod oder Verbannung oder Geldstrafe oder Haft!" Ezr 7:27 Gepriesen sei der Herr, der Gott unserer Väter, der dies dem König ins Herz gegeben, um das Haus des Herrn in Jerusalem zu verherrlichen, Ezr 7:28 und der mir die Huld des Königs, seiner Räte und all der mächtigen Beamten zugewandt hat! So faßte ich Mut unter dem Schutze des Herrn, meines Gottes, und sammelte aus Israel eine Anzahl Familienhäupter, mit mir zu ziehen. Ezr 8:1 Dies sind die Häupter ihrer Familien und ihrer Anverwandten, die mit mir unter der Regierung Artachsasts, des Königs, aus Babylon heraufzogen: Ezr 8:2 von den Söhnen des Pinechas: Gerson, von den Söhnen Itamars: Daniel, von den Söhnen Davids: Chattus, Ezr 8:3 von den Söhnen des Paros: Zekarja und zu ihm gehörend 150 männliche Personen, Ezr 8:4 von den Söhnen Pachatmoabs: Eljehoenai, Zerachjas Sohn, und mit ihm 200 männliche Personen. Ezr 8:5 Von den Söhnen Sekanjas: der Sohn Jachaziels und mit ihm 300 männliche Personen. Ezr 8:6 Und von den Söhnen Adins: Ebed, Jonatans Sohn, und mit ihm 50 männliche Personen. Ezr 8:7 Und von den Söhnen Elams: Jesaja, Ataljas Sohn, und mit ihm 70 männliche Personen. Ezr 8:8 Und von den Söhnen Sepathas: Zebadja, Mikaels Sohn, und mit ihm 80 männliche Personen. Ezr 8:9 Und von den Söhnen Joabs: Obadja, Jechiels Sohn, und mit ihm 218 männliche Personen. Ezr 8:10 Und von den Söhnen Sebmits: der Sohn Josiphjas und mit ihm 160 männliche Personen. Ezr 8:11 Und von den Söhnen Bebais: Zekarja, Bebais Sohn, und mit ihm 28 männliche Personen. Ezr 8:12 Und von den Söhnen Azgars: Jochanan, Hakkatans Sohn, und mit ihm 160 männliche Personen. Ezr 8:13 Und von den Söhnen Adonikams: Eliphelet, Jeiel und Semaja und mit ihnen 60 männliche Personen. Ezr 8:14 Und von den Söhnen Bigwais: Utai und Zabbud und mit ihnen 70 männliche Personen. Ezr 8:15 Ich versammelte sie an dem Flusse, der nach Ahawa kommt. Dort lagerten wir an drei Tage. Ich musterte das Volk samt den Priestern. Da fand ich keinen von den Söhnen Levis dort. Ezr 8:16 So schickte ich Eliezer, Ariel, Semaja, Elnatan, Jarib, Elnatan, Natan, Zekarja und Mesullam als Häupter weg, und Jojarib und Elnatan als Lehrer. Ezr 8:17 Und ich entbot sie an Iddo, das Oberhaupt im Orte Kasiphja, und legte in ihren Mund den Auftrag, den sie Iddo und seinen Brüdern im Ort Kasiphja bestellen sollten, nämlich, sie sollten uns Diener für unser Gotteshaus zuführen. Ezr 8:18 Und sie brachten uns unter dem gütigen Schutz unseres Gottes einen verständigen Mann von den Söhnen Machlis, eines Sohnes Levis, eines Sohnes Israels, namens Serebja, mit Söhnen und Brüdern, 18 Mann. Ezr 8:19 Auch Chasabja und mit ihm Jesaja von den Söhnen Meraris, seine Brüder und ihre Söhne, 20, Ezr 8:20 von den Tempelsklaven, die David und die Fürsten zum Dienste der Leviten gegeben hatten, 220 Tempelsklaven. Sie alle sind mit Namen verzeichnet. Ezr 8:21 Dann rief ich dort am Flusse Ahawa ein Fasten aus, daß wir uns vor unserem Gott demütigten und ihn um gute Reise anflehten, für uns, unsere Kinder und all unsere Habe. Ezr 8:22 Denn ich schämte mich, vom Könige Mannschaft und Reiter zu erbitten, um uns vor den Feinden auf der Reise zu schützen. Denn wir hatten zum König gesagt: "Unseres Gottes Hand ruht auf allen, die ihm zum Besten suchen. Sein mächtiger Zorn dagegen auf allen, die ihn verlassen." Ezr 8:23 So fasteten wir und erflehten solches von unserem Gott, und er ließ sich von uns erweichen. Ezr 8:24 Dann sonderte ich von den Obersten der Priester zwölf Leute aus, Serebja und Chasabja, mit ihnen zehn von ihren Brüdern. Ezr 8:25 Und ich wog ihnen dar das Silber und Gold und die Geräte, die Spende für unser Gotteshaus, die der König, seine Räte und Beamten gestiftet und ganz Israel, das sich vorgefunden hatte. Ezr 8:26 Ich wog ihnen in die Hand an Silber 650 Talente und 100 silberne Gefäße zu 2 Talenten, an Gold 100 Talente, Ezr 8:27 sodann 20 goldene Becher zu 1000 Dariken und verschiedene Geräte aus feinem Glanzerz, wertvoll wie Gold. Ezr 8:28 Dann sprach ich zu ihnen: "Ihr seid dem Herrn geweiht, und die Geräte sind geweiht. Das Silber und das Gold sind eine Spende für eurer Väter Gott, den Herrn. Ezr 8:29 Darum hütet es sorgfältig, bis ihr es vor den Obersten der Priester, der Leviten und der Familienoberhäupter Israels zu Jerusalem darwäget in den Zellen im Hause des Herrn!" Ezr 8:30 Die Priester und die Leviten übernahmen nun das abgewogene Silber und das Gold und die Geräte, um sie nach Jerusalem in unser Gotteshaus zu bringen. Ezr 8:31 Wir brachen nun vom Flusse von Ahawa auf am zwölften Tage des ersten Monats, um nach Jerusalem zu ziehen. Und unseres Gottes Hand war über uns. Er schützte uns vor Feinden und vor Wegelagerern. Ezr 8:32 So kamen wir nach Jerusalem und weilten dort drei Tage. Ezr 8:33 Am vierten Tage aber wurden das Silber und das Gold und die Geräte in unserem Gotteshause dargewogen in die Hand des Uriassohnes Meremot, des Priesters. Bei ihm war Eleazar, des Pinechas Sohn, bei ihnen auch Jozabad, Jesuas Sohn, und Binnuis Sohn Noadja, die Leviten. Ezr 8:34 Alles stimmte nach Zahl und Gewicht, und das ganze Gewicht ward zugleich aufgeschrieben. Ezr 8:35 Die aus der Gefangenschaft Heimgekehrten, die Söhne der Gefangenschaft, opferten dem Gott Israels 12 Stiere für das ganze Israel, dann 96 Widder, 77 Lämmer, 12 Böcke zum Sündopfer, alles für den Herrn als Brandopfer. Ezr 8:36 Dann übergaben sie des Königs Befehle den Satrapen des Königs und den syrischen Statthaltern. Und sie unterstützten das Volk und das Gotteshaus. Ezr 9:1 Als dies beendet war, traten die Obersten zu mir und sagten: "Das Volk in Israel, die Priester und die Leviten, halten sich nicht abgesondert von den Völkern der Länder, ungeachtet ihrer Greuel, von den Kanaanitern und Chittitern, Perizzitern, Jebusitern, Ammonitern, Moabitern, Ägyptern und Amoritern. Ezr 9:2 Sie haben von ihnen Töchter für sich und für ihre Söhne zu Weibern genommen, so daß sich der heilige Stamm mit den Völkern der Länder vermischte. Die Fürsten und Vorsteher sind bei diesem Frevel die ersten gewesen." Ezr 9:3 Als ich das hörte, zerriß ich mein Gewand und meinen Mantel. Dann raufte ich mir das Haar aus Kopf und Bart und saß betäubt da. Ezr 9:4 Zu mir hielten aber alle, welche die Worte des Gottes Israels fürchteten wegen des Frevels der Gefangenschaft. So saß ich betäubt bis zum Abendopfer. Ezr 9:5 Zur Abendopferzeit stand ich von meiner Verdemütigung auf. In meinem zerrissenen Gewande und Mantel beugte ich die Knie, breitete zum Herrn, meinem Gott, die Hände aus Ezr 9:6 und sprach: "Mein Gott, ich schäme mich und scheue mich, zu Dir, mein Gott, das Antlitz zu erheben. Denn unsere Sünden sind uns über unser Haupt gewachsen, und ihre Schuld ist himmelhoch geworden. Ezr 9:7 Seit unserer Väter Tagen bis auf diesen Tag sind wir in großer Schuld, und wegen unserer Sünden sind wir preisgegeben, wir, unsere Könige und Priester, den Königen der Länder, durch Schwert und Gefangenschaft, durch Raub und offene Verhöhnung, so wie es heute ist. Ezr 9:8 Nun ist auf kurzen Augenblick Erbarmung gekommen von dem Herrn, unserem Gott. Er ließ uns einen Rest übrig und gab an seiner heiligen Wohnstatt uns einen Zeltpflock. Aufleuchten ließ uns unser Gott die Augen und schenkte uns ein wenig Lebenskraft in unserer Knechtschaft. Ezr 9:9 Wir sind zwar Knechte, doch hat in unserer Knechtschaft unser Gott uns nicht verlassen. Er wandte uns die Huld der Perserkönige zu und gab uns so viel Lebenskraft, daß wir unser Gotteshaus aufrichten und seine Trümmer wiederherstellen konnten. Er gab uns eine Schutzmauer in Juda und Jerusalem. Ezr 9:10 Was aber sollen wir nach all diesem sagen, unser Gott? Wir haben Deine Vorschriften ganz außer acht gelassen. Ezr 9:11 Du hast sie uns durch Deine Knechte, die Propheten, so gegeben: 'Das Land, in das ihr kommt, um es zu erobern, ist ein bedecktes Land durch Unreinheit der Ländervölker, durch ihre Greueltaten, womit sie es von einem Ende bis zum anderen angefüllt in ihrer Unreinheit. Ezr 9:12 Gebt eure Töchter niemals ihren Söhnen, und ihre Töchter nehmt niemals für eure Söhne! Nie sucht ihr Glück und ihren Vorteil! Dann bleibt ihr stark, und ihr genießt des Landes Güter, auf eure Söhne sie vererbend.' Ezr 9:13 Ach, können wir nach alledem, was uns durch unsere bösen Werke, unsere große Schuld getroffen - Du, unser Gott, hast unsere Sünden tief verworfen, und doch hast Du uns diesen Rest gelassen! - Ezr 9:14 ja, dürfen wir aufs neue Deine Anordnungen brechen und uns mit diesen Greuelvölkern gar verschwägern? Wirst Du nicht über uns bis zur Vernichtung zürnen, so daß kein Bleiben wäre, keine Rettung? Ezr 9:15 Du bist gar edelmütig, Herr, Gott Israels. Wir sind ein Rest Geretteter noch heute. Wir sind vor Dir in unserer Schuld. So aber kann man nicht vor Dir bestehen." Ezr 10:1 So betete Esdras, bekannte, weinte und flehte vor dem Gotteshause. Da scharte sich eine große Menge aus Israel um ihn, Männer, Weiber und Kinder; denn das Volk weinte bitterlich. Ezr 10:2 Da hob Sekanja, Jechiels Sohn, von Elams Söhnen, an und sprach zu Esdras: "Wir sind untreu geworden unserem Gott, daß wir fremde Weiber von des Landes Völkern heimgeführt. Aber noch ist dabei Hoffnung für Israel. Ezr 10:3 Wir wollen jetzt einen Bund schließen mit unserem Gott, daß wir alle unsere Frauen und was aus ihnen geboren worden, nach des Herrn Rat entlassen. Wir wollen unseres Gottes Gebot gewissenhaft beachten. Nach der Lehre soll es geschehen! Ezr 10:4 Steh auf! Denn deine Sache ist es. Wir sind mit dir. Ermanne dich und handle!" Ezr 10:5 Da stand Esdras auf und ließ die Oberen der Priester, die Leviten und ganz Israel schwören, daß sie so tun wollten. Und sie schwuren. Ezr 10:6 Esdras stand nun vor dem Gotteshause auf und ging in die Zelle Jochanans, des Eljasibsohnes. Er ging hinein, aß aber kein Brot und trank kein Wasser, trauernd ob des Frevels der Gefangenschaft. Ezr 10:7 Dann ließen sie einen Ruf ergehen in Juda und Jerusalem an alle Söhne der Gefangenschaft, sie sollten sich in Jerusalem versammeln. Ezr 10:8 Wer nicht am dritten Tage nach dem Beschluß der Oberen und Ältesten komme, dessen ganze Habe solle gebannt werden, und er selbst solle aus der Gemeinde der Gefangenschaft ausgeschlossen sein! Ezr 10:9 Da versammelten sich zu Jerusalem alle Männer aus Juda und aus Benjamin am dritten Tage, das ist am zwanzigsten des neunten Monats. Und das ganze Volk saß auf dem Platze des Gotteshauses, zitternd wegen der Sache und der Regengüsse. Ezr 10:10 Da stand der Priester Esdras auf und sprach zu ihnen: "Ihr habt dadurch gefrevelt, daß ihr heidnische Weiber heimgeführt, um Israels Schuld zu mehren. Ezr 10:11 Nun legt ein Bekenntnis vor dem Herrn, dem Gott eurer Väter, ab, und tut seinen Willen! Trennt euch von den Ländervölkern und von den fremden Weibern!" Ezr 10:12 Die ganze Gemeinde rief mit lauter Stimme: "Wie du zu uns gesagt, ist zu tun. Ezr 10:13 Das Volk aber ist zahlreich. Auch ist Regenzeit. Man kann nicht im Freien weilen. Auch ist es keine Sache für einen oder zwei Tage. Denn wir haben mannigfach in dieser Sache gefrevelt. Ezr 10:14 Unsere Obersten mögen für die ganze Gemeinde tagen! Dann können alle, die in unseren Städten fremde Weiber heimgeführt, zur bestimmten Zeit kommen und mit ihnen die Ältesten und Priester jeder Stadt, um unseres Gottes Zornesglut von uns in dieser Sache abzuwenden." Ezr 10:15 Nur Jonatan, Azales Sohn, und Jachzela, Tikwas Sohn, traten dagegen auf, und Mesullam und der Levite Sabai standen ihnen bei. Ezr 10:16 Aber die Söhne der Gefangenschaft handelten recht. So sonderte sich der Priester Esdras Männer, Familienhäupter, nach den einzelnen Familien aus, alle namentlich aufgezeichnet. Und sie hielten die erste Sitzung an dem ersten Tage des zehnten Monats, um die Sache zu untersuchen. Ezr 10:17 Und sie wurden mit all den Männern fertig, die fremde Weiber heimgeführt, bis zum ersten Tage des ersten Monats. Ezr 10:18 Da fanden sich auch unter Priestersöhnen solche, die fremde Weiber heimgeführt hatten, von den Söhnen Jesuas, des Sohnes Josadaks, und seiner Brüder Maaseja und Eliezer, Jarib und Gedalja. Ezr 10:19 Sie gaben aber ihre Hand darauf, ihre Weiber zu entlassen. Ihr Schuldopfer war ein Widder für ihre Schuld. Ezr 10:20 Und von den Söhnen Immers: Chanani und Zebadja. Ezr 10:21 Und von den Söhnen Charims: Maaseja, Elia, Semaja, Jechiel und Uzzia. Ezr 10:22 Und von den Söhnen Paschurs: Eljoënai, Maaseja, Ismael, Netanel, Jozabad und Elasa. Ezr 10:23 Und von den Leviten Josabad, Simi und Kolaja, das ist Kelita, Petachja, Jehuda und Eliezer. Ezr 10:24 Und von den Sängern Eljasib und von den Torhütern Sallum, Telem und Uri. Ezr 10:25 Und von Israel, von den Söhnen des Paros Ramja, Izzia, Malkia, Mijjamin, Eleazar, Malkia und Benaja. Ezr 10:26 Und von den Söhnen Elams Mattanja, Zekarja, Zechiel, Abdi, Jeremot und Elia. Ezr 10:27 Und von den Söhnen Zattus Eljoënai, Eljasib, Mattanja, Jeremot, Zabad und Aziza. Ezr 10:28 Und von den Söhnen Bebais Jehochanan, Chananja, Zabbai, Atlai. Ezr 10:29 Und von den Söhnen Banis Messullam, Malluk, Adaja, Jasub, Seal und Ramot. Ezr 10:30 Und von den Söhnen Pachatmoabs Adna und Kelal, Benaja, Maaseja, Mattanja, Besalel, Binnui und Menasse. Ezr 10:31 Und von den Söhnen Charims Eliezer, Isija, Malkija, Semaja, Simon, Ezr 10:32 Benjamin, Malluk, Semarja. Ezr 10:33 Von den Söhnen Chasums Mattenai, Mattatta, Zabad, Eliphelet, Jemai, Menasse, Simi. Ezr 10:34 Von den Söhnen Banis Maadai, Aram und Uël, Ezr 10:35 Benaja, Bedja, Keluhi, Ezr 10:36 Wanja, Meremot, Eljasib, Ezr 10:37 Mattanja, Mattenai und Jaasaw. Ezr 10:38 Und von den Söhnen Binnuis Simi, Ezr 10:39 Selemja, Natan, Adaja, Ezr 10:40 Maknadebai, Sasai, Sarai, Ezr 10:41 Azarel, Selemja, Semaria, Ezr 10:42 Sallum, Amarja, Joseph. Ezr 10:43 Von den Söhnen Nebos Jejel, Mattija, Zabad, Zebina, Jaddai, Joel und Benaja. Ezr 10:44 Alle diese hatten fremde Weiber genommen. Es fanden sich unter ihnen auch Weiber, die Kinder geboren hatten. Neh 1:1 Der Bericht des Chakaljasohnes Nehemias. Es war im Monat Kislev im Jahre zwanzig, daß ich zu Susan in der Burg weilte. Neh 1:2 Da kam einer meiner Brüder, Chanani, mit Männern aus Judäa. Ich fragte sie nach den Judäern, den Entronnenen, die vor der Gefangenschaft bewahrt worden waren, und nach Jerusalem. Neh 1:3 Sie gaben mir Bescheid: "Die Zurückgebliebenen, die dort vor der Gefangenschaft in den Landstädten verschont geblieben sind, befinden sich in großer Not und Schmach. Die Mauer von Jerusalem liegt in Trümmern, und seine Tore sind verbrannt." Neh 1:4 Als ich diese Worte hörte, setzte ich mich hin, weinte und trauerte eine Zeitlang. Ich fastete und betete vor dem Himmelsgott. Neh 1:5 Dann sprach ich: "Herr, Gott des Himmels! / Du großer, fürchterlicher Gott! / Du hältst den gnadenvollen Bund all denen, die Dich lieben / und Dein Geheiß befolgen. Neh 1:6 Leih doch Dein Ohr! Laß Deine Augen offen sein, / auf daß Du Deines Knechts Gebet erhörst, / das ich jetzt Tag und Nacht vor Dir verrichte / für Deine Knechte, für die Söhne Israels. / Ich beichte die Verschuldungen der Söhne Israels, / die wir so gegen Dich gesündigt haben, / ich selbst und meines Vaters Haus. Neh 1:7 Wir haben Dich beleidigt / und nicht gewahrt Gebote und Gesetze, Rechte, / die Du dem Moses, Deinem Diener, aufgetragen. Neh 1:8 Gedenke doch des Wortes, / das Du dem Moses, Deinem Knecht, befohlen: / 'Begeht ihr Untreue, / zerstreu ich euch unter die Nationen. Neh 1:9 Bekehrt ihr euch jedoch zu mir / und haltet und befolgt, was ich geboten, / dann bringe ich zusammen eure Vertriebenen, / und wenn sie selbst am Himmelsende wären, / und führe sie zur Stätte hin, / die ich zum Wohnsitz meines Namens auserkoren.' Neh 1:10 Denn sie sind Deine Knechte und Dein Volk, / das Du befreit mit Deiner großen Kraft und Deinem starken Arm. Neh 1:11 Ach, Herr! Laß doch Dein Ohr vernehmen / das Flehen Deines Dieners und das Flehen Deiner Diener, / die begehren, Deinen Namen zu verehren! / Laß Deinem Diener heute es gelingen! / Und schenke ihm vor diesem Manne Gnade!" - Ich aber war der Mundschenk beim König. Neh 2:1 Im Nisanmonat, in des Königs Artachsast zwanzigstem Jahr, stand Wein vor ihm. Ich nahm den Wein und gab ihn dem König. Er war mir nicht ungewogen. Neh 2:2 Da sprach zu mir der König: "Warum bist du betrübt? Du bist doch nicht krank? Wenn nicht, dann hast du Herzenskummer." Da erschrak ich heftig. Neh 2:3 Ich sprach zum König: "Lang lebe der König! Wie sollte ich nicht betrübt sein, da die Stadt, meiner Väter Grabstätte, zerstört ist und ihre Tore verbrannt sind?" Neh 2:4 Da sprach zu mir der König: "Worum bittest du?" Da betete ich zum Himmelsgott. Neh 2:5 Ich sprach dann zum König: "Gefällt es dem König und ist dein Sklave dir genehm, dann mögest du mich nach Juda zur Stadt der Gräber meiner Väter senden, damit ich sie aufbaue!" Neh 2:6 Da sprach zu mir der König, und die Gemahlin saß an seiner Seite: "Wie lange währt deine Reise? Wann kehrst du zurück?" Und es gefiel dem König, mich zu entsenden, und ich gab ihm eine Frist an. Neh 2:7 Dann sprach ich zum König: "Gefällt es dem König, so gebe man mir Briefe an Syriens Statthalter mit, daß sie mich begleiten lassen, bis ich nach Juda komme, Neh 2:8 und einen Brief an Asaph, den Verwalter der königlichen Waldungen, daß er mir Holz gebe, um an der Burg, die zum Hause gehört, die Tore mit Balken zu versehen; desgleichen für die Stadtmauer und für das Haus, in das ich ziehen werde!" Und der König bewilligte mir dies, dank dem gütigen Schutze meines Gottes über mir. Neh 2:9 So kam ich zu den Statthaltern von Syrien und gab ihnen des Königs Briefe. Der König aber sandte mit mir Heeresoberste und Reiter. Neh 2:10 Dies hörten Sanballat von Choronaim und der ammonitische Ansiedler Tobia. Da verdroß es sie stark, daß jemand gekommen sei, das Wohl der Söhne Israels zu fördern. Neh 2:11 So kam ich nach Jerusalem und blieb hier drei Tage. Neh 2:12 Dann stand ich nachts mit ein paar Leuten auf. Ich hatte aber keinem Menschen gesagt, was mein Gott für Jerusalem zu tun mir ins Herz gegeben. Auch waren bei mir keine Reittiere, außer dem Tiere, auf dem ich selbst ritt. Neh 2:13 So zog ich durch das Taltor nachts zur Drachenquelle und dann zum Misttor. Ich besichtigte die Mauern Jerusalems, wie sie in Trümmern lagen und ihre Tore verbrannt waren. Neh 2:14 Dann zog ich zum Quellentor hinüber und zum Königsteich. Aber das Tier fand dort keinen Platz, um mit mir durchzukommen. Neh 2:15 Da stieg ich im Tale nachts bergan und besichtigte die Mauer. So kam ich dann wieder an das Taltor und kehrte heim. Neh 2:16 Die Vorsteher aber wußten nicht, wohin ich gegangen war und was ich vorhatte. Den Judäern, den Priestern, den Adligen und den Vorstehern und den anderen Werkführern hatte ich bis jetzt nichts gesagt. Neh 2:17 Nun sprach ich zu ihnen: "Ihr seht die Not, in der wir sind. Jerusalem ist zerstört, und seine Tore sind verbrannt. Auf! Laßt uns die Mauern Jerusalems bauen, daß wir nicht länger zum Gespötte seien!" Neh 2:18 Dann erzählte ich ihnen, wie gütig der Schutz meines Gottes über mir war, und auch des Königs Worte, die er an mich gerichtet. Da sagten sie: "Wir wollen darangehen und bauen." So ermunterten sie sich zum guten Werke. Neh 2:19 Dies hörten Sanballat aus Choronaim, der ammonitische Ansiedler Tobia und der Araber Gesem, spotteten unser und äußerten verächtlich: "Was ist das, was ihr tun wollt? Wollt ihr vom König abfallen?" Neh 2:20 Da gab ich ihnen Bescheid und sprach zu ihnen: "Der Himmelsgott wird uns Gelingen geben. Wir, seine Knechte, wollen uns ans Bauen machen. Ihr aber habt kein Teil und kein Recht und kein Gedächtnis zu Jerusalem." Neh 3:1 Da standen der Hohepriester Eljasib und die Priester, seine Brüder, auf und bauten das Schaftor, zugleich hatten sie es befestigt; dann setzten sie seine Tore ein, ebenso den Turm Hammea ("Spitzturm"); auch ihn hatten sie umwallt, ebenso den Turm Chananels. Neh 3:2 Daneben hatten die von Jericho gebaut und neben ihnen Zakkur, Imris Sohn. Neh 3:3 Das Fischtor bauten Senaas Söhne, zugleich hatten sie es mit Gebälk überdacht; dann setzten sie seine Tore ein und seine Klammern mit den Querriegeln. Neh 3:4 Daneben besserte Urias Sohn Meremot aus, der Enkel des Hakkos, daneben Mesullam, Berekjas Sohn und Enkel Mesezabels, daneben Sadok, Baanas Sohn. Neh 3:5 Daneben besserten die Tekoiter aus; ihre Vornehmen aber trugen nichts zu ihrer Herren Leistung bei. Neh 3:6 Am Altstadttor besserten Paseachs Sohn Jojada aus und Mesullam, Besodjas Sohn. Zugleich hatten sie es mit Gebälk überdacht; dann setzten sie seine Tore ein und seine Klammern mit den Querriegeln. Neh 3:7 Daneben besserten der Gibeoniter Melatja aus und Jadon, der Meronititer, und die von Gibeon und von der Mispa am Stuhle des Statthalters von Syrien. Neh 3:8 Daneben besserte Uzziel, ein Glied der Goldschmiedezunft, aus, daneben Chananja von den Salbenmischern. Sie befestigten Jerusalem bis an die breite Mauer. Neh 3:9 Daneben besserte des Chur Sohn Rephaja aus, der Oberste der einen Hälfte des Bezirks Jerusalem. Neh 3:10 Daneben besserte Charunaphs Sohn Jedaja aus, und zwar vor seinem eigenen Hause, daneben Chattus, Chasabnejas Sohn. Neh 3:11 Und eine zweite Strecke besserte Malkia, Charims Sohn, aus, und Chasub, Pachatmoabs Sohn, beim Ofenturm. Neh 3:12 Daneben besserte des Loches Sohn Sallum aus, der Oberste der anderen Hälfte des Bezirks Jerusalem, er und die Töchter. Neh 3:13 Das Taltor besserte Chanun mit den Leuten von Zanoach aus, Sie bauten es auf, dann setzten sie seine Tore ein und seine Klammern mit den Querriegeln und weitere tausend Ellen an der Mauer bis zum Misttor. Neh 3:14 Das Misttor besserte der Rebakssohn Malkia aus, der Oberste im Bezirk von Beth Hakkerem ("Weinberghaus"). Er baute es auf und setzte seine Tore ein und seine Klammern mit den Querriegeln. Neh 3:15 Das Quelltor besserte des Kol Choze Sohn Sallum aus, der Oberste im Bezirk der Mispa. Er baute es auf, überdachte es und setzte seine Tore ein und seine Klammern und Querriegel, sowie die Mauer an dem Teich für die Schaffelle beim Königsgarten bis zu den Stufen, die von der Davidsstadt herabführen. Neh 3:16 Danach besserte aus des Azbuk Sohn Nechemja, der Oberste der Hälfte des Bezirkes von Beth Sur ("Felsenhaus"), bis gegenüber von den Davidsgräbern und bis zu dem künstlichen Teich und dann bis zur Kaserne. Neh 3:17 Danach besserten auch die Leviten aus: Rechum, des Bani Sohn. Daneben besserte Chasabja aus, der Oberste des halben Amts von Keïla, für dieses sein Amt. Neh 3:18 Daneben besserten ihre Brüder aus, Bawwai, der Sohn des Chenadad, der Oberste des anderen Amts von Keïla. Neh 3:19 Daneben besserte Ezer, der Sohn Jesaes, der Oberste der Mispa, eine zweite Strecke aus, dem Aufstieg des Zeughauses am Winkel gegenüber. Neh 3:20 Danach besserte des Zabbai Sohn Baruk eine zweite Strecke aus, vom Winkel bis zum Tor des Hauses Eljasibs, des Hohenpriesters. Neh 3:21 Danach besserte des Uria Sohn Meremot, der Enkel des Hakkos, eine zweite Strecke aus, vom Tor des Hauses Eljasibs bis ans Ende des Hauses Eljasibs. Neh 3:22 Danach besserten die Priester, die Männer aus dem Gau, aus. Neh 3:23 Danach besserte des Maaseja Sohn Azarja aus, der Enkel des Ananja, neben seinem Hause. Neh 3:24 Danach besserte Binnui, Chenadads Sohn, eine zweite Strecke aus, von des Azarjas Haus bis zum Winkel und bis zur Ecke. Neh 3:25 Palel, des Uzai Sohn, gegenüber dem Winkel sowie dem Turm, der vom oberen Königshaus, am Gefängnishof hervorspringt, danach des Paros Sohn Pedaja Neh 3:26 und die Tempelsklaven, die im Ophel wohnten, bis vor dem Wassertor im Osten und vor dem vorspringenden Turm. Neh 3:27 Danach besserten die Tekoiter eine zweite Strecke aus, dem großen vorspringenden Turm gegenüber bis an die Ophelmauer. Neh 3:28 Oberhalb des Roßtores besserten die Priester aus, jeder vor seinem Hause. Neh 3:29 Danach besserte vor seinem Hause Immers Sohn Sadok aus, danach Sekanjas Sohn Semaja, des Osttores Hüter. Neh 3:30 Danach besserten Selemjas Sohn Chananja und Salaphs des Sechsten Sohn Chanun eine zweite Strecke aus. Danach besserte Berekjas Sohn Mesullam vor seiner eigenen Zelle aus. Neh 3:31 Danach besserte Malkia von den Goldschmieden bis zum Hause der Tempelsklaven und der Krämer aus, dem Wachttor gegenüber und bis zur oberen Zelle der Ecke. Neh 3:32 Und zwischen dieser oberen Zelle an der Ecke und dem Schaftor besserten die Goldschmiede und die Krämer aus. Neh 4:1 (3:33) Sobald Sanballat erfuhr, daß wir die Mauer bauten, kam er in Zorn und großen Ärger. Er spottete der Judäer. Neh 4:2 (3:34) Er sprach von seinen Brüdern und der Streitmacht von Samaria: "Was machen die armseligen Judäer? Läßt man sie gewähren? Opfern sie jetzt? Machen sie es fertig? Lassen sie die Steine aus dem Schutthaufen wachsen? Sie sind doch verbrannt." Neh 4:3 (3:35) Neben ihm stand Tobia aus Ammon und sprach: "Mögen sie bauen! Springt ein Fuchs hinauf, reißt er ihre Steinmauer ein." Neh 4:4 (3:36) Höre, unser Gott, wie wir verspottet werden! Bringe ihren Hohn auf ihr eigen Haupt zurück und gib sie im Lande der Gefangenschaft der Schmach preis! Neh 4:5 (3:37) Decke nimmer ihre Frevel zu! Nicht ausgelöscht werde ihre Sünde vor Dir! Sie haben die Bauenden gekränkt. Neh 4:6 (3:38) Wir aber bauten an der Mauer. Und die ganze Mauer wurde bis zur halben Höhe geschlossen, und das Volk hatte Lust zur Arbeit. Neh 4:7 (4:1) Als Sanballat, Tobia und die Araber, die Ammoniter und die Asdoditer hörten, daß die Ausbesserung der Mauern Jerusalems voranging und daß sich die Breschen zu schließen begännen, wurden sie recht zornig. Neh 4:8 (4:2) Sie verschworen sich, alle auf einmal zu kommen, Jerusalem zu stürmen und in ihm Verwirrung zu stiften. Neh 4:9 (4:3) Wir beteten zu unserem Gott und stellten Wachen Tag und Nacht gegen sie auf. Neh 4:10 (4:4) Die Judäer aber sprachen: "Die Kraft des Lastträgers wankt: Des Schuttes ist zuviel. Wir sind nicht mehr imstande, an der Mauer zu bauen." Neh 4:11 (4:5) Unsere Gegner aber sagten: "Sie sollen nichts sehen und nichts merken, bis wir in ihre Mitte dringen und sie töten; so machen wir dem Bau ein Ende." Neh 4:12 (4:6) Aber die Judäer, die in ihrer Nähe wohnten, kamen und sprachen uns zehnmal von all den Orten, wohin "ihr zu uns gehen sollt". Neh 4:13 (4:7) Da ließ ich Schleuderer aufstellen in der Gegend hinter der von Truppen entblößten Stadtmauer. Nach Familien ließ ich das Volk antreten mit seinen Schwertern, Lanzen und Bogen. Neh 4:14 (4:8) Ich sah auch nach. Dann erhob ich mich und sprach zu den Adligen, den Vorstehern und zum übrigen Volk: "Habt vor ihnen keine Angst! Denkt an den großen, furchtbaren Herrn und kämpft für eure Brüder, Söhne, Töchter, Weiber und Häuser!" Neh 4:15 (4:9) Unsere Feinde aber hörten, es sei uns verraten worden. So störte Gott ihren Plan. Und wir kehrten alle zur Mauer zurück, jeder an seine Arbeit. Neh 4:16 (4:10) Seit jener Zeit war nur die eine Hälfte meiner Knappen bei der Arbeit tätig. Die andere Hälfte hielt die Lanzen, Schilder, Bogen und Panzer, die Oberen aber standen hinter dem ganzen Hause Juda, Neh 4:17 (4:11) das an der Mauer baute. Die Lastträger aber schafften so, daß sie mit einer Hand bei der Arbeit tätig waren, die andere Hand aber die Schleuder hielt. Neh 4:18 (4:12) Und von den Bauenden band sich jeder sein Schwert um die Hüften und baute so. Neben mir stand der Hornbläser. Neh 4:19 (4:13) Ich sprach nun zu den Adligen, den Vorstehern und zu dem übrigen Volk: "Die Arbeit ist groß und umfangreich. Wir aber sind auf der Mauer verstreut, einer vom anderen entfernt. Neh 4:20 (4:14) Woher ihr den Schall des Hornes hört, dort schart euch bei uns zusammen! Unser Gott kämpft für uns." Neh 4:21 (4:15) So schafften wir am Werke. Die eine Hälfte hielt die Lanzen vom frühen Morgen bis zum Erscheinen der Sterne. Neh 4:22 (4:16) Zur selben Zeit sprach ich zum Volke: "Jeder bleibe mit seinem Knappen die Nacht in Jerusalem, bei Nacht als Wache, bei Tage am Werk!" Neh 4:23 (4:17) Weder ich noch meine Brüder noch meine Knappen noch die Wachtposten in meinem Gefolge legten die Kleider ab. Jeder hatte seinen Regenmantel an. Neh 5:1 Damals erhob sich große Klage beim Volk und bei seinen Weibern, gegen ihre Brüder, die Judäer. Neh 5:2 Die einen sagten: "Wir wurden unserer Söhne und unserer Töchter für verlustig erklärt; dann erst bekamen wir Korn, aßen und blieben leben." Neh 5:3 Und andere sagten: "Wir verpfändeten unsere Felder, Weinberge und Häuser; dann bekamen wir Korn für den Hunger." Neh 5:4 Und wieder andere sagten: "Wir haben uns Geld für des Königs Steuer auf unsere Felder und Weinberge geliehen. Neh 5:5 Nun aber ist unser Leib wie der Leib unserer Brüder, und unsere Söhne sind wie ihre Söhne. Und doch müssen wir unsere Söhne und Töchter zum Sklavendienst pressen. Manche unserer Töchter wurden vergewaltigt, und wir können nichts dagegen tun. Unsere Felder und Weinberge gehören anderen." Neh 5:6 Da geriet ich in großen Zorn, als ich ihre Klage hörte und diese Worte. Neh 5:7 Und mein Herz zwang mich, daß ich mit den Adligen und Vorstehern rechtete und zu ihnen sprach: "Ihr treibt ja Wucher miteinander." Und so hielt ich ihnen eine große Rede. Neh 5:8 Ich sprach zu ihnen: "Wir haben unsere jüdischen Brüder losgekauft, die an die Heiden verkauft waren, soviel an uns war. Nun verkauft ihr selbst eure Brüder, und sie werden an uns verkauft?" Sie aber schwiegen still und fanden keine Antwort. Neh 5:9 Ich sprach: "Nichtsnutzig ist, was ihr tut. Solltet ihr nicht in der Furcht vor unserem Gott wandeln, schon aus Scham vor den Heiden, unseren Feinden? Neh 5:10 Ich, meine Brüder und meine Knappen haben ihnen Getreide und Geld geliehen. Lassen wir doch die Schuldforderung verfallen! Neh 5:11 Gebt ihnen sogleich ihre Felder, Weinberge, Ölbaumgärten und Häuser zurück, sowie die Zinsen vom Geld, Korn, Most und Öl, die ihr von ihnen fordert!" Neh 5:12 Da sprachen sie: "Wir geben es zurück und verlangen nichts mehr. Wir wollen tun, wie du gesagt." Da berief ich die Priester und ließ sie schwören, also zu tun. Neh 5:13 Ich schüttelte dazu meines Kleides Falten und sprach: "So schüttle Gott all die Männer, die das Versprechen nicht halten, aus Haus und aus Besitz! So leer und ausgeschüttelt werde jeder!" Und die ganze Gemeinde sprach: "So sei es!" Und sie pries den Herrn. Und das Volk tat nach diesem Worte. Neh 5:14 Von dem Tage an, da er mir den Auftrag gab, Statthalter im Judaland zu sein, vom zwanzigsten bis zum zweiunddreißigsten Jahre des Königs Artachsast, zwölf Jahre, haben weder ich noch meine Brüder die Kost des Landpflegers gegessen. Neh 5:15 Die früheren Landpfleger, meine Vorgänger, hatten das Volk bedrückt. Sie nahmen von ihnen Brot und Wein, außerdem vierzig Ringe. Auch ihre Knappen hatten das Volk vergewaltigt. Ich aber habe nicht so getan aus Gottesfurcht. Neh 5:16 Dann habe ich bei diesem Mauerbau mitgeholfen, obwohl wir kein Feld gekauft hatten. Alle meine Knappen waren dort beim Bau versammelt. Neh 5:17 Judäer und Edle, an hundertfünfzig Mann, und die zu uns kamen von den Heiden rings um uns, waren an meinem Tisch. Neh 5:18 Was täglich zubereitet wurde, waren ein Stier und sechs auserlesene Schafe. Auch Geflügel war mir zubereitet worden. Und alle zehn Tage Wein in Fülle. Trotzdem habe ich die Kost des Landpflegers nicht beansprucht, weil die Fronarbeit schwer auf diesem Volk gelastet hat. Neh 5:19 Mein Gott, gedenke meiner und rechne mir zum Besten alles, was ich für dieses Volk getan! Neh 6:1 Sanballat aber, Tobia, dem Araber Gesem und unseren anderen Feinden kam es zu Ohren, daß ich die Mauer aufgebaut und daß keine Bresche darin zurückgeblieben sei. Nur Tore hatte ich bis dahin noch nicht eingesetzt. Neh 6:2 Da schickten Sanballat und Gesem zu mir und ließen sagen: "Auf! Wir wollen im Tal Ono in Kephirim zusammenkommen." Sie aber planten, mir Böses zu tun. Neh 6:3 Ich sandte zu ihnen Boten und ließ melden: "Ich arbeite an einem großen Werk. Darum kann ich nicht hinunterkommen. Warum soll das Werk feiern, wenn ich es ließe und zu euch käme?" Neh 6:4 So schickten sie zu mir in dieser Weise viermal. Und ich gab ihnen stets die gleiche Antwort. Neh 6:5 Da schickte Sanballat, auf diese Weise zum fünftenmal, seinen Diener zu mir mit einem offenen Brief in der Hand. Neh 6:6 Darin stand geschrieben: "Man hört bei den Heiden reden - auch Gasmu sagt es -, du und die Judäer planten Aufruhr. Deshalb bautest du die Mauer auf. Du selbst wolltest, nach diesen Gerüchten, bei ihnen König werden. Neh 6:7 Sogar Propheten habest du angestellt, um zu Jerusalem von dir zu künden: 'In Juda König!' Nun wird dem König solches zu Ohren kommen. Darum auf! Wir wollen zusammen darüber beraten." Neh 6:8 Ich aber schickte zu ihm und ließ ihm sagen: "Nichts von all dem, was du sagst, ist geschehen. Aus deinem Herzen erdichtest du es." Neh 6:9 Denn sie alle wollten uns bange machen. Sie dachten: "Ihre Hände werden schlaff bei dem Werke, so daß es nicht ausgeführt wird." Nun hieß es Mut fassen. Neh 6:10 Ich aber ging in das Haus Semajas, des Delajasohnes und Enkels des Mehetabel. Es war gut verschließbar. Da sprach er: "Treffen wir uns im Gotteshaus, im Innern des Tempels, und schließen wir die Tempeltore zu! Denn sie kommen, dich zu ermorden. Sie kommen bei Nacht, dich zu ermorden." Neh 6:11 Ich sprach: "Ein Mann wie ich sollte fliehen? Wer meinesgleichen dächte in den Tempel gehen und leben bleiben? Ich gehe nicht." Neh 6:12 Und ich erkannte, daß nicht Gott ihn gesandt hatte, sondern er verkündete mir die Weissagung, weil Tobia und Sanballat ihn gedungen hatten. Neh 6:13 Er war gedungen worden, daß ich Angst bekäme und also täte und mich versündigte. Dieses hätte ihnen als üble Nachrede gedient, mich zu verlästern. Neh 6:14 Gedenke, mein Gott, dem Tobia und dem Sanballat nach diesen ihren Taten! Auch Noadja, der Prophetin, und den anderen Propheten, die mir Angst machen wollen! Neh 6:15 Die Mauer aber ward am fünfundzwanzigsten Elul im Laufe von zweiundfünfzig Tagen fertig. Neh 6:16 Als unsere Feinde dies hörten, fürchteten sich alle Heiden unserer Nachbarschaft und wurden kleinlaut. Sie erkannten, daß von unserem Gott dies Werk geschehen war. Neh 6:17 Noch in jenen Tagen kamen Briefe vieler Adliger Judas an Tobia, und solche von Tobia kamen an sie. Neh 6:18 Denn in Judäa waren viele seiner geschworenen Freunde, weil er der Schwiegersohn des Arachsohnes Sekanja war. Und Jonatan, sein Sohn, hatte die Tochter des Berekjahsohnes Mesullam heimgeführt. Neh 6:19 Selbst seine guten Absichten besprachen sie vor mir, und meine Worte hinterbrachten sie ihm. Tobia sandte dazu Briefe, mir Angst zu machen. Neh 7:1 Als die Mauer erbaut war, setzte ich die Tore ein. Dann wurden die Torhüter, die Leviten, für ihr Amt ernannt. Neh 7:2 Meinen Bruder Chanani, auch Chananja genannt, bestellte ich zum Burgherrn über Jerusalem. Er galt bei vielen als ein zuverlässiger und gottesfürchtiger Mann. Neh 7:3 Ich sprach zu ihnen: "Man öffne nicht die Tore Jerusalems, bis die Sonne scheint, und bis sie aufgestanden sind, halte man die Tore verschlossen Haltet fest daran! Für die Bewohner Jerusalems stelle man Wachen auf, je einen auf seinen Posten und je einen vor dem Hause." Neh 7:4 Nun war die Stadt ausgedehnt und groß. Aber nur wenige Leute waren darin. Noch waren keine Häuser gebaut. Neh 7:5 Da gab mein Gott mir ins Herz, die Adligen und Vorsteher und das Volk zu versammeln und sie nach ihrer Abkunft aufzuzeichnen. Dabei fand ich das Geschlechterverzeichnis derer, die zuerst heraufgezogen waren. Ich fand geschrieben: Neh 7:6 Dies sind die Söhne der Landschaft, die aus der Gefangenschaft der Exulanten hergezogen sind, die einstens Babels König Nebukadrezar weggeführt hat, und die nach Jerusalem und Juda zurückkehrten, jeder in seine Stadt, Neh 7:7 die mit Zerubbabel, Jesua, Nechemja, Azarja, Reamja, Nachamani, Mordekai, Bilsan, Misperet, Bigwai, Nechum und Baana gekommen sind, die Zahl der Männer des Volkes Israel: Neh 7:8 die Söhne des Paros 2.172, Neh 7:9 die Söhne Sephatjas 372, Neh 7:10 die Söhne des Arach 652, Neh 7:11 die Söhne des Pachatmoab (Moabs Statthalter), nämlich die Söhne des Jesua und Joab 2.818, Neh 7:12 die Söhne des Elam 1.254, Neh 7:13 die Söhne des Zattu 845, Neh 7:14 die Söhne des Zakkai 760, Neh 7:15 die Söhne des Binnui 648, Neh 7:16 die Söhne des Bebai 628, Neh 7:17 die Söhne des Azgad 2.322, Neh 7:18 die Söhne des Adonikam 667, Neh 7:19 die Söhne des Bigwai 2.067, Neh 7:20 die Söhne des Adin 655, Neh 7:21 die Söhne des Ater von Chizkija 98, Neh 7:22 die Söhne des Chasum 328, Neh 7:23 die Söhne des Besai 324, Neh 7:24 die Söhne des Chariph 112, Neh 7:25 die Söhne Gibeons 95, Neh 7:26 die Männer von Bethlehem und Netopha 188, Neh 7:27 die Männer von Anatot 128, Neh 7:28 die Männer von Bet-Azmawet 42, Neh 7:29 die Männer von Kirjatjearim, Kephira und Beerot 743, Neh 7:30 die Männer der Rama und von Geba 621, Neh 7:31 die Männer von Mikmas 122, Neh 7:32 die Männer von Betel und dem Ai 123, Neh 7:33 die Männer von Neu Nebo 52, Neh 7:34 die Söhne Neu Elams 1.254, Neh 7:35 die Söhne Charims 320, Neh 7:36 die Söhne Jerichos 345, Neh 7:37 die Söhne des Lod, Chadid und Ono 721, Neh 7:38 die Söhne Senaas 3930, Neh 7:39 die Priester: die Söhne Jedajas vom Hause Jesua 973, Neh 7:40 die Söhne des Immer 1.052, Neh 7:41 die Söhne des Paschur 1.247, Neh 7:42 die Söhne des Charim 1.017, Neh 7:43 die Leviten: die Söhne des Jesua, nämlich Kadmiel, die Söhne Hodewas 74, Neh 7:44 die Sänger: die Söhne Asaphs 148, Neh 7:45 die Torhüter: die Söhne Sallums, die Söhne Aters, die Söhne Talmons, die Söhne Akkubs, die Söhne Chatitas, die Söhne Sobais 138, Neh 7:46 die Tempelsklaven: die Söhne des Sicha, die Söhne des Chasupha, die des Tabbaot, Neh 7:47 die Söhne des Keros, die des Sia, die des Paddon, Neh 7:48 die Söhne des Lebana, die des Chazaba, die des Salmai, Neh 7:49 die Söhne des Chanan, die des Giddel, die des Gachar, Neh 7:50 die Söhne des Reaja, die des Resin, die des Nekoda, Neh 7:51 die Söhne des Gazzam, die des Uzza, die des Peseach, Neh 7:52 die Söhne des Besai, die der Mëuniter, die der Nephisiter ("Zerstreute"), Neh 7:53 die Söhne des Bakbuk, die des Chakupha, die des Charchur, Neh 7:54 die Söhne des Baslit, die des Mechida, die des Charsa, Neh 7:55 die Söhne des Barkos, die des Sisera, die des Temach, Neh 7:56 die Söhne des Nesiach, die des Chatipha, Neh 7:57 die Söhne der Sklaven Salomos: die Söhne des Sotai, die Sopherets (der Schreiberin), die des Perida, Neh 7:58 die Söhne des Jaala, die des Darkon, die des Giddel, Neh 7:59 die Söhne des Sephatja, die des Chattil, die Söhne der Pokeret ("Jägerin") der Gazellen, die des Amon, Neh 7:60 alle Tempelsklaven und Söhne der Sklaven Salomos 392. Neh 7:61 Dies sind die, die aus Tel Melach, Tel Charsa, Cherub, Addon und Immer hergezogen sind, aber nicht haben dartun können, ob ihr Haus und ihre Abstammung israelitisch seien: Neh 7:62 die Söhne des Delaja, die des Tobia und die des Nekoda 642, Neh 7:63 und von den Priestern die Söhne des Chabaja, die des Hakkos und die Söhne Barzillais, der eine von den Töchtern des Gileaditers Barzillai sich zum Weibe genommen hatte und dann nach ihrem Namen benannt ward. Neh 7:64 Diese hatten ihre Geschlechtsurkunde gesucht. Sie fand sich aber nicht vor, und so wurden sie vom Priestertum ausgeschlossen. Neh 7:65 Da sprach der Tirsata ("Mundschenk") zu ihnen, sie dürften vom Hochheiligen so lange nicht essen, bis daß ein Priester für Urim und Tummim erstünde. Neh 7:66 Die ganze Gemeinde, alles in allem, belief sich auf 42.360, Neh 7:67 nicht eingerechnet ihre Sklaven und die Sklavinnen, an Zahl 7.387; auch hatten sie 200 Sänger und Sängerinnen. Neh 7:68 Und ihrer Pferde waren es 736, ihrer Maultiere 245, Neh 7:69 ihrer Kamele 435, ihrer Esel 6.720. Neh 7:70 Und einige von den Familienhäuptern spendeten in den Werkschatz; der Tirsata spendete für den Schatz an Gold 1.000 Drachmen, 50 Sprengschalen, 530 Priesterkleider. Neh 7:71 Einige von den Familienhäuptern spendeten in den Werkschatz an Gold 20.000 Drachmen und an Silber 2.200 Minen. Neh 7:72 Und was das übrige Volk gab, betrug an Gold 20.000 Drachmen und an Silber 2.000 Minen und was das übrige Volk gab, betrug an Gold 20.000 Drachmen, an Silber 2.000 und 67 Priesterkleider. Neh 7:73 Die Priester aber und die Leviten, die Torhüter, die Sänger und die Leute aus dem Volke sowie die Tempelsklaven und ganz Israel wohnten in ihren Städten. Da kam der siebte Monat heran. Die Söhne Israels waren schon in ihren Städten. Neh 8:1 Da versammelte sich wie ein Mann das ganze Volk auf dem Platz vor dem Wassertor. Sie baten den Schreiber Ezra, das Buch der Lehre Mosis herzubringen, die der Herr Israel gegeben. Neh 8:2 Der Priester Ezra (das ist Esdras) brachte die Lehre vor die Gemeinde, die Männer und Weiber, vor alle, die zuzuhören verstanden, am ersten Tage des siebten Monats. Neh 8:3 Er las daraus auf dem Platz vor dem Wassertor von Tagesanbruch bis zum Mittag den Männern, Weibern und allen, die es verstanden, vor. Und das Volk lauschte gespannt dem Buch der Lehre. Neh 8:4 Der Schreiber Ezra aber trat auf einen hölzernen Turm, den man zum Reden gemacht hatte. Mattia, Sema, Ananja und Uria, Chilkia und Maaseja stellten sich neben ihn zu seiner Rechten, zu seiner linken Seite aber Pedaja, Misael, Malkia, Chasum, Chasladdana, Zekarja und Mesullam. Neh 8:5 Ezra öffnete nun das Buch vor den Augen des ganzen Volkes; denn er stand höher als das ganze Volk. Als er es öffnete, ward es im ganzen Volke still. Neh 8:6 Da pries Ezra den Herrn, den großen Gott, und alles Volk sprach unter Händefalten: "Amen." Dann warfen sie sich nieder und beugten vor dem Herrn das Angesicht zur Erde. Neh 8:7 Jesua und Bani und Serebja, Jamin, Akkub, Sabtai, sowie Hodia, Maaseja, Kelita, Azaria, Jozabad, Chanan, Pelaja und die Leviten erläuterten dem Volke die Lehre. Das Volk aber stand da. Neh 8:8 Sie lasen aus dem Buche, aus der Lehre Gottes, in Übersetzung vor und gaben den Sinn an. So verstanden sie das Vorgelesene. Neh 8:9 Da sprachen Nehemias, das ist der Tirsata, sowie der Priester und Schreiber Ezra und die Leviten, die das Volk belehrten, zum ganzen Volke: "Dieser Tag ist dem Herrn, eurem Gott, heilig. Trauert nicht und weinet nicht!" Denn das ganze Volk weinte, als es die Worte der Lehre hörte. Neh 8:10 Er sprach zu ihnen: "Auf! Esset fette Speisen! Trinkt süße Getränke! Und schickt denen Gaben, die nichts vorrätig haben! Denn heilig ist der Tag unserem Herrn. Seid nicht traurig! Die Freude am Herrn sei eure Zuversicht!" Neh 8:11 Auch die Leviten beruhigten das ganze Volk mit den Worten: "Seid still! Denn der Tag ist heilig. Seid nicht traurig!" Neh 8:12 Da ging das ganze Volk daran, zu essen und zu trinken und Gaben zu verschicken und ein großes Freudenfest zu halten. Denn sie verstanden die Worte, die man sie gelehrt hatte. Neh 8:13 Am zweiten Tage versammelten sich die Stammeshäupter aus dem ganzen Volke, die Priester und die Leviten, bei dem Schreiber Ezra, um weiter den Worten der Lehre zu lauschen. Neh 8:14 Da fanden sie in der Lehre geschrieben, daß der Herr durch Moses geboten habe, im siebten Monat sollten die Söhne Israels über die Festzeit in Laubhütten wohnen. Neh 8:15 Sie sollten auch in ihren Städten und in Jerusalem verkünden lassen: "Zieht ins Gebirge und holt Zweige von edlen und wilden Ölbäumen, von Myrten und Palmen und anderen dichtbelaubten Bäumen, um vorschriftsmäßig Hütten zu machen!" Neh 8:16 Da zog das Volk hinaus, holte es und machte sich Hütten, jeder auf seinem Dach oder im eigenen Hof, und in des Gotteshauses Höfen und auf dem Platz des Wassertores und auf dem Platz des Ephraimtores. Neh 8:17 So machte die ganze Gemeinde, alle die aus der Gefangenschaft Zurückgekehrten, Hütten. Sie wohnten auch in den Hütten. Solche hatten seit der Zeit Josuas, des Sohnes Nuns, die Söhne Israels nicht mehr gemacht bis auf diesen Tag. Größte Freude herrschte darüber. Neh 8:18 Man las aus dem Buche der Lehre Gottes Tag für Tag vor, vom ersten bis zum letzten Tag. So feierten sie das Fest sieben Tage. Am achten Tage aber war nach der Sitte geschlossene Versammlung. Neh 9:1 Am vierundzwanzigsten in diesem Monat versammelten sich die Söhne Israels, fastend und in Bußgewändern, mit Erde auf dem Haupte. Neh 9:2 Dann ward der Stamm Israels von allen Fremden abgesondert. Sie traten hin und bekannten ihre Sünden und die Schuld ihrer Väter. Neh 9:3 Dann erhoben sie sich und lasen aus dem Buche der Lehre des Herrn, ihres Gottes, den vierten Teil des Tages vor. Und ein weiteres Viertel bekannten sie ihre Sünden und warfen sich nieder vor dem Herrn, ihrem Gott. Neh 9:4 Dann traten Jesua und Banai und Kadmiel, Sebanja, Bunni und Serebja, Bani, Kenani auf die Levitenbühne und flehten laut zum Herrn, ihrem Gott. Neh 9:5 Dann sprachen die Leviten Jesua und Kadmiel und Bani, Chasabneja, Serebja, Hodia, Sebanja und Petachja: "Auf! Lobpreist den Herrn, euren Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit! Man preise Deinen wundervollen Namen, erhaben über allen Preis und Ruhm!" Neh 9:6 Darauf sprach Ezra: "Du, Herr, bist einzig. / Du bist es, der den Himmel schuf, / der Himmel Himmel, all sein Heer, / die Erde, alles, was darauf, / die Meere, alles, was darin. / Du bist's, der alles lebend hält, / vor dem des Himmels Heer sich beugt. Neh 9:7 Du, Herr, Du bist der Gott, der Abram hat erkoren, / und ihn aus der Chaldäer Ur geführt / und ihm den Namen Abraham gegeben. Neh 9:8 Du hast sein Herz getreu vor Dir erfunden / und diesen Bund mit ihm geschlossen, / das Land der Kanaaniter und Chittiter, der Ammoniter, Perizziter und Jebusiter, Girgasiter / seinen Nachkommen zu geben. / Du hieltest dies Dein Wort; / Du bist gerecht. Neh 9:9 Du sahst das Elend unserer Väter in Ägypten, / und an dem Schilfmeer hast Du ihren Hilfeschrei vernommen. Neh 9:10 Da tatest Zeichen Du und Wunder / an Pharao und allen seinen Dienern / und an dem ganzen Volke seines Landes. / Du hast gewußt, daß diese gegen jene freventlich gehandelt. / Du schufst Dir damit einen Namen bis auf diesen Tag. Neh 9:11 Gespalten hast Du auch das Meer vor ihnen, / daß sie durchs Meer im Trockenen zogen. / Doch ihre Feinde hast Du in die Wasserstrudel hingeschleudert / wie einen Stein in wilde Wasser. Neh 9:12 Durch eine Wolkensäule hast Du sie bei Tag geleitet, / durch eine Feuersäule in der Nacht, / den Weg, auf dem sie zogen, ihnen zu beleuchten. Neh 9:13 Dann bist Du auf den Sinaiberg herabgestiegen / und hast mit ihnen von dem Himmel her gesprochen; / Du gabest ihnen richtige Gesetze, wahre Lehren / und gute Satzungen und Vorschriften. Neh 9:14 Auch Deinen heiligen Sabbat hast Du ihnen angekündet, / hast ihnen die Gebote / und Satzungen und Lehren / durch Moses, Deinen Diener, aufgetragen. Neh 9:15 Gespendet hast Du ihnen Brot vom Himmel für den Hunger / und Wasser ihnen für den Durst aus Felsen sprudeln lassen. / Dann hießest Du sie jenes Land besetzen, / das feierlich Du ihnen zugesprochen. Neh 9:16 Gefrevelt aber haben unsere Väter; / halsstarrig waren sie, / sie haben nicht auf Dein Gebot gehört. Neh 9:17 Sie haben sich geweigert, zu gehorchen, / und hatten Deiner Wunder nimmermehr gedacht, / die Du für sie gewirkt. / Sie steiften also ihren Nacken. / Sie setzten es sich in den Kopf, / zu ihrem Frondienst heimzukehren nach Ägypten. / Doch der Vergebung Gott bist Du, gar gnädig und barmherzig, / langmütig, reich an Huld. / Du hast sie nicht verlassen. Neh 9:18 Dann hatten sie sich ein gegossen Kalb verfertigt / und gesagt: 'Dies ist dein Gott, der aus Ägypten dich geführt.' / Sie lästerten erschrecklich. Neh 9:19 Du aber hast sie in der Wüste nicht verlassen / in Deinem Reichtum an Erbarmen. / Nicht wich bei Tag die Wolkensäule je von ihnen, / sie auf dem Weg zu führen, / und nicht die Feuersäule nachts, / zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen. Neh 9:20 Nein! Deinen guten Wind hast Du bestellt, / sie zu belehren. / Und ihrem Munde hast Du Manna nicht versagt, / hast ihnen Wasser für den Durst gespendet. Neh 9:21 Und vierzig Jahre hast Du in der Wüste sie versorgt; / nie haben Mangel sie gelitten; / zerfallen sind nicht ihre Kleider / und ihre Füße nicht geschwollen. Neh 9:22 Dann gabst Du ihnen Königreiche, Völker, / und Du verteiltest sie als Lehen. / Und sie eroberten das Land des Sichon / und das des Königs von Hesbon und das des Basankönigs Og. Neh 9:23 Gemehrt hast Du / des Himmels Sternen ähnlich ihre Kinder; / Du brachtest sie in dieses Land, / dahin zu geh'n Du ihren Vätern anbefohlen, / es zu besetzen. Neh 9:24 Und ihre Söhne kamen und eroberten das Land. / Du warfst des Landes Insassen vor ihnen nieder, / die Kanaaniter. Du gabst sie hin in ihre Hand, / die Könige mitsamt der Länder Völkern, / mit ihnen nach Belieben zu verfahren. Neh 9:25 Sie nahmen feste Städte ein und Fruchtgefilde, / gewannen Häuser voll des Guten all / und ausgehauene Zisternen, Weinberge / und Ölbaumgärten, Obstbäume in Menge. / Sie aßen, und sie wurden satt und fett / und schwelgten in der reichen Fülle Deiner Güter. Neh 9:26 Doch widerspenstig wurden sie. / Sie fielen von Dir ab, verwarfen Deine Lehre, / und Deine Seher haben sie erschlagen, / die sie verwarnt, um sie zu Dir zurückzuführen. / Und sie verübten fürchterliche Lästerungen. Neh 9:27 Da gabst Du sie in ihrer Dränger Hand, und sie bedrückten sie. / Da schrieen sie zu Dir in ihrer Not, / und Du erhörtest sie vom Himmel her. / Du gabst nach Deiner großen Milde ihnen Retter, / die sie aus ihrer Dränger Hand befreiten. Neh 9:28 Doch als sie Ruhe hatten, / verübten sie, was Dir mißfiel; / da überließest Du sie ihrer Feinde Hand, / und sie beherrschten sie. / Nun schrien sie wiederum zu Dir, / und Du erhörtest sie vom Himmel her, / befreitest sie nach Deiner großen Huld. Neh 9:29 Du warntest sie, um sie zu Deiner Lehre wieder hinzuführen. / Auf Deine Vorschrift hatten sie in ihrem Frevelsinne nicht gehört. / Sie hatten gegen Deine Rechte sich verfehlt, / durch die ein Mensch am Leben bleibt, erfüllt er sie. / Sie aber zeigten sich gar störrisch. / Hartnäckig waren sie geworden, ungehorsam. Neh 9:30 Du aber wartetest mit ihnen viele Jahre, / verwarntest sie durch Deinen Geist, durch Deine Seher. / Sie aber hatten nicht darauf gehört; / da gabst Du sie in die Gewalt der Ländervölker. Neh 9:31 Jedoch in Deiner großen Huld hast Du sie nicht vertilgt / und nicht im Stich gelassen, / weil Du ein Gott bist, gnädig und barmherzig. Neh 9:32 Nun, unser Gott, Du großer und gewaltiger, furchtbarer Gott, / der Bund und Huld bewahrt, / nicht gelte Dir als wenig all das Ungemach, / das uns getroffen, unsere Könige und Oberen / und Priester und Propheten und Dein ganzes Volk / seit der Assyrerkönige Zeiten bis auf diesen Tag! Neh 9:33 Du bist gerecht bei allem, was uns traf. / Du hast im Recht gehandelt. / Doch unser Tun entsprang gar böser Absicht. Neh 9:34 Und unsre Könige, Oberen und Priester, unsre Väter, / sie haben Deine Lehre nicht befolgt, / und nicht geachtet Deiner Weisung und Ermahnung, / durch die Du sie vermahnt. Neh 9:35 Trotz ihres eignen Königtums / und trotz der reichen Güterfülle, die Du ihnen hast geschenkt, / und trotz dem weiten, fetten Boden, den Du ihnen hast verliehen, / haben sie doch Dir nicht gedient / und nicht von ihrem schlimmen Treiben abgelassen. Neh 9:36 Deshalb sind heute wir geknebelt, / und in dem Land, das unsern Vätern Du geschenkt, / damit sie seine Frucht, sein Gut genießen, / darin sind wir jetzt Knechte. Neh 9:37 Jetzt mehrt sich sein Ertrag den Königen, / die Du ob unseren Sünden über uns gesetzt. / Sie schalten nach Belieben über uns und unser Vieh, / und wir sind selbst in großer Not." Neh 9:38 (10:1) Trotz alledem sind wir bereit, einen festen Bund zu schließen und ihn zu unterzeichnen. Auf der Urkunde sollen unsere Oberen, Leviten und Priester stehen! Neh 10:1 (10:2) Auf der Urkunde stand: Nehemias, der Tirsata, Chakaljas Sohn, und Sidkja, Neh 10:2 (10:3) Seraja, Azarja, Jirmeja, Neh 10:3 (10:4) Paschur, Amarja, Malkia, Neh 10:4 (10:5) Chattus. Sebanja, Malluk, Neh 10:5 (10:6) Charim, Meremot, Obadja, Neh 10:6 (10:7) Daniel, Ginneton, Baruk, Neh 10:7 (10:8) Mesullam, Abia, Mijjamin, Neh 10:8 (10:9) Maazja, Bilgai, Semaja. Dies sind die Priester. Neh 10:9 (10:10) Ferner die Leviten: Jesua, Azanjas Sohn, Binnui von Chenadas Söhnen, Kadmiel, Neh 10:10 (10:11) und ihre Brüder Sebanja, Hodia, Kelita, Pelaja und Chanan, Neh 10:11 (10:12) Mika, Rechob, Chasabja, Neh 10:12 (10:13) Zakkur, Serebja, Sebanja, Neh 10:13 (10:14) Hodia, Bani, Beninu. Neh 10:14 (10:15) Die Häupter des Volkes: Paros, Pachatmoab, Elam, Zattu, Bani, Neh 10:15 (10:16) Bunni, Azgad, Bebai, Neh 10:16 (10:17) Adonia, Bigwai, Adin, Neh 10:17 (10:18) Ater, Chizkia, Azzur, Neh 10:18 (10:19) Hodia, Chasum, Besai, Neh 10:19 (10:20) Chariph, Anatot, Nebai, Neh 10:20 (10:21) Magpias, Mesullam, Chezir, Neh 10:21 (10:22) Mesezabel, Sadok, Jaddua, Neh 10:22 (10:23) Pelatja, Chanan, Ananja, Neh 10:23 (10:24) Hosea, Chananja, Chasub, Neh 10:24 (10:25) Halloches, Pilcha, Sobek, Neh 10:25 (10:26) Rechum, Chasabna, Maaseja, Neh 10:26 (10:27) und Achia, Chanan, Anan, Neh 10:27 (10:28) Malluk, Charim, Baana. Neh 10:28 (10:29) Die anderen aus dem Volke aber, die Priester, Leviten, Torhüter, Sänger, Tempelsklaven sowie alle, die sich von den Völkern der Länder abgesondert und der Lehre Gottes beigetreten, ihre Frauen, Söhne und Töchter, jeder Kundige und Wissende, Neh 10:29 (10:30) schließen sich ihren Brüdern, ihren Adligen, an und treten in Eid und Schwur, nach Gottes Lehre zu wandeln, die durch Moses, den Diener Gottes, gegeben worden ist, und alle Gebote des Herrn, unseres Gottes, zu halten und zu befolgen, ebenso seine Rechte und Gesetze. Neh 10:30 (10:31) Wir geben weder unsere Töchter den Völkern des Landes, noch freien wir ihre Töchter unseren Söhnen. Neh 10:31 (10:32) Wir nehmen nichts von den Völkern der Länder, die am Sabbat Waren und allerhand Getreide zum Verkauf bringen, am Sabbat und an einem anderen heiligen Tage. Wir verzichten auf den Ertrag des siebten Jahres und auf jedes Darlehen. Neh 10:32 (10:33) Wir legen uns als Gesetz auf, jährlich einen Drittelring zum Dienst in unserem Gotteshaus für uns zu geben: Neh 10:33 (10:34) Zum Schaubrot, dem täglichen Speiseopfer und dem täglichen Brandopfer, zu den Sabbat- und Neumondopfern, den Festopfern, den Heiligungs- und Sündopfern, um Israel zu Entsündigen, und zu jedem Werke an unserem Gotteshause. Neh 10:34 (10:35) Wir haben Lose geworfen, die Priester, Leviten und das Volk, für die Holzspende, um sie in unser Gotteshaus zu bringen, nach Familien zu bestimmter Zeit, Jahr für Jahr. Auf dem Altar des Herrn, unseres Gottes, soll man damit Feuer anzünden, wie es in der Lehre geschrieben ist. Neh 10:35 (10:36) Auch die Erstlinge unseres Ackers und die Erstlinge aller Baumfrucht bringe man Jahr für Jahr ins Haus des Herrn! Neh 10:36 (10:37) Wir wollen unsere erstgeborenen Söhne und unser Vieh abliefern, wie geschrieben ist in der Lehre, und unser Rindvieh und Kleinvieh an unser Gotteshaus, an die Priester, die in unserem Gotteshause Dienste tun. Neh 10:37 (10:38) Und den ersten Abhub unseres Brotteigs und unserer Spenden und der Früchte aller Baumarten, des Mostes und des Öles wollen wir an die Priester in die Gemächer unseres Gotteshauses abliefern und den Zehnten unseres Ackers an die Leviten. Die Leviten sollen den Zehnten auch in all den Städten einsammeln, wo wir unter Fremdherrschaft leben. Neh 10:38 (10:39) Der Priester, der Aaronssohn, begleite die Leviten beim Einsammeln des Zehnten für die Leviten! Die Leviten aber sollen den zehnten Teil des Zehnten in unser Gotteshaus in die Gemächer der Schatzkammer bringen! Neh 10:39 (10:40) Denn in die Gemächer sollen die Söhne Israels und die Söhne Levis die Abgaben an Korn, Most und Öl bringen! Dort liegen auch die Sachen des Heiligtums und der diensttuenden Priester, der Torhüter und der Sänger. Wir wollen unser Gotteshaus nicht vernachlässigen. Neh 11:1 In Jerusalem wohnten die Fürsten des Volkes. Das andere Volk aber warf die Lose, daß je einer von zehn hereinkommen und in Jerusalem, der heiligen Stadt, wohnen solle. Neun Zehntel blieben in den anderen Städten. Neh 11:2 Und das Volk segnete alle Männer, die freiwillig beschlossen, in Jerusalem zu wohnen. Neh 11:3 Dies sind die Häupter der Provinz, die in Jerusalem Wohnung genommen. In den Städten Judas aber war jeder in seinem Besitztum und in seiner Stadt geblieben: Israels Priester, Leviten und Tempelsklaven und die Söhne der Sklaven Salomos. Neh 11:4 In Jerusalem hatten Söhne Judas und Söhne Benjamins Wohnung genommen. Von den Söhnen Judas Ataja, der Sohn Uzzias, der Enkel des Zekarja, des Sohnes Amarja, des Sohnes des Sephatja, des Sohnes des Mahalalel, von den Söhnen des Peres, Neh 11:5 und Maaseja, der Sohn Baruks, der Enkel des Kol Chozeh, des Sohnes des Chazaja, des Sohnes des Adaja, des Sohnes des Jojarib, des Sohnes des Zekada, des Sohnes des Siloniten. Neh 11:6 Alle Peressöhne, die zu Jerusalem wohnten, waren 468 Grundbesitzer. Neh 11:7 Dies sind die Söhne Benjamins: Sallu, der Sohn Mesullams, der Enkel des Joed, des Sohnes des Pedaja, des Sohnes des Kolaja, des Sohnes des Maaseja, des Sohnes des Isiel, des Sohnes des Jesaja, Neh 11:8 und nach ihm Gabbai und Salai 928. Neh 11:9 Und Joel, Zikris Sohn, war ihr Aufseher, und Juda, Senuas Sohn, war der zweite Aufseher über die Stadt. Neh 11:10 Von den Priestern: Jojaribs Sohn Jedaja, Jakin Neh 11:11 und Seraja, der Sohn Chilkia, Mesullams Enkel und Urenkel Sadoks, des Sohnes der Merajot und Enkels des Achitub, der Fürst des Gotteshauses. Neh 11:12 Und ihre Brüder, die den Dienst im Haus besorgten, 822, ferner Adaja, der Sohn des Jerocham, der Enkel des Pelaja und Urenkel des Amri, des Sohnes des Zekarja und Enkel des Paschur, des Sohnes des Malkia. Neh 11:13 Und seine Brüder, die Familienhäupter, 242, ferner Amassai, der Sohn des Azarel, Enkel des Achzi und Urenkel des Mesillemot, des Sohnes des Immer, Neh 11:14 ferner ihre Brüder, Grundbesitzer, 128, und Aufseher über sie war Zabdiel, der Sohn Haggedolims. Neh 11:15 Von den Leviten: Semaja, der Sohn Chasubs, der Enkel des Azrikam und Urenkel des Chasabja, des Sohnes des Bunni. Neh 11:16 Und Sabtai und Jozabad standen dem äußeren Dienst am Gotteshause vor; sie gehörten zu den Häuptern der Leviten. Neh 11:17 Und Mattanja, der Sohn des Mika, der Enkel des Zabdi und Urenkel des Asaph, der Hauptführer, der beim Gebet den Gesang anstimmte, und Bakbukja, der zweite unter seinen Brüdern, und Abda, der Sohn des Sammua, der Enkel des Galal und Urenkel des Jeditum, Neh 11:18 sämtliche Leviten in der heiligen Stadt waren es 284. Neh 11:19 Die Torhüter waren Akkub, Talmon und ihre Brüder, die Wächter bei den Toren, 172. Neh 11:20 Und das übrige Israel, die Priester, die Leviten, waren in allen Städten Judas, jeder auf seinem Erbbesitz. Neh 11:21 Und die Tempelsklaven wohnten auf dem Ophel. Sicha und Gispa standen den Tempelsklaven vor. Neh 11:22 Der Aufseher der Leviten zu Jerusalem war Uzzi, der Sohn des Bani, der Enkel des Chasabja und Urenkel des Mattanja, des Sohnes des Mika, von den Asaphsöhnen, den Sängern, beim Dienst im Gotteshause. Neh 11:23 Denn ein königlicher Befehl lag für sie vor und eine Verpflichtung für die Sänger auf jeden Tag. Neh 11:24 Petachja, Mesezabels Sohn, von den Söhnen des Zerach, des Sohnes Judas, stand dem König zur Seite in allen Angelegenheiten des Volkes. Neh 11:25 In den Ortschaften auf ihren Feldmarkungen wohnten von den Söhnen Judas solche in Kirjatarba ("Vierstadt") und seinen Dörfern, in Dibon und seinen Dörfern, in Jekabzeel und seinen Gehöften, Neh 11:26 in Jesua, Molada, Betpelet, Neh 11:27 in Chasarsual und Beerseba und seinen Dörfern, Neh 11:28 in Siklag und Mekona und seinen Dörfern, Neh 11:29 in Enrimmon, Sora und Jarmut, Neh 11:30 in Zanoach, Adullam und ihren Gehöften, in Lakis und seinen Feldmarken, in Azeka und seinen Dörfern. Sie siedelten also von Beerseba bis zum Hinnomstale. Neh 11:31 Die Söhne Benjamins waren von Geba an zu Mikmas und Ajja, sowie in Betel und seinen Dörfern, Neh 11:32 in Anatot, Nob, Ananja, Neh 11:33 in Chasor, Rama, Gittaim, Neh 11:34 in Chadid, Seboim, Niblat, Neh 11:35 in Lod, Ono, und in Gehacharasim. Neh 11:36 Von den Leviten waren Abteilungen in Juda und in Benjamin. Neh 12:1 Dies sind die Priester und die Leviten, die mit Zerubbabel, dem Sohn Sealtiels und Jesua hergezogen sind: Seraja, Irmeja, Ezra, Neh 12:2 Amarja, Malluk, Chattus, Neh 12:3 Sekanja, Rechum, Meremot, Neh 12:4 Iddo, Ginnetoi, Abia, Neh 12:5 Mijjamin, Maadja, Bilga, Neh 12:6 Semaja, Jojarib, Jedaja, Neh 12:7 Sallu, Amok, Chilkia, Jedaja. Dies sind die Häupter der Priester und ihrer Brüder in Jesuas Tagen. Neh 12:8 Und die Leviten sind: Jesua, Binnui, Kadmiel, Serebja, Jehuda, Mattanja. Dieser und seine Brüder leiteten den Dankgesang. Neh 12:9 Und Bakbukja und Unni, ihre Brüder, standen ihnen gegenüber in ihren Abteilungen. Neh 12:10 Jesua zeugte Jojakim und Jojakim den Eljasib, Eljasib den Jojada. Neh 12:11 Jojada zeugte Jonatan und Jonatan den Jaddua. Neh 12:12 In Jojakims Tagen waren Priester die Familienhäupter: für Seraja Merarja, für Irmeja Chananja, Neh 12:13 für Ezra Mesullam, für Amarja Jehochanan, Neh 12:14 für Malkia Jonatan, für Sebanja Joseph, Neh 12:15 für Charim Adna, für Merajot Chalkai, Neh 12:16 für Iddo Zekarja, für Ginneton Mesullam, Neh 12:17 für Abia Zikri, für Mijjamin..., für Moadja Piltai, Neh 12:18 für Bilga Sammua, für Semaja Jehonatan Neh 12:19 und für Jojarib Mattenai, für Jedaja Uzzi, Neh 12:20 für Sallai Kallai, für Amok Eber, Neh 12:21 für Chilkia Chasabja, für Jedaja Netanel. Neh 12:22 Von den Leviten sind in den Tagen Eljasibs, Jojadas, Jochanans und Jadduas die Familienhäupter verzeichnet worden, ebenso die Priester unter der Regierung des Persers Darius. Neh 12:23 Die Söhne Levis, die Familienhäupter, sind im Buche der Geschichte bis auf die Zeit Jochanans, des Sohnes Eljasibs, verzeichnet. Neh 12:24 Die Häupter der Leviten sind Chasabja, Serebja und Jesua, Kadmiels Sohn, und ihre Brüder, die ihnen gegenüberstanden, um die Lob- und Danklieder zu singen nach der Vorschrift Davids, des Gottesmannes, Abteilung neben Abteilung: Neh 12:25 Mattanja und Bakbukja, Obadja, Mesullam, Talmon, Akkub, Wächter, Torhüter, die bei den Speichern der Tore Wache halten. Neh 12:26 Diese waren da zur Zeit Jojakims, des Sohnes des Jesua, des Sohnes des Josadak, und zur Zeit Nehemias, des Statthalters, und Ezras, des Priesters und Schreibers. Neh 12:27 Bei der Einweihung der Mauer Jerusalems suchte man in allen ihren Orten die Leviten, um sie nach Jerusalem zu holen. Sie sollten freudig mit Dankliedern, Gesängen, Zimbeln, Harfen und Liedern das Weihe- und Dankfest feiern. Neh 12:28 Und die Söhne der Tempelsänger kamen zusammen, die einen aus dem Gau, der Umgebung von Jerusalem, die anderen aus den Gehöften der Netophatiter, Neh 12:29 aus Bet Haggilgal ("Kreishaus") und aus den Feldmarken von Geba und Azmawet. Denn die Sänger hatten sich Gehöfte rings um Jerusalem gebaut. Neh 12:30 Dann reinigten sich die Priester und Leviten. Sie reinigten auch das Volk, die Tore und die Mauer. Neh 12:31 Ich ließ nun die Obersten Judas die Mauer besteigen. Zwei große Chöre stellte ich auf. Der eine zog auf der Mauer rechts hin bis zum Misttor. Neh 12:32 Ihnen folgte Hosaja, dabei die eine Hälfte der Oberen Judas, Neh 12:33 sowie Azarja, Ezra, Mesullam, Neh 12:34 Jehuda, Benjamin, Semaja, Irmeja, Neh 12:35 und von den Priestern mit Trompeten Zekarja, der Sohn Jonatans, der Enkel Semajas, des Sohnes Mattanjas, des Sohnes Mikajas, des Sohnes Zakkurs, des Sohnes Asaphs, Neh 12:36 und seine Brüder Semaja, Azarel, Milalei, Gilalei, Maai, Netanel, Jehuda, Chanani mit den Saitenspielen des Gottesmannes David. Der Schreiber Ezra ging vor ihnen her Neh 12:37 zum Quelltor hin. Sie stiegen dann geradeaus die Stufen zur Davidsstadt hinauf, auf jenem Anstieg an der Mauer oberhalb des Davidshauses bis zum Wassertor im Osten. Neh 12:38 Der andere Chor zog nach links. Ich selbst folgte ihm mit der Hälfte des Volkes auf der Mauer oberhalb des Ofenturmes bis zur breiten Mauer, Neh 12:39 dann oberhalb des Tores Ephraim und über das Jesanator, das Fischtor, den Chananelsturm und den Meaturm bis zum Schaftor. Sie stellten sich bei dem Gefängnistor auf. Neh 12:40 Dann stellten sich beide Chöre am Gotteshause auf. Ich selbst und mit mir die Hälfte der Vorsteher, Neh 12:41 sodann die Priester Eljakim, Maaseja, Minjamin, Mikaja, Eljoënai, Zekarja und Chananja mit Trompeten Neh 12:42 und Maaseja und Semaja, Eleazar, Uzzi, Jehonatan, Malkia, Elam und Ezer. Dann ließen sich die Sänger unter Izrachjas Leitung hören. Neh 12:43 An jenem Tage schlachteten sie große Schlachtopfer und freuten sich, weil ihnen Gott eine große Freude bereitet hatte. Auch die Frauen und Kinder freuten sich. Der Jubel aus Jerusalem ward weithin gehört. Neh 12:44 An jenem Tage wurden Männer zur Aufsicht über die Gemächer der Vorräte angestellt; sie sollten die Abgaben, den ersten Abhub und Zehnten von den Feldern der Städte, die gesetzlichen Gaben für Priester und Leviten sammeln. Denn Juda hatte Freude an den Priestern und Leviten, wenn sie Dienste taten. Neh 12:45 Sie besorgten ihren Gottesdienst und den Dienst der Reinigung, ebenso die Sänger und die Torhüter nach dem Geheiß Davids und seines Sohnes Salomo. Neh 12:46 Denn schon in Davids und Asaphs Zeit im Altertum gab es Sängerhäupter für den Lobgesang und Dank gegen Gott. Neh 12:47 Ganz Israel gab in den Tagen des Zerubbabel und denen des Nehemias Geschenke an die Sänger und Torhüter Tag für Tag. Sie gaben auch solche den Leviten, und die Leviten gaben solche den Aaronssöhnen. Neh 13:1 An jenem Tage wurde dem Volke aus dem Buche Mosis laut vorgelesen. Man fand da geschrieben, daß nie Ammoniter oder Moabiter in die Gemeinde Gottes kommen dürfen. Neh 13:2 Sie hatten den Söhnen Israels nicht Brot noch Wasser angeboten, sondern den Bileam gedungen, sie zu verfluchen. Aber unser Gott wandelte den Fluch in Segen. Neh 13:3 Als sie die Lehre hörten, schieden sie alle Mischlinge aus Israel aus. Neh 13:4 Vordem war der Priester Eljasib, der über unseres Gotteshauses Zellen gesetzt war, mit dem Tobia verwandt geworden. Neh 13:5 Er richtete ihm eine große Zelle ein, in der man sonst das Speiseopfer, den Weihrauch und die anderen Sachen tat, sowie den Zehnten von Korn, Most und Öl, Pflichtteil für die Leviten, Sänger und Torhüter und die Gaben für die Priester. Neh 13:6 Ich bin während alldem nicht in Jerusalem gewesen. Denn im zweiunddreißigsten Jahre des Babelkönigs Artachsast war ich zum König gekommen. Nach einiger Zeit hatte ich mir aber vom König Urlaub genommen. Neh 13:7 Dann kam ich wieder nach Jerusalem. Dann merkte ich den Frevel, den Eljasib Tobia zulieb verübt hatte, daß er ihm eine Zelle in den Höfen des Gotteshauses eingeräumt hatte. Neh 13:8 Dies empörte mich aufs tiefste. Und so warf ich alle Sachen aus dem Hause des Tobia, aus jener Zelle, auf die Straße. Neh 13:9 Dann hieß ich die Zellen reinigen und brachte dorthin die Sachen aus dem Gotteshause, das Speiseopfer und den Weihrauch. Neh 13:10 Auch erfuhr ich, daß die Gaben an die Leviten nicht abgeliefert worden waren und daß von den Leviten und den Sängern, die den Dienst besorgen sollten, jeder auf sein Landgut gelaufen war. Neh 13:11 Da schalt ich die Vorsteher und sprach: "Warum ist das Gotteshaus vernachlässigt?" Dann holte ich sie zusammen und stellte sie auf ihre Posten. Neh 13:12 Nun brachte ganz Juda den Zehnten von Korn, Most und Öl in die Speicher. Neh 13:13 Dann setzte ich über die Speicher den Priester Selemja, den Schreiber Sadok und von den Leviten Pedaja und als ihren Helfer Chanan, Zakkurs Sohn, den Enkel des Mattanja. Denn sie galten als zuverlässig. Ihre Pflicht war es, für ihre Brüder zu teilen. Neh 13:14 Gedenke mir dies, mein Gott, und lösche nicht meine guten Werke aus, die ich dem Hause meines Gottes und seinen Abteilungen getan habe! Neh 13:15 In jenen Tagen hatte ich in Judäa Leute gesehen, die am Sabbat Kelter traten und Korn einfuhren, die Esel beluden und Wein, Trauben, Feigen und allerlei Ware am Sabbattage nach Jerusalem einführten. Ich warnte um des Tages willen, an dem sie die Lebensmittel feilboten. Neh 13:16 Die Fremden, die darin wohnten, führten Fische und sonstige Ware ein und verkauften sie am Sabbattag den Söhnen Judas zu Jerusalem. Neh 13:17 Da schalt ich Judas Edle und sprach zu ihnen: "Welcher Frevel ist das, den ihr tut, daß ihr den Sabbattag entweiht? Neh 13:18 Haben nicht also eure Väter getan? Da brachte unser Gott über uns und diese Stadt all dies Unheil. Wollt ihr über Israel noch mehr Zorn bringen, daß ihr den Sabbattag entweiht?" Neh 13:19 Sobald nun vor dem Sabbat die Tore Jerusalems dunkelten, hieß ich die Tore schließen. Auch befahl ich, daß man sie vor Sabbatschluß nicht öffne. Ich stellte auch einige von meinen Knappen an die Tore, daß keine Ware am Sabbattag hereinkäme. Neh 13:20 So übernachteten die Händler und die Verkäufer von allerhand Waren draußen vor Jerusalem, so ein-, zweimal. Neh 13:21 Ich verwarnte sie und sprach zu ihnen: "Warum übernachtet ihr vor der Mauer? Tut ihr dies nochmals, dann lege ich Hand an euch." Von dieser Zeit an kamen sie nicht mehr am Sabbat. Neh 13:22 Dann sagte ich den Leviten, sie sollten sich reinigen, hingehen und die Tore hüten, um den Sabbattag zu heiligen. Auch dies gedenke mir, mein Gott! Erbarm Dich meiner nach Deiner großen Huld! Neh 13:23 An jenen Tagen sah ich nach den Judäern, die asdoditische, ammonitische und moabitische Weiber heimgeführt hatten. Neh 13:24 Die Hälfte ihrer Kinder redete asdoditisch; aber jüdisch konnten sie nicht reden, sondern nur in der Sprache irgendeines Volkes. Neh 13:25 Da schalt ich sie und fluchte ihnen. Einige von ihnen schlug ich und zerzauste sie. Bei Gott beschwor ich sie: "Gebt nicht eure Töchter ihren Söhnen und nicht von ihren Töchtern euren Söhnen und nehmt euch selbst nicht solche! Neh 13:26 Hat nicht um solcher willen Salomo, Israels König, gesündigt? Obwohl unter den vielen Völkern kein König gewesen wie er und er seines Gottes Liebling gewesen ist, so daß ihn Gott zum König über ganz Israel machte, so haben ihn doch die fremden Weiber zur Sünde verführt. Neh 13:27 Ist es recht von euch, daß ihr all diesen großen Frevel tut und gegen unseren Gott untreu werdet durch Heimführung fremder Weiber?" Neh 13:28 Von den Söhnen Jojadas, des Sohnes des Hohenpriesters Eljasib, war einer Schwiegersohn des Sanballat aus Choronaim. Ich jagte ihn von mir fort. Neh 13:29 Gedenke es ihnen, mein Gott, wie sie das Priestertum befleckt haben, den Bund des Priestertums und der Leviten! Neh 13:30 Von allem Fremden reinigte ich sie; dann bestellte ich die Posten der Priester und der Leviten, jeden für sein Amt. Neh 13:31 Auch für die Holzspenden zu bestimmten Zeiten und für die Erstlingsfrüchte. Gedenke mir dies, mein Gott, rechne es mir zum Besten! Est 1:1 In der Zeit des Ahasveros - das ist jener Ahasveros, der einst von Indien bis nach Äthiopien über 127 Länder herrschte - trug dies sich zu. Est 1:2 In jenen Tagen also, da sich König Ahasveros sicher fühlte auf dem Thron seines Königtums zu Susan in der Burg, Est 1:3 im dritten Jahre seines Herrschertums, gab er ein Gastmahl allen seinen Dienern und Beamten, wobei vor ihm zur Schau auslagen die Schätze Persiens und Mediens, der Vornehmen und der Beamten der Provinzen. Est 1:4 Er ließ sehen den Reichtum seiner königlichen Herrlichkeit sowie die Kostbarkeiten seiner wundervollen Größe viele Tage, 180 Tage. Est 1:5 Als diese Tage nun zu Ende waren, bereitete der König allem Volk zu Susan in der Burg, vom Größten bis zum Kleinsten, ein Gastmahl sieben Tage lang im Vorhofe des königlichen Schloßgartens. Est 1:6 Ganz weißes Baumwollzeug und Purpurtuch war da, mit Linnen und mit Purpurschnüren an Silberringen und an Marmorsäulen festgemacht. Polster von Gold und Silber erhoben sich auf Steinpflaster von Alabaster, von weißem Marmor und Perlmutterstein und von geflecktem Marmor. Est 1:7 Getränke aber reichte man in goldenen Gefäßen, wobei ein jegliches Gefäß verschieden war, und königlicher Wein war viel vorhanden, entsprechend der Freigebigkeit des Königs. Est 1:8 Das Trinken aber richtete sich ganz nach dem Befehl, daß niemand wehren sollte. Denn also hatte es der König für alle Großen seines Hauses zur Regel aufgestellt, daß jeder nach Belieben handeln solle. Est 1:9 Ein Mahl gab auch die Königin Vasthi für die Frauen im Haus der Königinnen, die König Ahasveros hatte. Est 1:10 Am siebten Tage ward vom Wein des Königs Sinn gar fröhlich, und da befahl er Mehuman, Bizzeta, Charbona, Bigeta, Abageta, Zetar und Karkas, den sieben Kämmerlingen, die vor dem König Ahasveros Dienste taten, Est 1:11 sie sollten jetzt die Königin Vasthi im königlichen Diadem vor den König bringen, um den Nationen und Beamten ihre Schönheit öffentlich zu zeigen. Sie war von schönem Aussehen. Est 1:12 Die Königin Vasthi aber sträubte sich, auf den durch die Eunuchen übermittelten Befehl des Königs zu erscheinen. Da ward der König zornig. Sein Ingrimm loderte in ihm. Est 1:13 Der König sagte zu den Weisen, die auf die Zeiten sich verstehen - denn also pflegte man des Königs Wort all den Gesetzes- und Rechtkundigen vorzulegen -, Est 1:14 die Zutritt zu ihm hatten, das waren Karchena, Schetar, Admata, Tarsis, Meres, Marsena, Memukan, der Perser und der Meder sieben Fürsten, die ganz allein des Königs Antlitz sehen durften und die den Vorsitz in dem Reiche führten: Est 1:15 "Was ist nach dem Gesetz mit Königin Vasthi zu tun, daß sie den durch Eunuchen übermittelten Befehl des Königs Ahasveros nicht befolgt?" Est 1:16 Da sagte vor dem Könige und den Beamten Memukan: "Nicht an dem Könige allein versündigt sich die Königin Vasthi. Nein! Auch an allen Fürsten, allen Völkern, die in allen Landen des Königs Ahasveros wohnen. Est 1:17 So endet ja der Fall der Königin für alle Frauen, daß ihnen ihre Ehemänner verächtlich dünken, indem sie sagen: 'Der König Ahasveros hat befohlen, die Königin Vasthi vor sich zu bringen, und sie kam nicht.' Est 1:18 Von diesem Tag an sagen dann der Perser und der Meder Fürstinnen, die von dem Fall der Königin gehört, zu all den königlichen Fürsten so. Dann gibt's Mißachtung und Verdruß genug. Est 1:19 Ist's nun dem König recht, so möge jetzt ein königlicher Erlaß von ihm ausgehen und unter den Gesetzen aufgezeichnet werden, die bei den Persern und bei den Medern sind, daß er nicht aufgehoben werden kann, nie wieder dürfe Vasthi vor den König Ahasveros kommen. Der König gebe ihre königliche Stellung einer anderen, die besser ist als sie! Est 1:20 Wird so des Königs Anordnung gehört, die er in seinem ganzen Reich erlassen soll, weil sie so wichtig ist, dann geben alle Frauen ihren Ehemännern abermals die Ehre, vom Größten bis zum Kleinsten." Est 1:21 Und gut gefiel der Rat dem König und den Fürsten. Und also tat der König nach dem Rate Memukans. Est 1:22 Er sandte Schreiber aus in alle königlichen Lande, in jegliche Provinz, entsprechend ihrer Schrift zu jedem Volke je nach seiner Sprache: "Ein jeder Mann soll Herr in seinem Hause sein und nach der Sprache seines Volks befehlen!" Est 2:1 Doch später legte sich der Zorn des Königs Ahasveros. Und er gedachte Vasthis und was sie getan und was dann über sie beschlossen ward. Est 2:2 Da machten nun des Königs Höflinge und Leibdiener den Vorschlag: "Man suche für den König jugendlich anmutige Jungfrauen", Est 2:3 und dann bestellte der König in allen Landen seines Reichs Beamte, damit sie jede jugendlich anmutige Jungfrau in die Burg nach Susan in das Frauenhaus verbrächten, zur Obhut Hegais, eines königlichen Kämmerlings, des Aufsehers der Frauen! Man gebe ihnen nur die rechten Schönheitsmittel! Est 2:4 Und jenes Mädchen, das dem König gefällt, soll Königin an Vasthis Stelle werden." Dem König gefiel der Vorschlag gut. Und also tat er. Est 2:5 Da war ein Mann, ein Jude, in der Burg zu Susan mit Namen Mordekai, der Sohn des Jair und Enkel Simeis, des Sohnes des Kis, vom Stamme Benjamin, Est 2:6 der aus Jerusalem einstmals weggeführt, zugleich mit den Gefangenen, die mit dem Judakönig Jechonja waren weggeführt worden, die Nebukadrezar, der Babelkönig, wegführte. Est 2:7 Er war der Pflegevater Hadossas, das ist der Esther, seines Oheims Tochter, da sie weder Vater noch Mutter mehr hatte. Das Mädchen aber war von herrlicher Gestalt und schönem Aussehen. Und als der Vater und die Mutter starben, nahm Mordekai sie selbst als Tochter an. Est 2:8 Nun wurden der Erlaß des Königs und sein Befehl bekanntgegeben. Da brachte man zur Burg nach Susan viele Mädchen zur Obhut Hegais dort zusammen. So ward auch Esther in dem Haus des Königs der Obhut Hegais, des Aufsehers der Frauen, unterstellt. Est 2:9 Und ihm gefiel das Mädchen gut, so daß sie Gnade vor ihm fand. Eifrig war er darauf bedacht, die rechten Schönheitsmittel ihr zu liefern, sowie die rechte Kost und ihr die sieben auserwähltesten der Dienerinnen aus dem königlichen Haus zu geben. Er zeichnete sie und ihre Dienerinnen in dem Frauenhause aus. Est 2:10 Doch Esther hatte weder ihr Volk noch ihre Herkunft angegeben; denn Mordekai hatte es ihr streng verboten. Est 2:11 Und Tag für Tag ging Mordekai vor dem Hof des Frauenhauses auf und ab, zu forschen, ob es Esther wohl ergehe und was mit ihr geschehe. Est 2:12 Kam dann die Reihe an ein jedes Mädchen, einzeln sich zu dem König Ahasveros zu begeben, nachdem man so mit ihr gemäß den Vorschriften, die für die Frauen gelten, zwölf Monde lang verfahren hatte - denn soviel Zeit verging schon über ihrer Schönheitspflege, sechs Monde mit Myrrhenöl, sechs Monde mit Balsamen und anderen Schönheitsmitteln für die Frauen -, Est 2:13 so kam auf solche Art zum König das Mädchen. Was sie verlangte, wurde ihr gegeben, um sie vom Frauenhause bis zum königlichen Hause zu begleiten. Est 2:14 Am Abend ging sie hinein; am Morgen kehrte sie zum Frauenhaus zurück, und zwar ins zweite in die Obhut des Sasgaz, des königlichen Kämmerlings, des Aufsehers der Weiber; sie durfte nimmermehr zum König kommen. Nur wenn der König sollte je an ihr Gefallen finden, dann würde sie mit ihrem Namen aufgerufen. Est 2:15 So kam die Reihe auch an Esther, die Tochter Abichails, des Oheims Mordekais, der sie als Tochter angenonunen, zum König zu gehen. Und sie verlangte gar nichts weiter, als was der königliche Kämmerling Hegai, der Aufseher der Frauen, gab. Jedoch erwarb sich Esther Gunst bei allen, die sie sahen. Est 2:16 Und so ward Esther zu dem König Ahasveros in das königliche Schloß geholt am zehnten Neumond, das ist im Monat Tebet, im siebten Jahre seiner Herrschaft. Est 2:17 Und da gewann der König Esther lieb, mehr als alle anderen Jungfrauen. Und sie erwarb sich Gunst und Huld vor ihm, mehr als die anderen Jungfrauen all. Er setzte ihr ein königliches Diadem aufs Haupt und machte sie an Vasthis Statt zur Königin. Est 2:18 Der König gab ein großes Mahl für alle seine Fürsten und für seine Diener, das Gastmahl Esthers. Und den Provinzen gab er Steuernachlaß. Und er gewährte eine Spende, königlich freigebig. Est 2:19 Als man die Jungfrauen verschiedener Abstammung zusammenholte - beim Tor des Königs aber wohnte Mordekai -, Est 2:20 gab Esther ihre Herkunft und ihr Volk nicht an, wie Mordekai es ihr befohlen. So folgte Esther dem Befehl des Mordekai wie damals, als sie noch in Pflege bei ihm war. Est 2:21 In jenen Tagen, als Mordekai beim Tor des Königs wohnte, erzürnten sich einst Bigetan und Teres, die beiden königlichen Kämmerlinge, die zudem Schwellenhüter waren, und trachteten danach, an König Ahasveros Hand zu legen. Est 2:22 Die Sache aber wurde Mordekai bekannt. Und er erzählte es der Königin Esther, und Esther sagte es im Namen Mordekais dem König. Est 2:23 Als man der Sache heimlich nachspürte, da wurden sie ertappt und beide an das Holz gehängt. Und dies ward im Buch der Chronik für den König aufgezeichnet. Est 3:1 Hernach verlieh der König Ahasveros dem Haman, Hammedatas Sohn, dem Agagiter, eine hohe Stellung und zeichnete ihn aus und setzte seinen Stuhl dem aller Fürsten bei ihm vor. Est 3:2 Und alle königlichen Diener in dem königlichen Tore beugten ihre Knie und warfen sich vor Haman nieder. So hatte es der König für ihn angeordnet. Doch Mordekai wollte seine Knie nicht beugen und sich nicht niederwerfen. Est 3:3 Die königlichen Diener in dem königlichen Tore fragten Mordekai: "Weswegen übertrittst du das Gebot des Königs?" Est 3:4 Als sie's nun täglich zu ihm sagten, er aber niemals auf sie hörte, da zeigten sie's dem Haman an, damit sie sähen, ob Mordekais Ausrede gelte. Er hatte nämlich mitgeteilt, er sei ein Jude. Est 3:5 Als Haman sah, daß Mordekai seine Knie nicht vor ihm beugte und sich nicht niederwarf, ward Haman voller Zorn. Est 3:6 Doch deuchte es ihm gar verächtlich, an Mordekai allein die Hand zu legen. Man hatte ihm das Volkstum Mordekais auch mitgeteilt. So trachtete Haman danach, die Juden all im ganzen Reich des Ahasveros, die Volksgenossen Mordekais, zu vernichten. Est 3:7 Am ersten Neumond, das ist im Monat Nisan, im zwölften Jahr des Königs Ahasveros, warf man das Pur, das ist das Los, vor Haman, von einem Tag zum anderen, von einem Monat zum anderen. Est 3:8 Da sagte Haman zum König Ahasveros: "Es gibt ein ganz besonderes Volk, das bei den Völkern da in allen Ländern deines Reiches zerstreut und abgesondert lebt. Verschieden auch sind seine Vorschriften von denen jedes anderen Volkes. Sie folgen nicht den Satzungen des Königs, daß es dem König gar nichts nützt, sie so gewähren zu lassen. Est 3:9 Ist es dem König recht, so möge schriftlich angeordnet werden, sie zu vernichten. Dann kann ich zehntausend Talente Silber den Schatzbeamten darwägen, damit sie's in die Schatzkammern des Königs überführen." Est 3:10 Da zog der König seinen Siegelring von seiner Hand und übergab ihn Haman, Hammedatas Sohn, dem Agagiter, dem Feind der Juden. Est 3:11 Der König sprach dabei zu Haman: "Das Silber sei dir überlassen sowie das Volk, daß du ihm tust nach Belieben!" Est 3:12 Des Königs Schreiber wurden in dem ersten Monat am dreizehnten berufen und so, wie's Haman angeordnet, erging ein schriftlicher Befehl, sowohl an die Satrapen wie an die Statthalter, die über den einzelnen Provinzen standen, an die Beamten all der Völker, der Schriftart einer jeden einzelnen Provinz entsprechend, sowie der Sprache jeder einzelnen Nation. Und der Befehl war in des Königs Ahasveros Namen abgefaßt und mit dem königlichen Siegelring versiegelt. Est 3:13 Die Schreiben wurden abgesandt durch Eilboten in alle königlichen Länder mit dem Befehl, die Juden alle zu vertilgen, zu töten und sie zu vernichten, die jungen wie die Alten und Kinder mit den Weibern an einem Tag, am dreizehnten des zwölften Monds, das ist im Monat Adar, und ihre Habe als Beute zu verteilen. Est 3:14 Des Schreibens Inhalt ging dahin, es solle ein Gesetz in jeder einzelnen Provinz erlassen werden und allen Völkern kundgetan, daß sie auf diesen Tag gerüstet wären. Est 3:15 Eilends zogen Eilboten auf königlich Geheiß hinaus, sobald das Gesetz zu Susan in der Burg erlassen war. Der König aber setzte sich zu einem Trinkgelage mit Haman nieder. Inzwischen aber kam die Stadt Susan in Aufregung. Est 4:1 Und Mordekai erfuhr all die Begebnisse. Und Mordekai zerriß die Kleider und nahm ein rauhes Kleid und Asche und ging so mitten in die Stadt hinaus, laut und bitterlich wehklagend. Est 4:2 So kam er bis vors königliche Tor. Denn in das königliche Tor darf man mit einem rauhen Kleid nicht treten. Est 4:3 In jeder einzelnen Provinz, wohin nur der Erlaß und das Gesetz des Königs kamen, war große Trauer bei den Juden und Fasten, Weinen, Wehklagen. Die meisten breiteten ein rauhes Kleid und Asche unter sich. Est 4:4 Da kamen Esthers Dienerinnen und teilten es ihr mit. Da ward die Königin von tiefem, großem Schmerz erfüllt. Sie sandte Kleider, daß man sie Mordekai anlege und er das rauhe Kleid abstreife. Doch nahm er sie nicht an. Est 4:5 Danach rief Esther von den königlichen Kämmerlingen Hatak, der ihr zu Diensten stand, und hieß ihn wegen Mordekai erkunden, was dies bedeute, weswegen es geschehe. Est 4:6 Darauf besuchte Hatak Mordekai beim städtischen Markte oben, der vor dem Königstore lag. Est 4:7 Und Mordekai berichtete ihm alle die Begebnisse, auch die genaue Anordnung wegen des Silbers, das Haman für die königlichen Kammern darzuwägen schon versprach, als Preis für die Vernichtung aller Juden. Est 4:8 Er tat ihm auch den Inhalt jener Vorschrift kund, die wegen ihres Untergangs in Susan war erlassen, daß er sie Esther zeige und ihr künde und sie zum Könige zu gehen heiße, ihn um Erbarmen anzuflehen und für ihr Volk Fürbitte bei ihm einzulegen. Est 4:9 Und Hatak kam und meldete die Worte Mordekais der Esther. Est 4:10 Und Esther redete mit Hatak und sandte ihn zu Mordekai: Est 4:11 "Die königlichen Diener alle wissen, wie auch die Leute in den königlichen Landen, daß jedermann, Mann oder Weib, der zu dem König ungerufen in den inneren Vorhof geht, dem Gesetz verfällt, das seine Tötung fordert, den ausgenommen, gegen den der König das goldene Zepter ausstreckt; der bleibt am Leben. Ich aber bin seit dreißig Tagen nicht mehr zum Könige berufen worden." Est 4:12 Man sagte Mordekai die Worte Esthers. Est 4:13 Und Mordekai ließ Esther wieder sagen: "Glaube nicht, du kommst davon mit deinem Leben, du ganz allein von allen Juden, in dem königlichen Haus! Est 4:14 Nein, schwiegst du still zu dieser Zeit, so käme Befreiung und Errettung für die Juden wohl von anderer Seite. Du aber kommst samt deinem Hause um. Wer weiß, ob du nicht grad für solche Zeit zum Königtum gelangtest?" Est 4:15 Darauf ließ Esther Mordekai vermelden: Est 4:16 "Geh hin, versammle alle Juden, die sich zu Susan finden, und fastet dann für mich und eßt und trinkt drei Tage lang nichts bei Nacht und nichts bei Tag! Ich will mit meinen Dienerinnen gleichfalls fasten. Und dann geh´ ich zum König, obwohl es dem Gesetz zuwider ist. Doch sollte ich umkommen, so komm ich eben um." Est 4:17 Und Mordekai ging fort und tat, wie Esther ihn geheißen. Est 5:1 Am dritten Tage war's, da kleidete sich Esther königlich und stellte sich in den inneren Vorhof im königlichen Haus, dem königlichen Hause gegenüber. Der König aber saß auf seinem Königsthron im königlichen Haus, dem Haupttor gegenüber. Est 5:2 Wie nun der König im Vorhofe die Königin Esther stehen sah, da fand sie Huld in seinen Augen, und alsbald streckte der König gegen Esther hin das goldene Zepter, das sich in seiner Hand befand. Und Esther trat heran und rührte an des Zepters Spitze. Est 5:3 Da sprach zu ihr der König: "Was hast du, Königin Esther? Was ist dein Begehr? Ja, bis zum halben Königreich soll dir bewilligt sein." Est 5:4 Und Esther sprach: "Ist es dem König recht, so komme der König heute mit Haman zu dem Mahl, das ich ihm richte!" Est 5:5 Da sprach der König: "Holt Haman schnell herbei, damit wir Esthers Wunsch erfüllen!" Der König ging mit Haman zu dem Mahl, das Esther hergerichtet. Est 5:6 Und bei dem Weingelage fragte sie der König: "Was ist jetzt deine Bitte? Sie sei dir schon gewährt! Was ist dein Begehr? Ja, bis zum halben Reich soll dir bewilligt sein!" Est 5:7 Und Esther gab zur Antwort: "Mein Bitten und Begehren ist - Est 5:8 fand ich in des Königs Augen Gnade, gefällt es so dem König, meine Bitte zu gewähren und mein Begehren zu bewilligen -, so komme der König wiederum mit Haman zu dem Mahl, das ich für sie bereite! Ich tue morgen nach des Königs Wunsch." Est 5:9 Und Haman ging an jenem Tage froh und guten Muts von dannen. Im Königstor erblickte aber Haman Mordekai, wie dieser weder sich erhob noch überhaupt sich vor ihm rührte. Da wurde Haman über Mordekai voll Zorn. Est 5:10 Doch Haman hielt noch an sich. Als er jedoch nach Hause kam, beriet er seine Freunde samt Zeres, seinem Weibe. Est 5:11 Und Haman sprach zu ihnen von seinem großen Reichtum und der Menge seiner Söhne, von all dem, wie der König ihn so hoch geehrt und über Fürsten und des Königs Diener ihn erhoben habe. Est 5:12 Und Haman sprach: "Ja, Esther selbst, die Königin, hat mit dem König zu dem Mahl, das sie bereitet, gar niemand anders kommen lassen als nur mich. Und auch für morgen wurde ich von ihr mitsamt dem König eingeladen. Est 5:13 Doch all dies nützt mir nichts, solang ich noch den Juden Mordekai im Königstore sitzen sehe." Est 5:14 Darauf erwiderten ihm seine Gattin Zeres und alle seine Freunde: "Man richte einen Galgen her, an fünfzig Eilen hoch, und morgen früh sprich mit dem König, daß man daran den Mordekai aufhänge! Alsdann geh mit dem König fröhlich zu dem Mahl!" Und dies gefiel dem Haman wohl. So ließ er einen Galgen machen. Est 6:1 Den König floh in jener Nacht der Schlaf. Da ließ er sich das Buch mit den geschichtlichen Denkwürdigkeiten bringen. Man las sie nun dem König vor. Est 6:2 Da fand sich aufgezeichnet, wie Mordekai berichtet habe von Bigetan und Teres, zwei königlichen Kämmerlingen, die bei den Schwellenhütern waren, daß sie den König Ahasveros töten wollten. Est 6:3 Da sprach der König: "Was ist an Ehren und an Würden deshalb Mordekai erwiesen worden?" Des Königs Diener, die ihm Dienste taten, sprachen: "Nichts." Est 6:4 Da fragte der König: "Wer ist im Vorhof?" Und da betrat den äußeren Vorhof in dem königlichen Hause Haman, um mit dem Könige zu reden, man soll Mordekai an einen Galgen hängen, den er für diesen hergerichtet. Est 6:5 Des Königs Diener gaben ihm zur Antwort: "Sieh, Haman steht im Vorhof!" Da sprach der König: "Er trete ein!" Est 6:6 Alsdann trat Haman ein. Der König sprach zu ihm: "Was soll dem Mann geschehen, den da der König ehren will?" Und Haman dachte: "Wen wird der König ehren wollen, wenn nicht mich?" Est 6:7 Und Haman sprach zum König: "Will schon der König jemand ehren, Est 6:8 dann bringe man ein königliches Kleid herbei, mit dem der König sich bekleidet, sowie ein Roß, das einst der König ritt zur Zeit, da man die Königskrone auf sein Haupt gesetzt, Est 6:9 und übergebe das Gewand sowie das Roß dann einem von den königlichen Fürsten, von den Edlen, daß man den Mann bekleide, den da der König ehren möchte, und diesen auf dem Rosse auf dem Stadtplatz reiten lasse, und daß man vor ihm ausrufe: 'Also geschieht dem Manne, den der König ehren möchte.'" Est 6:10 Darauf erwiderte der König Haman: "Hol eilends das Gewand sowie das Roß, gerade so, wie du gesagt, und tue so mit Mordekai, dem Juden, der bei dem Königstore wohnt! Doch unterlasse nichts von alledem, was du gesagt!" Est 6:11 Da holte Haman das Gewand sowie das Roß, bekleidete den Mordekai und ließ ihn auf dem Stadtplatz reiten und rief vor ihm: "Also geschieht dem Manne, den der König ehren möchte." Est 6:12 Dann kehrte Mordekai zum Königstor zurück. Doch Haman lief gar schnell nach Haus, ganz traurig, mit verhülltem Haupt. Est 6:13 Und Zeres, seinem Weib, und allen Freunden sagte Haman, was ihm begegnet war. Da sprachen seine Weisen samt Zeres, seinem Weib, zu ihm: "Ist von dem Judenstamme Mordekai, vor dem zu fallen du begonnen hast, alsdann vermagst du gegen ihn nichts weiter. Du fällst vor ihm ganz sicher." Est 6:14 Solange Sie noch mit ihm sprachen, erschienen schon des Königs Kämmerlinge und führten Haman eilends zu dem Mahl, das Esther hergerichtet hatte. Est 7:1 Der König trat mit Haman ein, um bei der Königin Esther zu zechen. Est 7:2 Der König fragte auch am zweiten Tag beim Weingelage Esther: "Was ist jetzt deine Bitte, Königin Esther? Sie soll dir schon bewilligt sein! Was ist dein Begehr? Ja, bis zum halben Reich soll dir bewilligt sein!" Est 7:3 Da gab die Königin Esther diese Antwort: "Fand Gnade ich in deinen Augen, König, und ist's dem König recht, so sei auf meine Bitte hin mein Leben mir geschenkt, sowie auf mein Begehr mein Volk! Est 7:4 Sind wir ja doch verkauft, ich und mein Volk, zu gänzlicher Vernichtung, zu Tötung und zu Tilgung. Ja, würden wir als Sklaven und als Sklavinnen verkauft, ich hätte geschwiegen, wiegt doch der Feind des Königs Schaden nimmer auf." Est 7:5 Da sprach der König Ahasveros eilends zu der Königin Esther: "Wer ist doch der, und wo ist der, dem's in den Sinn kam, so zu tun?" Est 7:6 Darauf sprach Esther: "Mein Geliebter, der Mann, der Feind und Widersacher, ist Haman da." Da wurde Haman arg bestürzt vor dem König und der Königin. Est 7:7 Da stand der König stark erregt vom Weingelage auf; er wollte in den Garten des Palastes gehen. Doch Haman blieb zurück; er wollte für sein Leben bei der Königin Esther flehen. Er merkte nämlich, daß von dem König Unheil über ihn beschlossen ward. Est 7:8 Der König kehrte aus dem Garten des Palasts zurück ins Haus des Weingelages. Da warf sich Haman eben auf das Polster, worauf die Esther lag. Da rief der König: "Soll etwa gar der Königin Gewalt geschehen, solang ich noch im Hause bin?" Kaum war das Wort dem königlichen Mund entflohen, als man schon Hamans Angesicht verhüllte. Est 7:9 Da sprach Harbona, einer von den Kämmerlingen, vor dem König: "Es steht ja übrigens in Hamans Hause, fünfzig Ellen hoch, der Galgen, den Haman für den Mordekai hat machen lassen, der doch zum Heile für den König einst geredet." Da sprach der König: "Hängt ihn daran!" Est 7:10 So hängte man den Haman an den Galgen, den er für Mordekai hatte herrichten lassen. Dann legte sich des Königs Aufregung. Est 8:1 An jenem Tage gab der König Ahasveros der Königin Esther das Haus des Haman, dieses Judenfeindes, zum Geschenk, und Mordekai erhielt zum König Zutritt. Denn Esther hatte mitgeteilt, wie dieser zu ihr stand. Est 8:2 Der König nahm dann seinen Siegelring, den er dem Haman hatte nehmen lassen, und gab ihn Mordekai. Und Esther setzte über Hamans Haus den Mordekai. Est 8:3 Und Esther sprach vorm König abermals, fiel ihm zu Füßen, weinend und ihn um Gnade bittend, er möge das Unheil wenden, das von dem Agagiter Haman angerichtet, und seinen Anschlag, den er gegen alle Juden geschmiedet. Est 8:4 Der König aber streckte gegen Esther abermals das goldene Zepter aus. Darauf erhob sich Esther und trat mit diesen Worten vor den König: Est 8:5 "Ist es dem König recht und fand ich vor ihm Gnade, erscheint es auch dem König angemessen und habe ich sein Wohlgefallen, so möge ein schriftlicher Befehl ergehen, auf daß die Schreiben jetzt zurückgenommen werden - der Anschlag Hamans, Hammedatas Sohns, des Agagiters -, die dieser schreiben ließ, um so die Juden zu vernichten, die in allen Landschaften des Königs sind. Est 8:6 Wie könnte ich es nur ertragen, das Unheil, das mein Volk betreffen soll, mitanzusehen? Wie könnte ich es nur ertragen, dem Untergange meines Stammes beizuwohnen?" Est 8:7 Da sprach der König Ahasveros zur Königin Esther und zum Juden Mordekai: "Ich habe Hamans Haus der Esther zum Geschenk gemacht. Ihn selber hat man an den Galgen gehängt dafür, daß er die Hände gegen diese Juden ausgestreckt. Est 8:8 Ihr mögt den Juden, wie's euch gut erscheint, im königlichen Namen tun und dies mit meinem königlichen Ring besiegeln. Ein Schreiben, in des Königs Namen abgefaßt und mit dem königlichen Ring besiegelt, kann nicht zurückgenommen werden." Est 8:9 So wurden nun die königlichen Schreiber zu jener Zeit im dritten Mond, das ist im Monat Siwan, am dreiundzwanzigsten, berufen. Dann ward geschrieben, wie es Mordekai betreffs der Juden anwies, und zwar an die Satrapen und an die Statthalter und Fürsten der 127 Länder von Indien bis Äthiopien, gemäß der Schriftart einer jeglichen Provinz, sowie der Sprache eines jeden Volkes, und so auch an die Juden, entsprechend ihrer Schrift und Sprache. Est 8:10 Er ließ es in des Königs Ahasveros Namen schreiben und siegelte es mit königlichem Ring. Dann sandte er die Schreiben durch berittene Eilboten, die auf Rennpferden aus Gestüten ritten. Est 8:11 Danach gestattete der König allen Juden irgendeiner Stadt, sich zu versammeln und ihr Leben zu verteidigen. Wenn die bewaffneten Volkshaufen einer Nation und einer Gegend sie angriffen, so durften sie sie all mit Kindern und mit Weibern vernichten, töten, tilgen und ihre Habe als Beute nehmen Est 8:12 an einem Tag in allen Landen, die König Ahasveros eigen waren, am dreizehnten des zwölften Monds, das ist im Monat Adar. Est 8:13 Der Inhalt dieses Schreibens war, in jeder einzelnen Provinz soll ein Gesetz erlassen werden; die Juden sollen sich an jenem Tage rüsten, an ihren Feinden sich zu rächen. Est 8:14 Eilboten, auf den schnellsten Pferden reitend, zogen schleunigst aus, eilends nach dem Befehl des Königs, sobald zu Susan in der Burg ein solch Gesetz erlassen war. Est 8:15 Und Mordekai verließ den König im königlichen Kleide, purpurblau und weiß, mit großem goldenen Diadem und einem Mantel, der von Linnen und von Purpur war. Die Stadt von Susan jubelte und freute sich. Est 8:16 Den Juden ward jetzt Glück und Fröhlichkeit zuteil, Jubel und Ehre. Est 8:17 In jeglicher Provinz und Stadt, wo immer nur des Königs Wort und sein Gesetz hinkamen, da herrschte Fröhlichkeit und Jubel bei den Juden und Gasterei und Fröhlichkeit, und viele von des Landes Völkern gaben sich für Juden aus. Der Schrecken vor den Juden war auf sie gefallen. Est 9:1 Im zwölften Mond, das ist im Monat Adar, am dreizehnten, am Tage da des Königs Wort und sein Gesetz vollzogen werden sollten, am selben Tag, an dem die Judenfeinde hofften, sie zu überwältigen, und der sich nun gewandelt hatte und jetzt zu einem solchen ward, an dem die Juden selber ihre Hasser überwinden sollten, Est 9:2 da scharten sich die Juden in den Städten in sämtlichen Provinzen, die den König Ahasveros gehörten, um Hand an die zu legen, die ihnen Unheil zuzufügen trachteten. Und niemand hielt vor ihnen stand. Die Furcht vor ihnen fiel auf alle Völker. Est 9:3 Und alle Fürsten der Provinzen, Satrapen, Statthalter, des Königs Angestellte halfen nun den Juden, dieweil die Furcht vor Mordekai auf sie gefallen war. Est 9:4 Denn groß stand Mordekai im Haus des Königs da. Durch alle Lande lief von ihm die Kunde. Denn Mordekai, der Herr, ward immer größer. Est 9:5 Die Juden schlugen alle ihre Feinde fürchterlich mit Schwert und Mord und Tod. Mit ihren Hassern taten sie nach Gutdünken. Est 9:6 So töteten die Juden und vertilgten in der Burg von Susan fünfhundert Mann. Est 9:7 Parsandata und Dalephon und Aspata, Est 9:8 Porata und Adalja, Aridata, Est 9:9 Parmasta, Arisai und Aridai und Jezata, Est 9:10 zehn Söhne Hamans, des Sohnes des Hammedata, des Judenfeindes, brachten sie ums Leben. Doch nach Beute streckten sie die Hand nicht aus. Est 9:11 An jenem Tage kam die Zahl der in der Susanburg Erschlagenen vor den König. Est 9:12 Da sprach der König zu der Königin Esther: "Zu Susan in der Burg erschlugen und vernichteten die Juden an fünfhundert Mann sowie zehn Söhne Hamans. Was taten sie da in den anderen königlichen Landen! Doch was ist deine Bitte, damit sie dir bewilligt werde? Und was ist weiter dein Begehr, daß es erfüllet werde?" Est 9:13 Und Esther sprach: "Gefällt's dem König, so möge morgen noch den Juden in Susan gestattet sein, zu tun wie heute, und die zehn Söhne Hamans hänge man auch an den Galgen!" Est 9:14 Darauf befahl der König, dies zu tun. Und so ward ein Befehl in Susan ausgegeben. Da hängte man zehn Söhne Hamans auf. Est 9:15 Dann scharten sich in Susan auch die Juden am vierzehnten des Monats Adar und töteten dreihundert Mann zu Susan. Doch nach Beute streckten sie die Hand nicht aus. Est 9:16 Die anderen Juden in des Königs Landen hatten sich versammelt und waren für ihr Leben eingetreten. Sie schafften Ruhe sich vor ihren Feinden und töteten bei ihren Hassern 75.000. Doch nach Beute streckten sie die Hand nicht aus, Est 9:17 am dreizehnten des Monats Adar. Sie ruhten am vierzehnten aus und machten ihn zu einem Tag der Gasterei und Freude. Est 9:18 Die Juden, die zu Susan waren, versammelten sich am dreizehnten und vierzehnten Tag und ruhten erst am fünfzehnten. Sie machten diesen Tag zu einem Tag der Gasterei und Freude. Est 9:19 So machen denn die Land-Juden, die in den Ortschaften des offenen Landes wohnen, den vierzehnten des Monats Adar zu einem Tag der Freude und der Gasterei, zu einem Festtag mit gegenseitiger Zusendung von Eßportionen. Est 9:20 Und Mordekai schrieb diese Dinge auf und sandte Schreiben allen Juden, die in des Königs Ahasveros Landen waren, den nahen und den fernen, Est 9:21 um es ihnen zur ständigen Pflicht zu machen, daß sie den vierzehnten des Monats Adar, sowie den fünfzehnten alljährlich feiern sollten, Est 9:22 entsprechend jenen Tagen, da einst den Juden Ruhe vor den Feinden ward, sowie dem Monat, der sich für ihn aus Kummer in Fröhlichkeit, aus Trauer in einen Festtag gewandelt hatte. Sie hielten ihn als Tag der Gasterei und Freude und Zusendung von Eßportionen aneinander und von Geschenken an die Armen. Est 9:23 Die Juden machten sich zum Brauch, was sie zu tun begonnen und was einst Mordekai an sie geschrieben. Est 9:24 Denn Haman, Hammedatas Sohn, der Agagiter, der Widersacher aller Juden, hat einst die Ausrottung der Judenschaft geplant und hat das Pur, das ist das Los, werfen lassen, sie zu vernichten und zu vertilgen. Est 9:25 Doch als es vor den König kam, gab er den schriftlichen Befehl. So fiel denn auf sein eigen Haupt zurück sein schlimmer Plan, den er der Judenschaft zu Leide ausgeheckt. Man hängte ihn und seine Söhne an den Galgen. Est 9:26 Deshalb hieß man die Tage Purim nach dem Worte Pur, nach der Erzählung dieses Buches, was ihnen einst in Aussicht stand, und wie es ihnen drauf erging. Est 9:27 Drum machten es zu fester Pflicht und festem Brauch die Juden für sich und ihre Nachkommen sowie für alle, die sich ihnen anschließen. Unwiderruflich soll es sein: Sie haben diese beiden Tage nach Anordnung und Zeitbestimmung jedes Jahr zu feiern! Sie haben diese Tage als Gedächtnistage zu feiern, daß sie in allen Zeitaltern, Geschlechtern und in Provinzen und in Städten feierlich begangen werden. Est 9:28 Nie sollen die Purimstage aus der Juden Mitte schwinden und ihr Gedächtnis nie bei ihren Nachkommen aufhören. Est 9:29 Die Tochter Abichails und Mordekais, des Juden, die Königin Esther, verfaßte auch ein Schreiben, um die vollkommene Echtheit dieser zweiten Purimschrift vollauf zu bestätigen. Est 9:30 Man sandte Schreiben allen Juden in den 127 Ländern im Reich des Ahasveros mit Grüßen und Gesetzen. Est 9:31 Sie sollten diese Purimstage als gesetzlich anerkennen zu ihren Zeiten, so wie sie Mordekai, der Jude, und die Königin Esther einst gesetzlich gemacht, und wie sie für sich selbst und ihre Nachkommen die Fasten und die Weheklage zum Gesetz gemacht hatten. Est 9:32 Und der Befehl der Esther machte diese Purimvorschriften gesetzlich. Er ward in einem Buche aufgezeichnet. Est 10:1 Der König Ahasveros aber ließ vom Land und von des Meeres Inseln die Steuern wieder eintreiben. Est 10:2 Sind alle die Erweise seiner Macht und Stärke und die genaueste Beschreibung jener hohen Würde Mordekais, zu der der König ihn erhob, nicht in dem Buche der Geschichte der Könige von Medien und Persien aufgezeichnet? Est 10:3 Denn Mordekai, der Jude, besaß den zweiten Rang nach König Ahasveros, und für die Juden war er gar bedeutungsvoll, beliebt bei seiner Brüder Masse, weil er seines Volkes Heil erstrebte und für sein ganzes Geschlecht zum Besten sprach. Job 1:1 Einst lebte in dem Lande Us ein Mann mit Namen Job, und dieser Mann war fromm und recht gottesfürchtig und dem Bösen feind. Job 1:2 Ihm waren sieben Söhne und drei Töchter geboren. Job 1:3 Und er besaß an Zuchtvieh 7.000 Schafe, 3.000 Kamele, 500 Joch Rinder und 500 Eselinnen, dazu ein groß Gesinde, und so war dieser Mann der vornehmste von allen Söhnen des Ostens. Job 1:4 Die Söhne aber pflegten ein Gelage abzuhalten, und zwar in eines jeden Haus an seinem Tage. Sie luden dazu die drei Schwestern ein, mit ihnen dort zu essen und zu trinken. Job 1:5 Und hatten sie die Tage des Gelages die Runde machen lassen, dann sandte Job und ließ sie reinigen, erhob er sich doch früh am Morgen und brachte Opfer dar für jeden einzelnen von ihnen. Denn also dachte Job: "Vielleicht daß meine Kinder sich versündigt und so in ihrem Herzen Gott 'gesegnet' haben." So tat denn Job ein jedesmal. Job 1:6 Doch da geschah´s an jenem Tage: Die Gottessöhne kamen und stellten Job 1:7 vor dem Herrn sich auf. Mit ihnen auch der Satan. Da sprach der Herr zum Satan. "Woher kommst du?" Der Satan gab dem Herrn zur Antwort: "Ich komme her von einem Streifzug auf der Erde, von einer Wanderung auf ihr." Job 1:8 Da sprach der Herr zum Satan: "Hast du gemerkt, daß Job, mein Knecht, nicht seinesgleichen auf der Erde hat, ein Mann, so fromm und recht, so gottesfürchtig und dem Bösen feind?" Job 1:9 Darauf erwiderte dem Herrn der Satan: "Ist Job umsonst so gottesfürchtig? Job 1:10 Hast du nicht ihn, sein Haus und all sein Gut umhegt? Und seiner Hände Arbeit hast du so gesegnet, daß sein Besitz im Land sich mehrte. Job 1:11 Doch fahre einmal einen Schlag und triff sein Hab und Gut, ob er nicht ins Gesicht dich 'segnet'!" Job 1:12 Da sprach der Herr zum Satan: "So sei in deiner Hand jetzt alles, was er hat! Nur rühr ihn selbst nicht an!" Da ging der Satan von dem Herrn hinweg. Job 1:13 An einem Tag geschah's: Die Söhne und die Töchter Jobs schmausten im Haus des ältesten Bruders und tranken Wein. Job 1:14 Da kam zu Job ein Bote. Er sprach: "Die Rinder pflügten auf dem Felde; die Eselinnen weideten daneben. Job 1:15 Da fielen die Sabäer ein und raubten sie und schlugen mit dem Schwert die Knechte. Nur ich allein entkam mit knapper Not, dir's zu vermelden." Job 1:16 Und noch sprach dieser. Da kam ein anderer schon und sprach: "Ein Gottesfeuer fiel vom Himmel, fuhr zündend in die Herden zu den Knechten und fraß sie auf. Nur ich allein entkam mit knapper Not, dir's zu vermelden." Job 1:17 Und noch sprach dieser. Da kam ein anderer schon und sprach: "Chaldäer fielen ein, drei Haufen, und trieben die Kamele weg und schlugen mit dem Schwert die Knechte. Nur ich allein entkam mit knapper Not, dir's zu vermelden." Job 1:18 Und noch sprach dieser. Da kam ein anderer schon und sprach: "Beim Schmause waren deine Söhne und deine Töchter und tranken Wein im Haus des ältesten der Brüder. Job 1:19 Da kommt ein mächtiger Sturmwind aus der Wüste, erfaßt das Haus an den vier Ecken. Und dies fällt auf die Knechte; sie kommen um. Nur ich allein entkam mit knapper Not, dir's zu vermelden." Job 1:20 Darauf erhob sich Job, zerriß sein Kleid, zerraufte sich sein Haupt und warf sich auf die Erde zum Gebet. Job 1:21 Hierauf sprach er: "Ich habe nackt den Mutterschoß verlassen; ich fahre nackt dorthin zurück. Der Herr hat es gegeben. Der Herr hat es genommen. Gepriesen sei des Herrn Name!" Job 1:22 Bei alldem hatte Job sich nicht versündigt, noch Haß geäußert gegen Gott. Job 2:1 Doch da geschah's an einem Tage: Die Gottessöhne kamen und stellten vor dem Herrn sich auf; da kam der Satan auch mit ihnen und stellte vor dem Herrn sich auf. Job 2:2 Da sprach der Herr zum Satan: "Woher kommst du?" Der Satan gab dem Herrn zur Antwort: "Ich komme her von einem Streifzug auf der Erde, von einer Wanderung auf ihr." Job 2:3 Da sprach der Herr zum Satan: "Hast du bemerkt, daß Job, mein Knecht, nicht seinesgleichen auf der Erde hat, ein Mann, so fromm und recht, so gottesfürchtig und dem Bösen feind, und noch hält er an seiner Frömmigkeit so fest. Du hast mich grundlos aufgereizt, ihn so zu quälen." Job 2:4 Da sprach zum Herrn der Satan: "Ja Leib für Leib! Selbst alles, was ein Mann besitzt, das gibt er für sich selber hin. Job 2:5 Doch führe einmal einen Schlag und rühr an sein Gebein und Fleisch, ob er nicht ins Gesicht hinein Dich 'segnet'!" Job 2:6 Da sprach der Herr zum Satan: "Nun wohl, er sei in deiner Hand! Nur schone mir sein Leben!" Job 2:7 Da ging vom Herrn der Satan weg und schlug den Job mit einem schrecklichen Geschwür vom Kopfe bis zum Fuß. Job 2:8 Er nahm sich eine Scherbe, um sich damit zu schaben, und saß dabei im Aschenhaufen. Job 2:9 Da sprach sein Weib zu ihm: "Noch hältst du fest an deiner Frömmigkeit? Nun 'segne' Gott und stirb!" Job 2:10 Er aber sprach zu ihr: "Wie unvernünftige Weiber reden, so redest du. Ja, sollen wir allein das Gute von Gott annehmen, dagegen nicht das Schlimmste?" Bei alldem hatte Job mit seinen Lippen nicht gesündigt. Job 2:11 Drei Freunde Jobs vernahmen von all dem Unglück, das auf ihn gekommen; da machten sie sich auf, ein jeglicher von seinem Wohnort, von Teman Eliphaz, Bildad von Schuach, von Naama Sophar, und sie bestellten sich zusammen, um zu gehen, ihm ihr Beileid zu bezeugen und ihn zu trösten. Job 2:12 Doch wie sie ihre Augen von ferne erhoben, erkannten sie ihn nicht. Sie fingen laut zu weinen an, zerrissen jeglicher sein Kleid und streuten Staub sich himmelwärts aufs Haupt. Job 2:13 Sie saßen auf der Erde so bei ihm wohl sieben Tage, sieben Nächte, und keiner sprach ein Wort zu ihm; sie sahen. Das Leid war furchtbar groß. Job 3:1 Danach tat Job den Mund auf und fluchte seinem Schicksal. Job 3:2 Und Job hob an und sprach: Job 3:3 "0 wäre doch der Tag, da ich geboren, nie erschienen und jene Nacht entschwunden, da man den Knaben aufgenommen! Job 3:4 Weh jenem Tage! Besser wäre er in Dunkelheit verblieben! Hätte doch der Höchste droben sich nie um ihn gekümmert und nie die Sonne ihm geleuchtet! Job 3:5 Die schwarze Urnacht hätte ihn vernichten und Wolkendunkel auf ihm ruhen sollen! Hätte man ihn doch der Verdüsterung überlassen!" Job 3:6 "Wenn nur ein Raub der Finsternis die Nacht geworden wäre! Und hätte niemals zu den Jahrestagen sie gezählt und niemals in der Monde Schar gegolten. Job 3:7 Wenn jene Nacht nur unfruchtbar geblieben wäre, und wäre nie ein Jubellaut in ihr ertönt! Job 3:8 Und die den Tag verfluchen, ach, hätten die doch sie verflucht und jene, die bereit, den Leviatan selbst zu reizen! Job 3:9 Verlöschen hätten sollen ihre Morgensterne, sie hätte auf das Licht vergeblich warten müssen! Des Frührots Wimpern hätte sie nicht schauen dürfen! Job 3:10 Denn hätte sie einst meines Lebens Tor verschlossen, dann hätte sie auch meinen Augen Leid erspart. Job 3:11 Warum bin ich denn nicht im Mutterschoß gestorben, weswegen, kaum geboren, nicht verschieden? Job 3:12 Warum denn nahm ein Schoß mich auf und Brüste, daß ich trinken mußte? Job 3:13 Dann läge ich zu dieser Zeit und hätte Ruhe. Ich schliefe - wie wär mir so wohl! - Job 3:14 bei Königen und Weltregenten, die Trümmerstätten wiederum sich aufgebaut, Job 3:15 bei jenen goldberühmten Fürsten, die ihre Schatzhäuser mit Silber füllten! Job 3:16 Dann wäre ich nicht mehr; ich gliche einer Fehlgeburt und jenen Kleinen, die das Licht nie schauten. Job 3:17 Dort, wo die Sorgen den Geplagten schwinden, wo die durch Obermacht Geknechteten ausruhen, Job 3:18 wo die Gefangenen sorglos gehen und keines Treibers Ruf mehr hören. Job 3:19 Vornehm und Nieder ist dort gleich; frei von dem Herrn ist dort der Sklave. Job 3:20 Warum nur schenkt man Elenden das Tageslicht und Herzbetrübten Leben, Job 3:21 die ausschaun nach dem Tode, der nicht kommt, nach ihm sich sehnen mehr als nach Schätzen, Job 3:22 die ob der Grabestür sich freuen, die jauchzen, wenn's zur Grube geht, Job 3:23 - dem Manne, dessen Schicksal unbeachtet bleibt, vor dem sich Gott verborgen hält? Job 3:24 An Brotes Stelle tritt bei mir das Seufzen; als Wasser strömt mir Klage zu. Job 3:25 Und bange ich vor einem Ding, dann trifft es sicher mich, und was mich ängstigt, kommt zu mir. Job 3:26 Ich darf nicht ruhen und nicht rasten, kaum aufatmen, und schon kommt neue Pein." Job 4:1 Da gab ihm Eliphaz aus Teman also Antwort: Job 4:2 "Hat man vor dich zur Prüfung je ein Ding gebracht, worüber du den Mut verloren hättest? Wer konnte je den Worten Einhalt tun? Job 4:3 Fürwahr, so viele hast du selbst belehrt, so manchen schwachen Arm gestählt. Job 4:4 Den Strauchelnden hielt aufrecht deine Rede; die müden Kniee stärktest du. Job 4:5 Jetzt kommt's an dich, da wirst du mutlos; wo dich's erfaßt, verzweifelst du. Job 4:6 War deine Gottesfurcht nicht dein Vertrauen, und dein unsträflich Leben deine Hoffnung? Job 4:7 Bedenke nur: Wer kommt je schuldlos um? Wo gehen Redliche zugrunde? Job 4:8 Die Unrecht pflügen, Böses säen, die ernten's auch. So weiß ich es. Job 4:9 Durch Gottes Odem gehen sie zugrunde; durch seinen Zornhauch sterben sie. Job 4:10 Der Löwen Stimmen selber, das Gebrüll der Leuen, der jungen Löwen Zähne werden ausgetilgt. Job 4:11 Der Löwe geht zugrunde aus Beutemangel; der Löwin Junge müssen sich zerstreuen. Job 4:12 Zu mir drang ein verstohlen Wort; mein Ohr vernahm davon nur ein Geflüster. Job 4:13 Im Wundertraum, bei Nachtgesichten, wenn Tiefschlaf auf die Menschen fällt, Job 4:14 da fuhr in mich ein Schrecken und ein Zittern, und Angst ließ mein Gebein erbeben. Job 4:15 Und über meinen Rücken lief es kalt; ein Schauder schüttelt' meinen Leib. Job 4:16 Das Unbekannte stand vor mir; vor meinem Auge schwebte her ein Schatten. - Ein Säuseln hörte ich und eine Stimme: Job 4:17 'Ist gegen Gott ein Mensch gerecht; vor seinem Schöpfer einer rein?' Job 4:18 Er traut dies seinen Dienern selbst nicht zu, und seinen Engeln flößt er Schrecken ein. Job 4:19 Nun vollends gar der Lehmhausmensch, der Sterbliche, aus Staub gebaut, noch leichter als die Motten zu zerdrücken! Job 4:20 Vom Morgen bis zum Abend werden sie vernichtet; unwiderruflich gehen sie zugrunde. Job 4:21 Ja, wird denn nicht ihr Vorzug ihnen weggenommen? Durch Unvernunft nur sterben sie." Job 5:1 "Ach, fordere immer vor Gericht! Wer leistet deiner Ladung Folge? Mit Heiligen entzweit, an wen willst du dich wenden? Job 5:2 Den Toren wird der Ärger töten, den Dummen wird der Zorn das Leben kosten. Job 5:3 Ich selbst sah einen Toren festgewurzelt stehen; da schaut ich seines Hauses raschen Untergang, Job 5:4 und seine Kinder standen hilflos da. Sie mußten, ohne Anwalt, im Gerichtstor sich zertreten lassen. Job 5:5 Was er geerntet, ißt ein Hungriger, und dieser bringt davon dem Darbenden. Nach ihren Krügen lechzen Durstige. Job 5:6 Denn Unheil wächst nicht aus dem Staube; nicht sprießt das Unglück aus dem Boden. Job 5:7 Dem Unglück wächst ein Mensch entgegen, so wie empor der Flamme Funken fliegen. Job 5:8 An deiner Stelle kehrte ich mich doch zu Gott; ich stellte meine Sache Gott anheim, Job 5:9 ihm, der so herrlich, unerforschlich waltet und Wunder wirket ohne Zahl, Job 5:10 der selbst der Erde Regen spendet und Wasser auf die Fluren schickt, Job 5:11 der Niedrige erhöht, Gebeugte führt zum Heil, Job 5:12 der hintertreibt den Plan der Listigen, daß ihre Hände immer Förderliches schaffen, Job 5:13 der Kluge übertrifft an List, so daß der Schlauen Plan sich überstürzt, Job 5:14 daß sie bei Tag auf Dunkel stoßen, am Mittag tappen wie bei Nacht, Job 5:15 der rettet den Verlassenen vor ihrem Rachen, den Armen vor der starken Faust. Job 5:16 Drum geht dem Schwachen Hoffnung auf; die Bosheit muß ihr Maul verschließen. Job 5:17 Wohl dem, der Gottes Zucht erfährt! Verschmäh daher des Höchsten Mahnung nicht! Job 5:18 Denn er verwundet und verbindet; von seiner Hand kommt Schlag und Heil. Job 5:19 In sechs der Nöte schont er deiner; in sieben dich kein Unheil trifft. Job 5:20 Er rettet dich vom Tod in Hungersnot, im Krieg vor der Gefahr des Schwertes. Job 5:21 Und greifen Feuerzungen um sich, so bist du wohl geborgen, hast nichts zu fürchten, wenngleich Verheerung kommt. Job 5:22 Des Dämons und der Seuche kannst du lachen; die wilden Tiere brauchst du nicht zu fürchten. Job 5:23 Denn mit des Landes Schrecknissen stehst du im Bunde; die wilden Tiere sind dir zugetan. Job 5:24 Und du erfährst, daß wohlbehalten bleibt dein Zelt, und musterst du dein Haus, vermißt du nichts. Job 5:25 Die Zahl der Kinder siehst du wachsen; wie Gras im Feld ist dein Gesproß. Job 5:26 Du gehst zum Grab im hohen Alter ein, wie Garben, eingeführt zur rechten Zeit. Job 5:27 So ist's. So haben wir's ergründet. So haben wir's gehört. Zu Herzen nimm es dir!" Job 6:1 Da gab ihm Job zur Antwort: Job 6:2 "Wenn doch mein Gram, mein Leid gewogen würde auf einer Waage, ganz genau, Job 6:3 so wär es schwerer als des Meeres Sand. Deshalb sind meine Worte unbedacht. Job 6:4 Des Höchsten Pfeile kenne ich zu gut, mein Geist saugt doch ihr Gift in sich hinein. Die Gottesschrecken überfallen mich. Job 6:5 Auf grüner Au, schreit da der Esel, und brüllt der Stier bei seinem Futter? Job 6:6 Kann man denn Fades ohne Salz genießen; besitzt das Eiweiß Wohlgeschmack? Job 6:7 So widert es mich an, auch jenes anzurühren, dergleichen gilt mir wie ein Trauerbrot. Job 6:8 Ach, daß mein Flehen Gnade fände, daß Gott erfüllte meinen Wunsch! Job 6:9 Gefiel es Gott, mich zu zermalmen; zerschnitt er rasch in Großmut meinen Lebensfaden! Job 6:10 Dies wäre noch ein Trost für mich; ich tanzte noch im schonungslosen Schmerze, weil ich mit Worten an den Heiligen nicht zurückgehalten. Job 6:11 Was ist denn meine Kraft, daß ich noch hoffen, mein Zweck, daß ich mich noch gedulden soll? Job 6:12 Ist meine Körperkraft aus Stein? Ist denn mein Fleisch aus Erz? Job 6:13 Verdiene ich denn keinen Beistand mehr? Ist jede Hilfe mir zu nehmen? Job 6:14 Dem Leidenden gebührt von seinem Freunde Liebe, und muß er selbst die Gottesfurcht beiseite lassen. Job 6:15 Die Brüder aber sind mir untreu wie die Bäche. - Sie zeigen nutzlos sich wie Wasserläufe, Job 6:16 die durch die Kälte trauern und die der Schnee verbirgt, Job 6:17 die ebenso, wenn sie durchglüht, verschwinden, wenn's heiß, getilgt von ihrem Orte sind, Job 6:18 und deren Wegeläufe ganz verkehrt. Sie steigen dann als Dunst hinauf und sind nicht mehr zu finden. Job 6:19 Die Karawanen Temas schauen danach aus; die Reisezüge Sabas rechnen drauf. Job 6:20 Doch ihr Vertrauen täuschet sie; sie kommen hin und sind dann schwer betrogen. - Job 6:21 Zu gar nichts nutze seid ihr freilich. Ihr seht das Unglück und verzaget. Job 6:22 Ja, habe ich euch gesagt: 'Von Eurem gebt mir! Aus eurem mühevoll erworbenen Gute zahlt für mich! Job 6:23 Befreit mich aus der Hand des Drängers! Vom harten Gläubiger erlöset mich!' Job 6:24 Belehrt mich eines Besseren, dann schweige ich. Zeigt mir doch meinen Irrtum! Job 6:25 Wozu verhöhnt ihr offne Worte, und was beweist denn ein Beweis von euch? Job 6:26 Ja, haltet ihr schon bloße Worte für Beweis, die Worte eines Armen aber nur für Wind? Job 6:27 Laßt ihr auf Waisen etwas kommen, und sprecht ihr gegen euren Freund? Job 6:28 Nun aber wollet mit Verlaub mir zuhören! Ich täusche eure Aufmerksamkeit mitnichten. Job 6:29 Hierher kehrt euch! Kein Unrecht laßt geschehen! Hierher kehrt euch! Im Rechte bin ich noch hierin. Job 6:30 Ist denn auf meiner Zunge einzig Unrecht? Verstehe ich denn nicht, was Sünde ist?" Job 7:1 "Ist nicht im Dienst der Mensch auf Erden? Ist nicht sein Los ein Frönerleben? Job 7:2 Dem Sklaven gleich, der nur nach Schatten lechzt, dem Fröner, der um seinen Lohn sich sorgt. Job 7:3 So hoffte ich auf Ruhemonde; da wurden Kummernächte mir zuteil. Job 7:4 Und lege ich mich nieder, frage ich: 'Wann darf ich mich erheben?' Und zieht der Abend sich dahin, dann bin ich satt von Unrast bis zur Nachtzeit. Job 7:5 Mein Körper kleidet sich in Fäulnis, in erdige Kruste, und meine Haut vernarbt und wird dann wieder flüssig. Job 7:6 Weit schneller fliegen meine Tage hin als Weberschiffchen. Sie schwinden ohne Hoffnung hin. Job 7:7 Bedenke, daß ein Hauch mein Leben! Nie schaut mein Auge wieder Gutes. Job 7:8 Wer später nach mir schaut, des Auge sieht mich nimmer. Mich suchen deine Augen; ich bin nicht mehr. Job 7:9 Die Wolke schwindet und zergeht, Und wer zum Totenreiche steigt, der kommt nicht mehr herauf. Job 7:10 Nie kehrt er wieder in sein Haus, und seine Heimat sieht ihn niemals mehr. Job 7:11 So will ich meinen Mund nicht hemmen, nein, aussprechen, was mir das Herz beklemmt. Ich rede so in meiner Seele Bitternis: Job 7:12 'Bin ich ein Meer, bin ich ein Ungeheuer, daß Du Schlaflosigkeit mir auferlegst?' Job 7:13 Ich denke, daß mein Bett mich tröstete und daß mit mir mein Lager trüge auch mein Leid. Job 7:14 Da scheuchst Du mich durch wirre Träume auf; durch Angstgestalten schreckst Du mich. Job 7:15 Erwürgung, Sterben hätte meine Seele lieber als diese meine Schmerzen. Job 7:16 Ich habe es jetzt aufgegeben, immerfort zu]eben. Laß ab von mir! Denn meine Tage sind ein Hauch. Job 7:17 Was ist der Mensch für Dich denn Großes, daß Du Dich so mit ihm befassest, Job 7:18 ihn untersuchst an jedem Morgen, in jedem Augenblick ihn prüfest? Job 7:19 Wie lange ist's, daß Du den Blick nicht von mir wendest, mir keine Ruhe lässest, bis ich nur meinen Speichel schluckte? Job 7:20 Und habe ich gesündigt, was tu ich Dir damit, Du Menschenwächter? Was machst Du mich für Dich zur Scheibe? Weswegen diene ich zum Ziele Dir? Job 7:21 Kannst Du mir nicht verzeihen, hingehen lassen meine Schuld? Dann läge ich gar bald im Staube, und suchtest Du mich auf, ich wäre nimmermehr." Job 8:1 Darauf erwidert Bildad von Schuach: Job 8:2 "Wie lange willst du solches reden und wüten mit der Worte Sturm? Job 8:3 Ist Gott etwa ein Rechtsverdreher? Und beugt gerechte Sache der Allmächtige? Job 8:4 Wenn deine Kinder gegen ihn gesündigt und er sie um der Sünde willen in den Tod geschickt, Job 8:5 so solltest du an Gott dich wenden und zum Allmächtigen um Gnade flehen. Job 8:6 Dann würde er dir Schutz gewähren, falls du nur rein und lauter bist, und stellte auch die Wohnung wieder her, die dir gebührt. Job 8:7 Dann würde auch dein früheres Los gering erscheinen, die Zukunft aber herrlich für dich sein. Job 8:8 Befrage dich bei den vergangenen Zeiten; gib auf der Väter Weisheit acht! Job 8:9 Wir sind von gestern, unerfahren; denn wie ein Schatten sind auf Erden unsere Tage. Job 8:10 Doch jene, können sie dich nicht belehren? Sie geben tiefgeschöpftes Wissen. Job 8:11 Wird etwa Schilfkraut ohne Sumpf sehr hoch? Wird Gras, wo Wasser fehlt, recht groß? Job 8:12 Noch ist's im Trieb, nicht reif zum Schnitt, und schon ist's dürr, grünt alles andere noch. Job 8:13 So geht's mit allen Gottvergessenen. So wird des Frevlers Stolz vernichtet, Job 8:14 er, dessen Zuversicht nur Sommerfäden und dessen Hoffnung Spinngewebe sind. Job 8:15 Er stützt sich auf sein Haus; doch hält's nicht stand. Er hält sich fest daran; doch bleibt's nicht stehen. Job 8:16 Wenn er auch in der Sonne grünt und seine Ranken weit in seinen Garten gehen, Job 8:17 Verflechten seine Wurzeln sich zuhauf, wie ein Gemäuer anzusehen, Job 8:18 wenn er von seinem Ort ihn tilgt, verleugnet dieser ihn: 'Ich habe niemals dich gesehen!' Job 8:19 Das ist da seines Schicksals 'Wonne', und andere steigen aus dem Staub empor. Job 8:20 Den Frommen kann Gott nicht verachten; der Übeltäter Hand hält er nicht fest. - Job 8:21 Dein Mund wird noch des Lachens voll und voll von Jubel deine Lippen. Job 8:22 Und deine Hasser kleiden sich in Schande, und nicht mehr ist der Bösen Zelt." Job 9:1 Darauf gab Job zur Antwort: Job 9:2 "Wahrhaft, ich weiß, daß es so ist. Wie könnte gegen Gott ein Mensch obsiegen? Job 9:3 Hat einer Lust, mit ihm zu streiten, gibt er auf tausend nicht ein Wort zu hören. Job 9:4 Ist einer noch so klug und stark, wer trotzte ihm und bliebe heil? Job 9:5 Der Berge so versetzt, daß man nicht merkt, daß er im Zorn sie umgestürzt, Job 9:6 der zittern macht der Erde Bau, daß ihre Säulen wanken, Job 9:7 der nicht mehr scheinen heißt die Sonne, und Sterne unter Siegel legt, Job 9:8 der ganz allein den Himmel spannte, auf Wolken schreitet, Job 9:9 den Bären und Orion schuf, den Siebenstern, des Südens Kreuz, Job 9:10 der groß und unerforschlich waltet und Wunder wirket ohne Zahl: Job 9:11 Er macht sich an mich her, bevor ich's sehe, dringt auf mich ein, eh ich's bemerke. Job 9:12 Und packt er zu, wer hält ihn ab? Wer sagt zu ihm: 'Was tust du da?' Job 9:13 Wenn seinem Zorne Gott nicht wehrt, dann winden sich zu seinen Füßen selbst des Ungestüms Gehilfen. Job 9:14 Wie kann dann ich ihm Rede stehen, ihm gegenüber meine Worte wählen, Job 9:15 ich, der ich nicht Bescheid darf geben, mag ich im Recht auch sein, nein, meinen Richter noch anwinseln muß? Job 9:16 Wenn ich ihn riefe, gäbe er mir Antwort? Ich glaub' es nicht, daß er auf meine Stimme hörte, Job 9:17 er, der mich für ein Härchen packt, mir grundlos viele Wunden schlägt. Job 9:18 Er läßt mich nicht zu Atem kommen, weil er mit Bitterkeit mich sättigt. Job 9:19 Wenn's auf die Kraft ankommt, dann ist er stark, und gilt es zu beweisen, wer zeugt für mich? Job 9:20 Bin ich im Recht, dann zeiht mich doch sein Mund des Unrechts, bin ich unschuldig, stellt er mich doch als schuldig hin. Job 9:21 Und wüßte ich nicht selber, daß ich schuldlos bin, wegwürfe ich mein Leben. Job 9:22 Nun ist es so; drum sage ich es offen. Er bringt den Frommen gleich dem Frevler um. Job 9:23 Die Geißel tötet blindlings; er lacht ob der Unschuldigen Verzweiflung. Job 9:24 Die Welt ist somit ausgeliefert in eines Ungerechten Hand, der seinen Strafgerichten das Gesicht verhüllt. Ist's dem nicht so, wie ist es dann? Job 9:25 Und meine Zeit läuft schneller als ein Läufer; sie flieht und sieht das Glück nicht mehr, Job 9:26 so flüchtig wie die Binsenschiffe, rasch wie der beutegierige Aar. Job 9:27 Nie kann ich sagen: 'Ich will mein Leid vergessen, mein Trauern lassen, heiter sein.' Job 9:28 Mir graut vor allen meinen Schmerzen; ich weiß: Du sprichst mich nimmer los. Job 9:29 Ich soll nun einmal schuldig sein. Wozu mich zwecklos mühen? Job 9:30 Und wüsche ich mich weiß wie Schnee und reinigte mit Lauge mir die Hände, Job 9:31 dann tauchtest Du mich um so tiefer in den Kot, daß meine Kleider selbst vor mir sich ekelten. Job 9:32 Er ist kein Mensch wie ich, dem ich erwiderte: 'Gehn wir zusammen vor Gericht!' Job 9:33 Wenn einen Schiedsmann zwischen uns es gäbe, der beide unter seine Aufsicht stellte, Job 9:34 der seinen Stock von mir fernhielte; daß mich die Angst vor jenem nicht betäubte, Job 9:35 dann wollt' ich furchtlos frei aussprechen, daß er - ich weiß es - gegen mich nicht ehrlich ist." Job 10:1 "Ich bin, des Lebens überdrüssig; ich lasse meiner Klage freien Lauf. In meiner Seele Bitterkeit will ich jetzt reden. Job 10:2 Ich spreche nun zu Gott: 'Verurteile mich nicht! Gib an, warum Du mich bekämpfst! Job 10:3 Was nützt es Dir, wenn Du verdammst und Deiner Hände Werk verwirfst? Wenn aber zu der Frevler Plan Dein Antlitz leuchtet? Job 10:4 Besitzest Du denn Fleischesaugen? Siehst Du so kurz, wie Menschen sehen? Job 10:5 Sind Deine Tage wie der Menschen Tage und Deine Jahre wie die Zeit der Sterblichen, Job 10:6 daß Du bei mir nach Fehlern fahndest und mich auf Sünde untersuchst, Job 10:7 obschon Du weißt, daß ich nicht schuldig bin und mich aus Deinen Händen niemand retten kann? Job 10:8 Mich formten kunstvoll Deine Hände; gleichwohl vernichtest Du mich ganz und gar. Job 10:9 Bedenke, daß Du mich aus Lehm geschaffen! Und wiederum schickst Du mich in den Staub. Job 10:10 Wie Milch hast Du mich hingegossen und mich zur festen Form gemacht, Job 10:11 hast mich mit Haut und Fleisch bekleidet, mit Knochen und mit Sehnen mich durchwebt. Job 10:12 Ein Leben voller Gnade hast Du mir gegeben, und Deine Fürsorge hat meinen Geist bewacht. Job 10:13 Doch im geheimen ist Dein Planen dies; ich weiß es jetzt, was Du gedacht: Job 10:14 Wenn je ich fehlte, wolltest Du mir grollen, mir meine Sünde nie verzeihen. Job 10:15 Wenn ich in Sünden fiele, wehe mir! Wenn ich rechtschaffen bliebe, ich dürfte dennoch nicht mein Haupt erheben, mit Schmach gesättigt, an Elend und am Leide satt. Job 10:16 Ja, machst Du Jagd auf mich gleichwie auf einen Löwen, und zeigst Du dadurch Dich stets unvergleichlich, Job 10:17 daß Du den Angriff auf mich stets erneuerst und Deinen Unmut an mir kühlst, in immer neuen Angriffen auf mich? Job 10:18 Warum hast Du mich aus dem Schoß geführt? Ach, wäre ich gestorben, ehe mich ein Auge sah! Job 10:19 Als wäre niemals ich gewesen, so hätte ich schon werden mögen, vom Mutterleib sogleich zu Grab getragen! Job 10:20 Sind meine Lebenstage nicht so kurz? Laß ab von mir, daß ich ein wenig heiter werde, Job 10:21 bevor ich, ohne Rückkehr, geh ins Land der düstern Todesschatten, Job 10:22 ins Land, wo tiefste Finsternis das Dunkel bildet, ganz ohne Unterschied, und wo es, wenn es heller scheint, noch immer dunkelt!'" Job 11:1 Da fiel Sophar von Naama ein und sprach: Job 11:2 "Soll dem Wortreichen keine Antwort werden? Soll wohl der Zungenheld obsiegen? Job 11:3 Dummköpfe bringt zum Schweigen dein Geschwätz; da magst du Unsinn reden; da widerlegt dich keiner. Job 11:4 Du sprachst: 'Es ist doch lauter meine Rede. In Deinen Augen bin ich rein!' Job 11:5 Wie aber, wenn Gott reden wollte, den Mund auftäte gegen dich Job 11:6 und dir in Weisheit zeigte, daß die geheimen Schändlichkeiten doppelt soviel ausmachen? So wisse: Von deinen Sünden sieht dir Gott noch manche nach. Job 11:7 Ergründest du die Tiefen Gottes, und kennst du das vollkommene Bild des Allerhöchsten? Job 11:8 Was kannst du Höheres planen als den Himmel? Was kennst du Tieferes als die Hölle, Job 11:9 und Breiteres als der Erde Breite und Weiteres als das weite Meer? Job 11:10 Wenn er verhaftet und versiegelt und hält Gericht, wer wehrt ihm da? Job 11:11 Er kennt die Menschen, die so gern sich selber täuschen; er sieht die Bosheit; doch er übersieht sie nicht. Job 11:12 Und des Verstandes wird der Mann bei Hof beraubt, und der Gemeine wird durch schimpflichen Verkauf gepeinigt. Job 11:13 Wenn aber du dein Herz in Ordnung bringst, und hebst zu ihm die Hände flehend, Job 11:14 entfernst den Frevel, der an deinen Händen klebt, vergönnst der Sünde keinen Raum bei dir, Job 11:15 dann kannst du makellos dein Antlitz heben, dann stehst du felsenfest und unverzagt. Job 11:16 Alsdann vergissest du das Leid, du denkst daran wie an vergangene Zeiten, Job 11:17 und heller als der Mittag strahlt das Leben, und Dunkelheit ist wie der helle Morgen. Job 11:18 voll Hoffnung schaut dein Blick hinaus; du schaust umher und legst dich sorglos nieder. Job 11:19 Du lagerst dich, und niemand schreckt, und viele mühen sich um deine Gunst. Job 11:20 Jedoch der Frevler Augen schmachten hin; fort schwindet ihnen Zuflucht, und ihre Hoffnung ist Verhauchen." Job 12:1 Darauf gab Job zur Antwort: Job 12:2 "Wahrhaftig, ihr seid Leute; ausstirbt mit euch die Weisheit. Job 12:3 Ich habe aber auch Verstand wie euer einer, ich falle gegen euch nicht ab. Wem wären solche Dinge fremd? - Job 12:4 Dem Nächsten diene ich zum Schimpf, dem, der zu Gott ruft und den er erhört, dem vollkommenen Gerechten, zum Gespött. Job 12:5 Ich gleiche einer Nessel, gar verachtenswert, nach Ansicht Glücklicher für Fußtritte ausersehen. Job 12:6 Den Räubern aber sind die Zelte sicher, und Sicherheit genießen, die Gott reizen für das, was Gott in ihreHände hat gegeben. Job 12:7 Befrage nur die Tiere! Sie können es dir sagen; die Vögel auch beweisen dir's. Job 12:8 Schau dir die Erde an! Sie lehrt es dich; die Fische in dem Meer bezeugen dir's: Job 12:9 Wer nur in aller Welt weiß nicht, daß Gottes Hand dies hat geschaffen, Job 12:10 daß jedes Wesen ist in seiner Hand, der Odem aller Sterblichen? - Job 12:11 Ist nicht das Ohr zum Worteprüfen so geschaffen, gerade wie der Gaumen, daß er Speise koste? - Job 12:12 Ist Weisheit bei den Alten, Verstand bei langem Leben bloß zu finden, Job 12:13 dann muß bei ihm recht große Weisheit, Verstand und kluger Rat zu finden sein. Job 12:14 Was er zerstört, das baut man nimmer auf, und nimmt er jemanden gefangen, der wird nicht wieder frei. Job 12:15 Wenn er den Wassern wehrt, dann bleiben sie an Ort und Stelle; wenn er sie ledig läßt, aufwühlen sie die Erde. Job 12:16 Von ihm kommt Stärke und Erfolg; sein ist der Irrende, sein der Verführer. Job 12:17 Er, der da Räte barfuß ziehen läßt und Richtern den Verstand wegnimmt, Job 12:18 der Königen die Diademe löst und ihnen Stricke um die Hüften legt, Job 12:19 der Priester barfuß ziehen läßt und der Beamte stürzt, Job 12:20 der stocken macht geübte Redner und Greisen den Verstand wegnimmt, Job 12:21 der Schande ausgießt über Vornehme und Höflingen die Schärpen lockert, Job 12:22 der Tiefes aus dem Dunkel zieht und an das Licht das Finstere bringt, Job 12:23 der Heiden in die Irre führt und sie vernichtet und Heidenvölker niederstreckt und liegen läßt, Job 12:24 der zagen macht die Landeshäupter und sie in auswegloser Wirrnis irreführt, Job 12:25 daß sie in finsterem Dunkel tappen und der sie wie Betrunkene taumeln macht." Job 13:1 "So ist's. So hat's mein Auge auch gesehen, mein Ohr vernommen und gemerkt. Job 13:2 Soviel ihr wisset, weiß ich auch; ich falle gegen euch nicht ab. Job 13:3 Nun will ich mit dem Allerhöchsten reden; mit Gott zu rechten ich begehre. Job 13:4 Ihr freilich, ihr seid Lügenmeister, unnütze Ärzte insgesamt. Job 13:5 Wenn ihr nur endlich schweigen wolltet und das für euch zur Weisheit würde! Job 13:6 Auf meine Widerrede hört! Aufmerket auf den Vorwurf meiner Lippen! Job 13:7 Wollt ihr für Gott Verkehrtes reden und ihm zuliebe Lügen sprechen? Job 13:8 Wollt ihr für ihn Partei ergreifen, gar Anwalt sein für Gott? Job 13:9 Wenn er euch richtet, geht's dann gut? Wollt ihr ihn narren, wie man Menschen narrt? Job 13:10 Er gibt euch scharfen Tadel, wenn hinterrücks Partei ihr nehmet. Job 13:11 Wird euch nicht seine Hoheit betäuben; befällt euch nicht sein Schrecken? Job 13:12 Zerstäubt sind euere Beweise, und euere Bekräftigungen sind gar tönern. Job 13:13 Vor mir nur schweigt! Denn ich muß reden. Es komme über mich, was wolle! Job 13:14 Warum soll ich mein Fleisch in meine Zähne nehmen? Ich lege auf die flache Hand mein Leben. Job 13:15 Ja, mag er mich auch töten; ich zittere nicht davor; auf jeden Fall will ich vor ihm verteidigen meinen Wandel. Job 13:16 Da muß er selber mir zum Sieg verhelfen; vor ihn kommt ja kein Ruchloser. Job 13:17 Aufmerksam hört auf meine Rede! Ich will's euch selbst beweisen. Job 13:18 Ich lege meinen Rechtsfall vor. Ich weiß gewiß, ich werd's gewinnen. Job 13:19 Kann einer etwas gegen mich beweisen, ich würde schweigend willig sterben. Job 13:20 Nur zweierlei tu mir nicht an! Sonst muß ich mich vor Deinem Antlitz bergen: Job 13:21 Stell Deine Macht vor mir beiseite! Und Deine Furchtbarkeit erschrecke nimmer mich! Job 13:22 Dann klage Du, und ich will mich verteidigen. Dann rede ich; Du aber widerlege mich! Job 13:23 Wie groß ist meine Schuld und mein Vergehen? Mein ganzes Unrecht laß mich wissen! Job 13:24 Warum birgst Du Dein Angesicht, erachtest mich für Deinen Feind? Job 13:25 Ein welkes Blatt, das schreckst Du auf. Dem dürren Strohhalm jagst Du nach. Job 13:26 Du rechnest mir Vergangenes auf und weisest mir die Jugendsünden nach. Job 13:27 Du legst mir meine Füße in den Block, verwahrst mir alle Schritte; um meine Fußgelenke ziehst Du einen Ring. - Job 13:28 Er aber gleicht dem Wurmfraß, der in Stücke fällt, und einem Kleid, an dem die Motte zehrt." Job 14:1 "Der Mensch, der Weibgeborene, kurzlebig ist er, voller Hast. Job 14:2 Wie eine Blume blüht er und verwelkt, und wie ein Schatten fliegt er schnell vorbei. Job 14:3 Ja, gegen einen solchen öffnest Du Dein Auge und ziehst mich ins Gericht vor Dich? Job 14:4 Wie könnte von dem Unreinen ein Reiner kommen? Nicht einer! Job 14:5 Sind seine Tage ihm bestimmt, alsdann ist seiner Monde Zahl nur Dir bekannt. Du setzest ihm ein Ziel, unüberschreitbar. Job 14:6 Blick weg von ihm! Laß ab, bis er die Tagesarbeit abgeliefert, dem Fröner gleicht! Job 14:7 Ein Baum kann guten Trostes sein. Wird er gefällt, so sproßt er wieder; sein Wurzelsprößling bleibt nicht aus. Job 14:8 Wird seine Wurzel in der Erde alt und stirbt sein Stamm im Boden ab, Job 14:9 vom Wasserdunste sproßt er neu und treibt gleich einem jungen Reise Zweige. Job 14:10 Doch stirbt der Mann, so liegt er kraftlos da, und scheidet hin ein Mensch, wo ist er dann? Job 14:11 In Menge mögen aus dem Meere Wasser fließen und Ströme ausgetrocknet werden und versiegen, Job 14:12 der Mensch bleibt dennoch liegen und steht nicht wieder auf. Sie wachen nimmer auf, bis daß die Himmel schwinden. Sie werden aus dem Schlafe nicht erweckt. Job 14:13 Ach, daß Du mich doch in der Unterwelt verbärgest, verstecktest mich, bis sich Dein Zorn gestillt! Ach, daß Du mir doch eine Zeit bestimmtest und danach mein gedächtest! - Job 14:14 Wenn jemand stirbt, wird er nochmals lebendig? - Ich harrte gerne meine Dienstzeit aus, bis meine Ablösung erschiene. Job 14:15 Du riefest, und ich gäbe Antwort Dir, wenn Du nach Deiner Hände Werk verlangtest! Job 14:16 Dann zähltest Du wohl meine Schritte, auf meine Sünden nimmer achtend. Job 14:17 Dann würde fest versiegelt mein Vergehn in einem Beutel; mein Schuldregister klebtest Du dann zu. Job 14:18 Ein Berg stürzt ein, zerfällt; von seiner Stelle wird ein Fels gerissen. Job 14:19 Alsdann zerreibt das Wasser diese Felsentrümmer, und starke Regegüsse lösen sie zu Erdenstaub. So ganz läßt Du des Menschen Hoffen auch zunichte werden. Job 14:20 Du packst ihn an, daß er auf ewig geht, entstellst sein Antlitz, schickst ihn fort. Job 14:21 Die Kinder kommen auf; er weiß es nicht. Sie werden arm; ihn kümmert's nicht. Job 14:22 Am eigenen Leid hat er genug; sein Schatten trauert für sich hin." Job 15:1 Darauf erwidert Eliphaz von Teman also: Job 15:2 "Kann denn ein Weiser so unsinnige Beweise bringen und sich in solcher Hohlheit blähen? Job 15:3 Kann er Beweis mit Reden führen, die nichts taugen, mit Sprüchen, die nichts nütze sind? Job 15:4 Du machst die Gottesfurcht zunichte, zerstörst die Andacht vor der Gottheit, Job 15:5 wenn deine Schuld dich lehrt, also zu reden, und du Verschmitzter Redeweise wählst. Job 15:6 Dein eigener Mund verdammt dich und nicht ich; die eigenen Lippen strafen dich. Job 15:7 Warst du als Erstlingsmensch geboren und kamst du vor den Hügeln auf die Welt, Job 15:8 und hörtest du im Rate Gottes zu und holtest Weisheit dir allein? Job 15:9 Was weißt du, und wir wüßten's nicht, verstehst, was unbekannt uns wäre? Job 15:10 Sind unter uns doch graue Häupter, mehr als betagt genug, um Vater dir zu sein. Job 15:11 Ist dir die Gotteströstung zu gering, das Wort, das sanft an dich ergeht? Job 15:12 Warum reißt dich ein Unmut fort? Was blicken deine Augen finster, Job 15:13 daß deinen Geist du Gott zurückzugeben trachtest? Nur mit dem Munde freilich hast du das gesagt. Job 15:14 Was ist der Mensch, daß rein er wäre, gerecht der Weibgeborene? Job 15:15 Selbst seinen Heiligen traut er nicht; der Himmel ist nicht rein in seinen Augen, Job 15:16 geschweige der Abscheuliche, Verdorbene, der Mensch, der Sünde wie das Wasser trinkt. Job 15:17 Ich will dich lehren; hör mir zu. Was ich geschaut, will ich dir sagen, Job 15:18 was Weise einst verkündet, was ihre Väter ihnen nicht verhehlt, Job 15:19 die noch allein im Lande saßen, zu denen noch kein Fremder kam. Job 15:20 Des Bösen Leben ist voll Angst; nur wenig Jahre sind für den Gewaltmenschen bestimmt. Job 15:21 Der Schrecken hallt in seinem Ohr; wiewohl in Sicherheit, wird er vom Räuber überfallen schon. Job 15:22 Er gibt den Glauben auf, dem Dunkel zu entrinnen; er ist bestimmt für blutigen Tod Job 15:23 und wird ein Fraß der Geier. Er weiß, ihm ist ein finsterer Tag von ihm bestimmt. Job 15:24 Ihn schreckt die Not; ihn überfällt die Drangsalszeit gleich einem kampfbereiten Hahn. Job 15:25 Weil gegen Gott die Hand er ausgestreckt und dem Allmächtigen er Trotz geboten, Job 15:26 so stürmt er gegen ihn, mit seines rauhen Schildes Wölbung. Job 15:27 Er deckt mit dem Visier sein Angesicht, legt einen Panzerschurz um seine Lenden. Job 15:28 Nur in verfemten Städten noch kann jener siedeln, in unbewohnbaren Gebäuden, die schon dem Abbruch sind verfallen. Job 15:29 Er wird nicht wieder reich, noch hat Bestand je seine Habe; er schlägt im Boden nimmer Wurzel. Job 15:30 Der Finsternis entgeht er nicht, es dörrt die Hitze seine Zweige, und seine Blüten fallen durch den Sturmwind ab. Job 15:31 Zu denen, die auf Nichtiges vertrauen, irrt er hin; sein Entgelt ist das Nichts. Job 15:32 Noch vor der Zeit verwelken sie, und seine Zweige grünen nimmer. Job 15:33 Er wirft gleich einem Weinstock seine Früchte ab, wirft wie der Ölbaum seine Blüte hin. Job 15:34 Des Frevlers Rotte ist ja unfruchtbar, und Feuer frißt des Unrechts Zelte. Job 15:35 Sie brüten Unheil, hecken Ungemach, und ihres Leibes Frucht ist Trug." Job 16:1 Darauf erwidert Job und spricht: Job 16:2 "Desgleichen hörte ich schon viel; ihr alle seid mir leidige Tröster. Job 16:3 Sind zweckvoll windige Worte? Oder, was zwingt dich, daß du Rede stehst? Job 16:4 Wie ihr, so könnte ich auch reden, wärt ihr an meiner Stelle. Ich übertrumpfte euch durch Worte, und schüttelte bloß mit dem Kopfe über euch. Job 16:5 Mit meinem Munde tröstete ich euch, doch Mitleid hielte meine Lippen an. Job 16:6 Wenn aber ich jetzt rede, so wird mein Schmerz doch nicht gelindert. Und unterlaß ich es, was nur verliere ich? Job 16:7 So hat man also mich besiegt. Du hast mir das verwirrt, was für mich zeugt, Job 16:8 hast wehrlos mich gemacht. - Zum Kläger ward er mir und trat mir gegenüber; er sagte mir ins Angesicht, ich löge. Job 16:9 Er rümpft die Nase und befeindet mich und knirscht mit seinen Zähnen wider mich, und als mein Feind rollt er die Augen gegen mich. Job 16:10 Sie sperren gegen mich den Mund weit auf und schlagen mich gar schmählich auf die Wangen; dabei ergänzen sie sich gegenseitig wider mich. Job 16:11 Dem Bösewicht gibt Gott mich preis; durch Frevler Hände macht er meine Wunde aufbrechen. Job 16:12 Ich lebte ruhig. Da kam im Sturm er gegen mich, ergriff mich an dem Nacken, warf mich hin und machte mich für sich zur Zielscheibe. Job 16:13 Die Pfeile schwirren um mich her. Er spaltet meine Nieren schonungslos und schüttet meine Galle auf den Boden. Job 16:14 Er bricht mir Bresche ein um Bresche und rennt gleich einem Kriegsheld wider mich. Job 16:15 Da habe ich das Trauerkleid mir angenäht und in den Staub mein Horn gebohrt. Job 16:16 Vom Weinen rot ist mein Gesicht, und meine Augen sind umflort. Job 16:17 Und doch war schuldlos meine Hand, aufrichtig immer mein Gebet. Job 16:18 Du, Erde, decke nicht mein Blut, und meinem Klageruf sei keine Schranke! Job 16:19 Im Himmel gibt's für mich noch Zeugen und Eideshelfer in den Höhen. Job 16:20 Fürsprecher sind mir meine Sitten. Mein Auge weint zu Gott, Job 16:21 daß er dem Manne Recht verschaffe gegen Gott, so, wie man's bei den Menschen macht und seinesgleichen. Job 16:22 Denn wenig Jahre noch, dann walle ich auf einem Pfade ohne Wiederkehr." Job 17:1 "Dahin ist meine Lebenskraft, und meine Tage, die verflossen, sind für mich ebensoviel Gräber. Job 17:2 Wahrhaftig! Tadler sind bei mir; mein Auge muß auf ihrem Hader weilen. - Job 17:3 Setz ein! Jedoch Du hast schon meinen Einsatz. Wer gäbe sonst mir Handschlag? Job 17:4 Ihr Herz verschlossest Du der Einsicht; drum darfst Du sie nicht triumphieren lassen. Job 17:5 Es hieße, Freunden einen Anteil zuerkennen, die eigenen Kinder aber darben lassen. Job 17:6 Zum Sprichwort macht er mich für alle Welt; wie einer, dem man ins Gesicht speit, bin ich jetzt. Job 17:7 Die Augen sind vor Kummer blind; wie Schatten schwindet hin mein Leib. Job 17:8 Die 'Frommen' staunen drüber, 'Unschuldige' jubeln über den Verruchten. Job 17:9 Recht fest an ihrem Wege halten die 'Gerechten', aufs neue schöpfen Kräfte diese 'Biederen'. Job 17:10 Wenn ihr auch allesamt herbeikommt, ich finde keinen Weisen unter euch. Job 17:11 Hinschwinden meine Tage; dahin sind meine Pläne, die Herzenswünsche. Job 17:12 Nacht macht man mir für Tag, das Licht noch dunkler als die Finsternis. Job 17:13 Muß ich schon in der Unterwelt auf eine Wohnung rechnen, erhalte ich mein Ruhbett in der Finsternis. Job 17:14 Und muß ich 'Vater!' zur Verwesung sagen und zum Gewürme 'Mutter!', 'Schwester!', Job 17:15 wo bleibt da meine Hoffnung? Wer kann noch Glück für mich erspähen? Job 17:16 Sie steigen in die Unterwelt, wenn wir gemeinsam in dem Staube ruhen." Job 18:1 Darauf erwiderte Bildad von Schuach: Job 18:2 "Wie lange steht's noch an, bis daß ihr Schluß mit diesen Worten macht, bis ihr belehrt und wir erwidern können? Job 18:3 Warum sind wir wie Vieh geachtet, nach eurer Ansicht wie vernagelt? Job 18:4 Der du in deiner Wut dich selbst zerfleischst, soll deinetwegen gar die Welt sich selber überlassen sein? Und soll der Fels von seiner Stelle rücken? Job 18:5 Jedoch des Frevlers Licht verlischt; nicht brennt mehr seines Herdes Feuer. Job 18:6 Das Licht verfinstert sich in seinem Zelt, und seine Leuchte über ihm erlischt. Job 18:7 Im besten Alter lahmt sein Schritt; sein eigener Rat bringt ihn zu Fall. Job 18:8 Sein Fuß wird in dem Netz verstrickt, und im Gestrüpp verfängt er sich. Job 18:9 Die Ferse hält der Fallstrick fest, und Schlingen klammern sich an ihn. Job 18:10 Versteckt am Boden ist das Seil; die Falle liegt am Weg für ihn. Job 18:11 Die Schrecken lagern sich um ihn und machen, daß er Angst bekommt. - Job 18:12 Die Kinder sollen Hunger leiden, und Unheil sei bereit für seine Gattin! Job 18:13 Die Glieder seines Leibs verzehre, des Todes Erstgeborener verzehre seine Glieder! - Job 18:14 Aus seinem Zelte, seinem Glücke wird er fortgerissen; man führt ihn zu dem Schreckenskönig. Job 18:15 Man wohnt in seinem Zelte ohne ihn; auf seine Wohnung streut man Schwefel. Job 18:16 Von unten dorren seine Wurzeln, und oben welken seine Zweige. Job 18:17 Und von der Erde schwindet sein Gedächtnis; kein Name bleibt ihm bei den Leuten draußen. Job 18:18 Man stößt ihn aus dem Licht in Nacht und treibt ihn aus der Welt hinaus. Job 18:19 Nicht Schoß noch Sproß hat er im Volk; nicht einer bleibt in seiner Wohnung übrig. Job 18:20 Ob seines Schicksals starrt der Westen, und die im Osten faßt ein Grauen. Job 18:21 Dies ist des Frevlers Los, und dahin kommt's mit dem, der nichts von Gott mehr wissen will." Job 19:1 Darauf erwidert Job und spricht: Job 19:2 "Wie lange peinigt ihr mich noch, zermartert mich mit euren Worten? Job 19:3 Wohl dutzendmal versuchtet ihr, mir eine Niederlage zu bereiten. Ihr schämt euch nicht, zum Angriff gegen mich zu schreiten. Job 19:4 Ist's wahr, daß wirklich ich geirrt und daß im Irrtum ich verharre? Job 19:5 Wollt ihr gar groß tun gegen mich, so müßt ihr meine Schande mir beweisen. Job 19:6 So seht doch ein, daß Gott mir Hindernisse legt! Er hat mich in sein Netz verstrickt. Job 19:7 Ich schreie: 'Ha, Gewalttat'; niemand hört's. Ich rufe, und mein Recht bleibt aus. Job 19:8 Er hat mir meinen Weg verbaut, und meinen Pfad in Finsternis gehüllt. Job 19:9 Der Ehre hat er mich beraubt, die Krone mir vom Haupt gerissen, Job 19:10 zerschmettert mich, daß ich zerfahren und reißt, wie einen Baum, so mir das Hoffen aus. Job 19:11 Sein Zorn ist wider mich entbrannt; er achtet mich als seinen Feind. Job 19:12 All seine Scharen rücken an, erbauen einen Damm gerade auf mich zu und lagern rings sich um mein Zelt. Job 19:13 Mich lassen meine Brüder; Vertraute gehen von mir. Job 19:14 Nachbarn und Freunde bleiben aus, und meines Hauses Schützlinge vergessen mich. Job 19:15 Die Mägde achten mich für einen Fremden; ein Unbekannter bin ich ihnen. Job 19:16 Der Knecht hört nicht, wenn ich ihn rufe; ich muß ihn buchstäblich aufsuchen. Job 19:17 Und für mein Weib ist meine Zuneigung ein Ekel und meine Zärtlichkeiten meinen eigenen Kindern. Job 19:18 Sogar die Buben, sie verachten mich; sie spotten meiner, wenn ich mich erhebe. Job 19:19 Die Mindesten aus meinem Kreis verabscheun mich; es wenden, die ich gerngehabt, sich gegen mich. Job 19:20 An meiner Haut, an meinem Fleisch klebt mein Gebein; mit meinen Narben bin ich einzig da. Job 19:21 Erbarmet euch! Erbarmet euch, ihr meine Freunde! Denn Gottes Hand hat mich getroffen. Job 19:22 Warum verfolgt ihr mich wie Gott? Habt ihr an mir noch nicht genug? Job 19:23 Ach, möchten meine Worte aufgezeichnet und in ein Buch geschrieben werden, Job 19:24 auf Blei mit Eisenstift, auf ewig in den Fels gehauen! Job 19:25 Ich weiß bestimmt, für mich lebt ein Verteidiger, und schließlich tritt er doch auf Erden auf. Job 19:26 Dann ändert sich mein Körper hier; ich schaue Gott in meinem Leibe. Job 19:27 Den ich für mich ersehne, den sehe ich allein und niemand sonst; mag auch das Herz mir in der Brust hinschwinden. Job 19:28 Ihr sprechet ja: 'Womit nur wollen gegen ihn wir vorgehen, da doch der Hauptgrund jetzt bei ihm gefunden ist?' Job 19:29 Nur hütet euch vor der Verleumdung! Verleumdung ist ja Gift und Sünde, daß ihr erfahrt, was richten heißt." Job 20:1 Da antwortete Sophar von Naama und sprach: Job 20:2 "Mich bringen die Gedanken wieder auf den gleichen Punkt; mein Eifer wählt in mir. Job 20:3 Ich höre schmähliche Belehrung; mir antwortet ein Geist, für den ich kein Verständnis habe. Job 20:4 Du weißt das nicht, daß schon von altersher, seit Menschen auf der Erde sind, Job 20:5 der Frevler Jubel gar nicht lange währt, die Freude des Verruchten höchstens einen Augenblick? Job 20:6 Erhebt er sich bis in den Himmel und streckt sein Haupt bis in die Wolken, Job 20:7 mit seinem Unterschlupf verschwindet er für alle Zeit. Die eben ihn gesehen, fragen, wo er sei. Job 20:8 Traumgleich zerfließt er, ohne Spuren, verschwindet wie ein Nachtgesicht. Job 20:9 Das Auge, das ihn sah, wird ihn nicht wieder schauen, und seine Heimat sieht ihn nimmer. Job 20:10 Ersatz den Armen seine Kinder leisten; die eignen Hände liefern seine Kinder ab. Job 20:11 Er stand in voller Lebenskraft; nun muß sie mit ihm in den Staub. Job 20:12 Wenn ihm das Böse noch so süß im Munde schmeckt, und birgt er's unter seiner Zunge, Job 20:13 und spart er's auf und läßt's nicht los, behält es recht in seinem Gaumen, Job 20:14 dann ändert seine Speise sich in seinem Innern, wird Otterngift in seinem Leibe. Job 20:15 Er speit das Gut, das er verschlang; aus seinem Leibe treibt es Gott. - Job 20:16 Er saugt der Nattern Gift; der Viper Zunge tötet ihn. - Job 20:17 Er labt sich nicht an Strömen, an Bächen voll von Honig und von Milch. Job 20:18 Er führt zwar sein Erworbenes zum Munde, verschluckt es aber nicht; so, wie's ihm sein Gewinn erlaubt, genießt er's nicht. Job 20:19 Weil er der Armen Hütten eingerissen, so darf er nichts auf dem geraubten Baugrund bauen. Job 20:20 Er kannte nie für seinen Bauch Zufriedenheit; in seiner Lust bekam er nie genug. Job 20:21 Wen zu verzehren er sich vorgenommen, der ist ihm nicht entgangen; drum ist sein Wohlstand nicht von Dauer. Job 20:22 In vollem Glück befällt ihn Angst; was Elende an Leid bedrückt, kommt über ihn. Job 20:23 Wenn er sich anschickt, seinen Leib zu füllen, entsendet gegen ihn er seines Zornes Glut, und macht er sich ans Essen, beschießt er ihn von oben. Job 20:24 Vom eisernen Geschoß wird er durchbohrt; ihn trifft der eherne Bogen. Job 20:25 Hinein dringt es und kommt heraus aus seinem Rücken. Ein Strahl von Galle fährt heraus; ein Schrecken lagert sich auf ihn. Job 20:26 Den Seinigen, die er geborgen glaubt, ist alles Unheil aufgespart. Sie frißt ein Feuer, das von selber brennt. Wer noch in seinem Zelte übrig ist, dem geht es schlimm. Job 20:27 Die Himmel offenbaren seine Schuld; die Erde selbst erhebt sich wider ihn. Job 20:28 Hinschwinden seines Hauses Einkünfte und Ausgaben an seinem Zornestag. Job 20:29 Das ist des Frevlers Los vor Gott, des Widerspenstigen Geschick vom Höchsten." Job 21:1 Darauf erwidert Job und spricht: Job 21:2 "Mögt ihr auf meine Rede nochmals hören, und wär's zu eurem Zeitvertreib! Job 21:3 Ertragt mich! Laßt mich, reden! Dann scheltet nur, wenn ich geredet! Job 21:4 Erhebe ich denn gegen einen Menschen Klage? Oder - warum soll ich nicht ungeduldig werden dürfen? Job 21:5 Zu mir kehrt euch, erstarret! Die Hand legt auf den Mund! Job 21:6 Ich werde ganz erschüttert, denke ich daran; an Leib und Seele zittere ich. Job 21:7 Wie kommt's, daß Frevler leben dürfen und alternd noch an Kräften wachsen? Job 21:8 Bei ihnen bleibt ihr Stamm, und er gedeiht, solang sie leben, und stets vor Augen bleiben ihnen ihre Sprößlinge. Job 21:9 Und sicher vor Gefahr sind ihre Häuser; die Gottesrute trifft sie nicht. Job 21:10 Sein Stier bespringt und läßt es nicht entgleiten, und seine Kuh kalbt leicht und tut nicht eine Fehlgeburt.- Job 21:11 Gleich einer Herde lassen sie die Kinderschar hinaus, und munter hüpfen ihre Jungen. Job 21:12 Sie spielen froh zu Pauken und zu Zithern und freuen sich beim Flötenschalle. Job 21:13 Ihr Leben geht im Glück zu Ende; sie steigen zu der Unterwelt in Frieden Job 21:14 und sagen doch zu Gott: 'Du bleib uns fern!' 'Wir wollen nichts von Deinen Wegen wissen!' Job 21:15 'Was soll es, daß wir dem Allmächtigen dienen? Was nützt es uns, ihn bittend anzugehen?' Job 21:16 Nun, läge nicht ihr Glück in ihrer Hand, dann wäre mir das Planen dieser Frevler unbegreiflich. Job 21:17 Wie oft erlischt der Frevler Leuchte und überfällt sie ihr Verderben? Wie oft teilt er in seinem Zorne Schmerzen aus? - Job 21:18 Sie sollen werden wie das Stroh vorm Winde, wie Spreu, vom Sturm entführt! Job 21:19 'Gott hat sein Unheil eben dessen Kindern aufgespart.' Er zahle ihm es heim, daß er es selber fühle! Job 21:20 Er selber sollte seinen Becher kosten und von dem Grimm des Höchsten trinken müssen! Job 21:21 Was braucht ihn denn zu kümmern, wie's seinem Haus nach seinem Tode geht, wenn seiner Monde Zahl zu Ende ist? Job 21:22 Kann man denn Gott das Wissen lehren, da er doch von der Höhe aus verfügt? Job 21:23 Der eine stirbt in vollem Glücke, ganz ruhig, wohlgemut. Job 21:24 Von Fett sind seine Lenden voll; sein Körper wird mit Mark getränkt. Job 21:25 Der andre stirbt verzweiflungsvoll, hat niemals von dem Glück gekostet. Job 21:26 Zusammen liegen sie im Staube; Gewürm deckt beide zu. Job 21:27 Ich kenne eure Meinung wohl; ihr ziehet an den Haaren Gründe gegen mich herbei. Job 21:28 Ihr sagt: 'In welcher Lage ist das Haus des edlen Mannes?' 'In welcher ist das Wohngezelt der Frevler?' Job 21:29 Befragt ihr nicht die Leute, die auf den Lauf der Welten achten? Und ihre Zeugnisse könnt ihr nicht ablehnen. Job 21:30 Der Frevler bleibt vom Unheilstag verschont, vom Tag, wo Steuern eingetrieben werden. Job 21:31 Wer hält ihm seinen Wandel vor, und wer vergilt ihm, was er tat? Job 21:32 Er wird zu Grab getragen, und auf dem Grabespolster ruht er ungestört. Job 21:33 Des Grabes Schollen sind ihm süß. So lockt er alle Welt sich nach, und vor ihm schreiten Zahllose einher. Job 21:34 Wie leer ist euer Trost! Und eure Antworten sind unaufrichtig." Job 22:1 Darauf erwidert Eliphaz von Teman mit den Worten: Job 22:2 "Hat Gott von einem Manne Nutzen? Nein, nur zum eigenen Nutzen ist man fromm. Job 22:3 Hat der Allmächtige etwas von deiner Tugend, Gewinn von deiner Lauterkeit? Job 22:4 Zeiht er dich etwa deiner Frömmigkeit und zieht dich deshalb vor Gericht? Job 22:5 Kann nicht dein Frevel mannigfaltig sein und deine Sünden ohne Maß? Job 22:6 Gewiß hast du den Bruder ohne Grund gepfändet und Nackten ihre Kleider ausgezogen. Job 22:7 Dem Müden hast du keinen Trunk gespendet und Hungrigen das Brot versagt. Job 22:8 'Dem Mann der Faust gehört das Land, und nur der Stolze darf drin wohnen', so dachtest du. Job 22:9 So hast du Witwen hilflos ziehen lassen; die Waisen hat dein Arm bedrückt. Job 22:10 Deshalb sind Schlingen rings um dich und ängstigt jählings dich der Schrecken. Job 22:11 Ist's nicht so, daß du gar nichts siehst, wenn Finsternis und Wasserwolken dich bedecken? Job 22:12 Nun, ist nicht Gott so hoch in Himmelshöhen? Schau nur empor, wie hoch der Sterne Haupt! Job 22:13 Da denkst du wohl: Wie kann denn Gott etwas bemerken? Kann er denn hinterm Wolkendunkel etwas unterscheiden? Job 22:14 Umschleiern ihn doch Wolken, daß er nichts sehen kann, und auch der Himmelskreis ist in Bewegung.' Job 22:15 Willst du denn von der Vorzeit Pfaden den betreten, den jene alten Sünder gingen? Job 22:16 Sie, die gepackt zur Unzeit wurden, und deren Sein die Wasserflut verschlang, Job 22:17 die einst zu Gott gesprochen: 'Bleib uns fern!' - Was tat doch ihnen der Allmächtige? Job 22:18 Er, der mit Segen ihre Häuser füllte. Der Plan mit diesen Frevlern ist mir unbegreiflich. - Job 22:19 Die Frommen sehen es noch heut und freuen sich; der Schuldlose verspottet sie! Job 22:20 'Ist unser Widersacher nicht vernichtet? Und seinen Rest verzehrte noch das Feuer.' Job 22:21 Vertrau allein auf ihn, so hast du Frieden! Durch jene wird dir reichlicher Gewinn. Job 22:22 Laß dich von seinem Mund belehren! Zu Herzen nimm dir seine Worte! Job 22:23 Wenn du gebessert zum Allmächtigen dich kehrst, entfernst aus deinem Zelte unrecht Gut, Job 22:24 Golderz für Staub erachtend und für der Bäche Kiesel Ophirgold, Job 22:25 daß dir so der Allmächtige zum Goldberg wird, zu einem Silberhaufen, Job 22:26 dann kannst du vorm Allmächtigen dich dem verwöhnten Kinde gleich gebärden und kannst dein Angesicht zu Gott erheben. Job 22:27 Du bittest ihn, er hört auf dich; was du gelobt, kannst du erfüllen. Job 22:28 Was du dir vornimmst, wird dir glücken, und hell vor dir liegt deine Straße. Job 22:29 Wenn du in Demut Hochmut eingestanden, dann hilft er auch dem Demutsvollen. Job 22:30 So rettet er den Nichtschuldlosen; doch wird er nur gerettet durch deiner Hände Reinigung." Job 23:1 Darauf erwidert Job und spricht: Job 23:2 "Auch heut ist meine Klage bitter; ich lege allen Nachdruck auf mein Seufzen. Job 23:3 Ach, daß ich ihn zu finden wüßte, vor seinen Stuhl gelangen könnte Job 23:4 und dürfte meine Sache ihm vorlegen und mit Beweisen meinen Mund anfüllen Job 23:5 und dürfte seine Antwort hören, vernehmen, was er mir zu sagen weiß! Job 23:6 Ob er mit starken Gründen mit mir rechten wollte, ob er in Staunen mich versetzen könnte? Job 23:7 Da stünde dann ein braver Mann vor ihm; ich wäre dann für immer meiner Richter ledig. Job 23:8 Doch wenn ich ostwärts geh, so läßt er sich nicht finden, und westwärts, so gewahr ich ihn auch nicht. Job 23:9 Und wäre er im Norden, ich sähe ihn doch nicht, und böge er nach Süden ab, ich schaute ihn doch nirgends. Job 23:10 Mein Weg, auf dem ich stehe, ist ihm wohlbekannt, und prüft er mich, dann würde er wie Gold mich finden. Job 23:11 Mein Fuß ging stets in seinen Gleisen; ich wankte nicht von seinem Weg. Job 23:12 Von seiner Lippe Lehre wich ich nicht; und seines Mundes Worte hob ich ohnegleichen auf. Job 23:13 Er ist nun wahrhaft einzigartig. Wer kann ihm wehren? Was er beschließt, das führt er aus. Job 23:14 Er will mein Maß erfüllen, und solcherlei hat er noch viel bei sich. Job 23:15 Drum bin ich über ihn erschrocken; mir graut vor ihm, wenn ich dran denke. Job 23:16 Gebrochen hat das Herz mir Gott; mit Schrecken hat mich der Allmächtige erfüllt. Job 23:17 Denn ob des Dunkels fühle ich mich schon vernichtet, dieweil in Düsterkeit gehüllt ich bin." Job 24:1 "Warum sind vom Allmächtigen die Zeiten nimmer eingehalten? Denn seine Tage haben seine Gläubigen niemals erlebt. Job 24:2 Man rückt die Grenzen, raubt die Herden und treibt sie offen auf die Weide. Job 24:3 Der Waisen Esel treibt man fort und nimmt der Witwe Rind zum Pfande. Job 24:4 Die Armen stößt man von dem Wege; die Elenden im Lande müssen sich zumal verstecken. Job 24:5 Gleich wilden Eseln müssen sie durch jener Schuld die Zehrung in der Steppe suchen und Brot daselbst für ihre Kinder holen. Job 24:6 Auf dem Felde eines Bösewichtes müssen sie als Schnitter schaffen, im Weinberg eines Frevlers Lese halten. Job 24:7 Bei Nacht liegen sie nackt, der Kleidung bar, und bar der Hülle in der Kälte. Job 24:8 Vom Regenguß auf Bergen triefen sie und schmiegen obdachlos sich an den Fels. Job 24:9 Man raubt die Waise von der Mutter Brust und pfändet des Bedrückten Kinder. Job 24:10 Die gehen nackt einher, der Kleider bar, und schleppen hungernd Garben. Job 24:11 Sie keltern zwischen Gruben Öl und müssen dürsten, wenn sie Keltern treten. Job 24:12 Sie stöhnen unter Sklavenangst; um Hilfe schreien diese Opfer; doch Gott zeigt keine Gunst. Job 24:13 Und jene sind's doch, die das Licht verachten und seine Pfade nimmer kennen noch seine Wege je betreten. Job 24:14 Beim Morgengrauen steht der Mörder auf; er tötet Friedliche und Arme, und in der Nacht schleicht hin der Dieb. Job 24:15 Des Ehebrechers Auge lauert auf die Dämmerung; kein Auge, denkt er, wird mich sehen, und legt sich eine Hülle vors Gesicht. Job 24:16 Er dringt im Finstern in die Häuser ein. - Bei Tage fürchten sie sich sehr und wollen von dem Licht nichts wissen; Job 24:17 denn ihnen allen ist ein Graus der Morgen, der Augenblick ein Höllenschrecken, wo man sie kennen kann. Job 24:18 Er schwebet leichthin über den Gewässern. 'Verflucht wird ihr Besitz auf Erden.' Er gibt nicht auf den Weg der Sünder acht. Job 24:19 Die Dürre und die Hitze nehmen Schneegewässer fort, die Unterwelt die, so gesündigt haben. Job 24:20 Mitleid vergißt ihn. Gewürm labt sich an ihm, und man gedenkt nicht seiner mehr. Zerschmettert wie ein Baum so wird der Frevler. Job 24:21 Er gibt der Unfruchtbaren, Kinderlosen Hab und Gut; den Witwen aber tut er nimmer Gutes. Job 24:22 Lang leben läßt er Mächtige durch seine Macht. Da gibt es einen, deran den Lebenden nicht glaubt, Job 24:23 und doch gibt er ihm Sicherheit, auf die er sich verlassen kann. Doch seine Augen wachen über solcher Wege. Job 24:24 Hoch stehn sie da. Nur eine kleine Zeit, sie sind nicht mehr. Sie sinken hin, wie alle anderen sterbend. Gleichwie die besten Ähren, also sind sie voll. Job 24:25 Wenn's nicht so ist, wer straft mich Lügen und macht mein Wort zunichte?" Job 25:1 Darauf erwidert Bildad aus Schuach und spricht: Job 25:2 "Herrscht er vielleicht in Schrecken? Er, der da Ordnung hält in seinen Höhen? Job 25:3 Sind denn nicht zahllos seine Scharen? Und über wen erhebt sich nicht sein Licht? Job 25:4 Wie kann nur gegen Gott ein Mensch im Rechte sein und rein erscheinen der vom Weib Geborene? Job 25:5 Des Mondes Schimmer selbst erklärt er nicht für hell; die Sterne sind nicht rein in seinen Augen, Job 25:6 geschweige denn der Mensch, die Made, der Menschensohn, der Wurm." Job 26:1 Darauf erwidert Job und spricht: Job 26:2 "Wie trefflich hilfst du doch dem Schwachen und stärkst den Arm den Kraftlosen! Job 26:3 Welch feinen Rat gibst du der Unweisheit und offenbarst dem Zweifler soviel Kluges! Job 26:4 Wen hast du denn belehren wollen? Und wessen Geist geht von dir aus? Job 26:5 Die Schatten in der Unterwelt geraten außer sich, die Wasser und die sie bewohnen. - Job 26:6 Die Unterwelt liegt nackt vor ihm und hüllenlos das Totenreich. Job 26:7 Er spannt den Bären aus im Leeren und läßt die Erde schweben überm Nichts. Job 26:8 Gewässer bindet er in seine Wolken; nicht reißt darunter das Gewölk. Job 26:9 Er überzieht des Vollmonds Scheibe, darüber breitend sein Gewölk. Job 26:10 Und eine Grenze zieht er über den Gewässern, dort wo sich treffen Licht und Finsternis. Job 26:11 Des Himmels feste Säulen schwanken; vor seinem Drohen wanken sie. Job 26:12 Durch seine Kraft weckt er den Ozean; sein Ungestüm bricht er durch seine Klugheit. Job 26:13 Durch seinen Geist besteht des Himmels Schöne, und seine Hand erschuf die flücht'ge Schlange. Job 26:14 Das sind nur seines Waltens Säume und nur ein Weniges, was wir so von ihm hören. Wer kann da erst die Donnersprache seiner Allgewalt verstehen?" Job 27:1 Darauf fuhr Job im Vortrag seiner Rede fort: Job 27:2 "Bei Gott, der mir mein Recht genommen, bei dem Allmächtigen, der mich verzweifeln läßt! Job 27:3 Solange noch ein Atem in mir bleibt und Gotteshauch in meiner Nase, Job 27:4 solange kommt nichts Falsches her von meinen Lippen, und meine Zunge dichtet keinen Trug. Job 27:5 Von mir sei's fern, euch Recht zu geben, bis zum Tode fern, auf meine Unschuld zu verzichten! Job 27:6 Ich halte fest an meiner Rechtlichkeit und lasse sie nicht fahren. Ob keinem meiner Tage tadelt mich mein Herz. Job 27:7 Mein Feind der soll als Schuldiger erscheinen, mein Widersacher als der Ungerechte! - Job 27:8 Welche Hoffnung hat der Frevler, wird er hinweggerafft, wenn seine Seele Gott verlangt? Job 27:9 Wird Gott denn sein Geschrei erhören, wenn Not ihn überfällt? Job 27:10 Kann er vor dem Allmächtigen sich wie ein verwöhntes Kind benehmen, daß er zu jeder Zeit Gott rufen dürfte? Job 27:11 Ich will euch über Gottes Hand belehren, euch nicht verhehlend, was beim Allmächtigen beschlossen ist. Job 27:12 Ihr alle habt es selbst gesehen. Was wollt ihr euch so eitlem Wahn ergeben? Job 27:13 Das ist der bösen Menschen Los bei Gott, dies der Tyrannen Erbe, das sie von dem Allmächtigen erhalten: Job 27:14 Hat er viele Kinder, ist's für das Schwert, und seine Sprößlinge bekommen nimmer Brot genug. Job 27:15 Wer von den Seinen übrigbleibt, wird durch die Pest begraben, und seine Witwen halten nicht die Totenklage. Job 27:16 Wenn Silber er wie Sand aufhäuft und Kleider sich zurücklegt gleich wie Lehm, Job 27:17 er legt sie freilich sich zurück; doch der Gerechte kleidet sich damit; das Silber nimmt der Fromme fort. Job 27:18 Sein Haus baut er dem leeren Vogelneste gleich, wie eine Hütte, die ein Hüter macht. Job 27:19 Er legt als reicher Mann sich hin und hat noch nicht die Füße eingezogen; er blinzelt mit den Augen noch, da ist er schon nicht mehr. Job 27:20 Gleich Wassern überraschen ihn die Schreckgestalten; des Nachts nimmt ihn der Sturmwind fort. Job 27:21 Der Ostwind hebt ihn auf; er fährt dahin, und jener wirbelt ihn von seiner Stätte fort. Job 27:22 Er schießt auf ihn erbarmungslos; von seiner Hand wird er durchbohrt. Job 27:23 Und seine Wohnstatt klatscht in ihre Hände über ihn und zischt ihn aus." Job 28:1 "Für Silber gibt es eine Fundstätte und einen Ort fürs Gold, das man hier sieht. Job 28:2 Man holt auch Eisen aus der Erde, Gestein, das man zu Erz umschmilzt. Job 28:3 Am Ende denkt man an die Finsternis; mit aller Tüchtigkeit durchforscht man das Gestein im Dunkeln und im Finstern. Job 28:4 Man läßt sich einen Schacht von fremdem Volke brechen, das so herabgekommen, daß sie nimmer Männer sind, zu tief gesunken, um noch Menschen gleichzustehen, Job 28:5 das hingezogen ist nach einem Lande, aus dem zwar Brotkorn sprießt, wo's unten aber wird durch Feuer umgewühlt, Job 28:6 nach einem Orte, dessen Steine Saphir sind und der daneben Goldstaub liefert Job 28:7 und dessen Zugang Adler selbst nicht kennen und den des Geiers Augen nicht erspähen, Job 28:8 den nie die Raubtiere betreten und den der Löwe nie beschreitet. Job 28:9 Man legt die Hand dort an das Felsgestein und wühlt von Grund die Berge um. Job 28:10 Man schneidet Wasseradern in den Felsen an, und Kostbarkeiten aller Art erblickt das Auge. Job 28:11 Der Ströme Quellen unterbindet man und bringt Verborgenes ans Licht. Job 28:12 Wo aber findet man die Weisheit? Wo ist der Fundort der Erkenntnis? Job 28:13 Kein Mensch kennt ihren Preis; sie findet nimmer sich im Lande der Lebendigen. Job 28:14 Der Ozean erklärt: 'Ich hab sie nicht'; das Meer sagt: 'Ich besitz sie nimmer'. Job 28:15 Mit gutem Golde kann man sie nicht kaufen; nicht wird ihr Preis mit Silber dargewogen. Job 28:16 Sie läßt sich nicht mit Ophirgold aufwiegen; auch nicht mit Onyx und mit Saphirstein. Job 28:17 Nicht kommen Gold und Glas ihr gleich; noch tauscht man sie für goldene Geräte, Job 28:18 geschweige um Korallen und Kristall. Ein Sack voll Weisheit übertrifft den voller Perlen. Job 28:19 Nicht kommen Äthiopiens Topase ihr gleich; mit reinstem Gold wird sie nicht aufgewogen. Job 28:20 Woher nun also kommt die Weisheit? Wo ist der Fundort der Erkenntnis? Job 28:21 Verhüllt ist sie vorm Blicke aller Lebenden; des Himmels Vögeln selbst ist sie verborgen. Job 28:22 Es sprechen Tod und Totenreich: 'Wir haben nur von ihr gehört.' Job 28:23 Den Weg zu ihr kennt Gott allein; um ihren Wohnort weiß nur er. Job 28:24 Bis zu der Erde Grenzen schaut er hin; er sieht, was irgend unterm Himmel ist. Job 28:25 Als er des Windes Wucht abwog, sein Maß dem Wasser fest bestimmte, Job 28:26 als er des Regens Zeit bestellte und einen Pfad dem Donnerrollen, Job 28:27 da sah er sie und warb sie an, nachdem er sie vor sich gestellt und sie durchmustert hatte. Job 28:28 Er sprach zum Menschen: 'Die Furcht des Herrn ist Weisheit, und Böses meiden heißt: Verständigsein!' Job 29:1 Darauf fuhr Job im Vortrag seiner Rede fort: Job 29:2 "Ach, daß ich wäre wie in früheren Monden, wie in den Tagen, da mich Gott beschützte, Job 29:3 als seine Leuchte über meinem Haupte schwebte und ich bei ihrem Scheine mich ins Dunkel wagte! Job 29:4 So, wie ich war, in meiner höchsten Blüte Tagen, da Gott mein Zelt beschirmte, Job 29:5 als der Allmächtige noch mit mir war, als meine Dienerschaft mich noch umgab, Job 29:6 als meine Gäste sich in Dickmilch badeten, als Bäche Öls bei mir den Boten zur Verfügung standen! Job 29:7 Wenn ich zur Stadt hinauf zum Tore ging und auf dem Markte meinen Sitz einnahm, Job 29:8 alsdann verkrochen sich die Knaben, sahn sie mich, und Greise standen auf und blieben stehen. Job 29:9 Die Ratsherrn hielten ein mit Reden und legten auf den Mund die Hand. Job 29:10 Der Edlen Stimme, sie verbarg sich; das Wort blieb ihnen in der Kehle stecken. Job 29:11 Wer von mir hörte, pries mich selig; wer mich erblickte, lobte mich. Job 29:12 Ich half dem Armen, der um Hilfe schrie, dem Waisenkinde, dem hilflosen. Job 29:13 Und armer Menschen Segen kam auf mich; das Herz der Witwe ließ ich jubeln. Job 29:14 Gerechtigkeit war mein Gewand, das gut mir stand, und meine Rechtlichkeit war Mantel mir und Diadem. Job 29:15 Ich war des Blinden Augenlicht und Fuß dem Lahmen. Job 29:16 Den Armen wollte ich ein Vater sein; selbst Fremder Sache führte ich. Job 29:17 Des Bösewichts Gebiß zermalmte ich und riß den Raub ihm aus den Zähnen. Job 29:18 So dachte ich, in meinem Neste stürbe ich; ich lebte soviel Jahre wie der Phönix. Job 29:19 Zum Wasser reichte meine Wurzel tief hinab; in meinen Zweigen nächtigte der Tau, Job 29:20 und neu stets würde meine Herrlichkeit an mir; in meiner Hand verjüngte sich der Bogen. Job 29:21 Mir hörten sie nur zu und warteten und lauschten schweigend meinem Rat. Job 29:22 Wenn ich geredet, sprachen sie nicht mehr; nur meine Rede troff auf sie herab. Job 29:23 Sie warteten auf mich wie auf den Regen; sie lechzten nach mir wie auf Lenzesregen. Job 29:24 Und lächelte ich ihnen zu, so konnten sie's nicht glauben, und sie verschmähten nicht mein heitres Antlitz. Job 29:25 Ich wählte ihren Weg, den sie einschlagen sollten, wie bei der Kriegerschar der König. Ich saß gemächlich obenan wie einer, der den Trauernden Trost spendet." - Job 30:1 "Und jetzt verlachen solche mich, die jünger sind als ich, ja solche, deren Väter ich nicht beigesellen möchte meinen Herdenhunden! Job 30:2 Was sollte mir selbst ihrer Hände Kraft, denn Rüstigkeit geht ihnen doch verloren! Job 30:3 Durch Mangel und durch harten Hunger sollen sie sich Nahrung aus der Wüste holen, dem Lande des Orkans und Sturmes. Job 30:4 Sie sollten Melde pflücken am Gesträuche, und ihre Nahrung seien Ginsterwurzeln! Job 30:5 Von Wasserstellen sollten sie vertrieben werden! Man schreie über sie wie Diebe, Job 30:6 daß sie in schauerlichen Schluchten, in Erdlöchern und Felsenhöhlen siedeln, Job 30:7 und daß sie im Gebüsche gröhlen und unter Nesseln sich zusammenkauern! Job 30:8 Sie, eine Brut so schlecht und ehrlos, sie sollten tief im Staube liegen! Job 30:9 Und jetzt bin ich ihr Spottgesang; ich diene ihnen zum Gerede. Job 30:10 Ja, sie verabscheun mich und rücken fern von mir und scheun sich nicht, mir ins Gesicht zu speien. Job 30:11 Er löste mir das Diadem und warf mich auf den Boden, daß sie den Zügel vor mir schießen lassen konnten. Job 30:12 Zur Prüfung stehn die Gegner auf; sie lähmen mir die Füße und werfen gegen mich die Wege für ihr Unheil auf. Job 30:13 Sie reißen meine Pfade auf, verhelfen mir zum Falle, und niemand hindert sie. Job 30:14 Sie kommen wie ein breiter Dammbruch her; sie wälzen sich mit Ungestüm heran. Job 30:15 Da kommen Schrecken über mich; dem Wind gleich jagt mein Glück davon; fort zieht mein Heil wie eine Wolke. Job 30:16 Mein Leben ist in mir zerflossen, und jammervolle Tage halten mich gefesselt. Job 30:17 Des Nachts bohrt's mir in dem Gebein; auf meinen bloßgelegten Knochen kann ich nimmer liegen. Job 30:18 Mit Allgewalt packt er mich an und schnürt mich in des Unterkleides Schlitze ein. Job 30:19 Er wirft mich in den Schmutz; dem Staub, der Asche bin ich gleich. - Job 30:20 Ich schreie auf zu Dir. Doch Du hörst nicht auf mich. Ich halte ein; da gibst Du auf mich acht. Job 30:21 Du zeigst Dich grausam gegen mich und geißelst mich mit Deiner starken Hand. Job 30:22 Du schickst den Wind, mich zu entführen; der Sturm fährt mit mir auf und ab. Job 30:23 Ich weiß ja wohl: Du willst zum Tod mich treiben, in das Versammlungshaus für alles Lebende. Job 30:24 Auf Wunsch jedoch greift er nicht zu, schreit man in seinem Unglück drob um Hilfe. - Job 30:25 Beweinte ich nicht den Unseligen; war nicht mein Herz des Armen wegen sehr betrübt? - Job 30:26 Weil ich auf Glück gehofft, doch Unheil kam; auf Licht geharrt, doch Dunkel kam, Job 30:27 so ist im Aufruhr ohne Unterlaß mein Inneres. Des Leidens Tage überfielen mich. Job 30:28 Tieftraurig wandle ich einher, wo keine Sonne scheint. Ich trete dem Vereine bei, wo ich nur heulen kann. Job 30:29 Der Schakale Vereinsbruder bin ich und ein Gesell dem Vogel Strauß. Job 30:30 Zu schwarz ward meine Haut, daß sie mir bliebe, und mein Gebein ist mir von Glut verbrannt. Job 30:31 So diente meine Harfe mir zum Trauerliede, zu bitterem Schluchzen die Schalmei." Job 31:1 "Ich schloß mit meinen Augen einen Bund. Wie sollte ich auf Jungfraun achten? Job 31:2 Was ist mein Teil von Gott da droben, mein Lohn von dem Allmächtigen im Himmel? Job 31:3 Wahrhaftig, Unheil, wie's dem Bösewicht gebührt, und Ungemach, das nur für Übeltäter paßt. Job 31:4 Besieht er denn nicht meine Wege, da er doch alle meine Schritte zählt?" Job 31:5 "Wenn ich der Falschheit nachgegangen wäre, verweilte auf dem Weg des Truges gern mein Fuß! Job 31:6 Mit rechter Waage möge Gott mich wägen, und ohne Schuld wird er mich finden! Job 31:7 Wenn meine Schritte je vom rechten Wege bogen, und wenn mein Herz den Augen folgte, und klebte je ein Makel meinen Händen an, Job 31:8 dann zehre nur ein anderer von meiner Saat; entwurzelt werde meine Pflanzung! Job 31:9 Wenn's mich zum fremden Weibe zog, und stellte ich dem Eheweib des Freundes nach, Job 31:10 dann mahle auch mein Weib für andere, und andere mögen über sie sich beugen! Job 31:11 Denn dieses wäre eine Schandtat, ein Verbrechen, vom Richter zu bestrafen, Job 31:12 ein Feuer, das bis zu dem Abgrund fräße und meine Habe all entwurzeln müßte. Job 31:13 Mißachtete ich meines Sklaven Recht und meiner Magd, wenn sie mit mir im Streite waren, Job 31:14 was wollte ich da machen, wenn Gott jetzt Rache nähme, und untersuchte er, was ihm erwidern? Job 31:15 Hat er ihn nicht geformt, im gleichen Schoß wie mich und sie geschaffen in dem gleichen Mutterleibe? Job 31:16 Versagte ich den Schwachen einen Wunsch und ließ der Witwe Augen schmachten, Job 31:17 verzehrt' für mich allein ich meinen Bissen, und durfte nicht die Waise mitessen; - Job 31:18 seit meiner Jugend blickte sie zu mir gleich einem Vater auf, vom Mutterschoß an leitete ich sie, - Job 31:19 und sah ich einen nackten Bettler und einen Armen hüllenlos, Job 31:20 wenn seine Hüften keinen Dank mir wußten und er sich nicht von meiner Lämmer Schur erwärmte, Job 31:21 und schwang ich gegen eine Waise meine Faust, weil ich in dem Gerichtstor Beistand für mich sah, Job 31:22 dann falle mir die Achsel aus der Schulter, und aus dem Rohr werd' mir der Arm gerissen! - Job 31:23 Denn fürchterliches Unheil ist meines Gottes Schrecken; vor seiner Hoheit kann ich nicht bestehen. Job 31:24 Und machte ich zu meinem Götzen Gold und hieß ich Mammon meinen Helfer Job 31:25 und sonnte mich an meinen Schätzen, daß ich's so weit gebracht, Job 31:26 und wenn ich das Gestirn erblickte, wann's sichtbar ward, den lieben Mond, wie er des Weges zog, Job 31:27 und ließ' mein Herz sich insgeheim betören und legte meine Hand zum Kusse sich an meinen Mund: Job 31:28 auch das wär' ein Vergehn, vom Richter zu bestrafen, weil ich Gott in der Höh' verleugnet hätte. Job 31:29 Nie freute mich des Feindes Not, und nie frohlockt' ich, wenn ihn Unheil traf. Job 31:30 Nie gab ich meinen Mund der Sünde hin, um seine Seele zum Verfluchen mir zu fordern. Job 31:31 In meinem Zelte sagten die Geringsten: 'Ach, möchte er mit seiner Rache unersättlich sein!' Job 31:32 Kein Fremdling durfte je im Freien nächtigen, und jedem Wandersmann stand meine Türe offen. Job 31:33 Nie habe ich, wie Adam, meine Missetat verheimlicht, im Busen meine Schuld geborgen, Job 31:34 weil es mir vor dem Auflauf graute und mich der Sippe Schimpf erschreckte, so daß ich stille mich verhalten und nicht aus meiner Tür gegangen wäre! Job 31:35 Wer aber hört mich an? Hier meine Unterschrift! Drauf soll mir der Allmächtige erwidern, aufs Schreiben, das als Kläger ich verfaßt! Job 31:36 Ich trüge einen solchen auf der Schulter und wollt' ihn mir als Diadem aufsetzen. Job 31:37 Bei jedem meiner Schritte huldigte ich ihm wie einem Fürsten: gleich einem Fürsten träte ich ihm da entgegen. Job 31:38 Wenn über mich mein Acker schrie und alle seine Furchen weinten Job 31:39 und ich verzehrte seine Ernte, ohne zu bezahlen, und ließe die, die ihn bebauten, stöhnen, Job 31:40 dann sollen Disteln statt des Weizens und statt der Gerste Unkraut sprossen!" - Hier enden Jobs Reden. Job 32:1 Da hörten die drei Männer auf, dem Job noch weiter zu erwidern, obwohl er selbst sich für gerecht erachtete. Job 32:2 Auf dieses hin geriet in Zorn Elihu, der Sohn des Barachel aus Buz, von Rams Geschlechte. Er wurde über Job sehr aufgebracht, weil er sich gegenüber Gott für ganz gerecht erachtete. Job 32:3 Auch über die drei Freunde ward er zornig, weil sie die rechte Antwort nicht gefunden und Job ins Unrecht setzten. Job 32:4 Elihu aber hatte nur bei Job gewartet, solange jene redeten, weil sie betagter als er waren. Job 32:5 Elihu merkte nun, daß diese drei nichts weiter zu erwidern wußten, und so entbrannte mächtig stark sein Zorn. Job 32:6 Nun hob Elihu an, der Sohn des Barachel aus Buz, und sprach: "Ich bin noch jung an Jahren; aber ihr seid Greise; ich war daher zu schüchtern und scheute mich, bei euch mein Wissen anzubringen. Job 32:7 Ich dachte: Mag das Alter reden, der Jahre Fülle Weisheit lehren! Job 32:8 Allein der Geist im Menschen ist's, der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht. Job 32:9 Nicht die Betagten sind die Weisesten; noch wissen Greise immer, was das Rechte ist. Job 32:10 Drum sage ich: Hört doch auf mich! Ich möchte kundtun, was ich selber weiß. Job 32:11 Als ich auf eure Rede wartete, da überlegt ich mir eure Beweise. Bis euch die rechten Worte kämen, Job 32:12 solange habe über euch ich nachgedacht. Doch keiner von euch überzeugte Job und widerlegte seine Reden. Job 32:13 Sagt nicht: 'Wir fanden Weisheit. Nur Gott vermag ihn zu besiegen, nicht ein Mensch!' Job 32:14 Nach meiner Ansicht trug er keine treffenden Beweise vor; ich will ihm nicht erwidern mit Worten gleich den eurigen. Job 32:15 Sie sind besiegt, antworten nimmer; sie schoben von sich die Beweise. Job 32:16 So fange ich denn an, weil sie nicht reden, dieweil sie dastehn ohne jegliche Erwiderung. Job 32:17 Ich möchte gleichfalls meine Lehre künden und kundtun, was ich selber weiß. Job 32:18 Denn ich bin voll von Worten; mich drängt der Geist in meinem Innern. Job 32:19 Mein Inn'res ist wie festverschlossener Wein, der in den neuen Schläuchen Luft sich macht. Job 32:20 Ich rede, um mir Luft zu machen, tu meine Lippen auf und spreche. Job 32:21 Für keinen Menschen nehme ich Partei und nenne niemandem zulieb die Dinge anders, Job 32:22 weil ich es nicht verstehe, die Dinge anders zu benennen. Sonst würde kaum mein Schöpfer mich ertragen." Job 33:1 "Nun aber höre, Job, auf meine Rede! All meinen Worten leih' dein Ohr! Job 33:2 Ich öffne nunmehr meinen Mund; nach Kräften redet meine Zunge. Job 33:3 Geradem Sinn entstammen meine Worte; was meine Lippen wissen, sprechen sie auch lauter aus. Job 33:4 Erschaffen hat mich Gottes Geist, und mich belebt der Odem des Allmächtigen. Job 33:5 Kannst du's, so widerlege mich! Ja, rüste dich zum Kampfe gegen mich! Job 33:6 Fürwahr, ich bin nach deiner Art, mit Gott verglichen; aus gleichem Ton wie du bin ich geschnitten. Job 33:7 Nein, Furcht vor mir, die braucht dich nicht zu schrecken, und meine Wucht soll dich nicht niederdrücken. Job 33:8 Allein vor meinen Ohren sagtest du; den Wortlaut hörte ich genau: Job 33:9 'Rein bin ich, ohne Missetat, und lauter bin ich, ohne Fehl. Job 33:10 Wahrhaftig, er erfindet gegen mich nur Vorwände, erachtet mich für seinen Feind, Job 33:11 und meine Füße legt er in den Block und gibt auf alle meine Wege acht.' Job 33:12 Sieh, darin hast du unrecht und darin widerspreche ich dir auch; denn Gott ist größer als der Mensch. Job 33:13 Warum hast du mit ihm gehadert, weil er auf alle deine Worte keine Antwort gibt? Job 33:14 Denn Gott spricht auf die eine und die andere Weise; man faßt es nur nicht auf. Job 33:15 Im Traume und im Nachtgesichte, wenn Tiefschlaf auf die Menschen fällt im Schlummer auf der Lagerstätte, Job 33:16 dann öffnet er der Menschen Ohr und gibt so ihnen Zeichen, Job 33:17 um von der Tat den Menschen abzubringen und vor dem Übermut den Mann zu schützen, Job 33:18 auf daß er seine Seele vor der Finsternis bewahre, sein Leben vor dem Gang zur Unterwelt. Job 33:19 Hernach wird er gezüchtiget durch Schmerz auf seinem Lager; in seinen Gliedern wütet immerfort ein Krampf. Job 33:20 Sein Lebenstrieb macht ihm das Brot zum Ekel und seine Seele seine Lieblingsspeise. Job 33:21 Sein Fleisch vergeht; man kann es nimmer sehen. Sein dürr Gebein wird unscheinbar, Job 33:22 so daß dem Grab sich seine Seele nähert, den Würgern schon sein Leben. Job 33:23 Wenn dann ein Fürsprechbote zu ihm tritt, so einer aus dem Freundeskreise, um einem das, was recht, zu melden, Job 33:24 und, seiner sich erbarmend, spricht: 'Erlöse ihn! Laß ihn doch nicht zur Grube fahren! Ich habe Dank empfangen', Job 33:25 dann strotzt sein Leib von Jugendfrische wieder und wird wie einst in seiner Jugendzeit. Job 33:26 Er fleht zu Gott, und der erweist ihm Gnade und läßt sein Angesicht ihn unter Jauchzen schauen und gibt zurück dem Armen sein Verdienst. Job 33:27 Er singt den Leuten vor und spricht: 'Ich hatte schwer gesündigt, das Recht verkehrt; doch ward's mir nicht vergolten. Job 33:28 Erlöst hat er jetzt meine Seele, auf daß sie nicht zur Grube fahre. Mein Leben freut sich noch am Tageslicht.' Job 33:29 Sieh, Gott tut dieses alles zwei-, dreimal mit einem Manne, Job 33:30 um seine Seele so der Grube zu entreißen, daß er des Lichtes der Lebendigen sich freue. Job 33:31 Merk auf, Job! Hör mir zu! So schweige! Laß mich reden! Job 33:32 Hast du dann Gründe noch, so widerlege mich! Dann sprich! Ich gebe gern dir recht. Job 33:33 Wo nicht, so hör mir zu und schweige, damit ich dich jetzt Weisheit lehre!" Job 34:1 Und wieder hob Elihu an und sprach: Job 34:2 "Ihr Weisen, höret meine Worte, und ihr Verständigen, leiht mir das Ohr! Job 34:3 Das Ohr prüft ja die Worte, gleichwie der Gaumen Essen kostet. Job 34:4 Das Rechte laßt uns wählen und unter uns erkunden: Was ist richtig? Job 34:5 Gesagt hat Job: 'Ich bin schuldlos, und Gott hat mir mein Recht entzogen. Job 34:6 Ich werde um mein Recht betrogen, und meine Qual ist ganz entsetzlich.' Job 34:7 Wo ist ein solcher Mann wie Job, der Lästerung wie Wasser trinkt Job 34:8 und der Gemeinschaft hat mit Übeltätern, mit Frevlern Umgang? Job 34:9 Er spricht: 'Der Mann hat nichts davon, wenn er mit Gott in Freundschaft lebt.' Job 34:10 Drum hört mir zu, ihr klugen Leute! Fern sei's, daß Frevel Gott begeht und Unrecht der Allmächtige! Job 34:11 Nein, nur des Menschen Tun vergilt er ihm, und nach des Mannes Wandel läßt er's ihm ergehen. Job 34:12 Wahrhaftig, Gott handelt nicht ungerecht, und der Allmächtige beugt nicht das Recht. Job 34:13 Wem nur auf Erden hat er aufgetragen, wem aufgebürdet irgendeinen Teil der Welt? Job 34:14 Wenn er auf sich nur achtete und seinen Geist und Odem an sich zöge, Job 34:15 verginge alles Fleisch zumal; zu Staube würde dann der Mensch. Job 34:16 Hast du Verstand, dann höre dies, leih meiner Worte Laut dein Ohr! Job 34:17 Kann denn in Milde, wer das Recht haßt, herrschen? Willst du ihn denn beschuldigen, er sei zu sehr gerecht? Job 34:18 Ihn, der zu einem König sprechen kann: 'Verworfener!', 'Du Frevler!' zu dem Vornehmen, Job 34:19 der nicht Partei für Fürsten nimmt und nicht bevorzugt Reiche vor den Armen. Sie alle sind ja seiner Hände Werk. Job 34:20 In einem Augenblicke sterben sie, und mitten in der Nacht wird aufgestört ein Volk und muß davon; Tyrannen setzt man ohne alles Zutun ab. Job 34:21 Auf eines jeden Weg hinblicken seine Augen, und er sieht eines jeden Schritte. Job 34:22 Nicht Finsternis, nicht Dunkel ist, wo sich die Übeltäter bergen könnten. Job 34:23 Denn er bestimmt, daß vor Gericht man nicht vor einem Menschen, vielmehr vor Gott erscheinen muß. Job 34:24 Er kann die Mächtigen zerschmettern ohne lange Untersuchung; an ihre Stelle setzt er andere. Job 34:25 Weil er sie unterscheiden kann von ihren Sklaven, drum stürzt er selbst sie mitten in der Nacht, daß sie vernichtet werden. Job 34:26 Er geißelt sie wie Missetäter vor aller Augen, Job 34:27 weil sie von ihm gewichen, auf keinen seiner Wege Rücksicht nehmen. Job 34:28 Sie lassen das Geschrei des Armen zu ihm kommen, daß er der Elenden Geschrei vernehmen muß. Job 34:29 Und ruht er einmal aus, wer möchte dies verdammen? Wenn er das Antlitz birgt, wer sieht ihn dann? Er ordnet an bei einem andern Volke und bei andern Leuten, Job 34:30 daß nicht ein frevelhafter Mensch darüber herrsche, daß der Zerstreuung nicht ein Volk verfalle. Job 34:31 So sollte man zu Gott wohl sagen: 'Ich trage es und will nicht irre werden. Job 34:32 Belehre Du mich über das, was ich nicht sehe! Und tat ich Böses, will ich's nimmer tun!' Job 34:33 Soll etwa er nach deinem Sinn vergelten, weil da das 'Wähle du, nicht ich' so hassest, und du weißt selbst nicht das geringste? Job 34:34 Mir werden kluge Leute sagen und weise Männer, die mich hören: Job 34:35 'Ganz, ohne Einsicht redet Job, und seinen Worten fehlt die Überlegung.' Job 34:36 Als Muster wird sich Job für alle Zeit bewähren bei Schlechten wegen seiner Art zu folgern. Job 34:37 Zu seiner schlechten Aufführung fügt er noch einen Frevel; auf uns hier schlägt er ein und redet Freches wider Gott." Job 35:1 Und wieder hob Elihu an und sprach: Job 35:2 "Ja, hältst du das für Recht und meinst du das mit 'meinem Rechthaben vor Gott'? Job 35:3 Du sagst: 'Was nützt es Dir? Was nützt es mir, wenn ich nicht sündige?' Job 35:4 Ich will dir drauf die Antwort geben und deinen Freunden hier bei dir. Job 35:5 Schau auf zum Himmel; sieh! Blick zu den hohen Wolken über dir empor! Job 35:6 Du hast gesündigt. Was tust du ihm damit? Sind deiner Sünden noch so viel, was machst du ihm damit? Job 35:7 Und bist du fromm, was schenkst du ihm? Was nur empfängt er da aus deiner Hand? Job 35:8 Doch deinesgleichen geht dein Frevel an, die Menschenkinder deine Frömmigkeit. Job 35:9 Man schreit wohl über der Bedrückung Menge, führt Klage ob der Großen Macht. Job 35:10 Doch niemand fragt: 'Wo bleibt da Gott, mein Schöpfer, der in der Nachtzeit spricht, Job 35:11 der vor des Feldes Tieren uns belehrt, uns vor des Himmels Vögeln Weisheit schenkt?' Job 35:12 Dann schreit man ob des Übermuts der Bösen; doch er schenkt kein Gehör. Job 35:13 Zu nichts führt es, so sagst du, nimmer höre Gott, und der Allmächtige seh' dies Treiben nicht, Job 35:14 zumal du sagst, du könnest ihn nicht sehen; der Streitfall liege ihm zwar vor, du aber müßtest immer auf ihn warten, Job 35:15 und weil er sich nicht zeige, so strafe er im Zorne; er wolle nichts von Urteil wissen. Job 35:16 Da redet Job denn doch gar unvernünftig; er macht viel Redens ohne Einsicht." Job 36:1 Elihu fuhr nun weiter fort: Job 36:2 "Ein wenig warte noch, daß ich dich unterweise! Denn noch spricht manches auch für Gott. Job 36:3 Ich muß nur meinen Vortrag weiter ausdehnen; doch werde ich mein Tun rechtfertigen. Job 36:4 Denn nimmer sollen meine Worte dich enttäuschen, die ich an dich, Rechthaber, richte. Job 36:5 Sieh, Gott ist fest und widerspricht sich nicht; er ist durchaus von festem Sinn. Job 36:6 Er schenkt dem Frevler nicht das Leben; dem Armen aber gibt er Recht. Job 36:7 Von Frommen zieht er nicht die Augen ab; sogar mit Königen läßt er auf dem Thron sie sitzen, in Pracht und Herrlichkeit, und werden sie dann stolz, Job 36:8 so legt man sie in Ketten, und sie werden so gefesselt in des Elends Stricken. Job 36:9 Dann hält er ihnen vor ihr Treiben, ihre Sünden, daß sie stolz geworden. Job 36:10 Und so tut er ihr Ohr der Warnung auf und heißt sie umkehren von Sünden. Job 36:11 Gehorchen sie in Unterwürfigkeit, dann fließen ihre Tage in Glückseligkeit, in Wonne ihre Jahre hin. Job 36:12 Doch wenn sie nicht gehorchen, rennen sie ins Dunkle und sie sterben in Verblendung. Job 36:13 Ruchlose Leute aber wecken Zorn und rufen nicht um Hilfe, wenn er sie fesselt. Job 36:14 Hin stirbt so in der Jugendfrische ihre Seele, ihr Leben in der Vollkraft. Job 36:15 In seinem Elend rettet er den Armen, dieweil er in der Not ihr Ohr eröffnet. Job 36:16 Er lockt auch dich aus der Bedrängnis Rachen. An ihre Stelle träte Freiheit, unbeengt, und deines Tisches Schüssel würde voll von Fett. Job 36:17 Bist du von frevelhaftem Urteil aber voll, dann trifft auch dich gerechtes Urteil. Job 36:18 Denn Zorn verführe dich nicht zu dem Übermaße, der Streit um Lösung soll dich nicht verleiten. Job 36:19 Wird's dein Geschrei in Ordnung bringen? Unnötig sind ja all die Kraftanstrengungen. Job 36:20 Nicht wünsche dir die Nacht herbei! An ihre Stelle treten Unruhen. Job 36:21 Nimm dich in acht und kehre nimmer dich dem Frevel zu! Du hast dazu mehr Lust als zu dem Leiden. Job 36:22 Sieh, Gott ist groß in seiner Macht. Wer ist ein Lehrer gleich wie er? Job 36:23 Wer stellt ihn über seinen Weg zur Rede? Wer sagt nur: 'Du hast schlecht gehandelt'? Job 36:24 Bedenk, daß du sein Tun des Irrtums zeihst, das andere in Lobliedern besingen! Job 36:25 Und alle Menschen haben ihre Lust daran; die Sterblichen betrachten es seit fernsten Zeiten. Job 36:26 Sieh, Gott ist alt, weit über unsere Begriffe, und unerforschlich seiner Jahre Zahl. Job 36:27 Er zählt die Wassertropfen ab, daß sie in seinen Nebel hin als Regen sickern, Job 36:28 den Wolken rieseln lassen, auf viele Menschen niederträufelnd. Job 36:29 Wer vollends hätte Einsicht in der Wolken Weite, in das Gedröhne seines Wohngezeltes, Job 36:30 wenn er darin sein Rollen weithin tönen läßt und dann des Meeres Quellen niederrinnen? Job 36:31 Denn damit gibt er Völkern Nahrung, stellt Speise her in großer Menge. Job 36:32 Er birgt den Blitzstrahl in den Händen, befiehlt ihm, wo er einzuschlagen hat. Job 36:33 Er zeigt ihm seinen Freund; den Frevler aber läßt er ihn durchbohren." Job 37:1 "Darob erzittert mir das Herz und hebt sich weg von seiner Stelle. Job 37:2 Auf seine Stimme hört voll Furcht, das Wort, das seinen Mund verläßt! Job 37:3 Er sendet's unterm ganzen Himmel hin, dazu sein Licht bis zu der Erde Säumen. Job 37:4 Und hintendrein brüllt eine Stimme; mit einer Stimme, allgewaltig, donnert es, und nichts hält sie zurück, wenn sein Befehl sich hören läßt. Job 37:5 Gott donnert wunderbar mit seiner Stimme, er, der so Großes tut, so Unbegreifliches. Job 37:6 Dem Schnee gebietet er: 'Fall auf die Erde!', so zu dem Regenguß, so zu gewaltigen Wolkenbrüchen. Job 37:7 Dann mahnt er allgemein, es solle jeder Mensch sein Werk beachten. Job 37:8 Da geht das Wild selbst ins Versteck und ruht auf seiner Lagerstatt. Job 37:9 Dann kommt der Sturm aus seiner Kammer, und von den rauhen Winden kommt die Kälte. Job 37:10 Vor Gottes Odem aber schmilzt das Eis; die Wassermasse kommt in Fluß. Job 37:11 Der Nordwind scheucht alsdann die Wolken, und das Gewölk zerstreut sein Sausen. Job 37:12 Er dreht sich um sich selbst, von ihm geführt, er tut, was immer er ihn heißt auf dieser ird'schen Welt. Job 37:13 Er sendet ihn zur Strafe und zum Fluch, doch auch zum Segen. Job 37:14 Vernimm dies, Job! Merk auf, beachte Gottes Wunder! Job 37:15 Begreifst denn du, wie Gott bei alldem waltet und seinen Strahl in seiner Wolke zucken läßt? Job 37:16 Begreifst du, wenn die Wolken alles überziehen, du Wunder der Allwissenheit, Job 37:17 wie dir die Kleider durch die Hitze lästig werden, wenn durch den Süd die Erde stille liegt? - Job 37:18 Kannst du, gleich ihm, die lichten Höhen wölben, die also fest wie ein gegossener Spiegel sind? - Job 37:19 Zeig mir doch an, was wir da sagen wollten! Wir finden uns gar nicht zurecht vor Düsterkeit. Job 37:20 Wird sie verscheucht auf mein Geheiß? Kann jemand ihr befehlen, zu verschwinden? Job 37:21 Nichts Lichtes sieht man mehr, ist's doch so dunkel durch die Wolken. Da streicht ein Wind daher und reinigt sie. Job 37:22 Von Norden her erscheint es golden, und Gott, dem Furchtbaren, gebührt der Ruhm davon. Job 37:23 Nie werden wir begreifen den Allmächtigen. Er ist so groß an Macht und Rechtlichkeit, und nicht verschleppt er die gerechte Sache. Job 37:24 Drum fürchten ihn die schlichten Leute. Doch die sich weise dünken, die begreifen all das nicht." Job 38:1 Darauf antwortete der Herr dem Job nach dem Gewitter also: Job 38:2 "Wer ist denn dieser, der mit einsichtslosen Worten so dunkel findet meine Pläne? Job 38:3 Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen; du belehre mich! Job 38:4 Wo warst du denn, als ich die Erde gründete? Vermelde es, wenn Einsicht dir bekannt. Job 38:5 Wer nur bestimmte ihre Maße? Du weißt es ja. Wer hat die Meßschnur über sie gespannt? Job 38:6 Worauf sind ihre Pfeiler eingesenkt? Wer hat für sie den Schlußstein eingesetzt? Job 38:7 Wo warst du, als die Morgensterne jubelten, als alle Gottessöhne jauchzten? Job 38:8 Wer schloß das Meer mit Toren ein, als dies hervorbrach wie aus einem Mutterschoß, Job 38:9 als ich Gewölk zu seinem Kleide machte und dichte Finsternis zu seinen Windeln? Job 38:10 Ich gab ihm mein Gesetz, versah mit Riegeln seine Tore Job 38:11 und sprach: 'Bis hierher und nicht weiter! Hier soll sich brechen deiner Wogen Überschwang!' Job 38:12 Hast du in deinem Leben je dem Morgenrot geboten, dem Frührot seine Stätte angewiesen, Job 38:13 der Erde Säume zu umfassen, damit die Frevler von ihr schwänden? Job 38:14 Sie wandelt sich gleich Siegelton; sie färbt sich gleichwie ein Gewand. Job 38:15 Den Frevlern wird ihr Licht entzogen; zerschmettert wird der schon erhobene Arm. Job 38:16 Gelangtest du bis zu des Meeres Strudeln? Bist du gewandelt auf der Tiefe Grund? Job 38:17 Und öffneten sich dir des Todes Tore, und schautest du des tiefen Dunkels Hüter? Job 38:18 Hast du der Erde Breiten überschaut? Vermelde, wenn du dies alles weißt: Job 38:19 Wo ist der Weg zur Wohnstätte des Lichtes, Job 38:20 wo ist der Ort der Finsternis, auf daß du jenes zum Gebiete dieser führen und ihrer Wohnung Wege zeigen kannst? Job 38:21 Du weißt es ja; denn damals wurdest du geboren, und deiner Tage Zahl ist groß. Job 38:22 Bist du gekommen zu des Schnees Kammern? Hast du erblickt des Hagels Speicher, Job 38:23 den für die Drangsalzeit ich aufgespart, für Kampf- und Fehdetage? Job 38:24 Wo ist der Weg dahin, wo sich der Sturm zerteilt, von wo der Ostwind auf die Erde sich verbreitet? Job 38:25 Wer hat Kanäle für den Regen hergestellt und einen Weg dem Wetterstrahl, Job 38:26 um Regen menschenleerem Land zu geben, der Wüste, in der keine Leute wohnen, Job 38:27 um öde Wildnis zu ersättigen, damit sie Pflanzen sprossen lasse? Job 38:28 Hat denn der Regen einen Vater? Wer hat die Tautropfen erzeugt? Job 38:29 Aus wessen Schoße kommt das Eis? Wer hat des Himmels Reif geboren? Job 38:30 Gleich dem Kristall verdichtet sich das Wasser; der Wasserfluten Fläche hält dann fest zusammen. Job 38:31 Verknüpfest du die Bande der Plejaden, oder lösest du die Fesseln des Orion? Job 38:32 Führst du den Tierkreis aus zu seiner Zeit, und leitest den Bären du samt seinen Jungen? Job 38:33 Erkennst du die Gesetze der Himmelshöhn? Bestimmst du ihre Herrschaft für die Erde? Job 38:34 Erhebst du zu der Wolke deine Stimme? Bedeckt dich dann ein Wasserschwall? Job 38:35 Entsendest du die Blitze, daß sie gehen und zu dir sagen: 'Hier sind wir'? Job 38:36 Wer legte in die Wolken Weisheit? Oder wer verlieh der Wolkenmasse Klugheit? Job 38:37 Wer treibt die Wolken weise fort? Wer legt des Himmels Krüge um, Job 38:38 auf daß zu Gußwerk fließt der Staub zusammen und fest die Schollen aneinanderkleben? Job 38:39 Erjagst du für die Löwin Beute? Und stillest du die Gier der jungen Leuen, Job 38:40 wenn in den Lagerstätten sie sich ducken, im Dickicht auf der Lauer liegen? Job 38:41 Wer gibt dem Raben seine Atzung, wenn seine Jungen schrein zu Gott und ohne Nahrung flattern?" Job 39:1 "Vielleicht kennst du der Gemsen Werfen? Acht gibst du auf der Hirschkuh Kreißen? Job 39:2 Die Monde zählst du, die sie trächtig gehen? Die Zeit weißt du, da sie gebären? Job 39:3 Sie krümmen sich und trennen selber ihre Schnüre und machen ihren Nachwuchs frei. Job 39:4 Und ihre Jungen werden stark; im Freien wachsen sie; sie laufen fort und kehren nimmermehr zurück. Job 39:5 Wer hat den wilden Esel freigelassen? Wer ließ den Wildfang in die Freiheit, Job 39:6 dem ich die Wüste zur Behausung gab, die Salzsteppe zur Wohnung? Job 39:7 Er spottet des Getöses in der Stadt; der Treiber Lärmen hört er nicht. Job 39:8 Was auf den Bergen er erspäht, ist seine Weide, und allem Grünen spürt er nach. Job 39:9 Wird dir der Wildochs willig dienen? Und nächtigt er an deiner Krippe? Job 39:10 Kannst du den Wildochsen an einen Zugstrick binden? Wird er, dir folgend, in den Tälern Gründe eggen? Job 39:11 Verläßt du dich auf ihn, weil seine Kraft so groß, und überlässest du ihm deine Ernte? Job 39:12 Wirst du ihm zutrauen, daß er auch dresche und deine Saaternte heimbringen helfe? Job 39:13 Des Straußes Flügel schlägt gar übermütig. Wennschon ein Storch nach Schwingen und nach Federn, Job 39:14 so überläßt er doch der Erde seine Eier und läßt sie auf dem Boden wärmen. Job 39:15 Und er vergißt, daß sie ein Fuß zertreten, das Wild der Steppe sie zerdrücken könnte. Job 39:16 Und er behandelt seine Jungen hart, als ob sie nicht die seinen wären, ganz sorglos, ob umsonst nicht seine Mühe. Job 39:17 Denn Gott hat Klugheit ihm versagt und keinen Anteil an Verstand gegeben, Job 39:18 sonst würde er an hochgelegenen Orten brüten und so des Rosses und des Reiters spotten. - Job 39:19 Verleihst du wohl dem Rosse Heldenkraft, bekleidest seinen Hals mit einer Mähne, Job 39:20 bewirkst du, daß es wie ein Rauchfang dampfe? Erschreckend ist sein mächtig Wiehern. Job 39:21 Voll Freude springt es in das Tal; voll Kraft stürzt es den Harnischen entgegen. Job 39:22 Des Schreckens lacht's, hat keine Angst und macht nicht kehrt vorm Schwerte. Job 39:23 Der Köcher klirrt auf ihm, der Speer, der blitzende, die Lanze. Job 39:24 Mit Toben und mit Ungestüm scharrt's auf dem Boden, hält nimmer fest, tönt die Trompete. Job 39:25 Bei dem Trompetenklang ruft's: 'Hui!' Von ferne wittert es den Streit, der Fahrer Donnerruf, das Schlachtgeschrei. Job 39:26 Nach deinem Gutdünken zieht wohl der Habicht fort und breitet nach dem Süden seine Flügel aus? Job 39:27 Auf dein Geheiß fliegt wohl so hoch der Adler und nistet in der Höhe? Job 39:28 Er wohnt und horstet auf dem Felsen, auf Felsenzacken, auf der hohen Wacht. Job 39:29 Von dort erspäht er sich den Fraß; in weite Fernen blicken seine Augen. Job 39:30 Und seine Brut stürzt sich auf Blut; wo Leichen sind, da ist auch er." Job 40:1 Der Herr erwiderte dem Job und sprach: Job 40:2 "Ist nun der Streit mit dem Allmächtigen zu Ende? Wer Gott anklagt, antworte drauf!" Job 40:3 Und Job erwiderte dem Herrn und sprach: Job 40:4 "Ich bin doch zu gering, daß ich Dir Antwort gebe; ich lege meine Hand auf meinen Mund. Job 40:5 Einmal hab ich geredet; ich widerspreche nimmer. Ein zweitesmal tu ich's nicht wieder." Job 40:6 Der Herr erwiderte dem Job nach diesem Wettersturm und sprach: Job 40:7 "Auf, gürte deine Lenden wie ein Mann! Ich will dich fragen; du belehre mich! Job 40:8 Willst du mein Recht vielleicht zunichte machen und mich verdammen, daß du Recht behältst? Job 40:9 Hast du denn einen Arm wie Gott? Kannst du gleich diesem donnern lassen? Job 40:10 Mit Hoheit schmücke dich und mit Erhabenheit. Umkleide dich mit Glanz und Herrlichkeit! Job 40:11 Laß deines Zornes Gluten sich ergießen! Und wirf mit deinen Blicken jeden Stolzen nieder! Job 40:12 Mit einem Blick demütige jeden Stolzen! An ihrem Orte wirf die Frevler nieder! Job 40:13 Verbirg im Staube sie zumal. Und steck ihr Angesicht an den verborgenen Ort! Job 40:14 Dann will auch ich dich loben, wenn du dir selber hilfst. Job 40:15 Das Nilpferd sieh dir an, das ich geschaffen, im Vergleich zu dir! Gleich einem Rinde frißt es Gras. Job 40:16 Betrachte aber doch die Kraft in seinen Lenden und seine Stärke in den Muskeln seines Leibes! Job 40:17 Gleich einer Zeder streckt es seinen Schweif hinaus. Die Sehnen seiner Schenkel, dicht verschlungen, Job 40:18 und seine Knochen sind wie eherne Röhren, und seine Beine sind wie Eisenstäbe. Job 40:19 Es ist dies Gottes Meisterwerk; sein Schöpfer gab ihm eine Sichel. Job 40:20 Die Berge liefern ihm das Futter; es spottet aller wilden Tiere. Job 40:21 Und unter Lotosbüschen lagert's dort in dem Versteck von Rohr und Schilf. Job 40:22 Und Lotosbüschel überdachen es als Schattenspender; des Baches Weiden halten es umfangen. Job 40:23 Wenn sich ein Strom ergießt, wird ihm nicht bange. Es bleibt getrost, ergösse sich ein Jordan ihm ins Maul. Job 40:24 Kann man's mit seinen Augen bannen? Will man mit Stricken wohl die Nase ihm durchbohren? Job 41:1 (40:25) Kannst du das Krokodil mit einer Angel ziehen und seine Zunge mit dem Stricke niederdrücken? Job 41:2 (40:26) Kannst du ihm durch die Nase eine Binsenschnur durchziehen? Durchbohren mit dem Haken seine Backe? Job 41:3 (40:27) Wird's dir viel Flehens machen; wird's dir wohl gute Worte geben? Job 41:4 (40:28) Mit dir Verträge schließen, daß du's zum Knecht für immer nehmest? Job 41:5 (40:29) Kannst du mit ihm wohl spielen wie mit einem Vöglein? Und bindest du's für deine Mädchen an, Job 41:6 (40:30) die seinetwegen Freundinnen einladen und unter Mägdlein es verlosen? Job 41:7 (40:31) Kannst du mit Stacheln seine Haut ihm spicken und seinen Kopf mit schwirrenden Harpunen? Job 41:8 (40:32) Leg' deine Hand einmal daran! Bedenke, welch ein Kampf! Du tust's nie wieder." Job 41:9 (41:1) "Ja, seine Hoffnung wird getäuscht; bei seinem bloßen Anblick stürzt er hin. Job 41:10 (41:2) Kein Mensch ist so verwegen, daß er's reizt. 'Wer stellt sich vor mich hin? Job 41:11 (41:3) Wer griff mich an, und ich ließ diesen unversehrt entkommen? Mein wär ein solcher unterm ganzen Himmel.' Job 41:12 (41:4) Von seinen Gliedern kann ich nimmer schweigen und nicht von seiner Kraft, vom Ebenmaße seines Baues. Job 41:13 (41:5) Wer kann sein äußeres Kleid beschreiben, und wer sein doppeltes Gebiß abzeichnen? Job 41:14 (41:6) Wer läßt in seines Rachens Doppeltüre sehen? Um seine Zähne lagert Schrecken. Job 41:15 (41:7) Sein Rücken ist aus Rinnen voller Schilde, in engem Anschluß fest verschlossen. Job 41:16 (41:8) Eins reiht sich an das andere; dazwischen gibt es keine Fuge. Job 41:17 (41:9) Ein jedes hängt am anderen fest. Sie schließen unzertrennlich sich zusammen. Job 41:18 (41:10) Sein Niesen läßt das Licht aufleuchten, und seine Augen sind der Morgenröte Wimpern gleich. Job 41:19 (41:11) Aus seinem Rachen fahren Fackeln, sprühen Feuerfunken. Job 41:20 (41:12) Aus seinen Nüstern fährt ein Dampf gleichwie aus einem siedend heißen Topf. Job 41:21 (41:13) Sein Odem zündet Kohlen an; aus seinem Rachen fahren Flammen. Job 41:22 (41:14) In seinem Nacken wohnt die Kraft; ein Sack hängt vorn an ihm herab. Job 41:23 (41:15) Die Wampen seines Fleisches haften fest, ihm angegossen, unbeweglich. Job 41:24 (41:16) Sein Herz fest wie ein Stein, fest wie ein unterer Mühlstein. Job 41:25 (41:17) Wenn's auffährt, zagen Stärkste, sie taumeln ob der Wasserwirbel. Job 41:26 (41:18) Wenn man's mit einem Schwerte trifft, hält dies nicht stand, nicht Lanze, Wurfgeschoß noch Panzer. Job 41:27 (41:19) Das Eisen achtet es für Stroh, für morsches Holz das Erz. Job 41:28 (41:20) Nicht können's Pfeile je durchbohren, und Schleudersteine sind ihm wie Strohhalme. Job 41:29 (41:21) Auch Keulen gelten ihm wie Halme, und übers Lanzenschwirren spottet es. Job 41:30 (41:22) Und unten sind an ihm ganz spitze Scherben. Wie eine Dreschwalze, so fährt es auf dem Schlamm dahin. Job 41:31 (41:23) Wie einen Topf, so läßt's die Tiefe brodeln; es macht das Wasser wie in einem Salbenkessel. Job 41:32 (41:24) Ein Pfad aufleuchtet hinter ihm; man hält die Flut für Silberhaar. Job 41:33 (41:25) Auf Erden ist nicht seinesgleichen; geschaffen ist's, sich nicht zu fürchten. Job 41:34 (41:26) Auf alles Mächtige schaut es voll Stolz, ist's doch ein König über alle stolzen Tiere." Job 42:1 Und Job erwiderte dem Herrn und sprach: Job 42:2 "Ich weiß es, daß Du alles kannst, daß kein Gedanke Dir verschlossen. Job 42:3 ["Wer ist nur der, der Pläne dunkel findet, unverständlich?"] Deshalb, das sehe ich jetzt ein, im Unverstande habe ich gesprochen von Dingen, viel zu wunderbar für mich, und die ich nicht begriffen. Job 42:4 ["So höre! Laß mich reden! Ich will Dich fragen, Du unterweise mich!"] Job 42:5 Vom Hörensagen hatte ich von Dir gehört; nun aber hat mein Auge Dich gesehen. Job 42:6 Drum widerrufe und bereue ich, auf Staub und Asche." Job 42:7 Nachdem der Herr mit Job also gesprochen, verkündete der Herr dem Eliphaz von Teman: "Mein Zorn ist wider dich entbrannt und deine beiden Freunde hier. Ihr habt nicht recht von mir geredet, so wie mein Diener Job. Job 42:8 So nehmet sieben Farren euch und sieben Widder! Und geht zu meinem Diener Job und bringt für euch Brandopfer dar! Mein Diener Job soll für euch beten! Mich hält die Rücksicht auf ihn ab, in übereilter Art an euch zu handeln. Ihr habt nicht recht von mir geredet, so wie mein Diener Job." Job 42:9 Da gingen Eliphaz von Teman, Bildad von Schuach und von Naama Sophar hin und taten, wie sie der Herr geheißen. Der Herr erhob alsdann Jobs Angesicht, Job 42:10 er hatte doch Jobs Los gewendet, weil er für andere gebetet hatte. Und doppelt soviel gab der Herr dem Job, als früher er besessen hatte. Job 42:11 Da kamen alle seine Brüder zu ihm und die Schwestern und alle seine alten Freunde und speisten dann mit ihm in seinem Hause, bezeugten ihm ihr Mitleid und sprachen ihm Trost zu ob all des Unglücks, das über ihn der Herr gebracht, und jeder schenkte ihm nun einen Beutel und einen goldenen Ring. Job 42:12 Der Herr gab Job jetzt noch mehr Glück, als er zuvor besessen; er brachte es auf 14.000 Schafe, 6.000 Kamele, 1.000 Joch Rinder und 1.000 Eselinnen. Job 42:13 Und er bekam auch zweimal sieben Söhne, sowie drei Töchter. Job 42:14 Die erste nannte er "das Täubchen", die zweite "Wohlgeruch", die dritte "Schminkhörnchen". Job 42:15 Im ganzen Lande fand man keine solch' schönen Frauen wie die Töchter Jobs. Ihr Vater gab auch ihnen Erbteil mit den Brüdern. Job 42:16 Nach diesen Zeiten lebte Job noch hundertvierzig Jahre, sah Kinder noch und Kindeskinder, im ganzen vier Geschlechter. Job 42:17 Und Job starb alt und lebenssatt. Psa 1:1 Heil sei dem Mann, der nach der Frevler Rat nicht wandelt, / nicht auf dem Weg der Sünder bleibt, / nicht in der Spötter Runde weilt, Psa 1:2 den nur des Herren Lehre freut, / der seine Lehre Tag und Nacht betrachtet! Psa 1:3 Er grünet wie der Baum, verpflanzt an Wasserbäche, / der Früchte trägt zur rechten Zeit, / und dessen Laub nicht welkt. / Und was er tut, gerät ihm gut. Psa 1:4 Nicht so die Frevler! / Sie sind wie Spreu, die jeder Wind verweht. Psa 1:5 Drum halten Frevler nicht in dem Gerichte stand; / die Sünder sind nicht bei der Frommen Sammlung. Psa 1:6 Der Frommen Weg: des Herren Sorge; / der Frevler Weg: der Untergang. Psa 2:1 Was toben denn die Heiden / und schmieden eitle Pläne Nationen? Psa 2:2 Der Erde Könige verbünden sich, / und Fürsten pflegen Rat, / dem Herrn und dem, den er gesalbt, zum Trotz: Psa 2:3 "Auf! Laßt uns ihre Fesseln sprengen, / ihr Joch abschütteln!" Psa 2:4 Der in dem Himmel thront, lacht ihrer; / der Herr verspottet sie. Psa 2:5 Doch schließlich redet er in seinem Zorn mit ihnen; / mit seinem Grimme schreckt er sie. Psa 2:6 "Ich selber habe meinen König eingesetzt / zu Sion über meinen heiligen Berg." - Psa 2:7 Des Herrn Entschließung will ich künden; / er sprach zu mir: "Du bist mein Sohn; / ich habe heute dich gezeugt. Psa 2:8 So fordere von mir! Ich gebe Heidenvölker zum Besitze dir, / der Erde Grenzen dir zum Eigentum. Psa 2:9 Zerschelle sie mit einem Eisenstocke, / zerschmettere sie gleich irdenem Gefäß." Psa 2:10 Nun, Könige! Bedenkt es wohl! / Erdenrichter, laßt euch warnen! Psa 2:11 In Ehrfurcht dient dem Herrn, / und werft euch zitternd nieder! Psa 2:12 Und huldigt ohne Falsch, daß er nicht zürne / und ihr auf irrem Weg verderbet! / Ein kleines nur, und schon entbrannt sein Zorn. / Heil allen, die bei ihm sich bergen! Psa 3:1 Ein Lied Davids auf der Flucht vor seinem Sohne Absalom. (3:2) Wie sind's, Herr, meiner Dränger viel! / So viel, die aufstehn gegen mich! Psa 3:2 (3:3) Wie mancher sagt von mir: / "Für ihn gibt's keine Hilfe mehr bei Gott!" (Sela.) Psa 3:3 (3:4) Du aber, Herr, Du bist um mich ein Schild; / Du bist mein Siegesruhm, und Du erhebst mein Haupt. - Psa 3:4 (3:5) Ich rufe laut zum Herrn; / von seinem heiligen Berg erhört er mich. (Sela.) Psa 3:5 (3:6) Ich leg mich nieder, schlafe ein, / und ich erwache wieder; der Herr verleiht mir Kraft. - Psa 3:6 (3:7) Ich fürchte mich deswegen nicht vor vielen Tausenden, / die um mich her sich lagern. - Psa 3:7 (3:8) Auf, Herr! Mein Gott! Hilf mir! / Oh, schlügest Du doch allen meinen Feinden ins Gesicht, / zerschmettertest Gottlosen ihre Zähne! - Psa 3:8 (3:9) Des Herren ist der Sieg, / Dich hoch zu preisen Deines Volkes Pflicht! Psa 4:1 Auf den Siegesspender, mit Saitenspiel, ein Lied, von David. (4:2) Erhöre mich, Gott meines Heils, dieweil ich rufe! / Verschaffe Luft mir in der Not! / Sei gnädig Herr! Erhöre mein Gebet! - Psa 4:2 (4:3) Wie lang, ihr Männer, / wird geschändet meine Ehre / und liebet ihr den Tand / und jaget nach dem Truge? (Sela.) Psa 4:3 (4:4) Bedenkt, daß seine Frommen so der Herr auszeichnet: / "Mich hört der Herr, sobald ich zu ihm rufe." Psa 4:4 (4:5) Wenn ihr euch keine Ruhe gönnet, / dann sündiget doch nicht! / Zerbrecht ihr euch den Kopf auf eurem Lager, / dann schweiget wenigstens! (Sela.) Psa 4:5 (4:6) Bringt lieber richtige Opfer dar! / Vertraut dem Herrn! - Psa 4:6 (4:7) Die Masse sagt: "Wer läßt uns Gutes nur genießen?" / Uns aber laß das Licht, Herr, Deines Angesichtes leuchten! Psa 4:7 (4:8) Mehr Freude legst Du mir ins Herz, / als wenn sich Korn und Wein vermehrt. Psa 4:8 (4:9) Ich kann mich sorglos niederlegen und mich dem / Schlummer überlassen; / denn Du läßt mich ganz ungestört und sicher ruhen, Herr. Psa 5:1 Auf den Siegesspender, für den Chor, ein Lied, von David. (5:2) Hör meine Worte, Herr! / Merk auf mein Seufzen! Psa 5:2 (5:3) Auf meinen Angstschrei horche, / mein König und mein Gott! / Ich bete ja zu Dir. - Psa 5:3 (5:4) In aller Frühe, Herr, erhöre meinen Ruf! / Dein harre ich in aller Frühe / und spähe aus. Psa 5:4 (5:5) Du bist ja nicht ein Gott, dem Übermut gefällt; / nicht hat das Böse Reiz für Dich. Psa 5:5 (5:6) Vor Deine Augen dürfen Dir nicht Spötter kommen; / Du hassest alle Übeltäter. Psa 5:6 (5:7) Und Du vertilgst die Lügenredner. - / Dem Herrn ein Abscheu sind / des Blutes und des Truges Männer. Psa 5:7 (5:8) Durch Deine große Güte läßt Du mich Dein Haus betreten; / zu Deinem heiligen Palast gewandt, / sink ich in Ehrfurcht betend vor Dir nieder. - Psa 5:8 (5:9) Führ mich zu der Gerechtigkeit, die Dir gefällt! / Um meiner Feinde willen, Herr, / ebne mir Deinen Weg! - Psa 5:9 (5:10) In keinem Mund von Wahrheit eine Spur! / In ihrem Herzensgrund ist Unheil / und ihre Kehle eine offene Grube! / Mit ihrer Zunge heucheln sie. Psa 5:10 (5:11) Gott! Strafe sie! / Durch ihre eigenen Pläne laß sie niedersinken! / Zu Fall bring sie durch ihrer Frevel Menge! / Sie trotzen Dir. Psa 5:11 (5:12) Dann freu'n sich alle, die zu Dir sich flüchten, / frohlocken ewiglich, daß Du sie schirmst. / Dann jubeln über Dich, die Deinen Namen lieben. Psa 5:12 (5:13) Du selbst, Herr, segnest ja den Frommen, / und wie mit einem Schild umgibst Du ihn mit Huld. Psa 6:1 Auf den Siegesspender, mit Saitenspiel, ein Gesang, ein Lied, von David. (6:2) Herr! Straf mich nicht in Deinem Zorn! / In Deinem Grimme züchtige mich nicht! Psa 6:2 (6:3) Herr! Sei mir gnädig! / Ich vergehe, Herr! / Verschone mich! / Erschüttert ist mein Leib. Psa 6:3 (6:4) Die Seele ist mir ganz verwirrt. / Und Du, Herr, ach wie lange noch? Psa 6:4 (6:5) Noch einmal rette mir du Leben, Herr! / Hilf mir um Deiner Gnade willen! Psa 6:5 (6:6) Im Tode denkt man Deiner nicht. / Wer lobte Dich im Schattenreich? - Psa 6:6 (6:7) Von meinem Seufzen bin ich müde; / ich bade jede Nacht mein Bett / und netze meine Ruhestatt mit Tränen. Psa 6:7 (6:8) Vor Kummer schlaflos ist mein Auge / beim Blick auf alle meine Widersacher. Psa 6:8 (6:9) Weicht, Übeltäter all', von mir! / Mein lautes Weinen hört der Herr. Psa 6:9 (6:10) Mein Flehen hört der Herr; / der Herr nimmt meine Bitte an. Psa 6:10 (6:11) Beschämt, bestürzt sei'n alle meine Feinde! Zurück! / In einem Augenblicke seien sie zuschanden! - Psa 7:1 Von David, ein Geheimspruch, den er dem Herrn gesungen wegen des ungestümen Benjaminiten. (7:2) Ich suche Schutz bei Dir, Du Herr, mein Gott. / Komm mir zu Hilfe wider alle, die mir nachstellen! Psa 7:2 (7:3) Nicht soll man mich zerfleischen, wie's die Löwen tun, / nicht rettungslos zerreißen! Du befreie mich! Psa 7:3 (7:4) Du, Herr, mein Gott, wenn solches ich getan, / wenn Frevel klebt an meiner Hand, Psa 7:4 (7:5) wenn ich vergolten Böses meinen friedlichen Gefährten, / wenn ich mich meines Gegners voller Hinterlist entledigt, Psa 7:5 (7:6) dann eile mir der Feind auch nach und greife mich! / Zu Boden trete er mein Leben, / daß in den Staub mein Wesen sinke! (Sela.) Psa 7:6 (7:7) Auf, Herr, in Deinem Zorne! / Erheb Dich grimmig gegen meine Feinde! / Mein Gott, wach auf! Bestelle das Gericht! Psa 7:7 (7:8) Die Völkerschar umringe Dich! / Hoch über ihr nimm Deinen Sitz! Psa 7:8 (7:9) Herr, schaff mir Recht, der Du die Völker richtest! / Nach meiner Rechtlichkeit und Lauterkeit geschehe mir, o Herr! - Psa 7:9 (7:10) Der Frevler Tücke sei zu Ende! / Richt den Gerechten auf! / Du bist's, der Herz und Nieren prüft, / doch ein gerechter Gott. - Psa 7:10 (7:11) Bei Gott steht meine Ehre; / Er hilft den frommen Herzen. Psa 7:11 (7:12) Gott führt des Frommen Sache wider den, / der allzeit übermütig ist. Psa 7:12 (7:13) Fürwahr, der schärft sein Schwert schon wieder / und spannt den Bogen, zielt mit ihm. Psa 7:13 (7:14) Doch nur für sich bereitet er die mörderischen Waffen / und macht die Pfeile scharf. Psa 7:14 (7:15) Also empfängt er Unheil selbst, / ist unheilschwanger und gebiert Enttäuschung. Psa 7:15 (7:16) Er gräbt an einem Grab und höhlt es aus / und gleitet selber in die Gruft, die er gemacht. Psa 7:16 (7:17) Sein Frevel trifft sein eigen Haupt; / sein Unrecht stürzt auf seinen Scheitel nieder. Psa 7:17 (7:18) Den Herrn will ich lobpreisen, daß er so gerecht, / und von dem Ruhm des Herrn, des Höchsten, singen. Psa 8:1 Auf den Siegesspender, ein Kelterlied, ein Lied, von David. (8:2) Herr, unser Herr! / Wie glorreich ist Dein Name auf der ganzen Erde! / Wie herrlich ist Dein Ruhm am Himmel! Psa 8:2 (8:3) Aus Kindes- und aus Säuglingsmund / hast Du Dir Ruhm geschaffen, zum Trutz den Widersachern Dein, / und machst so Feind und Groller stumm. - Psa 8:3 (8:4) Betrachte ich den Himmel, Deiner Finger Werk, / den Mond, die Sterne, die Du all erschaffen: Psa 8:4 (8:5) Was ist der Mensch, daß seiner Du gedenkst? / Das Menschenkind, daß sein Du achtest? Psa 8:5 (8:6) Nur wenig hast Du ihn der Gottheit nachgesetzt, / mit Glanz und Herrlichkeit gekrönt, Psa 8:6 (8:7) ernennest ihn zum Herrn der Werke Deiner Hände / und unterwirfst ihm alles: Psa 8:7 (8:8) die Schafe und die Rinder all, / des Feldes Wild, Psa 8:8 (8:9) des Himmels Vögel und des Meeres Fische, / was sonst noch durch die Meeresstraßen zieht. Psa 8:9 (8:10) Herr, unser Herr! / Wie glorreich ist Dein Name auf der ganzen Erde! Psa 9:1 Auf den Siegesspender, beim Tode eines Kindes, ein Lied, von David. (9:2) Ich preise Dich von ganzem Herzen, Herr. / Ich will erzählen alle Deine Wundertaten. Psa 9:2 (9:3) Ich will mich jubelnd Deiner freuen, / besingen Deinen Namen, Höchster, Psa 9:3 (9:4) Wenn meine Feinde rückwärts weichen, / durch Sturz vor Dir vernichtet werden. Psa 9:4 (9:5) Verschaff mir Recht, Gerechtigkeit / als Richter der Gerechtigkeit auf hohem Throne! Psa 9:5 (9:6) Schilt aus die Heiden; Frevler tilge! / Lösch ihren Namen ewig aus! Psa 9:6 (9:7) Dahin die Feinde! / Für alle Zeit vergessen ihre Städte und vernichtet! / Und selbst ihr Angedenken sei verschwunden! - Psa 9:7 (9:8) In Ewigkeit verbleibt der Herr; / schon läßt er zum Gerichte seinen Thron aufstellen. Psa 9:8 (9:9) Gerecht wird er den Weltkreis richten / und nach Gebühr den Völkern Urteil sprechen. Psa 9:9 (9:10) So wird der Herr zum Horte den Bedrückten; / ein Hort zur Zeit der Trübsal. Psa 9:10 (9:11) Darum vertrauen die Bekenner Deines Namens Dir; / denn Du verläßt die nicht, Herr, die Dich suchen. - Psa 9:11 (9:12) Lobsingt dem Herrn, der auf dem Sion thront! / Tut kund den Völkern seine Schreckenstaten! Psa 9:12 (9:13) Der Bluttat rächt, gedenkt auch ihrer noch, / den Klageschrei der Dulder überhört er nicht. Psa 9:13 (9:14) Herr! Sei mir gnädig! - Sieh, was ich von meinen Hassern leide! / Du kannst mir aus des Todes Pforten helfen, Psa 9:14 (9:15) auf daß ich an der Sions-Tochter Toren / all Deinen Lobpreis künde / und jubelnd mich an Deinem Heil erfreue! - Psa 9:15 (9:16) Die Heiden sollen in die Grube stürzen, die sie selbst gegraben; / im Netz, das heimlich sie gelegt, die Füße sich verfangen! Psa 9:16 (9:17) Kund tue sich der Herr, vollziehe das Gericht! / In seiner eigenen Hände Werk verstricke sich der Bösewicht! Higajon. (Sela.) Psa 9:17 (9:18) Zur Hölle sollen Frevler fahren, / die Heiden all, die Gottvergessenen. Psa 9:18 (9:19) Der Arme bleibt nicht ewiglich vergessen. / Nicht ist der Elenden Erwartung immerfort vergeblich. - Psa 9:19 (9:20) Auf, Herr! Laß Menschen nicht obsiegen! / Die Heiden laß vor Dir gerichtet werden! Psa 9:20 (9:21) Gib ihnen eine Lehre, Herr, / auf daß die Heiden spüren, daß sie doch nur Menschen sind! (Sela.) Psa 10:1 Warum stehst Du so ferne, Herr, / entziehst Dich in der Zeit der Not? - Psa 10:2 Gequält wird durch des Frevlers Übermut der Arme; / er fängt ihn durch die Ränke, die er sich ersonnen. Psa 10:3 Gejubelt hat nach Herzenslust der Frevler, / Gewissenlosigkeit gepriesen und dazu den Herrn geschmäht. Psa 10:4 Der Frevler spricht in höchstem Stolz: "Man ahndet nichts; / dafür gibt's keinen Gott." Bestehen bleiben alle seine Pläne. Psa 10:5 Sein Weg ist stets erfolgreich, / und ferne sind ihm Deine Strafgerichte; / all seine Gegner höhnt er aus. Psa 10:6 Er denkt bei sich: "Ich wanke nimmer in der Zukunft Zeit, / in der kein Übel ist." Psa 10:7 Voll Meineid, Trug und Arglist ist sein Mund, / und was er spricht, ist Unheil und Verderben. Psa 10:8 Er liegt auf Lauer hinter Zäunen, / um im Verstecke Wehrlose zu morden; / nach Unglücklichen spähen seine Augen aus. Psa 10:9 Er lauert im Versteck, dem Löwen gleich im Dickicht; / er lauert, einen Armen zu erhaschen. / Er zieht sein Netz zusanunen, hascht den Armen. Psa 10:10 Der krümmt und windet sich; / doch schließlich fällt der Unglückselige in seine Klauen. Psa 10:11 "Gott denkt nicht dran", spricht er bei sich. / "Er hat sein Angesicht verhüllt und sieht es nicht in Ewigkeit." - Psa 10:12 Auf, Herr! Den Arm erhebe, Gott! / Vergiß doch nicht der Elenden! - Psa 10:13 Was höhnt der Frevler Gott / und denkt bei sich: "Du ahndest nichts"? - Psa 10:14 Du hast's gesehn, Du schaust ja hin auf Leid und Jammer. / In Deine Hände sich ergebend, / auf Dich verläßt sich, wer in Not. / Verwaisten bist Du ja ein Helfer. Psa 10:15 Zerbrich des Frevlers Arm; / zerschmettere ihn! Wenn er nach seinem Frevel greift, / dann fasse er ihn nimmermehr! - Psa 10:16 Der Herr sei König immer und auf ewig! / Aus seinem Lande mögen fort die Heiden schwinden! Psa 10:17 Den Wunsch der Elenden erhöre, Herr, / und ihres Herzens Sorgen neige hin Dein Ohr, Psa 10:18 und schaff den Waisen und Bedrängten Recht, / daß sie nie mehr ein Mensch im Lande schrecke! Psa 11:1 Auf den Siegesspender, von David. - Ich berge mich beim Herrn. / Was sagt ihr da zu mir: "Entfliehe wie ein Vöglein in die Berge! Psa 11:2 Die Frevler spannen schon den Bogen / und legen auf die Sehne ihren Pfeil, / um unsichtbar auf Menschen ohne Schuld ihn abzuschießen. Psa 11:3 Vernichtet werden ja die Wohnstätten. / Was kann der Fromme da noch tun?" Psa 11:4 In seinem heiligen Palaste ist der Herr, / sein Thron im Himmel. / Jedoch sein Auge schaut herab; / sein Blick durchforscht die Menschenkinder. Psa 11:5 Gefallen hat der Herr am Frommen; / den Frevler und den Mann, der Unrecht liebt, haßt seine Seele. Psa 11:6 Hernieder auf die Frevler lasse er des Feuers Glut und Schwefel regnen, / und ihres Bechers Gabe sei der Hauch der Glut! Psa 11:7 Gerecht ist ja der Herr; er liebt Gerechtigkeit; / sein Antlitz schauen nur die Redlichen. Psa 12:1 Auf den Siegesspender, ein Gesang, ein Lied, von David. (12:2) Zu Hilfe, Herr! Die Frommen sind dahin; / die treuen Seelen sind verschwunden aus der Menschen Mitte. Psa 12:2 (12:3) Mit seinem Nächsten redet jeder falsch / und doppelsinnig reden sie in heuchlerischer Sprache. - Psa 12:3 (12:4) Der Herr vertilge all die glatten Lippen / und jede Zunge, die vermessen spricht: Psa 12:4 (12:5) "Durch unsere Zunge sind wir stark! / Wenn unser Mund uns Beistand ist, wer meistert uns?" Psa 12:5 (12:6) "Ob Elender Bedrückung, ob der Jammerklage Armer / ich mich erhebe", spricht der Herr, / "Heil bring ich dem, der es begehrt." Psa 12:6 (12:7) Lautere Worte sind des Herren Worte, / ein Silber, gut geläutert, von der Erde siebenfach gereinigt. - Psa 12:7 (12:8) Du, Herr: mögst Du sie halten / und ewig uns vor dem Gelichter schützen! Psa 12:8 (12:9) Die Frevler sollen betteln gehen, / der Menschenkinder niedrigste erhöhet werden! Psa 13:1 Auf den Siegesspender, ein Lied von David. Psa 13:2 Wie lange willst Du mich vergessen, Herr, / wie lange noch Dein Antlitz mir verhüllen? Psa 13:3 Wie lange soll ich meinen Geist mit Sinnen, / mein Herz mit Sorgen täglich quälen? / Wie lange noch mein Feind obsiegen über mich? Psa 13:4 Schau her, erhöre mich, Du Herr, mein Gott! / Erleuchte meine Augen, daß ich des Todes nicht entschlafe, Psa 13:5 daß nicht mein Feind sich rühme: "Den hab ich bezwungen", / nicht meine Gegner jubeln, daß ich wanke! Psa 13:6 Ich baue fest auf Deine Huld. / Mein Herz frohlocke über Deine Hilfe! - / Ich will dem Herrn lobsingen, wenn er mir Gutes unverdient getan. - Psa 14:1 Auf den Siegesspender, von David. - In seinem Herzen spricht der Tor: / "Kein Gott ist da." / Verkehrt, verrucht sind sie in ihrem Treiben, / und keiner ist, der Gutes täte. Psa 14:2 Vom Himmel her hat sich der Herr geneigt, / hernieder auf die Menschenkinder sieht er, / ob jemand der Vernunft gehorcht / und Gott aufsucht. Psa 14:3 Doch alle sind im Frevelwahn verderbt, / und keiner ist, der Gutes täte, nicht einer. - Psa 14:4 Erfuhren's nicht die Übeltäter alle, / die meines Volkes Speisen neulich aufgezehrt, / und die den Herrn gelassen außer acht? Psa 14:5 Ein Schrecken hatte auf der Stelle sie gepackt; / denn Gott war beim Geschlecht der Frommen. - Psa 14:6 Ihr werdet Ehrfurcht haben vor der Elenden Gemeinde; / denn ihre Zuflucht ist der Herr. - Psa 14:7 Von Sion komme Heil für Israel! / Ach, wendete der Herr doch seinem Volke das Geschick! / Dann würde Jakob fröhlich sein und Israel frohlocken. - Psa 15:1 Ein Lied, von David. - Wer darf in Deinem Zelte wohnen, Herr? / Wer darf auf Deinem heiligen Berge weilen? Psa 15:2 Nur wer unsträflich wandelt, tut, was recht ist, / von Herzen Wahrheit redet, Psa 15:3 mit seiner Zunge nicht verleumdet, / nichts Böses seinem Nächsten tut, / nicht Schmach ob der Verwandten auf sich nimmt. Psa 15:4 In dessen Blick ein hoffnungslos Verlorener verachtet ist, / der Achtung hat vor denen, die den Herrn fürchten, / zu seinem Schaden schwört und doch nicht ändert, Psa 15:5 wer nicht sein Geld auf Zinsen leiht / und gegen Unschuld nicht Bestechung nimmt, / wer ohne Schwanken also handelt. - Psa 16:1 Ein Weihegesang, von David. - Beacht mich, Herr, wie ich bei Dir mich berge! - Psa 16:2 Ich spreche zu dem Herrn: "Du Herr! Du bist mein Glück; / nichts geht mir über Dich." Psa 16:3 Die Heiligtümer, die im Land, die wundervollen, / sind meine ganze Freude. Psa 16:4 Die mehren ihre Schmerzen, die einem anderen zueilen. / Ich nehme nimmer teil an ihren Blutspenden / und bringe nicht auf meine Lippen ihre Namen. Psa 16:5 Der Herr ist ja mein Anteil und mein Becher. - / Du wirfst mein Los. - Psa 16:6 Die Lose sind für mich aufs Lieblichste gefallen; / der Erbanteil gefällt mir über alle Maßen. Psa 16:7 Den Herren preise ich, der mich berät, / und auch die Nächte, da mich mein Gewissen mahnte. Psa 16:8 Ich stelle stets vor mich den Herrn; / ich wanke nicht, wenn er zu meiner Rechten steht. - Psa 16:9 Drob freue sich mein Herz und juble mein Gemüt! / Und sicher ruht mein Leib. Psa 16:10 Du läßt nicht meine Seele in der Unterwelt, / und Deinen Frommen läßt Du nicht Verwesung spüren. Psa 16:11 Du tust mir kund des Lebens Pfad / zur Fülle jener Freuden, die bei Dir nur sind, / zu ewigen Wonnen, die in Deiner Rechten. Psa 17:1 Ein Gebet, von David. - Gerechte Sache höre, Herr! / Mein Flehen merk! / Vernimm mein Beten mit den Lippen sonder Trug! Psa 17:2 Nur Recht ergeht von Deinem Angesicht; / untrüglich schauen Deine Augen. Psa 17:3 Wenn Du das Herz mir prüftest, / in der Nacht es überraschtest und gründlich mich durchforschtest, / fändst Du nicht, / daß ich gedacht, was meinen Mund nicht überschreiten durfte. Psa 17:4 Und bei den Löhnen für die Leute gab ich acht / nach Deines Mundes Worten auf den Lebensunterhalt. Psa 17:5 Und meine Schritte hielten fest an Deinen Gleisen / nicht wankten meine Tritte. Psa 17:6 So rufe ich zu Dir, daß Du mich, Gott, erhörest! / Neige Dein Ohr zu mir! Auf meine Rede höre! Psa 17:7 Erzeige Deine Wundergüte, Retter derer, / die vor ihren Widersachern bei Deiner Rechten Zuflucht suchen! Psa 17:8 Dem Augensterne gleich behüte mich! / Verbirg mich in dem Schatten Deiner Flügel Psa 17:9 vor Frevlern, die mich überfallen, / vor meinen Feinden, die mich voller Gier bedrängen! Psa 17:10 Fühllos verschließen sie ihr Herz; / im Übermute spricht ihr Mund. Psa 17:11 Sie stürzen sich auf mich, umringen mich; / zu Boden senken sie die Augen. - Psa 17:12 Er gleicht dem Löwen, der auf Beute lauert, / dem Jungleu im Verstecke. Psa 17:13 Auf, Herr! Tritt ihm entgegen! Wirf ihn nieder! / Errette mich vor Bösewichten durch Dein Schwert, Psa 17:14 vor Leuten, Herr, durch Deine Hand, / vor Leuten, deren Teil im Leben nur die Welt, / ja, durch Dein Schwert vor solchen, die ein Schlemmerleben führen, / und die samt ihren Kindern voll gesättigt sind, / und die, was übrigbleibt, den Enkeln hinterlassen können! Psa 17:15 Ich aber schaue durch Gerechtigkeit Dein Angesicht / und labe mich an Deinem Anblick voll Begier. Psa 18:1 Auf den Siegesspender, von des Herrn Knecht, von David, der dem Herrn zu Ehren dieses Lied gedichtet, als ihn der Herr aus der Gewalt aller seiner Feinde und besonders Sauls errettet hatte. / Er sprach: (18:2) "Ich liebe, Herr, Dich herzlich, meine Stärke." - Psa 18:2 (18:3) Der Herr ist mir ein Fels und eine Rettungsburg; / mein Gott, mein Hort, wo ich mich berge, / mein Schild, mein sieghaft Horn und meine Feste. Psa 18:3 (18:4) "Gepriesen sei der Herr!" darf ich nur rufen / und bin von meinen Feinden schon erlöst. Psa 18:4 (18:5) Schon hatten Todesfluten mich umgeben; / mich schreckten des Verderbens Ströme. Psa 18:5 (18:6) Der Hölle Stricke hatten mich umschlungen; / des Todes Schlingen überraschten mich. Psa 18:6 (18:7) Da rief ich in der Not zum Herrn / und schrie zu meinem Gott um Hilfe. / Er hört in seinem Tempel meine Stimme, / und mein Geschrei dringt ihm zu Ohren. - Psa 18:7 (18:8) Die Erde ward erschüttert und sie bebte; / der Berge Festen zitterten; / sie wankten. Denn er war ergrimmt. Psa 18:8 (18:9) Aufquoll' aus seiner Nase Rauch; / aus seinem Munde sprühte Feuer, / und eine Glut ward von ihm ausgesprüht. Psa 18:9 (18:10) Den Himmel neigte er und fuhr hernieder, / ein tiefes Dunkel unter seinen Füßen. Psa 18:10 (18:11) Er fuhr auf einem Cherub, flog einher, / auf Windesflügeln schwebend. Psa 18:11 (18:12) Zur Hülle nahm er Dunkel rings um sich / und Wasserflut und dicht Gewölke. Psa 18:12 (18:13) Am Glanze seiner Nähe haben seine Wolken / entzündet Hagel, Feuerströme. Psa 18:13 (18:14) Der Herr im Himmel donnerte; / der Höchste ließ die Stimme dröhnen; / da gab es Hagelschauer, Feuergluten. Psa 18:14 (18:15) Und seine Pfeile schoß er ab nach allen Seiten / und warf die Blitze hin in regelloser Wahl. Psa 18:15 (18:16) Und Wasserströme zeigten sich; / der Erde Gründe wurden bloßgelegt / vor Deinem Drohen, Herr, / vor Deinem Zornesschnauben. - Psa 18:16 (18:17) Mich aber griff er aus der Höhe, faßte mich, / und zog mich aus den mächtigen Gewässern, Psa 18:17 (18:18) entriß mich meinen argen Feinden / und meinen überlegenen Hassern, Psa 18:18 (18:19) die mich an meinem Unglückstage überfielen. / So wurde mir der Herr zur Stütze. Psa 18:19 (18:20) Er führte mich ins Freie hin, / befreite mich, weil er an mir Gefallen fand, Psa 18:20 (18:21) vergalt mir so nach meiner Rechtlichkeit / und lohnte mir nach meiner Hände Reinheit. Psa 18:21 (18:22) Denn immer habe ich des Herren Wege eingehalten / und nimmer gegen meinen Gott gefrevelt, Psa 18:22 (18:23) behielt ich doch vor Augen alle seine Rechte, / und seine Satzungen ließ ich nie aus dem Sinn. Psa 18:23 (18:24) Ich hatte mich ganz ungeteilt ergeben / und suchte mich vor meiner Lieblingssünde zu bewahren. Psa 18:24 (18:25) Darum vergalt der Herr mir auch nach meiner Rechtlichkeit, / nach der ihm wohlbekannten Reinheit meiner Hände. - Psa 18:25 (18:26) Du bist dem Frommen hold, / dem Treugesinnten treu gesinnt, Psa 18:26 (18:27) verfährst mit Reinem rein, / doch böse mit dem Bösen. Psa 18:27 (18:28) Dem armen Volke stehst Du bei, / die stolzen Blicke schlägst Du nieder. Psa 18:28 (18:29) Du lässest ja mein Lichtlein leuchten, / Du Herr, mein Gott, der meine Finsternis erhellt. Psa 18:29 (18:30) Mit Dir anrenne ich die Wälle; / mit meinem Gotte überspringe ich die Mauern. Psa 18:30 (18:31) Truglos ist Gottes Weg; / geläutert ist das Wort des Herrn, / ein Schild für alle, die zu ihm sich flüchten. Psa 18:31 (18:32) Denn wer ist Gott, / wenn nicht der Herr? / Wer sonst ein Hort als unser Gott? Psa 18:32 (18:33) Der Gott, der mich mit Stärke gürtet / und meinen Weg gefahrlos macht, Psa 18:33 (18:34) der meine Füße macht wie die der Rehe, / mich sicher stellt auf meinen Höhen, Psa 18:34 (18:35) der meine Hände kämpfen lehrt / und meine Arme eherne Bogen spannen läßt. Psa 18:35 (18:36) Du reichst mir Deinen Siegesschild, / und Deine Rechte stützt mich, / und Deine Stärkung macht mich kräftig. Psa 18:36 (18:37) Und meinen Schritten gibst Du weiten Raum, / und meine Knöchel wanken nicht. Psa 18:37 (18:38) Ich setze meinen Feinden nach und greife sie / und kehre nicht zurück, bis daß ich sie vernichtet. Psa 18:38 (18:39) Ich schlage sie, daß sie sich nimmermehr erheben; / sie liegen unter meinen Füßen. Psa 18:39 (18:40) Du gürtest mich mit Kraft zum Kampfe, / und meine Gegner beugst Du unter mich. Psa 18:40 (18:41) Und meiner Feinde Rücken zeigst Du mir, / daß ich vertilge meine Hasser. Psa 18:41 (18:42) Sie rufen - niemand hilft - / zum Herrn, er hört sie nicht. Psa 18:42 (18:43) Und ich zermalme sie wie Staub vorm Winde, / zerstampfe sie gleich Gassenkot. Psa 18:43 (18:44) Du rettest mich vor Tausenden von Kriegervölkern; / zum Haupt von Heiden machst Du mich, / mir unbekannte Leute dienen mir. Psa 18:44 (18:45) Des Auslands Söhne schmeicheln mir; / aufs Hörensagen leisten sie mir schon Gehorsam, Psa 18:45 (18:46) und andere Fremdlinge verschwinden / und sitzen zitternd in Verstecken. - Psa 18:46 (18:47) Lebendig ist der Herr und hochgepriesen als mein Hort, / steht hoch da als mein hilfereicher Gott. - Psa 18:47 (18:48) Gott, der Du mir verhilfst zur Rache / und Völker mir zu Füßen legst, Psa 18:48 (18:49) der Du vor meinen Feinden mich errettest, / Du machst mich meinen Gegnern fürder unerreichbar / und rettest mich vor Wüterichen. Psa 18:49 (18:50) Dafür lobpreise ich Dich bei den Heiden, Herr, / und singe also Deinem Namen: Psa 18:50 (18:51) Heilvoller Turm für seinen König, / der David, den er salbte, Huld erweist, / und seinem Stamme ewiglich. Psa 19:1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David. (19:2) Die Himmel rühmen Gottes Ehre: / das Sterngewölbe kündet seiner Hände Werk. Psa 19:2 (19:3) Die Botschaft raunt ein Tag dem andern zu, / und eine Nacht tut sie der andern kund. Psa 19:3 (19:4) Nicht Reden sind's, nicht Worte, / die nicht vernehmlich klängen. Psa 19:4 (19:5) Ihr Schall durchtönt die ganze Erde, / und ihre Laute dringen bis zum Rand der Welt. / Ein Zelt ist auf ein Jahr dort für den Sonnenball, Psa 19:5 (19:6) der, einem Bräutigam gleich, aus seiner Kammer tritt / und freudig, wie ein Krieger, seine Bahn durchläuft, Psa 19:6 (19:7) der von dem Rand des Himmels seinen Ausgang hat, / an seinen Grenzen seinen Umschwung nimmt, vor dessen Strahlen nichts verborgen bleibt. Psa 19:7 (19:8) Des Herrn Gesetz ist makellos und eine Seelenspeise. / Des Herrn Verordnung ist bewährt und macht die Toren weise. Psa 19:8 (19:9) Des Herrn Befehle sind gerecht, / Gemüt und Herz erfreuend. / Des Herrn Gebot ist tadellos und spendet Licht den Augen. Psa 19:9 (19:10) Die Furcht des Herrn ist unfehlbar, / auf ewig unvergänglich. / Die Satzungen des Herrn sind wahr, / gerecht befunden allzumal, Psa 19:10 (19:11) kostbarer noch als Gold, als feinstes Gold in Menge; / und süßer noch als Honigseim und Waben. Psa 19:11 (19:12) Vorsichtig geht Dein Knecht mit ihnen um, / verwendet vielen Fleiß auf ihr Befolgen. Psa 19:12 (19:13) Doch wer ist jeden Irrtums sich bewußt? / Von unbewußten Schwächen sprich mich los! Psa 19:13 (19:14) Beschütze Deinen Knecht auch vor mutwilligen Verfehlungen! / Sie mögen mich nicht überwältigen! / Dann bin ich ohne Tadel / und bleibe völlig frei von Missetat. Psa 19:14 (19:15) Gefallen laß Dir meines Mundes Worte und meines Herzens Sinnen, / mein Hort und mein Erlöser, Du mein Herr! Psa 20:1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David. (20:2) Der Herr erhöre dich noch an dem Tag der Not! / Des Gottes Jakobs Name schütze dich! Psa 20:2 (20:3) Er sende aus dem Heiligtum dir Hilfe / und stütze dich von Sion her! Psa 20:3 (20:4) Er nehme an all deine Opfergaben / und freue sich an deinen Brandopfern! (Sela.) Psa 20:4 (20:5) Er gebe dir, was nur dein Herz begehrt; / und lasse alle deine Pläne wohl gelingen! Psa 20:5 (20:6) Dann jauchzen wir ob deines Sieges / und jubeln laut in unseres Gottes Namen. / Der Herr erfülle dir die Wünsche all! - Psa 20:6 (20:7) jetzt weiß ich es: Der Herr hilft dem, den er gesalbt, / erhört ihn von dem heiligen Himmel her mit hilfereichen Taten seiner Rechten. Psa 20:7 (20:8) Sind jene noch so stolz auf Wagen und auf Rosse, / wir sind es auf den Namen unsres Herrn und Gottes. Psa 20:8 (20:9) Sie krümmen sich und stürzen hin; / wir aber stehen wieder auf. Psa 20:9 (20:10) Herr, hilf dem König / und höre uns, sooft wir rufen! Psa 21:1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David. (21:2) Ein König freut sich über Deine Macht, / und wie frohlockt er über Deine Hilfe, Herr! Psa 21:2 (21:3) Erfüllt hast Du ihm seinen Herzenswunsch, / ihm nicht versagt, was seine Lippen sich erfleht. (Sela.) Psa 21:3 (21:4) Entgegen kamst Du ihm mit reichem Segen / und setztest eine goldene Krone ihm aufs Haupt. Psa 21:4 (21:5) Um Leben hat er Dich gebeten; Du hast's ihm geschenkt, / ein langes Leben, unvergänglich. Psa 21:5 (21:6) Sein Ruhm wird groß durch Deine Hilfe; / Du hüllest ihn in Glanz und Majestät. Psa 21:6 (21:7) Du machst zum Segen ihn für immerdar / und labst ihn mit den Wonnen Deines Angesichtes. - Psa 21:7 (21:8) Ja, auf den Herrn vertraut der König / und zweifelt nimmer an des Höchsten Huld. - Psa 21:8 (21:9) Gewachsen allen Deinen Feinden zeigt sich Deine Hand, / gewachsen Deine Rechte allen denen, die Dich hassen. Psa 21:9 (21:10) Zur rechten Zeit, o Herr, / machst Du Dein Angesicht zur Feueresse, / die sie mit ihrer Glut vernichtet, / und Feuer frißt sie auf. Psa 21:10 (21:11) Du tilgst vom Boden ihre Frucht / und aus den Menschenkindern ihren Stamm, Psa 21:11 (21:12) Weil sie mit Bösem Dir gedroht und Pläne sich ersonnen, / wie sie es nimmer durften. Psa 21:12 (21:13) Denn grausam wirfst Du diese hin / und zielst mit Deinem Bogen auf ihr Angesicht. Psa 21:13 (21:14) Erhebe, Herr, Dich wiederum in Deiner Kraft! / Wir möchten Deinen Sieg mit Sang und Spielen feiern. Psa 22:1 Auf den Siegesspender bei der Morgenröte, ein Lied, von David. (22:2) Mein Gott, mein Gott, was hast Du mich verlassen, / und stehst so ferne meinen Angst- und Klagerufen? Psa 22:2 (22:3) Mein Gott, am Tag erhebe ich den Ruf, / und Du erhörst mich nicht, / und also in der Nacht; / Stillschweigen ist mir nicht vergönnt. Psa 22:3 (22:4) Und doch bist Du der Heilige Israels, / Du schrecklich Thronender. Psa 22:4 (22:5) Auf Dich vertrauten unsere Väter; / sie hofften, und Du halfest ihnen. Psa 22:5 (22:6) Sie schrieen auf zu Dir und fanden Rettung, / und ihr Vertrauen auf Dich ward nicht getäuscht. Psa 22:6 (22:7) Ich aber bin ein Wurm, kein Mann, / der Leute Spott, verachtet von dem Pöbel. Psa 22:7 (22:8) Mich höhnt, wer mich nur sieht, / verzieht den Mund und schüttelt mit dem Kopf. Psa 22:8 (22:9) "Er freut sich an dem Herrn, der rette ihn! / Der helfe ihm! Er ist sein Liebling." Psa 22:9 (22:10) Du halfst mir aus der Mutter Schoß; / Du bargst mich an der Mutter Brust. Psa 22:10 (22:11) Auf Dich bin ich vom Mutterschoß her angewiesen; / vom Mutterleibe an bist Du mein Gott. Psa 22:11 (22:12) Bleib mir nicht fern! / Die Not ist nah, und niemand hilft. Psa 22:12 (22:13) Der Farren viele stehen um mich her, / und mich umringen Basanstiere. Psa 22:13 (22:14) Sie sperren gegen mich die Rachen auf, / wie Löwen, die vor Mordlust brüllen. Psa 22:14 (22:15) Wie Wasser bin ich hingegossen; / all meine Glieder haben sich gelöst. / Mein Herz ist mir wie Wachs geworden, / in meinem Busen hingeschmolzen. Psa 22:15 (22:16) Vertrocknet ist wie Lehm mein Schlund; / am Gaumen haftet mir die Zunge, / und wie mit Todesfarbe überzieht es mich. Psa 22:16 (22:17) Denn Hunde haben mich umringt, / der Frevler Rotte mich umgeben; / sie machen Löcher mir an Händen und an Füßen. Psa 22:17 (22:18) Ich spüre Pein in allen meinen Gliedern; / sie schauen zu und weiden sich an mir. Psa 22:18 (22:19) Sie teilen meine Kleider unter sich / und werfen über mein Gewand das Los. Psa 22:19 (22:20) Herr, sei nicht fern! / Zu Hilfe, meine Stärke; schnell! Psa 22:20 (22:21) Errette vom Verderben meine Seele, / aus der Gewalt der Hunde jetzt mein Leben! Psa 22:21 (22:22) Entreiße mich der Löwen Rachen! / Rett aus den Hörnern der Wildochsen mich! Psa 22:22 (22:23) Dann kündige ich meinen Brüdern Deinen Ruhm / und preise Dich in der Gemeinde also: Psa 22:23 (22:24) "Die ihr den Herrn fürchtet, preiset ihn! / Von Jakobs Stamm ihr alle, ehret ihn! / Von Israels Geschlecht ihr alle, fürchtet ihn! Psa 22:24 (22:25) Denn er verachtet und verschmäht es nicht, / den Armen zu erhören, / verhüllt sein Antlitz nicht vor ihm, / und wenn er zu ihm ruft, erhört er ihn." Psa 22:25 (22:26) Dann trag ich meine Dankesschuld in großer Volksgemeinde ab; / ich bringe dann gelobte Opfer dar vor denen, die ihn fürchten. Psa 22:26 (22:27) Dann sollen satt die Armen werden, / den Herrn rühmen, die ihn suchen: / "Auflebe euer Herz für immer!" Psa 22:27 (22:28) Dann kehren sich zum Herrn die Erdenenden alle, / und alle Heidenstämme / beten vor Dir dann an, bedenkend, Psa 22:28 (22:29) daß nur dem Herrn das Königtum gebührt, / und daß er auch den Heiden Herrscher ist. Psa 22:29 (22:30) Nur ihn allein beten auf Erden alle an. / Ihm beugt sich, wer zur Grube fährt / und dessen Seele nicht mehr lebenskräftig. Psa 22:30 (22:31) Die Nachwelt derer, die ihm dienen, / sie rühmt den Herrn dem kommenden Geschlecht Psa 22:31 (22:32) und kündet einem nachgeborenen Volke seine Liebe / und was er ihm getan. Psa 23:1 Ein Lied, von David. - Mein Hirte ist der Herr; / mir mangelt nichts. Psa 23:2 Er lagert mich auf grünen Auen; / er leitet mich zu stillen Wassern, Psa 23:3 lenkt mein Begehr / und leitet mich auf rechten Pfaden zu seines Namens Wohnstatt hin. - Psa 23:4 Und walle ich im Tal des Todesschattens, / ich fürchte keinerlei Gefahr; / denn Du begleitest mich. Ein Trost sind mir Dein Stab und Deine Rute, / die mir zur Leitung dienen. Psa 23:5 Du richtest mir ein Mahl vor meinen Neidern zu. / Du salbst mein Haupt mit Öl und schenkst mir vollen Becher ein. Psa 23:6 In meinem Leben folgt mir Glück und Huld, / und immer weile ich im Haus des Herrn. Psa 24:1 Von David, ein Lied. - Die Erde ist des Herrn und was sie füllt; / sein ist die Welt und alles, was da wohnt. Psa 24:2 Auf Meere hat er sie gegründet, / auf Ströme sie gestellt. Psa 24:3 Wer darf den Berg des Herrn besteigen? / Wer seinen heiligen Ort betreten? Psa 24:4 Wer reine Hände hat und lautern Herzens ist, / wer nie nach Falschheit giert, dem Wahn nicht huldigt, Psa 24:5 wer Segen von dem Herrn empfängt / und Wohlergehn von seines Heiles Gott. Psa 24:6 Also gesinnt ist das Geschlecht, das sein begehrt, / und das dein Antlitz, Jakob, sucht. (Sela.) Psa 24:7 Hebt eure Häupter hoch, ihr Tore. / Ihr alten Pforten recket euch! / Einzieht der Völkermenge König. Psa 24:8 Wer ist der Völkermenge König? / Der Herr ist es, der Starke und Gewaltige, / der Herr, der Kriegsheld. - Psa 24:9 Hebt eure Häupter hoch, ihr Tore. / Erhebet sie, ihr alten Pforten! / Einzieht der Völkermenge König. Psa 24:10 Wer ist der Völkermenge König? / Der Herr der Heeresscharen. / Er ist der Völkermenge König. (Sela.) Psa 25:1 Von David. - Nach Dir verlangt mich, Herr. Psa 25:2 Mein Gott, auf Dich nur hoffe ich. / Laß nimmer mich zuschanden werden! / Laß meine Feinde über mich nicht jubeln! Psa 25:3 Nicht einer, der auf Dich vertraut, wird je zuschanden. / Doch leer gehn aus die Abgefallenen. Psa 25:4 Belehre, Herr, mich über Deine Wege! / Gewöhne mich an Deine Pfade! Psa 25:5 In Deiner Treue leite mich! / Gewöhne mich daran! / Denn Du bist meines Heiles Gott; / stets hoffe ich auf Dich. - Psa 25:6 Gedenke Deiner Liebe, Herr, / und Güte! Sie sind von Ewigkeit. Psa 25:7 Gedenk nicht meiner Jugendsünden, meiner Missetaten nicht! / Gedenk mir dessen nur, was Deiner Gnade würdig ist, / um Deiner Güte willen, Herr! - Psa 25:8 Der Herr ist gütig und wahrhaftig; / drum zeigt er Irrenden die rechte Bahn. Psa 25:9 Bedrückte leitet er, wie's richtig ist, / gewöhnt an seinen Weg die Dulder. Psa 25:10 Des Herrn Wege all' sind Lieb' und Treue / für die, die seinen Bund und seine Lehren halten. - Psa 25:11 Um Deines Namens willen, Herr, / vergib mir meine Schuld, so groß ist sie! - Psa 25:12 Ist irgendwo ein Mann in Furcht des Herrn, / so zeigt er ihm den Weg, den jener wählen soll. Psa 25:13 Ihm ist das Glück auch hold; / sein Stamm ererbt das Land. Psa 25:14 Des Herrn Geheimnis eignet denen, die ihn fürchten; / in seinen Bund weiht er sie ein. Psa 25:15 Mein Auge schaut stets auf den Herrn; / denn meine Füße kann er vor dem Netz bewahren. Psa 25:16 Schau her auf mich! Sei gnädig mir! / Verlassen bin ich, elend. Psa 25:17 Erweitere mein beklemmtes Herz! / Aus meinen Nöten rette mich! Psa 25:18 Schau meine Pein, mein Elend an! / Vergib mir alle meine Sünden! - Psa 25:19 Betrachte meine Feinde, welche Menge, / den Haß, wie furchtbar sie mich hassen! Psa 25:20 Mein Leben schirme, rette mich, / damit ich nicht zuschanden werde! Ich harre Dein. Psa 25:21 Mir bleibe Unschuld! / Mir bleibe Redlichkeit! Ich harre Dein. Psa 25:22 Erlöse Israel aus allen seinen Nöten, Gott! Psa 26:1 Von David. - Urteile, Herr, / ob ich in Unschuld nicht gewandelt / und sonder Wanken auf den Herrn vertraut! Psa 26:2 Prüf mich, erprob mich, Herr! / Rein ist mein Herz und mein Gewissen. Psa 26:3 Denn Deine Güte schwebte mir vor Augen, / und Dir getreu bin ich gewandelt. Psa 26:4 Bei schlechten Männern bin ich nie gesessen; / hab nie mit Lichtscheuen Umgang gepflogen. Psa 26:5 Ich haßte die Zusammenkunft der Bösen, / und bei den Frevlern saß ich nicht. Psa 26:6 In Unschuld wasche ich die Hände / und schreite gern um Deinen Altar, Herr. Psa 26:7 Ich lausche Deines Lobes Stimme / und künde alle Deine Wunder. Psa 26:8 Ich liebe, Herr, den Aufenthalt in Deinem Hause, / das Weilen an der Stätte Deiner Herrlichkeit. Psa 26:9 Raff meine Seele nicht mit Sündern hin, / mein Leben nicht mit Mordgesellen, Psa 26:10 in deren Händen Schandtat käuflich ist, / und deren Rechte voll ist von Bestechung! Psa 26:11 Ich aber wandle hin in meiner Unschuld. / Erlöse mich! Und sei mir gnädig! Psa 26:12 Betritt mein Fuß dann ebnen Weg, / lobpreise ich Dich, Herr, mit Chören. Psa 27:1 Von David. - Der Herr mein Licht, mein Heil! / Wen soll ich fürchten? / Der Herr mein Lebenshort! / Wen muß ich scheuen? Psa 27:2 Wenn Übeltäter sich mir nahen, / nach meinem Fleische gierig, / sie, meine Gegner, meine Feinde, / so straucheln sie und stürzen. Psa 27:3 Und lagert sich ein Heer um mich / mein Herz bleibt unerschrocken. / Erhebt sich gegen mich ein Kampf, / auch dann bin ich getrost. - Psa 27:4 Um eines bitte ich den Herrn, / Nur dies erflehe ich für mich: / Im Haus des Herrn zu weilen / die Tage alle, die ich lebe, des Herrn Lieblichkeit zu kosten / und sie in seinem Tempel zu betrachten. - Psa 27:5 Er birgt in seiner Hütte mich am unglücksvollen Tage / und schirmt mich in dem Schutze seines Zeltes / und sichert mich auf hohen Felsen. Psa 27:6 Und hebt sich dann mein Haupt empor / hoch über meine Feinde ringsumher, / dann opf're ich in seinem Zelt mit lautem Jubelschalle / und weihe Sang und Spiel dem Herrn. - Psa 27:7 So hör doch, Herr! Ich rufe laut.- / Sei gnädig mir! Erhöre mich! Psa 27:8 Dein, spricht mein Herz, ist ja das Wort: / "Ihr sollt mein Antlitz suchen!" / So suche ich Dein Antlitz, Herr. Psa 27:9 Verbirg Dein Antlitz nicht vor mir! / Weis nicht im Zorne Deinen Diener ab! / Sei Beistand mir! Verstoß mich nimmer! / Verlaß mich nicht, mein hilfereicher Gott! Psa 27:10 Es heißt: "Verläßt mich selbst der Vater und die Mutter, / nimmt mich der Herr zu sich." Psa 27:11 So zeige Deinen Weg mir, Herr, / und leite mich auf ebner Bahn um meiner Feinde willen! Psa 27:12 Nicht gib mich meiner Feinde Willkür preis! / Denn gegen mich stehn falsche Zeugen auf / und solche, die Gewalttat schnauben. - Psa 27:13 Als ob ich nimmer die Gewißheit hätte, / daß ich des Herrn Güte noch erfahre im Lande der Lebendigen! - Psa 27:14 Hoff auf den Herrn! Sei nur getrost / und guten Muts und hoffe auf den Herrn! Psa 28:1 Von David. - Ich rufe, Herr, zu Dir. / Sei doch nicht taub vor mir, mein Hort! / Wenn Du vor mir verstummst, / dann gleiche ich ins Grab Gesunkenen. Psa 28:2 Mein lautes Flehen hör, wenn ich, zu Dir um Hilfe rufend, / zu Deinem Allerheiligsten die Hände breite! Psa 28:3 Nicht lange laß mich sein bei Frevlern / und nicht bei Übeltätern! / Sie reden freundlich mit dem Nächsten; / doch sinnen sie im Herzen Böses. Psa 28:4 Vergilt Du ihnen ihrer Tat gemäß, / nach ihrer bösen Art! / Nach ihrer Hände Werk belohne sie! / Behandle sie, wie sie's verdienen! Psa 28:5 Sie achten nimmer auf des Herren Taten und nicht auf seiner Hände Werk; / sie reißen sie herab und bauen sie nicht auf, - Psa 28:6 Gepriesen sei der Herr, / wenn er mein lautes Flehen hört! Psa 28:7 Der Herr ist mir ein Schutz und Schild; / auf ihn vertraut mein Herz. / Mir wird geholfen; mein Herz frohlockt. / Ich danke ihm mit meinem Liede. Psa 28:8 Der Herr ist seines Volkes Schutzgott, / ein Zufluchtsort, wo sein Gesalbter Hilfe findet. Psa 28:9 Zuhilfe Deinem Volk! Den ewig Deinen spende Segen! / Und weide sie und sorge ewiglich für sie! Psa 29:1 Ein Lied, von David. - Ihr Gottessöhne! Bringet für den Herrn herbei, / bringt Kostbarkeiten, Schätze für den Herrn! Psa 29:2 Bringt für den Herrn die Schätze, seines Namens würdig! / Werft vor den Herrn euch hin mit Schmuck fürs Heiligtuni! - Psa 29:3 Des Herrn Stimme dröhnet über den Gewässern. / Der Gott der Herrlichkeit ließ donnern; / der Herr war über mächtigen Gewässern. Psa 29:4 Des Herrn Stimme schallt in Kraft; / des Herrn Stimme schallt mit Majestät. Psa 29:5 Des Herrn Stimme splittert Zedern. / Der Herr zerschmettert Zedern Libanons. Psa 29:6 Er ließ den Libanon gleich einem Kalbe hüpfen, / den Sirjon wie ein Büffeljunges. Psa 29:7 Des Herrn Stimme spaltet Feuerflammen. Psa 29:8 Des Herrn Stimme macht die Wüste beben. / Einst ließ der Herr die Wüste Kades zittern. Psa 29:9 Des Herrn Stimme macht, daß Rehe werfen, / und daß entblößt die Wälder werden. / Mit ihrer ganzen Kraft bestellt er Schätze in sein Heiligtum. - Psa 29:10 Und überm Sintflutregen hatte einst der Herr gethront. / Der Herr war König schon in alten Zeiten. Psa 29:11 Der Herr verleihe Schätze seinem Volk! / Mit Frieden segne doch der Herr sein Volk! Psa 30:1 Ein Lied. Ein Gesang zur Tempelweihe. Von David. (30:2) Erheben will ich Dich, wenn Du mich aus der Tiefe zögest, Herr, / und wenn Du meine Feinde über mich nicht jubeln ließest. Psa 30:2 (30:3) Ich rufe, Herr, mein Gott, zu Dir, / Du mögest Heil mir schenken. Psa 30:3 (30:4) Der Unterwelt entziehe mich! Mein Leben rette, Herr, / aus denen, die zur Grube fahren. - Psa 30:4 (30:5) Lobsingt dem Herrn, ihr seine Frommen! / Lobpreiset seinen heiligen Namen! Psa 30:5 (30:6) Sein Zorn währt einen Augenblick, / ein Leben seine Huld. / Und kehrt am Abend Weinen ein, / am Morgen ist schon Jubel da. Psa 30:6 (30:7) Ich sage ganz getrost / und zweifle nie daran: Psa 30:7 (30:8) "Du, Herr, in Deiner Huld, / Du stehst mir da als fester Berg; / verhüllest Du jedoch Dein Angesicht, dann packt mich Grauen." - Psa 30:8 (30:9) Ich rufe, Herr, zu Dir; / zu meinem Herren flehe ich: Psa 30:9 (30:10) Was nützt Dir mein Verstummen, / wenn ich hinab zur Grube stiege? / Kann Dich ein Stäubchen preisen / und Deine Treue künden? Psa 30:10 (30:11) Herr! Höre! Sei mir gnädig! / Sei mir ein Helfer, Herr! Psa 30:11 (30:12) Verwandle Du in Reigen meine Trauer! / Befrei mich von dem Bußgewand! / Umgürte mich mit Freude! Psa 30:12 (30:13) Dann singt ein lebend Wesen Dir und wird nie still. / Dann preise ich Dich, Herr, mein Gott, auf immer. Psa 31:1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David. (31:2) Geborgen hab ich mich bei Dir, o Herr. / Nun laß mich nicht zuschanden werden! / In Deiner Güte rette mich! Psa 31:2 (31:3) Neig mir Dein Ohr! / Und hilf nur eilends! / Sei Felsenburg und Feste mir zu meiner Rettung! Psa 31:3 (31:4) Mein Fels und meine Burg bist Du. / Leit mich, führ mich um Deines Namens willen! Psa 31:4 (31:5) Bewahre mich vor diesem Netz, / das sie mir heimlich legen! / Du bist ja meine Schutzwehr. Psa 31:5 (31:6) In Deine Hände, Herr, befehl ich meinen Geist; / Du rettest mich, Du treuer Gott. - Psa 31:6 (31:7) Ich hasse die, die sich an eitle Götzen halten; / denn ich vertraue auf den Herrn. Psa 31:7 (31:8) Ich möchte jubeln, jauchzen über Deine Huld, / wenn Du mein Elend schautest und merktest meiner Seele Ängste. Psa 31:8 (31:9) Der Feindeshand gib mich nicht preis! / Stell mich auf freien Fuß! Psa 31:9 (31:10) Herr! Sei mir gnädig! Sieh, mir ist so bange. / Vor Kummer krankt mein Auge, / mein Leib und meine Seele. Psa 31:10 (31:11) Denn unter Jammer welkt mein Leben hin / und meine Jahre unter Seufzen. / Durch meine Schuld ist mir die Kraft gelähmt / und die Gesundheit mir zerstört. Psa 31:11 (31:12) Ich bin all meiner Gegner Spott geworden. / Und erst bei meiner Nachbarschaft! / Ein Schrecken meinen besten Freunden! / Mich flieht, wer draußen mich erblickt. Psa 31:12 (31:13) Vergessen bin ich völlig, wie ein Toter; / wie ein verloren Ding bin ich. Psa 31:13 (31:14) Ich höre das Gerede vieler: "Seht, nur Schrecken um ihn her", / weil alle sich verschwören wider mich / und mich zu morden planen. Psa 31:14 (31:15) Ich aber hoffe, Herr, auf Dich; / "Du bist mein Gott", / so spreche ich. Psa 31:15 (31:16) In Deinen Händen liegt mein Schicksal. / Errette mich aus meiner Feinde und Verfolger Hand! Psa 31:16 (31:17) Laß über Deinen Knecht Dein Antlitz leuchten! / Errette mich durch Deine Gnade! Psa 31:17 (31:18) Herr, laß mich nicht zuschanden werden, da ich zu Dir rufe! / Zuschanden mögen Frevler werden und in die Hölle stumm versinken! Psa 31:18 (31:19) Daß sie verstummen, diese Lügenmäuler, / die dem Gerechten Grauenvolles künden, / höhnisch und stolz! - Psa 31:19 (31:20) Wie reich ist doch Dein Gut, / das denen Du bewahrest, die Dich fürchten, / das denen Du bereitet, die auf Dich hoffen, / und das für andere Menschen unerreichbar ist! Psa 31:20 (31:21) Du birgst im Schutze Deiner Flügel sie vor Menschenhändeln / und wahrst in einem Zelte sie vor Zungenhader. Psa 31:21 (31:22) Gepriesen sei der Herr, wenn er mir seine Wundergüte / noch einmal in der Not beweist! Psa 31:22 (31:23) Ich denke zwar in meiner Angst: / "Aus Deinen Augen bin ich ganz verstoßen"; / allein Du hörst mein lautes Flehen, / erhebe ich zu Dir den Hilferuf. - Psa 31:23 (31:24) So liebt den Herrn, ihr seine Frommen alle! / Die treuen Seelen schützt der Herr. / Doch dem, der Hochmut übt, vergilt er ganz genau nach Maß. Psa 31:24 (31:25) So seid getrost und unerschrocken alle, / die auf den Herrn vertrauen! Psa 32:1 Von David; ein Lehrgedicht. - Dem Menschen Heil, / dem seine Missetat vergeben ist / und dessen Sünde zugedeckt! Psa 32:2 Dem Menschen Heil, / dem seine Schuld der Herr nicht länger anrechnet, / in dessen Geist sich keine Täuschung findet! Psa 32:3 Solange ich's verschwieg, / verfiel mein Leib durch tägliches Gestöhn. Psa 32:4 Denn Deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und Nacht. / Gewandelt hat sich meine Lebenskraft gleichsam in dürre Sommerfrucht. (Sela.) Psa 32:5 Doch als ich Dir die Schuld bekannte / und meine Sünde länger nicht verhehlte, / und als ich sprach: "Dem Herrn gesteh ich meine Missetaten", / da nahmst Du meine Sündenschuld hinweg. (Sela.) Psa 32:6 Drum sollte jeder Fromme zu Dir flehen, / sobald er etwas findet. / Anstürmen mögen starke Wasserfluten, / sie kommen nicht zu ihm. Psa 32:7 Du bist mir Schutz, / bewahrst mich vor dem Feinde, / stellst Dich zur Seite mir mit Rettungsrufen. (Sela.) Psa 32:8 "Ich will dich unterweisen, / will den Weg dir zeigen, auf dem du gehen sollst; / ich möchte, Liebling, dich beraten. Psa 32:9 Sei nicht dem unverständigen Roß und Maultier gleich! / Ihr Ungestüm muß man mit Zaum und Zügel hemmen. / Zieh nimmer dich zurück!" Psa 32:10 Den Frevler treffen viele Plagen. / Wer aber auf den Herrn vertraut, / dem ist er überall mit seiner Huld zur Seite. - Psa 32:11 Ihr Frommen! Freuet euch am Herrn, frohlockt! / Ihr frommen Seelen alle, jauchzet! Psa 33:1 Ihr Frommen, jauchzt dem Herrn! / Den Redlichen ziemt Lobgesang. Psa 33:2 Mit Zitherklängen dankt dem Herrn! / Ihm spielt auf Harfen mit zehn Saiten! Psa 33:3 Ihm singt ein nie gehörtes Lied! / Und schlaget kräftig in die Saiten, daß es schallt! Psa 33:4 Wahrhaftig ist das Wort des Herrn, / und Treue ist sein ganzes Tun. Psa 33:5 Er liebt Gerechtigkeit und Recht; / des Herrn Güte ist die Erde voll. Psa 33:6 Die Himmel sind geworden durch das Wort des Herrn, / durch seines Mundes Hauch ihr ganzes Heer. Psa 33:7 Er sammelt wie in einen Schlauch ein Meer von Wasser / und legt in Speicher Ozeane. Psa 33:8 So fürchte alle Welt sich vor dem Herrn! / Vor ihm erschauere jeder Erdbewohner! Psa 33:9 Denn so er spricht, geschieht's, / gebietet er's, so bleibt es aus. Psa 33:10 Zunichte macht der Herr der Heiden Plan; / der Völker Absichten vereitelt er. Psa 33:11 Der Plan des Herrn ist unveränderlich, / und seines Herzens Pläne gelten für und für. Psa 33:12 Heil sei dem Heidenvolke, dessen Gott der Herr, / der Nation, die er zur ewig Seinen sich erkoren! Psa 33:13 Vom Himmel schaut der Herr herab / und blickt auf alle Menschenkinder! Psa 33:14 Von seiner Wohnstatt schaut er nieder auf alle Erdbewohner. Psa 33:15 Ihm, der geschaffen ihre Herzen allzumal, / dem ist bekannt ihr ganzes Tun. Psa 33:16 Kein König siegt durch Heeresmacht; / den Riesen rettet nicht die Fülle seiner Kraft. Psa 33:17 Betrogen, wer vom Roß den Sieg erwartet; / nicht Rettung bringt es ihm trotz großer Stärke. Psa 33:18 Auf denen, so ihn fürchten, ruht des Herrn Auge, / auf denen, die von seiner Güte hoffen, Psa 33:19 daß er vor Pest ihr Leben rette / und sie in Hungersnot erhalte. Psa 33:20 Dem Herrn gilt unserer Seele Harren; / uns ist er Schutz und Schild. Psa 33:21 So froh wird unser Herz durch ihn; / denn wir vertrauen seinem heiligen Namen. Psa 33:22 Herr! Deine Gnade walte über uns, / so wie wir sie von Dir erhoffen! Psa 34:1 Von David, als er seinen Verstand vor Abimelech verstellte und dieser ihn verjagte, worauf er sich entfernte. (34:2) Lobpreisen will ich jederzeit den Herrn. / Sein Lob sei stets in meinem Munde! Psa 34:2 (34:3) Es rühme meine Seele sich im Herrn! / Die Armen sollen's hören und sich freuen! Psa 34:3 (34:4) Verherrlichet den Herrn mit mir! / Laßt uns gemeinsam seinen Namen preisen! Psa 34:4 (34:5) Den Herrn such ich auf; er hört auf mich, / befreit mich aus den Ängsten all. Psa 34:5 (34:6) Mich schauet an und strahlt vor Freude! / Nie röte mehr sich euer Angesicht! Psa 34:6 (34:7) Hier ist ein armer Mensch, der einst gerufen. / Der Herr vernahm's und half ihm aus den Nöten all. Psa 34:7 (34:8) Des Herrn Engel lagert sich um jene, die ihn fürchten, / er rettet sie. Psa 34:8 (34:9) So kostet und erfahrt, wie gut der Herr! / Wie wohl dem Mann, der ihm vertraut! Psa 34:9 (34:10) Vorm Herrn habt Furcht, ihr, seine Heiligen! / Denn die ihn fürchten, leiden keinen Mangel. Psa 34:10 (34:11) Die Gottesleugner hungern darbend; / doch denen, die den Herrn aufsuchen, mangelt nicht, was ihnen frommt. Psa 34:11 (34:12) Her, Kinder, hört mir zu! / Ich lehre euch die Furcht des Herrn. Psa 34:12 (34:13) Wer ist der Mann, der Lust zum Leben hat, / der zum Genuß des Glückes leben möchte? Psa 34:13 (34:14) Behüte vor dem Bösen deine Zunge, / vor trügerischer Rede deine Lippen! Psa 34:14 (34:15) Vom Bösen laß und tu das Gute! / den Frieden such! Ihm jage nach! Psa 34:15 (34:16) Des Herrn Augen achten auf die Frommen / und seine Ohren auf ihr Flehen. Psa 34:16 (34:17) Des Herrn Antlitz wendet sich den Übeltätern zu / und tilgt ihr Angedenken von der Erde. Psa 34:17 (34:18) Die Frommen schreien, und schon hört's der Herr / und rettet sie aus aller Not. Psa 34:18 (34:19) Der Herr ist nahe den zerknirschten Herzen; / zerschlagenen Gemütern hilft er auf. Psa 34:19 (34:20) In viel Gefahren ist der Fromme; / aus ihnen allen rettet ihn der Herr. Psa 34:20 (34:21) Er hütet jedes seiner Glieder; / versehrt wird auch nicht eins davon. Psa 34:21 (34:22) Den Frevler rafft ein Unfall weg; / des Frommen Hasser müssen es bereuen. Psa 34:22 (34:23) Der Herr erlöst die Seele seiner Diener; / wer auf ihn baut, bereut es nicht. Psa 35:1 Von David. - Bekämpfe, Herr, die mich bekämpfen! / Befehde Du, die mich befehden. Psa 35:2 Nimm Schild und Wehr! / Steh auf zu meiner Hilfe! Psa 35:3 Schwing Beil und Lanze gegen die, so mich verfolgen, / und sprich zu mir: "Ich bin dein Heil!" Psa 35:4 Daß meine Todfeinde voll Scham erröten, / mit Scham zurückgetrieben werden, die auf mein Unheil sinnen! Psa 35:5 Wie Spreu vorm Winde seien sie! / Des Herrn Engel scheuche sie! Psa 35:6 Ihr Weg sei finster, schlüpfrig, / und sie verfolge drauf des Herrn Engel! Psa 35:7 Sie legen ohne Grund mir insgeheim ihr Unglücksnetz; / sie graben für mich grundlos eine Grube. Psa 35:8 "Ihn überfalle ahnungslos ein Taumel! / Das Netz, das heimlich man für ihn gelegt, verstricke ihn! / Im Taumel falle er hinein!" Psa 35:9 Dann jauchzt mein Herz des Herrn wegen / und freut sich seiner Hilfe. Psa 35:10 Dann spricht ein jeder Zoll an mir: / "Wer rettet so wie Du den Schwachen vor dem Starken, Herr, / den Elenden und Armen vor dem Räuber?" Psa 35:11 Auftreten falsche Zeugen / und zeihn mich dessen, was mir nicht bewußt, Psa 35:12 Vergelten Arges mir für Gutes; / sie warten auf mein Leben. Psa 35:13 Und ich? In ihrer Krankheit trage ich ein Bußgewand, / mit Fasten mich abhärmend, / und bete mit gesenktem Haupte. Psa 35:14 Als wär's mein Freund, mein Bruder, so geh ich einher; / als trauerte ich um die Mutter, / so bin ich gebeugt. Psa 35:15 Und diese freuen sich bei meinem Sturze, rotten sich zusammen. / Sie rotten sich zusammen wider mich gar hinterlistig, daß ich's nicht merke; / unaufhörlich lästern sie. Psa 35:16 Des Hohnes, Spottes und der argen Tücke voll, / so fletschen sie die Zähne gegen mich. - Psa 35:17 Wie lange, Herr, siehst Du noch zu? / Entreiß mein Leben ihren Schrecknissen, / mein einziges den jungen Leuen! Psa 35:18 Dann preis ich Dich vor großer Menge / und singe Dir vor vielem Volke. Psa 35:19 Nicht sollen über mich sich freuen, / die unverdient mir feindlich sind, / nicht mit den Augen zwinkern, / die mich ganz unverschuldet hassen! Psa 35:20 Sie reden nicht zum Guten von den Kleinen in dem Land; / des Truges Worte sinnen sie sich aus. Psa 35:21 Sie sperren gegen mich den Mund weit auf / und rufen: "Ha, ha, ha! So sehen wir es gerne." Psa 35:22 Du siehst es, Herr. Schweig nicht dazu! / Herr, sei nicht fern von mir! Psa 35:23 Erwache! Wach zu meinem Rechte auf, / mein Gott und Herr, für meine Sache! Psa 35:24 Verschaffe, Herr, mein Gott, mir Recht nach Deiner Rechtlichkeit! / Nicht lustig machen dürfen sie sich über mich, Psa 35:25 nicht denken: "Ha! So war's erwünscht", / nicht sagen: "Wir vernichten ihn." Psa 35:26 Sich schämen und erröten müssen alle, / die sich an meinem Unglück freuen, / in Schande und in Scham sich hüllen, / die großtun gegen mich! Psa 35:27 Frohlocken, jauchzen sollen aber die, die Heil mir wünschen, / und immerdar soll sprechen: "Hochgepriesen sei der Herr!" / wer Deinem Knecht gewogen ist! Psa 35:28 Auch meine Zunge kündet alsdann Deine Güte / und Deinen Ruhm den ganzen Tag. Psa 36:1 Auf den Siegesspender, von des Herrn Knecht, von David. (36:2) Mein Herz weiß einen Ausspruch über Schlechtigkeit von Frevlern: / "Für Nichts gilt Gottesfurcht in seinen Augen. Psa 36:2 (36:3) Denn er gefällt sich selbst, / dieweil ihm hassenswerte Missetat gelingt. Psa 36:3 (36:4) Sein Mund spricht Lug und Trug; / auf Tugend und Vernunft verzichtet er. Psa 36:4 (36:5) Auf Bosheit sinnt er noch auf seinem Lager, / verweilt auf üblem Weg / und scheut sich nicht vor Übeltat." Psa 36:5 (36:6) Herr, Deine Güte reicht bis in den Himmel, / bis in die Wolken Deine Treue. Psa 36:6 (36:7) Den höchsten Bergen gleich ist Deine Milde / und die Gerechtigkeit bei Dir ist gleich der tiefsten Tiefe. / Du hilfst selbst den vertierten Menschen, Herr. Psa 36:7 (36:8) Wie köstlich, Gott, ist Deine Gnade! / In Deiner Flügel Schatten dürfen sich die Menschen bergen. Psa 36:8 (36:9) Sie dürfen sich erlaben an der reichen Fülle Deines Hauses; / und aus dem Borne Deiner Wonnen tränkst Du sie, Psa 36:9 (36:10) bei Dir ist ja des Lebens Urquell, / in Deinem Licht erblicken wir das Licht. Psa 36:10 (36:11) Laß Deine Liebe immer strömen über die, so Dich bekennen, / und über die geraden Herzen Deine Milde! Psa 36:11 (36:12) Nicht komme an mich her des Übermutes Fuß! / Und nicht vertreibe mich des Frevlers Hand! Psa 36:12 (36:13) Schon fallen sie, die Übeltäter; / sie stürzen, kommen nimmer auf. Psa 37:1 Von David. - Ereifere dich nicht der Bösewichte wegen! / Beneide nicht die Übeltäter! Psa 37:2 Sie welken schnell wie Gras, / verdorren wie das grüne Kraut. Psa 37:3 Vertrau dem Herrn! Tu Gutes! / Verbleib im Land, dich redlich nährend! Psa 37:4 Wie ein verwöhntes Kind komm zu dem Herrn! / Er gibt dir, was dein Herz sich wünscht. Psa 37:5 Befiehl du deinen Weg dein Herrn! / Auf ihn vertrau! Er wird's schon machen. Psa 37:6 Er bringt ans Licht, daß du gerecht, / und an den Tag, daß du im Recht. Psa 37:7 Und schweig zum Herrn und harre sein! / Ereifere über den dich nicht, der sich Erfolg erzwingt, / nicht über einen Mann, der Schwindel treibt! Psa 37:8 Gib auf den Ärger! So ereifere dich nicht, / daß selbst du Böses tätest! Psa 37:9 Denn ausgerottet werden Übeltäter; / die auf den Herrn vertrauen, bleiben im Besitz des Landes. Psa 37:10 Noch kurze Zeit! Dann ist der Bösewicht dahin! / Du schaust nach seiner Stätte. Er ist nicht mehr. Psa 37:11 Die Dulder bleiben im Besitz des Landes / an reichem Glücke sich erlabend. Psa 37:12 Dem Frommen plant zuleid der Frevler Arges / und fletscht die Zähne wider ihn. Psa 37:13 Der Herr lacht seiner; / schon sieht er seinen Tag sich nahen. Psa 37:14 Die Frevler zücken zwar ihr Schwert und spannen ihren Bogen, / um Elende und Arme zu erlegen / und hinzuwürgen, die geraden Wandels. Psa 37:15 Allein ihr Schwert dringt in ihr eigen Herz, / und ihre Bogen splittern. Psa 37:16 Das Wenige bekommt dem Frommen besser, / als Frevlern großer Reichtum. Psa 37:17 Zerbrochen werden ja der Frevler Arme; / die Frommen aber stützt der Herr. Psa 37:18 Der Herr sorgt für die Tage lauterer Menschen, / und ihr Besitztum dauert immerfort. Psa 37:19 Sie werden nicht in böser Zeit zuschanden; / sie werden satt in Hungertagen. Psa 37:20 Denn nur die Frevler gehn zugrunde, / des Herrn Feinde gleich der Auen Pracht; / sie schwinden hin wie Rauch; sie schwinden. Psa 37:21 Der Frevler borgt, / kann's aber nicht zurückerstatten; / freigebig, milde kann der Fromme sein. Psa 37:22 Denn die von ihm Gesegneten verbleiben im Besitz des Landes; / doch die von ihm Verfluchten werden ausgerottet. Psa 37:23 Sind eines Mannes Schritte recht im Hinblick auf den Herrn, / dann kümmert dieser sich um seinen Weg. Psa 37:24 Und wankt er auch, so stürzt er nicht; / ihn stützt der Herr mit seiner Hand. Psa 37:25 Ich war ein Jüngling, ward ein Greis; / doch ganz verlassen habe ich den Frommen nie gesehen, / noch sein Geschlecht um Nahrung betteln. Psa 37:26 Stets milde, leiht es allezeit; / zum Segen sät es aus. Psa 37:27 Dem Laster gram, der Tugend hold, / so bleibst du immerdar. Psa 37:28 Der Herr liebt ja das Recht; / von seinen Frommen läßt er nicht. / Sie sind für alle Zeit geschützt; / der Frevler Brut wird ausgerottet. Psa 37:29 Den Frommen wird das Land zu eigen, / sie bleiben ewiglich darin. Psa 37:30 Des Frommen Mund spricht Weises; / nur Rechtes redet seine Zunge. Psa 37:31 Im Herzen trägt er seines Gottes Lehre, / und seine Schritte schwanken nie. Psa 37:32 Der Frevler lauert auf dem Frommen, / begierig, ihn zu morden. Psa 37:33 Doch überläßt der Herr ihn nimmer seiner Hand, / läßt vor Gericht ihn nicht verdammen. Psa 37:34 Dem Herrn vertrau! Halt dich an seinen Weg! / Dann gibt er dir das Land zu eigen; / der Frevler Untergang erlebst du noch. Psa 37:35 Ich habe einen Frevler voller Trotz gesehen, / so kahl gemacht wie Gras im Felde. Psa 37:36 Man schaute um; er war nicht mehr. / Ich suchte ihn; er war nicht mehr zu finden. Psa 37:37 Merk auf die Lauteren! Schau auf die Redlichen, wie's jedem gut am Ende geht! Psa 37:38 Die Missetäter aber werden all vertilgt; / der Frevler Zukunft wird vernichtet. Psa 37:39 Der Frommen Heil dagegen kommt vom Herrn; / er ist ihr Schutz zur Zeit der Not. Psa 37:40 Der Herr steht ihnen bei und rettet sie; / er schirmt und schützt sie vor dem Bösen; / denn sie vertraun auf ihn. Psa 38:1 Ein Lied; von David, zum Erlernen. (38:2) Bestraf mich nicht in Deinem Zorne, Herr! / In Deinem Grimme züchtige mich nicht noch mehr! Psa 38:2 (38:3) Denn Deine Pfeile sind gar tief in mich gedrungen, / und Deine Hand liegt schwer auf mir. Psa 38:3 (38:4) An meinem Fleische ist nichts heil ob Deinem Zorn, / nichts unversehrt an meinem Leib ob meiner Sünde. Psa 38:4 (38:5) Denn meine Sünden übersteigen mir das Haupt, / sind mir zu schwer, wie eine ungeheure Last. Psa 38:5 (38:6) Und eiternd faulen meine Wunden / um meiner Torheit willen. Psa 38:6 (38:7) Ich winde mich und krümme mich so heftig / und allzeit gehe ich betrübt einher. Psa 38:7 (38:8) In meinem Innern wühlt der Brand; / an meinem Leib ist nichts Gesundes. Psa 38:8 (38:9) Ich bin gelähmt, zermalmt und stöhne; / mir klopft das Herz. Psa 38:9 (38:10) Vor Dir liegt jeder meiner Wünsche offen, Herr; / mein Seufzen ist Dir nicht verborgen. Psa 38:10 (38:11) Mir pocht das Herz und steht mir still, / und meine Kraft, mein Augenlicht versagen mir den Dienst. Psa 38:11 (38:12) Die Freunde und Gefährten treten zurück vor meiner Plage; / fern stehen die Verwandten mir. Psa 38:12 (38:13) Die auf mein Leben lauern, legen Schlingen, / und die mein Unglück suchen, drohen mit Verderben / und schmieden täglich Ränke. Psa 38:13 (38:14) Und ich? Ich bin wie taub und höre nichts, / bin wie ein Stummer, der den Mund nicht öffnet, Psa 38:14 (38:15) bin wie ein Mensch, der nichts versteht / und keinen Widerspruch im Munde führt. Psa 38:15 (38:16) Denn ich vertraue, Herr, auf Dich; / Du Herr, mein Gott, wirst Rede stehen, Psa 38:16 (38:17) Weil ich mir sag, sie dürfen meiner nimmer spotten, / und glitte aus mein Fuß, nicht über mich frohlocken. Psa 38:17 (38:18) Schon bin ich ja dem Falle nah, / stets meiner Schwäche mir bewußt. Psa 38:18 (38:19) Denn ich bekenne meine Schuld / und gräme mich um meine Sünde. Psa 38:19 (38:20) Doch zahlreich sind, die unverschuldet mich befeinden, / und viele, die mich grundlos hassen, Psa 38:20 (38:21) und die mit Bösem Gutes mir vergelten, / mich lästern, daß ich nach dem Guten strebe. Psa 38:21 (38:22) Verlaß mich nicht, o Herr! / Mein Gott, entfern Dich nicht von mir! Psa 38:22 (38:23) Zu meinem Schutze schnell herbei! / Zu Hilfe, Herr! Psa 39:1 Auf den Siegesspender, für Zurückgezogene ein Lied, von David. (39:2) Ich denke: Ich hab acht auf meinen Wandel, / daß ich nicht sündige mit meiner Zunge. / Ich will mit einem Zaume meinen Mund verwahren / vor frevler Rede, die sich mir aufdrängt. Psa 39:2 (39:3) Ich habe still geschwiegen, nichts von Besserung gesagt. / Verbissen wird mein Schmerz. Psa 39:3 (39:4) Geglüht hat mir das Herz im Busen, / und hab ich dran gedacht, so lobte eine Flamme auf. / Ich lasse meine Zunge reden: Psa 39:4 (39:5) "Herr! Künde mir mein Ziel, / wie ist's mit meiner Tage Maß! / Ich wüßte gern, woran es bei mir fehlt! Psa 39:5 (39:6) Du machst ja spannenlang nur meine Tage, / und meine Lebensdauer ist wie nichts vor Dir. / Nur für das Nichts ist jeder Mensch geschaffen. (Sela.) Psa 39:6 (39:7) Mit Schattenbildern geht der Mensch umher. / Sie machen Lärm um eitlen Tand. / Man scharrt zusammen und weiß nicht, wer es bekommt. Psa 39:7 (39:8) Doch ich, was hoffe ich nur, Herr? / Mein Hoffen geht auf Dich. Psa 39:8 (39:9) Erlöse mich von allen meinen Sünden! / Setz mich dem Spott der Toren nimmer aus!" Psa 39:9 (39:10) Ich schweige, tu den Mund nicht auf; / denn Du hast es getan. Psa 39:10 (39:11) Nimm Deine Plage fort von mir! / Vom Schlage Deiner Hand vergehe ich. Psa 39:11 (39:12) Wenn Du zur Buße für die Sünden / mit Strafen jemand züchtigest, / beschädigst Du sein Teuerstes, als wär's ein leeres Vogelnest. / Ach, jeder Mensch ist nur ein Hauch. (Sela.) Psa 39:12 (39:13) Erhöre mein Gebet, Herr, meinen Hilferuf! / Auf meine Tränen merke! Nimmer schweige! / Ein Gast bin ich bei Dir, / ein Beisaß so, wie meine Väter all. Psa 39:13 (39:14) Sei freundlich doch zu mir, daß ich noch einmal lächle, / bevor ich scheide und hier nimmer weile! Psa 40:1 Auf den Siegesspender, von David, ein Lied. (40:2) Ich hoffe gläubig auf den Herrn; / er schenkt mir auch Gehör und hört mein Rufen. Psa 40:2 (40:3) Er wird mich aus der Mördergrube ziehen, / aus Kot und Schlamm, / und stellen meinen Fuß auf Felsengrund / und meine Schritte sichern. Psa 40:3 (40:4) Er legt ein neues Lied mir in den Mund / ein Lob auf unsern Gott. / Das sollen viele hören und sich fürchten / und zu dem Herrn Vertrauen fassen. Psa 40:4 (40:5) "Dem Manne Heil, der sein Vertrauen auf den Herrn gesetzt, / sich nicht den Frechen beigesellt, / die abgefallen sind zum Truge!" Psa 40:5 (40:6) Du tust zahlreiche Wunder, Herr, mein Gott, / und Deine Pläne, die Du mit uns hast, / - Dir ist nichts gleich - wollt ich sie künden, davon redend, / zu viele wären es, sie zu erklären. Psa 40:6 (40:7) Du wünschest keine Schlacht- noch Speiseopfer; / feinhörig machst Du mich. / Du heischest keine Brand- noch Sündenopfer. Psa 40:7 (40:8) Drum spreche ich: "Bereit bin ich zu dem, / was mir die Buchrolle verzeichnet." Psa 40:8 (40:9) Mein Gott! Wie gerne tu ich Deinen Willen / und trage Dein Gesetz im Herzen. Psa 40:9 (40:10) Verkünden möchte ich das Heil vor zahlreicher Gemeinde; / ich täte meinen Lippen keinen Einhalt. / Du weißt es, Herr. Psa 40:10 (40:11) Im Herzen will ich Deine Liebe nicht begraben, / von Deiner Treue, Deinem Heile will ich reden / und Deine Huld und Treue nicht verhehlen vor der großen Volksgemeinde. Psa 40:11 (40:12) So wehre, Herr, auch Du nicht Deiner Güte gegen mich! / Mich schütze Deine Huld und Treue immerdar! Psa 40:12 (40:13) Denn Leiden ohne Zahl umringen mich; / mich treffen meiner Sünden Strafen. / Ich kann sie nimmer überblicken; / mehr als die Haare meines Hauptes sind es ihrer. / So steht mir stille der Verstand. Psa 40:13 (40:14) Herr! Schnell herbei zu meiner Rettung! / Zu Hilfe eilends, Herr! Psa 40:14 (40:15) Beschämt und schamrot sollen werden alle, / die ernstlich mir nach meinem Leben trachten, / mit Schmach die Flucht ergreifen, die mir übelwollen! Psa 40:15 (40:16) Erstarren sollen auf der Stelle, / die mir entgegenrufen: "Ha!" Psa 40:16 (40:17) Doch jubeln sollen über Dich vor Freude alle, die Dich suchen, / und allzeit rufen: "Groß der Herr!", / die Deinen Sieg sich wünschen! Psa 40:17 (40:18) Bin ich auch selber arm und elend, der Herr sorgt doch für mich. / Du bist mir Rettung und mein Schutz. / Mein Gott! Nicht säume. Psa 41:1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David. (41:2) Heil dem, der an den Kranken denkt! / Am eignen Unglückstag errettet ihn der Herr. Psa 41:2 (41:3) Der Herr behütet ihn und fristet ihm das Leben; / auf Erden wird er glücklich sein. / Gib seiner Feinde Wut ihn nimmer preis! Psa 41:3 (41:4) Auf eigenem Krankenbette stärke ihn der Herr. / Verwandle seinen ganzen Leib in völlige Gesundheit! Psa 41:4 (41:5) Ich spreche: Herr, o sei mir gnädig! / Gib Heilung mir, so sehr ich gegen Dich gesündigt! Psa 41:5 (41:6) Nur Böses wünschen meine Feinde mir: / Wann stirbt er denn? Wann geht sein Name unter?" Psa 41:6 (41:7) Besucht mich einer, spricht er trügerisch; / im Herzen sammelt er sich Lügen, / und tritt er auf die Straße, dann verbreitet er's. Psa 41:7 (41:8) All meine Hasser raunen wider mich / und rechnen auf das Schlimmste, mir zum Schaden: Psa 41:8 (41:9) "Fest ist ein Höllenwerk ihm angeschmiedet. / Wer einmal sich gelegt, kommt nicht mehr auf." Psa 41:9 (41:10) Sogar mein Busenfreund, auf den ich mich verlassen habe, / mein Tischgenosse übertreibt die Folgen mir. Psa 41:10 (41:11) Du aber, Herr, hilf mir erbarmend auf, / daß ich dem Frieden sie gewinne! Psa 41:11 (41:12) Ich merke dran, daß Du mich liebst, / wenn über mich der Feind nicht jauchzt Psa 41:12 (41:13) und wenn ich wiederum gesunde, / da Du mich stärkst und vor Dein Angesicht mich allzeit treten läßt. Psa 41:13 (41:14) Gepriesen sei der Herr, Gott Israels, / von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen! Psa 42:1 Auf den Siegesspender, ein Lehrgedicht, von den Korachiten. (42:2) Gleich einem Hirsch, nach Wasserbächen schmachtend, / so schmachtet meine Seele, Gott, nach Dir. Psa 42:2 (42:3) Nach Gott lechzt meine Seele, dem lebendigen Gott. / Wann darf ich kommen, / daß ich das Antlitz Gottes schaue? Psa 42:3 (42:4) Bei Tag und Nacht sind Tränen meine Speise, / weil man mich täglich fragt: / "Wo ist dein Gott?" Psa 42:4 (42:5) Mein Sinnen und mein Wünschen wäre dies: / Ich möchte hin zum Zelt, zum Hause Gottes wallen, / mit lautem Jubeldanke, eine Festschar leiten. Psa 42:5 (42:6) Was härmst du dich, mein Herz? / Warum ist dir so bang in mir? / Auf Gott vertrau! Ich preise ihn gewißlich noch, / ihn, meines Angesichtes Hilfe, meinen Gott. - Psa 42:6 (42:7) Mein Herz härmt sich in mir; / ich denke deshalb Dein im Jordanlande, / beim Hermon und beim kleinen Berge. Psa 42:7 (42:8) Hier gibt ein Abgrund an den andern weiter Deiner Wasserfälle Hall. / So sind gestürzt all Deine Wogen / und Deine Wellen über mich. Psa 42:8 (42:9) Der Herr entzieht tagsüber seine Huld; / bei Nacht ist er so hart mit mir. / Im Bittgebet zu meines Lebens Gott Psa 42:9 (42:10) will ich zu Gott so sprechen. / "Mein Hort, warum vergißt Du mich?" / Warum muß ich in Trauer wandeln, / vom Feind bedrängt? Psa 42:10 (42:11) Mich haben meine Widersacher drob verhöhnt, / daß meine Glieder brannten. / Sie haben allzeit mich gefragt: / "Wo ist dein Gott?" Psa 42:11 (42:12) Was härmst du dich, mein Herz? / Warum ist dir so bang in mir? / Auf Gott vertrau! Ich preise ihn gewißlich noch, / ihn, meines Angesichtes Hilfe, meinen Gott! Psa 43:1 Schaff Recht mir, Gott! Und führe meine Sache. / gen solch ein lieblos Heidenvolk! / Von falschen, bösen Leuten rette mich! Psa 43:2 Mein Schutzgott bist ja Du. / Warum verstößt Du mich? / Warum muß ich in Trauer wandeln, vom Feind gedrängt? Psa 43:3 Send aus Dein Licht und Deine Wahrheit, / daß sie zu Deinem heiligen Berg mich leiten, / zu Deinen Wohnungen mich führen! - Psa 43:4 Ich möchte zum Altare Gottes kommen, / zum Gotte meiner höchsten Wonne. / Dann brächte ich Dir mit der Zither Lobpreis dar, / du Gott, mein Gott. - Psa 43:5 Was härmst du dich, mein Herz? / Warum ist dir so bang in mir? / Auf Gott vertrau! / Ihn preise ich gewißlich noch, / ihn, meine Hilfe, meinen Gott. Psa 44:1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lehrgedicht. (44:2) Wir wissen's, Gott, vom Hörensagen; / uns haben unsere Ahnen es erzählt: / das Werk, das Du in ihren Tagen, / in alten Zeiten, ausgeführt. Psa 44:2 (44:3) Mit Deinem Arme hast Du Heidenvölker ausgetrieben; / dann pflanztest andere Du ein und riebest Nationen auf, / und andere hast Du ausgebreitet. Psa 44:3 (44:4) Nicht ihrem Schwerte haben sie das Land verdankt; / ihr Arm hat ihnen nicht den Sieg gebracht. / Nein, Deine Rechte und Dein Arm / und Deines Angesichtes Leuchten; Du bist ihnen hold gewesen. - Psa 44:4 (44:5) Du bist mein König, und mein Gott, / der Jakob Sieg entbietet. Psa 44:5 (44:6) Mit Dir nur stoßen wir die Gegner nieder, / zertreten unsere Feinde nur in Deinem Namen. Psa 44:6 (44:7) Nicht meinem Bogen traue ich; / den Sieg verschafft mir nicht mein Schwert. Psa 44:7 (44:8) Nur Du befreist uns von den Gegnern / und machst zuschanden unsere Hasser. Psa 44:8 (44:9) Nur Gottes wollen wir uns allzeit rühmen / und Deinen Namen preisen immerdar. (Sela.) Psa 44:9 (44:10) Nun hast Du uns verworfen, gar zuschanden uns gemacht: / Du ziehst nicht mehr mit unsere Scharen aus. Psa 44:10 (44:11) Du läßt uns vor dem Gegner fliehen, / und unsere Hasser holen Beute sich. Psa 44:11 (44:12) Du gibst uns hin wie Schlachtschafe, / zerstreust uns unter Heiden, / und die Nationen schütteln über uns den Kopf. Psa 44:12 (44:13) Verkaufst Dein Volk um nichts, / Gewinn aus ihrem Kaufpreis ziehst Du nimmer, Psa 44:13 (44:14) Du machst uns unsern Nachbarn zum Gespött, / zum Hohn und Schimpfe allen um uns her. Psa 44:14 (44:15) Zum Sprichwort für die Heiden machst Du uns, / die Nationen alle schütteln über uns den Kopf. Psa 44:15 (44:16) Mein Schimpf steht täglich mir vor Augen, / und Scham bedeckt mein Angesicht Psa 44:16 (44:17) bei dem Geschrei des Spötters und des Lästerers, / vor Feinden und vor Rachegierigen. - Psa 44:17 (44:18) All das hat uns getroffen, / obschon wir Deiner nicht vergessen, / an Deinem Bunde nicht gefrevelt haben. Psa 44:18 (44:19) Doch unser Herz schreckt nicht zurück; / nicht schwanken unsere Schritte ab von Deinem Pfade. Psa 44:19 (44:20) Obschon Du uns in Schrecken bringst an einer Stätte der Schakale, / mit Todesschatten uns umhüllst, Psa 44:20 (44:21) Vergessen wir den Namen unseres Gottes? / Und strecken wir nach einem fremden Gott die Hände aus? Psa 44:21 (44:22) Erforschte dies nicht Gott? / Er kennt des Herzens Heimlichkeiten. Psa 44:22 (44:23) Nein! Deinetwegen mordet man uns täglich / und achtet uns wie Schlachtschafe. Psa 44:23 (44:24) Erwache doch! Was schläfst Du, Herr? / Wach auf! Verwirf uns nicht für immer! Psa 44:24 (44:25) Warum verhüllst Du denn Dein Angesicht / und denkst nicht mehr an unsere Pein und Not? Psa 44:25 (44:26) Gebeugt zum Staub ist unser Körper, / zu Boden unser Leib gedrückt. Psa 44:26 (44:27) Auf jetzt zu unserer Hilfe! / Erlöse uns um Deiner Gnade willen! Psa 45:1 Auf den Siegesspender, für den öffentlichen Gottesdienst, von den Korachiten, ein Lehrgedicht, ein Lied der Liebe. (45:2) Mein Herz bewegt ein feines Ding; / in meinem Liede singe ich von einem König. Psa 45:2 (45:3) Dem schnellsten Schreibegriffel sei meine Zunge dabei ähnlich! / "Du bist so schön wie sonst kein Menschenkind, / und Anmut ist auf deine Lippen ausgegossen, Psa 45:3 (45:4) weil Gott dich segnet für und für. / Umgürte, Held, mit deinem Schwert die Hüfte, mit deiner Zierde, deinem Schmuck! Psa 45:4 (45:5) Und rüste dich mit deiner Zier! / Besteig ein treues Tier mit Siegesmut / und laß dir deine Rechte Wunder weisen! Psa 45:5 (45:6) Geschärft sind deine Pfeile, daß Völker dir zu Füßen fallen, / wenn sie ins Herz der Königsfeinde dringen! Psa 45:6 (45:7) Dein Thron ist ewiglich und immerdar ein Gottesthron, / gerechtes Szepter ist das Szepter deines Reiches. Psa 45:7 (45:8) Du liebst das Recht; das Unrecht hassest du; / drum salbt dich Gott, dein Gott, mit wonniglichem Öle / mehr als deine Mitgenossen. Psa 45:8 (45:9) Mit Myrrhe, Aloë und Kassia erquicken deine Kleider dich / aus elfenbeinernen, minäischen Behältern. Psa 45:9 (45:10) Mit Gaben dir zu Ehren kommen Königstöchter; / mit Ophirgold tritt Dir zur Rechten die Gemahlin." Psa 45:10 (45:11) Merk, Tochter, auf, schau her und neig dein Ohr! / Vergiß dein Volk und deines Vaters Haus! Psa 45:11 (45:12) Und will der König sich an deiner Schönheit laben, / ist er ja doch dein Ehgemahl, zeig dich ihm wohlgewogen! Psa 45:12 (45:13) Du Armutstochter! Mit den Gaben kommen / und huldigen vor dir des Volkes Reichste. Psa 45:13 (45:14) Die ganze Pracht der Königstochter ist inwendig; / in Gold gewirkt ist ihr Gewand. Psa 45:14 (45:15) Auf bunten Teppichen wird sie zum König hingeführt; / jungfräuliche Gespielinnen sind ihr Gefolge; / sie werden zu ihr hingeleitet. Psa 45:15 (45:16) Mit Freudenjubel führt man sie herbei; / sie ziehen in das königliche Schloß. - Psa 45:16 (45:17) An deiner Väter Stelle treten deine Söhne; / du machst sie überall im Land zu Fürsten. Psa 45:17 (45:18) Ein ewig Denkmal will ich deinem Ruhme stiften, / drum sollen dich die Völker ewig preisen! Psa 46:1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, mit verborgenem Sinne ein Gesang. (46:2) Gott ist uns Schutz und Zuversicht, / in Nöten eine Hilfe, leicht zu finden. Psa 46:2 (46:3) Drum fürchteten wir uns auch nicht, selbst wenn die Erde wankte, / versänken Berge gar ins Meer, Psa 46:3 (46:4) daß seine Wasser tosend schäumten, / daß selbst vor seinem Wüten Berge bebten. (Sela.) Psa 46:4 (46:5) Ein Strom ist da. Die Gottesstadt erfreuen seine Arme, / die heiligste der Wohnungen des Höchsten. Psa 46:5 (46:6) In ihr ist Gott; sie kann nicht wanken. / Gott steht ihr bei noch vor der Morgenwende. - Psa 46:6 (46:7) Die Heidenvölker tobten. Reiche wankten. / Darein gedonnert hat er, daß die Erde bebte. - Psa 46:7 (46:8) Der Herr der Heeresscharen ist mit uns; / und eine Burg ist Jakobs Gott für uns. (Sela.) Psa 46:8 (46:9) Herbei und schaut des Herrn Taten, / der überaus Erstaunliches im Land getan! Psa 46:9 (46:10) Die Kämpfe läßt er ruhn bis an des Landes Grenze. / zerbricht die Bogen und zerschlägt die Speere, verbrennt die Schilde. - Psa 46:10 (46:11) "Laßt ab! Bedenket: Ich bin Gott! / Ich will erhaben bei den Heiden sein, / wie ich erhaben bin im eignen Lande." Psa 46:11 (46:12) Der Herr der Heeresscharen ist mit uns; / und eine Burg ist Jakobs Gott für uns. (Sela.) Psa 47:1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lied. (47:2) Ihr Stämme all, klatscht in die Hände! Mit Jubelschall singt eurem Gott! Psa 47:2 (47:3) Als Höchster wird der Herr gefürchtet, / als großer König auf der ganzen Erde. Psa 47:3 (47:4) Er unterjocht uns Völker / und Nationen legt er uns zu Füßen, Psa 47:4 (47:5) bestimmt, daß unser Erbteil uns verbleibe. / der Ruhm für Jakob, den er liebt. (Sela.) Psa 47:5 (47:6) Im Jubelsang fährt Gott empor / und mit Trompetenschall der Herr. - Psa 47:6 (47:7) Lobsinget unserm König! Singt! / Lobsinget unserm König! Singt! Psa 47:7 (47:8) Denn Gott wird König auf der ganzen Erde. / Nun singet herrlich! - Psa 47:8 (47:9) Als König zeigt sich Gott den Heiden; / Gott thront auf seinem heiligen Throne. Psa 47:9 (47:10) Der Völker Fürsten schwinden hin, du Volk des Gottes Abrahams! / Denn Gott gehört die Macht auf Erden. / Erhaben steht er obenan. Psa 48:1 Ein Gesang, ein Lied, von den Korachiten. (48:2) Der Herr ist groß und hochzupreisen / ob unserer Gottesstadt, / ob seines heiligen Berges, Psa 48:2 (48:3) der herrlich sich erhebt, der ganzen Erde Wonne, / der Berg von Sion, / der im Norden der Stadt des großen Königs. Psa 48:3 (48:4) In ihren Burgen hat sich Gott / als Schutzwehr kundgetan. Psa 48:4 (48:5) Versammelt haben sich die Könige, / sind allzumal herangezogen. Psa 48:5 (48:6) Sie sind erstarrt, kaum daß sie es gesehen, / und sind bestürzt entflohen, Psa 48:6 (48:7) Von Schrecken dort erfaßt, / von Angst, gleich der in Kindesnöten, Psa 48:7 (48:8) wie wenn der Ostwind Tarsisschiffe stranden läßt. Psa 48:8 (48:9) Was vormals wir gehört, das haben wir geschaut / jetzt an der Stadt des Herrn der Heeresscharen, unserer Gottesstadt. / Gott läßt sie ewiglich bestehen. (Sela.) Psa 48:9 (48:10) Wir haben Deine Gnade, Gott, / empfangen hier in Deinem Heiligtum. Psa 48:10 (48:11) Gleich Deinem Himmel, Gott, erstreckt sich Deine Herrlichkeit bis an der Erde Ende. / Voll von Gerechtigkeit ist Deine Rechte. Psa 48:11 (48:12) Der Sionsberg ist voller Freude, / und Judas Töchter jubeln über Deine Strafgerichte. - Psa 48:12 (48:13) Umgeht, umwandert Sion! / Und zählet seine Türme! Psa 48:13 (48:14) Betrachtet seinen Wall! / Durchmustert seine Burgen, / daß ihr's dem künftigen Geschlecht verkünden könnt, Psa 48:14 (48:15) daß Gott es ist, in alle Ewigkeiten unser Gott, / der selbst uns leitet für und für! Psa 49:1 Auf den Siegesspender, von den Korachiten, ein Lied. (49:2) Ihr Völker alle, hört! / Ihr Weltbewohner all, merkt auf! Psa 49:2 (49:3) Gemeine Leute, Herrensöhne, / ihr all zusammen, reich und arm! Psa 49:3 (49:4) Mein Mund trägt Weisheit vor, / und meines Herzens Dichtung ist voll Einsicht. Psa 49:4 (49:5) Ich lausche einem Spruch, / mein Lied mit Zitherspiel beginnend: Psa 49:5 (49:6) Warum soll ich in Unglückstagen zagen, / wo meiner Gegner Bosheit mich umgibt, Psa 49:6 (49:7) die auf ihr Gut vertrauen, / sich ihres großen Reichtums rühmen? Psa 49:7 (49:8) Nicht einer kann sich selbst loskaufen, / nicht einer Gott für sich ein Lösegeld erlegen, Psa 49:8 (49:9) zu teuer ist der Loskauf ihrer selbst / und so für alle Zeit unmöglich, Psa 49:9 (49:10) daß er für immer lebe / und nicht die Grube sehe. Psa 49:10 (49:11) Da sieht man Weise sterben, / wie Tor und Narr vergehn / und andern ihr Vermögen hinterlassen. Psa 49:11 (49:12) Für immer ist ihr Grab ihr Haus, / für alle Zukunft ihre Wohnstätte, / sie, deren Namen Weltruf hatten. Psa 49:12 (49:13) Der Mensch bleibt nicht im Ansehen, / er gleicht den Tieren, die man würgt. Psa 49:13 (49:14) Das ist ihr Lauf; das ist's, was ihrer wartet, / und was nach ihrem Ende wird, das können selber sie erzählen. (Sela.) Psa 49:14 (49:15) Sie sind den Schafen gleich, die für die Unterwelt der Tod schon weidet; / der führt sie unparteiisch bald hinab, / zur Unterwelt, zu ihrer Wohnung, / wo ihr Gespenst verschwindet. Psa 49:15 (49:16) Doch Gott behütet meine Seele vor der Unterwelt; / er nimmt mich mit. (Sela.) Psa 49:16 (49:17) Sei unbesorgt! Wenn einer sich bereichert, / wenn seines Hauses Überfluß sich mehrt, Psa 49:17 (49:18) beim Sterben nimmt er doch nicht alles mit; / sein Reichtum folgt ihm nicht hinab. Psa 49:18 (49:19) Er schätzte sich dann mit dem bloßen Leben glücklich, / und priese glücklich dich, daß dir's noch gut ergeht. Psa 49:19 (49:20) Doch muß er zum Geschlechte seiner Väter gehen, / die nimmermehr das Licht erblicken. Psa 49:20 (49:21) Der Mensch bleibt nicht im Ansehen, / er gleicht den Tieren, die man würgt. Psa 50:1 Ein Lied, von Asaph. - Gott, Gott der Herr, soll reden; rufe er die Erde / vom Aufgang bis zum Niedergang! Psa 50:2 Von Sion her, der Schönheit Krone, / erstrahle Gott! Psa 50:3 So komme wieder unser Gott und schweige nicht! / Verzehrend Feuer schreite vor ihm her; / gewaltig stürme es um ihn! Psa 50:4 Dem Himmel droben rufe er / und dann der Erde mit den Worten: Psa 50:5 "Versammelt mir jetzt meine Frommen, / die einen Bund mit mir geschlossen!", / daß sie sein Volk der Opfer wegen richten. Psa 50:6 Der Himmel lege Zeugnis dafür ab: / "Er ist im Recht; er ist ein Gott des Rechtes." (Sela.) Psa 50:7 Mein Volk, gib acht und laß mich reden, / Israel! Dich ermahn ich ernstlich: / "Gott, dein Gott, bin ich. Psa 50:8 Ich tadle dich nicht deiner Opfer wegen, / und deine Brandopfer steht immer mir vor Augen. Psa 50:9 Doch brauche ich kein Rind aus deinem Hause, / aus deinen Hürden keine Böcke. Psa 50:10 Denn mein ist alles Wild im Walde, / auf Tausenden von Bergen das Getier. Psa 50:11 Ich kenne alle Vögel im Gebirge; / mir steht zu Diensten das, was sich im Felde regt. Psa 50:12 Und sollte je ich hungern, dir sagt' ich es nicht; / mein ist die Welt und was sie füllt. Psa 50:13 Will ich denn Fleisch von Stieren essen? / Und trinke ich der Böcke Blut? Psa 50:14 Bring Dank dem Herrn zum Opfer dar / und löse so dem Höchsten dein Gelübde! Psa 50:15 Und ruf am Tag der Not mich an. / Dann werde ich dich retten. / Aber danken sollst du mir." Psa 50:16 Zum Frevler aber spreche Gott: / "Was schwatzest du von meinen Satzungen / und führst im Munde meinen Bund! Psa 50:17 Du hassest doch die Zucht, / und meine Worte schlägst du in den Wind. Psa 50:18 Kaum siehst du einen Dieb, / so läufst du schon mit ihm. / Mit Ehebrechern gehst du um Psa 50:19 und lässest deinen Mund in Bosheit sich ergehen, / und deine Zunge paarest du mit Trug. Psa 50:20 Da setzst du dich und redest gegen deinen Bruder, / verleumdest deiner Mutter Sohn. Psa 50:21 Das tust du, und ich sollte schweigen? / Du dächtest dann, ich sei wie du. / Zur Rede stelle ich dich jetzt und zeige deutlich dir den Unterschied- Psa 50:22 Dies merkt, ihr Gottvergessenen! / Sonst raffe ich euch rettungslos dahin. Psa 50:23 Wer Dank darbringt, der gibt mir Ehre. / Wer gutes Beispiel gibt, den laß' ich göttlich Heil erblicken." Psa 51:1 Auf den Siegesspender, ein Lied, von David, (51:2) als der Prophet Nathan zu ihm kam, nachdem er zu Bathseba gegangen. (51:3) Erbarm Dich meiner, Gott, nach Deiner Huld! / Nach Deiner großen Güte tilge meine Missetaten! Psa 51:2 (51:4) Wasch meine Schuld mir gründlich ab, / und reinige von meiner Sünde mich! Psa 51:3 (51:5) Denn ich erkenne meine Missetaten, / und meine Sünde schwebet stets vor mir. Psa 51:4 (51:6) An Dir allein hab ich gesündigt, / was bös in Deinen Augen ist, getan, / daß Du gerecht dastehst bei Deinem Richterspruche / und tadellos mit Deinem Richten. Psa 51:5 (51:7) Geboren bin ich in der Sünde; / in Schuld hat meine Mutter mich empfangen. - Psa 51:6 (51:8) Du liebst die Wahrheit in unverhüllterweise / und unterrichtest mich in Weisheit auf verborgne Art. Psa 51:7 (51:9) Wasch mich mit Ysop rein von Sünden! / Wasch mich, auf daß ich weißer sei als Schnee! Psa 51:8 (51:10) Vernehmen laß mich Freud' und Wonne! / Laß die von Dir zerschlagenen Gebeine jubeln! Psa 51:9 (51:11) Verbirg Dein Angesicht vor meinen Sünden, / und tilge alle meine Missetaten! Psa 51:10 (51:12) Erschaff mir, Gott, ein reines Herz, / und in mir einen rechten Geist erzeuge! Psa 51:11 (51:13) Verstoß mich nimmermehr von Deinem Angesicht, / und Deinen heiligen Geist entziehe mir nicht wieder! - Psa 51:12 (51:14) Gib wieder mir die Wonne Deines Heils! / Erquicke mich mit frohgemutem Geist! Psa 51:13 (51:15) Die Irrenden belehre ich dann über Deine Wege, / und Sünder kehren sich zu Dir. - Psa 51:14 (51:16) Gott, ohne Blutopfer, errette mich, Du meines Heiles Gott. / Alsdann wird meine Zunge jubelnd Deine Liebe preisen. Psa 51:15 (51:17) Herr, öffne Du mir meine Lippen! / Dann wird mein Mund Dein Lob verkünden. Psa 51:16 (51:18) Denn Du verlangst nicht Blutopfer, noch andre Gaben. / Nicht willst Du Brandopfer. Psa 51:17 (51:19) Mein Opfer, Gott, ist ein zerbrochener Geist, / ein ganz gebrochen und zerknirschtes Herz, o Gott, / verschmähst Du nie. - Psa 51:18 (51:20) In Deiner Gnade fördere Sion! / Erbau die Mauern von Jerusalem! Psa 51:19 (51:21) Dann findest Du an echten Opfern Freude / sowie an Brand- und ganzen Opfern. / Auf Deinen Altar kommen dann Gebete. Psa 52:1 Auf den Siegesspender, ein Lehrgedicht von David, (52:2) als der Edomiter Doeg kam und dem Saul meldete und sprach: "David ist in Achimeleks Haus gekommen." (52:3) Was rühmst du dich der Bosheit, du Gewaltmensch, / als wär sie eine Gottesgnade immerdar? Psa 52:2 (52:4) Du schätzest Frevel hoch, und deine Zunge / gleicht einem scharfen Messer, das mit Trug arbeitet. Psa 52:3 (52:5) Du liebst das Böse mehr als Gutes / und redest lieber Unwahrheit als Wahrheit. (Sela.) Psa 52:4 (52:6) Du liebst die glatten Reden all / und falsche Zungen. Psa 52:5 (52:7) Auch dich wirft Gott für immer nieder; / er packt dich, reißt dich aus dem Zelt, / entwurzelt dich aus der Lebendigen Land. (Sela.) Psa 52:6 (52:8) Das sehen die Gerechten voller Furcht, / und sie verlachen ihn: Psa 52:7 (52:9) "Da seht den Mann! Er hält nicht Gott für seine Stütze, / vertraut auf seines Reichtums Fülle / und pocht auf seine Bosheit." Psa 52:8 (52:10) Dem grünen Ölbaum in dem Gotteshause gleich, / hab ich mich stets auf Gottes Huld verlassen. Psa 52:9 (52:11) Ich danke Dir auf ewig, wenn Du's tust. / Vor Deinen Frommen künd ich, daß so gut Dein Name ist. Psa 53:1 Auf den Siegesspender, schon vorhanden, ein Lehrgedicht, von David. (53:2) In seinem Herzen spricht der Tor: / "Kein Gott ist da." / Verkehrt, verrucht sind sie in ihrem Frevel, / und keiner ist, der Gutes täte. Psa 53:2 (53:3) Vom Himmel hat sich Gott geneigt / hernieder auf die Menschenkinder, / zu schaun, ob jemand der Vernunft gehorcht / und Gott aufsucht. Psa 53:3 (53:4) Sie alle sind verderbt, wie Schlacken, / und keiner ist, der Gutes täte, auch nicht einer. - Psa 53:4 (53:5) Erfuhren's nicht die Übeltäter, / die meines Volkes Speisen neulich aufgezehrt / und Gott gelassen außer acht? Psa 53:5 (53:6) Ein Schrecken hatte auf der Stelle sie gepackt. / War's nicht ein Schrecken, / als die Gebeine des Verderbers schimpflich Gott zerstreute? / Gott hat sie ja verworfen. Psa 53:6 (53:7) Von Sion komme wieder Heil für Israel! / Ach wendete doch Gott das Schicksal seines Volkes! / Dann wäre Jakob fröhlich und frohlockte Israel. - Psa 54:1 Auf den Siegesspender, bei Saitenspiel, ein Lehrgedicht, von David, (54:2) als die Ziphiter zu Saul kamen und sagten "HäIt bei uns sich David nicht verborgen?" (54:3) Hilf mir, o Gott, durch Deinen Namen! / Verschaff mir Recht durch Deine Stärke! Psa 54:2 (54:4) Gott! Höre mein Gebet! Vernimm die Worte meines Mundes' Psa 54:3 (54:5) Erheben Fremdlinge sich gegen mich / und trachten Mächtige mir nach dem Leben / und stellen Gott sich nicht vor Augen, (Sela.) Psa 54:4 (54:6) so ist mir Gott ein Helfer. / Der Herr bleibt der Beschirmer meines Lebens. Psa 54:5 (54:7) Auf meine Feinde falle Ungemach zurück! / Vertilge sie nach Deiner Treue! Psa 54:6 (54:8) Ein reichlich Opfer bringe ich Dir dar / und rühme Deinen Namen, Herr, daß er so gütig ist. Psa 54:7 (54:9) Er rettet mich aus aller Not; / mein Auge weidet sich an meinen Feinden. Psa 55:1 Auf den Siegesspender, bei Saitenspiel, ein Lehrgedicht, von David. (55:2) Gott! Höre mein Gebet! / Verbirg Dich nicht vor meinem Flehen! Psa 55:2 (55:3) Merk doch auf mich, erhöre mich! / Ich bin verwirrt und zage kläglich, Psa 55:3 (55:4) dieweil der Feind so tobt, / der Frevler drängt, / und Unheil wälzen sie auf mich / und sind mir heftig gram. - Psa 55:4 (55:5) Mir bebt das Herz in meiner Brust; / mich überfallen Todesängste. Psa 55:5 (55:6) Und Furcht und Zittern überkommen mich; / ein Schauder überschauert mich. Psa 55:6 (55:7) Ach, hätte ich doch Taubenschwingen, wünschte ich, / ich flöge fort und suchte Rast! Psa 55:7 (55:8) In weite Ferne hin, / zur Wüste in die Herberge! (Sela.) Psa 55:8 (55:9) Geschwinder eilte ich zu meiner Zufluchtsstatt / als Sturm und Wirbelwind. Psa 55:9 (55:10) Herr! Spalte, teile ihre Zunge! / Ich sehe Streit und Frevel in der Stadt. Psa 55:10 (55:11) Sie wandeln Tag und Nacht um ihre Mauern, / und Not und Jammer herrscht darin. Psa 55:11 (55:12) Verderben herrscht in ihr; / von ihrem Markte weicht nicht Lug noch Trug. Psa 55:12 (55:13) Nicht schmäht mich jetzt mein Feind; / denn das ertrüge ich. / Mein Hasser höhnt mich nicht, / sonst bärge ich mich sicherlich vor ihm. Psa 55:13 (55:14) Nein! Du, ein Mensch von meinem Rang, / mein Freund, mein Busenfreund! Psa 55:14 (55:15) Die wir vertraulich miteinander lebten, / zum Gotteshaus im Zuge wallten! - Psa 55:15 (55:16) Sie überliste jetzt der Tod, / daß sie lebendig in die Hölle fahren! / In ihrem Innern nistet Bosheit. Psa 55:16 (55:17) Ich ruf' zu Gott, / der Herr mög' mich erretten! Psa 55:17 (55:18) Ich klage abends, morgens, mittags, seufzend. / Er möge meinen Ruf erhören.- Psa 55:18 (55:19) "Erlöse mich zum Heil aus diesem Kampfe gegen mich! / Sie stehn im Kampf mit mir." Psa 55:19 (55:20) Gott höre es / und beuge sie und stoße sie zurück, (Sela.) / die nicht Versöhnung kennen / und Gott nicht fürchten! Psa 55:20 (55:21) Vergriffen hat er sich sogar an meinen Opfern, / an seinem Bund gefrevelt. Psa 55:21 (55:22) Sein Mund war glatt, der Butter gleich, / doch stand nach Kampf sein Sinn. / Geschmeidiger als Öl, so waren seine Worte, / und doch gezwickte Dolche: Psa 55:22 (55:23) "Befiehl dich doch dem Herrn! / Er hat dich lieb und sorgt für dich / und läßt nicht den Gerechten wanken." Psa 55:23 (55:24) Der Todesgrube übergib sie, Gott! / Blutmenschen und Betrüger sollen nicht zur Hälfte ihrer Lebenstage kommen! / Auf Dich vertraue ich. Psa 56:1 Auf den Siegesspender, für den unschuldigen Zugewanderten in der Ferne, von David, ein Weihegesang, als ihn die Philister zu Gath festhielten. (56:2) Gott! Sei mir gnädig! Denn Menschen schnauben wider mich, / und täglich ängstigt mich mein Feind. Psa 56:2 (56:3) Ja, meine Feinde schnauben immerfort; / denn viele streiten gegen mich. Psa 56:3 (56:4) Jedoch der Tag ist weit entfernt, / da ich mich fürchte; / denn auf Dich vertraue ich. Psa 56:4 (56:5) Ich rühme mich der Gotteszusage; / furchtlos vertraue ich auf Gott. / Was können Sterbliche mir tun? Psa 56:5 (56:6) Und fechten sie auch täglich meine Worte an, / sind alle ihre Pläne, mir zum Schaden, böse, Psa 56:6 (56:7) sie müssen doch sich fürchten und verkriechen / und so auf meine Schritte lauschen, / wie sie's von mir erwartet haben. Psa 56:7 (56:8) Verstoße sie des Frevels wegen! / Die Scharen stürze hin im Grimme, Gott! Psa 56:8 (56:9) Vermerkst Du schon mein Schwanken, / dann lege meine Tränen auch in Deinen Schlauch, / voll angerechnet! Psa 56:9 (56:10) Dann weichen meine Feinde. / Am Tage, da ich rufe, weiß ich, daß ich einen Gott besitze. Psa 56:10 (56:11) Ich rühme mich der Gotteszusage; / ich rühme mich der Zusage des Herrn. Psa 56:11 (56:12) Furchtlos vertraue ich auf Gott. / Was kann ein Mensch mir antun? - Psa 56:12 (56:13) Ich schulde Dir Gelübde, Gott; / ich zahle sie Dir heim mit Dankbarkeit. Psa 56:13 (56:14) Denn meine Seele wahrst Du vor dem Tod, nicht wahr? / vorm Sturze meine Füße. / So kann ich länger noch vor Gott im Licht des Lebens wallen. Psa 57:1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang, von David, ein Weihegesang, als er vor Saul in die Höhle floh. (57:2) Gott! Sei mir gnädig! Sei mir gnädig! / Denn meine Seele flieht zu Dir. / Ich fliehe in den Schatten Deiner Flügel, / bis die Gefahr vorübergeht. Psa 57:2 (57:3) Zu Gott, dem Höchsten, rufe ich, / zu Gott, der mir nur Gutes tut. Psa 57:3 (57:4) Er sendet Hilfe mir vom Himmel, / verhöhnt mich auch mein Gegner, (Sela.) / Gott sendet dennoch seine Huld und Treue. - Psa 57:4 (57:5) Ich weile unter Löwen, bei Menschenfressern, / bei Leuten, deren Zähne Spieß und Pfeile / und deren Zungen scharfe Dolche. Psa 57:5 (57:6) Erhebe Dich, o Gott, soweit der Himmel, / und Deinen Ruhm, soweit die Erde reicht! Psa 57:6 (57:7) Sie stellen meinem Schritt ein Netz; / doch ich umgehe es. / Sie graben eine Grube mir / und fallen selbst hinein. (Sela.) Psa 57:7 (57:8) Aus Herzensgrunde, Gott, aus Herzensgrunde / sing ich und juble: Psa 57:8 (57:9) "Erwache, du mein Stolz! Wach, Harfe, auf und Zither! / Ich singe wach das Morgenrot." Psa 57:9 (57:10) Ich preise, Herr, Dich bei den Völkern, / und ich besinge Dich bei den Nationen, Psa 57:10 (57:11) daß Deine Huld bis an den Himmel reicht, / bis zu den Wolken Deine Treue. Psa 57:11 (57:12) Erhebe Dich, o Gott, soweit der Himmel, / und Deinen Ruhm, soweit die Erde reicht! Psa 58:1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang, von David, ein Weihelied. (58:2) Ihr wollet also wirklich Wahrheit reden, / den Menschen richtigen Bescheid erteilen? Psa 58:2 (58:3) Nein! Nur auf Unrecht sinnet ihr im Herzen / und laßt im Lande eurer Hände Frevel freien Lauf. Psa 58:3 (58:4) Verkehrt vom Mutterleibe an sind Gottlose; / vom Mutterschoß her irren schon die Lügner. Psa 58:4 (58:5) Der Schlangenwut gleicht ihre Wut; / sie gleicht der tauben Otter, die ihr Ohr verschließt Psa 58:5 (58:6) und nicht auf der Beschwörer Stimme hört, / nicht auf den klugen Zaubermeister. - Psa 58:6 (58:7) Schlag ihnen, Gott, die Zähne aus dem Munde! / Zerschmettre das Gebiß der jungen Löwen, Herr! Psa 58:7 (58:8) Vergehen sollen sie, wie Wasser sich verlaufen! / Ihr Gift soll man zertreten; also sollen sie verschwinden! Psa 58:8 (58:9) Wie Leibesfrucht, nicht ausgetragen, fault, / so mögen sie vergehn wie eine Fehlgeburt, / die Sonne nicht mehr schauen! Psa 58:9 (58:10) Bevor sie es noch merken, / verwehe sie ein Sturmwind gleich dem Dorngestrüpp! Psa 58:10 (58:11) Der Fromme freut sich bei dem Anblick der Vergeltung / und kann im Blut des Frevlers seine Füße baden. Psa 58:11 (58:12) Die Leute sagen dann: / "Gerecht sein, das ist lohnend; / noch ist ein Gott auf Erden Richter." Psa 59:1 Auf den Siegesspender, ein Kunstgesang, von David, ein Weihelied, als Saul hinsandte und sein Haus bewachen ließ, um ihn zu töten. (59:2) Errette mich, mein Gott, von meinen Feinden! / Befreie mich von meinen Widersachern! Psa 59:2 (59:3) Erlöse mich von Übeltätern! / Vor Mordgesellen schütze mich! Psa 59:3 (59:4) Denn auf mein Leben lauem Wüteriche; / ganz ohne Schuld von meiner Seite greifen sie mich an, / ganz ohne mein Vergehen, Herr. Psa 59:4 (59:5) Sie stürmen grundlos an und zielen. / Wach auf! Blick her, mein Führer! Psa 59:5 (59:6) Herr, Gott der Heerscharen, Gott Israels! / Wach auf! Such all die Heiden heim / und schone keinen falschen Übeltäter! (Sela.) Psa 59:6 (59:7) Sie sollen jeden Abend wiederkommen, heulend, / und Hunden gleich die Stadt umstreifen! Psa 59:7 (59:8) Sieh, wie sie mit dem Munde geifern, / wie sie mit ihren Lippen schwätzen: / "Wer sollte es vernehmen?" Psa 59:8 (59:9) Doch Du, Herr, lachst sie aus; / Du spottest aller dieser Heiden. - Psa 59:9 (59:10) Du meine Stärke: Dich allein erwarte ich; / denn Gott ist meine Burg. Psa 59:10 (59:11) Mein Gott kommt mir mit seiner Huld zuvor; / Gott läßt mich Lust an meinen Feinden sehen. Psa 59:11 (59:12) Laß sie nicht sterben, daß mein Volk es nicht vergesse! / Laß sie in Deinen Mauern betteln gehn! / Dann stoß sie aus dem Tore, Herr! Psa 59:12 (59:13) Denn ihrer Lippen Wort ist Zungensünde. / So mögen ihrem Übermute sie verfallen / ob der verfluchten Lüge, die sie reden! Psa 59:13 (59:14) Vollbring's im Grimm! Vollbring's, daß sie zunichte werden! / Erfahren sollen sie's, daß Herrscher sei in Jakob Gott / bis an der Erde Grenzen! (Sela.) Psa 59:14 (59:15) Sie sollen jeden Abend wiederkommen, heulend, / und Hunden gleich die Stadt umstreifen! Psa 59:15 (59:16) Ums Essen betteln gehn und heulen sollen sie, / wenn sie nicht satt! Psa 59:16 (59:17) Ich aber singe Deiner Macht / und preise Deine Huld in aller Frühe, / daß Du mir eine Burg und Zuflucht bist am Tage meiner Not. Psa 59:17 (59:18) "O meine Stärke!" will ich von Dir singen. / Du, Gott, bist meine Burg, mein gnadenvoller Gott. Psa 60:1 Auf den Siegesspender, für den öffentlichen Gottesdienst, ein Weihelied, von David, zum Lehren, (60:2) als er mit den Syrern von Mesopotamien und den Syrern von Soba kämpfte, und als Joab zurückkehrte und die Edomiter im Salztal schlug, 12.000 Mann. (60:3) Gott! Du verwirfst uns; ach, Du schlägst uns; / Du läßt in Deinem Zorn zurück uns weichen. Psa 60:2 (60:4) Das Land erschütterst Du und schlägst ihm Wunden. / Heil ihm die Wunden! / Sieh, es wankt. Psa 60:3 (60:5) Du bist so hart mit Deinem Volke, / tränkst uns mit Taumelwein Psa 60:4 (60:6) und machst, daß, die Dich fürchten, / im Kampfe irre fliehen müssen. (Sela.) Psa 60:5 (60:7) Daß Deine Lieblinge gerettet werden, / dazu verhilf mit Deiner Rechten! Höre uns! Psa 60:6 (60:8) Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: / "Ich soll im Siegesjubel Sichem jetzt verteilen, / das Sukkot-Tal vermessen. Psa 60:7 (60:9) Mein würde Gilead, Manasse mein, / und meine Hauptwehr Ephraim / und Juda mein Regentenstab. Psa 60:8 (60:10) Ich zwänge Moab, mir das Waschbecken, / und Edom, mir die Schuhe herzurichten, / und über Philistäa triumphierte ich. Psa 60:9 (60:11) Wer bringt mich aber jetzt zur festen Stadt? / Wer führt mich jetzt nach Edom hin? - Psa 60:10 (60:12) Bist Du's nicht, Gott, der uns verstößt, / der nicht mit unsern Scharen auszieht, Gott? Psa 60:11 (60:13) Verschaffe Rettung uns aus dieser Not! / Denn Menschenhilfe trügt. Psa 60:12 (60:14) Mit Gott verrichten wir dann Heldentaten; / nur er kann unsere Feinde niederwerfen. Psa 61:1 Auf den Siegesspender, mit Saitenspiel, von David. (61:2) "Hör, Gott, mein Rufen! / Vernimm mein Flehen! Psa 61:2 (61:3) Ich rufe von des Landes Grenze zu Dir in meiner Herzensnot: / Auf einen Felsen führe mich, der sonst für mich zu hoch!" Psa 61:3 (61:4) Denn Du bist meine Zuversicht, / ein fester Turm vorm Feinde. Psa 61:4 (61:5) In Deinem Zelte laß mich ewig weilen, / mich bergen in dem Schatten Deiner Flügel! (Sela.) Psa 61:5 (61:6) Wenn du auf mein Gelübde hörest, Gott, / und denen ihr Begehr erfüllst, die Deinen Namen fürchten, Psa 61:6 (61:7) dann füg des Königs Tagen viele andere zu! / Dann seien seine Jahre lang, wie nur in der Geschlechterreihe! Psa 61:7 (61:8) Er throne ewiglich vor Gottes Angesicht! / Und Lieb und Treue mögen ihn beschützen! Psa 61:8 (61:9) Dann will ich Deinem Namen immerdar lobsingen / und mein Gelübde Tag für Tag einlösen. Psa 62:1 Auf den Siegesspender, für Zurückgezogene. Ein Lied von David. (62:2) In Gott allein ist Stille, meine Seele; / von ihm kommt meine Hilfe. Psa 62:2 (62:3) Mein Hort und Heil ist er allein und meine Burg. / Ich zweifle nicht daran. Psa 62:3 (62:4) Wie lange schreiet einen Mann ihr an / und wollet ihn ums Leben bringen, / ihr alle, die ihr einer schiefen Wand / und einem morschen Zaune gleicht? Psa 62:4 (62:5) Sie raten ihm gar eitel, wollen ihn verführen. / Mit ihrem Lügenmunde segnen sie und hegen Fluch im Herzen. (Sela.) Psa 62:5 (62:6) Mein Herz, sei still in Gott! / Von ihm allein kommt, was ich hoffe. Psa 62:6 (62:7) Mein Hort und Heil ist er allein und meine Burg. / Ich zweifle nicht daran. (Sela.) Psa 62:7 (62:8) Auf Gott beruht mein Heil und Ruhm. / Er ist mein starker Hort. / Bei Gott ist meine Zuversicht. Psa 62:8 (62:9) Vertraut, ihr Leute, ihm zu jeder Zeit der Trübsal! / Und schüttet vor ihm aus das Herz! / Nur Gott ist unsere Zuversicht. (Sela.) Psa 62:9 (62:10) Die Menschenkinder sind ein Nichts, / die Männer Täuschung; / sie schnellen auf der Waage wie ein Nichts empor. Psa 62:10 (62:11) Vertrauet nicht auf unrecht Gut! / Auf Raub setzt nicht die eitle Hoffnung! / Und sprosse Reichtum auch daraus, nicht achtet drauf! Psa 62:11 (62:12) Ein Wort hat Gott gesprochen, und Zwiefaches entnehme ich daraus: / "Die Macht ist Gottes Eigentum" Psa 62:12 (62:13) und "Eigen ist Dir Gnade, Herr, / und jeglichem lohnst Du nach seinem Werke." Psa 63:1 Ein Lied, von David, als er in der Wüste Juda war. (63:2) Dich such ich, Gott, mein Gott; / nach Dir lechzt meine Seele; / nach Dir sehnt sich mein Fleisch. / Wie in dem dürren, trocknen, wasserlosen Lande, Psa 63:2 (63:3) so schau ich aus nach Dir, um Deine Pracht zu sehen / und Deine Majestät im Heiligtum. Psa 63:3 (63:4) Denn köstlicher ist Deine Huld als Leben. / Dich preisen meine Lippen. Psa 63:4 (63:5) So preise ich Dich lebenslang; / in Deinem Namen will ich regen meine Hände. Psa 63:5 (63:6) Gleichwie von Fett und Öl wird meine Seele satt; / mit Jubellippen singt mein Mund, Psa 63:6 (63:7) wenn ich auf meinem Lager Dein gedenke, / in mitternächtiger Stunde sinne über Dich, Psa 63:7 (63:8) Du möchtest Schutz mir sein, / daß ich im Schatten Deiner Flügel jauchze. Psa 63:8 (63:9) An Dir hängt meine Seele; / ich klammere mich an Deine Rechte. Psa 63:9 (63:10) Die meine Seele gerne in der Wüste wüßten, / sie mögen in der Erde Tiefe fahren! Psa 63:10 (63:11) Die sie dem Untergange überliefern wollen, / die mögen der Schakale Beute werden! Psa 63:11 (63:12) Der König aber freue sich in Gott, / und wer ihm Treue schwört, der jauchze! / Der Lügne